erenhchabter Markd Petem. pitrt Cwald Merges. Lülg Kohlensckure= Iadustrie mit lann Ernst Kreutler, Nivues delm Augstein. Koniz, Firmändler Ebechard Schröder Lübold u. Sieper. Marien. Nagorskl, Schönedern nd Lippmann. Strelitz, ull. Marktberichte. benburg 14 Lei. Mount en dinarm 45, Gastos rage 40. Premen, 24. Dez. behauptet Zucker. Ragdeburg, 24. Lei, Rodzuche per 50 Ktlo I. Produkt 92%, ohmn Sack 12.07½, Nachproducte 75“, sbme Gach 10ad Hamburg, 24. Dez per 50 Kilo 12.20. Hettwaren. hamburg, 24. Dez. Schum 66 h. remen. 24 Dez. Schunk;## Doppeletmer 70½ H. hieago.34. Dez. Spick mauster hreis 11.871 Schmalg vor Dez 12.80. Oele. ###tin. 24. Dez. Rldel loee Dez. 54 5. öln, 24. Bor.„sic im 59.20, vor Mat 59 00. damburg. 24. Dez. Au#e 56.00,— Letubi 6340.— N. troleum 6.90. Intwergen. 24. Doo Petmrleum 22 M. Getreide. derli u. 24. Dez. Weizen d. Dez. 224.75, Roggen der Dez 164.— Hafer v. Dez. 162.25 Mais D1.— * Weizenmehl 00 77.00—991 genmehl 0 19.70- 2140. hort. 24. Dez, Weizn, per Bor 1m#% bieago, 24. Dez Weizen 110. Srags g# Meis or%e ais soggen 7. Roggen 7 Spiritus. emburg, 2l. LiF K S5 A Baumwelle. remen. 24. Du. upl. mittt 7 7 S. verpool. 34 Deu. guod m Nmarn 160. Metalle. udog, 24. dez. Kupfer S#//e bis 61°, Pj2,. GSt. Zinn 15r/ bis 1541 pfd. St.— Olei 141 fd. St.— Zink 29%##. asgow, 24. Dez. Rohete Kiddles brough wernauto Iu 4 7h 4.„ 4 nsterdem, 24. Dez. Daulozim 9a. llein herum wie en du, der du doch sonst abfälligen Urteil bei ht den geringsten##nicht benommen wie apferer Mensch." viel, so hättest zu uns irst mit ihr gegangen. !!. Ich fah es deinen der Unterschied, den ensch machst, nicht sehr parf Henny ein.(es erschiedene Qualitäten Weib ist ein Mensch bt jeder Mensch besitz dung und Zurückhale Eigenschaften sind.“ sagte Siewert, den seinen ziehend.„Du kopf getroffen, wie im nen anderen Arm und Ich bin froh, daß wir Haut davongekommen rade hat man das Lesehnt sich nach de gutlaunig.„Das wäre Neuigkeiten für dich“, „Bei uns ist näm wir dir, wenn alles ig auftischen. Na, und angen, und da kann er dem Berge halten.“ ein Bräutigam.“ betroffen von sich. Henny.„Ds ist ja wir im Winter heif R u d i s c h k e n e i n g e t r a das Kapital deiner hat dann das ver Tennert besitzt doch hi piel.: bunkt, um eine Werste Anne auf.„Die or her, nachdem es Gegend hier in erwollte in der ersten s sein. Und da kam hre dazu. Wenn sie deiß, oh du heute ein einem Dache hättest.“ (Fortsetzung folgt.) Ecke. Anlaß der gegenwärtigen gen, laut„Frankf. Zeg.“ lneldote, die von der er Parlamentskandtblegt. Ein Politiker, der r eben mit seiner wohlEnde, als ihm aus der orfen wurde. Schnell ge ch nicht unerwidert zu ohlhaupt auf und, es in Versammelten es seher iner unserer volitischer verloren zu haben. terwimmerseop(der ersten Prozeß anstrengen Mlenten fe Bielefeld, Dienstag, den 28. Dezember 1909 99. Jahrgang. „* Feilung Die„Westfältsche Zettung" erscheint täglich außer Connund Feiertags und ist das Haupt=Insertionsblatt für Bielefeld und Umgegend zugleich Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen. Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen frei ins Haus gebracht vierteljährl. 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg.; bei Postbezug vierteljährl. 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg. exkl. Bestellgeld. Tieleselder Dagedkart Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernsprecher 61. Berliner Bureau: Berlin S. W. 48, Wilhelmstraße 28. Preis der Inserate: Für die einspaltige Zeile oder deren Raum 20 Pig., aus den Kreisen Bielefeld, Halle, herkord, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile Für die Aufnahme an besttmmnten Tagen u. Stellen wird keine Gewähr übernommen. Für den redaktionellen Teil verantwortlich: Richard Anhäuser. Druck und Verlag von J. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld. Heutige Nummer 10 Seiten Englands Beteiligung an der Bagdadbahn. (Eine politisch=militärische Betrachtung.) Von besonderer politisch=militärischer Seite wird uns geschrieben: Das bisher schmollend beiseite stehende Vettervolk hat es plötzlich für gut befunden, als „Geschäftsfreunde“ sich an dem Bagdadbahnunternehmen beteiligen zu wollen, für dessen Fortführung sich bereits eine aus deutschen, österreichischen, französischen und schweizerischen Kapitalisten zusammengesetzte Finanzgruppe gebildet hatte. Als vor einer Reihe von Jahren die Aufforderung zur Teilnahme nach England von deutscher Seite erging, holten wir uns einen Korb. Wir fühlten aber bald darauf die englischen Intriguen, die der großen Welt nicht sichtbar in Konstantinopel gesponnen wurden und die offensichtlich im Streit um Roweit am Persischen Meerbusen, dem projektierten Endpunkte der Bahn, zutage treten. Dort hatten sich unsere Vettern dem„Sultan des senortes“ liebevoll genähert und ihn unter„ihr Protektorat“ gestellt. wobei die türkische Souveränität wie auch sonst dort und an geeigneten Orten Arabiens ignoriert wurde. Der Streit flaute dann ab, und angeblich sollte die Bagdadbahn, der kleinasiatische Dorn im Auge Englands, dann nach einem südlicher gelegenen Endpunkte geführt werden. Das Erwachen solidarischer Gefühle bei den Briten, das sich in der Entsendung des bekannten Finanzmannes Sir Cassel nach Berlin äußerte, kann nun auf mehrere Gründe zurückgeführt werden. Einer der wichtigsten dürfte entschieden die Wiedererstarkung der Türkei sein, die sich vornehmlich in der ausgesprochenen Wahrung des jetzigen Besitzstandes äußert. Auf dem Wege des Zufassens, so sehen die Engländer jetzt ein, ist wenig mehr zu mahen. Deswegen lenken sie ein und suchen auf friedlichem Wege möglichst viel zu erreichen. Venn die Meldungen sich bestätigen, was anzunehmen ist, so haben sie bereits die Schifjahrtskonzession auf dem Euphrat und Tigris in der Tasche. Wenn auch diese Flüsse in der heißen Jahreszeit wenig Wasser führen sollen, so bedeutet doch die Konzessionserteilung immerbin einen Erfolg, der den Engländern ungehinderten Zutritt in Mesopotamien verschafft, und wo sie einmal wirtschaftlich eingedrungen find, da gehen sie auch nicht hinaus. Nehmen sie nun finanziell an der Weiterführung der Bagdadbahn bis zur Endstation am Persischen Meerbusen teil, so verstärkt dies ihren Einfluß unzweifelhaft und sie werden dieses Eintreten in das Unternehmen schon auszunutzen wissen. Bekannt ist außerdem, daß sie nach dem Willcocks' schen Projekte eine großartige Bewässerung Mesopotamiens planen, das wieder die„Kornkammer“, Kleinasiens werden soll. Alles das beweist das rege Interesse Old Albions. Anscheinend ist auch die neuerdings geplante Abänderung der Bagdadbahn bis Adana, die jetzt über Jenidzo auf der bereits vorhandenen Linie über Mersing nach Adana führen soll, ihr Werk, denn Mersina liegt am Meere und gegebenenfalls demnach unter den Geschützen einer englischen Flotte, wie der projektierte Endpunkt der Bahn am Persischen Meerbusen. Strategisch bedeutet dies viel, denn durch Besetzung oder Beherrschung dieser Häfen kann der Transport unterbunden werden, was im Kriegsfalle von größter Wichtigkeit werden kann. Die Bedeutung der Bagdadbahn wird überhaupt in ihrer ganzen Wichtigkeit klar, wenn man bedenkt, daß sie den schnellsten und direktesten Weg zwischen Europa und Indien bietet. Also kulturell wie militärisch gleich wichtig, zumal der neue Verkehrsweg nicht nur erheblich kürzer, sondern auch viel billiger ist als die Route durch den Suez=Kanal, der England zum Herrn hat. Außerdem soll gleichzeitig eine Telegraphenlinie längs der Bahn laufen, die Indien mit Europa in der Fortsetzung durch ein Kabel verbindet, was der englischindischen Telegraphenlinie über Teheran=Odessa=Berlin=Emden erhebliche Konkurrenz machen sollte. Aus allem sieht man, wie erheblich die Engländer hier interessiert sind. Sie erstreben seit langem tatsächlich ein„Protektorat“ über Arabien und Mesopotamien, und dementsprechend muß ihnen jede Verbindung dieser Länder mit der Türkei (nach Arabien führt die Mekka=Bahn) unsympaEisch sein, Gleichzeitig kann ihnen ein Erwaden des Islam, das hierdurch gefördert wird, nur schaden. Weltpolitisch und strategisch bebgupten sie Indien, Aegypten und Südpersien. Was Wunder, wenn sie sich im Anschluß hieran weiter ausbilden wollen und auf Abrundung ihrer Herrschaft bedacht sind. Vielleicht haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn in Indien gärt es bedenklich, Persien ist ihnen Fach. nicht sicher, und die neue Türkei ist anW.it2 dem Posten. Aber die britische Weltpolitik hat schon viel Schwierigkeiten überHände„Deshalb müssen wir vor allem darauf bedacht sein, nicht übervorteilt zu werden. Der ausschlaggebende Einfluß auf das Bagdadbahnunternehmen muß und darf uns unter keinen Umständen genommen werden. Er müßte auch gewahrt bleiben, wenn die Engländer entsprechend dem Aufkauf der Suezkanal=Aktien die Bagdadbahn finanziell sich in die Hände spielen wollen! ∆ Dom Peleponnes. Man schreibt uns aus Athen: Nach der Dauer und Heftigkeit der politischen Krämpfe zu schließen, in denen sich Griechenland nun seit Monaten windet, müßte das Werk der nationalen Wiedergeburt, das sich unter sotanen Begleitumständen vollzieht, zu einem äußerst wohlgelungenen werden. Dem Junggriechentum indes ist in der jahrhundertelangen Abhängigkeit und Unselbständigkeit soviel des nationalen Ehrgefühls verloren gegangen, daß es sich in den engen Grenzen realer Wirklichkeit nur schwer zurecht zu finden vermag. Und da Parteienwirtschaft und Sonderinteressen während der letzten Jahrzehnte das Land zum Spielplatz ihrer Leden schaften machten, darf billig daran gezweifelt werden, daß der Staat König Georgs bald und aus eigener Kraft einen Ausweg aus diesem Zustand der Entmannung finden wird. Ganz im Gegenteil: der Fall Lapathiotis hat uns bewiesen. in welchem Grade auch heute noch die Politik Griechenlands in engem Parteizirkel gemacht wird. Die Herren vom griechifhen Militärbund haben es sich wahrscheinlich gedacht, nech türkischem Vorbild die Rettung des Vaterlandes durchzuführen. Zu einem solchen Unternehmen gehören aber Männer, die ihre Kräfte an ande ren Aufgaben erprobt haben, als sie die Kaffeehauspolitik stellt. Alle die Männer, die durch die Nachwehen des Kretastreites an die Oberfläche getragen wurden, bringen zu ihrem jetzigen einfluß= und verant wortungsreichen Posten keine andere Aktivlegitimation mit als die Fähigkeit, sich dem im Ungewissen tappenden Volke in der bengalischen Beleuchtung des Retters und Führers zu zeigen. Durch positive Erfolge vermögen sie diese Selbstreklame nicht zu unterstützen. Es ist nun ein halbes Jahr her, seit die Begehrlichkeit nch Kreta die Gemüter erhitzte, und seit die Schlappe, die sich Griechenlands äußere Politik durch ihren Widerspruch zwischen Worten und Taten holte, die Erhebung des Militärbundes gebar. Heute steht man in Athen auf dem gleichen Standpunkte wie damals. Man hat der Prinzenmißwirtschaft, die vielleicht wirklich so schlimm war. als sie gemacht wurde, ein Ende bereitet. Schön, das reicht aber schließlich nicht aus, um ein kulturell wie wirtschaftlich gleich zurückgebliebenes Land, das endlich anfängt, zu modernem Geiste zu erwachen, den lang entbehrten Erfolgen zuzuführen. Man stritt sich über Personenfragen, über angebliche oder wirkliche Zurücksetzungen, und als Herr Lapathiotis, der Kriegsminister. Rede und Antwort stehen sollte über die Reorganisierung der Wehrkraft, wußte er nichts vorzubringen, als läppische Angriffe auf das alte Regime, dessen Unzulänglichkeit schließlich doch erst die neuen Herren ans Ruder gebracht hatte. Das ist Parteiwirtschaft schlimmster Art. Die Form, in der der Minister seinen Fehler gut machen wollte, zeigte das heutige Griechenland in seiner ganzen bekannten Korrumpiertheit: Massenbeförderungen unter den Offizieren sollten Herrn Lapathiotis ein Anhang schaffen, der ihm das Bleiben im Amte ermöglichte. Man braucht kein berufsmäßiger Schwarz= seher zu sein, um dem Lande König Georgs das Horoskop auf eine üble Zukunft zu stellen. Es fehlt die Initiative zu ehrlicher Reformarbeit, es fehlt das aufrichtige Wollen. in uneigennütziger Weise, ohne Sonderinteressen, ohne Eliquenwirtschaft dem Vaterlande auf die Beine zu helfen. Was wir bis jetzt gesehen haben, dieses Feilschen um ein Aemtchen, um ein Titelchen, das waren nicht die Anzeichen der Wiedergeburt eines Volkes, für die Preußen nach den Tagen von Jena ein Vorbild schuf. Und eben weil die Zukunft Grlechenlands noch soo völlig ungesichert erscheint, birgt die Gefahr ernstester Art in sich, vor denen auch wir unser Auge nicht verschließen dürfen. Noch immer besteht die Möglichkeit, daß die Leute vom Zunft= und Militärbund, die ihre unzulänglichen Kräfte im Innern an zu schweren Aufgaben messen, den Erfolg auf einem anderen Gebiete erzwingen wollen. Das Kretagespenst ist noch nicht schlasen gegangen: lassen wir erst die Wahlen zum griechischen Parlament heraufkommen— und wir werden mit einem Schlage die gefährlichste Verwickelung mit der Türkei erleben. Griechenland hat die Lehre von 1896 nicht verstanden, vielleicht war sie auch nicht hart genug. Es wird erst empfindlicher gezüchtigt werden müssen, ehe es lernt, seine Kräfte auf Ziele zu konzentrieren, die das Land über seine Rückständigkeit hinausheben. Aber es scheint fast, als ob auf dem Piräus die Fähigkeit zu realpolitischer Betätigung überhaupt nicht vorhanden, als ob Griechenland nicht im Stande wäre, sich selbst zu regieren. Unter diesen Umständen auch noch seine Aspirationen auf fremde Gebietsteile zu unterstützen, die dann das allgemeine Debacle der griechischen Politik teilen würden, wäre verbrecherische Leichtfertigkeit, von der wir uns glücklicherweise frei wissen. Politischer Tagesbericht. * Die deutsch=englischen Rüstungsbeschränkungen. Ein Resumé des„Echos", das die neulichen Veröffentlichungen über deutsch=englische Rüstungsbeschränkungen in London erzeugt haben, gibt der „Matin". Danach sei man in maßgebenden englischen Kreisen der Ansicht, alles beschränke sich vor der Hand auf ein paar deutsche, England in Mesopotamien gemachte Konzessionen. Von einer Beschränkung der Rüstungen könne nicht die Rede sein, die Deutschlands ganze Entwicklung aufhalten würde, bevor Deutschland die Entfernung eingeholt habe, die es noch von England trenne. Gewisse Marinekonstruktionen würden vielleicht mit mehr Langsamkeit betrieben als vorher, und auch England habe sein Flottenprogramm nicht mit so großer Eile durchgeführt, wie es ihm möglich gewesen wäre, aber das liege weit mehr an Rücksichten der inneren als der äußeren Politik. * Oberbürgermeister Knobloch— des Hansabundes. Zum Direktor des Hansabundes(Geschäftsführer) ist vom Direktorium des Hansabundes der Bromberger Oberbürgermeister Knobloch gewählt worden. Herr Knobloch, der diese Wahl angenommen hat, ist seit dem Jahre 1881, in dem er die erste Staatsprüfung bestand, in mannigfaltigsten Stellungen und Aemtern tätig gewesen. Nachdem er zunächst bei mehreren schlesischen Gerichten gearbeitet hatte, trat er in die Ständische Provinzialverwaltung der Provinz Posen ein. In dieser arbeitete er mehrere Jahre unter dem damaligen Landeshauptmann, Grafen Posadowsky=Wehner, dem späteren Staatssekretär, und wurde bei dieser Behörde zum Landesrat ernannt. Im Jahre 1899 wurde er zum ersten Bürgermeister in Bromberg gewählt und bereits im gleichen Jahre auf Präsentation der Stadt zum Mitglied des Herrenhauses ernannt. Er bekleidet außerdem das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden des Provinzial=Ausschusses der Provinz Posen. Herr Knobloch, der seit Jahren an der Spitze der Verwaltung der Stadt Bromberg stand, soll es dort verstanden haben, sich das ungeteilte Vertrauen aller politischen Richtungen der dortigen Bürgerschaft zu erwerben. Im Herrenhause gehörte er von Anfang an der sog. Neuen Fraktion an.— Wie das„Berliner Tageblatt" behauptet, dürfte Herr Knobloch, seiner politischen Anschauung nach, auf dem Standpunkt der freikonservativen Partei stehen. In rein wirtschaftlichen Fragen stimmt er, wie es heißt, zumeist mit den Freisinnigen überein. Er sei ein Vertrauensmann des Fürsten Bülow gewesen, den er auch besonders in seiner Polenpolitik beraten habe. Als während der Verhandlungen über die Enteignungsvorlage Fürst Bülow eine Konferenz zur Erörterung dieser Vorlage einberief, nahm Herr Knobloch als einziger Oberbürgermeister daran teil. * Zwist in der polnischen Fraktion. Die Abgg. Dr. Seyda und Korfanty in Kattowitz sind oberschlesischen Blättern zufolge wegen ihrer demokratischen Agitation und ihres feindlichen Verhaltens gegen Napieralski in Zwist mit der polnischen Fraktion geraten und werden bei den kommenden Wahlen vom polnischen Zentralwahlkomitee nicht mehr aufgestellt werden.— Korfanty war bereits 1907 nicht vom polnischen Zentralwahlkomitee aufgestellt worden. * Neue Seminare für höhere Lehranstalten und Fertigstellung des Kultusetats. Im Etat des Kultusministeriums für 1910 wird, wie uns mitgeteilt wird, die Errichtung von 11 neuen Seminaren für höhere Lehranstalten beantragt werden Gerade im Hinblick auf die Vermehrung dieser Seminare ist ein Hinweis auf die Dringlichkeit einer rechtzeitigen Erledigung des Kultusetats bis zum 1. April 1910 dringend notwendig. Es führt zu sehr unerwünschten Weiterungen, die den Interessen für eine sorgsame Jugenderziehung entgegenstehen, wenn die Bewilligung gerade des Kultusetats erst nach dem genannten Termin stattfindet, was durch die Verzögerung in den Beratungen im Landtage hervorgerufen wird. Im vorigen Jahre wurde erst im Mai der Etat für das Kultusministerium bewilligt, so daß es unmöglich war. die Seminare rechtzeitig einzurichten. Dementsprechend wirteten nicht weniger wie 66 Kandidaten auf den Eintritt in die angeforderten Seminare. für die eigentlich am 1. April bereits die Gelder hätten bewilligt werden müssen. Ein ähnlicher Mißstand ergibt sich bei der Unterbringung der neuen Oberlehrer. Es ist festgesetzt worden, daß das Zahlen verhältnis der Oberlehrer zu den wissenschastlichen Hilfslehrern wie 1:13 beträgt, so daß auf 13 Oberlehrer jedesmal ein wissenschaftlicher Hilfslehrer kommt. Dieses Prinzip gelangt entsprechend auch wieder durch den neuen Etat zur Geltung. Ist nun dieser nicht bis zum 1.April fertig, so wirkt dies wiederum sehr störend auf die Unterbringung der Oberlehrer ein. Die entsprechenden Ernennungen erfolgen zu Ostern, und die Folge davon ist, daß die Oberlehrer bei einer späteren Erledigung des Etats auf ihre Stellen warten müssen, was naturgemäß mit der Besoldungsfrage zusammenhängt. Durch eine solche Verzögerung der Etatsberatungen entsteht eine unangenehme Verwirrung und Un ruhe, da die neuernannten Lehrer dann evtl. an anderen Schulen untergebracht werden müssen. Die sonst so rege Teilnahme unserer Parlamentarier an einer fürsorglichen und plan mäßigen Ausgestaltung unseres Unterrichtswesens würde durch eine rechtzeitige Fertigstel lung des Kultusetats in recht anzuerkennender Weise zum Ausdruck kommen. * Zur Ermordung der beiden Forscher Burchardt und Bensoni. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Ueber die Ermordung des deutschen Reisenden Burchardt und des früheren italienischen Konsularagenten Benzoni liegen genauere Nachrichten noch nicht vor. Nach Mitteilung der türkischen Behörden sind die beiden Reisenden auf dem Wege von Sana nach Mokka bei Tais von Aufständischen ermordet und einige Gendarmen in ihrer Begleitung verwundet worden. Wo die Leichen sich gegenwärtig befinden, ist noch unbekannt. Die deutsche Regierung hat alsbald in Konstantinopel die erforderlichen Schritte zur Verfolgung der Schuldigen getan. Die Pforte hat mit dem Ausdruck des Bedauerns über das Geschehnis mitgeteilt, daß die strengste Untersuchung telegraphisch angeordnet worden ist. Die Reisenden waren von dem italienischen Konful in Hodeida vor Antritt ihrer Reise auf das Gefährliche ihres Unternegmens hingewiesen worden, Burchardt war auch schon im Jahre 1907 bei seiner letzten Anwesenheit in Demen gon dem kaiserlichen Botschafter in Konstantinopel schriftlich darauf aufmerksam gemacht worden, daß angesichts der dort herrschenden Zustände keinerlei Garantie für seine Sicherheit bestehe. Gegenüber anders lautenden Meldungen sei festgestellt, daß Burchardt keinerlei amtliche Beziehungen oder Aufträge gehabt hat und im Demen lediglich als Privatmann gereist ist. * Belgien und England. Die Stelle in der belgischen Thronrede, in der der König davon spricht, daß Belgien immer sein Wort gehalten habe, und daß niemand ein Recht habe, an diesem Wort zu zweifeln, bezieht sich, wie wir aus diplomatischen Kreisen hören, auf England. das bekanntlich dem jungen Kolonialstaat Belgien außerordentliche Schwierigkeiten macht. Die Schärfe dieser Worte hat berechtigtes Aufsehen erregt und scheint bestimmt zu sein, der englischen Regierung zu Gemüte cu führen, daß sie sich von der Gruppe der Moralisten in zu weitgehendem Maße ngagieren lasse. Es scheint jedoch. daß es dieses Winkes nicht erst bedurfte. da sich auch in England selbst mehr und mehr die Stimmung Geltung verschafft, die einer versöhnlichen Verständigung mit Belgien das Wort reden. Die nächste Zukunft schon dürfte den Beweis erbringen, daß es dem englischen Kabinett bei seiner Opposition gegen die Angliederung des Kongostaates an Belgien in erster Linie auf eine Kritik des„leopoldinischen Regimes“ ankam, mit dem zu brechen die belgische Regierung, wie sie unzweideutig zu verstehen gegeben hat, entschlossen ist. Deutsches Reich. = Berlin, 27. Dezember 1909. —* Auszeichnungen. Dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Wirkl. Geh. Rat Freiherrn v. Schoen, ist der Rote Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub verliehen worden. Prof. Felix Dahn erhielt bei seinem Rücktritt in den Ruhestand, der zu diesem Semesterschluß erfolgt, den Stern zum Kronenorden zweiter Klasse. —* Neue Diamantfelder in Südafrika. Aus Kapstadt kommt die Nachricht von der Entdeckung reicher Diamantenfelder in der südafrikanischen Wüste Kalahari, die bekanntlich an der Ostgrenze Südwestafrikas liegt. Der ursprüngliche Entdecker war ein gewisser Anderson, der schon im Jahre 1890 in London Kapitalien für die Ausnutzung der von ihm entdeckten Schätze an Diamanten und Edelmetallen, insbesondere der Goldlager, suchte. Er ist inzwischen gestorben. Ein gewisser Stevens hat den Gedanken von Anderson wieder aufgenommen. Ihm ist aber jetzt eine Expedition zuvorgekommen, die die Entdeckung ihrerseits benutzte. — Zur Abnahme des„Parseval III“. Bekanntlich soll der Luftkreuzer„Parseval III“ demnächst von der Heeresverwaltung übernommen werden. Ueber Details seiner bisherigen hervorragenden Leistungen wird uns folgendes mitgeteilt: Bekanntlich hat die Dauerrundfahrt von Frankfurt über Nürnberg, Augsburg und München, die der Kreuzer unternahm, berechtigtes Aufsehen in Luftschifferkreisen erregt. Ganz besonders erwies sich die Widerstandsfähigkeit und Manövrierfähigkeit des Luftschiffes als außergewöhnlich, als das Neckartal passiert werden mußte. Es herrschte dort ein geradezu abnormer Sturm, so daß die Insassen gezwungen wurden, das Luftschiff aus Sicherheitsgründen bis ca. 800 Meter aufsteigen zu lassen. Dar Manöver glückte ausgezeichnet und der Ballon konnte trotz des überaus heftigen Windes von Heidelberg nach Frankfurt mit etwa Schnellzugs geschwindigkrit zurückkehren. Im ganzen hatte er Stal ben Geburt Monteur Kar Hermann A Heinrich Bo Wilhelm He Fabrikarbeite Tochte: beiter Heinr Musiker Karl höner. Aufgel Klei. Schnei arbeiter Gust schaffner Lud Arbeiter Fr Weber Augu Friedrich Bu Schnelle un Düning un Bertram ur Breder und dag und 2 Berenfeld ur Prinz und I Luise Hachm hanne Richte Ehesch und Johann und Anna L Föste. Arbe Kartonnager Steffen. Se Landwehr. riette Lockh mann und Sterb Margarete! Hermann By Luise Tasche Horn i Standesam: GebuFlurschütz, Düwel. BVoigt. Tochter rich Siek. Hölting. Sterb 82 Jahre a alt. Maur Waruns Aus lich, daß zum 14. Aussicht städt. O Stadtkape das? Orchestes Musikg einigi. Iten, 1 er se egen 9 #e Ste % Dhr Ge in hie Iswärt Rom Ve We das ihr tige zu dacht, Hause. Häuflein gegen Tuan müßten? Christen Wehr,## Marterta allen K die einz ren sie geworde Kannte schrecklich die hier zugefüg gepredig Hal Weihrau### auftiegg# bilder. Luft. schände“ nie ein gemäche der So den P### stürzten ger d#n seines sein s0g dis letzte# Leben? 5 dem der men. ## Opi Vorsal versöhr im. Le A- schlecht meist Stürme, die aus Westen kamen und biswellen eine Stärke von mehr als 12 Metern in der Sekunde aufwiesen, zu bestehen. Wesentlich auf die Entschließung der Heeresverwaltung eingewirkt dürfte auch der Umstand haben, daß das Luftschiff ohne jeglichen Defekt an seiner Aufftiegstelle wieder anlangte. Es mag gleichzeitig hierbei bemerkt sein, daß die Motore sich besonders gut bewährt und wesentlich zu der Zuverlässigkeit der Fahrt beigetragen haben. Sie stammen von der Neuen Automobilgesellschaft, und zeichnen sich durch geringes Gewicht, wenig Benzinverbrauch und große Betriebssicherheit aus. Ausland. Frankreich. — Deputiertenkammer. In der gestrigen Nachmittagssitzung wurde über von Laroche (radikal) und Pressense(Soz.) eingebrachte Interpellationen verhandelt, in denen Klage geführt wird über Schwierigkeiten, die Angehörigen des Klerus, Freidenkern und Israeliten gemacht würden, die in Rußland reisen und sich aushalten wollten. Die Kammer nahm darauf fast einstimmig eine von Laroche vorgeschlagene Tagesordnung an, in der das Vertrauen ausgesprochen wird, daß die Regierung zum Zwecke des Abschlusses von Verträgen über diese Fragen mit Rußland verhandeln werde. Italien. —* Dank des Papstes. Der Papst dankte bewegt dem Kaiser Wilhelm für seinen Glückwunsch zum Bischofsjubiläum durch ein Handschreiben, das zugleich reiche Segenswünsche für die Kaiserfamilie und ganz Deutschland ausspricht. Zentral=Amerika. — Zelayas Flucht nach Mexiko. Aus Nicaragua wird über Washington gemeldet, daß Präsident Zelaya von einer Leibgarde von 50 Mann an Bord des vor Corinto liegenden mexikanischen Kanonenbootes„General Guerrero“ gebracht wurde und in diesem nach Salina Cruz in Mexiko abfuhr. Der mexikanische Minister des Aeußeren hat nach Washington gemeldet, daß Zelaya als Privatmann um Schutz auf dem Kanonenboot ersucht habe und dieser ihm nicht versagt wurde. Obwohl die Vereinigten Staaten dadurch an Prestige in den Augen der südamerikanischen Republiken an Mexiko verloren haben, deutet doch die Haltung der maßgebenden Kreise in Washington darauf hin— so telegraphiert der Korrespondent der Morningpost aus der Bundeshauptstadt— daß ihnen in der Tat mit dieser Flucht Zelayas nach Meriko ein großer Gefallen geschehen ist. Noch vor einigen Tagen hatte der Minister Knox sich rund geweigert, auf die Vorschläge des mexikanischen Gesandten Creel einzugehen, ein gemeinschaftliches Protektorat über Zentralamerika zu proklamieren und Zelaya die Flucht nach Mexiko zu gestatten, ja es wurde sogar offiziös mitgeteilt, die Washingtoner Regierung werde die Bestrafung des Expräsidenten Zelaya als Privatmann wegen Mordes der zwei Amerikaner Crase und Connon, die er hatte hinrichten lassen, verlangen. China. —* Mordanschlag auf den Prinzregenten von China. Wie ein Privattelegramm der Köln. Ztg. aus Shanghai meldet, hat ein Revolutionär aus Südchina einen Mordanschlag auf den Prinzregenten verübt in dem Augenblick, wo dieser vor dem Palast seinen Wagen verließ. Der Prinzregent wurde durch Dolchstöße in den Unterleib verletzt. Der Blutverlust war indessen nicht sehr stark. Der Verletzte befindet sich verhältnismäßig wohl. Der Attentäter ist verhaftet. Peking ist ruhig. Zum Eisenbahnunglück bei Uhersko. „. Am Vormittag des 1. Weihnachtsfeiertages hat sich auf der böhmischen Station Uhersko— ungefähr in der Mitte zwischen Prag und Brünn eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe ereignet. Der Berlin—Wiener Schnellzug fuhr in der Kunst und Wissenschaft. seisren Staften intelge keiche Somaütel. „ auf einen dort haltenden Güterzug, wobei fünf Wagen des Schnellzuges vollständig zertrümmert wurden vierzehn Passagiere wur den getötet und mehr als 20 mehr oder minder schwer verletzt. Das alte Sprichwort, daß ein Unglück selten allein komme, hat sich auch dieses Mal wieder als wahr erwiesen; erst am Donnerstag voriger Woche ereignete sich das Eisenbahnunglück auf der Strecke Bremen— Hamburg und jetzt wird es noch wett übertrossen von der grausigen Katastrophe bei Pardubitz. Die Schuld an dem letzten Unglück wird dem Führer des Schnellzuges zugeschrieben, der die Station nicht mit der vollen Geschwindigkeit von 80 Kilometern passieren durfte. Auch soll der inzwischen verhaftete Stationsbeamte von Übersko das Signal für den Schnellzug auf„Frei“ gestellt haben. Unsere beistehende Karte ermöglicht eine Orientierung über den Schauplatz der Katastrophe. Karl May. In unserer Nummer vom 22. Dezember d. J. brachten wir unter der Ueberschrift:„Karl May als Hauptmann von Köpenick“ einen Artikel über die angeblichen Räuberjahre des berühmten Schriftstellers, welcher, wie wir auch anführten, vom „Bulibd“, dem Organ des sogenannten„gelben Verbandes", entnommen war. Karl May kämpft mit diesem„Bund“ schon seit Jahren einen erbitterten Kampf, der unentschieden hin= und herschwankt. Auf die schweren Anklagen, die nun der„Bund“ gegen Karl May schleuderte, und die, wie bereits bemerkt, auch von uns, wie von dem größten Teil der Presse wiedergegeben wurde, ging uns von Karl May folgendes Schreiben zu: Villa Schatterhand, d. 23. 12. 1909. Radebeul=Dresden. Sie brachten in Ihrer Mittwochsnummer den„Räuberartikel“ aus dem„Bund“ des Rudolf Lebius. Ich erkläre, daß diese Räubergeschichten erfunden sind. Ich habe sofort Strafantrag gestellt. Ich ersuche Sie, diese meine Erklärung laut§ 11 in Ihre nächste Nummer aufzunehmen. Hochachtungsvoll Karl May. Man darf nunmehr gespannt sein, wer in diesem neuesten und schwersten Stadium des Kampfes die Oberhand behält. Sarah Vernhardt als Jungfrau von Orleans alte Fraspar uu großes Kunststück, als 66 Jahre Orleans nutter die 19 Jahre alte„Jungfrau von hat aa fertig personifizieren, aber die große Sarah gebracht, so ausgezeichnet, daß jederngrn bis zum Schluß gefesselt wurde. Es handelte Marcanz führung des neuen Dramas von Stuck. d.2. P 3es der Jeanne d'Arc.“ Das zeigt, endet mir den Nachteil großer Länglichteit jedoch binter:* Hinrichtung der Jungfrau, die jeovch yucer der Szene stattfindet. Lokales und Allgemeines. Bielefeld, 28. Dezember 1909. 5% Militärisches. Der Abschied ist bewilligt dem Herrn Rittmeister der Landwehr Kavallerie 1. Aufgebots Kruse(bisher Regierungspräsident in Minden) mit der Erlaubnis zum Tragen der Landwehr= Armee=Uniform, ferner dem Herrn Oberleutnant der Landwehr Infanterie 2. Aufgebots v. Borries in Minden.— Fuchs, Hauptm. und Komp.=Chef im Inf.=Regt. Vogel von Falckenstein(7. Westfäl.) Nr. 56, in das 7. Lothring. Inf.=Regt. Nr. 158 versetzt. in Postpersonalien Nachstehend genannten Beamten ist beim Ausscheiden aus dem Dienst verliehen: der Rote Adler= orden 4. Klasse dem Postmeister Suckau in Beverungen, der Kronenorden 4. Klasse dem Telegraphensekretär Waldeyer in Bielefeld. 9 Auszeichnungen Dem Postillon W. Kassebrock in Bielefeld ist für seine Geschicklichkeit im Blasen des Posthorns das Ehrenposthorn und den Postillonen Hch Westhoff in Lemgo und W. Schröder in Barntrup für ihre Geschicklichkeit im Fahren die Ehrenpeitsche verliehen worden. (O Feuer. Gestern nachmittag gegen 5½ Uhr wurde die Feuerwehr nach der Wirtschaft„Harmonie" am Oberntorwall Nr. 25 gerufen, wo in dem neben der Küche gelegenen Schlafzimmer ein Brand ausgebrochen war. Als der Wirt etwas aus dem betr. Zimmer holen wollte, schlugen ihm die hellen Flammen entgegen. Die Berufswehr griff das Feuer mit der Kohlensäurespritze an. Der Rauch war bereits derartig in das Unterhaus gezogen, daß eine Frau und ein Kind in Gefahr schwebten, zu ersticken. Die Feuerwehr holte das dreijährige Kind mittels der Schiebeleiter aus dem Fenster. Ein anderer Feuerwehrmann sprang in das Haus und beruhigte die Frau soweit, daß sie im Zimmer blieb, da die Gefahr bald beseitigt werden konnte. Außer der Brandwache war auch die 1. Abteilung der freiwilligen Feuerwehr und die Turnerfeuerwehr alarmiert worden, die sich an den Löscharbeiten beteiligten und auch die Aufräumungsarbeiten übernahmen. Für die Zukunft dürfte es sich empfehlen, die große Leiter gleich beim Ausrücken mitzunehmen, anstatt sie wie hier, erst im Bedarfsfalle herbeizuschaffen. Ferner brach gestern abend gegen 9¼ Uhr im Hause Mellerstraße 9 ein kleines Feuer aus. Eine Lampe explodierte und setzte Kleidungsstücke im Schranke in Brand. Die Berufsfeuerwehr rückte sofort zur Brandstelle ab, brauchte aber nicht mehr in Funktion zu treten, da der Brand bereits von Hausbewohnern gelöscht war. Der Mieter des Zimmers hat schwere Brandwunden an den Beinen davongetragen und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. # Beschlagnahmte Sachen. Am 23. November d. Is., abends, wurde der Maler Hermann Botenbender, geboren am 7. Dezember 1887 zu Bochum, hier festgenommen wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle, die er an Sonntagnachmittagen begangen hatte. Am 24. November d. Is., morgens, wurde sein Komplize, der Maler Hermann Eickholt. geboren am 23. August 1885 zu Güterslob, hier in Haft genommen. Wie sich jetzt herausstellte, hat Eickholt in der Zeit zwischen Botenbenders und seiner eigenen Festnahme eine braune Ledertasche mit gestohlenen Gegenständen beiseite geschafft. Die Tasche ist jedoch ermittelt und sind felgende Sachen vorgefunden und beschlagnahmt, die wahrscheinlich gestohlen sind: eine Glasperlenkette, ca. 80 Ztm. lang, bestehend aus Glasperlen in fünf verschiedenen Größen und Farben; eine Draune Haarschnur, ca. 40 Zentimeter lang, mit Kreuz und Korpus an zwei verschlungenen Händen; 1 schwarze Stablkette, ca. 60 Ztm. lang, mit vier weißen Perlen und vernickeltem Kauabinerhaken; ein goldener Kneifer mit ca. 15 Zentimeter langer schwarzer Schnur: ein goldener Herrenring mit rotem viereckigem Stein; ein silberner Herrenring mit einem Hirschkopf: ein goldenes Armband(schlichter Reif) mit kleiner Sicherheitskette; eine vierfach geflochtene altmodische Herrenuhrkette. 12.3 Zentimeter lang und 3 Millimeter dick, aus minderwertigem Metall; eine Brosche, 3.5 Zentimeter lange Spange mit einem Similistein; eine foldene Brosche, altmodisch mit einer Perle: ein goldener Deckel einer Damenuhr, 27 Millimeter breit, gestempelt 0.585, Halbmond und Hundekopf. Uhr=Nummer 85 684 darunter 6; eine Lupe, zusammenlegbar; ein goldenes Armband, gestempelt 800 P und Löwenkopf, das Armband ist mit zwei Keihen Korallen besetzt, an einer Stelle ist es breiter und hat dort fünf Ansätze, auf denen anscheinend früher Edelsteine oder Perlen angebracht waren; zwei goldene Haarspangen: eine Schlange, anscheinend von einer Brosche stammend, aus minderwertigem Metall; eine Brosche mit zwei weißen Elosperlen, dazwieine grünlich=blaue Perle; ein Taschenmesser mit einer kleinen und einer großen Klinge, sowie einem Korkenzieher, gez. Carl Wüsthoff, Solingen, und Hirschhornschalen mit wappenförmig. Nickelbeschlag; ein Stehkragen mit umgebogenen Ecken, gez. 13, Leinen garantiert 4=fach Connaught H 40; ein Reklame=Steinhäger= Fläschchen mit Aufschrift Upmann= Steinhagen; ein Taschentuch, weiß mit blauem Rand und drei Reihen blauer Punkte; ein desgleichen mit gelblich=braunem Rande mit roten Sprenkeln und blauen Blüten; ein schwarzes led. Opernglasetui mit Handgriff und blauem Seidenfutter; ein Stecheisen, 2 Zentimeter breit; ein Pappkasten 6289 Zentimeter groß, auf dem Deckel ein Bild mit Landschaft, Reh mit Jungen unter einer Birke am Wasser, innen trägt der Kasten ein Schild der Firma Hone=Biele. feld; eine Piqueweste; eine schwarze Cheviotweste; ein weißes Herrenhemd. Die rechtmäßigen Eigentümer werden ersucht, sich umgehend bei der Kriminalabteilung zu melden. X Einbruchsversuch. Am Abend des zweiten Weihnachtstages versuchten zwei Männer in das Haus Ulmenstraße 11 einzudringen, indem sie von der Rückseite des Hauses her die Waschküche durch Zerschlagen einer Scheibe und Aufschließen öffneten. Hierbei wurden sie von der Dienstmagd. B. überrascht. Sofort stürzten sich die Diebe auf sie und entrissen ihr ein Portemonnaie mit ca. 6 Mk. Inhalt. Die Täter sollen ca. 20 bis 25 Jahre alt und von großer Statur sein. Beide trugen breitränderige schwarze Schlapphüte. Um sachdienliche Mitteilungen ersucht die Kriminal=Abteilung. * Ueberfüllung der Gerichtssekretär=Laufbahn. Während in letzter Zeit fast alle anderen Karrieren überfüllt waren, konnte man im Gerichtssekretärdienste bisher nicht darüber klagen, da bei der Annahme von neuen Anwärtern für den Vorbereitungsdienst alljährlich recht vorsichtig zu Werke gegangen und nur eine verhältnismäßig geringe, dem voraussichtlichen Bedarf an Nachwuchs für den entstehenden Abgang entsprechende Anzahl von Justizanwärtern= angenommen wurde. Infolge dessen trat sogar ein Mangel an Beamten ein, so daß häufig bei erforderlichen Vertretungen und wegen Geschäftsvermehrung, wenn es an geprüften Aktuaren fehlte, sogar eine nicht geringe Zahl von Justizanwärtern gegen Diäten aushülfsweise beschäftigt wurde. Das ist jedoch jetzt auch anders geworden. Zur Zeit sind im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm ungefähr 30 Aktuare, von denen einige schon vor einem halben Jahre die Prüfung abgelegt haben, noch unbesoldet, ihre Zahl wird sich in nächster Zeit nach erfolgreicher Prüfung der vielen der Beendigung des Vorbereitungsdienstes entgegensehenden Anwärter nicht unerheblich steigern. Unter diesen Umständen erscheint es nicht ausgeschlossen, daß im nächsten Jahre von der alljährlich sonst im Frühjahr stattfindenden Annahme von neuen Justizanwärtern Abstand genommen wird, da die Justizverwaltung Wert darauf legt, daß Mißstände, wie sie vor Jahren zu verzeichnen waren, nicht wieder vorkommen. Damals mußten Aktuare oft 3 bis 4 Jahre nach bestandener Prüfung auf Verdienst warten; daß das für die Zukunft verhindert werden soll, kann selbstredend nur gebilligt werden. Die Beleuchtung der preußischen Eisenbahnwagen. Seit längerer Zeit hat die preußische Eisenbahnverwaltung Versuche mit verschiedenen Beleuchtungsarten für die Personenwagen gemacht und ist jetzt zu der Ueberzeugung gelangt, daß das hängende Gasglühlicht am praktischsten ist und allen Anforderungen entspricht, die der Reisende an die Beleuchtung der Abteile stellen kann. Dieses Licht soll überall eingeführt werden, das elektrische Licht wird nur auf den elektrisch betriebenen Linien und im Triebwagenverkehr beibehalten. Es konnte nicht erwiesen werden, daß das elektrische Licht weniger gefahrvoll für den Betrieb als Gas ist. Auch die elektrischen Leselamven in den D=Zügen werden in Fortfall kommen, da das hängende Gasglühlicht reiche Lichtfülle entfaltet. = Bevorzugung eines Hypothekengläubigers Ein Grundstücksbesitzer hatte mit einem Hypo“ thekengläubiger vereinbart, daß bei einem Verkauf des Grundstückes die Hypothek aus dem Kaufpreis bezahlt und dann gelöscht werden solle. In dieser Vereinbarung hat das Reichsgericht eine Benachteiligung der übrigen Gläubiger des Eigentümers nicht erblicken können.(Nachdr. verb.) Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Königliche Regierungspräsident zu Min den veröffentlicht in einer Bekanntmachung in Stück 50 des Amtsblattes die neuen Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen, wie sie durch das mit dem 1. Januar 1910 in Kraft tretende Gesetz betr. Abänderung der Gewerbeordnung vom 28. Dezember 1908 bedingt werden. Wir haben die in Frage kommenden abgeänderten Bestim. mungen bereits in der Nummer 290 der Wesi sälischen Zeitung vom 11. Dezember(5. Blatt) zum Abdruck gebracht und können uns daher heute darauf beschränken, auf den damaligen Artikel hinzuweisen. X Verloren 1 Bibermuff; 1 schwarzes Damenportemon naie mit 10,25 Mk. Inhalt; 1 Paket mit Klei derstoff und 1 Paket mit Sonntagsblättern; 1 braunes Portemonnaie mit etwa 50 Mark Inhalt; 1 braune Segeltuchwagendecke; 1 braunes ledernes Portemonnaie mit 2,25 Mk. Inhalt: 1 schwarzes ledernes Handtäschchen, inliegend ein rotes Portemonnaie mit 11,50 Mk. in bar und 1 Schlüssel und eine goldene Vorstecknadel, Schlangenform; 1 Postbuch; 1 graues Kinderportemonnaie mit 4,20 Mk. Inhalt; 1 schwarzer Kneifer. X Diebstahl Am 20. d. M. wurde dem Kleinhändler Hermann D. vor der Schmiede Dr., Güters loherstraße, von seinem Wagen eine wollene Pferdedecke entwenbet. Wert etwa 10 Mark. X Gefunden 1 Müllgefäß; 1 weiße Rodelmütze. X Zugelaufen 1 Teckelhund(Bastard) schwarz mit blauen Flecken; 1 brauner Teckel(Bastard). Vereinsberichte und Hinweise. &am Stadttheater Aus dem Theater=Bureau wird uns geschrieben: Am morgigen Mittwoch werden die beiden Vorstellungen wiederholt, die Weihnachten mit jubelndem Beifall ausgenommen wurden: nachmittags das Märchen„Dornröschen", abends der neue große Operetten=Erfolg„Die Dollarprinzessin". Am Freitag veranstaltet die Direktion zur Sylvesterfeier eine Extra=Vorstellung; gegeben wird„Die Dollarprinzessin". Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr und endet um 9¼ Uhr. fl. Weihnachtsfeier. Am 2. Weihnachtstag, abends 7½ Uhr, beging die Jugendabteilung des evangl. Männer= und Jünglingsvereins„St. Johannes“ ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Erschienen waren fast alle Mitglieder und einige Gönner des Vereins. Eingeleitet wurde die Feier mit den allbekannten Weihnachtsliedern. In bunter Reihenfolge wechselten Deklamationen und Gesänge miteinander ab. Großen Beifall fand das Deklamatorium„Auf der Wanderschaft". Mit einer Ansprache des Leiters der Jugendabteilung schloß die Feier. fw. Fußballsport. Nachdem am Sonntag, den 19. d. Mts., im Meisterschaftsspiel erster Klasse OlympiaOsnabrück gegen Verein für Bewegungsspiele nur unentschieden 3:3 spielen konnte, mußte sich am ersten Weihnachtsfeiertage Olympia dem Osnabrücker Ballspielverein mit der hohen Vorzahl von 10:2 beugen. Die erste Serie ist nunmehr mit diesem Spielen beendet und ist der Stand der Vereine folgender: Kl. A V. f. B. Bielefeld 11 Punkte, Ballspielverein Osnabrück 10, Olympia=Osnabrück 9, TeutoniaOsnabrück(vorj. Meister) 6, F. C. 99 Osna brück 4, Arminia=Bielefeld 2, Ballspielverein Oeynhausen 0 Punkte. In der Klasse A II und A III führt V. f. B. Bielefeld ebenfalls mit sämtlichen gewonnenen Spielen in der ersten Serie. Die zweite Serie der 1. Klasse beginnt am 2. Januar 1910 mit den Spielen V. f. B. Bielefeld gegen Ballspielverein Osnabrück in Bielefeld, während Arminia=Bielefeld gegen Olympia in Osnabrück antreten muß. — Am Sonntag nachmittag standen sich die zweite Mannschaft des V. f. B. und die erste Mannschaft des Sportklubs„Viktoria“ Gut Sudbrack im Wettspiel gegenüber. Das Spiel en dete mit dem Resultat 3:1 zugunsten„Viltorias“. Verband reisender Kaufleute Am gestrigen Tage feierte die hiesige Sektion des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands in der„Eintracht“ gleichzeitig mit ihrem Weihnachtsfest das 25jährige Jubiläum des in Leipzig beheimateten Verbandes. Aus den Worten des Festredners ergab sich, daß der Verband heute über ein Vermögen von ca. 4½ Millionen verfügt und daß ca. 2 Millionen seit Bestehen desselben an Unterstützungen ausgezahlt wurden. Die jetzt erforderlichen jährlichen Unterstützungen betragen ca. 200000 Mark. Die Mitgliederzahl hat das 23ste Tausend überschritten. Verein ehem. 15 er. Am 2. Feiertage veranstaltete der Verein ehem. 15er im großen Saale seines Vereinslokals„Hotel Vereinshaus“ eine Weihnachtsfeier. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Um 5 Uhr wurde der prächtig geschmückte große Weihnachtsbaum angezündet. Das sorgfältig ausgewählte Programm bot allerlei des Schönen. Besonders sprach das „Engelterzett“ aus dem Elias an. Es wurde von 3 jungen Mädchen gut vorgetragen. Frau Pontel erfreute die Festteilnehmer durch köstliche Gaben ihrer Gesangskunst. Auch den Vorträgen für Klavier, Geige, Harmonium und Waldhorn wurde die größeste Aufmerksamkeit gezollt. Das aus den„Altniederländischen Volksliedern" zu Gehör gebrachte Dankgebet fand soviel Anklang, daß es auf vielseitigen Wunsch wiederholt wurde. Das aufgeführte Theaterstück„Die kleinen Freundinnen“ wurde flott gespielt und sehr beifällig aufgenommen, ebenso die Deklamationen verschiedener Kinder. Die Geschenke, die den Kindern übergeben wurden, haben ihnen vie Freude bereitet. Die Jahresversammlung des Provinzialvereins Rheinland und Westfalen des Preußischen Vereins für das mittlere Schulwesen findet unter dem Vorsitz des Rektors KemmerLangendreer am 29. und 30. Dezember zu Duisburg in der„Tonhalle" statt. Außer geschäftlichen Verhandlungen, wie Jahresbericht, Kassenbericht, Wahlen usw., steht ein Vortrag des Mittelschullehrers Tisken=Düsseldorf über „den fremdsprachlichen Unterricht in der Mittel schule“ auf der Tagesordnung. Mittelschullehrei van Moll=Köln wird über die Hauptversamm lung des Landesvereins in Frankfurt am Main Bericht erstatten. Nach den Verhandlungen vereinigt ein Festmahl die Teilnehmer ebenfalls in der Tonhalle. Nachmittags sollen die Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht werden. Landwirtschaftlicher Buchführungskursus in Münster. Mit Rücksicht auf die rege Beteiligung an den in früheren Jahren abgehaltenen größeren Buchführungskursen beabsichtigt die Landwirtschaftskammer wieder gegen Mitte Februar 1910 einen etwa vierwöchigen Lehrgang in landwirtschaftlicher Buchführung am Buchführungsamt der Landwirtschaftskammer, Münster, Schorlemerstraße 6, zu veranstalten. In demselben wird durchgenommen: Führung der Hauptbücher nach einfacher und doppelter Art, Führung der verschiedenen Wirtschaftsregister auf Grund ausgearbeiteter Beispiele, Einkommens= und Vermögensnachweis des Betriebsinhabers, sowie eingehende Erläuterung der für den Landwirt in Betracht kommenden betriebstechnischen und Steuerfragen, nebst Anleitung zur Anfertigung von Steuerabschlüssen, Steuererklärungen, Reklamationen usw. Die Anpassung der Buchführung für die verschiedenen Betriebe, die Einrichtung und die spätere Ausführung derselben wird ausführlich erklärt. Daneben werden auch sonstige einschlägige Vorträge gehalten. Das Honorar beträgt einschließlich Lehrmittei 50 Mark. Anmeldungen nimmt entgegen und jede weitere Auskunft erteilt das Buchführungsamt der Landwirtschaftskammer, Münster i. W., Schorlemerstraße 6. Tageskalender. .... Dienstag, den 28. Dezember 1909. Staottheater. Der deutsche König. 7½ Uhr. Kaiserhof. Künstlerkonzert. 4 und 7 Uhr. Postkeller. Künstlerkonzert. 8 Uhr. Apollo=Cabaret. Cabaretvorstellung. 8 Uhr. Remkes Theatersaal. Seppl Förg. 8 Uhr. Schors Bierhalle, Bahnhofstr. Tiroler=Konzert. 7. Rest. z. Neustadt. Tirolerkonzert. 8 Uhr. Biotophontheater. Lebende Photographien. Harms Kinematograph. Lebende Photographien. Neues Tonbildtheater. Lebende Photographien. Zentralhalle. Spezialitätenvorstellung. 8 Uhr. Aus Provinz und Nachbarschaft. * Duisburg, 27. Dezbr.(Anschlag auf einen Personenzug.) Auf den Personenzug 613 wurde in der Nähe des hiesigen Schützenplatzes ein scharfer Schuß abgegeben. Ein gleicher Anschlag war vor einigen Tagen auf den Schnellzug Nr. 75 in der Nähe des Grunewaldes verübt worden. In beiden Fällen wurde die Scheibe eines Abteilfensters zertrümmert, Personen wurden nicht verletzt. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt werden. * Kalk, 27. Dez.(Selbstmord in der Kaserne.) Am heiligen Abend erschoß sich in der Kronprinzkaserne auf seiner Stube ein im fünften Jahre dienender Unteroffizier von der 7. Kompagnie des 53. Infanterie=Regiments mit seinem Dienstgewehr, das er mit einer Platzpatrone geladen hatte. Der Unteroffizier war lt.„Köln. Ztg.“ wegen Ausbleibens über Zapfenstreich mit fünf Tagen Mittelarrest bestraft worden und sollte die Strafe an demselben Tage antreten. Bedeste Nacheichten (Telegraphische und telephonische Meldungen der„Westfälischen Zeitung“.) Koiserliche Beileidsdepesche. ( Minden, 28. Dezember. Der Kaiser hat der Familie des verstorbenen Regierungspräsidenten von Pilgrimm ein herzliches Beileidstelegramm gesand, in dem er der hervorragenden Verdienste des Verewigten gedachte. Auch der Fürst und die Fürstin zu Schaumburg=Lippe, sowie der Fürst zu Waldeck haben Beileidsdepeschen gesandt. Ein Geschenk Kaiser Wilhelms. □. Berlin 28. Dez. Kaiser Wilhelm ine Photographie mit Widmung dem türkischen Generalissimus Schefket Pascha zur Erinnerung an die diesjährigen Kaisermanöver übersandt. Oberbürgermeister Kirschner dankt ab. 6 Berlin, 28. Dez. Oberbürgermeister Kirschner, dessen Amtszeit am 1. Juli 1910 abläuft, wird einer Berliner Meldung zufolge, eine Neuwahl nicht mehr annehmen. Kirschner wurde im Jahre 1898 anstelle des verstorbenen Oberbürgermeisters Zelle gewählt. Bekannt ist seine mehrjährige Wartezeit, bis die kaiserliche Bestätigung erfolgte. Kirschner hat damals während seiner langen Nichtbestätigung das geflügelte Wort geprägt:„Ich kann warten.“ Ueber den eventuellen Nachfolger sind noch nicht einmal Mutmaßungen möglich, da die Stelle ausgeschrieben werden muß. Dr. Kirschner ist am 16. November 1842 in Freiburg in Schlesten geboren, alsy jetzt 67 Jahre alt. Das Schicksal des Ballons Sae! Berlin, 28. Dez. Ueber das Schicksal des Ballons„Luna“ ist man immer noch im Unklaren, Der Ballon, unter Führung des Oberleutnants Richter, stieg am 19. Dezember auf und wurde über den] Alands= und Karsinseln gesichtet. Der Ballon nahm sodann Richtung nach dem Bottnischen Meerbusen. Schreckenstat einer Mlutter. 2c Berlin, 28. Dez. Eine erschütternde Familientragödie hat sich im Südosten der Stadt abgespielt. In der Pücklerstraße 20 hat die Frau des Hilfsmonteurs Franz Schulz in Abwesenheit ihres Mannes ihre drei Kinder im Alter von 1—5 Jahren erhängt und dann sich selbst, anscheinend mit Salzsäure, vergiftet. Wiederbelebungsversuche waren nur bei der Frau von Erfolg begleitet, die angeblich wegen Untreue ihres Gatten die Tat begangen hat. Zum Berliner Sechs-Tage=Rennen. c Berlin, 28. Dez. Dem deutschen Radrennfahrer Walter Rütt, dem Sieger des Newyorker Sechs=Tage=Rennens, ist von der zuständigen Behörde die Teilnahme an dem Berliner Sechs=Tage=Rennen gestattet worden. hatte sich seinerzeit der Erfüllung seiner Militärpflicht entzogen. Eine Sasexplosion. V Berlin 28. Dez. Gestern vormittag erfolgte in der Wohnung des württembergischen Gesandten Freiherrn v. Varnbüler, Voßstraße Nr. 10 eine Gasexplosion, deren Gewalt so groß war, daß schwere Flügeltüren eingedrückt,Schlösser gesprengt, Glastüren gesplittert und sämtliche Fenster des Lichtschachtes zertrümmert wurden. Der 41jährige Diener Joseph Zimrajk wurde mit schweren Brandwunden an Händen und im Gesicht aufgefunden. Wahrscheinlich wird der Gasometer undicht gewesen sein, wodurch eine große Menge Gas entströmte. Als der Diener mit brennendem Licht dann den Raum betrat, erfolgte die Explosion. Ueberfall. ( Rathenow 28. Dez. Der bei seinem Onkel im Kreise Westhavolland zu Besuch weilende 19jährige Schlosser Hermann Geserich aus Berlin ist, als er mit seiner Cousine von Trennen nach Niebede ging, auf der Chaussee von dem Knecht Kniwe überfallen und erstochen worden. Der ebenfalls erst 19jährige Täter der den Ueberfall aus Eifersucht begangen hatte, wurde verhaftet und nach Nauen transportiert. Vom Zionistenkongreß Hamburg, 28. Dez. Auf dem Zionistenkongreß sprach sich eine scharfe Kritik gegen die Leitung aus, welche tastend politisiere, anstatt die günstige Gelegenheit in der Türkei zu ergreifen und praktisch vorzugehen. Die Leitung habe die Fühlung mit der Judenschaft, besonders in Galizien, Rußland und der Türkei verloren. Verlangt wurde auch die Verlegung des Sitzes nach Konstantinopel. Wolffsohn verteidigte die Leitung, welche, unabhängig von Sonderbestrebungen, nur die große Idee des Zionismus praktisch verfolge. Nachklänge zum Kieler Werftprozeß — Kiel, 28. Dezbe. Das Reichsmarineamt hat, den„Kieler Neueste Nachrichten" zufolge, die Zivilklagen gegen die Beschuldigten im Werftprozeß zurückgezogen. Der erlassene Vermögensarrest wurde aufgehoben. Ein Opfer seines Berufs. + Neumünster, 28. Dez. Dem hiesigen Oberbahnhofsvorsteher Kobligk wurde gestern die Nachricht erstattet, daß auf dem dortigen Güterboden ein Einbruch verübt worden sei. Als er sich nach dem Tatort begeben wollte, wurde er beim Ueberschreiten des Gleises von einem abgestoßenen Wagen erfaßt, zu Boden geschleudert und überfahren. Er war sofort tot. Kobligk ist 50 Jahre alt und war viele Jahre hindurch Bahnhofsvorsteher auf der Station Wildpark. Er ist vom Kaiser und vielen Fürstlichkeiten mit Orden ausgezeichnet worden. Drei Kinder erstickt. „“ Schwerin, 28. Dezember. In Daßow in Mecklenburg sind die drei sieben=, elf= und dreizehnjährigen Kinder des Steinschlägers Dankwardt in der elterlichen Wohnung an Kohlendunst erstickt. Das Elternpaar weilte bei Verwandten auf Weihnachtsbesuch. Zwei Knaben ertrunken. — Halle a. S., 28. Dezbr. Beim Bahnhof Nietleben brachen am ersten Feiertage die beiden 8 und 10 Jahre alten Kinder des Gastwirts Wienners beim Schlittschuhlaufen auf dem Teiche einer Ziegelei ein und ertranken. Raubmord an einem Knaben. Breslau, 28. Dezbr. Ein dreizehnjähriger Knabe aus Scheidelwitz bei Brieg, der von seiner Mutter nach dem Dominium Liebritz geschickt wurde, um 6 Mk. Arbeitslohn zu holen, wurde auf dem Rückwege ermordet und beraubt. Der Täter ist noch nicht ermittelt. Verhafteter Spion. X Mainz, 28. Dezember. In einem hiesigen Hotel wurde der ehemalige französische Unteroffizier Josef Labourdette, der seit Jahren im Dienste der französischen Regierung zu Spionagezwecken gestanden hat, verhaftet. Labourdette, der in Frankreich wegen Urkundenfälschung zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war, gelang es, zu entfliehen. Er fand in Luxemburg Stellung als Kammerdiener bei einem höheren Beamten, dem er für 50 000 Franks Wertpapiere und 11000 Franks Bargeld entwendete. Er floh dann nach Deutschland, wo er sich an verschiedenen Orten unter falschem Namen niederließ. Schließlich verlegte er seinen Wohnsitz nach Mainz, wo er in einem Hotel Wohnung nahm. Dort wurde er vorgestern verhaftet. Unter seinen Effekten fand man noch einen Teil der gestohlenen Wertpapiere, außerdem eine große Anzahl von Photographien von militärischen Plänen, von Teilen von Festungsplänen und eine Menge von Notizen, aus denen hervorging, daß der Verhaftete mit mehreren französischen Offizieren in Verbindung gestanden hat. Zur Eisenbahnkatastrophe. 5 Prag, 28. Dez. Im Laufe der gestrigen Nacht sind von den im Pardubitzer Krankenhause befindlichen Schwerverletzten der 62 Jahre alte Kaufmann Anton Hofrichter aus Wiesenthal und der Kondukteur des verunglückten Schnellzuges, Hajduck, 64 Jahre alt, den erlittenen Verletzungen erlegen.— Auf die Nachricht von dem Eisenbahnunglück und dem Tode ihres Gatten versuchte die Frau Bergmann sich auf dem Brünner Bahnhofe vor einen einfahrenden Zug zu werfen, doch konnte sie noch rechtzeitig zurückgerissen werden. □ Prag, 28. Dez. Die Verletzungen der meisten im Pardubitzer Krankenhaus untergebrachten Personen sind schwere Knochenbrüche. Am Mittwoch soll bereits der Verkehr wieder aufgenommen werden. Der verhaftete diensthabende Beamte Alois Zeiß hat nach langem eingehenden Verhör gestanden, daß er die Abfertigung des Güterzuges vollständig vergessen habe. Die Obduktion der in Uhersko aufgebahrten Leichen ist bereits gestern erfolgt. Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr bestimmte Anhaltspunkte dafür erhalten, daß verbrecherische Elemente das Unglück dazu benutzten, um die Toten und Schwerverletzten ihrer Effekten und Wertsachen zu berauben. Es ist daher eine eigene Untersuchungskommission gebildet worden, die in dieser Richtung umfassende Recherchen anstellt. Einer Person war die Uhr gestohlen, einer anderen waren die Ringe von den Fingern gezogen. Versammlung der Rechtsanwälte der belgischen Prinzessinnen. X Brüssel, 28. Dez. Bei dem Notar Dubost fand gestern eine Versammlung der Anwälte der Prinzessinnen Luise, Stephanie und Klementine, und des Testamentsvollstreckers des Königs Leopolds statt. Es wurde vereinbart, eine genaue Inventur des Königlichen Nachlasses vorzunehmen. Wie aus den Aeußerungen der Anwälte und des Testamentsvollstreckers hervorgeht, beläuft sich der Nachlaß des Königs, der den Erben zufällt, nicht auf 15 sondern auf 18 Millionen Francs. Das übrige Vermögen wird wahrscheinlich die Gesamtsumme, welche unter den Erben zur Verteilung gelangt, auf rund 40 Millionen erhöhen. Das Einvernehmen der Anwälte beider Parteien war ein vollständiges. Eine neue Eiftmischerei. ∆ Paris, 28. Dez. Gestern abend wurde eine Angestellte des Louvre=Kaufhauses Marie Bouret verhaftet. Bei ihr wurden verschiedene Giftstoffe gefunden, die den Verdacht verstärkten, daß sie letzthin unter verschiedenen Namen aus Rache einer Familie Doudioux Arzneien, Medikamente und Leckereien hat zugehen lassen, die sich als giftgefüllt erwiesen. Kürzlich nahm ein Gast dieser Familie, ein junger Pariser Opernsänger namens Godard, von Migräne geplagt, den Inhalt einer angeblich mit Antipirin gefüllten Dose. Wenige Stunden später starb er, ohne daß die Todesursache festgestellt werden konnte. Gestern erfolgte die Exhumierung der Leiche. Das angebliche Antipirin stammt von der Marie Bouret her. Eine indische Verschwörung. (9 London, 28. Dezember. Aus Bombay wird gemeldet, daß die Polizei im Dekan 15 Personen verhaftet hat, die im Verdacht stehen, an einer Verschwörung beteiligt zu sein, deren erstes Opfer vor einigen Tagen der Steuerbeamte Jackson wurde. Unter den Verhafteten befindet sich ein Bruder des Attentäters, der in Bombay studiert hat, mit anderen Studenten, sowie ein Bankier. Die englischen Befürchtungen & London, 28. Dez. Reynolds„Newpaper“ veröffentlicht einen Artikel über die deutsche Politik, in welchem darauf hingewiesen wird, daß das Ziel Deutschlands sich augenblicklich auf Südamerika konzentriere. Hierdurch würden die Deutschen nicht mit England, sondern gegebenenfalls mit den Vereinigten Staaten in Konflikt geraten. Deutschland rüste also tatsächlich gegen die Vereinigten Staaten und nicht gegen England.(Die Verblödung in England nimmt scheints immer mehr zu. D. Red.) Die kompromittierte Regierung. S Belgrad, 28. Dez. Am 30. d. M. findet hier vor den hiesigen Gerichten die Verhandlung gegen den Postpraktikanten Scotric statt. Derselbe wird beschuldigt, 12 000 Dinar Staatsgelder veruntreut zu haben. Scotric behauptet dagegen, daß er diese Beträge im Auftrage des Ministers des Aeußern Milowano= witsch während der vorjährigen diplomatischen Krise für vertrauliche Zwecke in Bosnien verausgabt habe. Er beruft sich auf 28 Zeugen, darunter den Ministersträsidenten Pasitsch. Die Verhandlung wird, weil die Regierung engagiert ist unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden. Ein diebischer Offizier. 2c Petersburg, 28. Dezember. Die Petersburger Geheimpolizei wurde benachrichtigt, daß der Leutnant des 23. Nisowschen Infanterieregiments, N. J. Groschkin, in der Eigenschaft eines Kassierers aus der hiesigen Rentei 20 763 Rbl. Kronsgelder erhalten habe, mit dieser flüchtig geworden sei und in Petersbura unter falschem Namen lebe. Zugleich hieß es, Groschkin komme zuweilen in das Postamt, um Briefe mit bestimmter Adresse zu empfangen. Infolgedessen begann die Geheimpolizei die Besucher des Hauptpostamtes zu beobachten. Eines Tages erschien auch Groschkin auf dem Postamte in Zivilkleidung. Er wurde verhaftet und auf die Geheimpolizei gebracht, wo er gestand, das Verbrechen verübt zu haben. Bei ihm wurden 6753 Rubel in bar, mehrere Wechsel, einen Paß auf einen salschen Namen und andere Dokumente gefunden. Groschkin wurde der Kommandantur übergeben. Ungetreue Beamte = Rom, 28. Dezbr. In Novi Ligure wurde der Chefkondukteur Bertini und mehrere Eisenbahnarbeiter verhaftet, welche die Eisenbahntransporte fortgesetzt bestohlen hatten und zuletzt mit einem prachtvollen Vollblutpferd verschwinden wollten. Hilmi Pascha wird um seine Demission ersucht. z? Konstantinopel, 28. Dezemb. Halil Bey, der Vorsitzende der Partei Union et Progroß teilte gestern im Namen seiner Partei dem Großvezier offiziell mit, daß die Kammermehrheit angesichts des Verlaufs der Lynchaffäre einen Wechsel im Großvezierat für unvermeidlich halte. Hilmi Pascha möge freiwillig demissionieren, wenn er nicht in offener Kammersitzung fallen wolle. Zur Ermordung in Demen Konstantinopel, 28. Dez. Die türkische Regierung hat zur Bestrafung der Mörder des Deutschen Burckhardt und des Italieners Benzoni Truppen nach dem Demen gesandt. Der Wali von Yemen wurde ab geseht. Die Lage im Kiffgebiet. Madri d, 28. Dez. Der Korrespondent des Blattes„Espania“ in Melilla berichtet in sehr pessimistischen Worten über die Lage im Riffgebiet. Das Friedenswerk sei nur ein trügerisches. Die Eingeborenen, so heißt es, fahren fort, die vorgeschobenen Posten der Spanier anzugreifen und zu beunruhigen. Ein lebhafter Waffen= und Munitionsschmuggel geht vor sich. Die Eingeborenen haben bei ihrer Unterwerfung nur ihre alten Gewehre abgegeben und rühmen sich nunmehr, die Arbeit in den Gruben verhindern zu können. Aus dem Innern treffen Meldungen über Waffen= und Munitionstransporte in das Riffgebiet ein. Der aufrührerische Scheik El Mizzian hat große Geldsummen gesammelt zum Erwerb von modernen Geschützen. Er soll einen Preis von 50 000 Duros ausgesetzt haben, der demjenigen zufällt, welcher ihm moderne Geschütze beschafft. Sämtliche Marabuts unterstützen die Agitation El Mizzians. Das Unwetter in Spanien und Portugal. — Madrid, 28. Dez. Der ganze Umfang des Ueberschwemmungsunglücks ist noch nicht zu übersehen, da die Verkehrsmittel nur teilweise wieder hergestellt sind. In Galizien sind 21 Dörfer fast ganz zerstört, hunderte von Orten sind arg beschädigt, die Saaten sind fortgespült. Auch die Provinz Zamora ist furchtbar mitgenommen; man hört von beinahe 100 Fischerbooten, die untergegangen sind. * Lissabon, 28. Dez. Die große Ueberschwemmung in Portugal hat insbesondere die Hafenstadt Oporto bart mitgenommen. Die ganze Unterstadt Porto ist 1 Meter hoch überschwemmt; unzöhlige Häuser sind weggerissen und sämtliche Schiffe verloren. Eine An zahl Leichter wurde teils zertrümmert, teils auf das hohe Meer getrieben. Viele Weinberge sind zerstört. Da die Gasanstalt überschwemmt ist, herrscht Dunkelheit. Auch die anderen Provinzen wurden furchtbar verwüstet. Einzelne Ortschaften sind vom Wasser blockiert. Man schätzt die Zahl der Toten auf 50. Der Schaden wird in Oporto allein auf 30 Millionen geschätzt, im ganzen Lande auf 40 Millionen. Der Sturm in Amerika. New=York, 28. Dez. Bei dem schweren Sturm, der den Osten der Vereinigten Staaten heimsuchte, sind, wie festgestellt wurde, in der Umgebung von New=York 18 Personen umgekommen. Ein Fünfmaster erlitt auf der Höhe von Boston Schiffbruch. 12 Mann dei Besatzung sollen ertrunken sein. Deutsches und französisches Kapital in Illarokko. Spezial=Telegramm der„Westfälischen Zeitung". 1 Tanger, 28. Dez. Mit der Nachrich“ von dem Abschluß einer Anleihe werden einige damit verknüpfte Pläne bekannt. Die für den den Deutschen in Algeciras zugesagten Hafenbau von Larrasch erforderlichen 6 Millionen sind bereits in den 80 Millionen der Anleihe enthalten, sodaß dem Beginn der Arbeiten nichts im Wege stände. Frankreich soll zur Hälfte am Bau und an den Lieferungen beteiligt werden. Wegen des Ausbaues des Hafens von Tanger verlautet, daß an diesen Arbeiten zur größeren Hälfte eine französische, zur kleineren eine deutsche Firma beteiligt werden soll. Witterungsübersicht. Bielefeld, 28. Dez. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+- 5 C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 8½ C. Barometer: 747 mm Wind: SW. Himmel: bedeckt. Schluss des redaktionellen Teile KNN K Stal Herford. wurden beim Geburt Monteur Kar Hermann A Heinrich BoWilhelm He Fabrikarbeite Tochtes beiter Heinr Musiker Karl höner. Aufgela Klei. 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Die St. Jo (: Die St. Johann nach Ausführung ur der soweit hergestellt zurückgegeben werden weihung am 2. Febi Die St. Johani Anfängen aus dem und ist in den folge tert. Die Fundamen Pfählen hergestellt, tergrund unregelmäß eingeschlagen waren tens des Grundwasse ständig faul geworde Last des darauf ru mehr tragen. Die F des ganzen Gebäude in Mauerwerk und genaue Untersuchung daß nur eine völlige den Teile, namentlich Untergang des schöne dern konnte. Diese ausgeführt, indem ur Fundamente gebracht des Gebäudes auf Erdoberfläche und et Fundamentmauerwerk sten Grund übertruge rigkeit ergab hierbei sen Fundamentarbeite hergestellt werden du wendig war, das 1. festen Grund stehende auszupumpen. Ein verursacht, daß das mende Wasser die w Fundamenten der ül wegung gebracht und ern herbeigeführt hät Arbeit auf eine ande bewirkt werden, und 1 Meter im Durchm durch das weiche Er Baugrund getrieben rung derselben mit die Betonzylinder wi pfeiler durch unterges Am Schiff und Chor großen Schwierigkeite Turm, welcher Pfählen fundiert wai Unmöglichkeit heraus, da festgestellt war, ren das Turmmauer Westen übergewichen und ein Stillstand n blieb leider nichts ül srechen. Der Turm ist u entsprechend, neu erb ein Stockwerk, etwa den, was seinem Ar selli„Nach dem Abbr ente as fich glte uu. Westsartsche Hottung. Ernst von MlendelssohnBartholdij In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ist in Dresden im Hause seiner ältesten Tochter der bekannte Finanzmann Ernst von MendelssohnBartholdy, der Seniorchef des großen Bankhauses, einem Herzschlage erlegen. Der Verstorbene war am 13. Dezember 1846 geboren; hatte also eben erst das 63. Lebensjahr vollendet. Er war dänischer Generalkonsul, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz. Mitte der 90er Jahre wurde er von Kaiser Wilhelm II., der ihn sehr schätzte, in den Adelsstand erhoben. Ernst von MendelssohnBartholdy war trotz seines jüdischen Namens ein gläubiger Protestant, der sich besonders auch auf dem Gebiete der Wohltätigkeit einen Namen gemacht hat; er war Tausenden ein wahrer Wohltäter. Interessant ist es, daß Herr von Mendelssohn der größte Steuerzahler Berlins war, ferner war er in seinem von vielen hohen Persönlichkeiten bewohnten Berliner Wahlbezirk der einzige Wähler erster Klasse. An seiner Bahre trauern zwei Söhne und vier Töchter. Der Verstorbene wird an der Seite seiner ihm im Tode voraufgegangenen Gattin in der Familiengruft auf dem Gute Börnicke bei Bernau beigesetzt werden. Die St. Johanniskirche in Herford. (9 Herford, 27. Dez. 1909. Die St. Johanniskirche zu Herford ist jetzt nach Ausführung umfangreicher Arbeiten wieder soweit hergestellt, daß sie dem Gebrauch zurückgegeben werden kann und soll die Einweihung am 2. Februar 1910 stattfinden. Die St. Johanniskirche stammt in ihren Anfängen aus dem Ende des 13. Jahrhunderts und ist in den folgenden Jahrhunderten erweitert. Die Fundamente der Kirche waren auf Pfählen hergestellt, welche in den weichen Untergrund unregelmäßig und dicht nebeneinander eingeschlagen waren. Jedenfalls infolge Sintens des Grundwassers waren die Pfähle vollständig faul geworden und konnte die schwere Last des darauf ruhenden Mauerwerks nicht mehr tragen. Die Folge davon war ein Setzen des ganzen Gebäudes, wobei bedeutende Risse in Mauerwerk und Gewölbe eintraten. Eine genaue Untersuchung des Untergrundes ergab, daß nur eine völlige Unterfangung der tragenden Teile, namentlich der Strebepfeiler, einen Untergang des schönen alten Bauwerks verhindern konnte. Diese schwierige Arbeit wurde nun ausgeführt, indem unter die Strebepfeiler neue Fundamente gebracht wurden, welche die Last des Gebäudes auf die etwa 4½ Meter unter Erdoberfläche und etwa 2 Meter unter dem Fundamentmauerwerk der Kirche liegenden festen Grund übertrugen. Eine besondere Schwierigkeit ergab hierbei der Umstand, daß zu diesen Fundamentarbeiten keine trockene Baugrube hergestellt werden durfte, weil es hierzu notwendig war, das 1.5 Meter hoch über dem festen Grund stehende Grundwasser fortwährend auszupumpen. Ein solches Verfahren hätte verursacht, daß das in die Baugrube nachströmende Wasser die weichen Erdmassen unter den Fundamenten der übrigen Mauerteile in Bewegung gebracht und so den Einsturz der Mauern herbeigeführt hätte. Es mußte daher diese Arbeit auf eine andere Weise ohne Auspumpen bewirkt werden, und zwar geschah es, indem 1 Meter im Durchmesser große Eisenzylinder durch das weiche Erdreich bis auf den festen Baugrund getrieben und diese nach Ausbaggerung derselben mit Beton gefüllt wurden. Auf die Betonzylinder wurden dann die StrebeHeilex durch untergeschobene Eisenträger gestützt. Am Schiff und Chor war dies, wenn auch mit großen Schwierigkeiten, glücklich gelungen. Bei dem Turm, welcher ebenso wie die Kirche auf Pfählen fundiert war, stellte sich jedoch die Unmöglichkeit heraus, ebenso zu verfahren, und da festgestellt war, daß in den letzten 15 Jahken das Turmmauerwerk erheblich weiter nach Besten übergewichen war, etwa 19 Zentimeter, und ein Stillstand nicht zu erwarten war, so blieb leider nichts übrig, als den Turm abzubrechen. Der Turm ist nun, genau dem alten Turm msprechend, neu erbaut, nur ist derselbe um ein Stockwerk, etwa 4 Meter, niedriger geworden, was seinem Aussehen jedoch nur günstig s. Nach dem Abbruch des alten Turmes stellte es sich als unzweiselhaft heraus daß der gus die Dauer nicht hätte bestehen köndie das Mauerwerk tragenden Pfähle ebenfalls völlig faut waren. wieder hergestellte Bau von Kirche urr zeist sich wieder in seiner alten wieder berges g'st daran überall nur das Alte hergestellt und neue Zutaten sind gänzlich vermieden. Daß die völlig zerstörten Wasserspeier und Giebelbekrönungen zum Teil neue Formen zeigen, ist selbstverständlich, jedoch sind dabei die alten erhaltenen Stücke zum Muster genommen. . Das Innere der Kirche ist ebenfalls wieder hergestellt. Es sind die alten schönen voren wieder aufgerichtet und mit dem ursprünglichen Farbenschmuck versehen. Ebenso ein hervorragendes Kunstiverk, abgewaschen und haben sich hierbei auch die Farber wiedergefunden. Die Neubema Lns##eßt sich eng an die alte Bemalung an. Die ausmalung der ganzen Kirche ist nach den Gewölben und Wänden vorgefundenen Resten hergestellt. Die alten wertvollen Glassenster werden von Professor Geiges in Freiburg hergestellt und sollen noch vor dem 2. Februar eingesett werden. Se###e der alte, schöne Bau noch lange Jayrhunderte eine Zierde der Stadt Herford sein! Aus Provinz und Nachbarschaft. D Schildesche, 27. Dez.(Ein reumütiger Dieb.) Eine hier wohnende alleinstehende Witwe erhielt in diesen Tagen einen anonymen Brief mit 25 Stück Zehnpfennigmarken. Der Schreiber teilte in dem Briefe mit, daß er vor über 20 Jahren als Kind ihrem schon seit langen Jahren verstorbenen Sohne ein Taschenmesser gestohlen habe und bat jetzt freundlichst um Verzeihung. Den Wert des Messers nebst Zinsen schätze er auf Mk. 2,50. Schildesche, 26. Dez.(Weihnachtsfeier.) Gestern veranstaltete die hiesige freiwillige Feuerwehr unter zahlreicher Beteiligung beim Komeraden Lechterbeck eine Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescherung. Es waren etwa 120 Kinder versammelt, welche nach Absingung einiger Weihnachtslieder je mit einer mit Gebäck gefüllten Tüte beschenkt wurden. Hieran schloß sich eine Verlosung, bei welcher allerhand nützliche Gegenstände zur Ausspielung gelangten. Zuletzt erfolgte eine humorvolle sog. amerikanische Versteigerung der von verschiedenen Kameraden gestifteten Gegenstände. Dte Feuerwehrkapelle füllte die Zwischenpausen durch hübsche Musikstücke aus, und kann die Feier nur als eine wohlgelnngene bezeichnet werden, zumal die Wehr hierdurch noch einen ansehnlichen Ueberschuß erzielt hat, welcher der Musikkasse zugute kam. □ Bad Rothenfelde, 27. Dez.(Tannenbaumfeier.) Wie alljährlich, feierte gestern, am zweiten Weihnachtstage, der hiesige Männergesangverein sein mit einer Tannenbaumfeier verbundenes Stiftungsfest im Hotel„Westf. Hof". Der schönen Feier lag ein gediegenes Programm zugrunde, das wohl vorbereitet war und zur allgemeinen Zufriedenheit des zahlreich erschienenen Publikums erledigt wurde. Die Männerchöre wurden unter der zielbewußten Leitung des Herrn Lehrers Schwankhaus ausgezeichnet zu Gehör gebracht; man merkte es dem allgemein beliebten Verein an, daß er mit Lust und Liebe das deutsche Lied pflegt. Ein Sopransolo und ein Baritonsolo fanden dankbare Aufnahme, desgleichen ein Trompetensolo von dem Leiter des„Teutoburgerwald=Orchesters“, das gelegentlich dieser Feier zum erstenmal an die Oeffentlichkeit trat. Auch der Humor kam zu seinem Rechte und zwar durch Couplets, lebende Bilder und vor allem durch ein zweiaktiges Theaterstück„Eine Badekur", welch letzteres ganz vorzüglich zur Darstellung kam und das Publikum in die heiterste Stimmung versetzte. Ein schöner Ball beschloß die Feier, die einen in jeder Beziehung harmonischen Verlauf nahm. S. Rheda i. W., 27. Dez.(Aus dem Zuge gefallen.) In einem Wagen des Personenzuges in der Richtung Rheda=Oelde machte sich heute früh ein Kind an der Tür zu schaffen und fiel, bevor es die Mitreisenden verhindern konnten, aus dem Zuge. Se Herford, 27. Dez.(Die Konzession) zum Gastwirtschaftsbetrieb wurde dem Hotelier Steinmeyer für die in seinem Hotel vorgenommenen Erweiterungsbauten erteilt. 2—— Herford, 27. Dez.(Einen erneuten Beweis seines Spürsinns) legte der hiesige Polizeihund Tasso an den Weihnachtstagen in Porta ab. Dort war einem Wirte die Geldkassette mit 18000 Mk. Wertpapieren und 70 Mk. barem Gelde gestohlen. Man holte Tasso und dieser fand nach kurzer Arbeit die Kassette im Gebüsch liegend vor. Der Dieb hatte die Wertpapiere unbehelligt gelassen und sich nur 50 Mark angeeignet. Der Hund verfolgte die Spur weiter auf der Chaussee uach Minden zu, wo sie ihm dann verloren ging. Der Bestohlene wurde jedoch durch das Wiederfinden der Papiere vor einem großen Verluste bewahrt. Schweicheln, 27. Dez.(Weihnachtsfeier.) Am 1. Weihnachtstage veranstaltete der Jünglings= und Jungfrauenverein im Hause des Herrn Kolon Schwagmeier eine Weihnachtsfeier. Zu dem Fest waren Eltern und Kinder des Dorfes eingeladen. Der Posaunenchor sowie der gemischte Chor boten ihr Bestes. Auch die Schulkinder verschönten die Feier durch den Gesang der trauten alten Weihnachtslieder. Alle Darbietungen fanden den reichsten Beifall. Schötmar, 27. Dez.(Weihnachts Veranstaltungen.) Am ersten Weihnachtsfeiertage veranstaltete, wie alljährlich, der hiesige Purnperein einen Theater stbend imn imostt atte Hauptnummer des Programms bildete das Stück: „Die Else vom Erlenhof". Der Abend war sehr gut besucht und die Aufführungen fanden reichen Beifall, so daß der Wunsch laut wurde, der Verein möge die Aufführungen bald wiederholen.— Im „Odeon“ veranstaltete der Turnerbund, ebenfalls am ersten Feiertage, einen Theaterabend, der auch ein vollbesetztes Haus zu verzeichnen hatte. Es wurde recht flott und sicher gespielt.— Der hiesige Landwehrverein beging nachmittags im selben Lokale seine Weihnachtsfeier, zum Schluß derselben fand die übliche Kinderbescherung statt. + Schötmar, 27. Dez.(Ein nicht unbekannter Wilddieb) von hier wurde am Tage vor Weihnachten vom Landwirt Meyer im benachbarten Holzhausen auf frischer Tat ertappt. Die Sache wird, dem Vernehmen nach, ein gerichtliches Nachspiel haben. X Löhne=Bahnhof, 27. Dez.(Weihnachtsfeier.) Gestern nachmittag hatten sich die Mitglieder des Kriegervereins, der Freiwilligen Feuerwehr und der Sanitätskolonne mit ihren Angehörigen zur Kinderfeier im Saale des Hotels Horstkotte eingefunden. Zunächst trugen Kinder der Vereinsmitglieder hübsche Weihnachtsgedichte vor; dann kam das Weihnachtsmärchen„Hänsel und Gretel beim Weihnachtsmann" zur Darstellung, das gut eingeübt war und den Beifall der kleinen und großen Zuschauer fand. Darauf wurden mehr als 200 Kinder unter dem strahlenden Christbaum von dem gefürchteten Nikolaus beschert. Des Abends versammelten sich die Erwachsenen wieder zu einer gemütlichen Nachfeier, die ebenfalls in bester Weise verlief. Bei dieser Gelegenheit erwies sich der zur Verfügung stehende Saal leider wieder viel zu klein für derartige Veranstaltungen. X. Melbergen, 27. Dez.(Einbruch.) In der Christnacht wurde ein Einbruch in das Wohnhaus des Herrn Kybart, hierselbst, versucht. Anscheinend hatten es die Diebe auf den Bestand der von dem Genannten verwalteten Ortskrankenkasse für das Kirchspiel Gohfeld abgesehen. Unter Benutzung einer Leiter versuchten sie auf die Veranda und von dort durchs Fenster in das Haus zu gelangen. Durch ein Geräusch wurde Herr Kybart noch rechtzeitig wach. Die Einbrecher ergriffen die Flucht und entkamen unerkannt. ar Bröderhausen, 27. Dez.(Schulhausneubau.) Der vor einigen Wochen in Angriff genommene Schulhausneubau in hiesiger Gemeinde ist soweit gefördert, daß das Richten des Dachstuhles bereits erfolgen konnte. Der Bau wird voraussichtlich bis zum 1. Juli n. J. fertiggestellt sein. □ Vlotho, 27. Dez.(Hochwasser.) Während der Weihnachtsfeiertage ist die Weser wieder bis auf 2,60 Meter über den Normalpunkt gestiegen; der hiesige Werder steht bereits unter Wasser. Die Schiffahrt ist durch das Hochwasser aber noch nicht behindert. Minden, 27. Dez.(Auszeichnung.) Dem Regierungs= und Baurat Geheimen Baurat Horn hierselbst ist der Rote Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen. ∆ Neuenkirchen(Kr. Melle), 27. Dez.(Aus den Vereinen.) Am 2. Weihnachtstage hielten die Mitglieder des hiesigen Gesangvereins mit ihren Angehörigen im Vereinslokal eine Tannenbaumfeier ab. Die Festrede hielt Lehrer Sollmann. Deklamationen seitens der Kinder und Gesangvorträge wechselten mit einander ab. 75 Kinder wurden beschert.— Am Donnerstag, den 30. d. Mts., hält Medizinalrat Dr. Heilmann=Melle im hiesigen Landwirtschaftlichen Verein einen Vortrag über „Gesundheitliches für die Landbevölkerung". Zu diesem Vortrage ist jedermann willkommen. Nach beendetem Vortrage findet das übliche Festessen statt. * Altena, 26. Dez.(Eisenbahnunfall.) Gestern nachmittag 1,10 Uhr entgleiste von dem von Fröndenberg kommenden Personenzuge Nr. 1314 bei Einfahrt in den Bahnhof Iserlohn=Ost ein als vorletzter im Zuge laufender Personenwagen dritter Klasse mit beiden Achsen und fiel dabei um. Drei Personen wurden leicht verletzt. Der Material= schaden ist, laut Rh.=Westf. Ztg., unerheblich. Durch den entgleisten Wagen wurden beide Hauptgleise des Bahnhofs bis 4½ Uhr nachmittags gesperrt. Der Perfonenverkehr wurde durch Umsteigen vor der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Entgleisung scheint durch Umstellen einer Weiche unter dem Zuge herbeigeführt worden zu sein. * Essen, 26. Dez.(Von einem Ein brecher erschossen.) Am Weihnachtsabend spät stellte ein Schutzmann im Hofe eines Hauses der Mechtildisstraße durch seinen Hund zwei Einbrecher, die entflohen. Der Schutzmann verfolgte die beiden, die mehrere Revolverschüsse auf ihren Verfolger abgaben. Eine Kugel traf, laut Köln. Ztg., einen heimkehrenden Kellner, der dem Schutzmann zu Hilfe kommen wollte, in den Hals und tötete ihn auf der Stelle, während der Schutzmann unverletzt blieb. Die Täter sind unerkannt entkommen. Standesamtsnachrichten. Bielefeld. In der Zeit vom 20.—24. Dezember 1909 sind beim hiesigen Standesamt angezeigt: Geboren: Sohn: Schneidermeister Hugo Pannhorst, Kaiserstr. 24. Schlosser Wilhelm Weber, Große Howe 8. Polizeikommissar August Dörrbecker, Ed.„Windthorststr. 42. Musterzeichner Paul Thümler, Hallekweg 67. Elektro=Obermonteur Wilhelm Metzner, Arndtstr. 38. Maurer Karl Kornfeld, Lübbeckerstr. 37. Kleinhändler Gustav Wiethüchter, Heeperstr. 134. Tapezierer und Dekorateur Bruno Lorenz, Marktstr. 32. Arbeiter Johann Lehmann, Bleichstr. 30. Sattler Wilhelm Hartge, Ed. Windthorststraße 6. Friseur Wilhelm Wille, Ehlentrupperweg 17. Schlosser Friedrich Stegelmann, Bielsteinstr. 21. Lokomotivheizer Friedrich Schniedermann, Schildescherstr. 28. Schlosser Heinrich Biermann, Alleestr. 9. Gärtner Bruno Bleymüller, Arbeiterheim 1. Arbeiter Wilhelm Möller, Flachsstr. 21. Fabrikant August Stratemann, Ehlensumpernag 61. Bielefeld, Dienstag, 28. Dezember 1909 Arbeiter August Purrucker, Detmolderstk. kir, Augustastr. 11. Maurer Paul Tochter: 63. Lehrer Julius Wiz, Augustastr. 11. Maurer Pau Kusior, Wittekindstr. 41. Vertreter der NacurheilkundHeinrich Zimmermann, Viktoriastr. 25. Tapezierer Emil Bauer, Ehlentrupperweg 64. Stellmacher Julius Marien= feld, Siegfriedstr. 11. Schneider Friedrich Rösch, Webereistraße 7. Arbeiter Otto Peppmöller, Oststr. 12. Arbeiter Friedrich Senge, Teutoburgerstr. 8. Aufgeboten: Arbeiter Friedrich Dombrowski, Hermannstr. 5 und Helene Ellerbrock, Alleestr. 11. Händler Heinrich Schürmann, Kriemhildstr. 9 und Karoline Reichardt, daselbst. Metallarbeiter Wilhelm Grotendiek, Stadtholz 59 und Anna Plaß, Heeperstr. 76. Schlosser Heinrich Potthoff, Am Sparenberg 64 und Paula Ober, Detmolderstr. 153. Verehelicht: Maschinenschlosser Eduard Piepenbrock und Anna Decius. Arbeiter August Olderdißen und Elise Krämer. Arbeiter Karl Loose und Anna Flachmann. Schlosser Heinrich Thomas und Pauline Birkemeier. Arbeiter Adolf Husemann und Friederike Sewing geb. Rabe. Lehrer Wilhelm Wessel und Friederike Honsel geb. Ellermann. Kaufmann Andreas Knorr und Erna Wienke. Gestorben: Herta Purrucker, 1 Tag. Ehefrau Arbeiter Vormbrock, Marie geb. Plöger, 53 J. Ehefrau Maurer Nieman, Emma geb. Kassing, 32 Jahre. Grete Blume, 3 Monarc. Verw. Buchbinder Böhm, Auguste geb. Blanke, 42 J. Werner Wiegand, 6 Mon. Ehefrau Invalidenrentenempfänger Schumacher, Margarete geb. Ließ, 63 Jahre. Invalidenrentenempfängerin Henriette Kortemeier, 73 J. Ehefrau Arbeiter Pankoke, Auguste geb. Beckmann, 37 J. Ehefrau Drahtstiftenmacher Koch, Maria geb. Kohlhase, 61 J. Schmied Friedrich Bökenkamp, 63 J. Werkmeister Wilhelm Röhl, 63 J. Eisendreher Karl Landwehr, 25 J. Ehefrau Schlosser Siebrasse, Emilie geb. Stellbrink, 52 J. Rudolf Böggemann, 1 J. Invalidenrentenempfänger August Kaminsky, 50 J. Vermischtes. 8# Der Nordpolschwindler Cook. Newyorker Blätter haben Dr. Cook nachgerechnet, daß er insgesamt 150 000 Dollar mit dem„Polarschwindel" verdient habe. Etwa 25 000 Dollar haben ihm verschiedene Zeitungen und Zeitschriften für Artikel bezahlt und über 122000 Dollar betrugen seine Einnahmen für Vorträge. In St. Louis wurden ihm für zwei Abende 14 000 Dollar Honorar bezahlt. Dr. Cooks Ernte würde wohl noch viel größer gewesen sein, wenn nicht nach und nach zu starke Zweifel an seiner Wahrheitsliebe aufgetaucht waren. Cook hatte besonders viele Anhänger unter den Maklern der Effektenbörse in Newyork, wo sein Bild, mit dem Sternenbanner geschmückt, aufgehängt war. Als aber die Nachricht eintraf, daß der Doktor in Kopenhagen nicht anerkannt worden ist, rissen die Makler das Bild von der Wand und zerstampften es mit ihren Füßen. Der Präsident der Börse hielt eine Rede, in der Dr. Cook als der„Meisterlügner der Welt“ gebrandmarkt wurde. Nansen erklärte nach einer Meldung aus Christiania, er habe eigentlich nie recht an Cooks Nordpolgeschichten geglaubt. Schon der erste Bericht Cooks erregte Verdacht. Er zeigte, daß er den einfachsten Berechnungen gegenüber hilflos gewesen sei. Da nichts Vorteilhaftes über diese Sache zu berichten gewesen sei, so habe er vorgezogen zu schweigen. Cooks später veröffentlichte Berichte hätten Nansens Zweifel nicht erschüttert, da sie voll unwahrscheinlicher Aussagen wären. Cook habe in wissenschaftlicher Beziehung jedes Interesse verloren, er sei nur als moralisches Phänomen zu betrachten. Ueber Peary äußerte Nansen, er habe niemals Pearys Wahrhaftigkeit bezweifelt. — Schluss des redaktionellen Tells aue Bekamen rote Backen“. Berlin, Ratiborstr. 19/V, links, 21. Oktober 1908. „Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen für Ihre vorzügliche Scotts Emulsion meine ganze Anerkennung auszusprechen, denn nur durch Scotts Emulsion sind meine Kinder das geworden, was sie jetzt sind. Franz und Frieda waren sehr zart, zumal das Mädchen, das lange nicht stehen, geschweige denn gehen konnte. Der Zustand der beiden Kinder hat mir große Sorge gemacht, und Sie können gewiß meine Freude begreifen, als ich schon nach der ersten Flasche bemerken konnte, wie der Appetit der Kinder zunahm, sie anfingen, rote Backen zu bekommen, und wie das ganze Aussehen ein besseres wurde. Jetzt läuft das Mädel von Tag zu Tag mehr, und sie weiß ganz genau, wann sie Scotts Emulsion einnehmen muß, denn sie kommt jedesmal nach dem Essen mit dem Löffel in der Hand und sagt: Frieda will was haben.“ Sie und ihr Brüderchen haben Scotts Emulsion von Anfang an sehr gerne genommen.“ 20552(gez.) Frau Piotrowitz. Der Grund eines allzu zarten Knochenbaues der Kinder und der damit verbundenen Schwierigkeit im Erlernen des Gehens ist auf die Kalkarmut der Knochen zurückzuführen. Die fehlenden mineralischen Stoffe müssen dem Körper also in Form eines Kräftigungsmittels zugeführt werden, was am besten durch Scotts Emulsion geschieht. Dank ihrem Gehalt an solchen Substanzen festigen sich die Knochen rasch, werden Rur echt mit dieser stark und widerstandsfähig, während — demn Harautieg der dem Lebertran eigene hohe zeichen des Scott= Nährwert den Ansatz kräftigen schen Verfahrens! Fleisches begünstigt. 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Meine Verlobung mit Fräulein Frida Volbracht, Tochter des verstorbenen Brauereibesitzers Herrn Robert Volbracht und seiner gleichfalls verstorbenen Frau Gemahlin, Auguste geb. Bellmann, beehre ich mich anzuzeigen. Martin Geyer. Greiz, Weihachten 1909. Heute morgen um 2¼ Uhr entschlief infolge einer Lungenentzündung mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegervater und Großvater der Weinhändler im 72. Lebensjahre. Bielefeld, den 28. Dezember 1909. Im Namen der Hinterbliebenen: Johanne Thermann geb. Brahe. Freundlichst zugedachte Kranzspenden sind nicht im Sinne des Entschlafenen. Die Beerdung findet am Donnerstag, 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause, Siekerwall 7, die Vorfeier um 2½ Uhr statt. für die Plätterei stellen jetzt oder 1. April ein[22211 Gebrüder Breden. Perselle Näherin, die auch alle Leibwäsche zuschneiden kann, findet dauernde Stelle. Gefl. Offerten unter H 15637 an die Expedition der Westfäl. Ztg. 129s12 sucht hiesige WäscheFabrik per bald oder 1. 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Für die herzlichen Beweise der Teilnahme bei dem Verluste unserer lieben Tochter und Schwester sagen wir hiermit unseren aufrich. tigen Dank. Jöllenbeck, den 27. Dezember 1909. Postschaffner Wilh. Pielsticker und Familie. Sonnabend, den 25. Dezbr., morgens 7 Uhr, entschlief sanft und unerwartet nach kurzem Leiden, infolge Altersschwäche, unser innigst geliebter Vater und Großvater Heinrich Birkmann (früher Senne I Nr. 10, jetzt Sieker Nr. 244) im Alter von 85 Jahren. Dieses zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an die trauernden Hluterbliebenen. Sieker, Brackwede, den 28. Dezember 1909. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 29. Dezember, nachmittags 3½ Uhr, in Brackwede statt,„Dis„Vorteier im Trauerhause Sieker Nr. 212 um 12½ Uhr.(15669 Am 23. Dezember entschlief sanft meine liebe Frau ung berer geb. Schumacher im Alter von 25 Jahren. Die Einäscherung hat am 27. Dezember in dem Ohlsdorfer Krematorium in Hamburg stattgefunden. Im Namen aller Hinterbliebenen, insbesondere der Eltern und Geschwister meiner Frau Dil fürt Erhm Bechell Blankenese bei Hamburg, Göthestraße 18. Heute abend entschlief sanft nach schweren Leiden mein innigst geliebter Mann und unser guter Vater Herr in seinem 65. Lebensjahre. In tiefer Trauer Sophie Bertelsmann geb. Delius. Walter Bertelsmann. Theo Bertelsmann. Gerhard Bertelsmann. Bremen, 24. Dezember 1909. Fedelhören 59. Am Montag deu 27. Dezember verschied sanft im 84. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Urgrossmutter Ww. Chariolte-Möyer, geb. Helling. Die trauernden Hinterbliebenen. Bielefeld, den 27. Dezember 1909. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 30. Dez. nachm. 3 Uhr vom Trauerhause, Jüngststrasse 11, aus statt. Vorfeier daselbst um 2½ Uhr. K Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern morgen 11 Uhr meine liebe, unvergessliche Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Anna-Fedheide geb. Büsing im Alter von 33 Jahren nach kurser Krankheit in die Ewigkeit abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Tödheide und Kind. Schildesche, den 27. Dezember 1909. Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Augustastrasse 26, aus statt. Vorfeier daselbst 1½ Uhr. 22240 Todes-Anzeige. Sonnabend abend 9 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Dorothea Brinkmann geb. Könle im vollendeten 64. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schildesche, den 25. Dezember 1909, ## Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2s. besember, nachmittage 2½ Uhr vom Trauerhause, Goethestrasse 38, aus statt. 115697 Wohnungen von 3 und 4 Räumen zu vermieten. Näheres Ed. Windtborststr. 8. 29s12 Zimmer, einfach möbliert, mit oder ohne Morgenkaffee an ein junges Mädchen zu vermieten. Ritterstraße 14. 15714 Wohnung, 5 Zimmer, per 1. April(evtl. sofort) zu vermieten. Detmolderstraße Nr. 79. 1.30s12 Zimmer, freundlich möbliert, sofort oder später zu vermieten, Nähe der Bahn. Gr. Kurfürstenstr. 93, Treppe. 115695 Zimmer, möbliert, mit Pension, für bess. Herrn zum 1. Januar frei. Klosterplatz 5 II. 222245 Wohnung, 15705 abgeschlossen, 5 Raume und Zubehör, zu vermieten. Buddestraße 3, gleich Pauluskirche. Mansardenwohnung, 3 Räume, per sofort oder später zu vermieten. Friedrich= straße 31. 15682,31|12 Mansardenwohnung, = 3 Räume, in besserem Hause ##an ruhige Mieter per 1. April mietfrei. 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R über die Verlosung gelegentlich der Ausstellung des Bielefelder Vogelschutz= und Kanarienzüchter=Klubs vom 24. bis 26. Dezember 1909. LosNr. Nr. 50 99 117 139 146 177 189 215 227 246 255 272 323 384 422 462 31 17 4 36 57 11 5 60 66 75 51 30 7 58 10 79 Los= Nr. Gew. Nr. 465 469 471 502 528 540 557 566 583 616 628 644 661 676 710 718 76 47 35 71 67 15 9 64 3 2 1 20 63 12 41 69 Los= Nr Gew.= Nr. 795 810 817 836 874 876 925 930 946 957 978 1002 1007 1014 1024 1036 19 8 73 40 14 26 16 13 80 18 33 6 28 56 39 27 Los= Nr. Gew.= Nr. 1037 1101 1135 1154 1169 1179 1206 1235 1246 1263 1294 1312 1343 1352 1380 1455 54 45 22 48 46 72 68 74 65 53 44 59 43 38 29 50 LosNr. Gew.= Nr. 1507 1550 1570 1596 1603 1645 1673 1718 1782 1796 1822 1853 1873 1908 1919 1956 21 55 78 61 62 25 77 70 24 34 49 37 32 23 52 42 Die gewonnenen Bögel werden nur bis zum 7. Januar 1910 für den Gewinner verpflegt, jedoch ohne Garantie und nur gegen Rückgabe des Loses bei Herrn Carl Fiebiger, Bielefeld, Thielenstraße 4 ausgehändigt. Nach genanntem Tage nicht abgeforderte Gewinne werden Vereins=Eigentum. 122231 sind in allen besseren Geschäften der Branche käuflich. Man achte genau auf die Firma: Aug. Kramer& Co. Nachf. in Cöln a. Rhein Vertreter: Fritz Lülsdorf, Bielefeld. Telefon 65. Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Bielefeld belegene. im Grundbuche von Bielefeld Band 116 Blatt Nr. 395 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen 1) des Schäftemachers Ignaz Pohl zu Biclefeld, Luisenstraße, 2) des Fabrikanten Max Fechter zu Bielefeld, Marktstraße, eingetragenen Grundstücks Flur 16 Nr. 310, Hofraum, Hermannstraße, 6.50 a groß, a) Wohnhaus Nr. 31 Hermannstraße mit Hausgarten, b) Werkstatt, Nutzungswert zu la: 1200 Mk., zu b: 540 Mk. Gebäudesteuerrolle Nr. 2461, Grundsteuermutterrolle Nr. 4890 am 11. Januar 1910, vormittags.10 Uhr durch das unterzeichnete Gericht— an der Gerichtsstelle— Gtrichtstraße 4, Zimmer Nr. 15, versteigert werden. Der Versteigerungsvermerk ist am 20. Oktober 1909 in das Grundbuch eingetragen. Es ergeht die Aufforderung, Rechte, soweit sie zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Anspruche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstedendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erreilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Bielefeld, den 2. November 1909. i19067,28.12 Königl. Amtsgericht Abt. 7. 20 heumatismus Gicht, Ischias, Nervenleidenden teile ich gerne umsonst briefl. mit, wie ich von meinen qualvollen Leiden befreit wurde. Carl Bader, Illertissen (Bayern). 31s12 echte Gebets für Mk. 19.50 und viele Gelegenheitskäufe billig. Lützowstr. 7 nächst d. Westfalia=Antomat. Geburistagskarten und Neujahrskarten empfiehlt billig für Wiederverkäufer. 129.12 Rünke, Niederwall 6. Heressache. und„'is Pilitärpflichtigen, welche im Jahre 1890 geboren ###0 d##in biesiger Stadt aufhalten, werden aufgefordert, sich in der Zeil vom 2. bis zum 8. k. Mts. vormittags von 9 bis 12 Uhr auf dem Rathause— Zimmer welden— zur Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle zu Eine gleiche Meldungspflicht liegt denjenigen älteren Jahrgängen ob, welche ihrer Dienstpflicht noch nicht genügt ###der weiche nicht von Viederholung der Anmeldung nicht bier au Bilsitärpflicheigen Getelgs Seileschen rote Schutzm., 30, 50 u 1.0%, Suitzn gusbertr. In Apothekenz hab . Ein Militärpflichtiger, welcher im Laufe dieses Jahres asir vers oder Aufenthaltsort in einen anderen Musterungshar#s veriegt, hat, dieses sowohl bei seinem Abgange der 121838.30112 errefrenden- orde des Orts, welchen er verläßt, als auch der des neuen Woon= bezw. Aufenthaltsorts, zur Berichtigung der Sspag Antersaßen er Waz" melden. Strafe nach sich. der Meioungen dieht die gesetzliche Lemgo, den 22. Dezember 1909. Der Magistrat. WElzzrhiotz HANNOVER Braunschwelgerst r#0 VOxMCLFAMMD * 06 Heute frische grüne Heringe 2 Pfd. 25 Pfg. empfiehlt E. W. Ostilanf, Am Leineweber=Brunnen. 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Siekmann ##22215 Schüler, deren Versetzung zweifelhaft erscheint, finden beste Nachhülfestunden, beaussichtigste 22261: Arbeitsstunden (früher Institut Brackemann) staatl. konzession. Privatschule. Ravensbergerstraße 71. Der„Gro Eine Studie zun Von Wie Friedric ten der Wallfahrt schen war, die der von Angesicht sche den Castle, der dessen letzten Leb Tageweit kamen Staatsmann, der gen seiner politisc hen und ihm ih Und wenn er dan bartlosen Antlitz, ernst dreinschauend Schloßportal hera denwollende„Chee dertjährigen Eicher Gladstone als schichte an. Er 1 teien— stets wei dem hat die Grös tige Energie des krönten Disraeli 1 ihn und sein Wer die Persönlichkeit zu leiden hatte. nistersessel", mit auch heute noch v abtun zu können. großes Unrecht zu universeller Geist 1 der es vom Juder land brachte: auch Staatsmann. Aber man", des„Große stone im Alter vo nannt wurde, trete spornende Züge h schen in Gladstone sprechen kann. In Hawarden nen und bei seine stone am besten bi in sein Gemüt g geht der Eröffnung der der Hausherr Schlicht, von einen nen erfüllt, klingt des Lauschenden; Worten einen neue wenn er die Spri hat seine Stimme manches Auge der der und der Dier über das Buch de von dem Wunsche Wort zu verstehen mit voller StimmWucht aushallen, 1 Zuhörer zu erober Nach der Ha Politik und Litera Korrespondenz nehn spruch. Dann folg und auf ihn— n in a feinst nung Zeische empfiehlt Ludwig Hoter! 6½ PS., mit Gesc seltenwagen bil verkaufen. E. Alsbers 8m Gut erhaltener herd und Wö schrank außergewöhnl. billig ab dotel Barkey. Gül 222254 Heute billiger Tag in Harn mit Riesen=Spiel= und programm. Entree 20 30 Pfg. Kinder die H4 bössch. Bohnung, Mosche, von 5 Räum Speicher in dem Hai hannistal 3o zu 260 vermieten. F. Galn haunistal 3. 2 M 303— 99. Jahrg. Brittes Blatt Der„Sroße Alte Mann“. Eine Studie zum 100. Geburtstage Gladstones, 29. Dezember. Von E. Fritz Opel. (Nachdruck verboten.) Wie Friedrichsruhe zu Bismarcks Lebzeiten der Wallfahrtsort von vielen tausend Deutschen war, die den Gründer des Reiches einmal von Angesicht schauen wollten, so zog Hawarden Castle, der alte Wohnsitz Gladstones, in dessen letzten Lebensjahren die Engländer an. Tageweit kamen sie herbei, um ihren großen Staatsmann, der sich hier von den Anstrengungen seiner politischen Tätigkeit erholte, zu sehen und ihm ihre Huldigungen darzubringen. Und wenn er dann mit seinem marmorbleichen, bartlosen Antlitz, dessen hohe Stirn zwei blaue, ernst dreinschauende Augen überwölbte, aus dem Schoßportal heraustrat, durchbrausten nie endenwollende„Cheers“ den Park mit seinen hundertjährigen Eichen und Buchen. „„Gladstone als Staatsmann gehört der Geschichte an. Er wird— im Lichte der Parteien— stets wechselnd beurteilt werden. Zudem hat die Größe Bismarcks und die gewaltige Energie des von glänzenden Erfolgen gekrönten Disraeli von jeher einen Schatten auf ihn und sein Werk geworfen, unter dem selbst die Persönlichkeit des englischen Staatsmannes zu leiden hatte.„Ein Gelehrter auf dem Ministersessel", mit diesem Schlagworte glauben auch heute noch viele Gladstones Persönlichkeit abtun zu können. Und doch heißt dies, ihm großes Unrecht zufügen. Gewiß war er kein universeller Geist wie sein schöngeistiger Gegner, der es vom Judenknaben zum Lord von England brachte: auch kein Genie wie unser großer Staatsmann. Aber im Leben des„Grand old man", des„Großen alten Mannes“, wie Gladstone im Alter von seinen Parteifreunden genannt wurde, treten doch so viele edle und anspornende Züge hervor, daß man dem Men schen in Gladstone eine gewisse Größe nicht absprechen kann. In Hawarden Castle, im Kreise der Seinen und bei seinen Büchern, können wir Gladstone am besten belauschen und einen Eindruck in sein Gemüt gewinnen. Eine Hausandacht geht der Eröffnung des Tageswerks voran, bei der der Hausherr selbst den Bibeltext verliest. Schlicht, von einem tiefen Erleben des Gelesenen erfüllt, klingt seine Sprache an das Ohr des Lauschenden; er scheint den altvertrauten Worten einen neuen Inhalt zu verleihen. Und wenn er die Sprüche des Psalmisten verliest, hat seine Stimme einen ergreifenden Ton, und manches Auge der zuhörenden Familienmitglieder und der Dienerschaft wird feucht. Tief über das Buch der Bücher gebeugt und ganz von dem Wunsche in Anspruch genommen, jedes Wort zu verstehen und zu begreifen, läßt er mit voller Stimme jeden Vers in all seiner Wucht aushallen, um mit ihm die Herzen der Zubäger zu erobern. Nach der Hausandacht kommt die Arbeit. Politik und Literatur, sowie eine ausgedehnte Korrespondenz nehmen ihn bis Mittag in Anspruch. Dann folgt der Nachmittagsspaziergang und auf ihn— nach dem Essen— eine Zeit H.* 3 557 a5eliskeit im Kreise der Familie bei Mu# ang, Aber nicht lang kann sich Gladstone am Spiel seiner Kinder erfreuen. Die findet ihn bereits wieder über seiien Büchern, denen er sich bis Mitternacht widDer Nachmittag ist somit die einzige Er holungszeit Gladstones. Da durchstreift er die weiten Besitzungen von Hawarden Castle, stat5 benachbarten Herrensitzen und Ortschaften Be## ab und sieht bei seinen Gärtnern nach dem Rechten. Denn kein Baum im weiten Gebiet zwarden Castle darf ohne seinen Willen gefällt werden. Lange wird in der Familie besa, Für teie##ider beraten, wenn einer der tgubten Lieblinge des Hausherrn fallen soll. War Gladstone nicht im Park oder zu Besuch, dann wohnte er wohl einer Sitzung bei, um über die neue Schule oder neue Wasserleitung eines Dorfes zu beraten oder Anregungen zur Hebung des Obstbaues oder der Blumenzucht zu geben. Gladstones Tuskulum, der Ort, an dem er sich glücklich fühlte, war seine Bibliothek. Erst hatte sie sich im Schlosse befunden, als aber die Bücherschätze immer mehr wuchsen, und die alten Räume zu klein wurden, baute er ein eigenes, feuersicheres Heim für seine Bücher. „Friedenstempel“ wurde es getauft. Hier hinein schaffte er seine vor allem an theologischen und klassischen Werken so reiche Bibliothek mit ihren Tausenden von Bänden über Homer, Dante und Shakespeare. Und hier stapelte er auch, genau geordnet und registriert, die Briefe, Papiere und Reden seiner reichen, über ein halb Jahrhundert währenden politischen Tätigkeit auf. An einem Tische des Arbeitszimmers der Bibliothek saß Gladstones Gattin. Die beiden anderen wurden von ihm benutzt; der eine zur Erledigung von Korrespondenzen, der andere zu literarischen Arbeiten. Hier sprach er auch zu seiner Gattin in begeisterten Worten von Italien, dessen Geschick ihm neben dem seines Vaterlandes so am Herzen lag. Italien, das Ziel seiner Träume, das er als Jüngling von wenig über zwanzig Jahren zum ersten Male gesehen, und das er zum ersten Male als Greis, der die Achtzig bereits überschritten, durchwandert. Zu ihm, dem Lande mit dem ewig blauen Himmel, hatte Gladstone ein Verhältnis, das=weit über das des Touristen und Kunstfreundes hinausging. Durch einen offenen Brief an Lord Aberdeen über die Grausamkeit der politischen Verfolgungen in Neapel und die elenden Zustände des damaligen Italiens hatte er 1851 die Augen Europas auf dies Land gerichtet. Und er hatte in der Folgezeit die politische Aufrichtung des Landes so mächtig gefördert, daß er gleichsam als Geburtshelfer Italia in ihren Wochen beigestanden hat. Von den blühenden Tagen der Renaissance, ja von Dante an bis auf die Gegenwart, war ihm Italien teuer. Seinem größten Sohne, dem Dichterpropheten des Mittelalters, galten daher jahrelang seine Studien, wenn er im„Friedenstempel“, von den Staatsgeschäften ausruhte. Wohl hielt er Homer hoch; seine Gesänge waren ihm der Inbegriff des klassischen Griechentums mit seinen olympischen Göttern und seiner olympischen Weisheit. Aber Dante mit seiner tieffinnigen Theologie, in der sich die reich sten Erlebnisse des Geistes und des Herzens ausprägen, stand ihm ungleich höher. Dante war für ihn„der“ Dichter, war ihm der großR. göhdie Achoen der Manschadt. Toin Früne für Dante war schier unbegrenzt. Die Anhänglichkei, an Italien und seinen größten Dichter brachte Gladstone mit vielen hervorragenden Italienern, besonders mit Gelehrten zusammen. Wenn er in London weilte, kamen sie gern zu ihm, und mancher, für den es wegen seiner politischen Anschauungen in Italien damals keinen Raum zu der freien Betätigung gab, fand bei ihm in England bereitwillig Rat und Hilfe. Auf den Redner und Schriftsteller Gladstone hat Italien und sein Genius keinen geringen Einfluß ausgeübt. Besonders seine Fähigkeit, verwickelte Rechtsfragen klar darzulegen und selbst die trockensten Zahlenreihen zu beleben und anziehend zu gruppieren, ist im Verkehr mit scharfsinnigen Italienern zur Meisterschaft entwickelt worden, die ihn zum ersten Finanzdebatter Englands, vielleicht— wie manche behaupten— der ganzen Welt gemacht hat. Nahm er seinen Platz im Unterhause ein, dann saß er oft da, das eher an einen Geistlichen als an einen Staatsmann mahnende Haupt nach vorn gebeugt und die Augen geschlossen: Englands Premierminister schien zu schlafen.— Doch auf einmal öffnen sich die Augen, irren suchend mit scharfem Blick über die Anwesenden und bleiben auf dem haften, der soeben in der Debatte den Namen Gladstone ausgesprochen. Fragend und doch zugleich drohend ruhen sie lange auf ihm. Und jetzt wie er zu Ende geredet, erhebt sich die bisher in sich versunkene, hohe und bleiche Gestalt des Ministers zur Antwort. Vereinzelt— fast zaghaft — kommen die ersten Worte und Sätze aus dem Munde Gladstones. Man fühlt, noch ringt er mit der Sprache. Aber schon nach wenigen Augenblicken nehmen seine Worte an Schärfe zu; er wird beredt und widerlegt mit großer Fertigkeit den oppositionellen Redner. Er, der bisher völlig teilnahmslos dazusitzen schien, häuft plötzlich bei vollster Beherrschung des Stoffes Beweis auf Beweis für seine Angaben schlagfertig, ohne jede Vorbereitung, alle Einwürfe der Gegner zurückzuweisen.... Dazu besaß Gladstone eine Gewalt über seine Sprache und eine Klarheit des Periodenbaues, die bewundernswert war. Und wenn man bedenkt, daß der 83jährige Greis noch einmal jugendfrisch in einen fröhlichen Wahlkampf gegen Lord Salisbury ziehen konnte, in dem er tagtäglich vor Tausenden redete, wird man die Kraft und Stärke seines Organs ermessen können. Doch so klar uns Gladstones Reden erscheinen, seine Schriften, selbst die rein literarischen Inhalts, haben meist etwas Unklar=religiöses und dabei Orthodoxes, was ihre Lektüre oft sehr erschwert. Gladstone begann als junger Mann mit der Theologie; und hätte er die Weihen genommen, ein Bischofsstuhl wäre ihm sicher gewesen. So sprang er aus der Kutte. Aber aus dem Extheologen wurde kein Gottesgegner: Gladstone blieb religiös, oder besser gesagt„kirchlich" in allen Lebenslagen. Daher tritt er uns in allen seinen Schriften als Theologe entgegen. Selbst der Homer= und DanteForscher verleugnete ihn nicht, und es darf nicht wunder nehmen, wenn Gladstones Freund Döllinger ihn als den besten Theologen Englands bezeichnete. Der Wortlaut der Bibel war ihm die einzige Richtschnur: er blieb selbst maßaeDienstag, 28. Dezember 1909 bend für seine Haltung im Staate. Atheisten in das Parlament einzulassen, weigerte er sich daher ganz entschieden. Der ernste religiöse Sinn Gladstones zeigte sich natürlich auch im Verkehr mit ihm. Er beurteilte alles von der sittlichen Seite; ausgelassener Scherz war ihm zuwider. Und da er leicht in Wallung geriet, entrüstete er sich, infolge seiner Religiösität oft über Dinge und Gegenstände, die andere leichter auffaßten. Trotzdem hatte er Freude an Geselligkeit und zeigte sich zuvorkommend und höflich gegen hoch und niedrig. Als ihm ein junges schwindfüchtiges Mädchen zum Geburtstage ein Buchzeichen schickte, das sie auf ihrem Schmerzenslager gestickt, war er so gerührt, daß er der Kranken Wein und andere Stärkungsmittel mit einem längeren eigenhändigen Brief übersandte, in dem er ihr in den herzlichsten Worten für ihre Aufmerksamkeit dankte und baldige Genesung wünschte. Wenn aber Hawarden Castle Gäste sah, war er der liebenswürdige Hausherr, der an der Seite seiner Gemahlin seine Gäste bewirtete. Mit ihnen plauderte er von seinen Reisen und Erlebnissen von seinen Plänen und Entwürfen. Freilich über Politik ließ er sich selten ausfragen. Wollte er sich über eine Angelegenheit nicht äußern, so lehnte er das deutlich. aber höflich ab. Er beantwortete dann wohl eine Frage mit einem charakteristischen Augenzwinkern und der Bemerkung, daß der Mond draußen so schön schiene, und es hübsch wäre, noch etwas im Mondschein herumzuspazieren. War aber nicht von Politik die Rede, dann gab er, vielleicht bei einer Partie Whist, auch selbst einmal eine Geschichte zum besten. Etwa wie Lord Mark Kerr bei einem Empfang in Gegen wart der Königin einige Flüche brauchte, wie die Königin den Herzog von Cambridge rufen ließ und ihn bat, die gottlose Art Lord Marks streng zu rügen, und wie der Herzog sich seines Auftrages entledigte, indem er zum Lord sagte:„Sieh mal, Mark, Ihre Majestät hat gehört, wie du geflucht hast, und da hat sie gesagt sie wolle verdammt sein, wenn sie sich das gefallen ließe...“ Geschäftliche Mitteilungen. 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In dem Prospekt über die zur Berliner Börse zugelassenen 5 Millionen Mark neuen Aktien der Rombacher Hüttenwerke bemerkt die Verwaltung: Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr scheinen sich nach mehrfachen Anzeichen wieder etwas besser zu gestalten. Am 1. November d. J. betrug der Auftragsbestand 103800 Tonnen gegen einen solchen von 71174 Tonnen am 1. Juli d. J. Spezifizierte Arbeit lag am 1. November für 4—5 Wochen vor.— Aus M.=Gladbach wird berichtet, daß die Baumwollgarnpreise seit Wochensrist um 2 Pfennig pro Pfund gestiegen sind. Der Abruf auf bestehende Kontrakte ist lebhaft, für neue Abschlüsse besteht nur geringes Interesse.— Wie gemeldet wird, ist die Betriebsentwicklung der Annaburger Steingutfabriken im laufenden Jahre eine normale gewesen und der Betriebsgewinn hat sich auf der Höhe des Vorjahres gehalten. Hochgespannte Erwartungen in Betreff der nächsten Dividende seien also noch nicht gerechtfertigt. Zusammenschluß in der Lederindustrie. ältesten wirtsch=flichen Vereimsungen Eine der ältenn, wirkschfn lungungen Deutsch. lands, der im Jahre 1947 gegründett Verein deutscher Gerber, löst sich mit Ende 1909 auf und gebt Anfang 1910 in den Zentralverein der deutschen Lederindustrie E. B. auf. Damit gewinnt die deutsche Lederindustrie, die mit einer Jabresproduktion im Werte von ungefähr 500 Millionen Mark in der ersten Reide der deutschen Gewerbszweige steht eine eindeitliche Organisation. die da dem Zentralverein der deutschen Lederindustrie E. V. zwanzig regionale Unterverdände zugebören. ihre Ausläufer in allen Gegenden Deutschlands hat. Der Zentralverein der deutschen Lederindustrie E. V. besteht erst seit dem Jahre 1891. vereinigt aber außer den genannten Verbanden in sich fast sämtliche bedeutende Lederfabriken Deutschlands. 8 Verbandswesen. In Leipzig wurde durch Vereinigung der Verkaufsvereine in Halle und Leipzig Braunkohlensyndikat mit Sitz in das Mitteldeut Leipzig gegründet. *—* Kleine Finanzchronik. Die Verwaltung der Maschinenbau=Akttengesellschaft Balcke in Bochum Prozent im Vorjahre schätzt die Dividende auf 16 Elonntn Vorjahre 14 Prozent).— Die beabsichtigte Aufnahme einer Anleihe von 12 Millionen Pfd. Sterling für öffentliche Bauten in Kouslanktnopel ist auf unbestimmte Zeit vertagt.— Die Berlin=Gubener Hutfabrik gehr sehr gut, so daß die Dividende pro 1909 in Verwaltungskreisen auf mindestens ebenso hoch wie im Vorjahre geschätzt wird. Damals wurden 11 Prozent gezahlt; vielleicht gibt es diesmal noch etwas mehr. * Die Lage auf dem amerikanischen Baumwollenmarkt. Wie dem Lok.=Anz. unterm 23. d. Mts. aus Newyort gemeldet wird, ist der Baumwollmarkt in fieberhafter Erregung. Vier Spekulanten. unter der Führung Jim Pattens, des Weizenkönigs, haben die Preise in kurzer Zeit zu einer seit den Tagen Sullys unerhörten Höhe getrieben. Man fürchtet, daß der während des Sully=Korners geschaffene Rekord zu Beginn des nächsten Jahres noch überboten wird. Die Haussespekulanten haben bisher 13 Millionen Dollars Berliner Börse, 27. Dezember 1909. 1 Fr. 80 Pf 1 Oest. 1 fl Gold 2.00, 1 K 8S PI.- 1 fl. Din: 1.1219.— 1 Rbl.: 2.16, Od.-Rbl.: 320— 1 Doll 420.— 1 Lotri. 20,40. verdient. Viele der Spekulanten, die ala baisse spekulierten, haben große Verluste erlitten. Die anormal hohen Preise des Rohmaterials lassen dem Fabrikanten keinen Verdienst mehr. Die großen Spinnereien in Amerika, Lancashire und auf dem europäischen Kontinent können infolge der Berteuerung des Rohmaterials in vielen Fällen nur mit Verlust arbeiten. * Konkurseröffnungen: Berlin, Offene Handelsgesellschaft Eduard Schramm in Lig.; Berliner holl: 1.70. Slektrochemische Werke: Firma Bustorz u. Reinickendorf. Bottrop, Kaufmann Grust Aaut Braunschweig. Kaufmann Ernst Ed. Broistedt. Fürrh, Spiegelleistenfabrikant Ludwig Pracht. Hagen, Kanz. mann Siegfried Löwenthal. Herford, Gesellschaft mit beschränkter Haftung Dustmann u. Co., Sundern. Husum. Gastwirt Peter Stöhrmann, Nordstrand. Lage, Firma, Dampfziegelei Lage Möller u. Co. Langensalza, KaufVorck. Franz Essen 27. Dez.(Fruchtmarkt.) Weizen inländ. 21.25 bis 22.50 Mk. Weizen fremder. 24.50 bis 25.00 Mk.; Roggen inländ. 15.40 bis 16.50 Mk.; Roggen fremder 19.50 bis 19,75 Nr. Haser inländ.—.— bis—.— Mk. Haser fremder 16.20 bis 19.00 Mk.; Buchweizen—.— bis 20.50 Mk.; Futtergerste 13.00 bis 14.00 Mk.; Mais 13.20 bis 17.70 Nk.; Weizenvorschuß 30.50 bis 31.75 M.; Roggenvorschuß 23.75 Mk. bis 24.50 Mk.; Weizen. kleie 10.50 bis—— Mk.; Ruböl inkl. Faß—.— bis—.— Ml.; Alles per 100 Kilog: frachtparität Essen ohne Sack, bei Abnahme von Doppelladungen mit Ausnahme von Kleie die mit Sack gedandelt wirch Bankdiskont 5% Lombardzinstuse 4 Marktberichte. Sisch. Fts. u. Stasts.-Pag. ger de seines sein 4(100 4000 4 100 500 4 100 5010 4 1100 506 4 1102 5050 34 94 100 3 85 0035 4 1101 256 31 94 1000 3 85 000 4 s102 4005 4 101 50 4 100 300 31 98 100 39 93 8040 3 1—. 33 92.3500 34 92.500 Stecnner 31 81 60 Charinb. 95 96 39—.— Cols. St.-A 98, 35 93 400 Dusseld. 88/03 31 92 306 Elbert. St.-O 99. 4 100.406 6es Su N. V98 3 Hall. St.-Anl.J41—.— 6e. 86 92 39—.— Hans 81-A. 95 31—.— Lei St A 98 10 4—.— de. 64 144—.— 4e. orn7 4 de. 89 98 31—.— 6e 01 02.04 32 32 506 Vagdes St#1d 4 101 756 se 06 u. 11 4 Hs1 62" 69.75 91 502 32 95 803 S14/ 4 100 500 Ponn. d#. 9 Pesensche 4 101 00R Gass. Laedesen 19—.— de. Ill. u. 17 39 95 600 de. IIll. s. 14 4 f101 436 Umb. am. 93/99. 39—.— de. de. 1902 3 83.206 de. de. 1907 4 101 808 Hes: 31 93 00 SL 93 006 40.96 03 04 0S 3 91 20 ve. 69 4—.— Oieb St ür ob4 15 82. 506 Brandenb Pr A 1S 32 903 Nass PA VI VII 31—.— Oster. Prr.-Obi. 4 100 50 de. 6e. 31 91 50 Penm Pro.-Aal.) 34—— Posen Pr.-Anl. 31 99 75 de. de. 2(—.— Ebein. Prr.-Obl. JS 82.2540 6n u1 H I: 8oo de. II IH/ 4 101 Sehl. Mist en 4) 4—.— en 6s 22—.— #e Land-Kon. 39—.— beiche 4 100 901 Vesti. Prr.-dat. 3 95 000 de. ds. 21 82 406 de. de. 4 100 306 Gester Pr. dal. 32—.— StosaSt-4 01) 4 100 250 Garmer 84-Ael. 32 83 300 Beriiner St Aof. 3: 99 106 87.256 179 600 95. 900 101 30 99 5010 100 00 Jonm.-02 N. 191 N. 191 8he A P1.83-31 se. de. 6929 80 114e. Comm.-Obl. Rbein-W a1n 6e. fl. W. Sachs. Bodene SchlesBoder de. de. Vestd. Bodenen de. de. III. 31 35 50 4 33139 50 34117 600 4 99 500 4 99 50 31 912: 4 99 504 99 300 99 501 94 500 34 92.500 99 756 94.100 91.750 97 508 99.708 100.000 100 250 91 505 92 800 99 4000 93 000 100 200 99 00 113 500 Sarmer Bantr. 19137 7540 Berg.-Mark. B4. 3r Handelsdes de Mypoth. B. A. Brastl. Sk. f.01 Sraunschw 8#. de.-Hann. Hyp. #rai. Disc 8. 45## de. Wechsl 8 Comm. u. Dise. 8 Darmstadt 8k. 99 5000 91 4000 99 900 100 100 100 250 100 600 90 80 39 9 800 34 92 100 3 92 7050 4 19790 9 91 11.004 34 91 3000 3 99.250 99 250 99 80B 99 000 94.250 99 2500 99 30 99 900 99.80 100 2506 101 000 94.500 94 3010 92.1000 4 98.500 91.006 93.000 99 508 90.506 99 3040 92 500 A. 6. f.Mont ind 0 86 508 Alleid-Gros. P# 0 82.0050 Allg. Elektr.Gesll 3 262.305 Alsen Portl. Ceml 9 210 000 Angl. Coatia. 74112.900 4 1143.60 L 0 99.30 81/165 00 B 9 1181 200 61128 80 10 161.000 6½/123 00B 8 160 5050 8 112 4000 4 1100 300 54115 900 6 136 5000 Deutsche Bankl12(248 255 de Eflekt Bk. do Hyo Bk.100 0 scont.-Comm Dresober Bank issen Gred.-A Gothaer Grade Fanbe Hyp-8 Nander Bank Aildesherm. 8k. Keler Bank Königso. Ver. 8 Leiht. Cred ub Comm-Bk. Wagdeb. Bahr de Privatbank MarkischeBank Wein Hyo-3k. Wrtteld Boder de. Creditb Mutherm. Band 64/108. Aatonalb.f 91/ 6 129 Norod. Grunden Osnabruck. 8k. Oetb I.Hd. v. Ge. Pr B0d Cred. 60 CR 80 CE80 do. Hyp. Akt. Bk. do Leihhaus“ do. Pfandbr. Bk. Reichsbank Rhein. Dise. Ges Rh. Westt. 8der Russ. Bk. f. a. M. Schaafth. Bokr. 4107 400 74153 40 9 195 700 74161 400 8½170 00B 8(163 900 9 185 00B 74150 000 8 161 75 74129 006 7 1130 00 176 2550 131 000 113756 128.00 6 104 004 7 145 600 5 1/102.906 641119 5050 00B 29 5000 6 116 10 74142.000 127 2000 164 8000 196 00B 124 7500 119 00 74157.100 152 000 129.6050 84172.0000 10 156.600B 7(146.2500 F. 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StemdHist. krs Wechsel-Turse Amsic Hrt 8 T. 101 003 99 40B 91.509 99.250 96.2500 90 0000 100 250 2r033.8.A peahg. 100 6e. den Verthrista Paris Wien de. Schweiz Ital Platt Peterab. 3 168 60 31 80 9006 5 112253 41 20 120 4420 2550 — 4.1350 81.100 84.7553 84.100 80 955 80 60B 41215 255 Sols, Silber, Banknotes 20 Francs-Siuche 1620-0 Sovereigns p Stück 20.4150 1 Russ Geld p. 100R 215 350 Amerikan. Noten Beigische Noten CaglischeBankn. 11. Fraaz.Banke 100fr. 4.17755 80 805 29 42500 81 155 Holland, Bankneten 16S 4540 95.60C Oesterr. Ho1. 100Kr. 110. 500 Russ.Hoten 90.5084 ell-Aupess, die 34 8068 216 000 705 Kassee. Hamburg, 27. Dez. Riorsel ordinary 40. Santos good avsrage 40. Dremen, 27. Dez. behauptet. Nagdeburg, 27. Ter. Rohzucker per 50 Kilo 1. Produkt 89% ohne Sack 12.07 1/, Nachprodukte 75% ohne Sack 10.30. Hamburg, 27. Dez. Rohzucker per 50 Kilo 12.35. Fettwaren. Hamburg, 27. Dez. Schmal; 66 /1 Bremen, 27. Dez. Schmal; Doppeleimer 70½ H. Chicago,27. Dez. Speck niedrigster Preis 11,87 1/2. Schmalz per Dez. 12.65. Oele. Berlin, 27. Dez Rübel locs Tez. 54 8. Köln. 27. Dez. Rüböl loco 59.00, per Mai 56.00. Hamburg, 27. Dez. Rübsl 56.00.— Leinöl 62.50,— potroleum 6,90. Antwerven. 27. Dez. Petroleum 22 B. treide. Berlin. 27. Dez. Wetzen p. Dez. 2.6.75, Roggen per Dez. 164.— Hafer p. Dez. 154,75 Mais Dz.— - Weizenmehl 00 27.00—29.75 Roggenmehl 0 19.70— 21,20. New=York. 17. Dez. Weizen, per Dez. 125. Chicago, 27. Dez. Weizen 11 3½. Roggen 80. Mais 63. Leinsaat—. Spiritus. Hamburg, 27. Lez. p. Dez. 24 h. Baumwolle. Bremen. 27. Dez. Upl. middt. 77# 9. Liverpool. 27. Dez. good erdinary 8,08. Metalle. London. 27.#ez. Kupfer 60 0/ bis 61° Pfd. St. Zinn 152% bis 1541 Pfd. St.— Blei 13½ Psd. St.— Zink 23½ Pfd. Glasgow. 27. Ter. Rodessen Middles brough warrante i01 51 a 2½ A.„— Amsterdam, 27. Dez. Suntason 9691e. Tehbr. Roman von A. v. Klinckowstroem. 3)—(Nachdruck verboten.) hing ja alles nur am leidigen Gelde, meinte Henny.„Und du und ich, Siewert, wir sind doch mit dem Augenblick unserer eigenen Verheiratung in der Lage, ihnen die ihre zu ermöglichen. Sie sind berechtigt, das von uns zu verlangen.“...... a; Ihn hatte die übersturzte Mitteilung nur im ersten Augenblick außer Fassung gebracht. Im Grunde gewährte es ihm große Erleichte rung, daß jenes Liebesgetändel, das ihn oft mit Sorge erfüllt hatte, nun in absehbarer Zeit zu einem reellen Abschluß führte, und er liebte seine Schwester und gönnte ihr das Glück. all das verdankte er seiner Braut, und er sprach das in warmen Worten aus, bis sie ihm lächelnd den Mund zuhielt. Man verlebte dann einen vergnügten Abend miteinander, bis der junge Offizier, der ohne Urlaub herübergekommen war, zur Garnison zu rückkehrn mußte, und wenn Siewert inmitten des munteren Kreises etwas schweigsam blieb, so schob man das auf Rechnung der Anstren gung und Aufregung, die hinter ihm lagen. Er ging, nachdem auch seine Braut heimzefahren war, noch einmal zum Wasser hinab, um sich zu überzeugen, daß hier alles in Ordnung sei und man ohne Sorgen schlafen könne. Auf dem Deich brannten Feuer, um die sich die Stromwachen gelagert hatten, denn der Mai brachte in diesen Breitegraden noch em pfindliche Nachtfröste. Siewert sah auch über das Moor hinweg nach Schmolinken hinüber. Ein paar helle Pünktchen glimmten dort von der Höhe her durch die Dunkelheit. Das Licht kam aus den Fenstern des Herrenhauses. : Er machte sich jetzt heftige Vorwürfe, daß er die junge Frau hatte allein gehen lassen. Sein Benehmen schien ihm jeder Ritterlichkeit bar. Ob ihr auch nichts zugestoßen sein mochte? Ob sie ohne Unfall heimgekommen war? Brannte das Licht dort hinter ihren Fenstern? Das Moor war unsicher, aber freilich für den, der den Weg genau kannte, war er nicht zu verfehlen. Wenn nur die Mädchen nicht gerade im unrechten Moment gekommen wären! Wenn er sich nur nicht vor ihnen geschämt hätte, der Endrulene das Geleit zu geben! Plötzlich kam es ihm zum Bewußtsein, daß er schon eine halbe Stunde regungslos hier gestanden und nach den fernen hellen Pünkichen hingestarrt hatte. Ihn fröstelte. Er zog den Mantel fester um sich und ging nach Hause, konnte dann jedoch nicht schlafen. Seine Nerven zitterten. Es war wie ein Fieber in ihm. Alle Vorgänge des Tages zogen noch einmal an ihm vorüber und unter den wechselnden Bilsich stets nur eines bestimmt heraus: Endrulene! Wie der Wind ihr im Blondr zauste und ihr die Kleider eng um die schtvolle Gestalt preßte, wie sie lachend zute und Lasten hob, wie sie die Branntweinflasche von ihren Lippen weg ihm hinübergereicht und dann endlich die Mütze zum schiedsgruß geschenkt hatte. Das alles sprach seinen Begriffen von Weiblichkeit Hohn, ja, es war direkt brutal gewesen, aber es atmete Kraft und Jugend. Das Kind des Volkes katte sich einmal in seiner ganzen Urwüchsigkeit geben lassen und den Ballast von Erziehung und Bildung, der ihm nur wie eine lose äußere Haut anhaftete, jauchzend von. sich geworfen. Und das war das Schöne gewesen.— Am nächsten Tage trat der Alltag wieder in sein Recht. Siewert hatte viel zu tun, und das war gut, denn er konnte sich's nicht verhehlen, daß in seinen nächtlichen Träumereien etwas Ungesundes gelegen hatte, etwas, über das er nun bei Tageslicht selbst lachen mußte. Alles schien sich jetzt freundlich anzulassen. Sonne und Wärme erleichterten die Frühjahrsbestellung. Henny kam fast täglich nach Ru dischlen, das sie schon mit den Augen der zu künftigen Herrin betrachtete, und Anne, deren Verlobter nur Sonntags Urlaub erhielt, lebte sich in Gedanken an den Stadthaushalt ein. Zwischen diesen beiden Brautpaaren schlich Onkel Ewalds verwitterte Greisengestalt wie ein memento mori umher, und er kargte nicht mit düsteren Worten, die darauf berechnet waren, der stillen Zufriedenheit des einen Paares und der übermütigen Lebensfreude des anderen ei. nen Dämpfer aufzudrücken. Der alte Mann konnte glückliche Gesichter nicht um sich sehen, ohne den Wunsch zu fühlen, ein graues Spinn gewebe über dieses Glück zu werfen. „Unke doch nicht immer, Ohmchen!" schalt Anne.„Du hast deine Zeit gehabt, jetzt laß uns die unsrige. „Warte nur, Marjellchen, es kommt nie so, wie man sich's ausmalt. Immer, wenn man denkt, man hat das Schicksal festgekriegt, dann entgleitet es einem und, hast du nicht gesehen: Sie lachte nur dazu, ließ sich davon nicht ansechten, aber Siewert, der nervöser veranlagt war als seine Schwester, empfand bei solchen Worten stets ein Mißbehagen. Er hätte so gern einmal blindlings an das Glück geglaubt, und es lag ohnehin in seiner Natur, Schatten zu sehen, wo in Wahrheit gar keine vorhanden waren. „Wie gut ist das für mich, daß ich so viel aufgepackt habe und fortwährend herumschuften muß," bekannte er scherzend seiner Braut.„Du mußt künftighin darauf achten, mir das Leben nicht zu leicht zu machen, sonst werde ich ein grämlicher Miesepeter wie der Onkel.“ „Aber du siehst nicht gut aus, überarbeitest dich.“ „Ich fühle mich auch nicht so ganz frisch.“ „Du solltest für ein paar Wochen ganz aus deiner Tretmühle heraus.“ „Wohin? Vergnügungsreisen stehen nicht auf meinem Programm. „Baron Nolten, der die großen Jagden im Kownoer Gouvernement hat, hat dich doch schon so oft eingeladen. Nun, so nimm die Einladung einmal an. Anne und ich sehen hier schon nach der Wirtschaft, und dich wird es auf frischen. „Geht nicht. In der nächsten Woche wird auf der Haffwiese geheut, und da muß ich un bedingt die Aufsicht führen, sonst stiehlt mir das Gesindel die Hälfte weg. Nein, ich bin ein zu seßhafter Mensch, um mich für längere Zeit von meiner Scholle zu trennen.“ Dies Heuen auf der Haffwiese, das alljähr. lich in der ersten Juliwoche vor sich ging, wurde von Siewert, der ohne Verwalter wirt schaftete, immer als eine Art Landpartie betrachtet, die zu seiner Erholung diente. Die Wiese lag zu weit ab von Rudischken, als daß er abends hätte heimfahren können, und er rich. tete sich meist für mehrere Tage in einer benach barten Krugwirtschaft ein, fischte und jagte auf dem Haff und hatte dazwischen ein scharfes Auge auf die Arbeiter. Auh jetzt sah er diesem primitiven Som meraufenthalt nicht ohne Freude entgigen. Er liebte jene einsame Gegend, wo sich grüne Flä chen in Schilf und Binsen verloren, wo die Forst sich dunkel dazwischenschob und flinke Wildenten über das weißgraue Wasser hinwipp ten. Zuweilen, wenn er abends nach Sonnenuntergang an irgend einem gedeckten Platz saß, hörte er es im Sumpfröhricht des Ellernbruchs knacken und brechen. Dann trat ein Elchhirs# aus und trottete, den plumpen Kopf mtt den gewaltigen Schauseln vorgestreckt, über dis Vor land zum Ufer. All das gab es nirgend sonst in Deutschland, und Siewert empfand die Stimmung, die dann jedesmal über ihn kam als einen seinen Reiz. Der Sommer ließ sich warm und trocken an. Ein berauschender Duft stieg von den Wiesen empor, auf denen das eben gemähte Gras in der Sonne dörrte. Siewert ließ es wenden und schlenderte dann nach dem benachbarten Fischerdorf, um zu sehen, ob ihn jemand mit aufs Wasser hinausnehmen könne. Es traf sich, daß gerade eines der Booie im Begriff war, auszufahren. Es hatte aller lei Pakete an Bord, Gemüse, Eierkörbe, But tertöpfe, Fleisch, und schien somit nicht zum Fischzug bestimmt. Er rief die Männer an:„Wohin fahrt ihr?“ „Nach der Nehrung, zum Badeort.“ „Kann ich mit?“ „Warum nicht! Platz ist ja da.“ „Was bringt ihr da hinüber?“ „Sachen für Frau Endrulat. Heute früh war ein Wagen aus Schmolinken da.“ „Ist Frau Endrulat drüben?“ „Wenn sie nicht da wäre, würde all das Zeug da doch nicht von Schmolinken aus hingeschafft werden." Das war eine richtige Schlußfolgerung, und Siewert sah daraufhin selbstverständlich von der Mitfahrt ab. Es wäre ihm doch wahrhaftig nicht eingefallen, der Frau einen Besuch zu ma chen oder auch nur den Anschein zu erwecken, als beabsichtige er das. Aber abends, wie er auf der Bank vor dein Kruge saß, während rings um ihn aus Wasser und Niederung Nebel aufstiegen, sah er nach der Richtung hin, in der jenseits des hier schon schmalen Hafis der kleine Badeort auf der Nehrung liegen mußte. Was tat die Endrulene da drüben? Die Saison, die den Dünenort mit Fremden zu fül len pflegte, hatte noch nicht begonnen, und sie war wohl nicht die Persönlichkeit, die ohne Not, freiwillig die Einsamkeit aufsuchte. War sie wirklich allein? Endrulat befand sich auf einer Geschäftsreise, so viel wußte Siewert, denn man war in der Gegend, die so wenig interessante Gesprächsstoffe bot, immer über das, was die Nachbarn taten, unterrichtet. Es packte ihn eine Art Neugier, zu wissen, in wessen Ge sellschaft sie sich auf die Nehrung zurückgezogen haben mochte. Er hätte kein Mann sein müs sen, wenn ihm nicht allerlei leichtfertige Gedanken gekommen wären. Sie war jung und schön, und ihr Gatte alt. Vielleicht besaß sie doch einen heimlichen Anbeter, mit dem sie in Schmolinken nicht zusammen kommen durfte. Man hatte ihr freilich nie etwas nachsagen kön nen, aber möglicherweise war sie nur„schlauer als andere. Bei dieser Vorstellung empfand er förmlich eine gewisse moralische Entrüstung. In dessen, was ging es ihn schließlich an. Da das Heu noch eines weitern Tages voll Sonnenhitze bedurste, um unter Dach gebracht zu werden, hatte Siewert am nächsten Morgen eigentlich nichts zu tun. Er angelte im Schilf, ohne die dazu notwendige ergebungsvolle Geduld zu besitzen, fing natürlich nichts und fuhr dann mit einem Fischerboot weiter hinaus, sah zu, wie die Netze ausgeworsen wurden. Ein leichter Tüdoß bläl##e lustig das Segel, und da fragte er mit einem Male:„Wieviel Zeit braucht man von hier aus noch, um nach dem Badeort hinüber zu kommen?" „Wenn der Wind so bleibt, eine Stunde.“ Siewert rang noch einen Augenblick mit sich und sagte endlich kurz:„Dann also vorwärts!“ „Nach dem Bad, gnädiger Herr?“ „Jawohl.“ Er versank in tiefes Schweigen, lauschte dem Gurgeln des Kielwassers, während das Boot pfeilschnell vor dem Winde die kurzen Wellchen durchschnitt, und dachte dabei:„War um tue ich das? Warum fahre ich dorthin?" Von den weißen Dünen der Nehrung, die ihre unwirtlichen Sandhügel zwischen Haff und Meer hinrecken, hob sich der dunkle Kieferwald grell heraus, in dessen Mitte sich der kleine Badeort einbettete. Rote Dächer tauchten daraus empor, nette saubere Häuschen, nahe dem Strande ein neues Hotel, aber das schien noch nicht eröffnet. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke. Schluckerte Krisch,.=onner(der Schwävische Gemütlichkeit. Sch kurze Zeit abwesend war vom Stammtisch): Mo# wetter, i hab’ doch grad' no a bissele a Stümple Bier im Gläsle g'habt! Wo isch denn dös hi'komma?“ Schlumperle:„Sei net bös, Schluckerle, i hab dei Gläsle au glei austrunka, daß's Mariele net zweimal laufa muß!“(Suckkasten.) M 304 Die„Westfältsche und Feiertags ur für Bielefeld un amtlichen Bekann Bielefeld u. bei der vierteljährl. 1.,80 vierteljährl. 1,80 Heutige Num Das Krie * Von unserm Berli Allem Anschein na gensätze zwischen Ru einerseits und Chin der in letzter Zeit schät zuerst den Anschein hat des Marquis Ito war nis zwischen den beider während jetzt auch die sich darauf beschränkt, bannen. Die ganze Si nichtbeteiligten Länder tenkönig von alarmierer sormierenden und wied richten im Ungewissen für die Russen etwas ben, denn sie wissen v# ostasiatischen Krieges ge weit man aus dem Wu offenbaren Enten klar dies überhaupt jjetzt mö deutlich den kaum mehr Viderstand, der ihm in bieten, wo die Interesse Lölker zusammenflossen, wird. Dabei ist die Ho denden Chinesen vor al worden als zu Zeiten so daß ein geheim nis zwischen Ch das natürlich die führen sicher zu sein scheint. G vor längerer Zeit von und jetzt haben Cbarbin uch#:: Meldungen au vas Vorhandensein ven und wichtigen Verei iden asiatischen Mächte Ingeblich soll China di kalbinsel Kwantung erhnilitärischen Besetzungen, Lalni und Port Arthur könne, was für den hoher Bedeutung ist, da für ein gemeinsames aufbaut. Auf alle Fälle dervor, daß Japan sich ile Eventualitäten ins 1 eicht möglich, daß man besondere Maßnahme pl. Einverleibung Korcas ge slikt führt. Durch vorder zen und so weiter will sand einschüchtern, das e Zeit mehrfach in Ostasien tat und mit der feindsel resen in der Mandschurei die sonstigen, direkt krieg tramme, die aus Oftasien Nünze zu nehmen sind, hast. So meldet man vo zn in Japan und daß Kunst und 1 : Stadttheater. „Der deutsche 5 Akten von Ernst Mit dem„Deutschen sigen Monden heimgega nuch zum letzten Male #esprochen. Dieses Schau in Vermächtnis, das bruch hinterlassen hat, ei packenden Wucht den zustellen ist. Wie so oft ##r auch hier seinen e rchichte geschöpft. Hein Gestalt, die den Dichter skeizt haben mag, jene## fiedgestalt, deren starker Reich wieder zu einem nsammenfügte, ihm Befr ien Hunnen, denen das zahlen mußte. König kode. Der kampfgeübte immer wilder und frecher renzen der deutschen schwere Sorgen den sterbe die Lande schützen haos der an seinem ge siehenden Gestalten tritte kervor, der junge Ludolfi ## par selbst mit dit neuen in grimmer Fehde, siegt die Sor erbend empfiehlt er dem enherzog aufs Schild er Wildenbruch mit stark n. Ehe der Ludolfinger „: Lande wird, muß ug durchmachen, sich selb em inneren Seelenkampfe