nd von dort wahrh abstatten. Nach zig wird„Do. K“ aus führt die Route beigautwärts übe hasen, wo die Lanachrichten. Blinde April, vorm. dernstraße, laufen. Zeikarten sind auc straße 6, oder in vereins, Hermannlufschluß über das i besonderen über der Provinz West. ialblindenanstalten rschiedensten Handin Meschede usw. such Aufschluß darlichen Formen beLeistungen zu vollnzialblindenanstalt ßerdem einen Vorladung von vielen zürde, sich über die an ihnen zu unterTeil der gestrigen zsitzende des Vaterdes Sammel=Auskannt worden. ntag um ½10 Uhr Choralist und ner. stag. Der Termin ert. ppe am 25. Januar Mittwoch, den 26. czlich eingeladen. und Weltpolitih: i; alle in Bethel. zwald us Muegtalperle arzenberg b. Freuönmünzach, Tel. 3l. sonnige Südlage, Herz und Nerven. utralheiz..50 und rgäste Ermäßigung. Aolungiuchande Diakonissen geleiteten 2eopoldstr. 19, direl ruhige Lage freggt, Das ganze Jahe nspreis von.50 Aarzmad, 120. Europas. Chustn Haus etes Neuhaus für en, Solbad in ing in allen Räuarmes und kaltemern. Die ganze en Liegeterrassen d reichliche Verkahlzeiten. Dätahloe Aoge leson Nr. Saecin Seichstr. 1 (VierSospil. Bahn nung = Bezugspreis: Sseshsaise eietk Sereshasds. aik Sosgeshe Hres der mmuit den Beilagen„Für Hers und „Kindergabe“ und„Auser Ziel.“ Cbristlücbes Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter Waje tausend 15 Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckder 67377. konto Hannover Nr. 95. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonntag, den 23. April 1933. 15.Jahrgang. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Die Bäum' zu blühen fangen an. Es singen jetzt die Vögel all', Es singt und klingt die Nachtigall. Der Sonnenschein jetzt kommt herein Und gibt der Welt ein'n neuen Schein. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Zu deinen Urständ frohlich ist! MMMMMMMMt Osterfreude. Was vorgeht. Die Jünger wurden froh, daß sie den Herrn sahen. Joh. 20,20. Die Osterglocken sind verklungen. Ist damit unsere Österfreude dahin? Sollte sie uns nicht durch das ganze Jahr begleiten, durch das ganze Leben? Christus ist erstanden von der Marter allen; Christ soll unser Trost sein, heißt es in dem alten Ostergesang der Christenheit. Wo aber Trost ist, das ist Freude. Christum, den Auferstandenen sehen, das ist darum wahrhafte Freude. Aber sind wir nicht gerade von diesem heiligen Vorrecht seiner Zeitgenossen, den Auferweckten zu schauen, ausgeschlossen? Wir können wohl an Jesus denken, uns in sein Leben und Sterben mit lebendigem Anteil hineinversetzen. Wir sollten es öfter tun. Wir können sein Wort hören, etwa wie man Dr. Martin Luthers kernige Reden und die köstlichen Worte anderer Gottesmänner dankbar liest und in sich aufnimmt. Aber es bleibt doch eine schmerzliche Entbehrung, daß wir solche Männer nicht mehr mit Augen sehen, nicht mehr mit unseren Ohren hören können. Könnten wir noch einmal erleben, was die Jünger erlebten, das wäre wahrhafte Osterfreude. Sollen wir es etwa machen wie manche Christen, sich in sich hineinversenken, um nichts mehr von den Dingen um sich her wahrzunehmen, in der Hoffnung, Christi Stimme zu hören und seine Gestalt in wunderbaren Gesichten zu schauen? Ob diese frommen Leute nicht ein Spiegelbild ihrer Phantasie für den lebendigen Christus halten? Eingebildete Christusnähe hilft uns nicht. Jesus lebt nicht irgendwo versteckt, sondern in erreichbarer Nähe. Zugang haben wir zu ihm, wie wir zum Vater Zugang haben. Sein Leben ist uns ebenso gewiß, wie unser eigenes Leben, wie das der Menschen um uns her, wie das Leben des einen allmächtigen Gottes, in dessen Schoß der Sohn ist. Wie der Vater über uns ist, so auch der Sohn, lebendig und wirklich. Unsere Freude soll dadurch nicht verkürzt werden, daß unser leibliches Auge seine verklärte Leiblichkeit nicht zu fassen vermag. Das vermochte auch das Jüngerauge nicht. Was sie sahen, war die alte Leiblichkeit, wie sie sie bis zum Karfreitag täglich vor sich sahen, nur daß er plötzlich kam und plötzlich ging. Aber der eigentliche Glanz seiner himmlischen Herrlichkeit blieb ihren Augen ebenso verborgen wie den unsrigen. Sie schauten seine irdische Leiblichkeit, noch sicht seine neue, ewige, herrliche Leiblichkeit; denn sie haben wie wir noch keine Sinneswerkzeuge, denen die hohere Geisteswelt sich erschließt. Christum sehen wir setzt nur im Glauben. Wir sehen keine Luftgebilde einer schönen Seele, die der irdischen Materie entschlüpft ist, ader wir sehen im Geist den vollendeten Gottessohn, das Lamm an den Stufen des Thrones, den Erhöhten zur Rechten des Vaters, den Herrn an den Pforten der Ewigkeit. Ist das Trost, ist das Freude? Ja, denn solcher Glaube verwandelt unser aller irdisches Dasein schon jetzt. Die alten wissen, daß Jesus Christus, der Auferstandene, das alter zur Pforte des Himmels macht. Die Jugend weiß, daß ewige Jugend unserer droben wartet. Die geächteten Nenschen, die mit Recht vom irdischen Richter verworfen ino, können doch noch hoffen, denn dieser Heiland nimmt die Sünder an. Und unsere Toten? Wir beten nicht für *: Ihnen gehört ja Christus, wie er uns, den Lebendigen, behort. Der Auferstandene geleitet sie in die vollkommenen und gerechten Arme Gottes. Simon. In einem solchen Meer von Fahnen und Girlanden haben wir unsere schöne Stadt Bielefeld noch nicht gesehen wie an dem Tage des 44. Geburtstages des Volkskanzlers Adolf Hitler. Zweimal haben wir einst den Besuch des Kaisers hier erlebt und sahen die Stadt im Festkleide und das Volk in froher Begeisterung. Was sich jetzt bot an Festschmuck und allgemeiner Teilnahme, übertraf das alles, wenn auch etwas davon vielleicht dem Umstand zuzuschreiben ist, daß Bielefeld inzwischen Großstadt wurde. Ein solches Erlebnis regt dazu an, Bilder der Vergangenheit an sich vorüberziehen zu lassen. Wie war es nach dem Kriege und nach der Revolution von 1918? Jener ganz unnötige Beschluß des Reichstages, die schwarzweißrote Fahne zu beseitigen und die schwarzrotgoldenen Farben für das Symbol des Reiches zu bestimmen, haben wir damals als einen teuflischen Beschluß angesehen und ihn auch hier so bezeichnet. Es hat kaum irgendeine Maßnahme oder irgendein Gesetz der Nachkriegsregierungen soviel Verdruß, ja soviel Streit und Blutvergießen über unser Volk und Land gebracht wie dieser Farbenwechsel bei der Reichsflagge. Von jenem Zeitpunkt an haben wir immer mit besonderem Interesse darauf geachtet, in welchem Maße bei nationalen Feiertagen oder sonstigen Anlässen die Bürger der Stadt sich entschlossen, durch das Zeigen der Fahne ihr Bekenntnis abzulegen. Da haben wir dann feststellen können, wie schwer es fast allen Bürgern der Hauptstraßen wurde, die aufgezwungene schwarzrotgoldene Fahne zu beschaffen und zu zeigen. Man konnte aber auch feststellen, daß die alte schwarzweißrote Fahne immer seltener und an immer weniger Stellen sichtbar wurde, und man möchte sich für manche Stelle selbst fast schämen, wenn man jetzt ihre mächtigen schwarzweißroten und ihre Hakenkreuzwimpel flattern sieht. Dieses Schamgefühl wird erfreulicherweise gemildert durch die Gewißheit, daß die jetzige Regierung solche äußeren Bekundungen mit anderen Augen ansieht als die vergangenen liberal=demokratischen Regierungen. Nur der eine Wunsch müßte auch in dem Farbenglanz und der Festesfreude des 20. April 1933 lebendig werden, nämlich der, daß es doch nicht mehr zu lange dauern möge, bis auch in den Nebenstraßen Bielefelds und in den langen Straßen, wo die bisher sozialistische Arbeiterschaft Bielefelds wohnt, die nationalen Farben mit der gleichen Begeisterung begrüßt werden. Der Reichskanzler selbst hat es vorgezogen, diesen seinen ersten Geburtstag als Reichskanzler außerhalb Berlins in seinem ländlichen Heim in Bayern zuzubringen. In der großen Oeffentlichkeit waltet in diesen Tagen nur Minister Goebbels seines wichtigen Amtes. Wer die Tätigkeit dieses neuen Ministeriums genauer beobachtet hat, kann schon jetzt die Ueberzeugung gewonnen haben, daß diese Arbeit eine höchst wichtige und notwendige, aber auch eine erfolgreiche ist. Hätten wir schon zu Vorkriegszeiten ein solches Amt gehabt, das die Zeitungen, Journalisten, Professoren und sonstigen Organe, die das Ausland mit Informationen über Deutschland versorgten, ganz gründlich kontrollierte und ihnen auf die Finger sah, wäre vielleicht manches Schwere nicht so über Deutschland hereingebrochen. Wer weiß, was noch aus der Greuelpropaganda, die als Antwort auf das Vorgehen der deutschen Regierung gegen die Juden im Ausland, gesetzt war, geworden wäre, wenn nicht dus neue Ministerium da schon seine erste gggöggslgsgabe versucht getagf. füllt hätte. Und daß Dr. Goeobels mit großem Verantwortungsbewußtsein in dieser neuen Arbeit steht, nicht nur seine Reden, die er als Minister gehalten, sondern auch die von ihm getroffenen Anordnungen und Maßnahmen gezeigt. Es ist sonst nicht unsere Aufgabe, viel über außenpolitische Vorgänge zu schreiben. In der Weltpolitik braust und brodelt es gegenwärtig wieder in sehr bedenklichem Maße, und es ist nicht zu verkennen, daß von manchen Stellen aus, wir denken da zuerst an Paxis u. Warschau, nichts versäumt wird, um mit dem politischen Gescheye in Deutschland in der Welt Propaganda gegen Deutschland zu machen. Daher ist anzunehmen, daß die Judenfrage nicht nur von den Juden zu diesem Zweck benutzt wurde. Weil aber seit Jahrhunderten es kein Staat mehr gewagt hat, den Schäden, deren Aufkommen man nicht nur in Deutschland auf den Einfluß jüdischen Geistes zucückführt, mit solcher Schärfe zu begegnen, so halten es die Stellen, die Deutschland nicht wohl wollen und die jedes Aufleben Deutschlands fürchton und jedes Auflehnen mißtrauisch ansehen, für eine günstige Gelegenheit, die alten Verdächtigungen als Hunnen und Barbaren wieder aufzufrischen und damit Genossen für den Kampf geger Deutschland zu werben. Es mag ja sein, daß Deutschlank zunächst noch nicht in die weltpolitischen Auseinandersetzungen verwickelt wird, die anscheinend kommen werden trotz der fünfzehnjährigen Tätigkeit des Völkerbundes. Die Darstellungen, die auch von sachkundigen Mitarbeitern des Aufwärts von der Lage im Osten gegeben werden, lassen wenig Hoffnung zu, daß es ohne kriegerische Auseinandersetzungen abgehen wird. Dazu muß man doch auch die Kämpfe zählen, die nun schon seit Jahr und Tag zwischen China und Japan ausgefochten werden. Japan scheut sich schon nicht mehr, in die englischen Interessengebiete einzudringen, wo es doch früher Erklärungen abgegeben hat, wonach die englischen Interessen gewahrt bleiben sollen. Wie sich die Weltverhältnisse nach dem Kriege entwickelt haben, wird die Lage Englands immer schwieriger. Japan scheint sich dessen sicher zu sein, daß England im Falle des Ausbruchs eines größeren Krieges mit der Unterstützung durch seine Kolonialgebiete nicht mehr in dem Maße wird rechnen können, wie das früher der Fall war. Man stelle sich bloß vor, wie schnell die Kraft des alten England gebrochen sein würde, wenn es einmal keine Zufuhren mehr bekäme aus seinen Kolonien. Diese gefährlichen Aussichten ketten England um so fester an das ihm jetzt wieder verbündete Frankreich, und man brauchte sich auch jetzt nicht zu wundern, wenn es die letzte Gelegenheit des deutschen Judenkonfliktes wieder einmal benutzte, um Frankreich zu zeigen, daß es sich auf England doch noch ein wenig verlassen kann. Die deutsche Regierung und überhaupt in Deutschland ist man sich darüber klar, daß, wenn der innere Aufbau gelingen soll, außenpolitische Konflikte so weit wie möglich vermieden werden müssen. Nicht nur aus dieser Sorge heraus, sondern um einer reibungsloseren Konsolidierung der deutschen Wirtschaftsverhältnisse willen, die der allgemeinen Not wegen so schnell wie möglich eintreten muß, ist es zu begrüßen, daß auch jetzt Alfred Rosenberg, der Außenpolitiker der NSDAP in einer Unterredung mit ausländischen Vertretern darauf aufmerksam gemacht hat, daß Deutschland nicht darauf aus sei, den westlichen Mächten, die um ihrer wirtschaftlichen Existenz willen auf den westlichen Markt angewiesen seien, diesen Markt unnötiger Weise zu stören. Er vertrat die Ansicht, daß die günstigeren Aussichten für den deutschen Markt im Osten vorhanden wären. Es ist ja nun einmal eine Tatsache, daß der Aufschwung der deutschen Wirtschaft auf immer weitere Gebiete der Welt, die früher durch die Industrien der westlichen Staaten versorgt worden waren, die Hauptursache wurde für den Zusammenschluß dieser Staaten zum Kampf gegen dieses stark und reich gewordene Deutschland. Wenn daher Möglichkeiten bestehen, die Produkt deutscher Arbeit, auf deren Absatz auf dem Weltmarkt Deutschland angewiesen ist, in solche Länder zu leiten, auf deren Gewinnung als Absatzgebiete Frankreich, England und Amerika keinen so großen Wert legen, könnte ja alles getan werden, um diesen versöhnenden Ausgleich zu schaffen. Aber auch diese Staaten können nicht verlangen und nicht erwarten, daß Deutschland ihnen die Rohprodukte und sonstigen Waren, die sie nach Deutschland liefern wollen und liefern müssen, weil sie sonst keine Abnehmer dafür haben, ganz ohne irgendein gleichwertiges Aequivalent abnimmt. Ohne Reibungen wird es kaum abgehen. Immerhin wird es im allgemeinen Interesse liegen und auch vielleicht zu friedlicheren Verhältnissen führen, wenn Deutschland seinen Markt in der von Rosenberg bezeichneten Weise bestimmt. Um der Masse des deutschen Volkes willen, bei der selbst Bedürfnisse in so weitreichendem Maße vorliegen, daß deren notwendigste Befriedigung die deutsche Wirtschaft schon fast allein auf lange Zeit hinaus in weitgehendem Maße beschäftigen würde, wäre es dringend zu wünschen, daß sich die deutschen Wirtschaftler und Politiker sehr ernstlich mit dieser Seite des Problems befaßten. Kommt es da zu vernünftigen Beschlüssen und Maßnahmen, so läßt sich damit wenigstens für eine entsprechende Zeitspanne ein Teil der Sorgen vermeiden, die das Ausland in bezug auf die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt hat. Schafft man aber erst im deutschen Hause selbst eine die Bewohner dieses Hauses befriedigende Ordnung, werden damit alle die Voraussetzungen geschaffen, die nötig sind, um Deutschland zu befähigen, den Konkurrenzkampf zu einem Zeitpunkt aufzunehmen, wo seine Lage dies unbedingt erfordert. Vorläufig ist doch die Deutschlands so, daß Alfred Rosenberg recht hatte, wen er jenen ausländischen Vertretern gegenüber in bezug auf die Abrüstungsfrage sagte, daß Deutschland wünsche, sein bißchen Geld nicht für Kriegsrüstungen ausgeben zu brauchen. Nicht allein die Art und Weise, in der das Ausland die innenpolitischen Vorgänge in Deutschland beurteilte und Stellung dazu nahm, oder die Tatsache, daß Rosenberg 668 S 16130 Nr. 95— Seite 2 Sonntag, 23. April 1933 Sonntag, 23. 2 solche Gespräche führen muß, die der Beruhigung dienen sollen, oder der Besuch, den der Vizekanzler von Papen und Minister Göring in Rom machten, sind Beweise dafür, wie stark die deutsche Aufbauarbeit abhängig ist von der Meinung, die das Ausland über seine Pläne und Absichten hat, sondern es begibt sich auch sonst mancherlei, was die Gefahren anzeigt, die dem neuen Deutschland drohen, das sich leider in einer Lage sieht, die von den unglückseligen Paragraphen des Versailler Diktates bestimmt ist. Wir denken da an die Verhältnisse in Polen und überhaupt in den östlichen Grenzgebieten. In letzter Zeit haben sich die Fälle immer wieder wiederholt, daß die Deutschen durch allerlei Schikanen drangsaliert wurden, und es war anzunehmen, daß diese Dinge von denen angestiftet wurden, die an einem Ausbruch ernstlicher Differenzen ein Interesse haben. Nachdem die Hetze etwas nachgelassen hatte, scheint sie jetzt wieder neu einzusetzen. Die„Frankfurter Zeitung" berichtet aus Kattowitz, daß die Ortsgruppe des „Verbandes der polnischen Aufständischen“ in Kattowitz eine Entschließung gefaßt habe, die in 13 Punkten eine Reihe von Forderungen stellt, die schroffste Feindseligkeiten gegen das Deutschtum zeigen. Gefordert wird das Verbot aller deutschen Zeitungen und Filme, Auflösung aller deutschen Verbände, wenn auch nur der geringste Verdacht von Illoyalität besteht, Ausweisung der deutschen Reichsangehörigen, Herabsetzung der Zahl der Minderheitsschulen, Boykott deutscher Waren und Läden, ein Verbot aller deutschen Abzeichen, sogar Schülermützen.a. m. Der Verband polnischer Musiker und Theater in Warschau, sowie die Vertreter der polnischen Grammophonund Filmindustrie haben beschlossen, die zeitgenössische leichte deutsche Musik zu boykottieren. Sie haben in einer Entschließung einen entsprechenden Appell an die polnischen Singspieltheater und die anderen in Frage kommenden Gesellschaften und Organisationen gerichtet. Wenn nicht auch bei uns andere deutsche Zeitungen aus Polen vorlägen, die davon berichten, wie allgemein dieser Geist in Polen herrscht und diese Stimmung von allen möglichen Stellen aus in der Richtung geschürt und angeregt wird, so würde man sagen, daß in jedem Staat solche Richtungen vorhanden sind, die ihren Standpunkt ins Extreme treiben und dadurch dem Staat und dem eigenen Volke die unnötigsten Schwierigkeiten bereiten. In Polen scheint die Sache aber doch weiter getrieben zu werden, als es auf die Dauer zu ertragen ist, und man kann der deutschen Regierung nur wünschen, daß sie für die Austragung dieser Konflikte die Männer finde, die mit dem nötigen Geschick, aber auch mit dem nötigen Mut und mit Tatkraft dem zu begegnen wissen, was sich Deutschland nicht bieten lassen darf. Sowohl die kaiserliche Regierung als auch die sozialistische Revolutionsgierung haben in der Behandlung der deutsch=polnischen Angelegenheiten leider beide eine sehr unglückliche Hand gehabt, und es wird schwer sein, auf dem Wege der Verständigung eine geeignete Lösung der Schwierigkeiten zu erreichen. Was aber jetzt dort ist, kann nicht so bleiben. Kr. Der Reichskanzler beim Reichspräsidenten Berlin, 22. April. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichskanzler Adolf Hitler zu einer Besprechung schwebender politischer Fragen. Aus tiefer Not. Von Ernst Frhr. v. Wolzogen. Ist dies das Ende? Ganz von Gott verlassen, Von aller Welt verhöhnt, beschimpft, gehaßt?! So sucht ihn doch bis in die letzten Gassen Den Einen, der in Bismarcks Stiefel paßt! Genug, genug der Unbeträchtlichkeiten, Die Vielzuvielen schaufeln uns das Grab, Den Einen brauchen wir, den Tatbereiten, Den Zwingherrn mit des Willens Zauberstab. Hervor ans Licht, Fernfunker deutschen Wesens, Des Weisheit weltenweite Welle schlägt, Der einfach, ohne viel des Federlesens, Zum Schwert den Geist in unsere Waage legt! Wo ist der Retter, der nicht nach den Regeln Verstaubter Staatskunst lahme Ränke spinnt, Der da Fraktur spricht mit hochmüt'gen Flegeln Und Nebel aufjagt wie der Morgenwind? Der Mann, der nicht gleich in die Fliegenfalle Auf jeden idealen Zucker kriecht, Der, unbetäubt vom lauten Lügenschwalle, Gras wachsen hört und zeitig Lunte riecht, Der alle Wölfe mühlos überheulen Und alle Schlangen überzüngeln kann, Zureden auch, liebreich, wie kranken Gäulen—„ Wo ist der Mann, der undeutsch deutsche Mann?? Hervor ans Licht, du Eckhard, du getreuer! Wenn deiner Rede Ton Gehorsam zwingt, Wenn dir im Auge glüht das Wotansfeuer, Und deines Geist's Gebärde leicht beschwingt, Dann aber werden wir dich kennen, Gotterkor'ner. Du aber mach aus dir kein zaghaft Hehl, Bekräft'ge dich als Führer, als gebor'ner! Die deutsche Tat geschieht nur auf Befehl! All unsre Feinde auf der ganzen Erde, Sie beugen froh sich ihrem stärksten Geist— Wir— wandeln uns zur hirtenlosen Herde. Weil's so der Herr in Washington uns Gedanken zur Zeit. (Schhab.) Erfreulich ist es, daß das Justizministerium die Absicht hat, seine„Paragraphenlehrlinge“, wie man die ferendare und Assessoren nennt, in den praktischen Arbeitsdienst, überhaupt in die Praxis des Arbeitsdienstes einzuführen. Ebenso gut scheint mir, als Ergänzung gedacht, eine mindestens einjährige Beschäftigung aller derer, die Juristen oder Anwälte zu werden wünschen, in den kaufmännischen, verkehrstechnischen und anderen Betrieben. Es wird heute in Schriftsätzen und in Urteilsbegründungen ein Deutsch verzapft(das sogenannte JuristenDeutsch), welches dem unkomplizierten Menschen schwer verständlich bleibt. Es ist daher nur angebracht, daß die Juristen, ähnlich wie Luther bei seiner Bibelübersetzung, den Leuten„aufs Maul“ sehen, das will besagen, daß sie lernen, sich bei aller Gewähltheit des Wortes so auszudrücken, daß auch der gemeine Mann sie versteht. Diese praktische Tätigkeit sollte nicht vor dem 22. bis 23. Lebensjahr aufgenommen werden, damit dieses Arbeitsleben bewußt gelebt wird. Sehr interessant sind die Einrichtungen von Arbeitnehmerkammern in Bremen und Hamburg. Man geht da vom Grundsatz aus, daß neben den Gewerbekammern, Handelskammern, also den ständischen Vertretungen, auch eine Arbeitnehmerkammer gebildet, bezw. gefördert werden müsse. Das bedeutet die Entpolitisierung des Wirtschaftskampfes. Sicherlich werden diese Kammern bald so ausgebaut sein, daß sie Ersatz für die parteipolitisch durchsetzten Gewerkschaften bilden werden. Wenn kürzlich im Aufwärts mehrfach die Frage der Monopolisierungsbestimmungen im Verkehrswesen angeschnitten wurde, so kann heute festgestellt werden, daß die Reichsbahngesellschaft noch im Laufe des Sommers zum Reiche zurückkehren wird, daß die wiederholten Hinweise auf eine Konzernfirma ausländischer Prägung, die sich einen Sondervorteil zu schaffen gewußt hatte, genügt haben, um gewissen Zusammenhängen nachzugehen. (Schenker=Behala=Bahnspeditionsvertrag). Die Korruptionsnachprüfungsmühlen mahlen langsam für diejenigen, die Opfer dieser Korruption der letzten 14 Jahre geworden sind oder zu werden drohen. Immerhin mahlen sie sicher und trefflich fein. Sie gehen weder an Reichstagsvizepräsidenten noch an Reichskommissaren vorüber, ob nun einer Esser oder Gereke heißt. Sie prüsen alles und teilen die Spreu vom Weizen. Schon daß das Gefühl beseitigt ist, es könnten nur die Kleinen gepackt werden, während man die Großen laufen lassen würde, das ist ein beachtenswerter Fortschritt. Heute ist es jedes deutschen Staatsbürgers Aufgabe, am Aufbau mitzuarbeiten, nachdem eine neue Grundlage geschaffen wurde. Früher wollte man unsere Mitarbeit an der Stützung eines baufälligen Hauses. Wir wußten, daß dieses Haus doch früher oder später zusammenbrechen müsse, so daß jede positive Mitarbeit nutzlos gewesen wäre. Heute ist das Schicksal des neuen Reiches in die Hand jedes einzelnen gelegt. Jeder von uns hat so zu handeln, als ob er selbst die Verantwortung für alle Geschehen in Deutschland zu tragen hätte. Ob uns diese oder jene Staatshaltung paßt oder nicht, wir wollen jene kleinliche Krittelsucht ausschalten und am Neubau mithelfen. F. V. A. Das Fallbeil hängt an einem schwachen Faden— Alldeutschland schreit aus heil'ger, tiefster Not: Hervor ans Licht, Tyrann von Gottes Gnaden, Dr Einz'ger, rett uns du vor Schmach und Tod! Aus dem Sammelkasten. Ein gelb gewordenes Blatt mit rauhen, abgegriffenen Rändern aus meinem Sammelkasten: Unterhaltungsbeilage der„Täglichen Rundschau von ehemals, Sonnabend, den 2. November 1918. Die große Inventur Der Zwock der Volkszählung am 16. Juni. 22. April. Zum Gesetz vom 12. April zur Durchführung d. Volks=, Berufs= und Betriebszählung ist die Ausführunge. Voirs=, Berufs= und Betriebszählung ist die Ausführung, verordnung erlassen worden. Die Jahlung sollte ursprünglich schon im Jahre 1930 stattfinden, sie mußte aber aus den der Finanzierung und aus anderen Gründen verschobwerden. Nach der Gleichschaltung aller Instanzen hat die Reiche. regierung das Jahr 1933 als den richtigen Moment ange. sehen, um durch eine Zählung eine Inventuraufnahme deganzen Volkskörpers und der Wirtschaft vorzunehmen. Nach Abschluß des wirtschaftlichen Schrumpfungsprozesses dürfie dieser Zeitpunkt auch für die wirtschaftspolitische Aufgabder Zählung richtig gewählt sein. Die Zählung soll das be. völkerungs-, wirtschafts- und sozialpolitische Küftzeug zue den Wiederaufbau der kommenden Jahre geben. Zu der Volks=, Berufs= und Betriebszählung am 1 Juni soll noch eine gewisse statistische Nacherhebung auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Industrie treten die im einzelnen noch nicht endgültig festgelegt sind. Greuelhetze in Unerhörte Behauptungen der Stockholmer Sozialistenpreise Berlin, 22. April. In letzter Zeit hält es die schwedische Linkspresse in bemerkenswert starkem Maße für notwendig, sich an den verlogenen Greuelnachrichten über den angeblichen„Braunen Terror" in Deutschland zu beteiligen. Eine besonderRolle spielt dabei der Stockholmer„Sozialdemokra, ten“ der, wenn auch nicht offizielles Regierungsorgan, so doch den sozialdemokratischen Mitgliedern der schwedischen Regierung nahesteht. In einem Artikel behauptet das Blatt. in Deutschland seien nackte Gefangene gepeitscht und Juden gehängt worden. Das Blatt läßt sich von einem angeblichen Flüchtling mitteilen, es sei nicht wahr, daß der Terror in Deutschland zum Abschluß gelangt sei, er gehe im Gegenteil unvermindert weiter. Man vermutet, daß es sich bei diesem„Flüchtling“ um Professor Georg Bernhard handelt. Außerdem übernimmt das Blatt in breitester Aufmachung auch die Greuelberichte des„Manchester Guardian" dessen politische Einstellung am treffendsten dadurch charakterisiert wird, daß sein bisheriger Berliner Vertreter kommunist sches Parteimitglied gewesen ist. Man ist an hiesiger zuständiger Stelle der Auffassung daß es völlig unverständlich ist, wenn die schwedische Regierung nichts gegen derartige ungeheuerliche Behauptun. gen unternimmt, für die den schwedischen Zeitungen nicht der geringste Schalten eines Beweises zur Verfügung siehl. Der Strafvollzug in Preußen Der preußische Justizminister Kerrl hat eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, die darauf abzielen, den Strafvolzug zu einer ernsten und wirksamen Waffe im Kampf gegen das Verbrechertum zu gestalten. Gegenüber einer aus falschen Humanitätsgedanken geborenen verstiegenen Ideologie werde der Strafvollzug mit entschiedener Straffheit, mit Gerechtigkeit, Ernst und Festigkeit durchgeführt werden. Die Stellung des Anstaltsleiters soll gestarkt, die Beamten gegen unberechtigte Angriffe geschützt werden. Die Verordnung über den Strafvollzug in Stufen wird eine Aenderung erfahren, die sich auf die nüchternen tatsächlichen Erfahrungen der Praxis grundet und als Leitgedanken des Strafvollzugs energisch d Notwendigkeit betont, den Gefangenen mit dem guarzen,wir satz seiner Willenskräfte im Sinne persönlicher tung und unbedingter Pflichterfüllung gegenüber den V derungen der Volksgemeinschaft zu erziehen. Es liegt viel in so einem Sammelkasten. In verschiedenen Mappen geordnet, birgt er einen Teil dessen, was mir für die junge Generation und mein Alter aus den letzten zwei Jahrzehnten behaltenswert erschien. Das Leben und die Arbeit aber nehmen mich so stramm dazwischen, daß ich nur selten zum Durchblättern meines Schatzes komme. Ich weiß selbst nicht recht, was alles in dem klaffenden, braunen Kasten steckt, unter dessen Dekkel ich so oft etwas schiebe— zum Ordnen für später. Das Blatt aber, das heute vor mir liegt, ist manchmal hervorgeholt worden. Wenn wir im Freundeskreis von Deutschlands Not sprachen, wenn Frage zu Frage kam und schließlich zur Führerfrage wurde, dan las ich wohl das Gedicht vor, um dessentwillen mir das Blatt lieb ist. Es ist von Ernst von Wolzogen— dem Dichter, der als Landsturmmann im Kampf an der Front das„Ueberbrettlhafte“ in seiner Kunst abgestoßen hat— unmittelbar vor der marxistischen Revolution gedichtet. Es schildert treffend den Deutschen mit seinen Stärken und Schwächen, mit dem, was liebens= und tadelnswert am deutschen Wesen ist. Es schildert die äußere Not im Verband der Völker; ich möchte sagen, es prophezeit Versailles, Locarno und Genf. Schwerer aber noch drückt sich die innere, die sittliche Not der Nachkriegserscheinungen, des unseligen Parlamentarismus, aus. Es spricht von den Wölfen und den Schlangen, die in die hirtenlose Herde eingebrochen und von ihr gefüttert sind. Und dan zeichnet es den Führer, dem die Deutschen Gefolgschaft leisten. Wir sahen uns um und fanden keinen. Wir wußten:„Gott sendet die Führer zu seiner Zei, so hat er es immer in der deutschen Geschichte gemacht, und glaubten selbst nicht mehr an die Sendung des ters. Dort unter dem Hakenkreuz reiften Führerperson lichkeiten heran— werden sie in das Bild hineinwachsen! Wir waren zu mürbe, zu oft enttäuscht zum wagenden Glauben. Wir sahen auch an den jungen Stürmern zudie, was uns mißfiel. Und nun? Was keiner von den„Besonnenen“ mit dem bänglichen Schwanken feiger Gedanken zu hoffen gewat geschweige denn zustande gebracht hätte, das steht Wirklichkeit da. Deutschland, unter der Führung Jungen, die sich wirklich unbeugsam und allen Gewal zum Trotz erhalten haben, hat uns die größte und hei“ lichste Ueberraschung bereitet. Das alte Führergedicht“ lebendig geworden, Deutschland hat seine Führer. Eigentlich sind wir gar nicht führerlos gewesen. Führer des Krieges hielt auf seinem Posten aus mit enn Treue, die erst die Geschichte ganz würdigen wiro. wir waren noch nicht notreif zur einmütigen Gefolglchh Wir können nicht„Heil Hitler“rufen, ohne Hindenbulh tiefster Ehrfurcht zu danken; er hat das Chaos aus den Jungen die Bahn freigehalten. Der Tag von Vo## dam ist sein Dank. Wieviele Augen derer, die früher Hindenburg 5“ jubelt haben, sind feucht geworden bei Hitlers Worten“ Hindenburg in der Garnisonkirche? Jetzt sehen sieegng, tungsvoll nach dem jungen„Tyrannen von Göltes den“, den keine feindliche Macht beugen konnte. Die Tageszeitung einer Großstadt brachte die i Regierungserklärung des Kanzlers unter der Sperr überschrift:„Von Gottes Gnaden“. Ich weiß nicht“ hinter Freude oder Ironie stand. Das aber weiß sch“ ich unserm Volk das eine wünsche, daß seine Führer ner von Gottes Gnaden bleiben, wirkliche Führer, aug Freie, denen weder Haß noch Liebe schadet, weil dem Notschrei Deutschlands und aus dem Dankessut Ruf Gottes vernehmen. Toni Keß Der oltgee Berlin, 21 getretene Kirch Kirche hat in wärtigen Lage die den deutsch tige Bewegung ergriffen hat. einer Erklärur „Die deutsc wurf mangeln dische Notwen! schiedenheit zu keinen Umstär lassen, die sie daß nur in Ehi die sittliche G An organi scheint der Um evangelischen Zusammenfasst einheitlichem lich geworde Dringlichkeit. druck dafür e chenausschußi sammenschlusst Für die einen kleinen nannt, der d liche Aenderu Beschleunigun bevollmächtig nicht angehör. des Kirchense ihrer Verwalt Tatkraft und Wirkung kon Zeit ihren Be menden geger Zusam: Der Gesa seiner Tagun Schreiben an Deutschlands richten: „Der Ge sich auf seiner dem von der erstrebten Iu bekannt hat. verpflichtet, Deutschlands adruck de Nachd Hitle Reichsk planmäßiger wo er vom wurde. Die beitslosenhil sprache der on der heut binett den Reichsminist gegennehme deten Progt dung der Le Reichsn an die nati Sonntag in seine Vater einer Fami neuen Rund Amt einfüh schen Presse mitta bei schäft 23. April 1933 itur 16. Juni. ertin, 22. April. Durchführung der die Ausführungs. sollte ursprünglich e aber aus Grünründen verschohe en hat die Reichs. zu Moment ange. aturaufnahme des orzunehmen. Nach gsprozesses dürfte politische Aufgabe hlung soll das be. sche Lüsizeug füe geben. oszählung am 16. erhebung auf dem ndustrie treten, gelegt sind. weden Sozialistenpresse. erlin, 22. April. che Linkspresse in mdig, sich an den ngeblichen„Braua. Eine besondere zialdemokraegierungsorgan, so n der schwedischen hauptet das Blatt, peitscht und Juden einem angeblichen daß der Terror in gehe im Gegenteil „lüchtlngt un andelt. tester Aufmachung Guardian“, dessen surch charakterisiert treter kommunistt lle der Auffassung die schwedische Reerliche Behauptun. en Zeitungen nitht r Verfügung stehl. Preußen hat eine Reihe von elen, den Strafvollse im Kampf gegen initätsgedanken geer Strafvollzug mit igkeit, Ernst und llung des Anstalts1 unberechtigte Anüber den Strafvollfahren, die sich auf 1 der Praxis grünUzugs energisch die nit dem ganzen Einönlicher Verantworgegenüber den ForDeutschen iden keiner Zeit, gemacht“ des RetSentag, 28. Aprrt 1963 Nr. 35— Seite 3 agenden n zuviel, 1106 en an OER K00: erste Kirchen Deutschlands sich zu einer evangeltsch-lutherischen Bekenntniskirche zusammenschließen. Nur auf diese Weise wird das deutsche Luthertum endlich zu der ihm zukommenden und nötigen Bedeutung kommen, sowohl hinsichtlich des Dienstes, zu welchem es dem Deutschen Reich und Volk gegenüber aufgerufen ist, als auch hinsichtlich seiner Stellung unter den verschiedenen Religionsgemeinschaften, als auch im Blick auf die über alle Weltteile zerstreute große evangelisch=lutherische Diaspora, welche innerlich und äußerlich auf eine starke evangelisch=lutherische Kirche des Heimatlandes angewiesen ist.“ Das Ringen der Kirche Her altpreußische Kirchensenat faßt wichtige Beschlüsse.— Beschleunigte Aenderung der Kirchenverfassung. Berlin, 21. April. Der Freitag in Berlin zusammengetretene Kirchensenat der altpreußischen evangelischen Kirche hat in eingehenden Verhandlungen zu der gegenmwärtigen Lage und zu den Aufgaben Stellung genommen, die den deutschen evangelischen Kirchen durch die gewaltige Bewegung erwachsen, die die Seele unseres Volkes ergriffen hat. Das Ergebnis seiner Beratungen hat er in einer Erklärung zusammengefaßt, in der es u. a. heißt: „Die deutschen evangelischen Kirchen weisen den Vorwurf mangelnden oder lauen Eintretens für vaterländische Notwendigkeiten, woher er auch komme, mit Entschiedenheit zurück. Die Kirche darf und wird sich unter keinen Umständen von der Verantwortung abdrängen lassen, die sie vor ihrem Gott und Herrn hat. Sie weiß, daß nur in Ehrfurcht vor Gott und seinem heiligen Willen die sittliche Gesundung unseres Volkes sich gründet. An organisatorischen Aufgaben der Gegenwart erscheint der Umbau des bestehenden Bundes der deutschen evangelischen Landeskirchen mit dem Ziel einer straffen Zusammenfassung aller deutschen evangelischen Kräfte zu einheitlichem Aufbauwillen unter Wahrung des geschichtlich gewordenen Bekenntnisstandes von besonderer Dringlichkeit. Der Kirchensenat wird mit allem Nachdruck dafür eintreten, daß der deutsche evangelische Kirchenausschuß in kürzester Frist die Arbeit des engen Zusammenschlusses durchführt. Für die altpreußische Kirche hat der Kirchensenat einen kleinen Kreis von bevollmächtigten Männern ernannt, der die bereits in Angriff genommene erforderliche Aenderung der bestehenden Kirchenverfassung mit Beschleunigung erledigt. Zu diesen Arbeiten wird der bevollmächtigte Ausschuß auch den kirchlichen Organen nicht angehörende Männer heranziehen. Es ist der Wille des Kirchensenats, daß in der Führung der Kirche und ihrer Verwaltung neben der Erfahrung der Aelteren die Tatkraft und das Vorwärtsstreben der Jüngeren mit zur Wirkung kommt. Soll die Kirche in schicksalwendender Zeit ihren Beruf erfüllen, so gilt es mit allem aufbauhemmenden gegenseitigen Mißtrauen aufzuräumen.“ Zusammenschluß des Luthertums Der Gesamtvorstand des Martin Luther=Bundes hat auf seiner Tagung in Bad Blankenburg beschlossen, folgendes Schreiben an die evangelisch=lutherischen Kirchenregierungen Deutschlands sowie an das lutherische Einigungswerk zu „Der Gesamtvorstand des Martin Luther=Bundes, der sich auf seiner Tagung am 18. April dankbar und freudig zu dem von den Führern des Deutschen Reiches und Volkes erstrebten Ziele eines einigen und starken deutschen Volkes bekannt hat, hält sich in dem Gefühl der Verantwortung für verpflichtet, die evangelisch-lutherischen Kirchenregierungen Deutschlands dringend und herzlich zu bitten,„sich ini Nachdruck dafür einzusetzen, daß die evangelisch-lutherischen Ein neuer Aufruf der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“. — Berlin, 21. April. Nachdem, wie der Preußische Pressedienst der NSDAP meldet, der Kirchensenat die Bitte der Reichsleitung der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“, zu den Beratungen zwei Beobachter dieser Bewegung hinzuzuziehen, abgelehnt hat, erläßt Pfarrer Hossenfelder namens der Reichsleitung der Glaubensbewegung„Deutsche Christen“ einen Aufruf, in dem es u. a. * „Wir Deutschen Christen erheben den Anspruch, obwohl unsere Glaubensbewegung etwas anderes ist als die Erwechungswogen früherer Zeiten, eine Bewegung von oben her zu sein. Jetzt kommt es darauf an, daß das gesamte evangelische Kirchenvolk diesem unüberhörbaren Gottesruf Gehorsam schenkt. Darum, Deutsche Christen, klärt auf, sagt es von Mund zu Mund, was wir wollen, treibt jetzt die Bewegung dem endgültigen Ziele zu, Gott ist mit uns. Unsere Reichstagung war die Mobilmachung. Sie hat im ganzen Lande und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus wie ein Sturm gewirkt. Die Feinde des Dritten Reiches verstecken sich hinter die Kirche. Wir setzen ihnen ein gläubiges„Dennoch“ entgegen. Ohne unsere Glaubensbewegung bleibt die Neuordnung der Kirche ein Projekt in der Schublade. Die kirchlichen Fragen in Deutschland können nicht ohne und noch weniger gegen das erwachte Volk gelöst werden.— Die Glaubensbewegung„Deutsche Christen" steht in Lehre und Verkündung zum Bekenntnis der Väter lutherischer und reformierter Prägung. Die Glaubensbewegung wird aber nie und nimmer zulassen, daß das Kirchenvolk mit dem theologischen Streit vergangener Jahrhunderte„um die reine Lehre" oder mit den Verirrungen unbiblischer Romantik unserer Tagung belastet wird. Wir wollen nicht, daß die Kirche mit ihren Behörden und Aemtern so tut, als könne sie sich dem Schicksal ihres Volkes entziehen. Deutsche Volks= und Glaubensgenossen! Die Stunde ist da, dem herrlichen Reiche Adolf Hitlers die Kirche des Evangeliums zu geben, die das deutsche Volk geliebt hat und vom deutschen Volk geliebt wird. Gott segne unsern Kampf!“ Hitler und Göring in Berlin Berlin, 22. April. Reichskanzler Hitler ist am Freitag früh mit dem fahrplanmäßigen Zuge aus München in Berlin eingetroffen, wo er vom Reichsminister des Innern Dr. Frick begrüßt wurde. Die Chefbesprechung über die Neuregelung der Arbeitslosenhilfe wurde abgesagt. Es fand lediglich eine Aussprache der beteiligten Minister über die Angelegenheit statt. In der heute stattfindenden Kabinettssitzung wird das Kabinett den Bericht des Vizekanzlers von Papen und des Reichsministers Göring über die Besprechungen in Rom entgegennehmen. Im übrigen wird außer den bereits gemeldeten Programmpunkten auch das Gesetz über die Entschuldung der Landwirtschaft behandelt werden. Reichsminister Dr. Goebbels wird sich im Anschluß an die nationalsozialistische Führertagung in München am Sonntag im Flugzeug nach Köln begeben. Er wird dann seine Vaterstadt Gladbach=Rheydt aufsuchen und dort an einer Familienfeier teilnehmen. Am Montag wird er den neuen Rundfunkintendanten in Köln, Dr. Glasmeier, in sein Amt einführen und abends im Gürzenich vor der westdeutschen Presse sprechen. Göring im Amt Der preußische Ministerpräsident Göring ist Freitagmittag auf dem festlich geflaggten Tempelhofer Flughafen eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatte sich eine Polizeihündertschaft sowie eine SS.=Formation und eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden. Der Ministerpräsident wurde bei seiner Ankunft begeistert begrüßt. Am Nachmittag hat Ministerpräsident Göring die Gehaste des preußischen Staatsministeriums übernommen. Preußenfraktion ehrt Hitler Berlin, 22. April. Die preußische Landtagsfraktion der RSDAF, geransattete im festlich geschmückten Sitzungssaal des Eun###e ie Jeier anlählich des 44. Gevurtstages des Fayersau. Teichskanzlers Adolf Hitler. Außer den Frakt.„ezng Eern waren noch zahlreiche Vertreter der großen„utr Dialistischen Organisationen erschienen. Der Fuhr " Frattion, Oberpräsident Kube, hielt die Festansprache. ere lo führte er aus, ist in allen Dingen des deutschen. Ledens der Winkelried, der der Freiheit eine Gasse: Düir als seine Gefolgsmannen haben sein Beispiel zu.. oigen und das Neue aufzubauen. Mag mancher auch Fimer„weitere Vorwärtstragen der evolution nicht verstehen— diese Revolution ist noch, nicht iu Ende, sie geht weiter,(stürmischer Beifall), so der wilde Strom sich aus eigener Kraft und nicht aus dem Nachgeben der anderen, das neue Bett gegraben hat. Kube schloß seine mit begeistertem Beifall der Fraktion aufgenommenen Ausführungen mit einem dreifachen Heil auf den Führer Adolf Hitler. Die Amtsübergabe an Göring Berlin, 22. April. Nachdem der Reichspräsident den Vizekanzler von Papen von seinem Amte als Reichskommissar für das Land Preußen entbunden hatte, übergab Vizekanzler von Papen dem vom Reichskanzler ernannten Ministerpräsidenten Göring die Geschäfte des preußischen Staatsministeriums. Der preußische Ministerpräsident Göring hat kanzler seine Vorschläge für die Ernennung der Minister unwrbrsts. Behala=Skandal Stadtrat Schlichting in Schutzhaft.— Erfolgreiche Haus. suchungen. Prssg 9 Kuril. Bernn, 22. April. Auf Anordnung des Staatskommissars für Berlin. Dr. Lippert, wurde der ehemalige unbesoldete Stadtrat Schlichting in Schutzhaft genommen. Wie man hört, ist in einem Geheimtresor eine Mitteilung gefunden worden, nach der Schlichting bei dem Ankauf des Viktoriaspeichers— dessen Wert mit zwei Millionen Mark veranschlagt worden war, während die Stadt.5 Millionen Mark bezahlt hat— für Spesen und Auslagen 15000 Mark erhalten hat. Im Zusommenhang mit dieser Angelegenheit wurden die Räume der ofsenen Pger“ Fiernel Schenkerr Ggteg.“ ein Fräulein Hussock, in deren Wohnung gleichfalls belastendes Material beschlagnahmt wurde. Wer Kathreinertrinkt, dereien Amerikas Inflation Für drei Milliarden neues Papiergeld.— Herabsetzung des Goldgehaltes des Dollars auf die Hälfte. Washingion, 22. April. Die nunmehr fertiggestellte Regierungsvorlage zur Regelung der amerikanischen Währungsverhältnisse ermächtigt den Präsidenten der Vereinigten Staaten: 1. zur Ausgabe von weiteren drei Milliarden Dollar Papiergeld, 2. zur Annahme von Kriegsschuldenzahlungen in Silber bis zum Betrage von 100 Millionen Dollar, 3. zur Herabsetzung des Goldgehalts des Dollars bis auf die Hälfte des jetzigen Werkes. Durch die Vorlage wird Wallstreet und dem Federal Reserve Board die bisherige Kontrolle über die Währung entzogen und diktatorisch in die Hände des Präsidenten gelegt. Die Vorlage wird dem Kongreß sofort zugehen. Wie der Senator Robinson im Einvernehmen mit Präsident Roosevelt mitteilt, beabsichtigt man natürlich nicht, den Goldgehalt des Dollars bis zu der erwähnten 50=ProzentGrenze zu vermindern; die erwähnte Bestimmung solle vielmehr lediglich dem Präsidenten eine Waffe für die kommenden Wirtschaftsverhandlungen mit England an die Hand geben. Durch die Vollmacht, Zahlungen auf Kriegsschulden und andere Verpflichtungen ausländischer Regierungen im Gesamtbetrage von 100 Millionen Dollar in Silber anzunehmen, soll einmal eine Hebung des Silberpreises in Amerika und in China angeregt und zum anderen die Kaufkraft Ostasiens und Südamerikas gesteigert werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten hegt die Hoffnung, auf dem Wege von Vereinbarungen mit England, Deutschland, Frankreich und anderen führenden Welthandelsländern den Silberpreis stabilisieren zu können, und zwar auf der Grundlage von ungefähr 50 Cents je Unze. Die Beratung der Vorlage im Parlament wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Aenderungen wesentlicher Bestimmungen erscheinen nicht ausgeschlossen. Washington unterrichtet das Ausland Der Entschluß der amerikanischen Regierung, zu einer Inflation überzugehen, hat die diplomatischen Vertreter des Auslandes veranlaßt, im Staatsdepartement nähere Auskünfte einzuziehen. Dieses hat daraufhin den amerikanischen Botschaften und Gesandtschaften im Auslande Erklärungen zu den beabsichtigten Währungsmaßnahmen zugehen lassen, in denen betont wird, daß die geplanten Maßnahmen nicht etwa getroffen werden sollen, um die Stellung der Vereinigten Staaten bei den kommenden Wirtschaftsbesprechungen zu verbessern. Die amerikanische Währungspolitik sei vielmehr durch die besonderen wirtschaftlichen Veryaunisse im eigenen Lande verursacht. Deutschland und der Dollarsturz Berlin, 22. April. Ueber die Beurteilung der Währungsereignisse in den Vereinigten Staaten von Amerika erfahren wir an zuständiger deutscher Stelle folgendes: Mangels Vorliegens genauerer Nachrichten über die Vorgänge in den Vereinigten Staaten ist es zur Zeit nicht möglich, sich von den Absichten, die die amerikanische Regierung in ihrer Währungspolitik verfolgt, ein genaues Bild zu machen. Jeder, der die Entwicklung der amerikanischen Zahlungsund Handelsbilanz betrachtet, wird zu dem Schluß kommen, daß die organische Tendenz des Dollar auf lange Sicht gesehen, ehernachoben als nachunten geht. Die jetzigen Maßnahmen unterscheiden sich deshalb grundlätzlich von den Abwertungsvorgängen, die wir im unschluß an den Krieg in einer Reihe von Staaten beobachtet haben, wo die Entwicklung im wesentlichen auf die hohen auswärtigen Verpflichtungen zurückzuführen war. Man wird daher annehmen müssen, daß es sich bei den jetzigen amerikanischen Maßnahmen nicht um eine von internationalen Handels- oder Kapitalbewegungen erzwungene, sondern zu bestimmten Zwecken gewollte Aktion handelt. Die Rückwirkungen, die diese Greignisse auf Deutschland haben können, sind doppelter Natur: 1. Wenn eine dauernde Abwertung des Dollar mit diesen Maßnahmen bezweckt sein sollte, so greift damit das von England eingeleitete valutarische Ausfuhrdumping zum Nachteil der deutschen Ausfuhrindustrie und damit der deutschen Zahlungsfähigkeit weiter um sich. 2. Eine andere Wirkung dagegen würde für Deutschland einen relativen Vorteil bringen. Da Deutschland sehr stark in Dollar verschuldet ist, so würde es seine Schulden durch Aufbringung eines geringeren Gegenwertes abtragen können. Hieran dürften auch etwaige Goldbestimmungen in den Schuldverträgen nichts ändern, da ein Rechtsstandpunkt sich schwer vertreten läßt, der einem Land zugestehen wollte, den Goldwert seiner Verpflichtungen durch gesetzgeverischen Akt herabzusetzen, gleichzeitig aber den Goldwert seiner Forderungen aufrechtzuerhalten. Wird Deutschland deshalb einerseits über seine Ausfuhrfähigkeit wachen müssen, so kann das amerikanische Vorgehen andererseits doch nicht etwa zu einer ähnlichen Währungspolitik in Deutschland Veranlassung geben. Vielmehr wird der Leitstern der deutschen Währungspolitik der Grundsatz bleiben müssen, den der Reichsbankpräsident in der letzten Generalversammlung der Reichsbank ausgesprochen hat: Unsere Sparer sollen wissen, daß die Reichsbank als unerschütterliche Wacht auf dem Posten ist, wenn es gilt. dem schaffenden und sparenden deutschen Volke das Geschaffene und Ersparte zu erhalten. Herriot ist bestürzt Verlagung der Weltwirtschaftskonferenz? An Bord des Dampfers„Isle de France“, mit dem Herriot und die französische Delegation nach Washington reisen, löste die Nachricht über die Aufgabe der Goldwährung durch die Vereinigten Staaten äußerste Ueberraschung aus. In Kreisen der französischen Sachverständigen, die Herriot nach Washington begleiten, erklärt man, daß sich die Lage vollkommen geändert habe, und daß sich die Washingtoner Besprechungen jetzt auf ganz anderen Grundlagen bewegen würden. Die Aufgabe der französischen Abordnung werde sich mehr denn je auf die Tätigkeit eines Beobachters beschränken müssen. Man glaubt außerdem, daß infolge der nunmehr eintretenden Unsicherheit die Weltwirtschaftskonferenz auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden wird. Man ist allgemein der Ansicht, daß das englisch=amerikanische Währungsduell nunmehr die ganze Konferenz in Washington beherrschen wird. Nr. 95— Seite 4 Mustekstt“ Sonntag, 23. April 1933. Zwischen Paris und Neuyork finden übrigens gegenwärtig Verhandlungen über die Zahlungsmodalitäten der franzosischen Anleihen an Amerika statt. Die Bank von Frankreich teilt mit, daß ihre Dollarguthaben fast null sind, so daß sie aus der Dollarabwertung einen unmittelbaren Schaden nicht hat. Scharfe Kritik in England Die Nachricht vom Abgehen Amerikas vom Goldstandard wird, wie die„Times“ von Bord der„Berengaria“ meldet, bei MacDonald und der englischen Abordnung als neuer Grund für die frühere Einberufung der Weltwirtschaftskonferenz angesehen. Vor seiner Ankunft in Neuyork O*„ hatte Macvonald funktelephonische Unterhaltungen mit dem Washingtoner englischen Botschafter. Sehr kritisch sprechen sich die Londoner Finanzzeitungen über den amerikanischen Schritt aus. Die„Financial News“ spricht von der Entrüstung der City über den wohlüberlegten Entschluß Roosevelts. Er habe sich einer groben Unhöflichkeit schuldig gemacht, da er MacDonald vor eine vollendete Tatsache stelle. Roosevelt habe England kaltblütig seiner gegenwärtigen Währungsvorteile beraubt. MacDonald tue am besten, mit dem nächsten Schiff wieder nach England zurückzufahren, ohne mit Roosevelt verhandelt zu haben. Es sei möglich, daß nun auch andere Länder zum Abgehen vom Goldstandard gezwungen würden, was ein allgemeines Chaos bedeuten und eine Rückkehr zu gesunden Wahrungsverhältnissen auf lange Zeit hinausschieben würde. Sollte auch Frankreich vom Goldstandard abgehen, dann gebe es für die anderen Länder kein Halten mehr. Man glaube, daß die Schweiz. Holland und auch Belgien vielleicht noch vor Frankreich vom Goldstandard abgehen könnten. In englischen Bankenkreisen betrachte man daher die Lage der Weltwirtschaftskonferenz mit größtem Pessimismus und bezeichne sie bereits als gescheitert. Die Lohnzahlung für den 1. Mai Berlin, 22. April. Der Reichsminister des Innern hat für den 1. Mai eine Verordnung über die Lohnzahlung erlassen. Nach dieser Verordnung vom 20. April wird die infolge des Feiertages der Arbeit ausfallende Arbeitszeit bezahlt und zwar soweit Tarifverträge die Bezahlung ausfallender Arbeitszeiten an Wochenfeiertagen vorsehen, nach den Bestimmungen der Tarifverträge. Im übrigen ist der regelmäßige Arbeitsverfür die dienst. ausfallende Arbeitszeit zu zahlen. Teilnahme der Turner Der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Neuendorff, hat anläßlich der Feier des 1. Mai einen Aufruf an die Vorstände der Turnvereine gerichtet, in dem es als selbstverständlich bezeichnet wird, daß die Turner an diesen Feiern freudig teilnehmen, und daß alle Turnvereine ihre Ehre darein setzen, an den Festzügen, die überall veranstaltet werden sollen, vollzählig teilzunehmen. Die Vereinsvorstände werden aufgefordert, sich sofort mit den örtlichen RSBO.= Leitungen in Verbindung zu setzen und sich bei ihnen Anweisungen für die Durchführung der Festzüge und aller sonstigen geplanten Feiern zu holen. Die Gewerkschaften zum 1. Der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften begrüßt in einem Aufruf den Entschluß der Reichsregierung, den früher umstrittenen Kampfund Demonstrationscharakter des 1. Mai auszuläschen, diesen Tag der Ehre und dem Adel deutscher..... 9— weihen, als ein hoffnungsvolles Zeichen dafur, vaß sich die Regierung Hitler zum sozialen deutschen Volkstum daß ihr die Würdigung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeiters Herzenswunsch sei. In der„Bergbauindustrie“, dem Organ des freigewerkschaftlichen Bergarbeiterverbandes, befindet sich ein Aufruf, in dem u. a. mitgeteilt wird, daß der Bundesausschuß den 1. Mai 1933 als gesetzlichen Feiertag der nationalen Arbeit begrüßt und die Mitglieder der Gewerkschaften auffordert, im vollen Bewußtsein ihrer Pionierdienste für den Maigedanken, für die Ehre der schaffenden Arbeit und für die vollberechtigte Eingliederung der Arbeiterschaft in den Staat sich allerorts an der von der Regierung veranlaßten Feier festlich zu beteiligen. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hat ebenfalls seine Untergliederungen und Ortsgruppenvorstände angewiesen, die GDA.=Mitglieder zur Teilnahme an den offiziellen Veranstaltungen des Tages der deutschen Arbeit aufzurufen und sich geschlossen an den Feiern zu beteiligen. Feierliche Gottesdienste in Trier. Das bischöfliche Generalvitariat in Trier hat angeordnet, daß am 1. Mai, dem Nationalfeiertag der deutschen Arbeit, in den katholischen Kirchen ein feierliches Amt vor ausgesetztem Allerheiligsten gehalten wird. Gott möge, wie es in der Anordnung heißt, dem deutschen Vaterlande Schutz und Segen für das gesamte Volk und Linderung der Arbeitsnot schenken. Noch keine Freilassungen in Preußen Berlin, 22. April. Im Gegensatz zu Bayern, Württemberg, Baden und anderen Ländern sind bisher in Preußen keine Entlassungen von Schutzhäftlingen erfolgt. Die Gesamtzahl der in Preußen in Schutzhaft genommenen Personen beträgt bekanntlich etwa 10000. Es sind aber auch in Preußen Nachprüfungen der einzelnen Fälle eingeleitet, so daß demnächst die Entscheidung über Entlassungen erfolgen wird. Erziehung. Er fordert Achtung und Ehrerbietung na. dem, was früher geleistet worden ist, aber er sieht auch z. ererbten Schwächen und Fehler in unserem Volkatun Die einzelnen Ausführungen stellen eine sinnende., tiefung in die deutsche Vergangenheit dar und erblichen in der wachstumsmäßigen Verbindung von deutscher Volks= und christlicher Ewigkeitskraft die Grundlage, an der erfolgreich weiter gearbeitet werden kann.— Nau kommenden Schuljahr ab wird der Schulplan in Ueber, einstimmung der bayerischen wie nichtbayerischen Schule, mit Französisch als erster Fremdsprache beginnen. Dabesondere Ziel der Anstalt ist die Pflege des Gemein, schaftsgeistes, der körperlichen Ertüchtigung der Freud, am Wandern und der Natur, Erziehung im vaterländi, schen Geiste und zur Selbstzucht und Pflichttreue.## allem ernsten Streben in der Anstaltsarbeit herrscht ein frisch=froher Geist allenthalten, der im Verein mit der er, fahrenen pädagogischen Leitung die hervorragenden Er. folge der bekannten Anstalt verbürgt. („Pfälzische Presse“ v. 30. 3. 33.) Lokal= und Provinzialnachrichten. „Befreiungsfeier" in Wilna. Ganz unerwartet waren für den 21. April in Wilna große Feierlichkeiten anläßlich des 14. Jahrestages der ersten Eroberung dieser Stadt durch Polen angesetzt worden. Marschall Pilsudski und der Ministerpräsident waren dazu in Wilna eingetroffen. Den Höhepunkt der Feier bildete eine große Militärparade. Realanstalt am Donnersberg. Die Realanstalt am Donnersberg bei Marnheim(siehe Anzeige in Nr. 84 vom 8. April), die sich von jeher weit über die Grenzen der Pfalz in pädagogischen Kreisen eines guten Rufes erfreut, legt ihren Bericht für das Schuljahr 1932/33 vor. Die Anstalt wurde in dieser Zeit von 173 Heim= und 49 Tagesschülern besucht, von denen 163 aus der Pfalz, die übrigen vor allem aus deren Grenzgebieten stammen.— Im Anschluß an die Erwähnung der vom Verband alter Schüler gestifteten Gedenktafeln zur Erinnerung an die Gefallenen der Anstalt enthält der Bericht einen kurzen Beitrag über vaterländische — Bielefeld. Bielefelder Vortragsabende. Wir weisen auf die am 25. d. Mts. stattfindende Disputation zwischen den Herren Dr. Brewe und Universitätsprafessor Dr. Bühler über das Thema„Parlamentarismus oder Ständestaat“ hin. Siehe auch die Anzeige in der heutigen Nummer dieser Zeitung. Man könnte versucht sein, zu sagen: Nach der jetzigen Umstellung der Staatsform haben wir ja den Ständestaat; wozu also noch eine Disputation darüber. Aber so einfach ist die Sache doch nicht. Noch gilt die Weimarer Verfassung; in ihr ist der Parlamentarismus verankert und an ihr hält noch ein großer Teil unserer Volksgenossen fest. Und diesem Teil gilt es zu zeigen, wie sich der Ständestaat aufbaut und welche Gegensätze er zu Demokratie und damit zum Parlamentarismus hat. Dem hierüber gibt es noch große Unklarheit. Und gerade Gegensätze herauszuarbeiten, scheinen uns die beiden Gelehrten sehr geeignet zu sein. Wir versprechen uns, da auch diese Disputation ebenso wie die vorhergegangenen rein wissenschaftlich und nicht etwa parteipolitisch gehalten wird, viel Belehrung und Anregung durch diesen Abend. Kirchliche Nachrichten der Zionsgemeinde zu Bethel. Sonntag: 65. Jahresfest des Diakonissenhauses Sarepta. 8 Uhr: Pastor Lethaus. 9 Uhr: Pastor Bischoff. 10 Uhr: Pastor Voigt. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. 15 Uhr: Festgottesdienst, Pastor Meyer. Einsegnung von 58 Diakonissen. Montag abend 8¼ Uhr: Gemeindebibelstunde in Gosen. Donnerstag abend 738 Uhr: Pastor Leihaus. Kirchliche Nachrichten für Schildesche. Sonntag 10 Uhr vorm. Hauptgottesdienst, Pastor Hopmann. 1½ Uhr nachm. Kindergottesdienst. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Bethel. Kurortallm- Dae Wndungen Christliches Erholungsheim. Nuch Wildunger Kuren ohne Kurtaxe. Gelegenh. zu Naturkuren, auf Wunsch durch Direktor Gobmann (40jähr. Praxis Sanatorium Kassel Wilhelmshöhe) gegen alle Krankheiten, außer ansteckende.— S Pensionshäuser. Badehaus für alle Art Naturmittel. Sonnenbäder. Massagen. Vegetartsche- und Fleischküche, Rohkost. Herrliche Landschaft, waldiger Südabhang. Pension.— bis.— Mk. Bilderreicher Prospekt. Wiesbaden Evanzellsches Hospiz, Orenienstraße 53 Zimmer mit und ohne Verpflegung. Mäßige Preise. Sämereien für Garten und Feld Obstbäume, Boerensträucher beste Sorten Rosen u. Stauden in guter Auswahl Dahlien, Knollengewächse Ziersträucher, Heckenpflanzen Nadelgenolze, Schlingpfte. 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