Nr. 92 Freitag. den 19 April 1918 32. Jahr, aug *„„„„„„ Kreisbratt, Anzeiger ffür Neuhaus und Betbrna Paderdorner Anzeiger erscheint an allen WerkP18.— Anzeiger werden alle amtlichen Bekanntmachungen des Agl. Landratsamtes sowie des Paderborner ——— Magistrats veröffentlicht.-: Bahnhofstraße 13 Fernruf 913 Paberbarnersteittung :: Volks-Zeitung für des Paderborner Land Wöchentliche Gratis=Beilage Organ des Landwirte Rele ececte Publikations=Organ :: vieler Behörden.: Anzeigenpreise: Rus dem Kreise Paderdorn für die : einspaktige Kolonekzeile 15 Pfg., auswärtige 20 Pfg. Im Reklamenteil 60 Pfg. Bei Wiederholungen : Rabattgewährung, die bei Nichtzahtung innerhalb : 30 Tagen indes erlischt. Beilagengebähr 6 Man:—— das Tausend ausschl. Dostgebühren.—— „Sterne und Blumen“ Geschäftostelle Bohnhofstraße 18— Feruraf# Neue Schicksalsstunde Hollands.— Dreifacher Vormarsch im Westen. Wenn Holland sichentschlösse.. Den brutalen Faustschlag der Westmächte hat die niederländische Regierung hingenommen, wie eben ein kleines Volk die Willkür eines bösen Nachbarn ertragen muß: an Verwahrungen, an Protesten hat es nicht gefehlt, aber die schönen holländischen Schiffe sind in den Besitz unserer Feinde übergegangen. Jetzt ist an uns die Reihe, mit derselben Regierung ein ernstes Wort zu reden. Unser Wirtschaftsabkommen ist abgelaufen, und über seine Erneuerung wird verhandelt. Sollen wir, zu welchen Bedingungen auch immer, noch fernerhin Kohle und Eisen, Kali und Farbstoffe an die Niederlande liefern, so müssen wir darauf bestehen, daß wir von dort in entsprechenden Mengen bestimmte Lebensmittel erhalten; auf einseitige Vertregsgeschäfte werden wir uns unter keinen Umständen einlassen. Kostet es die Holländer größere Anstrengungen als bisher, Vorräte für uns flüssig zu machen, so dürfen sie diese Mühen nicht scheuen, sofern sie überhaupt zu einem Abschluß mit uns gelangen wollen. Wenn im Haag und in Amsterdam Straßenunruhen vorgekommen sind, die mit den schwierigen Ernährungsverhältnissen in Zusammenhang gebracht werden, so werden wir gut daran tun, diesen Vorgängen kein besonderes Gewicht beizulegen, wissen wir doch zur Genüge, daß die Entente sich ganz vortrefflich darauf versteht, das„Volk“ in Bewegung zu setzen, wenn sie sich einigen Nutzen davon versprechen kann. Nein wir dürfen uns auch ein Urtei über die Leistungsfähigkeit der Niederlande erlauben, und sollten sie selbst für die Folge gezwungen sein, ihren Bürgern einige kriegsgemäße Beschränkungen der Lebensweise zuzumuten, so würde damit kein Opfer verlangt, das ein auf seine Unabhängigkeit stolzes Volk in Zeiten allgemeiner Not nicht freudig darbringen möchte. Wem gegeben werden soll, der muß auch zu geben bereit sein. Aber freilich: die Entente ist offensichtlich bemüht, Holland zum äußersten zu treiben. Kann sie schon die bloßen Verhandlungen mit uns nicht verhindern, so legt sie es doch darauf an, sie zum Scheitern zu bringen. Man denke, wie verlockend auch gerade im gegenwärtigen Augenblick die Aussicht für sie sein muß, einen neuen Bundesgenossen zu gewinnen, jetzt, da sie Gefahr läuft, den Landkrieg endgültig zu verlieren. Ist die holländische Armee auch nicht souderlich kriegserfahren, so stellt sie doch ihrer zahlenmäßigen Stärke nach einen nicht zu unterschätzenden Machtfaktor dar. Sie würde sich an unserer Nordflanke immerhin unangenehm bemerkbar machen, und überdies erhielte England ein neues Operationsgebiet an der Nordseeküste, das es sicherlich nicht ungenützt lassen würde. Natürlich wäre auch der deutsche Schiffsraum, der in niederländischen Häfen Übersee bis, jetzt geborgen war, unrettbar verloren, und wir müßten darauf gefaßt sein, daß nicht nur jede Einfuhr von Lebensmitteln aufhört, sondern daß auch der Wirtschaftskrieg nach britischem Vorbild gegen uns entfesselt wird. Wir haben in diesem Kriege schon größeren Gefahren ins Auge geblickt und uns durch sie nicht schrecken lassen; kein Zweifel auch, daß die Niederlande, wenn sie zu unseren Feinden übergingen, an dem Endausgang des Krieges icht das mindeste zu ändern vermöchten. Aber daß uns eine neue Vermehrung der gegnerischen Völker nicht willkommen sein kann, liegt auf der Hand, und wir würden ansere Kräfte ohne Frage noch gewaltiger anstrengen müssen als bisher, wenn der Entente auch dieser Anschlag gegen unser Leben gelingen sollte. Aber noch ist Holland frei, und noch hat es die Wahl, in einem engen Anschluß an die Mittelmächte sein Heil zu suchen. Sollen wir uns indessen versucht fühlen, es zu einem solchen Entschluß zu ermutigen? Daß wir eines militärischen Kräftezuwachses nicht bedürfen, nachdem die Ostfront abgebaut hat, darüber braucht kein Wort mehr verloren zu werden. Davon abgesehen aber würde der Übertritt Hollands in unser Lager nur nachteilige Folgen für die deutschen Interessen auswirken. Unsere Schiffe wären auch in diesem Falle verloren, wir müßten den neuen Bundesgenossen, der ja sofort von den Engländern von allen Zufuhren abgeschnitten würde, noch aus unseren eigenen Mitteln ernähren und schließlich auch dafür noch einstehen, daß er in seinem europäischen, wie in seinem überseeischen Besitz möglichst ungefährdet bleibt. Also im Grunde nur eine Fülle von Belastungen, denen keine nennenswerten Erseichterungen gegenüverstehen würden. Woraus sich ergibt, daß für uns nur die Aufrechterhaltung der Neutralität der Riederlande in Frage kommen kann. Auch in diesem Falle deckt sich mithin unser eigenes Interesse durchaus mit demenigen der kleinen Staaten, denen immer noch von Begenseite mit der Vorspiegelung angeblicher deutscher Vergewaltigungspläne graulich gemacht wird. Wenn die solländische Regierung nur das Wohl ihres eigenen Landes Im Auge behält, dann wird sie über die Richtung des Weges, den sie zu gehen hat, nicht im Zweifel sein. Sanste Worte, grobe Taten. Die Vergewaltigung Hollands durch Amerika. Est jetzt wird der ganze Wortlaut der Note der amerikanischen Regierung an Holland bekannt, die von Washington vor einigen Tagen abgesandt wurde. Die Vereinigten Staaten versuchen, wie sich aus dem Gesamttext ergibt, ihre Handlungsweise in der Schiffsbeschlagnahme zu entschuldigen. Auf die holländische Behauptung, die Vereinigsen Staate gingen unrechtmäßig vor, käme es nicht so sehr an, meinen die Amerikaner. Wichtiger sei es, daß die Vorräte an Bunkerkohle und Getreide in Amerika außerordentlich gering geworden seien. Dann werden die alten Redensarten aufgewärmt von dem Kampf, den das freiheitliche Amerika gegen Autokratie und Militarismus führen müsse. Außerdem werde Holland ein glänzendes Geschäft machen, wenn es sich füge. Füge es sich nicht, müsse es eben die Folgen der von den Mittelmächten verschuldeten Lage tragen— der Brotkorb wird ihm in unerreichbare Höhen gehängt. Gegenüber dem ganzen, die üble Absicht schlecht verbergenden Gerede muß abermals festgestellt werden, daß die Notlage der Neutralen nicht durch den=BootKrieg, sondern dadurch, daß zunächst England, und zwar schon seit dem Jahre 1914, und später die Vereinigten Staaten durch Einbringung und Festhaltung der nach den neutralen Ländern fahrenden Schiffe und ihrer Ladungen, durch Verweigerung der Abgabe von Bunkerkohlen an neutrale Dampfer und schließlich durch Ausfuhrverbote der für die neutralen Völker lebensnotwendigen Waren, vor allem Lebensmittel, Futter= und Düngemittel, sowie Rohstoffe, die Zufuhren nach den neutralen Ländern einschränkten und schließlich ganz abschnitten. Dieses Verfahren hat die europäische Welt in eine allgemeine Notlage versetzt. die England und die Vereinigten Staaten jetzt zum Druck auf die neutralen Regierungen auszunützen versuchen. So liegen die Tatsachen, an denen auch die längsten amerikanischen Schön= und Falschredekeien nichts ändern. v. Capelle über den! Der Gefabrenpunkt ist erreicht. Berlin, 18. April. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts verbreitete sich im Hauptausschuß des Reichstages ausführlich über die bisherigen Wirkungen des=Boot=Krieges und sagte, er schätze die wirtschaftlichen Folgen für den Vielverband bedeutend höher ein, als es von manchen Seiten in Deutschland geschehe. Der Gefahrenpunkt sei erreicht. Die Voraussetzungen des Admiralstabes in bezug auf die Verminderung der Welttom age, also des gesamten verfügbaren Schiffsraums für Handeis- und Beförderungszwecke, seien mehr wie eingetroffen. Der Schiffsraub an den Neutralen nützt weder England noch Amerika wesentlich, sie können auch durch Neubauten nicht entfernt das ersetzen, was unsere=Boote versenken. Amerika muß schon jetzt anfangen, seine Bürger auf Nahrungsrationen zu setzen, da es nicht Schiffe genug zur Heranschaffung der Lebensmitte! besitzt. Auf mehrfache Anregungen stellt der Staatssekretät noch fest, daß alles getan werde, um den=Boot=Bau zu fördern. Wir müssen uns unter allen Umständen auf einen langen Krieg gefaßt machen. Auch der sozialdemokratische Abg. Noske erkennt die bewunderungswürdigen Leistungen der -Boote an, Vorwürfe wegen mangelnder Förderung des -Boot=baues seien nicht ganz gerechtfertigt. Nach durchweganerkennenden Worten der weiteren Redner wird die Erörterung über den=Boot=Krieg beendet und die Beratung auf Dienstag vertagt. Ein Klagelied aus London. wtb. London, 18. April. In seiner Rede in der Londoner Handelskammer betonte Sir Geddes den dringenden großen Bedarf an Mannschaften für die Armee. Zwar erwartete man, daß amerikanische Truppen eher in größerer Stärke auf dem europäischen Kriegsschauplatze erscheinen würden, als jetzt möglich erscheint. Aber infolge von Umständen, die sich der menschlichen Kontrolle entziehen, wird die Gesamtstärke der amerikanischen Unterstützung geringer sein, als mangehofft hatte. Daher sei die auf England lastende Bürde schwer. Zahlenangaben könnte er zu seinem Bedauern nicht machen, aber die Ziffern seien sehr hoch. Er wisse, daß die Durchführung der Wehrpflichtnovelle den Tod und Untergang vieler Industrien bedeuten würde, aber das sei ein geringeres nebel, als der Tod und Untergang einer Nation. Bezüglich der großen Schlacht in Flandern sagte Geddes, man müsse damit rechnen, daß sie mit der Einnahme der französischen Kanalhäfen durch Deutschland enden werde.„Wir werden eine Armee in England nötig haben, die von älteren Leuten gebildet werden muß, da wir die jüngeren nicht dafür hergeben können. Die wirkliche Krisis kommt näher und näher heran und muß jetzt kommen, dieses Jahr, denke ich, eine Krisis, bei welcher der letzte Engländer zühlen wird.“ Dreifacher Vormarsch im Westen. Yvern, Amiens, Compisane. Die schweren Kämpfe auf den flandrischen und nordfranzösischen Schlachtfeldern brochten den vorbrechender deutschen Armeen weitere Erfolge. Poelkapelle und Langemark, bartumstritten in der vorjährigen Flandernschlacht wurden den Enaländern entrissen, auch Meteren konnten sie nicht mehr halten. Schon sieht man in England mit Zagen dem Augenblick entgegen, wo auch das mit aller Zähigkeit verteidigte Ypern nicht mehr Stand halten und sich den deutschen Siegern beugen muß. Bedroht so der linke Flügel der deutschen Schlachtfront die nördlichen Kanalhäfen Dünkirchen und Calais in einer Weise, daß man sich bei der französisch=englischen Heeresleitung schon offen mit der Räumung der beiden Punkte von der Zivilbevölkerung beschäftigt, so ist der Druck in der Mitte bei Amiens, wo an beiden Ufern der Somme gerungen wird, nicht geringer geworden. Über Noyon und Laon hinaus aber steht Compiégne andauernd in der Gefahrzone. Compiégne aber ist sozusagen die Vorstadt von Paris, das heute schon vor den unausgesetzt auf die Boulevards regnenden Ferngranaten erzittert. Teile Flanderns erobert. Poelkapelle, Langemark und Zonnebeke besetzt. Mitteilungen des Wolffschen Telegraphen=Bureaus Großes Hauptquartier, 18. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Der Feind überließ uns gestern große Teile des vor ihm in monatelangem Ringen mit ungeheuren Opfern er kauften flandrischen Bodens. Die Armee des Generalt Sixt v. Armin nahm, dem schrittweise weichenden Feind scharf nachdräugend, Poelkapelle, Langemark und Zonneber und warf den Feind bis hinter den Steenbach zurück. Südlich vom Blankaart=See hemmte ein feindliche Gegenstoß unser Vorwärtsdringen.— Nördlich von der Lys gewannen wir unter starkem Feuerschutz Boden un säuberten einige Maschinengewehrnester. Die Kämpfe der letzten Tage brachten mehr als 2500 Gefangene, einig Geschütze und zahlreiche Maschinengewehre ein.— An der Schlachtfront zu beiden Seiten der Somme nahm der zeit weilig auflebende Feuerkampf bei Moreuil und Montdidier größere Stärke an.— Auf dem Ostufer der Maas hatten kleinere Unternehmungen bei Ornes und Watronville vollen Erfolg und brachten Gefangene ein. Nördlich von Flirer (zwischen Maas und Mosel) scheiterte ein starker französtscher Vorstoß unter blutigen Verlusten. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendors * vtb. Berlin, 18. April, abends.(Amtlich.) In Flandern und auf dem Schlachtfelde an der Lys ist die Lage unverändert. Nordwestlich von Moreuil brachen starke französische Angriffe blutig zusammen. Französische Todesbataillone. Seit dem 21. März verwendet Großbritannien die Franzosen nach der Art, wie seinerzeit die Russen ihre Todesbataillone einsetzten. Überall dort, wo der deutsche Angriff die britischen Stellungen zu durchbrechen droht, müssen französische Truppen einspringen. Nach eiligstem Antransvort werden sie sofort in die Schlacht geworfen Wilson macht ernst! Es unterliegt jetzt keinem Zweifel mehr, daß die völkerrechtswidrige Munition bei der englischen Infanterie allgemein eingeführt ist und ganz systematisch verwendet wird Die Kämpfe in Ostafrika. Der englische Bericht über die neuen Kämpfe in Deutsch=Ostafrika, die dort in der ersten Hälfte des April stattgefunden haben, läßt mancherlei für uns nicht Unerfreuliches zwischen den Zeilen lesen. Nach diesem Bericht befinden sich unsere Truppen zwischen dem Njassa=See und der Küste des Indischen Ozeans. Hier fanden am 5. und 11. April schwere Gefechte statt. Die deutschen Truppen wurden von den englischen angegriffen, und nach dem englischen Bericht sollen die Kämpfe für uns sehr blutig verlaufen sein. Aber der feindliche Bericht deutet selbst nur an, daß deutsche Posten von Meno von den Engländern genommen werden konnten, und daß sich die Unfrigen in der Richtung auf die Moalia=Berge, etwa 25 Kilometer südlich von Meno, d. b. offenbar in der Richtung auf ihren Hauptstützpunkt zurückgezogen haben. Von einer Vernichtung kann also nicht die Rede sein. Auch die sonstigen Umstände lassen den Schluß zu, daß für die Engländer nicht alles nach Wunsch gegangen ist. * Der=Boot=Krieg. Ein großer Passagierdampfer versenkt. Berlin, 18. April. Amtlich wird gemeldet: Am Morgen des 31. März wurde von einem unserer Unterseebdete, Kommandant Kapitänleutnant Wilhelm Meyer, ein besonders wertvoller englischer Passagierdampfer, ein Schif von mindestens 18000 Br.=Reg.=To. versenkt. An der Versenkungsstelle wurden später Schiffstrümmer und leerRettungsboote gefunden. Ostende von See aus beschossen. Berlin, 18. April. Amtlich wird gemeldet: In der Nacht vom 17. zum 18. April wurde Ostende von See aus beschossen. Militärischer Schaden ist nicht entstanden. Unsere Torpedostreitkräfte nahmen am Morgen den 18. April feindliche Stapelplätze bei Dünkirchen unter Feuer. Kleine Kriegspost. Stockholm, 18. April. Wie aus Finnland gemeldet wird, habe sich die Weiße Garde mit den deutschen Truppen vereinigt. Ganz Südwestfinnland ist von den Aufrührern gesäubert. Amsterdam, 18. April.„Times“ erfährt aus Toronto: Das kanadische Parlament hat die Absicht, die Expeditionsarmee dadurch zu verstärken, daß in Zukunft unverbeiratete Männer und Witwer ohne Kinder bis zum 45. Lebensjahre ausgerufen werden. Helsingfors, 18. April. Das Schärenbataillon unter Führung des Leutnants Grafen Ehrensvärd hat Abo besetzt und die dortigen russischen Truppen gefangengenommen. Vriige Pohlenik Wichtige Tagesereignisse zum Sammeln## 18. Avril. An der Flandernfront wird der Feind bis hinter den Steenbach zurückgeworfen. Poelkapelle, Langemar# und Zonnebeke werden genommen.— In den letzten Kammtagen sind mehr als 2500 Gefangene eingebracht worden. Die ungarische Ministerkrise. Kämpfe um die Wahlreform. Nachdem Graf Czernin von seinem Posten als Minister des Außern zurückgetreten und durch den ungarischen Staatsmann Baron Burian ersetzt worden war,#### intimer Freund des Grafen Tisza ist, konnte der Rücktritt des Ministeriums Wekerle nicht mehr zweifelhaft sein. Die Anwesenheit Kaiser Karls in Budapest hat die Gegensätze zwischen Wekerle und Tisza nur zum Teil auszugleichen vermocht und Wekerle hatte unter seinen Mitarbeitern mehrere, die einem Abkommen mit der Tiszapartei nicht zustimmen wollten. So war der Rücktritt Wekerles eine selbstverständliche Folge des Ministerwechsels im Auswärtigen Amt. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Wekerle mit der Neubildung des Kabinetts betraut werden. Er wird die Gegner eines Abkommens mit Tisza ausschiffen und dann ein Ministerium bilden, dessen vornehmste Aufgabe die Durchführung der Wahlreform sein wird. Dr. Alexander Wekerle Merkwurdigkeiten. Von zuständiger Seite war berichtet, daß ein kürzlich swischen England und Frankreich abgeschlossener langfristigen Vertrag festsetzt, daß in Calais die Gerichtsbarkeit auf England übertragen wird. Die Polizeigewalt war seit längerer Zeit in britischen Händen.— Das ist die Krönung des Werkes. Daß Calais auf 99 Jahre an England„verpachte“" lei, wurde schon vor Jahren behauptet. * Nachdem er erschossen wurde, bringt die französische Presse stimmungsvolle Berichte über Bolo Paschas letzte Stunden. Er soll, bevor er auf den Richtplatz ging, sorgfältig Toilette gemacht und erst ganz zum Schluß die Fassung verloren haben Dann, als er an den Pfabl gebunden wurde, bemerkte er, daß es„unnütz sei, so stark anzuziehen“. Und ähnliches mehr. Es gibt doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder war Bolo ein Landesverräter, dann sollte man jetzt schweigen; war er kein Landesverräter, dann sollte man jetzt— erst recht schweigen. * 9* „Wir haben Gelände verloren“, sagte Lloyd George ir seiner letzten Unterhausrede über die Heranziehung der Iren „aber wir haben nichts verloren, wovon unser Leben abhängt Und der britische Ministerpräsident meinte weiter, er habe einen General gesprochen, der ihm erzählt habe, General Foch, der französische Oberkommandierende, sei ruhig und vertrauensvoll. Und außerdem kämen bald die Amerikaner in Massen — Die Iren sollen helfen. Foch soll helfen, die Amerikaner sollen helfen. Nur von den zukünftigen Toten Englands selbst spricht Lloyd George nicht mehr. Sollten sie neben dem Gelände auch schon alle Hoffnung auf eigenes Können verloren haben?. K S 1 Wie im Traume kam er heim. und, was er lange Zeit nicht getan hatte, er trat an den Flügel und spielte. Harmonien rauschten hervor und klagten und jubelten, daß die Hausbewohner aus den Türen traten und lauschten und seine hohe Kunst priesen. Helmer streifte vor dem Spielen den schmalen Goldring mit dem Brillanten ab, war es nun Zufall oder Absicht, daß er ihn vom selbigen Tage ab nie mehr an seinen Finger steckte? und vornehmlich zur Durchfuhrung der Gegenangriffe bestimmt. Infolgedessen sind die französischen Verluste besonders schwer. Der jüngste Einsatz französischer Truppen im Nordteil der englischen Front zum Gegenstoß gegen den von den Deutschen eroberten Ort Meteren hat die Franzosen besonders hohe Blutopfer gekostet. England war kriegsbereit. In einer Unterredung mit dem Redakteur eines holländischen Blattes erklärte der frühere Lordkanzler und Kriegsminister Haldane: Es ist der größte Unsinn, wenn einige behaupten, daß wir nicht zum Kriege bereit gewesen seien. Innerhalb der Grenzen dessen, was wir hinsichtlich unseres Anteils an diesem etwaigen Kriege für erforderlich hielten, waren wir vollkommen gerüstet, und unsere Ausund Inlands=Armee standen bereit. Wir waren entschlossen, an unseren Grundsätzen festzuhalten und den Hauptwert nicht auf große Zahl, sondern auf ausgezeichnete Ausbildung unserer Leute zu legen. Ich beschäftigte mich einzehend mit dem ganzen System und baute es, auf den Erfordernissen der Verwendung unserer Armeen, um Frankreich helfen zu können, auf, um, wenn nötig, bereit zu sein, die belgische Grenze zu besetzen. Und es ist erwiesen, daß ich Recht hatte: Binnen 12 Tagen nach Ausbruch des Krieges hatten wir eine gutausgerüstete Expeditionsarmee dort, wo sie sein mußte.— Damit ist das Märchen, England sei gänzlich unvorbereitet in diesen Krieg gegangen, endgültig aus der Welt geschafft. Französische Greueltaten. Der unlängst ausgetauschte deutsche Kriegsgefangene Fähnrich D. berichtet, daß in den französischen Gefangenenlagern„Velle Isle“ und„Roche Maurice" viele seiner Kameraden durch die bestialischen Quälereien der Franzosen wahnsinnig wurden. Er selbst hat unter Nerve;, sammenbruch und Angstzuständen gelitten und glaubt, d er auch wahnsinnig geworden wäre, hätte der Austause ihn nicht rechtzeitig erlöst. Wochenlange Einzelhaft i dunkler Zelle, beständige Todesdrobungen und Angsti, sen, erniedrigende Mißhandlungen und gänzliche Erst, ung der Kräfte durch übermäßige Anstrengungen bei einen Kinimum von Nahrung sind Beispiele für das System, durch das die Franzosen die gefangenen Deutschen physisch und moralisch zu erledigen trachten. Der letzte deutsche Luftangriff auf Paris. Der letzte deutsche Fliegerangriff auf Paris in deNacht vom 12./13. April hat den Pariser Blättern zufolge bedeutenden Sachschaden angerichtet. Die Zeitungen berichten, daß in einer sehr belebten Straße im Stadtzentrum gegenüber einer Untergrundbahnstation eine Bombe einen ungeheuren Trichter aufwarf und die Gasleitung durchschlug. Die Explosion und der darauffolgende Brand verursachten außerordentlich großen Sachschaden. Im Umrreis von 200 Metern sind sämtliche Häuser beschädigt, kenster und Türen herausgerissen, die Station der Untergrundbahn schwer beschädigt. Mehrere Personen wurden in dieser Stelle getötet, zahlreiche verschüttet. Die ab jeworfenen Geschosse sind Torpedos. Den Zeitungen zu vlge haben die deutschen Flieger eine neue Taktik verfolgt Man vermutet, daß sie die französischen Linien in Gleitlug überflogen, um nicht durch Motorenlärm Aufmerksamleit zu erregen. Sofort nach den ersten Alarmzeichen aachts 10 Uhr 10 Minuten waren auch schon die ersten Explosionen vernehmlich. Wegen der darauffolgenden Banik konnten die Unterstandslaternen nicht angebrach verden, was die Mehrzahl der Opfer verursachte. „ Die Explosivgeschosse der Engländer. Allgemein bei der Infanterie eingeführt. Die Nachrichten über die Verwendung von Explosio geschossen durch die englische Infanterie häufen sich. Sikommen fast von allen Teilen der englischen Front. Eir neuer krasser Fall wurde am 11. April durch ein bayerisches Regiment in der Gegend östlich Arras festgestellt Dort wurde eine vollgefüllte englische Maschinengewehr trommel eingebracht, worin Explosivgeschosse mit gewöhn. lichen Infanteriepatronen vermischt eingegurtet waren Die Art der Explosivgeschosse ist dieselbe, wie sie letzthir auch schon von anderen Frontteilen in größerer Mengeingeschickt wurden. Es sind zum Teil Infanteriegeschoffe mit ab eschnittener Spitze, zum Teil Patronen, die an Stelle des gewöhnlichen Geschosses einen zackigen Bleisplittr mit darüber gesetztem Pavierpfropfen enthalten. Hinter Welken leuchtende Sterne. Original=Roman von Carl Schilling. 20)(Nachdruck verboten). Der Angeredete fühlte sich tief beschämt, und nicht viel fehlte, so hätte er ihm alles gestanden, was in seiner Seele so wild kämpfte und ihn zu zerstören drohte, und hätte ihn um seinen Rat und seinen Beistand gebeten. Doch die Grenzlinie zwischen ihm und seinem Vorgesetzten hielt das aufquellende Sehnen nach unmittelbarer Mitteilung und Befreiung zurück— und so blieb sein Geheimnis unausgesgrachen. Der Studienrat fand in Helmers Erklärung, gegenwärtig mit wissenschaftlicher Arbeit belastet zu sein, und an heftigen Kopfschmerzen zu leiden, glaubwürdigen Bescheid und schied von ihm mit innigem Händedrucke und dem aufrichtigen Wunsche für baldige Genesung. Für Dr. Helmer hatte diese Unterredung aber die Folge, daß sein Vorsatz, alles zu meiden, was ihn an Familie Fiedler erinnern konnte, nicht mehr mit der früheren Energie, ja Rücksichtslosigkeit, aufrecht zu erhalten war. Gedanken stiegen in ihm auf, um seine Versetzung nachzusuchen. Was würde aber die Welt dazu sagen, wo er doch kaum wenige Wochen an diesem Orte wirkte, gab er damit nicht gar sein tiefstes Geheimnis dem nachspürenden Sinne preis? O, warum mußte ihn der Zufall gerade in diese Stadt führen? Oder gab es doch ein Schicksal, dem man nicht entrinnen kann, das uns in eine bestimmte Bahn zwingt und uns erhebt oder zermalmt? Dr. Helmer griff zu Spinozas Werken, vertiefte sich in dessen festgefügtes System und forschte und suchte Trost und fand ihn nicht.— Während so in Dr. Helmers Inneren Stürme brausten, tobten auch draußen in der Natur die Stürme des Herbstes und rissen nieder. was morsch und schwach und krank war. Ein kleines Vorkommnis rührte ihn tief. Knaben aus seiner Klasse fanden im Schulhofe ein Schwälbchen, das den linken Fittich gebrochen hatte. Statt in Südlandsduft die Schwingen zu regen, lag es hier, qualvollem Tode preisgegeben. Helmer nahm es zärtlich in seine Hand, deutlich fühlte er das ängstliche Pochen des kleinen Herzens, und in stummer Bitte flehten ihn die dunklen Augen um Hilfe an. Wie kam es, daß er dabei unwillkürlich Elfridens gedenken mußte? Eine große Weichheit erfüllte ihn an diesem Tage, und aufs neue gelobte er ihr in Gedanken Treue und Liebe. Trotz aller Umsicht und Pflege starb aber am Abend des Schwälbchen. Es stimmte Helmer sehr traurig.— Wenn die Flamme keine Nahrung erhält, verzehrt sie sich selbst. Dr. Helmer hatte die schöne Caritas wochenlang nicht gesehen und fast deuchte es ihm, als wolle die Sehnsucht schweigen und die Wunde sich schließen. Er wurde ruhiger und zufriedener. Da. eines Nachmittags, ganz unerwartet, begegneten sie sich in einer einsamen Villenstraße. Helmer bemerkte sie zuerst, sein Herz schlug hörbar, ein leises Zittern überkam ihn, und schnelle Röte färbte sein Gesicht. Er wollte wegsehen, sie nicht grüßen, doch siehe, da hatte sie ihn erkannt, und in all' ihrer Anmut schritt sie auf ihn zu, streckte ihm mit fast kameradschaftlicher Vertrautheit die Hand entgegen und lachte ihn aus ihren verführerischen Augen an. Und wieder empfand er den ganzen Zauber ihrer Persönlichkeit. So gingen sie ein Stück des Weges miteinander. Wie hold sie zu plaudern wußte, wie warm es in sein Herz griff, als sie nach, seinem Befinden fragte und ihm Worte des Bedauerns schenkte! Selbst ihr Schmollen, daß er sie gar so arg vernachlässige, schmeichelte ihm und erfüllte ihn mit Entzücken. Wieder hatte er das Gefühl: O, könnte ich so mit ihr wandern, ewig, ohne Ende! Zu gleicher Zeit, da Helmer in Tönen wiedergab, was seine Seele bewegte, saß Frau Studienrat mit ihrer Tochter am Kamine und starrte nachdenklich in die Gluten. Ihr Gespräch galt Dr. Helmer. Caritas hatte mit lachenden Augen erzählt, wie sie sich heute so plötzlich begegnet waren und wie sie ihm endlich die längst verdiente Strafpredigt gehalten habe. Frau Fiedler antwortete nur karg, doch desto lebhafter arbeitete ihr Geist, der sich eingehend mit dem Besprochenen beschäftigte. Ihr fiel es auf, mit welchem Eifer und mit welch' glühenden Wangen Caritas von ihm berichtete. Mutteraugen sehen tief. Sie fühlte, ihrem Kinde war der Doktor mehr, als dieses vielleicht selbst ahnte. So sprach nicht nur Interesse, so kündete sich die erste Regung der Liebe. Hier galt's zu handeln, ehe sie die Macht dazu verlor. Und sie erwog: konnte ihr Helmer als Bewerber um ihre Tochter willkommen sein? Das Gerücht, er habe ein Verhältnis mit einem blinden Mädchen, war ihr auch zu Ohren gekommen, aber es zerfiel vor ihrem kritischen Verstande als völlig unmöglich. Dennoch wollte sie sich hierüber unbedingte Klarheit verschaffen. Sie war mit einer Dame aus Helmers vorigem Aufenthaltsorte gut bekannt; an die, nahm sie sich vor, sollte gleich morgen ein Briefchen mit einer diesbezüglichen vertraulichen Anfrage abgehen. (Forts. folgt.) Politische Rundschau. Deutsches Reich. * Die diplomatischen Beziehungen zeit Rußland sind semmehr von der deutschen Seite wieder ausgenommer worden. Der deutsche Gesandte bei der russischen Regierung, Graf Mirbach, ist nach Moskau abgereist. In seiner Begleitung befindet sich der Wirkliche Geheim Legationsrat Niezler, der sich bisher in Stockholm aushiel und dort, wie versichert wird, Beziehungen zu den Bolsche wiki anzuknüpfen verstanden hat. * Der Gedanke an die Forderung einer Kriegs. mtschädigung von unseren Feinden gewinnt in immer weiteren Kreisen Boden. Bei Beratung des Haushalts der Staatsschuld in der bayerischen Abgeordnetenkammer wrachen sich die Redner des Zentrums und der Liberalen gegen die Abwälzung der Reichsschulden auf die Bundesstaaten aus und begrüßten die seinerzeit gemachte Außerung des bayerischen Finanzministers auf Forderung einer Kriegsentschädigung von unseren Gegnern. * Wie im Reichstage mitgeteilt worden ist, ist gegen die Mannesmann=Waffen= und Munitionswerke eine Untersuchung wegen Steuerhinterziehung eingeleitet worden. Die Einleitung dieser Untersuchung liegt bereits geraume Zeit zurück. Das Verfahren ist im Gange. Im Laufe dieser Untersuchung stellte sich der Verdacht heraus, daß ich Bestechungen an Heeresangehörige versucht worden d. Dieser Verdacht hat sich inzwischen so weit verdichtet, iß dieser Tage ein früher, im Herbst 1917, entlassener Heeresangehöriger in Untersuchungshaft genommen werden nußte. Osterreich=Angarn. “ In einer Unterredung mit verschiedenen Abgeordneten zeilte Ministerpräsident Dr. v. Seidler mit, daß der polikische Kurs nach außen und innen von dem Wechsel auf dem Posten des Außenministers unberührt bleiben werde. Er betonte scharf, daß nach den ihm bekannten Anschauungen der Krone diejenigen, die ihr Heil von der Entente erwarten, stets als Staatsfeinde betrachtet und behandelt werden würden. Bulgarten. u Zu den angeblichen bulgarisch=türkischen Gegensätzen, die bei den Verhandlungen mit Rumänien zutage getreten sein sollen, wird von unterrichteter Seite erklärt: Die Fragen, die den Hafen von Konstanza betreffen, haben allerdings einige Schwierigkeiten gemacht, aber sie können jetzt für gelöst gelten. Die Meinungsverschiedenheiten, die b# diesem Punkte bestanden, sind beseitigt. Zu der Mit teilung, daß Bulgarien gern auch Saloniki haben möchte, wird erklärt, daß Bulgarien die Salonikt=Frage nicht auf###worfen habe. Frankreich. a Die französisch=österreichischen Verhandlungen wurden in einer Sitzung des gemeinsamen Parlamentswini für auswärtige Angelegenheiten erörtert. Ainisterbrundent Clemenceau sprach über die Umstände, mter denen die Versuche Österreichs, eine Spaltung wischen den Verbündeten durchzuführen, sich abspielten. Klemenceau hat dem Ausschuß das gesamte Aktenmaterial überwiesen. Die Akten werden geprüft und in einen hsientlichen Bericht besprochen werden. Aus In- und Ausland. Berlin, 18. April. Der Bundesrat bat dem Entwurse eines Arbeitskammergesetzes und der Aufhebung des 153(Schutz der nichtorganisierten Arbeiter) zugestimmt. Berlin, 18. April. Eine von Abgeordneten fast sämtlicher Fraktionen des Reichstags unterzeichnete Resolution zur weiten Lesung des Etats lautet: Der Reichstag wolle bechließen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, in den Berieben des Reichs Beamtenausschüsse einzurichten. Ponsehnng“ 18 April. Auf der Tagesordnung der nächsten #e des Herrenbauses am 25. Aoril steht als fünster unkt der Bericht der Geschäftsordnungskommission über den mrag des Ersten Staatsanwalts beim Landgericht 1 Berlin um Erteilung der Genehmigung zur strafrechtlichen Versolgung des Mitgliedes des Herrenhauses Fürsten v. Lichnowsky. Görlitz, 18. April. Der Kommandeur des IV. Griechischen ürmeekorps. Oberst Chadzovulos. ist gestern morgen im diesigen Krankenhause im 56. Lebensjahre an Gebirnschlag verstorben. Das Kommando über das IV Griechische Armeelorps hat Oberst Karakelos übernommen. Die Beerdigung indet Sonnabend statt. Wien, 18. April. In einem Handschreiben an den Grafen Caernin erklärt Kaiser Karl, er hoffe, daß die Dienste des Heidenden Ministers des Außern nicht für immer der Snaumonarchie entzogen bleiben sollen. Wien, 18. April. Graf Czernin versicherte in einer Anterredung ehrenwörtlich, daß der Kaiserbrief in Frankreich gesälscht worden sei, wie sich aus den vorhandenen Nachrichten unzweifelhaft ergebe. Rotterdam, 18. April. Wie„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ aus London meldet, verlautet gerüchtweise, daß Houston Chamberlain in die Regierung ausgenommen werden soll. Kiew, 18. April. Nach einer Entscheidung des Landwirttchaftsministers können deutsche Ansiedler, die in der Akraine 1915 ihr Eigentum verloren haben, ihre Rechte sofort wiedererhalten. Bern, 18. April. Der Pariser„Temps“ meldet aus antiago de Chile: Das Koalitionsministerium ist urückaetreten, damit der Präsident ein Ministerium der Aberalen Allianz, die bei den letzten Parlamentswahlen den Sieg davontrug, organisieren kann. Bern, 18. April. Das britische Lebensmittelerzeugungsamt erließ einen Aufruf an die Landwirte, die diesjährige Kartofselbestellung auf eine Million Acres auszudehnen. Genf, 18. April. In Oporto ist eine Verschwörung begen die Regierung entdeckt worden. Ein Waffendepot wurde beschlagnahmt, 80 Offiziere verhaftet. In politischen Kreisen nimmt man an, daß die Niederlage an der Westfront die Opposition gegen den Krieg gestärkt hat Deutscher 048. Sitzung.) CB. Berlin, 18. April. Das Haus ist auch beute wieder außergewöhnlich schwach esetzt. Beim Haushaltsplan der Reichspostverwaltung werden e Auseigandersetzungen über die Postangelegenheiten kortgesetzt. Abg. Meyer=Herford(natl.): Im Fernsprech= und Telegruphenverkehr kann es nicht so weiter gehen wie bisher. Die Telegrumme bleiben ungebührlich lange unterwegs. Wenn Pukete verschwinden, dürfen die Entschädigungen nicht zu niedrig bemessen werden. Die Postverwaltung sollte sich gegen die Eingriffe aller möglichen Kriegsinstanzen mehr Wehr setzen und an dem Standpunkt festhalten, boit ## sie ihr anvertrautes Gut unter allen Umständen in die Hände des Empfängers zu liefern hat. Redner tritt für die Vermehrung der Postscheckämter ein, vor allen Dingen sollte ein Postscheckamt in Bremen errichtet werden. Die Teuerungszulagen sollten baldigst neugeregelt werden. Den Oberpöstdirektoren sollte der Titel„Präsident" verliehen, überhaupt mit der Titelordnung auch sonst nicht bis zum Ende des Krieges gewartet werden. Die Postaushilfen sind bereits auf 115000 gestiegen, ihnen muß ausreichende Entlohnung gewährt werden. Sätze von.50 bis 8 Mark reichen nicht aus. Wenn der Herr Staatssekretär gegenüber den Gesamtorganisationen einen anderen Standpunkt einnimmt, als die frühere Leitung der Reichspost, so begrüßen wir das. Vielleicht wird nun auch die Frage der Beamtenausschüsse geprüft. Abg. v. Ziemming(kons.) bedauert die Menge der Postdiebstähle und##r se auf die große Zahl der Aushilfsarbeiter zurüt. immungen nachgeprüft wernen verwalter müßten mehr berücksichtigt werden. Die Wunsche des Reichstags in Bezug auf die Teuerungszulagen seien nicht erfüllt worden. Staatssekretät Rüdlin: Über die Einführung neuer Postcheckämter werde sich reden lassen. Die für Bremen geltenden Hründe würden aber noch für mindestens ein Dutzend anderer Städte Geltung haben. Österreich besitze nur ein Postscheckimt: Wien. Man habe das auch bei uns vielfach als den dealen Zustand bezeichnet. Das Verbot der Einschreibevakete ei nur eine vorübergehende Maßnahme: es sei aus betriebsechnischen Gründen erfolgt, nicht etwa, weil man Entchädigungen sparen wollte. Zurzeit erwäge man bereits die Wiederzulassung der Einschreibepakete. Was die Anhörung der Beamtenorganisation betreffe, so sei er bereit, wenigstens bei besonders wichtigen Fragen Vertreter der Angestelltenverbände zu hören. Statt der Teuerungszulagen wünschten die Arbeiter bei der Post lieber Lohnerböhungen. Die vorzebrachten Wünsche würden eingehend geprüft werden. Abg. Bruhn(Dt. Frakt.): Was im Hauptausschuß an Teuerungszulagen gefordert worden sei, sei das Mindeste, was man habe erwarten können. An manchen Stellen scheine man die Bedeutung dieser Fragen nicht zu würdigen, dabei seien sie von außerordentlicher Wichtigkeit, denn gerade dem Mittelstande gehe es im Kriege außerordentlich schlecht. Für die Arbeiter werde möglichst viel getan, für die Beamten nur wenig. Die Handwerker müßten mehr Aufträge erhalten. Abg. Zubeil(U. Soz.): An den Vorschußlorbeeren für den neuen Staatssekretär beteiligen wir uns nicht. In keinem andern Ressort herrscht eine solche Günstlingswirtschaft wie bei der Post. Wenn Verbesserungen eingeführt werden sollen, in Gehaltsfragen und in anderen Dingen, wartet man immer erst ab. bis Preußen vorangegangen ist. Das ist ein unhaltbarer Zustand. Wenn der Staatssekretär die Vertreter der Organisationen anhören will, so ist das immerhin ein Fortschritt: er müßte dann aber auch die Entschließung des Ausschusses, der die Beamtenausschüsse befürwortet, annehmen. Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird der Postetat verabschiedet. Nächste Sitzung: Sonnabend 3 Uhr. Reichseisenbahnelot düm. Lokaler Teil. Bierkblatt für den 20. April. Sonnenaufgang 5“( Monduntergang 3“ B. Sonnenuntergang 8“ Mondaufgang 2“ N. 1808 Rapoleon III. geb.— 1869 Balladenkomponist Karl Löwe gest.— 1916 Amerika droht bei Fortführung des deutschen Unterseebootkrieges mit Abbruch der divlomatischen Beziehungen.— 1917 Generaloberst v. Falkenhausen wird zum Generalgouverneur Belgiens ernunnt,— Erfolgreiche Abwehr der englischen Angriffe bei Gaza durch die Türken. * Preisprüfungsstelle und Damenhüte. Die von der Preisprüfungsstelle für die Provinz Westfalen in Dortmund vorgenommenen Prüfungen in Damenhut=Geschäften haben ergeben, daß durchgängig Zuschläge von 100 und mehr v. H. auf Hüte gemacht werden. Diese Zuschläge sind mit Rücksicht auf den schnellen, hohen und vollständigen Umsatz zu hoch. Folgende Zuschläge wurden als angemessen bezeichnet: Auf Kinderhüte bis zu 50 v.., auf Damenhüte, die einen Einkaufs= oder Selbstkostenwert bis zu 40 Mark haben, 60 oder höchstens 75 v. H. Der Zuschlag darf 25 Mark nicht übersteigen. Damenhüte die einen Einkaufswert von über 40 Mark haben, unterliegen keiner Preisbeschränkung. Die Preisgrenze von 40 Mark bezieht sich auf Hutformen einschließlich Zutaten. Die Damen=Hutgeschäfte sollen von den örtlichen Preisprüfungsstellen verständigt werden, da ßdas Ueberschreiten dieser Sätze gerichtlich bestraft wird. * 6 Gruhfuner zur Tierernahrung. Junges Reisig, Laub, Kartoffelkraut, Leguminosenstroh, Svreu von Gerste und Sommerweizen und viele andere Sachen, die von den Tieren in gewöhnlichem Zustande entweder nicht gern gefressen werden oder nicht zuträglich sind, können durch Bereitung als Brühfutter zu einem bekömmlichen, gern genommenen Futter umgewandelt werden. Brühfutter wird, im Gegensatz zum eigentlichen Kochen und Dämpfen des Futters, dadurch hergestellt, daß man die Raubfuttermassen, soweit nötig, gehäckselt, unter „ge auch noch zerleinerte Hacfrüchte, eingesäuerte Blätter, Schnitzel und dergl. durch Übergießen mit ##idem oder kochendem Wasser oder mit heißer Schlempe anmacht. In Hausen geschichtet oder in entsprechenden kästen und Bottichen gebracht, wird alles meist auf die Dauer von 24 Stunden sich selbst überlassen. Währenddem vollzieht sich eine Gärung, die hauptsächlich zu einem Gemische von milchsauren und buttersauren Verbindungen führt. Unter Rückwirkung der sich entwickelnden Wärme werden harte Rauhfutterteile Dadurch wird das Zerkauen erleichtert. Auch die Gärung mürbt schon die Masse und macht sie für die Verdauungssäfte zugänglicher. Die aromatische Säuerung, welche durch die Gärung entsteht, macht die Masse schmackhaster. Dadurch kann man die Tiere veranlassen, größere Mengen aufzunehmen. Will man die Schmackhaftigkeit der ganzen Brühfuttermasse noch weiter erhöhen, so mengt nan noch Melasse oder Futterschrote zu, soweit sie gewöhnlich den Tieren ohnehin zukommen sollen. Vielen landwirten wird es dadurch möglich sein, mehr Vieh zu alten, oder was ratsamer ist, ihren bisherigen Viehestand besser zu ernähren.—— * Für gewerblich. on Kohle, Koks und Briketts. Zu der wie üblich zu. i dem 1. und 5. Mai wieder zu erstattenden monatlichen M. dung tritt einmalig die Ausfüllung einer Reichsjahresmeldekarte die mit der Monatsmeldekarte zusammen an die vorgeschr benen Stellen einzusenden ist. Einreichung einer Karte ohne die andere macht auch die eingesandte Karte unwirksam. Die Herausgabe der Jahresmeldekarte verfolgt den Zweck, dem Reichskommissar die in Aussicht genommene rechtzeitige Regelung der Kohlenverteilung für einen längeren Zeitraum im kommenden Winter zu erleichtern. Die Kartenvordrucke sind bei den bisherigen Stellen erhältlich. * Unterkunft für Munitionsarbeiterinnen. Ein Erlaß des Kriegsamts soll in den Schwierigkeiten bei der Unterbringun der Arbeiterinnen Abhilfe bringen. Oberste Grundsätze de Erlasses sind:„Nur einwandfreie Unterkunftsräume zur B nutzung zuweisen!“„Keine Vermittlung von Arbeiterinne ebne, vorherige Prüfung der Unterkunftsmöglichkeiten.“ D zordert gut ausgebaute Wohnungs= und Schlafsteller Nachweise und eine damit verbundene Wohnungskontrolle vo und nach Überweisung der Wohnung an die Arbeiterinne Lurch den deutschen Städtetag sind auf Anregung des Kriegs amts alle Städte über 10000 Einwohner aufgefordert, di ohnungs= und Schlafstellennachweise in engeres Einne# niehmen mit den Frauenarbeits=Meldestellen und FürsorgeVermittlungsstellen zu bringen. Wo sich die Errichtung eines Wohnungs= und Schlafstellen=Nachweises durch diese nicht ermöglichen läßt, sollen die Kriegsamtsstellen selbst solche Einrichtungen unter Mitwirkung der auf diesem Gebiete tätigen Frauenorganisation ins Leben rufen. Ein Preisrückgang hat sich vielerorts bei den letzten Holzversteigerungen gegenüber den Preisen des vorigen Jahres bemerkbangg emacht. Im Trierischen wurde für Klafterholz 60 bis 80 Mark bezahlt, m Taunus gar nur 55 Mark für geschnittenes Buchenscheit gegen 200 Mark im dritten Kriegsjahre. Der Preisrückgang wird darauf zurückgeführt, daß wir demnächst mit größeren Holzzufuhren aus dem Osten zu rechnen haben. Damit dürfte auch ein erhebliches Herabgehen der Preise aller Erzeugnisse der Holzindustrie eintreten. Paderovener Stadtchronik. Großer Anleihesieg in Paderborn. Paderborn darf mit berechtigtem Stolz heute auf das Ergebnis der achten Kriegsanleihe zurückblicken. Unsere Paderstadt hat einen Anleihesieg errungen, wie ihn gewiß niemand erwartet hat. Namentlich erfreulich ist, daß wie aus der nachstehenden Aufstellung hervorgeht, namentlich Handel und Gewerbe, das Handwerk und die städt. Sparer sich sehr stark an den Zeichnungen beteiligt haben. Alle Zeichnungsstellen, die für die Genannten in Frage kommen sagen uns dies durch ihr gegen die letzten Anleihen bedeutend gesteigerten Ergebnisse an Zeichnungen. So wurden gegen die siebente Anleihe diesmal mehr gezeichnet bei: Bankverein 177500 Mark, Stadtsparkasse 212000 Mark, Ransohoff& Spanken 133000 Mark, bei der Deutschen Bank 1 507000 Mark, Vorschußverein 20100 Mark. Prozentual am günstigsten schnitt aber die Gewerbebank diesmal ab, deren Geschäftsfreunde 694500 Mark, das sind weit über 100 Prozent mehr zeichneten wie bei der letzten Anleihe. Die Kreissparkasse, die für das Land hauptsächlich in Frage kommt, ist mit der gleichen Summe am Ergebnis beteiligt wie bei der siebenten Anleihe. Nach diesem Anleihesieg, den Stadt und auch Land Paderborn dieses Mal wieder zu verzeichnen haben, darf man hoffnungsvolle Schlüsse auch auf das Gesamtergebnis im Reiche schließen. Soviel darf heute schon gesagt werden, daß das deutsche Volk seiner gerechten Sache nicht untreu geworden ist. Es hat nun schon zum achten Male die silbernen Kugeln in unerwartet reichem Maße gespendet und mit der achten Anleihe seinen Feinden und vor allem dem zum Erzfeind gewordenen England eine derbe Lektion gegenüber seinem Wahnwitz, den es trotz der derben Schläge, die ihm Hindenburg zur Zeit erneut bringt, erteilt. Was werden unsere Frontkämpfer sich freuen, wenn sie diesen neuen großen Sieg der Heimatfront erfahren. Nun wird es mit neuem Mut vorwärts gehen über die letzte Etappe zum siegreichen Ende. Ein Dank den Zeichnern und Dank allen, die zu dem guten Ergebnis in unserer engeren Heimat beigetragen haben. Insgesamt wurden hier nach dem nachstehenden vorläufigen Ergebnis 13 Millionen 982 600 Mark achte Kriessanleihe gezeichnet gegen 11 287200 Mark bei der fiebenten Anleihe, das sind 2 Millionen 695 400 Mark mehr. Die Zeichnungen bei den Postämtern usw. sind in dieser Summe noch nicht enthalten. Gezeichnet wurden: *) Zwei Millionen Mark, die die Kreissparkasse bei der Deutschen Bank zeichnete, sind bei dieser Summe außer Acht gelassen. Der Werdegang der Kriegsanleihen. Insgesamt wurden gezeichnet: * Beim Pestamt Paderborn und von ihm angeschlossenen Agenturen wurden 78000(57.500) Mark achte Kriegsanleiheg ezeichnet !!! Ein prächtiges Ergebnis hat die Sammelzeichnung und Werbung wiederum am Gymnasium gehabt. Beide haben sich fast genau verdoppelt. Das Ergebnis der Sammelzeichnung betrug 63840 Mark, das Ergebnis der Werbung 632 850 Mark. Ergebnisse aus dem Reich. — Zur Stadtverordnetenwahl wurde von der Zentrumspartei zur Kandidatenfrage Stellung genommen. Es haben jetzt zwei Ersatzwahlen stattzufinden und zwar sind zu wählen ein Ersatzmann in der zweiten Klasse für den in den Magistrat gewählten Stadtv. Eisenbahndirektor Freitag und von der dritten Klasse ein Ersatzmann für den verstorbenen Stadtv. Leonard. Beide Herren gehörten der Zentrumsfraktion an. In gesonderten Versammlungen wurde die Kandidatenfrage beraten mit folgendem Ergebnis: Die dritte Klasse entschied sich für den Eisenbahn=Vorschlosser Hubert Benteler und die zweite Klasse für Rechnungsrat Rintelen. Da das freigewordene Mandat in der zweiten Klasse, zu dem Besitzstande der Beamtenschaft gehört, konnte der Wunsch, einen Vertreter der Landwirtschaft aufzustellen, diesmal nicht entsprochen werden, doch soll bei der für den Herbst bevorstehenden ordentlichen Wahl dieser als berechtigt anerkannte Wunsch tunlichst berücksichtigt werden. (1) Auf über 3 Grad unter Null sank die Temperatur in dieser Nacht. Es trat demnach Frostsein. Ob derselbe den Blüten und Pflanzen geschadet hat, darüber gingen uns bisher noch keine Mitteilungen zu. Das kühle Wetter scheint erst noch anhalten zu wollen und damit sind weitere Nachtfröste zu erwarten. — Für die Strecke Sennelager—Wiedenbrück bringt der neue Sommerfahrplan keine besonderen Aenderungen. Lediglich beim Zuge 109 Wiedenbrück—Delbrück verschiebt sich die Abfahrtszeit von.45 auf.48 Uhr nachmittags. + Auszeichnung. B. Cassau, Werkstätte für kirchliche Goldschmiedekunst, zurzeit Telegraphist bei einer Armeefernsprechabteilung, wurde mit dem Eisernen Halbmond und mit dem osterreichischen Eisernen Verdienstkren am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. X Neuhaus, 17. April. Der Vizefeldwebel Ernst Muhs aus Neuhaus erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Von Nah und Fern. * Salzkotten, 17. April. Die 6jährige Tochter der Eheleute Schaefer von hier stürzte in die Heder und wurde von den Fluten mit fortgerissen. Dem Hilfsgendarm Jakob Wyes gelang es nach vieler Mühe, das Kind noch lebend den Fluten wieder zu entreißen, doch stellte der Tod sich kurz darauf ein. Da das Kind von der Schleuse abgestürzt war, so ist anzunehmen, daß es innere Verletzungen erlitten hatte, die den Tod herbei geführt haben. *Bielefebd, 17. April. Der Kaiser hat dem Webemeister Müller an der städtischen Handwerker= und Kunstgewerbeschule sein Bildnis mit Urschrift gewidmet als Anerkennung, daß Müller acht Söhne zum Dienst an der Front gestellt hat. 1 Minden, 18. April. In Holzhausen stürzte der drei jährige Knabe H. Edler beim Spielen in den bei der elterlichen Wohnung liegenden, nicht genügend eingefriedigten Teich und ertrank. * Dortmund, 17. April. Außer der Philipp'schen ist auc die Handelsschule von Höpfner geschossen worden. Während die Schließung der Philippschen Handelsschule im Zusammenhaue mit der Steuerhinterziehungsangelegenheit steht, wurde die Höpfnersche wegen Unzuverlässigkeit geschlossen, die darin gefunden wurde, daß sie Schullehrkräfte beschäftigte, für die nicht di vorschriftsmäßige Genehmigung vorlag und weil das Geschäft ohn Anzeige bei der Regierung auf eine andere Person übertragen wordeni st. 0 Tortmund, 17. April. Schleichhändler verhaftet. Bei einer Haussuchung, welche die Polizei bei dem Zigarrenhändler Zimmermann in der Kreuzstraße vornahm, wurde eine Sendung Schnaps im Werte von mehr als 26000 Mark beschlagnahmt. Außerdem Speck und mehrere Kisten Zuckerwaren. Zimmermann, der ehrenamt lich beim Kriegswirtschaftsamt in Hörde tätig ist, wurde wegen Schleichhandels in Haft genommen. * Essen, 18. April. Hier wurde das Katholische Caritas= sekretariat für die Großstadt Essen eröffnet. Es soll Mittelpunkt aller katholischen caritativen Anstalten, Einrichtungen und Vereine sein, sowie die Verbindung mit den staatlichen, städtischen und privaten Wohlfahrtsbestrebungen herstellen. X Geldern, 18. April. In einem hiesigen Gasthof war abends ein Ehepaar abgestiegen. Als beide morgens das Haus verlassen hatten, bemerkte man, daß aus dem Zimmer die gesamte Bettwäsche und sonstiges Leinenzeug verschwunden war. Die Diebe wurden am Bahnhof verhaftet. X Düsseldorf, 16. April. Die städtische Ausstellung von Schlafzimmern und Wohnküchen=Einrich= tungen alles Arbeiten hiesiger Handwerker und Holzbearbeitungsindustrien, ist heute eroffnet worden. Da die Möbelstücke zweckmäßig und schön sind, wurden bereits Aufträge von 800000 M getatigt. Viersen, 18. April. Eine Aushelferin unterschlug beim Postamt 30000 Mark und flüchtete nach Holland. Sie wurde in Rotterdam verhaftet. O Witzheiden, 18. April. Das Fest ihrer diamantenen Hochzeit feierten die Eheleute Friedrich Wilhelm Tang im Alter von 87 bezw. 81 Jahren bei bester Gesundheit. * Koblenz, 18. April. Heute wurde im hiesigen Stadtwald ein Landwehrmann beim Wildern überrascht und da er sich zur Wehr setzte, von dem Förster erschossen. Der Mann hinterläßt sechs Kinder. Vermischtes O 100000 Mark Fehlbetrag in einer Kreiskasse kin großer Fehlbetrag wurde an der Kreiskommunalkass es Kreises Hoya in Hannover festgestellt. Die Kasse sol n zwölf Jahren nur einmal revidiert werden sein. Der vor einigen Monaten zum Landrat gewählte Regierungsra Deneke wollte diese Kasse ohne vorherige gründliche Prusunsicht übernehmen. Die darauf angestellte Revision ergal einen Fehlbetrag von etwa 100000 Mark. Der bisherig Rendant, der für seine Verhältnisse großen Aufwand gerieben hatte, wurde seines Postens enthoben. 0 Von der eigenen Mutter ums Leben gebracht Anfang November vorigen Jahres wurden die beiden zwei und drei Jahre alten Söhne eines Arbeiters Müller in Brandenburg a. H. als vermißt gemeldet. Einige Tage päter wurden die beiden Kinder als Leichen aus der Havel geborgen. Jetzt bat die 27jährige Mutter derselben das Geständnis abgelegt, daß sie die Kleinen von der Eisenbahnbrücke der Brandenburgischen Städtebahn aus ins Wasser geworfen hat. Unglückliche Familienverhältnisse hätten sie zu dem Schritt getrieben. 5 Springflut an der französischen Küste bei Toulon. Eine schwere Springflut richtete an der Küste bei Toulon schweren Schaden an. Etwa tausend Barken und Fischerboote wurden zerstört oder ins Meer hinausgeführt. Das Meer ist voll uim Trümmern. 0 Der Engländer als Prozeßvertreter. Ein Vorführer erhob vor dem Berliner Gewerbegericht Klage gegen die„Union=Theater=Gesellschaft". Als die Verhandlung beginnen sollte, stellte sich heraus, daß die verklagte Lichtbildgesellschaft durch einen Engländer vertreten war. Letzterer legte zwar ordnungsgemäß Vollmacht vor, der Vorsitzen de hielt es aber dennoch nicht für angängig, daß ein Engländer ein deutsches Unternehmen vor einem deutschen Gerichte vertrete. Die Praxis unserer Gerichte gehe dahin, derartige Vertreter mit feindlicher Staats angehörigkeit nicht zuzulassen. Die Prozeßsache wurde vertagt und der Beklagten aufgegeben, zum nächsten Termin einen anderen Prozeßvertreter zu schicken. Man sollte es in der Tat nicht für möglich halten, daß eine deutsche Gesellschaft einen feindlichen Ausländer mit ihrer Ver tretung beauftragt. Ungeklärt ist weiterhin die Frage, aus welchem Grunde der Engländer sich nicht im Internierungslager befindet. 9 Deutsche Internierte an holländischen Hochschulen. Von den aus Englund entlassenen und vorläufig in den Niederlanden verbleibenden deutschen Kriegsgefanzenen und Internierten studieren zurzeit 30 an der Leidener Universität, 15 an der Rotterdamer Handelshochschule, 30 an der Technischen Hochschule in Delft und 7 an der Landwirtschaftlichen Akademie zu Wageningen Vom Hochland, Monatsschrift für alles Gebiete des Wissens, sichtet Max Heyek ausführenhänger. Besonders wichtig die neueste Literatur betreffend.— Kritik: Französische Romane. Von Herman Bahr. Tolstois Tagebuch. Von H. P. Oesterliche Stadt. Gedicht von Alfred Günther.— Rundschau: Kriegsbetrachtung. Elisabeth Gnauck=Kühne. Frank Wedekind. Flaubert und die Gegenwart. Tolstois letztes Glaubensbekenntnis. Gjellerup und Pontoppidan. Hans Pfitzners„Christelflein".— Neues vom Büchermarkt.— Unsere Kunstbeilagen. * Die Wünschelruts#Kriege. Im neuesten Heft (98. Kriegsnummer) der Zekkschrift Zur guten Stunde“(Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Beilin W. 57. Alle 14 Tage ein Heft zum Preise von#100 Pfg.) be lich über die Wirksamkest der R war das Auffinden von(Wasser, uttütlich in der Wüste auf dem türkischen Kriegsschaupletz, wo Mionz Otto Edler von Graewe glänzende Ergebnisse erzielt hat.#Rich### Westen, Osten und Süden hat die Wünschelrute ihrei Wlicht#####tan. In der Feste Boyen hat Dr. Beyer etwa 60 Juellen kangezeigt. Bei Antry erbot sich ein einfacher Solbat, nisttels#ner Rute, die er vom nächsten Strauch abschnitt, Wassch uns dessen Tiefenlage zu „muten“, und erschloß tatsächlich einen Brunnen. Ein Krankenwärter verschaffte in Rußland schner sKompagnie mittels der Wünschelrute Wasser. Im österreichisch=Angarischen Heere sind es vor allem der Oberstleutnant Beichs, der Oberingenieur Purchelle sowie der pensionierte Inspektor der Südbahn Karl Kamptner, die Staunenerregendes mit der Wünschelrute geleistet haben.— Das gleiche Heft bringt eine fesselnde, reich illustrierte Abhandlung über die großen Friedenskongresse und eine hübsche Plauderei über Kohlenmächen, daneben die Fortsetzung der beiden großen Romane und eine Erzählung von Lotte Gubalke. von Professor Karl lempten und München. der Literatur und Kunst. Herausgegebet Muth. Jos. Kösel'sche Buchhandlung, Vierteljährlich Mk..50.— Inhalt des Aprilheftes: Idealpolitiker. Von Else Hasse.— Julius Bachem. Von Universitätsprosessor Dr. Martin Spahn.— Mari Madlen. Ein Roman aus der Rhön. Von Leo Weismantel.— Die Geschichte einer Konversion. Von Edua.— Priefe au chnen Staatsmann, Letzte Nachrichten. Gegen Helfferich=Gerüchte. Berlin 18. April. Gegenüber verschiedenen Gerüchten über den Staatsminister Dr. Helfferich wird halbamtlich festgestellt, daß Dr. Helfferich auf Ersuchen des Reichskanzlers im slotzen Hauptquartier weilt, um dort lediglich über einige noch schwebende deutsch=bulgarische Wirtschaftsverhandlungen Rücksprache zu nehmen. Gleichfalls gegenstandslos ist die Mitteilung, daß die Errichtung eines Min eriums für Übergangswirtschaft geplant sei, und daß Staatsminister Dre Helfferich die Leitung dieses Ministeriums für sich„begehre Dr. Helfferich hat bei seinem Rücktritt von dem Posten des Vizekanzlers die Übernahme eines neuen Minister= oder Staatssekretärspostens mit Bestimmtheit abgelehnt und sich lediglich zur ehrenamtlichen Übernahme des ihm vom Reichskanzler erteilten Auftrages der Zusammenfassung der Vorbereitungen für den wirtschaftlichen Teil der Friedensverhandlungen bereit erklärt. Diesen seinen Standpunkt hat Dr. Helfferich seither nicht geändert. Zum besseren Verständnis vorstehender Erklärung sei bemerkt, daß einzelne„Alleswisser“ in Dr. Helfferich den Nachfolger des Freiherrn v. Kühlmann, ja manche sogar den künftigen Reichskanzler sehen wollten. Burian an Hertlung. Wien, 18. April. Baron Burian hat an den Reichskanzler Grafen Hertling ein Telegramm gerichtet, in dem er seine Ernennung zum Minister des Auswärtigen zur Kenntnis bringt und den Kanzler bittet, daß er das Vertrauen, dessen sich sein Amtsvorgänger erfreuen durfte, auch ihm entgegenbringen möge. Er werde es als seine vornehmste Pflicht erachten, das altbewährte Bünduts mit dem Deutschen Reiche weiter zu befestigen, und hoffe, daß es ihm vergönnt sein mbge, in treuem Einvernehmen mit dem Kanzler die verbündeten Mächte bald einem gerechten und ehrenvollen Frieden entgegenzuführen. Burians Deutschlandreise. Wien, 18. April. Der neuernannte Außenminister Baron Burian wird sich demnächst nach Berlin und nach dem deut. schen Großen Hauptquartier begeben. Zum Abschluß des Friedensvertrages mit Rumänien wird der Botschafter von Merey nach Bukarest entsendet werden. Der Urlaub des österreichischen Botschafters. Wien, 18. April. In parlamentarischen Kreisen verlautet. baß der österreichisch=ungarische Botschafter in Berlin seine Rücktrittsabsichten aufgegeben und einen Urlaub angetreten habe. Er hat sich zur Jagd nach Tetschen begeben. Haig bittet um Hilfe. Bern, 18. April. Nach schweizerischen Blättern hat Marschall Haig dringend um die Entsendung von Hilfstruppen nach der schwer bedrohten Nordfront ersucht. Die französische Heeresleitung müsse immer mehr Truppen zur Unterstützug der Engländer entsenden. 100000 Kinder verlassen Parts. Geuf, 18. April. Wie das Pariser„Journal“ meldet, sollen 100000 Kinder aus der französischen Hauptstadt entfernt werden. " Alle Mann auf Deck Genf, 18. Aoril. Der Londoner„Daily Telegraph". meldet: Der Oberbefehlshaber der englischen Festlandsarmee hat die sofortige überführung der Armee nach Frankreich angeordnet.„Die Lage an unserer Front“, so schreibt der„Daily Telegraph",„ist äußerst ernst, und die Möglichkeit einer Katastrophe ist ins Auge zu fassen.“ Britischer Botschafterwechsel in Paris. Paris, 18. Aoril(Havas). Nach dem„Echo de Paris“ wird der englische Botschafter in Paris L Bertie durch Lord Derb Kach Revaktionsschluß eingegange. Der amerikanische Flottenchef. cb. Haag, 19. April. Reuter meldet aus Washington: Charles Schwab wurde zum Generaldirektor des Hilfsflotten verbandes ernannt und mit der gesamten Kontrolle über das Regierungsschiffsprogramm betraut. Elemeneeaus Verhör. eb. Genf, 19. April. Der Minister Clemenceau wird in der Kammer bei Besprechung des Kaiser-Briefes die Vertrauensfrage für das Kabinett stellen. Vertretung des Heiligen Stuhles in Polen. TU. Basel, 18. April. Wie verlautet, wird der Vatikan demnächst einen eigenen Vertreter in Polen ernennen. Eine in der Kurie gutbekannte Persönlichkeit soll in Aussicht genommen sein. Wie die römische Epoca hinzufügt, würde der Papst durch diesen politischen Akt durch die Tat die Unabhängigkeit und Souveränität Polens anerkennen. Ein chinesisch=russisches Abkommen. eb. Haag, 19. April. Reuter meldet aus Tokio: Wie ver lautet, ist ein neues chinesisch=russisches Abkommen getroffen worden. Man mißt ihm aber keine Bedeutung bei. Revolutionäre Strömungen in Norwegen. eb. Amsterdam, 19. April. Reuter meldet aus Christiania, daß in verschiedenen Teilen Norwegens revolutionäre Strömungen im Anzuge seien. * Spielplan der Königl. Schauspiele zu Cassel. So. 2 Uhr: 20. Vorstellung für die Kriegsarbeiterschaft. Ein Schritt vom Wege. Ein Kartenverkauf findet nicht statt. 7 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Mo. 7½ Uhr: Aebelö. Di. 6½ Uhr: Hamlet. Mi. 7 Uhr: Aida. Do. 7½ Uhr: Undine. Fr. 7½ Uhr: Die beiden Leonoren. Sa. 7 Uhr: Fiaaros Hochzeit. So. 2 Uhr: 21 Vorstellung für die Kriegsarbeiterschaft. Die reiche Frau. Ein Kartenverkauf findet nicht statt. 6 Uhr: Tristan und Isolde. Mo. 7 Uhr: Der Verschwender. verornen.eriremmeeroaereamm Stellv. Generalkommando. VII. Armeekorps. Abt. IeR Nr. 15300. Münster, den 12. April 1918. Perattkentach“„. Auf Grund des§ 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. 6. 1851 bestimme ich hiermit unter Aufhebung meines bisherigen Verbots betreffend den Handel mit Abfällen und Spänen von wolframhaltigen Stählen vom 23. 5. 1916 Abteilung IcR Nr. 17900 folgendes: Für die Dauer des Krieges wird jeglicher Handel mit Schnellstahl ohne Rücksicht auf die Art der Legierung, sowie mit Abfällen und Spänen von Schnellstahl verboten. Unter Schnellstahl im Sinne dieser Anordnung wird jedes Material verstanden, das handelsüblich als Schnellstahl(Schnellschnittstahl, Schnellarbeitsstahl, Hochleistungsstahl oder Naturstahl und dergl.) gilt oder unmittelbar oder mittelbar hierfür zu verwenden ist. Trotz des Verbots bleiben gestattet: 2) Verkäufe und Lieserungen an die KriegsmetallAktien=Gesellschaft, Berlin W. 9, Potsdamer= straße 10—11. d) Verkäufe und Lieferungen, für welche Bezugscheine der Kriegs=RohstoffAbteilung des Kriegsamtes bezw. auf Grund solcher Bezugsscheine ordnungsmäßig ausgestellte UnterBezugsscheine für Schnellstahl vorliegen. *) Verkäufe und Lieferungen von Abfällen und Spänen von Schnellstahl Jan die Lieferer derjenigen Stähle, von denen die Abfälle und Späne herrühren. d) Verkäufe und sonstige Lieferungen, für welche eine ausdrückliche Genehmigung von der Kriegs Rohstoff Abteilung des Kriegsamtes in Berlin vorliegt. Anträge auf Bewilligung von Ausnahmen von vorstehendem Verbot sind an die Kriegs RohstoffAbteilung des Königlich-Preußischen Kriegsministeriums zu richten. Sie haben nur Aussicht auf Genehmigung, wenn in ihnen der Nachweis des rechtmäßigen Erwerbs der zu verkaufenden Mengen einwandfrei erbracht ist. Die Entscheidungen auf die Anträge behalte ich mir vor. Zuwiderhandlungen oder Anreizung zur Zuwiderhandlung gegen vorstehendes Verbot wird, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgesetzen höhere Strafen verwirkt sind, nach§9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. 6. 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahr und beim Vorliegen mildernder Umstände nach dem Reichsgesetz vom 11. 12. 1915, betreffend Abänderung des Gesetzes über den Belagerungszustand, mit Haft oder Geldstrafe bis 1500 Mark bestraft. Diese Bekanntmachung tritt sofort in KraftDer kommandierende General: Frhr. von Gayl, General der Infanterie. Druck, Verlag und Redaktion von Martin in Paderborn. agner, Kaumkale-Vernientung des Neuerichs. Ein Versuch wird Sie überraschen. 70 Pfund genügen pro Morgen. Bestellungen nehmen schon jetzt entgegen .Heckerdsohn,r aderborn Fernruf 2. Mon a. Ainderhats zu billigsten Preisen empfienlt Frau Th. Gruttmann, Paderborn, Riemekestraße 9. AutsmebirVortrotung. Suche für den dortigen Kreis einen tüchtigen strebsamen Vertreter für die Automobilbranche, der auch Fühlung zur Industrie hat. Reflektanten mit Reparaturwerkstatt bevorzugt. Gefällige Offerten erbeten durch Postschließfach 20 Barmen=Rittershausen. Pratre gebrauchtes suche zu kaufen. Offerten unter L 70 mit Cassapreisangabe befördert die Expedition. Hillsbank Sulzbach i. Oberpi. gibt jed. neu aufgenommene Mitglied Darlehen b. 2000 M.