besetztes Kreuz s jungen WeiTochter, dann Hofbesitzer aus aber mit schwer Lahl des Mädaunenhafte Unritt der Pfarrer nd gingen hin. n in Westfalen f der Diele bekommen!"— nicht, nur geSchücze vorbinetend und dort ge Botin diese en umbinden,“ pf fortgedrängt Zimmer gesorefaad.„Fenne Deinen Eltern ich doch nicht, haben sich dau,„daß Weneuen fragenden se hatten kopfkurzem Schweir Entscheidung ein Gewissen?“ te sie in ihres age später war ochzeit. tzung folgt.) ein Pferd mit ber das Pferd rsucht worden. ommen haben, n Trichinen in deckte schon in Stücke von uninen. net Uranus hat ner Entdeckung dessen steht er wo er entdeckt sße mit bloßen Ministeriums Protocolle der burg, die das ich die Schädlichkeit herausGenuß sauern ng, welcher er In einem anKaufmann geüber den Zuungen nach sich =Extract sauer bes Princip in Analysen verchst vorgenomemne### zn zumt e0 ui und amtliches Kreisblatt Erscheint wöchentlich dreimal und wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abends ausgegeben. Redigirt unter Verantwortlichkeit von W. Bertelsmann. Druck und Verlag von Gebr. Bertelsmann in Bielefeld. für die drei Kreise und Wiedenbrück. Abonnementspreis vierteljährlich mit Bringerlohn oder bei der Post 12 Sgr., in der Expedition 10 Sgr. Inserate 9 Pfg. für die Borgis=Zeile. N 41. Mittwoch, den 5. 1865. Fortsetzung des Verzeichnisses der Anstellungs=Offerten für die Kronprinz=Stiftung, welche noch nicht besetzt sind. Landrath a. D. von Hillermann zu Cartzin sucht 1 Polizei=Verwalter. Direction der Gewehr=Fabrik in Spandau sucht 1 Aufseher: Domainenpächter Franz Müller zu Mühlenhagen bei Treptow a. Toll. sucht 1 zur leichten Gartenarbeit. Gehalt: Obdach, Wohnung, Kleidung und angemessene Löhnung. Rutergutsbesitzer v. Heldig zu Diebau bei Naumburg a. Bober sucht 1 Wächter und Hofaufseher. Gehalt: Schlafstelle, Essen und 12 bis 24 Thle. Lohn jährlich,„ Rittergutsbesitzer G. Robert=Tornow zu Runow bei Wangerin sucht 2 erwerbsunfahig Gewordene, zur Aufnahme und ferneren Versorgung. Gutsbesitzer v. Knebel=Döberitz zu Zülshagen bei Dramburg sucht 1 des Schreibens kundiger, als Gehülfe in Führung der Aufsicht, der Rechnungen 2c. Auskömmliche Existenz mehrere Jahre hindurch. Frhr. v. Erhard zu Groß=Möhnow, Kreis Teltow sucht 1 zur Beaufsichtigung der Dienstleute. Lebenslänglich sorgenfreie Existenz. Uhrenfabrikanten A. Eppner u. Comp. zu Lähn suchen 6 junge Leute zur Erlernung der technischen Fertigkeiten und dauernden Beschäftigung. Se. Königl. Hoheit der Kronprinz sucht 1 Amputirten zur Beschäftigung im Kronprinzlichen Dienst. Graf Otto zu Stolberg=Wernigerode zu Wernigerode sucht 3 evangeli. Thonwaaren: Fabrikanten Wittwe March u. Söhne in Charlottenburg suchen 5 aus ihrem Geschäft Eingezogene bei deren Rückkehr aus dem Felde durch entsprechende Beschäftigung zur Versorgung. Landesältester M. Elsner v. Gronow zu Kalinowitz sucht 1 zur Hülfe des Gärtners, Beaufsichtigung der Arbeiter, Beheizung und Leitung einer Locomobile. Gehalt: Emolumente im Werthe von 100—150 Thlr. jährlich. Diese Stelle ist dem Hauptmann v. Mittelstedt zur Disposition gestellt. v. Kotze zu Hamersleben, Kreis Oschersleden sucht 1 Wächter. Gehalt: 2 Thlr wöchentlich. Kuratorium des städtischen Gymnasiums zu Ppritz sucht 1 Unteroffizier als Gymnasialwärter. Gehalt: 100 Thlr., freie Wohnung, freie Feuerung. Fabrikbesitzer H. L. Locwe zu Düsseldorf sucht 1 Portier in der Fabrik. Gehalt; 12 Thlr. monatlich, freie Wohnung, Licht und Brand. Oberförster Wehmeyer zu Mauche bei Fraustadt sucht 1 Privatsecretair. Rittergutsbesitzer H. Fricke in Berlin, Köpnickerstr. 113 wohnhaft, sucht 2 Portiers zu Reinschdorf bei Cosel. Gehalt: je—10 Thir. monatl. event. dauernde Anstellgelder. Amtmann Wiesmann zu Gevelsberg, Kreis Hagen, sucht 1 Polizei=Seregant. Gehalt: 180 Thlr. jährlich, 1“ Thlr. Montirungs=Geld, freie Wohnung und einige Nebeneinkünfte. Fabrikbesitzer Julian Websky zu Blumenau, Kreis Waldenburg, sucht 1 Unteroffizier als Portier(Artillerist oder Kavallerist). Gehalt: 150 Thlr. jährlich, freie Wohnung und Heizung. Vermittler: der Bade= und Polizei. Inspektor Engels zu Charlottendrunn in Schlesien. Banquier Jacob Landau in Breslau will 2 Invalide auf 1 Jahr auf seiner bei Breslau belegenen Besitzung in freie Wohnung und Verpflegung nehmen.„„„„„ g ansraß, 8n fuchem Kaufleute Mattison und Brand in Berlin, Prinzenstraßt 30, füchen 1 Kassirerbeten. Kaufmann und Spediteur Gustav Adolph Köhler in Guben sucht Comtoir=Diener. Gehalt: 8 Thlr. monatlich, Gehaltserhöhung. Repräsentanten=Kollegium der Zwölf Apostel=Gemeinde in Berlin sucht 1 Mann zur Unterstützung des Todtengräbers. Gehalt: 15 Sgr. täglich. Hoflieferant Gustav Kühn in Neu=Ruppin will 10 oder 12 Leute in seinem Geschäft mit Koloriren, außerdem 1 im Comtoir als Schreiber beschäftigen. Gehalt: Sorgenfreie Existenz, 10—15 Thlr. monatlich. Vorsteher der Guanofabrik zu Labagienen, Kreis Labiau, I. R. Lehmann, sucht 1 Aufseher, womöglich Unteroffizier von den Pioniren. Gehalt: 20 Thlr. monatlich eventuell auch Gratificationen. Kommerzienrath J. G. Boltze in Salzmünde a. S. sucht 1 Mann als Aufseher in seiner Ziegelei und Landwirthschaft. Auskömmliches Lohn. Gutsbesitzer v. d. Lühe zu Kunsdorf bei Friedland, Kreis Lüdben, will einen verstümmelten Soldaten im Gesinde=Verhältniß beschäftigen. Gehalt: einige 20 Thaler jährlich. Major a. D. und Rittergutsbesitzer Graf v. Schliffen zu Gr. Krausche bei Bunzlau will einen Invaliden in Wohnung und Kost nehmen, demselben auch Kleidung gewähren. Leistungen werden nicht verlangt von dem Manne. Gebrüder Lossen zu Concordia=Hütte bei Bendorf, Kreis Coblenz, suchen 1 Waagemeister. Gehalt: 80— 100 Thlr. jährlich, 1 Stube, 1 Bett und freie Heizung. Buch= und Kunsthändler I. C. W. Krug zu Capellen bei Kohlenz sucht 1 als Bote 2c. Gehalt: vorläufig 12 Thaler monatlich, später mehr. Landrath v. Werdeck zu Cottbus hat Unterkommen für einen Mann auf dem Gute Schorbus, bestehend in 1 heizbaren Stube, 3 Morgen gutem Roggenland, Raff=Leseholz, außerdem Beschäftigung gegen Lohn in geeigneter Weise."„en Wespensgruns Pei Kreis= Deputirter, Staatsanwall a. B. von Baerensprung, zu Kleine Döbbern, Kreis Cottbus, hat Unterkommen für einen Mann. Ländliche Beschäftigung gegen Lohn und Kost, wie es üblich ist, oder auch Uebernahme des Unterhalts und der Fürsorge für 1 erwerbsunfähigen Krieger. (Schluß folgt in nächster Nummer.) Bekanntmachung. Die diesjährige Militair=Ersatz=Aushebung wird an folgenden Tagen und Orten stattfinden: I. Musterung. I. In Wiedentrück. 1. Mittwoch den 3. Mai c. für die Städte Wiedenbrück, Rheda und das 2. Donnerstag den 4. Mai c. für die Stadt und das Amt Gütersloh. 3. Freitag den 5. Mai c. für das Amt Herzebrock. 4 Sonnabend den 6. Mai c. für das Ami Reckenberg. II. In Rietberg. 5. Montag den 8. Mai c. für das Amt Rietberg. 6. Dienstag den 9. Mai c. für das Amt Verl. B. Loosung. 7. Donnerstag den II. Mai c. in Wiedendrück. An den Musterungs=Tagen nimmt die ärztliche Untersuchung Morgens 7 Uhr ihren Anfang, weshalb die Militair=Pflichtigen sich zu dieser Stunde pünktlich einfinden müssen. Die Loosung beginnt Morgens 8 Uhr. Wiedenbrück, 4. April 1865. Der Landrath. Bessel. Der Hausfreund, herausgegeben von mehreren Freunden unseres Volkes in Westfalen, einmal wöchentlich in Unna beim Verleger Herrn Buchh. F. W. Rubens erscheinend, hat im ersten Quartal seines Bestehens schon so erfreulichen Anklang gefunden, daß wir uns veranlaßt finden, ein außerordentliches Abonnement vom 1. April bis zum 1. Juli zu eröffnen; jedoch muß alsdann die Bestellung direct beim Verleger geschehen. Bei den Post=Anstalten werden jederzeit Halbjahr=Bestellungen angenommen und erschienene Nummern, soweit solche noch vorhanden, nachgeliefert. Preis bei den Postanstalten Preußens pro Halb jahr 12 Sgr.; außerhalb Preußen etwas mehr. Das Blatt wird fortfahren in christlich=conservativem Geiste die politischen, kirchlichen und socialen Tagesfragen zu besprechen und nur wirklich Gediegenes zur Lectüre zu bieten. Unna und Dellwig bei Poststation Langschede, den 29. März 1865. Für die Redactions=Commission: Fr. v. Bodelschwingh. Lager aller Arten von Galanterie=, Kurz= 2c. Waaren, als Cigarren=Etuis, Porte=Monnaies, Brieftaschen, Notizbücher, Photographie=Albums, feinen Seifen, Haaröl, Pomade, Kämmen, Bürsten; Pfeifen, Cigarrenspitzen, Spazierstöcken, Goldleisten und Photographie=Rahmen, Schreibmaterialien, Spielwaaren, Tabak, Cigarren, Brust=Caramellen 2c. Die Baugewerkschule in Holzminden a. d. Weser bildet seit 33 Jahren Bauhandwerker, Mühlen= u. Maschinenbauer nach einem den Anforderungen der Zeit entsprechenden bewährten Lehrplane reif für die Meisterschaft aus, wovon der starke Besuch,(in diesem Winter 623 Schüler) das beste Zeugniß ablegt. Der Unterricht umfaßt: Schön= und Rechtschreiben, deutsche Aufsätze, Rechnen, Algebra, metik, technische Naturlehre, darstellende Geometrie u. Steinfugenschnitt, Constructionslehre, Maschinenlehre, Freihand=, Constructions=, Entwurfu. Maschinenzeichnen, Bauveranschlagen, technische Gewerbskunde, Modelliren von Zimmer= und Maurerconstructionen, Treppen u. Maschinen, Holzschnitzen 2c. 2c.— Die mit der Schule verbundene Verpflegungs=Anstalt ermöglicht nicht allein auch dem weniger Bemittelten den Besuch der Anstalt, sondern wirkt auch wohlthätig auf Fleiß und Sittlichkeit des Schülers. Derselbe hat für Unterricht, Unterrichtsmaterialien, Wohnung, Beköstigung(excl. Brod u. Butter), Wäsche, Schulrock und Zeitschrift für Bauhandwerker im Ganzen für den 5monatlichen Unterrichtscursus 66 Thlr. zu zahlen.— Der Sommerunterricht beginnt am 24. April d. J. Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Holzminden, 25. März 1865. Der Vorsteher der Baugewerkschule. G. Haarmann. Somban=Toosen Hauptgew. 100,000, 10,000, 5000, 5 mal 1000 Thaler, sowie für 30,000 Thlr. kl. Gewinne zu 900, 800, 700, 600, 500, 400, 300, 200, 100, 50 Thr. u. s. w. Wir haben nur noch wenige Loose, welche wir noch à 1. Thlr. ablassen. Auswärtige belieben für die gewünschte Anzahl Loose die Beträge unter der Adresse: die Agentur der Bombaulotterie per Postanweisung einzuzahlen, einer besonderen brieflichen Mittheilung bedarf es dann nicht weiter. C. Honrich& Co. in Bielefeld. Schellsische und Bückinge bei Th. Wolpers. Geldeours. Ansl. Pistolen.16. Napoleonsd. 5,12. Holl. 10 Guld. 5,16. Liv. Sterl. 6,23. Fünffre. 1,10,4. Franz Kronth. 1,16,9. Brab. Kronth. 1,16. Goldkronen 9,9,3. Dollars 1,12,2. Jahrmärkte in der Provinz Westfalen, im Osnabrückischen, LippeDetmold u. Lippe=Schaumburg. April. 6. Coesfeld. Tekleuburg. Arnsberg. Dortmund. Lippstadt. Medebach. Westhofen. 7. Harsewinkel. 8. Minden. 9. Minden. Lüdenscheid. 10. Beverungen. Büren. Delbrück. Gehrden. Minden. Bochold. Recklinghausen. Rheine. Verden. Erwitte. 11. Minden. 12. Minden. Bechnungs=Formulare stets vorräthig bei Gebrüder Bertelsmann. Gegen spröde Medicinische Glycerin=Seife bei C. Honrich& Co. Wechselcours. Amsterdam 250 fl. kurz do. 2 Monat Hamburg 300 Mk. kurz do. 2 Monat London 1 Lstrl. 3 Monat Paris 300 Fr. 2 Monat Wien 150 fl. 8 Tage do. do. 2 Mon. Augsburg 100 fl. 2 Mon. Frankfurt 100 fl. 2 Mon. Leipzig 100 Thlr. 8 Tage do. 3 Monat Petersburg 100 R. 3 W. do. do. 3 M. Warschau 90 R. 8 Tage Bremen 100 Thir. 8 Tage Getreide=Berichte. Cöln, 3. April. Weizen 5,17. Roggen 4,7. Gerste 4,22. Hafer 4,10. v. 200 Pfd. Rüböl 13,18. Raff. 14,3. Berlin, 3. April. Weizen 45—61. Roggen 36. Gerste 27—34. Hafer 22—25. Räböl 12. Bielefeld, 3. April. Weizen 2,7,6. Roggen.18. Gerstel.15. Hafer 1,2 Bohnen 1,29. Kartoffeln 1. Buchweizen 1,22,6. Heu 1,2,6. Stroh 25. Rüböl 13,15. Raff. 14. Witterungsberichte. Eisenbahn=Abfahrten von Bielefeld nach Berlin 11., M. 388 N. 632 A. 1 1123 3/2 Nchts. Bremen 11., M..8 N. t 1123 3/2 Nchts. Köln 14. M.### N. Deutz#930 M. 130 N. 22 Nchts. Dortmund 14, 930 M. 180 4/#0 625 N. Neueste Nachrichten. Deutschland. Im Abgeordnetenhause ist die Vorlage zur Abänderung der Bankordnung verworfen worden. Die Bank soll also ihr Operations=Terrain nicht vergrößern. Das Kriegsministerium ist durch Cabinetsordre vom 7. März ermächtigt worden, den aus dem(vorigjährigen Kriege zurückgekehrten Landwehr=Offizieren und entlassenen Beamten, welche nicht gleich wieder ein Unterkommen finden konnten, die Hälfte ihres Soldes bis zur Dauer von drei Monaten zahlen zu lassen. Auch in der Niederlausitz wird eine Feier zur Erinnerung an die vor 50 Jahren stattgehabte Vereinigung der Niederlausitz mit Preußen veranstaltet worden. Sie wird auf den 22. Mai fallen. Von Seiten der Stände ist eine Stiftung für invalide Preußische Krieger beschlossen worden. Auch in Köln hat zu Ehren der schon erwähnten Jubelfeier ein ungenannter Bürger der Stadt eine Stiftung von 4400 Thlr. überwiesen, mit der Bestimmung, daß die Zinsen, sobald das Kapital auf 10,000 Thlr. angewachsen sei, zum Besten eines oder mehrerer Schüler eines Rheinischen Polytechnicums verwant werden soll. In erster Linie sollen Söhne Kölner Bürger berücksichtigt werden. Auch in Bonn ist seitens des Stadtrathes eine Stipendien=Stiftung von 1000 Thlr. gegründet worden. Kiel, 1. April. Gestern Abend wurde der Hauptmann Kausch, vom 8. Pommerschen Infanterie=Regiment Nr. 61, von einem Soldaten desselben Regiments mit dem Seitengewehr hinterrücks angefallen. Der Hauptmann Kausch, der sich mit seiner Gemahlin aus einer Gesellschaft nach Hause begeben wollte, ist glücklicher Weise nicht verletzt worden, indem ein von dem Soldaten auf den Arm des Hauptmanns geführter Säbelhieb nicht durch dessen Mantel drang. Der Frevler konnte nur nach vieler Anstrengung, da er sich wie ein wüthender den herbeigeeilten Nachtwächtern und einer Patrouille widersetze, in Sicherheit gebracht werden. Da die Straßen noch sehr belebt waren, verursachte dieser Vorfall einen bedeutenden Auflauf. Der Soldat soll sich in stark trunkenem Zustande befunden haben. Arbeitseinstellungen kommen jetzt in immer größeren Massen vor. In Leipzig feiern 600 Buchdruckergehülfen. In Breslau haben die Schneidergesellen den Beschluß gefaßt, in nächster. Woche zu kündigen, wenn ihnen nicht höherer Lohn zu Theil werde. In Paris und Bordeaux haben die Hutmachergesellen ihre Arbeiten eingestellt. In Altona haben die Korbmacher und Reepschlägergesellen ihre Arbeit eingestellt, die Auswärtigen sind von der Polizei ausgewiesen. Münster, 30. Mrz. Bei der nächsten Schwurgerichtsverhandlung wird ein in seiner Art einzig dastehender Giftmord zur Verhandlung und Entscheidung kommen. Die Wittwe eines Kolons in einem benachbarten Landstädtchen ist gerichtlich geständig, ihrem leiblichen Sohne, welcher ungefähr 24 Jahre alt ist, zu wiederholten Malen Arsenik, Belladonna(Tollkirsche) und Hyoscyanus(Bilsenkraut) mit dem bewußten Vorsatze eingegeben zu haben, denselben zu vergiften. Derselbe ist denn auch in Folge dieser Eingebungen verstorben. In Camen wurde am 29. d. M. Herr Cand. Bertelsmann aus Arnsberg mit 40 Stimmen zum zweiten Pfarrer erwählt; 6 Stimmen erhielt der Pfarramts=Candidat Herr Rector Lüttke daselbst. Ausland. 220 Nachts. Duisburg 91 4% M. 139 24/39 N..0 Dusseldorf 14, 930 M. 138 4 Emmerich#0 M. 1450 N. 220 % M. 139## .0Rts. N. 22 Nts. Nchts. Hamm 14 220 Nchts. Harburg"11.. M. 4 1123 3/ Nchts. Minden.8 11. M..8 N. 632 A. 1 1123 *3, Nachts. Oberhausen 14,##0 M. 1 220 Nchts. Ruhrort 14, 930 M. 130 54/30 N. 220 Rts. Wesel 930 M. 110 54/38 N. 220 Nchts. bedeutet Schnellzug u. Eilzug, 1 Kourierzug. Von Gütersloh in der Richtung nach Minden: Morgens 216 Eilzug; 93 Localzug; Nachmittags 320 Päckereizug; .3 Personenzug. In der Richtung nach Köln: Morgens 3 Uhr Personenzug; 10.: Eilzug; Nachmittags.8 Päckereizug; Localzug Abends 7, R R2,8 Päckereizug 588 Perenzug. In der soichtung nach Köln: Morg. 318 Personenzug; 10 Eilzug; Nachm. 223 Päckereizug; Abends 7,# Lokalzug. Ein seit mehr als 20 Jahren in Jütland ansässiger Arbeiter aus dem Großherzogthum Mecklenburg=Schwerin, Namens Eduard Hinrichsen, war am 15. April vorigen Jahres von einer dänischen Patrouille in einer jütländischen Dorfschänke aufgegriffen worden, weil man ihn von verschiedenen Seiten der preußischen Spionage angeklagt hatte. Der Arrestat sollte dem Herzog Wilhelm von Mecklenburg=Schwerin, dessen Regiment im Corps des Generals v. Filckenstein stand, über die Bewegung der dänischen Truppen Meldung gemacht und die Verhaftung des Guts###.besitzers Eckardt zu Oerumgaard, sowie die Einäscherung eines bedeutenden Waarenspeichers bei Horsens veranlaßt haben. Früher wurde der Verhaftete durch Urtheilsspruch des Hattinger Hardesgerichts zu 6mal 5 Tagen bei Wasser und Brod verurtheilt, jedoch hat das Viborger Obergericht in diesen Tagen das genannte Erkenntniß verschärft, indem es auf eine zweijährige Zuchthausstrafe erkannte.(Im Artikel 23. des Friedens vertrages heißt es: Um nach Kräften zur Beruhigung der Gemüther beizutragen, erklären die hohen contrahirenden Parteien und versprechen, daß Niemand, der sich gelegentlich der letzten Ereignisse compromittirt hat, welcher Klasse oder welchem Stande er auch angehöre, soll auf Grund seines Verhaltens oder seiner politischen Meinung verfolgt, benachtheiligt oder beunruhigt werden können, weder in Bezug auf seine Person noch sein Vermögen.) England. Auf einer Versammlung ist die Arbeitseinstellung in den Eisenhütten des Nordens beendigt, die Arbeiter erklärten sich bereit, jede Verbindung mit den Vereinen der Arbeiter von Staffordshire abzubrechen. In Letzterem ist ist jedoch eine Schlichtung des Streites gescheitert. Zwischen den französischen und italienischen Militärbehörden ist eine Convention abgeschlessen, welche gegenseitig die Befugniß gestatten, die Gränze behufs Verfolgung der Ränber zu überschreiten. Die Ministerkrisis in Kopenhagen ist zu Ende. Der Justizminister v. Heltzen ist verabschiedet, die anderen bleiben im Amte. Ueber den Telegraphen=Congreß in Paris schreibt man von dort: Die Mitglieder des Congresses sind am vorigen Donnerstag dem Kaiser vorgestellt worden. Die Sitzungen sind auf einige Tage suspendirt, um der Französischen Regierung Zeit zu gewähren, die Protokolle drucken zu lassen. Man soll sich über folgende Punkte geeinigt haben: Abschaffung des Systems der Zonen und Einführung einer einförmigen Taxe in jedem einzelnen Lande; Annahme des Franken als Münzeinheit für die internationalen Tarife; Einführung der recommandirten Depeschen; Herabsetzung aller Preise. Die Anwendung der chiffrirten Depeschen in Privat=Correspondenzen ist von vielen Mitgliedern des Congresses nur zur Berichterstattung in Betracht gezogen worden. Die Hauptstadt der Westindischen Republik Haidi, Port an Prince, ist zum dritten Theile durch eine große Feuersbrunst vernichtet. 400 Häuser sind abgebrannt, der Schaden beträgt 2½ Mill. Dollars. Wien. Ein eigenthümlicher Vorfall macht seit dem 18. d. Mts. in Krakau viel von sich reden. Die Gräfin Ostrowska, welche in Folge ihrer Betheiligung an dem Aufstande, beziehungsweise einer Unterstützung desselben, durch den Spruch des Kriegsgerichts zu fünf Jahren Kerker verurtheilt wurde, erhielt wegen Erkrankung die Bewilligung, sich in einem Privathause ärztlich behandeln zu lassen, wobei jedoch ein Wachtposten vor die Thür gestellt wurde. Am 18. d. M. nun wurde diesem Posten durch einen Mann, der sich das Ansehen eines Dieners gab, ein Getränk, Thee oder Kaffee, auf eine ziemlich zudringliche Weise angeboten. Der Posten wies das Getränk sehr energisch zurück und drohte endlich von seiner Waffe Gebrauch zu machen, wenn man ihn noch weiter zu einer Pflichtverletzung würde reizen wollen. In Folge der von dem Wachtposten gemachten Anzeige wurde noch in der Nacht eine Revision in der Wohnung der Gräfin, dann die Vernehmung mehrer Personen vorgenommen; auch wurden Aerzte beigezogen, die den Zustand der Gräfin für nicht gefährlich erklärten. Schließlich wurden mehrere Fremde ausgewiesen, die bei der Gräfin Besuche gemacht hatten und bei der Polizei nicht gemeldet gewesen waren. Die Wache wurde sofort verstärkt, und eine weitere Untersuchung dürfte die wahre Absicht wohl zu Tage fördern. Dem Wachtposten wurde von dem Festungs=Kommandanten, Generalmajor v. Bittermann, im Tagesbefehl eine lobende Anerkennung für seine Pflichttreue zu Theil. Ein spaßhaftes Eisenbahn=Unglück meldet die„New=Yorker HandelsZeitung“ vom 18. März:„In einem Schlafwagen der Erie=Eisenbahn wurde einer sehr fashionablen New=Yorker Dame ihr falsches Gebiß, das mehrere Hundert Dollars gekostet hatte, aus dem Munde gestohlen. Nach der einen Angabe soll der Dieb die Bestohlene zuvor mit Chloroform betäubt, nach einer andern die Dame dem Spiritualismus gehuldigt haben. Die Polizei fand das Gebiß in einem New=Yorker Pfandhause wieder, wo es versetzt war.“ Die landwirthschaftliche Ausstellung in Köln. Auf den Wunsch Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen, welcher die Ausstellung in Person eröffnen will, ist der Tag der Eröffnung vom 15. Mai auf den 2. Juni verlegt. Anmeldungen werden bis zum 1. Mai angenommen und müssen die Gegenstände vom 1. bis 25. Mai eingeliefert werden. Durch diese Abänderung ist es zugleich für die Aussteller in Stettin möglich, nach Schluß der dortigen Ausstellung die daselbst ausgestellten Gegenstände nach Cöln zu schicken, und wird so das den beiderseitigen Interessen schädliche Zusammenfallen der beiden Ausstellungen vermieden. Ebenso wird es vielleicht noch möglich zu machen sein, von Cöln aus die Ausstellung in Dresden zu besuchen und zu beschicken. Neben den Gold=, Silber= und Bronze=Medaillen sind auch Geldpreise ausgesetzt und zwar einer von 150 Friedrichsdor für den besten Dampfpflug, „„ 500 Thlr. für die beste Straßenlokomotive und „„ 500„ für die beste Dampffeuerspritze. Gerade für die wichtige Frage der Dampfbodenkultur wird die Cölner Ausstellung von bedeutendem Einfluß sein, indem jedenfalls die neuesten Construktionen(System Savory, Fowler, Howard) auf diesem Gebiete vollständig vertreten sein werden. Ueberhaupt sind die Anmeldungen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Belgien, Frankreich und England über Gegenstände aller Gattung so zahlreich, daß man schon jetzt das Resultat der Ausstellung als ein großartiges voraussagen darf. Dieselben Gründe, welche die Fabrikanten veranlassen, so zahlreich in Cöln auszustellen, werden auch einen Besuch der Ausstellung herbeiführen. Die günstige Lage Cöln's, die Geneigtheit eines Jeden, an den Rhein zu reisen, die hierzu vor Allem günstige Pfingstzeit, das berühmte in denselben Tagen in Cöln stattfindende rheinische Musikfest— Alles vereinigt sich um zu dem Besuch der Ausstellung neben den sachlichen Gründen auch noch andere verlockende hinzuzufügen. Auch in den nicht speziell landwirthschaftlichen Gegenständen wird die Cölner Ausstellung, Dank vorzüglich der Förderung der Regierungen, Ausgezeichnetes leisten. Die Kohlenindustrie Deutschlands und Englands wird nicht nur durch Proben, sondern auch durch Karten und Grubenpläne vorzüglich repräsentirt sein. Die französische Regie wird ihre sämmtlichen Tabaksfabrikate, die Salinen des preußischen Staates werden eine vollständige Collection ihre Produkte ausstellen; ebenso wird die Zuckerindustrie Deutschlands, Frankreichs und Belgiens würdig vertreten sein. Von vorzüglicher Wichtigkeit dürfte die Ausstellung von Gegenständen werden, welche in die sogenannte häusliche Oekonomie gehören. Hierin ist unstreitig noch sehr viel zu lernen und zu verbessern. Denn für die Befriedigung der meisten hier einschlagenden Bedürfnisse sorgt nicht die Intelligenz der Groß=Industrie, sondern der Handwerker oder der Consument selbst, und grade dabei wird noch am meisten durch schlechte Auswahl und schlechte Verwendung des Materials gefehlt. Für jeden Landwirth, der Theil nimmt an der jetzt so wichtigen Frage über die Verbesserung der Arbeiterverhältnisse wird dieser Zweig der Ausstellung von dem größten Interesse sein.(Landwirthsch. Eine hofgeschichte aus dem nördlichen Westfalen. (Fortsetzung.) Aber die junge Frau war nicht an Schulden gewöhnt. Ihre gift hatte lange nicht gereicht die Verbindlichkeiten ihres Mannes zu decken. Sie fand es unerträglich, sich mahnen zu lassen, und immer noch stellten sich Gläubiger ein, zudringlicher als sonst, weil sie die Berichtigung ihrer Forderungen nicht mehr vom Können, sondern vom Wollen abhangig glaubten. Durch das Drängen entrüstet, zur Ausrede unfähig, im Zögern einen Schimpf für sich erblickend, hieß sie dann die Leute warten, ließ anspannen und fuhr zu ihren Eltern.„Ihr habt mich hingebracht,“ klagte sie dort,„Ihr müßt mir jetzt auch helfen.“ Und so wurde ihr aus einem Gefühle von Verantwortlichkeit gewährt, was ihr dem Rechte nach nicht zukam. Ihr und ihres Mannes Besitzthum wurde schuldenfrei auf Kosten des Erbtheils ihres Bruders. Doch blieb diesem bei der Eltern Tode noch ein überflüssig genügendes Vermögen zum Leben und Bestehen. Er hatte sich nicht reich, aber zu seiner sonstigen vollkommenen Zufriedenheit verheirathet. Die Frau verlor er früh, nachdem sie ihm zwei Kinder geboren. Er selbst starb, als sein Knabe sechszehn, sein Mädchen elf Jahre zählte. Von Seiten der Verwandtschaft war für die Bestellung eines Vormundes aus ihrer Mitte gesorgt. Dieser hatte die Waisen, weil die Vermiethung eines größeren Landwesens in dortiger Gegend fast unthunlich war, auf dem Hofe verbleiben und unter seiner Aufsicht unter Beihülfe tüchtiger Knechte und Mägde die Wirthschaft fortsetzen lassen. Darauf war Krieg gekommen; den Vormund hatten seine eigenen Angelegenheiten vollständig in Anspruch genommen; die von ihm beschafften zuverlässigen Dienstboten waren weggezogen, hatten anderweit für sich gesorgt. Seitdem, fast fünf Jahre lang, hatten die beiden blutjungen Leute Haus halten müssen nach eigener Einsicht, auf eigene Gefahr. Der Krieg hatte sich immer von neuem entzündet, lastete mit schwerem Drucke vorzugsweise auf den Grundeigenthümern. Lambert Hinnerk wurde fünfunzwanzig, Aleid zwanzig Jahre alt, aber ihre Verhältnisse gestalteten sich andauernd ungünstiger. Der junge Mann hatte durch eine reiche Heirath den trübseligen Zuständen abzuhelfen gedacht. Aus Mißtrauen gegen sich selbst, wie es durch den Mangel an Erfolg so häufig erzeugt, mindestens gesteigert wird, außerdem weil so viele Ehen dort in der Gegend auf diese Weise eingeleitet wurdeu, hatte er sich einen erfahrenen Nachbarn als„Degesmann,“ Freiwerber zugesellt. Von diesem war ihm aber schon bei erster Gelegenheit vorgehalten:„Ich darf gar nicht mit Dir aus um zu freien, wenn Du keinen Schluck trinken, keinen Taback rauchen kannst; bist Du auch ein Kerl?“ Demzufolge hatte sich der Bräutigam in Hoffnung nach seinem eigenen Ausdrucke„gequält wie ein Hund," um sich die angeblich kennzeichnenden Fertigkeiten der Mannhaftigkeit anzueignen, um dem Branntwein und der Pfeife Geschmack abzugewinnen. Doch keines von Beiden hatte ihm munden wollen. Eher hatte er, gleichfalls nach Vorschrift seines Meisters, tanzen gelernt, wenn man ein eckig gewaltsames Schwingen der Glieder und Bewegungen der Beine, die ihn fast an die Decke des Zimmers führten, als Tanz gelten lassen will. Im Bewußisein seiner Schwäche und Unzulänglichkeit war er demnächst dann bei den erneuten Besuchen in wohlhabenden mit heirathsfähigen Töchtern ausgestatteten Häusern noch verlegener und blöder aufgetreten als sonst, war zur völlig albernen und ungefügen Befangenheit durch die Mahnungen und heimlichen Zurechtweisungen seines Meisters gescheucht, hatte endlich kleinmüthig, verdrossen, verzweifelnd sein ganzes Vorhaben aufgegeben. Aleid hatte es freilich an Bewerbern nicht gefehlt. Allein ihre Verheirathung half dem Hofe nicht blos nicht auf, sondern bürdete demselben im Gegentheile durch Aussteuer und Abfindung eine gegenwärtig fast unerschwingliche Last auf. So hatte sie bisher in ihrer Jugend den Grund der Ablehnung gegen Dritte, des Trostes für sich selbst gefunden. Bruder und Schwester saßen am Heerde beim Frühstücke. Die Dienstboten waren so eben an ihre angewiesene Arbeit gegangen. Auf dem Tische standen Butter, der Korb mit dem derben schwarzen Brode, bunte Teller, der glänzend gescheuerte weitbauchige kupferne Kaffeekessel nebst zinnernem Milchguß und blaugestreiften Steinguttassen. Noch immer während des Essens war Aleid beschäftigt, die dünnen Buchweizenpfannkuchen zu backen, welche einen nothwendigen Bestandtheil jeder Abend= und Morgenmahlzeit im nördlichen Westfalen bilden und heiß von Feuer weg gegessen werden müssen, wenn ihrem vollen Wohlgeschmack kein Abbruch geschehen soll. Die Sorge hatte das körperliche Begehren noch nicht zu mindern vermocht. Das Mädchen darbte sich nichts ab und der junge Mann befriedigte seine Bedürfnisse mit demselben schweigsamen ausdauernden Eifer, mit dem er seine Arbeit verrichtete. Endlich hatte er zur Genüge, legte Messer und Gabel bei Seite, trank seine Kaffeeschale leer, kehrte sie um und deutete der fragend aufblickenden Schwester durch ein stummes Kopfschütteln an, daß sie ihm nicht mehr vorlegen solle. „Ist das Korn nach der Mühle?“ fragte er nach längerer Pause, indem er die Hände in die Hosentasche steckte und sich, die Füße vorstreckend, auf dem Stuhle zurücklehnte. Sie nickte bejahend. „Wie viel?“ fuhr er fort. „Nun, zwei Vierup.“ „Davon könnten wir mit dem ganzen Haushalte fast drei Wochen lang Brod haben.“ „Ja, die Kirmeß nimmt was weg. Mit Stuten“— Gebäck aus gebeuteltem Roggenmehl mit Hefe und Buttermilch angemengt—„reicht man nicht so weit als mit Brod. Und unsere Verwandtschaft ist groß.“ „Die Verwandtschaft ist leider Gottes nur allzugroß und wo es etwas zu holen giebt, bleibt sie nicht aus.“ „Laß mir die Kirmeß in Ehren, Lambert Hinnerk. Es ist ein uralter Gebrauch, daß man sich dann von weit und breit her in dem befreundeten Hause zusammen findet. Und was wir aufwenden, kommt uns auch wieder heim. Wer giebt, darf nehmen.“ „Das nützt uns nur nichts. Wenn wir Besuche machen geht unser Haushalt seinen Gang. Während wir abwesend sind können wir Dienstboten und Vieh weder in den Rauch hängen noch in die Erde graben. Die zwei Vierup gehen mir schwer ab. Hätten wir noch Ueberfluß. Aber so.“— „Dann sag es doch der Freundschaft, damit sich Niemand mehr bei uns sehen läßt.“ „Meinst Du, ich wäre wirklich so dumm?“ „Ja, und eine himmelschreiende Dummheit wäre es, wenn wir uns merken ließen, daß es uns fehlt. Knausere nur bei der Kirmeß und Du wirst schon sehen. Sobald wir den Glauben bei den Leuten verlieren, sagen sie uns geschwind genug Schulden über Schulden nach und aus der Nachrede entsteht bald die Wirklichkeit. Nein, wir wollen unser stattliches Wesen halten so lange es zu halten.“ „Du magst wohl Recht haben. Richte es ein, wie Du willst. Komm an; ich will hingehen und die kurze Breede pflügen. Es soll mich mal wundern, wie manchen Tag ich noch meine eigene Arbeit verrichten kann. Drei Wochen lang habe ich nun Ruhe gehabt vor den Kriegerfuhren und all der anderen schändlichen Quälerei. Hol der Teufel die Franzosen! die sind an der ganzen schmählichen Geschichte Schuld. „Du, führ nicht den Teufel im Munde. Er bekommt son: Theil an Dir.“ „Ach was, ich habe mit dem Satan nichts zu schaffen und fürchte ihn auch nicht.“ „Dann spielt er Dir einen Streich.“ "„Er soll mir weit genug bleiben.“ Lambert Hinnerk war bei den letzten Worten aufgestanden, dehnte seine mächtigen Glieder mit tiefheraufgeholtem langgezogenem Stöhnen, begab sich rascher als nach seinem bisherigen Verhalten erwartet werden konnte in den Stall, mit den angeschirrten Pferden auf den Hof, spannte sie einen bereits mit Pflug, Egge und sonstigen Geräthschaften beladenen Wagen und zog zu dem Tagewerke hinaus, das er für sich selber bestimmt hatte, indem er unterwegs mehr zu seiner Unterhaltung und aus Gewohnheit als weil die Nothwendigkeit es erfordert hätte, mit der Peitsche knallte und lauten Zuruf an seine Thiere richtete. Er hatte eine Anzahl Furchen gezogen, eben gewendet und die Pflugschaar wieder in den Boden gesetzt, als das Handpferd beim Anziehen zurückwich, von der Peitsche getroffen gleich wohl nicht vorwärts ging, sondern unruhig hartnäckig rückwärts und zur Seite ausschritt, auf den Schwengel und die Stränge trat, strauchelte, sich der Gefahr eines Falles oder einer Verletzung, Pflug und Geschirr der Beschädigung oder Zertrümmerung aussetzte. Die Bemühungen des Lenkers machten demselben nur neuerdings eine Thatsache bemerklich, die sich ihm bereits mehrfach zu seinem bittersten Aerger aufgedrängt hatte. Durch die doppelte Anstrengung zu den unaufschieblichen Verrichtungen der Saatzeit und zur Erfüllung der unabweislichen rücksichtslosen Anforderungen, welche die Kriegsverwaltung der im Lande liegenden fremden Truppen stellte, war das arme Thier überarbeitet und in Folge davon stätig geworden. Lambert Hinnerk versuchte jedes Mittel, welches ihm entweder eigene Erfahrung oder der schon früher eingeholte Beirath kundiger Leute an die Hand gab. Er lockte durch vorgehaltenes Brod, er drängte durch derbe Hiebe, er griff hart an der Trense in die Zügel, um durch abwechselnd zwingende oder schmeichelnde Führung nur erst wieder einen Versuch zum Anziehen zu veranlassen, er redete freundlich begütigend. er fluchte und tobte. Aber in keiner Weise vermochte er den Widerstand des schnaubenden, nach allen Seiten ausbeugenden, nur nach vorn vor dem Drucke des Bruststücks sich scheuenden Geschöpfes zu überwinden. In kindlichen Gemüthern findet sich stets eine bedeutende Beimischung von kindischem Wesen. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. In einem kürzlich publizirten Werke über den Isthmus von Suez findet sich folgende Anekdote, deren buchstäbliche Wahrheit der Verfasser verbürgt: Er befand sich im Eisenbahnzuge von Kairo nach Alexandria. Plötzlich ließ die Schnelligkeit nach und endlich stand der Zug ganz. Man befand sich zwischen zwei Stationen und in anständiger Entfernung von beiden. Nach einigem Warten setzt sich der Zug wieder in Bewegung, doch in eine retrograde, indem er langsam Kairo wieder zusteuert. Auf's neue steht er; nach einigem Aufenthalt endlich geht es vorwärts nach Alexandria. Die Passagiere waren in Zweifel, was sie aus diesem Intermezzo machen sollten, und nicht wenig überrascht und indignirt, als ihnen, auf der Station endlich angelangt, ohne Rückhalt der Grund des stattgehabten Aufenthalts mitgetheilt ward. Einer der Heizer hatte seine Mütze verloren und der Locomotivführer hatte den Zug mehrere Meilen weit zurückgehen lassen, um seinem Freunde gefällig zu sein. Nachdem man die Mütze entdeckt, hielt der Zug, sie ward aufgenommen und man setzte nun die Reise weiter fort. Der Verlust von mehr als einer Stunde Zeit kam nicht in Betracht, wo es sich um die Mütze des Heizers handelte. Ueber den Gebrauch der Arme beim Gehen. Wenn Jemand seine Arme beim Gehen zuerst frei gebraucht, und dann dieselben plötzlich fest an die Seite hält, wird er überrascht sein, zu finden, daß sein Gefährte, der dies nicht thut, ihn in kurzer Zeit weit zurückläßt, er mag sich abmühen, so viel er will, denselben einzuholen.— Ein Grund des langsamen Ganges unserer Frauen und Mädchen liegt in der Sitte, die Arme bewegungslos am Körper zu halten. Eine halbe Meile in einer Stunde mit ruhigen Armen ist anstrengender, als eine ganze Meile mit sich bewegenden Armen in derselben Zeit.— Man betrachte den Gang der Schauspielerinnen auf der Bühne, sie bewegen ihre Arme frei und in graziöser Weise.— Wäre diese Sitte unter den jungen Mädchen allgemein, ihre Brust würde sich erweitern und ihre Haltung würde bedeutend besser werden. Man sehe nur ein junges Mädchen mit beiden Händen in ihrem Muff gehen, wie sie sich drehend bewegt und die Schultern zusammenzieht 2c.!! Das kommt daher, daß ihre Arme fest liegen. Würde sie die Arme frei bewegen, würde ihr Gang und ihre Haltung graziöser sein. Man betrachte nur die Abbildung unserer Muskeln. Die Muskeln des oberen Theiles des Körpers breiten sich in allen Richtungen von der Schulter gleich einem Fächer aus. Werden nun die Schultern regungslos gehalten, ziehen sich die Muskeln der Brust zur sammen, die Schultern werden nach vorne gebogen und die Brust wird schwach und häßlich.— Unsere jungen Dämchen werden sagen, das Armebewegen ist ja gar nichts, das ist eine sehr leichte Mühe. Ja, es ist eine leichte Mühe, wenn man die Arme ein= oder zehnmal bewegt, aber wenn man sie des Tages zehntausendmal bewegt, so ist das eine größere Uebuug der Brustmuskeln, als alle anderen Bewegungen hervorbringen können.