* 22 Bezugspeeis= Theistütbes Tageblatt Erschetut wöchentlich sechomal.— Vorts monatich.8 und##ät## Bessogen Fün Heuz und Aus leris verter Sereitsand. M(geet. Pasee.#. Sper dreed don Voirapen gorcs Werz ins Hans“, Einzelnummer 10 Big. Postscheckonte Hammooor Grer7.„Kindergabe“ und„Aufen Ziel.“ Tageraut inn den Bemiden Foul= Werr und Haus“ und„Aufen Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter T gje tausend 15 pel. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkouto Hannover 67377. Nr. 105. Bielefeld=Bethel GVerlagsort Bieleseld), Donnerstag, den 5. Mai 1932. 14. Jahrgang. C Keiner läßt sich lieber tadeln, als wer am meisten Lob verdient. Plinius. Mii Aufgefahren in die Höhe. Eph. 4, 8. Himmelfahrt— wie kindlich naiv, wie märchenhaft das doch klingt! Was sollen denkende Menschen sich darunter vorstellen? Die Schrift schließt uns das Geheimnis dieses Wunders nicht auf. Sie überläßt es uns hier, wie auch sonst, uns zu den Wundertaten Gottes zu stellen, wie wir wollen. Es ist das Wunder Christi, was hier vor uns steht. Himmelfahrt stellt uns vor die uralte, ewig neue entscheidende Frage: was ist es um diesen Jesus von Nazareth, warum kann er, was kein anderer kann, gen Himmel fahren? Ist er einer wie wir, oder steckt in ihm eine besondere Gotteskraft, über die sonst kein Mensch verfügt? Was ist es mit seinem wunderbaren Kommen und Gehen, um seine Geburt und sein Auferstehen, sein Wandeln auf dem Meere, seine Verklärung auf dem Berge und all das andere Wunderbare? Ist das Wahrheit und Wirklichkeit oder menschliche Phantasterei, Zauberstück, die eine liebende Verehrung ihm angedichtet hat? Wäre das so, dann gingen wir besser über diesen Tag schweigend hinweg, beschämt, daß die Kirche Christi ein Opfer ihres wundersüchtigen Begehrens geworden sei. Wir täten dann besser, hinaus in Feld und Wald und Wiese zu ziehen und uns der wirklichen, greifbaren Wunder Gottes zu erfreuen, wie das neu erwachende Leben der Natur sie uns so unvergleichlich vor Augen stellt. Oder sollte doch an diesem Gedenktage ein Ahnen von dem über uns kommen, was Christus ist? Die Welträume, die für unser Auge verschlossen sind, sind für ihn offen. Sein Fuß darf die Bahnen des Lichts, da niemand zutreten kann, ungehemmt betreten. Sein Ohr vernimmt und begreift die unaussprechlichen Laute, die Paulus im siebten Himmel hörte, ohne sie deuten zu können. Er, der Heilige, darf sich in der Nähe des heiligen Gottes ungestraft bewegen, ohne daß die Flammen göttlichen Eifers ihn verzehren. Himmelfahrt fragt Jahr für Jahr die Christenheit, was ihr Christus ist: ein Meister unter vielen, ein Herr neben andern, ein höherer Geist aus der Reihe der andern übernatürlichen Geister? Oder ist er der eine einzige wirkliche Gottessohn, der einst des Vaters Welt verließ und zu uns auf die Erde kam und nun die Welt verläßt, um wieder in die ewige Heimat an den Platz, der ihm von rechts wegen gebührt, zurückzukehren? Himmelfahrt hat eine scharfe Kante, an der sich mancher blutig stößt, eine Ecke, um die wir nicht herumkommen um unsere Entscheidung. Ist das Evangelium von dem Christus zur Rechten des Vaters ein phantastisches Märchen oder eine ungeheure, Himmel und Erde umspannende Wahrheit, um derentwillen wir einmal im Jahr mitten in der Woche Hammer und Kelle, Bohrer und Schraubstock, Webstuhl, Grube und Hütte still legen. Die Christenheit, im Gotteshaus versammelt, richtet wie die Jünger ihren Blick nach oben und kehrt mit ihnen im Tempel Gottes ein voller Freude, weil sie weiß, ihr Herr und Meister ist droben beim Vater im Licht. Noch ist unser Fuß gebannt an den Raum, unser Leib gebunden an die Zeit, aber wir warten auf die Ewigkeit und unsere Himmelfahrt. Nicht von dem Meister geschieden, denn wie wir zu unserem Vater im Himmel täglich rufen können, so dürfen wir auch den Namen dessen anrufen, der gen Himmel gefahren ist. Und wie wir mit dem Vater droben verbunden sind im Glauben, in der Liebe, im Gehorsam, so auch mit dem Sohn, der im Himmel ist, wo Gottes Thron steht, wo die Engel Gottes walten und die ewigen Geister, Gottes Winkens gewärtig, dem Sohn dienen... Simon. Umschau. Fünfmächte=Konferenz in Genf.— Frankreich will keine deutsch=französische Zusammenarbeit.— Französische Kammerwahlen und Außenpolitik.— Vor der Tributkonferenz.— Danzig in höchster Gefahr.— Die Bombe von Schanghat.— Die Ansichten über den Stand der Genfer Abrüstungsverhandlungen gehen bei uns in Deutschland erheblich auseinander. Nachdem die erste Fünfmächte=Konferenz durch Tardieus(diplomatische?) Erkältung ausfallen mußte, hat man sich auf Anregung des amerikanischen Staatssekretärs Stimson dazu aufgerafft, besagte Konferenz nun doch noch demnächst stattfinden zu lassen. Dieser„Erfolg“ genügt, um einen Teil der deutschen Presse aufjubeln und sich in Hoffnungen ergehen zu lassen, vor denen nicht dringend genug gewarnt werden kann. Auch das amtliche Wolffsche Telegraphenbüro meint, dieses Ereignis sei ein „Beweis, daß die maßgebenden Staatsmänner in dem Gefühl der schweren Verantwortung, die auf ihnen laste, gewillt seien, die in Genf aussichtsvoll(?) begonnenen Verhandlungen zu einem nahen Zeitpunkt fortzusetzen. Damit fänden auch die in den letzten Tagen immer wieder aufgetauchten Gerüchte über eine Versackung der Abrüstungsverhandlungen ihre Erledigung.“ Wir halten es im Interesse der Zukunft unseres Volkes für äußerst gefahrvoll, den Dingen in Genf eine so unglaublich optimistische Deutung zu geben, wie es das Wolffsche Telegraphenbüro und die von ihm gespeiste Presse tut. Wir stehen vielmehr auf dem Standpunkt, daß in den Grundfragen der Abrüstung praktisch noch nicht das geringste geleistet ist und daß sich die Gegensätze schärfer denn je gegenüberstehen. Freilich, wenn Dr. Brüning noch weiterhin von einer„deutsch=französischen Zusammenarbeit, besonders in den nächsten Monaten“ das Heil erwartet, dann wird man zwar früher oder später mit irgendeinem Kompromiß nach altem Genfer Muster rechnen müssen, aber den deutschen Interessen wird damit in keiner Weise gedient sein. Denn eine Entscheidung im Sinne der deutschen Forderungen wird nur dann fallen, wenn sich auch die deutsche Außenpolitik— genau wie Tardieu — auf Kampf einstellt. Der„Temps“— das amtliche Organ der französischen Regierung— schrieb noch in den letzten Tagen, Brüning habe auf die„angeblichen zahlreichen Enttäuschungen Deutschlands während der letzten Jahre hingewiesen; aber kein Volk, das für einen verlorenen Krieg verantwortlich sei, den es offensichtlich vom Zaune gebrochen(!) und in dessen Verlauf es dauernd die Menschenrechte verletzt habe(!), habe jemals von der Weitherzigkeit(!) seiner Besieger soviel erhofft, wie Deutschland erreicht habe(!!). Die Enttäuschungen seien bisher immer nur auf Seiten der Gläubiger Deutschlands und der Opfer des Krieges(!) gewesen!“— Wiederaufwärmung der Kriegsschuldlüge und der übelsten Kriegsgreuelmärchen— das also ist die Antwort Frankreichs auf Brünings Wunsch nach„deutsch=französischer Zusammenarbeit“! Und nichts wäre törichter, als von einer etwaigen französischen Linksregierung einen Wandel in der deutschfeindlichen Einstellung der Politik des Quai’Orsay zu erwarten. In dieser Beziehung ist es vollständig gleichgültig, welchem Franzosen die französischen Kammerwahlen die Zügel der Regierungsgeschäfte in die Hände legen. Der Radikalsozialist Herriot, der als Führer einer etwaigen Linksregierung genannt wird, hat sich seinen Wählern gegenüber ja ausdrücklich seiner chauvinistischen außenpolitischen Einstellung gerühmt und mit Genugtuung unterstrichen, daß er„der Mann gewesen sei, der dem deutschen Volke die Tribute aufgebürdet habe“! In der Gegnerschaft gegen die„Revisionspolitik“ wie überhaupt gegen jede Politik der Vernunft ist sich Frankreich also von rechts bis links einig. Was unter solchen Umständen unser Reichskanzler Dr. Brüning noch von einer„deutsch=französischen Zusammenarbeit“ erwartet, ist uns schleierhaft. Nur eine kompromißlose Bekämpfung der französischen Rüstungs= und Tributpolitik und die schärfste und unerschrockenste Verteidigung des deutschen Gleichberechtigungs= und Lebenswillens vermag die immer sichtbarer werdende innere Kraft des deutschen Volkes bei den bevorstehenden Entscheidungen in Genf wirksam einzusetzen und unseren berechtigten Forderungen zum Siege zu verhelsen, anstatt sie in faulen Kompromissen versanden zu lassen. Dem deutschen Volke ist weder mit einer„grundsätzlichen“, Anerkennung seiner Gleichberechtigung noch mit sonstigen„Grundsätzlichkeiten“, sondern allein mit Entscheidungen gedient, die uns auch praktisch wieder zu einem vollwertigen Staatswesen machen. Noch in seinen Reden vor dem zweiten Reichspräsidentenwahlgang hat Brüning davon gesprochen, daß er in den nächsten Monaten den ersten großen Erfolg auf dem Wege zur deutschen Freiheit erwarte. In der Abrüstungsfrage scheint ihm— trotz des Zweckoptimismus eines gewissen Teils der deutschen Presse— ein solcher Erfolg nicht beschieden zu sein. Und Lausanne? Man weiß, daß sich das Hauptinteresse des Reichskanzlers schon seit einem Jahr in der Hauptsache auf das Tributproblem zugespitzt hat. Und das„Nein“, das Brüning in dieser Beziehung Anfang des Jahres ausgesprochen hat, ist noch nicht vergessen. Der Juni soll nun die Entscheidung bringen, nachdem der Beginn der Tributkonferenz endgültig auf den 16. Juni festgesetzt worden ist. Auf diese Entscheidung ist gewissermaßen die ganze sogenannte Brüningpolitik mit ihren rigorosen Notverordnungen „zur Sanierung von Wirtschaft und Finanzen“ von vornherein eingestellt gewesen. Bringt Brüning im Juni nicht den„großen Erfolg“ mit nach Hause, dann sind alle Opfer, die das deutsche Volk seit dem Amtsantritt Brünings hat auf sich nehmen müssen, umsonst gebracht. Bei dieser über. steigerten Konzentration der Brüningschen Außenpolitik auf die Tributfrage kann Lausanne die Methode Brüning nur dann einigermaßen rechtfertigen, wenn in der Tat ein endgültiger und vollständiger Schlußstrich unter die Tribute gezogen wird. Nach Lage der Dinge ist aber auch dies so gut wie ausgeschlossen. Denn bei der Zuspitzung der innenpolitischen Dinge in Amerika wird man in Washington zu einer endgültigen Regelung der Schulden= und Tributfrage erst nach November, d. h. nach den amerikanischen Präsidentenwahlen bereit sein. Bestenfalls wird also im Juni nichts anderes als ein kurzbefristetes Vollmoratorium herausspringen, bei dem wir auch die heute noch fließenden ungeschützten Zahlungen nicht zu leisten brauchen. Aber selbst ein solcher, alles andere als„großer Erfolg“ müßte— so fürchten wir— durch Zugeständnisse in der Abrüstungs= und Donaufrage erkauft werden. Das aber wäre ein Preis, der uns— früher oder später— teuer zu stehen käme. Denn jedes Nachgeben zumal in der Abrüstungsfrage wäre unseres Ermessens noch unerträglicher als in der Tributfrage. Gerade auch die Berichte des„Daily Expreß“ und de„Daily Herald“ über den in letzter Minute verhinderten polnischen Handstreich gegen Danzig sollten uns in dieser Beziehung doch wahrlich genug zu denken geben.„Die Polen haben den Kopf verloren!“ soll der Danziger Völkerbundskommissar Graf Gravina gesagt haben, als er von dem Plan der Polen Kenntnis erhielt, die polnische Flotte am vergangenen Sonntag in den Danziger Hafen einlaufen zu lassen, um auf diese Weise— genau wie seinerzeit bei der Besetzung von Wilna— die Welt vor eine vollendete Tatsache zu stellen. Daß sich Deutschland unter solchen und anderen Umständen mit seiner einseitigen Entwaffnung noch weiterhin zufrieden geben kann, ist ganz und gar ausgeschlossen. Die Entscheidung über Deutschlands Zukunft fällt nicht in Lausanne, sondern auf der sogenannten Abrüstungskonferenz. Entweder wir werden wieder wehrfähig oder der Zerfall der deutschen Nation wird bis zum bitteren Ende weitergehen. Aber nicht nur der nahe, sondern auch der ferne Osten sollte uns in dieser Beziehung eine ernste Mahnung sein. Während die Genfer Gaukler hofften, mit einem sogenannten Waffenstillstand die japanisch=chinesische Spannung unsichtbar machen zu können, ist in Schanghai eine Bombe geplatzt, der hohe japanische Offiziere und Diplomaten zum Opfer fielen. Auch wenn der Bombenwerfer koreanischen Geblütes sein soll, so beleuchtet der Vorfall doch mit grellstem Licht die zum Platzen gespannte Atmosphäre im fernen Osten. Im übrigen bezog sich der sogenannte Waffenstillstand ja sowieso nur auf Schanghai. Schanghai aber ist bei den fernöstlichen Auseinandersetzungen nur ein Nebenkriegsschauplatz. Denn im Grunde ringen die Japaner und Chinesen um die Mandschurei. Die Mandschureifrage aber soll im Völkerbund erst dann aufgegriffen werden, wenn die Genfer Studienkommission ihren Bericht erstattet hat. Das hat bei dem Schnekkentempo der seit September vorigen Jahres eingeleiteten Untersuchung noch gute Weile. Vielleicht stehen wir bis dahin schon längst wieder vor ganz neuen Ereignissen. Gelänge es z. B. den Japanern, die Sowjets der Anstiftung zu dem Bombenattentat zu bezichtigen, dann könnten die gegenwärtigen japanischen Truppenbewegungen in der Nordmandschurei einen ganz neuen Sinn bekommen. Daß aber ein japanischer Angriff auf den fernöstlichen Besitz Rußlands mit hoher Wahrscheinlichkeit einen neuen Weltkrieg auslösen würde, wird von allen maßgebenden Kreisen der Weltöffentlichkeit nicht mit Unrecht befürchtet. Die Reichsregierung hat also allen Anlaß, mit allem Nachdruck für die Wiederwehrhaftmachung des deutschen Volkes Sorge zu tragen, ehe das Rad der Geschichte erbarmungslos über uns hinweggeht. H. * # 8 Nr. 105 Donnerstag, 5. Mai 1932 Siedler, Landarbeiter, Gutsbeamte und Nationalsozialismus. Diese drei Faktoren im landwirtschaftlichen Produktionsprozeß haben in mehrfacher Richtung eine große Bedeutung. Der Reichsminister Dr. h. c. Schiele hat in einer Rede einmal zum Ausdruck gebracht, daß wir unsere volkswirtschaftliche Unabhängigkeit und nationale Freiheit nur dann wieder erringen können, wenn es gelingt, das Letzte aus der Ackerkrume herauszuholen. Soll das gelingen, dann darf als Voraussetzung dafür die Notwendigkeit angesehen werden, daß die Leistungsund Arbeitsfreudigkeit der drei oben genannten Faktoren so gesteigert wird und sie somit die Möglichkeit gewinnen, mit ganzer Hingabe sich in den Dienst ihres landwirtschaftlichen Berufes zu stellen. Die Auswirkung dieser Vorbedingung berechtigt zu der Behauptung, daß die Siedler, Landarbeiter und Gutsbeamte wesentlich dazu beitragen, daß die Erfolgsmöglichkeiten und der Arbeitsertrag in der Landwirtschaft dazu führen, die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus dem Ausland unnötig zu machen. Gerade diese Tatsache wäre ein großer volkswirtschaftlicher Erfolg, da man dann mit deutschem Gelde nicht mehr ausländische Volkswirtschaften zu stärken brauchte. Das Geld bliebe im eigenen Lande und könnte in der deutschen Volkswirtschaft nutzbringend angelegt werden. Aber auch national=politisch gesehen, darf man es als eine Tragik des deutschen Landvolkes bezeichnen, daß es nicht nur in härtester Arbeit sich mit ½ des Volkseinkommens begnügen muß, sondern auch durch die Abgabe seiner Nachkommen den versiegenden Lebensquell der Großstädte immer wieder aufzufrischen hat, was eine starke Beeinträchtigung der Volkskraft und der Volksgesundheit bedeutet. Es ist deshalb verständlich und auch zu begrüßen, daß weite Kreise des öffentlichen Lebens ihre Aufmerksamkeit diesen hier nur kurz angedeuteten Fragen ihre Aufmerksamkeit zugewandt haben, wobei allerdings zum Teil die politischen Geschäftsinteressen, d. h. der Stimmenfang bei den Wahlen, häufig eine ausschlaggebende Rolle gespielt haben. Leider sind wir zur Zeit weit davon entfernt, behaupten zu können, daß die Landarbeiter, Gutsbeamte und Siedler in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht so gestellt wären, daß sie ihrer Bedeutung entsprechend bewertet und in die Lage versetzt wären, an ihrem Teil an der landwirtschaftlichen Aufbauarbeit teilzunehmen. Außer Hemmungen verschiedener Art leiden die Siedler und landwirtschaftlichen Arbeitnehmer unter den beklagenswerten Zeit= und Notverhältnissen, wie alle anderen Stände auch. Das Wort„Arbeitslosigkeit“ war in früheren Zeiten auf dem Lande ein unbekannter Begriff. Heute jedoch haben Niedergang der Landwirtschaft und Unterlassungssünden in der Vor= und Nachkriegszeit dazu beigetragen, daß trotz starker Abwanderung vom Lande in die industriereichen Stadtbezirke die Arbeitslosigkeit auch bei den landwirtschaftlichen Arbeitnehmern einen unerfreulichen Umfang genommen hat. Es ist Tatsache, daß durch Güteraufteilung, Rationalisierung und der allgemeinen Wirtschaftskrisis die Zahl der arbeitslosen Landarbeiter sich stetig vermehrt. Im August— September 1930 gab es etwa 30000, genau ein Jahr später 105000 landwirtschaftliche Arbeitslose. Im nunmehr verflossenen Winter dürfte die Zahl der ländlichen Arbeitnehmer etwa eine halbe Million betragen haben. In noch schärferem Ausmaß hat die Stellungslosigkeit bei den Gutsbeamten eingesetzt, von denen zur Zeit nach vorsichtiger Schätzung etwa ½ ohne Stellung ist. Durch diese Entwicklung sind schaffensfreudige Menschen mit ihren wertvollen Kräften brachgelegt; sie sind dem Produktionsprozeß entzogen und belasten zu ihrem eigenen Leidwesen die Allgemeinheit. Anders ist es mit denen, die bereits auf eigener Scholle als Siedler angesetzt sind, aber durch die ungünstigen Wirtschafts= und Zeitverhältnisse und durch nie wegzuleugnende Fehler, die teilweise im früheren Siedlungssystem liegen, einen schweren Kampf um ihr Dasein führen müssen. Die Not der Siedler, vielfach der breiteren Oeffentlichkeit unbekannt, ist ungleich schwerer zu tragen, da die eigene wirtschaftliche Kraft in keinem Verhältnis zu den zu erfüllenden Pflichten steht. Es ist deshalb erklärlich, daß der Staat sowohl wie die politischen Parteien, die Landarbeiter=Verbände und namhafte Volkswirtschaftler die Bedeutung der mit diesen Problemen zusammenhängenden Fragen erkannt und sie in ihr Aufgabengebiet ausgenommen haben. Auch die Nationalsozialisten sind zu der Erkenntnis gekommen, daß man die zur Machtergreifung notwendige Stimmenzahl nur erreichen kann, wenn man sich in den Agitationsversammlungen, Flugblättern und Broschüren mit der Notlage derer beschäftigt, die im Schweiße ihres Angesichts für die Ernährung des deutschen Volkes zu arbeiten haben. Reichlich spät ist diese Erkenntnis gekommen. Während man in dieser Partei seit 12—13 Jahren die Werbetrommel kräftig geschlagen und besonders in den Wahlzeiten in allen Variationen an die Leidenschaften der Wähler appelliert hat, ist man den Landarbeiter= und Siedlungsfragen erst vor knapp zwei Jahren nähergetreten, während man sich mit den Lebensfragen der Gutsbeamten bis heute kaum beschäftigt hat. Interessant ist dabei aber, daß insbesondere bei der Landbevölkerung die gemachten Versprechungen und die bisherige Praxis sich oftmals in einem Widerspruch befinden, der noch durch parteiamtliche Stellungnahme der einzelnen Führer der nationalsozialistischen Partei verschärft wird. Dieses tritt insbesondere in der Landarbeiterfrage stark in den Vordergrund. Man will den Landarbeitern etwas bieten, andererseits aber die zur Partei gehörenden Gutsbesitzer nicht vor den Kopf stoßen. Immerhin bringen die nationalsozialistischen Abgeordneten Hildebrandt und Gottfried Feder es fertig, auf tarif= und arbeitsrechtlichem Gebiet auch hinsichtlich ihrer Altersversorgung für die Landarbeiter einiges zu fordern, was aber unter die Kontrolle des Staates gestellt werden soll. Demgegenüber drückt sich der ebenfalls zur nationalsozialistischen Partei gehörende Rittergutspächter Schneider viel vorsichtiger aus, während der Hofbesitzer Willikens zwar grundsätzlich auch auf diesen Ton gestimmt ist, in seiner Broschüre„Nationalsozialistische Agrarpolitik“ auf Seite 63 eindeutig jedoch zum Ausdruck bringt:„Allgemeinnutz geht vor Eigennutz.“ Aber alles das, was den Landarbeitern in dieser oder jener Form versprochen worden ist, stellt Gottfried Feder wieder in Frage, wenn er in seinem Buch sagt: „Ob im einzelnen alle Vorschläge praktisch in der vorliegenden Form ausgeführt werden können, wird die Zukunft lehren, speziell im Hinblick auf die Altersversorgung durch Pensionssparkassen.“ Man kann nicht umhin zu sagen, daß man dem Landarbeiter wohl Aufstiegsmöglichkeiten verspricht und auch sonst schöne Worte für ihren Stand und Beruf findet, daß aber der Gedanke an eine ernsthafte Durchführung all der Versprechungen auf große Zweifel und auf Unmöglichkeiten stößt. Die Gutsbeamten, die in ihrer wirtschaftlichen Hoffnungslosigkeit sich vielfach der nationalsozialistischen Partei angeschlossen haben, werden weniger rücksichtsvoll behandelt. Während man den Landarbeitern immerhin einige Agitationsvorschläge unterbreitet, bleibt der Gutsbeamtenstand völlig unberücksichtigt, ja, man fällt sogar ein ziemlich abfälliges Urteil über diese Pioniere der deutschen Landwirtschaft. In seiner Broschüre„Nationalsozialismus und Landarbeiterschaft“, herausgegeben von Gottfried Feder, sagt Friedrich Hildebrandt, nachdem er Wünsche über die Aufstiegsmöglichkeiten der Landarbeiter, die zu Gutsverwaltern emporsteigen sollen, ausgesprochen hat, über den eigentlichen Gutsverwalter folgendes: „Was heute die sogenannten Eleven, die sich später als Gutsverwalter oder sonst was ausgeben, leisten, ist vielfach nicht hoch zu veranschlagen und sie sind in 60% Fällen nicht das geeignete Menschenmaterial und weder körperlich noch geistig in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen. Auch haben sie in den sogenannten Elevenjahren nicht annähernd eine hinreichende Ausbildung erhalten; meistens waren es Leute, die sich früher einem anderen Beruf widmeten; einmal fehlte ihnen hier vielleicht das Geld zum Weiterstudieren, ein andermal waren sie nicht in der Lage, ihr Ziel durch Studium zu erreichen und so begab man sich denn auf ein Gut oder zu einem Bauern und lernte Landwirtschaft.“ Nach dieser etwas geringwertigen Einschätzung, man kann ruhig sagen, des Gutsbeamtenstandes, wird dann in dieser Schrift noch versucht, einen Keil zwischen Gutsbeamte und Landarbeiterschaft zu treiben. Wie unrichtig diese Bewertung des Gutsbeamtenstandes ist, weiß jeder, der ohne Voreingenommenheit den Werdegang, seine Berufskenntnisse und das Verantwortungsbereich eines Gutsbeamten kennt. Es würde deshalb begrüßenswert sein, wenn gerade die nationalsozialistische Partei ihren parlamentarischen Einfluß dazu benutzen würde, um endlich einmal den Forderungen, welche die Gutsbeamten in Bezug auf Hebung ihres Standes haben, Gesetzeskraft zu geben. Will man diesen drei Faktoren im landwirtschaftlichen Produktionsprozeß, Siedler, Landarbeiter und Gutsbeamten, wirklich helfen, dann ist erforderlich, sich für Verwirklichung der Siedlungsgrundsätze einzusetzen, die in einer Siedlerbesprechung nach reichlicher Aussprache, wie folgt formuliert sind: 1. Eine sorgfältige Auswahl der Siedler. 2. Eine wesentliche Senkung des Abgabepreises. 3. Für die gegenwärtige Notzeit eine weitestgehende Erleichterung durch Stundung der zu zahlenden Renten. 4. Eine umsichtige und gerecht wirkende Schutzkontrolle durch den Staat. 5. Eine Wirtschaftspolitik, die den Siedlerinteressen gerecht wird. 6. Schaffung von Einkaufs= und Verkaufsgenossenschaften, die es dem Siedler ermöglichen, seine Betriebsartikel günstig einzukaufen und seine Produktionserzeugnisse zu lohnenden Preisen abzusetzen. Die eine Frage ist so wichtig wie die andere und nur, wenn man ihnen bei der Durchführung der Siedlungsbestrebungen die notwendige Aufmerksamkeit schenkt, kann das Siedlungswerk gesunden. Aber auch der Gutsbeamtenstand, der bleiben wird, solange es eine deutsche Landwirtschaft gibt, bedarf für seine wirtschaftliche und soziale Besserstellung des gesetzlichen Schutzes. Das Lehrlingsausbildungsgesetz, um das schon ein Jahrzehnt gekämpft worden ist, muß endlich kommen, um der grenzenlosen Lehrlingszüchterei und der dadurch erzielten Ueberfüllung des Berufes ein Ende zu bereiten. Ebenso ist eine stärkere Berücksichtigung bei der Vergebung von Bauernstellen, Restgütern und dergleichen, an die Gutsbeamten und Landarbeiter zu fordern. Zum Schluß sei gesagt, daß man in den vergangenen Jahren sich redlich bemüht hat, auf dem Wege der Aufstiegsmöglichkeiten Maßnahmen zu treffen, um einen gesunden Bauernstand zu schaffen. Die Wirtschaftskrisis in Stadt und Land hat diese Bestrebungen gehemmt, aber nicht zum Stillstand gebracht. Man lasse sich deshalb nicht durch eine wilde Agitation und unerfüllbare Versprechungen betören, sondern zweckdienlicher ist, wenn man mit ungebeugtem Mut an dem Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes mitarbeitet. Je mehr diese Notwendigkeit vom deutschen Volke erkannt wird, desto eher erreichen wir unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit und nationale Freiheit. W. W. des 16. und 17. Jahrhunderts wieder auflebe. Es ist jedoch immer zu beachten, daß Elert keine vergleichende Konfessionskunde hier treibt, sondern nur das Bild des Luthertums in Dynamis und Gestalt gezeichnet werden soll, und daß es dem Verfasser darauf ankommt, in solcher Weise die ganze Konfessionskunde anzuregen, damit so die Möglichkeit einer vertieften Aussprache gewonnen wird. Auch bei seiner manchmal scharfen Polemik gegen die Reformierten kann es sich darum nach der ganzen Haltung seines Buches nicht um eine einfache Aburteilung aus irgendwelchem dogmatischen Dünkel handeln. K. Kr. Blätter und Blüten im Frühling. Unter den Maiveranstaltungen des Städt. Museums befindet sich eine Sonderausstellung„Blätter und Blüten im Frühling". Der Freund der Pflanzenwelt nicht nur unserer engeren Heimat, sondern auch Deutschlands, wird daran seine helle Freude haben. Und doch entbehrt die Geschichte dieser handgemalten Blätter nicht einer gewissen Tragik. Bald nach der Gründung des Naturwissenschaftlichen Vereins im Jahre 1908 übernahm es der im Jahre 1924 verstorbene Vorsitzende, Oberstudienrat Dr. Zickgraf, eine mit Bildern versehene Flora der Bielefelder Gegend herauszugeben. Ziel dieses Werkes sollte sein, daß jeder sich mit seiner Hilfe die Namen der heimischen Pflanzen einprägen und das wesentlichste über ihre Lebensbedingungen erfahren könne. Dr. Zickgraf nahm den Gedanken begeistert auf. Er wurde dabei lebhaft unterstützt von dem ebenfalls verstorbenen Herrn Theobald Kade und dem jetzt in Buenos Aires(Argentinien) leben. den Herrn Zähler. Als Zeichner und Maler wurden zwei hochbegabte junge Männer gefunden, die sich mit ihrer Kunst feinsinnig in die Kinder der Flora einfühlten. Sie Morphologie des Luthertums. Von Werner Elert, Prof. an der Universität Erlangen. 1. Band: Theologie und Weltanschauung des Luthertums, hauptsächlich im 16. und 17. Jahrhundert. München, C. H. Beck. 1931.(XVI, 465.) 15.—.ck, Lw. 18.—.k. Ein hochbedeutsames Buch sowohl nach seinem Inhalt als nach der Art, wie es sich seine Aufgabe stellt. Elert macht den Versuch, das Luthertum in der ganzen Breite seiner Wirkungen in Theologie und Weltanschauung zu kennzeichnen. Eingehende Kenntnis des weitschichtigen Materials, intensive wissenschaftliche Verarbeitung und eine sehr lebendige Darstellung machen dieses hochgelehrte Buch zu einem Standardwerk lutherischer Konfessionskunde. Die Frage nach dem„Geheimnis konfessioneller Differenzierung“, nach ihrer„Dynamis“ und die Gestaltung dieser Dynamis als„Konstante und Dominante“ im „Gesamtbereich alles Menschlichen“ ist nach Elert die Frage aller wirklichen Morphologie. Für das Luthertum zeigt Elert als Dynamis den„evangelischen Ansatz“ auf, dessen historischen Wirkungen er dann nachzugehen versucht. Dieser evangelische Ansatz geht aus von dem Urerlebnis Luthers, der als der unter dem Zorn Gottes sich Erkennende die Rechtfertigung und Versöhnung durch das Evangelium erfuhr. Dieser evangelische Ansatz bildet dann den Beziehungspunkt für Elerts interessante und vielseitige Untersuchungen über Dogma und Kirche, über die Welt als Raum und die Zeit im Luthertum. Die Art seines Vorgehens bestätigt ihm die Hypothese, daß Konfessionen mehr sind als Privatangelegenheiten Einzelner. „Sie sind überindividuelle Mächte mit eigener Morphologie“.— In einer Zeit neuer Besinnung auf den Sinn der confessio als„Zeugnis“ gibt dieses Buch Materialien und Möglichkeiten zu einem ernsthaften Gespräch untereinander. Die Zeiten religiöser Toleranz, die in den Konfessionen nur verschiedene psychologische Typen sah und damit die Glaubenspassagen relativierte(daraus kommt der Unionsgedanke) sind vorbei. Das zeigt auch Elerts Buch. Durch seine Art, Konfessionskunde zu treiben, sichert er sich gegenüber falscher Objektivität und bloßem Historismus ebenso wie vor äußerlicher Repristination sein Ansatz gibt auch die innere Möglichkeit, sich sowohl vor Nivellierung wie Verketzerung zu hüten. So allein lernen wir wieder ernsthaft auf die uns von den andern gestellten Fragen zu hören, ohne die selbständige Eigenart aufzugeben. Soll unsere konfessionelle Polemik von heute wirklich zu einem fruchtbaren Gespräch führen— und dahin drängt alles— so brauchen wir zunächst eine gründliche und verantwortliche Selbstbesinnung auf den tragenden Grund der confessio, wie sie Elert hier für das Luthertum versucht hat. Die Dynamis der confessio macht aber darum ein ehrliches Streitgespräch möglich, weil sie immer zugleich ein Hinweis ist auf die gemeinsam geglaubte und erstrebte Einheit der Kirche, die uns gegeben und zugleich aufgegeben ist. Elerts Buch hat neben dieser grundsätzlichen Bedeutung auch Wichtigkeit für die heutige Auseinandersetzung um ein neues Lutherverständnis, da der Verfasser Luthers Theologie weitgehend berücksichtigt. Aus diesem Grunde möchte man wünschen, daß nicht nur die Theologen, sondern ebenso sehr die Kreise unserer Gebildeten sich mit diesem Buch, seiner eigenartigen Fragestellung und seinem umfassenden Material auseinandersetzten. Auf reformierter Seite hat die Beschäftigung mit dem Werk Elerts schon begonnen(siehe z. B. Theol. Literaturbeilage der ref. Kirchenzeitung Dezember 31). Hier wird getadelt, daß die Dynamis des evangelischen Ansatzes(= das Evangelium) als konfessionelle Konstante bezeichnet wird und der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß bei Elert die Art der Polemik Donnerstag, 5. Mai 1932 Nr. 105— Seite 6 Raunn= des Ailtschaftonnnistell! Es kriselt im Reichskabinett.— Wirtschafts=politische Meinungsverschiedenheiten.— Brüning bei Hindenburg. Rücktrikts des Ministers Warmbold selbst dürfte sich kaum — Berlin, 4. Mai. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Reichs. kanzler Dr. Brüning zum Vortrag über die innerpolitische Lage und die gegenwärtigen Kabinettsberatungen. In politischen Kreisen bringt man den Besuch des Kanzlers beim Reichspräsidenten mit einem Rücktrittsgesuch in Zusammenhang, das Reichswirkschaftsminister Prof. Dr. Warmbold eingereicht haben soll. Es heißt, daß Minister Warmbold schon in den nächsten Tagen von seinem Amt zurücktreten werde. An zuständiger Stelle wurde auf Anfrage mitgeteilt, von einem Rücktrittsschreiben des Reichswirtschaftsministers sei nichts bekannt. Ein Nachrichtenbüro führt den Wunsch des Reichswirtschaftsministers Prof. Dr. Warmbold, zurückzutreten, auf Meinungsverschiedenheiten zurück, die im Kabinett entstanden sein sollen. Danach ist Minister Warmbold ein Gegner der Pläne des Reichsarbeitsministeriums in der Frage der 40=Stunden=Woche. Ferner soll Minister Warmbold auch gegen die Auflegung einer Prämienanleihe für die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung Stellung genommen haben. Wie weiter verlautet, hat sich Minister Warmbold bereits seit längerer Zeit mit Rücktrittsgedanken getragen, auch soll der Reichswirtschaftsminister den letzten Kabinettsberatungen über die geplanten wirtschaftspolitischen Maßnahmen nicht mehr beigewohnt haben. Käme es zum Ausscheiden Warmbolds aus dem Kabinett, dann scheint man in Regierungskreisen unverzüglich einen Nachfolger ernennen zu wollen. Genannt wird der Name des Staatssekretärs Dr. Trendelenburg und der des Preiskommissars Dr. Goerdeler. Ob noch darüber hinaus Veränderungen Platz greifen werden, etwa in dem vom Kanzler mitverwalteten Außenministerium und in dem vom Reichswehrministerium betreuten Ministerium des Innern, ist heute noch nicht ersichtlich. Von unterrichteter Seite hört man jedoch, daß eine allgemeine Umbildung des Kabinetts im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Ministers Warmbold als ausgeschlossen zu gelten hat. Das Reichskabinekt wird also in seiner jetzigen Zusammensetzung vor den Reichstag treten, der am 9. Mai seine Beratungen wieder aufnimmt. An der Tatsache des etwas ändern. In den Kreisen der Reichsregierung ist man der Auffassung, daß sich auch bei Wiederaufnahme der Reichstagsarbeiten für Mißtrauensanträge gegen das Kabinett keine Mehrheit finden werde. * Volle Aebereinstimmung zwischen Hindenburg und Brüning Ueber den Vortrag des Kanzlers beim Reichspräsidenten hört man von unterrichteter Seite noch, daß hierbei eine eingehende Aussprache über die innerpolitischen Fragen und die bei den Kabinettsberatungen behandelten Gegenstände stattgefunden habe, die völlige Uebereinstimmung zwischen Reichspräsident und Reichskanzler ergeben habe. Alle gegenteiligen Gerüchte seien unzutreffend. Halilose Kombinationen um Groener. Amtlich wird mitgeteilt:„In einzelnen süddeutschen Blättern sind Gerüchte verbreitet, wonach aus Kreisen der Reichswehr und unter Mitwirkung anderer politischer Persönlichkeiten der Sturz des Reichswehr= und Reichsinnenministers betrieben und auf eine radikale Umbildung der Reichsregierung hingearbeitet würde. Von amtlicher Seite wird dazu erklärt, daß es sich hierbei um haltlose Kombinationen handelt. Die in der Oeffentlichkeit genannten Personen stellen ausdrücklich fest, daß diese Behauptungen erfunden sind und jeglicher tatsächlichen Begründung entbehren.“ * Ergänzung der Verordnung über das SA=Verbot Wie aus gukunterrichteten Kreisen verlautet, hat sich das Reichskabinett u. a. auch bereits mit dem SA.-Verbot befaßt und beschlossen, die betreffende Verordnung so zu ergänzen, daß sie paritätisch auf alle gleichartigen Organisationen anzuwenden ist. Es ist beabsichtigt, eine Aufsichtsbehörde dafür zu bestimmen, die die Satzungen nachprüfen und nötigenfalls Abänderung verlangen soll. Die Verordnung dürfte schon sehr bald herauskommen. Für ein Eingaben des Reichsstädtebundes an den Reichsfinanzminister. — Berlin, 4. Mai. In einer Eingabe an den Reichsfinanzminister weist der Reichsstädtebund auf die unerträgliche Finanznot der Gemeinden hin und gibt folgende Anregungen für dringend notwendige gesetzliche Maßnahmen, um die Städte lebensfähig zu erhalten: 1. Eine grundlegende Reform der gesamten Arbeits. losenfürsorge muß sofort in Angriff genommen werden. 2. Da ihre Durchführung eine gewisse Zeit erfordern wird, muß durch sofort in Kraft tretende Bestimmungen jeder weitere Zustrom von Wohlfahrtserwerbslosen aus der Krisenfürsorge unterbunden werden. Gleichzeitig müssen die Reichshilfen wesentlich erhöht und auch die kreisangehörigen Städte an ihrer Verteilung unmittelbar beteiligt werden. 3. Die Durchführungsbestimmungen zur kommunalen Umschuldung müssen mit aller Beschleunigung erlassen werden, damit die Umschuldungsverhandlungen eingeleitet werden können. 4. Darüber hinaus ist durch Reichsrecht ein umfassender Klage: Vollstreckungs= und Konkursschutz zugunsten der Städte einzuführen. Eine solche Maßnahme würde auch insofern im Interesse der Gläubiger liegen, als durch sie verhindert würde, daß einzelne Gläubiger sich zum Nachteil der anderen ihre Befriedigung sichern. hießen Schubert und Stroisch. Jahrelang haben sie an den fast 200 großen Bildtafeln gearbeitet. Sie müssen nicht nur vorzügliche Zeichner und Maler, sondern auch prächtige Menschen gewesen sein. Voll Staunen steht man vor diesen Bildwerken. Nach und nach wuchs die Arbeit über das ursprüngliche Ziel hinaus. Aus einer Flora Bielefelds wurde eine Flora Minden=Ravensbergs und dann eine Flora Deutschlands. Kurz vor der Vollendung der Sammlung und Drucklegung des Werkes brach dann der Krieg aus. Die beiden jungen Maler wurden gleich zur Infanterie eingezogen und sahen beide die Heimat und ihr Werk nicht wieder. Sie starben den Heldentod fürs Vaterland. Der Krieg und die nach ihm kommende Notzeit machten leider eine Vollendung und Drucklegung des Werkes unmöglich. Die handgemalten Bildtafeln wurden dann vor zwei Jahren von der Städtischen Museumererwaltung aus dem Besitz der Anstalt Bethel für den Preis von 2000 RM angekauft und bilden nun einen kostbaren Besitz der botanischen Abteilung unseres Museumo. Fünfzig der schönsten dieser Tafeln sind jetzt zum ersten Male im Saale des Museums an der Wertherstraße öffentlich zu betrachten. Sie sind sowohl mit lateinischen als auch mit deutschen Namen beschriftet. Die übrigen Blätter der Sammlung sollen in späteren Ausstellungen gezeigt werden. Es kann den Liebhabern unseter heimischen Pflanzenwelt nicht genug geraten werden, sich diese prächtige Ausstellung anzusehen. Insonderheit seien die Schulen darauf hingewiesen. Diese Naturstudien der beiden Kriegsgefallenen sind ein wertvolles Bildungs. mittel, um mühelos nicht nur unsere heimische Pflanzenwelt, sondern auch die ganz Deutschlands in ihrer Schönheit und Farbenpracht kennen zu lernen. Neben dieser Sammlung von Naturstudien wird im oderen Stockwerk des Museums eine Ausstellung„Minnesangs Frühling" gezeigt. 5. Weiter müßten Bestimmungen getroffen werden, durch welche unverschuldet in Zahlungsverzug geratene Städte vor den Rechtsfolgen des Schuldnerverzugs geschützt werden, insbesondere davor, daß infolge nicht oder nicht pünktlich erfolgender Zahlung von Zins= oder Tilgungsraten #. an sich langfristig gegebene Schuldbetrag fällig Der Reichsstädtebund weist weiter darauf hin, daß die Lage in den deutschen Städten, besonders in den mittleren und kleinen, nicht ernst genug beurteilt werden könne. Memelland Zwischenfälle bis zum letzten Augenblick.— Deutscher Schritt in Kowno. — Memel, 4. Mai. Am heutigen Mittwoch finden im Memelgebiet die Neuwahlen zum Memelländischen Landtag statt, die nach der widerrechtlichen Auflösung des alten Landtags ausgeschrieben wurden. Im Memelgebiet sieht man der Durchführung der Wahl mit ernsten Besorgnissen entgegen, weil man für einen ruhigen und geordneten Verlauf begründete Befürchtungen hat. Daß die Litauer vor keinem Mittel zurückschrecken, geht auch daraus hervor, daß sie an die Memelländische Volkspartei 50000 Wahlzettel versandt haben, auf denen die Namen unrichtig angegeben sind, so daß sie nach der Wahl für ungültig erklärt werden können. Der deutsche Gesandte in Kowno, Morath, ist bei der litauischen Regierung vorstellig geworden und hal Beschwerde darüber geführt, daß das deutsche Generalkonsulat in Memel vor einigen Tagen bemalt und besudelt worden ist. Gleichzeitig hat der Gesandte darauf hingewiesen, daß die verschiedenen litauischen Maßnahmen im Memelgebiet, wie die Einbürgerung von Litauern, die Zusammensetzung der Wahlausschüsse und die verschiedenen Uebergriffe bei deutsch-memelländischen Wahlversammlungen in mehreren Orten nicht mit den Bestimmungen des Memelstatuts übereinstimmen und eine unzulässige Wahlbeeinflussung sind. Da nach den Völkerbundsbestimmungen ein Staat, der irgendeine Bestimmung der internationalen Abkommen verletzt, zunächst darauf aufmerksam gemacht werden muß, ehe weitere Schritte gegen ihn unternommen werden können, hat sich die deutsche Regierung hiermit die Möglichkeit geschaffen, nach den Wahlen alle ihr notwendig erscheinenden Maßnahmen zu ergreisen, vor allem unter Umständen auch die Wahl anzusechten. Anklage gegen Beckers und Meyer fertiggestellt. Die Anklageschrift gegen die angeblich wegen Spionage in Memel verhafteten Reichsdeutschen Beckers und gegen Schulrat Meyer ist vom Staatsanwalt fertiggestellt und dem Zorsitzenden des Kriegsgerichte in Kowno überreicht worden. muische Kriegsminister wird nun die Zusammensetzung des Kriegsgerichts bestimmen. unverändert — Bersin, 4. Mai. In der Sitzung des Zentralen Kreditausschusses kam nach langen Verhandlungen eine Einigung zustande, wonach der Normalzinssatz, der für die Verzinsung der Spareinlagen maßgebend ist, auch nach der herabsetzung des Reichsbankdistonis auf 5 v. H. weiterhin 4 v. H. bleidl. Für die Verzinsung der Kündigungsgelder und der Festgelder bei den Banken sind teilweise Zinsherabsetzungen im Ausmaß von etwa 14 e. h. beschlossen worden; zum Teil sind aber die Sätze auch unverändert geblieden. Inflation in Amerika? Ausweilung des Papiergeldumlaufs auf neun Milliarden Dollar vom Repräsentantenhaus beschlossen. — Washington, 4. Mai. Das Repräsentantenhaus, die Abgeordnelenkammer der Vereinigten Staaten, hat mit 289 gegen 59 Stimmen einen von dem Abgeordneten Goldsborough eingebrachten Gesetzentwurf angenommen, der das Schatzamt verpflichtet, die Kaufkraft des Dollars dem allgemeinen Preisniveau anzupassen, wie es in den Konjunkturjahren zwischen 1921 und 1929 bestanden hat. Das Zentralinstitut der Vereinigten Staaten soll angewiesen werden, eine scharfe Währungskontrolle auszuüben und zur Deckung des Kreditbedarfs durch eine Vermehrung der Umlaufsmittel Ermächtigung erhalten. Zu diesem Zweck sollen weiter jede Woche etwa 100 Millionen Dollar Staatspapiere angekauft werden und die Diskontsätze entsprechend geändert werden. Weiter soll es den Federal=ReserveBanken ermöglicht werden, neue Noten im Betrage bis zu neun Millionen Dollar auszugeben. Praktisch bedeuten diese Beschlüsse die Eröffnung des Kampfes gegen die Wirtschaftskrise mit Papierdollars. Die Kaufkraft des Dollars soll nach den Beschlüssen des Repräsentantenhauses soweit herabgesetzt werden, bis der Preisrückgang, der während der Krise eingetreten ist, ausgeglichen ist. In amerikanischen Finanzkreisen besteht Gegnerschaft gegen dieses Gesetz, da man von der Ausführung der Bechüsse eine ungehemmte Inflation befürchtet. Immerhin ist Amerika noch dadurch in einer günstigeren Lage als andere Länder, als es noch immer über erhebliche Goldreserven und eine ausgeglichene Jahlungsbi lanz verfügt. Nachdem die Abgeordneten die Goldsborough=Vorlage mit großer Mehrheit nach nur 40 Minuten langer Debatte angenommen haben, kommt es jetzt darauf an, ob der Senat gleichfalls eine Zweidrittelmehrheit für das Gesetz aufbringt oder ob Präsident Hoover die Beschlüsse des Repräsentantenhauses durch seinen Einspruch unwirksam machen wird. Betrachtet man die Beschlüsse des Repräsentantenhauses unter dem Gesichtswinkel der Gesamtlage der Weltwirtschaft, dann ist zu sagen, daß die Abwertung des Dollars Amerika vorübergehend vielleicht einige Erleichterungen bringen kann, eine dauerhafte Bereinigung der weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten ist jedoch nur davon zu erhoffen. daß die finanzielle Erbschaft des Kriege quidiert wird! * Runeiman fordert Tributstreichung Enalands Handelsminister stellt fest: Mit den Tribut= und Kriegsschuldenzahlungen hat die Zerstörung des Welthandels begonnen. — London, 4. Mai. In der Jahresversammlung der Londoner Handelskammer sprach der englische Handelsminister Runciman über die Weltwirtschaftskrise. Er erklärte u.., daß eine völlige Erneuerung der internationalen Beziehungen notwendig sei, da alle Länder voneinander abhängig seien. Mit dem Beginn der Tribut- und Kriegsschuldenzahlungen habe die Zerstörung des internationalen Handels begonnen. Der erste große Irrtum sei gewesen, von Deutschland Tributzahlungen in Waren zu fordern. Wenn ein neues Zeitalter für Industrie und Handel kommen solle, so müsse zunächst die schlechte Politik der letzten zwölf Jahre ausge geben werden Die völlige Streichung der Tribute und Kriegsschulden sei notwendig. Ministerkonferenz erst im — Genf, 4. Mai. Ueber die endgültige Festsetzung der neuen Fünfmächtebesprechung sind fortlaufend Besprechungen auf diplomatischem Wege im Gange. Von amtlicher englischer Seite wird ausdrücklich erklärt, daß England an dem bisher vorgesehenen Zeitpunkt des 17. Mai festhält und daß aller Voraussicht nach Macdonald dazu nach Genf kommen werde. Ferner hätten sich Amerika, Deutschland und Italien mit dem Zeitpunkt des 17. Mai einverstanden erklärt. Dagegen steht die französische Antwort noch aus. Trotz des halbamtlichen Optimismus auf englischer Seite bestehen in Genf lebhafte Zweifel an dem Zustandekommen dieser Besprechung im Laufe des Mai, da in jedem Falle mit einer Umbildung der französischen Regierung gerechnet wird und die neue Kammer erst am 1. Juni zusammentritt. Das neue französische Kabinett könnte somit frühestens in der ersten Juniwoche gebildet werden, so daß nach Genfer Auffassung die Fünfmächtebesprechung kaum vor dem 10. Juni stattfinden kann. Sie würde damit kurz vor dem Zusammentritt der Lousanner Konferenz stattfinden. Auf englischer Seite wird mit großem Nachdruc die Notwendigkeit des baldigen Zusammentritts der fün Mächte hingewiesen, da die entscheidende Durchberatung der noch völlig ungeklärten großen Abrüstungsfragen für das Schicksal der Abrüstungskonferenz unerläßlich ist. Man drängt daher mit großer Energie auf den Zusammentritt der Großmächte, um die Haupthindernisse vor allem in der Gleichberechtigungsfrage und der Frage des Beitritts Italiens und Frankreichs zum Londoner Flottenabkommen zu überwinden. Die Führung der Verhandlungen über die neue Jünfmächtebesprechung liegt ausschließlich in en den Händen. Die Lage in Verschiebung der Schanghaier Verhandlungen. — Tokto, 3. Mai. Wie das japanische Außenministerium mitteilt, sind die japantsch=chinesischen Verhandlungen in Schanghai auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Den japanischen Vertretern in Schanghai sei mitgeteilt worden, daß die japanische Regierung die chinesischen Vorschläge im Augenblick nicht annehmen könne. Nr. 105 Seite 4 Donnerstag, 5. Mai 1932 Zur Sitzung des Verwaltungsrats der Reichsanstalt. — Berlin, 3. Mai. Wie das„Berliner Tageblatt“ meldet, sieht die vom Verwaltungsrat der Reichsanstalt am Dienstag verabschiedete Vorlage über die Erweiterung des freiwilligen Arbeitsdienstes vor, daß alle Arbeitslosen unter 25 Jahren, gleichgültig, ob sie Anwartschaften in der Arbeitslosenversicherung oder Krisenunterstützung besitzen, oder ob sie Bezieher von Wohlfahrtsunterstützung sind, dem freiwilligen Arbeitsdienst zugeführt werden. * Der türkische Ministerpräsident Ismet Pascha, der gegenwärtig in Moskau weilt, bezeichnete in einer Rede die Politik der Freundschaft mit Rußland als einen Hauptbestandteil der türkischen Politik. Evangelische Mütterfürsorge. An diesem Sonntag, 8. Mai, ist der Muttertag. Unser Aufwärts hat schon mehrfach darauf hingewiesen.„Dankt der Mutter!“ das ist der Sinn dieses Tages. Es ist gar nicht auszusprechen, was wir der Mutter verdanken. Sie ist das Herz des Familienlebens. Mutterliebe gilt uns als höchste Menschenliebe. Aber die aufreibende Zeit hat das Mutteramt ungemein erschwert und z. T. zerstört. Wie soll eine Mutter trösten, raten und tragen helfen, wenn ihre Kräfte zusammenbrechen? Aber das bedeutet höchste Not für die Familien. Soll unser Volk völlig verderben? Die Evangelische Mütterfürsorge ruft uns zur Hilfe auf. Sie tritt für die Mütter ein, die dringend der Erholung bedürfen, die sich aber keine Kur gestatten können. Diese Mütter sollten in guten Erholungsstätten für Leib und Seele eine Auffrischung finden. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen hat für die Zeit vom 1. bis 20. Mai eine öffentliche und eine Haussammlung für diesen Zweck gestattet. Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe in Bethel haben sich erboten, die Haussammlung hier zu halten. Die Hälfte des Ertrages fällt der hiesigen Mütterfürsorge zu. Mütter sammeln für Mütter. Der Vorstand der Frauenhilfe in Bethel bittet daher alle, die ihrer Mutter dankbar sind, die Sammlerinnen um ihres Zweckes willen freundlich aufzunehmen und die Sammlung nach Kräften zu unterstützen. Helfet mit, daß Tausende wieder werden, wozu Gott sie bestimmt hat, rechte Mütter. W. Hinweise. Wer an Rheuma, Gicht oder Nieren= und Nervenschmerzen leidet, müßte Mate„.=.=.“(„Harnsäurefeind") zum täglichen Getränk machen. Er schmeckt— weil rauchfrei— famos. In Südamerika— dem Lande des größten Fleischgenusses— trinken ihn 40 Millionen Menschen leidenschaftlich und bleiben so gut wie ganz von Rheuma und Ischias befreit. Es gibt auch beim Mate unterschiedliche Qualitäten. Die Firma Evers u. Lange, Hamburg 11, hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Tee mehr als bisher in Deutschland einzuführen. Wer das Beste vom Besten wünscht, fordere ausdrücklich Mate„.=.=.“ in Originalpackungen mit dem Namenszug„Harnsäurefeind" im schragen roten Streifen— niemals lose. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Nummer und empfehlen unseren Lesern, recht ausgiebigen Gebrauch davon zu machen. Seit 2 Jahren bringt Herr Gustav Just in Ilsenburg ein vegetabiles Nerventonikum in den Handel, welches sich bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Neurosen aller Art glänzend bewährt, wie dieses die vielen Dankschreiben bestätigen. Außerdem erteilt Herr Gustav Just infolge seiner 30jährigen Tätigkeit Rat in Krankheitsfällen unentgeltlich. Siehe auch das heutige Inserat. Kirchennachrichten für Zion. Himmelfahrt: 8½ Uhr: Pastor Frick; 9 Uhr: Pastor Bischoff; 10 Uhr: Pastor Merz. Kirchennachrichten für Schildesche. Himmelfahrt, den 5. Mai 1932: 8 Uhr vorm. Frühgottesdienst, Pastor Neuhaus; 10 Uhr vorm. Hauptgottesdienst, Abendmahlsfeier, Pastor Hopmann. I. — Christlicher Verein junger Mädchen. Mittwoch abend fällt die Vereinsstunde aus. Auf, auf ihr Wandersleut', zum Wandern kommt die Zeit! Donnerstag(Himmelfahrt): Tageswanderung. Abmarsch pünktlich um 7 Uhr vom Telefonhäuschen. Abfahrt 7,46 Uhr vom Hauptbahnhof. Sonntagsfahrkarten lösen bis Oeynhausen. Jugendliche bis zu 20 Jahren müssen sich bis Mittwoch nachm. 5 Uhr bei mir persönlich, telefonisch oder schriftlich angemeldet haben. Instrumente mitbringen.(Rucksackverpflegung.) Was im Rucksack steckt, uns gar herrlich schmeckt. Bei Regenwetter nachmittags 4 Uhr: Vereinsstunde. Schwester Martha. Blaues Kreuz, Bethel. Herzliche Einladung zum Treffen der Blaukreuzvereine Martini, Brackwede und Bethel auf dem Lindenhof in Bethel am Himmelfahrtstage nachm. 3 Uhr. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Betdel MEIN KUNDENDIENST 1932 Noch bessere Photoarbeiten durch Feinkorn- und Ausgleichentwickler Erhöhte Unkosten— weiter herabgesetzte Preise! 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April 1932 wird bis auf weite. res verlängert. Die Aufhebung der Sperrung wird bekannt gegeben. Gadderbaum, den 30. April 1932 Der Ehrenbürgermeister des Amtes Gadderbaum als Ortspolizeibehörde: ge. Dr. Huttel. Hospize und Heime Bochum. Christl. Hospiz, Humboldstr. 61, am Hauptbahnhof. 56 Zimmer von—3 Mk. 1 Bett, 2 Betten das Doppelte. Zentralheizung. Christl. Hospiz Holländerhof, Heidelberg, Reckarstaden 22. Haltestelle der Straßenbahn Linie 1 Kettengasse. Ruhige Lage an der alten Reckarbrücke mit freier Aussicht auf Reckar und Gebirge. Zentralheizung, Bäder, fließendes Wasser, 30., 47., von 2,50 bis 5,—. Rürnberg, Obstmarkt=Fünferplatz. Alkoholfreie Gaststätte zur Krone. Kalte und warme Speisen und Getränke zu jeder Tageszeit. Christliches Erholungsheim, Ueberlingen am Bodensee, St. Ulrichstr. 38. Ruhige, sonnige Lage mit herrlichem See= u. Alpenblick. In den Wintermonaten ermäßigte Preise von—3 Mk. täglich m. allen Rebenausgaben. Für Ruhesuchende besond. geeignet. Andachten. 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