der deutschsprachigen Presse e.V. beloge e seit Bevölbezug spruch Kurrischere.,„ Anzeigen: Der Raum für die Anzugenspalte, 20 mm breit, 2,2mm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem! Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mm breit, 2, 2mm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Platz= vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehler keine Haftung übernommen. 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Es ist bereits früher darauf hingewiesen, daß der britische Admiral Sir Percy Scott, der Verteidiger Englands gegen Luftangriffe, im Juni 1914 in den„Times“ auf die Gefahr hingewiesen hat, die England in einem Kriege von feindlichen Tauchbooten drohe. Dieses sei in bezug auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln auf die überseeische Einfuhr angewiesen und das bilde seine Schwäche; ein willensstarker Gegner werde das dadurch ausnutzen, daß er die Gewässer um die Großbritannischen Inseln als Kriegsgebiet erkläre und jedes in ihm erscheinende Schiff versenke. Es sei Unsinn, ein solches Vorgehen als einen Rückfall in schwärzeste Barbarei und deshalb als ausgeschlossen zu erklären; denn das Wesen des Krieges sei Gewalt. Der Weltkrieg hat bewiesen, wie recht der Admiral mit seiner Warnung hatte, obgleich die deutschen U.=Boote den Krieg niemals so geführt haben, wie Sir Percy das als selbstverständlich annahm und trotzdem ihre Tätigkeit durch politische Rücksichten sehr wesentlich eingeschränkt worden ist. Solange unbewaffnete Kauffahrer in Frage kommen, erscheint ja auch ihre Versenkung ohne Warnung als übertriebene Härte. Die deutschen Tauchboote haben sie zunächst denn auch nicht angewandt. Erst als die Bewaffnung der feindleichn Handelsschiffe mehr und mehr durchgeführt wurde und die englischen und französischen Kauffahrteidampfer unter der Maske von Neutralen die deutschen U.=Boote wiederholt erfolgreich angriffen, ist infolge der mit dem bis dahin beobachteten Verfahren verbundene Gefahr in Einzelfällen gebrochen worden. In der ersten Perivde des Krieges tauchten die Boote in der Nähe der Dampfer auf, hielten sie an, untersuchten ihre Papiere und gaben der Besatzung genügend Zeit, sich in den Schiffsbooten zu bergen, ehe zur Vernichtung geschritten wurde. Nur wenn ein Dampfer sich der Untersuchung durch die Flucht zu entziehen suchte, mußte kurzer Prozeß gemacht werden. Vielfach wurden die Schiffsboote bis in die Nähe bergender Häfen geschleppt. Vonseiten feindlicher U.-Boote wurden derartige Rücksichten gegen die Kauffahrer der Mittelmächte nicht genommen; Rote Kreuz von Hospitalschiffen wurde nicht geachtet. Mit ihrer Bewaffnung erhielten die englischen Handelsdampfer Anweisung, jedes gesichtete U.-Boot ohne weiteres anzugreifen. Auch dagegen soll nichts gesagt werden, wenn man bereit gewesen wäre, die daraus erwachsenden Folgen in den Kauf zu nehmen. Zunächst ist ein feststehender und bisher nicht bestrittener Grundsatz, daß jede nicht zur bewaffneten Macht gehörende Person, die sich an kriegerischen Handlungen beteiligt, ihr Lehen verwirkt. Es wäre also durchaus gerechtfertigt, wenn die Besatzung erschossen würde, deren Schiffe durch seine Bewaffnung als Meeresfreischütz kenntlich ist, das sich durch einen Rammangriff, Geschützfeuer oder Bombenwerfen einer mit dem Todee bedrohten Handlung schuldig macht. Der„Cant“ mit der„Bewaffnung zur Verteidigung“ ist und bleibt für jeden sachlich Denkenden bare Spiegelfechterei. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es rechtens ist, jedes bewaffnete Schiff ebenso zu behandeln wie ein Kriegsschiff. Ein solches darf aber ohne weiteres versenkt werden, mag man es als Hilfskreuzer betrachten oder als Freischützen des Meeres. Werden Schritte getan, um die ganze Dampferflotte eines Landes zu bewaffnen, so rechtfertigt dieser Umstand deren Versenkung ohne Warnung. Die ursprünglich allen ethischen Grundsätzen Rechnung tragende Haltung der deutschen U.=Kriegführung wird also durch die Bewaffnung der englischen Handelsdampfer unmöglich gemacht, und das Gezeter über Barbarei und Piraterie ist um so weniger berechtigt, als Engländer und Franzosen erklärt haben, daß sie unbewaffnete Handelstauchboote ohne weiteres vernichten würden. Das Vorstehende ist eine rein sachliche Betrachtung über die Lage: ob man es für angezeigt halten wird, aus der Erkenntnis praktische Folgerungen zu ziehen, steht auf einem anderen Blatte. Es sollte nur nachgewiesen werden, daß auch vom rein sittlichen Standpunkt eine rücksichtslosere Kriegführung sehr wohl gerechtfertigt wäre, die von sachkundigen Männern als das einzig Erfolg versprechende Mittel angesehen wird, um England schnell niederzuzwingen. Die trotz der erschwerenden Umstände von den deutschen Tauchbooten erreichten Erfolge sind sehr bedeutend. Es wird von amtlicher Seite darüber monatlich zusammenfassend berichtet: im übrigen sind die deutschen Tageszeitungen auf die Veröffentlichungen ausländischer Depeschenämter angewiesen. Es wird vermutet, daß die von diesen gemeldeten Schiffsververluste nicht vollständig sind. Nach den im November 1916 bekanntgegebenen ausländischen Mitteilungen sind 122 feindliche Dampfer und 27 Segler verloren gegangen. Davon waren englisch 81 Dampfer, 14 Fischdampfer, 2 Sealer; französisch 2 Dampfer, 2 Fischdampfer, 17 Segler; italienisch 13 Dampfer, 7 Segler: russisch 9 Dampfer, 1 Segler; vortugiesisch 1 Dampfer. An neutralen sanken oder wurden aufgebracht 64 Dampfer, 10 Segler; norwegisch 29 Dampfer, 3 Segler: griechisch 10 Dampfer: schwedisch 9 Dampfer, im ganzen demnach 188 Dampfer, 37 Sealer. Nach Angabe des Admiralstabes sind im November 138 feindliche Kauffahrer von 314 500 B.=T.(244 500 engl.) versenkt worden. Rechnet man von der ersten Zusammenstellung die aufgebrachten Schisfe, Fischdampfer und durch Unfälle ausgefallenen ab. die zu dem Kriege nicht in Beziehung stehen, so stimmen beide Rechnungen ziemlich überein. Außerdem meldet der deutsche Admiralstab die Versenkung von 53 neutralen Kauffahrern von 94000 R.=T. zusammen 408 500, seit Beginn des Krieges 3636 500(englisch 2794500) R.=T. Die Zeitungsangaben sind nicht ganz zuverlässig; so wurde z. B. der holländische Dampfer„Oldampt“, der in der Nacht zum 2. November versenkt sein sollte, als am 29. Dezember nach Zeebrücke aufgebracht gemeldet. Es scheint, daß nach den Angaben des„Figaro" vom 11. Dezember auch dieser Monat ein gutes Ergebnis gezeitigt hat. Diese Pariser Leitung meldet, daß am 1. Dezember fünf Schiffe von 7184; am 2. sechs von 7396; am 6. sechs von 8161: am 7. sechs von 4165; am 8. neun von 7576; am 9. vier von 19780; am 10. elf von 26099; im ersten Drittel des Dezember also 79 Schiffe von 114852 R.=T. versenkt seien. Davon seien gewesen: 27 englisch, 9 französisch, 2 rufsisch, 1 portugiesisch, 1 japanisch, 1 belgisch, 19 norwegisch, 8 dänisch, 4 spanisch, 3 holländisch, 2 griechisch, 1 schwedisch; durchschnittlich an einem Tage 8 Schiffe von 11 500 Tonnen. Das sind gewaltige Zahlen angesichts der engen Grenzen, die den Kommandanten der deutschen Tauchboote gezogen sind. Sie müssen den Krieg wie Kreuzer führen, jedes Schiff genau untersuchen, dürfen es nur versenken, wenn es sich als feindlich herausstellt, Bannware führt und das Leben der eingeschifften Personen nicht gefährdet ist. Somit verdienen diese Erfolge die Bewunderung aller sachlichen Beurteiler. Es ist gesagt worden, daß bei schärferem Vorgehen auf eine monatliche Mindeststrecke von 600000 Tonnen gerechnet werden dürfe. Das erscheint sehr wenig, wenn die durch den bisherigen Ukrenzerkrieg erreichten Zahlen damit verglichen werden. Man hat vielfach geglaubt, es werde den U.Booten unter den jetzigen Verhältnissen überhaupt nicht möglich sein, ein greifbares Ergebnis zu erzielen, da vielfach die großen Dampfer vorbei gelassen werden müßten, so daß nur ein kleiner Prozentsatz der in den Bereich der Uboote kommenDer geschlagene Feind hinter den Sereth zurnugekrung?. Der österreichische Tagesbericht. Wien, 10. Jan.(WTB.) Amtlich wird verlautbart: Ostlicher Kriegsschauplatz, arkt aufgeSorte se 400 ck bene 25 findet diensZwischen der Putna=Mündung und Jocsani wurde der Feind hinter den Sereth zurück gewor. fe n. lich und südlich des Casinu=Tales wurde der Feind weiter zurückgedrängt. In den Kämpfen der beiden letzten Tage sielen 6 Offiziere, 900 Mann und 3 Maschinengewehre in unsere Hand. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Nördlich von Focsani gelang es uns, auf dem linken Putuaufer Fußzujassen. Zwischen Focsaui und Fundeni zwangen wir den geschlagenen Gegner, seine Stellungen hinter der Putna aufzugeben und hi nter den Sereth zurückzugehen. 550 Gesangene wurden eingebracht. An der Rimnieul=Sarat=Mündung hielten wir im Angriff errungene Fortschritte gegen mehrere feindliche Vorstöße. Mazedonische Front. Nächtliche Angriffe an der Struma wurden abgewiesen. Der erste Generalquartiermeister Ludendorff. Großes Hauptauartier, 10. Jan.(WTB.) Westlicher Kriegsschauplatz, Bei Sturm und Regen blieb die Gefechtstätigkeit gering: nur an der Anere lebhafte Artilleriekämpfe. Ost'icher Kriegsschauplatz. Beiderseits der Susita versuchen Russen und Rumänen sich des Druckes unserer Truppen durch opferreiche Gegenangriffe zu erwehren. Ihre Anstrengungen blieben erfolglos. Neuerlicher Raumverlust und eine Einbuße von 900 Gefangenen und 3 Maschinengewehren waren dort für den Feind das Ergebnis der beiden letzten Kampftage. Weiter nördlich bei den k. u. k. Truppen keine besonderen Begebenheiten. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. DarDr. a. d. derder Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. rieger vielitbare Hand abEhrlichen frankHaß den a. dieVerPresse stehen, Wort Schrift Wirauch : Vertkrieg" schrift üre de Buch Eleune n. so Stirne n vor fehlt Daher lässige Starke russische Angriffe südwestlich Riga sowie zahlreiche Vorstöße kleinerer Abteilungen zwischen Küste und Naroez=See blieben auch gestern ohne jeden Erfolg. Front des Generglobersten Erzherzogs Josef. Vergeblich versuchten Russen und Rumänen die ihnen entrissenen Höhenstellungen beiderseits des Susita=Tales zurückzugewinnen. Unter blutigen Verlusten scheiterten die mit starken Kräften ausgeführten Gegenangriffe. NördNichts zu melden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschall=Leutnant. Ministerwechsel in Rußland. Petersburg, 10. Jan.(W2B.) Meldung der Petersburger Telegraphen=Agentur. Ministerpräsident und Verkehrsminister Trevow und der Unterrichtsminister Graf Jgnatiew sind in den Ruhestand versetzt worden. Senator und Mitglied des Reichsrats Fürst Golizin ist zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Senator Kultschitsky ist mit der Führung des Unterrichtsministeriums betraut worden. Der Gehilfe im Ministerium des Innern Meratow ist zum Mitglied des Reichsrats ernannt worden. Trepow war am 15. Dezember 1915 an Stelle Ruchlows zum Verkehrsminister und am 24. November 1916 als Nachfolger Stürmers zum ersten Minister ernannt worden. Am 3. Dezember hielt er in der Reichsduma die bekannte Rede, worin er mitteilt, daß Frankreich, England und Rußland sich durch einen Vertrag geeinigt hätten, Rußlands Anspruch auf die Dardanellen anzuerkennen. Nach dem Rücktritt Ssasonows verwaltete Trepow zeitweilig die auswärtigen Angelegenheiten, bis Pokrowski am 16. Dezember zum Minister des Außern ernannt wurde. König Ludwig von Bayern über die Ablehnung des Friedensangebotes. München, 9. Jan.(WTB.] Bei der Königsgeburtstagsparade am Sonntag versammelte der König Ludwig die Verwundeten und die Offiziere um sich und wandte sich an sie mit einer Ansprache, in der er u. a. sagte: Vor kurzem hatten wir gehofft, daß der Friede bald kommen werde. Seine Majestät der Kaiser mit seinen hohen Verbündeten hatten dem Feind, obwohl wir Sieger sind, das Anerbieten gemacht, Frieden zu schließen. Es wurde von den Feinden zurückgewiesen. Wir wissen jetzt, was wir zu tun haben. Wir müssen fortfahren zu kämpfen und zu siegen, wie bisher. Wir müssen siegen, bis der Feind genötigt ist, uns um Frieden zu bitten, um einen Frieden, der ehrenvoll und dauerhaft ist und der den riesigen Opfern entspricht, die wir gebracht haben. Nicht wir waren es, die den furchtbaren Krieg begannen. Wir haben ihn aber angenommen, wie es sich geziemt und haben den Feinden gezeigt, was es heißt, wenn man das deutsche Reich und seine Verbündeten angreift. Der König wandte sich dann an die Verwundeten, wünschte ibnen baldige Genesung und dankte den Offizieren für die gutgeleitete Ausbildungsarbeit an den Soldaten. Mit den Worten„Gott befohlen" verließ der König den Paradeplatz und fuhr nach der Residenz. Zur Lebensmittelversorgung. Beschaffung von Fischereibedarf. Um eine möglichst sparsame Verwendung der für die Herstellung von Fischnetzen erforderlichen Rohmaterialien an Baumwolle, Hanf, Flachs usw. zu gewährleisten, hat die Kriegs=Rohstoff=Abteilung angeordnet, daß alle bei den deutschen Neßfabriken eingehenden Bestellungen an Fischernetzen dem Reichskommissar für Fischversorgung zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden müssen. Den Netzfabriken ist durch die Kriegs=Rohstoff=Abteilung verboten, Netzbestellungen ohne Genehmigung dieses Ausschusses auszuführen. Um Verzögerungen zu vermeiden und den Fischern den Gang der Bestellungen zu erleichtern, sind überall in den einzelnen Fischereigebieten besondere Vertrauensmänner, welche ihrerseits in den Fischerortschaften örtliche Vertreter beauftragen, bestellt worden. Die Fischer werden daher zweckmäßig alle Netzbestellungen den zuständigen Vertrauensmännern oder ihren örtlichen Vertretern einreichen, diese werden die Bestellungen auf dem richtigen Wege weitergeben. Netzgarne können von den Fabriken bis auf weiteres ohne Zustimmung des Ausschusses für Fischereibedarf unmittelbar bezogen werden. Der Reichskommissar für Fischversorgung(Ausschuß für Fischereibedarf) wird, soweit möglich, auch sonstigen Fischereibedarf vermitteln. Vertrauensmann für Westfalen ist Prof. Dr. A. Thienemann, Münster i. W., Südstraße 72/74. Vom Lebensmittelmarkt. Die Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats schreibt in ihrem neuesten Wochenbericht über die Zeit vom 3.—8. Januar 1917: Das Kriegsernährungsamt hat bereits vor längerer Zeit angcordnet, daß die Viehbandelsverbände auch noch nicht ausgemästete Schweine, Ferkel und sogenannte Futterschweine abnehmen, wenn der Besitzer diese nicht weiter füttern kann. Hierbei handelt es sich also nicht um Schlachtvieh=Ware;= deshalb ist den Viehhandels=Verbänden mitgetilt worden, sie dürften für Tiere, die Schlachtvieh nicht sind. Preise anlegen, die insofern von denjenigen für Schlachtvieh abweichen, als für Gewichte der zwei untersten Klassen(der Skala für Schlachttiere) der Preis der Klasse über 70 Kilo gezahlt werden darf. Dies gilt also nicht, wenn es sich ausnahmsweise um Stücke ganz leichter Rassen handelt, die schon mit etwa 60 Kilo schlachtreif sind. Die Viehhandelsverbände sollen Ferkel und Futterschweine dann zur Abschlachtung stellen, wenn es nicht gelingt, sie zur Weitermästung, insbesondere mit Hülfe der Heeresverwaltung, zu bringen. Der Brandenburg=Berliner Viehhandelsverband zahlt vom 1. Januar ab nicht mehr 100 Mk. Prämie für jede von außerhalb in die Provinz Brandenburg eingeführte Milchkuh. Er behält sich vielmehr vor, solche Prämie nur in den Fällen zu gewähren, wo die Einführung des Milchviches unmittelbar durch seine oder der Kommunal= verbände Vermittelung erfolgt. Die für Wild festgesetzten Höchstpreise gelten auch für alles aus dem Auslande eingeführte Wild. Ausnahmsweise Erlaubnis zum Verkauf über den Höchstpreis ist bisher vom Kriegsernährungsamt nicht bewilligt, sondern, wenn beantragt, ausnahmslos abgelehnt worden. In der Schweiz hat die Monopolverwaltung des Bundes auf Weizen und Mais vom 3. Januar ab einen Ausschlag eintreten lassen, weil sonst die Unterschiede zwischen dem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis im Inlande, welche der Staat zahlt, zu große werden würden. Auch mit der neuen Preiserhöhung um 4 Francs für die 100 Kilo Weizen und um 2 Francs für die 100 Kilo Mais bewegen sich die inländischen Verkaufspreise immer noch um mehrere Franken unter dem gegenwärtigen Einstandspreise, der an das Ausland zu zahlen ist. Die englische Regierung hat die Versorgung des Landes mit Mais selbst in die Hand genommen. Der WeizenAusschuß wird die Überwachung übernehmen. Diese Maßnahme ist jedenfalls mit Rücksicht auf die Streckung des Weizenmehles durch Maismehl getroffen worden. Die Weizenernte in Argentinien beträgt in diesem Winter 2 106 000 To., gegen 4 698 000 To. im Vorjahre, die Haferernte 488 000 To., gegen 1093·000 To. Das Ergebnis muß demgemäß als Mißernte bezeichnet werden. Auf dem Getreidemarkte war das Geschäft sehr gering, zumal da auch die Zufuhren nennenswerte Steigerung nicht erfuhren. In Saatgetreide kann sich das Geschäft nicht entwickeln, weil die Bestimmungen noch immer nicht erschienen sind. Für Saaten und Gräser erhielt sich die feste Stimmung. Die Umsätze blieben aber in den engsten Grenzen. In den letzten Tagen zeigte sich etwas Angebot von Seradella. nachdem sich die Verbraucher etwas Zurückhaltung auferlegt hatten. Industriehafer wurde lebhafter umgesetzt; sofort lieferbare Ware war zu 300 Mark ab mecklenburgischer Station(außer den bekannten gesetzlichen Vergütungen und gegen Bezugsschein) käuflich Vom Balkankriegsschauplatz. Auch England gegen das Saloniki=Unternehmen. Genf. 10. Jan.(TU.) Der„Temps“ schreibt, daß unter den von Briand erwähnten Unstimmigkeiten auch Englands Bedenken gegen die Fortsetzung des verstehen waren. Der„Petit Parisien“ Zensurrücksichten verhindert zu sein, näheres über die bevorstehenden Maßnahmen, namentlich soweit die Orientpolitik in Frage komme, bekanntzugeben. skeptisch gegenüber den Versicherungen, daß nunmehr nach Beseitigung aller Hindernisse über ein energisches Vorgehen der Entente auf allen Fronten zu berichten sein wird. Das Blatt wolle nicht an Wunder glauben. Bern, 9. Jan.(WTB.) Der„Temps“ schreibt: Die Operationen an der Balkanfront sind von erheblicher Wichtigkeit für die Lösung des gesamten europäischen Problems. Der Erfolg hängt zum beträchtlichen Teil von der Politik ab, die die Entente in Athen verfolgt, da die alliierten Heere nur darin feste Garantien für ihre Sicherheit finden können. Die Tatsache, daß Italien gegenüber Griechenland sich nicht in der gleichen Rechtslage wie Frankreich. England und Rußland befindet, sowie der Skeptizismus, der bis in die letzte Zeit in gewissen englischen Kreisen hinsichtlich brauchbarer Ergebnisse des SalonikiUnternehmens herrschte, verursachten zuweilen eine bedauerliche Unschlüssigkeit. Sicherlich führte nun der Gedankenaustausch in Rom zu einer glücklichen Klarstellung aller Elemente der Balkanfragen. Wie man hoffen darf, wird unsere bestimmte, energischere Aktion in Griechenland bald diesen Eindruck bestätigen. Saloniki=Unternehmens zu bedauert, durch „Journal“ stellt sich sehr selbst das ünster, 1 zwimehrDar1505 nettler neben Eine Gewalttat gegen den Heiligen Auf Verlangen der Entente hat der erste diensttuende Geheimkämmerer des Papstes, Prälat Ritter von Gerlach Rom verlassen müssen und ist in Lugano eingetroffen. Es handelt sich hier offensichtlich um den Versuch, deutsche Persönlichkeiten aus der Umgebung des Papstes zu entfernen und so den Heiligen Vater einseitig zu unterrichten und für die Entente zu gewinnen oder zu beeinflussen. Der Versuch, der freilich an der umfassenden Organisation der katholischen Kirche scheitern wird, stellt einen Gewaltakt dar gegen den Heiligen Stuhl, also gegen eine Institution, deren hervorragendes Wirken zur Linderung der durch den Krieg geschlagenen Wunden von Freund und Feind anerkannt wird; das Vorgehen wirkt darum um so häßlicher, zugleich aber zeigt es, wie bei der jetzigen Regelung der Verhältnisse der Papst der Willkür ausgeliefert ist. Das Verlangen nach einer neuen gesicherten Regelung der Stellung des Heiligen Stuhles erhält so neue Nahrung. In der deutschen Presse, soweit wir deren Auslassungen aus telegraphischen Übermittelungen kennen lernen, findet das Vorgehen der Entente einstimmig Widerspruch. Die neue Gewalttat gegen den Heiligen Stuhl, so schreibt die„Germania“, wird hoffentlich für die Welt, die so gern von solidem Aufbau der Beziehungen zwischen den Völkern nach diesem Kriege träumt, ein weiterer Eckstein sein, in der Erkenntnis, daß am reformbedürftigsten die Grundlagen und Sicherheiten für die Unabhängigkeit des Oberhauptes der katholischen Kirche sind. Es handelt sich um ein Vorgehen der Entente, daß sich durch keine noch so bescheidenen Begriffe von Recht und Rechtsgeltung rechtfertigt. Mag unser Feind noch so sehr sich bemühen, die deutschen Einflüsse aus der Umgebung des Heiligen Vaters zu entfernen. Das Ziel, den Heiligen Stuhl einseitig einzunehmen, wird er niemals erreichen. jedem Fall halten wir die Aussicht für gering, daß der Vierverband mit seinem Vorgehen Erfolg haben könnte, wenigstens solange Benedikt XV. den Fäpstlichen Stuhl inne hat.— In der„Kreuzzeitung" heißt es: Was sagen die Katholiken der ganzen Welt zu diesem unerhörten Einschreiten gegenüber dem Papst? edaktiosch, alle iablung * Der Vierverband. * grüche Angeblicher Ausgleich der Gegensätze in der Entente. Laut „Berl. Tageblatt“ beginnt die italienische Presse endlich, das Ergebnis der Konferenz in Rom zu begrüßen. Ein Blatt schreibt: Von den militärischen Ergebnissen dürfe man nur das eine verraten, daß nämlich die Ententestaaten einander künftig mit allem Nötigen aushelfen dürften. In politischer Hinsicht seien alle bisherigen Kontraste ausgeglichen. Die Aktion könne also beginnen. 1448 zu silliDie amtlichen Berichte der Feinde. 1: M. Französischer Heeresbericht vom 9. Jan. nachmittags: Nördlich der Oise unternahmen die Deutschen nach einem lebhaften Bombardement erfolglos gestern gegen Ende des Tages einen Handstreich auf unsere Gräben nördlich von Rivecourt. Auf der übrigen Front ruhige Nacht.— Abends: In der Champagne Patrouillengefechte westlich von Navarin. Im Elsaß zerstörte unsere Artillerie in der Gegend zwischen Rhein=Kanal und dem Rhein ein feindliches Materiallager bei Illfurt. Auf der übrigen Front zeitweilich unterbrochenes Artilleriefeuer. Russischer Bericht vom 9. Jan.: An der Westfront unternahmen die Deutschen südlich des Babit=Sees, westlich von Riga nach starker Artillerie=Vorbereitung einen Angriff gegen unsere neuen Stellungen bei dem Dorfe Kaliutzen, aber das Feuer und die Gegenangriffe unserer Truppen warfen den Feind zurück. Nach Artillerievorbereitung griffen unsere Truppen um 11 Uhr morgens den Feind an, der eine Insel an der östlichen Düna östlich von Glaudon, nördlich von Dünaburg, besetzt hielt. Der Angriff erfolgte so schnell, daß das Feuer des Feindes zu spät einsetzte. Die Deutschen konnten sich nicht länger halten und begannen zu fliehen. Sie wurden von unserem Schrappnell= und Maschinengewehrfeuer aus den flaukierenden Abschnitten erreicht, die Insel wurde von uns besetzt. Wir erbeuteten 7 Maschinengewehre, 4 Bombenwerfer und machten 17 Gefangene. Nach Artillerievorbereitung führte der Feind einen Angriff gegen den Abschnitt unserer Stellung nordöstlich von Schelwoff; er wurde von unserem Feuer empfangen und in seine Gräben zurückgejagt. Im Laufe des gestrigen Abends warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf Luck. nische Front: Der Feind griff unsere Stellung am Oitez=Flusse an, alle Angriffe wurden abgeschlagen. Ein Angriff des Feindes drückte die Rumänen 6 Werst westlich von Monastirka Kachinn am Kassina=Fluß etwas zurück. Die Rumänen wiesen alle Angriffe des Feindes in der Gegend von Rekos am Susita=Fluß ab. Unsere Truppen nahmen ohne feindlichen Druck neue Stellungen an der Linie der Flüsse Putna und Sereth ein. Keine Veränderung. 0 9M. Die„Post“ schreibt: In Marene iin steiich jetzt Mar. possum, er, Fee Der bulgarische Tagesbericht. aft von Einkauf rt 3 Mk nonce. 1e. Sofia, 10. Jan.(WTB.] Bulgarischer Generalsstabsbericht vom 9. Jan.: Mazedonische Front: Englische Kompagnien versuchten in dem nördlichen Teil der Ebene vom Sereth gegen Barakli—Dschumaja und in der Umgebung vorzurücken. Wir vertrieben sie durch Artilleriefeuer. An gewissen Punkten der Front spärliches Artilleriefeuer von beiden Seiten. Stellenweise vereinzelte Schüsse des Feindes. Rumänische Front: Ein feindlicher Monitor beschoß vom Kilia=Arm aus die Stadt Dulcea. Wir versenkten durch Artilleriefeuer ein feindliches Transportschiff westlich von Dulcca. zu Rumäden! bahnen igen Der türkische Bericht. Kaukasusfront: ekannt AufKonstantinopel, 9. Jan.(WTB.) Generalstabsbericht vom 9. Januar. An der Persischen Front hatten die Verteidiger von Devlet=Abad, die sich zum Teil aus persischen Freiwilligen zusammensetzten, die Stadt vor einigen Tagen befehlsgemäß aufgegeben, worauf sie von den Russen besetzt wurde. Durch einen in der Umgebung von Devlet=Abad unternommenen Angriff verjagten wir den Feind wieder aus der Stadt. Der Feind, der über 500 Mann verlor, entfloh nach Nordosten und Südosten. Wir machten 18 Gefangene. — An der Kaukasusfront unternahm unser linker Flügel einen günstig verlaufenen Überfall auf die Russen. Wir verfolgten den Feind bis in seine Unterstände. Er verlor 15 Tote und Verwundete. Außer einer Menge Bomben und Kriegsmaterial erbeuteten wir für uns interessante Dokumente. Kein wichtiges Ereignis von den übrigen Fronten. * * Deutsches Reich. * Der Kaiser an die tapfere bayrische 11. InfanterieDivision. Berlin, 10. Jan.(WTB.) Amtlich. Seine Majestät der Kaiser hatan, den Königlich Bayrischen Generalleutnant Ritter von Kneußl anläßlich der Verleihung des Eichenlaubes zum Orden Pour le mérite folgendes Handschreiben gerichtet: Mein lieber Generallentnant Ritter von Kneußl! Ich verleihe Ihnen heute zu dem Zeitpunkte, an dem Sie die ruhmreichen Schlachtfelder Rumäniens mit Ihrer Königlich Bayrischen 11. Infanterie=Division zu neuem Wirken verlassen haben, das Eichenlaub zu meinem Orden Pour le merite. Seit Ihrer Aufstellung stehen Sie an der Spitze dieser überall bewährten Division, die auf den verschiedensten Schlachtfeldern in West und Ost unvergängliche Lorbeeren erntete. Die Namen Przemysl, Verdun, Argesul und Filipesti sind Marksteine der Siegeslaufbahn, auf der Sie mit fester Hand und zielbewußter Sicherheit ihre tapferen stets kampfesfreudigen unermüdlichen Truppen von Erfolg zu Erfola führten. Geben Sie der braven Division meine hohe Anerkennung mit meinem Gruß und den besten Wünschen bekannt. auf. rschuhe, Ausfühzen und Timpen —19. t * Der Krieg im Westen. on Beschädigungen der Kathedrale von Reims. Bern, 9. Jan.(WTB.]„Petit Parisien“ meldet nach dem„Corriere de la Champagne,“ die Kathedrale von Reims sei infolge der letzten Regenperiode sehr stark beschädigt worden. Besonders die Wölbungen der Seitenschiffe. Die Ausbesserungen sollten unbedingt in diesem Winter gemacht werden, bisher sei aber noch gar nichts unternommen worden. zum * * entenWilhelm I. R. *— Wiavomnmereniv der deutschsprachigen Presse e.V. 4 und schürft Schützengräben in den harten Granit, gegen den selbst ein 42er Schuß nichts ausrichtet. Der Mensch hat Wunderwerke geschaffen, er hat die Natur und ihre Schrecken überwunden, sie sich zu Füßen geleat. Die Bergwelt wurde aller Geheimnisse beraubt, sie ist erforscht und dem Menschen untertan geworden, und das greisbarste Ergebnis des Krieges in den Alpen ist(der Alpinist wird es vielleicht bedauern), es gibt im Kampfgebiete des Landes Tirol. im schönsten Hochgebirge, kein Neuland mehr. In der Verkaufsstelle Warendorferstr. für die Nru.: 801—1200 vorm. von 8—12 und nachm. von 2—6½ Uhr. Zugleich mit den Brotmarken werden am Freitag auch die Fleisch karten für die nächsten vier Wochen in den Brotmarkenbezirkslokalen ausgegeben. Brotkarte mitbringen! Selbstversorger, die Anspruch auf Fleischkarten haben, erhalten die Karten nicht in den Brotmarkenbezirkslokalen, sondern auf dem Zimmer 110 des des.— Militärpersonen erhalten die##e##.. 16. 8 Truppenteile. Bei der Abholung der Fleischtarten in veshalb anzugeben, ob sich unter den auf der Brotkarte vermerkten Personen Militärpersonen befinden bezw. daß sich darunter keine befinden. Der Doppelbezug von Fleischkarten ist strafbar. Evos und Dramas. Unter ihren Kündern verdienen insbesondere die drei W: Wagenfeld. Wette. Wibbelt auch von den Gebildeten beachtet und gelesen zu werden. In der Gegenwart, dadrauß in den Schützengräben, hat zudem das Niederdeutsche seine alte Aufgabe. ein kraftvolles Zusammengehörigkeitsgefühl der Volksgenossen zu fördern, wieder erfüllt. Nur ein paar Kostproben dieser Volkskunst— es waren Leckerbissen darunter— konnten an einem Abend vorgesetzt werden. Aber die sorgsam ausgewählten Gaben genügten doch vollauf, um die Berechtigung der Einleitungsworte Dr. Castelles zu offenbaren und in manchen der schmunzelnden und behaglich erwärmten Zuhörer den Appetit auf mehr zu wecken. Nun, geistige Nahrung ist ja noch ohne Karte erhältlich, und wenn der eine oder der andere jetzt angeregt zu den plattdeutschen Schriften griffe, so wäre das ein wünschenswerter Erfolg. Das Drama Karl Wagenfelds„Hatt giegen hatt“ aus dem der Verfasser im Verein mit Dr. Castelle drei wichtige Dialoge vermittelte, ist eine starke Talentprobe. Keine papierne Schreibkonstruktion, nein, frisch aus dem Leben gegriffen von einem, der westfälische Bauernseelen in ihren Höhen und Tiefen, in Liebe und Haß kennt. Für das Beste, Wesenhafteste dieser Bauernnaturen, für das Verwurzeltsein mit der eigenen Scholle, findet der Dichter einprägsamen Ausdruck. Das Plattdeutsche war hier innerlich notwendige Ausdrucksform. Das Hochdeutsch vermöchte nicht an die Seelen dieser Menschen und Dinge zu rühren. Schon das beweist, da ja Seelenkonflikte dieser erdhaften Menschen gewiß nach künstlerischer Gestaltung verlangen, die Berechtigung mundartlicher Dichtung. Ob„Hatt giegen hatt“ rein als Drama gewertet kunstkritischer Beurteilung standhält, ist eine Frage, deren endgültige Beantwortung bis zu einer Aufführung des Stückes— wie wir hören, ist eine solche für nächsten Herbst geplant— vertagt werden muß. Karl Wagenfeld las dann noch eine lustige Geschichte von dem Bauer— es soll ja tatsächlich so einen gegeben haben— der auch jetzt im Krieg noch seinem alten Wahlspruch„selber essen macht fett“, getreu bleibt und Hindenburg den Mann für alles sein läßt. Wie dann der Hamsterer mit Bauchweh im Traum in der Hölle die Qualen des seligen oder vielmehr unseligen Herrn Tantalus in neuer, verböserter Auflage erdulden muß und beim Erwachen seinem ob solcher Wandlung baß erstaunten Ehegesponst reumütig Besserung angelobt, das rief die schallende Heiterkeit der Zuhörer hervor. Der übrige Teil des Abends wurde von Dr. Castelle durch Vorträge aus Wibbelt, Wette und Zumbroock bestritten. Handelte es sich bei Wette um allerlei Nippsächelchen, heitere Harmlosigkeiten— einmal boten sie gar dem Vortragenden Gelegenheit, in den Fluß der Dichtung die Stimme des gackernden Hühnchens hineinklingen zu lassen— so herrschte die Stille tiefer Ergriffenheit im Saale, als der Vortragende das schmucklose, einfache Stück aus Wibbelts„Järfschopp“ las, das den Tod des Bauern Peter Ohm schildert. Gewiß, die todumwitterte Gegenwart läßt ein Stück vom Tod ohnehin tiefer an die Seele greifen. Aber, was hier wirkte, lag doch weniger im Stofflichen, es war die monumentale Ausdruckskunst eines Dichters, der mit einfachsten Mitteln Bauernlust und=leid in seinem tiefsten, allgemein menschlichen Gehalt umfassend hinzustellen, zu gestalten vermocht hat. Es zeugte von feinstem Einfühlungsvermögen in den Bau dieser Dichtung, daß sie der Vortragende unmittelbar in Wagenfelds inbrünstige Bitte an den Tod ausklingen ließ. Die eherne Musik dieser Verse verwuchs derart organisch mit Wibbelts Prosa, daß sie der Zuhörer als den künstlerisch geradezu notwendigen Gipfel des Ganzen erlebte. Hier wurde Reproduktion zur Produktion. Wahrlich, nur ein unbedingt sicheres Stilgefühl konnte solches Wagnis unternehmen. Die muntere Kleinstadtsatire„De Kaiser kümp“ und die Maifahrt aus der„Järfschopp“ zeigten dann Wibbelts Begabung für humorvolle Kleinmalerei. Der reiche Beifall des woblaelungenen Abends galt aber nicht zuletzt der schlicht=meisterlichen Vortragskunst der Vortragenden, die sich von jeder Künstelei, von jeder Übertreibung— eine gefährliche Klippe beim Vortrag mundartlicher Dichtung— frei wußte und ein treuer Diener am Wort, den Dichtungen zu lebendigster Wirkung verhalf, sodaß der Hörer sich wahrhaft angeheimelt und freundschaftlich bewegt„zu Hause“ fühlte. Es war ein beiterer, es war ein nachdenklicher Abend. K den Schiffe der Vernichtung anheimfallen. Bereits jetzt hat aber die Frachtraumnot jenseits des Kanals einen so hohen Grad erreicht, daß die britische Regierung einen Teil der Hilfskreuzer für die Versorgung des Landes freigeben mußte. Die Weltmißernte hat dazu geführt, daß für die Lieferungen von Brotgetreide nicht mehr Kanada, die Vereinigten Staaten und Argentinien in Fraea kommen, sondern das dreimal bis viermal entlegenere Australien. Ein Dampfer kann deshalb nur ein Drittel bis ein Viertel von dem heranschaffen, was er in normalen Zeiten leistete. Aber ganz abgesehen davon, würde es falsch sein, hier nur mit bekannten Zahlen zu rechnen, es kommen weitere unwägbare Größen in Frage. Diese bestehen in dem Eindruck, den eine größere Gefahr auf die Besatzungen der bedrohten Schiffe machen würde. Wenn im ersten Monat Schifse von 600000 Tonnen versenkt werden, für den größten Teil der auf ihnen Dienst tuenden Seeleute dabei Lebensgefahr besteht, so dürfte billig bezweifelt werden, daß sich auch noch genügende Mannschaften finden werden, die bereit wären. sich auf Schiffen anmustern zu lassen, die jene gefährdeten Gewässer befahren. Die Folge würde eine Verminderung des Seeverkehrs sein, die dahin führen kann, daß die Monatsstrecke erheblich unter 600 000 Tonnen sinkt. Aber nicht auf die Beute kommt es an, sondern auf die Unterbindung der Schiffahrt. Wir wissen, daß England der große Unternehmer ist, der den Weltkrieg in Gana hält. Mit Großbritannien steht und sällt die Hoffnung auf einen für den Zehnverband günstigen Ausgang dieses furchtbaren Ringens. Die anderen Mächte würden, falls die Zufuhren an Kriegsmaterial, wie Kohlen und Personal ausbleiben, sich sehr schnell ihrer Unselbständigkeit bewuht und friedfertig werden. Das weiß die kluge britische Regierung sehr wohl. und daher ihre Sorge vor noch größeren Erfolgen unserer U.Boote. Durch sie würde die von Kaiser Wilhelm II. geschaffene Flotte die siegreiche Entscheidung bringen, die unsere Heere allein nicht so schnell indgültig erfechten konnten, weil die zahlenmäßige Überlegenseit ihrer Gegner zu groß war. Dann würde das deutsche Volk seinem Kaiser zujubeln, dessen weiter Blick von Anfang in klar gewesen ist.„Deutschlands Zukunft liegt auf dem Vasser!“ * solizeiverwaltungsgebäuFleischkarten durch ihre Handel und Industrie. Von der Berliner Börse. Berlin, 10. Jan.(W2B.) Die geschäftliche Zurückhaltung und dementsprechend auch geringen Veränderungen im Kurssatz der marktfähigen blieb im freien Börsenverkehr bestehen. Die Grundstimmung erweist sich aber als fest und einige Werte, wie Oberschl. Eisenindustrie und heimische Bankaktien begegneten gesteigerten Interessen. Bemerkenswert war auch die ziemlich starke Steigerung der Aktien der russischen Bank, angeblich auf nordische Arbitrage=Käufe. Am Rentenmarkt erhält sich bei überaus flüssigen Geldsatz feste Haltung. Devisenkurse Das Angebot in Rüben bleibt knapp. Die Nachfrage seitens Privater und der Komunen ist indes nach wie vor dringend. Auch Heu bleibt im freien Verkehr sehr knapp. Vom hiesigen Magistrate sind jedoch einige Posten an einzelne Händler gegeben worden, sodaß der dringendste Begehr einigermaßen befriedigt werden konnte. Am Saatenmarkt wird der Verkehr mit Seradella durch Entgegenkommen der Verkäufer erleichtert. Die neuen Verordnungen über Hülsenfrüchte zur Saat sind heute erschienen, man ist sich jedoch noch nicht klar darüber, ob sich auf Grund derselben ein Verkehr entwickeln kann. Wetter mild und trübe. Vermischtes. * Abgestürzt. Wien, 9. Jan.(WTB.) Die Blätter berichten über ein Touristen=Unglück auf dem Rax. 19jährige Julius Brunner und die 19jährige Mizzi Welser, beide aus Wien, sind von einer am Samstag unternommenen Rax=Partie nicht zurückgekehrt.— Vom Kaiserstein im Schneeberggebiet stürzte am Sonntag der Landesrechnungsrat Fahrnbauer ab. Er ist tot. Der dem * CK. Der Krieg in den Alpen. Uns wird geschrieben: Es gibt kein Neuland in den Alven mehr. Das hat der Krieg bewirkt. Und wenn der Krieg vorüber, wenn ungezählte Scharen zum heiligen Land Tirol wallfahren, zu den Stätten, da der Standschütze mit der Losung„Andreas Hofer“ die beimischen Berge gegen welsche Tücke und welsche Niedertracht verteidigte, dann sieht alles so ganz anders aus als vor dem Kriege. Ganze Felswände sind abgesprengt. Schluchten wurden durch abgestürzte Felsen gesperrt, und die Wildbäche wurden zu neuem Laufe gezwungen... Bevor im Lande Tirol die Glocken der Standschützen zur Wacht und zu den Waffen riefen, gab es noch manche jungfräuliche Spitze, die nie eines Alpinisten Fuß betraten. Sie lag abseits von der großen Straße der Bergkraxler, und die Führer sprachen nicht davon. Heute sind sie längst von kühnen Patrouillen bestiegen worden. Mancher brave Soldat fand den weißen Tod, die Lawinen begruben den Krieger aus Ungarland oder Slowenien, er stürzte vom jähen Grat. aber der Befehl wurde ausgeführt, und auf schwindelnder Höhe, die kaum die Gemse ertletterte, die nur der Aar umkreiste, steht heute das Maschinengewehr, und seine Geschosse klatschen gegen die drüben liegenden Felswände, an denen der Alpini sich emporrankte und von denen aus er den Einblick in die Stellungen der Hüter Tirols versuchte... Da liegen sie, die tapferen Kämpfer, gegen die Berge und gegen den Feind, im durchfrorenen Mantel, kaum von einer Zeltbahn gegen den eisigen Sturm geschützt, hungrig, ohne Ablösung, nur die Pfeife in den frostklappernden Zähnen, und spähen in die Wunderwelt der Berge, durch die die Nebel branden und sich zu grotesken Formen ballen, nach dem Feinde. Die Nächte hier oben aber sind schaurig. Erst wenn die Berge zu glühen beginnen, wenn die Sonne neu erwacht, taut auch der Mensch auf und beginnt von neuem zu leben. Viel, viel schwerer hat es der arme Italiano. Der aus dem Süden, dem sonnigen Lande der Orangen.„liebt nir die kalte Snee. Wenn kühne Schneeschuhpatrouillen die feindlichen Stellungen umschweifen und oft im Rücken des Feindes auftauchen und wieder verschwinden, nachdem eine mühsam erbaute Kunststraße zerstört worden ist, dann finden sie vielmals die Leichen Erfrorener. Gespenster gehen in den Bergen um, besonders in gewitterschwerer Zeit. Dann leuchtet es geheimnisvoll aus den Gewehrmündungen. und von den Nasen und Fingerspitzen züngeln Flammen empor: Das ist das St. Elmsfeuer! Wers nie gekannt, der lernt es in den Bergen kennen. Von Zeit 5; Zeit bellt zwischen das fast nie aussetzende Dröhnen der schweren Geschütze das Knattern der Alpini=Salven. Es ist eine Spezialität dieser Kerntruppe der Italiener, in Salven zu schießen. Aber sie schießen schlecht, meist zu hoch, eine Beobachtung, die zu Beginn des Krieges auch bei den Franzosen gemacht wurde. Im Kleinkrieg der Berge fügt das Feuer der feindlichen Infanterie uns wenig Schaden zu. Wenn nur der weiße Tod nicht wäre... Das ist der Krieg in den Alpen, ein Krieg der herbsten Beschwerden, und wer ihn durchkämpft, hat das Größte geleistet, was in diesem Weltkriege zu leisten befohlen worden ist. Der Krieg hat auch in den Alpen seine Schreckensbahn bezeichnet. Es gibt keine Alm mehr, keine Schutzhütte, kein Schäferhäuschen, alle sind verbrannt oder zerschossen oder gesprengt worden. Manche schöne Hütte des Deutschen und Esterreichischen Alpenvereins ist bereits vom Feinde in Trümmer und Asche gelegt worden. Auch die Wälder sind verödet und abgebrannt, und was das Feuer nicht zerstört, fällt die Axt, um das Holz für die Unterstände zu besorgen. Bis zu den höchsten Beraspitzen führen heute Kunststraßen, wie sie der Alpenverein nicht besser anlegen konnte, und Drahtseilbahnen die früher nicht gebaut werden durften, haben die kühnsten Berge bezwungen. Hoch im Bereich der Gemsen haust fast seit 2 Jahren der Krieger 3 Ir let ser ge Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorssschen Buchhandlung in Münster. ha Gewinnauszun der ge 235. Königlich Preußischen Klassenlotterie. 1. Klasse. 1. Ziehungstag. 9. Januar 1917. mi wu der Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer üb Aus der Stadt. ho Pahdudk urhbaund (Ohne Gewähr. H. A. B.) In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über 50 Mark gezogen: 4 Gewinne zu 1000 Mark. 97210 177977 2 Gewinne zu 500 Mark. 167400 6 Gewinns zu 400 Mark. 38358 70066 77229 18 Gewinne zu 300 Mark. 33718 92507 95156 111673 122003 130597 189505 197208 207649 24 Gewinne zu 200 Mark. 8265 8688 18456 48968 48568 66461 76654 184964 146128 167992 176817 185364 78 Gewinne zu 100 Mark. 3957 6943 7750 12020 15873 19077 20912 38051 38245 42731 43774 50862 79764 84218 88328 108618 107438 107997 108580 110494 120813 122752 131882 131952 137432 138006 140166 157604 161420 165041 167582 171214 175186 190559 194563 198620 199597 Münster, 10. Januar. c' Taubstummen-Gottesdienst. Der nächste Gottesdienst Predigt für katholische Taubstumme für Münster und imgegend wird Sonntag, den 14. Januar, nachmittags Uhr in der Kapelle des St. Marien=Hospitals(Loertraßel abgehalten. Vom Standesamt. L....-.g.. 9 oristin Elfriede Jühe, 24 J.— Witwe Maria von Wronska eb. Bonk, 75 J.— 9. Jan. Kaplan Heinrich Boelmann, 2 J.— Haushälterin Maria Dürwald. 60 J.— Reierungs=Kanzlist Albert Rothe, 40 J. sch sta nit be lat ½ 10. Sterbefälle: 8. Jan. Konfla o 12523 62796 * bei en 85 In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über 50 Mark gezogen: 2 Gewinne zu 50000 Mark. 95198 2 Gewinne zu 10000 Mark. 6858 2 Gewinne zu 5000 Mark. 187369 2 Gewinne zu 3000 Mork. 78919 2 Gewinne zu 500 Mark. 65543 4 Gewinne zu 400 Mark. 32337 164370 10 Gewinne zu 300 Mark. 16850 89506 157006 180094 184858 Gewinne zu 200 Mark. 7797 10022 67317 94918 128298 182917 186241 140990 141636 171963 178887 204481 211339 88 Gewinne zu 100 Mark. 1868 9261 11982 13767 14348 18267 18691 32661 83046 40527 55469 62791 68438 71460 75421 76814 80423 81150 87210 90191 93534 96232 112385 112722 119560 129005 130833 134814 186198 140097 142931 144044 144714 146762 158068 158473 159775 160673 162441 168916 178864 177145 181582 181662 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu 30000, 2 zu 3000, 2 zu 1000. 6 zu 500. 10 zu 400, 22 zu 300, 50 zu 200, 134 in 100 Ml. 0 Westfalenabend der Literarischen Gesellschaft. He T Es war ein heiterer, es war ein nachdenklicher Abend. o klang gleich zu Anfang der Grundton warmempfundener, udringlicher Worte, mit denen Dr. Castelle Zuhörerinund Zuhörer empfing, die, wie stets bei den Veranstaltunder Literarischen Gesellschaft, die Aula des städtischen Realgymnasiums bis auf den letzten Platz gefüllt hatten. Einstmals, so führte der Redner aus, war niederdeutsche Mundart stärkstes Bindeglied der Volksgenossen in Stadt und Land, sodaß nach einer Überlieferung sogar der Erwerb des Bürgerrechts zu Münster geradezu an die richtige Aussprache eines besonders charakteristischen niederdeutschen Wortes geknüpft war, nämlich an das Wort„Fuoskpohl“— Froschpfuhl, noch sehr abgeblaßt erhalten in dem Straßennamen Verspohl, dem man ruhig wieder die älteste Form geben könnte. Hatte der Bewerber vor dem hohen Rat der Stadt durch die richtige Aussprache dieses Wortes die Beberrschung des Plattdeutschen erwiesen, dann war er Bürger von Münster. Längst aber hat das Plattdeutsche seine Herrscherrolle ausgespielt, und nun naht es nur noch bittend als ein altes Mütterlein, das von seinen gebildeten, bochdeutsch sprechenden Kindern ein wenig angehört werden möchte. Es hat ein Recht auf Gehör. Denn die letzten Jahrzehnte haben ein Wiederaufblühen mundartlicher Dichtung gebracht. Diese pflegt nicht mehr nur Schwänke und mundartlicher Spässe u. dergl., nein, sie bemächtigt sich immer mehr auch in ihren westfälischen Vertretern der ernsten Verskunst, der Novelle, des Romans, ja selbst des keh Zu ru nen gen sin fre M ein * ser Mitteilungen des städtischen Kriegsausschusses. Donnerstag Magermilch= bezw. Buttermilchverkauf für das 1. Drittel der Kundenliste. Donnerstag Butterverkauf.„ In der Verkaufsstelle Servatiiplatz fur vie Nrn.: 2601—3900 vorm. von 8—12 und nachm. von 2—6½ Uhr. In der Stadthalle Neubrücken straße für die Nrn.: 2001—3000 vorm. von 8—12 und nachm. von 2—6½ Uhr. 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