ern Einwohner des neral als auswärd. Dienstfertigkeit var zum genaueren ich war der kleine Schicksal zwischen 1 s e i n W e s e n z u m be. Freilich hatte wohlgeölte Haar ißte, daß das Verber lag er seinem entpuppte er sich und lächelnd als und Anregung zu mmer im Schlafhtsvoll betrachtete Blicke zur Decke zskränze erschienen, sen. der sich ihm zum hatte. Seit der man an gewissen n sich desselben zu am billigsten, noch ganz genau nach itsache zu schätzen en seiner albernen er schreibt, unter che Hochschule senForm ausgefertigt un erst ihre Jungiben glaubte, und inter ihrem Rücken sich eine ähnliche ögen, einmal um indgriff als seinen er das Bedürfniß Kopfe empfand; rderlich hielt, um der übermüthigen Er hatte sich nämr Mathematik und Ind zwischen dem schwankte nun des barungen hin und orwärts und rückand einen Säbel Is Windfahne auf alb aber hielt er inen Musestunden r die vier Wände irtig, das aus der immen sollte. Ob ist in Folge seiner beiderseitig äußere Kugel und Stange cklich miteinander, veil Niemand kühn störte es ihn nicht an der Ausbiläusige Ansprachen el.“ Er war viel Besen schuldig sei, mselben hätte wiille Anlage besaß, Küchenschrank leirkeit seiner fetten rwartete, war geurfte den Amtssitz bei der Hand zu potheker und dessen ritt wie immer. etsetzung folgt.) 0 und amtliches Kreisblatt Bieleserr, Erscheint wöchentlich dreimal und wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abends ausgegeben. Redigirt unter Verantwortlichkeit von W. Bertelsman u. Druck und Verlag von Gebr. Bertelsmann in Bielefeld. A 1 für die drei Kreise und Wiedenbrück. Abonnementspreis vierteljährlich mit Bringerlohn oder bei der Post 12 Sgr., in der Expedition 10 Sgr. Inserate 9 Pig. für die Vorgis=Zeite. Mittwoch, den 11. October Bestellungen auf den„Allgemeinen Anzeiger“ werden baldigst erbeten, damit die Auflagezahl zeitig genug festgestellt werden kann. Man abonnirt in Bielefeld in der Expedition, Obernstraße 4; auswärts bei der Post und bei den nachstehenden Agenten: in Halle: C. Harnisch; in Versmold: Buchbinder Kolbe; in Werther: Buchbinder Godt; in Gütersloh: C. Bertetsmann; in Rheda: Buchbinder Schmidt; in Wiedenbrück: Buchbinder Breimann; in Rietberg: Buchbinder Bartscher. Bie Expedition. Die dem Verdinge zum Grunde zu legenden Bedingungen können täglich in der Strafanstalt eingesehen werden. Herford, d. 28. September 1865. Königliche Strafanstalts=Direction. Wintgens. Telegraphische Depesche. Berlin, 10. October. Die preußische Bank hat den Wechsel=Discont auf 7% und den Darlehns=ZinsFuß auf 7½% erhöht. Bekanntmachung. Postdampfschiff=Fahrten Stralsund=Malmoe. Die täglichen Fahrten der PostDampfschiffe zwischen Stralsund und Malmoe werden vom 8. October c. ab für die folgenden Monate eingeschränkt. Es finden demnächst nur am Mittwoch und am Sonnabend die Fahrten sowohl von Stralsund nach Malmoe, als auch gleichzeitig von Malmoe nach Stralsund statt. Berlin, d. 5. Octobe 1865. General=Postr=Amt. Bekanntmachung. Vom 1. October d. J. ab kommen für die Correspondenz aus Preußen nach Norwegen et vice versa nächste: hende Portosätze in Anwendung: 1. für frankirte Briefe nach Norwe: gen 6 Sgr. pro Loth excl., 2. für unfrankirte Briefe aus Norwegen 7½ Sgr. pro Loth excl., § 3. für Waarenproben und Muster, sowie für gedruckte Sachen unter Band nach Norwegen 1¾/4 Sgr. für je 2½ Loth excl. Berlin, den 1. October 1865. General=Post=Amt. v. Philipsborn. Die Lieferung folgender für die hiesige Strafanstalt im Jahre 1866 muthmaßlich erforderlichen Gegenstände: 1800 Scheffel Roggen, 20,000 Pfund Erdsen, 7000 v weiße Bohnen, 5000„ Weizenmehl, 3700„ Gerstenmehl, 5000„ Hafergrütze, 2000„ Gerstengrütze, 3000 500 1000 2000 600 3400 4600 Mittelgraupen, Perlgraupen, Reis, Semmel, Butter, Speck, Rindfleisch, 800 Quart Essig, 3000 p Bier, 46000" Milch, 240 Pfund Syrup, 4400 Stück Eier, 3000 Pfund braune Seife, 800„ weiße Seife, 80„ Soda, 1000 Stück Reiser=Besen, 10 Klafter Brennholz, 4000 Scheffel Steinkohlen, 6000 Pfund raffinirtes Rüböl, 120 n schwarzwollenes Strumpfgarn, 4dräthig, 50 v baumwollen melirtes Strumpfgarn, 4dräthig, 10 Pack Flachsgarn, 500 Ellen graue Leinwand, 2500 n gebleichte Leinwand, 1000 n graue Zwillich, 200 p blaugestreiften Zwillich, 200 n Handtuchs=Drell, 40,000 Stück Schuhnägel, 10,000„ Stoßnägel, 500 Pfund Sohlleder, 50„ Fahlleder, 200 p Leinöl, 200„ Bleiweiß, 200 v Thran, 25,000 Stück Drathstifte soll im Wege der Sudmission den Mindestfordernden übertragen werden. Lieferungslustige werden aufgefordert, ihre Offerten bis zum 6. November dieses Jahres Vermittags 10 Uhr, versiegelt mit der Aufschrift:„Submissions=Offerten zur Lieferung verschiede: ner Gegenstände für die Strafanstaul zu Herford pro 18666 im Bureau der Strafanstalt abzugeben. Nachgebote werden nicht berücksichtigt. 1865. Bekanntmachung. Der diesjährige Kram= und Viehmarkt zu Oeynhausen wird am Dienstag den 17. October c. abgehalten. Oeynhausen, d. 6. October 1865. Der Amtmann v. Sothen. Bekanntmachung. Die Wahlen der Gemeinde Verordneten für die mit ulto Decbr. c. ausscheidenden Mitglieder, finden gemäß§. 28 der Landgemeinde= Ordnung im olgenden Terminen statt.„., gm... 8 Mank 1. Gemeinde Bracke 1. und 3. Abtyeilung Mittwoch sven 8. Novor. c. Nachmittags 2 Uhr in der Schule zu Bracke. 2. Bauerschaft Schildesche 2. und 3. Abtheilung Mittwoch den 8. Novbr. c. Nachmittags 4 Uhr bei Colon Höner zu Altenschildesche. 3. Gemeinde Gellershagen 2. Abtheilung Donnerstag den 9. Novdr. e. Nachmittags 2 Uhr bei Colon Flehmann Nr. 6 daselbst. 4. Gemeinde Theesen 1. und 2. Abtheilung Donnersstag den 9. Novdr. c. Nachmittags 4 Uhr bei Meyer zu„#,. 1 daselbst. 5. Gemeinde Vilsendorf 1. und 3. aotyentung Freitag den 10 Novor. c. Nachmittags 4 Uhr in der Schule daselbst. 6. Gemeinde Kirchdorf Schildesche, 1. 2. und 3. Abtheilung Sonnabend den 11. Novdr. c. Nachmittags 3 Uhr in der evangelischen Schule, 7. Gemeinde Niederjöllenbeck, 1. 2. und 3. Abtheilung Dienstag den 14. Novbr. c. Nachmitags ½3 Uhr im Confirmandensaale zu Jöllenbeck. 8. Gemeinde Oberjöllenbeck, 1. 2. und 3. Abtheilung Dienstag den 14. Novdr. c. Nachmittags 4 Uhr daselbst. Das Verzeichniß der stimmberechtigten Gemeindeglieder liegt vom 9. October in der hiesigen Amtsstube offen und werden die Wähler zu dem Termine hiermit eingeladen. Schildesche, den 7. October 1865. Der Amtmann. Meyer. Gesucht 2 Kupergeset. Wochenlohn 2 Thlr. bei dauernver Besoung, Bsischermeiter Borgholzhausen. 3 142¾ s(141 3/8 2½ 152% 2½ 151 3½ 622 s 180 1/12 5 92¾ S 92% 4 156 10 2 4% 9 8 Wechselcorus. Amsterdam 250 fl. kurz do. 2 Monat Hamburg 300 Mk. kurz do. 2 Monat London 1 Lstrl. 3 Monat Paris 300 Fr. 2 Monat Wien 150 fl. 8 Tage do. do. 2 Mon. Augsburg 100 fl. 2 Mon. Frankfurt 100 fl. 2 Mon. Leipzig 100 Thlr. 8 Tage do. 3 Monat Petersburg 100 R. 3 W. do. do. 3 M. Warschau 90 R. 8 Tage Bremen 100 Thlr. 8 Tage Geldcours. Ausl. Pistolen.16. Napoleonsd. 5,12. Holl. 10= Guld..16. Lv. Sterl. 6,23. Fünffre. 1, 10,3. Franz. Kronth. 1,16,9. Brab. Kronth. 1,16. Goldkronen.10. Dollare.12.3. Getreide: Bericht. Cöln, 9. October. Weizen 5,25. Rog. gen.15. Gerste 4,10. Hafer 4,9. v. 200. Pfd. Rüböl 16. Raff. 16,15. Berlin, 9. October. Weizen 48— 68. Roggen 43. Gerste 28—41. Haser22—27. Rüböl 14. Bielefeld, 3. October. Weizen 2,14. Roggen 1, 22,6. Gerste 1. 18. Hafer 1,5. Bohnen 2, 5. Kartofseln 20. Buchweizen 2. Heu 1. Stroh 22, 6. Rüvöl 15. Raff. 15,15. Witterungsberichte. Deu 9. October. Barom. Therm. Wind und Par. Lin. Reaum. Himmelsansicht. 339 11 O. heiter. 8 8 N. heiter. 9 4 N. bedeckt. 9 7 NO. heiter. 1 1 RW. bedeckt. 1 1 NO. heiter. 0 7 O. heiter. 8. 7 O. heiter. 4 4. O. helter. 7 7 SO. heiter. 7 7 O. heiter. 5 8 SSO. heittr. Paris Brüssel Petersburg Gröningen Memel Königsberg Steitin Berlin Breslau Münster Cöln Trier Jahrmärkte in der Provinz Westfalen, im Osnabrückischen, LippeDetmold u. Lippe=Schaumburg. October 11. Bünde. Petershagen. Oelde. Wetter. (Dorf.) Wilesdorf. 1 12. Witten. 13. Werl. Neueste Nachrichten. Deutschland. Die Bank=Commandite in Minden wird am 9. Okt. ihre Wirksamkeit beginnen, und auch die bisher von der dortlichen Königlichen Regierungs=Haupt=Kasse besorgten Bankgeschäfte übernehmen. Die Verwaltung derselben ist dem Bankrendanten Walter und dem Bankbuchhalterei=Assistenten Heller gemeinschaftlich übertragen worden; es sind daher beider Unterschriften bei allen rechtsverbindlichen Erklärungen und Ausfertigungen der Bank=Commandite erforderlich. Ein gewisser John Wilson, der sich seit dem 1. August in Berlin befand und unter der Firma Wilson u. Co. in der Spandauer Straße 72 ein Exportgeschäft errichtet hatte, hatte den Handlungsdiener L. als Buchhalter vom 1. Okt. ab engagirt. Da der 1. Okt. ein Sonntag war, so kam L. erst am Montag den 2. Okt. in das Geschäftslokal, aber immer noch früh genug, denn Wilson, der seine Privatwohnung in der Wilhelmsstraße hatte, war noch nicht erschienen, und außerdem fand er im Lagerraum alle Kisten und Kasten leer und in den Handelsbüchern nicht das Geringste eingetragen. Dazu vernahm er von dem Hausknechte noch andere Sachen, was Alles ihn bestimmte, Nachmittags der Criminalpolizei Anzeige zu machen, und hat sich nun Folgendes ergeben: Wilson war ein sehr vermögender Kaufmann, der in der Geschäftswelt so gut empfohlen worden, daß ihm von allen Seiten Waaren zuströmten, wofür er Accepte auf 3 Monate laufend gab. Die auf diese Weise erlangten Waaren behielt Wilson aber nicht lange auf seinem Lager, sondern spedirte sie baldigst fort, und hat er allein durch das Speditionshaus Ph. und D. für gegen 7000 Thlr. Waaren nach Hamburg und London spediren lassen. Im Ganzen hat Wilson sich für 30,000 Thlr. Waaren zu erschwindeln gewußt, und ist derselbe seit Freitag, den 29. Septbr., aus Berlin verschwunden, während er am Sonnabend, den 30. Septbr., in Hamburg gesehen worden ist und sich jetzt wohl schon in London befinden mag. Auf der Lübeck=Büchen=Lauenburger Eisenbahn treten nunmehr preußische ambulante Postbureaux in Wirksamkeit. Dieselben führen die Bezeichnung„Preußisches Eisenbahn=Postbureau Lauenburg" und ressortiren von dem Eisenbahn=Postamte Nr. 3 in Berlin. Die EisenbahnPostburaux vermitteln vorläufig auch die Correspondenz nach Schweden und ferner theilweise nach Dänemark. Rostock, 6. Octbr. Ein Gerücht sagt, Preußen wolle eine Eisenbahn von Hagenow über Zarrentin nach Ratzeburg bauen lassen als Etappenstraße für die preußischen Truppen. Kiel, 6. Okt. Nachdem im Laufe der letzten 8 Tage 5 Handelsschiffe das benöthigte Baumaterial von Danzig nach hier gebracht, ist man bereits eifrig mit dem Bau zweier großer Schuppen für Marinezwecke auf dem Terrain der Badeanstalt beschäftigt. Die Schuppen, welche zwei Etagen erhalten, werden in einer Länge von 214 Fuß und einer Tiefe von 51 Fuß von Holz auf einem 4 Fuß hohen Pfahlrost aufgeführt. Die Arbeit, die mit reichlich 120 Arbeitern eifrig begonnen ist, wird in kurzer Zeit vollendet sein. Die Abrüstungsgegenstände von Sr. M. Corvetten„Augusta" und„Victoria“ sind bis zur Herstellung obiger Baulichkeiten in den Zollpackhäusern zu Holtenau untergebracht worden. Ein auf der Badeanstalt befindliches großes Gebäude, welches behufs Aufnahme der Marinebureaux einem Umbau unterworfen ist, geht seiner Vollendung entgegen. Der Werft=Director, Corvetten=Capitän Klatt, Rendant Piersing, Baumeister König und die Beamten des Baupersonals haben gleich nach dem 15. Septbr. Wohnung auf der Badeanstalt bezogen. Wie es heißt, soll eine Herabsetzung der Kriegszulage für die österreichischen Truppen in Holstein, und zwar um volle zwei Drittel, erfolgt, aber allerdings vom Kriegsministerium dem auswärtigen Ministerium noch nicht amtlich mitgetheilt sein. Die dadurch für Schleswig=Holstein eingetretene Erleichterung ist selbstverständlich eine sehr bedeutende. Altona, 6. Okt. Der erste Frost trat gestern Morgen früh ein, und zwar so stark, daß Rinnsteine, Tonnen und Gefäße zugefroren waren. In den Gärten sind außer mehreren Gemüsesorten, wie theilweise Bohnen, die Kürbis und Gurkenpflanzen, sämmtliche Georginen erfroren. Letztere standen noch in vollster und schönster Blüthe. Perleberg, 6. Okt. Der Schleswig=Holsteinische Redacteur May ist freigesprochen, weil seine Kenntniß von dem Inhalte des incriminirten Artikels nicht nachgewiesen werden konnte. Derselbe ist früh nach Hamburg abgereist. Die Staatsanwaltschaft hatte die Wiederverhaftung May's wegen Ministerbeleidigung beantragt; dieser Antrag ist aber vom Gerichtshofe abgewiesen worden. Als Hilfsarbeiter des Grafen Bismarck für die lauenburgischen Angelegenheiten fungirt jetzt Assessor L. Bucher. Man erwartet, daß er bei der nächsten Vacanz in eine etatsmäßigr Stelle als vortragender Rath im Ministerium des Auswärtigen einrücken wird. Während der Abwesenheit des Grafen Bismarck zeichnet sein Vertreter, der Unterstaatssecretär v. Thile, auch die lauenburgischen Angelegenheiten. Zu der Reise des Königs durch Lauenburg wird noch mitgetheilt. daß bei der Ankunft Sr. Majestät zu Büchen Allerhöchstderselbe auch von jungen Mädchen begrüßt wurde. Die Tochter des Bauervoigte Luhmann sprach bei Ueberreichung eines Lorbeerkranzes folgende Worte: „Heil Dir, großer Preußen=König, Heil im Lauenburger Land! Nimm den ersten Gruß der neuen Kinder an von Kindes Hand; Hier den Lorbeerkranz, glorreicher Sieger, nimm ihn gnädig hin, Sieh, wir kommen Dir entgegen, Dank und Freude nur im Sinn. Theuer hast Du uns erworben mit der edlen Söhne Blut, Nimm uns huldvoll, hoher Sieger, unter Deine Vaterhut! König Wilhelm, aus der Hohenzollern ruhmreichen Geschlecht, Gnädig hast Du uns versprochen zu regieren und gerecht, Dank sei Dir dafür, o König, wir auch wollen Dir getreu Sein mit Gut und Blut, o Herrscher, das versprechen wir aufs Neu'. Ja, in Preußens hehre Krone füg' auch ewig fest hinein Lauenburg, als zwar nur kleinen, aber echten Edelstein. Ueber unsern Häuptern schwebet Deines Wappens stolzer Aar, Unter seinem Fittich merken wir nicht Noth und nicht Gefahr! König Wilhelm, sei willkommen unser Herzog, unser Hort, Unser Vater, unser Stolz auch, unsre Hoffnung fort und fort—.“ Nach einer Bekanntmachung des Finanzministers vom 26. v. M. ist die Aus= und Durchfuhr von Blei, Schwefel und Salpeter über die Grenze des Königreichs Polen wieder gestattet. Am 2. Okt. ist die telegraphische Nachricht angelangt, daß die großen Dörfer Wallkofen und Petzkofen bei Sünching heute Morgen in hellen Flammen standen, sowie daß das Dorf Feldkirchen, zwischen Geiselhöring und Straubing, heute Nacht fast gänzlich durch Brand eingeäschert wurde. Das Städtchen Niemirow(österr. Galizien) ist Nachts auf den 30. Sept. in einen Schutthaufen verwandelt worden. Unter andern Gebäuden verbrannte auch die christliche Kirche, das Bezirksamt, die Synagoge 2c. Wurzen. Am 19. d. wurde hier ein Handwerksbursche beim Betteln betroffen und zur Haft gebracht. Bei der genauern Durchsuchung derselben im Gefängnisse, fand man bei ihm, auf dem bloßen Leibe befestigt, die Summe von 1037 Thlr. in Kassenscheinen, Gold und Silber. Ausland. Bern, 6. Okt. Die Entdeckung und Verhaftung der großen Diebesbande, welcher man die meisten während der letzten Zeit in Genf vorgekommenen Diebstähle und Einbrüche zuschreibt, hat man einem der Wächter der Genfer Gemeinde von Eaux=Vives, Namens Bonges, zu verdanken. Bei einem der Verhafteten fand man eine Schatuille mit baaren 120,000 Frs. Ein Mitglied dieser Bande, welches die Flucht ergreifen konnte, ein gewisser Boccon, hat sich in Versailles, als er dort auf dem Punkte stand, verhaftet zu werden, das Leben genommen. London. Von Queenstown laufen täglich Kanonenboote aus, um das amerikanische Schiff abzufangen, welches angeblich mit Waffen für die Fenier beladen auf dem Wege nach Irland ist. Von Seiten der Hafenbehörden in Liverpool ist der Schraubendampfer„Collina“, welcher am Sonntag dort aus St. Nazaire eintraf, mit Beschlag belegt worden, weil in seiner Deklaration 120 Tonnen Kugeln und Bomben, die an Bord gefunden wurden, nicht aufgeführt standen. Die Behörden erwarten Instruktionen Seitens der Regierung. Ob die Sache mit der fenischen Bewegung im Zusammenhange steht, läßt sich vorerst nicht entscheiden. (Die Dürre in Frankreich). Nicht allein mangelt das nöthige Wasser, um das Vieh zu tränken, selbst die Bevölkerung leidet grausam durch Mangel an Wasser. In Saint=Maurice fur Loire steigen die Männer Tag und Nacht in die Brunnen hinunter, um in kleinen Näpfen die wenigen Tropfen zu sammeln, die noch aus dem untern Gemäuer der Brunnen hervorschwitzen. In Roanne selbst sind die sonst unversiegbaren Brunnen ausgetrocknet. In Villeret sehen sich die Bewohner genöthigt, bei den beiden Brunnen die noch etwas Wasser geben, Nachts Wache zu stehen, um zu hindern, daß man Wasser stehle. In Paris muß man sehr haushälterisch mit dem Wasser umgehen. Daher kommt es denn auch, daß bereits seit mehreren Wochen die öffentlichen Springbrunnen der Hauptstadt kein Wasser mehr geben. Das Begießen der Straßen und Promenaden hat eingeschränkt werden müssen. Die Seine ist dem Austrocknen nahe. Der Wasserstand ist um 25 bis 30 Centimeter unter dem von 1719, dem niedrigsten, den man bis jetzt kannte. Der berüchtigte Bandit Muisa, auf dessen Einbringen todt oder lebendig die Regierung einen Preis von 5000 Frs. gesetzt hatte, ist vor etlichen Tagen durch die Hand einer italienischen Judith gefallen. Muisa drang in ein einsames Pächterhaus bei Monteforte(Provinz Avellino) und verlangte drohend Geld, was der Pächter nicht besaß. Letzterer bot ihm statt dessen eine gute Mahlzeit an. Während der Bandit tafelte, näherte sich demselben des Pächters älteste Tochter, ein 19jähriges Mädchen, unter dem Schein, eine leere Schüssel abnehmen ) noch mitgetheilt, söchstderselbe auch des Bauervoigts folgende Worte: zer Land! ndes Hand; znädig hin, ur im Sinn. Blut, rhut! schlecht, echt, etreu n wir aufs Neu'. ein 1. lzer Aar, Gefahr! sort, ind fort—. vom 26. v. M. Salpeter über die gelangt, daß die heute Morgen in en, zwischen Geirch Brand eingelizien) ist Nachts t worden. Unter das Bezirksamt, esche beim Betteln durchsuchung deren Leibe befestigt, ind Silber. der großen Dieten Zeit in Genf t man einem der nens Bonges, zu e Schatuille mit belches die Flucht Versailles, als er Leben genommen. enboote aus, um mit Waffen für Von Seiten der Collina“, welcher g belegt worden, Bomben, die an die Behörden erSache mit der sich vorerst nicht elt das nöthige g leidet grausam Loire steigen die n kleinen Näpfen untern Gemäuer die sonst unverch die Bewohner er geben, Nachts ehle. In Paris " Daher kommt entlichen Spring= as Begießen der ssen. Die Seine 25 bis 30 Cenbis jetzt kannte. ingen todt oder gesetzt hatte, ist Judith gefallen. teforte(Provinz chter nicht besaß. Während der teste Tochter, ein chüssel abnehmen zu wollen, und stieß ihm dabei einen verborgen gehaltenen Dolch bis an das Heft in den Hals. Der Bandit verendete ohne einen Laut. Die Regierung hat dem muthigen Mädchen die 5000 Frs. auszahlen lassen. Venedig, 1. Okt. Der Polizei ist es gelungen, in der Nähe des Badeortes Reccaro in der Provinz Vicenza die Fabrik zu entdecken, in welcher beinahe sämmtliche Petarden verfertigt wurden, welche bei politischen Demonstrationen losgebrannt wurden. Es befand sich daselbst eine Art Hauptniederlage für bereits angefertigte Petarden, von welcher aus die verschiedenen Agenturen in den venetianischen Städten mit diesem Demonstrationsmaterial versehen wurden. Warschau, 7. Okt. Die Untersuchungen gegen die Brandstifter, welche mit Energie, aber auch nach dem Willen des Statthalters Grafen Berg mit der strengsten Gerechtigkeit weiter geführt werden, liefern noch weitere unzweifelhafte Beweise von dem Bestehen einer strafbaren Verbinaung, welcher politische Rachemotive zum Grunde liegen, mögen revolutionäre polnische Blätter dagegen sagen, was sie wollen. Die Untersuchungen wegen Der Brände in Siedlce, Cmielow und anderen Orten haben dies außer allem Zweifel gestellt. Die Brändestifter in Polen stehen mit denen in Rußland, vermuthlich auch mit denen in Galizien in Verbindung. Ein gewisser Nestor Radominski, ein Deserteur vom Kamtschatkischen Infanterie=Regiment, welcher zehn Monate lang in Odessa sich versteckt zu halten wußte, in Rußland verhaftet und nach Warschau zur Untersuchung gestellt wurde, hat bekannt, daß er einer solchen Bande angehört, und hat die Hauptanführer dieses schrecklichen Complotts genannt, welche sämmtliche polnische Namen tragen. Diese Untersuchung wird gleichzeitig hier und in Odessa geführt. Die Behörden verfolgen ferner zwei Personen, deren genaue Beschreibung sie besitzen, welche in der Gegend von Lipno(3 Meilen von Thorn) die Bauern bereden wollten, die griechische Kirche in Lipno anzuzünden. New=York, 28. Sept. In einem Gerichtshofe zu Brooklyn bei New=York hat am 18. Sept. der erste Neger, der in Amerika je als Geschworener zugelassen worden, auf der Jurybank gesessen. Den ganzen Tag saß der Schwarze da unter seinen weißen Collegen, ohne daß irgend ein Einwand erhoben worden wäre. Wenige Tage vorher nahm in Newhaven(Connecticut) die dort bestehende Universität den ersten jungen Neger als ihren Schüler auf.(Von den 180,000 Negern, welche ins Heer getreten sind, fielen 50,000 dem Kriege zum Opfer. Am 1. Novbr. werden nur noch etwa 70,000 Neger unter den Waffen bleiben, die übrigen 60,000 sind oder werden bis dahin ausgemustert.) Der Vicekönig von Aegypten hat für die Abgebrannten in Konstantinopel 700,000 Piaster(48,000 Thlr.) baar dorthin gesandt und außerdem Anweisungsgegeben, für 300,000 Piaster(ca. 20,000 Thlr.) Lebensmittel und Kleidungsstücke anzuschaffen. Westfalen und Rheinland. Das Programm für die aus Anlaß des Huldigungs=Jubiläums der Provinz Westphalen zu veranstaltenden Festlichkeit lautet: Am 17. Okt. festlicher Empfang der Majestäten am Bahnhof. Feierlicher Einzug der Majestäten unter dem Geläute der Glocken und Donner der Geschütze. Vorstellung der Stände, des Militärs und Civils eine halbe Stunde nach der Ankunft im Schlosse. Um 5 Uhr Diner bei den Majestäten. Um 8 Uhr Abend Fackelzug von der Bürgerschaft der Stadt Münster. Um 9 Uhr großer Zapfenstreich. Am 18. Oktober, Morgens 8 Uhr, Glockengeläute in allen Kirchen der Stadt. Um 10 Uhr Gottesdienst im Dom und in der evangelischen Kirche. Nach dem Gottesdienst Versammlung der Deputirten der Kreise, der Provinzialund Landtags=Abgeordneten, der Geistlichkeit, Beamten u. s. w. an dem Domplatz. Feierlicher Zug der Versammlung nach dem Schloßplatz und Aufstellung derselben auf, in und vor der für die Erneuerung der Huldigung errichteten Tribüne. Um 12½ Uhr feierlicher Act vor dem Schlosse: Anrede des Landtags=Marschalls an die Majestäten. Nach Beendigung der feierlichen Handlung Vorstellung der Deputation der Behörden 2c. in den Räumen des königlichen Schlosses. Nachmittags 3½ Uhr Festessen in dem an dem Standehause zu diesem Zwecke erbauten Gebäude. Die Majestäten werden durch das Fest=Comité vor dem Ständehause empfangen und zunächst nach dem Ständesaal und von dort in den Festsaal geleitet. Abends allgemeine Illumination. Um 7 Uhr Fackelzug von Eingesessenen des Landkreises Münster. Darauf Feuerwerk auf dem Schloßplatz. Um 9 Uhr Ball im Damen=Club. Am 19. Okt., Parade der Garnison. Um 4 Uhr Diner bei den Majestäten im Schlosse und Abends 9 Uhr Festball in den Räumen des Rathhauses. #. Köln, 7. Okt. Gestern Abend gegen 10 Uhr wurde ein hiesiger ponsecretair wegen Unterschlagung von Werth=Briefen in Haft genommen; er ist unverheirathet.— Eine Stunde später wurde ein hiesiger Tapesierer bei einer Schlägerei in der Glockengasse mit 7 Messerstichen verwundet; der Attentäter#ist ein hiesiger Commissionair und dürfte solcher eine nachdrückliche Bestrafung hierfür zu erwarten haben. neinch eet; 5. Okt. Die Mosel=Dampfboote, welche wegen des musten, unterbasten iu lebter Zeit ihre Fahrten eintellen Dampfhagt.... Verbindung mit den slotter gehenden ein regeimze die Fahrten auf dem Rheine, so daß jetzt wieder #gematiger Dienst eingetreten ist. Eine Katzengeschichte. (Fortsetzung.) Der General empfing den Amtmann und seinen Schwiegersohn Lurs de elich. Folgte darauf die Vorstellung des Herrn Doetor der Philrserhie David Gifthorn durch dessen Freund, den Arznei= und Lustspielmischer Flohtrog, wobei der Letztere sich in zierlicher und angemessener Weise äußerte, der Erstere einige Male mit dem Oberkörper nach vorn überschnappte, wie die Klinge eines Taschenmessers. Der General schüttelte Beiden freundlich die Hand. Diese Begrüßung veranlaßte Gifthorn indeß, sich später bei Flohtrog bitter zu beklagen, daß ihm die Finger fast zerquetscht seien, worauf der Apotheker sagte:„Dem alten Herrn gehe freilich die zartere Bildung gänzlich ab, besonders jener weiche Hauch, jene sanfte Glättung, welche den Duft und die Blühte des höhern Lebens ausmache.“ Emilie befand sich nicht im Zimmer und Eduard hatte sich bereits auf seine eigene Hand hinaus verloren, um nach ihr umzusehen, der General aber unterdeß den zurückbleibenden Herren mitgetheilt, daß seine Tochter sich in der Küche verspätet habe und jetzt erst mit ihrem Anzuge beschäftigt sei. Der Amtmann nahm diese Nachricht als Beweis der dem Mittagessen gewidmeten Fürsorge offenbar mit großer Zufriedenheit auf. Endlich brachte Eduard die wundersüße Maid. Emilie die durch sie verursachte Zögerung mit dem Haushalte, ließ sich darauf Herrn Gifthorn vorstellen und brachte auch sofort das Bund Reibzündhölzer, welches bei ihm die Stelle des Herzens vertrat und von seiner Frau wohlweislich immer feucht erhalten wurde, ganz und gar und vollständig ins Glimmen. Seine Untreue sing bei der Hand an, die sie ihm zum Willkommen bot. Was konnte der Unselige dafür, daß sich ihm sofort eine Vergleichung aufdrängte zwischen diesem kleinen feinen Kinderhändchen und dem viermal eingeschnittenen Fleischund Knochenstücke, daß bei seiner Gattin von jedem walzenförmigen Arme herabhing. Ha, diese Talgkerze! Wie oft war es ihm schon vorgekommen, daß nur sie ihn an der riesigen unberechenbaren Entwicklung hindere, deren er sich nach Maßgabe und in Anbetracht der Eigenschaften aller Gummifabrikate für fähig hielt. hatte gemeldet, daß angerichtet sei.— Die Gesellschaft saß um den runden Tisch im Eßzimmer, dem General zur Linken der Amtmann, dann Gifthorn, Flohtrog, Eduard und Emilie wieder zur rechten Seite des Vaters. Die Suppe war verzehrt, von dem Amtmann mit all dem Ernste und der Bedächtigkeit, welche er nicht minder dem Dienste seiner Person wie des Staates widmete. Der Madeira, aus dunkeln staubigen Flaschen in den leuchtenden Kristall ambrafarbig, ambraduftig perlend, hatte seine Runde gemacht: Der Amtmann war mit dem Weine zufrieden. Der Fisch war herumgereicht. Auch er hatte sein Recht erfahren. Er sollte schwimmen. Die feurigen lange eingekerkerten in Finsterniß begrabenen Geister des Rheines hatten ihre Fluthen im hellen Tageslichte ergossen, hatten sehnsüchtig geglitzert gefunkelt, mit so klaren Liebesaugen aus den Römern aufgeschaut, daß sich die Lippen ihrer küssend erbarmten und von den Wonnen des Kusses, durchglüht immer wieder küßten und immer aufs neue. Die Gefeuschaft wurde lebendiger. Nur der Amtmann hielt auch mitten im Genusse die würdevolle Besonnenheit fest, welche den Genuß vervielfältigt, indem sie ihn zergliedert, nahm meistens die Aufmerksamkeit blos des Generals durch ruhige sachgem ße Erörterungen in Anspruch, betheiligte sich aber wenig an der allgemeinen Unterhaltung, außer daß er ein Geschichtchen, eine Erinnerung hineinwarf, wenn er sich für Augenblicke irgend wie besonders angeregt fühlte. Flohtrog sing allmälig an seine schöngeistige Bildung hervorzukehren. Gifthorn suchte das Gespräch auf die Kleidertrachten der Römerinnen zu lenken, von denen er freilich nichts wußte, für die er aber einer Dame vorzugsweise Empfänglichkeit zutraute. Eduard belebte und begünstigte ihre beiderseitigen Ergießungen wechselweise und hielt in dieser Art den Einen durch den Andern in Schach. Emilie sorgte zunächst für die leibliche Befriedigung Aller, war im übrigen eine geduldige Zuhörerin, weckte und förderte durch lächelnden Liebreiz, durch einzelne, immer kluge, anmuthige, süßmilde Worte und Gedanken. Und der General achtete auf Jeden seiner Gäste, bekümmerte sich um Jeden seiner Tischgenossen, und man sah ihm an, daß er am zufriedensten war, wenn Alles um ihn her vor Zufriedenheit strahlte. Andere Speisen waren aufgesetzt und mit ihnen rückte die südfranzösische Ritterschaft von der Rebe heran, schwergerüstet, heißblütig, den Ernst des Willens in der dunkleren Farbe zur Schau tragend. Nach dem anmuthigen Lanzenbrechen mit dem Krieger von der flammendurchglühten Insel, nach dem süßen Gekose mit den Kindern der Heimath, begann jetzt erst die eigentliche Feldschlacht, wo sich Jeder seinen Gegner in tiefpurpurnem oder hochgoldenem Waffenrocke als Tischwein erkor. Und der General war ein Führer, der frisch drauf ging und weder den Seinigen noch dem Feinde Ruhe ließ, und der Amtmann neben ihm hatte viele solcher Schlachten geschlagen. Mehr und mehr fühlte sich Gifthorn angetastet. Er kam sich selbst wie ein von innen heraus brennender Sparren vor. Bisher hatte er sich nicht nach Gebühr und Würde geltend machen können. Aber jetzt arbeitete es ihm wie ein Holzkäfer im Gehirne und die Entschlossenheit packte ihn und das Getreibe seiner Seele setzte sich knarrend in Schwung. Und schon, wie eine hungrige Eule eine Maus, hatte er einen Gegenstand erhascht, von dem er bestimmt erwarten durfte, daß er die Herren unterhalten, die Dame ansprechen werde. An die Erwähnung einer vielfach in den Zeitungen besprochenen Criminalgeschichte anknüpfend trug er eine ähnliche Begebenheit vor, wie ein Mann in furchterregender Nähe von Erzählers Wohnorte seinen Vater und seinen Bruder ermordet habe oder von ihnen ermordet sei. Flohtrog verstummte vor dem Dämon der aus dem Gefährten sprach; die übrigen hielten sich still wie die Sitte es fordert. Aber der Amtmann saß lauernd da. Ihm erschien eine solche Unterhaltung beeinträchtigend und störend und der runde Tisch bedinge gleiches Recht und vor allen seinen Zweck. Lange vorher ehe Gifthorn den Richtplatz erreichte war seine Geschichte selbst dem hochnothpeinlichen Halsgerichte verfallen und starb lebendig begraben. Nur einen Augenblick stockte er athemholend.— „Kurzes Verfahren mit den Uebelthätern,“ fiel der Amtmann ein, und der Schlüssel stark im Schlosse und wurde rasch umgedreht und Gifthorn maulte, wie ein Bube vor der Thüre der Aepfelkaumer die ein plötzlicher Zugwind zuwirft;„hielten es so in meiner Jugend. War da Markt im Orte wo ich als Auditor stand. Brachten sie einen Taschendieb aufs Amt, hatte Papiere aus dem Holländischen. War ein Jude, verschwor sich himmelhoch auf seine Unschuld. Wurde aber sofort überwiesen, fehlte nur sein Geständniß. Handelten mit ihm. Half nichts. Sagt endlich der Amtmann:„Ja, es mag sein, daß nur Dein Pech den Schein auf Dich bringt; kann es nicht ändern; muß die Geschichte von Grund aus untersuchen; es ist aber viel zu thun und Alles muß nach der Ordnung gehn; Gefangenwärter, setze Er den Mann trocken hin und führte ihn mir heute über vier Wochen wieder vor.“ Schlug der Kerl einen furchtbaren Lärm auf, daß er so lange in Haft bleiben solle. Blättert der Amtmann aber ganz gleichgültig in Acten die neben ihm lagen, bemerkt von neuem:„Ich habe mich versehen; es liegt zu viel vor.“ Schiebt damit die Verhandlung noch weiter um vierzehn Tage hinaus. War fast nicht auszuhalten vor dem Unfug, den der Kerl jetzt trieb. Sagt ihm der Amtmann wieder:„Das ist mal Dein Pech; kommst zur verkehrten Zeit hier; ja, wenn Du bekennen wolltest, wäre der Kohl geschwinde gegessen.“ Besinnt sich der Sohn Abrahams, sagt, er wolle gestehen. Paßt genau zusammen, seine An gaben und die Zeugenaussagen. Urtheil: fünfundzwanzig Hiebe und Landesverweisung. Sagt der Kerl jetzt:„sei kein Liebhaber von Schlägen, halte aber noch weniger vom Sitzen; benachtheilige seinen Broderwerb zu sehr.“ Nun werden ihm die ersten aufgezählt; ergeht sich in einem unbilligen Halloh und Gezeter. Ruft der Amtmann plötzlich:„Halt, über dem Lärm den der Taugenichts macht habe ich mich verzählt; fange Er noch einmal von vorn an, Gefangenwärter.“ Das gab einen wunderbarlichen Auftritt ab. Halfen aber alle Vorstellungen und Widersprüche und Bitten nichts. Gab keinen Laut mehr von sich, als daß er brummte und knurrte. Ließen ihn dann Urfehde schwören und mit der Verwarnung laufen, daß er im Wiederbetretungsfalle doppelt angesehen werden solle, Rechnungsfehler nicht mit eingeschlossen und auf seine Gefahr.“ Unterdeß war der Tisch abgeräumt und neuerdings mit zwei Pasteten besetzt. Während man noch über die Erzählung des Amtmannes lachte und über die sogenannte gute alte Zeit sprach, wendete sich Emilie flüsternd an Eduard. „Weißt Du noch, Liebling, daß Dir eine Rebhuhnpastete, die ich selbst gemacht hatte, so ganz besonders gefiel, als Du zum ersten Male hier zu Tische warst? „Wohl weiß ich es,“ erwiederte er gleichfalls flüsternd. „Heute habe ich wieder eben solch eine, bei der ich ganz allein Hand angelegt habe, wirst Du ihr so viel Ehre erweisen wie der früheren?“ „Kannst Du noch fragen?“ Emilie zog die eine Pastete, welche in ihre Nähe gestellt und zum Unterschiede von der anderen Petersilie verzierten, mit Citronenscheiben umlegt war, näher zu sich heran. „Champagner non mousseux,“ befahl der General. „Trüffel,“ schmunzelte der Amtmann halb fragend, halb bekräftigend „Versteht sich,“ antwortete der General und bemächtigte sich der Pastete, die seine Tochter nicht an sich genommen hatte, wartete bie Jeder mit der neuen Weinsorte versehen war und legte vor. Emilie versah ihrerseits den Verlobten. „Ist das der Anfang Eurer eigenen Haushaltung? scherzte der Vater leise. „Väterchen,“ bat Emilie sichtlich verlegen. Und mit dieser Verlegenheit schien sie auch die bisherige Aufmerksamkeit für die übrigen Tischgenossen verloren zu haben. Es wurden allen, mit Ausnahme von Emilie und Eduard Teller vorgesetzt, welche der Generul gefüllt hatte. (Fortsetzung folgt.) Schwurgerichts-Verhandlungen. Unter dem Vorsitz des App.=Ger.=Rath Rinteln begannen am 2, Okt. die Verhandlungen mit der Anklage gegen den Kolon Friedr. Heinr. Krieger zu Dielingen, wegen Meineid, derselbe wurde zu 2 Jahre Zuchthausstrafe verurtheilt. Die zweite Anklage war gegen den Bäckergesellen Hector Theodor Serno zu Bilefeld, wegen Urkundenfälschung und Betrug im Rückfalle, selbiger wurde zu 4 Jahr Zuchthausstrafe, 400 Thlr. Geldbuße oder 8 Monat Zuchthausstrafe und Stellung unter Polizeiaussicht auf 3 Jahre verurtheilt. Am 3. Okt. stand vor Gericht die Elisabeth Kleybaumhüter in der Feldmark Wiedenbrück, wegen Herbeiführung des Todes ihres neugebornen, unehelichen Kindes durch Fahrlässigkeit. Dieselbe wurde für schuldig befunden und zu 2 Jahre Gefängnißstrafe verurtheilt. Am 4. Okt. stand vor Gericht der Heuerling Wilh. Bitter zu Vilsendorff wegen Verbrechen gegen die Sittlichkeit und Versuch eines solchen Verbrechens. Die Geschworenen sprachen das Schuldig aus und wurde Angeklagter zu 5 Jahr Zuchthausstrafe verurtheilt. Am 6. Okt. gegen der Heuerling Bernh. Hein. Tappe zu Herringhausen, wegen vorsätzlicher Körperverletzung eines Menschen, welche den Tod zur Folge gehabt, freigesprochen. Der Gouverneur von Brabant zeigt an, daß in Holland auch die Schweine von einer mörderischen Karfunkel=Krankheit ergriffen sind, welche fürchten läßt, daß sie über die Grenze kommen werde. Nicht bloß das Fleisch der bei der Invasion der Krankheit getödteten sei ungesund, sondern auch die Menschen, die damit umgingen, würden angesteckt. Zur Warnung! Wie größere Zeitungen berichten, besteht in London eine Fabrik falscher Zinscoupons, welche vorzugsweise Coupons russischer Eisenbahn= Obligationen nachmachen und solche bereits in Rußland in großen Messen vorbereitet haben sollen. Da dieselben besonders sorgfältig hergestellt sein sollen, so ist es für hiesige Gegenden, wo eine Vergleichung derselben mit den ächten Coupons unmöglich ist, doppelt Pflicht, auf dieselben aufmerksam zu machen, zumal in den letzten Tagen bei mehreren hiesigen Häusern russische Eisenbahncoupons vorgekommen sind, welche, auf ein und dieselbe Bahn lautend den Verdacht der Fälschung an sich tragen. Der dem Schreiber dieses vorgezeigte Coupon war auf weißen Papier, das ein schwaches Wasserzeichen hatte, mit schwarzem Druck auf halbbraunen Unterdruck völlig untadelhaft ausgeführt, auch die Nummer durch die Nummerirmaschine eingedruckt, auf fünf Thaler lautend, am 1. April 1865 zahlbar. Die Vorderseite in deutscher Sprache mit lateinischem Druck, die Rückseite in russischer Sprache und Druck. Das Publikum wird wohl thun, die Annahme solcher Coupons ausschließlich zu verweigern, da sie ohne Zweifel falsch sind. Auch in Berlin sind sie häufig vorgekommen. Vermischtes. Paris. Als kürzlich zu Tonneris am Armacon, Departement Youun, ein junger Mann mit seiner Neuvermählten am Strande lustwandelte, fragte ihn die Frau: Kannst Du schwimmen?— Nein! entgegnete er. Kaum war dies Wort über seine Lippen, so lag die Frau, durch einen Sprung, als ob sie vom Wahnsinn erfaßt worden wäre, im Wasser. Er besann sich keinen Moment und sprang ihr nach. Leute, die den Doppelsturz mit angesehen, eilten herbei, um Hülfe zu leisten. Doch sie kamen zu spät, denn die Frau, eine vortreffliche Schwimmerin, hatte ihren Mann bereits ans Ufer gebracht, und, indem sie ihm und sich von den Kleidern das Wasser schüttelte, rief sie voll Jubel: Er liebt mich Er ist mit Lebensgefahr für mich ins Wasser gesprungen, ohne schwimmen zu können.(Alberne Liebesprobe!)