der ganze Oberhatte keinen Laut hre ganze Seele verzehren schien. se machen!“ sagte drohend geschwunpackte er Eduard rnen Griffes den inmächtigen Gegdieser Stellung it einem gleichzei1 ihm einen jener lange Jahre als n mit geheimem die Sturmereigsaft dieser Helden g, daß die KariWirklichkeit noch en wohl ein im r an einem Octoder die Ehrenwaustert, ihr würdet siren, welche auch den hoffnungsvolchaus nicht ungete, ließ den Beman bei anderen 1 wild zersauster ganze Fläche aus, welcher nur ein von Natur oder etztere sprach der ; eben so schwarz hatte der ziemlich schwachen Körperals schwindsüchtig tzung folgt.) Essen eingeladen. den Champagner Thampagner, daß m Blatte spielen Meister lachelnd. auf's Papier und e Leichtigkeit der t leidet an Geld* P l ö t z l i c h h i e l t ich das spielen? Pianos geschickt ischlagen!“„Das und setzt sich an's gekommen, schlägt indem er sie mit in Gelächter aus. ehr lange. Haydn Riechorgans mit auf dem rechten on zwei römischen st gewesen zu sein ohlerhaltenem GeInschriften Bericht eur“ meldet, von en Dampffregatte Denkmälern aufauf Legionaire beristlichen Zeitrechzem Marmor und läniens Stimme“ der Danau beauff„in Bronze grazu fahnden; als i anstellen lassen, aufgefunden woreit der Eroberung „ und amtliches Kreisblatt Lielesers, Haue Erscheint wöchentlich dreimal und wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abends ausgegeben. Redigirt unter Verantwortlichkeit von W. Bertelsmann. Druck und Verlag von Gebr. Bertelsmann in Bielefeld. N 59. D 0 für die drei Kreise und Wiedenbrück. Abonnementspreis vierteljährlich mit Bringerlohn oder bei der Post 12 Sgr., in der Expedition 10 Sgr. Inserate 9 Pfg. für die Vorgis=Zeile. Mittwoch, den 17. Mai 1865. Es wird den Gerichtseingesessenen hierdurch bekannt gemacht: 1. daß zur Aufnahme von Acten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, wie Verträgen, Obligationen u. s. w. an jedem Dienstag der Vormittag von 9 die 12½ Uhr festgesetzt ist; 2. daß die Aufnahme von Klagen, An. trägen und Gesuchen aller Art(die Supplikanten=Vernehmung) nur Din. stags und Freitags in den Vormittagsstunden von 8 bis 12 Uhr und zwar vorläufig in dem sogenannten Parteienzimmer stattfindet, an den übrigen Wochen: sowie an den Nachmittagen aber die Aufnahme un bedingt verweigert werden wird, wenn es sich nicht etwa um Eilsachen, z. B. schleunige Arreste, An träge zur Aufnahme eines Testaments u. s. w. handelt, in welchen Fällen die Aufnahme jederzeit erfolgt; 3. daß zur Abgabe schriftlicher Eingaben — mit Ausnahme von Hypotheken: Sachen und mit Geld beschwerte Briefen— ein Briefkasten auf dem Flur des Gerichtshauses angebracht ist. Gütersloh. Königliche Kreis=Gerichts=Commission. Unterzeichnete Wittwe Colon Meuze werth ist Willens ihre Besitzung Nr. 97 zu Oesterweg, bestehend aus ca. 25 Scheffelsaat des besten Garten= und Ackerlandes sowie Wiesengrundes an Ort und Stelle in einzelnen Abtheilungen auch im Ganzen mehrstbietend zu verkaufen. Termin hierzu ist anberaumt auf. Mittwoch den 24. Mai Nachmittags 3 Uhr. Oesterweg. den 15. Mai 1865. Wittwe Meuzewerth. Gicht- und HämorrhoidalLeidende, die den Specialarzt Dr. Müller aus Coburg persönlich zu consultiren wünschen, wollen ihre Adressen binnen 6 Tagen unter Chiffre Dr. M. verschlos. sen in der Expedition dieses Blattes gefl. niederlegen. Zum Anfertigen aller Arten von Schriftsätzen, Vermittelung von Kaufs= und Verkaufsgeschaften und des An- und Verleihens von Capitalien empfiehlt sich Halle i. W. Commissionär. Geübte tüchtige „Tischlergesellen“. finden gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung, in Acsord sowohl als gegen Wochenlohn bei E. Schmidt& Meyer in Oepnhausen. Wir machen hiermit die ergebene Anzeige, daß wir dass19. bisher unter der Firma 60, Sotertoen. Brenger am hiesigen Platze bestandene Eisen- und Eisenwaaren-Geschäft mit sämmtlichen Activis und Passivis käuflich übernommen haben und daß wir dasselbe unter der Firma A. Droege& Comp. in unveränderter Weise fortsetzen werden. Bielefeld, dee 15. Mai 1865. A. Droege. A. Krüger. 22. Langenberg. Buer. sterhold. Soest. 23. Neuenkirchen. Soest. 24. Dingden. Heek. Soest. 26. Versmold. Weidenhausen. Witten. 29. Beverungen. Delbrück. Friedrichsdorr. Dorsten. Epe. Rheine. Warendorf. Drolshagen. Elspe. Niedermarsberg. 30. Bielefeld. Lübbecke. Peckelsheim. Hagen. Bramsche. Eine Kochmaschine mit Wasser kessel steht für ca. 8 Thir. zu verkaufen. Näheres bei Wwe. Thumel auf dem Felde in Gütersloh. Tannin-Oel. Unfehlbares Mittel gegen das Ausfallen der Haare, ersunden und hergestellt von Charles Gaillard, Apotheker und technischer Chemiker in Berlin. 1 ganzes Flacon 20 Sgr., 1 halbes Flacon 10 Sgr. Haupt=Niederlage bei C. Heurich& C. In der Nähe von Düsseldorf werden an der Eisenbahnstrecke Haan=Ohligs tüchtige Erdar bei er, die in Accord 1 Thlr. bis 1 Thlr. 16 Sgr. täglich verdienen können, gesucht und finden das ganze Jahr Beschäftigung. Haan bei Elberfeld. Lothar v. Badbergen. Ostenfelde. Paris Brüssel Petersburg Gröningen Nemel Königsberg Stettin Berlin Breslau Münster Cöln Trier Witterungsberichte. Den 13. Mai. Barom. Therm. Wind und Reaum. Himmelsansicht Par. Lin. 333 338 334 338 337 338 339 337 333 336 336 333 10 Köppen. Für eine mit den neuesten Einrichtungen versehene Leinen= und Garnbleiche wird ein befähigter Bleicher, welcher schon lange in diesem Fache thätig war, und gute Zeugnisse vorlegen kann, mit einem Gehalte von 800—1200 Thlr. pro anno zu engagiren gesucht. Franco Offerten unter Chiffre Z. 104 sino an H. Engler's Annoncenburcau in Leipzig zu richten. En gros& en détail. Fenster= u. Wagenleder, Schwämme, in allen Größen und vorzüglicher Qualität empfiehlt Jos. Speyer. ugs= Vormulare tets vorräthig bei Gebrüder Bertelsmann. Wechselcours. Amsterdam 250 fl. kurz do. 2 Monat Hamburg 300 Mk. kurz do. 2 Monat London 1 Lstrl. 3 Monat Paris 300 Fr. 2 Monat Wien 150 fl. 8 Tage do. do. 2 Mon. Augsburg 100 fl. 2 Mon. Frankfurt 100 fl. 2 Mon. Leipzig 100 Thlr. 8 Tage do. 3 Monat Petersburg 100 R. 3 W. do. do. 3 M. Warschau 90 R. 8 Tage Bremen 100 Thlr. 8 Tage 3½ 143½ 3½ 142⅞ 2(151⅞ 151½ .22. 80⅜ 92⅜ 92 56 24 3½ 56 27 4— 99% 4 99½ 6 89¼ 6 883 5 80⅜ Geldcours. Ausl. Pistolen 5,16. Napoleonsd. 5,12. Holl. 10 Guld. 5,16. v. Sterl..22,6. Fünffre. 1,10,3. Franz Kronth. 1,16,9. Brab. Kronth. 1,16. Goldkronen 9,9,6. Dollars.12. Getreide=Berichte. Cöln, 15. Mai. Weizen 5,25. Rogzen „15. Gerste 4,22. Haser 4,15. p. 200 Pfd. Rüböl 14.21. Raff. 15,6. Berlin, 15. Mai. Weizen 45— 60. Roggen 38. Gerste 33—35. Hafer 25—28. Rüböl 12,25. Bielefeld, 15. Mai. Weizen 2,7,6. Roggen 1,18. Gerste.15. Hafer 1,2. Bohnen 1,29. Kartoffeln 1. Buchweizen „22,6. Heu 1,2,6. Stroh 25. Rüböl 13,15. Raff. 14. Jahrmärkte in der Provinz Westfalen, im Osnabrückischen, LippeDetmold u. Lippe=Schaumburg. Mai. 17. Lügde. Dortmund. Buer(Hannover). 18. Höxter. Burbach. Dortmund. Eisenbahn=Abfahrten von Bielefeld nach Berlin„144 N.., L. 6 fl. 1 11.8 Köln 14. M. Deutz#930 M. 1 N. Dortmund 14 220 Nachts. Duisburg 914% Düsseldorf 44, 930 M. 1 N. bedeckt. SO. heiter. W. bedeckt. SW. bedeckt. NW. bedeckt. SSW. bedeckt. SW. heiter. SW. trübe. S. heiter. NW. heiter. NW. heiter. NO. heiter. 220Nchts. 13 4 N. 55 623 N. 2. 39 M. ½ N. 5 M.#0 N. 210 Nchts. u. in. 4. 9. 20 Rte. 20 NRts. Emmerich 9 62 A. Harburg 11a, M. 11lg 33 Nchts. Kinden 9/88 1 111 M..8 N. 632 A. 111, 3/2 Nachts. Oberhausen 14,##0 M. 180#0 N. 220 Nchts. Ruhrort 14, 9 M. 1, 440 N. 220 Rts. Wesel 930 M. 180 54/88 N. 220 Nchts. bedeutet Schnellzug u. Eilzug, 1 Kourierzug. Von Gütersloh in der Richtung nach Minden: Morgens.6 Eilzug; 9, Localzug; Nachmittags 320 Päckereizug; 58 8 Personenzug. In der Richtung nach Köln: Morgens 3 Uhr Personenzug; 1011 Eilzug; Nachmittags 218 Päckereizug; Localzug Abends 7, Posten von Bielefeld nach Werther und Borzholzhausen 7/8 Abds. Nach Halle u. Versmold 5/8 früh und 7 Uhr Abds. Nach Detmold über Oerlinghausen., Nachm. (Zurück Abfahrt 7/3 früh.) Brackwede Bahnhof nach Friedrichsdorf, Verl und Kaunitz, Nachm. Zurück *• von Kannitz 6, Vorm. Rheda nach Paderborn#8 früh und 1½0 Vorm.(Zurückabfahrt 9/# Vorm. und 720 Abends.) Nach Warendorf 338 Nachm.(Zurück=Abfahrt.0 früh.) Borgholzhausen nach Bielefeld 518 früh. Versmold nach Bielefeld 740 früh und 1. Vorm. Neueste Nachrichten. Deutschland. Berlin, 18. Mai. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde Beschluß gefaßt über die Vorlage der Regierung betreffend die Kosten des Schleswig=Holsteinischen Krieges, und dieselbe, auf Antrag des Abg. Dr. Waldeck an die Budget=Commission gewiesen.— Der Finanz=Minister v. Bodelschwingh überreichte einen Gesetz=Entwurf, betreffend die Abänderung des Vereinszoll=Tarifs. Nach dem von dem Minister verlesenen§. 1 bezweckt der Gesetz=Entwurf auch auf diejenige Waaren die Zollbefreiungen und Ermächtigungen sofort in Wirksamkeit zu setzen, welche aus dem freien Verkehr Oesterreichs in das Gebiet des Zollvereins unmittelbar übergehen. Die Vorlage wurde den Eommissionen für Finanzen und Handel zugewiesen. Endlich überreichte der Minister für die landwirtbschaftlichen Angelegenheiten v. Selchow, in Vertretung des Handelsministers, zwei Gesetz=Entwürfe, 1) betreffend den mit Gotha abgeschlossenen Vertrag wegen des Baues einer Eisenbahn von Gotha nach Leinfelde und Uebernahme einer Zinsgarantie für die Eisenbahn von Leinfelde über Mühlhausen nach Langensalza bis zur Landesgrenze; 2) betreffend die Uebernahme einer Zinsgarantie für eine Eisenbahn von Köslin nach Stolpe. Beide Gesetz=Enkwürfe gehen an die HandelsCommission. Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Die Etats der Post=, Gesetzsammlungs=, Zeitungs=, Telegraphen=Verwaltung, Porzellan= und Gesundheitsgeschirr=Manufactur wurden erledigt. Stettin, 12. Mai. Die Eröffnung der„Industrie=Ausstellung" fand heute Mittag dem Programm gemäß unter Theilnahme eines zahlreichen Publikums statt. Se. königl. Hoheit betrat das mit Fahnen reich geschmückte Ausstellungsgebäude auf dem Kirchplatze um 12¼ Uhr unter den Klängen der vom Kapellmeister Orlin dirigirten Militairmusik, und unterhielt sich zunächst mit den anwesenden Spitzen der Civilund Militairbehörden, und mit dem schwedischen, französischen, russischen und englischen Consul. Nachdem er dann noch mit einigen Damen Worte gewechselt, trat er in die Mitte des Ausstellungs=Comitee's, und von da auf einen um einige Stufen erhöhten Platz unter einem Baldachin. Stadtbaurath Hobrecht hielt jetzt Namens des Comitee's eine Ansprache, auf welche Se. königl. Hoheit folgendes erwiederte:„Meine Herren! Ich freue mich mit Ihnen über das Zustandekommen des Werkes, und blicke mit Siolz auf das, was in so kurzer Zeit meiner Anwesenheit im Sommer v. I. geschaffen ist. Ich freue mich nicht nur als Statthalter der Provinz, sondern auch im Hinblick auf die Vortheile, die nicht allein der Provinz, sondern auch dem Vaterlande daraus erwachsen. Mit dieser Freude verbinde ich den Dank für diejenigen, welche herbeigeeilt sind, die Eröffnungsfeier durch ihre Anwesenheit zu erhöhen und durch Einsendungen das große Werk zu verherrlichen. Mit besonderer Freude und Rührung habe ich gehört, daß eines Mannes(des verewigten Prinzen Albert, Schwiegervaters Sr. kgl..) gedacht wurde, der zuerst den Gedanken für derartige Ausstellungen faßte. Möge sein Geist in diesem Werke kennzeichnen. Mit den besten Segenswünschen für Stettin, Pommern und das Vaterland schreiten wir daran, diese Ausstellung zu eröffnen.“ Nach beendigter Rede hielt Se. königl. Hoheit, gefolgt vom Comitee und sämmtlichen Anwesenden, den Umzug durch das ganze Gebäude. Nachdem derselbe beendet war, hielt Direktor Dr. Delbrück, als Vorsitzender des Ausstellungs=Comitee's, eine kurze Ansprache an Se. königl. Hoheit, in welcher er Ihm den Dank darbrachte für die huldreiche Uebernahme des Protectorats der Ausstellung. Dann bat er Ihn, die Ausstellung für eröffnet zu erklären, und schloß mit einem Hoch auf Ihn und Seine Gemahlin, in welches die Anwesenden mit Enthusiasmus einstimmten. Se. königl. Hoheit erklärte darauf die Ausstellung mit kurzen Worten für eröffnet, indem er mit einem dreimaligen Hoch auf Se. Majestät den König schloß.— Hierauf begab sich Se. königl. Hoheit, gefolgt von den Anwesenden, nach dem Maschinen=Ausstellungsgebäude auf dem Kanonenplatze, wo ebenfalls ein kurzer Umzug stattfand.— Die ganze Ceremonie dauerte eine Stunde. Düsseldorf, 14. Mai. Der heutige Tag war für Düsseldorf ein Festtag: Se. Majestät der König wollte auf seiner Durchreise nach Aachen hier verweilen. Heute Morgen um 7 Uhr kam der König mit dem Courierzuge hier an. Auf dem Perron des Bahnhofes hatten sich die Spitzen sämmtlicher Behörden mit dem Regierungspräsidenten von Massenbach zum Empfange aufgestellt. Der König sah ungemein heiter und wohl aus und richtete einige huldvolle Worte an die Versammel= ten. Auch eine Deputation des hiesigen conservativen Vereins begrüßte den König.„Geht's gut vorwärts?“ frug derselbe.„Besser wär's, wenn's nicht nöthig ware," erwiederte freundlich Se. Majestät. Viel Volk umgab den Bahnhof, das den König mit stürmischem Hurrah begrüßte. Er fuhr nach dem Regierungsgebäude. Düsseldorf hatte sein Festkleid angelegt. In den Straßen, welche Schreiber dieses passirte, war ungemein geflaggt, wahre Alleen von Fahnen wehten, nirgends aber sah ich— für mich besonders wohlthuend— die Tricolore: schwarz= roth=gold.„Der König ist da,“ hörte man von allen Seiten rusen und die Augen leuchteten vor Freude. Es bewahrheitet sich bei solcher Gelegenheit immer wieder von Neuem: Das Herz des Volkes ist bei seinem Könige, trotz aller Wühlereien und Wählereten, das Volk ist taniglich. Schaarenweise strömte es von allen Seiten nach Düsseldorf. die Züge von allen Seiten waren stark besetzt, Jeder will seinen König sehen und begrüßen. Derselbe beabsichtete den Gottesdienst zu besuchen, wurde aber durch ein leichtes Unwohlsein daran verhindert. Wir hörten, daß er die Maler=Akadamie, die zu dem Zwecke ein Festkleid angezogen hatte, besucht habe. Mittlerweile sammelte sich Alles zur Parade. Die Truppen, die in ihren blendend weißen Hosen aufmaschirten, gaben ein prächtiges Bild. Die lange Alleestraße stand Kopf an Kopf voller Zuschauer und erst recht die nördliche Seite des Paradeplatzes und die angrenzenden Straßen, welche der König passiren mußte. Das Militär hatte große Mühe, einen Weg und den Platz selbst von dem Menschenstrom frei zu halten. Die Fenster der Kaserne und der umliegenden Häuser waren gedrängt besetzt. Etwas nach halb 12 Uhr hieß es; Der König kommt. Schon von Weitem sahen wir ihn mit einer glänzenden Suite umgeben hoch zu Roß. Hüte und Mützen flogen in die Luft, Taschentücher wehten aus den Fenstern, ein Hurrabgeschrei sonder Gleichen empfing ihn überall. Nach allen Seiten grüßten Se. Majestät dankend. Beim Aufreiten auf den Paradeplatz empfingen ihn die Truppen mit einem stürmischen lang hinhallenden Hurroh, die Musik spielte:„Heil Dir im Siegerkranz. Der König ritt mit seiner Umgebung— zu der auch der Fürst und Erbprinz von Hohenzollern gehorten— an der ganzen Linie entlang und nahm dann an der Mitte der Kaserne Platz. Der großen Freundlichkeit eines der Herrn Officiere verdankte Schreiber dieses, daß er während der Parade ganz in der Nähe sein durfte. Der König hielt ruhig auf einem prächtigen Rosse, das Auge unverwandt auf die vorbeimaschirenden Truppen gerichtet, nur zuweilen mit den Commandeuren oder seiner Umgebung sich unterhaltend. Eine ächt königliche Hohenzollerngestalt! Dabei so frisch und gesund aussehend, daß nur der weiße Bart das Alter des geliebten Monarchen verrieth! Links neben ihm hielt der Kronprinz. Gott segne das ganze königliche Haus! Nach zweimaligem Vorbeidefiliren, wobei Anfangs besonders die Kavallerie in eine Staubwolke eingehüllt war— ein kurzer Regen wirkte deshalb vortrefflich— fuhren Se. Majestät mit ihrem Gefolge zu dem Schlosse des Fürsten von Hohenzollern und nahmen dort ein Dejeuner ein. Um 2 Uhr kam von Köln Ihre Majestät die Königin. Sie sah etwas leidend aus. Wir hatten Gelegenheit, die Allerhöchsten Herrschaften noch mehrmals zu sehen. Nach 3 Uhr fuhren dieselben mit einem Extrazuge nach Aachen. Gott erhalte unsern König. Viel haben wir ihm und seinem ganzen Hause zu danken. Freuen wir uns dessen, einen solchen König zu haben, wie wir ihn besitzen! Die Stadt= und Landbürgermeisterei Deutz wird Sr. Majestät dem Könige bei der Feier der Vereinigung der Rheinprovinz mit Preußen eine Adresse überreichen, welche unser talentvoller Meister Levy Elkau malerisch ausgestattet hat. Die Adresse besteht aus drei Pergamentblättern, welche buchförmig zusammengelegt sind. Das erste Blatt hat einen großen Initial=Buchstaben, worin zwei Figuren die Bornssia und den Rhein darstellen; erstere reicht dem zweiten segnend den Oelzweig des Friedens. Das zweite Blatt mit den Unterschriften ist mit einer kleineren Initiale und einer leichten Randverzierung geschmückt; das dritte endlich zeigt in der Mitte Preußens Adler über dem Wappen der Stadt Deutz, umgeben von einem Spruchbande mit Inschrift und eingeschlossen in einer Rosette, zu beiden Seiten derselben zwei allegerische Figuren, welche sich auf Handel, Eisenbahn=Verkehr, Industrie und Ackerbau beziehen. Oben in den Ecken enthalten zwei Medaillons zwei Engel mit den Emblenen des Friedens und des Krieges, dazwischen ist eine Ansicht von Deutz, wie es 1815 aussah, im unteren Theile des Blattes aber eine Ansicht von Deutz im Jahre 1865. Den übrigen Raum des Blattes füllen Arabesken auf blauem Grunde. Die Ausführung dieser Malereien ist ganz vortrefflich; sie sind in einem Style gehalten, welcher ssch dem der gothischen Schrift anschließt, ohne doch, wie das so häusig bei ähnlichen Arbeiten der Fall ist, gezwungen alterthümlich zu erscheinen. Wie die„N. A. Ztg.“ hört, ist das Referat des Kronsyndicus, Herrn Obertribunalsrath Dr. Heffter über die schleswig=holsteinischen Erbansprüche gegenwärtig dem Kronsyndicat vorgelegt. Dasselbe umfaßt ohne die Anlagen circa 500 Folioseiten. Da, wie wir schon früher gemeldet haben, auch das Referat des Geh. Obertribunalsrath Dr. Homeyet vorliegt, so ist nunmehr das Material für die Plenarberathung des Kronsyndicats vollständig beisamen und wird dieselbe, wie wir hören, vom 8. k. Monats ab beginnen. .. In dem Verfahren, welches bisher den Communalbeamten gegenüber rücksichtlich der Befugniß, die Amtszeichen zu tragen, beobachtet worden ist, soll künftig eine Aenderung dahin eintreten, daß diese Befugniß den Beamten nicht mehr persönlich verliehen wird, sondern ihnen allen Seiten rusen itet sich bei solcher des Volkes ist bei 1, das Volk ist i nach Düsseldorf, will seinen König dienst zu besuchen, zindert. Wir hörein Festkleid angeAlles zur Parade. fmaschirten, gaben pf an Kopf voller deplatzes und die zte. Das Militär on dem Menschender umliegenden 12 Uhr hieß es: in mit einer gläntzen flogen in die rrabgeschrei sonder rüßten Se. Majempfingen ihn die urroh, die Musik mit seiner Umgeohenzollern gehöran der Mitte der r Herrn Officiere trade ganz in der prächtigen Rosse, Truppen gerichtet, gebung sich unterabei so frisch und ter des geliebten rinz. Gott segne beidefiliren, wobei eingehüllt war— zen Se. Majestät Hohenzollern und Köln Ihre Majer hatten Gelegenzu sehen. Nach hen. Gott erhalte en Hause zu dan1 haben, wie wir Sr. Majestät dem vinz mit Preußen eister Levy Elkau drei Pergament= is erste Blatt hat die Bornssia und nd den Oelzweig ten ist mit einer g geschmückt; das der dem Wappen nit Inschrift und ilben zwei allegeerkehr, Industrie zwei Medaillons Krieges, dazwissah, im unteren ahre 1865. Den im Grunde. Die sie sind in einem anschließt, ohne ll ist, gezwungen es Kronsyndicus, wig=holsteinischen Dasselbe umfaßt r schon früher gesrath Dr. Homeyer marberathung des wie wir hören, albeamten gegensagen, beobachtet 1, daß diese Berd, sondern ihnen mit Uebernahme des Amts von selbst zusteht. Eine Ausnahme bliebt nur insofern vorbehalten, als für einzelne Städte einzelne Klassen von Beamten(nicht einzelne Personen in diesen Klassen) von der Befugniß, die Amtskette zu tragen, ausgeschlossen werden können. Auch soll künftig in der Foim der Amtszeichen nun ein Unterschied zwischen den Städten mit 10,000 Einwohnern und darüber und den kleineren gemacht werden.——6 Dänemars. In der Ziegelei des Grossirers Hafte auf Sölpst, einem in der Nühe Helsingörs belegenen Hofe, haben Demonstrationen stattgefunden, hervorgerufen durch die Mißstimmung der dortigen Bevölkerung gegen die Deutschen Arbeiter, von welchen 28 auf gedachter Ziegelei beschäftigt sind. Diese Verstimmung machte sich u. A. durch Aeußerungen Dänischer Arbeiter, von welchen mehrere an dem vorigjährigen Feldzug theilgenommen hatten, Luft; sie sagten nämlich u..: „Daß die Deutschen uns nicht nur Schleswig raubten, sondern uns auch in unserm eignen Lande das Brod vom Munde wegnehmen, ist Sonntage den 30. April versammelten sich nun 2 bis 300 Arbeiter der Umgegend und zogen mit Flaggen und einem Violinspieler an der Spitze nach Sölyst, wo sie von dem Verwalter das Versprechen erzwangen, daß er dem Besitzer der Ziegelei ihre Forderung, die Deutschen zu verabschieden, vortragen wolle. Trotz der Polizeiuntersuchung und der an die Bevölkerung ergangenen Aufforderung, sich ruhig zu verhalten, ward die Demonstration in einem bedeutend größeren Verhältnisse am vorigen Sonntag=Nachmittag wiederholt und die Polizei konnte es nicht verhindern, daß die Thüre an der Wohnung der Deutschen aufgebrochen und diese hinausgejagt wurden. Eine auf der Ziegelei befindliche Eßglocke ward als Signal zum wiederholten Sturmlaufen auf die Wohnung benutzt, einige Polizeidiener wurden dabei durch Steinwürfe verletzt und erst Abends um 9 Uhr nach dem Eintreffen des Polizeimeisters und einer vom Eigenthümer der Ziegelei requirirten Husaren=Abtheilung war die Ruhe wieder hergestellt, so daß die Deutschen ihre Nachtquartiere wieder beziehen konnten. Auch auf mehreren anderen Ziegeleien in der Nähe Helsingörs sollen ähnliche Excesse stattgefunden haben. In Paris haben 400 Hutmachergesellen und 80 Optiker Produktiv=Associationen errichtet, welche als directer Ausfluß der in diesen Gewerben stattgefundenen Arbeitseinstellungen zu betrachten sind. Das der Hutmacher=Association, bestehend in 200 Aktien, à 100 Francs, wurde sofort gezeichnet. Auch in vielen andern Geschäftszweigen werden jede Woche in Frankreich neue Productiv=Associationen gegründet. Auch in Endland hat die Arbeitseinstellung der Eisenarbeiter zur Errichtung einer„Productiv=Association“ der Kesselschmiede von „Wolverhampton“ geführt, welche jedoch im Anfang mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, da die großen Fabrikanten Alles aufbieten, um den associirten Arbeitern die Concurrenz zu erschweren. Um den Arbeitern in diesem Kampfe gegen das große Kapitel zu Hülfe zu kommen, ist eine Subscription eröffnet worden, an deren Spitze sich John Stuart Mill gestellt hat.(Selbsthülfe!) Aus New=York wird gemeldet, daß die Bundes=Cavallerie Befehl erhalten hat, Jefferson Davis unausgesetzt zu verfolgen, wenn und wo immer seine Spur auftauchen werde. Der Gouverneur von Süd=Carolina ist verhaftet. Es heißt, daß an Stelle der Herren Seward, Stanton und Weld am 1. Juli die Herren Adams, Preston und Formey ins Ministerium treten. Der Marine=Secretair der Conföderirten hat sich ergeben. Es bestätigt sich nun doch, daß in Mexiko General Cortine zu Juarez übergegangen ist, daß er Saltville besetzt hat und Matamoras bedroht. Die kaiserlichen Truppen wurden von ihm geschlagen. Newyork, 3. Mai. Es wurde versichert, daß General Kirby Smith über seine Capitulation unterhandle und daß dem General Dick Taylor ein Waffenstillstand unter denselben Bedingungen gewährt sei, wie einer Zeit dem General Johnston. Der Oderkommandirende, General Grant, beginnt mit Reduktionen in der Armee; es sollen 400,000 Mann entlassen werden. Die Beschränkung des internen Handels mit dem Süden sind aufgehoben worden. Es hieß, der Staatssekretär Seward, der Kriegssekretär Stanton und der Marinesekretär Welles hätten die Absicht ausgesprochen, ihre Entlassung einzureichen. Nach dem„New=Orleans Delta“ sind bei dem Angriff auf Mobile ein halbes Dutzend aus dem Holz des Gummibaumes angefertigte Mörser mit großem Erfolge gebraucht worden. Aus einem Mörser sind nicht weniger als 100 Bomben geschossen worden und nach den Aussagen der Vertheidiger von Mobile flößten ihnen diese hölzernen Geschütze großen Respect ein. Constantinopel, 6. Mai. Ad=el=Kader ist hier eingetroffen und Gast des Sultans. Der neue Premierminister hatte alle 66 ProvinzGouverneure abgesetzt. Es geht das Gerücht von einer Expedition nach Herat, um die russischen Operationen in Central=Asten zu unterstützen. .. In Pern dauert die Revolution fort, General Peyet, der den Ver###. mit Spanien geschlossen, ist als Verräther des Landes erklärt Verhandlungen des Landwirthschaftlichen Kreisvereins Bielefeld am 12. April 1865. Generalversammlung des landwirthschaftlichen Kreisvereins eröffnete der Stellvertreter des Vorsitzenden, Herr Meyer zu Stantk seif und sion Jesbalh d Vereins=Director Möler ekiantt fei und ihn deshalo aufgefordert habe, den Vorsitz der heutigen Voerkandesitsung ven 15. Februar c. verlesen und Folgendes dabei besauren Kali sind 80 Centner.. Ceumer rohen noch ein Rekt von 20 Kr vorbonden ik. # Kss von 20 Elr. bethauern ist. Hiervon übernahm Herr des der Br# der heutigen Versammlung 8 Cr. und wurde beschlosen, ale 6. Ortsvereinen gratis zu Versuchen überwiesen werden Mitgliedern eig zum 20. April e. noch fernere Bestelungen von Minbeilung desge Die mit Kalt angestelten Versuche siad nach der enrgenung des Herrn von Borries sehr verschieden ausgefallen, und die aus hiesiger Gegend auch in der Landwirthschaftlichen Zeitung beSir und Sarte da. 10 bei Runkelruben, dingung ang...“ wenn vasselbe untergepflügt und nicht als KopfDänger pie sllein: 3) beser in Verdindung mit anderen sbrigens zur a it; eine bestimmte Regel, wo Kalt wirkt, lasse sich Gerigene zur Zeil noch nicht aufstellen, und sei zu wünschen, daß noch Transportosten gissteut würden. Der Preis des Kall beträgt inel. Herrn Messel“ gu dier ger Ctr. 24 Sgr.— In Betreff des von Feein Wesser erhaltenen Vornsbyschen Rübenschneiders, dessen Preis 40 Tolr, deiria dümlich zu 20 Thir. angegeben, leichzeitig Herrn dig'Pnigie die Versammlung den Ankauf, indem sie gl.czeiig Herin Wessel ihre Anerkennung aussprach für die Bereitwilligkeit, mit welcher derselde noch mehrere andere Maschinen und Geräthe dem Vereine zu Versuchen überlassen hatte. Hiernach kamen die Gegenstände der Tagesordnung wie folgt zur Verhandlung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. Seit der letzten Generalversammlung hatten sich zur Aufnahme in den Verein angemeldet die Herren Kaufmann Keil hierselbst, Kreissecretair Landgraf, Bäckermeister Joh. Dietr. Schmidt, Kaufmann F. Coesfeld, Seidenfabrikant Schloßmacher, Kaufmann Felsenthal, Vorsteher Koch zu Altenhagen, Kaufmann Meyersohn hierselbst. Da sich gegen die Persönlichkeit der Angemeldeten nichts zu erinnern fand, so wurde deren Aufnahme in den Verein beschlossen. g# 2. Decharge der Rechnung pro 1864. Gegen die Rechnung pro 1o04 wuren Seitens der Commission Erinnerungen nicht gemacht und ernannte man die Herren Amtmann Barner, Dr. Möller und v. Borries zur Vollziehung der Decharge, welche dem Redanten behändigt wurde. Sodann erhielt der Etat pro 1865, in Einnahme und Ausgabe mit der Summe von 1341 Thlr. 25 Sgr. abschließend, die Genehmigung der Versammlung, soweit sich die Positionen der Einnahme, von denen einige Zuschüsse noch nicht eingegangen sind, schon jetzt festsetzen ließen. 3. Antrag in Betreff des Ankaufs von Jeverländer Rindern. Herr Meyer zu Bentrup, auf dessen Veranlassung der Antrag gestellt war, motivirte denselben, indem er ausführte, daß in jetziger Zeit, wo die Produkte der Viehzucht sich zu guten Preisen und weit besser verwerthen ließen, als vor 20 Jahren, als man die Rindviehzucht noch als nothwendiges Uebel einer Wirthschaft betrachtet hätte, auch dahin zu wirken sei, bessere Racen einzuführen. Er stellte deshalb den Antrag, zum nächsten Herbst eine Anzahl Jeverländer Rinder entweder durch einen Lieferanten oder eine besondere Commission anzukaufen, und in Betreff des Verkaufs oder einer Verloosung gleichfalls Beschluß zu fassen. Die Versammlung stimmte dem Antrage allseitig zu und entschied sich wegen des Ankaufs für die Ansicht des Herrn Meyer zu Jerrendorf, mit einem Lieferanten abzuschließen, als am vortheilhaftesten für den Verein. Herr Mosberg machte die Offerte, wenn der Verein ihm die Lieferung übertragen wolle, die dreifache Anzahl Rinder, wie bestellt würden, bis zum nächsten Schaufeste im Herbste d. J. hier vorzuführen und aus derselben dem Verein resp. der betreffenden Commission die Auswahl der bestellten Rinder zu überlassen. Das Anerbieten wurde von der Versammlung acceptirt und übernahm.rr Mosberg außerdem die Garantie, daß das Kalben der Rinder mindestens 2 Monate nach Uebernahme erfolgen wird. Derselbe nummerirt die Rinder, setzt die Preise ein und hat sich sodann mit der Commission zu einigen. Hierauf entspann sich bei dem von Herrn Meyer zu Jerrendorf gestellten Antrage, eine Pramie für jedes Rind auszusetzen, damit auch dem Heuerling und kleineren Grundbesitzer der Ankauf erleichtert werde, eine lebhafte Debatte in Betreff der Frage, ob Prämien überhaupt ihren Zweck erreichen oder nicht. Von der einen Seite wurde geltend gemacht, daß die Prämie immerhin eine gewisse Anregung zur Unterstützung oder Entschädigung für Mühe, Unkosten und Risiko gewährten, daß dieselben aber bei Ausstellungen namentlich den einzigen Hebel bildeten, um eine gute und allgemeine Concurrenz zu veranlassen, während von der anderen Seite wiederum der baaren Prämie jeglicher Werth abgesprochen und nur eine ehrende Anerkennung durch Veröffentlichung als allein richtige Prämiirung bezeichnet wurde. Die Ansichten blieben in dieser Beziehung getheilt. In Betreff des vorliegenden Antrages beschloß die Versammlung durch Stimmenmehrheit für 10 Rinder Prämien von je 5 Thlr., mithin im Ganzen 50 Thlr. unter der Bedingung auszusetzen, daß jeder Prämüirte das angekaufte Rind mindestens 2 Jahre lang behalten muß, widrigenfalls die Prämie von 5 Thlr. an die Kasse zu erstatten ist. Wer die Prämie erhalten will, hat sich bis zum 1. Juli c. beim Vereinssecretair zu melden; spätere Anmeldungen finden keine Berücksichtigung. Die Wahl der Ankaufs=Commission bleibt dem Vorstande überlassen.(Schluß folgt.) 1848. (Fortsetzung.) Dieser Parteigänger des Kommunismus begann, nachdem er den Feind gedemüthigt, und zur weiteren Beaussichtigung den Spießgesellen übergeben, die Durchsuchung der Taschen von Zollhausen, welcher Operation der geschlagene Mann keinen Widerstand entgegensetzte. Er beugte sich mit höflicher Demuth den Visitator zu fragen: „Aber, wenn ich nämlich bitten darf, was veranlaßt Sie denn eigentlich, mein Herr, so gegen uns vorzugehn, die wir auf einer unschuldigen Spazierfahrt begriffen sind.“ Der Proletarier, durch die Anrede mit Herr geschmeichelt, schwankte sichtlich zwischen einer milden und einer barschen Antwort, ohne sich durch dieses Schwanken jedoch in der Durchsuchung des Zollhausen'schen Portefeuilles im geringsten beirren zu lassen. Einige Banknoten, die sich daselbst vorfanden, gaben den Ausschlag; mit wilder Geberde hielt er das werthvolle corpus delecti dem Bankier vor's Gesicht, und tobte: „Eins— zwei— drei— vier— fünf Tausendguldennoten nimmt man auf eine Spazierfahrt mit? He, alter Lügner, mach er das einem andern weiß! wir haben bessere Nasen, wir haben's gleich durchschaut, daß das auf etwas ganz anders abgesehen ist, als auf eine Spazierfahrt! Glaubt ihr reichen Leute, daß wir so mir nichts dir nichts zuschauen werden, wie ihr euch mit euren Geldsäcken aus dem Staube macht, und uns in der Tinte sitzen laßt? Glaubt ihr, wir werden die Kosten der Revolution bezahlen? Prost die Mahlzeit— da habt ihr euch geirrt! Mit der unzeitigen Milde und Gnade von unserer Seite ist's aus— und ihr sollt euer blaues Wunder erleben, wenn wir, wir, die Märtyrer, die Männer des Volkes uns zu Gericht setzen! Wir werden euch zeigen, ob’s recht ist, in ruhiger Zeit, die Cigarre im Mund, die Sammtkappe am hochmüthigen Schädel im geblümten Schlafrock vom Balkon des ersten Stockes auf uns herunterzugaffen, während wir unten keuchend Holz spalten! wir werden euch lehren, ob's recht ist, davon zu laufen, wenn der Staat Opfer verlangt— marsch, nach Wien zurück— und diese Papiere sind Nationaleigenthum— augenblicklich sollen sie dem hohen Reichstage zur Verfügung gestellt werden, als eine Vorauszeichnung für die freiwillige Steuer, die nächster Tage über die Reichen ausgeschrieben werden soll— zehn Millionen Gulden— ein Pappenstiel! marsch, zurück, nach Wien!“ Und während dieser in raschem, wildem Tone gehaltenen politischen Vorlesung hatte der Mann und Märtyrer des Volkes die Tausendguldennoten in die eigene Brusttasche versenkt, welche ihren provisorischen Aufenthaltsort bilden sollte, bis die sehr löbliche und patriotische Absicht, selbe dem hohen Reichtstage zur Disposition zu stellen, würde erfüllt werden können. „Ich bitte Sie, mein werther Herr," bat der Banquier zerknirschten Tones,„Gnade für Recht ergehn zu lassen; ich habe nichts dagegen, wenn Sie die Kleinigkeit, die sich in Ihrem Besitz befindet, anstatt sie dem Reichstag zuzustellen, zur Verbesserung Ihrer Lage und der Ihrer achtbaren Freunde verwenden"— „Was?“ brüllte der Proletarier,„für diese Rede verdienen Sie den Galgen, Herr! glauben Sie, ein Mann wie ich, ein Mann und Märtyrer des Volkes, der den größten Theil seiner Lebenszeit als ein unglückliches Opfer der Gesellschaft im Kerker zugebracht, ließe sich mit einem Pappenstiel bestechen? fünftausend Gulden, Herr“— „Sie entschuldigen!“ verbesserte Zollhausen,„meines Wissens zehntausend Gulden"— „Was es immer sei— das Zeug ist nicht der Rede werth! Oder“ wandte er sich grimmig an seine Kameraden,„wollt ihr eure Ehre, euren Patriotismus für zehntausend Gulden opfern?“ Es erfolgte keine Antwort; das wilde Gesicht des Fragers hielt jede laute Aeußerung zurück; ein dumpfes Knurren jedoch, das jeder einzelne der Volksmänner privatissimi von sich gab, ließ vermuthen, daß die würdigen Leute ihre Ehre und ihren Patriotismus nicht so hoch taxirten wie ihr freiheitsbegeisterter Wortführer. Wenigstens kokettirten sie sehr auffallend mit dem rothseidenen Portefeuille, das aus der Brußtasche des uneigennützigen Patrioten hervorschauend, der reichstäglichen Bestimmung entgegenreifte. „Sie sehen, mein Herr!“ donnerte der letztere den Banquier an „wir zählen keinen gemeinen Schurken unter uns— die feilen Seelen dürfen Sie nicht beim Volke suchen!" „Ich appellire eben an Ihre große Seele,“ sagte kleinlaut der Kaufmann,„indem ich sie um freien Abzug für mich und meine Familie bitte— ich bin krank— ich muß nach Baden— geben sie mir nur den Wagen frei, und wir scheiden als die besten Freunde von der Welt!“ „Diesen Wagen da wollen Sie?“ rief der Mann über das naive Anfinnen höhnisch lachend,„Herr, ich rathe Ihnen, Ihre Zunge zu zugeln! Sie werden immer frecher in Ihren Vorschlägen— dieser Wagen— diese Pferde— alles das ist Nationaleigenthum— nichts gehört Ihnen mehr davon, nicht der kleinste Nagel vom Huse. Sie baben durch Ihren schändlichen Ausreißungsversuch Ihr ganzes Eigenthum verwirkt, und können sich glücklich schätzen, wenn ich nicht als öffentlicher Ankläger gegen Sie vor dem Volkstribunal auftrete, das nächster Tage der brave Fenneberg als Präsident eröffnen wird! Ohne weitern Disput— marsch zu Fuß zurück— ihr, meine Freunde, werdet Wagen und Pferde auf kürzestem Wege in das Hauptquartier am Belvedere schaffen— ich werde diese Gesellschaft bis zur Linie zurückeskortiren— drei Mann begleiten mich!“ Der Banquier faltete die Hände und flehte thränenden Auges: „Haben Sie Mitleid, nicht mit mir, aber mit diesen unglucklichen Weibern, sie sterben mir in der Stadt, nehmen Sie Wagen und Pferde und alles was wir am Leibe haben, lassen Sie uns nur zu Fuße unsern Weg fortsetzen, seien Sie gnädig, souveräner Volksherr!“ Der arme Zollhausen war nahe daran nieder zu knieen vor dem Manne, der ihm vielleicht huudertmal, ohne eines Blickes gewürdigt zu werden, ganze Ballen Banknoten zur Umwechslung in die Bank getragen. Es schien auch, als ob der Proletarier mit der Niedergeschlavenheit des reichen Mannes einiges Mitleid fühlte, der Hohn in Blick und Ton milderte sich, als er sagte:(Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Der Erdspiegel. Ein hochbejahrter Landmann aus der Umgegend von Freiburg in Sachsen, der kürzlich sein goldenes Ehejubelfest gefeiert, wurde besonders von den jüngeren Gliedern seiner Familie gebeten und gedrängt, vor, bei oder nach diesem feierlichen Anlasse sich photographiren zu lassen. Der Jubilar aber, noch ganz von altem Schrot und Korn, wollte von solchem neuen Teufelswerke Nichts wissen und alles Zurelen der Seinigen vermochte nicht, von dieser vorsündfluthlichen Anschauungsweise ihn abzubringen. Bald nachher vermißte der Jubilar etliche Hundert Thaler in Staatspapieren, für welchen höchst räthselhaften Diebstahl jetzt durchaus keine Spur sich entdecken ließ. Der Bestohlene, ebenso abergläubisch wie strenggläubig, faßte deshalb den Entschluß, den glücklichen Besitzer eines Erdspiegels aufzusuchen, damit durch dessen Vermittelung der„heimliche Spitzbube“ ausgekundschaftet werde. Sein Schwiegersohn, ein Lehrer, erklärt sich zur Unterstützung des Vorhabens sogleich bereit und schlägt ihm vor, deshalb gemeinschaftlich gen Freiburg zu wandern, woselbst ein solcher„kluger Mann“ zu finden sei. Dieser nun war— wie unsere Leser leicht errathen]— kein Anderer als— ein Photograph, mit welchem jener Schwiegersohn bereits; vorher sich verständigt hatte. In Folge dessen ward also der Verlustträger von dem vermeintlichen Schwarzkünstler, welcher diesem außergewöhnlichen Besuche zu Ehren eine entsprechende Gewandung angethan hatte, nach Anhörung seiner Diebstahlgeschichte aufgefordert, zu dem verhüllt dastehenden Erdspiegel auf ein gegebenes Zeichen recht scharf hinzublicken, sich aber übrigens ganz ruhig zu verhalten, während er selbst den Zauberspiegel von hinten aus beobachten wolle. Als etliche Minuten vorüber, erklärt nun der„kluge-Mann," daß vorläufig der„Spitzbube" noch nicht deutlich zu sehen und daß es deshalb nöthig sei,—2 Tage zu warten, dann erst werde sich die Sache so weit erklären, um richtigen Bescheid geben und ihm solchen zuschicken zu können. Bald nach der Heimkunft jedoch findet unser Photographiefeind ganz zufällig die vermißten Werthpapiere an einem sehr versteckten Orte, wohin er selbst aber sie gelegt hatte, und bedauert nur am meisten, daß er den Besitzer des Erdspiegels vergeblich bemüht habe, weil dieser unter solchen Umständen ihm ja eigentlich keinen Dieb bezeichnen könne. Fast gleichzeitig indeß trifft auch des„klugen Mannes“ versprochene Sendung ein, von dem Empfänger in größter Spannung eröffnet, und siehe da, er findet richtig— sein eigenes Bild, als das des„vermeintlichen Spitzbuben“, der er ja auch wirklich gewesen! Mehr als je hält unser Alter nun von der Vorzüglichkeit und Untrüglichkeit der Erdspiegel sich überzeugt; den gewandten Eigenthümer desjenigen in Freiburg hat er unverweilt gut belohnt.