te alte Joseph vig XVI., der ieen im Jahre ar, die damals isseher bei dem aß die daselbst gestandene und hn vor einigen den ist. Diese or zwei Jahren eln lebt gegennde Frau von se sowohl wie den weder Arzt höheren Kochverspricht derkünsten die nöse auszustellen. 1 Verzierungen nälde im Trepdelche nun der ne Arbeiten im se, welche der etwa 250,000 apier zur Ent000 Thlr. verneuer Rohstoff in Frankreich Akklimatisirung sind die Urußerordentliche sehr günstig; aumwolle verdenselben Malach demselben es eine neue des Flachses Leinwand und tron, 30 pCt. sauf denselben eisernen Gußimmer dringt, ichenasche mit bestrichen und tz mit Wasser nig arabisches ringt sie aus ignen sich für ndelt man auf sen stattgefunFlachsindustrie n veranstaltet, längstes und frau Namens n einen Faden ekam die Sieaken, worauf schkeit dadurch ehn Fuß Höhe für die ganze n ein kleines meldet, wird auch in den O„ und amtliches Kreisbralt Vielefeld, Halle Erscheint wöchentlich dreimal und wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abends ausgegeben. Redigirt unter Verantwortlichkeit von W. Bertelsmann. Druck und Verlag von Gebr. Bertelsmann in Bielefeld. 0 0 für die drei Kreise und Wiedenbrück. Abonnementspreis vierteljährlich mit Bringerlohn oder bei der Post 12 Szr., in der Expedition 10 Sgr. Inserate 9 Pfg. für die Vorgis=Zeile. Ne 35. Mittwoch, den 22. 1865. Bekanntmachung wegen Ausreichung der Zinscoupons Ser. IV zu den SchuldVerschreibungen der Staatsanleihe vom Jahre 1853, und der Zinscoupons Ser. III zu den Schuld=Verschreibungen der Staatsanleihe vom Jahre 1857. Die neuen Coupons Ser. IV. Nr. 1 bis 8 über die Zinsen für die vier Jahre vom 1. April 1865 bis dahin 1869 nebst Talons zu den Schuldver: schreibungen der Staats=Anleihe vom Jahre 1853, und die denselben Zeitraum umfassenden Zinscoupons Ser. III. Nr. 1 bis 8 nebst Talons zu den Schuldverschreibungen der Staatsanleihe vom Jahre 1857, werden vom 1. Marz d. J. ab von der Controlle der Staatspapiere hierselbst, Oranienstraße Nr. 92 unten rechts, täglich in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr, mit Ausnahme der Sonn= und Festtage und der Kassen=Revisions=Tage ausgereicht werden. Die Coupons können bei der gedachten Kontrolle selbst in Empfang genommen oder durch Vermittelung der Königlichen Regierungs=Haupt=Kassen bezogen werden. Wer das Erstere wünscht, hat die Talons vom 22. October 1860 mittelst eines Verzeichnisses, zu welchem Formulare bei der gedachten Kontrolle und in Hamburg bei dem Preußischen Ober=Postamte unentgeltlich zu haben sind, bei der Kontrolle persönlich oder durch einen Beauftragten ab: zugeben. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Verzeichniß nur einfach einzureichen, wogegen dasselbe von denen, welche eine schriftliche Bescheinigung über die Abgabe der Talons zu erhalten wünschen, doppelt abzugeben ist. In dem letztgedachten Falle erhalten die Einreicher das eine Exemplar des Verzeichnisses mit einer Empfangsbescheinigung versehen sofort zurück. g. I„ S2ichumm Die Marke oder Empfangsbescheinigung ist bei der aubreuhung der neuen Coupons zurückzugeben,* Sta# In Schriftwechsel kann sich die Konirour der Einatspaviere nicht einlassn.....,. Prseranas=Haustkasse beieben Wer die Coupons durch eine Königliche Rigletungensauptlaßfe erzlehen will, hat derselben die gedachten Talons mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Exemplar des Verzeichnisses wird mit einer Empfangsbescheinigung versehen sogleich zurückgegeben, und ist demnächst bei Aushandigung der neuen Coupons wieder abzuliefern.# Formulare zu diesen letzteren Verzeichnissen sinv bei den Regierung Hauptkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu bezeichnenden Kassen unentgeltlich zu haben. Des Einreichens der Schuldverschreibungen selbst bedarf es zur Erlangung der neuen Coupons nur dann, wenn die erwähnten Talons abhanden gekommen sind. Die Dokumente sind in diesem Falle an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine Regierungs=Hauptkasse mittelst besonderer EinDie Beförderung der Talons oder der Schuldverschreibungen an die Regierungs=Hauptkassen(nicht an die Kontrolle der Staatspapiere) erfolgt durch die Post bis zum 1. November d. J. portofrei, wenn auf dem Couerie benert s... Lungen).. S. vusz. Vrleibe uun Talons(resp. Schuldverschreidungen, der Stamb=anihe von 1853 (1857) zum Empfange neuer Coupons. Werth... Thir.= Mit dem 1. November d. J. hört diese Portofreiheit auf, die Rücksendung erfolgt nur bis zu diesem Zeitpunkt portofrei.„ Für solche Sendungen, die von Orten eingehen, oder nach Orten bestimmt sind, welche außerhalb des Preußischen Postbezirks, aber innerhalb des deut. schen Postvereins=Gediets liegen, kann eine Befreiung von Porto nach den Vereinsbestimmungen nicht stattfinden. Berlin, den 17. Februar 1865. Haupt=Verwaltung der Staatsschulden. gez. von Wedell. Gamet. Löwe. Bekanntmachung. Postdampfschiff=Verbindung zwischen Preußen und Schweden. Mit dem 1. Mai 1865 tritt auf Grund des Preußisch=Schwedischen Postvertrages vom 24./31. Juli 1884 eine Postdampfschiff=Verbindung zwischen Stralsund und Malmoe in's Leben. Dieselbe ist zur Beförderung von Reisenden und deren Gepäck, zum Transport der Postsendungen jeder Art und zur Fortschaffung von Schiffsgütern(Frachtgut, Pferden, Schlachtvieh u. s..) bestimmt. Die Fahrten werden vom 1. Mai c. ab bis auf Weiteres in jeder der beiden Richtungen täglich einmal stattfinden. Dieselben werden mit den Zügen der Vorpommerschen Eisenbahn und der Schwedischen Südlichen Stammbahn in Zusammenhang stehen, so daß beispielsweise eine directe Verbindung per Eisenbahn und Dampfschiff zwischen Berlin und Stockholm sich ergiebt. Fur die Fahrten zwischen Stralsund und Malmoe sind zwei neue eiserne Räder=Dampfschiffe, ein Preußisches und ein Schwedisches, bestimmt. Dieselben sind nach Construction, Einrichtung und Ausstattung den gegenwärtigen Anforderungen entsprechend und mit Maschinen von solcher Kraft versehen, daß sie die Fahrt von Stralsund nach Malmoe unter gewöhnlichen WitterungsVerhältnissen in 7 dis höchstens 8 Stunden zurücklegen können. Die Schiffe gewähren Raum zur Aufnahme von je 50 Passagieren und einer entsprechenden Güterladung. Die neue Linie ergiebt den Vortheil des kürzesten Seeweges vor den übtigen Dampfschiff Verbindungen zwischen Deutschland und Schweden. In Malmoe dietet sich der Anschluß an die Local=Dampfschiffe zwischen Copenhagen und Malmoe dar.„„ 6555 Die Passagegeld= und Fracht=Tarife für die Straisund=Maimoer rinie sind auf möglichste Erleichterung des Verkehrs berechnet. Die Veröffentlichung des Fahrplans und der Tarife wird mit dem Herannahen des Termins der Eröffnung der Fahrten des Näheren erfolgen. Berlin, den 15. März 1865. General=Post=Amt. Philipsborn. treue Pommer erscheint vom 1. April d. J. ab pro Woche zweimal. Jede Nummer enthält eine Illustration ernsten oder humoristischen Inhalts. Abonnement bei allen Königlichen Post=Anstalten. Preis pro Quartal 8½ Sgr. Naugard. Die Redaction. Leitende Grundsätze der Staatsbürger=Zeitung: Im Staatsbürgerthum: Besserung der Zustände. Im Staatsleden: Vernünftiges Recht. In der äußeren Politik: Preußens Interessen. Mit dem 1. April beginnt ein neues Vierteljahres=Abonnement auf odige, von dem Publikum mit so außerordentlichem Beifall aufgenommene, seit dem 1. Januar d. J. in Berlin erscheinende Zeitung, welche täglich, ohne alle Ausnahme (also auch Montags) erscheint. Das Abonnement beliebe man zu bestellen bei allen Postämtern. Abonnementspreis vierteljährlich 1 Thr. 1½ Sgr.; für Ausland: vierteljährlich 1 Thlr. 9 Sgr. Die Expedition der„Staatsbürger-Zeitung. U K 0000000000000000000 trttttttttttsretsssrsstssrtttrrer Die Buchdruckerei 1 *• ven+ 60 Gebrüder Bertelsmann in Bielefeld Obern-Strasse Nro. 4. empfiehlt sich zur saubern Ausführung aller Buchdruck- Arbeiten sowohl in Schwarz- als Farbendruck zu den billigsten Preisen. 3 □ 0 □ 0 - 0 * 80 ** * 4 Expedition des„Allgemeinen Anzeigers.“:7 3* 144492222 # Formulare## 039 Etiquettes So. 3 Sess.00060058688886668666880680 Verding. Die Anfuhr der zur Unterhaltung der Minden=Coblenzer Staatsstraße von Herford(Station 403) bis Gütersloh (Station 826) jährlich erforderlichen ca. 250 Schachtruthen Keupersteine aus dem Depot am Lübberthore bei Herford soll für die Jahre 1866 bis vorläufig incl. 1869 im Submissionswege vergeben werden. Der Endtermin zur Einreichung der schriftlichen Offerten wird hiermit auf den 4. April d. J. festgesetzt. Die Offerten müssen bei Vermeidung der Ungültigkeitserklärung genau die Forderung enthalten was eine Schacht ruthe anzufahren kostet: 1. in der Strecke von 403+-13—450, 2.„„„„ 450—500, 3.„„„„ 500—550, 4.„„„„ 550—593, 5.„„„„ 593—650, 6.„„„„ 650—700 7.„„„„ 700—750, 8.„„„„ 750—826 Die speziellen Bedingungen sind auf meinem Büeeau täglich einzusehen werden auch gegen Erstattung der Kopialien ausgefertigt. Bielefeld, den 16. März 1865. Der Königliche Bau=Inspector. Kruse. Kirchlicher Anzeiger. Neustädter Rirche. Gottesdienst zur Feier der Geburt des Königs am 22. März. Anfang: Morgens 9½ Uhr. Pastor Niemeyer. Wechselcours. Amsterdam 250 fl. kurz do. 2 Monat Hamburg 300 Mk. kurz do. 2 Monat London 1 Lstil. 3 Monat Paris 300 Fr. 2 Monat Wien 150 fl. 8 Tage do. do. 2 Mon. Augsburg 100 fl. 2 Mon. Frankfurt 100 fl. 2 Mon. Leipzig 100 Thlr. 8 Tage do. 3 Monat Petersburg 100 R. 3 W. do. do. 3 M. Warschau 90 R. 8 Tage Bremen 100 Thlr. 8 Tage 4(144¼ 4 143⅜ 3 152½ 3(152 4(.22¾ 3½ 80% 5 90% 5 00½ 4½06 26 3½ 56 28 4½ 110¾ Geldcours. Ausl. Pistolen 5,15,6. Napoleonsd. 5,12. Holl. 10 Guld..16. Liv. Sterl. 6,23. Fünffre. 1,10,3. Franz Kronth. 1,16,9. Brab. Kronth. 1,16. Goldkronen 9,9. Dollars.12. Zu vermiethen pro 1. Juli im frequentesten Theile Bielefelds: Ein Laden nebst Wohnung. Ein Laden ohne Wohnung. Ein Hinterhaus, zu Fabrikbetrieb geeignet. Offerten unter E. 240 wolle man gefl. in der Expedition d. Bl. abgeben. Mein am Bahnhof gelegenes Lagerhaus ist mit oder ohne Wohnhaus sofort zu verkaufen. Joseph Speyer. Getreide=Berichte. Cöln, 20. März. Weizen 5,17,6. Rogzen 4,2,6. Gerste 4. Hafer. 3, 27. p. 1200 Pfd. Rüböl 13,21. Raff. 14,6. Berlin, 20. März. Weizen 44—59. Roggen 36. Gerste 27—34. Hafer 21—24. Rüböl 12,7. Bielefeld, 20. März. Weizen 2,5. Roggen.17,6. Gerste.14. Hafer 1. Bohnen 1,27,6. Kartoffeln 26. Buchweizen „22,6. Heu 1. Stroh 25. Rüböl 13,15. Raff. 14. Für Aachen wird ein Commissionslager von reinem Leinen und Gebild gesucht, für dessen Werth Garantigeleistet wird. Franco Offerten unter B. B. Nr. 5 besorgt die Expedition d. Blattes. Bückinge zum Braten bei Th. Wolpers. Jahrmärkte in der Provinz Westalen, im Osnabrückischen, LippeDetmold u. Lippe=Schaumburg. März. 23. Herford. Hamm. 27. Recke. Brilon. Elsoff. Gesecke. 28. Peckelsheim. Schöppingen. 29. Münster. Erndiebrück. 30. Münster. 31. Münster. Witterungsberichte. Den 20. März. Neueste Nachrichten. Deutschland. Ihre königl. Hoheiten der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin sind am 19. März von Stettin zurückgekehrt. Der Geh. Oberbaurath Dr. Stüler ist am 18. d. M. plötzlich gestorben. Die preußische Kriegs=Marine hat zur Zeit folgenden Bestand an Schiffen und Fahrzeugen: I. Segelschiffe. 1) Fregatte Gesion mit 48 Kanonen. 2) 3) 4) Brigg Thetis Niobe Rover zur Zeit in Danzig, ebenso, Kadettenschiff im Dienst, Schiffsjungenebenso„„ in Danzig 5)„ Mosquito 6)„ Hela 7) Kasernenu. Wachtschiff Barbarossa„ 9„. ebenso, 8) Schooner Iltis.............. an der Jade, 9)„ Leopard............. ebenso, II. Dampfschiffe. 7) Dampf=Aviso Preuß. Adler„ 4„ 300„„„ 8)„„ Loreley„ 2„ 120„ in Danzig, 9) Bugsirboot Greif„—„ 50„ in Stralsund, 10) Königl. Yacht Grille„—„ 160„ in Danzig. III. Schrauben=Dampf=Kanonenboote. Sechs Boote I. Klasse mit je 3 Kanonen und 80 Pferdekraft, nämlich Camäleon, Comet, Cyclop, Delphin(im Dienst), Basilisk und Blitz (in Stralsund). Fünfzehn Boote II. Klasse mit je 2 Kanonen und 60 Pferdekraft, nämlich Fuchs, Hay, Habicht, Hyäne, Jäger, Krokodil, Natter, Pfeil, Salamander, Schwalbe, Scorpion, Sperber, Tiger, Wespe, Wolf(sämmtlich in Stralsund). IV. Ruderfahrzeuge. 44 Ruder=Kanonen=Schaluppen mit je 2 Kanonen, in Stralsund. 4 Ruder=Kanonen=Jollen mit je 1 Kanone, ebenso. V. Dazu kommen die im Bau begriffenen Schiffe. a) Auf der Königlichen Werft zu Danzig: 1) Schrauben=Korvette Hertha...... mit 28 Kanonen und 400 Pferdekraft. 2) Schrauben=Korvette Medusa..„ 17„„ 200 3) Schrauben=Kanonenboot I. Klasse Meteor„, 3„„ 80„ 4) Schrauben Kanonenboot I. Klasse Drache„ 3„„ 80„ b) In London: 5) Panzer=Fahrzeug Arminius 4„„ 300 c) In Bordeaux: 1) Panzer=Widderschiff Cheops........ 3„„ 300 Die gegenwärtige Stärke der Kriegsmarine an Offizieren und Mannschaften beträgt: I. Stamm=Division der Flotte der Ostsee: See=Offiziere 128, Manschaften(mit den Schiffsjungen) 1741, Aerzte 24, II. Werft=Division 598, III. See=Bataillon nebst den See=Artillerie=Compagnien: Offiziere 38, Mannschaften. 890, Stabswacht. 24. Gestern hat wieder eine Conferenz zwischen den Zollvereins=Commissarien und Hrn. v. Hock stattgefunden. Der von England vorgeschlagene Zusatzartikel zu dem Handelsvertrage ist am 19. d. M. in Berlin angenommen worden. Man glaubte, der Vertrag könnte paraphirt werden. Vor der definitiven Unterzeichnung wird er indessen vielleicht nochmals den Zollvereins=Regierungen mitgetheilt werden. Der Vertrag enthält jetzt in Folge des Zusatzartt kels, der den fünften bildet, neun Artikel. Die Dauer ist vom 1. Juli d. J. auf 12 Jahre bestimmt. Die Verhandlungen Bremens mit dem Zollverein haben im Wesentlichen zu einer gänzlichen Uebereinkunft geführt. Marienwerder, 16. März. Die königl. Regierung hat eine Verfügung des Ministers v. Bethmann=Hollweg für aufgehoben erklärt, wonach es jedem Vater und jeder Mutter freistand, sich eine beliebige Lehrkraft der Kinder im Hause auszusuchen. Fortan darf Niemand mehr als Hauslehrer fungiren, welchem nicht die Concession dazu von der Regierung ertheilt ist. Thorn. Hier ist ein Gensd'arm bei Vornahme einer Verhaftung von einem Dritten erschossen worden. Der Thäter ist in einen Wald entsprungen, ein anscheinend Mitschuldiger festgenommen. Magdeburg, 17. März. Die hiesige„Presse“ meldet, daß gestern die letzten beiden Fabriken in Burg ebenfalls die Accordarbeiter entlassen, und daß heute sämmtliche Tuchmachergesellen, Spinner und Fabrikarbeiterinnen, die allerärmsten ausgenommen, die Arbeit eingestellt haben.— Nach demselben Blatte ständen auch in einer Baumwollenspinnerei zu Giebichenstein bei Halle und in einigen großen industriellen Etablissements zu Salzmünde Arbeitseinstellungen, nach dem Muster von Burg, bevor. Görlitz. In diesen Tagen soll ein hiesiger unbemittelter Arbeiter aus Hamburg mit der erfreulichen Nachricht überrascht worden sein, daß er von einem verstorb. Verwandten, der Schiffscapitain gewesen ist, eine Erbschaft von drei Millionen zu empfangen habe, an welcher noch zwei andere Verwandte Antheil haben sollen. Aachen, 18. März. Se. Maj. der König hat laut Cabinetsordre vom 13. d. M. das Protektorat über den hiesigen Karls=Verein zur Restauration des Münsters übernommen. Köln, 17. März. Der Geh. Commerzienrath Herr A. Oppenheim hat dem General=Comitee für die internationale landwirthschaftliche Ausstellung eine Summe von 150 Friedrichd'or als Prämie für den besten Dampspflug zur Verfügung gestellt.— Die Eröffnung der internationalen landwirthschaftlichen Ausstellung ist wegen der Stettiner Ausstellung auf den 2. Juni verlegt. Anmeldungen von Maschinen aller Art aus allen Gegenden und allerlei Produkten sind schon eingelaufen. " Köln. Der Betrieb der Loose zur Kölner Dombau=Lotterie ist jetzt auch von der Kaiserlich östreichischen Regierung gestattet worden und wird der Rest dadurch einen schnelleren Absatz finden. Außer in Galizien, wo das Petroleum sich neuerdings in so reichlichem Vorkommen gezeigt hat, daß diese Produktion fähig zu sein scheint, auf den Weltmarkt zu treten, ist dasselbe nun auch in größerer Nähe gefunden worden, nämlich bei Kleinschöppenstädt in Braunschweig, wo die Quelle 20—25 Ctr. täglich ergiebt. Wien, 19. März. Zufolge eines Telegramms des Kaisers Maximilian von Mexiko, welches soeben aus Saint Nazaire hier eingetroffen ist, haben die östreichischen Freiwilligen, kaum im Innern des Landes angelangt, einen der glänzendsten Erfolge über die Juaristen errungen. Ein Telegramm aus Prag, 16. März, meldet: Seit vier Uhr Morgens wüthet eine Feuersbrunst in der Maschinenwerkstätte des Staatsbahnhofes; die Gebäude sind niedergebrannt, acht Locomotiven unbrauchbar. In Beziehung auf den Plan der Canalverbindung von der Lister Tiefe nach Flensburg wird mitgetheilt, daß Herr v. Bismarck schon im Frühling v. J. durch den Capitain Andersen von Silt auf diese Linie aufmerksam gemacht ist und dessen Hervorhebung der wohlbegründeten Vorzüge dieser Linie mit großem Interesse angehört hat. Herr Andersen hat hierbei namentlich auf die geringe Länge von nur ca. 6 Meilen, auf die sehr günstige Bodenbeschaffenheit des zu durchschneidenden Terrains, auf die große Wassermenge in der Niederung bei Tondern, auf die vorzüglichen Eigenschaften der Lister Tiefe sowohl als des Flensburger Hafens für einen Kriegshafen und endlich auf die schützende Lage der Insel Alsen hingewiesen. Ausland. In London sind jetzt zahlreiche Fallissements an der Tagesordnung. Unter Anderem haben Thomas Stirling Begbie mit 160,000 L. und James William Burshall und Comp. mit 200,000 ihre Zahlungen suspendirt. Aus Bucharest, 14. März, wird telegraphirt, daß in Folge des eingetretenen Thauwetters und des Schmelzens der ungeheuren Schneemassen eine noch größere Ueberschwemmung als die des vorigen Jahres eingetreten sei, halb Bucharest stehe unter Wasser. Die Befürchtung, daß die Vereinigten Staaten nach Beendigung des jetzigen Krieges den Versuch zur Einverleibung Kanadas machen, also Krieg mit England beginnen werden, scheint immer stärker zu werden. Die Indianerstämme am Colorado=Flusse sind aufgestanden; ihre Kriegsfeuer sind allnächtlich rings am Horizonte ang##ündet, und eine unversöhnbare Wuth treibt sie zu Mord und Zerstörung. Die Ursache dieser Erhebung ist ein an ihnen begangener schnöder Verrath. Zu einer friedlichen Berathung mit dem Gouverneur von Denver City zusammengekommen, waren sie auf ihrer Rückreise, auf der ihnen Schutz zugesichert worden, während der Nacht in ihrem Lager von dem Oberst Chicington mit einem aus der Garnison zusammengezogenen Regimente überfallen und ohne Gegenwehr mit Weib und Kind niedergemetzelt worden. 260 Opfer fielen dieser unerhörten Brutalität, während der Rest der Schaar sich nach allen Richtungen zerstreute, um den Kriegsruf in den einzelnen Stämmen erschallen zu lassen. Südamerika. Laut einer Depesche der„Corresp.“ soll in Lima eine Revolution ausgebrochen und der Präsident Pezet wegen des mit Spanien abgeschlossenen Friedensvertrages verhaftet worden sein. Die s. g. ostfriesische Butter 2ter Classe. Ueber diesen kürzlich aus der landw. Zeitung mitgetheilten Gegenstand bringt das Blatt noch folgendes als Nachschrift: Unter diesem Titel ist in Nr. 8 der„Landw. Zeitung“ ein Artikel erschienen, der mehrfache Nachfragen veranlaßt hat. Indem wir den Inhalt desselben nochmals bestätigen, müssen wir nur einen Punkt berichtigen. Es heißt darin die Gallerte werde aus isländischem Moose bereitet. Hierin hat unser Correspondent sich insofern geirrt, als vielmehr „irländisches Moos“ verwandt wird. Das irländische Moos oder Karagen ist eine Algen-Art, ist sehr billig, leicht zu beschaffen; beim Kochen löst es sich rasch zu einer Gallerte. Das isländische Moos dagegen ist theuer, löst sich minder gut und würde schon seines bittern Geschmacks wegen nicht anzuwenden sein. Uebrigens ist die beschriebene Fabrik keineswegs einzig in ihrer Art. Schon früher hat im Kreise........ in dem Dorfe....n ein gewisser F......... n eine ähnliche Fabrik mehrere Jahre hindurch geführt, wenn auch nicht mit so ausgedehntem Betriebe. Anfangs hat dieser F......... u in H. große Geschäfte gemacht; später aber mußte die Fabrik aufgegeben werden, weil Niemand die Waare mehr kaufen wollte. Wo gute Butter in einer Wirthschaft gemacht wird, da kann man sicher sein, daß der Haushalt gut geleitet wird. Umgekehrt ist es ein schlimmes Zeichen, wenn schlechte Butter geliefert wird. Es ist aber fast unglaublich, wie viel schlechte Butter fortwährend bereitet und— gegessen wird. Selbst auf dem Markte der Provinzial=Hauptstadt wird neben recht guter auch eine große Menge solcher Butter verkauft, welche eher zum Schmieren von Wagen als zu menschlicher Nahrung sich eignet. Solche übelriechende widrig schmeckende Masse kauft man um 1½ bis 2½ Sgr. billiger; ob die Kaufer wohl wissen, was sie für ihr Geld erhalten? Natürlich kauft man doch die Butter ihres Fettgehalts wegen. Wenn ich nun für 1 Pfund gute Butter(Nr. 1) 9 Sgr. gebe, für 1 Pfund schlechte(Nr. 2) 7 Sgr.; wie steht dann das Exempel? Nr. 1 enthält 90% Fett, mithin kostet 1 Pfd. Fett 10 Sgr. Nr. 2 enthält 60% Fett, mithin kostet 1 Pfd. Fett 11 Sgr. 8 Pf. Die gute Butter ist also viel billiger als die schlechte. Wollen unsere Leser etwa bezweifeln, daß dies sich so verhält? Dann mögen sie folgendes Beispiel nehmen. Gut gesalzene Marktbutter muß 80 bis 90% Fett enthalten. Nun hat vor ganz Kurzem die Direktion der Königlichen StrafAnstalt in Münster einen Theil der ihr gelieferten Butter analysiren lassen. Da hat sich gefunden, daß diese nur 60% Fett enthielt, und zwar Fett von schlechter Qualität. Diese Butter enthielt 12½% Salz und 27½% Käsestoff und Wasser. Nun denke man zu solcher Butter noch 20% irländisches Moos zugesetzt, und frage sich, ob solche Masse wohl geeignet ist, zur menschlichen Nahrung zu dienen. Ein altes Sprichwort sagt:„Unser Herrgott hat allerlei Kostgänger.“ So gibt es thatsächlich Leute, die gern schlechte Butter kaufen, weil das Gesinde weniger davon ißt. Mit Leuten dieses Schlages wollen wir nicht rechten. Uebrigens treten im Butterhandel die allermerkwürdigsten Unterschiede auf. Die Mehrzahl unserer Landwirthe erhält noch heute im Durchschnitt des Jahres nicht mehr als 8, höchstens 8½ Sgr. für recht gute Butter. Dagegen gibt es in Posen und Ostpreußen, wo fast alle Erzeugnisse viel billiger sind als im Westen, große Wirthschaften, die alle ihre Butter nach Berlin schicken und am Platze(also exel. Fracht) 11 Sgr. beiommen. So liegen die Städte Minden und Lübbecke nur 3½ Meilen auseinander. In Minden kaufen viele Einwohner ihre Butter Winter und Sommer von naheliegenden Wirthschaften zu 11 Sgr. In Lüdbecke aber werden im Sommer große Quanten nicht schlechter Butter von Bauern der Umgegend zum Einschlagen zu 4 bis 4½ Sgr. aufgekauft. Allerdings ist der Butterhandel viel difficiler als der Handel mit Getreide oder Vieh; aber solche Unterschiede sind doch abnorm. Altpreußische Geschichten. Wie ein preußischer Unteroffizier mit einemmale zum Premier=Lieutenant avancirt. Man weiß, daß König Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der Vater Friedrichs des Großen, ein großer Freund von recht hohen und lang gewachsenen Soldaten war. Weil der König nun diese Vorliebe hatte, und weil die Armee damals nicht ausschließlich aus Landeskindern rekrutirt wurde, wie jetzt, sondern auch in fremden Ländern angeworben wurde, was sich anwerben ließ,— und was sich nicht anwerden ließ, das wurde hin und wieder mit Gewalt und List geholt— so standen an allen Grenzen sogenannte Werbe=Commando's, um gleich jeden Deserteur, jeden Vagabunden oder wer sonst etwas mit der Justiz über den Fuß gespannt war, in Empfang zu nehmen. So ein Werbe=Commando unter dem Befehl des Lieutenants Wollschläger, vom Regiment von Kleist, lag nun im Jahre 1733 auch in Aachen, und gab sich alle erdenkliche Mühe, Rekruten aus Holland anzuwerben und die Soldaten der zunächst liegenden Holländischen Garnison zur Desertion zu verleiten. Lieutenagt Wollschläger hatte sein besonderes Augenmerk auf die Stadt und Festung Maestricht gerichtet, begab sich oft verkleidet dorthin, knüpfte Verbindungen mit dortigen Schenkwirthen und Leuten an, die sich für Geld zu allem Möglichen brauchen lassen. Durch diese suchte er Holländische Soldaten zu überreden, daß sie sich für den Preußischen Dienst anwerben ließen, und seine Bemühungen hatten auch wirklich die Folge, daß eine auffallend große Anzahl Holländischer Soldaten über die Grenze nach Nachen desertirten und dort angeworben wurden. Das mußte den Holländischen Offizieren auffallen, und sie forschten den Ursachen dieser Erscheinung nach. Da bekamen sie es denn heraus, daß der Preußische Lieutenant Wollschläger von dem Werbe=Commando in Aachen eigentlich derjenige sei, welcher ihnen diesen Possen spielte. Da dieser indessen sehr vorsichtig war, so half alles Auflauern nichts. Die Desertion dauerte fort, und im Aerger darüber faßten die Holländischen Offiziere den Entschluß, den gefährlichen Nachbar, koste es was es wolle, unschädlich zu machen. Dazu gehörte vor allen Dingen, daß sie ihn in ihre Hände bekamen, denn die Maestrichter waren darin wie die Nürnberger, die henken bekanntlich keinen eher, ehe sie ihn haben, was gewiß eine sehr vorsichtige Maßregel ist. Wer aber etwas Böses und Feindliches vor hat, dem kommt der gute Rath dazu leider sehr bald, und so war denn auch flugs ein Plan ausgesonnen, der wirklich dem verhaßten Preußischen Werbe=Lieutenant das Leben kostete. Fein genug wurde die Sache angefangen. Ein Holländischer Soldat von der Garnison mußte nämlich einen Brief an den Lieutenant Wollschläger aussetzen, in welchen er sich und noch drei andere seiner Kameraden zum Desertiren anbot, wenn sie ein gutes Handgeld dafür bekämen und sonst noch allerlei Vortheile dabei erlangen könnten. Da solche Briefe schon sehr oft gekommen waren, und meist mit der Anwerbung eines neuen Rekruten geendigt hatten, so faßte Lieutenant Wollschläger gar keinen Verdacht. Auf heimlichen Wegen ließ er nun durch seine Zuhalter in Maestricht dem Soldaten, der den Brief seschrieben hatte, wissen, daß er ganz bereit sei, den Handel abzuschliesen, aber die Sache doch noch erst genauer besprechen müsse. Dazu verlangte er eine Zusammenkunft mit einem von ihnen, oder mit allen Vieren, die sich anwerben lassen wollten. Natürlich steckte dies der Soldat seinem Offizier und dieser ließ ihn nun einen zweiten Brief schreiben, in welchen das Dorf Gollop an der Preußisch=Holländischen Grenze zu einer Zusammenkunft bestimmt wurde. Das war dem Werbe=Lieutenant ganz recht, und begab er sich, nur von einem Unteroffizier mit Namen Baumgarten begleitet, am bestimmten Tage nach dem Dorfe Gollop. Dieses Dorf lag so, daß die Grenze zwischen dem Jülichschen Lande und Holland mitten durch dasselbe hindurchging. Durch den Werbedienst an Vorsicht und Schlauheit gewöhnt, blieb Lieutenant Wollschläger mit seinem Unteroffizier in dem Wirthshause auf der Preußischen Seite. Als aber die Holländischen Deserteure nicht erschienen, ging er bis an den Bach, der die Grenze macht und sah nun auch gleich einen der Holländer auf sich zukommen. Er lud ihn ein, auf das Preußische Gebiet herüber zu treten; der meinte aber, er werde sich wohl hüten, das eher zu thun, als bis Alles mit dem Handgelde und mit den sonstigen Bedingungen in Ordnung gebracht sei, denn er wisse wohl, daß die Preußen nicht viel Umstände machten, wenn sie erst einen Deserteur in ihren Händen hätten, sendern kurz mit ihm abführen. Noch sei er kein Deserteur und seine Kameraden auch nicht, wenn sie aber die Grenze erst überschritten hätten, dann hätten sie keine Wahl mehr. Daraus ersah Lieutenant Wollschläger, daß er es mit einem sehr gewitzten, abgebrühten Kerl zu thun hatte, und da die Holländischen Offiziere so klug gewesen waren, grade den längsten Soldaten der Garnison zu schicken, so lief den Preußen das Wasser im Munde zusammen, und die gewisse Aussicht auf Lob und Belohnung von Seiten ihrer Vorgesetzten ließ sie die sonstige Vorsicht aus den Augen setzen, so daß sie wirklich die Grenze überschritten. Kaum hatten sie aber die ersten Holländischen Häuser hinter sich, als von allen Seiten bewaffnete Holländische Soldaten auf sie eindrangen, ihnen den Rückzug abschnitten und ihnen zuriefen: Sie sollten sich ergeben!— Lieutenant Wollschläger hatte den Degen und Unteroffizier Baumgarten sein Seitengewehr gezogen, und hätten sie gewußt, welches Loos ihrer wartete, so würden sie wenigstens ihr Leben theuer genug verkauft haben, so lange sie die Waffe noch in der Hand hatten. Sie waren aber überzeugt, daß es sich höchstens um eine augenblickliche Verhaftung handeln könne, und sahen wohl ein, daß sie der Ueberzahl doch unterliegen müßten. So wurden sie ergriffen, wie Missethäter geknebelt und nach Maestricht geführt, wo man sie auch gleich nach ihrer Ankunft vor ein Kriegsgericht stellte. Erst lachte Lieutenant Wollschläger über diese ernsthafte Prozedur, denn solche Vorgänge, wie unrechtmäßige Anwerbung, Verleitung zur Desertion u. s. w. war in jenen Zeiten etwas ganz gewöhnliches, und die Holländer machten es ihrerseits ganz eben so.— Das Lachen verging ihm aber, als er hörte, daß das Kriegsgericht ihn sowohl wie den Unteroffizier Baumgarten ohne Weiteres nach den Holländischen Militair=Gesetzen zum Tode verurtheilte. Gleichzeitig mit ihnen wurde auch ein Holländischer Lieutenant Namens Delwich zum Tode verurtheilt, der ähnliche Desertionen nach Frankreich begünstigt hatte. Noch an demselben Tage bestätigte der Commandant von Maestricht das Todesurtheil, und alle Drei wurden auch sofort auf das Glacis der Festung hinaus geführt, um dort erschossen zu werden. Die ganze Garnison war dort aufgestellt und mit aller möglichen Feierlichkeit wurde erst der Holländische und dann der Preußische Offizier erschossen. Dem armen Baumgarten war schlecht dabei zu Muthe, denn nun sollte er auch hintreten. Als ihm die Augen bereits verbunden waren, schenkte ihm der Commandant das Leben, ließ ihn mit dem Schub über die Grenze bringen und trug ihm auf, er möge nun hingehen und den Preußen sagen, wie es ihnen in Holland erginge, wenn sie Lust hätten, die Desertirten von Holländischem Grund und Boden wegzuholen. Das war eine schlechte Botschaft; Unteroffizier Baumgarten, der diesmal wie durch ein Wunder noch mit heiler Haut weggekommen war, bestellte sie aber getreulich in Wesel, der ersten preußischen Festung, die er von der Grenze erreichen konnte, erzählte dem Commandanten, wie er den schrecklichen Tod seines Lieutenants mit angesehen, und machte überhaupt eine Schilderung des ganzen Vorganges, daß jedem Preußischen Offizier das Blut in den Adern kochen mußte über diese unerhörte Gewaltthat eines benachbarten Staates. Der Commandant setzte sich sogleich hin und machte nach der Aussage des Baumgarten einen weitläusigen Brief an den König, und dieser Brief kam am 27. Februar 1733 in Berlin an. (Schluß folgt.) Vermischtes. Berlin. In letzterer Zeit haben die Annoncen, Heirathsgesuche betreffend, namentlich im Intelligenzblatte wieder überhand genommen. Ein komisches Intermezzo ist aber durch eine derartige Offerte in der vorigen Woche herbeigeführt worden. Eine grade nicht sanftmüthige Ehefrau segnete vor 1½ Jahren das Zeitliche; ein Testament war nicht vorhanden, und theilten sich in den Nachlaß der Verstorbenen der wenig tiefbetrüdte kinderlose Wittwer und dessen Schwiegermutter.— In Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf! So auch hier. Die Erbtheilung führte zu Zerwürfnissen ernster Art, und Schwiegersohn und Schwiegermutter verfeindeten sich für immer, wobei auch das Finale, ein Prozeß, nicht ausblieb. Unserm Wittwer nun wurde das Leben als Gargon sehr bald lästig, und im Anfange dieses Monats suchte er auf„diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege“, eine Lebensgefährtin mit„einigem Vermögen.“ Unter den diversen Offerten fiel ihm namentlich eine auf, welche zwar von männlicher Hand geschrieben war, ihm aber eine Mitgift von—4000 Thlr. in Aussicht stellte. Ein Rendezvous wurde der anonymen Bewerberin gegeben, und neugierig begab sich unser Wittwer zur bezeichneten Stunde dorthin. Nicht lange hatte er gewartet, so erschien eine feingekleidete, tiefverschleierte Dame, das Erkennungswort wurde gegeben, der Schleier wurde zurückgeschlagen und— vor unserm Heirathskandidaten stand seine gleichfalls heirathslustige Schwiegermutter! Durchaus nicht versöhnt verließen Beide raisonnirend den Ort des ominösen Zusammentreffens; ob sie von der Heirathsidee geheilt sind, darüber verlautet noch nichts. Der berühmte Castanienbaum im Garten der Tuilerien, welcher bisher stets am 20. März Blätter und Knospen zeigte, läßt zum Schrecken aller Anhänger des Kaiserreichs dies Jahr am 19. März auch nicht eine Idee von Knospen oder Blätter erblicken; es ist das erste Mal seit 50 Jahren, daß er seinem Rufe untreu wird und eben auch wie die andere Vegetation dem Einfluß des langen und harten Winters unterliegt.