MIIKTOHmarChIU der deutschsprachigen Presse e.V. 0 eecm „ T Anzeigen: Der Raum für die Anzuigenspakte, 20 gam breit, 2,2mm hoch, 25 Pf.; bei Anzeigen aus dem R.=Bz. Münster 20 Pf., aus der Stadt Münster 15 Pf.(für Aktiengesellschaften 2c., Vereine und Behörden 25 Pf.: Reklamen: Der Raum für die Reklamespalte, 87mm breit, 2,2mm hoch, 1 Mk.— Für Erfüllung von Blatz vorschriften wird keine Gewähr, sowie für Druckfehle keine Haftung übernommen. Etwaiger Rabatt gilt al Kassenrabatt u. kann verweigert werden, wenn Za lung nicht binnen 4 Wochen nach Erhalt der Rechnu: erfolgt.— Gebühr für Beilagen nach Gewi# rten unt. schäftst A(ohne „Wochenschau“) in Münster zwetmal täglich froi uns Haus gebracht 2 Mk. 10 Pfg.,— auswärts von der Post abgeholt 2 Mk. 10 Pfg., durch den Briefträger gebracht überall, wo nur einmal in Tage Briefbestellung stattfindet, 2 Mk. 52 Pfe. in Orten mit zwei= und mehrmaliger Bestellung 2 Mt. 22 Pfg.— Ausgabe 8(mit„Wochenschau“) vierteljährlich 60 Pfg. mehr. Fernspr.: Redaktion u. Verlag Nr. 2443, 2440 u. 28u0. Geschäftostelle(Michaelisplatz 9) Nr. 76. 160 Liet. Könige. r, abends und Münsterische Volkszeitung. 43532 Abomenten. sgale des stattsinverbunZwei Ausgaben täglich. s Herrn 66. Jahrgang. Nr. 10. Freitag, 5. Januar 1917. inn und r. Kochamation, werden jeder mit reinsmitngeladen. Zweite Ausgabe. nichtende Urteil der„Daily Mail“ über Sarrail wieder u klagt, wie es komme, daß 200 000 Bulgaren genügten, um ei halbe Million Ententetruppen in Schach zu halten. Es wä besser, das Saloniki=Her für die bevorstehende gros Offensive im Westen zu verwenden zumal der für sei. Verproviantierung aufgebotene ungeheure Frachtraum besser f die Versorgung der notleidenden Ententevölker dienen würd Die„Daily Mail“ meint, ob es nicht an der Zeit sei, den vo# Asquith begangenen schweren Irrtum der Sa niki=Expedition wieder gut zu machen, was Sache L#### Georges wäre. Die rüssische Brückennopssiellung von Braila durchbrochen. Der preußische Landwirtschaftsminister und die Ernährungsfragen. dreumitvorstand. Auf der jüngsten Generalversammlung des Kriegsausschusses für Konsumenteninteressen wurden u. a. zweierlei Beschwerden über die Landwirtschaft vorgebracht. Zunächst befürchtete man, die Landwirtschaft würde für das kommende Erntejahr den Anbau nicht mit genügendem Eifer betreiben und versuchen. infolge der eigentümlichen Preisentwickelung der landwirtschaftlichen Produkte vorwiegend solche Früchte anzubauen, die den größten Gewinn versprechen. Vor allem sei zu befürchten, daß der Kartoffelanbau zurückbleibe infolge der diesjährigen schlechten Ernte. Weiter wurde beklagt, daß die Landbevölkerung auch heute noch vielfach mit ihren Produkten zurückhalte. Infolgedessen sei die Lebenshaltung der Landbevölkerung kaum schlechter wie in Friedenszeiten, während die Industrie und Stadtbevölkerung große Entbehrungen ertragen müßten. Der Ausschuß beschloß, über diese beiden Fragen mit dem preußischen Landwirtschaftsminister eine Besprechung nachzusuchen, da dieselben im wesentlichen nur gelöst werden können durch die direkte Einwirkung des Landwirtschaftsministeriums. Die Besprechung hat am 29. Dezember v. Is. stattgefunden. Hiernach ergibt sich folgendes Bild: Die Herbstbestellung unserer Ländereien war infolge der späten Ernte, des schlechten Wetters und der Überlastung der Landwirtschaft mit Druscharbeiten etwas verzögert. Durch das günstige Wetter im November ist indessen das meiste nachgeholt. Und soweit in Einzelfällen die Herbstbestellung nicht ordnungsmäßig durchgeführt werden konnte, sollen alle Vorkehrungen getroffen werden, um dies nachzuholen. Man kann das Vertrauen haben, daß kein Stück brauchbaren Ackerbodens unbestellt und keine Ackerfurche unbesät und unbepflanzt bleibt. Der Landwirtschaftsminister wird durch einen Runderlaß an die Landwirtschaftskammern demnächst volle Klarheit darüber schaffen, was noch auf dem Gebiet zu tun bleibt. Natürlich hängt das Erträgnis der nächsten Ernte im wesentlichen ab von der Beschaffung der Düngemittel. Glücklicherweise ist der Rindviehstapel der deutschen Landwirtschaft infolge der guten Rauhfutterernte bei starker Vermehrung des Jungviehs im ganzen nicht weiter zurückgegangen und infolgedessen wird das natürliche Düngerquantum nicht allzustark vermindert. Außerdem wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln an der Vermehrung der Stickstofferzeugung gearbeitet. Die Befürchtung, die Landwirtschaft könnte infolge der Preisentwickelung bestimmte Fruchtarten weniger anbauen, dürfte nach den nachweislichen Erfahrungen der beiden ersten Kriegsjahre übertrieben sein. Der Landwirt ist schon durch die natürlichen Verhältnisse an die Innehaltung einer gewissen Fruchtfolge gebunden. Es soll aber nichtsdestoweniger alles geschehen, um die Landwirte zu veranlassen, in allererster Linie solche Früchte anzubauen und besonders zu pflegen, welche der direkten menschlichen Ernährung dienen. Es ist beabsichtigt bei den Landratsämtern, soweit dies nicht bereits geschehen. Kriegswirtschaftsausschüsse einzurichten. Mit diesen Wirtschaftsausschüssen, zu denen örtliche Unterausschüsse hinzutreten können, sollen die Landwirtschaftskammern Hand in Hand arbeiten und beraten, welche Schritte notwendig sind, um die Ackerbestellung vollständig durchzuführen, um ein möglichst günstiges Ernteergebnis zu erzielen. Von einer solchen freien sachverständigen Anregung und Belehrung der Landbevölkerung verspricht man sich mehr, als vom gesetzlichen Wichtiger Geländegewinn an der Ostgrenze Siebenbürgens und in der Sereth=Niederung.— Mehrere verschanzte Höhenstellungen bei Odobesti erstürmt.— Slobozia und Rotesti im Sturm, Gurqueti und Romanul nach hartem Häuserkampf genommen. Im Anmarsch auf Braila und Galatz. ralrr Deutsches Reich. Universitätsrektoren=Konferenz über den Hilfsdienst. die allernächste Zeit ist eine Konferenz der Rektoren der vre ßischen Universitäten einberufen worden. Einberufung zu ungewöhnlicher Zeit— ferenzen meist in den großen Universitätsferien im Frühherl oder im Frühjahr zusammen— ist die Durchführung des G setzes über den vaterländischen Hilfsdienst im Bereich der Un versitäten. Die Konferenz soll Richtlinien dafür aufstellen Daß an eine Schließung der Universitäten nicht gedacht wir haben die Erklärungen des Berliner und des Leipziger Uni versitätsrektors besagt. Es ist eine einheitliche Behandlun der Frage vom preußischen Kultusministerium vorgesehen; sie kann aber erst erfolgen, wenn die Ausführungsbestimmungen weiter durchgeführt und eine Fühlungnahme zwischen Kul ministerium und Kriegsamt erfolgt ist. Aus der sozialdemokratischen Partei. ar 1917, Fre sch nochDer Grund d sonst treten die Ko dos zwischen Czokanesti und Dorna Watra scheiterten verlustreich. Großes Hauptauartier, 5. Jan.(W2B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Kampftätigkeit der Artillerie hielt sich infolge ungünstiger Witterung zumeist in mäßigen Grenzen. In mehFrontabschnitten verliefen kleine Patrouillenunternehmungen erfolgreich. Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinzen Rupprecht von Bayern. * er böse Die Angrisfe der unter Befehl des Generals der Infanterie v. Gerok fechtenden deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen in den zwischen der Ostarenze Siebenbürgens und der Sereth=Niederung liegenden Bergen brachten auch gestern wichtigen Geländegewinn. Mehrere hundert Gefangene wurden aus den erkämpften Stellungen eingebracht. Bchen 8 Uhr: lhrung. räfte vier kn Schaureren Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. ger. drangen Abteilungen des Altenburgischen InfanterieRegiments Nr. 153 heute früh bis in den vierten feindlichen Graben am Ostrande von Loos vor, fügten den Engländern bei Aufräumung und Sprengung mehrerer genen zurück. Am Gebirgsstock nordwestlich von Odobesti erstürmte ein württembergisches Gebirgsbataillon neben hannoverschen, mecklenburgischen und bayerischen Jägern mehrere ver= Berlin, 5. Jan. Laut„Berl. Tagebl.“ stellt das sozial schanzte Höhenstellungen.[ demokratische Pressebureau, dessen Errichtung Im Rimnieul,Sarat=Abschnitt nahm das westpreußische auf dem 1907 in Essen(Ruhr) abgehaltenen sozialdemokraDeutsche Ordens=Infanterie=Regiment Nr. 152 Slobozial tischen Parteitage beschlossen wurde, am 1. 4. ds. Is. den Sturm.] Betrieb ein, da es seit längerer Zeit mit erheblicher und Rotentin Sturn. Unterbilanz arbeitet und der Parteivorstand weitere Zuschüsse nicht bewilligen will. I. von tar 1917, hr: Stollen blutige Verluste zu und kehrten mit 51 Gefane und ung. Ostlicher Kriegsschauplatz. r die Front des Generalfeldmarschalls Prinzen * Südlich des Buzaul ist die russische Brückenkopfstellung von Braila von deutschen Divisionen mit zugeteilten österreichisch=ungarischen Bataillonen durchbrochen. Gurgueti und Romanul sind in hartem Häuserkampf genommen. 1400 Gefangene und 6 Maschinengewehre blieben in der Hand der Sieger. Auf dem rechten Donauufer drangen deutsche und bulgarische Kräfte auf Braila und Galatz vor. hen. * Leopold von Bayern. g in 5 Der Streit in der Sozialdemokratie. Berlin, 5. Jan.(WTB.) Der„Vorwärts“ schreibt: Die Konferenz der Partei=Opposition, die für den 7. Januar angesagt ist, könnte nur dann einen Wert haben, wenn sie beschließen sollte, den Meinungskampf in der Partei auf das zulässige, auch in Friedenszeiten übliche Maß zu beschränken, alle Sonderinteressen aufzugeben und auf alle die Einheit der Arbeiterbewegung gefährdenden Kampfmittel zu verzichten. Die Masse der Arbeiter steht dem inneren Streit längst gänzlich verständnislos und gleichgültig gegenüber. Man wird ihr Interesse nur dann wiedererwecken, wenn man ihren Blick auf hohe und weite Ziele lenkt und sie sich in dem Lager zusammenfindet, das die Fahne der organisatorischen Einheit entfaltet hat. ich. Zwischen der Küste und Friedrichstadt zeitweilig starker Feuerkampf. Heute in den Morgenstunden griffen russische Bataillone Teile unserer Stellungen an: die Kämpfe sind noch im Gange. Außerdem griff der Russe viermal unter hohem Einsatz von Menschen und Munition die ihm entrissene Insel nordwestlich von Dünaburg vergeblichan. uar, an Ihrr tuse. in 5 Ar. uf im Wwe. für jede Kasse: k., 1. Pl. StehMazedonische Front. Front des Generalobersten Erzherzogs Josef. An der Goldenen Bistritz war das Artilleriefener heftig. Vorstöße russischer Kompagnien und StreifkommanNichts Wesentliches. Der erste Generalquartiermeister Ludendorff. im Gebieten nimmt ungeheuren Umfang an. Die meisten Flüchtlinge sollen nichts zu essen haben. Die Bevölkerung von Galatz, so wird berichtet, verläßt die Stadt in panikartiger De.„s Sntrstunen uan uch. Flucht. In Braila sollen die Behörden gleichfalls geflohen] Berlin allein an Kriegerfamilien Unterstützungen von mehr als 13½ Millionen Mark gezahlt. Insgesamt wurden seit Beginn des Krieges an Unterstützungen 205 Millionen Mk. gezahlt. benshaltung sich Einschränkungen auferlegt. Gemeinsame Not muß gemeinsam ertragen werden. Es liegt auf der Hand, daß das Gesamtquantum an Lebensmitteln, das wir erzeugen, dann nicht ausreichen wird für die Volksernährung, wenn ein Drittel unserer Bevölkerung eine Vorzugsstellung genießt. Mit Zwangsmaußnahmenwird wohl hier wenig zu erreichen sein, mehr aber durch Belehrung und moralische Einwirkung auf die Landbevölkerung. Man wird im letzten Grunde im Auge behalten müssen, daß aus der Kriegszeit nicht eine unüberbrückbare Kluft zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung bestehen bleibt, die nur zum Schaden der Zukunftsentwickelung unseres Volkes sein würde. halb die zweifellos auf beiden Seiten bestehenden Vorurteile aufzuräumen, ein Ziel, das erreicht werden wird, wenn beide Teile sich öfters zusammensetzen und sich über die strittigen Fragen aussprechen. Der französische Hilfskreuzer„Rouen" torpediert. Genf. 4. Jan.(TU.) Der französische Paketdampfer„Rouen“, der als Hilfskreuzer Dienst tat und— wie gemeldet— in der Freitag=Nacht durch Funkspruch um Hilfe rief, ist torpediert und durch eine Explosion in zwei Teile gespalten worden. Das Heck des Dampfers wurde in den Hafen von Dieppe eingeschleppt. Dänische Segelschiffe stellen die Fahrt nach England ein. Kopenhagen, 5. Jan.(BB.) Da die Gefahr für die Schiffahrt in der Nordsee zu groß ist, zumal auch die Schiffe gezwungen sind, auf der Fahrt nach England Grubenholzladungen mitzuführen, die für Bannware erklärt sind, so hat eine große Zahl dänischer Segelschiffe die Fahrt nach Kriegsunterstützungen in Berlin. Berlin, 5. Jan.(WTB.) Im Dezember 1916 wurden in * Die Leiden der rumänischen Flüchtlinge. Genf, 5. Jan. (BB.) Nach einer dem Lyoner„Progrés“ aus Jassy zugegangenen Meldung herrsche unter den obdachlosen rumänischen Flüchtlingen großes Elend. Sie seien auf allen gegen die russische Grenze führenden Straßen den Unbilden des harten Winters ausgesetzt. Pa* A Der Rhein—Herne=Kanal während des Krieges. 17 Der im Juli 1914 fertiggestellte Rhein—Herne=Kanal konnte, mit der Mobilmachung zusammenfallend, dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Er hat gerade in den ersten Wochen nach der Mobilmachung sehr wirksam mitin AnEs gilt desDer Krieg im Westen. Zwang. sag. Eine Hauptaufmerksamkeit richten die landwirtschaftlichen Ressorts auf die Beschaffung guten Saatautes. Es gilt dies vornehmlich für die Beschaffung von guten Saatkartoffeln, die mit Rücksicht auf die schlechte diesjährige Ernte etwas Schwierigkeiten bereiten wird. Weiterhin muß Fürsorge getroffen werden für die Beschaffung von Arbeitskräften und Gespannen und ebenso für die Instandhaltung der landwirtschaftlichen Maschinen. Es ist dieserhalb mit der Militärverwaltung vielfach verhandelt worden, die weitgehendes Entgegenkommen zusagte. Gefördert wird vom Landwirtschaftsministerium der Abschluß von Verträgen für den Obst= und Gemüsebau. Die sehr erheblichen Mißstände, die im Jahre 1916; hier eingetreten sind, sollen in diesem Jahre vermieden werden. Von erheblicher Bedeutung ist die Erhaltung der Rindviehbestände, besonders der Milchkühe: hierfür ist im weitesten Umfange Fürsorge getroffen. Trotzdem die Beschaffung Fett durch Schweinemast von großer Bedeutung ist, wird 1##ur eine man doch das Bestreben haben müssen, den Schweinebestand! England eingestellt. nicht zu stark werden zu lassen, um diejenigen Lebensmittel= Die deutschen U.=Boote im Aermelkanal. Genf, 4. Jan. vorräte zu schonen, welche direkt der menschlichen Ernährung Der Marinefachmann des„Petit Parisien" schreibt: Die besser dienen. Zwangsabschlachtung muß aber vermieden wer= jüngsten drei Monate sind für die französische Handen. Von Hafer und Gerste ist eine möglichst große Menge delsmarine geradezu verhängnisvoll gewesen. Die reserviert, um als Nährmittel direkt dem Volke zugeführt zul deutsche Unterseebootstätigkeit im Aermelkanal übersteigt an werden. Die Landwirtschaft wird im Jahre 1917 im vollsten Kühnheit alles Dagewesene. Insbesondere haben es die Umfange ihre Pflicht tun. Man müsse aber verhüten, daß die Deutschen auf die Kohlentransportschiffe abgeLandwirte durch eine gebässige Kritik verärgert werden. Man sehen. Die bezüglichen Ziffern sind erschreckend. Der Marinedürfe Einzelerscheinungen, die sehr beklagenswert seien, nicht fachmann fordert das Marineamt auf, die in seinen Archiven dem ganzen Stande zur Last legen.„ schlummernden Pläne zur Abwehr der feindlichen UnterseeBei der Besprechung der zweiten Frage, inwiefern die boote unverzüglich zur Grundlage einer Gegenaktion zu landwirtschaftliche Bevölkerung an der Einschränkung der machen, denn jeder Tag, den man müßig verstreichen lasse, Lebenshaltung teilnimmt und ob unzulässigerweise Produkte sei ein Gewinn für Deutschlands Zerstörungskrieg. zurückgehalten werden, verwahrte sich der Landwirtschaftsminister gegen die Entstellung seiner Rede im Abgeordnetenhause. Seine Bemerkung, daß auch die Konsumenten Opfer bringen müßten, habe sich ausschließlich bezogen auf die im nächsten Jahre infolge der Festsetzung des Rübenpreises auf 2 Mt. notwendig werdende Erhöhung des Zuckerpreises. Er wisse sehr wohl, daß die städtische und industrielle Bevölkerung außerordentlich große Opfer bringe und die Landbevölkerung müsse die notwendigen Entbehrungen mittragen, um der städtischen Bevölkerung das Durchhalten möglichst zu erleichtern. Es liege aber in der Natur der Dinge, daß der Landwirt von den von ihm erzeugten Produkten für seine Lebenshaltung die notwendige Menge zu behalten wünscht. Die Landbevölkerung gewöhne sich nur schwer an die Einhaltung der zahlreichen und umfangreichen Verordnungen. Er sei der Ansicht, daß man versuchen müsse, mit anderen Mitteln ein besseres Resultat zu erzielen. Nach der Feststellung des Bedarfs für die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung müsse den einzelnen Gemeinden und Kreisen je nach ihrer Leistungsfähigkeit die Auflage gemacht werden, bestimmte Quantitäten unter allen Umständen aufzubringen. Man müsse es dann den Gemeinden und Kreisen überlassen, die angeforderten Mengen zweckentsprechend auf die einzelnen Landwirte umzulegen, die dann über den verbleibenden Rest frei verfügen könnten. Dann wäre keine Drückebergerei und keine Zurückhaltung möglich. Die Landwirte würden im eigensten Interesse gegenseitig darüber wachen, daß jeder das ihm zugeteilte Quantum auch abliefere. Anderseits habe dann jeder einzelne das dringendste Interesse, seine Produktion noch kräftiger zu steigern. Auch sonst ergab die Besprechung noch sehr wertvolle Anhaltspunkte für Einzelfragen. Wenn die Vertreter der Verbraucher sich erhebliche Sorgen machen für unser wirtschaft=I der Blockade sofort gefordert werde. liches Turchhalten im Jahre 1917, so ist dies nach den bis= 2 Genf, 5. Jan.(Kg.) Laut Mailänder Zeitungen melden herigen Erfahrungen erklätlich und begreiflich. Dem entschie. Athener Blätter, daß die Antwortnote Griechendenen Willen der landwirtschaftlichen Ressorts, alles daran zu 1lands an die Entente ein Ultimatum darstellt. setzen, um die Lebensmittelerzeugung auf voller Höhe zu hal.„ 66 Seem ums, ten, wird die entschlossene Tat folgen müssen. Von unserer! Der Krieg mit Rumanten. Landbevösterung muß man erwarten, daß sie den gegebenen B41ch, Seintuues uns Gr Gurde Si. Gurct. Anregungen bereitwillig folgt. Ebenso muß erwartet werden. Die rumänische Bevölkerung auf der Flucht. Die Flucht daß unsere Landbevölkerung auch bezüglich ihrer eigenen Le=“ der rumänischen Bevölkerung aus den vom Zeinde bedrohten 2 Neue Offensive im Westen? Genf, 5. Jan.(Kg.) „Daily Chroniele“,„Morningpost“ und„Daily News“ künden geholfen, als Ersatz der durch Militärtransporte in Telegrammen aus Frankreich eine neue Offensive an der Westfront für die zweite Februarhälfte an. 12. spruch genommenen Eisenbahnen das von ihm berührte Industriegebiet mit Lebensmitteln zu versorgen. Auch den Eisenhütten hat die Erzeinfuhr über Rotterdam' auf dem Wasserwege in den Monaten August und September 1914 über erhebliche Schwierigkeiten im Betriebe der Hochöfen hinweggeholfen. Die am Kanal zugleich mit dessen Ausführung entstandenen 21 Hafenanlagen für Zechen, industrielle Anlagen und Stadtverwaltungen waren bei Eröffnung des Kanals erst zum Teil fertig. Die bei vielen noch fehlende Ausstattung mit Gleisanschlüssen, rollendem Material und Kranen konnte wegen der Schwierigkeit der Beschaffung im Kriege erst allmählich bewerkstelligt werden. Der hierdurch beschränkten Zufuhr zu den Häfen entsprechend setzte der Verkehr auf dem Kanal zunächst zögernd ein. Mit Monopolschleppern sind im Jahre 1914 rund 639.000 To. befördert. Der Schleppverkehr wuchs im Jahre 1915 auf rund 3540000 To. an. Diese Menge konnte sowohl von den Schleusen des Rhein—Herne-Kanals als unter zeitweiser Vermehrung durch angemietete Schlepper, von dem staatlichen Schleppbetrieb glatt und zur Zufriedenheit der Reedereien erledigt werden. Im Jahre 1916 stieg der Verkehr nach vorhergegangener gleichmäßiger monatlicher Zunahme von Juli 1916 ab sprungweise. Grund hierfür war die allgemeine Verkehrszunahme und im Herbst die der Eisenbahn aus den Anforderungen der Heeresverwaltung erwachsende Schwierigkeit in der Wagengestellung. Von Juni auf Juli vermehrte sich der Schleppverkehr um rund 144000 To. bis auf 510000 To., im Nov. d. Is. sind bereits 613000 To. geleistet. Das Schleppamt Duisburg—Ruhrort hat dieser Verkehrszunahme entsprechend seinen Schleppark von 40 auf 52 Schiffe vergrößert. Das plötzliche Anschwellen des Verkehrs bereitete im Anfang erhebliche Schwierigkeiten, denen indes zurzeit abgeholfen ist. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei, daß der Verkehr aus dem Rhein—Herne=Kanal mit rund ¾ der Gesamtden Weg von und nach dem Rhein nimmt und am Versenkung eines Truppentransport dampfers. hr.. London, 5. Jan.(WTB.) Amtlich. Der Trup(Cunard9. „Iveyuia“ ventransport dampfer Linie), 14 278 Br.=Reg.=To., ist im Mittelmeer bei schlechtem Wetter am 1. Januar von einem feindlichen Unterseeboot versenkt worden. 120 Soldaten und 35 Mann der Besatzung werden vermißt. 63 er von gler. (WTB.) Amtlich. Der Transportder Cunard=Linie, 14278 Tonnen, ist London, 4. Jan. dampfer„Iverina“ im Mittelmeer bei schlechtem Wetter am 1. Januar von einem feindlichen Unterseeboot versenkt worden. hatte Truppen an Bord; 4 Militäroffiziere und 146 Mann werden vermißt. Die Verluste an Schiffsoffizieren und Bemannung sind noch nicht endgültig bekannt, man hofft aber, daß die einzigen Vermißten die Schiffsoffiziere, der Schiffsarzt und der erste Maschinist sind. Eine spätere Bekanntmachung der Admiralität teilt mit, daß nach einer späteren Meldung die Zahl der von der „Iverina“ vermißten Mannschaften 120, die der Besatzung 35 betrage. Er * V. ∆ 45 Bullersund. * Griechenland vor der Entscheidung? U 46 wohlbehalten zurückgekehrt. (W2B.) Amtlich. Das deutsche Berlin, 5. Jan. U.=Boot„U. 46“, das nach dem englischen Poldhubericht vom 21. Dezember 1916 auf der Höhe von St. Nazaire versenkt sein soll, ist wohlbehalten in seinen Hafen zurückgekehrt. Auch ein anderes deutsches U.=Boot kommt für die von unseren Gegnern gemeldete Vernichtung nicht in Frage. Berlin, 5. Jan.(WTB.) Das„Tagebl.“ meldet: Durch die Ententepresse klang die Absicht, diesmal mit der griechischen Frage reinen Tisch zu machen. Es scheint, daß auch bei den Griechen die gleiche Absicht besteht. Jedenfalls würde das auch der Fall sein, wenn sich die Nachricht bestätigt, daß der Gedanke erhoben wird, das Parlament einzuberufen und ihm den Plan einer Mobilisierung gegen die Entente vorzulegen. Damit hätte schließlich die Gewaltpolitik der sogenannten Schutzmächte das genaue Gegenteil dessen erreicht, was von Anfang an ihr Ziel war: sie hätte zwar von Griechenland das Aufgeben seiner Neutralität erzwungen, aber im umgekehrten Sinne, wie es von ihr geplant und mit Venizelos vereinbart wurde. Ob der große Kriegsrat in Rom, zu dem sich auch Lloyd George, Briand, Liautey und der englische Generalstabschef nach der italienischen Hauptstadt begeben haben, mit diesen Dingen in Zusammenhang steht? In verschiedenen Blättern heißt es: Der Reise Lloyd Georges würde größere Bedeutung für die Orientfrage als für die Frage des Friedens beigemessen und die Fortsetzung des Salonikt=Unternehmens wird als in Frage stehend bezeichnet. In anderen Blättern liest man, die Bevölkerung von Athen sei auf dem höchsten Punkte der Erbitterung wegen der von der Enteme verhängten Blockade angelangt. Sie verlangt von der Regierung eine ultimatumartige Note an den Zehnverband, in welcher die Einstellung zucht. menge Zugang zum Ruhrorter Hafen nur auf eine Schleuse(1) angewiesen ist. Letztere muß also zu Bera und zu Tal die gleiche Verkehrsmenge bewältigen, wie die folgenden sechs Doppelschleusen. Zu=Tal gehen fast nur Kohlen und Koks die Einfuhr von Gütern vom Rhein her ist zurzeit unbedeutend. Es sind also die zu Berg gehenden Fahrzeuge in der größten Mehrzahl leer, ein Umstand, der das Schleusen un das Heranführen der Schiffe zur Schleuse besonders schwieri macht. Die Schwierigkeit wächst dadurch, daß kaum eir Schleppschiff von 1000 Tonnen und darüber zurzeit die vor geschriebene Schiffsbemannung hat. Trotzdem ist es gelun gen. Ordnung in den vom Rhein in Massen ankommenden Zuzug der Fahrzeuge zu bringen, dank der Einrichtung des staatlichen Schleppbetriebes, durch den die zur Erledigung der Verkehrs erforderliche volle Ausnutzung der Schleusen erreicht wurde. Besonders interessant ist, daß der Verkehr auf dem Rhein—Herne=Kanal viel schneller und in weit größerem Umfang gewachsen ist, als vorausberechnet war. Man hatte angenommen, daß der Anfangsschleppverkehr 2650000 To. betragen und 6 Jahre nach der Betriebseröffnung, also 1920. die Höhe von 5300000 To. erreichen würde. Er hat aber schon bis Ende November für das Jahr 1916 5040000 To. erreicht. d. Von einem U=Boot 11 Schisse in 11 Tagen versenkt. Berlin, 5. Jan. Ein in den Heimathafen zurückgekehrtes U.=Boot hat in 11 Tagen 11 Schiffe versenkt. Darunter befanden sich fünf Dampfer mit 15000 To. Kohle, für Italien und Frankreich bestimmt. Friedensbestrebungen. Wilsons weitere Bemühungen. Haag, 5. Jan.(BB.) Wie„Daily News“ aus Washington meldet, sei das amerikanische Volk überzeugt, daß Wilson mehr von den deutschen Beweggründen für das Friedensangebot wisse, als veröffentlicht worden sei. Es herrsche allgemein eine starke Ansicht, daß die Friedensbemühungen noch nicht zu Ende gekommen seien und daß noch weitere Vorschläge erfolgen würden. 105 wr =Festes I. Messe nunion. * lung ist nshause rrumth92 Der Vierverband. Eine 60=Milliarden=Anleihe des Vierverbandes. Genf, 5. Jan. Nach dem Lyoner„Progrés“ wird die in einigen Togen aufzulegende Anleihe der Verbündeten sich auf 60 Milliarden Franken beziffern. Das verunglückte Saloniki=Unternehmen. Lugano5. Jan.(TU.) Der„Secolo“ druckt in Fettschrift auf der. nur einer Endschleuse erwächst, ist zurzeit dadurch abgeholfen, ersten Seite eine Londoner Depesche über den zunehmenden daß diese Schleuse Taa und Nacht ununterbrochen für den Widerwillen der Londoner Kreise gegen das Salo= Betrieb bereitsteht. Wirkliche und dauernde Abhilfe kann nur niki=Unternehmen ab das sich immer mehr als ein eine zweite Schleuse schaffen, die in der Ruhr zu erbau## zweites Gallipoli entpuppe. Der„Secolo“ gibt ausführlich das wäre und, unbehindert durch den Ruhrorter Hafen, eine von Mitgliedern des neuen englischen Kabinetts inspirierte ver=' mittelbare Verbindung mit dem Rhein herstellen wür Der Betriebsschwierigkeit, die aus dem Vorhandensein ung se. Uhr 9be. 8 — 1 8 der deutschsprachigen Presse e.V. 4 Baltnissen zu stellen. Die Steuerbehörde muß unter den jetzigen Verhältnissen solche Anträge besonders scharf prüfen und es wird darauf aufmerksam gemacht, daß gerade bei diesem Punkte die Anrufung des Oberverwaltungsgerichts in der Regel keinen Erfolg hat, weil das Rechtsmittel der Beschwerde nicht zur Nachprüfung und Berücksichtigung tatsächlicher Verhältnisse gegeben ist. 54 eines Teiles des Militäreinkommens erleiden wird, anzugeben. Damit die Steuerbehörde die Berechnung prüfen kann, ist es unbedingt notwendig, deren Unterlagen naher mitzuteilen, also zunächst das volle Zivildiensteinkommen und dann den gemachten Abzug und die Art dieser Berechnung. Die Folge dieser neuen Ordnung ist. daß, wenn der Beamte oder der aktive Offizier aus dem Felde zurückkehrt, nunmehr eine Nachveranlagung während des laufenden Steuerjahres vom nächsten Monatsersten ab erfolgt und daß hierbei das Diensteinkommen des aktiven Offiziers nach dem Friedensbetrage und das volle Zivildiensteinkommen des Beamten nunmehr nachträglich angesetzt wird. Die Grundlage für dieses Verfahren bildet ein demnächst erscheinendes neues Gesetz. Auch bei solchen Kriegsteilnehmern, bei welchen infolge ihrer Einziehung eine Einnahmequelle weggefallen ist und bei Beginn des Steuerjahres 1917 noch nicht wieder begründet war, wird nunmehr Einkommen aus dieser Quelle, falls sie wirklich endgültig fortgefallen war, dem bisherigen Verfahren entgegen, nicht mehr angesetzt werden. Kehrt der Steuerpflichtige zurück, so wird er vom nächsten Monatsersten ab aus der dann etwa neu begründeten Quelle nachveranlagt. 5. Das Einkommen der Gesellschaften m. b. H. wird bei deren Besteuerung ebenso berechnet, wie das Einkommen des Einzelkaufmanns. Während Aktiengesellschaften z. B. nur den Überschuß zu versteuern haben, welchen sie als Dividenden verteilen, allerdings unter Hinzurechnung der zur Tilgung der Schulden oder des Grundkapitals, zur Verbesserung oder Geschäftserweiterung, sowie zur Bildung von Reservefonds verwendeten Beträge, muß die G. m. b. H. ihren gesamten Geschäftsgewinn wie ein Einzelkaufmann versteuern, kann also auch nur die Abzüge machen, die einem solchen erlaubt sind, z. B. betreffend Gewerbesteuer und betreffend Abschreibungen. Andererseits kommt es bei der G. m. b. H., weil sie juristische Person ist, nicht auf den Bestand der Einkommensquelle bei Beginn des Steuerjahres an; sie wird vielmehr wie andere juristische Personen grundsätzlich nach dreijährigem Durchschnitt veranlagt. Streitig kann bei der G. m. b. H. die Zurechnung der Bezüge der geschäftsführenden Gesellschafter sein. Maßgebend ist, ob lediglich ein Angestelltenverhältnis vorliegt(dann handelt es sich um abzugsfähige Unkosten), oder ob die Geschäftsführung nach der Zusammensetzung der Gesellschaft und nach dem Verhältnis des Geschaftsführenden zu den anderen Gesellschaftern als eine gesellschaftliche Verpflichtung anzusehen ist wie es z. B. bei Familiengesellschaften mit wenigen Gesellschaftern meist der Fall sein wird. Dann ist das Gehalt und die Tantieme des Geschäftsführers steuerpflichtiges Einkommen der Gesellschaft. 6. Steuerermäßigung kann bei der Veranlagung gewährt werden: a) nach§ 19(Kinderprivileg). Dieses Privileg aus, daß tatsächlich Unterhalt gewährt wird und daß dies auf gesetzlicher Verpflichtung(§§ 1601—1615 des B.G.B.) beruht. Im Felde befindliche Söhne können nicht berücksichtigt werden, da der Unterhalt tatsächlich nicht mehr von den Eltern bestritten wird. Nicht mitgerechnet werden die Ehefrau des Steuerpflichtigen und diejenigen Kinder und Angehörigen, welche das 14. Lebensjahr überschritten haben und entweder im landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betriebe des Steuerpflichtigen dauernd tätig sind oder ein eigenes Einkommen von mehr als der Hälfte des ortsüblichen Tagelohns nach ihrer Altersklasse und nach ihrem Geschlechte baben.„ Einkommen aus Kapitalvermögen sind auch die Gewinne aus Spekulation in Wertpapieren. Berechnet wird das Einkommen aus Kapitalvermögen, wenn es sich um fest verzinsliche Kapitalanlagen handelt, nach dem vollen Jahreszinssatze. Das Einkommen aus der 5. Kriegsanleihe ist ebenso wie das aus der 4., mit vollem Jahreszinsbetrag anzugeben, denn die Verzinsung der 5. Anleihe beginnt am 1. April 1917. Die Quelle ist also an diesem maßgebenden Stichtage vorhanden. Bei Kapitalanlagen mit schwankenden Erträgen, insbesondere bei Divideden=Papieren, falls die Berechnung nach dem oben entwickelten Grundsatze nach dem Ergebnisse des vorhergehenden Kalenderjahres zu erfolgen hat, die in diesem Kalenderjahre tatsächlich gezahlte oder doch rechtsgültig beschlossene Dividende maßgebend, gleich, für welches Geschäftsjahr sie ausgeworfen ist. Es kommt also nicht auf Schätzung derjenigen Dividende an, die etwa im Jahre 1917 für das Geschäftsjahr 1916 ausgeworfen werden wird, sondern auf die tatsächliche Zahlung oder Gutschrift im Jahre 1916. Eine Schätzung künftiger Dividenden kommt nur in Frage, wenn die Kapitalanlage noch kein volles Kalenderjahr im Besitz des Steuerpflichtigen ist. Diese Grundsätze gelten auch für Tantiemen der kaufmännischen Angestellten und dergl. Rückständige Zinsen von Hypotheken und dergl. müssen angegeben werden, bis feststebt, daß sie endgültig verloren sind. Der Luftkrieg. Neuorganisation des englischen Luftdienstes. London 4. Jan.(W2B.]„Dailv News“ melden: Der Plan für das Zusammenarbeiten des Luftdienstes der Marine und der Armee ist jetzt fertig. Das Munitionsministerium wird die Verfertigung aller Vorräte und des Materials auf sich nehmen. Bisber ließen Admiralität und Kriegsamt getrennt ihr Material für den Luftdienst berstellen, sodaß sie sich in einzelnen Fällen Konkurrenz machten. Aufgabe des Kriegsamtes unter Cowdrav wird es sein, alle Bestellungen der Admiralität und des Kriegsamtes entgegenzunehmen und an das Munitionsministerium weiterzugeben, ferner die Lieferungen des notwendigen Materials zu beaufsichtigen und in Fällen, wo die Forderungen der Armee und der Marine miteinander in Konflikt geraten, als Schiedserichter aufzutreten. Aus den Provinzen. () Meisterkurse für die Provinz Westfalen. Die nächsten 8 wöchigen Winterkurse für Maß= und Krüppelschuhmacher, Herren= und Damenschneider, Bau= und Möbelschreiner, Schlosser und Kunstschmiede, Maler und Anstreicher, Stellmacher und Wagenschmiede, Bauklempner und Installateure für Gas= und Wasseranlagen beginnen wieder bei ausreichender Teilnahme am 8. Januar 1917 im Gebäude der Handwerker= und Kunstgewerbeschule zu Dortmund. Lehrgegenstände sind: Fachzeichnen. Werkstattübungen. Preisberechnung, Staatsbürgerkunde, Buchführung, Geschöftsky und Rechnen. Bedürftigen kann das 20 Mark betragende * Die amtlichen Berichte der Feinde. Geschäftsrunde, Deutsch und Rechnen. Bedürftigen kann das 20 Mark betragende Schulgeld erlassen und Stipendien zum Lebensunterhalt bewilligt werden. Vom Staate und den Trägern der Meisterkurse sind ausreichende Unterhaltsmittel bereitgestellt, besonders mit Rücksicht auf die vielen kriegsbeschädigten Handwerker. die sich für die Meisterprüfung vorbereiten wollen. Für diese soll in jeder Beziehung. Wohnung. Lebensunterhalt usw. besonders gesorgt werden durch den Ausschuß für die Kriegsbeschädigten=Fürsorge, Dortmund, Brügmannstraße 25. Anmeldungen sind umgehend an diese Stelle wie auch an die Handwerkskammern zu Dortmund, Bielefeld, Arnsberg und Münster oder an den Kursusleiter Direktor Professor Regling in Dortmund zu richten. Auskünfte und Anmeldescheine werden unentgeltlich erteilt. Russischer Heeresbericht vom 3. Jan. Westfront: Die feindlichen Flugzeuge waren sehr tätig. Sie warfen an vielen Orten Bomben. Ein Flugzeug wurde durch Artilleriejeuer getroffen und landete bei dem Dorfe It. südöstlich vom Wischnew=See. In der Gegend von Porskawulka, südöstlich Kowel, schoß einer unserer Flieger zwei feindliche Flugzeuge ab. Die vier Flieger wurden sämtlich in ihren Flugzeugen zerschmettert. In der Gegend von Zloczow belegte der Feind die Umgebung der Dörfer Batkuff, Mansjoff und Karbusow mit heftigem Geschützfeuer, dann ergriff seine Insanterie die Offensive, besonders an der genannten Front. Trotz unseres Geschützfeuers gelang es dem Feinde, in die Gräben einer unserer Kompagnien zu dringen: aber ein Gegenangriff verdrängte ihn und warf ihn zurück. Gleichzeitig wurde die Gegend des Dorfes Manilowka mit Granaten beschossen, die beim Springen einen dichten gelben Rauch verbreiteten, der sich nicht sobald verzog. Am Dujestr. in der Gegend von Jesuvol, zerstreute unser Geschützfeuer eine seindliche Arbeiterabteilung, die Gräben zog, und beschoß den Flecken Jesuvol wirksam. An der Moldaugrenze ging der Feind im Abschnitt von dem Dorfe Kotumbe bis zum Tal von Sulta und weiter südlich zweimal zum Angriff über, wurde aber überall durch Feuer zurückgeworfen. Wir nahmen hier auf einer der Höben einen Teil unserer gestern verlorenen Gräben wieder.— Rumänische Front: Die Rumänen sind nördlich vom Kasin-Fluß abwärts, östlich von der ungarischen Grenze, im Angriff. Am Vormittag griff der Feind sie an der Oberen Suschitza an, wurde aber zurückgeworfen und ging. von Kavallerie verfolgt westwärts zurück. Im Laufe des Tages wiederholte der Feind seine Angriffe mit überlegenen Kräften und warf die Rumänen auf ihre nächsten Stellungen zurück. In dieser Formation griff der Feind unter dem Schutze von Feuerwellen der Artillerie, welche Stickgasgranaten verfeuerte, den Abschnitt eines unserer Regimenter an der Eisenbahn südwestlich von Focsani an, aber von konzentrischem Feuer eupfangen, floh er in seine Gräben in Unordnung zurück und wiederholte seine Angriffe nicht. Eines unserer Schützenregimenter griff das Dorf Eulianka an der Mündung des Rimnie-Flusses stürmisch an, nahm es, machte 6 Offiziere, 2 Arzte und 205 Mann zu Gefangenen und erbeutete 5 Geschütze und 8 Maschinengewehre. Ebenso wurden durch den Angriff unserer Abteilungen die Dörfer Kiwenn und Macsineni, südwestlich von Eulianka, weggenommen und die sie besetzthaltende Abteilung des Feindes zurückgetrieben. Nach ergänzenden Nachrichten vom 1. 1. ging ein englischer Panzerkraftwagen in schneller Fahrt auf der Kunststraße längs der Donau von Brailow auf Wisiru vor und brachte dem Feinde schwere Verluste bei.— Dobrudschafront: Während des Tages machte der Feind eine Reihe von Angriffen in der Gegend von Macin, die sämtlich abgeschlagen wurden. Der Feind ging in Unordnung zurück.— Kaukasusfront: Westlich von Kalkit brachen unsere Aufklärer in eine türkische Feldwache ein und machten Gefangene und erbeuteten Waffen. von Es empfiehlt sich dringend, in einer Anlage zur Steuererklärung die einzelnen Kapitalanlagen und die Art der Berechnung des Einkommens daraus näher anzugeben, dadurch werden unnötige Rückfragen erspart. Die Steuerbehörde hat die Pflicht, die richtige Berechnung nachzuprüfen. b) Beim Einkommen aus Grundvermögen wäre hervorzuheben, daß rückständige Mieten nicht ohne weiteres verschwiegen werden dürfen; solange sie nicht endgülkig erlassen sind, müssen sie als Einkommen angegeben werden. Der Steuerpflichtige wird auch hier stets gut tun, wenn er in einer Anlage zur Steuererklärung die Mieten seiner Häuser einzeln aufführt; daß es sich empfiehlt, die Unkosten näher zu belegen, ist schon oben gesagt. Nur die staatlich veranlagte Grund= und Gebäudesteuer darf abgezogen werden. * 11 #4 V. Vermischtes. *% Kriegergräber. Bereits seit geraumer Zeit hat die Frage einer würdigen, soldatisch schlichten Gestaltung der Gräber der für das Vaterland Gebliebenen in weiten Kreisen der öffentlichkeit Aufmerksamkeit gefunden. Das Schaffen pietätvoller Kameradenhände im Felde hat vielfach Gräberanlagen ergeben, deren künstlerisch und menschlich gleich ansprechende Einfachheit auch für die Heimat nur vorbildlich sein kann. Wie bekannt, haben auch die beteiligten militärischen, bürgerlichen und kirchlichen Behörden, insbesondere das Kriegs= und Kultusministerium, sich seit längerem diesen Aufgaben zugewandt. Hervorragende Künstler und Fachmänner sind in die verschiedenen Kriegsgebiete entsandt worden. Im Kultusministerium wie für die einzelnen Provinzen unter dem Vorsitze der Oberpräsidenten sind amtliche Beratungsstellen für Kriegerehrungen begründet worden. Zur Besprechung der die Beratungsstellen gemeinschaftlich berührenden Fragen bat in diesen Tagen auf Einladung des Kultusministers Dr. v. Trott zu Solz eine zahlreich besuchte Versammlung stattgefunden, an der außer den leitenden Stellen des Kultusministeriums u. a. der Chef der Unterkunftsabteilung des Kriegsministeriums und der Stellvertretende Kommandierende General des Gardekorps, Konsistorialräte Dr. Duske und Kiehl vom Evangelischen Ober=Kirchenrat, Stiftsprobst Dr. Kaufmann und Propst Dr. Kleineidam als Vertreter des Eviskopats, sowie eine Reihe von Vertretern kirchlicher und sonstiger Behörden und als Vertreter der Provinzialberatungsstellen die Oberpräsidenten von Ostpreußen, Posen und Westfalen teilnahmen. Auch zahlmiche Mitglieder der Beratungsstellen, namhafte Künstler und Gartenarchitekten beteiligten sich lebhaft an der Aussprache. Es wurde allseits freudig erkannt, in wie ausgiebiger Weise die Beratungsstellen bereits aus behördlichen und namentlich aus privaten Kreisen in Anspruch genommen werden. Um die erforderliche Fühlung zwischen den Stellen zu halten, sollen von Zeit zu Zeit Besprechungen im engeren Kreise folgen. Namentlich fand auch die Frage guter Fried hofsordnungen für Ehrenfriedhöfe Beachtung. * Das landwirtschaftliche Einkommen muß bei dem guten Preisstande der landwirtschaftlichen Erzeugnisse entsprechend höher geschätzt werden. Der Umstand, daß nach Eintritt des Friedenszustandes manche besondere Aufwendungen gemacht werden müssen, um den Betrieb wieder normal zu gestalten, insbesondere für Düngung. Reparaturen und dergl., darf jetzt noch nicht berücksichtigt werden. c) Einkommen aus Handel, Gewerbe und Berabau ist der Geschäftsgewinn, die Zinsen des eigenen Kapitals des Steuerpflichtigen sind Teile desselben. Wer nach dreijährigem Durchschnitt deklariert(siehe oben), muß die maßgebenden Durchschnittszahlen auf Seite 3 des Formulars unten rechts angeben. Größeren Gewerbetreibenden empfehlen wir zur Vermeidung von Rückfragen, die unter den jetzigen Verhältnissen für die Steuerbehörde besonders unerwünscht sind, der Steuererklärung gleich eine Abschrift der Bilanzen nebst Gewinn- und Verlustrechnungen für die maßgebenden Jahre beizufügen. d) Zum Einkommen aus gewinubringender Beschäftigung usw. gehören u. a. auch alle Gratifikationen, Remunerationen und(bis zum Erlaß einer gegenteiligen gesetzlichen Bestimmung) auch alle Teuerungszulagen, mögen diese Zahlungen einmalig oder dauernd sein. Auch die Witwenpensionen(Zivil- und Militärpensionen) und die Pensionen der Kriegsteilnehmer sind steuer pflichtiges Einkommen, steuer frei sind nur die Pensionserhöhungen, z. B. die Kriegszulagen, Verstümmelungszulagen. Waisengelder sind steuerpflichtiges Einkommen der Kinder, nicht der Mutter. Da nun die Waisengelder meist nicht die staatssteuerpflichtige Höhe erreichen, bleiben sie tatsächlich steuerfrei. Sie sind aber für die Besteuerung der Mutter insofern von größter Bedeutung, als sie, wenn Kriegswaisengeld hinzukommt, meist eine Höhe erreichen, welche die Anwendung des Kinderprivilegs nach§ 19 ausschließt. Von besonderer Wichtigkeit ist hier ein Erlaß des Herrn Finanzministers vom 11. Dezember 1916. Hiernach sind u. a. die für die Veranlagung der aktiven Offiziere und Militärbeamten sowie der als Offiziere und obere Militärbeamte eingezogenen Zivilbeamten bisher angewendeten Vorschriften außer Kraft gesetzt. Die Steuerfreiheit des Militäreinkommens wird nicht mehr durch monatweise Abgangsstellung, sondern im Jahre 1917 gleich bei der Veranlagung berücksichtigt. Bei aktiven Offizieren usw. wird also nunmehr überhaupt kein Diensteinkommen bei der Veranlagung angesetzt und bei den Reserveoffizieren in Beamtenstellungen ist nicht mehr wie bisher das volle Friedensdienst einkommen der Zivilstellung anzugeben, sondern das nach Abzug des Militäreinkommens tatsächlich verbliebene Zivildiensteinkommen des Jahres 1916. Ist der Beamte befördert, oder hat seine Dienststellung sonst eine wesentliche Anderung erfahren, so ist das Friedensdiensteinkommen der neuen Stellung nach vollem Jahresbetrage aber unter Abzug der Kürzung, welche es durch Anrechnung 8 * 9 * 7 t vorT M I# * n n n n b Die Ermäßigung beträgt bei Einkommen von nicht mehr als 6500 Mark eine Stufe wenn 2 Kinder, zwei Stufen wenn 3 oder 4 Kinder, drei Stufen wenn 5 oder 6 Kinder vorhanden sind usw. Beträgt das Einkommen mehr als 65009 Mk., aber nicht mehr als 9500 Mk., so wird eine Stufe gewährt bei 3 Kindern, zwei Stufen bei 4 oder 5 Kindern usw. Bei Einkommen von mehr 9500 Mark gibt es kein Kinderprivileg mehr. Wer das Privileg beansprucht, hat auf Seite 2 der Steuererklärung, unten. Geburtsdatum, Vorname, Aufenthalt, Beschäftigung und Einkommen der in Frage kommenden Angehörigen genau anzugeben, und zwar in jedem Jahre. b) Nach§ 20 kann Steuerermäßigung erhalten, wer bei einem Einkommen von nicht mehr als 12500 Mk. außergewöhnlich wirtschaftlich belastet ist, durch Unterhalt und Erziehung der Kinder, Verpflichtungen zum Unterhalt mittelloser Angehöriger, andauernde Krankheit, Verschuldung und besondere Unglücksfälle. Der Grund und die Art der Belastung muß in einer Anlage zur Steuererklärung besonders angegeben, die Kosten näher aufgeführt und durch Belege nachgewiesen werden, und zwar. in jedem Jahre, in welchem solche Ermäßigung beansprucht wird. Insbesondere wird man also die besonderen nicht normalen Ausgaben für Erziehung der Kinder, die ungewöhnlich hohen Ausgaben Arzt und Apotheke, die regelmäßigen Tilgungen, die man auf nicht hypothekarisch eingetragene Schulden zu leisten hat und tatsächlich leistet, näher angeben müssen, wenn man Ermäßigung nach§ 20 erreichen will. Es wird aber dringend empfohlen, einen solchen Anspruch nur bei wirklich außergewöhnlichen, die Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigenden Verd G C n s 0 9 n Zur Steuererklärung 1917. d * II. 2 1. Wir wenden uns nun zu den einzelnen Einkommenquellen und beginnen a) mit dem Einkommen aus Kapitalvermögen. Als solches gelten u. a. die Zinsen, Gewinnanteile und Ausbeuten von Aktiengesellschaften, Gesellschaften m. b. H., stillen Gesellschaften und die Gewinnanteile der Kommanditisten bei den Kommanditgesellschaften auf Aktien. Es dürfen also insbesondere die Gewinne auf G. m. b. H. Anteile nicht nach dreijährigem Durchschnitt deklariert werden, falls sie nicht zu einem gewerblichen Anlage= und Betriebskapital der Steuerpflichtigen gehören und es müssen diese Gewinne auch dann in Preußen besteuert werden, wenn sie aus anderen deutschen Bundesstaaten oder aus Österreich fließen. Der Gewinn aus einer G. m. b. H., die in Preußen oder einigen anderen deutschen Bundesstaaten, mit welchen darüber Verträge bestehen, besteuert ist, wird jedoch gemäß§ 71 des Gesetzes außer Hebung gesetzt, falls der Steuerpflichtige ihn in der Steuererklärung als solchen besonders bezeichnet hat. Handel und Industrie. 0 0 2 * 1Burgsteinfurt, 4. Jan. Arbettspferde, 1. Sorte, angetr. Stück, 2700—3500 Mk., 2. S. 22 Stück, 1200—1800 Mk., junge, angetr. 16, 1500—2300 Mk., ½ jähr. Füllen 8 Stück, 1150—1350 Mk.; Bullen angetr. 3, 85—95 Mk. 100 Pfd. Lbdgew.; milchgebende Kühe, 1. S., 12 Stück, 1250—1500 Mk., 2. S. 24 Stück, 700—950 Mk.; tragende Rinder, 1. S 42 Stück, 650—1050 Mk., 2. S. 5 Stück, 360—600 Mk., tragende Schweine, 23 Stück, 250—400 Mk., Faselschweine(½jähr.) Stück, 105—115 Mk.,(¼ jährige), 26 Stück, 60—70 Mk., Ferkel, 5—8 W. alt, 614 Stück, 5.00—6.50 Mk. die Alterswoche. Es waren im ganzen angetrieben 51 Pferde, 86 Stück Rindvieh und 673 Schweine und Ferkel. Antrieb: gut. Handel: lebhaft. Markt: fast geräumt. Der nächste Markt findet am 1. Febr. statt. d 10 1 e d 10 Hauptredakteur Rudolf Strietholt.— Es verantworten: den redaktionellen Teil Paul Koene, die Reklamen und Inserate Anton Busch, alle in Münster.— Druck und Verlag der Aschendorffschen Buchhandlung in Münster. v f d Fräulein sucht 82 Unericht imn Deuschen. t 1 Wrhinigs u. Vienen=Anzeiget. An dieser Stelle tritt für Anzeigen aus Münster bei sofortiger Bezahlung der ermäßigte Preis von 10 Pfg. für den Spaltenraum von 2.2 mm Höhe(Raumhöhe) ein. Die nicht volle Raumhöhe wird mit 5 Pfg. berechnetIn- und Terkäufe Of. u. 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