der deutschsprachigen Presse eNV. Gezugsppels morteljährlich: Gusgabe A(ohue „Wochenschau“) in Münster zwoumnal täglich#### des Haus gabrocht 2 Mr. 10 Pfg.,— auswärts von der Bost abgeholt 2 Mr. 10 Pig., durch den Priesträger gebrecht überall, mo mi einmet in Tage Briefbestellung stattfinder, 2 Mr. 52 Pig. #n Ortmn mit gust und mehrmaaligenr Bestellung 9 M. 28 Big.— Ausgabe S mit„Wochenchau“) vierteljährlich 60 Big, maehr. Fernspr.: Redaktion u. Varlag Nr. 2444, 2449 u. 2459 Geschstenedle(Micherlienien 9) Nr. 28. Zwei ausgaber ugich. und Münsterische Volkszeitung. 45 445 Womenten. Anzeigen: Der Haum für bis Anzegenspalte, 20 mm b#ut, Zmm hoch. 250f; bei Anzeigen aus dem R.=O. Rünster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(ür Aktiengesellschaften 2c, Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, N7mm breit, Zmm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Blazvorschriften wird keine Gewähr, sowie für Drusfehler keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gütals Kassenradatt u. kann verweigert werden, wenn Zahlung niche binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnung steigt.—Gebähr für Geilagen nech Gewicht Erste Ausgabe. Dienstag, 6. Februar 1917. 66. Jahrgang. Nr. 87. Nuhme Teurscher Eampser in Arherina. Das Reutersche Bureau verbreitet die Nachricht, daß fünf deutsche Dampfer in amerikanischen Häfen mit Beschlag beleat worden seien, und daß außerdem Lansing dem Präsidenten die Beschlagnahme der deutschen Dampfer als Entschädigung für verloren gebende amerikanische Schiffe und Menschenleben angeraten habe. Ein solches Vorgeben Amerikas ist offenbar ein feindseliger Akt, und die Abmachungen zwischen Amerika und Deutschland im Falle eines Krieges geben keine Berechtigung für ein solches Vorgehen. Nach ihnen sollen im Gegenteil die Handelsunternehmungen nicht gestört werden, und dazu zählen doch wohl auch die deutschen Schiffe. Zweck und Absicht der amerikanischen Maßnahme wird sein, einen Druck ausznüben auf Deutschland, und zwar vor allem auf den Unterseebootskrieg insofern, daß die deutschen U=Boote amerikanische Schiffe schonen sollen. Wenn Amerika diese Absicht bei seinem Vorgeben hat. lo wird es sie nicht erfüllt sehen. Die Unterseeboote sind ein Kriegswerkzeug. Sie haben ihr Vorgeben nunmehr nach militärischer Zweckmäßigkeit auszuführen und amerikanische Schiffe in dem vom Deutschen Reiche bezeichneten Sverrgebiet laufen dieselbe Gefahr wie andere Schiffe. Begeben sie sich in diese Gewässer, so begeben sie sich in Gefahr, und wer sich in Gefahr begibt, kann bekanntlich darin umkommen. Es fragt sich, ob Amerika die beschlaanahmten deutschen Schiffe für seinen Dienst verwenden will. ob es etwa mit ihnen seine Frachten nach Eurova schicken will in der Annahme, daß Deutschland diese Schiffe nicht versenken werde. Das erscheint aber schon um deswegen unsicher, weil die Schiffe, nachdem sie 2½ Jahre im Hafen gelegen haben, schwerlich bald gebrauchsfähig sind. Zudem besteht nur ein Drittel dieser Dampfer aus Frachtschiffen, ein zweites Drittel etwa sind gemischte Passagier= und Frachtdampfer, und das letzte Drittel bestebt aus reinen Bassagier= oder Lurusdampfern. Vassagierdampfer sind aber für die Frachtbenutzung nicht zu verwenden. Sie müßten erst einem Umbau unterzogen werden, der ebenso langwieria wie kostspielig ist. Mit der Beschlagnahme können die Vereinigten Staaten des weiteren beabsichtigen, einen Druck auf unsere Politik auszuüben und endlich auch eine Schadloshaltung bis zu einem bestimmten Umfange. Der Einfluß auf unsere Politik. das kann man schon heute mit Bestimmtheit sagen, wird ausbleiben. Der unbeschränkte U.Bootkrieg hat seinen Anfang genommen und er gebt weiter bis zum Ende. Daran ändert Amerika nichts und daran ändert niemand anders etwas. Sollte Amerika beabsichtigen, sich an diesen Schiffen schadlos zu halten, so ist das eine Angelegenheit, die ihre endaültige Erledigung erst später finden könnte, aber an dem Gange der Dinge ändert diese Beschlagnahme und diese Absicht ebenfalls nichts. Die Anzahl der in den Häfen der Vereinigten Staaten liegenden Schiffe ist beträchtlich. Es handelt sich um Schiffe tir einem Raumaehält von 450 000 Tonnen, dazu treten in den Kolonien der Vereinigten Staaten deutsche Schiffe mit 110.000 Tonnen. Auch in den südamerikanischen Häfen liegen Schiffe, über die die Vereinigten Staaten natürlich kein Verfügungsrecht oder Verfügungsmöglichkeit besitzen. Es ist aber nicht ohne Interesse, auch ihre Zahl aufzuführen. In Argentinien liegen Dampfer von 37000 Tonnen, in Brasilien 200 000 Tonnen. in Chile 180 000 Tonnen, in Mexiko 20 000 Tonnen, Panama 4000 Tonnen, Paraquay 25 000 Tonnen, Uruguay 85 000 Tonnen. In diesem Zusammenbange sei noch darauf verwiesen, daß in China 20 000. in Holland und bolländischen Kolonien insgesamt 175.000 Tonnen liegen, und daß sich seinerzeit die Tonnage in den partugiesischen Häfen einschließlich der vortugiesischen Kolonie auf 250 000 Tonnen beliefen. Einstweilen scheint Amerika nur einen Teil der Schiffe beschlagnahmt zu haben. Aber wenn der Anfang wirklich gemacht ist, wird es sich eine Beschränkung wohl nicht auferlegen und beschlagnahmen, was es nehmen kann. Für Deutschland wird die Frage entstehen, ob und in welchem Umfange wir Gegenmaßregeln ergreifen sollen. Im übrigen aber dürfen wir in Beurteilung dieses Schrittes Amerikas wohl sagen, daß die Freundschaft mit Amerike, die wir mübselig zwei Jahre aufrecht erhalten haben. uns teurer au steben gekommenist,. als der feindselige Akt Amerikas.(2) C) Rotterdam, 5. Febr.(Eia. Meld.) Leutnant Hans Bera und seine deutsche Prisenmannschaft in Nieuwport sind durch Küstenbewachungsfahrzeuge von der„Appam“ weggebolt worden. Reuter meldet, daß aller Wahrscheinlichkeit nach am 5. Februar abends alle deutschen Schiffe im Hafen von Newyork und Hoboken beschlagnahmt werden würden. darunter auch„Vaterland“ und andere große transatlantische Dampfer. Die deutschen Schiffe nicht beschlagnahmt? London, 4. Febr.[M7B) Reuter meldet aus Massington: Es verlantet, daß die Regierung nicht heabsichtigt, die deutschen Handelshampfer, die in den amerikanischen Häfen liegen sval. die Aufstellung auf der 2. Seite dieses Mlattes. D. B.) zu beschlagnahmen, da das als Kriegshandlung angesehen werden kännte. Die Dampfer„Oranprinz Mishelm“.„Prinz Eitel Friebrich“, Kronyrinzastin Ceeslie“ und„Apham“ stehen jedoch bereits unter der Reaserung. Von mahgehender Seite wird erklärt die Maßnahmen der Behörden des Nanamakanals zwai“ slgs zeitweiliger Natur und nur in der Ablicht getroffenn. zu verhindern, daß die Besatzungen die Schiffe in die Luft prengen und so den Kanal gofährden. Deutsche Selbsthilfe in Die Meldungen siher die Ereignisse in Amerika nach dem Bekanntwerden ddes Abhruchs der divlomatischen Beziehungen. die jetzt von Renter verbreitet werden, lassen daranf schließen. daß unsere Landsleute das drüben den veränderten Verhäftnissen nicht mit verschränkten Armen gegenüherstehen, sondern— handeln. Namentlich aift dieses nan unseren mackeren Geesenten, die anscheinend nicht wissens sind, unsere schönen Schiffe den Amerikanern und durch diese den Engländern in die Hände fassen zu lassen. Wir geben die Meldungen in der Reibe ihres Einganges wieder: Brand auf einem deutschen Kanonenboot. Newyork. 5. Febr. Das deutsche Kanonenboot Gener“. das in Honasuin interniert is. wurde von der Mesatung in Brand gestafft und steht in Klammen. Nuch die Besatzongen om Bard der in philininischen Hüfen liegenden Schiffe versuchten, die Maschinen zu zerstören. Die„Dertschsandfracht" durch Feuer zerstört. London, 4. Fehr. Renter meldet, das beinahe sefort nachdem die amtliche Mitteilung von dem Abbruch der biniomatischen Beziehungen bekannt wurde, in der in NewLondon aufgestellten Laduna für das Handels=Unterseebost„Deutschland“ Feuer ausbrach.[Wir erfahren hierzu, daß die„Deutschland“ die dritte Ausreise nach Amerike nicht angetreten hat und in ihrem deutschen Hafen liegt.) Washington, 5. Febr.(WTB.) Reuter. Die Senatskommission hat 17 Gesetzentwürse angenommen, I die die Bekämpfung von Neutralitätsverletzungen erleichtern sollen. Präsident Wilson bat auf die rasche Erledigung dieser Gesetze gedrungen. Auf Schriftfälschungen und falsche Erklärungen zum Zwecke, sich in den Besitz eines falschen Passes zu setzen, wird eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren gesetzt. Brandstiftungen. Zerstörung vor, Maschinen oder das Legen von Bomben auf amerikanischen Schiffen wird mit 10 Jahren Gefänanis bestraft werden. Wisons Einwirkung auf die Neutralen. Newyork, 8. Febr.(Durch Funkspruch vom Vertreter des WTB.) Es wird amtlich bekanntgegeben, daß allen neutralen Regierungen durch die Vereinigten Staaten der Abbruch der divlomatischen Beziehungen zu Deutschland mitgeteilt worden ist. Obgleich die amtlichen Kreise im Staatsdepartement eine Erörterung dieser Mitteilung ablehnen, besteht der Eindruck, daß die Vereinigten Staaten ein Zusammenarbeiten mit den anderen Neutralen willkommen heißen werden. Bern, 5. Febr.(WTB.) Meldung der Schweizerischen Deveschen=Agent. Präsident Wilson hat an die schweiserische Regierung eine Note gerichtet, in der er diese einlädt, sich dem Vorgehen Amerikas gegenüber Deutschlands anzuschließen. Der Bundesrat hat sich heute in einer besonderen Sitzung mit dieser Rote besaßt und die Antwort an den Präsidenten Wilson festgestellt. Diese Antwort der schweizerischen Regierung wird erst veröffentlicht werden, wenn Präsident Wilson in ihrem Besitze ist. Amsterdam, 5. Febr.(WTB.) Ein Pressebureau veröffentlicht eine Devesche aus Washington vom 5. Februar. daß Präsident Wilson eine Rote an die Neutralen abgeschickt habe, worin er sie auffordert, seinen Protest gegen das Auftreten Deutschlands gegen den neutralen Seehandel zu unterstützen. Dieser Schritt sei eine Vorbereitung für den Plan, gemeinsam auf die Beschlennigung des Friedens und auf die Beschützung der Rechte der-Neutralen hinzuarbeiten. London, 5. Febr.(WaB.) Das Reutersche Bureau meldet aus Washinaton: Die amerikanischen Vertreter im Auslande haben die Instruktion erhalten, den neutralen Re gierungen mitzuteilen, daß Wilson glaube, es werde zum Frieden führen, wenn die Neutralen dem Beispiel Amerikas folaten. Die Zustellung der Pässe. Newyork, 3. Febr.(Durch Funkspruch vom Vertreter des WTB.) Amtlich wird mitgeteilt, daß dem deutschen Botschafter Grafen Bernstorff um 2 Uhr seine Pässe zugestellt warden. Die Abreise des deutschen Votschafters wird in Beratungen zwischen dem Schweizer Gesandten und dem Staatsdevartement festgesetzt. (2) Berlin, 5. Febr.(WTB.) Botschafter Gerard erschien heute morgen im Auswärtigen Amte und teilte offiziell den Abbruch der Beziehungen mit, indem er gleichzeitig seine Pässe forderte. Der Botschafter sowie die Herren der Botschaft werden voraussichtlich noch einige Tage in Berlin bleiben und die dringendsten Geschäfte erledigen. Der Zeitpunkt der Abreise ist dem Botschafter von seiner Regierung überlassen worden, ebenso der Weg, den er nehmen will. Botschafter Gerard hatte gestern abend mit dem brasilianischen Gesandten eine mehrstündige Unterredung. Während der spanische Botschafter den Schutz der amerikanischen Interessen im Deutschen Reiche übernommen hat, ist die Wahrnehmung der deutschen Interessen in den Vereinigten Staaten der Schweiz übertragen worden. .. Die aus Amerika stammende Nachricht, nach der die Schweiz mit der Vertretung der deutschen Interessen in Amerika betraut worden sei, ist verfrüht. Dagegen besteht nach Erkundungen der Schweizerischen Deveschen=Agentur kein Zweifel darüber, daß die Schweiz gegebenenfalls einen solchen Auftrag annehmen werde. über die diplomatischen Folgen des Abbruches meldet Reuter aus Washinaton: Das Ministerium des Außeren hat den amerikanischen Botschaftern, Gesandten und Konsulatsbeamten in England. Frankreich, Rußland, Javan, Rumänien, Serbien, Griechenland. Aegypten und Montenearo Auftrag erteilt. jede Tätigkeit behufs Wahrnebmung der Interessen deutscher Untertanen, welche sie übernommen haben, einzustellen. Das englische Ministerium des Auswärtigen teilt mit, daß die Wahrnehmung der englischen Interessen in Deutschland Holland übertragen werde, die der javanischen und serbischen Spanien und diejenigen Rumäniens vorläufig ebenfalls Spanien, bis von der rumänischen Regierung nähere Berichte eingegangen sind. Washington, 4. Febr.(WTB.] Reuter meldet: Dem belgischen Gesandten wurde mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten ihren diplomatischen Vertreter in Belgien nicht abberufen, außer wenn die deutschen Militärbehörden ihm ein längeres Bleiben unmöglich machen. Auch die Amerikaner, die für das amerikanische Hülfswerk in Belgien tätig sind, wurden angewiesen, vorläufig in Belgien zu bleiben. Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff ist nach einer Washingtoner Meldung aus Washington nach Mexiko abgereist. Mit dem Grafen Bernstorff ist der erst kürzlich in Amerika eingetroffene österreichisch=ungarische Botschafter Graf Tarnowsky nach Mexiko abgereist. * Von unterrichteter Seite wird uns aus Berlin vom 4. 2. geschrieben: Schon in der vertraulichen Stzung des Hauptausschusses des Reichstages hatte der Reichskanzler mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Vereinigten Staaten die diplomatischen Beziehungen mit uns wegen des uneingeschränkten U.=Bootkrieges abbrechen würden; die deutsche Regierung ist also von der erfolgten Tatsache nicht überrascht worden, sie wird auch von einer Krieaserklärung der Vereinigten Staaten an uns nicht überrascht werden. Allerdings ist Wilson zur Kriegserklärung von sich aus nicht berechtigt. es bedarf dazu der Zustimmung des Kongresses, also des Senats und des Repräsentantenhauses; in denen bisher auch eine friedensfreundliche Minderheit sich zur Geltung zu bringen wußte mit Anträgen auf Einstellung der Munitionslieferungen an unsere Feinde. Jedenfalls wird die Kriegserklärung im Kongreß nicht einmütig erfolgen, wenn sie überhaupt erfolgt. Die Seemacht Amerikas schreckt unsere Marine nicht, unsere Unterseeboote neuesten Typs können wegen der Unsichtbarkeit ihres Periskops von großen Schlachtschiffen nicht leicht überrannt werden, andererseits können sie diesen sehr gefährlich werden, indem sie diesen bis auf einige hundert Meter sich ungesehen nähern können, um den tödlichen Schuß abaugeben. Dasselbegilt natürlich auch für die britische Schlachtflotte. Aber auch mit ihren Torpedobootszerstörern würden die Amerikaner nach hiesiger Auffassung schwerlich viel ausrichten lönnen. Dem Präsidenten Wilion würde es alle gicht leicht werden, die amerikanischen Seleute und Bürger bei der Verfolgung ihrer friedlichen und legitimen Unternehmungen, d. b. bei der Beförderung von Kriegsmaterial und anderer Bannware auf offenem Meere zu schützen. Für den Fall eines deutsch=amerikanischen Krieges sind vertragliche Bestimmungen in einem Freundschaftsvertrage festgelegt, der am 11. Juli 1799 zwischen Friedrich dem Großen und Benjamin Franklin in Amerika abgeschlossen und seither wiederholt anerkannt wurde. Auf ihn ist auch bei den deutsch=amerikanischen Notenwechseln verschiedentlich Bezug genommen. Nach Artikel 25 des Vertrages heißt es: Falls ein Krieg zwischen den vertragschließenden Teilen ausbricht, so wird den. Kaufleuten der Staaten, die dort ansässig sind, erlaubt, dort noch neun Monate zu bleiben, um ihre Ausstände einzuziehen und ihre Geschäfte zu erledigen. Alsdann können sie ungehindert abreisen und ihre gesamte Habe mitnehmen, ohne belästigt und behindert zu werden. Frauen und Kinder. Gelehrte aller Fakultäten. Bauern, Künstler, Handwerken und Fischer, die unbewaffnet sind und unbefestigte Plätze bewohnen, sowie ganz allgemein alle diejenigen, deren Beruf und Unterhalt dem allgemeinen Wohl des Menschengeschlechtes dienen, dürfen ihren Berufen weiter nachgehen. Sie sollen weder einer Belästigung ausgesetzt sein, noch sollen ihre Häuser und ihr Eigentum in Brand gesetzt noch zerstört werden. Auch sollen alle Felder von den Heeren des Feindes nicht verwüstet werden. Wenn es aber erforderlich ist, etwas von dem Eigentum für den Gebrauch des feindlichen Heeres zu nehmen, so soll dafür ein angemessener Preis gezahlt werden. Artikel 24 bezieht sich auf die Behandlung der Kriegsgefangenen, die in ungemein humaner Weise geregelt sind. (Es fragt sich, ob im Ernstfall— England die Einhaltung dieses humanen Vertrages zuläßt, der ganz und gar nicht zu seinem üblichen Kriegsprogramm paßt.) Wien, 4. Febr.(WTB.) Der Minister des Außeren, Graf Czernin, hatte heute eine einstündige Besprechung mit dem amerikanischen Botschafter Venfield. # Aus der Schweiz. 5. Febr. Nach dem„Corriere della Sera“, hat der Abbruch der Beziehungen Amerikas zu Deutschland den lebhaften Eindruck in votikanischen Kreisen hervorgerufen, die mit einer gewissen Spannung nach Spanien berichten, dessen Entschluß werde die Haltung des Vatikans beeinflussen. Amsterdam, 4. Febr.(WTB.) Der Amsterdamer Berichterstatter des„Alla. Handelsblad“ hatte eine Unterredung mit einem Reeder, in der dieser sagte, er denke über die Schiffahrt sehr ootimistisch und glaube, daß die niederländischen Schiffe nächste Woche wieder in die offene See gehen würden. z:) Kopenhagen, 5. Febr.(Eig. Meld.)„Politiken" erfährt aus London: Die amerikanische Schlachtflotte wird in der Nähe von Cuba in Bereitschaft i halten. Der Panamakanal steht unterstrengste. Bewachung, damit diese wichtige Wasserstraße nicht durch Dynamit=Attentate gesperrt werde. Deutsche Zugeständnisse an die Neutralen. () Berlin, 5. Februar(Eigene Meldung.) Bekanntlich hat die deutsche Regierung durch Verlegung des Sperrgebietes in der Nähe der Insel Terschelling Holland einen ungefährdeten Weg freigemacht, und dadurch bekundet, daß sie Zugeständnisse an die Neutralen gerne gewähren will, sofern diese das Wesen der neu begonnenen Seekriegführung nicht berühren. Von einer Abschwächung des uneingeschränkten U.,Bootkrieges freilich kann dabei keine Rede sein. Die deutsche Regierung bleibt auf den begonnenen neuen Maßnahmen bestehen. In einzelnen neutralen Ländern haben sich aber Schwierigkeiten besonderer Art ergeben, und die Regierungen dieser Länder haben sich an die deutsche Regierung gewandt, um Zugeständnisse zu erhalten, die ihnen die Fortführung ihres Wirtschaftslebens gestatten. Das bezieht sich namentlich auf die nordischen Staaten, für welche die Lieferung von Eisen und Kohlen notwendig werden wird. Es sind darüber Verhandlungen im Gange, die einen günstigen Verlauf nehmen. Über diese Verhandlungen hat sich gestern Staatssekretär Dr. Helfferich norwegischen Berichterstattern gegenüber geäußert, wobei er zugleich den festen Willen der deutschen Regierung bekundete, an dem U.=Bootkriege festzuhalten. Wie wir erfahren, erklärte er den norwegischen Berichterstattern folgendes: „In dem ungehemmten U=Bootkriege sehen wir ein sicheres und wirksames Mittel, den Krieg abzukürzen und die Seetyrannei Englands zu stürzen. Die Neutralen werden unter dem U.=Bootkriege mancherlei zu leiden haben. Aber haben sie nicht auch jetzt schon viel zu erdulden. Fragen Sie bei Ihren eigenen Landsleuten an, unter welchen Mißhandlungen England Ihre Reeder zwingt, Bannware zu fahren und wie es Ihnen mit allen Mitteln die norwegische Fischerei erdrosselt, wie es ferner Ihre Industrie durch Vorenthaltung von Kohlen lahmlegt! Sie können überzeugt sein, daß die Schwieriakeiten Ihres Landes unter unserm U.=Bootkrieg gering sein werden im Vergleiche zu denjenigen, die Ihnen durch England verursacht worden sind. Wir werden außerdem alles tun. um diese Schwierigkeiten nach Möglichkeit abzumildern. Wir wissen. daß die Kohlenfrage für Sie im Vordergrunde steht und werken trotz der Verlegenheiten, mit denen wir selbst unter den jetzigen Transportverhältnissen zu kämpfen haben, Ihnen aushelfen, soweit wir können. Wir haden im Jahre 1916 nach Norwegen über 4 Millionen Tonnen Kohlen geliefert, während es ihm Jahre 1913 nur 418000 Tonnen waren. Daraus können Sie ermessen, wie groß unsere Leistungsfähigkeit ist. Was aber den U.=Bootkrieg betrifft, so gibtes für uns kein Zurück. Wir gehen den eingeschlagenen Wea bis zum Ziele und sind davon überzeugt, daß die Neutralen uns das noch einmal danken werden.“ Die Beurteilung der Botschaft Wilsons in der öffentlichkeit. C2) Berlin, 5. Februar. Es liegt in der Natur des deutschen Wesens, nach den rechtlichen Unterlagen Handelns der Individuen wie der Bölker, des eigenen wie der anderen zu forschen, die Wahrung und Einhaltung des Rechtes als eine Grundbedingung des eigenen Tuns und Lassens anzusehen. Aus diesem tiefen Rechtsbewußtsein beraus empfindet das deutsche Volk den Vorwurf Wilsons, daß Deutschland seine feierlichen Versicherungen nicht eingehalten, sondern sie zurückgezogen habe, schwer, und in den Erörterungen der gesamten deutschen Presse, so wie sie uns beute früh vorliegen, wird dieser Vorwurf mit den Araumenten, die auch wir gestern ihm entgegengestellt haben, zurückgewiesen. Die Sachlage ist klar, und es ist unbegreiflich, wie PräAbent Willion, der bis in Noane Jommenbe Rots sum Teil gerielen bat, den maßgebenden Schlußpassns außer Acht lassen konnte, der sofort die Unrichtigkeit seiner Beschuldigung ergeben hätte. Die Angelegenheit ist wichtig genug, etwas eingehender klar gelegt zu werden. Gerade zwei Jahre sind vergangen, seitdem am 4. Febr. 1915 die Erklärung des Kriegsgebietes um England im „Reichsanzeiger“ veröffentlicht wurde. Nach der ausdrücklichen Erklärung Deutschlands war diese Maßnahme lediglich eine Vergeltungs= und Abwehrmaßregel gegen den völkerrechtswidrigen enalischen Aushungerungskrieg, der den deutschen Frauen und Kindern, Kranken und Schwachen angesagt worden war. Trotzdem trat Amerika dem berechtigten deutschen Vorgehen entgegen. Es trug auch dem Umstande nicht Rechnung, daß England vorher die ganze Nordse als Kriegsgebiet erklärt, also dieselbe Sperre verhängte. Im Laufe der Verhandlungen zwischen der deutschen und amerikanischen Regierung hat Deutschland den Vereinigten Staaten mitgeteilt und bewiesen, daß England seine Handelsschiffe bewaffne, sie zum Angriff auf U.Boote anholte und Brämien auf die Vernichtung deutscher U.Boote aussetze. Darauf — und zwar am 18. Februar 1916— ist ein vom Staatssekretär Lansing unterzeichnetes Memorandum erlassen worden, das mehr Beachtung verdient, als ihm bislang zuteil geworden ist und als dem Präsidenten Wilson und seiner Regierung heute lieb sein dürfte. Das Memorandum besagte kli pp und klar, daß bewaffnete Handelsschiffe als Hilfskreuzer anzusehen seien. Zum Schluß des Memorandums heißt es: „Bei der Unterbreitung dieses Vorschlages auf Grundlage für die lezüglichen Erklärungen dee kriegjührenden Regierungen gehe ich von der vollen Überzeugung aus, daß jede Regierung in erster Linie den humanen Zweck in Betracht ziehen wird, das Leben schuldloser Menichen zu schonen, statt auf zweifelhafte Rechte zu bestehen, die in Anbetracht der neuen Verhältnisse bestritten werden können.“ Gemäß dieser Auffassung sollte sich der Krieg nur noch gegen bewaffnete Handelsschiffe richten. Die Mitteilung darüber an die Vereinigten Staaten erfolate am 13. Februar 1916. Aber jetzt änderte Wilson plötzlich seine Haltung und im Verlauf der folgenden Verhandlungen, im Anschluß an die Versenlung des französischen Dampfers„Suffex“, verlangte Wilson am 20. April unter Androhung des Abbruches der diplomatischen Beziehungen die sofortige Aufgabe unseres Unterseebootkrieges gegen Passagier= und Handelsdampfer. Unsere Antwort darauf, deren prägnantesten Sätze wir schon in Nr. 85 in Erinnerung gebracht haben, ist am 4. Mai ausgehändigt worden. Auf diese Note hat Wilson am 8. Mai noch kurz erwidert, er nehme nicht an, daß Deutschland die Aufrechterhaltung der neu angekündigten Politik von dem Verlauf der diplomatischen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und einer kriegführenden Regierung abhängig mache, obwohl einige Stellen in der Note der Kaiserlichen Regierung vom 4. Mai so ausgelegt werden könnten. Deutschland hat auf diese Note nicht mehr geantwortet, seine Einschränkung des Zugeständnisses und der Vorbehalt der vollen Freiheit der Entschließungen für den Fall, daß England seine Haltung nicht ändert, ist also vollkommen aufrechterhalten worden. Von der in der Note vom 4. Febr. angekündigten„Freiheit der Entschließungen" hat Deutschland nunmehr Gebrauch gemacht. Es bat dabei nichts weiter getan, als was England schon längst vorher getan hat. Die Engländer haben bereits am 3. November 1914 die ganze Nordsee für Kriegsgebiet erklärt und ausdrücklich verkündet, daß in diesem Gebiete die Schiffe aller Länder durch die Unternehmung Englands gefährdet sein würden. Von Rücksicht auf Menschlichkeit und auf das Leben neutraler Besatzungen ist in keiner englischen Kriegsgebietserklärung die Rede gewesen. Die Kriegsgebietserklärung hat dann neuerdings eine Erweiterung erfahren, die sich auch auf neutrale Schiffahrtstraßen erstreckte, und darin unterscheidet sich die deutsche Erklärung ausdrücklich von der englischen. Deutschland hat die neutrolen Wege offen gelassen. Aus dieser Darstellung ergibt sich die klare Rechtslage für uns, und alle Blätter geben auf frund dieser Lage ihrer Überzeugung Ausdruck, daß Deutschland vollkommen im Recht ist, alle Blätter, welchen Standpunkt sie in der Vergangenheit auch zum Unterseebootkrieg eingenommen haben: wir finden diese Auffassung in der„Kreuzzeitung“ so gut wie im„Berl. Tageblatt.“ Im übrigen ist die deutsche Presse auch darin einig, daß es ein Zurückgehen von dem beschrittenen Wege nicht mehr geben kann. Überall spricht sich klar aus, daß das Volk hkinter der Regierung steht und auf dem beschrittenen Wege vorwärts gehen will bis zum Siege. Auch der„Vorwärts“ bezeichnet es als selbstverständlich, daß die deutschen Sozialdemokraten das Volk in der Not nicht im Stiche lassen. Die Aushungerungsattacke trifft das ganze Volk und so steht das ganze deutsche Volk mit Greisen, Frauen und Kindern in diesem schwersten aller Kriege zusammen. Niemand wird zu seinem Schlusse sagen können, daß die deutschen Soldaten, die deutschen Arbeiter und Sozialdemokraten ihre Pflicht am Ganzen nicht bis zum Ende und bis zum alleräußersten getan hätten. So ist die deutsche Presse in ihrer Zurückweisung der Botschaft Wilsons einig und ebenso einig in der Einschätzung der militärischen Bedentung eines eventuellen Eingreifens Amerikas in den Krieg. über die militärische Bedeutung sagt unseres Erachtens durchaus zutreffend das dänische Blatt„Sozialdemokraten“, daß die Teilnahme Amerikas am Kriege seinen Verlauf kaum unmittelbar beeinflussen würde. Amerikanische Stimmen selbst sagen, daß es 1917 kaum möglich sein würde. Truppen nach Europa zu schaffen. Wir möchten dem hinzufügen, daß einmal Amerika seine Küste sicher nicht leicht von der Flotte entblößen wird und daß sich außerdem bei der amerikanischen Flotte der Mangel an modernen Panzerkreuzern und kleinen Kreuzern stark bemerkbar macht. Das Bauprogramm der Vereinigten Staaten hat in dieser Hinsicht schon früher Kopfschütteln hervorgerufen. Die Schwierigkeiten der Überführung großer Truppenmengen wird durch die Tatsache gekennzeichnet, daß zum Transport eines Armeekorps von 30.000 Mann nicht weniger als 75 Dampfer von je 4000 Tonnen erforderlich sind. Um 100.000 Mann nur mit ihrem Marschgepäck in einem Monat von Amerika über den Ozean zu bringen, wobei jedes Schiff die Fahrt von Amerika nach Eurova zweimal zurücklegen könnte, würden 400000 To. beansprucht werden. Das Kunststück werden die Amerikaner so leicht nicht fertig bringen. Der See= und Handelskrieg. London, 5. Febr.(WTB.] Reuter meldet aus Batavia: Die Post= und Frachtdampfer, die den Hafen verlassen haben, erhielten den Befebl, den nächstgelegenen Hafen anzulaufen und auf Anweisung aus Holland zu warten. Amsterdam, 5. Febr.(W2B.) Das„Allgemeen Haudelsblaab“ meldet, doß der Dampf=Trawler„Ceins“ aus Boston, der seinerzeit als versenkt gemeldet wurde, auf der See treibend gefunden und in den Dafen geschleppt worden ket. der deutschsprachigen Presse e.V. Der deutsche Abendbericht. Berlin. 5. Johr. 123781) Amtlich Abends: Von den Fronten sind gröbere Hampfhandlunam nicht an meiben. Der österreichische Tagesbericht. Wien, 5. Rebr. s1328.) Amtlich wird verlautbaut: Ostlicher Kriegsschauplatz, Zeindliche Abteilungen, die gegen uusere Stellungen südwestlich von Brzesand vorfühlten, wurden durch unser Feuer vertrieben. Italienischer Kriegsschauplatz Gestern morgen drana eine Abteilung des FeldjägerBataillons Nr. 30 in eine seindliche Stellung weitlich des Plöcken=Passes(Karnischer Kamm), nahm einen Offizier und 28 Mann gesangen und erbeutete ein Maschinengewehr, einen Minenwerfer und mehrere Gewehre. Nach Zerstörung der genommenen Anlagen des Feindes kehrten unsere Näger ohne nennenswerte einene Verluste in ihre Stellungen zurück. Soust keine Ereianisse von Belang. Südöstlicher Kriegsschauplatz, Die Lage ist nuderändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschallentnant. Zum Kabinettswechsel in der Türkeit Konstantinopel, 5. Febr.(WTB.) Der Sultan hat folgenden eigenhändigen Brief an den bisberigen Großvezir Said Halim Pascha gerichtet:„Ich habe mit Bedauern Ihr Rücktrittsgesuch empfangen und werde Ihre Bemübungen um die Wohlfahrt des Landes und des Reiches und die besonders hervorragenden Verdienste. die Sie sich seinerzeit um die Frage Adrianovels und durch den Abschluß des Bündnisses mit den Mittelmächten erworben haben, stets würdigen. und gebe aus diesem Anlaß meiner Wertschätzung und Woblgeneiatheit für Sie Ausdruck.“ Konstantinopel, 5. Febr.(WTB.] Heute nachmittag fand mit der üblichen Feierlichkeit die Einführung des neuen Großveziers in sein Amt statt. Sie wurde durch das seit heute früh herrschende Frühjahrswetter begünstigt. Im Galawagen fuhren der Großvezier und die Palast=Würdenträger zur Pforte, von der spalierbildenden Mene, mit Ehrerbietung und lebbaften Sympathiekundgebungen begrüßt. da Talaat Pascha die größte Volkstümlichkeit in der Türkei genießt. Der Verlesung des Kaiserlichen Handschreibens wohnte im Sitzungssaale außer den Mitgliedern des neuen Kabinetts eine große Anzahl hoher Würdenträger bei. Das neue Kabinett wird von der ganzen Bevölkerung, namentlich den gebildeten Kreisen, die den Fortschritt der Modernisierung der Türkei wünscht, mit überaus lebhafter Befriedigung ausgenommen. Talaat Bev ist einer der hervorragendsten türkischen Staatsmänner und das Haupt der jungtürkischen Partei. Als nach den unglücklichen Balkankriegen die Türkei sich auf ganz neue Grundlagen stellte, war es der damals noch wenig bekannte Talaat Bey. der neben dem in Deutschland infolge eines längeren Aufenthaltes daselbst schon längst populären Enver Pascha die neue Richtung des osmanischen Kaiserreiches verkörperte. Er war es, der als Innenminister die arg in Mißkredit geratene türkische Verwaltung vollständig umordnete; so entließ er aus den verschiedenen Abteilungen des Ministeriums von 400 Angestellten nicht weniger als 320, und behielt nur die jüngsten und tüchtigsten Kräfte. Talaat Bey ist ein großer Bewbunderer deutscher Verwaltungskunde und hat die Übersiedelung vieler tüchtiger deutscher Fachleute nach seinem Vaterlande veranlaßt. politischer Hinsicht huldigt der neue Ministerpräsident dem Grundsatze der Zivilisation.„Je fester die Organisation eines Reiches zentral siert ist,“ fagte er im Januar 1916 zu einem amerikanischen Politiker,„desto stärker ist das Reich.“ Die„Newyorker Staatszeitung“ vom 2. Januar 1916 sagte von ihm, daß.„wenn in dem noch jünglinghaften Enver den Türken ihr„Moltke“ heranwächst, so erblicken die Osmanen in Talaat ihren„Bismarck“.— Tatsächlich ist Talaat Bey Pascha infolge seiner außerordentlichen Begabung— er war vor der jungtürkischen Revolution noch einfacher Postbeamter—, seiner staatsmännischen Tüchtigkeit und seiner geradezu sprichwörtlichen Ruhe und Tatkraft der beste Mann, den die Türkei im Kampfe um ihr weiteres Fortbestehen hat, und der auch den diplomatischen Ränken Englands und Frankreichs durchaus gewachsen ist. Unsere Feinde. Bern, 4. Febr.(W2B.] Als in der gestrinen Pariser Kammersitzung Gutcharz die sofortige Entlassung der Mannschaften von 1888/89 verlangte, erhob sich Pariser Blättern zufolge, Liauthey und erklärte, den Antrag nicht annehmen zu können, da auf diese Weise der Armee 300 000 Mann entzogen würden. Er müsse seine Ablehnung verlangen und die Vertrauensfrage stellen. In der Kammer herrschte lebhafte Aufregung. Maainot unterstützte den Kriegsminister, welcher sich nochmals erhob und betonte, die Vertrauensfrage gestellt zu haben. Der Antraa Gutchart wurde, wie bereits gemeldet. abgelehnt. Einziehung der 18jährigen in Italien. Bern, 5. Febr. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, ist in Italien angeordnet worden, daß sich alle in den ersten vier Monaten im Jahre 1899 Geborenen zwischen dem 15. und 25. Februar ausmustern lassen müssen. Die Tauglichen werden sofort zum Landsturm eingezogen. ∆ Von einer zweiten schweren Explosion in London erfährt man jetzt durch eine amtliche Reutermeldung vom 23. Januar. Sie lautet: Heute morgen 10 Uhr fand eine neue Explosion in einer Munitionsfabrik statt. Getötet wurden insgesamt 69 Personen, während 72 schwer und 330 leicht verletzt wurden. Von den Getöteten sind 44 Männer, 11 Frauen und 14 Kinder. Deutsches Reich. Neue Steuervorlagen? Berlin, 3. Febr. Die„Tägl. Rdsch“ glaubt sagen zu können, daß die auf den 21. Februar angesetzte nächste Zusammenkunft des Haushaltsausschusses des Reichstages einer Vorbesprechung der geschäftlichen Behandlung neuer Steuervorlagen gewidmet sein soll. Art und Umfang des neuen Steuerprogramms sind noch gänzlich unbekannt. Amerika. 9 8 00 Das amerikanische Heer. Das Heer der Vereinigten Staaten von Amerila ist nach europäischen Begriffen in der„ersten Linie“ an Kahl recht unbedeutend, denn, während es im Jahre 1898 noch rund 25 000 Mann betrug, hat jetzt der Präsident der Vereinigten Staaten die gesetzliche Vollmacht. die Zahl zwischen 60 000 Mann und 100 000 Mann zu bestimmen. Die Aufstellung der amerikanischen Streitkräfte erfolat durch Anwerbung, die wegen der verhältnismäßig hohen Besoldung von ungefähr 2 Mark für den Tag nicht schwer bewerkstelligt werden kann. Die Friedensstärke des Heeres setzt sich aus folgenden Formationen zusammen: Es sind vorhanden 30 Infanterieregimenter zu je 3 Bataillonen zu je 4 Kompagnien. Jede dieser Kompagnien umfaßt allerdings nur insgesamt 3 Offiziere und 65 Mann... Ferner bestehen 15 Kavallerieregimenter zu je 8 Abteilungen zu je 4 Schwadronen (Trogosl in der gleichen Stärke wie die Infanteriekompagnien. Die verhältnismäßig große Anzahl von Kavallerietrupen erklärt sich daraus, daß es sich im eigentlichen Sinne nicht um Reiterei in unserem Sinne sondern vielmehr um eine Art von berittener Infanterie handelt, die als Ergänzung der reaulären Infanterie als Schützenregimenter ausgebildet wird. Die Artillerie ist schwach. Sie besteht aus 6 Reaimentern zu je 6 Batterien zu je 4 Geschützen. Jede Batterie umfaßt 5 Offiziere und 1383 bzw. 150 Mann. Jede Batterie verfügt über 8 Wagen. Ein Regiment ist reitende Artillerie, 1 ein Feldartillerieregiment, 2 sind leichte und 2 Gebiras=Artillerieregimenter. Dazu kommen ferner noch 170 Kompagnien Küstenartillerie, die nicht in höhere Einheiten zusammengefaßt sind und je 3 Offiziere und 109 Mann umfassen. Die Pionierbataillone. von denen das amerikanische Heer 8 ausweist, haben je 4 Kompagnieen zu je 3 Offizleren und 159 Mann. Das sogenannte Sianalkorps besteht aus 46 Offizieren und 1212 Mann, das Geschützdetachement, dem die Anfertigung der Geschütze untersteht. aus 85 Offizieren und 720 Mann, zu denen noch 52 Philippinerkompagnien zu je 8 Offizieren und 104 Mann hinzukommen. Bei Ausbruch des Weltkrieaes hatte das amerikanische Heer insgesamt rund 74000 Mann, mit Stäben in einer Stärke von rund 15 650 Mann. Von kolonialen Formationen traten zu der Gesamtzahl noch 5912 Mann hinzu. Im Auslande, wie z. B. in den Pbilippinen, in Hawai, standen rund 15 500 Mann. Neben dieser ersten Linie verfügt Amerika noch über eine zweite Reservetruppe. Es ist dies die„Nationalgarde“ eine ausgebildete Miliz, die durch Anwerbung gewonnen wird und drei Jahre für den Inlands- und Auslandsdienst gebraucht wird. Bei Kriegsausbruch umfaßte sie 120 800 Mann und bestand aus 140 Regimentern und 9 Bataillonen Infanterie, 69 Schwadronen Kavallerie, 51 Batterien Artillerie und 122 Kompagnien Küstenartillerie. In dritter Reihe kommt für den Krieasfall noch die„unorganisierte Miliz“ als Heeresverstärkung in Betracht. Diese umfaßt alle waffenfähigen Amerikaner im Alter von 18 bis 45 Jahren, die alle im Notfalle zu einer zweijährigen Dienstzeit verpflichtet sind. Es handelt sich hierbei um schnell auszubildende Mannschaften, welche als Ersatz für die regulären Truppen und die organisierte Miliz zu dienen haben. Von amerikanischer Seite wird die Anzahl auf mehr als 10 Millionen geschätzt, die dadurch für einen Kriea verfügbar würden. Man kann aber annehmen, daß die Schätzung viel zu hoch ist, wenn auch der Amerikaner durch Körperbildung und Sporttätigkeit ein guter Soldat ist. Soweit die rein zahlenmäßige Stärke in Betracht kommt. ist das Heer nicht sonderlich imvonierend. wenn man auch nicht übersehen darf. daß die gesamte Organisation einen bedeutenden Ausbau der augenblicklichen Stärke zuläßt. Aber es ist die große Frage, ob der Geist der Trupve derartig ist, daß das Heer ernstlich für ein Eingrefen in Betracht kommt Wir wissen, was der Geist der Truppe bedeutet und wie wenig ihm gegenüber die Zahl ausmacht. Das amerikanische Heer kam noch nie in die Loge, sich mit einem europäischen Heer zu messen. Darum kann man auch die Frage nach seiner Bedeutung für den Weltkrieg nur sehr vorsichtig behandeln. Sicher ist, daß es mit einem modernen Heere Europas nicht entfernt auf eine Stufe gestellt werden kann. Amerikas Handelsflotte und Schiffsbau. Dem Bericht des amerikanischen Handelsministers für das am 30. 6. 1916 zu Ende gegangene Rechnungsjahr entnehmen die„Financial Times“ vom 8. 1. folgende„Angaben: In dem abgelaufenen Jahr hat sich die Außenhandelsflotte der Vereinigten Staaten von 1—076 152 Brutto=Tonnen auf 2191 715 Tonnen vergrößert, also verdoppelt. Dazu hat der Erwerb von 182 Schiffen, die im Ausland gebaut sind, mit 616 033 Tonnen beigetragen. Am 1. Juli 1915 waren auf amerikanischen Werften im Bau 76 Schiffe mit 310089, am 1. Juli 1916 waren es 186 Schiffe mit 650919 Tonnen, die bei normalen Industrieverhältnissen alle im laufenden Rechnungsjahr fertig werden sollten, am 1. Oktober 1916 aber schon 417 stählerne Kauffahrteischiffe mit 1·454 270 Brutto=Tonnen, von denen man erwartet, bis Ende des Rechnungsjahres 326 mit 988 035 Tonnen vom Stapel zu lassen. Auf einzelnen Werften wurden volle 24 Stunden mit drei Schichten gearbeitet. Prämien sind von Bestellern für die Baufirmen und von diesen für Angestellte für vorzeitige Ablieferung ausgesetzt. Alle diese Zahlen schließen den Bau hölzerner Schiffe nicht ein, der gewöhnlich 100000 Tonnen im Jahr ergibt, diesmal aber mehr betragen wird. Die deutschen Schiffe in den Häfen der Vereinigten Staaten. Die„Newyorker Staatszeitung“ hat im vergangenen Jahre eine Liste jener Schiffe veröffentlicht, die in den Häfen der Vereinigten Staaten festgehalten sind. Insgesamt sind das nach dieser Aufstellung fast eine halbe Million Tonnen deutscher Schiffe, genau 414919 Tonnen. Im einzelnen sind es folgende Dampfer: Von der Hamburg=Amerika=Linie 35. nämlich„Vaterland“ in Newyork 54 282 Tonnen.„Amerika“ in Boston 22 622 T.,„Präsident Lincoln“ in Newyork 18 180 T., „Präsident Grant“ in Newyork 18060 T.,„Cincinnatin“ in Boston 16 339 T.,„Pennsolvania“ in Newyork 13335 T., „Bulgaria“ in Baltimore 11 440 T..„Hambura“ in Newyork 10 531 T.,„König Wilhelm II“ in Newyork 9408 T.,„Bahemia“ in Newyork 8414 T Rhaetia" in Philadelpbia 6600 T.,„Prinz Oskar“ in Philadelphia 6026 T.,„Armenia“ in Newyork 5464 T.,„Arcadia“ in Norfolk 5454 T.,„Pisa“ in Newyork 4917 T.,„Prinz Joachim“ in Newyork 4757 T., „Prinz August Wilhelm“ in Newyork 4733 T.,„Prinz Eitel Friedrich“ in Newyork 4650 T.,„Alemannia“ in Newoork 4640 T.,„Saxinia“ in Seattle 4414 T.,„Sibiria“ in Baltimore 3535 T.,„Sarnia“ in Newyork 3402 T.,„Georgia“ in New Orleans 3143 T., zusammen also 248 301 Tonnen. Der Norbdeutsche Llood hat 12 Demofer in amerikanischen Häfen liegen mit insgesamt 147 887 Tonnen. und zwar:„George Washinaton“ in Newuork 25.570 T., „Kronprinzessin Cecilie“ in Voston 19 508 T..„Kaiser Wilhelm I1.“ in Newyork 19 361 T.,„Großer Kurfürst“ in Newvork 13 102 T.,„Barbarossa“ in Newyork 10984 T.,„Prinzessin Irene“ in Newyork 10 893 T.,„Friedrich der Große" in Newyork 10 771 T.,„Rbein“ in Baltimore 10058 T., „Neckar“ in Baltimore 9835 T.,„Köln“ in Boston 7409 T., „Wittekind“ in Boston 5640 T.,„Willehad“ in Boston 4761 T. Die Deutsch=Amerikanische BetroleumGesellschaft hat§ Dampfer mit zusammen 48 728 T. in Amerika.„Jupiter“ in Norfolk 10073 T.,„Delphin“ in Norsolk 7120 T..„Buffalo“ in St. Francisco 6631 T., Phoebus“ in St. Francisco 6268 T.,„Java“ in Newyork 5469 T., „Rheims“ in Philadelphia 4046 T.,„Zeppen“ in Newyork 4045 T.,„Hagen“ in Newyork 5469 T. Diese Summe war früher noch um 7 Schiffe der DeutschAmerikanischen Petroleum=Gesellschaft mit 27278 Tonnen höher, aber diese Schiffe wurden im September 1914 auf amerikanisches Register umaeschrieben. Außerdem hat die österreichische Reederei Austro=Amerikana(Triest) 7 Dampfer mit 35 780 Tonnen in den Häfen der Vereinigten Staaten liegen. Ferner ist an die als Prise eingebrachte„Appam“ zu erinnern, wegen der bekanntlich ein Prozeß schwebt, der jetzt wohl ein beschleunigtes Ende finden dürfte. 12) S Amerikanische Kriegserfindungen. Von Americus in der Continental Times=Correspondenz. Kürzlich fiel mir folgende interessante Tatsache beim Lesen eines Artikels über den Krieg und seine Mittel auf. Ich fand, daß die Vereinigten Staaten, die für so friedliebend gelten,— und welcher Amerikaner glaubt das nicht steif und fest— daß die Vereinigten Staaten einen bedeutend größeren Teil zu den Kriegsmaschinen beigesteuert haben, als sie unbedingt nötig hatten. Diese Erfindungen wurden alle im Gauben an jene schöne Idee gemacht, den Krieg so grausam werden zu lassen, daß es nicht länger möglich sei, überhaupt den Krieg zu führen,— und dem menschenfreundlichen Erfinder ein möglichst großes Vermögen einzubringen. Die Eisenpanzer für Kriegsschiffe waren eine amerikanische Erfindung. Die ersten Unterseeminen, die damals noch Torpedos genannt wurden, brauchte man in Amerika. In Amerika wurde auch das erste Unterseeboot gebaut. Die drehbaren Panzertürme, nach derem Prinzip alle modernen Kriegsschife bewaffnet werden, kommen auch aus Amerika und wurden zuerst von dem„Monitor“ in der berühmten Schlacht mit dem„Merrimac“ im Bürgerkrieg angewandt. Das Maxim-Maschinengewehr ist eine amerikanische Erfindung: es war eine Verbesserung der Mitrailleuse. Die ersten Aeroplane wurden von den Brüdern Wriaht gebaut. Immer schon haben die amerikanischen Zeitungen von den furchtbarsten neuen Erfindungen geschrieben, die ganze Stödte, ja ganze Völker mit einem Schlag vernichten würden. Riesenhafte Granaten, die schrecklichsten Geschütze und grausenerregende Maschinen, wie die„Tanks“, die seit kurzem von den Engländern benutzt werden, und die auch eine amerikanische Erfindung sind, sollten in einem zukünftigen Kriege gebraucht werden. Übrigens haben die Engländer mit den„Tanks“ in diesem Kriege bis jetzt sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Und die riesenhaften Munitionslieferungen der amerikanischen Pulver= und Stahltrusts an die Entente haben den größten Unwillen, ja Abscheu von Millionen Amerikanern in den Vereinigten Staaten, und jedes Amerikaners in Deutschland, erregt. Mit diesen berüchtigten Trusts wird man früher oder später doch einmal aufräumen müssen, und Amerika von dieser unerträglichen Tyrannei befreien. ( über Lebensmitteltenerung und-knappheit in Amerika lesen wir in einem Newyorker Brief der„Continental Times Correspondenz“ vom 1. Januar:„Es ist letzten Endes schon ziemlich lächerlich, wenn man sieht, wie sich die schärfsten Köpfe das Hirn über die Frage zermartern: Woher kommt diese Teuerung? Denn ich finde, die Sache ist doch einfach genug und zum Greifen klar. Aber über die Ursache, den wirklichen Grund: die unaufhörliche und riesige Ausfuhr von Lebensmitteln nach den Ländern des Verbandes nach einer Fehlernte, darf man natürlich nicht sprechen! Wir leiden einfach unter einem Mangel an Lebensmitteln, und wenn ihre Ausfuhr andauert, so wird dieser Manael eben noch schlimmer werden. Es mag ja etwas, wenn auch nicht viel. helfen, wenn man den Wucherern gerichtlich zu Leibe geht, die allenthalben Rinae bilden, um die Preise in die Höhe zu treiben. Die Presse macht schon genügend Lärm über diese Angelegenheit. Die Gouverneure verschiedener Staaten. Provinz= und Staatsanwälte, Richter und Zeitungsherausgeber, sie alle wiegen bedächtig ihre weisen Häupter, schütteln ihre grauen Locken und versprechen den armen. vielgeplagten Konsumenten schleunige Hilfe. Doch fürchte ich, daß auch daraus nicht viel werden wird. Inzwischen fragen die verschiedenen Lebensmittelkönige— der„Eierkönig“ Wetz in Chicago. der 126 Millionen Eier„kontrolliert“, ein anderer(dessen Name mir entfallen ist), der die ganze Avfelernte in seinen Klauen hält, — all diese Könige fragen majestätisch:„Was gedenkt Ihr dagegen zu tun?" Truthahn kostete am Danksaaungsfeste 2 bis 2.20 Dollar das Pfund. Heidelbeeren waren vom Markte verschwunden. Mit dem„Mince Vies“(dem üblichen Festkuchen) sah es fast ebenso aus. Und so geht's mit der ganzen Reihe altbeliebter Leckereien, und während am 4. Dezember die Botschaft an den Konareß salbungsvoll die erhebende Tatsache betonte, daß, nach Ausweis der Steuerergebnisse, die Zahl der Bürger mit einem Jahreseinkommen von 1 Million Dollar und darüber sich innerhalb der letzten 12 Monate verdoppelt. d. h. von 100 auf 200 angewachsen war, hatten die Sozialisten einen Aufzug arrangiert, der vors Rathaus zog und dem Bürgermeister Mitchel und den Colonel Hartigen zu sprechen verlangte salso den Mann gerade, den derselbe Bürgermeister mit der utovischen Aufgabe betraut hatte, für die Rückkehr niedriger Preise zu sorgen) und um gegen die Zunahme so vieler neuer Kriegsmillionäre zu protestieren. Aber wem frommt das alles? Kein einzelner Sterblicher, noch eine einzelne Gruppe könnte das Unmögliche vollbringen: die Preise sind nun einmal hoch und sie werden noch höher klettern. Mehl kostet jetzt doppelt soviel wie im Jahre 1915, und alles übrige ist im gleichen Verhältnis gestiegen. Sprechen wir lieber von etwas anderem!" Aus Kunst und Leben. Hiftorische Winterkälte.] Der erste nordische Winter, der geschichtlich überliefert ist, fiel in das Jahr 1048; damals war die Kälte so streng, daß man mit Pferd und Wagen über das Kattegatt von Schweden nach Dänemark fahren konnte. Fast zweieinhalb Jahrhunderte hindurch war nicht wieder ein so langer und strenger Frost zu verzeichnen, der die See zum Gefrieren gebracht hätte. Erst im Jahre 1293 gestalteten sich die Temperaturverhältnisse derart, daß man von Christianig über das Skagerrak nach Jütland fahren konnte. Der nächste„Eiswinter“ ließ nicht wieder so lange auf sich warten: im Jahre 1323 konnten Reisende sowohl zu Pferde wie zu Fuß über das Eis von Lübeck und Danzig nach Dänemark gelangen. Neun Jahre später, im Winter 1332, ritt man von Lübeck nach Kopenhagen sowie von Königsberg und Memel über das Eis nach Lübeck. Auch zwischen der mecklenburgischen Küste und er dänischen Küste war die See in früheren Jahrhunderten wiederholt zugefroren, nämlich in den Jahren 1423, 1507 und 1545, wogegen man im Winter 1459 von Stockholm quer über die Ostsee nach Revak in Estland und von Memel nach Bleckingen in Südschweden fahren konnte, und eine tägliche, asfahrlose Verbindung zu Eise zwischen Livland und Schweben unterhalten wurde.„Es herrschte eine Kälte“, heißt es darüber in einer alten Chronik,„von der sich vor dem kein Mensch hätte einen Begriff machen können.“ Nur in dem letztgenannten Jahre war die ganze Ostsee zugefroren, während sie in einem Zeitraum von 800 Jahren nur achtmal so weit gefroren war, daß man Reisen von Küste zu Küste unternehmen konnte. Im Jahre 1458 kom der historische Winter, der durch seine strenge Kälte Karl T. von Schweden seinen kühnen Zua über den Belt ermöglichte. Auch im Jahre 1774 herrschte ein strenger nordischer Winter. In einem alten schwedischen Kirchenbuch heißt es darüber:„Dieses Jahr herrscht ein solcher Winter, daß niemand sich dessengleichen erinnern kann. Der Winter setzte acht Tage vor Weihnachten mit einer solchen Kälte ein, daß alles zu Eis erstarrte, daß alle Wogen der See sich gleich gehorsamen Tieren niederlegten und eine so dicke Eisdecke wurden, daß man zur Neujahrszeit über die Brabucht in den Stockholmer Schären fahren konnte. Ganze drei Monate lang hielt jene Kälte an.“ Das südliche Schweden hatte auch in dem strengen Winter von 1844 ganz besonders unter der Kälte zu leiden, die dort 36 Grad C. erreichte, so daß in jenen Gegenden Menschen und Tiere massenweise erfroren. Der Erdfrost reichte nach Berichten aus damaliger Zeit zwei Meter tief hinab, und gegen die haushohen, vom eisigen Wind zusammengewehten Schneehaufen vermochte kein Schneeflug etwas auszurichten. Auf diesen strengen Winter solaten ein sehr regnerischer Sommer mit einer gänzlichen Mißernte. Elend und Not herrschten grausig, und mancher Bauer mußte in jenem Johre von Haus und Hof ziehen. Auch der Winter von 1863—64 machte sich in Schweden durch ungewöhnliche Kälte bemerkbgr. Im Jahre 1870 setzte bereits im November starker Frost ein, der in Südschweden das Thermometer bis auf—30 Grad C. sinken und den Oeresund fest zufrieren ließ, daß man zwischen Malmö und Kovenhagen zu Fuß geben und zwischen Helfingborg und Helsinaver mit dem Schlitten fahren konnte. Für das mittlere Eurova war wohl der kälteste Winter der des Jahres 1709. Nach einer freilich etwas phantastischen Schilderung des Naturforschers Gotthilf von Schubert, der dem deutschen Romantiker=Kreise angehörte, sind damals nicht nur auf den Landstraßen und draußen im Freien, sondern mitten auf den lebhaftesten Gassen der Städte und selbst in den Häusern viele Menschen erfroren. Das stärkste Feuer in den Ofen und Kaminen reichte nicht hin, ein Zimmer von mätziger Größe zu durchheizen, Während die eiserner Platten des Ofens glühten, überzog sich sechs Schritte davon, in der Nähe der Fenster, das Wasser in einem Gefäß mit Eisblumen. Felsen, in deren Klüften sich das Wasser verhalten hatte, welches nun beim plötzlichen Gefrieren wie Sprengpulver wirkte, zerborsten von der Stärke des Frostes. Sperlinge, Dohlen und Krähen fielen zuweilen plötzlich tot aus der Luft herunter, ganze Ketten von Rebhühern fand man in den Schneegeröllen, dahin sie sich geretet hatten, erstarrt. Fledermäuse wurden durch den ungewöhnlich hohen Grad der Kälte aus ihrer Winterruhe geweckt, sie flatterten mitten am Tage heraus ins Freie. sanken aber nach wenigen Schwingungen tot zur Erde. Die Schnelligkeit der Hirsche und Rehe war dahin, wie gelähmt sah man die Tiere in der Nähe der Landstraßen und selbst der menschlichen Wohnungen umhertaumeln, als der Frühling kam, fand man eine große Anzahl verselben tot im Walde liegen. Die Weiher und Teiche, deren Wasser bis auf den Grund berab ausaefroren war, stanken, als sie wieder auftauten, von der Masse der toten Fische. Das Elend und die Not gingen damals in sehr mannigfaltigen Gestalten umher, denn außer der starken Winterkälte hatte das Volk auch durch Mangel und große Teuerung der Lebensmittel zu leiden. Die Wintersaaten, die Reben, der größte Teil der Obstbäume waren vernichtet, die Getränke und Gemüse selbst in den wohlverwahrtesten Kellern zu Eis aefroren. Sehr viele Wanderer hatten das Los zu erfrieren, ein Schicksal, vor welchem selbst die Passagiere in den Diligencen und die Postillone in der Hülle ihrer Mäntel und Velze nicht geschützt waren. Denn mehrere Mals geschah es, daß die Postpferde mit ihren Wagen oder Felleisen an der Station ankamen, aber niemand stieg aus und ab. die Fahrenden und Reisenden waren zu Leichnamen geworden. An ein paar Grad Wärme mehr oder weniger hängt das Lehen auf der Erde mit all seiner Hoffahrt. Anrechnung des Kriegsdianstes für Mediziner. Berlin, 1. Fedr. Der Bundesrat hat in der Sitzung vom 1. Febr. 1917 unter Aufbebung der bisher geltenden Bestimmungen beschlossen: „Für die Anrechnung des Kriegsdienstes auf die Ausbildungszeit der Studierenden der Medizin, der Zahnheilkunde, der Tierbeilkunde und der Pharmazie gelten künftig folgende Bestimmungen: 1. 2) Den Studierenden der Medizin kann der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auf die für die Zulassung zur ärztlichen Vorprufung nachzuweisende Studienzeit angerechnet werden wenn nicht schon eine Anrechnung von Militärdienst gemäß§ 7 der Prüfungsordnung für Arzte stattgefunden hat. Außerdem kann den Studierenden der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auch auf die für die Zulassung zur ärztlichen Prüfung nach vollständig bestandener Vorprüfung nachzuweisende Studienzeit angerechnet werden, wenn nicht schon eine Anrechnung von Militärdienst auf diese Zeit nach§ 23 der Prüfungsordnung für Arzte stattgefunden hat. Die gemäß§§ 24, 25 der Prüfungsordnung nach vollständig bestandener Vorprüfung zurückzulegende Studienzeit von mindestens vier Halbjahren darf durch Anrechnung von Kriegsdienst nicht gekürzt werden.— d. Soweit der Kriegsdienst nicht auf die vorgeschriebene Studienzeit angerechnet worden ist, kann er auf das vorgeschriebene praktische Jahr angerechnet werden. 2. Den Studierenden der Zahnheilkunde kann der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auf die für die Zulassung zur zahnärztlichen Prüfung nach vollständig bestandener Vorprüfung nachzuweisende Studienzeit angerechnet werden. Die gemäß§ 25 der Prüfungsordnung für Zahnärzte nach vollständig bestandener Vorprüfung zurückzulegende Studienzeit von mindestens drei Halbjahren darf dusch Anrechnung von Kriegsdienst nicht gekürzt werden. 8. a) Den nach der Prüfungsordnung vom 13. Jali 1889 zu prüfenden Studierenden der Tierbeilkunde kann der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auf die für die Zulassung zur tierärztlichen Fachprüfung nach vollständig bestandener naturwissenschaftlicher Prüfung nachzuweisende Studienzeit von vier Halbjahren angerechnet werden.— d) Den nach der Prüfungsordnung vom 24. Dezember 1912 zu prüfenden Studierenden der Tierheilkunde kann der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auf die für die Zulassung zur tierärztlichen Vorprüfung nachzuweisende Studienzeit angerechnet werden, wenn nicht schon eine Anrechnung von Militärdienst gemäß§ 9 der Prüfungsordnung für Tierärzte stattgefunden hat. Außerdem kann den Studierenden der Kriegsdienst bis zur Dauer eines halben Jahres auch auf die für die Zulassung zur tierärztlichen Prufung nach vollständig bestandener Vorprüfung nachzuweisende Studienzeit von vier Halbjahren angerechnet werden. 4. Den Kandidaten der Pharmazie kann der Kriegsdienst bis zur Dauer eines Jahres auf die gemäß§ 35 der Prüfungsordnung für Apotheker nach vollständig bestandener pharmazeutischer Prüfung nachzuweisende zweijährige praktische Gehilfenzeit in Apotheken angerechnet werden. 5. Die Entscheidung über die Anrechnung des Kriegsdienstes gemäß Ziffer 1 bis 4 erfolgt durch den Reichskanzler im Einvernehmen mit der zuständigen Landeszentralbehörde. Wirtschaftsleben und Lebensmittelversorgung. Beschlagnahme von Caleium=Karbid. Berlin, 5. Fedr. (WTB.) Wie im Reichs= und Staatsanzeiger bekannt gemacht wird, hat das Krieasamt auf Grund der Bekanntmachung betr. Beschlagnahme und Bestandserhebung von Calcium=Carbid genehmigt, daß die in der vorgenannten Bekanntmachung gegebene Bezugs= und Verbrauchs=Erlaubnis bis zum 31. März 1917 verlängert wird. Behördliches Eingreisen in die Fabrikation fettloser Waschmittel. Berlin, 4. Febr.(WTB.) Der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Ole und Fette gibt bekannt: Die an sich begrüßenswerte Erscheinung, dem bestehenden Seifenmangel durch Herstellung fettloser Waschmittel zu steuern, hat leider manche Mißstände an den Tag aefördert. Die Fabrikation von sogen. Seifenersatz, markenfreiem Waschpulver oder Schmierseifenersatz wurde bald von zahlreichen unberufenen Elementen unternommen, die weder über ausreichende Sachkenntnis noch über die für ene zweckmäßige Herstellung notwendigen Betriebseinrichtungen verfügten. Trotzdem die Qualität der Erzeugnisse an sich keinen großen Anreiz für die Verwendung bieten konnte, wurde der Absatz dadurch unterstützt, daß das Puhlikum oft auf diese Mittel angewiesen war und ohne Kritik auch minderwertige Ware annahm. Auf diese Weise konnte sich die Fabrikation fettloser Waschmittel in vielen Fällen zu einem einträglichen Geschäft gestalten, das viele mit seinen Verdienstmöglichkeiten verlockte. Leider hat die Qualität der Fabrikate mit der an Umfang immer mehr zunehmenden Herstellung eine Verbesserung nicht erfahren, sodaß aller Voraussicht nach ein Eingreifen zu erwarten ist, das nicht nur hinsichtlich der Qualität, sondern auch hinsichtlich des Preises reaulierend wirken muß. Es kommt hinzu, daß das Bedürfnis nach solchen Waschmitteln scheinbar gedeckt ist, sodaß auch von diesem Gesichtspunkt eine weitere Unterstützung der Fabrikation sich nicht als notwendig erweist. Mit dieser kommenden Entwicklung steht der Umstand, daß täglich Neueinrichtungen geschaffen werden und auch von Kapitalisten immer neue Geldmittel zur Verfügung gestellt werden, nicht im Einklang. Es ist bedauerlich, daß sich auf diese Weise Verluste oft nicht vermeiden lassen. Schutz der Mieter in Österreich. Mit Beginn dieses Monats ist für das Gebiet der österreichischen Monarchie eine Verordnung des Ministeriums in Kraft getreten, deren Ziel es ist, den Mieter für die nächsten beiden Jahre gegen eine unberechtigte Mietpreissteigerung zu schützen. Die Verordnung tritt mit dem 31. Dezember nächsten Jahres wieder außer Kraft. Sie bezieht sich nur auf die größeren Wohnungen und Geschäftsräume. Für die Wohnungen ist die Grenze, bis zu welcher die Verordnung gilt, nach den vier Servisklassen verschieden festgesetzt. In der höchsten Servisklasse werden davon Wohnungen bis zu 3000 Kronen, in der vierten Servisklasse solche bis zu 1000 Kronen betroffen. Für diese Wohnungen kann während der nächsten zwei Jahre kein Hausbesitzer einem Mieter den Mietpreis erhöhen, sofern dies nicht durch eine Steigerung der regelmäßigen öffentlichen Abgaben der Hypotheken=Zinsen bedingt ist. Auf Wohnungen mit einem höheren Mietpreis bezieht sich die Verordnung nicht, es handelt sich also um eine soziale Maßregel, die von der Voraussetzung ausgeht, daß für die nächsten beiden Jahre ein Mangel an kleinen und mittleren Wohnungen und Geschäftsräumen vorhanden sein wird. Außerdem schränkt die Verordnung für die Wohnungen mit den oben angegebenen Mietspreisen das Kündigungsrecht des Vermieters sein. Nur bestimmte wichtige Gründe, e zum Beispiel die nicht rechtzeitige Zahlung der Miete, die Ablehnung einer zulässigen Mietpreiserhöhung und ungeböriges Verhalten des Mieters, berechtigen den Hauswirt zur Kündigung der Wohnung oder des Ges“, ftslokals. Da nun der Vermieter durch die Veroldnung in der wirtschaftlichen Ausnutzung seines Grundbesitzes beschränkt ist, gewährt sie ihm auch einen entsprechenden Schutz gegen eine ungerechtfertigte Erböhung des Zinsfußes der Hypotheken. Die Verordnung bestimmt zu diesem Zweck, daß weder die allgemeine Steigerung des Zinsfußes noch auch eine vor Inkrafttreten der Verordnung zwischen Hypothekenschuldner und Gläubiger vereinbarte Erhöhung Anlaß zu einer Steigerung der Hypothekenzinsen bieten darf. Auch die Kündigung von Hypotheken ist zum Schutze der Vermieter beschränkt worden, denn es ist für alle Kapitalforderungen, die auf einer wenigstens teilweise vermieteten Liegenschaft beruben, eine Stundung bis zum 31. Dezember 1918 durch richterliche Entscheidung zulässig. Im übrigen werden zur Schlichtung von Streitigkeiten, die über die Zulässigkeit einer Heraufsetzung des Mietpreises entstehen, Mietämter eingeführt, die für alle Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohner obligatorisch sind. In anderen Gemeinden können solche Amter durch einen Beschluß des Gemeindeausschusses errichtet werden. Die Verordnung bedutet einen tiefen Eingriff in die wirtschaftliche Lage des städtischen Grundbesitzes und in den Immobiliarkredit. Abnliche Bestrebungen sind auch in Deutschland mehrfach hervorgetreten. Im Reichstag ist der Erlaß eines auf gleicher Grundlage beruhenden Gesetzes in Auregung gebracht und vereinzelt haben auch bereits kommandierende Generäle für bestimmte Orte ähnliche Anordnungen mit rechtsgültiger Dauer während der Kriegszeit erbassen. * * der deutschsprachigen Presse e.V. 1 * Die letzte Hoffnung unserer Feinde. Im Frübjahr 1915 begannen die Franzosen zur Aufrichtung des Mutes und der Hoffnung ihres Volkes in der Presse das Hungergespenst in Deutschland in den dunkelsten Farben zu malen.„Temps“. Vetit Journal“, allen voran aber „Matin“ taten es täglich in mehreren Spalten. Und manches erbeiternde Pröbchen französischer Phantasie dat der„Münst. Anz“ gebracht zu sener Zeit, da wir noch„mitten im Fettwof“ saken. Inzwischen haben wir den Niemen tatsächlich enger schnallen müssen, und besonders die Alten, die Kranken und die Kleinen haben unter Englands verfluchter Tyrannei bitkur zu leiden. Aber mit Nachrichten über unsere Knappheit an Lebensmitteln ist in keinem Lande des Vierverbandes noch etwas zu machen. Es gebt ihnen nicht besser, tielweise sogar noch viel schlechter als uns, zumal jegzt bei der anbaltenden ungewöhnlichen Kälte und dem seit Monaten, namentlich in Italien und Frankreich aufs bitterste empfundene Koblenmangel, von dem wir in Münster sa vorübergebend einen kleinen Vorgeschmack zu kosten haben. Unsere Feinde sind jetzt gezwungen, gröberes Geschütz zur Belebung der Stimmung aufzufahren.„Vetit Journal“ nimmt diesmal den Vortritt. Der in Mailand erscheinende Corriere della Sera“(Morgenausaabe vom 27. Januar 1917] entnimmt dem Pariser Blatte folgenden Artikel: „Es scheint, daß der Skorbut in den großen deutschen Städten aufgetreten ist. Weniastens ist das die Meinung von Dr. Wurz, einem Spezialisten dieser Krankbeit, der diesem Blatte über diese Erscheinung folgende Erklärung gegeben bat: Wenn die Nachricht zutrifft, dürfte sie das Ende der deutschen Widerstandskraft bezeichnen, wie sie 1871 das Ende der Widerstandskraft der Pariser bedeutete. Die Deutschen haben noch Kohl und Steckrüben bis zum 15. März, dem Termin, bis zu welchem diese frischen Gemüse eßbar bleih“: So lange man diese Nahrungsmittel besitzt, glaube ich. i die Skorbutfälle nur vereinzelt bleiben werden, aber nau.der wird es schlimmer werden. Der Skorbut ist eine evidemische Krankheit, welche sich wit großer Schnelligkeit verFreitet, wenn die Unterlage für sie gegeben ist. Diese Unterlage ist das Fehlen von frischen Lebensmitteln oder der ständige Gebrauch solcher Lebensmittel, die nicht gewisse Bestandteille, wie Phosphor, enchalten, die für den menschlichen Körder unentbehrlich sind. Wenn der Skorhut in Deutschland zufgetreten ist, wird dieses Land nicht länger Widerstand leisten können, um so mehr, als seine Ursachen statt sich zu vermindern, noch fortwähretd wachsen.„Man, bedenke, daß wir vor jener kritischen Veriode stehen, die unsere Landleute kennen, die sich von Februar bis Mai erstreckt. In dieser Zeit fehlt alles, es gibt keine Kartoffeln, keine Gier, keine Hühner mehr. Was wird also die Lage der Deutschen sein? Sie haben noch die Koblarten zur Beigabe für Kartoffeln. Ist der Kobl aber erschöpft, werden sie gar kein Gemüse mehr haben. Alsdang wird sich der Starbut unheimlich vermehren. Diese aransame Krankbeit! Dr. La llier, der sie 1870 in Frankreich studierte, beschreibt sie in seinem Berichte wie, solot: Als die Lebensmittel feblten, bezahlte die Pariser Behölkerung mit einer ungebeuren Sterblichkeit ihren Tribut. Angekommen im Greisenhospital, sahen wir ermüdete Versonen in einem unbeschreiblichen Zustand der Schwäche. Ihre Krankheit, welche zunächst in keiner Krankheitskategorie unterzuhringen war, war der Skorbut, das übel des Elends. Der Zustand des Marasmus nahm arg zu und endete mit dem Tode des Kranken innerhalb wenig Tagen. In einem einzigen Tage starben in einem Hospital daran 54. Es wird interessant sein, diese Skorbut=Artikelserie in ihrer Entwicklung zu beobachten. Vorläufig tritt man noch eiwas zaghaft und schüchtern auf:„Es scheint....“.„Wenn die Nachricht zutrifft....“.„Wenn der Skorbut in Deutschland aufgetreten ist....“ Das sind im ersten Artikel so einige Vorbehalte, die später fortfallen. Als Gewährsmann wird ein Mann mit deutsch=klingendem Namen(Dr. Wurz) genannt, dem ohne Zweifel für später eine besondere Rolle zugedacht ist. Der Skorbut ist eine Krankheit, die auch im Frieden auftritt. Sie wird am meisten beobachtet bei Schiffern, die auf großer Fahrt lange Zeit ausschließlich von Konserven leben, ferner bei unterernährten Personen, die in feuchten Kellerwobnungen leben. Häufig ist eine Ursache gar nicht erkennbar: so ist dem Schreiber dieser Zeilen ein solcher Fall aus seiner Verwandtschaft bekannt, dessen Behandlung sich Dr. Löbker im„Bergmannsheil“(Bochum) aus Interesse an dem„seltenen Fall“ erbat. Von dem auffälligen Auftretn von Skorbnt in der gegenwärtigen Kriegszeit ist nichts bekannt geworden. Wie sollte der sagenhafte Dr. Wurz dazu kommen? Der Artikelschreider ruft dann die Landleute zu Kronzeugen dafür auf, daß es in der Zeit vom Februar bis Mai keine Kartoffeln, keine Hühner und keine Eier mehr gibt. Wer lacht da? Der Mann spricht, wohlgemerkt, nicht vom Jahre 1917, wo uns is leider infolge der Mißernte die Kaxtoffeln knavo geung werden, sondern von dem Jahresabschnitt überhaupt. Wenn der Skorbut unseren Feinden helfen solk, dann können sie beim Hoffen und Harren zu Narren werden. Da halten wir es lieber mit unseren U.Booten, die kurze und gute Arbeit tun. Franzosen und Italiener, die Mitläufer Englands, werden bald genug an das Sprichwort denken: *„Was du nicht willst, daß man dir in Das füg' auch keinem andern zu.“ Aus der Stadt. Münster, 6. Februar Aus dem Amtsblatt. Ernannt wurden zu Rechnungsräten die Reaierungssekretäre& Tübben,&a; Versvobl und * Rangen in Münster. Versetzt: Der Seminarlebrer * Schemme vom Lehrerseminar in Werl an das Lehrerseminar in Dorsten an die Stelle des nach Werl versetzten Seminarlehrers Geischer. Männerchorbund. Diejenigen Herren des Mönnerchorbundes, welche durch ihre freundliche Mitwirkung die Aufführung der großen Messe von Franz Schubert zu unterstützen gewillt sind, werden auf das heutige Inserat im Anzeigenteil aufmerksam gemacht. Robert Kothe=Abend. Robert Kothe wird am 13. Februar in der Aula des Realaymnasiums seinen zweiten diesjährigen Abend veranstalten und neben einer Auslese seiner schönsten Lieder drei Lieder für Vorsänger mit Laute und einem Frauenchor zum Vortrag bringen. X Der Kursus für Kinderhortarbeit, der für den 12. Februar angesetzt war, muß einstweilen verschoben werden, da wegen der allgemeinen Kohlenknappheit die in Aussicht genommenen Räume einstweilen nicht gebeizt werden können. Wann der Kursus stattfinden kann, wird noch bekannt gegeben. 140= Aus den Provinzen. ∆ Handorf, 4. Febr.(Volksvereinsversammlung.) Eine Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland, die hier im Vennemannschen Saale stattfand, war von Frauen und Männern der Gemeinde sehr zablreich besucht. Arbeitersekretär Holle=Münster sprach über die Pflichten der Daheimaebliebenen. Redner entwarf ein Bild von der günstigen militärischen Lage, führte dann den Anwesenden bei gespanntester Aufmertsamkeit unsere zeitige wirtschaftliche Lage vor Augen und forderte in recht ernsten Worten jene, die dazu in der Lage seien, auf, Lebensmittel auf den Markt zu bringen, um im kommenden gewaltigen und entscheidenden Ringen jedem Deutschen das Durchhalten zu ermöglichen. Der reiche Beifall zeigte, daß die Worte des Redners bei den Anwesenden den Willen zum Durchbalten und zum Opferbringen stärkten. Amtmann Bartosch wies auf die verschiedenen Bestimmungen des Bundesrats hin und forderte auch seinerseits zur Pflichterfüllung auf. Pfarrer Eckervogt zog in den Kreis der Pflichterfüllung auch die Flüsigmachung der Zahlungsmittel: nicht mehr Geld dürfe im Besitze des Einzelnen sein, wie unbedingt notwendig; entbehrliches Geld übergebe man den Sparkassen, Banken, Darlehnskassen. Nachdem der Pfarrer noch auf den neugebildeten Hilfsausschuß hingewiesen batte, schloß er mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch die recht anregend verlaufene Versammlung. (2) Warendorf, 4. Febr.[Volksvereinsversammlung.] Seit langer Zeit batten sich gestern nachmittag die Mitglieder und Freunde der Volksvereinssache wieder zu einer Versammlung im Schnösenberaschen Saale eingefunden, die ob ihres gesamten Verlaufes und angesichts des sehr starken Besuches besonders seitens der Frauen, sich zu einer kraftvollen Kundgebung vaterländischen Geistes gestaltete. Der Kriegsgeschäftsführer der hiesigen Ortsaruppe, Instizrat Blumberg, wies hin auf die rege Tätigkeit, die der Volksverein in den letzten Wochen in den Dörfern des Kreises Warendorf entfaltet habe, die mit dazu beitragen werde, den vaterländischen Gedanken, jetzt, wo es um alles geht, stärker zu befestigen. Den Vorsitz übernahm dann Gymnasialdirektor Kaumann, der dem Direktor Sonnenschein das Wort erteilte. Der bervorragende Redner zeichnete ein Bild von den allgemein bekannten Zielen unserer Gegner. Er fand insbesondere überzeugende und fesselnde Worte für das Fundmotiv. aus dem der Weltkrieg entstanden ist. Nicht aus der Unklugheit und diplomatischen Kurzsichtigkeit unserer Geaner, sondern aus der wirtschaftlichen Entwicklung der Staaten wurde er geboren. Damit gina Dr. Sonnenschein über auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. schilderte in kebhaften Farben das Emvorkommen unferer Industrie, unseres Handels und Verkehrs, das alles die Besoranis und den Neid Englands bervorgerufen habe. Er schilderte ferner in der ihm eigenen fesselnden Art die Umstände, die uns zu dem starken Volke gemacht haben, wie wir jetzt vor unseren Geanern und vor der ganzen Welt steben. Die Sorge für unsere Heeresorganisation, das Emvorkommen unserer Landwirtschaft, das schnelle Aufblühen unserer Industrie, das Wachsen unseres Handels und unserer Einwohnerzahl, die Bildung des Volkes in unseren vortrefflichen Schulen und nicht zuletzt das sittliche Bewußtsein und der christliche Gedanke, von dem unser Volk aetragen ist, und das uns alles zu dem starken Volke gemacht habe, waren markante Striche in den Ausführungen des Redners, die die Aufmerksamkeit der Anwesenden in vollem Maße fesselten. Seine Schlußsätze gipfelten in der Forderung, auch hinter der Front Opfer zu bringen, für die, welche an den Fronten weit größere Opfer zu bringen haben wie wir. Reicher Beifall dankte ihm für die vorzügliche 1½ stündige Rede. Mit einem Hoch auf den Kaiser und dem Liede„Deutschland. Deutschland über alles“ fand diese vaterländische Kundgebung ihr Ende. ∆ Warendorf, 5. Febr.(Auskunft) über Unfall=, Kranken= und Invalidenversicherung, in Militär=, Miets=, Steuer= und ähnlichen Angelegenheiten erteilt ein Vertreter des Vollsvereins am Donnerstag von 4 bis 6 Uhr beim Wirt Hungerkötter. + Gronau, 3. Febr.[Stadtverordnetensitzung.) In der letzten Stadtverordneten=Sitzung nahmen die Beratungen über die Prüfung. Feststellung und Entlastung der Rechnungen der Stadtkasse, des Elektrizitätswerkes. des Wasserwerkes. des Schlachthofes und der Badeanstalt für 1914 und 1915 den breitesten Raum ein. Das Ergebnis der Rechnungslegung ist folgendes: Stadtkasse(1914): Einnahme 1616 808 59 M. Ausgabe 1561 731.08 Mk., Bestand 55077.51 Mk.(1915) Einnahme: 3042518.85 M. Ausgabe: 2821 304.96 Mk., Bestand 221 213.89 Mk. Elektrizitätswerk(1914): Einnahme: 119278.16 Ml. Ausgabe 126636.04 M., Vorschuß: 7357/88, Mk.(1915): Einnahme 136429.6), Mk., Ausgabe 138 434.98 Mt. Bestand: 2994.63 Mk. Wasserwerk(1914): Einnahme 71 623.55 Mk. Ausgabe 81 525.37 Mk., Vorschuß 9 901.82, Mi.:„(1915)„Einnahme 52954.59 Ml., Ausgabe 57 486.17 Mk., Vorschuk 4531.58 Mk. Schlachthaus(1914): Einnahme 15 299.36 Mk., Ausgabe 10.763.71, Mk. Bestand 4535.65 Ml. Badeanstalt(1914): Einnahme: 14144.30 Mk., Ausgabe 17 241.01 Mk. Vorschuß 3096.71 Mk.(1915): Einnahme 19240,65 Mk. Ausgabe 19865.49 Mk., Vorschuß 6-24.84 Mark. Die neue Hundesteuerordnung in der vom Magistrat vorgelegten Fassung fand die einstimmige Billigung des Kollegiums. Zwei wichtige Ereianisse: die Amtsgerichtsübergabe und die U.Bootkrieg=Verschärfung gaben der Donnerstag=Sitzung ihre besondere Note, die ihren Ausdruck in einem Danktelegramm an den Kaiser fand. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Hagedorn wurde folgende Depesche abgesandt:„Ew. Majestät legen Magistrat und Stadtverordnete der Stadt Gronau in Westfalen hocherfreut über die laut Verordnung vom 8. Jannar 1917 heute erfolgte Errichtung des Amtsgerichts gehorsamst untertänigsten Dank zu Füßen, versichern entschlossensten Willen der Stadt zum Burchhalten und erhoffen durch U.=Bootkrieg im Verein mit der tapferen Land= und Seemacht baldigsten dauernden und glücklichen Frieden.“ (2 Gronau, 3. Febr.(Amtsgerichtseröffnung.) Das von der Stadt mit einem Kostenaufwande von rund 180 000 Mark errichtete Amtsgericht für den neugebildeten Amtsgerichtsbezirk Gronau und Eve einschl. Kirchspiel wurde am Mittwoch seiner Bestimmung übergeben. Von einer eigentlichen Einweihungsfeier hatte man wegen des Ernstes der Zeit Abstand genommen. Der Übergabeakt vollzog sich in Gegenwart von Vertretern der Staatsbauverwaltung, der Instizverwaltung, ferner beider städtischen Körverschaften u. a. Amtsrichter Primaveli(zuletzt in Dorsten) übernahm das Gebäude für die Justizverwaltung.„Bürgermeister Hagedorn warf einen Rückhlick auf den Werdegang des Amtsgerichts und dankte allen Förderern der Amtsgerichtserrichtung. Eine gemeinsame Besichtigung des schönen Gebäudes, das unter der örtlichen Bauleitung des Stadtbaumeisters Göhler erstand, schloß die Feier. Vermischtes. * Werden Zeitungsanzeigen gelesen? Die Frage ob Zeitungsanzeigen eigentlich gelesen werden, wird oft gestellt und in sehr verschiederem Sinne heantwortet. Nun het, wie wir im„Fränkischen Kurier“(Nürnbera) lesen, der Leiter eines großen Londoner Geschäftsbauses, das dauernd sehr bedentende Summen für Zeitungsanzeigen ausgibt, einen Versuch gemacht, dessen Ergebnis einen lehrreichen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage bildet. Er setzte nämlich in die Zeitungen eine Anzeige, in die vorsätzlich verschiedene fehlerhafte Angaben über geschichtliche Ereignisse und Daten eingeschmuggelt waren. und wartete ab. ob hierauf etwas erfolgen würde. Und ob etwas erfolate! Im Lause einer Woche waren bei dem Geschäftsbause aus allen Teilen des Landes etwa 300—400 Zuschriften eingelaufen, in denen die Briefschreiber ihr Erstaunen darüber ausdrückten, daß ein solcher Schafskovf, der von nichts eine Abnung zu haben scheine, die Geschäftsanzeigen der Firma abfassen dürfte. Und in den folgenden Tagen nahm der Briefstrom noch dauernd zu. Es liefen Briefe ein von Schuljungen und Schulmädeln, von Prosessoren und Lehrern, von Geistlichen und Landwirten. und selbst ein paar Namen von literarischem, Rufe fanden sich unter den Briefschreibern. Damit war die Frage, um die es sich handelte, allerdings beantwortet, und der Leiter des Londoner Geschäftshauses hat erklärt, daß seine Überzeugung von der Wirksamkeit der Zeitungsanzeigen durch diesen Versuch anßerordentlich bestärkt worden sei. Briefkasten. Unteroffizier S. Sie wollen wissen, ob Sie die Orden und Kriegsauszeichnungen von 1870/71, die Sie von einem Kriegsveteranen„geerbt“ haben, tragen dürfen. Orden werden verlieben, nicht vererbt. Wenn der Erblasser Ihnen auch die Orden„vermacht“ hat, so dürfen Sie sie doch nicht tragen und die Erlaubnis dazu kann Ihnen niemand verleiben. Da Sie aber im Felde stehen, und sogar bei einer Munitionskolonne, so haben Sie ja die beste Gelegenheit, sich selbs Kriegsauszeichnungen, vielleicht sogar das„Eiserne Preuz“ zu verdienen. Dann brauchen Sie sich nicht mit fiemden sedern zu schrücken.„ien Ehetauem Balt im. Sel. du. u. L. Hler. Den kriegsgetrauten Ehefrauen steht im Falle der Bedürstigkeit, ebenso wie den sonstigen Angehörigen unserer Krieger, Kriegeunterstütung nach Maßgabe des Gesetzes vom 28. 2. 188 bzw. 4 8. 1914 zu. Von einer Verordnung, daß in einem solchen Falle Kriegsunterstützung nicht gewährt werden soll, ist uns nichts bekannt. Für eine Kriegstrauung sind die Geburtsurkunden der Brautleute und, falls sie noch nicht volljährig sind, die Einwilligungserklärung der Eltern pp. beizubringen, sowie für den Bräutigam, jalls, er dem Beurlaubtenstande des Heeres angehört, ein militärischer Ausweis. Urlaubspaß usw. aus welchem hervorgeht, daß er der Reserve, Landwehr oder dem Landsturm angebört. Gehört der Bräutigam als aktiver Soldat dem Heere an, so ist die Genehmigung seines Truppenteils beizuA. A. 100. Dülmen. Die Kriegsunterstützung ist nach den gesetzlichen Bestimmungen bei Entlassung aus dem Militärverband einzustellen. Eine Weiterzahlung der Unterstützung findet nicht statt, da angenommen werden mutz, daß der Arbeitsverdienst des Entlassenen zum Unterhalt seiner Familie ausreicht. Sollie das jedoch nicht der Fall sein, was häufiger vorkommt, wenn der Entlassene nicht in seinem Wohnorte, sondern auswärts Arbeit annehmen mußte und dadurch der Lebensunterhalt bedeutend verteuert wird, so ist von der Gemeinde des Wohnortes zu prüfen, ob im Bedürfnisfalle eine Unterstützung der Jamilie, gus Mitteln der Kriegswohlfahrtspflege erfolgen muß. Sie müssen sich also, wenn das bei Ihnen zutrifft, mit einem Gesuch an die Sriaksbörde des Wehnsitzes Ihrer Familie wenden. Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Auton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorsschen Buchhandlung in Münster # Zigarette 91 einschliess lich Kriegsaufschlaog Jrotz Steuererhöhung behalten unsere Ziggteffen ihre alfen onerkannten Qualitäten. Georg A.Jasmatzi Aktiengesellschaff EEUUPENNTN En veliches Hausmitter für Biaturme, Bleiehsuentige, um das Biat zu Vereichern. In der Rekonvaleszenz nach erschöpfenden Krankheiten, um die Kräfte rasch zu heben. Von Arzten mit Vorliebe verordnet. Preis Mk. 8.— die Flasche, auch in Tablettenform Mk. 2.60 bequem auf Reisen, überall erhältlich. Neuer Verlag der Aschendortischen Verl.-Buchhdlg. MünsterW. 1 Soaden erschien in 2. Auflage: Handbuch für den Unterricht in der biblischan Goschschte Zum Gebrauch in Präparandenlischen Geschichtg, anstalten von R. Keller, Pfarrer und Prüparandenanstalts=Vorsteher. Altes Testament. Mit 3 Karten.(IV und 316 S. Fe.) 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Wests., Aegidiistraße 20a, ist heute 6 Uhr nachmittags der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter ist der Auktionator Kösters in Münster i. W. Offener Arrest mit Anzeigepflicht und Anmeldefrist bis zum 28. Februar 1917. Termin zur Beschlußfassung über Wahl eines anderen Verwalters, Bestellung eines Gläubigerausschusses, Unterstützung des Gemeinschuldners, Schließung oder Fortführung des Geschäfts und Anlegung von Geldern und Wertjachen den 22. Februar 1917, vormittags 11 Uhr, Zimmer Nr. 17; Prüfungstermin den 10. März 1917 vorm. 11 Uhr, Zimmer Nr. 17.(N. 1—17.) Münster, den 2. Febr. 1917. Königl. Amtsgericht, Abt. 9. Mittwoch, den 14. Fedr. 1917 nachm. 2½ Uhr, verkaufe ich für Herrn Gutsbesitzer Bolte, Tilbeck=Havixbeck: 50 kanadische Pappeln bis 42 Zmtr. Durchmess. und 18 Mtr. Länge, zu Brett., auch für Holzschuhmacher geeignet, 2 Eichen, 12 gefällte Eschen, 1 500 Meter lange mit starkem Holz besetzte Hecke. Das Holz steht an guter Abfuhr am Bahnhof Tilbeck. Havixbeck, den 3. Febr. 1917. 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Die 1. Probe findet statt Donnerstag, den 8. Februar, abends 8½ Uhr im Rathause. Zur Mitwirkung bereitwillige Herren, die 1. Tenor oder Baß singen, werden freundlichst um ihr Erscheinen gebeten. F Totenbriefe werden schnell u. billig angefertig Aschendorffsche Buchdruckerei. Kunst u. Karnthaut! was so viel angeboten wird, ist ein vom gesunden Nachwuchs ab gestoßenes Haar, minderwertig, nicht farbecht, meistens kunstgefärbt Lebendgesanittenes Haar dagegen hat die Vollk aft, bleibenden Wert, ist farbecht, ohne gefärbt zu sein. Meine Auswahl in Haarflechten und Haarersatz ist unerreicht groß. Meine Preise sind die billigsten von Mi. 0.90 1.25, 2.—, 3.—, 5.—. 8.— 10.— auswärts. Frau A. Oemtröder, Munster— Salzstraße 55 Kunststopserei Alter Steinweg 40. Alle Arten Kleider, Decken, Teppiche, Uniformen, ufw., welche durch Brand, Motten, Risse usw. beschädigt sind, werden wie neu kunstvoll gestopft oder eingewebt. 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Er starb nach kurzer Krankheit, mehrmals gestärkt durch den andächtigen Empfang der hl. Sakramente der römisch=katholischen Kirche, im Alter von 79 Jahren. Um stille Teilnahme und ein andächtiges Gebet bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Goch, den 1. Februar 1917. Habe eine kleine Pandwirtugag„ von 27 Margen guter Weizenbden gegen eine größere v. ca. 40 Morgen zu vertauschen. Off. unt. E 388 an Aug. Rolef, Anz.=Verm. Markt 37. Strebsame, kapitalkräftige, junge Wirtslente suchen bi zu pachten oder zu kaufen. Ausführliche Angebote unter 24 M 310 an das Central= Zeitungs=Bureau, Münster i. W. Totenzettel werden schnell u. billig angefertigt Aschendorffsche Buchdruckerei. Das Jahres=Seelenamt für die verstorbenen Eheleute Metzgermeister Diex Mennemann seniot findet statt Mittwoch, den 7. Februar, morg. 8 Uhr, in der St. Lamberti=Pfarrkirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Gott dem Allmächtigen hat es in seinem unerorschlichen Ratschlusse gefallen, heute morgen unseren lieben, guten und treusorgenden Vater u. Bruder, den General=Agenten Cart Vinslagt im 70. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit zu nehmen. Er starb nach kurzer, schwerer Krankheit, wohlvorbereitet durch einen christlich=frommen Lebenswandel und gestärkt durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente. Seine liebe Seele wird dem Gebete der Gläubigen ind der Priester am Altare empfohlen. C. Kautg u. Ehhuste Seschibsbiche VesBon Sache M. LOWENSTEN Ludgerlsv. 8. tadel Nats und Sontoter. Große Spezialabteilung. Gute Qualitäten und beste Verarbeitung— Bekannt billige Preise — Auswahlsendungen zu jeder Zeit— August Schmedes Salzstraße 36 a. Telephon 1657. Statt jeder besonderen Anzeige. * Das Jahres=Seelenamt für den im Dienste des Vaterlandes verunglückten Raufmamn Abol Wielers findet Mittwoch, den 7. Februar morgens 3½ Uhr in der St. Mauritz=Pfarrkirche statt, wozu freundlichst eingeladen wird. Das Sechswochen=Seelenamt für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Eisenbahn=Bautechniker Rugust Tansgraf findet Freitag, den 9. Februar, morgens 3½ Uhr in der St. Josephs=Pfarrkirche statt, wozu freundlichst engeladen wird. K Das Sechswochen=Seelenamt für das verstorbene Fräulein Elisabeth Schulte findet statt am Mittwoch morgen 8½ Uhr in der Herz=Jesu=Pfarrkirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Das Sechswochen=Seelenamt für Frau Hw. Joh. Jobenburg Antonette geb. Relling findet statt Freitag, den 9. d. Mts., um 9 Uhr in der St. Martini=Pfarrkirche, wozu freundlichst eingeladen wird. Münster, Kaiserswert, Neheim, Hachem, 5. Februar 1917. Godeiberg. 440 Todes=Anzeige. Nach Gottes unerforschlichem Ratschlusse starb gestern abend 8 Uhr unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante ist kein altes Kleidungsstück! Mit Ullstein=Schnittmusteen lassen sich aus alten Sachen elegante moderne Kleider herstellen. Ullstein=Schnittmuster sind stets vorrätig de; Robfhaus Feierk. Kaur. Wwe. Heinrich Ehmann Josesine geb. Howest nach kurzer Krankheit infolge eines Schlaganfalles, wohlvorbereitet durch einen christlich=frommen Lebenswandel und versehen mit den hl. Sterbesakramenten, im 84. Lebensjahre. Wir bitten um ein ändächtiges Gebet für die liebe Verstorbene. Rheine, Hilden bei Düsseldorf, Handorf, Elte, Telgte und Münster, den 5. Febr. 1917. Die trauernden Angehörigen: Familie H. Stockmann. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, deg 7. Februar, vormittags 8½ Uhr in Rheine vom Sterbehause Ibbendürenerstraße 47 aus, gleich darauf das feierliche Seelenamt in der Basilika. Die trauernden Angehörigen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Febr., nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause Achtermannstraße 21 aus; das feierliche Seelenamt am Donnerstag um 9 Uhr morgens in der Ludgerikirche statt. Heute morgen 9 Uhr entschlief nach Gottes Nater, Se hl. Willen unser lieber Vat vater und Onkel Aniegernater, Große G Er stard infolge Altersschwäche, wohlvorbereitet durch öfteren Empfang der hl. Satramente im Alter von 80 Jahren. Um ein andächtiges Gebet für den lieben Verstorbenen bitten Münster, Mülheim(Ruhr), Essen, Frintrup, St. Louis(Amerika), den 4. Februar 1917. Im Namen der trauernden Angehörigen: Familie Wilh. Dirkes. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 7. Fedruar, nachmittags 3½ Uhr vom Sterbehause Warendorferstraße 14 aus: das feierliche Seelenamt am selden Tage, vormittags 9 Uhr in der St. Lamberti=Kirche. Sollte jemand aus Versehen keine besondere Anzeige erhatten haben, so bitten wir, diese als solche angisehen. Das Jahres=Seelenamt für das verstorbene Frautein Veriha Wersebeamann findet statt Donnerstag, den s. Februar, morgens 3½ Uhr in der St. Mauritz=Pfarrkirche. Verwandte und Bekannte werden hierzu freundlichst eingeladen 1 K Das Jahres=Seelenamt für die verstordene Heun Thebdde eider findet statt Mittwoch, den 7. Februar, morgens um 9 Uhr in der St. Ludgeri=Pfarrkirche, wozu Verwandte und Bekannte freundlichst eingeladen werden. Danksagung. Für die uns beim Tode unserer lieben Tochter und Schwester bewiesene Teilnahme, sowie für die reichen Kranzspenden sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Familie Ferd. Lodmeyer. Nach Gottes hl. Willen entschlief heute nachmittag 3 Uhr sanft und gottergeben, versehen mit den hl. Sterbesakramenten im 84. Lebensjahre unsere liebe, gute Tante und Großtante Feaulein„ohanna=Kerthe ff. nachdem ihre Zwillingschwester ihr vor 12 Tagen im Tode vorangegangen war. Um ein frommes Gedet für die liebe Verstorbene bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Münster, München, 3. Februar 1917. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 7. Februar, morgens 8 Uhr, von der Leichenhalle des Clemenshospitals und 8½ Uhr von der St. Mauritzkirche aus statt, nach derselben das feierliche Seelenamt in der St. Mauritz=Pfarrkirche. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen und etwaigen Kranzspenden absehen zu wollen. sss