Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67877. tliches Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ „Rdenggbe! zund„DAusen Anzeigenpreis: Nr. 287. Vielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Mittwoch, den 7. Dezember 1932. 14. Jahrgang. 1— Vom Elend und vom Bösen Wirst du befreien die Welt, wenn aus dir selbst Des Unheils Macht du bannst. Salvator Rosa. IMNMLE M M M MINMMNIMNN MMMME M MMM MMMMMMMNMMNMNG Das Ende der Regierungskrise. Es wirkte wie eine Erlösung, als am Freitag mittag der Rundfunk mitteilte:„ Der Herr Reichspräsident hat den Herrn Reichswehrminister Schleicher mit der Kabinettsbildung beauftragt.“ Die Regierungskrise, wohl die schwerste seit langer Zeit, glich einer Tragödie, die in so und soviel Akten über die Bühne ging. Nach dem 6. November setzte verstärktes Trommelfeuer gegen das Verbleiben des Reichskanzlers von Pawen ein, der nicht einmal 10 Prozent des wahlberechtigten Volkes hinter sich habe. Papen muß weg! So forderten es, wenn auch aus verschiedenen Motiven, die Sozialisten aller Art, das Zentrum, die bürgerlichen Demokraten und wirtschaftlichen Verbände von rechts bis links. Das Kabinett wich diesem Druck und demissionierte. Adolf Hitler wurde vom Reichspräsidenten ersucht, festzustellen, ob man unter Führung Hitlers ein Kabinett mit einer sicheren, tragfähigen Mehrheit im Reichstag rechnen könne. Hitlers platonische Bemühungen blieben ohne Resulat. Ebenso scheiterte nach ihm Prälat Kaas vom Zentrum. Der Reichspräsident griff nunmehr auf seinen ersten Plan der Bildung eines Präsidialkabinetts zurück, nachdem sich eine Mehrheitsbildung im Reichstag als unmöglich erwiesen hatte. Was nun folgte an Spiel und Zwischenspiel, an Kulissenarbeit und Sabotage durch Gerüchtemacherei, wird wohl größtenteils der Oeffentlichkeit verborgen bleiben. Die Siluationen wechselten, und in den letzten Tagen war bald von Schleicher, bald von Papen oben. Beide verhandelten und suchten im Auftrage des Reichspräsidenten nach Lösungen, die einen Konflikt mit dem Reichstag vermeidbar erscheinen ließen. Die Oeffentlichkeit, d. h. hauptsächlich wohl die leicht erregbaren Zeitungsschreiber, wurden nevvös, wenn aus Morgen und Abend der andere Tag wurde, ohne daß die gewünschte Klärung eingetreten wäre, wobei allerdings fast jeder die Klärung so erwartete, wie„er sie auffaßte". Ruhig, wie ein Fels im Meer, umbrandet von entfesselten Parteistürmen, Warnungen und Drohungen, stand unser alter ehrwürdiger Greis, der Reichspräsident von Hindenburg, unbeirrbar, nur das eine Ziel im Auge behaltend, erst alle Möglichkeiten zu erschöpfen, bis er seine schicksalschweren Entscheidungen traf. Es war bei Hindenburg nicht Entschlußlofigkeit, erst recht nicht Furcht vor der Verantwortung, sondern einzig und allein Erfüllung seiner Gewissenspflicht, die bei ihm immer an erster Stelle stand, wenn er seine Entscheidungen um Tage verschob. Der Reichspräsident war und ist sich bewußt, daß bei der heutigen innerpolitischen Lage seine Entschlüsse von weittragender, im Augenblick nicht absehbarer Bedeutung werden können. Angesichts dessen, was kommen kann, wollte Hindenburg vor seinem Gewissen, vor Gott und dem deutschen Volke frei sein von der etwaigen Schuld, nicht das Letzte versucht zu haben, um den offenen Konflikt mit dem Reichstag, dessen Auswirkung im Kampf aller gegen alle bestehen kann, zu vermeiden. Aus dieser, man möchte sagen, Gewissensnot, sind bis in die letzten Stunden Lösungen versucht, die nicht gefunden wurden, aber zur Folge hatten, daß bald Schleicher, bald Papen die meiste Anwartschaft auf den Kanzlerposten hatte. Das blieb bis Freitag mittag so. Um 10½ Uhr stand Papens Berufung fast 100prozentig fest; um 12 Uhr wurde der Reichswehrminister von Schleicher beauftragt und damit die Tragödie zu Ende geführt. Wirft man nun die Frage auf, ob die getroffene Entscheidung als die richtige anzusehen ist, so stehen wir auf dem Standpunkt, daß die ehrfurchtgebietende Persönlichkeit Hindenburgs es uns nahe legt, an seinen gewissenhaft geprüften Entscheidungen wenn überhaupt, dann nur mit äußerster Zurückhaltung Kritik zu üben. Wenn man aber die Möglichkeit hatte, aus nächster Nähe die Vorgänge zu beobachten, dann kann man verstehen, wenn der Herr Reichspräsident Herrn von Papen, der heute noch sein volles Vertrauen besitzt, auf seinen dringenden Wunsch im letzten Augenblick nicht mit der Kabinettsbildung beauftragte. Reichskanzler von Papen, über den die Geschichte hoffentlich einst ein gerechteres Urteil fällen wird, als es in diesen aufgeregten Tagen politischen Kampfes möglich ist, hat ganz gewiß die Parteien und die Presse, bis auf wenige Ausnahmen, gegen sich. Wir haben früher schon im„Aufwärts“ angedeutet, warum Papen derart angefeindet wird und welches die Motive sind. Sie liegen auf dem Gebiet jeglicher Verneinung bei den Parteien, die grundsätzlich nur sich, nicht aber andere anerkennen wollen. Bei anderen Parteien sind parteidisziplinarische Rücksichten oder die Angst um den Verlust demokratischer Errungenschaften maßgebend. Aber alles das würde auf die getroffenen Entscheidungen wohl kaum einen maßgeblichen Einfluß ausgeübt haben, wenn innerhalb des bisherigen Kabinetts über die Fortführung der bisherigen Politik Uebereinstimmung bestanden hätte. Das war aber nicht der Fall, so daß Herr von Papen den Reichspräsidenten selbst bat, von seiner Berufung abzusehen und Herrn von Schleicher zu beauftragen, das Kabinett zu bilden. General von Schleicher hat den Auftrag angenommen und durchgeführt. Es bleibt nun abzuwarten, ob Schleicher im Reichstag eine freundlichere Aufnahme finden wird. Dem„Kampfkabinett“ Papen war von fast allen Parteien der Krieg bis zur Vernichtung angekündigt. Wird es dem„Versöhnungskabinett“ Schleicher anders ergehen? Das ist die große Frage. Gewiß ist, daß Schleicher Voraussetzungen mitbringt, die seinem Amtsvorgänger von Papen nicht in dem Maße zur Verfügung standen. Schleicher ist ein ungewöhnlich befähigter Verhandlungstaktiker, der die Menschen zu nehmen weiß und die Grenzen für Mögliches und Unmögliches klar sieht und sich danach einzustellen vermag. Es klingt paradox, wenn man von einem preußischen General sagen würde, er sei eine Kompromißnatur; das dürfte aber bei Schleicher. dann richtig sein, wenn er durch einen Kompromiß weitergehende Ziele verfolgen und erreichen kann. Aber nur in diesem Falle, da im übrigen v. Schleicher ein Mann ist, der mit Entschlossenheit durchgreift da, wo es erofrderlich ist. Aus dieser Charakterisierung sind auch seine bisherigen Maßnahmen zu verstehen. Sein Ziel ist, einen Konflikt mit dem Reichstag zu vermeiden, was sich absolut mit den Wünschen und Absichten des Reichspräsidenten deckt. Daher seine wiederholten Versuche, zu den Parteien Brücken zu schlagen und zu den Gewerkschaften in ein freundlicheres Verhältnis zu kommen. Die Pflege guter Beziehungen zu den Gewerkschaften war schon in den letzten Jahren seine Spezialität. Und wenn er mit den Gewerkschaftsführern Leipart und Otte verhandelt und ihre Wünsche entgegennimmt, dann ist das nicht nur als ein taktisches Manöver zu bewerten, sondern von Schleicher hat von jeher auf dem Standpunkt gestanden, daß einzelne Bestimmungen der Notverordnung vom 4. und 5. September hart und ungerecht seien. In einer neuen Notverordnung ist mit einer starken Revision zu rechnen, vielleicht sogar ganz im Sinne der Gewerkschaftsforderungen, die man wohl als bekannt voraussetzen darf. Ebenso sieht Schleicher die von Papen stark forcierten Pläne auf Aenderung der Reichsverfassung nicht so dringlich an, um es deswegen zu einem Konflikt kommen zu lassen. Aus all diesen Gründen wittert ein Teil der deutschen Presse Morgenluft u. schreibt von Kursänderung usw. Das dürfte aber nicht entscheidend sein. Wichtiger ist die Haltung der einzelnen Parteien Schleicher gegenüber. Und da kann man bei Prüfung dieser Frage nicht zu der Auffassung kommen, daß der neue Reichskanzler im Reichstag eine stärkere Rückendeckung haben wird, als es bei v. Papen der Fall gewesen wäre. Etwas versöhnlicher scheint das Zentrum dem Kabinett Schleicher gegenüber, während die Deutschnationalen von der Wendung am Freitag, Schleicher statt Papen, wenig entzückt sind. Dagegen haben die Nationalsozialisten, die früher in einem freundschaftlichen Verhältnis zu Schleicher standen, diesem schärfsten Kampf angesagt. Die KPD. und die SPD. ebenfalls, so daß das Kabinett Schleicher statt 90 Prozent bei Papen, etwa 70 Prozent der Abgeordneten gegen sich haben wird. Damit sind die Aussichten auf„Waffenruhe“ während der Wintermonate sehr schlecht geworden. Das Ergebnis der 14tägigen Krise dürfte demnach sein, daß zwar mit der Berufung Schleichers die Spannung nicht bis zur Siedehitze getrieben wurde, aber nach eingetretener Beruhigung als Endergebnis der Konflikt mit dem Reichstag doch nicht zu vermeiden sein wird. Schleicher bringt viele Voraussetzungen mit. Es wird ihm auch zunächst leicht sein, einige gemachte Fehler seines Vorgängers wieder gutzumachen. Aber dann beginnen die Schwierigkeiten, wenn es notwendig wird, rechtzeitig denen Halt zu gebieten, die mit der Berufung Schleichers an eine Rückkehr der Zeiten glauben, in denen uferlose Forderungen im Handumdrehen bewilligt wurden. Die beiden radikalen Parteien rechts und links haben allein die Möglichkeit, Beschlüsse zu fassen, Notverordnungen aufzuheben, Mißtrauensvoten zu erteilen, um die Regierung Schleicher aus dem Sattel zu heben. Daß solche Beschlüsse kommen, ist todsicher. Dann wird es sich zeigen, wo Verantwortungsbewußtsein vorhanden ist. Der Reichspräsident ist bis an die Grenze des Möglichen gegangen. Der neue Reichskanzler wird ebenfalls alles tun, um die Parteien dahin zu bringen, ihm, was eigentlich selbstverständlich ist, erst einige Monate Bewährungsfrist zu geben, damit das Kabinett zeigt, was es will und was es kann. Erkennen die Parteien ihre Verantwortung nicht, dann wird Hindenburg mit Maßnahmen antworten, die bisher nicht in seiner Absicht lagen, seinem Wesen auch widersprechen, aber nicht mehr zu umgehen sind, wenn die Auserwählten des Volkes es nicht anders wollen. Aber persönliche Eitelkeit, Herrschsucht, Neid= und Rachegelüste sind Eigenschaften, die sich während der 13 Jahre Parteienherrschaft zu höchster, aber übelriechender Blüte entwickelt haben, daß der Verstand für die Lebensfragen des Volkes stark darunter gelitten hat. Möge der Lenker aller Dinge in diesen entscheidungsvollen Wochen vor Weihnachten uns den Frieden im Volk und unter den Parteien bringen, um mit vereintem Willen die große Volksnot, die in diesem Winter ihren Höhepunkt erreichen wird, zu mildern, wie das der größte Wunsch unseres Reichspräsidenten von Hindenburg ist. W. W. Zwei neue Wirtschaftspläne zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Von Bürgermeister i. R. Bleicken, Kuxhaven. (Schluß.) Auf ein ganz anderes Ziel geht. Mahrauns„Großer Plan“ los: Mahraun sieht im Gegensatz zu Burchard nicht nur in der Weltwirtschaft eine grundlegende Aenderung vor sich gehen, sondern auch in unserer deutschen Binnenwirtschaft: Eine Verlagerung des Schwerpunktes von der Industrie weg wieder mehr zur Landwirtschaft, von der Großstadt wieder mehr zur Kleinstadt u. zum Lande. Mahraun erklärt:„Wir sind kein Volk ohne Raum. Wir sind ein Volk ohne die richtige Organisation unseres Raumes und unserer Menschen.„Durch Neuordnung des deutschen Raumes wird 1 Million deutscher Bauernhöfe Auf ihnen finden 4 Millionen Menschen Beschäftigung. Hiervon muß nahezu 1 Million abgezogen werden, welche heute vom Großgrundbesitz beschäftigt werden. Der Arbeitslosigkeit werden also rund 3 Millionen Menschen entrissen. Die neugeschaffenen Dörfer geben rund einer halben Million Menschen in Handwerk, Gewerbe, Verwaltung und Verkehr neue Arbeitsplätze. Damit sind 3½ Millionen der Arbeitslosigkeit entrissen, Die Einführung der allgemeinen Volksdienstpflicht nimmt 800 000 Jugendliche vom Arbeitsmarkt weg.... die Hiermit verbundene Senkung der Lasten führt der Wirtschaft das nötige Kapital zu. Die Durchführung des riesenhaften Kolonisationswerkes kurbelt die gesamte Wirtschaft von unten her an. Der Rest der Arbeitslosen wird bis auf die nötige Arbeitsreserve von der Wirtschaft aufgesogen.“ Mahraun geht also auch im Gegensatz zu Burchard davon aus, daß Millionen Arbeitsloser nie wieder in Industrie und Handel beschäftigt werden können. Für sie will er Raum schaffen durch Enteignung des Großgrundbesitzes (von über 100 Hektar), durch Oedlandkultur und Waldverringerung. Neugewinnung von Land in unseren Nordseewatten— die er nicht erwähnt— würde weitere Bodenflächen bringen. Neben solcher Bauernsiedlung soll die Stadtrandsiedlung(zum Nebenerwerb für städtische Arbeiter) in starkem Umfang betrieben werden, damit diese Arbeiter krisenfester werden. Die Ba irnsiedlung im Osten gibt zugleich erheblich stärkeren Schutz gegen das Andrängen der polnisch=slawischen Flut. Die Bauernsiedlung soll in Dorfform vor sich gehen. Sie belebt in den vorhandenen Kleinstädten wie in den neuen Dörfern Handwerk und Handel, mittelbar auch die eigentliche Industrie. Die Vorarbeiten für die Siedlung sollen im weiten Ausmaß durch die Siedler selbst und im freiwilligen Arbeitsdienst geleistet werden, um die Siedlungen möglichst zu verbilligen. Der freiwillige Arbeitsdienst soll zugleich einen erheblichen Teil der künftigen Siedler auch aus der Stadtbevölkerung neben Landarbeitern u. Bauernsöhnen heranbilden. Das Land soll zunächst in Erbpacht vergeben werden, die aber zum Eigentum führen kann. Die Wirtschaftlichkeit muß durch angemessene Schutzzölle gesichert werden. Die Lasten, die dadurch den Verbrauchern erwachsen können, werden durch den Wegfall der Lasten aus der Arbeitslosigkeit, durch die Senkung der Steuern usw. ausgeglichen. Mahraun gibt zu, daß der zu enteignende Großbesitz mehr Brotkorn liefert als der Bauer, meint aber, die Erzeugnisse der Bauernwirtschaft, Vieh, Milch, Butter, Käse, Gemüse usw. stellten größere Werte dar als der Kornbau des Großbesitzes, so daß einzuführendes Brotkorn nicht so viel koste wie die Einführung bäuerlicher Erzeugnisse. Uebrigens sei der Plan .* Nr. 287— Seite 2 Kottofets Mittwoch, 7. Dezember 1932 nicht in wenigen Jahren durchzuführen. Schließlich die„Aufbringung der Mittel. Mahraun will die Entschädigung für Enteignungen in sicheren, mäßig verzinslichen Staatspapieren geleistet wissen, die durch den Bodenwert und die neue Arbeit gedeckt seien, so daß keine erheblichen Barmittel dafür nötig werden würden. Soweit aber noch Barmittel insbesondere für die Einrichtung der Siedlungen, Viehbeschaffung usw. nötig seien, würden sie aus den Erspamnissen an Arbeitslosenversicherung und anderen Soziallasten gewonnen werden können. Das ist in allgemeinen Zügen der„Große Mahrauns. Dieser Plan ist m. E. wesentlich tiefer gegründet als der Burchards, wobei zu bemerken ist, daß er keineswegs dasjenige, was an letzterem durchführbar ist, behindert. Mahrauns Plan benutzt bewußt und im großen Umfange die schon seit längerer Zeit erkennbare innere Strukturwandlung in Deutschland aus volkswirtschaftlichen und nationapolitischen Gründen. Er schafft unmittelbar neue wirtschaftliche Bedürfnisse, d. h. Kaufnotwendigkeiten, was bei dem Plan von Burchard nicht sicher ist. Mahraun arbeitet zuerst vom Verbraucher her, Burchard vom Erzeuger; Mahrauns Verbraucher soll erst nachher auch Erzeuger werden, Burchards Erzeuger umgekehrt später Verbraucher. Mahrauns Weg erscheint mir wirtschaftlich sozusagen logischer, vor allem in unserer Gegenwartsnot, Mahrauns Vorschlag fordert auch nicht wie der von Burchard eine plötzliche allgemeine Wendung, sondern kann seiner Natur nach nur stufenweise durchgeführt werden, erscheint damit wirklichkeitsnäher. So wird auch der Großbesitz nicht auf einmal verschwinden können; was aus verschiedenen Gründen wichtig ist. Hierbei wird wohl noch die von Brüning geplante Notverordnung, über die er und sein Kabinett im Juni d. J. stürzten, eine Rolle spielen. Ob man übrigens in der Aufteilung des Großbesitzes so weit gehen soll, wie Mahraun fordert, erscheint mir aus verschiedenen Gründen zweifelhaft. Hierbei steht mir allerdings nicht die Anklage„bolschewistische Siedlungspläne“ vor Augen, womit man harmlose Seelen schon vor Brünings Plänen abschrecken wollte. Mahrauns Finanzplan bedeutet, soweit er die Ausgabe neuer Staatspapiere vorsieht, eine Kreditausweitung, kann aber m. E. als eine erweiterte Durchführung eines Grundgedankens des Brüningschen Entwurfes betrachtet werden und ist im übrigen, wie mir scheint, finanzpolitisch unbedenklicher als die schon vollzogene Ausgabe von mehreren Milliarden unterwertigen Silbergeldes, da die Papiere durch Bodenwerte gedeckt sind, wenn die Bewertung bei der Enteignung sich in angemessenen Grenzen hält. Und damit komme ich zur bodenrechtlichen Seite des Planes. Hier sehe ich allerdings erhebliche Lücken. Zunächst darf es nicht dahin kommen, daß etwa aus politischen oder ähnlichen Gründen der Boden bei der Enteignung überbewertet wird. Hier können die Grundsätze des Reichssiedlungsgesetzes Dienste leisten. Jedenfalls muß vorallen ürigen Schritten ein Bodenrecht geschaffen werden, das verhindert, daß die Bodenpreise in der sicheren Aussicht auf Uebernahme der Besitzungen in die öffentliche Hand in die Höhe klettern. Weiter ist aber auf alle Fälle dafür zu sorgen, daß der Siedlungsboden nicht frei verschuldbar wird. Solange er in Erbpacht liegt, ist ja nichts zu befürchten. Anders, wenn er Eigentum wird. Dann muß endlich einmal die vom Freiherrn vom Stein und lange vor dem Kriege von anderen weitblickenden Männern geforderte und grundsätzlich auch schon in Preußen gesetzlich vorgesehene Maßnahme einer Verschuldungsgrenze Mensch und Schrift. Wenn heute das Interesse für Psychologie, Phrenologie, für Graphologie im besonderen zunimmt, wenn die Frage nach dem Warum und Weshalb der geistigen Funktionen und Ausdrucksmöglichkeiten des menschlichen Geistes dringender werden, so ist damit doch unverkennbar ein Bedürfnis nach praktischer Erkenntnismöglichkeit sichtbar geworden. Es mag scheinen, als raubte man den bunten, mannigfachen Bildern des Lebens etwas von dieser Buntheit und Mannigfaltigkeit, wenn man nach Einheit und Gesetzmäßigkeit sucht. Erst wenn ein ordnender Blick das Durcheinander sondert, gruppiert und praktisch nutzbar macht, erfüllen Einheit und Gesetzmäßigkeit ihren eigentlichen Sinn und erhalten ihren eigentlichen Wert. In der Wissenschaft der Graphologie, aus der Handschrift eines Menschen seinen Charakter, sein Ich zu erfassen, hat sich in den letzten Jahren eine nicht unwesentliche Veränderung kundgetan. Es hatte schon seine Gründe, daß man im Goethejahr 1932 in den verschiedensten Fachzeitschriften für Psychologie auch Verschiedenes aus Goethes Briefwechsel mit Lavater veröffentlichte. Man wollte die Daseinsberechtigung der Graphologie auch durch große Namen bestätigt sehen. Und tatsächlich sind die Bemerkungen, die Goethe über die Beziehung der Handschrift eines Menschen zu dessen Charakter gemacht hat, ziemlich zahlreich. So schreibt Goethe u. a. am 3. April 1820 in einem langen Brief, in dem er sich mit Lavater über diese Fragen auseinandersetzt, folgendes:„Darüber, daß die Handschrift des Menschen bezug auf dessen Sinnesweise und Charakter habe, und daß man wenigstens eine Ahnung von seiner Art, zu sein, zu handeln, empfinden könne, ist wohl kein Zweifel, so wie man ja nicht allein Gestalt und Züge, sondern auch Mienen, Ton, Bewegung des Körpers als bedeutend, mit der ganzen Individualität übereinstimmend anerkennen muß.“ Wenn man die Reihe der Persönlichkeiten, die der Lehre von der Handschriftendeutung wohlwollend und anerkennend gegenüberstanden, vervollständigen will, so müßten Namen wie Walter Scott, Disraeli, Daudet, Björnson, Ibsen, Zola genannt werden. Sie alle haben Die Hände rühren werden in diesen Tagen und Wochen wieder viele Leser und Leserinnen des„Aufwärts“ um Freunden und Bekannten, Bekümmerten und Notleidenden eine Hilfe zu bringen oder eine Freude zu bereiten.„Vergessen Sie auch nicht, den Aufwärts wieder als Weihnachts= oder als Neujahrsgabe anzubieten“, mahnt es auch uns aus dem Leserkreis. Das tun wir hiermit gern. Der heutigen Nummer legen wir wieder eine Karte mit ein, die jedem Leser Gelegenheit gibt, mit einem Monats= oder Vierteljahrsbezug als Weihnachtsgeschenk hier und da eine Freude zu bereiten und unserem Blatte einen Liebesdienst zu tun. Wir sind sehr dankbar, wenn diese Gelegenheit von vielen benutzt wird. Wer aber durch eine andere kleine Gabe die Unterstützungskasse für bedürftige Leser stärken will, kann des Dankes manches ganz arm gewordenen alten Lesers sicher sein und wird gebeten, seine Gabe an die Geschäftsstelle des Aufwärts, Bethel bei Bielefeld, Postscheck Hannover 67377 einzusenden. für Hypotheken— gleich der Tiefladelinie für Seeschiffe — als Zwang auferlegt werden. Sonst muß jeder Verkauf oder Erbgang, jede Zollerhöhung zu immer neuer Verschuldung führen. Diese Maßnahme muß ferner zur allgemeinen Einrichtung öffentlicher Anstalten für Realund Personalkredit überleiten. Die Verschuldungsgrenze ist zwar nicht nötig, soweit die neuen Siedlungen zu Eigentum in Heimstättenrecht ausgegeben werden. Aber sie ist auch für alle größeren Siedlungen sowie für die schon bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe zu fordern. Ferner ist in diesem Zusammenhang ein den Bedürfnissen des Landmannes angepaßtes besonderes Erbrecht nötig. Daß im übrigen auch das Genossenschaftswesen für den Siedlungsplan eine ganz andere Bedeutung gewinnen muß, als es bisher in unserer Landwirtschaft gefunden hat, mag nebenher bemerkt werden. Endlich will ich noch darauf hinweisen„daß das Agrarprogramm der beiden gegenwärtigen größten deutschen Parteien, das der SPD. von 1927 und das der NSDAP. von 1930 in weitem Umfang den Plan Mahrauns unterstützen. Es ist übrigens nicht richtig, wenn Mahraun(S. 45) meint, die SPD fordere entschädigungslose Enteignung. Sie will Entschädigungen nach dem Steuerwert(., 1 ihres Agrarprogrammes). Auf das„Bauernhilfsprogramm“ der KPD. trifft allerdings dieses Urteil Mahrauns zu. Von Wert ist hier auch das„Hugenberg=Programm zur Entschuldung der Landwirtschaft", und zwar nicht nur für die Notwendigkeit einer Verschuldungsgrenze, sondern ebenso für die Finanzierungsform. Nach allem steht Mahrauns Plan im schroffen Gegensatz zu dem bisherigen(Papenschen) Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung. Wie sehr dies der Fall ist, scheint selbst Mahraun nicht voll zum Bewußtsein gekommen zu sein. In dem Kapitel„Ankurbelung der Wirtschaft“ schildert er wohl die Belebung von Handwerk, Handel und Industrie durch die Schaffung von Siedlungen und Dörfern. Aber er sagt nichts davon, daß bei der Durchführung seines Planes der Industrie= und Handelskapitalismus die Arbeiter=Reservearmee verlieren würde, die diesen Kapitalismus bisher in seiner Lohnpolitik erheblich untestützt hat. Das Papensche Programm arbeitet aber— mehr oder weniger an die Daseinsberechtigung der graphologischen Wissenschaft geglaubt und sie vor allen Dingen praktisch anzuwenden versucht. Heute schüttelt man nicht mehr so skeptisch den Kopf, wenn man von den intuitiven Erkenntnissen eines Rafael Schermann liest, und man sieht volle Säle, wenn Ludwig Klages über die wissenschaftlichen Grundlagen der Handschriftendeutung redet. Eine Auseinandersetzung mit den üblichen Einwänden gegen die Graphologie(die verschiedenen vom Charakter unabhängigen Bedingungen des Schriftbildes) hat in der letzten Zeit häufig Gelegenheit gegeben zu zeigen, wie gerade diese scheinbaren Erschwerungen besonders aufschlußreiche Fingerzeige geben. Ludwig Klages sucht sogar in einer willkürlich veränderten und ausgeschmückten Schrift die Gegensätze von Schein und Sein zu erkennen. An einem Diskussionsabend in Bielefeld, der zwischen dem Züricher Schriftpsychologen Kaeser und dem Bielefelder Graphologen Tuschick veranstaltet wurde, kam man zu der Ansicht, daß man sich konsequent über drei Zeilen hinaus in der Schrift nicht verstellen könne, daß überhaupt ein Verstellen nicht möglich sei, wenigstens werde die Verstellung sofort vom Graphologen erkannt. Am Harburger Kreuz(Koordinatensystem) wurde erklärt, was die vier Bewegungsrichtungen des Schreibens bedeuten. Alle verstandesmäßigen Kräfte, das logische Denken, die Sinnfassung auf geistigem Wege drückt sich in den Oberlängen aus, also in allen Buchstaben, die sich oberhalb der Schreib=(Grund=slinie befinden. Der Ausdruck des Sinnes, die Ausdruckskraft, die materielle Seite, der Wirklichkeitssinn liegt unterhalb der Schreiblinie. Hinzu gesellen sich die runden, einladenden Girlanden (nach unten gerundete Kleinbuchstaben a, o, u usw.) und die verschlossenen, mißtrauischen Arkaden(nach oben gerundete Kleinbuchstaben) und die bald eckigen, bald runden wellenförmigen Bewegungen der Schriftführung, die Haltlosigkeit, Willensschwäche ausdrücken. Aus den gezeigten Lichtbildern ging klar hervor, wie sehr die erkannten Eigenschaften von der Niveauklasse einer Handschrift abhängig sind. Ich sehe darin einen der wichtigsten Angriffspunkte gegen die Graphologie, daß eben bei der Deutung einer Schrift viel zu wenig Rücksast möchte man sagen bewußt— in entgegengesetzter Richtung. Mahraun hat seinen Wirtschaftsplan dem Reichspräsidenten zur Prüfung überreichen lassen. Ist der Papensche Plan im großen Ganzen erfolglos— und trotz allen amtlichen u. nichtamtlichen Meldungen scheint er dieses Schicksal zu haben— dann gewinnt Mahrauns Plan eine außerordentliche Bedeutung für Gegenwart und Zukunft unseres Volkes. Ich schließe mit einigen Sätzen aus dem Schreiben, das der frühere Reichsminister Schlange(im Kabinett Brüning) am 27. Mai ds. Is. an den Reichspräsidenten richtete:„In dem starken Willen zur inneren Kolonisation offenbart sich der nationale Drang zur Selbsthilfe und zur Gesundung; man kann ihn nicht mit Versprechungen abspeisen; man muß ihm schleunigst Raum und Wirkungsmöglichkeit verschaffen. Er geht— Gott sei Dank im Zeichen noch vorhandener Lebenskraft— durch alle Schichten und Parteien unseres Volkes. In ihm liegt unverkennbar eine Fortentwicklung jener Gedanken des Freiherrn vom Stein, die nach dem Niederbruch von 1806 ebenfalls von manchen wie mit Blindheit geschlagenen Kreisen als revolutionär bekämpft wurden und dennoch die Grundlage des neuen Aufstiegs und die psychologische Voraussetzung der Befreiung in sich trugen. Wenn Teile des Großgrundbesitzes, für die im übrigen von meinem Amte alles geschehen ist, was aus volkswirtschaftlichen Gründen gerechterweise geschehen konnte, wiederum die Zeichen der Zeit nicht begreifen wollen, so befürchte ich: sie graben sich selbst ihr Grab, und eine stürmische Entwicklung wird eines Tages über sie hinweggehen. Eröffnung des Reichstags Termin der Regierungserklärung noch ungewiß. — Berlin, 6. Dezember. Der neugewählte Reichstag tritt heute nachmittag zu seiner ersten Sitzung zusammen. Nach hergebrachter Sitte finden zuvor im Berliner Dom und in der Hedwigskathedrale Gottesdienste für die Mitglieder der Reichsregierung, des Reichsrats und des Reichstags, statt. Der Reichsprasident hat seine Beteiligung an dem Gottesdienst im Dom zugesagt. Da die Parteien gebeten worden waren, bei Anberaumung ihrer Sitzungen die erforderliche Rücksichtnahme auf den Gottesdienst zu nehmen, traten die meisten Fraktionen bereits am Montag zu ihren ersten Sitzungen zusammen. Als erste Fraktion versammelte sich am Vormittag die Zentrumsfraktion, die sich vor allem mit sozialen Fragen beschäftigte und außerdem die Frage der Präsidiumswahl erörterte. Zu gleicher Zeit tagte die Gruppe des Christlich=Soz. Volksdienstes. Die SPD. und die deutschnationale Fraktion hielten ihre Sitzungen nachmittags ab. Die nationalsozialistische Fraktion war am Abend ins Präsidentenhaus einberufen worden, wo Adolf Hitler, der nach Abschluß des thüringischen Wahlkampfes am Sonntag in Berlin eingetroffen war, die neuen Reichstagsabgeordneten der RSDAP. begrüßte. Die anderen Fraktionen sind für den heutigen Dienstag einberufen worden. Das Kabinett wird im Laufe des Vormittags seine erste geschäftliche Sitzung abhalten, um die programmatische Erklärung feftzulegen, die vor dem Reichstag abgegeben werden soll. Ueber den Termin für die Regierungserklärung hat sich Reichskanzler von Schleicher mit dem Reichstagspräsidenten Göring in Verbindung gesetzt. Bisher ist in Aussicht genommen, daß der Reichstag durch den Alterspräsidenten, den nationalsozialistischen Abgeordneten General Litzmann, formal eröffnet wird und am Mittwoch, in der zweiten Sitzung. die Wahl des Präsidiums vornimmt. Da die Nasicht darauf genommen wird, ob wir es mit der„gebildeten“ Schrift eines Akademikers oder der„ungebildeten“ Schrift eines einfachen Menschen zu tun haben. Selbstverständlich sind hier, wie überhaupt, nur die Deformationen graphologisch deutbar. In dem feinsinnigen, künstlerisch sehr wertvollen Buch von Professor Ottomar Enking„Mensch und Schrift“ stellt dieser die These auf, daß man durch willensmäßige Abänderung kleiner Schriftzeichen Eigenschaften des Charakters beeinflussen könne. Diese Annahme ruft natürlich auch unter den Graphologen größten Protest hervor. Dann sind wir ja in der Erziehung vor keine Aufgabe mehr gestellt. Ein lügenhaftes Kind wird angehalten, sich einzelner Verschnörkelungen in der Buchstabenform zu. enthalten, und man wird wahre Wunder erleben. Das lügende Kind lügt nicht mehr, es spricht immer die Wahrheit. Ottomar Enkings Antwort, die er auf besondere Frage einmal persönlich gab, ging dahin,„daß die veränderte Art des Schreibens zur Kräftigung der Selbstzucht dient". Bei Nervosität, Vergeßlichkeit, Zerstreutheit verordnet er sogar eine„Schreibkur“. Ob diese Annahme zu Recht besteht, ist eine wichtige Frage für alle graphologisch Interessierten. Sind Rassenmerkmale aus der Schrift zu erkennen? Schreibt der Franzose anders als der Jude, der Deutsche anders als der Slawe? CrépieuxJamin, der bekannte französische Graphologe, hat Paris ausgiebige Studien gemacht mit dem Erfolg: Rassenmerkmale sind in einer Schrift nicht aufzuweisen. Der Riese schreibt klein, der Liliputaner groß. Allerdings ist in der Schrift südlicher Völker eine größere Vitalität zu erkennen, eine ausgeprägte Sprunghaftigkeit, wie wir sie in den Zügen eines Norwegers, Dänen nicht erkennen. Die Schrift des Engländers ist immer „verdeckt", verschlossen, er schreibt eine„Maskenschrift", die immer vorsichtig zu analysieren ist. Die Handschrift Mahatma Ghandis, des heute 62jährigen, die mit spitzer, aber elastischer Feder geschrieben ist, macht in ihrer eleganten, flüssigen, aber dabei eindringlichen Art durchaus den Eindruck einer soliden, sympathischen Durchschnittoschrift. Bei eingehender Ana, Mittwoch, 7. Dezember 1932 Kotocets Nr. 287— Seite 8 tionalsozialisten krotz des Verlustes von 34 Sitzen die stärkste Fraktion geblieben sind, wird Göring zweifellos wieder zum Präsidenten gewählt werden. Auch in der übrigen Zusammensetzung des Präsidiums wird sich kaum etwas ändern, falls sich die Sozialdemokraten nicht entschließen, den Anspruch der stärksten Fraktion anzuerkennen. Nach der Konstituierung wird wahrscheinlich eine Vertagung des Reichstags erfolgen. Der genaue Zeitpunkt der Regierungserklärung steht noch nicht fest. Er wird vom Präsidenten im Einvernehmen mit dem Aeltestenrat bestimmt werden. Der störungslose Verlauf der heutigen Reichstagssitzung scheint sichergestellt zu sein. Die Kommunisten haben zwar Dringlichkeitsanträge gegen die Regierung angekündigt, doch wird aus der Vollversammlung des Reichstags bestimmt Widerspruch erhoben werden, so daß die kommunistischen Anträge— Mißtrauensanträge und Anträge auf Aufhebung der Notverordnungen— nicht zur Beratung kommen werden Wie verlautet, vertreten die Nationalsozialisten die Parole, in der Eröffnungssitzung nichts zu unternehmen, was die Gegner fördern oder unterstützen konne Dabei hört man, daß eine eventuelle kürzere Vertagung des Reichstags bis zum 10. Januar durchaus denkbar erscheine unter der Voraussetzung, daß etwa auf dem Gebiet der politischen Amnestie die neue Reichsregierung Entgegenkommen zeige, vor allem gegenüber den durch die Sondergerichte auf Grund der Terror=Notverordnung Verurteilten. * für Dezember Beratung eines Amnestiegesetzes.— Vertagung der Regierungserklärung wahrscheinlich. — Berlin, 6. Dezember. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, gilt es als wahrscheinlich, daß sich die Dezembertagung des Reichstags nicht nur auf die konstituierenden Sitzungen beschränken wird. Nach der Wahl des Präsidiums wird, wahrscheinlich am Mittwochnachmittag, der neue Aeltestenrat zusammentreten, um die weiteren Dispositionen festzulegen. Im Anschluß an die Konstituierung soll möglichst noch im Dezember eine Arbeitstagung des Reichstags stattfinden, und zwar ist beabsichtigt, als erste Vorlage einen Gesetzentwurf über die Regelung der Stellvertretung für den Reichspräsidenten zu beraten. Als Stellvertreter soll, wie es in einem Einzelfall schon einmal festgelegt war, der Reichsgerichtspräsident bestimmt werden. Darüber hinaus ist auch die Vornahme einer Amnestieberatung noch im Dezember wahrscheinlich. Ungeklärt ist noch der Termin der Regierungserklärung und der politischen Aussprache. Es ist durchaus möglich, daß diese auf den Januar vertagt wird. Damit würde auch eine Abstimmung über Mißtrauensanträge und Notverordnungen vorläufig nicht stattfinden, da diese Anträge auf jeden Fall erst mit der Aussprache über die Regierungserklärung verbunden werden sollen. Zentrum für Vertagung Die Zentrumsfraktion des Reichstags befaßte sich mit einem Initiativgesetzentwurf, der die sozialpolitischen Bestimmungen der letzten Notverordnungen wieder aufheben soll. Für die Präsidentenwahl schlägt die Fraktion aufs neue den Vizepräsidenten Thomas Esser vor. Die Fraktion stimmte einer Vertagung des Reichstags auf längere Zeit zu, doch steht noch im Augenblick nicht fest, wie lange diese Vertagung währen soll. Die Fraktion steht auf dem Standpunkt, daß der Regierung unter allen Umständen Gelegenheit zur praktischen Arbeit gegeben werden muß. Kampfansage der Sozialdemokratie Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, für die Wahl des Reichstagsprasidenten wieder Paul Löbe vorzuschlagen. Sie wird verlangen, daß der Reichstag lyse aber kommen starke, sich widersprechende Charaktereigenschaften zutage, die den großen Führer der indischen Freiheitsbewegung zu einer paradoxen Erscheinung werden lassen. Die Unterschiede zwischen Anfang, Mitte und Ende eines Wortes lassen Rechthaberei, Beharrlichkeit, Dickköpfigkeit, gesteigerte Selbstbetonung, andererseits bei minimaler Anfangsbetonung persönliche Bescheidenheit, Demut, Selbstlosigkeit erkennen. Der ständige Konflikt zwischen Ideal und Wirklichkeit, das stark vom Gefühl beeinflußte Denken beeindruckt die kritische Einstellung, die logische Betrachtung. Die Eindringlichkeit der Handschrift Gandhis, die jedem Laien unbewußt ins Auge fällt, bedingt die starke suggestive Kraft, die unverkennbar in dieser Persönlichkeit ein Beweisgrund für die Richtigkeit der graphologischen Deutung darstellt. Es wäre interessant, jetzt an Hand der erkannten Eigenschaften das Tun u. Handeln Gandhis zu betrachten, um über dem tieseren Verständnis für seine individuelle Persönlichkeit zu einem verstehenden Ja seines ganzen Handelns zu komM. Storck. Neue Bücher. Im Verlag für deutsche Volksmusik, Franz Tafel, Karlsruhe, sind eine Reihe von Singbüchern erschienen, die Prof. Lic. Paul Sturm herausgegeben hat: 1. Wintersonnenwende— Weihnachten im deutschen Lied; 2. Kirchlicher Festkreis in Neuvertonungen für gemischten Chor; 3. Christfeier, Musik bearbeitet von Stephani, für gemischten Chor; 4. 7 geistliche Chorlieder von Stephani für gemischten Chor. Der Inhalt dieser Werke ist sichtlich von der neuen Singbewegung stark defruchtet. Die Sätze sind durchaus gut, führen die Stimmen in einfacher, linearer Art, benützen na chMöglichkeit Melodie=Instrumente zur Begleitung und enthalten— ein besonderer Vorzug— die Angaben für die Lautengriffe; die Qualität dieser Arbeiten berechtigt dazu, sie in allen interessierten Kreisen(Mädchen= oder Kinderchören, warm zu empfehlen. J. P. Seiler. Siehe auch die Anzeige in der heutigen Ausgabe. nach seiner Konstituierung die Erklärung der neuen entgegennimmt, und daß sich daran eine Ausessshsglitzich die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und sohlalzeinlischen Fragen anschließt. Die Fraktion wird sofort einen. Mißtrauensantrag gegen die Regierung von Schlricher einbringen, va die Zusammensetzung des neuen Kahinetts keine Gewähr dafür bietet, daß sich dessen Politik #senlich von der des früheren Kabinetts unterscheiden Landgemeindetag für Gereke=Plan — Leipzig, 6. Dezember. Der Vorstand des Deutschen Landgemeindetages hielt im Leipziger Rathaus eine Sitzung ab, um zu der allgemeinen politischen Lage Stellung zu nehmen. Die Aussprache hierüber ergab, daß die Landgemeinden sich nach wie vor hinter den Gereke=Plan stellen und ihren Führer restlos darin unterstützen, wenn er auch als Reichskommissar unbedingt an den hauptsächlichen Grundsätzen des Planes festhält: Arbeitsbeschaffung durch öffentliche Aufträge unter Einschaltung der Privatunternehmer und Bereitstellung von billigem Geld unter Ablehnung aller zusätzlichen Lasten. Die Thuringer Wahlen Erheblich schwächere Wahlbeteiligung. — Weimar, 6. Dezember. Die Neuwahlen, die am Sonntag in sämtlichen Gemeinden und Landkreisen Thüringens stattgefunden haben, wiesen eine wesentlich schwächere Wahlbeteiligung als die Reichstagswahl am 6. November auf. Infolgedessen sind natürgemäß bei fast allen Parteien Rückgänge an Stimmen festzustellen. Darüber hinaus ist auf Grund vorsichtiger Berechnung ein absoluter Stimmenrückgang bei den Nationalsozialisten zu registrieren. Die Sozialdemokraten haben, von einzelnen mittleren Städten abgesehen, wo größere Verluste zu verbuchen waren, im allgemeinen ihre Stimmenzahl behauptet, während die Kommunisten fast auf der ganzen Linie Erfolge verbuchen können. Das Zentrum, das in Thüringen eine besondere Rolle nicht spielt, hat wesentliche Veränderungen nicht aufzuweisen. Bemerkenswert ist, daß der Thüringer Landbund besonders in einigen Landstädten gegenüber den letzten Reichstagswahlen bedeutend aufholen konnte. Bei den Bürgerlichen, die zum großen Teil Einheitslisten zur Wahl vorgelegt hatten, sind die Verschiebungen des Stimmenverhältnisses nicht so leicht zu kontrollieren. Nach sorgfältigen Abschätzungen neigt man aber auch hier dazu, von einer gewissen Stärkung zu sprechen. Bürgerliche Mehrheit in den Städten. Auf Grund der Stadtratswahlergebnisse aus den zehn größten Thüringer Städten ist festzustellen, daß in den weitaus meisten Fällen die bürgerliche Mehrheit geblieben ist. In zwei Fällen, nämlich in Gera und in Greiz, hat sich die bisherige Linksmehrheit in eine bürgerliche Mehrheit verwandelt. Lediglich die Stadt Altenburg zeigt unter den genannten zehn Städten nach wie vor eine Linksmehrheit. Aus den bisher vorliegenden Ergebnissen der Wahlen für die Kreisräte der 16 Thüringischen Landkreise, die gleichzeitig mit den Stadtratswahlen erfolgten, geht hervor, daß die bisherige bürgerliche Mehrheit, die ihre Stütze im Landbund und in der NSDAP. hatte, wiederum in allen endgültig vorliegenden Ergebnissen überwiegend vorhanden ist. Das Bild hat sich jedoch meistens zugunsten der NSDAP. verschoben, während der Landbund gegenüber dem vor vier Jahren erfolgten Wahlgang an Macht eingebüßt hat. Die sonstigen bürgerlichen Gruppen haben durch Zersplitterung oder Stimmenschwund gelitten. Die Deutschnationalen sind nur vereinzelt selbständig aufgetreten. Auf der Linken zeigt sich wie in den Städten eine Stärkung der Kommunisten auf Kosten der Sozialdemokraten. Forderungen des DHV Stellungnahme zur Regierungsneubildung.— Ein Arbeitsbeschaffungsprogramm. Verwaltung und Aufsichtsrat des Deutschnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes(DHV.) nahmen in einer gemeinsamen Sitzung Stellung zur Umbildung des Reichskabinetts. Es wurde zum Ausdruck gebracht, wenn die neue Reichsregierung das Vertrauen der nationalen Angestelltenschaft gewinnen wolle, dann müsse sie die neue Lohnsenkungsverordnung vom 3. September sowie die Blanko=Vollmacht für die Regierung aus der Notverordnung vom 4. September beseitigen. Ohne dieses Vertrauen könne die wichtigste Aufgabe des Augenblicks, die Arbeitsbeschaffung, nicht mit Aussicht auf Erfolg angepackt werden. Der Reichsregierung wurden vom DHB. Vorschläge zur Arbeitsbeschaffung und Kreditausweitung unterbreitet werden. In diesem Programm heißt es u.., daß eine bewußt geleitete Kreditausweitung imstande sei, die Wiederbelebung der Wirtschaft zu beschleunigen. Der DHV. schlägt zum Zwecke einer solchen Kreditausweitung folgende Maßnahmen vor: 1. Der Reichsbankdiskont ist so lange zu senken, bis wieder in großen Ausmaßen Handelswechsel an die Reichsbank herangebracht werden. 2. Die einmal geschaffenen Steuergutscheine sind zum Zwecke ihrer finanziellen Verwertung dauernd in der Höhe des Paristandes zu halten. 3. Es ist notwendig, bestimmte Wertpapiergruppen als Deckung für einen erweiterten Rotenumlauf zuzulassen. Der Ankauf solcher Wertpapiere soll weiter die Wirkung haben, den Kauf der festverzinslichen Wertpapiere zu heben, d. h. also, zur Herabdrückung des Zinsfußes in Deutschland beizutragen. Solche Wertpapiere sind insbesondere Reichs=, Länder= und Gemeindeanleihen sowie Pfandbriefe Die Einführung solcher Wertpapiere als berechtigte unmittelbare oder mittelbare Anlage von Notenbankmitteln würde sehr bald neue private und öffentliche Emissionen ermöglichen. 4. Für die Uebergangszeit ist das System der Notendeckung durch Finanzwechsel noch fortzusetzen. — Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichskanzler von Papen zur Verabschiedung. Krurath in Gen Mit der Rückkehr des deutschen Außenministers von Neurath nach Gens hat der entscheidende Abschnitt der internationalen Besprechungen über die Frage der deutschen Gleichberechtigung, von deren Lösung die Wiederteilnahme Deutschlands an den Abrüstungsverhandlungen und damit das Schicksal der Konferenz abhangt, begonnen. Betrachtet man die Dinge vorurteilsfrei, dann muß man die Hoffnungen auf praktische Ergebnisse dieser neuen Aussprache von vornherein stark dämpfen. Trifft es zu, daß der französische Ministerpräsident Herriot noch am heutigen Dienstag oder doch am Mittwoch Genf wieder verlassen will, dann fehlt für entscheidende Beschlüsse schon die Zeit. Aber auch sachlich sieht es in Genf nicht günstig aus. Die alten Gegensätze bestehen in unverminderter Schärfe fort, und dazu sind mit dem Wiederaufleben der französisch=italienischen Flottenstreitfragen und mit der Präzisierung des alten japanischen Standpunkts in„neuen“ Vorschlägen neue aufgetaucht. Zu alledem hat der französische Ministerpräsident Herriot in den in den letzten Tagen geführten Vorbesprechungen sich wieder auf den Standpunkt gestellt, die deutsche Gleichberechtigung könne zwar das Ziel der Abrüstungskonferenz sein, nicht aber eine Vorbedingung. Herriot mutet Deutschland also zu, an den Abrüstungsverhandlungen wieder teilzunehmen in der Hoffnung, daß schließlich doch noch irgendeine Lösung der Gleichberechtigungsfrage gefunden werden wird nachdem zuvor Frankreichs Zustimmung mit neuen Sicherheitsgarantien erkauft worden ist! Verspricht Herriot sich von einer solchen Methode wirklich Erfolg? Deutschland fordert, wenn es Gleichberechtigung verlangt, kein Geschenk, sondern die Reichsregierung vertritt dabei lediglich die rechtlichen Ansprüche Deutschlands, wie sie damit begründet sind, daß selbst nach den Bestimmungen des grausamen Diktats von Versailles die deutsche Entwaffnung die Einleitung einer allgemeinen Abrüstung bilden sollte. Und damit scheidet die Frage der deutschen Gleichberechtigung als Kompensationsobjekt aus, weil man schließlich die nachträgliche Erfüllung eines Vertrages sich nicht gut noch bezahlen lassen kann. Nun hat man zwar außerhalb des französischen Lagers wiederholt Worte des Verständnisses für die deutsche Forderung hören können, leider krankt diese Stellungnahme vielfach daran, daß man von der vorbehaltlosen Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung eine„Aufrüstung" befürchtet und deshalb Deutschland möglichst nur„Angleichungen“ gestatten möchte. Weiterhin ist es zu bedauern, daß die amerikanische Abordnung in der Gleichberechtigung nur eine„europäische“ Frage erblickt, die die Vereinigten Staaten streng genommen nichts angeht. Tatsächlich ist aber die Wiederherstellung der Rechtsgleichheit in Europa eine Schicksalsfrage der gesamten Zivilisation. „ u g, a r E n g l a n d! Die Schuldenfrage vor dem Kongreß. Der= amerikanische Bundeskongreß, dessen Gesetzgebungsperiode am 4. März nächsten Jahres abläuft, ist jetzt zu seinem letzten Tagungsabschnitt zusammengetreten. Im Mittelpunkt des politischen Interesses steht natürlich die Schuldenfrage. Der Kongreß vertritt ganz allgemein die Ansicht, es bleibe den Schuldnerstaaten nur die Wahl zwischen Zahlung oder Erklärung ihrer Zahlungsunfähigkeit. Der Präsident ist aber nach Ansicht höchst zuständiger Kreise entschlossen, wenigstens für England eine Erleichterung der Zahlungsverpflichtung zu erlangen. Londoner Botschafters Mellon die Ansichten der englischen Regierung darüber kennenzulernen wünscht, welcher Zahlungsmodus vorgeschlagen werde, durch den eine allzu heftige Störung auf dem Devisenmarkt vermieden werden könnte. Ein neuer Vorschlag Schuldenzahlungen im Verhältnis zu den Rüstungsausgaben. Der frühere Staatssekretär Colby tritt mit einem neuen Vorschlag zur Lösung des Kriegsschuldenprobiems an die Oeffentlichkeit. Er schlägt vor, daß die Schuldnerstaaten Jahreszahlungen zur Tilgung ihrer Schulden leisten, deren Ausmaß sich in Proportion zu den Ausgaben befindet, die die betreffenden Staaten im Jahre 1932 für Heeres= und Marinezwecke aufwenden. Außerdem befürwortet er eine Iinanzoperation in Gestalt der Ausgabe internationaler Obligationen, an der nicht nur sämtliche Schaldnerstaaten, sondern auch Deutschland bekeiligt sein fallen der Nieder=Ramstädter Anstalten für Epileptische, Schwachsinnige und Krüppel. Im vergangenen Jahr haben uns so viele freundliche, opferwillige Hände geholfen, unseren Kranken eine Weihnachtsfreude zu bereiten, daß unsere vorzeitige Sorge recht beschämt worden ist. Es drängt uns, auch auf diesem Wege dafür noch einmal recht herzlich zu danken. Inzwischen sind die wirtschaftlichen Nöte gewachsen, dazu ist unsere Aufgabe größer geworden, weil 60 Pflegebefohlene mehr an unserem Weihnachtstische sitzen werden. Unsere Erfahrung aber gibt uns die Freudigkeit, von neuem zu bitten: Helfen Sie uns wieder den Weihnachtstisch decken für die hessischen Fallsüchtigen und Krüppel und alle anderen Pfleglinge der Nieder=Ramstädter Anstalten! Helfen Sie mit trotz aller eigenen Sorgen, daß die helle Sonne der Weihnachtsbotschaft, der Weihnachtsfreude und der Weihnachtsliebe hell hineinscheine in das Leben von 400 Menschen, das von schwerem Leid verdunkelt und oft so einsam ist. Vergessen wir nicht über den gewaltigen Notständen, die auf uns und unserer Zeit lasten, den Jammer, der in der Stille hinter Anstaltsmauern sein Dasein fristet, und nicht über den Nöten unserer modernen Zeit das alte Krankheitselend, das immer da war und immer auf die brüderliche Liebe angewiesen bleibt. Für jede, auch die kleinste Gabe, sind wir dankbar und bitten, sie auf unser Postscheckkonto(Frankfurt a.., Nr. 4992, Nieder=Ramstädter Anstalten) einzuzahlen oder zu überweisen. Mit herzlichen Weihnachtsgrüßen Pfarrer Schneider, Direktor. Nr. 287— Seite 4 Gaattabete Mittwoch, 7. Dezember 1932 Neue Reichstagsfraktion — Berlin, 6. Dezember. Die Reichstagsgruppen der Deutschen Volkspartei und des Voiksdienstes haben sich zu einer„Fraktion der technischen Arbeitsgemeinschaft“ zusammengeschlossen. Die politische Selbständigkeit der beiden Gruppen bleibt durch die Bildung dieser technischen Fraktion völlig unberührt. Die neue Fraktion hat 17 Mitglieder, nämlich 11 Volksparteiler, b Christlich=Soziale und einen Hannoveraner. Lokal= und Provinzialnachrichten. Bielefeld. Professor D. Dr. Helmuth Schreiner „Deutsches Volk und christlicher Glaube.“ Der bekannte Verfasser des Buches„Der Nationalsozialismus vor der Gottesfrage“ spricht am Donnerstag den 8. Dezember Allgäuer Teppiche Im Anstaltsgebiet von Bethel werden von Erwerbslosen Teppiche in jeder Größe, Läufer und Bettvorleger in Allgäuer Art aus Flicken handgewebt und preiswert verkauft. Wünsche in Bezug auf Farbgebung können berücksichtigt werden. Bitte unterstützen Sie uns durch Bestellungen. Anfragen an: Frau Pastor Fritz von Bodelschwingh Bethel, Königsweg 3. Anlerschopfiche Wechnachlsfreube sinden Gie m ven Neuerscheinungen! Wintersonnenwende. 122 Advents=, Nikolaus=, Weihnachts=, Hurten:,„Kinder= und Silvesterlieder mit Sätzen für Chor und #rumente von W. Hensel, F. Jöde, P. Kickstat, W. Rein, H. Stephani und 10 Thomabildern. Herausgeber: Professor Lic. P. Sturm. Brosch. Mk. 3,80, in Leinen Mk..80. Christfeier. Eine liturgisch=musikalische Feierstunde über die Christbotschaft. 16 Lieder für Einzelstimme, Kinder=, Frauen= und gemischten Chor.(Instrumente und Orgel nach Belieben) Gedichte: Pfarrer Fr. Just. Gesänge: Prof. Lic. P. Sturm u. UniversitätsProf. Dr. H. Stephani. Musikal. Bearbeitung H. Stephani. Mk. 2. Weihnachten im deutschen Spiel. 3 Volkskrippenspiele aus 5 Jahrh. Erneuert von P. Sturm. Mit Sätzen für Chor und Instrumente. 1500 Verse Mk..20. Der Festkreis des Kirchenjahres in 10 Neuvertonungen für Einzelgesang und gemischten Chor von P. Sturm. Preis Mk..20. Im Lebensstrom. 10 geistliche Lieder zu wichtigen Lebensabschnitten für Einzelgesang oder gem. Chor(z. T. mit Instrumenten) von P. Sturm. Preis Mk..20. Advent. Gedicht von G. Schüler, für mittlere Stimme vertont von P. Sturm. Satz für Klavier(Orgel) und Geige von H. Stephani. 80 Pfennig. Weihnacht. Gedicht von E. v. Wildenbruch, vertont von P. Sturm. Klaviersatz vou H. Stephani.(für mittlere Stimme) 80 Pfennig. Sätze der Chorhefte von W. Füß, P. Kickstat, W. Rein und H. Stephani. Ansichtssendungen bereitwilligst. Pfarrer Plath urteilt: „Stephanilieder klingen immer schön". Monatsschrift für kirchl. Kunst schreibt:„Sturms Weisen erinnern an Mergner und tragen den Stempel echter Empfindung.“ Verlag Franz Tafel, Karlsruhe ds. Is., um 20,15 Uhr im Altstädter Gemeindehaus, Grünstraße, über„Deutsches Volkstum und christlicher Glaube“. Es handelt sich um den abschließenden Vortrag der von der Evangelisch=kirchlichen Arbeitsgemeinschaft veranstalteten Reihe„Der deutsche Geist und das Christentum". Nachdem an drei Abenden die Entwicklung des Verhältnisses von Deutschtum und Christentum durch die Geschichte hindurch eine äußerst eindrucksvolle Darstellung gefunden hat, wird in dem letzten Vortrag diese wesentlichste Zukunftsfrage auf dem Hintergrunde des geschichtlichen Bildes aus Lage und Schau der Gegenwart heraus erörtert werden. D. Schreiner gilt als der berufene Sachkenner und als packender Redner. Stärkster Besuch sollte diesmal der Bedeutung der Sache und der Person des Redners entsprechen und zugleich der Dank an die Veranstalterin für ihre verdienstvolle Arbeit sein. Holmampen u. Vergamenisamrme werden geschmackvoll in der Erwerbslosenwerkstätte in der Gemeinde Gadderbaum hergestellt.— Auskunft durch Frau Pastor F. v. Bodelschwingh, Bethel bei Bielefeld, Königsweg 3. Weiknacktslitte der Hcilerzichungs- und Pflegeanstalt Sckeuern bei Nassau a. d. Lahn Trotz der Nöte in Familie, Geschäft, Beruf und Gemeinden kommen wir auch in diesem Jahr im Namen unserer 660 Schwachsinnigen und Epilepfischen und bitten: Helff uns diesen auch unverschuldef Notleidenden den Weihnachtstisch decken! Froher Kindermund u. stille Herzensfreude der Alten werden es danken. Der Anstaltsvorsiand: Der Direktor und Hausvater: Martin, Dekan. Todt Vorsitzender Das Postscheckkonto der Anstalt ist 4000 bei dem Postscheckamt Frankfurt) Main, das Bankkonto 259 bei der Nassauischen Landesbank NassausLahn. Bethel. — Christlicher Verein junger Männer. Heute, Dienstag, 8¼ Uhr Mitgliederversammlung in Gosen. Herr Pastor Jungblut hält den 2. Wintervortrag: „Von welchen Fragen werden wir in unserer Zeit bewegt?“ — Frauenhilfe, Mittwoch, den 7. Dezember, nachmittags 3½ Uhr im Assapheum. Frau P. Brandt. —„Matador"BBaukasten Nr. 8, wenig gebraucht, zur Hälfte des Neupreises(— 40,— RM) abzugeben mit vielen„.“=Zeitungen und Zusatzteilen. — Mittwoch, den 7. Dezember, und Donnerstag, den 8. Dezember, veranstalten wir im großen Saal des Hauses Gosen eine Ausstellung neuzeitlicher Strickwaren, verbunden mit gleichzeitigem Verkauf der dort gezeigten Sachen. Es bietet sich eine besondere Gelegenheit, schöne Pullover und Pullunder, moderne Westen für Damen u. Herren, gute Strickkleider usw., welche als Weihnachtsgeschenk viel Freude bereiten dürften, zu günstigen Preisen einzukaufen, weshalb ein Besuch sehr zu empfehlen ist. Ophir. Berlin Berlin N. 24, Hotel Christl. Hospiz, 75 Zimmer, 120 Betten. Nähe der Bahnhöfe Friedrichstraße, Stettiner und Lehrter. Untergrundbahn Oranienburger Tor. Auguststraße 82. Telefon Norden 997. Bayern= Rürnberg, Obstmarkt=Fünferplatz. Alkoholfreie Gaststätte zur Krone. Kalte und warme Speisen und Getränke zu jeder Tageszeit. Christl. 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