Augemi und amtliches Kreisblatt Bielefeld, Halle Erscheint wöchentlich dretmal und wird Dienstag, Donnerstag und Sonnabend Abends ausgegeben. Redigirt unter Verautwortlichkeit von W. Bertelsmann. Druck und Verlag von Gebr. Bertelsmann in Bielefeld. O für die drei Kreise und Wartn Abonnementspreis vierteljährlich mit Bringerlohn oder bei der Post 12 Sgr., in der Expedition 10 Sgr. Inserate 9 Pfg. für die Vorgis=Zeile. N 26. Mitwoch, den 1. März 1865. Bekanntmachung. Bei der Telegraphen=Station zu Bielefeld wird vom 1. März c. ab der volle Tagesdienst*)(ckr. L. 4 des Reglements für die Korrespondenz im Deutsch= Oestreichischen Telegraphen=Verein) ein geführt. Berlin, den 25. Februar 1865. Königliche Telegraphen=Direction. Krüger. *) Der volle Tagesdienst ist vor Morgens 7, resp. 8 Uhr bis Abende 9 Uhr. Holz=Verkauf. Am Donnerstag, den 9. März d. J. sollen in den Graflich von Schmising= Kerßenbrockschen Fecsten beim Gute Brincke, 183 Nummern Eichen, zu Bauund Nutzholz, auch theilweise zu Grubenholz geeignet, durch's Meistgebot gegen Credit verkauft werden. Der Verkauf beginnt Morgens 10 Uhr im Forstorte Wallenbrock. Brincke, den 28. Februar 1865. Der Rentmeister. Beckmann. zu Hörter a. d. Weser beginnt ihren Sommer=Cursus am 1·5. Mai 1865. Anmeldungen der Schüler, unter Beifügung der Schulzeugnisse, sind frankirt einzusenden. Zur Abnahme der Meister=Prüfung für Bauhandwerker befindet sich die Königliche Commission am Orte. Der Director Möllinger. Jacob Hilgers, Gumnmiwaarenfabrskant in Lennep(Rheinpreußen), empfiehlt Wäsche: Wringmaschinen von 6 Thle. an unter Garantie. An solide Firmen werden dieselben ohne Nachnahme versandt, und nicht convenirenden Falls binnen 8 Tagen franco rctour genommen. Uebernehmer von Niederlagen, welche sich gleichzeitig dem Verleihen der Maschinen gegen Honorar unterziehen wollen, werden für alle Städte Deutschland's gesucht. Offerten franco erbeten. Oberförsterei Hausberge, Unterforst Ravensberg, Wirthschaftsjahr 1865. Bekanntmachung. Der öffentliche Verkauf folgender IOalber: 50 Stück Buchen Nutzholz mit 373 Kdff., 113 Stück Kiefern Bauhölzer, 100 Klafter Buchen Reiser, 47 Schock Kiefern Bohnenstangen, 150 Klafter Nadelholz Reiser aus dem Forstdistricte Ravensberg findet sam Freitag den 3. März d. J. mittags 10 Uhr Statt. Kauflustige wollen sich zu dieser Zeit am Versammlungsort im Schlage bei dem Kiefern Bauholz einfinden. Minden, den 23. Februar 1865. Der Königliche Oberförster. v. Bücker. Um baldiges Einsenden der Strohhüte zum Waschen, Färben und Modernisiren dittet C. Dreibholz. Kieler Speckbückinge bei Th. Wolpers. C. J. Netuschill in Hamburg sucht für seine Nähmaschinen= Fabrik Vertreter für Bielefeld und die Städtel Westfalens. Auf portofreie Anfragen ertheils Näheres der Obige. Eu gros& détail. Elastique in verschiedenen Qualitäten, besonders in Wolle, pr. Elle 12½ Sgr. empfiehle Joseph Speyer. Annonce. Den Verkauf hiesiger und den Ankauf auswärtiger Produkte, sowie den Au= und Verkauf ven Landgütern vermittelt reel und billig Das Commissions=Geschäft Kleybolte in Gütersloh. von Gebrüder Bertelsmann empfiehlt sich einem geehrten hiesigen und auswärtigem Publikum in Anfertigung aller in ihr Fach einschlagenden Arbeiten, als: Rechnungen, Wechsel, Frachtbriefe, Tabellen, Karten etc. etc., in jeder Art von Druck, sowie in allen Farben, unter Versicherung einer schnellen, und billigen Bedienung. Verkauf. Am 3. März c. Nachmittags 3 Uhr beabsichtigt der Herr Maurermeister Wißmann in Bielefeld sein hier bele genes Actergrundstück„Auf'm Venen=, groß 136 Ruthen, öffentlich an Ort und Stelle zu verkaufen und ladet Kauflustige hierzu ein. Kataster: Auszug und Bedingungen können bei mir vorher eingesehen, auch Gebote zur Uebermittelung an Verkäufer abgegeben werden. Gleichwohl din lich auch autorisirt, die Vermittelung des Verkaufs resp. des Vermiethens des Wohnhauses des Herrn Wißmann auf des Berliner=Straße hier zu über nehmen. Gütersloh, den 20. Februar 1865. Brinckmann. Commissionair. Gute Tischlersfinden dauernd lohnende Beschäftigung in der Pianoforte: Fabrik von Th. Mann in Bielefeld. Hausverkauf zum Abbruch. Der in Riemsloh gelegene Eikhoff, ein Wohnhaus aus Fachwerk, von 82“ Länge und 47° Breite, zum Betriebe von Wirthschaft und Ackerdau gleich gut geeignet, mit vielen guten eichenen Diesen gedielt, soll am Donnerstag, den 9. März Nachmittags 2 Uhr öffentlich gegen Meistgebot versteigert werden. Steine und sonstige Mauermaterialien siad vom Verkaufe ausgeschlossen. Holz=Verkauf. Am Donnerstag, den 2. März c. Morgens 10 Uhr anfangend, sollen in dem Stockkämper Busche ca. 25 Num mer Kiefern zu Bau= und Nutzholz tauglich, und in den Forsten des Gutes Tatenhausen in der Nähe von Heuermanns Hofe, 60 Haufen Brennholz, wie auch einige Erlen und Birken öf fentlich meistbietend verkauft werden. Der Anfang des Verkaufs ist bei Stockkämpen. Tatenhausen, 25. Februar 1865. Der Rentmeister. Witterungsberichte. Neueste Nachrichten. Der König hat die bisher im Privatbesitz befindliche Burg zu Salzwedel ankaufen lassen. Dieselbe soll restaurirt werden und der Nachwelt als historisches Denkmal verbleiben. Die Burg war nämlich der Sitz der ersten Markgrafen von Salzwedel oder der Nordmark und gewissermaßen die Wiege des ganzen preußischen Staates. Se. königliche Hoh. der Kronprinz hat dem Verein zur Errichtung einer Industrie=Ausstellung in Köln seine warme Protektion zugesagt, und will, wie man vernimmt, die Ausstellung persönlich eröffnen. Die preußische Depesche, welche die Forderungen rücksichtlich der Herzogthümer formulirt, ist jetzt nach Wien abgegangen. Der Oberstlieutenant v. Chauvin, Direktor des Telegraphenwesens, wird sich zu der in Paris stattfindenden internationalen TelegraphenConferenz dahin begeben. Nachdem die Versuche der Artillerie=Prüfungs=Commission mit dem neuconstruirten 48-Pfünder beendet sind, ist ein 72=Pfünder construirt worden, der, sobald ein Geschütz hiernach fertig sein wird, Versuchen unterzogen werden soll. Die dazu gehörige Granate wird etwa zwei Centner wiegen. Das auf der rühmlichst bekannten Werft der Gebrüder Samuda in Poplar bei London erbaute preußische Panzerkuppelschiff„Arminius“ wird im nächsten Monat ebenfalls übergeben werden. Der preußischen Flotte steht mithin in kürzester Zeit ein sehr erheblicher Zuwachs bever. Köln, 24. Febr. Die Vorbereitungen zu der großen internationalen Ausstellung im Mai nehmen einen sehr erfreulichen Fortgang. Viele der größten Etablissements Deutschlands, z. B. Krupp, die Bochumer Gußstahlfabrik, Borsig, die Karlsruher Maschinenfabrik, die Herren Henschel u. Sohn, die Aachener Spiegel=Manufactur von St. Eobain haben neuerlich ihre Mitbetheiligung zugesagt, und die täglich aus allen Ländern eingehenden Anfragen und Anmeldungen bekunden das wachsende Interesse, welches das Ausland daran nimmt. Namentlich ist es der neue Handelsvertrag, welcher eine außerordentlich reiche Beschickung von Seiten Frankreichs zur unmittelbaren Veranlassung haben wird, dessen edelste Weine bereits zur Anmeldung gelangt sind,, während das französische Finanzministerium die sämmtlichen Tabake und Cigarren der kaiserlichen Regie ausstellen wird. Was die Naturproducte betrifft, so dürften die reichen Kronländer Oestreichs, dann Baden, die Schweiz und Holland besonders zahlreich und vollständig ihre Vertretung finden. Fast alle deutschen und viele der ausländischen Eisenbahnen= und Dampfschifffahrts=Gesellschaften haben auf das Bereitwilligste Frachtermäßigungen eintreten lassen. Aachen, 22. Febr. Zu dem Restaurationsbau der hiesigen Münsterkirche, dessen Kosten auf 68,100 Thlr. festgesetzt worden sind, haben Se. Majestät der König durch Cabinetsordre vom 23. v. M. einen Zuschuß von 35,000 Thlr. aus dem Dispositionsfonds zu bewilligen geruht. Flensburg. Nachdem der preußischen Regierung bereits zwei Projecte für den Bau eines Nord=Ostsee=Kanals vorgelegt worden, ist jetzt noch ein drittes aufgenommen. Dies Project will die Kanalverbindung in der geraden Linie vom Flensburger Meerbusen bis zur Lister Tiefe hergestellt wissen. Die Entfernung beider Meere beträgt hier nur 6½ Meilen, außerdem würde die niedrige Belegenheit des Terrains die Kosten der Herstellung viel niedriger stellen, als auf den anderen Linien. Flensburg, 26. Febr. Die hiesige„Norddeutsche Zeitung" theilt aus angeblich gut unterrichteter Quelle mit, daß man sich in Berlin bereits fast so gut als definitiv für die Kanallinie vom Eckernförder Hafen nach der Elbe entschieden habe. Kiel, 22. Februar. Die englisch=preußische Actien=Gesellschaft, die an der unserer Stadt gegenüber liegenden Seite des Hafens bereits bedeutende Grundstücke zur Anlage von Schiffswerften und Docks käuflich erworben hat, hat jetzt bei den städtischen Behörden die Erlaubniß nachgesucht, von ihren Grundstücken einen etwa 800 Fuß langen Damm durch den innersten Theil des Hafens legen zu dürfen. Durch diesen beim Kirchhof mit dem städtischen Gebiet sich verbindenden Damm wird die dahinter liegende flache und sumpfige, für die Schifffahrt werthlose Ecke des Hafens trocken gelegt und der Gesellschaft ein etwa 40 Tonnen großes, höchst werthvolles Areal gewonnen werden. Eine wenig kostspielige Ausbaggerung vor dem Damm wird eine Tiefe von 30 Fuß, für die größten und schwersten Panzerschiffe zureichend, ergeben. Die ganze Anlage wird durch einen Schienenstrang mit der Altona=Kieler Eisenbahn in Verbindung gebracht werden. Wie ich aus sicherer Quelle erfahre, bedarf das Unternehmen nicht erst einer Actien=Zeichnung, sondern das erforderliche Anlage= und Betriebs=Capital von 10 Mill. pr. Thaler ist bereits seit geraumer Zeit in England und Preußen zusammengebracht worden. Das Unternehmen wird sich hauptsächlich auf den Bau von Panzerschiffen und auf Docksanlagen für die größten Schiffe erstrecken. Heute sind bereits mehrere englische Ingenieure in hiesiger Stadt eingetroffen und der Bau wird, sobald es die Witterung gestattet, in Angriff genommen und etwa—5000 theils englische, theils deutsche Arbeiter dabei beschäftigt werden. Da das Unternehmen unter preußischem Schutz steht und desselben bedarf, so wird hier täglich der Wunsch lauter, daß Preußen bei Regelung unserer Landesverhältnisse mindestens über den Kieler Hafen die unbegränzteste Territorialhoheit erhalte. Professor Esmarch in Kiel hat in Anerkennung seiner, den Verwundeten der preußischen Armee jgeleisteten Dienste den preußischen Kronenorden 3. Klasse erhalten. Altona, 26. Februar. Das schleswig=holsteinische„Verordnungsblatt“ enthält einen Erlaß, in welchem es heißt: Nachdem die OberCivilbehörde mir Dänemark in unmittelbaren amtlichen Verkehr getreten ist, werden die Lokalbehörden hierdurch ermächtigt, innerhalb ihres gesetzlichen Wirkungskreises, bei den Fragen, welche eine schleunige Erledigung erheischen, sich mit den dänischen Behörden in unmittelbaren Amtsverkehr zu setzen, dabei jedoch jedes Eingehen auf prinzipielle Fragen zu vermeiden. Die dänische Regierung hat eine gleiche Verfügung erlassen.— Nach einer Bekanntmachung der hiesigen Einquartierungskommission werden für preußische Truppen weitere Quartiere gesucht und desfallsige Anerbietungen baldmöglichst erbeten. Frankfurt, 23. Febr. Die dänische Regierung hat ihr Vorhaben, bei dem Bunde wieder einen ständigen Vertreter ausschließlich für diesen Posten zu ernennen, aufgegeben. Hannover, 22. Februar. Nach einer neuerdings erlassenen Verfügung werden bei den Hannover'schen Telegraphenämtern preußische Kassenscheine und Banknoten nicht mehr angenommen. Man ist fast geneigt, hinter der Verfügung politische Motive zu suchen, einen Gegencoup gegen die beabsichtigte Etablirung preußischer Bank=Filialen außerhalb Preußens. Göttingen, 20. Februar. Gestern während des Nachmittags=Gottesdienstes wurden die Besucher der St. Jakobikirche durch ein gewaltiges Krachen erschreckt. Es stellte sich heraus, daß ein Gewölbe im südlichen Seitenschiffe grade über der Treppe zur Empore so stark erschüttert war, daß der Verputz massenweise herunter stürzen mußte. Von dem stoßweisen Sturme war nämlich eine von den Thiergestalten, welche die 8 Ecken des Thurmes zieren, von dem mittlern Thurmkranze abgebrochen, hatte das Dach zertrümmert und war noch mit solcher Kraft auf das Gewölbe gestürzt, daß dasselbe vielleicht in Folge der Erschütterung umgebaut werden muß. Die ministerielle Prov.=Correspondenz schreibt: Die Haltung des Abgeordnetenhauses und die öffentliche Meinung. Das Abgeordnetenhaus steht vor wichtigen Entschließungen, welche den Geist, in welchem dasselbe seine Pflichten auffaßt, und die Erwartungen, welche an die gegenwärtige Session überhaupt zu knüpfen sind, bestimmter erkennen lassen werden. Die Regierung hat dem Hause in voriger Woche einen Entwurf zur Erweiterung der Bank=Ordnung vorgelegt, um die Geschäfte der preußischen Bank auch über Preußen hinaus auf wichtige deutsche Handelsplätze ausdehnen zu können. Diese Absicht der Regierung ist von der Handelswelt in Preußen und Norddeutschland überall mit Freuden begrüßt worden und die schleunige Ausführung derselben erscheint zumal im Zusammenhange mit den schleswig=holsteinischen Verhältnissen sehr dringlich. Der Handelsminister ersuchte das Haus deßhalb von vorn herein um eine recht baldige Erledigung der Sache. Der erste Eindruck auf das Haus selbst war auch augenscheinlich der, daß es rein unmöglich sei, den Vorschlag der Regierung abzuweisen, und es wurde nicht blos von den Freunden, sondern auch von sonstigen Gegnern der Regierung beantragt, die Sache ohne weitläufige Kommissionsberathungen auf dem kürzesten Wege in wenigen Tagen gleich zur Schlußberathung zu bringen. Als es sodann hierzu kam, begann der Berichterstatter(im Uebrigen selbst ein eifriger Fortschrittsmann) mit der Erklärung: er brauche den Vorschlag der Regierung nicht zu empfehlen, derselbe empfehle sich von selbst. Während aber die Meisten glaubten, die Sache werde nun wirklich, wie es die Verhältnisse erforderten, alsbald abgemacht werden, traten unerwartet zwei Redner der Fortschrittspartei mit allerlei angeblichen Bedenken uber unsere Bankverhältnisse überhaupt auf und verlangten, daß die Angelegenheit doch noch erst einer Kommission überwiesen werde— und die Mehrheit des Hauses ließ sich richtig wieder auf den Abweg verleiten, auch diese so ringende Sache wenigstens zu verschleppen. Es ist nun freilich fast undenkbar, daß es der politischen Leidenschaft der Fortschrittsleute gelingen sollte, auch in diesem Falle die Mehrheit des Hauses bis zur Ablehnung der Vorlage mit fortzureißen: fast sämmtliche Blätter, die nicht ganz dem bloßen Parteitreiben verfallen sind, erheben sich diesmal einmüthig gegen ein solches Verhalten. Eine Zeitung, welche sich sonst selbst zur Fortschrittspartei hält, vor Allem aber der Sache des preußischen Handels gewidmet ist, spricht es geradezu aus, daß hinter jenen Einreden der fortschrittlichen Abgeordneten nicht Anderes stecke, als die Absicht, der BankVerwaltung und dem Handelsminister Verlegenheiten zu bereiten: es sei 1 eine bloße„Nörgelei“, die gegenüber den großen Zielen der Bankverwaltung um so verwerflicher sei. Seit Jahren dränge die deutsche Bewegung auf die deutsche Einheit hin, ein wichtiges Stück dieser Einheit sei die Münzeinheit, auf welche der ganze der Handelsstand, so wie alle Politiker mit Wort und Schrift hinarbeiten. Nun werde diese Einheit von Seiten der preußischen Regierung praktisch und mit sicherer Aussicht auf Erfolg in die Hand genommen: die Absicht der Bank mache in Hamburg den gewaltigsten Eindruck und es sei gegründete Hoffnung vorhanden, daß es gelingen werde, im ganzen deutschen Norden die Münzveischiedenheit zu beseitigen: da komme die sogenannte„deutsche“ Fortschrittspartei und stelle dem wichtigen Schritte ein Bein.„Was soll man von solchem Gebahren denken!“ ruft das bisher demokratische Blatt selbst aus und fügt hinzu:„Wir haben es jüngst im Interesse unserer Partei bereits beklagt, daß die Fortschrittsfraction anscheinend nach Gelegenheiten hascht, das Land zu beirren und zu verwirren, indem sie seine Interessen ohne Noth in die Gefahr einer Schädigung versetzt. Dasselbe könnten wir hier wiederholen, wo sehr schwer wiegende Interessen von Handel und Gewerbe und die dringendsten Wünsche der Nation in Frage kommen.“ Zum Schlusse wird den Führern der Fortschrittsfraction ob jenes Auftretens„der Fluch der Lächerlichkeit" verkündet. So spricht bereits ein demokratisches Blait von dem Treiben der Fortschrittsleute im Abgeordnetenhause. Vollends wenden alle gemäßigteren liberalen Stimmen sich von diesem Treiben mit scharfer Verurtheilung hinweg. Außer jener Bank=Angelegenheit sollte das Abgeordnetenhaus jetzt eine Anzahl von Gesetzvorlagen wegen wichtiger Eisenbahn=Anlagen berathen. Da wurde aus der Fortschrittspartei der Antrag gestellt, diese Berathung hinauszuschieben, bis der Budgetstreit zu Gunsten des Hauses erledigt sei. Auch hierüber spricht sich die öffentliche Meinung fast auf allen Seiten mit großer Mißbilligung aus. Ein liberales Blatt giebt eine Uebersicht über die beantragten Unternehmungen und über die Umstände, welche dieselben wichtig und dringlich machen, und tadelt sodann auf das Unumwundenste die Absicht, die nothwendige Staatsbeihülfe und die Aufnahme von Anleihen dazu zu verweigern. Es sei sinnlos, sich hierbei auf das Budgetrecht zu berufen, welches Nichts damit zu thun habe.„Das Recht, eine Anleihe zu bewilligen oder abzulehnen, ist noch nie von der Regierung bestritten worden; darüber ist nie ein Kampf gewesen. Das Budgetbewilligungsrecht ist in Frage, aber nicht das Anleihebewilligungsrecht. Versagt das Haus Anleihen zu den nothwendigsten und dringendsten Anlagen, ja zu Unternehmungen, die uns ein höchst wichtiger Staatsvertrag auferlegt, so thut es einen Schritt, der weit über den Streit hinausliegt, der sich zwischen Regierung und Abgeordnetenhaus entsponnen, einen Schritt von der schwersten Verantwortlichkeit.“ Ein anderes Blatt, welches sonst gleichfalls ganz auf Seiten des Abgeordnetenhauses stand, sagt jetzt: Das Abgeordnetenhaus hat, neben der Wahrung seiner Rechtsauffassung, zugleich dem Lande gegenüber die Pflicht übernommen, das allgemeine Wohl desselben nach bestem Willen und Vermögen zu fördern. Was zu diesem unabweislich gehört, das zu verweigern, weil das Budgetrecht nicht geordnet ist, wäre nicht mehr lebenskräftige Politik, sondern starrer Eigensinn, welcher zwar innerhalb der unverantwortlichen Stellung eines Abgeordneten sehr leicht und bequem ist und zu der wirklich keine außerordentliche Charakterstärke gehört, der aber dahin zu führen droht, daß der Nachtheil davon mehr auf das Abgeordnetenhaus, als auf die Regierung zurückfällt.“ Ebenso erheben sich von allen Seiten warnende Stimmen. Nach vielen Anzeichen scheinen auch in der Mehrheit des Hauses selbst die Gefahren jenes Weges von allen Besonneneren wohl erkannt zu werden, aber es ist fraglich, ob dieselben unter den Verhältnissen, wie sie sich im Hause gestaltet haben, die Kraft und Selbstständigkeit wieder gewinnen werden, um sich der Herrschaft der Fortschrittspartei zu entwinden. Der ganze unnatürliche Zustand, in welchem die Landesvertretung sich befindet, ist ja zum größten Theile daraus entstanden, daß die früher sogenannte Mittelpartei sich nach und nach und immer von Neuem in den bloßen Dienst der Fortschrittspartei begeben hat, und daß die besseren Absichten der Gemäßigteren stets vor den leidenschaftlichen und unversöhnlichen Entschließungen der schroffsten Parteileute zurückweichen. Jetzt oder nie wird sich zu zeigen haben, ob jene ursprünglich gemäßigtere Fraction noch im Stande ist, sich einer Selbststandigkeit aufzuraffen, oder ob das Haus durch die ausschließliche Herrschaft der Fortschrittspartei seinem Geschick weiter und unrettbar verfallen soll. Ausland. Der König Victor Emanuel hat geschworen, Turin nicht wieder zu betreten, so gings durch alle Zeitungen als ihm seine„lieben Turiner“ Pereats und Katzenmusiken brachten. Und jetzt wird telegraphirt: Turin, 23. Februar, Abends. Der König ist hier angekommen und wurde durch den Gemeinderath und die Arbeiter=Gesellschafteu empfangen. Von lebhaften Zurufen begrüßt, ließ er die Nationalgarde Revue pasKn siren.— Und weiter: Der König hat gestern einer im königlichen Theater gegebenen Vorstellung beigewohnt. Er wurde daselbst mit dem größten Enthusiasmus empfangen, der Schauspielsaal bot einen prachtvollen Anblick dar. Hinzuzusetzen brauchen wir nichts! Griechenland. Mit der Levantepost in Triest am 24. Februar eingetroffene Nachrichten aus Athen melden, daß die Unzufriedenheit im Lande, namentlich auf den jonischen Inseln, zunehme. Der Minister des Innern ist nach Corfu abgereist.— Von der Abreise des Grafen Sponneck verlautet Nichts. Die Mutter des Königs wird erwartet.— Der wegen Beleidigung des Königs und der Regierung verhaftete Redakteur des Journals„Licht“ ist freigesprochen worden.— Im Bezirke Tripolitza sind revolutionäre Proklamationen verbreitet worden. Aus Konstantinopel wird berichtet, daß die Dienstzeit in der Armee von 5 auf 3, auf der Flotte von 7 auf 5 Jahre herabgesetzt werden ** Angelegenheit des Speikanals soll nach der hinnen Kurzem von 5 auf 3, auf der Flotte von 7 auf 5 Jahre herabgesetz sonl.— Die Angelegenhen des Suezlanal. son nach der binnen Kurzem bevorstehenden Rückkehr Osmani Paschas ihre Entscheidung finden.— Aus Djeddah waren Nachrichten, die bis zum 25. Dezember reichen, in Konstantinopel eingetroffen. König Theodor von Abessinien hatte die von den britischen Bevollmächtigten gesendeten Boten festnehmen und den englischen Konsul Cameron in Ketten legen lassen. New=York, 8. Febr. Nachdem am 31. Januar der Congreß die Sklaverei im ganzen Gebiet der Union für immer abgeschafft hat, müssen noch drei Viertel sämmtlicher Staaten diesen Beschluß gutheißen, ehe er zum integrirenden Theil der Constitution erhoben werden kann. Hier tritt nun die Schwierigkeit hervor, daß von den 36 Staaten 9 der Conföderation angehören und man nicht weiß, ob man diese als stimmberechtigt mitzählen soll oder nicht. In dem einen Fall bedürfte es 27, in dem anderen nur 20 Stimmen, 27 Stimmen werden aber schwerlich dem Congreßbeschluß zustimmen, da Kentucky, Delaware und New=Yersey sehr zweifelhaft sind. Eine Massenversammlung in Richmond hat sehr kriegerische Resolutionen abgefaßt.— Der linke Flügel Grant's versuchte am Montag den 6. wieder vorzurücken, ward aber bald von den Conföderirten angegriffen und in seine Verschanzungen am Hatchers Run zurückgeworfen, in welcher Affaire er 1500 Mann verloren haben soll. — Die„New=Yorker Times" wiederholt die Angabe, daß eine große Streitmacht, hauptsächlich Cavallerie, unter Thomas einen Zug gegen Montgomery, Selma und Mobile angetreten hat.— Aus hört man, daß der Südgeneral Robbins bei Mount City in Arkansas Anstalt treffe, über den Mississippi zu setzen und in Tennessee einzufallen. — General Breckinridge ist als Kriegsminister in das südstaatliche Cabinet eingetreten.— Der Senat der Südstaaten verwarf mit großer Majorität den Vorschlag, 200,000 Neger in die Armee einzureihen. New=York, 17. Februar. General Sherman hat den Edistofluß überschritten, Branchville seitwärts liegen lassen, die Eisenbahnverbindung zwischen Charleston und Branchville zerstört und ist bis Orangeburg (nördlich von Branchville) vorgedrungen. Ein Theil von Sherman's Armee ist auf James=Insel, zwei Meilen südwestlich von Charleston, gelandet und hat daselbst ein resultatloses Engagement stattgefunden. Ein anderes Armeecorps operirt hinter Charleston. Gegen Wilmington werden Armee und Flotte abermals vereinigt operiren. General Grant befestigt die Position Hatchers Run.— Der Schatzsekretair Fessenden empfiehlt eine neue Anleihe von 600 Millionen Dollars. Aus dem Tagebuche eines englischen Seeoffiziers. (Fortsetzung.) Der Wahrheit gemäß mußte ich sagen, was ich gesehen, und dies bestimmte leider die Geschworenen das Nichtschuldig auszusprechen, auf der Gerichtshof die sofortige Freilassung der Mit einer sehr verbindlichen Verbeugung gegen die Richter, als ob gar nichts vorgefallen wäre, und einer höhnischen gegen un g. Angegggt, sagen, ihr sollt an mich denken!— verließ er die Bank ver setzte gleichgültig seinen Hut auf, und verließ, von seinen Leuten gefolgt, den Saal. Wir gingen allerdings nicht sehr erbaut hinterher. Aber die Stunde der Gerechtigkeit war dessenungeachtet nicht weit, denn der Straße bemerkten wir gleich darauf einen Auflauf. Es waren trosen eines eben angekommenen Schiffes— eines Ostindienfahrers, di ebenfalls vor einigen Tagen von dem Piraten=Schooner anggrsepgng, Wie bei der Anna waren bereits viele von dem Mi bei ihm auf das Verdeck gesprungen. Da aber Ostindienfahrer wegen der Malayischen Seeränber meist gut bewaffnet sind, so wuzien„### greifer mit einigen Todten auf beiden Seiten wieder von iim A. deck hinuntergeworfen, und da gleichzeitig ein Schiff am Hortzonte, erschien, welches dem Piraten wohl verdächtig vorkommen mußte,..## seinem Angriffe ab und suchte das Weite. Matrosen dieses Schiffes nun hatten sowohl den Capitain Don Mendoza als seinen Begleiter wiedererkannt, packten sie beim Kragen und der Verichgsgh, pe# por. nicht auseinander gegangen war, nahm sogleich die — Diesmal nahm die Sache einen gefährlicheren Chara### fur die See räuberk an, da sie aber protestirten und sich Zeit erbaten, um auf die neue Anklage antworten zu können, so wurden sie nach der Sitzung einstweilen wieder ins Gefängniß gebracht und ich hörte erst später von dem Urtheile, welches sie zum Hängen verdammt. Gleich nach Beendigung des Gerichts mußten wir sämmtlich an Bord, um nach dem Süden zu segeln, denn es waren Nachrichten eingelaufen, daß sich dort Sklavenschiffe hatten sehen lassen. Unser kleiner Schutzengel Eva, bald der Liebling und das verzogene Kind des ganzen Schiffes, begleitete uns. Es dauerte denn auch nicht lange, so hatten wir mehrere solcher Schiffe durch unsere bloße Annäherung von der Küste verjagt und eines mit einer vollen Ladung Sklaven an Bord genommen. Es wurde, nachdem wir den Sklaven die Fesseln abgenommen, nach Sierra Leone zur Verurtheilung als gute Prise geschickt. Wir aber setzten das Kreuzen an der Küste fort. Der Gesundheitszustand an Bord blieb glücklicherweise, trotz aller Vorhersagungen und Bedenklichkeiten unseres Doctors gut, was allerdings in jenen Gegenden für ein besonderes Glück zu halten ist. Sobald es an der Küste bekannt wurde, daß ein englisches Kriegsschiff in der Nähe sei, welches Jagd auf Sclavenschiffe mache, verschwanden alle dergleichen Fahrzeuge und versteckten sich in den großen Flüssen, welche an der Küste entlang in's Meer münden. Dort konnten sie von der See aus nicht bemerkt werden, nahmen tief im Lande ihre Ladung ein, und suchten dann gegen Abend aus dem Flusse in die See, dann aber während der Nacht auf die hohe See zu kommen. Wir mußten daher zu einer Untersuchung dieser Flüsse schreiten, und da unterdessen unser Raparee auf dem Meere Wache hielt, so geschahe dies in bewaffneten Booten. Der erste dieser Flüsse, den wir auf diese Weise aufsuchten, war die Quorra, eine der Mündungen des berühmten Nigerstromes. Sehr früh Morgens gingen wir mit 2 Booten, das eine von mir, das andere von Green commandirt, vom Schiffe ab. Unsere Mannschaft war in der besten Stimmung, jubelte und sang, daß es nun etwas zu thun geben würde, und ruderte mit Lust durch die gefährliche Brandung, wo das Flußwasser sich mit dem Meerwasser vermischt. Als wir glücklich hinüber waren, fanden wir die Ufer des majestätischen Flusses mit schönem dunklem Laudholz besetzt, und die Gegend überhaupt außerordentlich schön. Von Sklavenschiffen oder Sklavenfactoreien, dort Barraccons genannt, war indessen nirgends etwas zu bemerken. Nachdem wir den ganzen Tag stromaufwärts gefahren waren, stiegen wir an das Land und bivouacquirten, natürlich mit den gehörigen Vorsichtsmaßregeln, in einem wunderschönen Walde, nur von dem Geschrei wilder Thiere gestört. Am andern Morgen dauerte es lange, bis der unglaublich dichte Nebel, welcher sich hier alle Morgen auf Erde und Wasser lagert, und eigentlich die Ursache des so sehr ungesunden Klima's ist, sich verzog; dann aber wurde wieder eingeschifft und abermals stromauswärts aufgefahren. Wir entdeckten indessen durchaus nichts Verdächtiges, hörten auch nichts dergleichen von den Einwohnern. Schon waren wir im Begriffe umzukehren, weil unsere Recognoscirung offenbar vergeblich war, als ich Bootsmann Green fragte:„Wie es denn diesmal mit seinem sonst so guten Glücke stände? Es hätte nicht das Aussehen, als wenn uns ein besonderes Glück auf unserem Zuge lächelte.“ Der Angeredete schüttelte den Kopf, als wenn ihm das selbst ganz verwunderlich vorkäme, meinte aber doch, so ganz ohne allen glücklichen Treffer wird es auch diesmal nicht abgehen. Wie wir noch so darüber scherzten, bemerkten wir vor uns an einer Stelle des Ufers viele badende Neger, auf die wir fofort zuruderten, um womöglich etwas von ihnen zu erfahren, was uns das weitere Aufwärtsrudern ersparte. Aber es fragte sich nur, ob wir uns so weit im Lande mit den Leuten würden verständlich machen können. Bei unserer Annäherung zogen sich die Neger aus dem Wasser an das Ufer zurück, nur einer von ihnen schwamm gerade auf das erste Boot zu, steckte den Kopf aus dem Wasser herauf und rief vor Freude schreiend: „Massa Green, Massa Green! Freue mich sehr, Massa Green wiederzusehen.— Wie befinden Sie sich?“ Während der Neger ganz vertraulich sich in das Boot schwang und sich triefend auf den Rand zu uns setzte, sahen wir uns alle verwundert an, hier einen Bekannten zu finden. Es war ein Neger, Namens Phittaloo, der früher als Sklave verkauft, von einem Schiffe befreit worden war, auf welchem Bootsmann Green damals diente, und jetzt außer sich vor Vergnügen war— eine alte Bekanntschaft zu erneuern. Ein solcher Glücks=Treffer Greens war uns denn doch fast außer allem Spaße, und wir lachten nun nicht mehr, sondern sahen uns das Glückskind erstaunt an, der sich seinerseits ohne alles besondere Erstaunen über dieses gewiß unvermuthete Zusammentreffen mit seinem alten Freunde Phittaloo unterhielt, und gar nicht that, als wenn das etwas Besonderes wäre. Monsieur Phittaloo versicherte uns, daß auf dem Quorrafluß weit und breit kein Sklavenhändler zu sehen gewesen sei, daß er aber alle möglichen Erkundigungen einziehen und uns Nachricht zukommen lassen wolle, sobald sich etwas zeige, denn da er selbst als Sklave auf einem solchen Schiffe gewesen war, so hatte er einen wüthenden Haß auf den ganzen Menschenhandel, und freute sich von Herzen uns dienen zu können. Somit war unser Auftrag zu Ende, und wir fuhren nun stromabwärts mit außerordentlicher Schnelligkeit zu unserem Schiffe zurück. Einige Tage nachher lagen wir vor Loanda, wo man uns Nachricht brachte, daß ein großer Schooner, die Andorintra, vor der Mündung des Coanzoflusses auf der Lauer liege und offenbar auf eine Ladung Sklaven warte, was schon daraus zu schließen sei, daß alle Sklavenhändler der nahen Küstenstrecke ihre Neger in den Baraccoon am Coanzo treiben ließen. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Berlin. New=Yorker Blätter berichten Näheres über die Verhaftung des Beamten Voigtmann von der Berlin=Hamburger Eisenbahn, welcher die Staatskasse(durch Fälschung von Rechnungen für Truppentransporte) um c. 40,000 Thlr. betrog. Voigtmann, der in Amerika den Namen Hille angenommen hatte, wollte eben in Chicago ein Geschäft begründen, als er auf Antrag des preußischen Consuls verhaftet wurde. Auf der Eisenbahnfahrt nach New=York, wohin er unter Aussicht transportirt wurde, sprang er in der Gegend von Huntington während der Fahrt aus dem Wagen, schleppte sich trotz seiner vielen, aber nicht erheblichen Beschädigungen nach einem Hause nahe der Bahn, wurde aber dort in Untersuchungshaft genommen. Man kam dem Voigtmann dadurch auf die Spur, daß man die an seine Fruu hierher geschriebenen Briefe mit Beschlag belegte, woraus sich sein Aufenthalt und auch der beigelegte Name„Hille“ ergab. Der Inhalt dieser Briefe ergeht sich, wie man hört, nicht nur in den größten Schmähungen über die hiesigen Staatseinrichtungen, sondern Voigtmann spricht sich darin auch so aus, als habe er das ruhmvollste Werk dadurch vollbracht, daß er mit den 40,000 Thirn. durchgegangen ist, und als müsse er deshalb von aller Welt bewundert werden. Unter der Ueberschrift„Trunkenheit in Glasgow“ macht gegenwärtig folgende statistische Angabe die Runde in der Tagespresse. Glasgow hat—400,000 Einwohner; von diesen sind im vergangenen Jahre nicht weniger denn 27,181 als hülflos oder gefährlich betrunken in die Polizeigefängnisse gebracht worden, also ein Individuum unter je 17½ der Bevölkerung, 1 von je 7 Erwachsenen, 1 von je 3 Männern. Das Verhältniß stellt sich jedoch nicht so ungünstig für die männliche Bevölkerung, denn ein beträchtlicher Theil dieser Vergehen gegen die Mäßigkeit ist auf Rechnung des schönen Geschlechts zu setzen. Die Anzahl der als betrunken aufgegriffenen Weiber beläuft sich auf 9755, und die der Männer auf 17,426. Nach Abrechnung der Kinder stellt sich demnach heraus, daß im vergangenen Jahre von je 10 Frauen 1, und von je 5½ Männern 1 so betrunken waren, daß die Polizei einschreiten mußte. Solche Thatsachen bedürfen keines Commentars. In einem Dorfe in der Provinz Sachsen hat sich vor einigen Tagen aus Eifersucht gegen seine Frau der Kunstreiter Reimschüssel während seiner Vorstellungen vor versammelten Publikum die Pulsadern am Halse und an dem linken Arme durchschnitten. Ungeachtet augenblicklicher ärztlicher Hülfe ist derselbe bereits gestorden. Eine seitene Ehrlichkeit. Im Jahre 1857 kam der Reisende eines hiesigen großen Handlungshauses nach Homburg und verlor an einer dortigen Spielbank seine ganze Reisekasse im Betrage von 8000 Gulden. Es war das ihm anvertraute Gut seines Hauses. Der Unglückliche flüchtete nach Amerika. Neun Jahre waren seitdem verflossen, Niemand dachte mehr an den Reisenden; seine alte Mutte beweinte denselben als todt; die reichen Prinzipale hatten längst ihren Verlust verschmerzt, — da trifft vor Kurzem ein Brief mit einer Summe von 9000 Gulden an dieselben aus Amerika von jenem Reisenden ein. Er schickt ihnen den damals zugefügten Schaden und schreidt, daß er ein wohlhabender Mann geworden sei, der seine damalige That bereue und um Verzeihung bitte. Er wünscht nur, daß sein Name geschont und keine Anzeige bei der Polizei gemacht werde. Ferner bittet er, seiner Mutter 1000 Gulden abzugeben und ihm das Conto der von ihm noch zu bezahlenden Zinsen nach seinem neuen Wohnorte zu schicken.— Der Wunsch des ehemaligen Reisenden ist buchstäblich erfüllt worden. Elberfeld, 25. Februar. Gestern wurde hier eine sonderbare Wette ausgemacht. Ein Herr Schmitz aus Düsseldorf verabredete mit einem jungen Manne von hier, Namens Sondermann, früher Schwimmlehrer bei Herrn Teschemacher, eine Partie à la Ernst Mahner, indem sie das Eis auf Teschemachers Teich zerschlugen und idann in puris naturalibus hineinsprangen, um den herumstehenden Secundanten zu zeigen, wer der beste Mann sei. Der Düsseldorfer wurde von unserm Landsmann aus dem Felde geschlagen, indem ersterer sich nur bis an den Hals hineinwagte, letzterer aber unter dem Eise längere Zeit herumschwamm. Obwohl die Temperatur wenig angenehm war, waren die jungen Leute doch durchaus nicht von dem Bade angegriffen. • 10 27#* Au und al Bie Ersche Dienstag, Donn Redigirt unter: Druck und Verla N 27. Es wird de hierdurch bekani 1. daß zur Aufne willigen Ger gen, Obligat Dienstag der 12½ Uhr fe 2. daß die Auf trägen und Supplikante stags und F tagsstunden zwar vorläu Parteienz den übrigen Nachmittagen bedingt ve wenn es sich chen, z. B. träge zur Au I. u. s. w. hande Aufnahmej 3. daß zur Abg — mit Ausr Sachen und Briefen— Flur des Ger Gütersloh. Königliche Kre Nachdem de Tille hierselbst angezeigt hat, wider denselben des Inventars anwalt Syndik zum Curator ur dem Gemeinsch ßerung zum Ne untersagt. Er bei Strafe de mehr an den E an das Gericht Zur Anmeldi Forderungen al auf Sonnabend 10 Uhr an hie zu welchem di gesetzlichen Rewerden. In d etwaige Erinne des Curators ur dung des Aus Schötmar, k Fürstlich Manufactu Am 9. und nerstag und verkaufe ich Horstmann hi Ladens sämn Manufacturwe bietend gegen Borgholzhat 2 Aucti