twoch, 29. Marz 1933 In einer Entschließung egierung begrüßt und bei dem Aufbau de erfranken bis auf die Grund. nnt. as schöne Weiter sehr spät bemerkt und folge Wassermangesz eune zu Scheune fraß ziemlich starken Wind. er Motorspritze gelang zu gebieten. Auf Anzei wurden die umlie. aufopfernde Tätigkeit eneren Umgebung zu. e verhindert werden, Ursache ist noch völlig Scheunen sind bis auf riften. ng des Höchsten. r= und Wanderjahr rchen, Kreis Mörs. eutschen Hauses. Du ar herauszustellen gens: Jeder Mensch ha Motto dieser LebenLeben Ludwig Richten ißheit. Dieser inneren sters nachzugehen und alreichen Werdens u sut verstanden. Es in in Malers, geschrieben er Eigenart und seines M. Sto. nachrichten. bund, Bielefeld, ha ben, für die Arbeits schaffen. Auch für ümliches Konzert sür orgesehen. Um m ubringen, veranstalTage, abds. 815 Uhr nzsche Orchester und Theater wirken mit onzert beträgt 050 e des Bühnenvolks urschule, Technikun bestanden: schinen=Werkmeister, d, Elektro=Ingeniem Kaschinen=Ingenieur, feld, als Maschinenhes Erholungshaus 50 RM. muisen. Von 60.— Rh Sie Hausprospekte durt en, Nordseebad Norddorf. lätter Bibellesen auer) Verbandes für ation herausgegeben , Bethel bei Bielefeld dangelium behandelt. Ribelstndium hausandacht uf Bibeistunden ortofreier Zusendung, ird Rabatt gewähr: tig und Bestellgeld. ck: Hannover 49370. AoeT im Pertheshaus zu is Mittwoch mittag Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .96 Bestellgedühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67877. Cbristlicbes Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, und„Auser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Nn S##. t9.2 P g Reklame 30 Schluß der 0 Pfg. Beilagen unter#g je kauseno 15 Mr. Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67: Nr. 76. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Donnerstag, den 30. März 1933. 15.Jahrgang. Daß man ohne Sorgen lebe, Sorgt man stets um Gut und Geld, Das doch den, der es ersorgte, Stets in Angst und Sorgen hält. MNMMMAMMMMMMM W Logau. M Einige Bemerkungen zum großen politischen Reinemachen. Von Zeit zu Zeit wurden wir in den vergangenen Jahren daran erinnert, daß im Staats= und Gemeindeleben Fäulnisherde bestanden, und wir hatten dabei die Empfindung, die einen überkommt, wenn man an einem Schlamm= und Sumpfloch steht dem jedesmal üble Dünste entsteigen, wenn man nur eben den Grund aufrührt. Und doch sind wir erschrocken, daß Unehrlichkeit, Bestechlichkeit und Veruntreuungen so weit um sich gegriffen hatten. Wir mögen schauen wohin wir wollen; überall tritt uns dasselbe Bild entgegen, das Streben nach einer unrechtmäßigen Bereicherung in den Staats=, Länder= und Gemeindeverwaltungen, und wir können nur herzlich froh darüber sein, daß jetzt einmal mit eisernem Befen ausgekehrt und das Haus gründlich durchlüftet wird. Die Frage einer ehrlichen Geschäftsführung ist ein Gebiet für sich, und die preußischen Könige wußten, was sie taten, wenn sie der Staatsverwaltung dieselbe Aufmerksamkeit zuwendeten wie dem Heerwesen. Im kaiserlichen Deutschland war die behördliche Sauberkeit eine Selbstverständlichkeit. Wie war ein solches Absinken der Moral in den leitenden Stellen nur möglich? Ich sehe da zwei Gründe. Die Männer, die im alten Staat in die höchsten Verwaltungsstellen berufen wurden, kamen fast ausschließlich aus Gesellschaftskreisen, die finanziell günstig gestellt waren. Sie entstammten in der Mehrzahl dem Adel, für den der Staat durch seine Agrargesetzgebung die wirtschaftlichen Voraussetzungen einer standesgemäßen Lebensführung immer wieder schaffte. Sie hielten es unter ihrer Würde, sich an den anvertrauten Gütern zu bereichern, weil durch das Amt keine Aenderung der gewohnten Lebensweise nötig wurde, und weil schon von der Kinderstube an die sittliche Vorbereitung auf den künftigen Beruf erfolgte. Die Gedanken:„Kein höheres Glück und kein schöneres Los kann einem Manne beschieden sein, als für das Vaterland zu sterben!" und:„Wie der Offizier durch Tapferkeit, so dient der Beamte durch Pflichttreue seinem König.“ prägten sich schon in frühester Jugend dem Knaben ein. Im Novemberstaat gelangten nun Männer von niederem Herkommen in hohe und höchste Stellungen, und da sind sie leider den vielfachen Versuchungen erlegen, in die die neue Lebenslage sie führte. Sie fühlten sich umworben von Personen, zu denen sie vorher ehrfürchtig aufgeschaut hatten, und sie meinten, es den früheren Inhabern der Aemter auch in der äußeren Aufmachung gleichtun zu müssen. Sie beachteten nicht, daß ihre Vorgänger in der Regel dem Leben noch aus anderen Quellen einen höheren Schnitt zu geben vermochten als aus dem Amtseinkommen allein, und so gerieten sie in Schulden und Abhängigkeiten. Nicht allen ist es so ergangen, auch das muß gesagt werden. Der Oberpräsident von Schleswig=Holstein wohnte noch über zehn Jahre in seiner bescheidenen Vierzimmerwohnung. Daß dann ein Lehrer in seine Wohnung einzog, hat seinem Ansehen in der Bürgerschaft keinen Abbruch getan. Gewiß kann das Verhalten der unehrlichen Beamten nicht entschuldigt werden, und die Gerichte dürfen dem Tun keine falsche Milde entgegenbringen, es kam mir aber darauf an, die Verfehlungen menschlich verständlich zu machen. Aber die letzte Ursache liegt tiefer. Sie ist zu suchen in der Geistesrichtung vergangener Jahrzehnte, im Makerialismus. Diese Weltanschauung wurde vom Marxismus in die breiten Massen des Volkes hineingetragen. war ein Verhängnis, daß in dem Augenblick, in dem die wirtschaftliche Seite der sozialen Frage als Problem hervortrat, zugleich die Geistesrichtung des Materialismus begann. Die Lehren Darwins wurden von den Arbeiterführern begierig aufgegriffen, weil sie die Arbeiterschaft au einem gemeinsamen Kampf zusammenschweißen mußten. Wenn es kein Geistesleben, keinen Gott, kein Leden nach dem Tode mehr geben soll, dann zerbricht die Noral. Eine Moral ohne Religion ist tot. Man sagte dwar, der Deutsche tue das Gute um des Guten willen. Lazu mögen einige auserwählte Geister imstande sein; üder wenn man den Satz auf die Allgemeinheit anwenden will, dann zeigt sich seine Unwahrheit. Das hat die nn abgeschlossene Entwicklung wieder mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt. In dieser Weltanschauung der Gottlosigkeit waren viele Männer aufgewachsen, die nach 1918 Führer wurden. Sie waren fast ausschließlich von dem Gedanken beherrscht, möglichst viel Geld zu erraffen, und wenn sie die Tage auf Kosten der Allgemeinheit im Wohlleben verbrachten, so beschwerte das die Gewissen nicht, weil sie kein Gewissen mehr hatten. Wie mancher kleine Beamte hat sich noch Vorwürfe gemacht, daß er sein bescheidenes aber gesichertes Leben führen konnte, während Millionen Volksgenossen in der furchtbaren Arbeitslosigkeit kaum das nackte Dasein fristen konnten. Indessen leiteten Bürgermeister, Gewerkschaftsbeamte, Krankenkassendirektoren usw. Zehntausende in ihre Taschen und verschlossen ihr Herz gegen die darbenden Volksgenossen. Der Kampf um die soziale Frage bedingt nicht den Kampf der Gottlosen gegen die Religion. Wenn die christliche Religion es auch ablehnt, direkt in den Streit um die materiellen Dinge einzugreifen, so wird andererseits auch niemand sie mit Recht gebrauchen dürfen, um den Kampf gegen die materielle Wohlfahrt der Massen zu verbieten. Die Religion ist nicht nur eine Angelegenheit des stillen Kämmerleins, sondern in ganz hervorragender Weise auch eine Notwendigkeit des öffentlichen Lebens. Ein Staat kann auf die Dauer ohne Religion nicht bestehen. H. Vagts, Kiel. Neue Kulturpolitik. Mit zu den schwersten Versäumnissen der vergangenen Epoche gehört die Richtungslosigkeit auf kulturpolitischem Gebiete. Wir wollen nicht ungerecht sein, wenn wir den Verantwortlichen der Nachkriegszeit vorwerfen, sie hätten Kultur nur als Nebensache betrachtet. Es ist wahr, man hat vielfach versucht, bewußt Kultur zu machen, und zwar aus einem wissenschaftlichen Rationalismus heraus, von einem falsch verstandenen Humanitätsbegriff herkommend, der in der Therorie wohl zu einer edlen Kultur unter feingebildeten, auf die Gedanken der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schwörenden Europäern führen sollte, der schließlich aber gerade die Unmöglichkeit einer solchen Kulturgrundlage bewies. Denn Kultur kann niemals mit wissenschaftlichen und philosophischen Begriffen gemacht werden. Kultur kann nur langsam in organischem Wachsen aus dem Volke heraus kommen. Kulturpolitik kann also ebenfalls nicht Kultur „machen“, sondern nur besonnen und verständig die besten Grundlagen zur vollen Entfaltung aller im Volke schlummernden Kulturmöglichkeiten schaffen. In Preußen ist jetzt endlich der Weg frei gemacht für eine entschiedene Neugestaltung der Kulturpolitik. Der neue Kultusminister Rust verspricht der Mann zu sein, der das Steuer der Kulturpolitik aus einem Fahrwasser philosophischer und humanitärer Kulturmacherei in ein ruhiges Fahrwasser herumwerfen wird, da sich die Kultur wieder organisch aus dem Volkstum heraus entwickeln kann. Er selbst hat in seiner Antrittsrede betont, daß sich eine neue Kultur nicht von heute auf morgen entwickele, sondern daß es eine gewisse Zeit braucht, ehe sich das zarte Pflänzchen durch den Schutt der vergangenen Jahre hindurchgearbeitet hat. Rust ist sich bewußt, daß auch er keine Kultur schaffen kann, sondern daß es seine Aufgabe ist, für eine neu entstehende Kultur beste Umweltsbedingungen zu schaffen. Aber ist es denn überhaupt gewiß, daß sich auch unter günstigen Umweltsbedingungen eine neue Kultur, ein neues Bewußtsein von der entscheidenden Rolle, die sie im Leben eines Volkes spielt, entwickeln wird? Ja, ein großer Teil des Volkes, der nun wieder Grund zum Hoffen hat, ist fest davon überzeugt, daß gleichzeitig mit dem neuen Staatsbewußtsein und der großen Revolution, die sich augenblicklich vor unseren Augen und durch uns abspielt, auch ein neues Kulturbewußtsein entsteht, das die Kultur wieder löst aus der schmählichen Verkettung mit materiellen Fragen und sie wieder hineinstellt in den ewigen Zusammenhang von Gott und Mensch, von Zeit und Ewigkeit. Eine neue Kultur wird erblühen, weil wir an sie glauben, und weil die gegenwärtige Umwälzung unsere Herzen wieder bereit macht zum Verständnis der Seele unseres Volkes. Welche Wege muß eine neue Kulturpolitik gehen? Sie hat mit feinen Ohren auf die Quellen des Volkstums zu hören, sie muß im Volke herumhorchen, wo sich etwas Neues regt. Es regt sich schon genug, man muß es nur herausfinden und richtig leiten. Allein aus dem Volke kommt das Neue, es wird heute und auch in Zukunft noch, solange es Menschen gibt, die nicht von dem frischen Geiste, der jetzt weht, ergriffen sind, Gegner finden, sodaß hier eine weitsichtige Kulturpolitik schützend und fördernd eingreifen muß. Mit allem Nachdruck muß betont werden, daß dem Christentum die ihm gebührende Stellung im Kulturleben zugewiesen wird. Es ist nun einmal nicht zu leugnen, daß unsere Kultur eng und unlöslich mit dem Christentum verbunden ist, daß wir tatsächlich eine christliche Kultur haben, die in der Vergangenheit unerreichte Höchstleistungen gezeitigt hat. Während in der letzten Zeit vor dem Kriege das Christentum nur mehr eine Scheinrolle hatte: offiziell führte man das Wort christliche Kultur im Munde, in Wirklichkeit aber wurde sie, oder das, was man dafür hielt, von ganz anderen Ideen beherrscht, so war man nach dem Kriege vielleicht ehrlicher. Man versuchte näm lich, das gesamte kulturelle Leben vom Christentum zi. lösen, so, als ob das Christentum aus der Entwicklung unserer deutschen, übrigens auch der gesamten abendländischen Kultur überhaupt wegzudenken wäre. Die Vergangenheit krankte an diesem für den Liberalismus bezeichnenden Irrtum. Von christlichen Gedankengängen also muß sich der neue Kultusminister leiten lassen, wie er es ja auch selbst betont hat. Die wichtigste Arbeit ist auf dem Gebiete der Schule zu leisten. Gewiß, gerade hier ist vieles versucht worden, viele neue Wege wurden ausprobiert, doch hatte man nicht die Kraft und die Unabhängigkeit, einen bestimmten Weg zu Ende zu gehen. Fast überall ist man auf halbem Wege stehen geblieben, und die Schule hat unter den mannigfaltigen Experimenten nicht zur Ruhe kommen können. Diese unbedingt erforderliche Ruhe muß der Schule wieder durch ein festes Programm gebracht werden. Ich will hier nicht alle Wege zukünftiger Schulpolitik aufzeichnen, gerade im Aufwärts ist ja die Diskussion über Schulfragen immer rege gewesen, ein großes Prinzip nur will ich nennen, das bisher meist wenig beachtet wurde. Es handelt sich darum, die Schule fest in ihrer Landschaft zu verankern. Die Schule muß sich bewußt sein, daß auch ihre wahrsten Kräfte aus der heimatlichen Erde kommen. Sie muß ihre Schüler erziehen zu ihrer Heimaterde fest verbundenen Menschen, die in dieser Bindung einen Grund für ihr ganzes Leben haben, auf den sie sich immer zurückziehen können. Aus solchem Heimatbewußtsein erwächst dann auch, je erwachsener der Mensch wird, echtes Volksbewußtsein. Die Schüler müssen es fühlen lernen, daß sich gesundes Volksleben auf die Dauer nur in ländlicher Umgebung halten kann. Auch bei den höheren Schulen und den Universitäten ist endlich wieder Entscheidendes zu tun. Es ist heute nachgerade wieder so geworden, im Gegensatz zu allen schönen Versprechungen, daß der Besuch einer höheren Schule und der Hochschule völlig abhängt vom Geldbesitz. Das Schulgeld und die Universitätsgebühren wurden gewaltig erhöht, Stipendien aber und vor allem Gehälter und Löhne der zahlenden Eltern abgebaut, so daß eben nur noch der Vermögende studieren kann, andere nur unter kaum ertragbaren Opfern der gesamten Familie. Es muß endlich dem Hochbegabten, auch wenn er kein Geld hat, möglich sein zu studieren. Gebühren müssen gerecht nach dem Einkommen und sonstigen Verpflichtungen der Eltern gestaffelt werden. Das Ueberfüllungsproblem ist bekannt, Mangel an genügenden Arbeitsmöglichkeiten ist der Grund. Trotzdem muß auch der Kultuskommissar handeln. Eines hat er schon eingeführt, den Vermerk im Abiturientenzeugnis, ob der Student für das Hochschulstudium geeignet ist oder nicht. Ist er es nicht, so kann er zwar auch studieren, hat aber irgendwelche Vergünstigungen nicht zu erwarten. Durch weitere Leistungsprüfungen, Verschärfung der Versetzungsbestimmungen usw. muß eine weitere Auslese getroffen werden. Solche Maßnahmen mögen manchem als zu scharf, ja als ungerecht erscheinen, jedoch erfordern besondere Zeiten besondere Mittel. Wenn wirklich einmal einer ungerecht behandelt wird, so ist das, auf das Ganze gesehen, wirklich nicht so schlimm, er wird ja deshalb nicht weniger geachtet. Denn es ist ein Kennzeichen der neuen Zeit, daß jeder Kastengeist verschwindet, jeder gleich geachtet wird, wenn er nur, das ist das Entscheidende, seine Pflicht an seinem Platze erfüllt. Daher ist es klar, daß der Berechtigungsunsinn verschwindet, was allerdings nicht durch Reden geschieht, sondern allein durch Zwang, Ueberzeugung, Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten. Eine schwierige, aber auch sehr dankbare Aufgabe fällt dem Kultusminister im Theaterwesen zu. Hier herrschten ja in den vergangenen Jahren beinahe chaotische Zustände, fast alle Theater, besonders in Berlin, waren zu reinen Geschäftstheatern geworden, nach Inhalt und Wert eines Stückes wurde nicht gefragt, von einer Verpflichtung der Bühne dem Volke gegenüber wußte man nichts, Hauptsache war allein, daß ein Stück die Kassen füllte. 668 8 irgapn Nr. 76— Seite 2 Verzüglich Ausländer wurden auf deutschen Bühnen aufgeführt. Das ganze Theaterleben war zu einem reinen Amüsierbetrieb geworden, Hauptwert legte man auf kostbare, raffinierte„Ausstattung“ und auf„Stars". Fast alle menschlichen Verirrungen wurden auf die Bühne gebracht, alle Fehler entschuldigt und verständlich gemacht. Gerade auf dem Theater feierte der Pazifismus und Bolschewismus Triumphe. Sogar kleine Provinztheater gerieten in diesen Strudel und waren auf einmal scharf auf Kassenstücke ohne Rücksicht auf deren Wert, wobei diese Haltung allerdings zum Teil bedingt war durch die Instinktlosigkeit der Magistrate, die glaubten, an kulturellen Einrichtungen zuerst sparen zu können. Hier tut Umstellung not. Eine Wandlung in dieser Beziehung hat ja schon stattgefunden durch die Berufung eines neuen Intendanten und Dramaturgen am Staatstheater zu Berlin, Dramaturg wurde der Dichter Hanns Johst, der sich zum Nationalsozialismus bekennt. Neben einer sinngetreuen Pflege unserer Klassiker ist es die Aufgabe der neuen Männer, gerade deutschen Dramatikern der Gegenwart den Weg zur Bühne zu bereiten und auch hier freie Bahn und günstige Bedingungen für die Erneuerung des deutschen Dramas zu schaffen. Ueber eines müssen wir uns natürlich klar sein, neue Dichter und Dramatiker können diese neuen Männer auch nicht schaffen. Solche müssen langsam organisch aus ihrem Volkstum heraus wachsen. In diesen Zusammenhang gehört auch das Filmwesen. Jeder weiß, welch eine Flut von Schmutz und Unsinn über uns seit dem Bestehen des Films gekommen ist, wobei gute Filmleistungen nicht vergessen sein sollen. Auch der Film muß eingeordnet werden in die Erneuerungsbewegung der Nation, muß auch von dem Geiste erfüllt werden, daß er nicht dazu da ist, nur die Menschen zu unterhalten, sondern daß er auch Verkünder eines geläuterten Volkstums ist, der mithilft, auf seinem Gebiete ein neues Leben zu schaffen. Auch eine Kulturpolitik der bildenden Künste, der Architektur, der Musik muß auf eben diese Zielpunkte ausgerichtet sein. Alle Künste dürfen in Zukunft keine snobistischen und für das Volk unverständliche also nutzlose Sonderinteressen verfolgen, sondern müssen nur das eine große Ziel haben, ein neues, glückliches Deutschland, das sich endlich von dem Gedanken der französischen Revolution gelöst hat und in seiner eigenen großen Revolution wieder heimfindet zu den ewigen Gesetzen, die in der Seele eines Volkes tief eingesenkt sind. Diese von Gott gegeben ewigen Satzungen sind sein Schicksal, nach denen es leben muß, wenn es überhaupt noch ein Volk sein will. Dabei soll uns eine neue zielbewußte Kulturpolitik helfen. Ein langer Weg liegt vor uns, denn jede gesunde, organische Entwicklung braucht Zeit. Wir müssen wieder warten lernen und uns währenddessen bereit machen, dann werden wir gewinnen. E. Kr. Großrazzia in Berlin Berlin, 29. März. Mehrere hundert Mann Schutzpolizei und Hilfspolizei riegelten im Bezirk Friedrichshain die Petersburger, Mattern= und Straßzmannstraße ab, um die planmäßigen Durchsuchungen nach Waffen und verbotenen Druckschriften fortzusetzen. Es wurden 10 Gewehre, 50 Pistolen, 60 Hieb= und Stichwaffen, zahlreiche Totschläger und Schlagringe gefunden. Weiter wurden eine Handdruckerei sowie große Stapel verbotener Druck= und Zersetzungsschriften beschlagnahmt. Außerdem erfolgten neun Festnahmen. Eine übersehene Hungersnot. An Deutschlands Grenze verhungern Erzgebirgsdeutsche. Von Felix Hensler. Graslitz(Erzgeb.), Ende März 1933. Bei dem Klang des Wortes Hungersnot fühlt man sich in vergangene Jahrhunderte versetzt und denkt, daß die heutige Zeit etwas ähnlich Furchtbares gar nicht mehr kennt. Und doch herrscht nicht erst seit kurzem hart an der deutschen Grenze jenseits des Zaunes, der in Versailles und St. Germain mitten im deutschen Volkskörper aufgerichtet wurde, eine Hungersnot, hinter der zum Teil die Berichte aus alten Zeiten noch weit zurückbleiben. Das deutsche Erzgebirge, einst berühmt durch seine Bergwerke, seine Hausindustrie und seine Musikanten, die überall in der Welt bis nach Indien und Amerika beliebt waren, ist nicht nur arbeitslos in dem Sinn, wie er im Reich seit Jahren üblich ist. Die Arbeitslosigkeit, die sich im Erzgebirge breit macht, kennt kaum noch Unterstützungen, sie kennt kaum noch Kartoffeln, die halbwegs zum Leben reichen, und sie kennt über alle Not und Katastrophe hinweg noch die Bedrückung, die ihr von einem Staatsvolk zuteil wird, das ihre Vernichtung will. Wenn vor einiger Zeit der Fürsorgeminister im tschechischen Kabinett, der deutsche Sozialdemokrat Dr. Czech, im Haushaltsausschuß der Prager Kammer Zahlen über die Arbeitslosigkeit im tschechischen Staat bekannt gab, dann sind zwar diese Zahlen objektiv richtig, aber weder Herr Dr. Czech noch die amtliche Statistik sagt, daß die Gebiele, von denen dabei die Rede ist, so gut wie rein deutsch bevölkert sind, und Minister Czech hat es auch unterlassen, Verhältniszahlen zu den Arbeitslosenziffern zu veröffentlichen, obwohl es gerade auf sie ankommt. Zählt der Bezirk Groß=Prag 29541 Arbeitslose, so sind das 4 v. H. der Bevölkerung, der andere tschechische Bezirk Pilsen hat 6,17 v. H. Arbeitslose. Alle anderen Gebiete, für die Zahlen genannt sind, weisen ganz andere Hundertzahlen auf. So hat der Bezirk Neudek 49 v.., der Bezirk Leipa 46 v.., die Bezirke Gablonz, Komotau und Tetschen rund 27 v. H. Arbeitslose, und in diesem Schema geht das weiter. Den wahren Sinn dieser Zahlen erkennt man aber Donnerstag, 30. März 1933 4connerstag, 30. Die Aowehr=Tchinnt Greuelmärchen von zerstückelten Judenleichen, von gugg. stochenen Augen und##gehackten Händen RSDAp. Boykottaufruf gegen Greuelpropaganda Berlin, 29. März. Trotz der wiederholten Warnungen der Reichsregierung und der verschiedenen deutschen Verbände und Persönlichkeiten hat die ausländische Hetzkampagne gegen Deutschland nicht aufgehört. Die Leitung der NSDAP hat sich deshalb entschlossen, sofort folgenden Aufruf an alle Parteiorganisationen der NSDAP. herauszugeben: „Nationalsozialisten, Parteigenossen, Parteigenossinnen! Nach 14jähriger innerer Zerrissenheit hat das deutsche Volk seine Stände, Klassen, Berufe und konfessionellen Spaltungen politisch überwunden, eine Erhebung durchgeführt, die dem marxistisch=jüdischen Spuk ein Ende bereitete. In den Wochen nach dem 30. Januar hat sich eine einzigartige nationale Revolution in Deutschland vollzogen. Trotz langer schwerster Bedrückungen und Verfolgungen haben die Millionen Massen, die hinter der Regierung der nationalen Revolution stehen, in vollster Ruhe und Disziplin der neuen Reichsführung die legale Deckung gegeben zur Durchführung der Reformen der deutschen Nation an Haupt und Gliedern. Am 5. März hat die weitaus überwiegende Mehrzahl der wahlberechtigten Deutschen dem neuen Regiment das Vertrauen ausgesprochen. Die Vollendung der nationalen Revolution ist dadurch zur Forderung des Volkes geworden. In sämmerlicher Feigheit haben die jüdisch-marxistischen Bonzen ihre Machtstellungen geräumt. Trotz allem Geschrei wagte kein einziger, ernstlichen Widerstand zu leisten. Zum größten Teil haben sie die von ihnen verführten Massen im Stich gelassen und sind unter Mitnahme ihrer aufgefüllten Depots ins Ausland geflüchtet. Nur der beispiellosen Disziplin und Ruhe, mit der sich dieser Akt des Umsturzes vollzog. haben es die Urheber und Nutznießer unseres Unglücks zuzuschreiben, wenn sie fast ausnahmslos ungeschoren blieben. Kaum ein Härchen wurde ihnen gekrümmt. Man vergleiche mit diesem Akt der Selbstzucht der nationalen Erhebung in Deutschland etwa die bolschewistische Revolution in Rußland, der über 3 Millionen Tote zum Opfer fielen, und man wird erst ermessen, zu welchem Dank die schuldigen Verbrecher am deutschen Verfall den Kräften der nationalen Erhebung gegenüber verpflichtet wären. Man vergleiche weiter die furchtbaren Kämpfe und Zerstörungen der Revolution dieser November=Männer selbst, ihre Geiselerschießungen in den Jahren 1918 und 1919, das Niedermetzeln wehrloser Gegner, und man wird wieder den Unterschied zur nationalen Erhebung als einen unerhörten finden. Die regierenden Männer haben dabei feierlich der Welt verkündet, daß sie mit dieser in Frieden leben wollen. Das deutsche Volk leistet ihnen dabei treue Gefolgschaft. Deutschland will keine Weltwirren und keine internationalen Verwicklungen, aber das nationale revolutionäre Deutschland ist fest entschlossen, der inneren Mißwirtschaft ein Ende zu bereiten. Nun, da die Feinde der Nation im Innern vom Volke selbst unschädlich gemacht worden sind, trifft das ein, was wir längst erwartet hatten. Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüdischintellektuellen Anstifter, die mit ihren Kapikalien rechtzeitig ins Ausland ausrückten, entfalten nun von dort aus eine gewissenlose landesverräterische Hetzkampagne gegen das deutsche Volk überhaupt. Da ihnen das Lügen in Deutschland unmöglich wurde, beginnen sie von den Hauptstädten der ehemaligen Entente aus dieselbe Hetze gegen die junge nationale Erhebung, die sie zu Kriegsbeginn schon gegen das damalige Deutschland getrieben haben. Lügen und Verleumdungen von geradezu haarsträubender Perversität werden über Deutschland losgelassen. stochenen Augen und abgehaltten Handen werden verbrei. tet zu dem Zweck, das deutsche Volk in der Welt zum zmai ten Male so zu verfehmen, wie ihnen dies im Jahre 1014 bereits gelungen war. Millionen unschuldiger Menschen ;, mit denen das deutsche Volk nur in Frieden Volker, un. venen dur Fluha,: Eon int m. Itltern lehen will, werden von diesen gewissenlosen Verbrechern gegen unaufgehetzt. Die deutschen Waren, die deutsche Arbeit soll dem internationalen Boykott verfallen. Die Not in Deutschlanz ist ihnen also zu klein, sie muß noch größer werden. Sie in. gen von Jüdinnen, die getötet wurden, von jüdischen Mäd, chen, die vor den Augen ihrer Eltern vergewaltigt worden seien, von Friedhöfen, die verwüstet sind. Alles nur eine einzige Lüge, zu dem Zweck erfunden, eine neue Weltkriegs, hetze zu entfachen. Wollte man diesem wahnwitzigen Ver, brechen länger zusehen, würde man sich zum Mitschuldigen maachen. Die Nationalsozialistische Partei wird nunmehr den Abwehrkampf gegen dieses Generalverbrechen mit den mu. teln aufnehmen, die geeignet sind, die Schuldigen zu tref, fen. Denn die Schuldigen sind bei uns, sie leben unter uns und mißbrauchen Tag für Tag das Gastrecht, das ihnen das deutsche Volk gewährt hat. In einer Zeit, da Millionen Menschen von uns nichts zum Leben und nichts zum Essen haben, da Hunderttausende deutsche Geistesarbeiter auf der Straße verkommen, sitzen diese jüdischen intellektuellen Lite. raten zwischen uns und nehmen sehr wohl unser Gastrecht in Anspruch. Was würde Amerika tun, wenn die Deutschen Amerikas sich so gegen Amerika versündigen würden, wie diese Juden gegen Deutschland? Die nationale Revolution hat ihnen kein Haar gekrümmt. Sie konnten ihren Geschäften nachgehen wie zuvor, allerdings Korruption wird ausgerottet, ganz gleich, wer sie begeht. Die Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse oder zur mosaischen Konfession ist so wenig ein Freibrief für Verbrecher, als es die Zugehörigkeit zu einer christlichen Konfession oder zu unserem eigenen Volk sein kann. Jahrzehntelang hat Deutschland jeden Fremden wahllos hereingelassen. 135 Menschen leben bei uns auf dem Quadratkilometer, in Amerika nicht einmal 15. Trotzdem hat Amerika sehr wohl seine Einwanderung kontingentiert und bestimmte Völker von ihr überhaupt ausgeschlossen. Deutschland hat ohne Rücksicht auf seine eigene Not jahrzehntelang diese Maßnahmen nicht ergriffen. Als Dank dafür hetzt jetzt, während Millionen eigene Volksgenossen von uns arbeitslos sind und verkommen, ein Klüngel jüdischer Literaten. Professoren und Geschäftemacher die Welt gegen uns. Damit ist jetzt Schluß. Das Deutschland der nationalen Revolution ist nicht mehr das Deutschland einer feigen Bürgerlichkeit. Wir sehen die Not und das Elend unserer eigenen Volksgenossen und fühlen uns verpflichtet, nichts zu unterlassen, was eine weitere Schädigung dieses unseres Volkes verhindern kann. Denn verantwortlich für diese Lügen und Verleumdungen sind die Juden unter uns. Von ihnen geht diese Kampagne des Hasses und der Lügenhetze gegen Deutschland aus. In ihrer Hand läge es, die Lügner in der anderen Welt zurechtzuweisen. Da sie dies nicht wollen, werden wir dafür sorgen, daß dieser Haß- und Lügenfeldzug gegen Deutschland sich nicht gegen das unschuldige deutsche Volk, sondern gegen die verantwortlichen Hetzer selbst richtet. Die Boykott- und Greuelhetze darf nicht und wird nicht das deutsche Volk treffen, sondern in tausendfacher Schwere die Juden selbst. Es ergeht daher an alle Parteidienststellen und Parteiorganisationen folgende 1. In jeder Ortsgruppe und Organisationsgliederung der NSDAP. sind sofort Aktionskomitees zu bilden zur praktischen planmäßigen Durchführung des Boykolts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdischer erst, wenn man weiß, daß in den offiziellen Arbeitslosenzahlen nur die Arbeitnehmer im strengsten Sinn des Wortes einbegriffen sind, nicht aber die vielen Tausende Heimarbeiter, die auch auf eine staatliche Arbeitslosenunterstützung nicht den geringsten Anspruch haben. Es gibt im Erzgebirge eine ganze Reihe deutscher Bezirke, in denen die Hälfte der Gesamtbevölkerung arbeitslos ist, und auch dabei sind die Heimarbeiter und Kleingewerbetreibenden überhaupt nicht mitgerechnet. So sind im Erzgebirge über 70 v. H. aller Arbeiter der Glas= und Porzellanindustrie und etwa 80 v. H. der Textilindustrie erwerbslos. Gerade hier handelt es sich ausnahmslos um deutsche Arbeiter, während die tschechischen Gebiete dank der staatlichen Arbeitspolitik von dieser Entwicklung noch so gut wie gar nicht berührt sind. Am verzweifeltsten ist die Lage in Neudek und Rothau, wo bis zum Vorjahr große Eisenwerke arbeiteten, die eine Belegschaft von etwa 3000 Arbeitern hatten. Plötzlich wurden die Betriebe„unmodern“ und konnten angeblich nicht rationell ausgenutzt werden. Sie wurden aber nicht etwa modernisiert, sondern völlig aufgelassen, um von der Gesellschaft, die vom Staat abhägig ist, im tschechischen Sprachgebiet wieder aufgebaut zu werden. Die deutschen Arbeiterfamilien aber mußten in Neudeck bleiben. Neue Arbeit zu finden, ist unmöglich, so daß sie entweder auswandern oder verhungern müssen. Verdienst hat es im Erzgebirge nie viel gegeben, so daß die Erzgebirgler ja von früher her schon das Hungern gewöhnt waren. Die Anspruchslosigkeit der Erzgebirgler ist geradezu sprichwörtlich. Aber bei den heutigen Zuständen wäre es diesen von ärgster Not niedergedrückten Menschen weiter nicht zu verübeln, wenn die Nachrichten stimmten, daß es im Erzgebirge zu Unruhen und Hungerrevolten gekommen sei. Trotz allem kam es nicht an einer einzigen Stelle zu einer Revolte, Wohl demonstrieren die hungernden deutschen Arbeiter, Uebergriffe aber gab es nirgends. Schon während des Krieges sind auf der sudetendeutschen Seite des Erzgebirges Zehntausende infolge Unterernährung gestorben, während die Tschechen satt zu essen hatten. Der Boden ist karg, Hafer und Roggen werden selten reif, und die Kartoffeln müssen fast jedes Jahr aus dem Schnee gegraben werden. Deshalb war die Landwirtschaft schon immer nur ein Nebenerwerb neben dem Bergbau, dei aber seit der Mitte des 17. Jahrhunderts im Aufhören begriffen ist. Die Spitzenklöppelei, die handwerkliche Er zeugung von Posamenten und Kurzwaren, der Geigenund Instrumentenbau ernährte die Erzgebirgsbevolke rung zur Not, aber es blieb alles im Stadium der Heim arbeit und des Kleingewerbes, so daß diese Leute, oi heute ihre Arbeit verloren haben, keine staatliche Unter stützung mehr erhalten. Die weltberühmten Preßnitzer Musiker, de früher ihre Künstlerschaft in alle Welt trugen, ziehen heute, in Lumpen gehüllt und vor Hunger wankend, an Bettelmusikanten durch das Land. Und die früheren Sachsengänger, Arbeiter die im nahen Annaberg Sachsen und vielen sächsischen Fabriken tätig waren,n den jetzt als„Ausländer" im Reich keinen Verdienst meyr Alle diese Erwerbslosen bekommen im besten Fall der träge aus einer staatlichen Ernährungsaktion, und höchstens je Woche und Familie 10 Kronen, das i 1,25 Mark. Der Bezirk von Graslitz ist seit langem durch seine Instrumentenindustrie weltberühmt. Die einst in Stadt gepflegte Geigenindustrie ist zum Teil ganz nah dem Vogtland abgewandert. Graslitz ist heute der Keln punkt der Blasinstrumentenindustrie, die in guten zehn große Firmen mit etwa 2500 Arbeitern und: Kleingewerbetreibenden ernährte. Diese Industrie arbe“ tet heute nur noch zu einem Drittel. Die Spielwart“ Spitzen=, Stickerei= und Gardinenindustrie, in der frühet 4000 Arbeiter, ihr Brot fanden, arbeiten nur noch“ einem Achtel, während die Heim= und Gelegenheiarbeiter in der Textilindustrie völlig ohne Verdienst sl Hart an der sächsischen Grenze liegt die Industriesscht Weipert. In ihr leben 12000 Deutsche, 96 Tschech““ und 1 Jude. Dieses Ueberwiegen des Deutschtums ar“ ist heute Weiperts Verhängnis. In der alten Dond“ monarchie war die Stadt wegen ihrer Spitzen, Garol und Stickereien, die in mehr als 70 Fabriken hergest“ wurden, berühmt, die nicht nur das große Wirtschal“. gebiet Oesterreich=Ungarns belieferten. Die Zerschlagtt“ dieses Wirtschaftsgebietes und die sonderbare, aber““ zielbewußte Wirtschaftspolitik der Tschechen hat alles“““ Rechtsanwälte. dafür, daß der 1 aber die Schuldig 2. Die Akti höchsten Schutz Konfession und: reine Abwe gegen das deutso 3. Die Aktio und Aufklärung kein Deutscher ihm und seinen: kott muß ein all getragen und mu Stelle treffen. 4. In Zweif cher Geschäfte sol komitee in Mün erfolgt. Vorsitzen Streicher. 5. Die Aktic die Zeitunge feldzug gegen di #ligen. Tun Zeitu darauf zu sehen, #wohnen, auge deutscher Mann Zeitungen noch 2 #lichen Verachtung Kassegenossen, ab 6. Die Aktio Zeriebszellenorg der Aufklärung für die deutsche 2 in die Betriebe über die Notwei A oehrmaßnahme Vren. 7. Die Akti Bauerndorf hine dem flachen Preffen. Grundsät eine uns aufgezu 8. Der Boyl Vatig. In dem S Prressen. Es ergeh mm vom Augent #lkerung vor de Wnen. Der Boykot ##die Presse, durch 13ptot setzt schl And uhr vormitto #bis eine Anordn sechlt. 9. Die Aktio ##nden von Mas #dorf hineinzureic Aeiner relatio der Juden in gung an der de Attion zu erhöhe Abiete zu beschrät Mittel= und Hoch den Beruf der 9 10. Die Akt dafür zu sorgen, dung zum Ausle Telegrammen u zu verbreiten, da daß das deutsche in Frieden seinen anderen Welt z südische Greuelh nichtet geinst n nen ge auf 5 Naber eine die merk ins9 auf d Ver als #gen, 96, 30, März 1933 Monnerstag, 30. März 1933 eichen, von ausge. en werden verbreier Welt zum zweiies im Jahre 1914 juldiger Menschen, r in Frieden leben che Berbeste e sche Arbeit soll dem Kot in Deutschland er werden. Sie lüvon jüdischen Mädroeggltigt worden „. Aues nur eine se neue Weltkriegswahnwitzigen Verzum Mitschuldigen ird nunmehr den echen mit den Mitschuldigen zu trefie leben unter uns tstrecht, das ihnen Zeit, da Millionen ) n i c h t s z u m E s s e n esarbeiter auf der ntellektuellen Lite. hl unser Gastrecht Deutschen Ameriwürden, wie diese le Revolution hat n ihren Geschäften on wird ausgerothörigkeit zur jüdin ist so wenig ein ehörigkeit zu einer eigenen Volk sein en Fremden wahlbei uns auf dem nal 15. Trotzdem ung kontingentiert ipt ausgeschlossen. eigene Not jahren. Millionen eigene id verkommen, ein nd Geschäftemacher uß. evolution ist nicht lichkeit. Wir sehen Volksgenossen und sen, was eine weierhindern kann. und Verleumdunin geht diese Kamin Deutschland aus. der anderen Welt werden wir dafür ug gegen Deutschtsche Volk, sondern richtet. icht und wird nicht sendfacher Schwere stellen und Parteinisationsgliederung ees zu bilden zur Boykolts jüdischer erzte und jüdischer zirtschaft schon Bergbau, der Aufhören bedwerkliche Eri, der Geigensebirgsbevölkeium der Heimese Leute, die aatliche Unterusiker, die trugen, ziehen wankend, als die früheren n Annaberg in tig waren, finVerdienst mehr. sten Fall ion, und zwar nen, das sind nechtsanwälte. Die Aktionskomitees sind verankwortlich Lafür, daß der Boykott keinen Unschuldigen, um so härter aber die Schuldigen trifft. Die Aktionskomitees sind verantwortlich für den hächsten Schutz aller Ausländer ohne Ansehen ihrer gansession und Herkunft oder Rasse. Der Boykott ist eine „ine Abwehrmaßnahme, die sich ausschließlich gegen das deutsche Judentum wendet. 3. Die Aktionskomitees haben sofort durch Propäganda und Aufklärung den Boykott zu popularisieren. Grundsatz: sein Deutscher kauft noch bei einem Juden oder läßt von ihm und seinen Hintermännern Waren anpreisen. Der Boytott muß ein allgemeiner sein. Er wird vom ganzen Volk getragen und muß das Judentum an seiner empfindlichsten Stelle treffen. 4. In Zweifelsfällen soll von einer Boykottierung solder Geschäfte solange abgesehen werden, bis vom ZentralVtomitee in München eine andersbestimmende Anweisung erfolgt. Vorsitzender des Zentralkomitees ist Parteigenosse Streicher. 5. Die Aktionskomitees überwachen auf das schärfste die Zeitungen, inwieweit sie sich an dem Aufklärungsseldzug gegen die jüdische Greuelhetze im Ausland beteiligen. Tun Zeitungen dies nicht oder nur beschränkt, so ist darauf zu sehen, daß sie aus jedem Haus, in dem Deutsche wohnen, augenblicklich entfernt werden. Kein deutscher Mann und kein deutsches Geschäft soll in solchen Zeitungen noch Annoncen aufgeben. Sie müssen der öffentlichen Verachtung verfallen, geschrieben für die jüdischen Rassegenossen, aber nicht für das deutsche Volk. 6. Die Aktionskomitees müssen in Verbindung mit den Betriebszellenorganisationen der Partei die Propaganda der Aufklärung über die Folgen der jüdischen Greuelhetze für die deutsche Arbeit und damit für den deutschen Arbeiter in die Betriebe hineintragen und besonders die Arbeiter über die Notwendigket des nationalen Boykotts als Abwehrmaßnahme zum Schutze der deutschen Arbeit aufkläKren. 7. Die Aktionskomitees müssen bis in das kleinste auerndorf hinein vorgetrieben werden, um besonders auf #dem flachen Land die jüdischen Händler zu streffen. Grundsätzlich ist immer zu betonen, daß es sich um Reine uns aufgezwungene Abwehrmaßnahme handelt. 8. Der Boykott setzt nicht verzettelt ein sondern schlagPartig. In dem Sinne sind augenblicklich alle Vorarbeiten zu Streffen. Es ergehen die Anordnungen an die SA. und SS., Im vom Augenblick des Boykotts ab durch Posten die Be#lkerung vor dem Betreten der jüdischen Geschäfte zu warVnen. Der Boykottbeginn ist durch Plakatanschlag und durch die Presse, durch Flugblätter usw. bekannt zu geben. Der Boykott setzt schlagartig am Samstag, den 1. April, punkt 10 Uhr vormittags ein. Er wird fortgeführt, so lange, ##bis eine Anordnung der Parteileitung die Aufhebung beschlt. 9. Die Aktionskomitees propagieren sofort in Zehntau#enden von Massenversammlungen, die bis in das kleinste #dorf hineinzureichen haben, die Forderung nach Einführung Teiner relativen Zahl für die Beschäftigung er Juden in allen Berufen entsprechend ihrer Beteilimgung an der deutschen Volkszahl. Um die Stoßkraft der Attion zu erhöhen, ist diese Forderung zunächst auf drei Gebiete zu beschränken: a) auf den Besuch an den deutschen Mittel= und Hochschulen, b) für den Beruf der Aerzte, c) für den Beruf der Rechtsanwälte. 10. Die Aktionskomitees haben weiterhin die Aufgabe, dafür zu sorgen, daß jeder Deutsche, der irgendeine Verbindung zum Ausland besitzt, diese verwendet, um in Briefen, Telegrammen und Telephonaten aufklärend die Wahrheit zu verbreiten, daß in Deutschland Ruhe und Ordnung herrscht, daß das deutsche Volk keinen sehnlicheren Wunsch besitzt, als in Frieden seiner Arbeit nachzugehen und in Frieden mit der anderen Welt zu leben, und daß es den Kampf gegen die südische Greuelhetze nur führt als reinen Abwehrkampf. Tnichtet. Die früher sehr wohlhabende Gemeinde konnte einst noch ihren vielen Arbeitslosen wöchentlich 60 KroUnen gewähren, die dann auf 40, schließlich auf 10 und jetzt ##uf 5 Kronen herabgesetzt werden mußten. Als geber die Bevölkerung sich zusammentat, um durch eine machtvolle Demonstration die Oeffentlichkeit auf die zur Katastrophe gewordene Hungersnot aufmerksam zu machen, durften darüber keine Nachrichten ###s Reich, und die tschechichse Regierung antwortete geuf die Demonstrationen und Petitionen nur mit einer Verstärkung der Gendarmerieposten. Und #ls sogar die tschechischen(!) Agrarier 500 Waggon Rog##en, den die tschechische Landwirtschaft nicht losschlagen #konnte, in das Erzgebirge schaffen wollte, antwortete die Regierung auf diesen Vorschlag überhaupt nicht. Eine ###ehr zweckentsprechende Art der Wirtschaftspolitik, die, g oas sieht man schon daraus, nur auf Vernichtung #des Deutschtums eingestellt ist. * Mehr als je früher richten sich heute die Blicke des dungernden Erzgebirges über die nahen Grenzpfähle. Früher hat das Reich ja kein Interesse für das Auslandsdeutschtum gehabt. Jetzt aber hat die nationale RevoAltion endlich damit reinen Tisch gemacht. Die Feiern #nd vorbei, der glanzvolle Tag von Potsdam gehört der beschichte an, und jetzt wird es wohl mit der Arbeit bebinnen. Wir hier haben begründete Hoffnung, daß eine segzierung und ein Reich, die sich wieder auf das Deutschum besonnen haben, erst recht dem Deutschtum ihre Hilfe Tlcht versagen werden, das jenseits der Grenzen nur Eeshalb furchtbarste Not und gleichzeitig Bedrückung des * Staates aushält, weil sie eben Deutsche sind. Man weiß ner zwar nicht, wie die Hilfe aussehen wird, aber man Dot sich der instinktiven Hoffnung hin, daß jetzt für och etwas geschehen wird. Niemand hier glaubt, eser Hoffnung eine Enttäuschung folgen könnte, deren a Goigen furchtbar wären. Vielleicht entsinnt man sich des Lundes der Deutschen in Böhmen mit dem Sitz in Teplitz, Eer im Begriff ist, eine Erzgebirgshilfe ins Leven “ cufen, um damit den Kreis derer, die helfen können, vergrößern, um das harte Schicksal der vielen Taueoe, die hungern müssen, wenigstens einigermaßen zu Eessern. Das Erzgbirge ruft über die nahe Grenze. Hört Deutschland den Ruf? Nr. 76— Seite 3“ sich plin Haar. 11. Die Aktionskomikees sind dafür verantwortlich, daß dieser gesamte Kampf in vollster Ruhe und größter Diszin vollzieht. Krümmt auch weiterhin keinem Juden ein .. Wir werden mit dieser hehe fertig einschneidende Wucht dieser Maßnahmen. Mehr als je zuvor ist es notwendig, daß die ganze Partei in blindem Gehorsam wie ein Mann hinter der Buhrung steht. Nationalsozialisten, Ihr habt das Wunder vollbracht, in einem einzigen Angriff den Novemberstaat über den Haufen zu rennen, Ihr werdet auch diese zweite Aufgabe genau so lösen. Das soll das internationale Weltjudentum wissen: Die Regierung der nationalen Revolution hängt nicht im luftleeren Raum, sie ist der Repräsentant des schaffenden deutschen Volkes. Wer sie angreift, greift Deutschland an! Wer sie verleumdet, verleumdet die Nation! Wer sie bekämpft, hat 65 Millionen den Kampf angesagt! Wir sind mit den marxistischen Hetzern in Deutschland fertig geworden; sie werden uns nicht in die Knie beugen, auch wenn sie nunmehr vom Ausland aus ihre volksverbrecherischen Verrätereien fortsetzen. Nationalsozialisten! Samstag, Schlag 10 Uhr wird das Judentum wissen, wem es den Kampf angesagt hat. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Parteileitung.“ Die Hetze geht weiter. — Neuyork, 28. März. Die meisten Neuyorker Blätter setzen ihre Hetze gegen Deutschland in mehr oder weniger verschleierter Form fort. Die demohratische „Newyork Evening Post“ macht eine Ausnahme. Sie schreibt: Weite Kreise sind der Ansicht, daß es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die jüdischen Demonstrationen gegen Deutschland am Montag nicht stattgefunden hätten, da die Gesamtlage zusehends auf dem Wege der Besserung gewesen sei und weite Kreise bereits eingesehen hätten, daß die von gewissen Kreisen verbreiteten Greuelmeldungen aus Deutschland stark übertrieben waren. Zu den geplanten Abwehrmaßnahmen der NSDAP gegen die Greuel= und Boykottpropaganda schreibt das Blatt, daß die Verwirklichung der Pläne eine weltweite Haßmaschinerie erneut in Bewegung setzen werde. Weitere Repressalien auf beiden Seiten würden die Folge sein. Deutsche Handelskreise erhielten bereits in den letzten Tagen von jüdischen Einfuhrhändlern in Amerika in Mengen Auftragsanullierungen. Deutsche amtliche Stellen in Amerika werden mit Haßbriefen überschwemmt. Das Geschäft der Schiffahrt ist stark zurückgegangen. Die Vorgänge in Braunschweig— Konferenz Seldte—Göring Noch in der Nacht wurden in Braunschweig die verhafteten Führer und Funktionäre des Stahlhelm, des Reichsbanners und der SPD. über ihre Motive und ihre Vorhaben vernommen. 35 Reichsbannerleute, die sich in Negenborn bei Holzminden zum Stahlhelm gemeldet hatten, bekundeten bei ihrer Vernehmung übereinstimmend, nur deshalb in den Stahlhelm eingetreten zu sein, um dort ihre Reichsbannerinteressen gefahrlos vertreten zu können. Angeblich soll bei den Reichsbanner- und SPD.-Leuten der Plan bestanden haben, das Regierungsgebäude und das Volksfreund-Haus zu besetzen und dann eine Aktion gegen die Führer der RSDAP. zu unternehmen. Nur der Tatsache, daß der braunschweigische Innenminister sofort energische Maßnahmen eingeleitet habe, sei es nach Mitteilung von unterrichteter Seite zu danken, daß die Nacht zum Dienstag äußerlich ruhig verlaufen und die ganze anscheinend gegenrevolulionäre Bewegung im Keime erstickt worden sei. Nur die wenigsten Stahlhelmer seien über die Ziele der Aktion sich im klaren gewesen. Auch in anderen Ortschaften des Freistaats Braunschweig sind zahlreiche Reichsbannerleute und SPD.=Angehörige zum Stahlhelm übergetreten. In der Wohnung des Landesverbandesführers Schrader in Wolfenbüttel wurde eine Haussuchung vorgenommen, wobei Material beschlagnahmt wurde. Die Wolfenbütteler Hilfspolizei wurde entwaffnet. Besprechung Göring—Seldte Untersuchungskommission nach Braunschweig entsandt. Amtlich wird mitgeteilt: Dienstagvormittag fand zwichen Reichsminister Göring und dem Stahlhelmführer Reichsminister Seldte eine Besprechung wegen der Vorgänge in Braunschweig statt. Die eingehende Untersuchung ergab, daß es sich um eine rein lokale Angelegenheit handelt, die sofort von der Reichsregierung in Ordnung gebracht wird. Die Zusammenarbeit von SA., SS. und Stahlhelm im gesamten Reichsgebiet wird durch diese lokalen Vorgänge in keiner Weise berührt. Es besteht auf allen Seiten der einstimmige Entschluß, die kameradschaftliche Zusammenarbeit dieser Verbände zu festigen und zu verbreitern. Zur weiteren Klärung der Vorkommnisse in Braunschweig ist Dienstagmittag eine Untersuchungskommission mit einem Sonderflugzeug von Berlin nach Braunschweig abgeflogen. U. a. befinden sich dabei der Erste Bundesführer des Stahlhelm, Reichsarbeitsminister Seldte. Major von Stephani, der Führer des Stahlhelm-Landesverbandes Brandenburg, und als Bevollmächtigter des Reichsministers Göring Hauptmann a. D. Körner. Das Reichsinnenministerium kann keine Stellung zu der Angelegenheit nehmen, da für die Auflösung von Verbänden die Landesbehörden zuständig sind. Nach der Verordnung vom 28. Februar gibt es auch gegen Auflösungen oder sonstiges Einschreiten der Behörden fur die Verbände kein Beschwerderecht. Die Angelegenheit wird also vom Stahlhelm selbst in Ordnung gebracht werden müssen. Uebrigens hatte die Bundesleitung des Stahlhelm bereits vor einigen Tagen. also unabhängig von den Braunschweiger Vorfällen, die Stahlhelmführer zu einer Besprechung für kommenden Sonnabend nach Berlin geladen, um über die zukünftige Handhabung von Neueinstellungen Klarheit zu schaffen. Inzwischen ist in den meisten Landesverbänden bis zur endgültigen Klärung der Braunschweiger Vorfälle eine sofortige Aufnahmesperre angeordnet worden. In Berliner politischen Kreisen erwartet man, daß nach einer Umorganisierung des Braunschweiger Stahlhelm das aufgehoben wird. — Braunschweig, 28. März. Nach mehr als fünfstündiger Beratung im Braunschweigischen Staatsministerium wurde kurz vor 22 Uhr folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Die Reichsregierung erkennt die vom braunschweigischen Innenminister Klagges gegenüber dem Stahlhelm, Gau Braunschweig=Stadt ergriffenen energischen Maßnahmen als berechtigt an. Nachdem der Reichsarbeitsminister Franz Seldte als 1. Bundesführer die Disziplinarerledigung der Angelegenheit zugesagt hat und die Gefahr einer illegalen Aktion marxistischer Organisationen unter falschem Decknamen beseitigt ist, wird Minister Klagges das für das Land Braunschweig ausgesprochene Verbot des Stahlhelms mit dem 1. April 1933 aufheben. 1200 Festgenommene in Braunschweig auf freiem Fuß. Braunschweig, 28. März. Im Anschluß an die Konferenz wurden von den etwa 1350 in dem Ortskrankenkassengebäude Festgenommenen etwa 1200 wieder auf freien Fuß gesetzt. In Haft behalten wurden die Stahlhelmführer und 80 marxistische Funktionäre. * Stellungnahme der Stahlhelmleitung. Braunschweig, 28. März. Die Vorgänge, die zu den Zusammenstößen in Braunschweig führten, haben sich nach Darstellung des Stahlhelms so abgespielt, daß abends nach Schluß der Arbeit gegen 18 Uhr sich allerdings etwa 1100 Leute vor dem Lokal des Stahlhelms in Braunschweig ansammelten, um ihren Beitritt zum Stahlhelm anzumelden. Da die Entgegennahme der Anmeldungen naturgemäß längere Zeit in Anspruch nahm, wurden die Wartenden vom Stahlhelm auf der Straße in zwei Gliedern aufgestellt, damit die Ordnung nicht gestört würde. Die um Aufnahme Nachsuchenden seien jedoch nicht in geschlossenem Zuge heranmarschiert. Im übrigen bedaure der Stahlhelm aufs lebhafteste den Sturm der SA. auf die Unterkunft der Stahlhelmhilfspolizei, der mit der Entwaffnung der Stahlhelmer endete. Seldte nach Berlin abgeflogen. Braunschweig, 28. März. Wie verlautet, hat Reichsminister Seldte entgegen seinen ursprünglichen Dispositionen kurz vor Mitternacht mit seinen Begleitern den Rückflug nach Berlin angetreten. Kundgebung der Juldaer Bischofskonferenz. Köln, 29. März. Der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, veröffentlicht eine Kundgebung der Fuldaer Bischofskonferenz, in der zu der innerpolitischen Entwicklung in Deutschland Stellung genommen wird. Die Kundgebung weist zunächst darauf hin, daß die Bischöfe aus triftigen Gründen in ihrer Sorge für Reinerhaltung des katholischen Glaubens und für den Schutz der unantastbaren Aufgaben und Rechte der katholischen Kirche in den letzten Jahren gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung eine ablehnende Haltung durch Verbote und Warnungen eingenommen haben, die soweit in Geltung bleiben sollte, wie diese Gründe fortbestehen. Wörtlich heißt es in der Kundgebung dann: „Es ist nunmehr anzuerkennen, daß von dem höchsten Vertreter der Reichsregierung, der zugleich autoritärer Führer jener Bewegung ist, öffentlich und feierlich Erklärungen gegeben sind, durch die der Unverletzlichkeit der katholischen Glaubenslehre und den unveränderlichen Aufgaben und Rechten der Kirche Rechnung getragen werden sowie die vollinhaltiche Geltung der von den einzelnen deutschen Ländern mit der Kirche abgeschlossenen Staalsverträge durch die Reichsregierung ausdrücklich zugesichert wird. Ohne die in unseren früheren Maßnahmen liegende Verurteilung bestimmter religiös-sittlicher Irrtümer aufzuheben, glaubt daher der Episkopat das Vertrauen hegen zu können, daß die vorgezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet zu werden brauchen. In Geltung bleibt die Mahnung der Bischöfe an die politischen und ähnlichen Vereine und Organisationen, im Gotteshaus und kirchlichen Funktionen aus Ehrfurcht vor der Heiligkeit derselben zu vermeiden, was als politische oder parteimäßige Demonstration erscheinen und daher Anstoß erregen kann. Neue Hetze in Polen Warschau, 28. März. Die Warschauer Juden haben eine Demonstration gegen das nationale Deutschland abgehalten. In zahlreichen Versammlungen faßten sie Entschließungen gegen„die deutsche Barbarei" und beschlossen, deutsche Waren zu boykottieren. An verschiedenen Punkten der Stadt versuchten sie Umzüge zu bilden, wobei die Juden, um den Polen zu gefallen, auch polnisch=nationalistische Rufe ausstießen wie„Hände weg von Pommerellen!“ oder„Es lebe das polnische Danzig!" Der Versuch, vor die deutsche Gesandtschaft zu ziehen, wurde von der Polizei mühelos vereitelt. In der Provinz kam es zu ähnlichen Kundgebungen der Judenschaft. Nr. 76— Seite 4 Donnerstag, 30. Marz 1933 Die Zukunft der Gewerkschaften. Die gegenwärtige Neuordnung in Deutschland, genannt: nationale Revolution, hat in Gewerkschaftskreisen die Befürchtung in den Vordergrund treten lassen, daß die Gewerkschaften in ihrer gegenwärtigen Form nicht bestehen bleiben und daß zum mindesten die sozialistischen Gewerkschaften der Auflösung anheimfallen würden. Diese Auffassung wurde bestärkt durch den zähen Kampf gegen den Marxismus mit dem Ziel, ihn vollständig zu vernichten und durch die Tatfache, daß eine Anzahl Gewerkschaftshäuser bereits besetzt worden sind. Man neigte deshalb der Annahme zu, daß die zukünftigen Arbeitnehmerorganisationen auf staatlicher Grundlage nach faschistischem Muster aufgezogen werden sollten. Solche Vermutungen entbehrten nicht jeglicher Grundlage. Obwohl die sozialistischen Gewerkschaften in jüngster Zeit sich manchmal von der Sozialdemokratie distanziert haben, bleibt doch an ihnen haften, daß sie sich mit der sozialdemokratischen Partei eins fühlen, mit ihr die materialistische Weltanschauung vertreten, den Klassenkampf und Haß predigen und im Marxismus gemeinsam ihre geistige Grundlage haben. Es darf sogar gesagt werden, daß die freien Gewerkschaftler die Kerntruppen der sozialdemokratischen Partei waren. In den Gewerkschaftsorganen dieser Richtung wurde bis zur gegenwärtig sich vollziehenden Umwälzung die Sozialdemokratie ganz offen propagiert. Die Funktionäre waren waschechte Sozialdemokraten. Weniger Parteigebundenheit findet man bei den Hirsch=Dunckerschen Gewerkvereinen, obschon sie als ein Anhängsel der demokratischen Staatspartei zu betrachten sind, die bei den letzten Wahlen Listenverbindung mit der Sozialdemokratie einging. Die Christlichen Gewerkschaften sind von keiner Partei abhängig, wenn auch nicht geleugnet werden soll, daß mit einigen Parteien der Mitte eine weltanschauliche Verbundenheit vorhanden ist und diese Parteien grundsätzlich auf dem Boden der Christlichen Gewerkschaften stehen, die ihrerseits wiederum nicht grundsätzliche Gegner einer nationalen Regierung sind. Daraus ergibt sich, daß, wenn die nationale Regierung von heute den Marxismus vernichtend schlagen will, was sicher zu begrüßen wäre, dann die sozialistischen Gewerkschaften in ihrem Lebensnerv mit getroffen werden müßten. Aber der Reichskanzler Adolf Hitler will, wie er in diesen Tagen zu einem Gewerkschaftsführer geäußert hat, nicht rachsüchtig sein. Er will nicht Böses mit Bösem vergelten. Was er aber mit aller Entschiedenheit durchführen will, ist die Entpolitisierung der Gewerkschaften. Sie sollen sich freimachen von jeder parteipolitischen Bevormundung und sich auf das beschränken, was von vornherein ihr ausschließliches Tätigkeitsgebiet hätte bleiben sollen: die berufsständische Interessenvertretung der Arbeitnehmer. Würde man bei dieser Aufgabe geblieben sein, dann wäre vor vierzig Jahren wahrscheinlich die unglückliche Zersplitterung der Gewerkschaften und damit zum Schaden ihrer selbst der Kampf der Arbeiter gegeneinander nicht gekommen. Zum Zwecke der Entpolitisierung der Gewerkschaften werden wohl demnächst Maßnahmen zu erwarten sein. Wie wir hören, soll Hitlers Absicht sein u. a. zu verfügen, daß die Verbandsvorsitzenden nicht mehr Parlamentsmitglieder sein sollen. Das eine oder das andere. Sonstige Aufhebungsbestrebungen sind zur Zeit noch nicht erkennbar, so daß unter obigen Voraussetzungen mit dem Weiterbestehen der Gewerkschaften gerechnet werden kann. W. W. Flugzeugabsturz bei Brüssel, 29. März, Bei Dixmuiden ist ein englisches Verkehrsflugzeug der Linie London—Brüssel abgesturzt und sofort in Flammen aufgegangen. 15 Flugzeuginsassen sollen dabei den Tod gefunden haben. Es handelt sich bei dem abgestürzten Flugzeug um eine dreimotorige 1200 PS. starke englische Maschine. An Bord befanden sich außer den englischen Piloten ein Radiotelegraphist und 12 Passagiere. Bei dem Unglück sind sämtliche Personen ums Leben gekommen. Die Gendarmerie war sofort zu der Unglücksstelle geeilt, konnte aber nur noch aus dem völlig verbrannten Apparat die verkohlten Leichen bergen. In einem Umkreis von 30 bis 300 Metern von der Unfallstelle entfernt fand man die völlig zerschmetterten Körper von vier Fahrgästen, die offenbar versucht haben, im Augenblick des Absturzes aus dem Flugzeug herauszuspringen. Unter den verunglückten Fahrgästen befinden sich drei Deutsche(nach einer anderen Meldung vier Deutsche, unter ihnen eine Dame), acht Engländer und ein Belgier. Ueber die Ursache der schrecklichen Katastrophe ist man auf Vermutungen angewiesen. Offenbar haben die Motoren ausgesetzt, und es ist dem Piloten nicht gelungen, die schwere Maschine im Gleitflug auf den Boden zu setzen. Bei dem heftigen Anprall müssen die Benzintanks Feuer gefangen haben. Das Flugzeug stand sofort nach seinem Auf4 chlagen auf dem Boden in Flammen. Neuaufbau der Grundlegende Veränderungen im preußischen Justizministerium. Berlin, 29. März. Der Kommissar für das preußische Justizministerium, Kerrl, hat wenige Stunden nach seiner Amtsübernahme folgende personelle Veränderungen im Mitarbeiterstab seines Ministeriums verfügt: Beurlaubt wurden die Ministerialdirektoren Dr. Hartwig. Lindemann und Dr. Wirth. Der Präsident des Juristischen Landesprüfungsamts. Schwister, hat gebeten, ihn in einem anderen gleichwertigen Staatsamt zu beschäftigen. Der Reichskommissar wird diesem Wunsche entsprechen. Beurlaubt wurden weiter ein Ministerialdirigent und fünf Ministerialräte. Außerdem wurden mehrere Kammer=, Oberlandes= und Landgerichtsräte von ihrer Tätigkeit im Ministerium abgelöst. Mit der kommissarischen Verwaltung der Abteilung des Justizministeriums wurde der Landtagsabgeordnete Dr. Roland=Freißler beauftragt. In organisatorischer Beziehung ordnete der Reicher., K die Einsparung einer on“ missar Kerrl die Einsparung einer Ministerialdire stelle unter Neueinteilung des Aufgabenkreises der vergi, benden drei Abteilungen an.67946 Die Christlichen Bauernvereine für Vereinigung dem Reichslandbund. Der Vorstand der Vereinigung Deutschen Christlichen Bauernvereine beschloß, sofort mit dem Reichslandbund Verhandlungen aufzunehmen mit dan Ziele, die Verschmelzung dieser beiden Spitzenverbände., deutschen Landwirtschaft baldmöglichst zu erreichen Verschiedenes. Die Ingenieurschule Technikum Lage in Lippe und die mit ihr vereinigte höhere Bauschule, die bekannt, lich im Sinne der Baumeisterverordnung staatl. gner, kannt ist, beginnen ihr diesjähriges Sommersemester an 25. April. Es ist in der Fachwelt allgemein bekannt, das die mit großem Kostenaufwand neu eingerichteten un erweiterten Laboratorien der Anstalt für die Studieren, den Ausbildungsmöglichkeiten bieten, wie dieses kaun bei einer anderen Anstalt der Fall sein dürfte. Besonden Berücksichtigung fanden hierbei. die Laboratorien fi Flugzeugbau, Automobilbau, Kraftmaschinenbau und Heizungstechnik, während die Fertigstellung der i den eigenen Werkstätten hergestellten großen Transsor, matoren die Schule zur großzügigen Erweiterung de Hochspannungs=Laboratoriums zwingen. Ferner geber die mit zahlreichen Abbildungen versehenen Prospekt einen Ueberblick über die Ausbildungsmöglichkeiten für Architekten, Bauingenieure und Ziegeleiingenieure. D vorbildlichen Lehrwerkstätten der Anstalt sichern de Praktikanten eine gediegene Ausbildung und sind al solche behördlich anerkannt. Die dem..V. angeschlos sene Fliegergruppe ermöglicht die Ausbildung im Sea## und Motorflugsport. Die Anstalt hat für diese Grupg außer Segelflugzeugen noch 2 Motorflugzeuge beschafft Der Kauf eines dritten Motorschulflugzeuges steht vor dem Abschluß. Die sportliche Betätigung gestattet derin Sommer 1932 im Schulgarten neuangelegte tumer gerechte Tennisplatz. Wenn trotz der augenblicklichen schlechten Wirtschaftslage das Technikum Lage mit zu der am stärksten besuchten Anstalten zählt, so ist dieses en Beweis für den guten Ruf, den die Lehranstalt in den Fag kreisen genießt, ganz abgesehen davon, daß die landschaft liche Schönheit Lippe=Detmolds mit seinen berühmte Kurorten und dem herrlichen Teutoburger Wald ein besondere Anziehungskraft für die Besucher des Techm kums Lage ausübt. Die im Sommersemester 1933 erstmalig eröffneteat#demisch=seminaristische Sonderabteilung gibt solchen Eindierenden, die das Ingenieur= oder Architektenexamen in Lage oder an einer anderen höheren technischen stalt abgeschlossen haben, die Möglichkeit, eine dem Hot schulstudium nahekommende Ausbildung zu erwerben. Interessenten werden Prospekte auf Anfordern von Sekretariat des Technikums Lage in Lippe zugesandt. Htate Karten. Die glückliche Geburt unseres kleinen Haus zeigen in dankbarer Freude an. Gulte Pohlmann geb. Tiede Fritz Pohlmann Betbel, den 29. März 1933. FFür das treue Gedenken beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich. Familie Foede. Belhel, den 28. März 193. Mlters- und Erheiungsheinne R. Baden Baden Für die In Baden-Baden neu ins Leben gerufenen Alters- und Erholungsheime können sich sofort Damen und Herren zum dauernden, wie auch vorübergehenden Niederlatt melden. Die Heime sind mit allen Einrichtungen moderner Hygiene und Annehmlichkelten ausgestattet und soll jeder Anstaltstyp vermieden werden, sodaß ein familiäres Heim gewährleistet ist. Baden-Baden ist ein Luftkurort von Weltruf, hat ein gleichmäßiges durchaus mildes Kllma und ist anziehend für jeden Geschmack. Prachtvolle Bäme und gepflegte Rasen füllen das schmale Tal aus, das einst die Sommerfrische vornchmlich französischer und russischer Gesellchaft war und nicht zuletzt der ständige Erholungsaufenthalt des ehemaligen deutschen Kalsers. Die Landschaft hat einen südlich heiteren Zug: die weiche Luft mildert den Winter und bringt hier den wonnigen Prühling zustande. Durch seine allberühmten heilkrättigen Thermalquellen ist Baden-Baden weltbekannt, als die Perie der deutschen Bäder. Um die nolwendigsten Disposttionen treffen zu können, wollen sich interessenten letzt schon unverbindlich vormerken lassen mit Angabe der evtl. Einkaufssumme oder der ihnen zur Verfügung stehenden monatlichen Beitragszahlung. Ellengebote sind zu richten unter K. R. 1333 an Ala-Hausenstein& Vogler, Karisruhe 1. B. M. v. Brandt Bielefeld, Schillerplatz 12 An- und Verkauf von Orundstüicken; vorschußfreie Vermittlung von Hypotheken Uebernahme von Hausverwaltungen und Versicherungen. Beihilfe in Rechts-, Miet- und Versicherungsschaden-Sachen. „„„„ Raftes wassel! ce 5 Aeltere Dame sucht Wirtungstreis in besserem Hause. Sehr kinderlieb. Naturfreundin. In allen Zweigen des Haushalts erfahren. Gehalt nach Uebereinkunft. Margareta Matthiesin, Wagersrott, SüderbrarupLand(Schleswig=Holstein). Kastiber ghausGelderh Ev. Erholungsheim in der herrl. Alpenwelt d. Berner Oberlandes, 1060 m. Sonnenkuren. Vorzügl. Verpfleg. Besch. Preise. Illustr. Prospekt v. Dr. R. Burckhardi Pfr. Baden=Baden Hospiz Haus Tabor Gernsbacherstraße 51. Tel. 1021. 3 Min. vor Bädern u. Wald, Haltest d. Elest. Bahn. Zimmer m. Frühst..50 A Der schönste und modernst Blumenschmud für Veranda, Balkon und Fensterbretter sind unstreitig meine echten oberb. Gebirgs-Rängeneiken Versand überallhin. Preisliste gra und franko. A. Gnadl, Versandgärtnerei Trudering 461(Oberb.) Der Kundfuncher. die geschmackvoll ausgestattete Funszeitschrift für die deutsche fauns 95 A Die Härte des Wassers behindert die Wirkung von Waschmittel und Seife. Deshalb immer daran denken, vor Bereitung der Waschlauge einige Handvoll Henko Bleich-Soda ins Wasser zu geben! Da. durch wird das Wasser weich wie Regenwasser und sichert volle Ausnutzung des Waschmittels 800 Henker Wasch—und Tielcn—Jo0a Nehmen Sie sum Aufwaschen, Spülen, Reinigen Henkel: 62d! bringt: ein ausführliches Europoprogramm, illustrierte, kulturelle Rufsätze aus allend“ bieten, eine unbeeinflußte Rundsunk=Kritt, gediegene Romane, Rätsel= und Hastelle Monatl. Bezugspreis nur noch 85 Pf. zuzüglich#pf. Zustellgeee? Einzelhest Zu bezied,. durch die Post u. jede Buch= u. Zeitscheistenhandig. Prodeheste kostht“ verlag„Der Runöfunkhörer“ G. m. b.., Berlin Sw“ Bethel. — Christlicher Verein junger Mädchen. Mittwoch nehmen wir alle teil am Gemeindeabt“ im Assapheum. Donnerstag abend 8½ Uhr: Bibelbesprech= und“ betsstunde. — Hühner einsperren! Es wird darauf aufmerksun gemacht, daß von jetzt an die Hühner wieder eingest““ gehalten werden müssen, weil mit der Bestellung" Gärten begonnen ist. Der Anstalts=Vorsich Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltr gischiftet H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Bethel. für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Gu# ghrist sostscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärks““„ endungen Vo.„e,. 4911/8910 siches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 59 1 1/9019. Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. Nr. 76. (Gedanken Tage und Kämpfe liege gingen die Wo akte der Kom Reichstagsgebö schreckender T Elemente auch schlagen hattei seitens der Re nung und Sic Die Männer d Herr Reichske Rundfunks an forderten es 0 wistischen Um stellen, damit geordneten St lebens gegebei Trotz aller mit sich brach Tatsache beobe Zug, wie er durch das deu grunde wiede Reden, die de trug, dieses er Vaterlande. 0 unseres vor d der auf die al bauen, von de des marxistise den war. In nale Männer unseres hochv Rettungswerk bei mit klare Reichstages ih würde. Daru Stimmzettel nationaler Gr der Ordnung Das Wahl issene Ohren den Ernst de beteiligung g betrug an vie wie sie selbst wählt hatten, Alte und sell geführt, fand spenst des Be ihr Gewissen christliches ur großes Volk Mächte der heit und al Himmel sei 12. März, a errang die n wurde an be Linie geschla keinen Täuse Nun liege Tage dieses lich für lang sind glücklich zugleich hofft Zeit jegliches Wahlkämpfe sammenarbe wieder zu sie Wir müs die neue R schärfster M Zukunft tre nicht erreich heit vollend kanzler in es öffentlich deutschen V die jener ge es in Wirk geben müsse fand, Worte Kriegsende gesprochen stein in sein bezeichnet 1 gefreut un denken und rung nicht wird nicht Volk einer geführt wir Wahlzei aber nicht dern auch Uebersch wichtigen estan ul. ttant: 1933 benkreises der verbies. verblei. für Vereinigung mit der Vereinigung beschloß., sofort mit aufzunehmen mit dem n Spitzenverbände zu erreichen. Lage in Lippe und die chule, die bekannt ordnung staatl. anerSommersemester an lgemein bekannt, das uu eingerichteten und lt für die Studierenen, wie dieses kaum in dürfte. Besonder die Laboratorien fü iftmaschinenbau und ertigstellung der# ten großen Transforzen Erweiterung des ngen. Ferner geben versehenen Prospekte ingsmöglichkeiten für geleiingenieure. D Anstalt sichern der ildung und sind ab em..V. angeschlos lusbildung im Segel hat für diese Gruppe rorflugzeuge beschafft lflugzeuges steht vn igung gestattet der in euangelegte turnier der augenblicklichen kum Lage mit zu den so ist dieses en ehranstalt in den Fat on, daß die landschafiit seinen berühmten ttoburger Wald ein Besucher des Techm stmalig eröffnete### ung gibt solchen StuArchitektenexamen in in technischen Lehranchkeit, eine dem Hat dung zu erwerben. auf Anfordern vom in Lippe zugesandt. den=Baden haus Tabor Gernsbacher1. Tel. 1021. 3 Min. von u. Wald, Haltest d. Elest. immer m. Frühst..50 A. iste und modernet lemschamaunc Balkon und Fensterunstreitig meine echten liras-Hängeneiken erallhin. Preisliste gratt und franko. " Versandgärtnerei ins 461(Oberb.) Arher ist für die deutsche ropagrogramm. 118 Aufsätze aus allen 6eußte Rundfunk=Kritst, kätsel= und Bastel## züglich 80, Zustellget bendig, Hendehestetostentg b.., Berlin Spie Nädchen. lI am Gemeindeabend lbeibesgreche und darauf aufmeghhng ter wieder eingespech t der Bestellung der der Anstalts=Vorstand. und Baher Pheche esch 2a. Bir 96 Pese een Mn. Nr. 76. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld). Donnerstag, den 30. März 1933. 15. Jahrgang. 3911/3919. Bethel. Nach den Wahlen. (Gedanken und Betrachtungen eines Einsamen.) Tage und Wochen voll ungeheurer Spannungen und Kämpfe liegen hinter unserm Volke. Unendlich hoch gingen die Wogen der politischen Erregung. Die Terrorakte der Kommunisten, unter denen sich der Brand des Reichstagsgebäudes besonders abhob, zeigten mit erschreckender Deutlichkeit, wie tief diese fremdländischen Elemente auch im deutschen Volke bereits Wurzeln geschlagen hatten. Es bedurfte allerstrengster Maßnahmen seitens der Regierung Hitler, damit überall Ruhe, Ordnung und Sicherheit aufrecht erhalten werden konnten. Die Männer der nationalen Regierung, an der Spitze der Herr Reichskanzler selbst, appellierten mit Hilfe des Rundfunks an die Vernunft des deutschen Volkes. Sie forderten es auf, sich in dem Kampf gegen alle bolschewistischen Umtriebe geschlossen hinter die Regierung zu stellen, damit die Möglichkeit zum Wiederaufbau eines geordneten Staatsgefüges und gesunden deutschen Volkslebens gegeben sei. Trotz aller Widerwärtigkeiten, die der Wahlkampf mit sich brachte, konnte schon sehr bald eine erfreuliche Tatsache beobachtet werden. Ein einheitlicher nationaler Zug, wie er seit dem Kriege nicht vorhanden war, ging durch das deutsche Volk. Und die Regierung, im Vordergrunde wiederum Hitler selbst, förderte in zündenden Reden, die der Rundfunk bis in die entlegensten Dörfer trug, dieses erwachende nationale Empfinden in unserem Laterlande. Galt es doch, das Leben und die Zukunft unseres vor dem Zusammenbruch stehenden Volkes wieder auf die alten christlich=nationalen Fundamente aufzubauen, von denen es durch die Kräfte der Revolution und des marxistischen Regiments größtenteils losgelöst worden war. In der Stunde schwerster Krisis haben nationale Männer sich endlich gefunden, um unter Führung unseres hochverehrten Hindenburg dieses große nationale Rettungswerk in Angriff zu nehmen. Sie erkannten dabei mit klarem Blick, daß eine nationale Mehrheit des Reichstages ihre Arbeit wesentlich erleichtern und fördern würde. Darum riefen sie die Wähler auf, sich mit dem Stimmzettel zum Dritten Reich, gegründet auf christlichnationaler Grundlage, zu bekennen, damit eine Zukunft der Ordnung und Sicherheit gewährleistet sei. Das Wahlergebnis hat bewiesen, daß dieser Aufruf essene Ohren fand und die Mehrheit des deutschen Volkes den Ernst der Stunde erfaßte. War doch die Wahlbeteiligung größer wie bei allen früheren Wahlen. Sie betrug an vielen Orten über 90 Prozent. Personen, die, wie sie selbst erklärten, nach dem Kriege nicht mehr gewählt hatten, eilten ins Wahllokal. Aber auch Kranke, Alte und selbst Krüppel, von Freunden und Bekannten geführt, fanden den Weg dorthin. Das drohende Gespenst des Bolschewismus trieb sie an die Wahlurne und ihr Gewissen mahnte sie, mit dem Stimmzettel für ein christliches und geordnetes Deutschland einzutreten. Ein großes Volk kämpfte am 5. März 1933 gegen die dunklen Mächte der Unterwelt, es rang um seine geistige Freiheit und alte christliche Kultur und durfte,— dem Himmel sei Lob und Dank dafür,— siegen. Auch am 12. März, anläßlich der preußischen Kommunalwahlen, errang die nationale Rechte fast überall die Mehrheit. So wurde an beiden Sonntagen der Feind auf der ganzen Linie geschlagen, aber,— und darüber dürfen wir uns keinen Täuschungen hingeben,— nicht völlig vernichtet. Nun liegen die Wahlen hinter uns. Auch die bewegten Tage dieses— wie wiederholt betont wurde, wahrscheinlich für lange Zeit letzten Wahlkampfes in Deutschland sind glücklich vorüber, und das ist gut. Wir wollen aber zugleich hoffen, daß mit diesen Wahlen wirklich für lange Zeit jegliches Wählen abgetan wurde, damit die durch die Wahlkämpfe geschaffenen Gegensätze in friedlicher Zusammenarbeit überbrückt werden und das deutsche Volk wieder zu sich selbst zurückfinden kann. Wir müssen uns alle darüber klar werden, daß auch die neue Regierung, trotz größter Anstrengungen und schärfster Maßnahmen, die sie getroffen hat und noch in Zukunft treffen wird, aus eigener Kraft ihr hohes Ziel nicht erreichen wird. Sie scheint sich auch dieser Wahrheit vollends bewußt zu sein. Hat doch der Herr Reichskanzler in seiner großen Rede in Königsberg(4. März) 's offentlich ausgesprochen, daß der Wiederaufstieg des deutschen Volkes nur mit Gottes Hilfe möglich sei. Alle, die jener gewaltigen Kundgebung beiwohnen durften, sei es in Wirklichkeit oder am Rundfunkgerät, werden zugeben müssen, daß Adolf Hitler an diesem Abend Worte sund, Worte vom Glauben und der Einigkeit, wie sie seit Kriegsende kein deutscher Staatsmann öffentlich ausbesprochen hat, und die darum als ein besonderer Markstein in seinem großen Ringen um die deutsche Volksseele eezeichnet werden können. Wer hätte sich nicht darüber Eesteut und wer, vorausgesetzt, daß er noch deutsch denen und empfinden kann, wird einer solchen Regiezung nicht vollen Erfolg ihrer Arbeit wünschen? Wer dicd nicht hoffen, daß unter ihrem Schutz das deutsche voik einer geruhigen Zeit des Wiederaufstiegs entgegengeführt wird?— Wahlzeiten sind Entscheidungszeiten. Sie sind es wer nicht nur auf politischen und wirtschaftlichen, sondern auch noch auf anderen Gebieken. Ueberschattet von den Wahlkämpfen und anderen bichtigen politischen Geschehnissen und Entscheidungen begann in diesem Jahre die Passionszeit. Ganz in spruch genommen von der Fülle der sich überstürzenden Ereignisse werden viele kaum bemerkt haben, daß die Christenheit sich zum Gedächtnis des Leidens und Sterbens ihres Herrn und Meisters rüstete. Nun aber, wo es äußerlich im Leben unseres Volkes ein wenig ruhiger geworden ist, werden auch, hoffen wir es wenigstens, die heiligen Wochen der Passion mehr Würdigung und Beachtung finden und manchem werden sie zu einer Stunde stiller Einkehr Veranlassung geben.— Passionszeit.— Wiederum grüßt uns der stille Schmerzensmann, der seinen Mund nicht auftat, sondern die Sünden einer verlorenen Menschheit geduldig auf sich nahm. Wiederum werden wir nach Golgatha geführt. MMM mMMMMMMMMM MEMMMMNMMNEMMMNMMMM Run glaube, lleg’ und wage. Im schwülen Hauch der Abend steht, Und Blütenduft ins Fenster weht Zur lauen Dämmerstunde. Dem bringt die Nacht nicht Rast und Ruh, Dem schließt sie nicht die Wimper zu, Der bebt in Schmerz und Wunde. Da horch! Was tönet durch die Nacht? Ein zitternd Klingen ist erwacht Und will das Herz betören. Wie rasend geht der Pulse Gang! Verschließ das Ohr dem fremden Klang, Den Sinn will er verstören! Das ist kein Ton, der Heil dir bringt! Ein tapfer Herze sich bezwingt Und lauscht nicht solcher Weise. Es ist der Tod, der draußen geigt. Der um dein Fenster heimlich streicht Und lockt so seltsam leise. Der bleiche Spielmann wirbt um dich. Wes Herz ihm lauscht, den freit er sich Mit seiner dunklen Geige. Dir aber wird es nicht so leicht, Daß dich sein Werben schon erreicht Und aller Not die Neige. Ins Leben sollst du tapfer gehn," Du sollst den Kampf erst recht bestehn, Dich fordern künft'ge Tage! Die Nacht vollendet ihren Lauf. Der Morgenstern geht leuchtend auf. Nun glaube, sieg' und wage! Else Marie Giese. Und hier, am Kreuz Christi, scheiden sich die Geister. So war es von jeher; denn schon Paulus schrieb an die Gemeinde in Korinth:„Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft.“ Und hier, an Jesu Kreuz, stehen wir und steht das ganze deutsche Volk wiederum— vor einer Wahl. Diese Wahl wird nicht an der Oeffentlichkeit vollzogen, auch bedürfen wir dazu weder Stimmzettel noch Wahlurnen, sondern wir haben in der Stille des Kämmerleins diese Entscheidung zu treffen. Und diese Entscheidung, glaube es, ist ausschlaggebend und ebenso wichtig wie alle Wahlen politischer und wirtschaftlicher Art; denn sie allein bestimmt das Schicksal und die Zukunft unseres Volkes. Menschen vermögen hier nicht mehr zu helfen. Auch die starke nationale Regierung vermag aus eigener Kraft keine Rettung zu bringen. Sie kann aber ein Werkzeug sein in der Hand des allmächtigen Gottes. Und glaube es, sie wird ein solches Werkzeug sein zum Wohl des deutschen Volkes, wenn dieses am Kreuz Christi die rechte Wahl getroffen hat. Wie wird hier die Entscheidung fallen? Das ist die ernste Frage, die wir uns in diesen Wochen immer wieder vorlegen sollten. Wir sollten dabei nicht vergessen, daß auch wir persönlich hier die Wahl zu treffen und somit zu dieser wichtigen Entscheidung beizutragen haben. Nur Gott kann unser Volk aus der Dunkelheit an das Licht der inneren und äußeren Auferstehung führen. Und er will sich wieder zu uns kehren, so wir ihn von ganzem Herzen suchen. Seine Hand ist es, die uns noch hält, würde er sie einmal von uns abziehen, so wäre unser Untergang besiegelt. In Nacht und Grauen würden wir versinken und keine Macht auf Erden könnte uns mehr Rettung noch Hilfe bringen. Darum entscheide dich, du deutsches Volk, denn dein Schicksal liegt letzten Endes in deiner Hand. Kehre um “ v o n d e i n e n g o t t f e r n e n W e g e n. K e h r e z u r ü c k z u m G l a u ben der Väter, zurück zu deinem Gott, der dir in der Passionszeit in der Gestalt des leidenden und dorngekrönten Heilandes aufs neue seine Gnadenhand anbietet. Dann wirst du unter den Männern, die du dir zu Führern wähltest, einen neuen Aufstieg erleben. Wie der erwachende Lenz da draußen seine Wunder spinnt, so wird überall in deutschen Landen ein neuer Geistes= und Seelenfrühling anheben und du wirst erfahren, daß dein Weg, der lange Zeit von den Schatten der Sorge und Not umgeben war, wieder licht wird und zu Höhen führt, wo Gerechtigkeit, Wohlstand und Zufriedenheit wohnen. Noch einmal: Paramentik. Mit großem Interesse habe ich den Artikel von Vally Nagel:„Paramentik, eine herrliche Arbeit für Frauenhände“ gelesen und möchte hiermit noch einiges Ergänsendes hinzufügen. Warkstagt für Lirchlich. Als Inhaberin einer eigenen Wernstatt für nirchliche Kunst stehe ich naturgemäß mit ganzem Herzen in dieser Arbeit und freue mich an allem wirklich Schönen, das andere Hände und Geister auf diesem Gebiet schaffen, aber auch nur an dem wirklich Schönen! Ich finde, das ist der letzte und eigentlichste Maßstab, den wir an alles legen sollten, das zur Ausschmückung des Gotteshauses dienen soll.— Gewiß gibt Liebe und Opferfähigkeit solchen Arbeiten eine besondere Note, und man steht oft staunend, ja beschämt vor solchem Ergebnis unermüdlichen Fleißes. Desto schmerzlicher ist es dann, wenn die Stickereien und Spitzen inhaltlich und geschmacklich hinter dem Wert der handwerklichen Arbeit zurückbleiben! — Da möchte ich bitten: Man mache sich doch die kleine Mühe und frage Menschen um Rat, die künstlerisch und fachlich dazu berufen sind! Der Erfolg wird einen gewiß selbst belohnen. Aus meinen Erfahrungen heraus darf ich vielleicht verraten, daß manchmal ein Pfarrer bedauernd sagt: „Dieses paßt leider gar nicht in die Kirche(nach Farbe, Stil, Form), aber— es ist gestiftet!“—-Es ist vielleicht ein wenig demütigend, wenn man andern mehr Kenntnis und Urteil zugestehen muß in einer Sache, die man aus warmem Herzen heraus am liebsten gleich in Angriff nähme, aber ist diese Sache nicht ein kleines Opfer an Selbstbewußtsein wert? Bei solchem Um=Rat=Fragen an berufener Stelle wird man auch selbst eine Bereicherung erfahren, denn man wird hören, wie mannigfaltig die Möglichkeiten sind, dem Altar den Schmuck zu geben, der zur Kirche und der Art der Gemeinde paßt; daß es viel mehr Möglichkeiten gibt, als immer wieder das Kreuz(bei dem man sich schon bald nichts mehr denkt, weil man's allzuhäufig und vielgestaltig sieht), das Pk, AO oder das Lämmchen, welches noch den Nachteil hat, daß es meist so ausgeführt ist, daß man's schon in der dritten Bank nicht mehr erkennen kann.— Es ist auch nicht nötig, daß die Kanzeldecke immer einen Spruch trägt, es gibt auch da manche Symbole, die das Symbol des Altar=Antependiums unterstützen oder ergänzen können.— Es ist überhaupt nicht möglich, da allgemein=gültige Regeln aufzustellen. auf jeden Fall ist es gefährlich, das zu tun, denn die Ausschmückung richtet sich— wie gesagt— nach der Art der Kirche, Ausmalung, Beleuchtung, auch nach der Anzahl der Bekleidungen, die man sich leisten kann und das ist mir immer die Hauptsache— nach der Art der Gemeinde! Zu einer Landgemeinde werden andere Symbole sprechen, als zu einer Großstadtgemeinde. Auch der Werdegang einer Gemeinde spricht mit; man muß sich danach zu richten versuchen, was sie innerlich hat und was ihr fehlt; man muß sich klarmachen, ob man vertiefen oder wachrütteln möchte. Natürlich läßt sich auf den verschiedenen Behängen auch Verschiedenes sagen. Es ist mir immer wieder von Neuem eine Bereicherung, zu erleben, welche Verschiedenheit in der Verkündigung unsere Kirchenzeiten haben. und ein Ansporn und werte Aufgabe, diese Verschiedenheit auch im jeweiligen Altar= und Kanzelschmuck möglichst eindeutig zum Ausdruck zu bringen.— Da ist die Advents= und Passionszeit, beide im Schmucke der violetten Behänge, im Zeichen der Buße, Erwartung, stillen Bereitung und ernsten Mahnung. Welche Aufgabe ist es, hierfür das rechte Symbol oder Wort zu finden!— Die schwarzverhangenen Tage: Karfreitag, Totenfest und Bußtag, drängen sie nicht z. B. zur Darstellung der Dornenkrone?— Die Pfingsttage im Roten Altarschmuck wein„genügte“, da die Darstellung der Taube, und verlangte nicht nach einem leuchtenden Hinweis auf„die Flammen von oben?"— Noch einmal möchte ich bitten: Man begnüge sich nicht damit, den Altarschmuck mit einem„üblichen“ Ornament zu besticken, sondern mache es sich zu einer nicht zu unterschätzenden Aufgabe, das Symbol zu nehmen, das wirklich reden soll und wende sich an einen Berufenen, der die gewählten Gedanken in künstlerisch gute, dem Raum angepaßte Form bringt. Die weißen Decken schmücke man so aus, daß sie nicht stören oder hervortreten. Man wähle klare, zarte Spitzen oder schlichten Hohlsaum, nach Möglichkeit an dieser Stelle keinen Spruch, er gehört da nicht hin. Ueberhaupt erniedrige man Sprüche und Symbole nie insofern, als man sie als Mittel zum Zweck braucht, sondern bringe sie nur da an, wo sie wirklich reden sollen. So wäre es für mein Gefühl profan, das Symbol des heiligen Geistes— die Taube— auf ein Taufhandtuch zu sticken. In unserer verhetzten, verwirrenden Zeit brauchen wir größte Eindeutigkeit in der Darstellung unserer höchsten Güter und dürfen die Kraft unserer kostbaren, zum Teil in verfolgungsschwerer Zeit entstandenen Symbole nicht verzetteln und profanieren.— Darum: Der Kirche wahrhaft schönen Schmuck und dem Schmuck wahren, echten Inhalt! Cilla Cremer. Ein anderer Leser schreibt dazu: Da ich mich mit den liturgischen Farben schon längere Zeit beschäftigt Nr. 76— Seite 2 Beilage des Donnerstag, den 30. J arz 10 habe, so darf ich vielleicht mir die Freiheit erbitten, zu dem Aufsatz über Paramentik einiges bemerken zu dürfen. Die weiße Farbe, nach Luther bei der Erklärung seines Wappens als„Der Geister und aller Engel“ Farbe bezeichnet, ist nicht nur am Epiphaniasfest, sondern wenigstens noch bis zur Epiphaniasoktave aufzulegen; ebenso wenigstens bis zur Osteroktave(Quasimodogeniti), während Rot bis zur Pfingstoktave(also Trinitatisfest) aufliegend bleibt. Da sie erst, d. h. die rote Farbe, zum Pfingstfest als Feuerfarbe und Märtyrerfarbe erscheint, so darf sie keinesfalls, um nicht die Wirkung zu verlieren, bereits in der österlichen Freuden= und Erweckungszeit des Geistes aufliegen.— Grün erscheint frühestens erst am 2. Epiphaniassonntag, namentlich da der 1. Epiphaniassonntag meistens das Fest selber ersetzen muß. Endlich möchte ich im Falle der Auswahl von nur 3 Farben (die aber eben auch stets nur als Fragment empfunden und möglichst bei Gelegenheit vervollständigt werden sollten) außer Rot und Grün, die vorgeschlagen wurden, statt Schwarz eher Violett empfehlen, das auch zur Not am Karfreitag aufgelegt werden könnte, da in dieser Farbe ja auch das Rot des Blutes mitschwingt, während Schwarz in der ersten, aber doch auch erwartungsseligen Adventszeit zu„stilwidrig“ wirkend von mir empfunden werden dürfte. Wo das dunkelste Schwarz gebraucht wird, muß logischerweise diesem auch das leuchtendste Weiß entsprechen. Rot, Grün und Violett würden aber wenigstens zusammen die 3 optischen Grundfarben des Sonnen=Spektrums darstellen. Auch hier gelte es möglichst: Suum cuique. F. Leiser. zwei Sierbelagern. Von Vally Nagel. An zwei Krankenbetten stand ich in der letzten Zeit; und was ich an ihnen erlebte, das ist mir tief zu Herzen gegangen. Das erste war das Leidenslager einer früheren Freundin, an das diese mich rufen ließ. Ich hatte die Kranke jahrelang nicht mehr gesehen; sie war inzwischen in eine andere Stadt verzogen, und auch innerlich hatten sich unsere Wege getrennt. Während ich ihrem Hause jetzt zuschritt, trat das Bild der frischen, energievollen Frau, als die ich sie früher gekannt, lebhaft vor meine Seele. Sie war eine rastlos=tätige Hausfrau und Mutter gewesen und hatte stets ihren Ehrgeiz darein gesetzt, ihre Familie auf die gesundheitsmäßigste Art zu ernähren. Mit der ihr eigenen Strebsamkeit war sie tief in die Geheimnisse der Nahrungsmittellehre eingedrungen; voll glühenden Idealismus' hatte sie sich der natürlichsten Lebensweise verschrieben. Die geradezu heroische Art, wie sie ihren Körper abhärtete, durch Fastenkuren zähmte und durch Gymnastik ertüchtigte, hatte mir stets aufrichtige Bewunderung abgenötigt. Ich sah sie in diesem Augenblick lebendig vor mir in ihrer elastischen Schlankheit, sah ihr schmales Gesicht mit dem herben Munde, den tiefen, dunklen Augen und hörte im Geist ihren eilenden, raschen Schritt. Wenige Augenblicke später schellte ich an der Pforte des Einfamilienhauses, das sie mit ihrem Gatten bewohnte. Eine Krankenschwester öffnete mir und führte mich in den Garten hinter dem Hause.„Frau B. liegt dort drüben im Liegestuhl“, wies sie mich zurecht und zog sich wieder ins Haus zurück. Ich näherte mich leise dem Liegestuhl, ohne daß die Kranke mich sogleich bemerkte, die dort in leichtem Schlummer lag. So hatte ich Muße, sie ungestört zu betrachten. Es bedurfte mehrerer Augenblicke, ehe ich sie überhaupt erkannte. War es denn möglich, daß Gertrud, die blühende, rassige Frau, sich bis zu dieser Unkenntlicheit verändert hatte!? Es war ein Jammerbild, das da vor mir lag. Ihr Antlitz hatte nicht nur seine sanft gerundete Form, sondern auch seine Farbe vollständig verloren; eine welke, grünlichgraue Haut spannte sich mühsam über die scharf hervortretende Nase, über spitze Backenknochen. Im Schoß lagen abgemagerte Hände, von derselben verfärbten, pergamentartigen Haut bespannt, die ohne Worte verriet, welch ein furchtbares Leiden an der Unglücklichen zehrte: der Leberkrebs. Erschüttert stand ich vor der Leidensgestalt und suchte —— suchte schmerzhaft nach meiner früheren Gertrud— da erwachte die Kranke, schlug die Augen auf und erblickte mich:„Da bist du ja! Ich habe auf dich gewartet!“ An ihren Augen erkannte ich sie: aus den dunklen, umschatteten Höhlen traf mich derselbe tiefe, sehnsüchtige Blick, der ihr auch früher in gesunden Tagen eigen gewesen war. Sie bemerkte wohl, daß ich Mühe hatte, mich zurechtzufinden, und lächelte müde:„Ja, sieh an mir, was aus einem Menschen werden kann! Das hättest du auch nicht gedacht, daß du mich einmal so finden würdest!“ „Nein, Gertrud, das hätte ich nicht gedacht, daß du— gerade du..“ Sie richtete sich ein wenig auf:„Siehst du, das ist's, worüber auch ich nicht hinweg kann; ich, gerade ich! War ich nicht von uns allen die, welche es am ernstesten nahm mit ihrer Gesundheit? Habe ich mich nicht kasteit, ja manchmal geradezu gemartert auf dem Wege zur körperlichen Reinigung? Nie habe ich nachgelassen im Ernst des Strebens, andern bin ich als Vorbild vorangegangen; — und nun dies mir? Grade mir?“ Erschöpft sank sie zurück; Schweiß perlte auf ihrer Stirn. Ich hörte sie noch flüstern:„Sage mir, gibt es eine Gerechtigkeit?“ Ich hatte mich auf den Stuhl an ihrer Seite gesetzt: „Gertrud, ganz gewiß gibt es eine Gerechtigkeit, auch, wenn wir sie mit unseren kurzsichtigen Augen nicht in dem Verlaufe eines Lebens zu erkennen vermögen.“ Kaum merklich schüttelte sie den Kopf. Von früher her wußte ich sie weitab von religiöser Erkenntnis; ich zögerte deshalb, ehe ich fortzufahren wagte:„Die Antwort auf die Frage nach der Gerechtigkeit gibt uns allerdings vielleicht erst das Schicksal eines Menschen nach seinem Tode.“ Sie blickte müde auf:„Ich verstehe dich nicht!“ „Gertrud“, sagte ich nicht ohne eine gewisse Anstrengung,„wäre es nicht möglich daß du bei all deinem Ringen und Kämpfen um höchste körperliche Kraftentfaltung das Wichtigste für dich und die Deinen vergessen hättest?“ „Und das wäre?“ fragte sie,„gibt es etwas Wichtigeres, als sich und die einem anvertrauten Kinder zur höchsten Leistungsfähigkeit zu erziehen? Ich wollte die höchste körperliche Kraftentfaltung doch nicht um ihrer selbst willen, sondern um aus meinem und der Meinen Leben die höchste Leistung herauszuholen! War das falsch?“ „Es ist zweifellos richtig für einen Menschen, der das menschliche Sein allein in diesem Erdenleben beschlossen sieht. Für den aber, der die Linie weiter gezogen sieht und das Schwergewicht auf das Ewigkeitsschicksal eines Menschen legt, für das dies irdische Leben doch nur Vorbereitung ist, sieht sich die Sache doch anders an. Wäre es nicht möglich, Gertrud, daß Gott dir durch deinen Zusammenbruch sagen will: Du bist auf der falschen Linie, hier geht's nicht weiter!?“ Sie schwieg betroffen; eine tottraurige Hoffnungslosigkeit war in ihrer Stimme, als sie nach einer Weile sagte:„Ja, wo geht es denn weiter? Ich bin zu elend, um einen neuen Anfang zu suchen, ich bin am Ende!“ Ich nahm ihre Hand:„Liebste Gertrud, vielleicht will Gott dich gerade zu dieser Erkenntnis bringen, um selbst einen neuen Anfang in dir zu machen. Laß doch einmal den Gedanken in dir groß werden:„Ich habe nicht nur ein körperliches, sondern ein ewiges Sein!"“ Sie sah verzweifelt auf:„Ich fühle nichts von meinem ewigen Sein, wie du es nennst!“ Erschüttert schwieg ich und sann darüber nach, wie man dieser Seele das Geheimnis ewigen Leben nahe bringen könne. Als ich sah, wie sehr sie schon dieses kurze Gespräch angestrengt hatte, wagte ich leise nur noch dies eine zu sagen:„Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht!“ Leise wie ein Hauch kamen ihre Worte zurück:„Ich habe mich nie mit diesem Jesus beschäftigt; er ist mir zu fern!“ Ein schweres Schweigen sank zwischen uns nieder. Leise flehte ich im Innern:„Gott, gib mir ein Wort, das ich dieser Seele sagen kann, ehe sie den Weg ins dunkle Tal antritt!“ Auf dem Gartenwege, der vom Hause aus zu uns führte, sah ich die Pflegerin sich nähern, und wußte, daß meine Besuchszeit abgelaufen war. Leise drückte ich die abgezehrte Hand der Kranken:„Ehe ich Abschied von dir nehme, sage mir nur noch dies eine: Warum ließest du mich zu dir bitten?“ Sie sah auf und ließ ihre Augen mit einem merkwürdigen, eindringlichen Blick auf mir ruhen:„Weil ich hoffte, du würdest mir etwas von deiner Seelenruhe abgeben. Ich hatte dich von früher her immer so klar und ruhig in Erinnerung. Ich fühle mich so namenlos unruhig, so umhergetrieben. Sage mir etwas von dem Geheimnis deiner Kraft!" „Könntest du dir nicht denken, daß das Geheimnis meiner Kraft, wie du es nennst, seinen tiefsten Grund in dem Geheimnis hätte, das ich dir anzudeuten wagte?“ Sie forschte mit brennendem Blick in meinem Gesicht: „Sage mir die Wahrheit: würdest du auch so ruhig, so klar sein, wenn du an meiner Stelle hier auf meinem Schmerzenslager lägest und den Tod vor Augen hättest?“ Ein Schauer rann durch mich hin:„Gertrud, ich könnte ebensowenig wie du ein solches Schicksal aus eigener Kraft tragen. Aber ich hoffe, mit Wahrheit sagen zu können: in der Kraft des Herrn, dem ich mein Leben übergeben habe, hoffe ich auch das schwerste Schicksal mit Ruhe tragen zu können! Ich hoffe es! Mehr, Gertrud, wage ich nicht zu sagen!“ Sie sank zurück:„Welch ein Bekenntnis! Was für ein Herr muß dies sein!“ „Darf ich dir mehr von ihm sagen?“ „Ich will versuchen, über das nachzudenken, was du mir heut sagtest! Ja, komme wieder zu mir und sage — wenn es nicht schon zu spät für mir mehr,— mich ist!“ Zum letztenmal sah ich in ihre traurigen Augen. Als ich das nächste Mal an dem kleinen Hause läutete, wurde mir der Bescheid, daß Frau B. gestorben und bereits in das Krematorium gebracht worden sei, in welchem sie eingeäschert zu werden wünschte. Es war nicht lange nach diesem mich tief bewegenden Erlebnis, daß ich Gelegenheit hatte, eine schlichte Frau in unserer Gemeinde öfters zu besuchen. Sie litt an demselben unheilbaren Leiden, wie die Kranke, von welcher eben erzählt wurde; aber dennoch! Obwohl die Nöte und Beschwerden in beiden Fällen die gleichen waren, wie grundverschieden von dem vorigen war dies Krankenzimmer! In das schmucklose Heim dieser armen Frau ging ich sehr gern und verließ es fast nie, ohne irgendeinen Gewinn daraus mit fortzunehmen. Anfänglich traf ich Frau Sch. noch regelmäßig außer Bett; sie saß gewöhnlich in einem Korblehnstuhl und freute sich, wenn Besuch kam. Denn sie wohnte allein in ihrer kleinen Wohnung und war viel allein, wenngleich eine nahewohnende Tochter täglich mehrmals herüberkam, um nach ihr zu sehen und ihr die Mahlzeiten bringen. 04116 Die Stimmung der Kranken war wunderbar fast heiter. Sie wußte wohl, wie es um sie stand, lles 6. aber in ihrer Seelenheiterkeit nicht einen Augendl durch das herannahende Ende irre machen.„Es ist uu gut, daß man weiß, daß es nicht lange mehr dauert pflegte sie zu sagen, wenn wieder ein Schmerzansall zz., schmächtige Gestalt durchschüttert hatte;„da kann na sich doch immer schon auf die Ewigkeit freuen! Ach wie schön wird es dort sein, wo es kein Leid und kein g. schrei mehr geben wird!" 6 Niemals habe ich sie fragen hören:„Warum dierade dir?“ Sie nahm ihr schweres Leiden ans dan 100 Händen des Vaters wie ein Kind, das weiß, daß ihm audiesen Händen schließlich doch nur Gutes kommen kam Einmal traf ich sie dabei, wie sie auf dem Tische na sich alte Bilder ihres Mannes und der Kinder ausg. breitet hatte und sie aufmerksam betrachtete.„Ich mut Ihnen doch einmal erzählen, wie ich zu meinem Alten und den sieben Kindern eigentlich gekommen bin“, sagtsie mit leisem Lächeln,„sonst denken Sie am Ende, dai das alles meine eigenen Kinder sind!“ Sie schob mir die Bilder hin:„Sehen Sie, so war die Familie, als ich sie übernahm. Der Mann war Tischler bei der Geburt des siebenten Kindes war ihm die Fra gestorben. Nun sah er sich nach einer zweiten Frau u und kam zu mir. Ich war damals in Stellung als Köchn viele Jahre schon an derselben Stelle; und ich hab mirs erst genug überlegt, ob ich sein Angebot annehmen sollte: „Sie fürchteten sich gewiß vor den vielen Kindern „Nein“, sagte sie bedächtig,„die Kinder waren mi nicht zuviel. Aber daß der Mann nicht meinen Glauben hatte und nie in die Kirche ging, das hat mir große Kopfzerbrechen gemacht. Ich sagte ihm gleich, daße mich von meiner Religion nicht abhalten dürfe, und dai er erlauben müsse, daß ich die Kinder christlich erziehen dürfe. Das gab er gern zu, denn er war froh, eine Muter für seine sieben Rangen zu bekommen.“ „Und haben Sie diese Erziehung durchführen können“ „Ja, denn mein Mann war gut und hat mir nie etwas in den Weg gelegt. Und die Kinder, so wild und un gebärdig sie anfangs waren, schlugen gut ein. Nei Mann ist zwar nie mit mir zur Kirche gegangen, er hatt die Gewohnheit, auch Sonntag vormittags immer in## Werkstatt zu arbeiten. Aber als er den schweren Unsgehabt hatte, der ihn schließlich auch zu Tode gebrag hat, hat er gesagt:„Frau, laß mir mal deinen Pastor kommen! Ich will reinen Tisch mit dem Herrgott mchen, eh' daß ich fort muß!" Da bin ich gelaufen und hab den Herrn Pastor geholt und ihm Bescheid gesagt; und mein Mann hat gebeichtet und das heilige Abendmahl genommen und ist sanft und selig gestorben. Er ist immer gut zu mir gewesen und hat mir nie ein böses Wort gesagt; aber nichts in unserer Ehe war so schön, als diese letzten Tage. Die kranke Frau sah förmlich verklärt auf das alte Bild:„Und nun sag' ich ihm:„Bald gibt's ein Wieder sehen, Karl, freu dich drauf!“ Ergriffen sagte ich:„Ja, das ist schön, wenn Eheleute sich so aufs Wiedersehen freuen können!“ Sie blickte auf:„Das Verheiratetsein ist wirklich nicht so schwer, wie ich's mir vorher gedacht hatte, wenn man seine Pflicht tut und ein bissel Liebhaben dabei nicht gißt!“——— Nicht lange danach traf ich sie nicht mehr außer den Bette an, die Schwäche und die Beschwerden nahmen rasch zu, daß sie das Lager nicht mehr verlassen konnt. Ihre Abmagerung schritt sichtbar vorwärts; aber ung trübt leuchteten einem ihre hellen Augen entgegen, um nie vergaß sie, sich für den Besuch zu bedanken. Ao# immer blieb sie nachts allein in ihrer Wohnung. M Tochter schloß sie abends darin ein und öffnete früh wie der, wenn sie zum Bereiten des Frühstücks kam. Ich fragte sie einmal, ob sie sich nicht fürchte, währen der vielen Nachtstunden, die sie meist in Schmerzen dutch wachte, so ganz allein zu bleiben. Sie verneinte dies in sagte mit geheimnisvollem Lächeln:„Ich will etwas anvertrauen. Ich bin gar nicht allein in der Nacht Freilich, wenn ich richtig wach bin, werde ich niemand gewahr. Aber wenn ich so ein bißchen eingeduselt u und noch nicht ganz fest schlafe, so fühle ich oft ganz den lich, daß etwas Lichtes, Nahes in der Stube ist, daß behütet und beschützt bin. Das nimmt mir alle Furcht An einem Schrank, dessen Seitenwand das Fußen ihres Bettes begrenzte, hatte sie mit Kreide in grob Buchstaben den Spruch geschrieben:„Erlebt!“ lebendigen Heiland hielt sie sich nun auch mit felsenseltt Zuversicht, wenn die Schmerzen überhand nahmen die Woge der Trübsal über ihrem Haupte zusammt“ schlagen wollten. Nichts von der furchtbaren Qual ihrer Todeskranky““. blieb ihr erspart. Besonders schwer war das Ringen““ letzten Nacht, in welcher die treue Tochter die Tode“ zuckungen des gemarterten Körpers kaum halten kon Aber als der Morgen nach dieser Kampfesnacht““ brach, kam die Erlösung und der Friede. Die Sterven“ verlor das Bewußtsein und durfte ganz sanft und“ einschlummern. Es wird mir immer wie eine Bestätigung ihres Gitt bens sein, daß diese heldenmütige Seele in der Früh Ostersonntages heimgehen durfte. Auf dem Abren kalender über ihrem Bette, der ihr in gesünderen Tob“ ihre tägliche Erquickung dargereicht hatte, leuchtere“ diesem Morgen der Siegesspruch: „Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer“ mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe!“ Erscheint .36 Beste Ausland Einzeln Nr. 77. Gott, Auf ni Nicht Laß u Und v Wie K Der 5. jenes Fror zügel am das Front keinesweg denen, die das Höchst eingesetzt, Leben. Wa wenn der am Ende der soziali 8. Novemb nalismus sind, rich wenig Na in erster Die Re ihr geford seinen Aus noch niem könnte de geschaffene Volksmeh Mit di Erfordern Artikel au einmal m Der Reich zeichnen, sten Woch Reichsreg Sie ha Goebbels Aufklärur strumen beliebteste machen k rungsmei gierung 1 gibt auch lichem ganda der A den 2 verfü alle zu! dere lers nich Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Belo“