Nr. 30 Dienstag, den 5. Februar 1918 32. Jahrgang. „ 0 0 Amtliches Kreisbtatt,, Anzeiger für Neuhaus und Betbrua Seseonnerenennen Ar Seeee uter ecn wer 9 2d as Pfg, bai der Poß abgihok 4s Poderberner Bohanntmachungen Poderberner Magistrats veröffentücht.——— uneneneneneeoneeeronneerneenenmee Bahnhofstraße 10— Hatetereefheters Haus Phaftl. aja Hrätliatersärgen Paderborner Lan. vieler Behürden Gratio=Beilage„Sterne und Biumen“ 20 Tagen dem Kroche Paderbern für die 55 Plz., auswärtige 20 Pie 09 Pfg. Bei Wiederhokungen die bei Richtzahlung innerhald ersischt. Beklagengebühr# Der Entente=Kriegsrat erneut gegen einen Verständigungsfrieden. Nach dem Streik. Aus Berlin wird uns geschrieben:—.— Eine Kraftprobe war es und sollte es sein, und sie # von den Arbeitern verloren worden. Die durch den Belagerungszustand herbeigeführte Verkürzung des Verkommlungsrechts wollten sie beseitigt sehen, und der erste Erfolg der Ausstandsbewegung bestand darin, daß auch seine spärlichen Reste durch den Oberbefehlshaber in den Marken sofort aufgehoben wurden. Das Ende des Krieges ollte beschleunigt werden, und der Erfolg ist, daß allenthalben in den Ländern unserer Feinde Jubel und Frohkocken herrscht, daß es nun unfehlbar abwärts mit uns gehe und daß wir den Frühjahrsstürmen dieses Jahres sicht mehr gewachsen sein würden. Die weitere„Verschleppung“ der preußischen Wahlreform sollte von der Regierung verhindert werden, und der Erfolg ist. daß die Frage aufgeworfen wird, wie es denn mit der politischen Reise eines Volkes stehe, das in der Stunde der Gefahr nicht zusammenhält, sondern die eigen Landesverteidigung aufs Spiel setze. Der Belagerungszustand sollte aufgehoben werden; statt dessen haben wir die Standgerichte bekommen. Eine Amnestie zugunsten er poltischen„Märtprer“ erlasen werden; statt bessen jetzt auch der Reichstagsabgeordnete Dittmann vor bericht gewandert. Kurz, wohin man auch blickt überall ist das gerade Gegenteil dessen eingetreten. was die Streikenden erstrebt haben. Hinzugekommen ist ein schwere Trüdung der Beziehungen zwischen der politischen Vertretung der deutschen Arbeiter und den übrigen Parteien sowie der Regierung, und unentschieden in noch, ob nicht dem Reichstag eine Militarisie vung der für Heer und Flotte arbeitenden Betrieb vorgeschlagen werden wird, ganz nach dem Beispiel knglands, das bald nach Kriegsbeginn sich durch berühmte Munitionsgesetz gegen jede Streikgefahr sicherte, indem alle Arbeiter und Fabriken unter Staats zufsicht gestellt wurden. Das Unterhaus nahm damal das Gesetz sofort in allen drei Lesungen an. Der Reichs og würde wahrscheinlich seiner Gewohnheit gemäß, ein angsameres Verfahren einschlagen, aber zweifellos doch zu dem gleichen Ergebnis gelangen, wenn Graf Hert ling erklären sollte, nach den gemachten Erfahrungen diVerantwortung für die Aufrechterhaltung unserer Ver beidigungsfähigkeit nur bei einer erheblichen Erweiterung der Vegierungsbefugnisse tragen zu können. So würd die Streikbilanz für die Arbeiter mit einem beträchtlichen Fehlbetrag abschließen, und ihnen selbst wird es mittler peile wohl schon klar geworden sein, daß sie übe beraten waren, als sie sich in den Streik hineintreiber teßen. Wer war es aber, der sie so übel beriet? Die sozial an surte Parteileitung besfreitet, daß sie zu den An kiftern der Bewegung gehört habe, und wenn man sie au die Reichstagsreden der Ebert und Scheidemann verweist, die mehr und mehr mit der Aufgeregtheit der Nassen und ihren unausbleiblichen Stimmungsausbrüchen ür den Fall, daß die Regierung nicht restlos nach der Forderungen der Arbeiter verfahre, operierten, und au die Leitartikel des Vorwärts, die nach dem gleichen Rezept verfaßt waren, so erhält man zur Antwort, das damit nur dem tatsächlichen Stande der Dinge Rechnung ) Fetragen wurde. Eine Behauptung, über die sich streiten; (K’ääßt. Unbestritten aber ist und bleibt, daß von dieser Seit jedenfalls nichts zur Beruhigung der Gemüter getan wurde, was namentlich nach der gründlichen Aussprach zwischen Reichstagsausschuß und Regierung wohl hätte geschehen können. Deutlicher ist schon die Mitschuld der Un abhängigen an der Ausstandsbewegung in die Erschei nung getreten; ihre Reichstagsfraktion setzte einen Aufruf in Imlauf, dessen Inhalt gar nicht mißzuverstehen war, und nachdem man gehört hat, daß Herr Ledebour sich mit Händen und Füßen gegen die Zuziehung von Scheidemann und Genossen in den Streikausschuß zur Wehr setzte, weiß eder, der diese sehr unbrüderlichen Parteiverhältnisse auch nur von ferne kennt, genügend Bescheid. Und was noch esese inr it Mrsids unr Sast us ue un mit namenlosen Kundgebungen an die Offentlichkeit wagt, barf ganz gewiß für den Ausbruch des Streiks erst recht mitverantwortlich gemacht werden. Die arbeiter wurden gut daran tun, sich dies; ihre Vorkämpfer in Zukunft doch twas genauer anzuse u. Sie sind diesmal von ihnen so chlecht wie nur möglin, geführt worden, und sie sollten hnen nicht Gelegenheit geben, sich noch einmal vor ihrer befolgschaft in gleicher Weise bloßzustellen. Wenn man lediglich auf die Lebensinteressen der eutschen Arbeiter fieht, muß man den Ausstand schlecht in als unverständlich bezeichnen. Sollte er aber wirklich in Teil jener internationalen Aktion darstellen, von der sch gewisse Schwärmer einzig und allein die baldige Bendigung des Krieges versprechen mögen, so wird sein äglicher Verlauf hoffentlich dazu beitragen, diese Elemente enigstens soweit sie guten Glaubens sind, von ihrer berschätzung der Macht der Arbeiterklasse zurückzubringen. Dautschlaud Und ihr gezogen, denn wir leben in einem Verfassungsstaar. der sinseitige, Klassenherrschaft zuläßt, der eine Volksdie sich durch keine Massenbewegung beiseiteschieben läßt, und der immer noch stark genug ist, Ar. jieden, Bürger und jede Partei zur Befolgung seiner Darin unterscheiden wir uns von sentschen Fosta w e gut meint mit dem kann nur wünschen, daß diese Besonder##t, des deutschen Staatswesens uns dauernd erhalten * Wiederaufnahme der Arbeit in Berlin. Die Streiklage in Berlin hat sich, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, Montag, wie zu erwarten war, gebessert. Es dürften an hunderttausend Ausständige die Arbeit wieder aufgenommen haben. Inzwischen mehren sich die Eindrücke, daß dieser Streik nicht nur an sich unseren Feinden von Nutzen, sondern direkt von der Entente, Rußland eingeschlossen, angezettelt ist. In Papierballen und Sardinenbüchsen, die aus dem Ausland gekommen sind, hat man eine große Anzahl von Aufrufen beschlagnahmt, die an den systematischen Versuchen der Gegner, die deutsche Arbeiterschaft zu revolutionieren, keinen Zweifel mehr lassen. Auch in München Frieden. in# Strigurnggsverhandlungen, die nach Mitteilung von W.T.B. in München zwischen den von der unabhängigen sozialdemokratischen Partei geführten Ausständigen und der sozialdemokratischen Partei angebahnt wurden, waren von Erfolg begleitet. In einer Sonnabend abend im Gewerkschaftshause abgebaltenen Sitzung erklärten die Streikführer unter dem Druck der Verhältnisse, sich der Aktion der sozialdemokratischen Partei anschließen zu Damit war die Wiederaufnahme der Arbeit in allen Münchener Betrieben am Montag früh gesichert. Die Streikbewegung in München hat also nach viertägiger Dauer ihren Abschluß gefunden. Störungen der öffentlichen Ruhe waren im Verlaufe der Bewegung nicht zu verzeichnen. Die Besprechungen in Berlin. bb Berlin, 4. Febr. Wie der„Lok.=Anz.“ hört, hofft man, die Verhandlungen der Staatsmänner mit Ludendorff noch im Laufe des heutigen Tages zu Ende zu führen. Die Beratungen stehen mit den Verhandlungen im Zusammenhang, die wir zur Zeit mit unsern östlichen Gegnern führen. Sie betreffen darnach nicht nur die wirtschaftlichen Angelegenheiten, die hier oder da im Augenblick im Vordergrunde des Interesses stehen, sondern auch diejenigen wichtigen Fragen, die namentlich mit den Abmachungen mit der Ukraine zusammenhängen. Ueber sie verlautet, daß auch die rumänische Frage seit einigen Tagen in ein neues Stadium getreten sei. Man glaubt, daß die rumänische Regierung, durch die Ereignisse der letzten Zeit eines Besseren belehrt, nunmehr entschlossen sei, aus ihrer haltlos gewordenen Lage die Folgerungen zu ziehen und, dem Beispiel der Kiewer Rada folgend, sich von Rußland und seinen Bundesgenossen loszulösen. Die Antwort der Westmächte. Fortsetzung des Krieges. Nach einer Londoner amtlichen Meldung ist der Kriegsrat der Westmächte, der vom 30. Januar bis 2. Februar in Versailles tagte, zu der Überzeugung gekommen, daß die Reden der Staatsmänner der Mittelmächte keine Annäherung an die Bedingungen des Verbandes erkennen lassen. Dann heißt es weiter: Unter diesen Umständen hat der Oberste Kriegsrat den Schluß gezogen, daß die einzige unmittelbare Aufgabe, die ihm obliegt, in der Fortsetzung des Krieges besteht, und zwar in dessen Fortsetzung mit der äußersten Energie und nuter iunigstem Zusammenwirken der militärischen AnKreugungen der Verbündeten bis zu dem Zeitpunkte, wo der Druck ihrer Anstrengungen bei den feindlichen Regierungen und Staaten eine andere Gesinnung hervorgerufen haben wird. Die Antwort wird niemanden überraschen. Krieg bis gum Außersten: Das ist die Losung unserer Feinde, Krieg bis wir auf die„gemäßigten“ Bedingungen eingehen, die unsere Feinde aufgestellt haben. Die Antwort der Westmächte auf die entgegenkommende Rede des Staatsmannes der Mittelmächte ist— rund herausgesagt— eine neus Kriegserklärung. Die Stimmungsmache nach Versailles. XU. Basel, 4. Februar. Nach einer Pariser Havasmeldung des„Matin“ sind Lloyd George und Robertson gestern nach Loudon wieder zurückgekehrt. Sie betrachten die Konferenz von Versailles als eine der fruchtbarsten, die die Alliierten seit Anfang des Krieges abgehalten haben und find den Ansicht, daß die erreichten Ergebnisse außerordentlich befriedigten.(Man wird nich tfehl gehen in der Annahme, daß die landesverräterische Streikbewegung in Deutschland in erster Linie zu der neuen „Siegesstimmung“ beigetragen hat und auch dazu jetzt noch beitragen wird, die kriegsmüden Völker der Gegner mit„neuer“. Kriegsstimmung zu beleben. Der Erfolg des Streikes ist also nur die erreichte Verlängerung des Krieges. Traurig aber wahr. D. R.) Angedrohte Enthüllungen. TU. Genf, 5. Febr. Der vormalige französische Ministerpräsident Painlewe erklärte, daß er, wenn bei den bevorstehenden Kammerinterpellationen die Frühjahrsoffensive 1917 neuerlich zur Sprache gebracht würde, er sich genötigt sehen könnte zur Deckung seiner Verantwortlichkeit den ganzen Sachverhalt klarzustellen. Trotzki im Lichte der Die staatsrechtliche Stellung der Ukraine. Berlin, 4. Februar. Die Vollsitzung der Friedens=Delegationen vom Februar wurde für Herrn Trotzki zu einer schweren Riederlage. Der sonst so redegewandte, in Haarspaltereien ind Winkelzügen wohlerfahrene Volksrat mußte sich von inem Mitglied der ukrainischen Delegation nicht nur sittere Wahrheiten über die Regierungsmethoden der Maximalisten sagen lassen, sondern fand auch zum ersten Male n Brest=Litowst— nicht jene spitzfindigen ausfluchtsreichen Erwiderungen, die die Verhandlungen bishei so unfruchtbar zu machen versuchten. Der Volkskommissar, der so gern die Napoleon=Pose des Diktators annimmt, hatte erklärt, daß die Vereinbarungen der Kiewer Rada mit den Mittelmächten keine staatsrechtlich bindende Kraft haben könnten, solange nicht die in der russischen Delegation vertretene Charkower Abordnung der ukrainischen Arbeiter= und Soldatenräte ihre Zustimmung erteilt hätten. Der an Stelle des Handelsministers Holubowitsch den Vorsitz der ukrainischen Delegation führende Herr Sewojuk beantwortet Trotzkis Manöver mit der Erklärung, daß die ukrainische Zentralrada am 24. Januar den Beschluß gefaßt hat. den Gedanken, einem föderativen Bunde der neuen Republiken im ehemaligen Zentrum Rußlands anzugehören, angesichts der augenblicklichen Lage in Rußland aufgegeben und beschlossen habe, von nun ab einen unabhängigen souveränen und freien Staat des ukrainischen Volkes zu bilden. Noch interessanter als diese Tatsache war die Begründung, die das Mitglied der ukrainischen Delegation Lubinsjky für diese Wandlung gab. Mit starken Worten übte der Redner in längeren Ausführungen Kritik an der Lenin=Trotzkischen Ideenwelt, er nannte die Mittel, mit deren Hilfe sie die Völker Rußlands beglücken wollen, demagogisch und behauptete, die Volkskommissare führten in Rußland statt des Selbstbestimmungsrechtes die Anarchie und die Zerrüttung ein, weil sie wüßten, es sei leichter zu zerstören als aufzubauen. Im klaren Gegensatz zu ihrer Forderung, daß fremde Truppen aus besetzten Gebieten zurückgezogen werden sollen, seien auf ukrainischem Boden jetzt von russischen Truppen Arbeiter= und Soldatenräte gebildet worden und Trotzki verlange, daß diesen fremden Elementen die Regierungsgewalt ausgeliefert werde. Die Petersburger Volkskommissare haben in Charkow eine Gegenregierung gegründet, die ihre Machtausübung mit Hilfe der Roten Garde durch Morden und Plündern begann. Die Charkower Regierung hat keine Stütze im ukrainischen Volke. Herr Trotzki war verstummt und mit ihm der erst so beredte Herr Mjedwiedjew, der Führer der Charkower Vertretung der Arbeiter= und Soldatenräte. Graf Czernin, der den Vorsitz führte, erklärte darauf, es sei kein Anlaß für die Mittelmächte, die Anerkennung der ukrainischen Delegation zurückzunehmen oder einzuschränken. Die ukrainische Volksrepublik solle vielmehr schon jetzt als unabhängiger freier und souveräner Staat anerkannt werden, der in der Lage ist, selbständig internationale Abmachungen zu treffen. Die Sitzung schloß mit einer lahmen Erklärung Trotzkis, die sein ganzes Wesen zeigt, wie es in Wahrheit ist: es werde den Verbündeten Mächten schwer fallen, die geographischen Grenzen der Ukraine anzugeben. Das aber sei bei Friedensverhandlungen die wichtigste Frage.— Wenn diese Ausführungen tatsächlich eine Stütze im Völkerrecht fänden, dann wäre ein Friedensschluß mit Rußland in absehbarer Zeit schlechthin unmöglich; denn es wird noch lange dauern, bis die neuen russischen Republiken über ihre Abgrenzung einig geworden sind. Herr Trotzki weiß das auch, — ja, was will er eigentlich! Je häufiger ir Brest=Litowsk ergreift, je unklarer wird sein Ziel. E# scheint aber, daß man ihn jetzt zwingen wird, ungeschminkt zu bekennen, ob er Frieden will oder nicht. Alles andere mag, gr i# Butersburg im Kreise seiner Geistesverwandten * — Be Der Streit um Polen. Brest=Litowft, 4. Genern wandte sich die deutsch=österreichisch=unge russische Kommission zunächst der Besprechung der zu, ob Vertreter der westlichen Randstaaten zu den pandlungen eingeladen werden sollten. Wie im Falle de Okraine, so machte Volkskommissar Trotzki auch jetzt wiede Zweifel an der völkerrechtlichen Staatlichkeit der Rand gebiete geltend. Rußland erkenne zwar die Selbständigkei Polens an, doch sei diese Selbständigkeit nur eine schein bare, solange das Land unter dem Regime der Mittel mächte stehe. Trotzki erklärte weiter, daß er die Regierung des Herrn Kucharczewski nicht als bevollmächtigte Regierung des polnischen Volkes ansehen könne, da sich diese gierung nicht auf die breite Masse stütze. Staatssekretär v. Kühlmann und Minister des Außern Graf Czernin stellten demgegenüber fest, daß Trotzki zwar Polen als selbständiges Land anerkenne, daß er aber diesem selbständigen Staate seltsamerweise keine eigene Vertretung zubillige. Die Rechtsstellung Finnlands. Auf eine Bemerkung des Staatssekretärs v. Kühlmann, daß russische Truppen sich in die inneren Kämpfe in Finnland gemischt hätten, erklärt Herr Trotzki, daß die russischen Truppen, die aus Finnland zurückgezogen werden sollen, keinen Einfluß auf die dortigen Kämpfe gehabt hätten. Im Anschluß an diese Erklärung kam Trotzki nochmals auf die polnische Frage zurück und wiederholte, daß er die gegenwärtige Regierung nicht anerkennen könne. Graf Czernin hielt dem entgegen, daß der Vertreter eines fremden Staates nicht feststellen könne, inwieweit in einem anderen Staate die Regierung zu Recht bestehe. Die Fortsetzung der Erörterung über diese Frage sei seiner Ansicht nach unfruchtbar. Polen habe noch keine feststehenden Grenzen, aber auch die russische Republik habe noch keine feststehenden Grenzen, was die Mittelmächte nicht verhindere, mit ihren Vertretern zu unterhandeln, ohne ihre Legitimation zu prüfen. Staatssekretär v. Kühlmann fügte hinzu, es sei schwer, einen Staat anzuerkennen, der keine festen Grenzen dave. Aber er müsse doch darauf hinweisen, daß man sich vollständig in die Wolken verliere, wenn man die Grundlagen einer gesunden juristischen Konstruktion verlasse. Die Sitzung wurde geschlossen, nachdem Staatssekretär o. Kühlmann davon Mitteilung gemacht hatte, daß er gezwungen sei, auf kurze Zeit zu verreisen. Es sollen inzwischen Unterhandlungen von Macht zu Macht zwischen den Delegationen in Brest=Litowsk stattfinden. Rote und weiße Garden. Die Kämpfe in Finnland. Die über Stockholm eintreffenden Meldungen bestätigen. daß die Kämpfe zwischen den roten(maximalistischen) und weißen Garden in Finnland immer größeren Umfang annehmen. Immer neue Abteilungen Petersburger Soldaten lssen auf finnischem Boden ein, um den Aufruhr zu Venins sehr jeitam die mimmt sich eine Erkläkrung em. seor jeltsam aus, die er an den Präsidenten der finnischen Regierung sandte und in der es u. a. heißt: „Die russische Regierung erachtet zusammen mit Ihnen die gewaltsame Einmischung russischer Truppenteile in die inneren Angelegenheiten Finnlands für unzulässig. Zusammen mit Ihnen halten wir für unbedingt notwendig, in kürzester Frist Finnland von russischen Truppen er eetnigen: Eine neue rote Armee. Der Rat der Volkskommissare hat die Bildung einer roten Armee angeordnet, die als Wall der Macht der Sowjets und im gegebenen Augenblicke als sichere Grundlage für die Ersetzung der regulären Armee dienen wird. Die rote Armee wird aus den zuverlässigsten Elementen der Arbeitermassen gebildet. Der Eintritt in ihre Reihen steht allen Bürgern der russischen Republik frei, die das Alter von 18 Jahren erreicht haben. Die Soldaten der roten Armee der Bauern und Arbeiter werden vollkommen vom Staat unterhalten und erhalten außerdem 50 Rubel. * Die Lage im Osten. Von unterrichteter Seite liegen über die Ereignisse # Osten folgende Meldungen vor: Die von Reuter verbreitete Meldung, Schweden solle Truppen nach Finnland schicken. ist unbegründet. In Wiborg und Helfinafors Kriegs=I Chronit Wichtige Tasebereicuilie dum Sommeln. jeuertätigkeit auf der Hochfläche von Asiago.— den deutsch=österreichische Beratungen wirtschaftliche Fragen statt. 4. Februar. In Flandern gesteigerte Artillerietätigken erden al 165 An. — 16 geschof feind ssen. bliche Flugzeuge und zwei Fesselballone werr### Indien Agypten, Arland: Gieb uns unser Salbstbeshmmungsrecht! scheint auch jetzt noch die Rote Garbe die Oberhand zu haben, während in Nordfinnland die Weiße Garde anscheinend das Übergewicht hat. An der Bahn Kowel— Kiew sind die Ukrainer in mehreren Kämpfen fiegreich geblieben. Cherson und Nikolajewik befinden sich in den d##en der Ukrainer. Drei russischen Armeekorps, die versuchten, die rumänische Grenze zu überschreiten, gelang dies nur zum geringsten Teil. Schließlich gingen 2000 Mann mit 800 Pferden auf das Gebiet der Mittelmächte übr. Wie gerüchtweise verlautet, stehe hinter Kaledin RNikolat Nikolajewitsch. Der größte Teil der Moskauen Garnisonen soll sich bereiterklärt haben, mit Kaledin gegen die Bolschewiki zu marschieren. Im Westen lebhafte Artilleriekämpfe. Ritteilungen des Wolfsschen Telegraphen=Bureaus. Großes Hauptquartier, 4. Februar. Weftlicher Kriegsschauplatz. An vielen Stellen der Front Artillerietätigkeit, die sich namentlich in Flandern zwischen dem Houthoulster Walde und der Lys sowie beiderseits der Scarpe gegen Abend steigerte.— Westlich von Bellicourt scheiterte ein starker Erkundungsvorstoß der Engländer. An der Ailette nördlich von Braye drangen die Franzosen vorübergehend in unsere Postenstellung ein.— Eigene Infanterie und Pioniere holten nordwestlich von Bezonvaux 19 Gefangene aus den französischen Gräben. In Luftkämpfen und von der Erde aus wurden in den beiden letzten Tagen 18 feindliche Flugzeuge und 2 feindliche Fesselballone zum Absturz gebracht. Italienische Front. Zwischen Etsch und Piave vielfach Artilleriekämpfe. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff. Der vernichtete italienische Segler Giuseppe hatte Phosphat geladen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Opfer des Londoner Flugangriffs. Die amtlichen Londoner Polizeiberichte geben die samtzahl der Unglücksfälle bei den Luftangriffen am 28. und 29. Januar in allen von den feindlichen Fliegern besuchten Bezirken auf insgesamt 58 Tote und 173 Verwundete an. Die Wegräumung der Trümmer eines Hauses ist wegen der Einsturzgefahr noch unmöglich. Die Leichen sind noch nicht gefunden. Der Angriff in der Nacht vom 30. fondert# 2 Tote und 10 Verwundete. Verluste in Bei dem Luftangriff am 30. und 31. Januar wurden nach einer amtlichen französischen Meldung in Paris 88 Personen getötet, darunter 11 Frauen und 2 Kinder, und in der Bannmeile 16, darunter 8 Frauen und 3 Kinder. Verletzt wurden in Paris 184 Personen, darunter 50 Frauen und 10 Kinder, und in der Bannmeile 72, darunter 8 Frauen und 7 Kinder.. ar migsaes. Der Funkspruch Paris vom 2.Feoraul meiver:„In devorletzten Nacht bewarfen französische Flieger die Strandpl der beim Angriff auf Paris beteiligten deutschen Flieger Bomben großen Kalibers. Es waren gute Resultate verzeichnen. Alle französischen Apparate sind zurüc gekehrt.“ Diese Meldung ist glatt erlogen. Der Babwurf hat nicht stattgefunden. Kleine Kriegspost. Haag, 4. Febr. Ein großes englisches Ist in der Nähe des Kriegshafens.„ Gnih 9. Mine gelaufen und gesunken. Rotterdam, 4. Febr. Das bewaffnete engkische Tr vortschiff„Lanvain“ ist am 21. Januar im östlichen Mittelmeer torvebiert worden und gesunken. Sieben Offiziere umd 217 Mann sind umgekommen. L U—— rrtd. Berlin, 4. Febr., abends. Kriegsschauplätzen nichts Neues. (Amtlich.). Von den Der U=Boot=Krieg. Neue Versenkungen. TU. Berlin, 5. Februar.(Amtlich). Der feindliche Transportverkehr nach dem Orient und Italien wurde durch unsere UBoote im mittleren und besonders im östlichen Teile des Mittelmeers durch Vernichtung von 4 Dampfern und 4 Seglern wieder erheblich geschädigt. Einer der versenkten Dampfer scheint der bewaffnete Dampfer Hampstead(3447 Tonnen) gewesen zu sein. Freigesprochen. 43) Vaterländischer Familien=Roman von Ludwig Butzer. —09—(Nachdruck verboten.) „Es wäre mir eine große Freude gewesen, wenn ich ihn auch getroffen hätte. Bitte, grüßen Sie Georg herzlich von mir.“ „Ich danke für den Auftrag gnädiges Fräulein.“ „Der Durchzug der Truppen dauert bereits drei Tage“, fuhr Irma weiter.„Ich hatte keine Ahnung, daß heute die Passauer Jäger durch Clermont kommen, da ich Tag und Nacht an meinen Posten gefesselt bin.“ „Und dieses mühevolle, aufreibende Amt haben Sie freiwinig übernommen? Ich bewundere Sie, gnädiges Fräulein!" „Was ich zur Linderung des vielen Elends beitragen kann, erscheint mir so gering, Herr Leutnant. Der Soldat kut ja viel mehr; er setzt sein Leben ein. „Das ist seine Pflicht", erwiderte Schütz. Nach einer kurzen Pause fuhr er etwas zaghaft weiter:„Ich habe mir erlaubt, mich in einer ernsten Angelegenheit schriftlich an Sie zu wenden. Haben Sie meinen Brief erhalten, gnädiges Fräulein... ehrwürdige Schwester, wie ich Sie jetzt wohl anzusprechen habe.“ „Ja, ich habe ihn erhalten und auch sogleich beantwortet. Uhr Brief hat mich sehr ergriffen; er ist wunderschön. „Wirklich?" Leider bin ich noch nicht im Besitze Ihrer Antwort. Mich hat die Ungewißheit und Sehnsucht..“ Er brach verlegen ab, denn in Irmas Zügen lag etwas, was ihn hinderte, den Satz zu vollenden. Sie war blässer geworden, und aus den einstmals kindlich=sonnigen Augen sprach ein ruhiger, abgeklärter Ernst. Es lag etwas klösterlich Zurückhaltendes in ihrem ganzen Wesen; nur die Linien des Mundes und die weißen Perlenreihen hinter den frischen Lippen waren unverändert geblieben. *„Wir müssen uns leider verabschieden“, sagte Irma, als mehrere von einem Unteroffizier geführte Soldaten den Hausflur betraten.„Mich ruft die Pflicht. Leben Sie dohl, Herr Leutnant! Ich werde täglich für Sie beten.“ „Ich danke Ihnen herzlich, gnädiges Fräulein“, sprach Schütz ergriffen und wieder erfaßte er, von seinen Gefühlen überwältigt, die beiden Hände der Schwester. Ein paar Augenblicke ruhten ihre Blicke innig und ernst ineinander, dann füllten sich die Augen Irmas mit Tränen. „Nennen Sie mich doch Schwester Irma, Herr Leutnant,“ sagte sie mit gebrochener Stimme.„Ich bin Ihnen ja eine Schwester... eine treue Schwester!“ „Eine Schwester?“ fragte Schütz schmerzlich betroffen. „Ja, eine treue Schwester... mehr kann ich Ihnen nicht sein. Sie wandte sich schnell dem Eingange zu.„Behüt Sie Gott, Herr Leutnant!“ rief sie heftig weinend noch zurück, dann schloß sich die Türe hinter ihr. Der Offizier hatte ein Gefühl, als ob er ersticken müsse. Die schmerzlichste Enttäuschung seines Lebens war so plötzlich gekommen, daß er sein Unglück in der ganzen Schwere nicht zu erfassen vermochte, und wie im Traume stürzte er ins Freie. „Die Viertelstunde ist bereits abgelaufen, Herr Leutnant,“ meldete ihm einer der beiden Jäger, die vor dem Hause gewartet hatten; aber wir haben inzwischen herausgebracht, wo die Feldpost ist.“ „Das ist recht, liebe Jäger“, sagte Schütz, sich mit Gewalt beherrschend.„Wir wollen aber zunächst zum Treffpunkt, damit die anderen wissen, woran sie sind.“ „Wir werden ordentlich laufen müssen, Herr Leutnant, bis wir die Kompagnie wieder einholen“, fuhr der Soldat weiter fort.„Unsere ganze Brigade ist bereits durchmarschiert.“ „Das macht nichts", erwiderte Schütz.„Wenn wir nur nicht leer kommen müssen. Die nach Lebensmitteln ausgeschickten Leute warteten bereits am Brunnen, als Schütz und die beiden Jäger dortselbst eintrafen. Sie hatten Glück gehabt, denn ein reicher Brotvorrat lag auf dem Treppensockel des Brunnenhassins vor ihnen aufgespeichert. Auch einige Flaschen Wein befanden sich in ihrem Besitze. in Firtb of Forth auf eiste Vom Tage. Wurft wider Wurst.— vt. Vor kurzem wurden zwei gefangene englische leutnants zu Zuchthausstrafen verurteilt, weil sie blätter hinter den deutschen Linien abgeworfen hatten, in denen die deutschen Soldaten zum Überlaufen aufgeforder wurden. Da bereits im März 1916 zwei deutsche Offiziere von der Entente wegen Abwurfs von Flugblättern vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt waren, ein Urteil, das später allerdings in lebenslängliche Zwangsarbeit umgewandelt wurde und da ferner Frankreich angekündigt hat, es würde deutsche Offiziere, die Flugschriften hinter den französischen Linien abwürfen, bei Gesangennahme vor ein Kriegsgericht stellen, wurden als Vergeltungsmaßregel nunmehr die beiden englischen Flieger vor ein deutsches Militärgericht gestellt. Sie wurden der vollendeten Kriegsverrats für schuldig befunden und zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Also auch in diesem Falle stellt sich die Verurteilung der englischen Offiziere als eine Maßnahme dar, die notwendige Vergeltung für das Vorgehen der feindlichen Mächte anzusprechen ist. Haldanes ausgleichende Gerechtigkeit. vt. Der ehemalige englische Kriegsminister Haldammeinte in einer Versammlung zu Glasgow, die„eindrucksvollen Reden Czernins und Hertlings“ machten deutlich daß man sich in einem neuen Abschnitt der Friedensgespräche befinde. England behandle die Frage am besten rein geschäftlich. Soziale Reformen, Abschaffung des Militarismus im allgemeinen müßten nach dem Kriege Gewähr für einen dauernden Frieden geben. England müsse noch einige Monate aufs schärfste Krieg führen, dann falle ihm der Sieg nan selbst zu. Deutschland dürfe Schütz belobte die Leute und übergab ihnen dann einen Laib Brot und eine Flasche Wein mit der Ermahnung, sich brüderlich dorin zu teilen. Der Einlauf für das Bataillon war ein ziemlich großen und Schütz sah sich genötigt, ein Fuhrwerk zu requirieren## was nahezu eine Stunde in Anspruch nahm. Zu sein.) Freude fand er unter den eingelaufenen Paketen und Briel###### scheften auch eine größere Kiste für seinen Freund Hartfeid### vor. Die Jäger machten sich's auf dem hinteren Teil der Wagens bequem, während Schütz neben dem PferdelenkePlatz nahm und den Einlauf durchsuchte. Ein freudiger Schreck durchzuckte ihn, als er plötzt#ch seine Adresse erblickte, und mit bangem, hochklopfenden### Herzen öffnete er den Brief. Dieser lautete: „Wörth, den 16. August 1870. Sehr geehrter Herr Leutnant! Mitten im größten Elend, unter Sterbenden und wundeten, empfing ich Ihren geschätzten Brief, dessen Inha mich sehr überraschte und zu Tränen rührte. Es wa Tränen der Freude, mich von einem edlen Manne gelie zu wissen, dem auch ich von der ersten Begegnung an von Herzen zugetan war, und zugleich Tränen des tiefsten Schmerzes, daß mir das Glück nie zu Teil werden kann an Ihrer Seite durchs Leben zu gehen. Ich bin fest ent schlossen, nach Beendigung des Krieges der Welt zu en sagen und in einen Orden einzutreten. Mein Bruder dem ich heute gleichfalls schreiben werde, wird Ihnen Nähereüber meinen verstorbenen Vater mitteilen, und Ihr sein fühlendes Herz durfte dann die Gründe zu würdigen ver stehen, die den unerschütterlichen Entschluß in mir gere### haben, mich von der Welt zurückzuziehen. Ihre mich beglückenden Zeilen aber sollen mich als teurer Talisman in die stille Klosterzelle begleiten, und werde Ihrer in treuer, inniger Liebe gedenken und für 6 beten bis zum letzten Atemzuge. Leben Sie wohl, teurer Freund und Gott beschütze in diesem Kriege und auf Ihrem ganzen Lebenswegel ##e L verehrende Irma Hartfeld. or# 8 deim Friedensschluß nicht das Gefuhl drennenden Unempfinden. Unrechtmäßig besetztes Gebiet müsse chland herausgeben, auch Entschädigung leisten. Aber erall sei eine ausgleichende Regelung erforderlich auf undlage der Gerechtigkeit. Wenn man's hört, klingt's erträglich. Aber ausleichende Gerechtigkeit und Englands Sieg— wie will Vord Haldane das vereinbaren? Politische Rundschau. Deutsches Reich. * Wie nunmehr feststeht, wird keine sofortige Ein. derufung des Reichstages erfolgen. Den beiden sozialdemokratischen Fraktionen des Reichstages, die beim Präsidenten die sofortige Einberufung des Hauses beankragt hatten, ist jetzt die Antwort des Präsidenten zugegangen, wonach sich die Vorsitzenden aller übrigen Fraktionen gegen den Antrag ausgesprochen haben. Der Präsident kann dem Antrag daher nicht Folge geben. * Eine Anderung des preußisch=badischen MilitärAbkommens soll nach dem Kriege vorgenommen werden. der letzten Sitzung der Zweiten badischen Kammer lte Staatsminister Freiherr v. Bodmann mit, daß er anläßlich seines Empfanges beim Deutschen Kaiser in Berlin in der vorigen Woche eine eingehende Unterredung mit dem preußischen Kriegsminister gehabt und dabei ein Anderung der preußisch=badischen Militärkonvention nach Beendigung des Krieges angeregt habe. Es sei dringend erwünscht, daß Baden militärisch nicht schlechter gestellt bi als andere kleine Staaten. * Der Deutsch=Russische Wirtschafts=Ausschuß hielt unter Beteiligung der Reichsämter und leitender Kriegsimter sowie zahlreicher Handelskammern in Berlin seine Mitgliederversammlung ab. Über die Neuordnung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland wurden Richtlinien aufgestellt, unter denen die wesentlichste ist, daß die Neuordnung die Gewähr eines dauernden ersprießlichen Wirtschaftsfriedens in sich trägt. n Die gefälschten Telegramme der Petersburge Telegraphen=Agentur, die in Brest=Litowsk in den letzter Tagen zur Sprache kamen, beschäftigen lebhaft die hollän , Blteim verfuachen, den Bricden in Breichlons ern zu lassen. Es wird wirklich hohe Zeit, daß diesen rehen und Verstümmeln ein Ende gemacht wird. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meint, Herr Trotk scheint ein Kopf mit doppeltem Gesicht zu sein. Der Mund der nach Westen spricht, tut das Gegenteil von dem der nach Osten gerichtet ist. Jede seiner beiden Reden sagt dat die andere nicht bestehe. Wialer 2ei Morkblatt für den 6. Februar. Sonnenaufgang 7“ Mondaufgang 3“ B. Sonnenuntergang 4“ 1 Monduntergang 111 B. . Dichtur Pran Hedu v. Gendo gerst.— 165 Dichter und kaler August Kopisch gest.— 1860 Dichter und Philosoph Bruno „de ged.— 1864 Die Preußen gehen über die Schlei. Rückzug dei Dänen.— 1885 Italten nimmt Massaua am Roten Meer in Gesitz.— 1894 Chirurg Theodor Billroth gest.— 1899 Der zweite deutsche Reichskanzler Graf v. Caprivi gest.— 1904 Beginn des wofsisch=japanischen Krieges. a Schont die Wäsche! In der letzten Zeit werden fär die Wäsche Stärkemittel in den Handel gebracht, die mit Gips, Schwerspat und ähnlichen schädlichen Mineralien verfälscht sind. Das Publikum wird dadurch getäuscht, daß solche Mittel zwar gut steifen und der Wäsche ein gutes Ansehen geben, diese aber nach kurzer Zeit brüchig und unbrauchbar machen. Überdies ist Gips aus der Wäsche infolge seiner Wasserunlöslichkeit nur unter stärkster gechanischer Beanspruchung der Faser herauszuwaschen. ernläßiges Reiben der Wäsche schadet aber bekanntlich ebensoviel wie Behandlung mit scharfen Waschmitteln. Das Bublikum und die Wäschereien werden gewarnt, solche Mittel zu gebrauchen. o Ein empfehlenswertes Waschmittel. Bekanntlich werden gegenwärtig mitunter Waschmittel von zweifelhafter Beschaffenheit in den Handel gebracht, die auf die Wäsche eine geradezu zerstörende Wirkung ausüben; daher empfiehlt es sich, auf ein Waschmittel zurückzugehen, dessen Vortrefflichkeit seit altersher erprobt ist. Das ist die Holzaschenlauge. Diese wird dadurch hergestellt, daß gesammelte reine Holzasche mit abgekochtem Wasser übergossen wird. Alsdann läßt man sie unter öfterem Umrühren zwölf Stunden abstehen und füllt hierauf mit einem Topf die klare Lauge ab, die man zur Vorsicht noch durch ein Tuch gießen möge. Durch diese Pottaschenlauge, die man zum Einweichen und Waschen verwendet, wird viel Seife und Seifenpulver erspart. Infolge der billigen Herstellung von Seife und Soda war dieses alte Verfahren in Vergessenheit geraten. Unter den heutigen Verhältnissen erscheint es jedoch angebracht, auf dieses Waschmittel, das außer seiner Güte noch den Vorzug der Billigkeit besitzt, wieder zurückzugreifen. 0 Bessere Verpflegung der Reisenden auf den Bahnhöfen. Von den Schwierigkeiten der Verpflegung werden auch die Reisenden auf längeren Fahrten sehr empfindlich betroffen. Die vielen und berechtigten Klagen darüber haben den preußischen Eisenbahnminister zu einem Erlaß veranlaßt, worin darauf hingewiesen wird, daß es unter den gegenwärtigen Verhältnissen, insbefondere wegen des Wegfalls einer großen Anzahl von Speisewagen, ein dringendes Bedürfnis ist, daß auf den Bahnsteigen größerer Bahnhöfe, auf denen Schnell= und Eilzüge nach längerer Fahrt genügenden Aufenthalt haben, für weiterfahrende Reisende Lebensmittel bereit gehalten werden. Die Eisenbahndirektionen sind angewiesen worden, dafür m sorgen, daß von den Bahnwirten diesem Bedürfnis nach Möglichkeit entsprochen wird. 0. Dor Eisendahnminister gegen die Bahndiebstühle Der Minister der öffentlichen Arbeiten weist in einem an die Eisenbahndirektionen gerichteten Erlaß erneut darau bin, daß die Eisenbahndiebstähle immer noch in erschreckender Weise zugenommen haben. Der Minister vertraut bei Bekämpfung des die Allgemeinheit schwer schädigenden Ubel auf die Hilfe des altbewährten, im Heimatdienste noch verbliebenen Stammes von Beamten und Arbeitern und der Eisenbahn=Fachvereine. ): Die Kälte hat wieder nachgelassen. Heute früh war es nur leicht gefroren mit etwas Rauhreif. !!! Ernste Mahnung. Die Aufforderung der Goldankaufsstellen zur Ablieferung allen Goldschmuckes gegen Erstattung des vollen Goldwertes wird vielerseits nicht mit dem Ernst beachtet,d en sie verdient. Es gibt immer noch Leute, die den Goldsachenankauf für eine Art von Wohltätigkeitsveranstaltung ansehen. Das ist aber vollständig falsch. Sowohl die Schlagkraft unseres Heeres als auch die Möglichkeit inneren Durchhaltens, also die Erreichung eines ehrenvollen Friedens, hängt von der Stärke unseres Reichsgoldschatzes ab. Wer es gut meint mit dem Vaterland, muß sich dies ernsthaft vor Augen halten. Das Festhalten an Gold und Schmuck hat keine Berechtigung und kein Sinn mehr in einer Zeit, in der auf Tod und Leben um deutsches Sein gerungen wird. Möge diese Erkenntnis auch die Letzten dazu bringen, mit der Abgabe allen Goldes und Juwelenschmuckes zur baldigen Herbeiführung eines gedeihlichen Friedens beizutragen. Paderborner Stadtchronik. Zur Sicherung des Straßenbahnverkohrs. Wir weisen darauf hin, daß sich mehrfach Unfälle auf der Straßenbahn zugetragen haben, die dadurch verursacht wurden, daß die Fahrgäste nicht die Tür der Wagen schließen und zum Teil auf den breiten Trittbrettern der Wagen mitfahren. Letzeres ist ganz unzulässig und geschieht, wenn solches vorkommt, auf die eigene Gesahr des sich an den Wagen Anhängenden. Ferner werden alle Wagenlenker aufgefordert, die Gleise der Straßenbahn in der Dunkelheit möglichst nicht zu befahren, da die Straßen wenig beleuchtet sind und die Fuhrwerke selbst oft auch nicht. Es ist dem Straßenbahnwagenführer erst im letzten Augenblick möglich, einen entgegenkommenden Wagen zu sehen. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, muß er von der Notbremse Gebrauch machen. Die Wagenlenker sind daher darauf hinzuweisen beim Ueberqueren der Gleise, beim Ausbiegen oder Ausfahren aus Toren vorher Umschau zu halten, ob ein Straßenbahnwagen herannaht. Es wird noch darauf hingewiesen, daß Lastfuhrwerken das Befahren der Bahnkörper in der Längerichtung soweit der Fahrdamm neben dem Gleise genügend Raum bietet, verboten ist. Beim Ertönen der Warnungszeichen haben die auf der Fahrbahn befindlichen Lenker von Wagen sofort die Fahrbahn für den Bahnbetrieb frei zu geben. * — Die beiden Tagesschnellzüge Berlin—Paderborn—Düsseldorf verkehren vorerst nur an Werktagen, während die beiden Nachtschnellzüge täglich gefahren werden. — Eine sehr große Beteiligung fand die heutige St. Agathaprozession, die um 7.30 Uhr von der Busdorfkirche ausziehend durch die ihr nächst gelegenen Straßen zog. Hier hatten die Anwohner ihre Häuser mit Fahnen geschmückt. Die Prozession nahm einen würdigen Verlauf. Stark vertreten war insbesonders die Frauenwelt. — Der Paderborner Arbeitsmarkt im Januar. Das äußere Gepräge der Arbeitsmarktlage des Berichtsmonats unterschied sich aus den gleichen Ursachen nur wenig von der im Vormonat geschilderten Lage. In der Landwirtschaft herrscht Winterruhe und infolgedessen wenig Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Cementindustrie war, gut beschäftigt, die Nachfrage nach Arbeitskräften konnte nicht befriedigt werden In der Eisenindustrie stand der reichlichen Arbeitsgelegenheit nur ein verschwindendes Angebot gegenüber. Die Holzindustrie ist gut beschäftigt, hat aber Mangel an Arbeitskräften. Die Nahrungsmittelgewerbe waren nur mäßig beschäf tigt. Nachfrage nach Arbeitskräften war kaum zu verzeichnen. Die Bekleidungsindustrie war nur schwach beschäftigt, ein nennenswertes Arbeitsangebot wurde nicht bemerkt. Die Bauindustrie zeigte verhältnismäßig Regsamkeit, doch fehlte es an Arbeitskräften. Beim Haupt=Arbeitsnachweis Paderborn wurden in der männlichen Abteilung 799 offene Stellen gezählt: dagegen waren nur 154 Bewerber vorhanden. Besetzt wurden 109 Stellen. Die weibliche Abteilung zählte 160 offene Stellen, 93 Bewerberinnen und 57 besetzte Stellen. — Eine zeitgemäße Hauskollekte. Dem Hochw Herrn Bischof von Paderborn ist für die Gründung eines kath. Kinderheims in Bad Sassendorf(Krs. Soest) eine Hauskollekte bewilligt worden. Die bisherigen Erfahrungen in Kinderheilanstalten haben gezeigt, daß der Kurgebrauch in solchen Heimen oft das einzige Mittel zur Wiederherstellung=der Gesundheit ist. Da auf katholischer Seite noch großer Mangel an solchen Anstalten herrscht hat die Bischöfliche Behörde angeregt, daß in Bad Sassendorf, dem bekanntesten Kinderbade Westfalens, nun auch ein katholisches Kinderheim errichtet werde. Die Ausführung des Planes erforAnstalt für kränkliche und schwächliche Kinder der ganzen Provinz bestimmt ist und besonders von den Stadt= und Industriekindern in Anspruch genommen werden wird, ist es wünschenswert, daß alle Kreise der katholischen Bevölkerung für die baldige Verwirklichung des sozialen Liebeswerkes eintreten und der in den nächsten Tagen abzuhaltenden Hauskollekte zu einem guten Erfolge verhelfen. □ In den nächsten Tagen findet im hiesigen Stadtbezirke eine Pferdeaushebung für die Militärverwaltung statt. Pferde, die zur Aufrechterhaltung der kriegswirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Betriebe unentbehrlich sind, können von der Aushebung auf Antrag befreit werden. Anträge auf Befreiung müssen sofort bei der Polizeiverwaltung angebracht werden und werden auch während der Dienststunden auf dem Polizeisekretariate zu Prorokoll entgegengenommen. V Die Ortsgruppe Paderborn des Verbandes wirtschaftlicher Vereinigungen Kriegsbeschä digter für das Deutsche Reich(Sitz Essen) veranstaltet am Sonntag, 10. Februar, abends 8 Uhr, im Bürgervereinssaale ein großes Wohltätigkeitskonzert zum Besten der Schwerkriegsbeschädigten des Kreises Paderborn. Die Mitglieder der Vereinigung wollen sich auch im wirtschaftlichen Leben in treuer, hingebender Kameradschaft gegenseitig unterstützen, vor allen Dingen aber ihre hilfsbedürftigen und notleidenden Kameraden im Kampfe des Lebens beistehen. Hohe ideale Aufgaben hat sich die Vereinigung gestellt und darum ergeht an die ganze Mitbürgerschaft die Bitte, auch mitzuwirken an der hehren Sache. Niemand wolle darum das Konzert, wo sich erste Kräfte in den Dienst der guten Sache gestellt haben, versäumen. Karten im Vorverkauf in der Pommerschen Buchhandlung, Rathausplatz. Von Nah und Fern. * Ortburg, 4. Februar. Auf dem hiesigen Güterbahphof wurde ein in Alhausen geschlachtetes ca. 200 Pfund schweres Schwein beschlagnahmt. * Arnsberg, 4. Febr. Die Landeskultur=Gesellschaft für den Reg.=Bez. Arnsberg läßt am Freitag, den 8. Februar, mittags 1 Uhr, auf dem Magerviehhof in Dortmund 98 requirierte Fohlen schweren belg. Schlages, 25 davon unter 1. Jahr, ern. äufer lassen, die eine Bescheinigung der zuständigen Polizeibehörde vorlegen, wonach sie zur Aufrechterhaltung ihres landwirtschaftlichen Betriebes ein Pferd ankaufen müssen. Ein Käufer darf bei diesem Verkauf nur ein Pferd erwerben. Händler und Wiederverkäufer sind ausgeschlossen. * Kreuznach, 1. Februar. Wie in der gestrigen Stadtverordnetensitzung mitgeteilt wurde, stand bei der großen Ueberschwemmung das Wasser in 1200 Häusern, einem Drittel der Stadt, teils im Keller, teils im ersten Stockwerk; etwa 2600 Familien, die Hälfte der Stadt, waren daran beteiligt. Ungefähr 40 Häuser sind stark beschädigt, einige von ihnen mußten geräumt werden Der angerichtete Schaden geht in die Millionen. Von den 100000 Mark die der Kaiser für die durch das Hochwasser geschädigten Bewohner des Naheteles spendete, wurden 70 000 Mark der Stadt Kreuznach überwiesen. An freiwilligen Gaben gingeni n Kreuznach einschließlich der kaiserlichen Spende bisher 246000 Mark ein. Um weitere Gaben für die Ueberschwemmten wird gebeten. * Münster, 4. Febr. Das diesjährige Fastenhirtenschreiben unseres hochwürdigsten Bischofs Johannes handelt mit Rücksicht auf die Not unserer Zeit von den Werken der Barmherzigkeit und christlichen Nachstenliebe.„Der Krieg ist belehrt durch das Beispiel des göttlichen Heilandes, als treue Söhne und Töchter unserer Mutter, der hl. Kirche, sollen wir, so mahnt der Bischof es für eine ernste Pflicht halten, nach Kräften Werke der Nächstenliebe zu üben, der leidenden und bedrängten Mitmenschen uns anzunehmen, mitleidig und freigebig gegen Arme und Notleidende zu sein, da wir auch im gegenseitigen Verkehr auf das Mitleid und die Barmherzigkeit Heimat vor dem Feinde beschützt, vor den Greueln des Krieges und seinen Verheerungen uns bewahrt, sollen alle die Maßnahmen und Verordnungen, durch welche die staatlichen und kommunalen Behörden der Not zu steuern sich bemüben, beobachten, Lebensmittel widerrechtlich nicht zurückhalten; jeder Klassenhaß soll schwinden, kein Gegensatz, keine Kluft zwischen Stadt und Land den inneren Frieden stören; die Kinder aus großen Städten und dem Industriebezirke mögen, so bittet der Bischof, auch ferner auf dem Lande gastliche Aufnahme finden! Besonderer Unterstützung wird der Bonifatius=Verein, der Bonisatius=Sammelverein, die katholischen Missionen und der hl. Vater empfohlen, der so viel zur Linderung der Kriegsleiden beigetragen hat, der nichts unversucht läßt, um den Völkern den Frieden wiederzugeben. Endlich sollen die Gläubigen auch die Toten, die Gefallenen nicht vergessen, die für uns das Kostbarste hingegeben, das Opfer ihres Lebens gebracht haben. Mit einer innigen Mahnung, nicht nachzulassen im Gebete, um Stärke und Ausdauer für uns, um eine ergiebige Ernte, um Kraft und Beistand für unsere Soldaten und ihre Führer, um Gottes Schutz in allen Gefahren, schließt das schone Hirtenschreiben. Vermischtes 0 Der Kriegsausschuß für Sammel= und Helferdienst (unter dem Vorsitz des Kriegsamtes) bereitet— und zwar zunächst für Berlin— eine Ausstellung vor, in welcher der Offentlichkeit gezeigt werden soll, wie die verschiedenen setzt mit Hilfe der freiwilligen Tätigkeit gesammelten Abfallstoffe und Wildfrüchte verarbeitet und verwertet werden. 0 Karl Ziesestiftung. Die Inhaber der Schichauwerke, Frau Geheimrat Elisabeth Ziese, Frau Hildegars Karlson, geborene Ziese, und Herr Karlson haben der Stadt Elbing 500000 Mark zur Errichtung einer Fort bildungsschule für die weibliche Jugend und zur Ausgestaltung der bestehenden Gewerbeschule für die männ liche Jugend überwiesen. Die Summe soll als Karl Ziese stiftung zur Förderung des Fortbildungsschulwesens der Stadt Elbing verwaltet werden. o 200 Personen verbrannt. Aus Petersburg wird gemeldet: In Nowo=Argangelsk in der Provinz Elisabethbrad ging die Menge bei der Plünderung von Brannt weinlagern mit Lichtern um. In der von ausgeschütteten Alkohol gesättigten Umgebung entstand ein Brand, durch den 200 Personen umgekommen sein sollen. 0 Fahrpreisermäßigung für den Besuch der Leipziger Frühjahrsmesse. Auf Antrag des Meßamts in Leipzigewähren die deutschen Eisenbahnverwaltungen den Be suchern der bevorstehenden Mustermesse in Leipzig wieder im für die Fahrt von und zur Messe in der zweiter and dritten Wagenklasse aller Züge eine Ermäßigung vor o des gewöhnlichen Fahrpreises, unter gleichzeitigen Fortfall des Schnellzugzuschlages. Die ausländischen Begenießen diese Ermäßigung von der deutschen tation an. 0 Bei dem Unfall des Berlin—Münchener Schneld suges sind nach neueren Meldungen zehn Personen um Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten soll vierzie betragen; die meisten von ihnen haben geradezu gräßlich Brandwunden erlitten. 0 Rauchverbot auf der Plattform. Für den ganzer Regierungsbezirk Wiesbaden ist im Hinblick auf die der seitig übermäßig starke Besetzung der Straßenbahnen das Rauchen jeglicher Art auf den Plattformen der Motor wagen und Anhänger verboten worden. Das Verbot wil eine Gefahrenquelle bekämpfen und gilt für die Dauer des Krieges. 0 Ein Wirbelsturm in Australien. Aus Brisbanvird gemeldet: Ein Wirbelsturm verursachte großen Schader ernsthafte Überschwemmungen. Das Schicksal der Stadt Mackan ist unbekannt. Das konzentrierte Licht B Vort cihhet birt für 64..ch eubenine bren 1 Gasgefüllt-bis 2000 Watt 0 Nenn Söhne und einen Schwiegersohn im Geld stehen hat der Rentenempfänger Heinrich Härtel aus Ober Kauffung im niederschlesischen Kreise Schönau. Zu seinen Geburtstag wurden kürzlich auf Befehl des Kaisers ach Söhne und der Schwiergersohn von der Front ins Vater haus beurlaubt, während der neunte— älteste— Sohr in französischer Kriegsgefangenschaft sich befindet. Gleich seitig wurde dem Geburtstagskinde ein Gnadengeschen vo 250 Mark überwiesen. e Sturmschäden in Spanien. Havas meldet aus Madrid: Ein Sturm beschädigte die Funkenanlage de geschützten Kreuzers„Carlos Quinto“ Eine Sturaflu brieb mehrere Kanonenboote ab, darunter das Kanonen. boot„Hernan Cortes“. Die königliche Jacht„Giraldo“ wurde ebenfalls beschädigt. Das Torpedoboot 18 stiet eges.„ Linienschiff„Jaime“, Beide Schiffe erlitten Zurückgehaltenes Gold. In der Wodnung einer pensionierten Lehrerin in Obligs entstand nachts Feuer. Der Grand griff derart schnell um sich, daß die alte Dame pur mit knapper Not gerettet werden konnte. Unter den Trümmern des Hauses, das vollständig ausbrannte, fand —. Feuerwehr eine größere Summe Geldes, darunter 2000 Mart in Zwanzigmarkstücken. Deutsche Bauernkolonien in Rußland. Von H. v. Revelstein. Baron v. Revelstein, ein Baltisch=Deutscher, da## vor Kriegsausbruch verschiedene deutsche Bauern kolonien in Rußland bereist. Er spricht darum in nachstehendem Aufsatz aus näherer Anschauung. Vor mehr als anderthalb Jahrhunderten hat die Ansedlung deutscher Bauern in Rußland ihren Anfang genommen, als Katharina II. unmittelbar nach ihrem Regierungsantritt(1762) den Entschluß faßte, durch ausländische Kolonisation einen lebendigen Strom westlicher Kultur in ihr verwahrlostes Reich zu lenken. Dem Rufe der Zarin folgte bereits 1763 ein größerer Kolonistentrupp, der überwiegend aus Baden, Württemberg. Hessen, der Pfalz, Bayern, zum geringeren Teil auch aus Sachsen und Norddeutschland, aber auch aus dem Elsaß, der Schweiz und Tirol herstammte. Diese ersten Einwanderer batten bis 1769 an beiden Ufern der Wolga bereits 104 Kolonien gegründet, während gleichzeitig auch bei Petersburg einige Ansiedelungen entstanden und in Wolhynien Bauern aus der Gegend von Frankfurt a. M. sich seßhaft machten. In Südrußland siedelten sich als erste Einwanderer seit 1787 Pommern, Westpreußen, auch Mennoniten an, denen im Zeitraum von 1804 bis 1822 viele Schwaben, Pfälzer. Elsasser und Schweizer folgten. So entKanden in dieser Zeit in Südrußland, Beßarabien und der Krim 136 große Kolonien, aus denen noch viele Tochterkolonien hervorgegangen sind. Seit 1817 begann eine recht starke Einwanderung von Württembergern in den Kaukasus, eine noch viel bedeutendere aus Polen nach Wolhynien. Namentlich die polnischen Aufstände von 1830 und 1863 veranlaßten viele deutsche Kolonisten in Polen zur Abwanderung nach Wolhynien, wo sie mit der Zeit mehr als 400 blühende deutsche Dörfer mit vielen Schulen und Kirchen erstehen ließen. Beim Ausbruch des Krieges gab es mehr oder weniger geschlossene Gebiete mit deutscher bäuerlicher Bevölkerung, außer in Polen und bei Petersburg, hauptsächlich an der Wolga, in Wolhynien, Südrußland, der Krim. dem Kaukasus und im südwestlichen Sibirien(Omsk und Akmolinsk). In wirtschaftlicher Beziehung ist es den Wolgadeutschen am schlechtesten ergangen. Das überaus trockene Klima, eine schlechte Verwaltung und die Hungerjahre von 1887 bis 1892 haben zum wirtschaftlichen Ruin dieses größten deutschen Gebietes in erster Linie beigetragen. Doch gibt es hier immer noch einen gesunden Kern tüchtiger und wohlhabender Landwirte, die namentlich in der füdlichsten Kolonie Sarepta zu großem Reichtum gelangt sind. Die ungemein tüchtigen deutschen Kulturvioniere in den wolhyntschen Sumpfwäldern sind von der russischen Regierung mit schnödestem Undank gelohnt worden; zu einem großen Teil seit 1885 in brutaler Weise von Haus und Hof vertrieben, haben sie in Kurland, Livland. Deutschland und Amerika gastliche Aufnahme gefunden, während der Rest 1915 nach Sibirien verschleppt wurde. Ein besonders erfreuliches Bild boten bis zum Kriege die Kolonien in Südrußland, deren Bevölkerung 1914 bereits eine halbe Million überschritten hatte. Unter den durchweg sehr wohlhabenden Kolonisten, die in ihrem behäbigen Selbstbewußtsein den deutsch=amerikanischen Farmern gleichen, gibt es hier sehr reiche Landwirte mit ungeheuren Besitzungen. Das deutsche Schulwesen stand hier auf einer recht hohen Stufe, obschon die Regierung seit 30 Jahren auch hier wiederholt störend eingegriffen hat. Zur besonderen Ehre aber gereichten diesen Ansiedlungen— namentlich denen bei Odessa— die sehr zahlreichen gemeinnützigen und wohltätigen Unternehmungen. Es gab außerdem viele andere Vereine. Unter den Stürmen Revolution entstand hier 1906 auch ein„südrussischer deutscher Bildungsverein“, in dem sich Protestanten, Katholiken und Mennonisten zu gemeinsamer Arbeit die Hände reichten. Die gleichen günstigen Verhältnisse fanden sich bis zum Kriege in den Kolonien im Kaukasus, wo die schwäbischen Winzer ebenfalls vielfach zu großem Wohlstand gelangt sind. Durch anderthalb Jahrbunderte haben die Deutschen selbst die Besonderheit ihrer heimischen Mundart treu zu wahren gewußt; so hörte ich in einer 1787 gegründeten Kolonie das unverfälschte vommersche Platt sprechen, in anderen Gegenden Südrußlands ein ebenso unverfälschtes Schwäbisch, wie man es heute noch in der Gegend von Reutlingen oder Ulm hören kann. Für ihr Adoptivvaterland, für den russischen Staatshaushalt, sind diese deutschen Kulturträger, deren Zahl jetzt 1½ Millionen betragen dürfte, von ganz unschätzbarem Wert gewesen, namentlich durch Hebung der Weizenproduktion, des Meiereiwesens und des Weinhaus. Wie ist nun die verdienstvolle Arbeit dieser Kulturvioniere, die jetzt zu Tausenden für den Zaren ihr Blut vergießen, von der russischen Regierung gelohnt worden?... Nach Ausbruch des Weltkrieges verhielten sich die Behörden zu den Deutschen zunächst ziemlich wohlwollend— nämlich, so lange die Einberufung dauerte. Als diese beendet war, änderte sich das Verhalten der Regierung sofort. Schon im September 1914 hatte jedes deutsche Wort, das auf den Straßen dieser rein deutschen Dörfer gesprochen wurde, für den„Schuldigen“ eine Strafe von 3000 Rubel oder drei Monaten Gefängnis zur Folge. Eine ergreifende Szene schildert ein Augenzeuge jener Tage aus einer deutschen Kirche, in der die einberufenen Kolonisten vor dem Abmarsch zur Front das Abendmahl empfingen. Diese deutschen Männer, die sonst kaltblütig zu ihren Waffen griffen, wenn es galt, Haus und Hof gegen wilde Kirgisen oder kaukasische Räuber zu verteidigen.— sie standen jetzt finster, leichenblaß und in tiefster Erregung vor ihrem Seelsorger. Zum erstenmal trat der tragische Konflikt an sie heran, gegen ihre eigentliche Heimat kämpfen zu müssen!... Das schwerste Unglück aber brach über die Kolonien berein, nachdem das„Ausländergesetz" vom 15. Februar 1915 zur Ausführung gebracht war. Am Ende dieses Jahres wurden. mit Ausnahme der Wolgadeutschen, sast alle Kolonisten enteignet, ausgeplündert und als Bettler mit Weib und Kind von Haus und Hof vertrieben. Die meisten wurden nach Sibirien verschleppt, nur ein kleiner Teil— gegen 25000— schon an der Wolga dem Verhungern preisgegeben. Manche wurden niedergemetzelt, viele Greise, Frauen und Kinder sind auf der Wanderung dem Hunger und der Kälte erlegen! So hat man die fleißigsten und loyalsten Untertanen des russischen Reiches behandelt!... Nie hat es in der Weltgeschichte größeren Undank gegeben, nie aber auch ein dringendere Ehrenpflicht für das deutsche Volk, seine miß handelten Stammesgenossen mit allen zu Gebote stehender Mitteln vor dem völligen Untergange zu retten! Arteil gegen den Abg. Oiftmann. 5 Jahre Jestung und 2 Monate Gefäugnis. Berlin, 4. Februar. Der Reichstagsabgeordnete Dittmann wurde heute vor dem außerordentlichen Kriegsgericht unter Zubilligung mildernder Umstände und unter Verneinung der ehrlosen Ge finnung wegen versuchten Landesverrates in Tateinheit mi Vergehen gegen SOb des Belagerungsgesetzes zu fünf Jahren Festungshaft und wegen Widerstandes gegen die Staats. gewalt zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Abg. Dittmann hatte bekanntlich am 31. Januar gegen Verordnung des Oberkommandos in den Marken, wonach den Mitgliedern der Streikleitung in Berlin jede Betätigung untersagt worden war, gehandelt, und zwar unter erschwerenden Umständen, da ihm das Verbot noch persönlich mitgeteill worden war. Die Anklage gegen ihn lautete auf Landesverrat, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Übertretung der erwähnten Verordnung. Der Vertreter der Anklage hatte eine Gesamtstrafe von 6 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust beantragt. Das Kriegsgericht fällte jedoch das oben angegebene mildere Urteil. Letzte Nachrichten. Pour ie mérite. Der Kaiser hat dem Generalmaior v. La Cbevallerie und den Majoren Kloebe und v. Delius den Orden pper ie mérite verliehen. Abberufung des argentinischen Haag, 4. Febr. Die argentinische Regierung hat beschlossen, ihre Milttärattachés in Berlin und Wien abzuberufen. Diese veränderte Haltung Argentiniens dürfte auf die Versenkung des argentinischen Dampfers„Minister Irriendo“ zurückzuführen sein. Die Russen feuern auf schwedische Schiffe. Stockholm, 4. Jedr. Gegen die schwedische SchilfeMeditton nach Zinnland, die die Skandinavier dort abholen soll, wurde an der sinnischen Küste heftigen Oranatfener eröffnet. Es kamen dann russische Matroson und Vertreter der Noten Garde an Bord det vordersten Schiffes und erklärten, daß die Russen daß Schiff für einen von Finnland entflohenen Gisbrech halten hätten und befürchteten, daß die Schiffe Truppen uus Wassen nach Finuland brächten. Raub und Mord in Petersburg. Stockholm, 4. Jebr. Die Zustände in Petersburg werden von Tag zu Tag schlimmer. In der Nacht zum 1. Februae wurden ein Mitglied des Zentralkomitees des Rates der Arbeiter und Soldatendeputationen und ein Mitglied den Vollzugsausschusses des Arbeiter= und Soldaten=Rates auf offener Straße ausgeraubt, wobei die Banditen erklärten, dat sie auf Befehl des Rates der Arbeiter= und Soldatendeputationen alle Passanten zu untersuchen hätten. In mehreren Stadtteilen wurden Läden geplündert. Einige Plünderer wurden erschossen. In der Nacht zum 2. Februar wurde ein Weinkeller geplündert, wobei Maschinengewehre in Tätigket. traten. Zeitungsmeldungen zufolge gab es über 30 Verwundete. Einigung über die Adria. Bürsge, 4 Fedr. Wie aus Rom gemelbet wird, i en utentekonferenz in Paris zu einer Einigung über die adriatische Frage gekommen. Es ist Orlando gelungen, die Entente zu überzeugen, daß die Adria, wenn ein dauernder Friede gewährleistet werden soll, dem deutschen Einflusse entzogen werden muß. Redaktionsschluß eingegangen Die selbständige Republik Ukraine. TU. Köln, 5. Februar. Ker„Kölnischen Zeitung“ wird aus Berlin gemeldet: Die Nachricht, daß sich die Ukraine als selbständige Republik erklärt habe, wird bestätigt. Alle ukrainischen Truppen haben sich auf die Seite der Zentral=Rada gestellt und unterstützen die Unabhängigkeit der Republik. Keine schwedische Truppen in Finnland. TU. Köln, 5. Februar. Nach einer Berliner Information: der Kölnischen Zeitung trifft nach zuverlässigen Nachrichten die Reutermeldung, daß Schweden Truppen nach Finnland geschickt habe, nicht zu. Im Norden hat die finnische Armee die Oberhand. Gescheiterte Streikbewegung in Holland. TU. Haag, 5. Februar. Nach Meldungen holländischer Blätter versuchte gestern die Partei der revolutionären Sozialisten Hollands, in den Niederlanden einen Generalstreik hervorzurufen. In Amsterdam, Rotterdam, Haag und anderen Städten fanden in den Mittagsstunden Konferenzen der Parteiführer statt. Es scheint, daß der Versuch, die Arbeiter zu einem Generalstreik mitzureißen, gescheitert ist, wohl hauptsächlich dank der geschlossenen Haltung der freien und christlichen Gewerkschaften. In der Metallindustrie zu Amsterdam sollen etwa 600 Mann streiken. Im ganzen streiken in Amsterdam kaum 3500 Mann. Der Streikausschuß hat heute in Amsterdam eine große Versammlung einberufen. Die öffentliche Ordnung wurde nirgends gestört. „Erfolgreiche“ englische Flieger=,„Abwehr“. TU Haag, 5. Februar. Aus England kürzlich zurückgekehrte Reisende berichten, daß das Abwehrfeuer der Londoner Batterien gelegentlich der letzten Luftangriffe schweren Schadena ngerichtet hat. Ueber 40 Häuser seien in London durch heruntergefallene englische Granaten zerstört worden. Druck, Verlag und Redaktion von Martin Wagner, in Paderborn. Fahrplanänderung Die nachbeuannten, vom 22. Januar ds Is. ab vorübergehend ausgefallenen Züge verkehren vom 5. und 6. Februar ab wieder regelmäßig: Sz. 33 W Düsseldorf ab 932 Uhr über Soest, Seesen nach Berlin P an 10.07 Uhr, nur an Werktagen Ss. 34 W Berlin P ab 8.20 Uhr über Sessen, Soest nach Düsseldorf an 912 Uhr, nur an Verktagen. Militärurlauberzug 17 Cambrai ab 4.20 Uhr über Soest, Seesen nach Leipzig an 8.27 Uhr, Militärurlauberzug 18 Leipzig ab 9.35 Uhr über Seesen, Soest nach Cambrai an 12.51 Uhr, Militärurlauberzug 29 Cölr=Deutz ab 8.43 Uhr über Soest, Seesen nach Leipzia an 8.12 Uhr, Militärurlauberzug 30 Leipzig ab 9.14 Uhr über Seesen, Soest nach Cöln=Deutz an 3.47 Uhr. Casel, den 3. Februar 1918. Königliche Eisenbahndirektion. Statt besonderer Anzeige. Nach Gottes Ratschluß verschied heute nach längerer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, der Hotelbesitzer Komften-Toutenkauseh im Alter von 43 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau heinrich Yodtenhausen. Lippspringe, den 4. Februar 1018. Die Beerdigung fndet Donnerstag nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. Bekanntmachung Der Preis für die durch die Hühnerhalter an die Sammelstellen u. Aufkäufer zur Ablieferung gebrachten Huhnereier wird bis auf weiteres auf 25 Pfennig das Ei festgesetzt. Der durch die Verbraucher bei den Ausgabestellen zu zahlende Preis beträgt bis auf weiteres 29 Pfennig für das Ei. Paderborn, 4. Febr. 1918. Der Kommunalverband. Stärkewäsche Kragen, Manschetten Oberhemden liefert schnellstene Färberei Galluschke Waschanstalt. Paderborn, Westernstraße 39. Detmold, Langestraße 2#. Suche für meinen kleinen Haushalt provere Person, Mädchen oder jüngere Frau, für nachmittags(nur Werktags). Krau Franz Schmidt. Paderborn, Marienpl itz 29. Kontrollkassen National Scheckdrucker gesucht gegen bar. Offert. unt. J. N. 7772 a d. Geschäftsst. des Paderborner Anzeigers. Flügel und Pianos werden sauber gestimmt und repariert. Bestellungen abzugeben Stukenberg. Lippspringe, Grünestraße 18. KarnN, Kaltsalz ac f, Ehlorkanum soe billigst Landwirtschaftlicher Kreisverein, Paderbern, Bogen Nr. 2. ArBOKer zum Abtürzen von Baum= stämmen gesucht. Albert Stochmann, Lotel zum Sternklug, Agplertage. Mbihig Burgervereins=Saal. bonntag, den 10. Februar, abends 8 Uhr = G r o ß e s Konzert zum Besten der Schwerkriegsbeschädigten des Kreises padervorn. Veranstaltet von der wirtschaftlichen Vereinigung Kriegsbeschädigter Paderborn. Unter gütiger Mitwirkung: Fräulein Nellv Marussi, Paderborn(Altt, " Tea Bruun, Münster(Sopran), Herrn Fr. W. Hobusch. z. It. Paderborn(Geige). „ Georg Martin,„„„(Klavier). " Walter Süßkraut,„„(Cello). Am Flügel städtischer Musikdirektor Herr A. Bartsch. Preise der Plätze: 1. numerierter Platz 2.50 Mk., Saalplatz...“ i.s: werkauf: Pommersche Buchhdlg., Rathausplatz. Inr Mitglieder: Vereinshoim J. Gäntermann, Markk.