der deutschsprachigen Presse e.V. seiegen: der Sam ür bieüneegenpelle mm breit, Imm hoch, 25 Pf; bei Anzeigen aus dem R.=O, Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf. Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, S7m# breit,„Imm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Plotz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt als Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewicht muutalzährsich: Gusgade### „Wochenschau“) in Münster zweimal töglich fuo uus Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mr. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, mo nur einmal in Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfe. in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mk. 88 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau") vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2448, 2440 u. 2450. Geschäftostelle(Michaelisplatz 9) Nr. 76. G Zwei Ausgaber tägigh. und Münsterische Volkszeitung. 45.578 Wbomenten. Erste Ausgabe. Freitag, 9. Februar 1917. Reden, Reden und nichts als Reden... London, 8. Febr.(WXB.) Reuter. Unterhaus. Bei der Beratung über die Thronrede hielt Asquitb als Führer der liberalen Partei eine Rede, in der er erklärte, es dürfe sich keine Stimme eines Gegners aus persönlichen, parteilichen oder kleinlichen Gründen störend vernehmen lassen. Asquith kennzeichnete Deutschlsands jüngste Politik als eine Politik unverhüllter Wildheit(!) und als eine Kriegserklärung gegen die Neutralen(!) In seiner Antwort sagte Bonar Law: Die Rede Asquiths sei das bestmöglichste Zeugnis für die Einheit des Landes in dem großen Kampfe. Seine Schlußworte gäben so gut wie Worte es nur vermöchten, die Meinung des Landes bezüglich der Gerechtigkeit der eigenen Sache und des Anteils wieder, den, wie England hofft, die Neutralen im Kampfe übernehmen werden, deren Rechte ebenso sehr wie die englischen in Frage gestellt worden seien. In Beantwortung einer von Asquith bezüglich der Schiffahrt gestellten Anfrage erklärte Bonar Law, die Handelsschiffe würden mehr und mehr der Regierung unbedingt zur Verfügung gestellt in der gleichen Weise wie zu einem früheren Termin die Eisenbahnen. Man habe sich bezüglich der Schiffahrt über ähnliche Abkommen schlüssig gemacht und die Regierung hoffe, daß es in kurzem möglich sein werde, dem Hause genau die Maßnahmen anzugeben, die getroffen werden sollten. Bonar Law führte weiter aus: In der Frage der Beschaffung von neuen Schiffen hat der Schifffahrtsdirektor bereits äußerst vollkommene Arbeit geleistet, indem der Bau einer großen Zahl von neuen Schiffen gefördert wird, und was für Verheerungen auch von Unterseebooten ausgeführt werden sollten, so hoffe ich, daß etwas geschieht, um die verlorenen Schiffe zu ersetzen. Was die Beherrschung der See über der Oberfläche anlangt, kann die britische Marine niemals auf eine so vollkommene Herrschaft zurückblicken, wie in diesem Kriege. Niemals in der ganzen Geschichte ist diese Macht mit solcher Rücksicht nicht nur auf die Rechte, sondern auch auf die Empfindlichkeit der neutralen Mächte ausgeübt worden. Die Marine hat alles, und mehr als alles getan, was von ihr erwartet werden konnte. Ohne die Marine wäre es für uns und unsere Alliierten unmöglich gewesen, diesen Krieg zu gewinnen. Mit der Marine ist es trotz der Unterseeboote ausgeschlossen, daß wir einer von ihnendrohenden Gefahr nicht begegnen können sollten[?) Neue Maßnahmen können erdacht werden: einige der besten Köpfe unseres Landes sind mit dieser Frage beschäftigt. Wir können uns des Gefühles nicht erwehren, daß wir eine Erfahrung sich wiederholen werden sehen, die wir mit einer ähnlichen Drohung Deutschlands im Jahre 1915 gemacht haben und wir werden sehen, daß Deutschland alles tut, was es kann, und doch keine Aussicht hat, unser Landauszuhungern und dadurch unsere Niederlage herbeizuführen.(?) In einem kurzen Überblick über die militärische Lage führte Bonar Law aus: Es sind alle Anzeichen für einen Umschwung zugunsten unserer Alliierten vorhanden. Die Italiener sind infolge der Natur ihres Klimas und des Landes, in dem sie operieren, nicht imstande gewesen, mehr als eine„Streife“ durchzuführen, aber sie sind erfolgreich gewesen, und überall hören wir, daß der Geist der italienischen Truppen gut ist und daß wir, wenn der neue Feldzug beginnt, größere Erfolge sehen werden, als die waren, die ihre Waffen gegen Ende des letzten Feldzuges krönten. Wenn wir uns Rußland zuwenden, so finden wir, daß Mut, Entschlossenheit und die Weigerung, jemals eine Niederlage hinzunehmen, die in ihrer ganzen Geschichte die russischen Truppen kennzeichnen, sich noch ebenso wahr finden. in allem, was sie tun. Trotz schrecklichen Wetters und Frost haben unsere russischen Alliierten in der Gegend von Riga Fortschritte gemacht und Gefangene eingebracht. Derselbe Erfolg, wenn auch vielleicht in geringerem Umfange, war ihnen in der Bukowina beschieden. An Rumänien kann keiner der Alliierten ohne Kummer denken. Wir erkennen alle das schreckliche Unglück, das über Rumänien hereingebrochen ist, ein Unglück, zu dessen Verhinderung unser Land und unsere Alliierten gern alles getan hätten, was sie konnten. Dank den Kampfeigenschaften der dortigen Soldaten, der rumänischen und der russischen, und, obwohl ein großer Teil des Landes überrannt worden ist, besteht ein großer Teil des rumänischen Heeres noch und ist bereit, zu kämpfen. Durch seine Anstrengungen wurden die Fortschritte der Deutschen am Sereth zum Stillstand gebracht. Wir haben Grund, zu hoffen, daß sie wenigstens keine weiteren Erfolge auf diesem Kriegsschauplatze gewinnen. Das überrennen Rumäniens war ein schreckliches weiteres politisches Unglück für die Alliierten, aber es ist kein militärischer Gewinn für unsere deutschen Feinde. Sie haben die Ziele, nach denen sie strebten, nicht erreicht; sie erlitten sehr schwere Verluste und sind umso viel weniger als sonst imstande, die Anstrengungen auszuhalten, die ihnen an den anderen Fronten auserlegt werden, wenn die Jahreszeit vorrückt. Es sind alle Anzeichen vorhanden, daß dank namentlich der Tätigkeit britischer Offiziere ein großer Teil des Getreides, das die Deutschen in Rumänien zu erbeuten hofften, zerstört worden ist. Wir haben Grund zu glauben, daß die Petroleumschächte in wissenschaftlich erfolgreicher Weise verstopft wurden. An der Front von Saloniki ist die Lage, obwohl wegen der Härte der Jahreszeit außer Streifen keine Operationen möglich waren, nicht entmutigend. Obwohl der Heimat beraubt, sind die serbischen Truppen bereit, ihren Anteil am Kampfe zu übernehmen, wenn die Zeit dazu kommt. Bouar Law gab dann einen Überblick über die Lage von Aegypten. Er beschrieb die Einnahme von El Arisch und Magdhaba Raffa und führte weiter aus: Bei diesen Operationen, die zur Säuberung der Sinaihalbinsel führten, wurden zwei Abteilungen in Stärke von je etwa 3000 Mann zerstreut und 2950 Gefangene gemacht, während die britischen Verluste im ganzen nur 632 Mann betrugen. In Mesopotamien wurde die Lage wieder völlig hergestellt. Unsere dortigen Erfolge wurden errungen, obwohl der Feind große Verstärkungen erhielt, das ist an sich schon ein großer militärischer Vorteil und verringert die Kräfte, die unseren russischen Alliierten entgegengestellt werden sollen. Die Verluste des Feindes während der umfangreichen Operationen der letzten Wochen wurden schon bis zum Februar auf 2630allein an Toten geschätzt, während unsere Verlüste sehr leicht sind. Die Eroberung Deutsch=Ost=Afrikas ist so gut wie vollendet. Der Feind wurde aus allen fruchtbaren Teilen des Landes und aus allen Teilen, wo es Eisenbahnen gibt, vertrieben. Man hat die größten Schwierigkeiten bei der Verpflegung. Es ist nur eine Frage kurzer Zeit, daß die letzte der deutschen Kolonien dem Zepter des deutschen Kaisers entgleitet. Bei dieser Gelegenheit widmete Bonar Law Genetal Smuts herzliche Worte der Anerkennung. Dann fuhr er fort: Nun komme ich zu den Operationen in Frankreich Da unsere Truppen in so vollkommener Übereinstimmung mit den Franzosen vorgehen. könnte ich alles, was ich über sie sage ebenso gut über unsere französischen Alliierten sagen. Die Lage ist dort so. daß wir sie mit Stolz, was die Vergangenheit anbelangt und mit Vertrauen hinsichtlich der Zukunft betrachten können. Der Natur der Sache entsprechend haben, nachdem sich das Haus vertagt hatte, keine größeren Kämpfe stattgefunden, aber es wurden beständig Streifen unternommen. Diese waren fast unterschiedslos erfolgreich. Die Gegenangriffe blieben auch in keinem einzigen Falle erfolgreich. Das Ergebnis ist, daß nicht nur unsere Soldaten, sondern auch unsere französischen Kameraden die Empfindung haben, daß sie moralisch dem Feinde völlig überlegen sind. Sie fühlen, daß das moralische Übergewicht auf ihrer Seite ist, auch wo unsere Truppen an der ausgesprochenen Unterlegenheit des Materials litten: daß aber diese Unterlegenheit nicht mehr besteht und daß wir nun erwarten können die Erfolge der charakteristischen Überlegenheit und des Kämpfergeistes verbunden mit der Überlegenheit des Materials und der Kriegführung. Bonar Law sagte weiter: Es besteht kein Zweifel, daß der Feind von Anfang an den Grundsatz annahm, daß der Weg zum Siege nicht allein darin bestehe, die Feinde zu bekämpfen, die Soldaten sind, sondern alle Welt in Schrechen zu setzen, eingeschlossen die Neutralen. Ich hörte fürzlsch tagen, dieser Krieg macht offenbar, daß es zwei verschiedine Dinge gäbe, nämlich: die Natur der Menschheit und die Natur der Deutschen. In seiner letzten Rede saate der deutsche Reichskanzler: Wenn die rücksichtsloseste die zweckdienlichste zur Erreichung eines schnellen Sieges enzusehen ist, muß sie angewandt werden. Da haben Sie die Natur der Deutschen. Wir sahen sie schon vorher bei dem Einfall in Belgien und bei anderen Grausamkeiten dieses Krieges. Hier hören wir es unverhüllt aussprechen, daß die wahre Menschlichkeit darin besteht, alle Haager Übereinkünfte und alle bisher gemachten Bemühungen zur Herabminderung der Kriegsschrecken zu mißachten und dafür jedes Verfahren anzuwenden, welches ihrer Meinung nach den Sieg sichern wird.(Dieser Heuchler!!!] Der deutsche Abendbericht. Berlin, 8. Febr.[W2B.) Amtlich. Abends: Im Sommegebiet zeitweilig starkes Fener. Bei Saillv sind Teilkämpfe im Gange. An den anderen Fronten nichts Wesentliches. * (2) Berlin, 8. Febr.(Eig. Meld.) Die bittere Kälte hat in den letzten Tagen auch auf der Westfront nicht verhindert. daß es an den verschiedensten Stellen zu Einzelkämpfen gekommen ist. Unternehmungen großen Stils waren es nicht. aber es waren zum Teil doch Vorstöße nach lebhafter Artillerietätigkeit und größere Patrouillenunternehmungen. An mehreren Stellen der Front. im Yvernbogen. an der Somme, an der Maas und auf der Combreshöbe war die Artillerietätigkeit sehr lebhaft. Im Abschnitt von Hardaumont brachte eine Patrouille 21 Gefangene ein. Im Südosten von Pontà-Mousson war ebenfalls das Artilleriefeuer lebhaft. In der Nacht vom 7. zum 8. Februar brach eine kleinere Abteilung nach lebhafter Artillerietätigkeit in unsere Stellung nördlich der Ancre ein. Sie wurde aber alsbald zum größten Teil wieder hinausgeworfen. Südöstlich von Bouchavesnes draugen Abteilungen des Feindes ebenfalls in den vordersten Graben, wurden aber sofort völlig herausgeworfen. In der Nacht vom 4. zum 5. Februar hatten wir Grandcourt räumen lassen, um uns in eine Stellung nordöstlich von Grandcourt zurückzuziehen. Erst in der Nacht vom 7. zum 8. Februar drangen die Engländer in das von uns verlassene Dorf ein, ein Beweis, daß die Räumung des Ortes keineswegs unter ihrem Druck erfolgte. Deutschland und Amerika. Berlin, 8. Febr.(WTB.) Amtlich. Der Schutz der deutschen Interessen im feindlichen Auslande, soweit er bisher von den Vereinigten Staaten ausgeübt wurde, ist im allgemeinen von der Schweiz, für Rußland und auch für Aegypten von Schweden, ferner für Marokko in der französischen Zone und für die Tangerzone von den Niederlanden übernommen worden. Die Regelung der Vertretung unserer Interessen in anderen Gebieten oder Orten, wo die Schweiz sie nicht übernehmen kann, bleibt vorbehalten. Amsterdam, 8. Febr.(WTB.) Reuter meldet aus Washington vom 7. Februar: Der Staatssekretär teilte mit, daß das Bundesversicherungs=Bureau die Versicherungsprämien gegen das Kriegsrisiko um 125 bis 900 Prozent erhöhte. Die höheren Prämien gelten für alle Schiffsrouten. Köln, 8. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Zürich: Der brasilianische Gesandte Branco erklärte einem Vertreter der Schweizer Telegrapheninformation, bis jetzt sei über den Stand der Dinge nichts bekanntgegeben; ein Bruch mit Deutschland sei nicht wahrscheinlich. Argentinien. Brasilien und Chile hätten in einer Konferenz in Rio die Antwort auf die Note Wilsons festgesetzt. Diese werde von allen drei Staaten gemeinsam abgegeben werden. Eine Kriegserklärung halte er für gänzlich unwahrscheinlich. Auch von einer Beschlagnahme deutscher Schiffe werde Abstand genommen, obwohl es im Lande eine Gruppe gebe, die die Regierung dazu dränge. (1 Wilson und der Senat. über Beratungen im amerikanischen Senat, denen der Abbruch der divlomatischen Beziehungen zu Deutschland zuarunde lag. meldet eine Reutersche Privatdepesche aus Washinaton folgendes: Stone der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. hatte die Entschließung eingebracht, welche den diplomatischen Bruch mit Deutschland billigte. Der Republikaner und Pazifist Works bekämpfte das Vorgehen des Präsidenten als nicht neutral. Stone verteidigte die Entschließung. weil er der Ansicht sei, daß es gut wäre, der Welt kundzutun. daß die Amerikaner den Präsidenten immer unterstützen, wenn er innerhalb der Schranken seiner verfassungsmäßigen Rechte bleiben würde und als Wortführer des ganzen Volkes spreche. Der Republikaner Lodae, der früher der erbittertste Gegner des Präsidenten war. stellte ihm seine ganze Unterstützung zur Verfügung und forderte seine Kollegen auf, seinem Beispiele zu folgen. Er sagte, daß, wenn Amerika außerhalb des Krieges bleiben wolle, es durchaus wichtig sei. der Welt zu zeigen, daß Amerika einig sei. Zwei Demokraten, Vardaman und Pirbv, lehnten es ab, der Entschließung zuzustimmen. Der Demokrat Pittmann sagte, daß ein weiterer Fall, wie der der„Lusitania“. den Krieg bedeuten würde. Der Republikaner Sherman sagte, jegliches Zögern sei nationale Feigheit. Er sei ein Gegner des Krieges, aber der Friede könne Opfer und einen höheren Preis erforderlich machen, als die Opfer des Krieges. Darauf wurde die Entschließung mit allen gegen 5 Stimmen aenehmigt. Die amerikanischen Kriegslieferungen für 1917. Bern, 8. Febr.(WTB.) Die„Gazette d'Lausanne“ meldet aus Paris: Die Kaufverträge der Alliierten in den Vereinigten Staaten von Amerika, die im ersten Halbjahr 1917 ausgeführt werden sollten, umfassen insgesamt 600000 Tonnen Granatenstahl, für das zweite Halbjahr sogar 800000 Tonnen für England, Frankreich und Italien. Außerdem bestellten diese Länder für denselben Zeitraum 100000 Tonnen Panzerplatten, 160000 Tonnen Schienen, 100 000 Tonnen Roheisen, 500000 Tonnen Baueisen und 40 000 Tonnen Eisendraht. Diese Bestellungen haben die amerikanische Metallindustrie derart in Anspruch genommen, daß die Vereinigten Stoaten über die Beeinträchtigung des eigenen inneren Amerikas klagen. * Zürich, 8. Febr.(WTB.) Wie der Schweizerischen Telegrapheninformation nach dem„Petit Parisien" aus Washington gemeldet wird, lauten die letzten Nachrichten aus Mexiko von neuem höchst bennruhigend. Wütende Kämpfe finden zwischen der Regierung und den Aufständischen statt. General Pershing erhielt den Befehl, den Abmarsch von Truppen an die Grenze zu beschleunigen. Die Neutralen. Holland. Ansterdam, 8. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Amsterdam: In der Zweiten Kammer gab der Ministerpräsident heute folgende Erklärung ab: Ich bin jetzt in der Lage, nähere Mitteilungen über das Verhalten der Regierung zu den ernsten Ereignissen der letzten Zeit machen zu können. Während des Krieges hat sich die Regierung streng an das internationale Recht gehalten. Gegen den deutscherseits angekündigten verschärften Unterseebootkrieg hat sich die Regierung in Berlin verwahrt. Bei früheren Vorkommnissen hat die Regierung jedoch keine Veranlassung gefunden, in ihrer Haltung eine Anderung eintreten zu lassen. Sie hältaneiner aufrichtigen; strengen Neutralität fest. Sie wird jede Verletzung unseres Gebietes und unserer Staatsboheit, von welcher Seite sie auch kommen möge, mit den Waffen zurückweisen. Der neuen Lage hofft die Regierung durch Entschiedenheit zu begegnen. Diese Erklärung wurde vom Hause mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen aufgenommen. Amsterdam, 7. Febr.(WTB.) Die katholische„Tijd“ schreibt in einem Leitartikel: Es berührt bei der Haltung der Neutralen und erst, wo unser Land den festen Willen zeigt, nicht dem Vorbiild Amerikas zu folgen, solange unsere Lebensinteressen nicht in unserem eigenen Geist beeinträchtigt sind, einigermaßen merkwürdig, zu sehen, wie der Amsterdamer Korrespondent der„Times“ an sein Blatt telegraphiert:„Die Niederlande sind nie so nahe am Kriege gewesen wie jetzt, seit sie Millionen Flüchtlinge aus Belgien aufgenommen haben.“ Wenn der Korrespondent noch telegraphiert hätte, daß die deutsche Blockade zur See hier allgemein verurteilt würde, daß unser Land aber weit davon entfernt sei, dies in feindseliger Weise zum Ausdruck zu bringen und auch nicht zu beabsichtigen scheine, sich von Wilson ins Schlepptau nehmen zu lassen, so wäre er der Wahrheit näher gekommen. (2) Rotterdam, 8. Febr.(BB.) Die bolländische Presse äußert sich allgemein zustimmend zu der gestern abend bekannt gewordenen Weigerung der holländischen Regierung, dem amerikanischen Beispiel zu folgen. „N. Rott. Cour.“ führt aus, daß der Schritt der holländischen Regierung kaum überrasche. Die holländische. Regierung sei von Kriegsbeginn an ihren eigenen Weg gegangen, und es sei daher kaum zu erwarken gewesen, daß sie sich durch die amerikanische Regierung ins Schlepptau habe nehmen lassen. Wer in der Gemeinschaft der Staaten den diplomatischen Schritt abbricht, so heißt es weiter, muß dafür den Krieg in den Kauf nehmen. Bisher wurde aus Amerika übereinstimmend berichtet, daß Ameriko den Krieg lokalisieren und zwar auf die amerikanischen Gewässer beschränken wolle. Man kann einen derartigen Wunsch verstehen: aber andererseits muß gesagt werden, daß das Ersuchen Wilsons an die Neutralen aus der optkmistischen Ansicht zu erklären ist, daß Deutschland, wenn die Neutralen nur Wilsons schönem Beispiel folgten, auf den unbeschränkten U=Bootkrieg verzichten würde. Wenn Deutschland das aber nicht tue, so hätte die Bitte des Präsidenten zur Folge, daß die europäischen Neutralen für Amerika die Kastanien aus dem Feuer holen müßten. Zwar dürfe die holländische Regierung ihre Bedenken, die sie gegen den unbeschränkten U-Bootkrieg gehegt habe, ebenso wie sie es tat, als England die ganze Nordsee als Kriegsgebiet erklärte, nicht zurückstellen: aber die Regierung müsse erwägen, ob die neue deutsche Maßnahme sie berechtige, das Land in das gefährliche Resiko eines Krieges zu stürzen. Sie könne das nur tun, wenn sie den Optimismus und den Idealismus des Präsidenten Wilson teile. Da sie das aber nicht tue, müsse sie mit Recht vor der Verantwortung zurückschrecken. Wer jetzt, da es feststehe, daß die Regierung sich nicht in ein gefährliches Abenteuer habe stürzen wollen, seine Tapferkeit wachsen fühle, der müsse bedenken, daß es keine Trägheit sei, auf eine schöne Gebärde zu verzichten, wenn das Leben von Tausenden von Mitbürgern und die Zukunft des Landes auf dem Spiele stehen. Die nordischen Staaten. Kovenhagen, 8. Fehr.(WTV.)„Ekstrabladet" schreibt zu der Wilsonnote: Es ist nicht unbekannt, daß der Weltkrieg jetzt 2½ Jahre andauert, ohne daß Wilson es jemals einfiel, als Beschützer der neutralen Staaten aufzutreten. In dieser Zeit nahm Amerika auch an dem Kriege auf Seiten Englands für gute Bezahlung teil. Ganz gewiß aber: wenn wir angeben sollten, wie viele Tausende Tote und Verwundete Amerika auf dem Gewissen hat, so würden wir sicher zu einer hohen Zahl gelangen. Amerika lieh England Geld und lieferte unzählige Millionen Granaten, Patronen, unzählige Mengen Geschütze, Gewehre und anderes Kriegsmaterial an England und Rußland. Ist es nicht eigentlich eine Verzerrung des Begriffes„neutral“, die Vereinigten Staaten eine neutrale Macht zu nennen? Wenn Amerika im August 1914 alle Ausfuhr von Kriegsmaterial verboten hätte, so wie es Dänemark tat, dann hätte man in Verbindung mit der Politik Wilsons von einer Neutralität sprechen können. Aber Amerika legte förmlich die ganze Industrie um, um für eine Partei des Weltkrieges Waffen zu schmieden, und die Republik tat es im Schutze der Neutralität! In dieser ganzen Zeit war die Lage der kleinen neutralen Staaten Europas nicht angenehm; aber Herr Wilson kam uns nicht zu Hilfe und rührte sich nicht eher, als bis ein paar amerikanische Schiffe angegriffen und einige amerikanische Bürger betroffen wurden. Da stand plötzlich die ganze Welt in Flammen, und als die deutsche Seesperrnote erschien, und jetzt endlich der amerikanischen Waffenausfuhr ein Ende gemacht werden sollte, da zeigte sich plötzlich das Interesse Wilsons für die Neutralen darin, daß er sie einlud, das Schicksal Serbiens, Montenegros und Rumäniens zu teilen! Ist das nicht ein großartiger Gedanke? Amerika erklärt Deutschland den Krieg in der Weise, daß Dänemark, Norwegen, Schweden, Holland, die Schweiz und Spanien die Arbeit und Gefahr übernehmen! Das Wort, daß die Einladung Wilsons an die neutralen Staaten ein verhängnisvoller, diplomatischer Fehlgriff gewesen ist, wird bestehen bleiben. Man ist versucht, die Einladung, sich zu Ehren der verspäteten amerikanischen Friedensbestrebung schlachten zu lassen, eine Dummheit oder Frechheit zu nennen, wir wollen uns aber mit„Fehlgriff" begnügen, denn die Meinung ist ja doch die gleiche! Spanien. Madrid, 8. Fedr.(WTB.) Funkspruch vom Vertreter des Wiener Korr.=Bureaus: Ministerpräsident Graf Romanones erklärte den beiden Kammern: Das wirtschaftliche Leben Spaniens soll und wird nicht unterbrochen werden. Wir werden alle Mittel versuchen, die uns innerhalb unserer Stellungnahme erlaubt sind, um aus der schwierigen Lage herauszukommen. Hoffentlich wird sich eine zufriedenstellende Lösung finden. Graf Romanones verweigerte ein näheres Gingehen auf diese Fragen, weil es mit den nationalen Interessen Spaniens in Widerspruch stehe. Schließlich appellierte er an den Patriotismus aller. Der Minister des Außern hielt sodann Konferengen mit den divlomatischen Vertretern aller neu66. Jahrgang. Nr. 96. tralen Staaten ab. Die Note der Mittelmächte wurde amtlich allen Zivilingenieuren. Hafenbehörden und Schiffsreedereien mitgeteilt. Die Denkschrift bezüglich der Seesperrzone ist im amtlichen Verordnungsblatt veröffentlicht worden. Als unmittelbarer Erfolg der Note macht sich in allen Hasenplätzen ein außerordentliches Steigen der Seefrachtsätze bemerkbar. An der Börse von Bilbao trat eine bedeutende Baisse in Schiffahrts= und Industrie=Aktien ein. Die Mehrzahl der spanischen Schiffe ist nicht ausgelaufen: andere haben die Verladung unterbrochen. Ein Teil der Reeder hat die auf hoher See befindlichen Schifse zurückberufen. In einigen Hafenplätzen verweigerten Kapitätne und Mannschaften die Einschiffung. * London, 8. Febr.(WrB.) Die„Times“ melden aus Waihington, in den Vereinigten Staaten sehe man jetzt ein, daß die Aufforderung des Präsidenten Wilson an die Neutralen bei den europäischen Neutralen nicht viel Erfole haben werde. Auch die Entrüstung bei den lateinischen S#taaten Südamerikas werde wahrscheinlich nur akademisch Natur bleiben. Der Absicht Wilsons, Deutschland durch einen moralischen Druck ohne Krieg zur Einsicht seines Unrechtes zu bringen, scheine also gescheitert zu sein! Der verschärfte U=Bootkrieg. Berlin, 8. Jehr.(WTB.) Ein zurückkehrendes U. Boot hat im Atlantischen Ozean zehn Schiffe mit einem Gesamt=Tonnengehalt von 19 000 Tonnen versenkt. Außerdem wurden in der Nordsee versenkt ein unbekannter englischer Dampfer von etwa 3000 Tonnen, die euglischen Fischdampfer„Shamrock" und„Thistle“ sowie je ein englischer und französischer Fischkutter. Köln, 8. Febr. Die„Köln. Zta.“ meldet von der schweizerischen Grenze: Der Londoner Berichterstatter des„Corr. della Sera“ drahtet, daß der verschärfte Unterseebootkrieg in vollem Umfange mit der gesamten deutschen Unterseebootflotte begonnen hat. In den letzten 24 Stunden wurden 22 englische Dampfer mit einem Laderaum von 52000 Tonnen versenkt, darunter die beiden Ozeandampfer„Port Adelaide" und„Floridian“. Lendon, 8. Febr.(WTB.) Reuter meldet: Der britische Dampfer„Calif“ wurde von einem deutschen U.=Boot versenkt.— Von der Besatzung des, wie man glaubt, von einem U.=Boot versenkten belgischen Unterstützungsschiffes„Lars Kruse“ wird nur ein Mann als lebend. gemeldet. Wie Lloyds melden, wurden der Dampfer„Lonsian Princ“ (2976 To.), der britische Dampfer„Torino“ und der norwegische Dampfer„Songelo“ versenkt. Die Besatzungen wurden gerettet. Der englische Dampfer„Hollinside" (2650 To.) wurde versenkt. Der Kapitän wurde gerettet, die Besatzung zurückgelassen. Der englische Dampfer„Dauntloß(2157 To.) wurde versenkt. Von 23 Mann der Besatzung wurden sechs gerettet, von denen später zwei gestorben sind. Paris, 8. Febr.(WTB.) Havasmeldung. Feindliche U.=Boote haben folgende Schiffe versenkt: Das französische Fischerfahrzeug„Yvonne“(163 To.), das englische Fischerfahrzeug„Anonymos“, die englischen Dampfer„Crown Poink“(5218 To.),„Vestra“(1021 To.),„Azul“(3074 To.),„Saxon Briton“(1337 To.), das englische Fischerfahrzeug„Primerose“(113 To.] und die veruanische Bark„Lorton“(1419 To.). ) Rotterdam, 8. Febr.(BB.) Die englische Admiralität teilt mit, daß das peruanische Segelschiff„Lorton“ (1490 To.), nachdem es aus Callao ausgefahren war, am 5. Februar durch ein feindliches U-Boot in spanischen Gewässern(?) versenkt worden ist. * Madrid. 8. Febr.(WTB.] Nach eingetroffenen Meldungen liegen in Cardiff 30 Dampfer ohne Besatzung. In Newcastle sollen 55 000 Toänen Bunkerkohle lagern, die täglich auf den Abtransport warten. Die Anspülung von Minen an der holländischen Küste. Haag, 8. Febr.(WTB.) Im Januar wurden 237 Minen an der niederländischen Küste angespült, wovon 280 englischen, eine deutschen und sechs unbekannten Ursprungs sind. Seit Beginn des Krieges wurden angespült 1229 englischen. 64 französischen, 258 deutschen und 326 Minen unbekannten Ursprungs. Ministerwechsel in Rußland. Von der schweizerischen Grenze, 7. Febr.(BB.] Das „Pariser Journal“ meldet aus Petersburg, der Minister des Innern, Protopopow, sei zurückgetreten. Cl Kovenhagen, 8. Febr.(BB.) Der„Rietsch“ meldet jetzt, daß Fürst Galitzin von seinem Posten zurückzutreten wünscht. Als sein Nachfolger wird verschiedentlich Prokowski, der zwar noch nominell Außenminister ist. aber von den Geschäften dieses Amts in Wirklichkeit zurückgetreten ist. Man nimmt an, daß Protovopow gleichzeitig mit Galitzin zurücktreten werde. Der Rücktritt des Ministers des Innern Protopopow wird jetzt von verschiedenen Seiten gleichzeitig gemeldet, und eine gewisse Wahrscheinlichkeit kann daher der Mitteilung nicht abgesprochen werden. Gleichzeitig soll der Minister Galitzin von seinem Posten zurücktreten wollen oder müssen. In der letzten Zeit ist der Ministerwechsel in Rußland außerordentlich groß geworden, ohne daß sich in dem Leben Rußlands äußerlich ein Wechsel vollzogen hat. Wir lassen es auch vollkommen dahingestellt, ob der Rücktritt Protovovows und Galitzins auf die Politik des Innern Einfluß haben wird. Wichtiger aber erscheint es uns, den außerordentlich zahlreichen Ministerwechsel und seine Ursachen zu betrachten. Im einzelnen ist das nicht immer keicht. Bei dem Minister des Innern pflegt die Stellung zur Duma besondere Schwierigkeiten mit sich zu bringen, die jetzt um so größer werden, als die Versorgung des Landes immer trostloser wird. Das reiche Getreideland Rußland leidet an Getreidemangel, der in manchen Gegenden schon außerordentlich groß sein muß. Ebenso muß die gesamte innere Situation außerordentlich schwierig sein, und zwar nicht enst in der letzten Zeit. Man braucht daraus nicht gleich den Schluß zu ziehen, daß die Widerstandskraft Rußzlands schon vorüber sei. aber die Dauer der Niederlagen in Verbindung mit den schweren Opfern des Landes haben es doch nicht verbindern können, daß die Stimmung immer unruhiger und ungehaltener wird, und daß alle Versprechungen auf einen Sieg den gesunkenen Mut nicht mehr aufrichten können. Bei Protopopow tritt hinzu, daß England ihm wenig gewogen war und daß ein lebhaftes Intrigenspiel der englischen Botschaft gegen ihn im Gange gewesen ist. Es wurden Briefe wichtigen politischen Inhalts gefunden, und bei diesem Mänöver scheint der englische Botschafter, der häufig dunkle Pfade in Petersburg wandelt im Spiele gewesen zu sein. Vielleicht hat man nun mit Rücksicht auf die bevorstehende Konferenz in Rom die Zeit für gekommen erachtet Protovovow zur Seite zu schieben und gleichzeitig den Fürsten Galitzin. Für eine innere Festigkeit spricht jedenfalls nicht der Ministerwechsel, der sich beinahe monatlich in Rußland vollzieht.(2) Aus aller Welt. Rom, 8. Fedr.(W7B.) Der Kardinal Felconio. Bischof von Velletri, ist gestorben. Bombenanschlag in der holländischen Börse. Amsterdam, 8. Febr.(WTB.) Gestern abend explodierte im Hauptausgang der Börse eine Bombe. Es wurde niemand verletzt und kein Schoden angerichtet. über den Täter it nichts bekannt. der deutschsprachigen Presse e.V. Oemereichzülngarn. Der Revolder=Anschlag im ungarischen Parlament. Budapest, 8. Febr.(W379.) Der Urbeber des RevolverAnschlages im Parlament gab bei dem Verhör an, Georg Valaialvi zu heißen und Schieferdecker zu sein. Er sei betrunken gewesen und auf der Galerie vor Ermüdung eingeschlafen und habe geträumt, da er 18 Monate im Felde gewesen sei, er stehe auf Posten und werde vom Feinde angegriffen. Er habe nach dem Revolver gegriffen und geschossen. Es wurde festgestellt, daß der Mann tatsächlich betrunken war, nach dem Verbör verfiel er in einen tiefen Schlaf, aus dem er erst nach einigen Stunden erwachte. Grobadmiral Haus k. Wien, 8. Febr.[2379.) Die österreichisch=ungarische Klotte ist von einem überaus schweren Verlust betroffen. Marinekommandant Großadmira! Anton Haus ist heute nacht an den Folgen einer Lungenentzündung, an der er vor mehreren Tagen erkrankte, verschieden. Haus wurde am 13. Juni 1854 in Tolmein als Sohn eines Landwirts geboren, absolvierte das Obergymnasium und trat am 16. November 1869 als provisorischer Seekadett in die österreichische Kriegsmarine ein. 1871 wurde er Seekadett 2. Klasse, 1873 Seekadett 1. Klasse und Linienschiffsfähnrich. Im Verlaufe seiner Laufbahn als Seeoffizier erhielt er einige Male besondere Belobigungen. Am 23. Dez. 1905 wurde Haus zum Kommandanten der Reserve=Eskader und am 18. Mai 1906 zum Kommandanten der 2. Division der aktiven Eskader ernannt. Am 26. Nov. 1908 erfolgte seine Ernennung zum Eskaderkommandanten. Am 17. Aug. 1910 wurde Haus Präses der Marinetechnischen Kommission und am 1. November 1910 Vizeadmiral. Seit 21. Mai 1911 wiederum Eskaderkommandant, wurde ihm am 7. Juli 1912 das neu geschaffene Amt eines Flotteninspektors übertragen. Am 24. Februar 1913 wurde er zum Kommandanten der österreichisch=ungarischen Kriegsmarine und bald darauf zum Admiral und Geheimen Rat ernannt. Polen. Königsberg, 7. Febr. Laut amtlicher Bekanntgabe ist die Zollarenze zwischen den Gebieten Ober=Ost und Generalgouvernement Warschau ausgehoben worden. Das volnische Volk und der volnische Staatsrat. Warschau, 6. Febr.(WTB.)„Moment“ zufolge überreichte die jüdische Gemeindeverwaltung Warschaus dem Kronmarschall eine Abresse an den Staatsrat, in der die Einigkeit in der Arbeit für den Aufbau Polens ausgedrückt wird. — Nach der„Godzina Polst!“ begab sich eine Abordnung der Lodzer Bürgerschaft nach Warschau. um dem Staatsrat eine Adresse zu überreichen, in der ihm unbedingter Geborsam und eifrigste Unterstützung zugesagt wird.— Wie „Moment“ weiter mitteilt, beschloß die Abteilung des volnischen Lehrerverein s. sich zugunsten des volnischen Staatsschatzes freiwillig zu besteuern. Deutsches Reich. 60 weitere Millionen für den Wagenpark. Berlin, 7. Fedr. Auf das Drängen aller Parteien auf Bereitstellung weiterer Mittel zur Ergänzung des rollenden Materials der preußischen Eisenbahnen sagte der Finanzminister für den nächsten Etat außer den üblichen Anforderungen im Ordinarium und Extraordinarium einen besonderen Posten in Höhe von 60 Millionen sest zu. Der Kaiser vierzig Jahre im Frontdienst. Der 9. Februar dieses Jahres ist für den Kaiser ein Gedenktag von besonderem Wert, denn an diesem Tage sind vierzig Jahre verflossen, seit der Kaiser bei der 9. Kompagnie des 1. Garderegimentes zu Fuß als Premierleutnant in den aktiven Dienst eingetreten ist. Offizier und Angehöriger des 1.Garderegiments ist der Herrscher ja schon seit dem 27.Januar 1869. seinem zehnten Geburtstag. Seine Diensttätiakeit in der preußischen Armee beginnt aber erst am 9. Februar 1877... Als Prinz Wilhelm bei der Kompagnie als diensttuender Premierleutnant eintrat, steigerte sich das Interesse der gesamten Zivilbevölkerung aufs höchste. Prinz Wilhelm sollte bei der Kompagnie die erste praktische Ausbildung in allen Zweigen des Dienstes erhalten und übernahm zu diesem Zwecke beim Exerzieren und bei den Felddienstübungen die Führung des vierten Zuges und im inneren Dienst die Aufsicht über vier zu seiner Inspektion vereinigte Kovoralschaften. Er nahm es mit seinen Pflichten überaus ernst und erfüllte selbst die kleinsten Obliegenheiten tagaus tagein mit veinlicher Gewissenhaftigkeit. Großen Eindruck hat es auf die Mannschaft gemacht, als sie hörten, daß der Prinz, wenn die Kompagnie morgens in aller Frühe zum Abmarsch nach dem Bornstedter Felde antrat, meist schon vorber eine Unterrichtsstunde bei einem Offirier der Kriegsschule gehabt hatte. Von den unmittelbaren Vorgesetzten des damaligen Prinzen lebt niemand mehr. Von den Kompaanieolfizieren sind die beiden Secondleutnants v. Verschuer und Fritz v. Krosiak auch schon„zur großen Armee“ abgerückt, am Leben ist nur noch der damalige andere Premierleutnant der Kompagnie und jetzige Generaloberst und Oberbefehlshaber in den Marken v. Kessel, dessen ungebrochener Rüstigkeit man es nicht ansiebt, daß ihr Besitzer schon bei St. Privat schwerverwundet worden ist. Der Kompaaniefeldwebel Schwerin ist schon vor vielen Jahren als Geb. Hofrat gestorben. Der Kaiser hatte ihn später in seinen unmittelbaren Dienst ivernommen. Bei der vierziasten Wiederkehr des Tages, an dem unser Kaiser zum ersten Mal in der preußischen Armee Dienst getan hatt wird er gewiß an sein altes Regiment zurückdenken. das auch in diesem Weltkrieg, wenn auch unter schweren Verlusten, so doch in alter Tüchtigkeit und mit altem Erfolg seine Pflicht getan hat. Auch dieser Kriea wird den ruhmreichen Seiten der Regimentsgeschichte neue ebenso ruhmreiche binzueida boben. Aus des Stadt. Münster, 9. Februar. G Aufnahme in die Sexta einer höheren Lehranstalt. Es naht die Zeit heran, in der die Knaben für die höheren Lehranstalten angemeldet werden müssen. Vielfach hat sich die Ansicht gebildet, daß eine Aufnahmeprüfung für die Sexta in Wegfall kommen soll. Diese Ansicht ist jedoch irrig. Durch Verfügung vom 30. August 1916 sind vielmehr vom Minister die Prüfungsbestimmungen für die Aufnahme in die Sexta einer höheren Lehranstalt erneut festgelegt worden. Es kann gesagt werden, daß für die Prüfung im Deutschen und Rechnen gar keine Anderung gegen die bisher geltende Praxis eingetreten ist, da an den meisten höheren Schulen auch bislang die Kenntnis der fremdsprachlichen grammatischen Bezeichnungen nicht gefordert wurde. Es bleibt im allgemeinen Voraussetzung, daß die Knaben die ersten 4 Jahre der Volksschule mit Erfola durchgemacht haben. Besonders betont ist im August=Erlasse eine kleine Prüfung in der Heimatkunde und in der Religion. Es heißt da: In der evangelischen Religion ist zu fordern die Kenntnis einiger biblischen Geschichten des Alten und des Neuen Testamentes, die zehn Gebote, einige Kirchenliederstrophen und Gebete(Vaterunser); in der katholischen Religion die Kenntnis ausgewählter biblischer Geschichten des Alten und Neuen Testaments und einiger Gebete und Kirchenlieder(Weihnachts-, Oster= und Marienlieder]. In der Heimatkunde dürfte eine Frage über die Himmelsgegenden, Tages= und Jahreszeiten genügen.— Jedenfalls bleibt also die Aufnahmeprüfung in vollem Umfange wie früher bestehen. * Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Freitag Mager= und Buttermilchverkauf 2. Drittel. Freitag Butterverkauf von 8—12 und 2—6½ Uhr. In der Turnhalle des Städtischen Gymnasiums: Nr. 3701—5200. In der Stadtballe, Neubrückenstraße: Nr. 2801—3900. In der Verkaufsstelle Göbenstraße: Nr. 2201—3000. In der Verkaufsstelle Kreuzstraße: Nr. 1701—2400. In der Verkaufsstelle Warendorfer Straße: Nr. 1201—1700. * Der Fleischverkauf erfolgt in dieser Woche am Freitag in der Zeit von 2—5 Uhr und am Samstag in der Zeit von 8—8 Uhr ununterbrochen. Die Wochenkopfmenge beträgt 150 Gramm Rind= oder Kaldfleisch und 75 Gramm Wurst. Es sind abzugeben, für je 150 Gr. Fleisch sohne Knochen) 8 Fleischkartenabschnitte. für je 75 Gr. Wurst 2 Fleischkartenabschnitte. Preise: Rind= oder Kalbfleisch ohne Knochen 2.60 Mk. Knochen 0.40 Mi. Beste Leberwurst ohne Meblzusatz 1.50 Mk. Blutwurst mit Mehlzusatz 0.70 Mk. Preßkopf 2.20 Mk. Ein Anrecht auf besondere Bratenstucke besteht nicht. Jeder muß das Fleisch nehmen, wie es zum Ausschneiden anlangt. Das Publikum wird dringenst ersucht, sich auf die beiden Verkaufstage zu verteilen. Den Geschäften ist soviel Fleisch zugewiesen, daß alle Käufer voll befriedigt werden können. Wer die ihm zustehenden Kopfmengen nicht erhält, wird gebeten, dem Fleischbureau unverzüglich unter Nennung seines Namens Anzeige zu erstatten. Aus den Provinzen. Ablen, 7. Februar(Berschlevvung geschlachteter Schweine.] Kürzlich wurde berichtet über die Beschlagnahme zweier. ohne behördliche Genehmigung geschlachteter Schweine an dem Augenblicke, als sie von hier nach Herne wandern sollten. Die Nachsorschungen haben nun ergeben, daß zwischen Herne und Ablen ein lebhafter Handelsverkehr mit geschlachteten Schweinen betrieben wurde. Als Vermittler wurden hier die Althändler R. und H. ermittelt. bei denen gestern ein aus Hoetmar eingeführtes Schwein im Gewicht von 234 Pfund beschlagnahmt wurde.(Bekanntlich dürfen Schweine über 120 Pfund weder angekauft noch verkauft werden). Die Aufkäufer in Herne sind Lebensmittelhändler, für die auch dieses Schwein bestimmt war, dem aber die Polizei durch schnelles Zufassen das Leben gerettet hat. Ein Augenzeuge sagte aus, daß Schweine immer dann lautlos verschwunden gewesen seien, wenn der Besuch aus Herne sich eingestellt habe. Das Weitere wird die noch nicht abgeschlossene Untersuchung ergeben. ∆ Hamm, 8. Febr.(Unglücksfälle.) In den städtischen Anlagen wurde der Bergmann Bather aus Werries erfroren aufgefunden.— In Kamen kam die Frau eines Bergmanns auf der Straße infolge der Glätte zu Fall und zog sich innere Verletzungen zu, denen sie nach zweitägigem Leiden erlag. 4 Soest, 6. Febr.(Erfroren.] In der Nähe des Roten Hauses zu Hennen wurde der 55 Jahre alte Arbeiter Paul Klose erfroren aufgefunden. Klose war nachts vom Wege abgeirrt und ist. nachdem ihn die Kräfte verlassen hatten, in der Kälte umgekommen. □ Bocholt, 7. Febr.(Freiwilliger Hilfsausschuß.) Auf Einladung des Ersten Bürgermeisters Wesemann versammelten sich am Montag im Stadtverordnetensitzungssaale Damen und Herren aus allen Kreisen der Stadt Bocholt zur Bildung eines„Freiwilligen Hilfsausschusses" im Sinne des Aufrufs des Kommandierenden Generaas vom 4. Dezember vor. Is. Die anwesenden Damen und Herren erklärten sich einmütig bereit, dem Ausschusse beizutreten, und wählten auf Vorschlag des Einberufers Professor Bause zum Vorsitzenden. Es folate eine eingehende Aussprache über die Art und Weise, wie in Bocholt am besten die bezeichneten Ziele zu erreichen seien. Besonders eingehend wurde darüber beraten, wie den Kregerfrauen und Kriegerwitwen und weiter den vom Kriege so hart betroffenen Kreisen des Mittelstandes geholfen werden könne. Besondere Unterstützung hofft der Ausschuß zu finden in der Tätigkeit der Vereine, wie der Frauenvereine, der Wohltätigkeitsvereine, des Volksvereins, der kaufmännischen. Arbeiter= uud Gesellenvereine, sowie in der Mitarbeit der Presse, für die ein besonderer Presseausschuß gewählt wurde. 6; Essen, 6. Febr.[Konferenz der MalteserHilfsvereine.] Heute nachmittag fand im„Berliner Hof“ eine gut besuchte Konferenz der Malteser=Hilfsvereine und=Sammelstellen unter dem Vorsitz des Kommissars Grafen Hubertus Spee=Linnep statt, zu der sich auch der Bailli des Malteser-Ordens, Exzellenz Graf Hoensbroech, eingefunden hatte. Zunächst wurde über die Weihnachtssendungen der Sammelstellen an die verschiedenen Vereinslazarette an der Front berichtet und festgestellt, daß die Weihnachtsvakete allgemeinen Beifall gefunden hätten. Ausführlich wurden die Vorschläge über Beschaffung neuer Mittel für die Zwecke des Vereins besprochen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch darauf hingewiesen, daß ein im Kruppsaale des Städtischen Saalbaues zu Essen veranstalteter Liederabend der Gräfin Nono v. Hoensbroech einen Reinertrag von rund 2500 Mk. erbracht hat. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, die Gräfin möge auch andern Sammelstellen ihre Kunst und Hilfe zuteil werden lassen. Gerichtszeitung. X Bottrov, 6. Febr. Ein Kirchendiebstahl wurde im März vor. Is. von zwei Schülern hier verübt. Sie stablen aus der Herz Jesu=Kirche eine größere Menge Blei und verkauften es an zwei verschiedenen Tagen an den Althändler Joseph R. zu billigem Preise. N. ist deshalb wegen Heblerei im Rücksall in zwei Fällen vom Landgericht EssenRuhr am 27. Okt. vor. Is. zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Aus dem Umstande, daß er von den Knaben eine Bescheinigung des Pfarrers verlangte, wonach sie berechtigt seien, das Blei zu verkaufen, und daß er der von den Knaben dann selbst angefertigten Bescheinigung ansehen mußte, daß sie gefälscht war, hat das Gericht gefolgert, daß der Angeklagte R. sich des unredlichen Erwerbes der Ware durch die Knaben bewußt war. Die Revision des Angeklagten R., welcher rügte, daß nicht eine fortgesetzte Handlung angenommen worden ist, wurde heute vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Vermischtes. Die„Titanie"=Prozesse, Amsterdam, 5. Febr. In den„Titanie"=Prozessen die vor einiger Zeit endaültig erledigt wurden, hat die White=Star=Linie einen Schadenersatz von insgesamt 183000 Pfund Sterlina(2 700000 Mark bezahlen müssen. Am 15. April 1912 wurde der Untergang des White=Star=Dampfers„Titanie“ bekannt, ber auf der Fahrt von Enaland nach Amerika in später Abendstunde mit einem gewaltigen Eisberg zusammengestoßen war. Das Schiff ging nicht sofort unter, sondern sank allmählich, so daß eine Anzahl Personen in die Boote gebracht werden konnte: die Zahl der Rettungsboote war aber viel zu gering. und so büßten in jener Schreckensnacht von den etwa 220 4 Menschen, die sich an Bord des neuen Riesendampfers befunden hatten, an 1500 das Leben ein. 800 Personen konnten von der„Carvathia“. einem englischen Schiff das aleich mehreren andern Dampfern auf die drahtlosen Hilferufe zur Unglücksstätte geeilt war. gerettet werden. Unter den zu Hilfe eilenden Schiffen befand sich auch die„Frankfurt" vom Norddeutschen Lloyd. deren Hilfe funkentelegraphisch mit den groben Worten:„Sie sind ein Narr, unterbrechen Sie mich nicht!“ zurückgewiesen wurde: die Hilfe, die von dem noch weiter entfernten englischen Dampfer„Carpathia“ in Aussicht stand, war der „Titanie“ offenbar genehmer als die des deutschen Schiffes. das sich aber nicht abhalten ließ, die Unglücksstelle aufzusuchen. In den Tagen des Weltkrieges ist die Erinnerung an diesen Ausbruch englischer Gehässigkeit nicht uninteressant. Die„Titanie“ sank unter den Klängen der Schiffskapelle, die ein frommes Lied spielte. Unter den Ertrunkenen befanden sich auch der englische Journalist W. T. Stead und der amerikanische Millionär John Jacob Astor. Als Ursache des Unglücks sah man schwere Schuld der Schiffsgesellschaft an, insbesondere des Direktors Ismay. Das Schiff war vor der Eisgefahr gewarnt worden, fuhr aber mit unverminderter Geschwindigkeit, um, wie man annimmt. eine Rekordfahrt zu machen: die Rettungsboote waren unzulänglich. Zahlreiche Angehörige von Toten der„Titanie“ stellten deshalb Schadenersatzansprüche, die zu der gemeldeten Verurteilung der White=Star=Linie geführt haben. *„Gestreckte Wurst" als Brotaufstrich. Die zugeteilte Wurstration reicht viel weiter, wenn sie zu kräftigschmeckendem Brotaufstrich entsprechend gestreckt wird. Man kann auf diese Weise die verfügbare Menge verdoppeln oder gar verdreifachen. Ein Versuch wird bald überzeugen und der „Streckung“, Anhänger gewinnen. Auf 50 Gr. Leberwurst rechnet man ½ Semmel(30 Gr.), weicht sie in Wasser oder Milch ein, setzt sie unausgedrückt aufs Feuer, bringt sie zum Kochen, fügt ½ Teelöffel geriebenen Mayoran, 1 Messerspitze Thymian und Pfeffer, Salz nach Geschmack und die zerkleinerte abgezogene Leberwurst dazu, läßt unter Umrühren alles vollständig verkochen und fügt der Mischung 6 in Wasser eingeweichte Blatt Gelatine(1 davon rot) bei, damit sie sich nach dem Erkalten stürzen läßt. Es muß im ganzen ½ Ltr.=Mischung sein. Pflanzen= oder Fleischextrakt kräftigen den Geschmack. In einem Tiegel röstet man einen Löfsel Mehl in etwas Fett ziemlich braun, löst es mit kochendem Wasser auf, fügt 2 Fleischbrühwürfel. Mayoran und Thymian, je ½ Teelössel voll, die feingewiegte Blutwurst und ½ geriebene Zwiebel bei, läßt aufkochen und verdickt die Masse(½ Ltr. auf 50 Gr. Wurst gerechnet) mit 3 Blatt roter und 8 Blatt weißer Gelatine. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Us verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorsischen Buchhandlung in Münster. Oernison=konmende mügder. Ablen ai i. Setezarte##. 9 7, efug- dir Sesetzet, füf den er werden gebraucht freiwil weidliche Hilfskräfte für sofort in Drunster beim: ##H#l.##l.##et.##. 19 ur freiwilligen Meldung gemäß vaterländichen, Sütfhteust. ulgr„Piltwengpprgttos und arbester Ne. serne!: 80 boten8 8 Perlonen als Kammerar= ammstar10 Schneider 9 Schuhmacher I. Landsturm=Instr.=Grs.=Bail. (Schulstraße 11 2 Person. als Ordonnanzen 2 Schneider 2 Schuhmacher 7 Personen für Wachtptenst 7. Landsturm.=Justr.=Grs.=Datl. (HausSpital): S schreibgewandte Personen für Kanzleidienst 5 Personen, die im Kaffenund Rechnungswelen erfahren sind 10 Personen als Boten und Ordonnanzen 5 Schneider 8 Schuhmacher 1 Schreiner Kohrradmechanitz 2 Waffenmeistergehnsen 3 Personen als Romm 7 Personen f. Küchenbetried 8. Landsturm=Jnstr.=Ges.=Bail. (Neue Infanterie=Kaserne): 4 schreibgewandte Personen für Kanzleidienst 1 im Kassen= u. Rechnung isen erfahrene Person 7 Personen(Badfahrer) als Boten und Orvonnaugen 3 Schuhmacher 1 Schneider 2 Personen s. Küchenbetrieb 2 Schlosser für Büchsenmach 94. Landstarm=Zust.=Ges.=Gatl. 7 schreidgewandte Personen für Kanzleidienk 9 Bersonen gis Ooten und Ordonnanzen 8 Bersonen f. Küchenbetrieb 11 Schneider 100 Personen für Wachtdienst 8 Personen f. Arbeirsdienst 22. Londsturm=Jaft.=Ges.=Datl. (Budgeristraße 88): schreibgewandte Personen Goter und! für Kanzleidienst Bersonen als L. ersonen uis Kammster6 Schuhmacher 5 Schneider 1 Schlosser pp. als wwaffene meistergehilfen Train=Ersatz=Abteilung Nür. 7 (Alte Trainkaserne, Hammerstraße): 3 Schuhmacher 5 Schneider 6 Sattler deiter Ges.=Gst. Kürassier=Reg. Nr. 4 (Kürassier=Kaserne)t, 1 schreibgewandte Person k. Bürodienst, 1 Schreiber für Revierstube 8 Schuster 2 Gattler 1 Schneider Juhrpark(Art.=Kaserne, Gre1 schreibgewandte Porson f. Kansleidienst 1 im Kassen= u. Rechnungsnungswes. erfahr. Person 1 Person(Radfahrer) als Bote Inschmiebe 2 Wagenschmiede 2 Sattler 1 Stellmacher 1 Tischler für Wagenreparaturen Verladeabteilung VII. A.=K. (Güterbahnhof): 1 Person als Bote Pferdelazarett VII. A.=8.: (Dahlweg): 2 Personen für Küchenbetrieb(Mepger, Köchensw.) 2 Schuhmacher 2 Schneider 2 Gattler 2 Schreiner 2 Schmiede Ersagz. Pferdedepot 1(Festhalle, Steinfurterstraße): 9 schreibgewandte Personen für Kanzleidienst 1 im Kassen= u. Rechnungsvesen erfahrene Person 1 Person a. Kammerarbeit. Schneider 2 Schuster 2 Sattler Ersatz=Pferbedepen 11(Dohl1 schreibgewandte Person f. Kanzleidienst 1 Person als Ordonnanz 1 Schneider 1 Sguhmacher 1 Saitler 1 Person als Kammarat= Rönigl. Provientamt(ObergsKommende): 55 Bücker für die Garnisonbäderei 1 Maschinisten für Venzelmotgr 9 Meiger 1 Müller 1 Fuhrmann 7 Perlonen für Wachtdienst Ariegsbekleidungsamt(Grevenerstraße 65): 25 schreibgewandte Personen für Kanzleidiens rionen als Bo es Ramarrrer10 Personen Ordonnanzen 425 Personen für LagerKammerarbeit 90 Schuhmacher 100 Schneltgr 8 Ttscher vten und und Garnison=Verwaltung(Münzstraße 1): 2 Hilfokasernenwärter(Holzoder Metallarbeiter) 2 Kesfelheizer(Metallarbeir Reserve=Lazarett(Neutor): 19 Personen gls Krankenwärter 4 Kraftwagenfahrer stellvertret. 28. Instr.=Brigade (Schulstraße 7): 1 schreidgewandte Person f. Kanzleidienst 1 schreibgewandte Person f. Gerichtsbürodienst 1 Maschinenschreiber 1 erfahrene Stenotypistin 1 erfahrene Maschinenschreiberin 8 Person. als Ordonnanzen stellvertret. 26. Justr.=Brigade (Breul 29): 2 schreibgewandte, im Gerichtsdienst erfahr. männliche Personen für das Gericht, d. selbständig arbeiten können 1 Person als Bote Gesangenenlagre 1(Haus Spital): 1 Hus= und Wagenschmied. 8 Elektrotechniker 1 im Gerichtsdienst erfahr. Schreiber 10 schreibgewandte Personen für Kanzleidienst 1 im Bank= u. Rechnungswesen erfahrene Person 5 Personen als Boten 2 Telephonisten 10 Kutscher. 1 Buchvinder 3 Schweinemäster 2 Gärtner 8 Desinfektoren 1 Lumpensammler Gesangenenlager 11(Rennbahn): 5 Personen als Boten 1 Pförtner 1 Elektrotechniter 1 Schreiner 4 Krankenwärter 41 Dolmetscher(20 franz., 10 engl., 5 russ., 5 blam., 1 serb.) 40 gediente Leun für Wachtdienst Gesangenenlager 111(Neue Intanterie=Kaserne): 10 schreibgewanote Personen für Kanzleidienst Die Meldung hat bei den bezeichneten Stellen unmitteldar zu erfolgen. Vorhandene Quittungskarten der Invaliden= versicherung, Ausweispapiere und Zeugnisse oder sonstige Befähigungsnachweise, sowje polizeiliche Führungszeugniffe sind tuntichst gilehtugen Die Entschädigung erfolgt nach den ortsüblichen Lohnsätzen, auf Grund freier Arbeitsvertrüge. Bexsicherungspflicht regelt sich nach der Reichsversicherungs=Oronung. Teilnahme an der Truppenküche stattdaft, jedoch nicht Bedingung, edenso Wohnen in milttärischen Unterdringungsräumen, sowett Platz vorhanden, gegen Zahlung der hierfür bestimmungsmäßigen Entschädigung. Münster, den 7. Februar 1917. Die Kriegsamtstelle beint fleßs. Oeneral-Rommande VII. Armee-Aerps, Mänfter. 4 im Kassen= u. Rechnungswesen erfahrene Personen 3 Maschinenschreiber 2 Personen(Radfahrer) als Boten und Ordonnanzen 1 Telephonist 1 Viehwärter 1 Pförtner. 26(möglichst gediente) Leute für Wachtdienst Inspektion d. Gesangenenlager Neubrückenstraße): 3 schreibgewandte Personen für Kanzleidienst, die selbständig arbeiten können 1 Telephonist(nur f. Nachtdienst) 7 Personen als Ordonnanzen und Boten 1. Inspektion d. Ers.=Eskadrons (Eisenbahnstraße 4): 1 schreibgewandte Person f. Kanzleidienst, die selbständig arbeiten kann 1 Stenotypistin 1 Person als Ordonnanz Insp. der Ers.=Abteilungen der Feldartillerie(Wilhelmstr.28) 1 Person als Bote und Ordonnanz Stellv. Intendautur VII. A.= K.(Eisenbahnstraße): 5 ältere Personen als Boten und Ordonnanzen Train=Depot(Südstraße 86): 2 schreibkundige männliche Personen f. äußeren Aufsichtsdienst 2 männliche oder weibliche Personen als Boten Person für die Verwaltung, Abnahme und Versendung, von Huseisen, Schraudstollen usw.(früh. Zierarzt oder Fahnenschmied) chofskommandantur(Bahnhofstr., Eisenbahndirektions= gebäude): 1 männl. Person als Bote Linienkommandantur(Bahnhofstr., Eisenbahndirektionsgebäude): 1 Person als Ordonnanz(f. anstrengenden Dienst) Garnison=Schlächterei(Bült 7): 4 Schlächter f. Schlächterei und Wursterei Offizter=Ausbildungs= Kursus (Neuplatz, Mtl.=Kasino): 1 schreidgewandte Person f. Büro= und Botendienst 1 Person als Ordonnanz 1 Bahnk Am 8. Februar 1917 ist unter Nr. IeR 3900 (M. 1/2. 17 KRA.) eine Neufassung der Bekanntmachung betreffend„Beschlagnahme, BestandserHetang und Gntcbenune von Oberglatbedeln und niestrugdeckeln aus Zinn und freiwillige Ablieferung von anderen Zinngegenständen" erschienen. Die Bekanntmachung ist durch Anschlag veröffentlicht und kann auch bei den Polizeiverwaltungen eingesehen Sielverte. General=Kommande VII. Armecherps. Prima Fleisch zu haben. Franz Schlebusch, Sonnenstraße. KaneeErsatz* aus ausl. Bestandteilen offeriert ab Lager Münster Postkolli von 9 Pfd. zur Probe F. A. Hecker, Rünster 1.20, corgstraße 5, Telephon 1929. Tod!!! S. Ungez. w. Ratten, Mäuse, Schwab., Wanz. n. Garant. vertilgt Berthold Kessner, Kammerjäger, Münster, Neubrückenstr. 8. Postkarte genügt. Nichalsgestich fech! Witwer m. Kindern, kath., Mitte 40er Jahre, Handw. mit Geschäft, eigene Besitzung i. Rabz. Münster, sucht mit dlterer Dame od. Witwe ohne Kinder, 40—50 Jahre alt, zwecks Heirat in Verbindung zu treten. Ernstgemeinte Offerten unter deutlicher Darleguna der Verhältnisse mit Bild u. D D eer an die Geschäftsste dieses Blattes. Bild mit Offerte wird unter Verschwiegenheit retouriert. Geschäftsm kath., früh, Landwirt, Grundbes. verpacht., 50 J. alt, 1 Sohn v. 9 J., sucht d. Bekanntsch. e. Landwirtstochter von 30 b. 46 J. m. Vermög., a. eventl. Einheiratung. Wwe. mit Kind nicht ausgeschl. Vertügd. Kapitol 50—00000 Ml. Off. mit Bild unter O P 3020 an die Gesch. do. Bl. am Neutor zu mieten gesucht. Angebote Steinfurterstraße 51. Todesanzeigen Totengedenkzettel Danksagungskarten werden in kürzester Frist angelortigtLouis Espagne, Buchdrackerei, Münster i. W. Lodgeristrasse#4. Teleien 47. Sattesdensorbung Weange. Preitag abend 5 Uhr. Samstag morgen 9 Uhr. Bämtentdene in feiner eleganter Qualität Wir suchen im freien Verkehr erhältliche Lebensmittel aller Art für unsere Arbeiterschaft, vorherrschend Schwerarbeiter(Belegschaft cn. 400—500) zu kaufen. Bergisches Retallwert Ootttr. Barme, ö. u. b. S. Kupfer= und Messingwerk, Elberfeld. und vielen schönen Farben für moderne Kleider. *.a— Sethllamn Ludgeristrasse 1—2. Portemonnale vorl.: Agiditor, Kanonengr., Hammerstr. Geg. Bel. abz. Piusallee 26, 1, — Goldenes Armband— am 2. Fedr. von Café Wagner bis Prinzipalmarkt verl. Gegen Bel. abzugeben Ludgeristr. 85. Am Samstagabend in Nähe der Josephskirche ein einzelner Damen=Schnurschuh verr. Gegen Belohnung abzugeben H. An de Stegge, Hammerstr. 52. Am Mittw., 31. Jan., Geld gefunden. Zu erfr. i. d. Gesch. Peshschcheh olch für Obertertianer in Englisch. und Mathematlk. Nähe Neutor. Off. m. Pr. u. a u eus an d. Gesch. Musikunterricht für Klavier, Mandoline und Guttarre(Laute) erteilt Ferdinand Strott Hörsterstraße 51, 2. Etage. Statt jeder besonderen Anzeige. Ein prächtiger Kriegssunge angekommen. Anton Meimberg und Frau Hedwig geb. Otte. Münster, den 5. Februar 1917. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerforschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen um 9 Uhr ganz unerwartet unsern lieben Vater, Schwieger= und „ohvater, Bruder, Schwager und Onkel, den Schreinermeister Zeromans=Siotemper zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb wohlvorbereitet durch einen christlichfronnuen Lebenswandel, im Alter von 71 Jahren. Seine liebe Seele wird der christlichen Fürbitte engfohlen. Münster, Duisburg, Berlin, Hamburg, östl. und westlicher Kriegsschauplatz, den 8. Februar 1917. Die trauernden Angehörigen. Die Beerdigung findet statt Samstag, 10. Februar, morgens 9 Uhr von der Pfarrkirche zu Albachten aus; gleich darauf das Seelenamt. Die glückliche Geburt eines prächtigen Kriegsjungen zeigen hoebertreut an Theodor Sasse und Frau Aenne geb. Schwermenn. Mänster I. W., den 7. Februar 1917. Göbenstrasse 6. Danksagung. Für die uns beim Tode unserer guten Mutter, gehwiegermutter und Großmutter erwiesene Tellnahme, sowie für die reichen Kransependen sprechen wir hierdurch allen unsern herslichsten Dank aus. Das Jahres=Seelenamt für den verstorbenen Dekorationsmaler Joseph Klinge findet statt Samstag, den 19. Februar, morgens 3½ Uhr in der Hl. Kreuzkloche, wozu freundlichst eingeladen wied. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Tellnahme an dem Heldentode unseres innigetgeliebten, unvergeslichen Sohnes und Bruders Bernard Familie C. Sieg. statten wir biermit unsern berzlichsten Dank ab. Amelsbüren, 8. Februar 1917. Famille Holtschulte. * 853