Nr. 66 Dienstag, den 19. März 1918 32. Jahrgang „ O O Antriches Kreisbtatt, Anzeiger ffür Neuhaus und Belbruak Haberbrchener P B n ! Der Paderborner Anzeiger erscheint an allen Werk1 tagen.— Bezugspreis monatlich frei ins Haus I gebracht 65 Pfg., bei der Post abgeholt 52 pfg., durch den Briefträger 66 Pfg.— Im Paderborner Anzeiger werden alle amtlichen Bekanntmachungen des Kgl. Landratsamtes sowie des Paderborner ——— Magistrats veröffentlicht.- Paderborner Zeitung ::: Volks=Zeitung.:. für das Paderborner Land #sdaktion Bahnhofstraße 13— Fernruf 913 Organ des LandwirtSaesch Kerierche Anzeigenpreise: Aus dem Kreise Paderborn für die einspaltige Kolonelzeile 15 Pfg., auswärtige 20 Pfe. Im Reklamenteil 60 Pfg. Bei Wiederholungen Rabattgewährung, die bei Nichtzahlung innerhalb 30 Tagen indes erlischt. Beilagengebühr 6 Mark Publikations=Organ pieler Behörden.:.. dus Luend ausct Postortüchen.— Wöchentliche Gratis=Beilage„Sterne und Blumen“ Geschäftsstelle Bahnhofstraße 13— Fernruf Der Kanzler über den Osten.— Holland im kaudinischen Joch. seutsche Worte Deutsche Gebanken sind die Cräger der Werbearbeit des Vereins Deutscher Zeitungs-Verleger zur 8. KriegsAnleihe. Zu rasch ziehen die Ereignisse unserer bewegten Zeit an uns vorbei; zu wenig kommt der Mensch zur Sammlung. Da sollen die„Deutschen Worte“ und deutschen Gedanken uns zum Nachdenken anregen, unsere Anschauung vertiefen und uns auf den richtigen Weg führen. Diese Aufgabe hat sich die deutsche Presse gestellt, um das Verständnis zu wecken für die Forderungen der neuen eisernen Jeit. Deutscher Reichstag. (142. Sitzung.) CB. Berlin, 18. März. Der Reichskanzler über Brest=Litowsk. Nur den Vertretern der Presse war es bekannt, daß heute der Reichskanzler sprechen werde. Deshalb wiesen die Tribünen nicht die Überfülle auf, die man sonst an „großen Tagen“ hier zu sehen gewohnt ist. Aber Haus und Tribünen sind trotzdem stark besetzt. Nach der üblichen Einleitung wird das Etatsnotgesetz eingebracht. Nur die Vertreter der beiden sozialdemokratischen Parteien geben Erklärungen hierzu ab. Der Führer der„Unabhängigen“ sagt, daß seine Fraktion das Gesetz ablehne, weil sie eine Regierung, die einen Gewallfrieden im Osten abgeschlossen habe, nichts bewilligen könne. Der Redner der Mehrheitssozialisten erklärt, daß man durch Bewilligung eines Notgesetzes der Regierung weder Vertrauen noch Mißtrauen ausspreche, sondern ihr nur bewillige, was sie zur Weiterführung der Geschäfte unumgänglich gebrauche. Dann geht das Gesetz an den Hauptausschuß. Erst dann konnte die Beratung des Friedensvertrages mit Rußland geginnen. In der Aussprache wird die Beratung des deutschfinnischen Friedensvertrages und der wirtschaftlichen Verträge mit Finnland verbunden. Wie in den meisten früheren Fällen, ergreift auch heute als erster Redner der höchste Beamte des Reiches das Wort. Reichskanzler Graf v. Hertling: Meine Herren! Im November vorigen Jahres konnte ich in einer Sitzung des Hauptausschusses dem Hause die Mitteilung machen, daß die russische Regierung an sämtliche kriegführende Mächte das Ersuchen hat gelangen lassen, Verhandlungen wegen eines Waffenstillstandes und eines allgemeinen Friedens aufzunehmen. Wir und unsere Verbündeten sind auf den Vorschlag eingegangen und haben Delegierte nach Brest=Litowsk abgesandt. Die bis dahin mit Rußland verbündeten Mächte sind der Einladung nicht gefolgt. Der Gang der Verhandlungen ist den Herren bekannt. Am 8. März ist in Brest=Litowsk der Friede unterzeichnet worden. Am 16. d. Mts. ist in Moskau von der zuständigen Versammlung der Friede ratisiziert worden.(Beifall.) Ich habe nicht die Absicht, mich mit der Beurteilung auseinanderzusetzen. die der Friedensvertrag mit Rußland bei den feindlichen Mächten gefunden hat. Wo die Heuchelei zur zweiten Natur geworden ist(Sehr richtigl), wo gie Unwahrhaftigkeit sich bis zur Brutalität gesteigert hat Uebh. Sehr richtig), wo man in demselben Augenblick, da man lich anschickt, die drückende Hand auf einen neutralen Staat zu legen, zu sagen wagt, daß die selbstverfolgte Politik die der vollen Selbstlosigkeit sei; da Versuch verständiger Auseinandersetzung und lachlicher Widerlegung.(Sehr richtig!) Und wenn eine Devesche aus Washington dem in Moskau versammelten Kongreß die Sympathie der Vereinigten Staaten in dem Moment glaubte aussprechen zu sollen, wo, wie es dort heißt, die heutsche Macht sich eingedrängt hat, um den Kampf für die Freiheit um den Erfolg zu bringen(Gelächter.— Zurufe bei Sr. iche.: Finnland! Ruse rechts: Rubel Sind das ur: gruf b. d. U. Soz.: Ja. Deutsche! Mecklenburg! aie Posch, Vepräsident Dr. Paasche: Ich bitte den Haats inugr Zwischenrufe zu unterlassen, die aufreizend wirken müssen), so lege ich das zu allem andern. Deutschland liegt es fern, sich in die berechtigten BeKrebungen Rußlands einzumischen. tr Bnschen, nichts mehr als daß dem schwergeprüften Fin machten.: staatliche Verhältnisse wiedergegeben in weite Ferng schmerzlich, daß das noch Zustähnde dart e beint und daß wiederum entzu dem Ionen vorgelegten Vers Jcb wende Ghich nun Büc geseben habek, endchlt dernus, Wie Sie bemn Vertrag keinerlei entehrende Bedingungen Vr. Fublagd keine drückenden Kontributionen, keine gewaltsame russischen Gebietes. Wenn Randstaaten aus der russischen Staatsoberhoheit ausscheiden, so entspricht das dem eigenen von Rußland anerkannten Willen dieser Staaten. 1 Wir hoffen und wünschen, das diese Völker unter dem Schutze des mächtigen Deutschen Reiches sich selbst diejenige Gestalt geben mögen, die ihrer kulturellen Entwicklung, ihrer Sinnesart und ihren Verhältnissen entspricht. Am weitesten ist die Entwicklung in Kurland vorangeschritten. Wie bekannt, ist vor einigen Tagen hier eine Deputation eingetroffen, die der kurländische Landesrat als die anerkannte Vertretung Kurlands hierher entsandt hat. Sie hat den Auftrag, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit Kurlands, die Loslösung von den bisberigen staatlichen Verhältnissen zum Ausdruck zu bringen und den Wunsch kundzugeben, in eine enge wirtschaftliche, militärische und politische Beziehung zu Deutschland zu treten. In der Antwort, die ich im Auftrage des Kaisers, des völkerrechtlichen Vertreters des Deutschen Reiches, zu geben hatte. konnte ich mit Freuden die Anerkennung Kurlands als eines ungbhängigen Landes aussprechen und Kurland hierzu beglückwünschen. Die endgültige Entscheidung über die zukünftige Gestaltung des Verhältnisses zu Deutschland mußte ich mir aber vorbehalten, bis die dortigen Verhältnisse sich weiter konsolidiert und sämtliche zuständigen Faktoren gesprochen haben würden. Was Litauen betrifft. so ist dort bekanntlich schon im vorigen Jahre vom Landesrat ein Beschluß gefaßt worden, der gleichfalls eine enge milttärische, wirtschaftliche und politische Angliederung an Deutschland anstrebt. Ich erwarte in den allernächsten Tagen das Erscheinen einer litauischen Devutation, die uns diesen Beschluß im Auftrage des Landesrates neuerdings zur Kenntnis bringen wird, worauf die Anerkennung Litauens als eines unabhängigen Staatswesens erfolgen kann. Das Weitere muß dann in Rube abgewartet werden, wie sich dort die Verhältnisse weiter entwickeln. Etwas anders liegen die Dinge in Sstland und Livland. Wie die Herren wissen, befinden sich diese Länder östlich der im Friedensvertrage vereinbarten Hälfte. Aber nach Artikel des Friedensvertrages bleiben diese Länder so lange von deutscher Militärmacht besetzt, bis die Sicherung selbständiger Einrichtungen gewährleistet und die staatliche Ordnung hergestellt ist. Dann wird auch für diese Länder der Augenblich gekommen sein, sich um ihre politische Neuorientierung zu bemühen. Auch diesen Ländern gegenüber wünschen wir, in ein nachbarliches freundschaftliches Verhältnis zu kommen, aber so daß auch ein freundschaftliches Verhältnis mit Rußland nich ausgeschlossen ist. Nun noch ein kurzes Wort über Polen, was im Friedensvertrag nicht ausdrücklich erwähnt ist. Bekanntlich ist durch die Proklamation der beiden Kaiser vom Nonember 1916 diesem Lande die Selbständigkeit vor aller Welt zurückgegeben. Aus dieser Tatsache folgt, daß auch die Verbandlungen über die weitere Ausgestaltung neuer Staatswesens nur„durch gemeinsame Verhandlunger inerseits zwischen Deutschland und Osterreich=Ungarn inderseits mit Polen zu Ende geführt werden können Inzwischen sind ja auch Anregungen aus politischen Kreisen Polens an die Regierung und auch an die Mitglieder dieses Hauses gelangt: Anregungen für eine Getaltung des zukünftigen Verhältnisses zu uns. Wir werden gern prüfen, ob und inwieweit sich diese Anregungen mit den Zielen decken, welche die beiden verbündeten Mächte verfolgen, dem Ziele. in dem neugeschaffenen Polen einen friedlichen. reundschaftlichen Nachbar für alle Zukunft herzustellen. Alles peitere wird Ihnen der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Umts Erzellenz v. d. Bussche mitteilen. Ich komme meinerseits zum Schluß. Wenn Sie, wie ich nicht zweifle, den vorgelegten Verträgen Ihre Genehmigung geben, wenn dann, wie wir hoffen, bald auch der Friede mit Rumänien zum Abschluß bereit sein wird, dann ist das zur Tatsache geworden, was ich am 24. Februar als in Aussicht stebend verkünden durfte, dann ist der Friede auf unserer ganzen Ostfront bergestellt.(Bravo!) Aber, meine Herren, wir dürfen uns keiner Täuschung hingeben: der Weltfriede ist noch nicht da. Noch zeigt sich leider in den Staaten der Entente nicht die geringste Neigung, von dem furchtbaren Kriegshandwert abzustehen. Noch immer zeigt sich der Wille, den Krieg bis aufs äußerste fortzusetzen, bis zu unserer Vernichtung. Wir werden dadurch den Mut nicht verlieren(Bravo!), wir sind auf alles gefaßt, wir sind bereit, noch schwerere Opfer zu bringen.(Bravo!) Gutt, der uns bisher geholfen hat, wird uns auch weiter helfen. Wir vertrauen auf unsere gerechte Sache, auf unser unvergleichliches Heer, seine herrlichen Führer, seine heldenmütigen Kämpfer. Wir vertrauen auf unser tapferes, standhaftes Volk. Die Verantwortung aber— das wiederhole ich— für all das Blutvergießen wird auf die Häupter derer fallen, die in frivolster Verstocktheit der Stimme des Friedens nicht Gebör geben. Stürmische Zustimmung bei der Mehrheit. Zischen bei den .=Soz. Erneuter lebhafter Beifall.) Unterstaatssekretär v. d. Bussche geht auf Einzelheiten der Friedensverträge ein. Bei dem Vertrag in Brest=Litowst hat es sich gezeigt, daß Trotzki nicht den Friedensschluß. sondern die Revolutionierung Deutschlands wollte. So mußten wir schließlich schärfere Töne anschlagen und unser militärisches Vorgehen in Nordrußland hat denn auch den Erfolg gehabt, den wir erwarteten. Der Vertrag mit Finnland ist ganz büchtern, auch hier entipricht unsere Einmischung nur dem Wunsch des Landes. Die Redner der Parteien. Abg. Fehrenbach(Ztr.) erklärt, daß er sich dem Reichskanzler vollinhaltlich anschließe und fährt dann fort: Wir beantragen die Verweisung beider Verträge an den Hauptausschutz. Den Vertrag mit Finnland begrößen wir ganz besanders. Wenn deutsche Trunpen dort für Ordnung forgen müssen, so ist das keine Einmischung in innervolitische Verhältnisse, uns ist es gleichaültig, welche von den beiden fast gleich starken Parteien in Finnland berrscht die Bürgerlichen oder die Sozialisten. Es handelt sich nur um die Ausschreitungen der bolschewistischen Banden, die die friedliche Ordnung der Dinge im Lande unmöglich machten. Wir hätten es gern gesehen, wenn Schweden sich der Aufgabe unterzogen hätte, die Ordrung herzustellen; da die Schweden es ablehnten, dürfen sie uns setzt nicht schmähen.(Lebhafte Zustimmung.) Kurland ist, wir wissen, nur zu einem Zehntel von Deutschen bewohnt. Die Erklärungen, die die Abordnung des Landesrats in Berlin abgegeben hat, bestätigen uns, daß wir mit unseren Entschlüssen das Richtige getroffen und mit ihnen bis auf weiteres aufrieden sein können. Die Legende, als ob der Landesrat nicht die berufene Vertretung des kurländischen Landes und Volkes sei, weisen wir zurück. Die heutige Erklärung des Reichskanzlers war, wenn ich sie richtig verstanden habe, noch ein wenig bestimmter, als die Antwort, die er der Abordnung gegeben. Auch das begrüßen wir. Die Besetzung der Alandsinseln entspringt nur Etappenzwecken. Estland und Livland sind nach dem Friedensvertrag noch Bestandteile des russischen Reiches. Wenn sie sich auf Grund des gerade von der russischen Revolution selbst verkündeten Selbstbestimmungsrechts loslösen und zu selbständigen Staatswesen umbilden wollen, so kann das nur unsere lebhaften Sympathien finden. Die Volen müssen sich damit abfinden, daß das Deutsche Reich in seinem Bestand unversehrt bleibt. Polnische Annerionen gibt es natürlich erst recht nicht. Bei all den Randstaaten wird das wirtschaftliche Bedürfnis enger aneinander schließen.(Lebb Beifall.) Abg. Dr. David(Soz.): Wir stimmen der Überweisung der Verträge an den Ausschuß zu, stehen aber dem Friedensschluß mit gemischten Gefühlen gegenüber. Auch wir begrüßen. daß nun im Osten wenigstens der Kampf eingestellt ist. Auf der andern Seite bedauern wir das Verfahren, wie dieser Friede zustande gebracht wurde. Das ist kein Verständigungs=, sondern ein Gemaltfrieden.(Lebh Zustimmung bei den Soa) Die unterlegene Partei bat nur voll Ingrimm ihre Zustimmung gegeben, wie damals Preußen in Tilsit. Aber nicht nur die Russen haben in Brest=Litowst kapitulieren müssen: der Frieden bedeutet auch eine Kavitulation unserer Diplomaten vor den Vertretern des rein militärischen Machtgedankens. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Unsere Diplomaten haben ihre Aufgabe gründlich verfeblt. Redner gebt ausführlich auf die Verträge ein. Die Cholmer Frage will man augenblicklich in Wien reparieren. Das begrüßen wir. Inzwischen droht die Militärvartei bereits mit einer anderen Lösung. Im Osten soll Polen abgekauselt, im Westen auf Kosten der Polen ein Gebiet, das vom Narew, Weichsel. Warthe und dem Kohlenbecken von Dombrowo umschlossen wird, abgetrennt werden und an Deutschland fallen. Solche„militärische Sicherung“ wäre das Gegentell einer Sicherung und ein Spott auf einen wirklichen Verständigungsfrieden. Abg. Naumann(Vv.). Daß es dem deutschen Volk gelungen ist, den Anfang des Friedens herbeizuführen, dürfen wir unter die größten Aktiva der Gegenwart buchen. Auch unsern Verbündeten müssen wir danken. In diesem weltgeschichtlichen Kampfe ist die urkonservative Macht des Zarismus zusammengebrochen. Vielleicht wäre der Friede leichter zu erzielen„gewesen, wenn wir von Hause aus in Brest=Litowsk Vertreter gehabt hätten, die den Gedankengängen des radikalen Sozialismus mehr Verständnis entgegengebracht hätten.(Heiterkeit.)— Wenn ein Weltreich wie Rußland zusammenbreche, entstehe ein hohler Raum, in den man alles Mögliche hineinpacke: die Balkan= die Donau= und die Dardanellenfrage, die armenische, die versische, die afghanische Frage, China, Japan— alles sei in Bewegung geraten. Bei solchen weltgeschichtlichen Vorgängen könne man nicht einsach das Wort Annerion, das etwa so viel bedeute wie im Privatleben„Raub“, anwenden. Was in lolchem Augenblick nicht deutsch sei. brauche keineswegs russisch zu heißen, sondern eher englisch oder amerikanisch. Im einzelnen ist manches auszusetzen. Mit Finnland haben vir keinen Bündnisvertrag. Wenn, wir einen hätten, dann räre es kein Bündnisvertrag mit einer bestimmten Regierungssorm und einer bestimmten Partei. Wir haben weder die Befugnis, noch den Wunsch, in Finnland Polizei zu spielen. In Estland und Livland wird man abwarten müssen. Was Kurland brtrifft, so sollten wir nicht vergessen, daß es dort nicht nur Deutsche, sondern auch Feinde gibt. Der Beschluß, dem Kaiser die Herzogskrone anzubieten, ist von 20 Mitgliedern des Landesrates gefaßt worden. Der Regierungsform fehlt einstweilen noch jede Unterlage. Man barf den Turm nicht mit der Spitze zu bauen anfangen. Litauen endlich darf ebensowenig wie Kurland Aufmarschgelände für uns werden, sondern man muß Kurländern und Litauern das Recht auf die eigene Bildung, auch auf die eigene Staatsbildung gewähren.(Lebhafter Beifall.) Um.7 Uhr wird die Debatte abgebrochen. Weiterberatung: Dienstag 11 Uhr. Holland unterwirft sich. Haag, 18. März. In einer stark besuchten Sitzung der Zweiten Kammer gab in Gegenwart aller Minister der Minister des Außern eine Erklärung über den Stand der holländischen Verhandlungen mit der Entente und Amerika ab. Der Minister erklärte, es beständen ernsthafte Schwierigkeiten und Gründe gegen eine Bewilligung der Forderungen: unmöglich könne Holland etwa ohne weiteres einwilligen und sich den Wünschen der Entente fügen. Anderseits würde die Ablehnung die sofortige Stillegung der zu verschiffenden Vorräte bedeuten. Holland habe sich an die Mittelmächte, vor allem an Deutschland, gewandt, mit der Frage, ob die Möglichkeit bestünde. daß Deutschland ibm innerhalb zweier Monate 100000 Tonnen Getreide liefere. Deutschland babe sich daau außerstande er klärt. Demzufolge habe das Ministerium jetzt sich mit den Forderungen der Alliierten einverstanden erklärt, doch gelte dieses Einverständnis vorläufig nur bis zum 15. April. Allerdings seien ergänzende Bestimmungen getrosfen worden: 1. müsse genügend Schiffsraum für Holland selbst übrig bleiben: 2. müsse den holländischen Schiffen genügend Bunkerkohle zur Verfügung gestellt werden: 3. dürften die bolländischen Schiffe keine Truppen und kein Kriegsmaterial in die Gefabrzone bringen: 4. müßten die bolländischen Schiffe entwaffnet werden: 5. müßte die Besatzung der Schiffe selbst bestimmen, ob sie in die Gefahrzone fahren wolle oder nicht: 6. müßten etwa verlorengebende Schiffe unmittelbar nach Friedensschluß ersetzt werden. Zürich, 18. März. Die„Daily Mail“ berichtet, daß gleiche Matznahmen, wie sie die Entente gegen Holland beschloß, auch gegen alle anderen neutralen Staaten bevor. stehen. Rotterdam, 18. März. Präsident Wilson hat in Washington den holländischen Gesandten empfangen, der auf eine Anderung des Entschlusses der alliierten Regierungen gegenüber Holland andrang. Der Präsident weigerte sich jedoch, seine Haltung zu ändern, da Holland sich ersichtlich in einer Zwangslage befinde, in die es durch Deutschland() versetzt sei. Ostafrikas Hindenburg. * Die„Volksstimme“ in Pretoria schreibt, es könne bis Weibnachten 1918 dauern, ehe die letzten Deutschen und Askaris in Ostafrika unschädlich gemacht seien. Der deutsche Kommandeur v. LettowVorbeck habe noch etwa 400 Weiße und 2000 Farbige unter seiner Leitung, mit denen er sicher noch Unerwartetes leisten könne. Diese unter der Flut der gegen die Deutschen in diesem Kriege geschleuderten Beschimpfungen seltsam anmutende Anerkennung aus Feindesmund steht nicht vereinzelt da. Vor kurzem brachte die„Sunday Times“ ein in Johannesburg erscheinendes Blatt, sogar einen ganzen Artikel über den deutschen Offizier, der nun schon so lange dem feindlichen Ansturm standhält.„LettowVorbeckist" sagt die„Sunday Times“,„groß von Wuchs und hager, erschöpft durch seine Sorgen und ausgezehrt durch trovische Krankheiten. Er hat nur ein Auge, das andere hat er in China verloren. In den ersten Kriegsmonaten leitete## einen Sturm auf Jassin in Britisch=Ostafrika(wo die Engländer eine schwere Niederlage erlitten). Er wurde durch eine Flintenkugel verwundet. Die zmeite Verwundung erhielt er bei Jranzi, wo er persönlich gegen General van Deventer focht. Lettow wurde von einem Granatsplitter getroffen. Wenige Monate vorher litt er an Schwarzwasserfieber. Seine Truppe ist sehr zusammengeschmolzen. Die Leute leiden an Malaria, Dysenterie und anderen Kran heiten. Sie sind in steter Sorge um Munition, Nahrungsmittel, Ausrüstung. Jetzt haben sie sich in eins der tödlichsten Gebiete Afrikas zurückgezogen. Aber Lettow=Vorbeck kommandiert, bis zum Letzten— er ist der ostafrikanische Hindenburg! Wenige Monate vor Kriegsausbruch kam er in Daressalam an, er hat das Vertrauen seines Kaisers glänzend gerechtfertigt. Wir müssen den Hut vor ihm abziehen, obwohl(!) er ein Deutscher ist. Seine Verteidigung gegen überlegene Kräfte grenzt an das Wunderbare. Es gibt nichts Ahnliches in der Kriegsgeschichte. Unmöglich ist es diesen Mann, obwohl er ein Feind ist, zuviel Lob zu zollen. Ein gefangener deutscher Offizier sagte: Wenn Oberst v. Lettow tot oder gefangen wäre, würde der Feldzug bald zu Ende kommen. Er ist Leben und Seele des Mersandes. Er ist überall und tut alles. Er geht selbst Oberst v. Vorbeck. Kiter Wölken leuchtende Sterne. Original=Roman von Carl Schilling. „„(Nachdruckverboten.) Auch Dr. Helmer widmete sich gern der blinden Elfe. Er staunte, mit welch' nachdenklichem Sinn sie die Schätze der Literatur erfaßt hatte und wie eifrig sie jede Gelegenheit ergriff, ihr Wissen und ihr Urteil zu weiten und zu vertiefen. Da auch er für die großen Geisteshelden unsers Volkes schwärmte, konnte es nicht ausbleiben, daß sich zwischen ihm und der Blinden eine Art Seelenbündnis ##ldete, welches sich um so harmloser und ungezwungener gestaltete, als ja die Blindheit Elfens für ihn, der trotz aller Gemütstiefe ein klarer und kluger Denker war, den unübersteigbaren Wall für jedes weitere Begehren erbaute. Eine Blinde heiraten— schon der Gedanke erschien ihm naturwidrig, daß seine Verwirklichung ihm volle Unnöglichkeit deuchte. Und in der Tat empfand Helmer für Elfride auch weiter nichts als tiefes, warmes Mitleid. Ganz anders Else! Sie hatte noch keine Gelegenheit sehabt, Männer näher kennen zu lernen, aber in ihrem Innern war durch Lektüre und sinniges Denken gar wohl ein Idealbild eines Mannes entstanden. Dazu kam ihr zeiches Gemüt, das oft bei Blinden, die ihre Welt in sich tragen müssen, weit tiefer ist als bei Sehenden. Nun trat Helmer in ihren Lebenskreis, was Wunder, wenn sich ihm hre keusche Mädchenseele erschloß, wie eine junge Rosenknospe dem warmen Sonnengolde. Sein herzlicher Ton, die Zartheit seines Benehmens, der Reichtum seines Wissens, die Hingabe, mit der er ihr sich widmete, sein seelenvolles Klavierspiel, das offene Lob, das ihre Mutter und Frau Kreisch dem Mieter spendeten, mußte dies alles nicht dazu beitragen, ihn zu eyrem Helden zu machen, sodaß sein Bild auf Patrouille und macht eigenhändig Gefangene. Ein harter Mann, hart gegen andere, aber auch hart gegen sich selbst, teilt er alle Beschwerden mit dem niedrigsten seiner Untergebenen.“ Rußland erkennt den Frieden an. Trotzkis neue Maßnahmen. Berlin, 18. März. Das russische Volkskommissariat für auswärtige Anzelegenheiten hat folgenden Funkspruch nach Berlin gelichtet: Am 16. März d. J. hat der außerordentliche alltussische Kongreß der Sowjets in der Stadt Moskau der Friedensvertrag, den Rußland am 2. März d. J. in Brest kitowsk mit den Mächten des Vierbundes abgeschlossen hat, tatifiziert. Ein Kurier mit dem Dokument ist bereits nach Berlin unterwegs. Der Sowjetkongreß, der über den Frieden abstimmer ollte, ist danach also nicht am 12., sondern erst am 16. Mär; susammengetreten. Bisher waren nur Entschließunger einzelner örtlicher Sowjets bekannt geworden, die sämtlich für den Frieden lauteten. Sie haben jetzt durch den Kon treß ihre Bestätigung gefunden. Heftige Auseinandersetzungen. Nach Berichten russischer Blätter gingen den Be catungen des großen Moskauer Kongresses, der weger schlechter Bahnverbindungen um vier Tage verschober werden mußte, Einzelberatungen der Sowjets voraus Daran nahmen auch die Mitglieder des Petersburger Volkskommissariats, ferner Radek und Joffe teil. Professo; Pokrowski, das Mitglied der ersten Friedensdelegation, hielt wie Radek eine Hetzrede gegen Deutschland, an die sich heftige Aussprachen anschlossen. Trotzki Alleinherrscher in Petersburg. Volkskommissar Trotzki ist jetzt, nachdem alle Behörden abgereist sind, Alleinherrscher in Petersburg. Er bereite: angeblich die Verteidigung der Hauptstadt gegen einen etwaigen deutschen Angriff(?) vor. An die Japaner hat er ein Schreiben gerichtet, in dem er erklärt, ihr Eingreifen m Sibirien sei nicht notwendig, da er eine neue Armebilde, die den Deutschen überall Widerstand zu leisten fähig ein werde. * Litauen und Weißrußland. Wie schon gemeldet, wird in den nächsten Tagen auch eine Abordnung der Litauer in Berlin eintreffen und empfangen werden. Der Bitte der Weißrussen um inderweitige Festsetzung ihrer Grenzen sowohl gegen Polen und die Ukraine, wie gegenüber Großrußland wird seitens der Reichsregierung nicht entsprochen werden können, denn Deutschland hat sich im Frieden von Brest Litowsk verpflichtet, keinerlei irgendwie geartete separa. tistische Tendenzen oder Agitationen innerhalb der Grenzen, die Großrußland verblieben sind, zu fördern. Der Kabinettsr„sel in Bumänien. Marghiloran Minister dent. Der König von Rumänien bo den konservativen Politiker und Parteifüh er Marghiloman nach Jasso kommen lassen und ihn ersucht, ein neues Kabinett zu bilden. Marghiloman hat zunächst Verhandlungen mit seinen Parteifreunden und mit den Mittelmächten angeknüpft. Er wird ihr Ergebnis dem Könige mitteilen und sich dann entscheiden, ob er die Kabinettsbildung übernimmt. Marghiloman sieht sich vor einer schwierigen Aufgabe. Er muß nicht nur die liberalen Anhänger Bratianus und Jonescus, die für den Krieg sind, für sich gewinnen, sondern sich auch mit seinen Meibeseeeteenssm gar bald mit dem in ihrem Herzen erdachten Idealbilde in eins zusammenfloß? Einem feinen Beobachter wäre auch nicht entgangen, wie leichte Röte ihre Wangen zu schmücken begann, wie ihre Augen glänzten und leuchteten, wenn er sprach oder sein Name genannt wurde. Und sie, die noch niemals darüber mit Gott gerechtet hatte, daß ihr die Himmelsgabe des Augenlichtes genommen war, barg jetzt manchmal nachts ihren Kopf in die weißen Kissen, und heiße Schmerzenstränen flossen aus den armen Augen. Nicht um thretwillen wollte sie sehend und gesund sein, nein, um ihn zu beglücken, ersehnte sie Sehkraft, Schönheit, Reichtum.— Leise verklangen jene Akkorde. Eine mächtige Weise flutete nun breit aus den Tasten hervor, majestätisch wie ein Psalm zum Lobe des Höchsten. Elfe lauschte. Da strich ein kühler Wind durch die Geißblattlaube, sodaß ste leise erschauerte. Im selben Augenblick fühlte sie eine milde Hand auf ihren Schultern. So tief gefangen war ihre Seele von Helmers Spiel gewesen, daß ihr feines Ohr nicht einmal den Schritt der Mutter auf dem nahen Kieswege gehört hatte. Schützend breitete Frau Kädler ein warmes Tuch über Elfens Schultern und sagte besorgt:„Es wird kühl, liebe Elfe, erkälte Dich nicht. Willst Du nicht lieber mit ins Haus kommen?“ „Hör' nur, Mutting, wie schön!“ flüsterte die Angeredete als Antwort und wies mit der Hand nach dem offenen Fenster. Frau Kändler verstand die stumme Bitte ihres Kindes, und ließ sich, wenn auch zögernd, neden der Blinden nieder und lauschte. Ging ihr auch das volle Verständnis für die Feinheit von Helmers Musik ab, so fühlte sie doch, daß etwas Erhabenes und Reines in seinem Spiele lag. Sie konnte es aber nicht hindern, daß, während ihr Ohr lauschte, ihre Seele abirrte und allerlei Zukunftsgedanken spann. Von Herzen liebte sie ihre Tochter, ihr einziges Kind. und ach, was sollte mit diesem zarten Wesen Kriegs=X Chronit Ministerpräsident Marghiloman. Wichtige Tagesereignisse zum Sammeln. geiegks Prechenr enche uut eier. keit.— Bei Avocourt werden vorstotzende französische nungen zurückgestoßen.— Erkundungsvorstöße deutscher wen bei Samogneux und bei Bezonvaur sind erfolgreich 18. März. In Flandern, bei Reims, in der Champagne und an der lothringischen Front Artilleriefeuer.— An der ganzen Front rege Fliegertätigkeit.— 22 seindliche Flugseuge werden abgeschossen.— Im Februar verlieren die Feinde an den deutschen Fronten 18 Fesselballone und 131 Flugseuge. eigenen Parteifreunden verständigen, von denen eine starke Gruppe mit Peter Carp an der Spitze, die Abdankung des Königs verlangen. Endlich aber muß er auch mit den Mittelmächten ins Einvernehmen gelangen, d. b. er muß die Vorfriedensbedingungen anerkennen, gegen die er noch mancherlei Bedenken haben soll. Vor der rumänischen Kriegserklärung an Österreich=Ungarn trat Marghiloman für unbedingte Neutralität ein, während Peter Carp und seine Gruppe die Kriegserklärung an Rußland verlangten. Wie immer sich die innerpolitischen Dinge in Rumänien auch entwickeln mögen, sie werden erst einer gedeihlichen Lösung entgegem gjeführt werden können, wenn Rumänien die Friedens jedingungen der Mittelmächte angenommen hat. Deutsche Luftsiege im Februar. Lebhafter Artilleriekampf im Westen. Mitteilungen des Wolffschen Telegraphen=BureausGroßes Hauptquartier, 18. März. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern nördlich von Armentières sowie in Ver dindung mit englischen Vorstößen zu beiden Seiten der La Bassée=Kanals war die Artillerietätigkeit vielfach gesteigert. An der übrigen Frout blieb sie in mäßigen Grenzen. Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und v. Gallwitz Zwischen Oise und Aisne, nördlich von Reims und in einzelnen Abschnitten in der Champagne lebte das Artillerie. feuer auf; in größerer Stärke hielt es tagsüber auf beiden Maasufern an. Heeresgruppe Herzog Albrecht. An der lothringischen Front und in den mittleren Vogesen zeitweilig Tätigkeit der Artillerien. An der ganzen Front sehr rege Fliegertätigkeit, Französische Flieger warfen Bomben auf die als solche deutlich erkennbaren Lazarettanlagen von Le Thour.— Wir schossen gestern 22 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone ab. Leutnant Kroll errang seinen 21. Luftsieg. Im Februar beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte an den deutschen Fronten 18 Fesselballone und 138 Flugzeuge, von denen 59 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im Kampf 61 Flugzeuge und 8 Fesselballone verloren. Osten. An der Südukraine wurde Nikolajew besetzt. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. Neue Versenkungen. TU. Berlin, 19. März.(Amtlich). Im Sperrgebiet um England vernichteten unsere=Boote 19000 BRT. feindlichen Handelsschiffsraum. Der Chef des Admiralstabes der Marine. kleine Kriegspost. Stockholm, 18. März. Die finnischen Truppen der Weitzen barde haben die allgemeine Offensive begonnen, die berall gute Fortschritte macht. Stockholm, 18. März. In Tiflis erklärte der kaukasische landtag unter Leitung des Dumamitgliedes Tscheidze, das r den Breiter Frieden mit der Türkei nicht anerkenne. Amsterdam, 18. März. Im englischen Unterhause wurde ine Petition der National=Partei mit 100000 Unterschriften vorgelegt, welche Besoranis über die Zusammenziebung werden, wenn sie, die Mutter, einmal vor ihr die Augen schloß? Vermögen war nicht da, das Häuschen mit Hypotheken belastet, die Pension schmal, Elfride infolge ihrer Blindheit nicht imstande, den Lebensweg allein zu gehen, geschweige, sich selbst den Lebensunterhalt zu erringen. Sollte sie bei lieblosen Verwandten umhergestoßen werden, sollte sie aus Barmherzigkeit in einer Versorgungsanstalt untergebracht werden, ihr Kind, das so viel persönliche Wärme und Liebe brauchte? Und ach, Frau Kändler wußte,— und der Gedanke lastete schwer auf ihr— daß ihre eigene Gesundheit längse erschüttert war, daß eine beklemmende Herzschwäche oft drohend nahte. Nur ihrer aus starker Mutterliebe fließenden Willenskraft war es zu danken, daß Elfriede nichts von dem wahren Zustande ihrer Mutter ahnte. Auch heute mußte sie einen Anfall überwinden; eben, während Else im Garten den Klängen lauschte, hatte sie im Zimmer zusammengekauert eine jener qualvollen Herzbeklemmungen durchgemacht. Es wurde kühler. Der Windstoß kam in immer kürzeren Pausen wieder. Frau Kädler fröstelte. Da hatte Dr. Helmer geendet. Wie aus einem füßen Traum schreckte Elfe empor. Sofort stand sie auf dem Boden der Wirklichkeit und fühlte mit feinem Empfinden, daß Mutting ihr ein Opfer gebracht und lieber drinnen im schützenden Zimmer geweilt hätte. Schnell erhob sie sich und tastete nach der Hand der Mutter. Hand in Hand wandelten die Frauen durch den Garten nach ihrer Behausung, aber jedes war in seinem Innern noch zu bewegt, um gleich Worte des Alltags zu finden. Höher stiegen die Sterne, und reiner ward ihr Glanz Frau Kändler und Elfriede hatten längst ihre Ruhestätte aufgesucht. Ein holdes Lächeln lag auf Elfens Antlitz denn gute Geister besuchten sie. (Forts. folgt.) zeuzicher Truppen an der Westfront verundet und das las ersucht, zwecks Abwendung der Gefahr, das Militär jesetz unverzuglich auf Irland auszudehnen. Rotterdam, 18. März. Pariser Blättern zufolge werden at Spanten ähnliche Verhandlungen wie mit-land wegen lberlassung des Schiffsraumes gepflogen. Politische Rundschau. Deutsches Reich. * Dem Bundesrat ist ein Entwurf für die der Kriegsgewinne der Gesellschaften im vierten Kriegs. ahr zugegangen. Unter Anlebnung in der formalen Gealtung an das Gesetz vom 16. Juni 1916 sieht der Entwurf aber aus steuertechnischen Gründen nur eine Erassung der Gesellschaften vor. Diese sollen nach den euen Sätzen 60 Prozent ihres Mehrgewinnes— also die vorgeschriebene Kriegsgewinnsteuerrücklage — dem Reiche abführen. Nur unter gewissen Bedingungen e. h. wenn die Gewinne nur eine gewisse Höhe erreichen. vermindert sich der Satz. * In der Deutsch=Irischen Gesellschaft sprach aus Anlaß des irischen Nationalfestes St. Patrickstag der Vertreter des Auswärtigen Amtes Wirkl. Legationsrat v. Stumm iber die Lage in Irland. Er führte aus, wie England seit ke. di# Erischen Freiheitsbestrebungen mit brutalen Mittely „ktampt hat und auch jetzt wieder Maßnahmen zur Unterbrückung trifft. Herr v. Stumm schloß: Asquith hat kürzlich gesagt, daß die territorialen Eroberungen, die England in diesem Kriege gemacht hat, vor die Friedenskonferenz kommen sollten. Wenn er das ernst meint, so st es seine Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Friedenskonferenz sich auch mit dem Schicksal Irlands befasse — wenn, wie wohl gegenüber der Übermacht zu befürchten ist— es auch Lord French gelingt, mit seiner Armee die grüne Insel zu erobern und zu besetzen. Unterjochen aber pird er sie nicht! Und in diesem Kampf um seine Selbststimmung kann das irische Volk der Sympathien des gesamten deutschen Volkes alle Zeit sicher sein. Aus In= und Ausland. Berlin, 18. März. Die Vorlage, betreffend den Friedensvertrag zwischen Deutschland, Österreich=Ungarn. Bulgarien und der Türkei einerseits und Rußland anderseits sowie den deutsch=russischen Zusatzvertrag zu dem Vertrage; und die Vorlage, betreffend den Friedensvertrag zwischen Deutsch= land und Finnland, fanden gestern die Zustimmung det Bundesrats. Bewin, 18. März. Zum Verbands####ktor für der Zweckverband Groß=Berlin ist Stadtrat Fischbeck mi 54 Stimmen gegen 45 Stimmen, die auf den bisberigen Verbandsdirektor Dr. Steiniger entfielen, gewählt. München, 18. März. Die sozialdemokratische Interpellation über eine von Berlin aus hier eingerichtete Überwachungs. stelle für Personen, die für den Frieden werben, wird dahin beantwortet werden, daß es sich bei dem Gerücht um ein Kriegspsychose handele. Kopenhagen, 18. März. Die Selbständigkeitsbeegung auf den Alandsinseln ist im Wachsen begriffen ibereitungen für die Ernennung einer eigenen Regierung werden bereits getroffen. Stockholm, 18. März. Die englisch=schwedischer Wirtschaftsverhandlungen sind plötzlich ins Stocken geraten.(Wahrscheinlich, weil die schwedischen Reeder dei Lieferung von 400000 Tonnen Schiffsraum nicht zugestimm haben.) Amsterdam, 18. März. Nach einer Petersburger Meldung ist zum Gesandten Großrußlands in Berlin Joffe aus. ersehen, der bei den Verhandlungen in Brest=Litowsk den Vor sitz in der russischen Abordnung führte. Preuzischer Landtag. Abgeordnetenhaus. (129. Sitzung.) Ke. Berlin, 18 März. Die Aussprache über die Steuerangelegenheiten gebt bei der zweiten Lesung des Finanzetats weiter. Nachdem der Zentrumsabgeordnete Itschert altvreußische Sparsamkeit, christliche Einfachbeit und bessere Ernährungsmaßnahmen gefordert hatte, trat der fortschrittliche Abgeordnete Cassel für schleunige und gründliche Staatsbilfe an die Gemeinden und für hauptamtliche Steuerveranlagung ein. Wir dürfen bei diesen unter keinen UmKänden das Reich eum Kostgänger der Einzelstaaten machen. es wird daher ohne direkte Steuern nicht geben. Wir geben schweren Zeiten entgegen. Die Svarsamkeit darf sich nicht auf die Verschüttung produktiver Quellen erstrecken, z. B. Kunalbauten. Für unsere zurücktebrenden Krieger müssen wir auch korgen.(Beifall.) Finanzminister Dr. Herat: Wir hatten 1916 über 300 Millionen Defizit und das Gesetz von 1916, wonach jährlich 100 Millionen aus den Zuschlägen vorwegzunehmen sind. in verpufft, da das Defizit stärker gewachsen ist. Die Zuschlagserhöbung ist also für den Staat unentbehrlich. Wir brauchen also die erhöhten Zuschläge und auch noch weitere Steuererhöhungen und hoffentlich werden auch Abg. Cassel und seine Partei diese bewilligen. Dem Abg. Itschert muß ich zugeben. daß wir leider hart auftreten müssen, um alle Nahrungsmittel zu erfassen, aber die Landwirtschaft sieht ein, daß das sein muß und wird bei der Kriegsanleibe nicht versagen. Sozialdemokrat Haenisch sprach sich für eine starke Besitzsteuer im Reiche aus. Dann wurde die allgemeine Bezreihung beendet. Nachdem auch die Etats der direkten und rekten Steuern rasch erledigt waren, vertagte das Haus ich auf Aenstag. Zialer Teil. Merkdlatt für den 20. März. Sonnenaufgang 6“ Monduntergang 2“ V. Sonnenuntergang 619 s Mondaufgang 10“ V. Prinz Friedrich Karl von Preußen geb.— Dichte grik Ibsen geb.— 1874 Dichter Börries Frhr. v. Münchhause 9.— 1878 Naturforscher Robert v. Mayer gest.— 1890 Rück des Fürsten Bismarck.— 1894 Ungarischer Freiheitskämpfe wig Kossuth gest.— 1916 Niederlage der Franzosen be vocourt westlich Verdun.— Hauptangriffe der Russen währen der Märzoffensive bei Riga, Dünaburg, Friedrichstadt, Postaw— 1917 Bildung des französischen Ministeriums Ribot. 9 Die Ausbildung unserer Töchter. Die Folgen de Krieges veranlassen zahlreiche Eltern, den Bildungsganweer Tochter rechtzeitig im Hinblick auf einen vielleich Stie werdenden selbständigen Lebensberuf zu bestimmen ##erechtigung dieser Vorsorge macht es zur öffentlicher darauf hinzuweisen, daß manche Berufe weger Aberfullung den Frauen schon jetzt oder doch in abseh arer Zukunft sichere Lebensaussichten nicht mehr er efnen.„Das kann mit Sicherheit von den gelehrten Be#sen, nisbesondere dem der Oberlehrerin und der Arztir behauptet werden, wenn man feststellt, daß im laufender Bintersemester allein in Preußen über 4000 Studentinnen deutscher Staatsangehörigkeit immatrikuliert sind. Die zahl der nicht angestellten Anwärterinnen für der urerinnenberuf überbaupt ist außerordentlich gestiegen der Soldnch, fur " Tattcnut Korkeut die Goldankaufsstellen. zchhUArtrh voltent Die Goldankaufstelle befindet sich im Rathause und ist jeden Mittwoch nachmittag von—6 Uhr geöffnet. Aber auch die Oberlyzeen sind überfüllt und der Bedar in Volksschullehrerinnen und wissenschaftlichen Lehrerinnen ist auf Jahre hinaus gedeckt. Ein sehr starker Andrang nacht sich ferner zu dem mittleren Bibliotheksdienst geltend Bessere Aussichten eröffnen sich den jungen Mädchen in vielerlei praktischen Berufen, zu denen die hauswirtschaftsiche Ausbildung in den Frauenschulen die Befähigung gibt. Die Ausbildung in der Erziehung und Pflege des Kindes, die diese Anstalten gewähren, eröffnen ferner den Weg zur Kindergärtnerin, Hortnerin, Jugendleiterin ind damit zur Betätigung in Pflege= und Erziehungsinstalten für Kinder. Auch die allgemeine Wohlfahrtspflege eröffnet den Frauen ein beständig sich erweiterndes Feld ersprießlicher Tätigkeit als Pflegerinnen und Fürergerinnen aller Art, Beamtinnen in der Armen= und walsenpflege, Leiterinnen von Heimen u. a. Für alle diese Berufe bietet die Frauenschule in ihrer neuen Getaltung den besten Übergang von der Schule zur sachlicher Ausbildung. — Wichtig für Seifen=Händler. Der Ueberwa chungsausschuß der Seifenindustrie wird mit Genehmigung des Reichskanzlers einmalig eine zusätzliche Menge von 50 Gramm .=.=Seife für die Person zur Verteilung bringen. Die Verbraucher sollen durch diese Zusatzmenge für den Ausfall der auf 125 Gramm herabgesetzten Seifenpulvermenge vorläufig nicht zu denken ist. Die Abgabe soll gegen Vorlage des Mittelstücks der gültigen Seifenkarte erfolgen, wobei auf dieses durch Stempel oder handschriftlich der Vermerk gesetzt wird:„50 Gramm Feinseise April 1918“ Die zusätzliche Menge.=.=Seife kann der Händler durch die bisherigen Bezugsquellen beziehen, wozu die Einreichung der Empfangsbestätigungen ausnahmsweise nicht nötig ist. Die amtliche Verordnung, welche die Abgabe der erhöhten Feinseifen menge an das Publikum gestatten wird, ist Anfang April zu erwarten. Paderborner Stadtchronik. Vom Vaterländischen Frauenverein. an dieser Stelle schon oft lobend und anerkennend heroben werden Der Verein hat sich namentlich durch den Umfang seiner Kriegsarbeit auf den verschiedensten soziKricten so unschätzbare Verdienste erworben, daß er zu zugegangen. Die Abteilung für Neugeborene mit 28 Betten, welche an der genannten Anstalt seit 1909 besteht, ist vom Minester des Innern auf den Antrag des Regierungspräsidenten in Minden unter dem 27. 7. 1917 als Säuglingspflegeschule entsprechend den Vorschriften der Anordnung vom 31. 3. 1917 anerkannt worden; darnach ist sie berechtigt, die vorgeschriebene Prüfung für Säuglingspflegerinnen abzuhalten und Zeugnisse darüber auszustellen. Für diese Pflegerinnen sind Ausbildungslehrgänge an solchen Anstalten vorgeschrieben, die fur Hebammen drei Monate, für sonstige Bewerberinnen ein halbes Jahr dauern. Um für die Einrichtung die dadurch bedingten zahlreichen Räume zu gewinnen, ist eine Erweiterung der Anstalt durch Verlängerung des Vorderflügels in nordwestlicher Richtung notwendig; diese soll bei rund 1711 Quadratmeter bebauter Grundfläche 2500 Kubikmeter umbauten Raum umfassen; mit dem Bau soll erst begonnen werden, wenn auf dem Baumarkt wieder einigermaßen normale Verhältnisse eingetreten sind. Die Baukosten werden, wie berichtet, auf 75000 Mark veranschlagt; der Betrag soll nach der Vorlage dem BausammelI f o n d s d e r P r o v i n z e n t n o m m e n w e r d e n.— D e r V o r l a g e i s t eine eingehende Denkschrift des Direktors der hiesigen Provinzial=Hebammenlehranstalt, Sanitätsrats Dr. Mann. beigefügt.„ ochw. Herr Bischof Dr. Carl Josef Schulte begeht am heutigen St. Josefstage den achten Jahresseiner Konsekration. Aus diesem Anlaß fand heute vormittag im Dom unter starker Anteilnahme der Gläubigen ein feierliches Hochamt statt. "— Das teuere Paderborn. Nach den Bestimmungen üver die neuen Kriegs=Teuerungszulagen sollen die Beamten und Lehreri n Orten mit teueren Lebensverhältnissen noch insofern besonders berücksichtigt werden, als sie eine Erhöhung jener Teuerungszulage von 20 Prozent erhalten. Zu den teuren Orten rechnet nuna uch, wie wir zuverlässig erfahren, unsere Paderstadt. Hiernach würden sich die neuen Teuerungszulagen z. B. für Unterbeamte auf 720 Mark und für mittlere Beamte und für Lehrer auf 840 Mark belaufen. Unabhängig von der KriegsTeuerungszulage wird die seitherige Kriegsbeihilfe weitergewährt. — Telephonanlagen. In den nächsten Tagen wird die Baukolonne des Telegraphenamtes die angemeldeten Anschlüsse ausführen. Wir machen darauf aufmerksam, daß Veränderungen und Neuanlagen noch in dieser Bauperiode ausgeführt werden können, wenn ihre Anmeldung beim Telegraphenamt alsbald erfolgt. Bei späteren Anmeldungen kann für schnelle Ausführung nicht garantiert werden. Das segensreiche Wirken des Vaterländischen Frauenverein konnte an dieser Stelle schon oft lobend und anerkennend hervorgehbern werden. großen alen Gebieten einem der ersten Helfer des Vaterlandes wie des Volkes geworden ist. Wenn überall im deutschen Vaterlande die Vaterländischen Frauenvereine auch nicht annähernd so erfolgreich und aufopfernd gearbeitet haben werden, wie unsere Paderborner Ortsgruppe, so läßt doch der Umfang ihrer Tätigkeit, wie sie uns in der gestrigen Jahresversammlung des Vereins im Bürgervereinssaal erstattet worden ist, den unbedingten Schluß zu, daß die Arbeit der Vaterländischen Frauenvereine eines der wertvollsten und erhebendsten Kapiteln in der Geschichte deutscher Liebestätigkeit in den langen Kriegsjahren für alle Zukunft bleiben wird. Der Vaterländische Frauenverein Paderborn hat daher allen Anspruch auf ein dankbares Gedenken, aber auch allen Anspruch auf die weiteste Unterstützung und Förderung in der Zukunft, denn gerade wenn der Frieden eintreten sollte, gibt es für ihn, wie Herr Landrat von Laer in seinem Schluß= und Dankeswort an den rührigen Vorstand, Mitglieder und Förderer betonte, besonders viel Arbeit. Den Jahresbericht erstattete Fräulein Müller. Er gab eine gedrängte Zusammensassung der geleisteten Vereinsarbeit für die Lazarette durch Kurse für Schwestern und Helferinnen. Diesen Helferinnen, die sich einer so opfervollen Tätigkeit in den Lazaretten widmen, zollt der Jahresbericht besondere Dankbarkeit. Sechs der Hilfsschwestern sind bereits seit Beginn des Krieges in der Verwundetenpflege ununterbrochen tätig. Die Heimarbeit brachte vielen Familien Verdienst. Der lehrreiche Schuh =kursus zählte über 300 Teilnehmerinnen. Andere erfolgreiche Vereinsarbeit betrifft die eingerichtete Milchverkaufsstellen, Kaffeestuben, Volksküche usw. Andere Wohlfahrtseinrichtungen wie Soldatenverpflegung am Bahnhof, Suppenanstalten usw. wurden mit reichen Mitteln unterstützt. Besonders nahm sich der Verein auch der Fürsorge für die Kinder an und wandte namentlich zu Bade kuren große Mittel auf. In welch' umfangreicher Weise der Verein diese Gebiete der Liebestätigkeit förderte, ging auch aus dem von Herrn Bankdirektor Loer erstatteten Kassenbericht hervor. Während in Friedensjahren der geldliche Umsatz der Vereinstätigkeit 10.000 Mark kaum betrug, erreichte die Abschlußsumme des Jahres 1917 inkl. Bankverkehr den Betrag von 111 246 Mark in Einnahme und 108 386 Mark in Ausgabe, ohne Bankverkehr 75446 Mark Einnahmen und 72591 Mark Ausgaben. Als Bestand blieben 2855 Mark auf neue Rechnung. Von den Einnahmen seien erwähnt: Vereinsbeiträge 1488 Mark, Ueberschüsse von Veranstaltungen 375 Mark, Geschenke und Zuweisungen 5757 Mark(300 Mark mehr wie 1916), Milchhäuser:(Westerntor 1082 Mark, Karlsplatz 3664 Mark, Neuhäusertor 492, Detmoldertor 3838 Mark) 18817 Mark. Kaffeestuben: Kamp 7937 Mark, Neuhäuserstraße 8404 Mark, Zuweisungen für Badekuren 3830 Mark, Heimarbeit 2100 Mark. Verausgabt wurden u..: Kaffee= und Milchstuben 31 457 Mark, Abgaben und Aufwendungen 152 Mark, Volksküche 2667 Mark, Suppenküchen 2275 Mark, Heimarbeit 15 783, Badekuren 9753. Das Vermögen des Vereins, in Kriegsanleiheu nd bei der Bank angelegt, beträgt 14896 Mark. Direktor Loer betont, daß die Zahlen allein schon die große und segensreiche Tätigkeit des Vereins bezeugten. Herr Landrat von Laer schließt sich dieser Feststellung an. Der Vaterländische Frauenverein habe sich in der Tat zu einem der wichtigsten Glieder in der Kriegswohlfahrtspflege entwickelt, und für die Kreiswohlfahrtspflege und das Rote Kreuz eine sehr starke und unentbehrliche Stütze geworden. Der Verein und namentlich seinem arbeitssamen Vorstand schulde daher der Kreis, wie Rotes Kreuz und Oeffentlichkeit großen Dank, den er gern abstatte. Der Verein verdiene daher alle Unterstützung und krüftigste Förderung auch in Zukunft. Seine Aufgabe würde mit dem Abbau des Krieges und nach dem hoffentlichen baldigen Friedensschluß sogar noch wachsen. Die private Liebestätigkeit würde dann noch stärker in Erscheinung zu treten haben. Dazu bedürfe der Vaterländische Frauenverein noch große Mittel. Der Herr Landrat bittet den Verein mit Vertrauen weiter zu arbeiten und hofft'd aß die Ziele und Veranstaltungen des Vereins auch in Zukunft allseitige Unterstützung und Förderung finden. Diesem Wunsche schließen auch wir uns gern an. * = Dem Provinziallandtag der Provinz Westfalen ist, wie gemeldet, eine Vorlage des Provinzialausschusses betr. Erweiterung der Provinzial=Hebammenlehranstalt in Paderborn durch Angliederung eines Säuglingsheims zum Zwecke der Ausbildung von Säuglingspflegerinnen Von Nah und Fern. * Hembsen(Kreis Höxter), 18. März. Seltenes Glück hatte in voriger Woche der Kaufmann und Hotelbesitzer Stephan Robrecht von hier, denn er fing in der Nethe 2 Prachtexemplare von Fischotter. * Lippstadt, 17. März. Heute feierte Herr Professor Kneer in aller Stille sein silbernes Priesterjubiläum und gleichzeitig sein 25 jähriges Ortsjubiläum. ..— Cleve, 18. März. Ein bedeutungsvolles Projekt, die Sogffung, eines Schiffahrtsweges von der Maas uf der Genneper Stromgerechtsame eine weitere Förderung erfahren. Es besteht die Möglichkeit, daß demnächst die Schifffahrt bis Goch ausgedehnt wird.— Bei der Ablieferung von „ aus Hausschlachtungen kamen in der kleinen Gemeinde 1000 Pfund zusammen, nachdem kürzlich bereits 700 Pfund zur Ablieferung gebracht worden waren. Letzte Nachrichten. Französisches-Boot untergegangen. " TU. Frankfurt a.., 19. März. Aus Basel wird der „ec. Ztg. gemeldet: Nach einer amtlichen Havasmeldung ist mano hne Nachricht von dem=Boot„Diane“, welches schon vor einiger Zeit von einer Ausfahrt hätte zurückkehren sollen. Boot wird als verloren betrachtet. Was geht in Spanien vor? Bern, 19. März. Alarmierende Gerüchte über ernste Vorfälle in Spanien zirkulieren heute hier. Eine Depesche aus Barcelona meldet, die Bürgergarde habe die Büros des Telegraphen=, Telephon= und des Postamtes besetzt. Weitere Meldungen sind von der Zensur aufgehalten worden. Demobilisierung in Rußland. TU. Basel, 19. März. Nach einer Petersburger Havasmeldung verfügte ein amtliches Dekret die Demobilisierung aller Truppen des Petersburger Distriktes. Englische Kohlenknappheit. TU. Haag, 19. März. Aus London wird gemeldet, daß der englische Kohlenkontrolleur die Schließung sämtlicher Klubs, Theater, Kinos und Restaurants vom 11. April ab auf.30 Uhr serstgesetzt habe. Nach Holland die Anderen. cb. Stockholm, 19. März. Der Verband ist mit neuen orderungen auf schwedischen Schiffsraum hervorgetreten,„Wie„Stockholms Tidningen“ mitteilt, soll die schwebische Regierung die 400000 Tonnen schwedischen Schiffsraum, # gsgenwärtig in den Häfen der Verbündeten fest liegen, mit chter Munnschaft dem Verbande zur Benutzung zu überlassen und dafur die Einfuhrerlaubnis für eine Reihe von Waren erhalten, darunter auch 250000 Tonnen Getreide, das allerdings, wie es heißt, nicht vor dem Herbst geliefert werden könne. Außerdem soll Schweden einen Teil seiner Obstausbeute, die jetzt nach Deutschland geht, an England verkaufen. Für Beachlung! Stadtabonnenten, denen der Paderborner Anzeiger durch die Post überwiesen ist, werden gebeten, im Falle eines Wohnungswechsels die neue Wohnung unserer Geschäftsstelle: Bahnhofstraße 13.bis zum 25. ds. Mts. mitzuteilen, damit die Ueberweisung ful bus neue Quartal richtig erfolgen kann. Es wird auch darauf hingewiesen, daß die Ueberweisungen stets auf ein Vierteljahr(quartalsweise) erfolgen und evtl. Abgänge für das neue Quartal bis zum 25. ebenfalls unserer Geschäftsstelle zu melden sind. Neubestellungen können indes zu jedem Monat aufgegeben werden. Im Interesse regelmäßiger Zustellung werden unsere Leser um Beachtung Dieses gebeten. Druck, Verlag und Redaktion von Martin Wagner, in Paderborn. „* = Die festgesetzte Steuerliste, betreffend die Veranlagung der Personen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 900 Mark zu kommunalen Zwecken für das Steuerjahr 1918 liegt von Mittwoch, den 20. März 1918 an, vierzehn Tage lang, im Steuerbüro — Liboriberg Nr. 23, Zimmer Nr. 4— zur Einsicht aus. Gegen die Veranlagung steht den Steuerpflichtigen binnen einer Ausschlußfrist von vier Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist die Berufung zu. Paderborn, den 20. März 1918. Der Magistrat. " Heute Nacht erlöste ein sanfter Tod meinen innigstgeliebten Mann und unvergeßlichen, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel, den Gendarmerie-Wachtmeister a. D. PRieurion-Koistonl Inhaber des Eisernen Kreuzes 1870/71 und anderer Orden, von seinem langen, qualvollen Leiden im 74. Lebensjahre. Lügde, Köln, den 17. März 1918. Um stille Teilnahme bitten: Frau Wwe. Kielstein, Lisette, geb. Tiggemann, Wilhelmine Adebahr, geb. Kielstein, Carl Adebahr. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 21. März 1918 nachmittags 3 Uhr statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Todes-Anzeige. Nach Gottes unerforschlichen Bestimmungen wurde unser lieber guter Sohn, Bruder und Neffe der Konditor däger Karl Becker in einem Reserve-Inf.-Reg. im jugendlichen Alter, im 20. Lebensjahre, vom Felde der Ehre durch den Tod am 11. März in ein besseres, triedlicheres Jenseits zum ewigen Frieden abberufen. Auf Patrouille, durch schwere HandgranatenVerletzung an Kopf und Brust, erlitt derselbe den Heldentod. Der Tod, den er stets ahnte, traf ihn wohlvorbereitet. Die Leiche wurde auf dem Bürgerfriedhofe in Feindesland zur letzten Ruhe gebertet. Den lieben Verstorbenen im Gebete zu gedenken bittet Familie Kondiior Heinrich Becher. Paderborn, Westl. Kriegsschauplatz. März 1918. Das Seelenamt findet Donnerstag morgen 8¼ Uhr # in der jesuitenkirche statt, wozu ergebenst eingeladen wird. Es wird höfl. gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. Auf Grund der Kundenliste gelangen 62½ gr. Sago 30 gr. Teigwaren 45 gr. Hatertlocken 1 Prund Kunithonig zur Verteilung. Paderborn, 19. März 1918. Magistrat der Stadt Paderborn Abteilung: Lebensmittelversorgung. Wer nimmt zwei Mädchen 7 und 9 Jahre alt aus besserer Familie, familienverhältnissehalber auf ein Jahr in gute Pflege. Krankenhaus oder Kloster bevorzugt. Kleidung wird gestellt, evt. auch kleine Vergütung. Offerten unter E. H. 100 an die Geschäftsstelle der Westfälischen Volkszeitung in Bochum. Tücht. Mädchen findet gute Stellung in kleinem berrschaftlichen Haushalt für alle Hausarbeit und Küche. Frau Fabrikbesitzer Plattberg, Essen=Stadtwald, Frankenstraße 299 u. 299a. Haltestelle Sch llstraße Elektr. Linie 16. S Die glückliche Geburt eines gesunden . Töchterchen zeigen hocherfreut an s) Josef Isermann und Frau n Anna geb. Jäger. Kaufmännische Husbildung. Weiterbildung für Damen und Herren im Gruppen:: und Einzel-Unterricht: Ausführl Lehrplan frei. Blunck 8 v. Boehn, Callel 40. 29 Sichtspielhaus Weiße Wand“ Rosenstraße 13. Komaneurus von Robert Reinert. V. Teil des Filmwerks nebst schönem Beiprogramm gelangi am Dienstag, den 19., und Hcitzwoch, den 20. d.., zur Vorführung. Anfang 6 und 8 Uhr abends. Darsteller: Richard Ortmann Olaf Fönss Edgar Rodin Friedrich Kühne Maria Marja Immhofen Rudolf Fritz Steidel. Gewinnliste der Verlosung zugunsten der Kriegsbeschädigten=Fürsorge Paderborn. (Ohne Gewähr.) „Bei der am 16. März 1918 im Leokonvikt zu Paderborn stattgesungenen Verlosung wurden folgende Nummern 43 58 59 63 67 69 82 130 174 196 198 223 270 276 289 318 356 367 377 412 420 449 453 455 457 485 506 514 524 548 562 563 568 569 579 585 602 662 663 688 692 701 710 737.753 772 779 789 799 812 826 841 848 865 869 900 916 924 930 933 948 969 995 1005 1008 1020 1025 1027 1029 1059 1084 1085 1090 1117 1164 1203 1209 1239 1241 1248 1258 1263 1265 1274 1297 1307 1338 1348 1350 1356 1381 1384 1394 1397 1400 1406 1413 1452 1467 1469 1477 1481 1490 1496 1528 1533 1535 1546 1557 1564 1566 1568 1574 1577 1583 1597 1598 1606 1609 1612 1625 1632 1610 1642 1648 1661 1669 1677 1681 1688 1706 1712 1713 1715 1751 1753 1760 1766 1773 1779 1780 1789 1796 1804 1837 1840 1842 1850 1863 1886 1893 1908 1928 1929 1939. 1949 1954 1956 1962 1968 1973 1981 1990 1992. Gewinne können am Mittwoch, den 20. 3. 18, und am Samstag. den 23. 3. 18, im Ausstellungsraum Marienplutz 8 morgens von—12 Uhr in Empfang genommen werden. Gewinne, die 4 Wochen nach der Ziehung nicht abgeholt sind, verfallen zugunsten der KriegsbeschädigtenFürsorge. Die Verlosungs=Kommission. # finden bei der fortgesetzt steigenden Leserzahl in Stadt und Land Paderborn im „Paderborner Anzeiger“ Amtliches Kreisblatt Anzeiger für Neuhaus u. Delbrück weite Verbreitung und versprechen sicheren Bei Wiederholungen wird Rahatt gewährt Anordnung über das Schlachten von trächtigen Ziegen. Auf Grund des§ 4 der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers über ein Schlachtverbot für trächtige Kühe und Sauen vom 26. August 1915(..Bl. Seite 515) wird hierdurch folgendes bestimmt: § 1. . Die Schlachtungen von Ziegen, die sich in erkennbar trachtigem Zustande befinden, ist verboten. S 2. Das Verbot flndet keine Anwendung auf Schlachtunge## die erfolgen, weil zu befürchten ist, daß das Tier an einer Erkrankung verenden werde, oder weil es infolge eines Unglückfalles sofort getötet werden muß. Solme Schlachtungen sind innerhalb 24 Stunden nach der Schlachtung der für den Schlachtungsort zuständigen Ortspolizeibehörde anzuzeigen. S 3. Ausnahmen von diesem Verbot können aus dringenven wirtschaftlichen Gründen vom Landrat, in Stadkreisen von der Ortspolizeibehörde, zugelassen werden. S 4. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden gemaß§ 5 der eingangs erwähnten Bekanntmachung mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark oder mit Gesängnis bis zu drei Monaten bestraft. § 5. Diese Anordnung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Deutschen Reichs= und Preußischen Staatsanzeiger in Kraft. Berlin, den 4. März 1918. Der Minister für Landwirtschaft, Domänen& Forsten. ges Eisenbart=Rothe. ( Tauf. Donnerstag, den 21. März er., vormittags 10 Uhr sollen aus dem Gemeindewalde Lippspringe, Forstdistrikt 375(Mittelberg) nachbenannte Hölzer: 1. 711,5 rm Buchen=Scheit und Knüppel." 2. 760 rm Buchen=Astreiser, 3 4 rm Buchen=Brennklötze öffentlich meistbietend verkauft werden. 2 Sammelplatz: Vorm. 10 Uhr Gasthof Hoßfeld in Lipospringe, wo auch der Verkauf stattfindet. Lippspringe, den 16. März 1918. Der Gemeinde=Vorsteher. I..: Mertens. National t Sataladdttze mit Totaladoition zu kaufen gesucht. Off. u. J. W. 13541 a. d. Geschäftsst des Paderborner Anzeigers. Straßen bahn =wagenführer sofort gesucht. Paderborner Elektrizitätswerk u Straßenbahn.-G. Musikunterricht Klavier, Violine, Cello, Gesang Theorie der Musik Friedrichstr. 3 Th. Queling Kgl. Seminar-Musiklehrer a. D. KIII n but E* Rathausplatz 8 # * zeigen höfl. an, daß die Frühjahrs- und Sommer-Modelle fertig gestellt sind und bittet um den geschätzten Pesuch