Nr. 25 der 30. Jannar 1918 32 Jahrgang „ O O Amtliches Kreisblatt:: Anzeiger für Neuhaus und Delbrück lsses sctssses eosssend ennsennsaags bei. Der Paderborner Anzeiger erscheint an allen Werhtagen.— Bezugspreis monatlich frei ins Haus gebracht 65 Pfg., bei der Post abgeholt 52 pfg., durch den Briefträger 66 Pfg.— Im Paderborner Anzeiger werden alle amtlichen Bekanntmachungen das Kgl. Landratsamtes sowie des Paderborner ——— Magistrats veröffentlicht.——— Paderborner Zeitung ##daktion Bahnhofstraße 13— Fernruf 913 Organ des Landwirt. esct Aeseunter Volks=Zeitung C Priblihaters-rgen Paderborner Land; vieler Behörden Wöchentliche Gratis=Beilage„Sterne und Blumen“ Anzeigenpreise: Rus dem Kreise Paderborn für die : einspaktige Kolonelzelle 16 Pfg., auswärtige 20 Pfa. Im Reklamenteil 80 Pfg. Bei Wiederholungen Rahattgewährung, die bei Richtzahlung innerhalb ; 30 Tagen indes erlischt. Beilagengebühr 6 Mand — iun Suig# utch. Betriächen. Geschäftostelle Bahnhofstraße 19— Fernruf Dampfer und drei Segler mit 30000 B.=R.=T. im Mittelmeer versenkt. Beginn der Ententenkonferenz. „ Genf, 29. Jan. Die erste Sitzung der Entenreronterenz hat unter dem Vorsitz Clemenceaus stattgefunden. Lloyd George. Orlando, der italienische General Alfieri, der englische General Wilson, der kranzösische General Foch u. a. nahmen an der Sitzung teil. Hauptaufgabe der Konferenz ist die Beder Friedensziele der Entente. Die Erklärungen mitlings und Czernins sollen gemeinsam endgültig beantwortet O#iden. Clemenceau als Friedensstörer. 29. Jan. Der französische Sozialistenführer Renaudel n. der„Humanité“ Clemenceau scharf an, weil er seinen Einfluß in England geltend gemacht habe, um die englische Regierung zu bestimmen, von ihrer wohlwollenden Haltung einem baldigen Friedensschlusse gegenüber abzusehen. Was Orlando fordern soll. ## 2usano, 2%, Jor,„Die„Tribuna“ legt Orlando nahe, gis s.auf der devorstehenden Pariser Konferenz fordern soll: Die Dinge der Versorgung Italiens gestatten keine halben Maßregeln und keinen Aufschub mehr, darüber sind die Regierungen und Völker des Verbandes genügend aufgeklärt. Em Augenblick bleibt ein Abgrund zwischen dem Wollen und erm Vermögen des italienischen Widerstandes offen: er kann nur durch schleunige Hilfe der Verbündeten gefüllt werden. * Amerika erwartet Friedensvorschläge. — Zürich, 29. Jan.„Newyork Times“ meldet aus Washington: Um entsprechende Wirkung zu haben, müßten Hertling und Czernin ihren Reden noch bestimmte Vorschläge au die Adresse der amerikanischen Regierung folgen lassen, koußt sei alles Reden aussichtslos. Czernin und Wilson. Haag, 29. Jan. Staatssekretär Lansing drückte seine Überraschung zu der Meldung aus, daß ein Eremplar der Rede des Grafen Czernin an Wilson befördert worden sei, noch bevor sie in Österreich gehalten worden sei. ansing erkärte, ein solches Eremplar nicht erhalten zu haben, weder vor der Veröffentlichung noch seitdem. Tüchtige Leute. P4Die Bolschewisten hüllen sich in eine Löwenhaut, auf daß man sie für den König der Tiere halte; allenthalben und in Brest=Litowsk insbesondere. Soweit ihre harte reicht, arbeiten sie mit Feuer und Schwert, und wer nicht will ihr Bruder sein, dem schlagen sie den Schädel ein. Wem sie aber weder mit Schiffskanonen noch mit Maschtnengewehren etwas anhaben können, den verfolgen ste mit den Blitzstrahlen ihrer Funksprüche. Gegen den unglücklichen König von Rumänien haben sie kürzlich einen Haftbefehl geschleudert, man erfuhr nicht recht warum. Vielleicht war er lediglich in seiner Eigenschaft als Monarch ein Greuel in ihren Augen, vielleicht aie er sich durch eim unbedachtes Wort gegen die Revolution maximalistischen Gepräges vergangen; genug, man sollte ihn festnehmen und den Beauftragten Lenins ausliefern. Es ist nicht dazu gekommen, man hatte auch wohl dem gläubigen Volke nur zeigen wollen, daß selbst ein König nicht sicher sei vor der Allgewalt der Volkskommissare. Jetzt aber haben diese Machthaber zu einem neuen Schlage ausgeholt. Sie erklären die diplomatischen Sziehungen zu Rumänien für abgebrochen, kündigen an, sie den schon einmal hinter Schloß und Riegel geSachten Gesandten der Monarchie, Diamandi mit Bcamen, unverzüglich über die Grenze abschieben und den in Moskau lagernden Goldschatz— in Verwahrung nehmen werden. Nicht für sich natürlich, auch nicht für die Republik der Bolschewisten, sondern für das rumänische Volk oder wenigstens für diejenigen seiner Bestandteile, die in ihren Augen als„das Volk“ zu gelten haben. Also für die Arbeiter, Bauern und Soldaten, die allein nach dieser neuesten Lehre eine Daseinsberechtigung in der Welt genießen und die man nun wohl auch in Rumänien oder doch in denjenigen Gebieten, die von Rumänien übriggeblieben sind, eine„Regierung der Räte“ bilden lassen wird, um abermals ein gefügiges Werkzeug für die Ziele der russischen Revolution in die Hand zu bekommen. Und um die ganze Aktion zu krönen, wird schließlich General Tscherbatschew, der Oberbefehlshaber der russisch=rumänischen Front, als außerhalb der Gesetze stehend erklärt. Warum? Auch darüber gibt es einstweilen nur Vermutungen; jedenfalls mag er in dem jungen Herrn Krylenko, den die Laune der Petersburger Machthaber vom Fähnrich zum Höchstkommandierenden erhoben hat, keinen militärischen Abgott anerkannt und irgendeinen keiner Befehle kaltlächelnd beiseite gelegt haben: Dafür seht er nun„außerhalb der Gesetze“, was einen furchtguren Klang hat— für denjenigen, der nicht zugleich außerhalb der Grenzen dessen weilt, dessen Zorn er sich zugezogen hat. General Tscherbatschew wird schlimmeres in seinem Leben durchgemacht haben, und auch in Rußland gruß man den Todeskandidaten erst haben, wenn man ihn hängen möchte. Ganz wie einstmals im schönen Nürnberg! Aber wie gesagt: Das Ganze sieht aus wie ein Spektakelstück für furchtsame Kinder, weiter nichts. Die Bolschewisten machen sich gar nichts daraus, geliebt zu werden; wenn nur angstvolles Schlottern um sie her ist, sind sie schon zufrieden, denn mehr ist für sie doch unerreichbar. Also verbreiten sie Furcht und Schrecken, so viel sie können, und je entsetzenerregender der Ruf ist, der vor ihrem Regiment einherzieht, desto wohler werden sie sich fühlen. Ihnen kommt es nur darauf an, alles einzuschüchtern, was sich ihnen in den Weg stellen könnte, und deshalb gefallen sie sich in einem Kraftmeiertum, das sie mit dem Schein der Unwiderstehlichkeit umkleiden soll. Im Grunde ein kindliches Vergnügen, das höchstens insofern„Gefahren in sich birgt, als es bei längerer Dauer schließlich in regelrechten Größenwahn umschlagen kann, Allein mit dieser längeren Dauer wird es in unserem Falle doch wohl hapern. Dazu sind die Verhältniffe in Rußland ganz und gar nicht angetan. In Brest=Litowsk wird man, das wollen wir jedenfalls hoffen, den neuesten Streich der Bolschewisten gebührend zu würdigen wissen. Herr Trotzki wird dort kaum als ein Löwe angesehen werden, bloß weil er sich und sein Wiederkommen mit so mächtiger Stimme ankündigt. Rußlands Auflösung. Von besonderer Seite wird uns geschrieben: . Der Zerfall Rußlands in seine nationalen Bestandteile ist seit der Märzumwälzung sofort in Erscheinung getreten. Gleichzeitig zeigten sich in der Bildung der Arbeiter= und Soldatentäte die Vorboten eines Umsturzes der alten sozialen Gliederung. erst die Oktober=Revolution der Maximalisten machte offenkundig, daß nicht eine Umlagerung der gesellschaftlichen Verhältnisse, aus der sich eine neue Gesellschaftsordnung hätte emvorringen können, im Gange war, sondern eine völlige Zertrümmerung alles Bestehenden. Von einem Aufbau ist seitdem nirgends mehr die Rede. Das Schwergewicht der bloßen Masse gelangte zur Herrschaft. Mehr und mehr gewannen aus ihr heraus die Kräfte die Oberhand, die keine anderen Grundsätze kennen, als die Anwendung roher Gewalt. Was sich da unter dem Namen von Volksbeauftragten als Regierung gebärdet, hält sich nur dadurch am Ruder, daß es die blinden Triebe der Masse zum alleinigen Prinziv der staatlichen und sozialen Wirksamkeit erhob. Um die ganze Fülle der Macht der arbeitenden Massen zu sichern und jede Möglichkeit zu entfernen, daß die Macht der Ausbeuter wiederhergestellt wird, wird die Bewaffnung der Arbeitenden, die Bildung einer sozialistischen großen Armee der Arbeiter und Bauern und die gänzliche Entwaffnung der besitzenden Klassen verfügt:„In diesem Absatz der Deklaration“. deren unbesebene Annahme der verfassunggebenden Versammlung zugemutet wurde, ist die ganze Staatsweisheit des marimalistischen Regiments zusammengefaßt. Worin die „Arbeitenden“ ihre Aufgabe suchen, lassen die verflossenen drei Monate mit erschreckender Deutlichkeit erkennen. Blödeste Zerstörungswut vernichtet nicht nur alles Gewordene, sondern guch, alle, Wurzeln, aus denen ein neues soziales und staatliches Leben sich entwickeln könnte. Der Zarismus bat die unermeßlich schwere Schuld auf sich geladen, daß er das Volk nicht zu freier Betätigung in geordneten Verhältnissen erzog und befähigte. Er wußte sich keinen anderen Rat als die Knebelung jeder selbständigen Regung. Der jetzige Sozialismus als sein Erbe ist im Grunde nur ein umgekehrter Zarismus. Auch er kennt kein anderes Mittel, um sich durchzusetzen und in der Macht zu erbalten. als die Gewalt und zwar die Gewalt in rohester Form. Ihre Anwendung erstreckt sich auf alle Schichten, die sich nicht unbedingt unter den Willen der mit Machtmitteln ausgestatteten Minderbeit beugen. Leben, Eigentum und versönliche Freiheit gelten nichts. Täglich werden in ungezählten Fällen Räubereien und Morde begangen. Auch die staatlichen Funktionen äußern sich in nichts anderem, als in der Unterdrückung auch der leisesten Regungen abweichender Meinungen. Die Sprengung der Verfassunggebenden Versammlung, deren Wahl von der marimalistischen Regierung selbst angeordnet war, ist nur das sichtbarste Zeugnis für das Walten des Prinzips der Erdrosselung jedes Eigenlebens und der sinnlosen Vernichtung aller organischen Neugestaltung des Staates. Im Grunde hat dieser überhaupt zu besteben aufgebört und Rußland wäre für einen böswilligen Nachbar eine leichte Beute. Die Schilderungen von Augenzeugen über die Auflösung aller öffentlichen Einrichtungen nicht bloß. sondern auch jeder geregelten privaten Tätigkeit werden durch die Funksprüche der Petersburger Regierung unfreiwillig in vollem Umfange bestätigt. Bekannt ist die bewegliche Aufforderung an die Eisenbahner, ihre Pflicht zu tun und die Armee an der Front vom Hunger zu retten. Aber nicht allein die Front leidet furchtbare Not. In einem Funkspruch vom 17. d. Mts, heißt es:„Es haben zu unterbleiben Ordnungswidrigkeiten und Mangel an Unterordnung auf den Eisenbahnen. Abbängen von Lokomotiven und Eisenbahnwagen. Hausierer und Spekulanten, Gewalttaten gegen die Angestellten, Plünderung und eigenmächtiger Transport von Lebensmitteln droben der Front und dem Land unberechenbaren Schaden zu bringen. Von allen Eisenbahnen laufen Nachrichten ein über Frontunterbrechungen, die durch Soldaten und andere Personen veranlaßt werden. Die Eisenbahnen befinden sich in der Gewalt der Masse. Die Eisenbahnwagen werden ihrer Ladung beraubt. Eine solche Anarchie auf den Eisenbahnen hat den Wagenverkehr völlig gestört, was sich in verderblicher Weise in der Proviantversorgung der Bevölkerung, der bungernden Gouvernements und der Armee an der Front geltend macht, indem es unsagbaren Mangel hervorruft. Die gleiche Anarchie aber herrscht offensichtlich auf allen Gebieten der öffentlichen Tätigkeit. Wohl uu. versteben ist, daß en weiten Schichten der Bevölkerung Ruklands nur ein Gepanke lebendig ist, der Gedanke einer moglicht schnellen Enlösung von dem gegenwärtigen Regiment, dessen„Freiheitlichkeit“ sich in der Unterdrückung und, bei dem genügenden Widerstande, in der Vernichtung von Leib und Leben, in der Entfesselung niederster Begierden und Ertötung aller auß bauenden Regungen äußert. Und mit den„Segnungen“ dieses Regiments will die marimalistische Regierung die von Rusland fortstrebenden Gebiete— Finnland. Estland und die Lkraine sind Zeugen dieser Bemübungen— beglücken, Ihnen wollen sie das„Selbstbestimmungsrecht" gegenüber Deutschland sichern. Welcher Art dieses„Recht“ in Wirklichkeit ist, zeigen die Vorgänge im eigentlichen Rußland so nachdrücklich. daß die Randvölker schwerlich Verlangen danach tragen, sich dieser Prozedur zu unterziehen. Anarchie in Finnland. 2 Maximalisten gegen das Bürgertum. Nach Stockholmer Berichten herrscht in Finnland vollkommene Anarchie. Die Petersburger Maximalisten hatten sie seien genötigt, ihren Grundsätzen gemäß, die finnischen Revolutionäre gegen das Bürgertum zu unterstützen. Welche Schreckensherrschaft die Maximalisten in Finnland ausüben, zeigt folgende Meldung aus StockDer finnische Senat wurde von den finnischen Bolsche. wikt, unterstützt durch die Marinetruppen der Sowjets, aufSenat protestierte gegen die Einmischung russischer Soldaten und Matrosen in die inneren Augelegenheiten Finnlands. Der Präsident des Genats wurde ver### haftet. Der Senat hatte ein Ultimatum an die russische Regierung gerichtet, mit der Aufforderung, die Lieserung von Waffen an die finnischen Banditen, die gemeinsam mit der russischen Soldateska das Land verheeren, einzustellen. * Gegenangriffe gegen die Polen in Orcha. Der Generalissimus Krylenko brachte ein Radiogramm zur Kenntnis der Volkskommissare, das schleunigste Maß nahmen zur Vertreibung der polnischen Truppen im Gouvernement Orcha von den Punkten, die sie beset# Legionen anordnechen Hungerrevolten in Petersburg. Aus Petersburg wird berichtet, daß die Stadt seit zwei Tagen gänzlich ohne Brot ist.„Naschi Wiedomosti“ teilen mit, daß die Straßen der Hauptstadt von Gruppes bestehend aus 500—1000 Personen durchzogen werden Die dae Paonschesten rusen nach Brot: sie tragen Vlakatt Hisentrtei strit;„Hebt und Brott“. Aus dem Admira litätsviertel kamen über 4000 Personen zu dem Kommanbanten des 2. Bezirks, die ihre tägliche Brotration seit ir Taggn, richt, erhalten hatten. Der Kommandant begal sich mir der Volksmenge unter dem Schutz der Roten Garde nach der Nowoisakowska=Straße Nr. 20, wo große Mehlvorräte vorgefunden wurden. Das Mehl wurde sofort erhielt ein viertel Pfund. In verschiedenen Stadtteilen wurden alle Bäckerladen geplündert. Massenverhaftungen in Moskau. In Moskau wurden alle Mitglieder des sozialKropunz Wogtag Prosten ester; Versgstangen.e.. Die Marimalisten brobten weitere Verhaftungen an, falls die Kundgebungen jegen die Petersburger Regierung fortgesetzt würden. * Verschlimmerung der Lage in Finnland. Kopenhagen, 29. Jan. Die Lage in Finuland spitzt sich Kündlich zu. Die beiderseitige Erbitterung wächst. An Bord eines Kriegsschiffes in Helsingfors fand zwischen Mitgliedern der Regierung und dem sozialistischen Ausschuß der Ostseeflotte eine Zusammenkunft statt. Der Matrosenausschuß forderte vom Senat die Auslieferung der Waffen der Bürgergarde an die Rote Garde, andernfalls würde Helsingfors dem Erdboden gleichgemacht. Als die Sitzung um 4 Uhr morgens schloß, war es dem Präsidenten gelungen, von den Anwesenden das Versprechen zu erhalten, zur Beruhigung der Gemüter beizutragen. Von den Zeitungen erscheint nur noch die der Roten Garde. Viele Rote Gardisten sind nach Petersburg abgereist, um dort Nachschub zu erhalten. Flucht des schwedischen Wesandten in Finnland. Stockholm, 29. Jan.„Aftonbladet“ meldet aus Havaranda, daß der neuernannte schwedische Gesandte in Finnland nach Ternea geflüchtet und nach Stockholm unterwegs sei. Der La deshauptmann Heikel in Wasa sei mit besonderem Auftrage nach Schweden abgereist. Die Gntichetheseen „Daily News“ erfahren aus Petersburg:„Es i“ eine Spaltung unter den Bolschewiki eingetreten. Die Minderheit ist der Ansicht, daß die Schwächung und Isolierung Rußlands zu einem Sonderfrieden zwinge: die Mehrheit einschließlich des linken Flügels der Sozialrevolutionären ist bereit, die deutsche Herausforderung anzunehmen und in eine Veriode der revolutionären Sertespieung einzutreten. Wie letzte Entscheldung liegt PAbol. Demobilisierung der ukrainischen Front. Das ukrainische Bureau meldet: Die Rada hat die Demobilisierung der ukrainischen Front angeordnet. Diese Andet unter dem Widerstand der dort befindlichen Bolschewikitruppen statt. Die Bolschewiki besetzten Charkow und Jekaterinoslaw. Gegen Jekaterinoslaw marschiert ein großes Aufgebot der Rada. Bei den Kämpfen zwischen n Bolschewikt und den Ukrainern an der ukrainischen Front siegten die Ukrainer. Deutscher Fliegerangriff auf London. Heftige Kämpfe an der italienischen Front. Rittellungen des Wolffschen Telegraphen=Bureaub. Großes Hauptquartier, 29. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An vershiedenen Stellen der Front Artillerietätigkeit. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In der Chamzagne entwickelten sich lebhafte örtliche Kämpfe. e an ei dr State St. Slatr. St. Sgula seiterten um Morgen kleinere französische Angriffseenehmungen. Unsere Stellungen zwischen den von Somme=Py und Rivon nach Südosten führenden Straßen agen am frühen Nachmittage unter heftigem feindlichen Feuer. Unter seinem Schutz stieß französische Infanterie mit Flammenwerfern zu starken Erkundungen gegen mehrere Stellen der Front vor. Mit schweren Verlusten gurche sie zum Teil vor unseren Hindernissen, zum Teil Nahkampf zurückgeworfen. Einige Gefangene blieben unserer Hand, mehrere Flammenwerfer wurden erdeutet. chesenlerictisket fübrte zu zablreichen Luktkämpfen. " ossen gestern 13 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselon ab. London und Sheerueß wurden erfolgreich mit Bomber beworfen. Französische Flieger setzten ihre Angriffe gegen unsere Lazareite fort. Während im Monat Dezember die Lazarettonlagen von Rethel mehrfach Ziel ihrer Bombenabwürfe waren, griffen sie in den letzten Tagen die Anlagen von Labro(östlich von Conflans) an. Italienische Front. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden ist von neuem heftiger Kampf entbrannt. Die Italiener griffen gestern in den Abschnitten östlich von Asiago bis zur Brenta mit starken Kräften an. Am Monte Sisemol und westlich brach ihr Angriff vor den österreichisch=ungarischen Stellungen meist schon im Feuer zusammen; der Monte di Val Bella, auf dem sie vorübergehend Fuß fassen konnten, wurde ihnen im Gegenstoß wieder entrissen. Ebenso warfen unsere Verbündeten den im Gebiet des Col del Rosso sowie zwischen der Frenzela=Schlucht und der Brenta anKürmenden Feind nach schweren Kämpfen zurück. Wiederholte Versuche des Feindes, örtliche Einbruchsstellen durch Einsatz seiner Reserven zu erweitern, schetterten unter blutigen Verlusten. Zehn Offiziere und 350 Mann wurden gefangen. Eines unserer Bombengeschwader warf in der Nacht vom 26./27. Januar mit guter Wirkung 21000 Kilogämm Bowben auf Castelfraneo, Treviso und Mestre. Jotze Brände waren weithin sichtbar. Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues. Der Erste Generalquartiermeister Ludendorft * . Wien, 29. Jan. Der amtliche Heeresbericht stimm # dem deutschen überein. * Großer Kriegsrat der Verbündeten. an Feamschi, erobe volitsche Konferen; präscdenten Oieg odne Amerkal) statt, an der die Minister „..#n Elbad George, Clemenceau und Orlando sowie der französische Außenmintster Pichon und der italienische Sonnino teilnehmen. Die politischen Verhandlungen in Paris sind zunächst eine Fortsetzung der Besprechungen die soeben in London zwischen Lloyd George und Orland: Kattgefunden haben und die nach Paris verlegt werden weil sich Clemenceau anscheinend zu alt zum Reisen fühlt Der erste Programmpunkt wird also von den italienischen Kriegszielbeschwerden gebilder, und deshalb kommt auch Sonnino nach Paris. Es ist möglich, daß die Erklärungen Lloyd Georges(an die englischen Arbeiter) in Paris ein Ergänzung erfahren werden. Der Rest ist dann— die Beratung über die Fortsetzung des Krieges. Freigesprochen. Vaterländischer Familien=Roman von Ludwig Butzer. 00—(Nachdruck verboten. Drei Jahre später kam er, um Arbeit zu suchen, nach Ingolstadt und zwar gerade an jenem Tage, an dem ich die folgenschwere Geschäftsreise unternahm. Von meiner Abwesenheit hatte er anscheinend keine Kenntnis. Er schlich sich abends in mein Haus und brachte zur Nachtzeit seinen Plan zur Ausführung. Nach einer Angabe verschloß er das Kassenlokal und die Kasse selbst deshalb wieder in sorgfältiger Weise, damit niemand von meinem Geschäftspersonal in den Verdacht des Diebstahls geraten könne. Er wußte, daß ich die Schlüssel stets bei mir trug und sie keinem meiner Leute anvertraute.„Ich hoffe,“ schreibt er, hier,„daß infolge meiner nichtswürdigen Tat niemand von Ihrem Personal unschuldig verdächtigt worden ist“ diese naive Auffassung dürfte beweisen, daß der Dieb Leine Ahnung von dem Unglück hatte, das seine Tat verursacht. Der Bursche ist nach Amerika ausgewandert und wurde durch eine reiche Heirat im Verlaufe der Jahre ein wohlhobender Mann und eine allgemein zeachtete Persönlichkeit. Er schreibt, es habe ihn schon seit Jahren gedrängt, mir das entwendete Geld zurückzugeben; aber er habe nie inen Weg gefunden, wie er das bewerkstelligen sollie, ohne sich bloßzustellen. Die Ursache seines Geständnisses war ein Eisenbahnunglück, bei dem er seine Frau und seine beiden Kinder verlor. Dieser schwere Verlust hat ihn lebensüberprüssig gemacht. In diesen der Urkunde beigefügten Privateag Eeit mur den Rodaer mit boch lsch der Telterende ein r Stunden nach Regelung seiner Hinterlassenschaft ersen habe. * *„Wenn der Dieb nach Amerika ausg'wandert ist und vom ganzen Unglück nix g’wußt hat, das er ang'richt hat, , eort ein ault: Der stat denmn nuscher der: ?“ fragte Josef, der vom General dazu aufgefordert, gend mar. Der U=Boot=Krieg. Acht Dampfer und drei Segler mit 30000 B.=R.=T. im Mittelmeer versenkt. T.U Berlin, 30. Januar.(Amtlich). Neue U-Booterfolge im östlichen und mittleren Mittelmeer, acht Dampfer und drei Segler mit rund 30000 BRT. Die Mehrzahl der Dampfer war tiefbeladen und befand sich teils in stark gesicherten Geleitzügen unter Begleitung von Zerstörern und Fischdampfer fahrend auf dem Wege nach Italien bezw. dem Orient. Unter den versenkten Schiffen konnte der englische Dampfer„Westwales“(4331 Tonnen) mit Kohlen nach Port Said, ein großer Tankdampfer und ein Dampfer von 4000 Tonnen, der nach der Explosion zu urteilen, Munition geladen hatte, festgestellt werden. An den Erfolgen ist insbesonders der K. und K. Linienschiffsleutnant Hueczek beteiligt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Versenkte Lebensmittelschiffe. Unter den U-Boots=Erfolgen dieses Monats befinden sich Versenkungen, die für die Engländer besonders schmerzlich sind.„Daily Chronicle“ berichtet über den Verluf eines Lebensmittelschiffes, das einige Tage zuvor einen englischen Hafen erreicht hatte, jedoch ohne entladen zu haben, den Befehl erhielt, nach einem anderen Hafen zu fahren. Auf dem Wege dorthin wurde es torpediert. So ging das wertvolle Schiff mit Ladung verloren. Weiter berichtet die„Times“ über zwei ähnliche Fälle. Von den versenkten Dampfern hatte einer Tee, der andere 4000 To. Fleisch geladen. Beide hatten im ersten Hafen mangels Entladeeinrichtungen nicht löschen können. Die Erregung unter der englischen Bevölkerung war groß; denn mar rechnete nach, daß mit der versenkten Fleischmenge nach deutschen Verhältnissen 16 Millionen Menschen, d. i. über ein Drittel der englischen Bevölkerung, eine Woche lang mit Fleisch hätte versorgt werden können. „ Die verringerte Fischerflottille. Von 8600 Fischerfahrzeugen der englischen Ostküstsind nur etwa 400 für den Fischfang freigeblieben, die übrigen stehen im Marinedienst. Im Minensuchdienst ver wenden die Engländer ungefähr 1700 Schiffe und etwe 25000 Mann. Kleine Kriegspost. Bern, 29. Jan. Nach dem„Berner Tagblatt“ wird die englische Regierung dieser Tage den unabhängigen Indenstaat in Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem proklamieren. Die heiligen Stätten sollen neutralisiert werden. Konstantinopel, 29. Jan. Zwischen den türkischen und ukrainischen Vertretern in Brest=Litowsk fanden Sonderbesprechungen statt, die eine grundsätzliche Übereinstimmung in den wichtigsten schwebenden Fragen ergaben. Genf, 29. Jan. In einem Artikel der„Newyork World“ wird erklärt, Österreich=Ungarn könne mit den Vereinigten Staaten durch die spanische Botschaft oder schwedische Gesandtschaft in Wien verhandeln. Deutsches Reich. * Entsprechend den Grundsätzen für die Gewährung von Kriegsbeihilfen aus Anlaß der Teuerung an die Zivilbeamten im Ruhestand und ihre Hinterbliebenen werden jetzt auch den pensionierten Beamten der Heeresverwaltung und ihren Hinterbliebenen Kriegsbeihilfen gezahlt. Auch die pensionierten Offiziere und die Rentenempfänger und ihre Witwen und Waisen können ebenfalls mit laufenden und einmaligen Kriegsbeihilfen bedacht werden. Für deren Bewilligung bei Offizieren usw. kommt das Kriegsministerium, bei Rentenempfängern usw. das örtlich zuständige Stellvertretende Generalkommando in Frage. * Bei der Beratung des preußischen Justizetats im Staatshaushaltsausschuß des Abgeordnetenbauses wurde mitgeteilt, daß die Einnahmen aus Gerichtskosten und Geldstrafen um 15 Millionen Mark geringer seien als im Vorjahre.— Die im Interesse der Hausbesitzer angeregte Anderung des Zwangsnersteigerungsgesetzes kann nach den P Shrentt Wichtige Tagesereignisse zum Sammeln. 29. Januar. Französische Angriffsunternehmungen in der Champagne scheitern unter schweren feindlichen Verlusten.— 18 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon werden abgeschossen London und Sheerneß werden erfolgreich mit Bomben belegt.— Italienische Vorstöße auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden werden nach schweren Kämpfen zurückgewiesen; dabei werden 10 Offiziere und 350 Mann gefangen.— Wirkungsvoller Fliegerangriff auf Treviso, Castelfranko und Mestré. ausfuhrungen des Ministers des Innern erst nach dem Kriege geändert werden. * In der Weiterberatung der Wahlrechtskommission dre preußischen Abgeordnetenhauses entstand eine länd Poler Auseinandersetzung über die in der Presse lautgewordenen Vorwürfe, in der Kommission werde die Erledigung des Gesetzes verschleppt. Die Mehrheit der Kommission lehnte oiche Vorwürfe als unberechtigt ab. Bei der dann fortgesetzten Beratung über die Herrenhausvorlage werden mehrere Anträge gestellt zur Vermehrung der Städte= und Landgemeindenvertreter. Minister des Innern Dr. Drews beantwortete eine Anfrage dahin, daß es bei der durchaus verschiedenen Stärke des Großgrundbesitzes in den einzelnen Provinzen nicht möglich sei, jeder Provinz die gleiche Grundbesitzvertretung einzuräumen. K Eine deutsche Gegenmaßregel stellen holländische Blätter in Aussicht. Sie berichten, die deutsche Regierung beabsichtige, aus Anlaß der mit Amerika bevorstehenden Abmachung(der Überlassung der in amerikanischen Häfen niederländischen Peode 4 dis schmar: gist en; aule „ic k.n w. serst“. Vereizigten Staaten) alle nieberkändischen Rieevereien auf die schwarze Liste zu setzen. Die Folge wäre dann, daß die Schiffe keine deutschen Bunkerkohlen mehr erhalten, was, wenn keine Kohle von anderswo geliefert würde, darauf hinausläuft, daß die Schiffe nicht ausfahren können, sondern aufgelegt werdeen müssen. de“ Norwegen. &a Der Unwillen über die amerikanischen Zufuhrbedingungen spiegelt sich in der gesamten Presse wider. Setonl Viatter, die man nicht im Verdacht der Deutschfreundlichkeit haben kann, äußern Bedenken, ob das Abkommen mit Amerika, das jetzt im Storthingsausschuß verhandelt wird, zustandekommen könne. Nur wenige Blätten raten zum unbedingten Eingehen auf das, was Amerika will, damit also eigentlich zu einer Selbstauslieferung an den Verband. Norwegen mag, seiner Zufuhren wegen, jetzt in einer schwierigen Lage sein, das ist nicht zu verkennen. Hätte aber Norwegen von Anfang an eine volle unbedingte Neutralität, in dem Sinne wie bisher Schweden, und im Zusammenhang damit manchmal eine kräftigere Sprache gegen die Westmächte geführt, so könnte es jetzt anders auftreten. Die norwegischen Reeder wollten aben verdienen, und nichts als verdienen, und deswegen trat ein großer Teil der norwegischen Handelsflotte in den Dienst des Verbandes. Amerika. n Einen Aufruf zur Sparsamkeit erläßt Präsident Wilson an das Volk und besonders an die Frauen in den Vereinigten Staaten. Die Vorschriften des Lebensmittelamtes müßten genau beachtet werden. Es handle sich darum, soviel an Nahrungsmitteln einzusparen, daß den Bundesgenossen ausreichende Mengen zugeführt werden könnten. An Fleisch und Weizen müsse man 30 Prozent einsparen. Was man an Weizenmehl und Brot wenigen gebrauche, könne man durch Kartoffeln, Hafer, Roggen, Reis und Gemüse ausgleichen. Der Montag und der Mittwoch müßten als weizenlose Tage gelten, der Dienstag als fleischloser, der Samstag als schweinefleischlosen Tag. Außerdem müßten noch täglich bei einer Mahlzeit: Weizen und Fleisch wegfallen. Auch mit dem Zucken müsse bis auf weiteres sparsam gewirtschaftet werden. In= und Ausland. Dresden, 29. Jan. Die Zweite Kammer nahm einstimmig den fortschrittlichen Antrag an. nach dem in allen Gemeinden Frauen gleichberechtigt in die Fürsorge=Ausschüsse der Gemeinden gewählt werden können. Zürich, 29. Jan. Ein neuer Erlaß der Petersburger Regierung hebt das Erbrecht auf. Nach dem Todesfall kommt das Vermögen an den neuen Staatsfonds für öffente Diese Frage wirkte fast verblüffend auf den alten Herrn und seine Tochter. Lorenz blickte verständnislos in das Gesicht des Dieners. „Sonderbar... vollkommen unerklärlich“, sprach der General für sich. Dann erhob er den Kopf.„Die zehntausend Gulden sind uns im Verlaufe der letzten vierzehn Jahre von einem Unbekannten nach und nach bereits ersetzt worden,“ sagte er zu Lorenz gewendet.„Anfangs Juli traf die letzte Sendung ein.“ „Das ist allerdings sehr sonderbar“, erwiderte dieser nachdenklich.„Sollte der Dieb vielleicht durch eine Mittelserson... aber das ist nach seinem Briefe nicht anzunehmen; er hatte ja von allem keine Kenntnis.“ „Diese rätselhaften Geldsendungen bestärkten mich auptsächlich in dem Glauben an die Schuld meines Schwieohnes“, fuhr der General fort.„Meine Tochter und ich en bis heute der Anschauung, daß die uns zugeschickten räge von demjenigen herrühren müßten, der die Unkssumme von Hartfeld gewonnen hat. Ich habe bis seht noch die Ueberzeugung, daß diese Geldsendungen mit enem Diebstahl im Zusammenhange stehen. Eine andere Erklärung dürfte sich kaum finden lassen. „Nachdem der Diebstahl nunmehr aufgeklärt ist, fällt das Gerücht, das über den Verstorbenen damals umlief, in nichts zusammen", versetzte Lorenz. „Ja, wer ist dann jener geheimnisvolle Geldsender, wenn es der Dieb nicht ist?“ fragte der General. Und nach einer Pause voll trüber Gedanken fuhr er fort:„Ich muß immer wieder an eine Persönlichkeit denken, die uns seit einigen Wochen sehr beschäftigt. Diese wäre vielleicht in der Lage, einiges Licht in diese dunkle Sache zu bringen. Ein Major Berger, Bataillonskommandant in Passeu, interessiert sich namlich in außergewöhnlicher Wet für meine Fanzie Er behauptete meiner Enkein Irma gegenüber mit aller Bestimmtheit, daß der Verstorbene unschuldig gewesen sei. Berger, der zur Zeit im Felde steht, war rüher in Ingolstadt und mit meinem Schwiegersohn bereundet. Sagen Sie, Herr Lorenz, erinnern Sie sich eines Herrn, namens Berger, der seinerzeit mit Hartfeld verkehrte. Uns ist dieser Name gänzlich unbekannt.“ Lorenz sann eine Weile nach.„Nein, sagte er dann „ein Berger, der in der dortigen Gesellschaft verkehrte, war damals nicht in Ingolstadt. Der betreffende Offizier wird Ihren verstorbenen Herrn Schwiegersohn wohl in München kennen gelernt haben. Es ist möglich, daß er sich vorübergehend in Ingolstadt aufgehalten hat.“ „Das ist wohl möglich“ versetzte der General.„Merkwürdig ist nur, daß Major Berger von der Unschuld des Verstorbenen überzeugt ist, meine Familie kennt und uns dennoch keinen Besuch machte, wiewohl er sich wiederholt in allernächster Nähe von Bickenried aufgehalten hat. Bergersoll eine große Aehnlichkeit mit Hartfeld haben. Lorenz erhob bei den letzten Worten überrascht den Kopf.„Von woher kamen denn die Geldsendungen?“ fragte er nach einiger Zeit.“ „Die Briefumschläge trugen sämtlich den Poststempek München", erwiderte der General. „War den Sendungen niemals ein Brief beigefügt?“ „Nur die erste Sendung vom August 1856 enthielt einige Zeilen. Der Unbekannte schrieb damals, er sende beifolgend tausend Grlden mit der Bitte, den Betrag für die beiden Kinder des unglücklichen Prokuristen Georg Hartfeld anzulegen. Er werde zum gleichen Zwecke von Zeit zu Zeit weitere Sendungen, und zwar jedesmal unter der Nummer 10 000, folgen lassen. Diese Zahl war doch von vornherein sehr bezeichnend! Die Schrift des Briefes war uns undekannt und offenbar entstellt. „Mir kommt da ein sonderbarer Gedanke, meine Herrschaften“, sagte Lorenz nach langem Schweigen.„Herr General sagten vorhin, daß Major Berger eine große Aehnlichkeit mit Ihrem verstorbenen Schwiegersohn habe. Wäre es nicht möglich, daß wir alle in einem Irrtum leben, daß dieser Herr und der vermeintliche Verstorbene ein und dieselbe Person sind?“ Frau Hartfeld stieß einen Schrei aus, und Josef fuhr so heftig auf seinem Stuhl herum, daß die Gläser auf den Tische umzukippen drohten. AerEbms A IForti. Jeist) Lokaler Teil Merkblatt für den 31. Jannar. * Spunenaufgang 7“ 1 Monduntergang 8“ V. Sonnenuntergang 4“] Mondaufgang 9“ N. 1797 Liederkomponist Franz Schubert geb.— 1866 Dichter Seiedrich Rückert gest.— 1871 Beginn des Waffenstillstandes ewischen Deutschland und Frankreich. Mahnung an die Arbeiter. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt u. a.: In Berlin und an einzelnen Stellen im Reiche haben Arbeiter den jetzigen Augenblick zu dem Versuche benutzt, durch Niederlegen der Arbeit auf die Regierung einen politischen Druck auszuüben. Ein von den Streikenden n Erklin gebildeter Ausschuß hat Forderungen aufgestellt, die sich unter andern auch mit innerpolitischen Fragen befassen. Soweit sich darin ein Zweifel an der Entschlossenheit der Regierung ausdrückt, die von ihr zugesagten Reformen im Innern durchzusetzen, gehen sie von einer völlig falschen Voraussetzung aus. Was die gleichfalls in den Forderungen berührten Friedensverhandlungen in Brest=Litowsk betrifft, so sind ach die streikenden Arbeiter vermutlich nicht darüber klar, daß ihr Verhalten zu dem Gegenteil dessen führen muß, pas sie erreichen wollen. Statt die Verhandlungen über den Frieden zu fördern, erschweren und verschleppen sie eren Verlauf. Die Regierung muß erwarten, daß die treikenden Arbeiter sich bei ruhiger Überlegung baldigst son der Schädlichkeit ihres Verhaltens überzeugen und zu hrer Arbeit zurückkehren, die für jeden eine heilige Pflicht zegen das Vaterland ist. .4 Pflichtbewußtsein, mit dem unsere Arbetter sich she. um das Volkswohl verdient gemacht haben und nn sie in ihrer erdrückenden Mehrheit auch heute noch terlande beweisen, wird das seinige dazu beidie Streikbewegung baldigst zu Ende zu ! n Gegen den Mißzbrauch der Feldpost zu gewerblichen dwecken hat sich neuerdings bekanntlich das Kriegsministerium wie die Post gewendet. Von besonderem Interesse sind dazu die näheren Bestimmungen darüber, was als Sendung in gewerblichen Angelegenheiten zu betrachten ist. Derartige Sendungen von Nichtheeresangehörigen sind in der Regel nur dann rein gewerbliche Sendungen, wenn sie, wie Warenonpreisungen, den Heeresangehörigen unaufgefordert zugehen. Ergeben sie sich aber aus schon angeknüpften Geschäftsverbindungen oder gehen sie von diesen aus, so genießen sie Portovergünstigungen. Der Feldpost frei sind also Sendungen, die die Heeresangehörigen bestellt haben, Mahnbriefe usw., ebenso wie die Bestellungen der Heeresangehörigen selbst. Die Vergünstigung genießen aber nicht Sendungen mit Waren zum gewerbsmäßigen Weitervertrieb im Felde und solche, die eigene gewerbliche Angelegenheiten der Heeresangehörigen betreffen. Zu den vergünstigten Sendungen gehört aber auch der Schriftwechsel mit Banken, der die geschäftlichen Beziehungen zu Heeresalen betaist. Sendugen, die neben rein gewerbichen Angelegenheiten auch rein persönliche Angelegenei##n betreffen, wie Rechnung der Arzte mit Mitteilungen dein persönlicher Art, sind voll portopflichtig. Bei den Sendungen in gewerblichen Angelegenheiten von einberufenen Kaufleuten, Arzten, Rechtsanwälten u. a. ist zu rIhren Angehörigen und Geschäftsangestellten in Angelegenheiten de. Geschäftsführung oder Berufstätigkeit führen ind der. Schriftwechsel in ihren gewerblichen Angelegenseiten mit anderen Personen, insbesondere mit den Ge. seuteren vi, Die ersteren geniehen die Vergünkigung, Konrin niahl. 5 Zu hohe Preise für Olsardinen. Von zuständiger Seite wird geschrieben: Obwohl Sardinenkonserven seit längerer Zeit nur durch die Zentral=Einkaufsgesellschaft in Berlin in den Verkehr kommen können, werden bis in die neueste Zeit hinein Sardinenkonserven vielfach zu sehr hohen Preisen im Kleinhandel verkauft. Da kaum anzunehmen ist, daß sich noch nennenswerte Bestände an Sardinen aus der vor Inkrafttreten der Einfuhrzentralisation durch die Zentral=Einkaufsgesellschaft im Handel befinden, sind höhere als im folgenden genannten Preise in der Regel auf unlautere Machenschaften insbesondere auf Kettenhandel zurückzuführen. Mit Rücksicht auf die Valutaschwankungen mußte von der Festletzung von Höchstpreisen für Sardinenkonserven Abstand genommen werden, dagegen ist die Berechnung eines angemessenen Preises für den Verbrauch für die Zukunft badurch gesichert worden, daß die Handelszuschläge(für Bezirkszentralen, Groß= und Kleinhandel) von der ZentralEinkaufsgesellschaft in angemessener, seitens des Handels nicht zu verändernder Höhe festgesetzt wurden. Infolgedessen dürfen unter Zugrundelegung der zuletzt von der BEG. berechneten Abgabepreise die Kleinverkaufspreise für Sardinenkonserven in ¼/ Millimeter Dingley= oder Klubdosen die folgenden Höchstgrenzen pro Dose nicht überschreiten: für Sardinen in Brühe 1,30 Mark, in Tomaten 1,40 Marl und in Ol 1,50 Mark. Alle zum Verkauf an Verbraucher gelangenden Dosen müssen im übrigen stets den Vermer „Eingeführt durch die Zentral=Einkaufsgesellschaft" tragen, Sofern im Kleinhandel höhere Preise als die vorstehen angegebenen gefordert werden, ist in der Regel über mäßige Preissteigerung anzunehmen, und daher zweck mäßig, in solchen Fällen die Herkunft der Ware und die Preisbildung durch die zuständige Preisprüfungsstelle nach brüfen zu lassen. Eine(ingabe um mehr Brotaufstrichsmittel ist an den Präsidenten des Kriegsernährungsamtes sowie an die Petitionskommissionen des Reichstags. des preußischen AbSordnetenhauses und des Herrenhauses gerichtet worden. die zuhlreichen Unterschriften versehene Eingabe spricht die dringende Bitte aus, im Hinblick auf die Knappheit der Versorgung des weitaus größten Teils der Bevölkerung mit Fettstoffen eine ausgiebigere und vor allem regelmäßigere Belieferung mit Aufstrichmitteln anderer Art. namentlich mit Marmelade, Sirup und Kunsthonig, eintreten zu lassen. Die Anterzeichner weisen besonders darauf hin, daß eine ausgiebige Versorgung mit Marmelade anläßlich der guten Obsternte in sichere Aussicht gestellt war. Die Unterzeichneten machen ferner auf die nachteiligen Folgen der knappen Fettversorgung aufmerksam. 0 Kampf gegen die Sperlingeplage. Zum Kampf gegen die Sperlingsplage hat das sächsische Ministerium aufgefordert. In Hinsicht darauf, daß die Sperlinge seit Kriegsausbruch besonders die Saatfelder und die Obstund Gemüsepflanzungen heimsuchen, müsse eine Beseitigung der Sperlinge angestrebt werden. Für einen gefangenen Sperling wird aus Staatsmitteln eine Prämie von 5 Pf. gezahlt. Die Vertilgung soll geschehen durch Berstörung der Sperlingsbruten, durch Einfangen mit Neven oder burch Abschuß. Silbersachen. Um den verzeitigen hober Stand des Silberpreises auf dem Weltmarkt für die Besserung der deutschen Valuta im Auslande nutzbar zu machen, ba sich das Reichsbankdirektorium entschlossen, vielfachen An regungen zu. entsprechen und den Ankauf von Silbersacher durch die Goldankaufsstellen und Goldankaufshilfsstellen auf nehmen zu lassen. Den Eigentümern entbehrlicher Silber sachen bietet sich dadurch eine günstige Gelegenheit, ihren Be sitz an silbernen Gegenständen zu vorteilhaften Preisen an di Goldankaufsstellen zu veräußern. Für Silbersachen aller Fein gehalte ist ein Einheitspreis von 18 Pfennig für das Gramy Silbermetall festgesetzt. Den Einlieferern von Silbersacher wird seitens der Goldankaufsstellen ein künstlerisch ausgekattetes Gedenkblatt verlieben. * Kurlofsernnrun im Jahle 1918. Im parlamentarischen Beirat des Kriegsernährungsamts ist kürzlich im Anschluß an die Verhandlungen im Haushaltsausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses die Frage der Förderung des Kartosfelanbaues im Jahre 1918 behandelt worden. Es bestand darüber Einverständnis, daß der Kartoffelanbau im kommenden Wirtschaftsjahr nach Möglichkeit gefördert werden müsse und daß es zu diesem Zwecke dringend erwünscht sei. den Landwirten schon jetzt darüber Gewißheit zu verschaffen, daß sie mit einem den Mühen und Kosten des Anbaues entsprechenden Preise rechnen können. Nach längeren Erörterungen sprach sich der Beirat in seiner überwiegenden Mehrbeit unter Zustimmung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamts dahin aus, daß im Interesse der Förderung des Kartoffelanbaues eine Herabsetzung des Preises für Kartoffeln gegenüber dem Preise für 1917 nicht angängig sei. Der Kartoffelpreis wird sich daher auch im Jahre 1918 ebenso wie im Jahre 1917 auf einem Grundpreis von 8 Mark für den Zentner Frühkartoffeln und 5 Mark für den Zentner Spätkartoffeln aufzubauen haben. Wie bisher werden, je nach der Anbaugegend und bei Frühkartoffeln auch nach der Lieferungszeit, Zuschläge festzusetzen sein, deren nähere Ausgestaltung ebenso wie die Frage, ob und in welcher Höhe Schnelligkeits= und Anfuhrprämien zu gewähren sind, späterer Entschließung vorbehalten bleiben muß. 0 Vorsicht am Fernsprecher. Daß wir überall, wo immer wir uns auch befinden, vor Spionen auf der Hut und darum in Gesprächen vorsichtig sein müssen, ist uns in 3½ Kriegsjahren geläufig geworden. Viel gesündigt wird dagegen immer noch am Fernsprecher, wo der Teilnehmer sich unbeobachtet fühlt. Sehr mit Unrecht. Durch Drahtberührungen, wie sie jetzt bei Frost und Schnee besonders leicht entstehen, wird manch Unberufener zum Zeugen militärischer oder kriegswirtschaftlicher Geheimnisse; gedankenlos erzählt er das Erlauschte weiter und schnell genug ist der feindliche Nachrichtendienstum eine Mitteilung bereichert. Jeder, der draußen den Fernsprecher benußt, vom Heerführer bis zum bedienenden Fernsprechmann, rechnet in jedem Augenblick damit, daß sich irgendwo ein Spion eingeschaltet haben könnte, und weiß sich so geschickt und vorsichtig auszudrücken, daß seine Worte dem unberufenen Ohre nichts Wertvolles verraten. Die Kunst, am Fernsprecher nichts Unbedachtes zu sagen, wird so wichtig genomnee: ein neues Kriegswort dafür geprägt worden ist. Die:#ort sollte auch für uns Heimatkrieger Geltung haben; es neit Sprechdisziplin! Paderborner Stadtchronik. Die Volksvereins=Konferenz für die Kreise Paderborn, Büren und benachbarte Teile des Dekanates Rietberg fand gestern nachmittag im Bürgerverein bei reger Anteilnahme der Vertrauensmänner statt. Auch die Herren Landrat von Laer und Generalvikar Klein beehrten die Beratung mit ihrer Teilnahme. Nach dem Begrüßungswort des Herrn Geistl. Rat Schäfers erstattete Herr Dr. Sonnen= schein von der Zentrale in M.=Gladbach ein umfangreiches Referat in dem er auf die uns heute bewegenden Kriegs=, Wirtschafts= und politische Fragen und die dabei vom Volksverein zu leistende Arbeit ausführlich einging. Zu den Organisationsfragen des Volksvereins selbst wurde die Notwendigkeit der Beitragserhöhung als unumgänglich bezeichnet. Dann besprach der Referent die Notwendigkeit der Aufklärungsarbeit des Vereins speziell auch in der Ernährungsfrage. Durchhalten und eine einige innere Front. Restlos muß die Landbevölkerung den Gesetzen nachkommen, nur dadurch wird es möglich, die Industriestädte in den kommenden mageren Monaten den Schwicrigkeiten Herr werden zu lassen. Trotz der anzuerkennenden großen Opfer, die die Landbevölkerung brachte, muß sie zu weiteren Opfern bereit sein. Ein weites Feld der Aufklärung bietet sich hier für die Vertrauensmänner. Zu den Kriegszielfragen nimmt der Volksverein keine Stellung, Kriegszieldebatten sind auch nicht ersprießlich. Man soll diese Fragen Kaiser, Kanzler, Heeresleitung und Volkvertretung überlassen und diesen dazu berufenen Männern vertrauen. Auch in der Wahlrechtsfrage empfahl der Referent eine neutrale Haltung des Volksvereins. In treffend geschickter Weise führte Dr. Sonnenschein indes alle Licht= und Schattenseiten des gleichen Wahlrechtes, das sich nicht mehr aufhalten lasse vor, und erklärte die Volksvereinsarbeit sei zu verdoppeln im Falle einer Annahme, aber zu verzehnfachen im Falle einer Ablehnung des gleichen Wahlrechtes. Als letzten Punkt betonte der Redner die Notwendigkeit, dem Volksverein nach dem Kriege neue Kräfte zu sichern und das namentlich auch aus den Kreisen der Gebildeten und jungen Akademikern. Ind er Diskussion gab Geistl. Rat Schäfers zu den fünf behandelten Punkten im Sinne des Referates noch einige erläuternde Winke. In der Beurteilung der Richtlinien des Referenten herrschte in den Punkten: Beitragserhöhung, Kriegsund Friedensziele, Wahlrecht und Nachwuchs anscheinend volle Uebereinstimmung. Zu einer Debatte führte nur der Punkt Aufklärung zum Durchhalten. Der Vorsitzende berichtet hierzu über seine Eindrücke bei dem Besuche der Landwirte usw. im westlichen Industriebezirk, die in der Tat ergab, daß die Ernährungsverhältnisse bei sehr schweren Arbeitsverhältnissen dort viel zu wünschen übrig ließen. Die Notwendigkeit der vollen Erfassung aller Lebensmittel sei unbestreitbar und neben freiwilliger Abgabe auch der Zwang zur Ablieferung berechtigt und notwendig. Die verschiedenen Redner, die hierzu das Wort ergriffen, waren darübereinig, daß der Volksverein überall aufklärend wirken müsse. Auch der Zwang wird als notwendig anerkannt. Mit aufklärenden Worten und mit dem Hinweis auf die Christenpflicht und auf das Gebot der Nächstenliebe lasse sich ebenfalls viel erreichen. Ein Redner verlangt, daß die Behörden nicht nur Verordnungen erlassen, sondern auch für Durchführung sorgen müßten. Zur Zeit sei der verbotene Aufkauf von Lebensmitteln in den Landorten wieder sehr stark, auch die Landwirte müßten hier nein sagen lernen. Ein Redner bemerkte, mit Staunen habe er dieser Tage in einem Eisenbahnabteil von mehreren Herren gleichlautend vernommen, sie hätten bisher bez. der Ernährung den Krieg noch nicht gespürt. Die Tatsache, daß sich kürzlich ein ganzer Gerichtshof bei einer Schleichhandelsache für befangen erklärte, sei nicht minder tief bedauerlich. Landrat von Laer gibt zu, daß manche Verordnung nicht das Richtige treffen möge, und betont die Schwierigkeit der Durchführung der Unzahl von Verordnungen die nun aber einmal erfüllt werden müßten. Durch aufklärendeWorte könne viel erreicht werden, ebenso durch den Appell an das Gewissen. Das Verhalten der Leute, die mit Geld sich Sondervorteile verschaffen, wirke schädigend und gebe auch dem Landwirt ein schlechtes Beispiel. Der Vorsitzende empfahl schon jetzt an die Vorbereitung der Arbeiten zur 8. und 9. Anleihe, letztere werde die Friedensanleihe und sei zum Ankauf von Rohstoffen für die Industrie bestimmt. In seinem Schlußwort bestätigte Dr. Sonnenschein die üblen Folgen der Unregelmäßigkeiten in der Ernährung und nannte einige Zahlen die dartaten, weshalb z. B. die Butterration so knapp ist, uns fehlte eben die Friedenseinfuhr von einer Million Zentner Butter und einer viertel Million Zentner Schmalz. Von der Beschaffung von Rohstoffen hänge die Ernährung von 20 Millionen Menschen ab. Herr Generalvikar Klein versicherte dem Volksverein die vollste Sympathie des hochw. Herrn Bischofs und appellierte zur eifrigen Werbearbeit für das weitere Erstarken des Vereins jetzt und besonders für die Zeit nach dem Kriege. * — Am Sonntag, den 27. Januar, veranstaltete die Ortsgruppe Paderborn des Verbandes wirtschaftlicher Vereinigungen Kriegsbeschädigter für das Deutsche Reich(Sitz Essen) eine Kaisers=Geburtstagsfeier. Hunderte von Zuhörern hatten sich eingefunden, um einmal die Kameradschaft zu sehen, die alle erfüllt. Gerade die Kriegsbeschädigten von Paderborn haben an diesem Tage gezeigt, wie treu und fest sie zu Kaiser und Reich stehen, aber auch wie innig und hingebend die Kameradschaft ist, die auf dem Schlachtfelde durch das gemeinsam vergossene Blut unlöslich besiegelt wurde. Nach einem Festprolog folgte die Festrede, worin der Vorsitzende, Herr Leonard, der Gefallenen gedachte, in kurzen Zügen die Entstehung des Weltkrieges schilderte und am Schluß ermahnte, fest und unerschütterlich zu Kaiser und Reich zu stehen. Verschiedene Lustspiele, welche von den Kameraden sehr gut gespielt wurden, wechselten mit Kouplets und Vorträgen ab. Wir weisen jetzt schon auf das große Wohltätigkeitskonzert hin, welches die Ortsgruppe am 10. Februar, abends acht Uhr im Bürgervereins=Saal zum Besten der Schwerkriegsbeschädigten des Kreises Paderborn veranstalten wird und legen der Mitbürgerschaft jetzt schon ans Herz, auch hier ihre Anhänglichkeit für unsere Paderborner Kriegsbeschädigten zu zeigen und die große Sache nach besten Kräften zu unterstützen. * Die Vorträge von Prof. H. Muckermann S. J. über das Familienproblem im Lichte der Lebensgesetze nehmen heute, Mittwoch, abend acht Uhr im Bürgervereins=Saal ihren Anfang. Bei der ganz enormen Bedeutung dieser Zeitfrage für Vaterland und Familie und der anerkannten Sachkunde, Eindringlichkeit und rednerischen Meisterschaft des berühmten Vortragenden muß der Besuch so stark wie eben möglich sein, deshalb weisen wir nochmals darauf hin, ungesäumt die Eintrittskarten, soweit sie noch nicht beschafft sind, in der Junfermannschen Buchhandlung entnehmen zu wollen. * Warnung. In letzter Zeit wird das Gelände des Flugplatzes von der nicht abgegrenzten Seite aus trotz der dort angebrachten Warnungstafeln von Zuschauern, besonders von Kindern betreten. Das Betreten des Platzes und des angrenzenden Waldes ist mit Lebensgefahr verbunden. Es werden Bomben auf die am Walde befindlichen Scheiben geworfen. Obwohl es nur Uebungsbomben sind, können sie als Volltreffer ernste Beschädigungen verursachen. Ferner kann der Zuschauer beim Ueberqueren des Platzes leicht durch landende Flugzeuge zu Schaden kommen. Die Geschwaderschule lehnt bei eintretenden Unglücksfällen jede Verantwortung ab — Güterverkauf. Die aus dem früheren Köppelnschen Gute Rosenkranz gebildeten Höfe Wübbe und Braun sind durch Kauf an die Schwesterschaft(Waisenhaus) übergegangen. Das von Ksche Gut Rosenkranz wurde vor einigen Jahren parzelliert. Der Versuch, Kleinansiedlungen daraus zu machen, ist nicht ausgeführt. Die Ländereien gingen bis auf die beiden genannten Höfe an umwohnende Kleinbauern über. Jetzt ist der Kern des Gutes mit annähernd 400 Morgen wieder in einer Hand vereinigt. Der landwirtschaftliche Betrieb wird unverändert weitergeführt. Weitere Pläne werden wohl erst nach den Kriege zur Ausführung kommen. — Zum Leutnant befördert wurden die Vizefeldwebel Dürschlag und Stamm aus Paderborn. Noh und Fern. O Essen, 28. Jan. Der Verbandstag des Verbandes wirtschaftlicher Vereinigungen [Kriegsbeschädigter für das Deutsche Reich(Sitz Essen) finder am Samstag, den 2. und Sonntag, den 3. Februar d. Is. in Essen statt. Samstag beginnen die Delegiertentagungen. Am Sonntagmorgen um 11 Uhr findet im Städtischen Saalbau in Essen die große öffentliche Kundgebung statt, die der ganzen Welt Kunde gibt von dem eigenen unbeugsamen Willen aller Kriegsbeschädigten, sich die wirtschaftliche Sicherstellung zu erkämpfen. Viele Behörden und Vereinigungen, Berufsund Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Korporationen nehmen an dieser Tagung teil. * Luderstadt, 28. Jan. Kaum glaublich— aber wahr! Bei der Verteilung der Eier=Bezugskarten wurden gestern einem hiesigen Einwohner die Eier vorenthalten, mit der Begründung: er habe fün Hähne! Die Hähne waren bei der Geflügelbestandsaufnahme als solche richtig angemeldet; sie dienen als Notbehelf für die durch das ganze Jahr 1917 fehlenden Fleischkarten. Nun ist guter Rat teuer; wie bekommt der Mann von seinen Hähnen die Eier auf die hat? „einen Hahnen die Eier, auf die er Anspruch Vermischtes 5 Soldaten und Matrosen als Banrnotenfalscher, In Petersburg wurde auf Befehl des Smolny=Instituts eine ganze Bande von Banknotenfälschern, die in einen Kaserne ihre Fabrik eingerichtet hatten, verhaftet. Die Fälscher sind durchweg Soldaten und Matrosen 15 Matrosen und 8 Soldaten wurden nach dem Etappengefängnis gebracht. 6 Das Erdbeben in Guatemala. Nach einer Mitkeilung der spanischen Regierung hat das Eigentum der Deutschen in Guatemala durch das jüngste Erdbeben nur wenig gelitten. Verluste an Menschenleben sind nach den bisher vorliegenden Nachrichten anscheinend nicht zu beklagen. Kriegsinvalidenrente in früherer Zeit. Man darf ht glauben, daß die Frage der Pensionen und Entschadigungen für Kriegsbeschädigte, die durch die moderne Gesetzgebung in musterhafter Weise geregelt wird, früher unbekannt gewesen ist. Sie hatte schon im 18. Jahrhundert eine annehmbare gesetzliche Lösung gefunden. In einem im Jahre 1776 erschienenen Geschichtsden Amtsstuben der Admiralität in Holland fieht man auf einer Tafel das Verzeichnis der Preise, die für jedes Glied, das ein Soldat verlieren kann, als Vergütung und Entschädigung festgesetzt sind: Für die beiden Augen ##„ ein Auge " die beiden Arme: " den rechten Arm " den linken Arm " die beiden Hände " die rechte Hand " die linke Hand " die beiden Beine " ein Bein.. " die beiden Füße „ einen Fuß. 200 fügt hinzu:„Ich würde nich Schlacht an dem Schlachtfelde anzuschlagen. 1500 Gulden 850 1500 450 850 1200 350 300 700 850 450 ——— Die Rede des Bürgermeisters. Englische Blätter erzählen, wie sich am 1. Januar in Newyork der Überügie Weitichen Geual vuon den alten aul ber neun Burgermeister vollzog. Der alte Stadtherr, Mitchell, hielt eine kurze Ansprache. Dann machte er soldatisch Kort und schritt auf die Ausgangstür zu. Hier drehte er sich um und machte eine linkische Verbeugung vor Richter Hylan, in dem Augenblick, wo dieser, als neuer Bürgermeister mit seiner Antwort begann. Nachdem Hylan seine Rede erledigt und ein paar Hundert Hände geschüttelt hatte, rief er die 27 neuen Polizeikommissare dusammen, um ihnen einen Vortrag über Beamtenpflichten zu halten.„Ihr müßt,“ sagte der Bürgermeister,„eure Arbeit um 9 Uhr morgens beginnen und 5 Uhr nachmittags beendigt haben. Zwei Stunden dürft ihr dem Frühstück widmen, wie es bisher Brauch gewesen ist. Nur dürft ihr erst nach getaner Arbeit frühstücken, also nach 5 Uhr; wer die Arbeit, für die er bezahlt wird, durch Frühstückspausen unterbricht, ist ein Hundsfott. Und dann sollt ihr nicht, mit dicken Zigarren im Munde, in städtischen Autos in der Stadt herumkarriolieren. Daß ein Polizeikommissar an anderes zu denken hat als an Fußballspielen, halte ich für ich das nur nebenhin erwähne. Die Amtsräume sollen nicht mit Prunkmöbeln ausgestattet ein; überflüssige Stellungen sind abzuschaffen, denn die Stadt braucht ihr Geld zu andern Zwecken, als um es durch ihre Kommissare unter die Leute bringen zu lassen. Vor allem aber bitte ich mir aus, daß mit den Leuten, die aus irgend welchem Grunde in die Amtsstuben kommen müssen, in höflichem Tone gesprochen wird. Frechheiten dulde ich nicht!...“ Der Mißerfolg der feindlichen„Tanks“ Unzuverlässig und schwerfällig. Von den feindlichen„Tanks“, den ungeheuren Panzer Kraftwagen, die die deutschen Schützengräben überqueren sollten, um kugelsprühend Furcht und Entsetzen um sich zu verbreiten, ist es wieder recht still geworden. Die Franzosen verwenden neuerdings diese Ungetüme gar nich mehr, und die Engländer auch nur noch sparsam. Vor den kolossalen Erwartungen, die man auf sie setzte, hör und liest man auch nichts mehr. Es sollte zuerst so ein der beliebten„Kriegsüberraschungen" abgeben, wie zu Anfang des Krieges unsere Zweiundvierziger und später hin unsere Unterseeboote, aber die Überraschung hat nich lange vorgehalten. Der Hauptgrund zu dem Mißerfolg dieser ungeheuer lichen Kriegsmaschinen ist ihre Unzuverlässigkeit. Die Erfindung ist noch zu jung und sie versagt zu oft. Vielleich später einmal— wenn der Tank erst durch die Schul deutscher Gründlichkeit gegangen sein wird! Bei einem französischen Vorstoß wurden vier Tanks ins Gefecht geführt. Drei aber blieben schon auf halbem Wege stecken, weil die Führungskette von den Rädern abgeglitten war der vierte kam etwas näher heran, dann aber versagte auch er infolge eines einfachen Motordefekts. Der französische Tank unterscheidet sich etwas von dem englischen. Beide bewegen sich mittels langer Führungsketten vorwärts, aber bei dem englischen Tank geht diest Kette um den ganzen Körper des Gebäudes herum, am französischen läuft die Kette über die Räderpaare. Die Bewegung des Tanks ist naturgemäß langsam, da das Un getüm über alle möglichen Bodenunebenheiten, sogar Schützengräben. Drahtverhaue u. dal. m. wegsetzen muß, die Geschwindigkeit deträgt nur 8 bis 10 Kilomieter in der Stunde. Bodenerhebungen und Senkungen halten in der Tat den Marsch des Tanks wenig auf, und durch dornartige Haken an den einzelnen Kettengliedern ist dafür gesorgt, daß das Gebäude sich an die Erde auch bei Geländeschwierigkeiten recht fest anklammern kann. Dafür aber machen die kleineren Hindernisse, die im Wege liegen, viel mehr Sorge. Steine, Balken, Bohlen, Wurzeln, Drahtmassen haben gar zu leicht die Folge, daß die Führungskette sich verklemmt, von den Rädern abrutscht und die ganze Maschine hilflos liegenbleibt, denn an ein Reparieren ist in dem feindlichen Kugelregen nicht zu denken. Auch versagen sehr oft die Motore, Reparaturen sind an der Tagesordnung, größere Entfernungen mutet man dem Tank schon gar nicht zu, sondern befördert ihn sicherer mit der Eisenbahn. Überhaupt wird die Bedienungsmannschaft froh sein, wenn sie aus der gepanzerten Höllenmaschine wieder heraus ist. Schlechte Luft und wenig Beleuchtung machen den Dienst recht unangenehm, die Niedrigkeit des Kastens bewirkt, daß der größte Teil der Arbeit in gebückter Stellung versehen werden muß, die kleinen Spalten in den Wänden ergeben wenig Übersicht über den Feind. Die Leute, 1 Offizier und 7 Mann in den größeren Tanks, müssen das unbehagliche Gefühl haben, vorwärts getrieben zu werden, ohne recht ihr Ziel im Auge behalten zu können, sortgesetzt zu schießen, ohne zu zielen, und um so wirksamer beschossen zu werden. Daß der gepanzerte Kraftwagen nichts weniger als kugelfest ist, ergab schon die Erfahrung der ersten Tage, als die Engländer solche Tanks in die Schlacht führten. Unsere Artillerie erledigte das langsam berankriechende Ungetüm, nach einigem Einschießen, glatt. Selbst eine Flintenkugel, die den Panzer nicht durchdringt, kann die böse Wirkung haben, daß im Innern von dem glasharten Stahlkörper Splitter abfliegen und die Besatzung verwunden, der verwundete Mann ist aber nicht durch einen andern zu ersetzen. Die französischen Tanks sind in zwei Formen aufgetreten: es sind ein kleinerer von 5 Metern und ein größerer von 7 Metern Länge. Der Kostenpunkt beträgt 100000 bis 200000 Frank für das Stück: fünf außer Gefecht gesetzte Tanks bedeuten also einen Verlust von einer Million. Die technischen Unvollkommenheiten sind bei beiden Typen dieselben. Die auf die neue Kriegsmaschine gesetzten Hoffnungen haben sich zu Enttäuschungen entwickelt. K. M. Letzte Nachrichten. Eine Fälschung. Berlin, 29. Jan. In der letzten Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages bat der Abgeordnete Haase Mitteilungen über eine angebliche Denkschrift des früheren Reichskanzlers Dr. Michaelis gemacht, die annerionistische Ziele aufgestellt haben soll. Die Denkschrift soll in einer Kiewer Zeitung erschienen sein. Der Abgeordnete Haase machte seine Angaben auf Grund einer Übersetzung aus dieser Zeitung. Wie wir feststellen können, handelt es sich um eine Fälschung. Eine derartige Denkschrift des früheren Reichskanzlers Dr. Michaelis existiert nicht. Bayerische Auszeichnung des Herrn v. Batockt. München, 29. Jan. Der König von Bayern hat dem früheren Präsidenten des Kriegsernährungsamts, gegenwärtigem Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen. Herrn v. Batockt, den Verdienstorden vom Heiligen Michael erster Klasse verlieben. Auch Fleisch wird in England retioniert. 29. Jan. Der britische Ernährungsminister Vord Ahondda kundigt an, daß sofort Maßnahmen getroffen werden würden, um die für die Fettstoffe bereits verordnete Zwangs# rationierung vom 25. Februar an auch auf Fleisch auszudehnen. Die wöchentliche Fleischration, die bisher bei der kreiwilligen Rationierung 900 Gramm betrug, soll für London auf 450 und für Kinder unter sechs Jahren auf 250 Gramm berabgesetzt werden. Das Kriegsamt hat mit einem großen Londoner Schlachthause Vereinbarungen zur VerBenut getroßen. für den menschlichen Kischinew von Rumänen bombardiert. Genf, 29. Jan. Aus Petersburg wird gemeldet: Rumänische Truppen haben Kischinew umzingelt. Stadt steht unter Artilleriefeuer. Die Verluste der Rumänen wie der Bolschewikt sind sehr groß. Eine Reutermeldung aus Petersburg besagt: Der rumäniund 14 Leute seines Personals sind gestern in Kischinew von den Bolschewiki verhaftet worden. Eine rumänisch=bolschewiktsche Regierung. rumänische Sozialdemokrat Rakowski, der in Odessa lebt, hat von dort aus eine rumänischbolschewistische Regierung gebildet, den König Ferdinand abgesetzt und sich selbst zum Diktator gemacht. Rakowski wurde seinerzeit von der rumänischen Regierung verhaftet und später infolge Amnestierung freigegeben. Nach Redaktionsschluß eingegangen. Der Papst doch ausgeschlossen. eb. Köln, 29. Januar. Der„C. d. Italia“ bestätigt daß ungeachtet jeden Einspruchs der Papst von jeder Ei*. die Friedensfrage laut Geheimvertrages ausgeschle, Keine Ausstände. TU. Kassel, 30. Januar. Im Kasseler Bezirt„.„, gearbeitet und es sind keinerlei Ausstände zu verzeiamen. TU. Chemnitz, 30. Januar. Im hiesigen Industriebezirk Csind alle Arbeiter zur Arbeit erschienen und niergends kam es zu Ausständen. TU. Breslau, 30. Januar. Aus den schlesischen Industriebezirken wird gemeldet, daß es nirgends zu Ausständen gekommen ist. Englische Truppentransporte nach. Frankreich. TU. Haag, 30. Januar. Wie hier verlautet, werden schon seit Mitte Januar erhebliche Mengen englischer Truppen nach Frankreich verschifft. Die Truppennachschübe sollen bis Mitte Februara ndauern.(Diese Meldung ist zweifellos mit der gestrigen betr. Erweiterung der englischen Front bis St. Quentin in Verbindung zu bringen. D. R.) Wünsche der Alands=Inseln. eb. Stockholm, 30. Januar. Hier traf eine von einer Volksversammlung gewählte Kommission ein, die dem König die Wünsche der Bevölkerung auf Vereinigung der Aalandsinseln mit Schweden vertagen will. Die Friedensverhandlungen. eb. Brest=Litowsk, 30. Januar. Alle Delegierten, einschk. Trotzky, sind hier eingetroffen. Die gestern anberaumte Sitzung, wurde indes auf russisches Ersuchen auf heute vertagt.— Die „Times“ meldet, die wirtschaftlichen Verhandlungen in Petersburg seien soweit gediehen, daß der Postverkehr nächste Woche zu erwarten sei. Andronn, detr. Preise für Butter im Kommunal= verband Paderborn. Auf Grund des§ 8ff der Verordnung des Bundesrats über die Preise von Butter vom 25. August 1917(R.G.Bl. Seite 731), der dazu ergangenen Ausführungsbestimmung der Reichsstelle für Speisefette vom 31. August 1917, der Ausführungsanweisung des Herrn Preußischen Staatskommssars für Volksernährung vom 19. September 1917, der Anordnung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen vom 24. Dezember 1917 und§ 8 der Bezirksfettordnung des Herrn Regierungspräsidenten vom 21.10.1917 wird hiermit unter Aufhebung der Preisfestsetzungen in der Verordnung des Kommunalverbandes vom 15. 9. 1916 für den Kommunalverband Paderborn angeordnet: S 1. Der Preis für ein Pfund Butter, den der Kommunalverband beim Verkauf frei Bestimmungsort einschließlich Verpackung fordern kann berttägt 1. für Hardelsware l(erstklassige Molkereibutter) höchstens. 2.92 Mark, 2. für Handelsware u höchstens.. 2,72 Mark. S 2. Der Preis für ein Pfund Butter, der im Kleinhandel beim Verkauf frei Bestimmungsort einschließlich Verbackung gefordert werden kann, beträgt 1. für Handelsware I(erstklassige Molkereibutter) höchstens„ 305 Mark, 2. für Handelsware II hochstens.. 285 Mark. S 3. Als Kleinhandel gilt der Verkauf an den Verbraucher, soweit er Mengen von nicht mehr als 5 kg zum Gegensande hat. s 4. Zuwiderhandlungen werden gemäß§ 6 des Gesetzes, betreffend Höchstpreise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914(R. G.Bl. Seite 516) in Verbindung mit den Bekanntmachungen vom 21. Januar 1915 R.G.Bl. Seite 25) 23. März 1916 (R.G.Bl. Seite 183) und 22. März 1917(R.G.Bl. Seite 253) mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. „##en dieser Strafe kann auf Einziebung der Gegenstände, auf die sich die strafbare Handiung bezieht, erkannt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehoren oder nicht. Paderborn, den 26. Januar 1918. Der Vorsitzende des Kommandlverbandes. 31., von 9 bis 1 Uhr im Westfälischen Hof, Zimmer 10, 1. Etage, alte, auch zerbrochene Teile, künstlicher S GEBTSSE für den gewöhnlichen Zahn 50 und 60 Pfg. für Platin=Stiftzahn...... 1.50 M. für Zähne mit klein. Platinplatten 4.— M. ennstifte und Platin..... 7.60 M. 086• 5 Frau Willig, berechtigte Aufkäuferin. Abonniert den Anzeiger! Bargerrerche-Saur-Faderbern. P PrETSS des Prelessers-A. Muckermahn S. J. Gesamtthema: Das Familienproblem im Lichte der Lebensgesetze. Es zerfällt in vier Unterabteilungen, für die je ein Vortrag vorgesehen ist, und zwar: 1. Mittwoch, den 30. Januar: Die Schickfalsitunde der Familie 2. Donnerstag, den 31. Januar:„Vererbung“ und Menschenlos 3. Freitag, den 1. Februar: Mutter und Kind je abends 8 Uhr 4. Senntag, den 3. Februar, nachmittags 5 Uhr Volksvortrag: Die Familie der Zukunft. Elntrittskarten für die drei ersten Vorträge: im Abonnement M. 5.—, Familienkarten für 2 Personen einer Familie M. 8.—, für jede weitere Person M. 2.— sind in der Juniermannschen Buchhandlung zu haben; Karten für einzelne Vorträge M. 2— nur an der Kasse. Karten für den Volksvortrag à 50 Pig. nur an der Kasse. Bei Hals- u. Lungenleiden paller Art, wie Katarrben, tuberkulösen Erkrankungen, Asthma u. s. w. verzielten, wie zahlreiche Mitteilungen von Arzten, Apothekorn und Leidenden einwandfrei beweisen, unsere Rotolin=Pillen in jahrelanger Praxis— vorzügliche Erfokge. " Husten, Verschleimung, Auswurt, * Nachtschweiß, Stiche im Rücken u. Brustschmerz hörten auf; Appekkt u. Körpergewicht hoben sich rasch; allgemeines Wohldefinden stellte sich Weiz.„Erhältlich die Schachtel zu 2.50 M. in allen Apotheken; wenn „unge vorrung, auch direkt von uns durch unsere Versandapotheke. Ausführliche Broschüre kostenlos durch: Ploetz& Cie., Berlin S W. 68. Das Kusel KartsBad ist Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet. Einen Jagdwagen mit Zweispänner=Geschirr zu mieten gesucht. Angebote mit Angabe der Miete, getrennt für Wagen und Geschirr, sind zu richten an die Geschwader=Schule, Bederboen. Belankrmachung. Niedergegangene Ballone enthalten das bei Berührung mit offenen Licht hochexplosive Gemisch von Luft und a ssease. Ei darf dader nienals mit brennender jarre, Jlgarette oder offenen Licht, wozu auch die übsell Laternen gehoren, an die Bauone herangetreten werden. Noch weniger darf die Entleerung der Ballone unter Zuhilfenahme solcher Laternen vorgenommen oder bei der Entleerung geraucht werden, da hierdurch leicht eine Explosion hervorgerufen werden kann. Paderborn, den 28. Juni 1917. der Landrat. Bekannt machung Im Interesse der Verkehrssicherheit der Almebrücke in Neuhaus wird diese Brücke für den Verkehr mit Wagen mit mehr als 30 Zentner Ladegewicht hiermit gesperrt. Paderborn, 29. Jan. 1918. Der Landrat. Haferflocken, Gries, Gräupen, Teigwaren, Sago, Zucker gegen Bezugschein sofort liefervar bei Joh. Wilh. Wiethaup, Paderborn. Verschossene Herrensachen. Joppen Valeiots. Anzüge werden wieneu in all.Farb. aufgefärbt. Reparaturen. Färberei Galluschke Waschanstalt. Paderborn, Westernstraße 38. Detmold, Langestraße 20 Wohlhaus mit Garten, Hofraum, Stallung, Waschküche u. Werkstättenraum preiswert zu verkaufen. Auktionator Buschhorn, Paderborn, Priebsichtsche 8) Junge, flotte Dame mit guter Handschrift sucht passende Stellung, möglichst als Empfangs=Dame oder Sekretärin. Letzteres auch in technischem Betriebe. Gefl. Angebote unt H. R. 90 a. d. Geschäftsstelle des Paderborner Anzeigers. 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