9 Bezugspreis: .5h Beße kgeddtr, beim eiganon Vostauut bopalle.— Gürs Ausland under Streifdans.25(inkl. Postpold). Prete der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover GE7I. mit den Bellagen„Für Herz und Haus“ „Radengabdek uund„TJirken Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzetle oder dovon Raum 10 Pfeunig, Reklame 30 Ufg. Beilagen unter W g de tauserz, u. Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittage 5 Uhr. Lonte Hannover 67377. Nr. 297. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonntag, den 20. Dezember 1931. 13. Jahrgang. Ach, mache du mich Armen Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo. mz m MMMMMMEMMMNMMNMMMMMM MMMN M M MNMNN Der letzte Advent. Was ihr habt, das haltet, bis daß ich komme. Offbg. 2, 25. Ist das alles, was wir zu tun haben zur rechten Vorbereitung auf das Wiederkommen unseres Herrn, auf den letzten Advent am Ende der Tage? Sollen wir denn nicht wachsen an dem, der das Haupt ist, Christus? Ist es wirklich genug, festzuhalten, was man hat? Jedenfalls eins ist tröstlich: die Gemeinde, die den Herrn Christus empfangen soll, bedarf keiner besonderen Ausrüstung. Glauben halten bis ans Ende, in der Liebe verharren, die Geduld üben, den Dienst täglich unermüdlich ausrichten, das ist ihre Ausgabe. Solche Werke erkennt Christus, der Augen hat wie Feuerflammen, als ihm wohlgefällig an und darin sollen wir bleiben. Ist seine Gemeinde in diesen Stücken wirklich lebendig, rührig, unermüdlich, bis der Herr kommt, dann soll sie nicht nur die Vollendung seines Reiches schauen, sondern sie soll bei der letzten endgültigen Niederwerfung aller gottseindlichen Mächte selbst mitwirken. Einen eisernen Stab will der Herr den Seinen in die Hand drücken. Spielend leicht, aber gründlich, sollen die Getreuen Gottes die Weltgewalten, die sich wider Gott und seinen Gesalbten erhoben, zertrümmern, wie man tönerne Gefäße mit einem eisernen Stab zerschlägt. Sie sollen dabei sein, wenn Satans Reich in Scherben geht. Jauchzend wie die Morgensterne werden sie den Anbruch des neuen Tages begrüßen, wenn der König Christus in seiner Herrlichkeit kommt, um auf der neuen Erde sein ewiges Reich einzunehmen. Eine gewaltige unausdenkbare Hoffnung! Steht sie uns Christen nicht viel zu wenig lebendig vor der Seele? Wir wissen alle, wie wir uns dagegen wehren müssen, in den Sorgen des Alltagslebens nicht zu ersticken. Von dem Gesunden fordert Beruf und Familie, Freunde und Nachbarn, Volk und Vaterland täglich ein Stück Kraft. Vielleicht warten viele Menschen auf unsere Hilfe, unseren Rat, unsere Erfahrung. Vielleicht verzehren wir uns in Einsamkeit und Not, vielleicht drücken die Kranken unter uns die Schmerzen immer wieder hoffnungslos darnieder. Ueber all den Ansprüchen, die das Leben an uns alle— Gesunde und Kranke, Jugend und Alter— stellt, stirbt so leicht die Hoffnung auf die Ewigkeit ab, wird der klare Blick auf den kommenden Herrn nur zu oft getrübt. Ja, es mutet uns manchmal wie eine unerlaubte Schwärmerei an, wenn wir den Blick aus den Niederungen des Lebens zu den lichten Höhen der Ewigkeit erheben. Da klingt des Herrn Ruf„Was ihr habt, das haltet!“ nüchtern und schlicht in unser Leben. Merke: es wird darüber hinaus nichts weiteres von uns gefordert. Wem das gelingt, der darf getrost sein, er gehört zu den Ueberwindern. Der Glaube besteht nicht darin, daß man sich in etwas hineinsteigert, was man nicht ist. Wer das Weihnachtswunder nicht fassen kann, der lasse die Frage, wie Jesus in die Welt gekommen ist, vorläufig auf sich beruhen. Er halte aber an dem fest, was ihm an Jesus wichtig wurde. Vielleicht ist es nur ein oder einige Worte Jesu, vielleicht ist ihm die Größe seiner Liebe aufgegangen, vielleicht bewundert er seine völlige Hingabe, oder sonst irgendetwas ist ihm köstlich an Jesus geworden. In dem, was jeder erkannt hat, sei er treu. Von dort aus werde er nicht müde zu forschen. Gott der Herr wird ihm dann schon mehr Erkenntnis anvertrauen und zu ihm sprechen:„Du bist über Wenigem getreu gewesen, ich will Dich über Vieles setzen.“ Simon. Was Wie es scheint, ist es der Regierung gelungen, durch die Notverordnungen den öffentlichen politischen Kampf etwas einzudämmen. Die Elemente, denen unter allen Umständen an der Beunruhigung des Volkes liegt, versuchen es freilich in den Städten auch jetzt noch, durch allerlei Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Gerade in diesen Tagen des etwas lebhafteren Geschäftsverkehrs hat es hier die Schutzpolizei nicht leicht und es hängt manches ab von der Art ihres Vorgehens. Unter den Menschen, die durch die schlechten Wirtschaftsverhältnisse und durch mancherlei Zwangsmaßnahmen in eine verzweifelte Lage gebracht sind, gibt es genug solcher, die zuletzt nur noch durch ein zu hartes Wort oder durch zu schroffes Vorgehen der Polizei in die Stimmung hineingebracht werden, in der dem Verzweifelnden alles gleichgültig ist. Dann kann leicht ein unheilvoller Krawall da sein und die Unschuldigen müssen mit den Schuldigen leiden. In der vorigen Woche war es immer noch ungewiß, ob der Reichstag nicht doch noch vor Weihnachten zusammengerufen würde. Jetzt steht es fest, daß daran nicht mehr zu denken ist. Der Aeltestenrat des Reichstages lehnte die Einberufung des Reichstages ab. Somit ist damit zu rechnen, daß die erste Tagung nicht vor dem 21. Februar 1932 stattfindet, wenn nicht Ereignisse eintreten, die zu einer Aenderung zwingen. Der Herr Reichskanzler hat es für nötig gehalten, durch eine scharfe Stellungnahme der Opposition gegenüber sich die weitere Ergebenheit der Sozialdemokratie zu sichern. Man wird ja abwarten müssen, ob die sozialdemokratischen Massen, die sich bisher bei der Stange halten ließen, so stark diszipliniert sind, um auch die Folgen der jetzigen Notverordnungen noch über sich ergehen zu lassen, ohne rebellisch zu werden. Wenn die politische Linke zur Zeit gerne stark hewvorhebt, daß der politische Terror besonders von den Rechtsradikalen geübt werde, so darf auch einmal darauf hingewiesen werden, daß diese politischen Methoden doch ihren Ursprung in anderen Lagern haben und man kann sich über die Geduld wundern, mit der jetzt die Anhänger der Sozialdemokratie all das über sich ergehen lassen, was die Notverordnungen der Regierung als zwangsläufige Folge einer entsprechenden Politik über sie verhängen. Welcher Art die wirtschaftspolitischen Wünsche und Forderungen und Hoffnungen sind, die die Sozialdemokratie hat, darüber scheint weder bei der Führung, noch bei den Wählern große Klarheit zu herrschen. Als Ziel wird hier und da noch der Sozialismus bezeichnet. Was man sich darunter vorstellt und welche Form die Wirtschaft unter der Herrschaft der heutigen Sozialdemokraten annehmen wird, ist fast zum Geheimnis geworden. Aus dem Wirtschaftsteil der sozialistischen Presse kann man unter Umständen soviel herauslesen, daß sich das, was man bisher als kapitalistische Wirtschaft bezeichnete, und als Kapitalismus bekämpfte, mit der Zeit von selbst festfahren und eine Art Sozialismus, wie man ihn sich denkt, daraus entwickeln werde. Das soll aber dann ein internationaler Sozialismus sein. In Genf besteht ja schon seit langem ein internationales Arbeitsamt, das die Aufgabe hat, das Arbeitsleben aller Völker zu kontrollieren und die Arbeitsverträge einheitlich zu regeln. Ob das jemals möglich sein wird und ob die Arbeiterschaft eine solche allmähliche Entwicklung abwarten kann und wird, das kann niemand voraussagen. Zur Zeit ist es jedenfalls noch so, daß bestimmte Warengattungen nur deshalb billig auf den Markt gebracht werden können, weil irgendwo eine Schicht von Menschen gezwungen ist, die Waren unter menschenunwürdigen Bedingungen herzustellen. So wünschenswert wie eine Instanz ist, die auf diese Dinge achtet und die Interessen der ganzen Arbeiterwelt zu wahren und zu schützen sucht, so gehört doch ein sehr großer Optimismus dazu, an eine einigermaßen befriedigende Regelung dieser schwierigen Angelegenheit im Zeitraum einer Generation zu glauben. Die Verwirrung und Ratlosigkeit, die gegenwärtig in aller Welt herrscht gerade in bezug auf die Gestaltung der Wirtschaft und ihrer Aufgabe, den Menschen Arbeit und Brot zu geben, wird sicher dazu beitragen, in den von weltsozialistischen Gedanken beherrschten Volksschichten jene Hoffnung auf den Sieg dieser Idee wieder neu zu beleben. Dadurch entsteht dann die Gefahr, daß da, wo diese Gedanken am stärksten propagiert wurden und Aufnahme fanden, wie bei uns in Deutschland, das Interesse für die nationalen Aufgaben und Möglichkeiten erlahmt, durch die den eigenen Volksgenossen doch vielleicht schneller und sicherer und gründlicher geholfen werden könnte, als das auf internationalem Wege überhaupt möglich ist. Wenn wir in unserer letzten Betrachtung am vorigen Sonntag von solchen Wegen nationaler Selbsthilfe sprachen, glaubten wir, dieser Gedanke könne vielleicht in unserer Leserschaft ein Echo finden und, wenn nicht Zustimmung, dann doch entweder Kritik hervorrufen oder anreizen zu besseren Vorschlägen. Bis jetzt äußerten sich fünf Leser dazu, vier aus Bethel und einer aus dem Reich. Von den vier Bethelern ist einer ein guter Freund und Gesinnungsgenosse, der natürlich zustimmte und mithoffte, die drei anderen sind alte Frauen, von denen eine meinte, ich müsse sofort nach Berlin fahren und die Gedanken dem Herrn Reichskanzler persönlich vortragen, die andere freute sich darüber, daß ich in aller Not und Drangsal doch immer noch einen Lichtschein sehe, und die dritte glaubte dem Verfasser ihre besondere Hochachtung für diese mutige Tat aussprechen zu müssen. Der einzige, der sich von den zehntausend Lesern im Reich zu dem Artikel äußerte, schien sich nur darüber zu wundern, wie wir von christlichem Standpunkte aus die Herstellung von Geld befürworten könnten, wo wir doch vor einiger Zeit noch den schönen Vers von Sophokles an der Spitze gebracht hätten:„Nimmer ist ein solches Unheil wie da Geld der Welt erwachsen, Städte kehrt's verwüstend um und treibt die Menschen flüchtend fort von Haus und Herd..“ Der Schreiber stellt dann noch die Frage, ob die Todesstrafe, die wir für Vergehen gegen die Geldordnung gefordert hatten, christlich oder unchristlich sei und führt eine Bibelstelle vom Antichristen an. Wir nehmen nicht an, daß er in uns nun den Antichristen vermutet, wundern uns aber doch etwas darüber, daß das bis jetzt die einzige Stimme geblieben ist, und daß nicht einer unserer kritischen Leser den Versuch macht, uns wenigstens von dem Unsinn des in jener Betrachtung Gesagten zu überzeugen. Der Vorschlag war freilich ein durchaus laienhafter Vorschlag. Er war aber aus der Not heraus geboren, in die die Fachleute das deutsche Volk und die ganze Welt gebracht haben. Der Zeitpunkt scheint uns bald gekommen zu sein, wo kein Mensch mehr nach Priorität irgendeiner Schuldenart, nach Hypo theken und Hypothesen, nach politischen oder kommerziellen Gläubigern, nach internationalen Pfandobjekten, nach Transfer, Währungsbasis, Sachverständigen=Kommission oder Stillhaltekommission, nach Dawesoder Youngkomitee, nach Reparationen und Reputationen, nach Moratorium, Valuta, Rediskont und wie die neuzeitlichen Fachausdrücke alle heißen mögen, fragt, sondern wo man wieder lernt, sein Leben nach alten schlichten deutschen Regeln zu gestalten. Hier nach Bethel kommen jetzt sehr viele verzweifelnde Menschen, die es nicht verstehen können, daß sie oder ihre Söhne als solche, die immer gerne gearbeitet haben und allenthalben gern gelitten waren, nun jahrelang ohne Arbeit sein müssen. Sie glauben dann, sich in ihrer Not nach Bethel wenden zu sollen und meinen nun, Bethel müsse ihnen helfen. Ein Ehepaar kommt zusammen. Die Frau meint, sie sei gleich mitgekommen, weil ihr Mann sich immer so leicht abweisen ließe. Sie suchen Hilfe für ihren 20=jährigen Sohn, der schon bald zwei Jahre arbeitslos ist, keine Unterstützung bekommt und dessen einzige Tätigkeit nur noch darin besteht, als SA.=Mann Dienst zu tun bis in die Nächte hinein. Gegen dieses Diensttun haben sie an sich nichts. Sie glauben aber zu merken, daß ihr Junge Schaden nimmt durch dieses Leben. Ein Versuch, ihn im freiw. Arbeitsdienst unterzubringen, scheiterte daran, daß er keine Unterstützung bekommt. Die Eltern sollten dann noch 2 Mk. pro Tag zahlen. Das konnten sie nicht. So sehr es auch zu begrüßen ist, daß sich jetzt viele wohlmeinende Menschen und Organisationen aufmachen, um wenigstens Wege aus der Arbeitsnot heraus zu finden, so ist es andererseits doch auch ein wenig praktischer Weg, die Menschen an die Arbeit zu bringen, ohne den Anreiz, durch diese Arbeit auch einen Lohn zu finden, der wenigstens ein kleines Vorwärts=kommen gewährleistet. Es fehlt einem wirklich der Ausdruck für die Lage, in der man sich befindet, wenn solche verängstigten und sorgenvollen Eltern oder junge Menschen vor einem sitzen oder wenn starke deutsche Männer als Bettler oder Schnürriemenhausierer an die Türe klopfen und man selbst ist noch in der glücklichen Lage, Arbeit und Verdienst zu haben. Dann meint man oft, sich vor sich selbst schämen zu müsten. Tritt einem die furchtbare Not täglich so praktisch vor Augen, wie das hier in Bethel wohl in besonders starkem Maß der Fall ist, dann wird man genötigt, nach irgendeiner Hilfe auszuschauen. Den am letzten Sonntag gemachten Vorschlag sehen wir ganz ernstlich als die Hilfe an, die Deutschland im Augenblick vor dem Schlimmsten bewahren könnte. Vielleicht ist der Vorschlag aber 8 zu einfach für diese komplizierte Welt, und so werden wir uns wohl mit der Tatsache abfinden müssen, daß diese Welt auch weiterhin nur mit dem Verstand der wirklichen Fachleute regiert werden kann und regiert werden wird. Aber das wird uns nicht verdrossen und mutlos und verzagt machen, weil wir wissen, daß die Welt eben eine Wett des Kampfes ist, wo sich aber das gesunde Leben immer wieder an die Oberfläche ringt. Auf die Gegenwartslage gesehen, bleiben wir allerdings der Meinung, daß eine deutsche Regierung genötigt sein wird zu außergewöhnlichen Maßnahmen, wenn sie das deutsche Land und Volk aus dieser schrecklichen Not befreien und aus dieser politischen Lage einen selbständigen deutschen Staat retten will In diesen Tagen gab der Oberkirchenrat einen Erlaß bekannt, nach dem bis 31. März 1934 keine kirchlichen Neubauten in Angriff genommen werden dürfen. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung der obersten Kirchenbehörde. Wir nehmen an, daß es sich bei diesem Erlaß nur um das Verbot überflüssiger Luxusbauten handelt. Auf die allgemeine wirtschaftliche Lage gesehen, vielleicht auch auf manches dringende Bedürfnis, das für einzelne Kirchengemeinden vorliegt, können wir diesen Erlaß des Oberkirchenrats nicht gerade ansehen als eine große Glaubenstat. Wenn ein rein wirtschaftliches Un ternehmen heute seine Tore schließt, weil sich kein Weg mehr zeigt, auf dem auch nur noch eine bescheidene Rentabilität zu erzielen ist, so fragt man da nicht weiter nach der psychologischen Wirkung einer solchen Maßnahme. Der Oberkirchenrat dürfte aber in dieser Zeit der Arbeitslosigkeit und der damit zusammenhängenden Nöte vielleicht doch auch etwas mehr an diese Seite der Sache denken. Was ohne Rücksicht auf außenpolitische Gebundenheiten geschehen könnte, um Land und Volk von schwerem Druck zu befreien, muß geschehen, wenn wir vor dem schlimmsten Bolschewismus bewahrt bleiben wollen. Ob die Sachverständigenkonferenz zur Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit, die jetzt in Basel tagt, zu Beschlüssen kommen wird, die zur Klärung und Besserung der Lage führen, wird sich noch zeigen müssen. Man wagt es kaum zu hoffen. In der französischen Kammer meinte ein Franzose: „Was machen 600 Millionen Tribute in einem deutschen Haushalte von 20 Milliarden Mark.“ Hier ist heute nicht mehr der Raum, darauf weiter einzugehen. Es sei nur noch gesagt, daß gerade diese 600 Millionen der Betrag sind, den ein Volk von 60 Millionen in seinen Einzelhaushalten zu sparen in der Lage ist. Dieser Tribut bedeutet daher das bitterste Opfer, das sich für ein Volk denken läßt. Für das deutsche Volk wird es heißen: Hilf dir selbst, so hilft dir Gott. Solange man nicht danach handelt, wird es nicht besser. Kr. „England hat die Reparationen satt.“ — Paris, 19. Dezember. Der englische Delegierte auf der Sachverständigen-Konferenz in Basel, Layton, hat dem Leiter einer großen Bank folgendes erklärt: England hat die Reparationen satt. Wir werden das Pfund Sterling solange nicht slabilisieren, als die wirtschaftliche Wiederherstellung Europas durch den Druck der Reparationen unmöglich gemacht wird. Räder, die sich drehen. Bei einer Fahrt durch das Industriegebiet— wenn man sie in unsern Tagen unternehmen muß— freut man sich immer wieder, wenn man die Räder der Industrie sieht, die sich drehen. Besonders fällt einem das auf, wenn man auf die Fördertürme der Bergwerke sieht. Da stehen durchweg die Räder still. Wo früher reges Leben herrschte, wo emsige Arbeit und rastloses Schaffen Leben hervorriefen, ist es heute still und tot. Auf den Halden liegen ganze Berge von Kohlen, die mit der Zeit verwittern. Auch in den Räumen und Höfen sonstiger Industrieanlagen ist es öde und still. Da freut man sich wirklich, und das Auge bleibt darauf haften, wenn man Räder sieht, die sich noch drehen, und Kamine, die noch rauchen.—— Ob uns das auch zum Nachdenken anregen kann? Es gab eine ganze Spanne Zeit, auch in unserem Volke— und sie ist noch nicht lange verflossen—, da ging ein Wort durch den Blätterwald und durch die Versammlungsräume:„Wenn dein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“ Es wurde damit gedroht und es auch gelegentlich versucht, alle Räder still stehen zu lassen auf Menschengebot hin. Ueber die Arbeit als solche wurde viel geredet und auch viel gestöhnt. Gewiß gab es und gibt es viele Mißstände auf dem Gebiete des Arbeitswesens. Mit der Arbeit selbst aber, die eine Gottesgabe an die Menschheit ist, die vom Schöpfer herstammt und schöpferisch bedeutsam sein soll, ist nach dieser Seite hin viel Mißbrauch getrieben worden. Heute hört man das Wort vom„starken Arm“ nicht mehr oder nur selten. Die es im Munde führten und als Waffe gebrauchten, würden heute gern den starken Arm haben, um alle Räder wieder in Betrieb zu setzen, um der Arbeitslosigkeit zu steuern und jedem wieder Verdienst und Brot zu geben. Sie würden gern, wenn sie nur könnten! Wir alle würden gern einen solch starken Arm besitzen und solchen Dienst tun, wenn wir nur könnten! Es ist in unsern Tagen ein Gericht ergangen über den Mißbrauch der Arbeit und der Arbeitsgelegenheit. Auch da heißt es Buße tun und gründlich umdenken lernen.—— Räder, die sich drehen, helfen Werte schaffen. Auch aus diesem Grunde freut man sich, wenn man Räder sieht, die nicht zum Stillstehen verurteilt sind. Dieser Gedinke macht einem selbst die Arbeit, die man tun darf, wertvoll. Auch die geringste Arbeit bekommt dadurch ihren Inhalt. Was ist überhaupt„geringste Arbeit"? Ist nicht oft aus dem kleinsten und gerinasten Ding der Verbot von Zeitungen. Richtlinien des Reichsinnenministers für die Prüsung von Zeitungsverboten. — Berlin, 19. Dezember. Der Reichsminister des Innern hat den obersten Reichs und Landesbehörden für die Handhabung der Verordnungen des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen Richtlinien mitgeteilt, in denen folgendes bestimmt wird: Vor dem Erlaß jedes Verbots einer periodischen Druckschrift ist nicht nur zu prüfen, ob das Verbot auf Grund der Bestimmungen der Notverordnungen rechtlich zulässig ist, sondern es ist in jedem Einzelfalle auch zu erwägen, ob das Verbot im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und damit im Staatsinteresse unbedingt notwendig ist. Die allgemeine Tendenz einer periodischen Druckschrift kann zwar für die Auslegung des Inhalts einer Veröffentlichung in der Druckschrift von Bedeutung sein. Dagegen hat die allgemeine Tendenz einer periodischen Druckschrift bei Prüfung der Frage außer Betracht zu bleiben, ob das Verbot notwendig ist. Insbesondere sind Verbote nicht deshalb zu erlassen oder auf besonders lange Dauer zu erstrecken, weil eine periodische Druckschrift die Jorderung einer Oppositionspartei vertritt. Bei Prüfung der Frage, wann die Schreibweise die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet, ist insbesondere folgendes zu beachten: Falsche Nachrichten, die geeignet sind, die Bevölkerung in Erregung zu versetzen, gefährden die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Dasselbe gilt für alarmierende Sensationsnachrichten oder Schlagzeilen, die die von der Reichsregierung getroffenen Maßnahmen zur Gesundung der wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Verhältnisse empfindlich durchkreuzen. Die Zeitungsverbote sind dazu da, um die labile Stimmung der Bevölkerung nicht durch verantwortungslose Aufreizung, vor allem nicht durch alarmierende, einseitig gefärbte und zur Aufhetzung geeignete Zeitungsberichte und Nachrichten auspeitschen zu lassen. Schärfer als die dem Nachrichtendienst und der politischen Belehrung dienenden, hauptsächlich im Wege des Abonnentenbezugs vertriebenen periodischen Druckschriften sind diejenigen Zeitschriften auf die Notwendigkeit von Verboten zu prüfen, die im wesentlichen nur dem Sensationsbedürfnis zu dienen bestimmt sind und ausschließlich oder hauptsächlich im Straßenhandel vertrieben werden. Bis zum 19. Januar.— Mißtrauensantrag gegen Minister Klepper abgelehnt. — Berlin, 19. Dezember. Der Preußische Landtag lehnte in der Abstimmung über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen Finanzminister Klepper den Antrag mit 217 gegen 177 Stimmen ab. Angenommen wurde dagegen der gemeinsame Antrag der Deutschnationalen, des Landvolks und der Nationalsozialisten auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Nachprüfung der Geschäftsführung der Preußenkasse unter der Leitung Dr. Kleppers. Ferner verhandelte der Landtag über das Grubenunglück auf Mont Cenis, bei dem am 19. Oktober neun Bergarbeiter getötet wurden. Der Leiter des preußischen Grubensicherheitswesens. Ministerialrat Rother, gab dazu größte Wert erwachsen? Durch die Arbeit entstehen Werte, die dem Nächsten dienen. Wie erkennen wir das so deutlich an der oft so wenig beachteten Arbeit der Hausfraul Aber man mag sich umsehen, wo man will: ehrliche und ordentliche Arbeit dient dem Nächsten. Solche Arbeit dient aber auch dem Arbeiter selbst. Nicht nur daß er dadurch seine Existenz hat, ist bedeutsam. Allein schon, daß er seine Zeit, die auch eine Gottesgabe ist, nützlich zubringen kann, bedeutet für ihn eine solche innere Kraft, die gleich einem Motor in ihm wirksam ist. Auch das wird wenig beachtet. Von diesem Blickpunkt aus aber sehen wir auch die ganze Menschenwidrigkeit der Arbeitslosigkeit.—— Räder, die sich drehen! Da wollen wir zuletzt noch achten auf die Räder unserer Uhren. Sie drehen sich fortgesetzt und rücken die Zeiger vorwärts. Die Stunden, die sie anzeigen, kehren nie wieder. Das„Rad der Zeit“ eilt vorwärts, immer vorwärts. Stunde um Stunde, Jahr um Jahr eilt dahin. Die Räder drehen sich ununterbrochen. Die Zeit fällt in den Schoß der Ewigkeit. Wir eilen mit. Keine Stunde unseres Lebens können wir uns zurück erraffen, keine Aufgabe unseres Lebens kehrt wieder in derselben Art und Gelegenheit. Die Räder drehen sich immerfort. Was bedeutet für une, lieber Leser, die Ewigkeit, der wir entgegeneilen? Was bedeutet uns dafür unsere Zeit, die wir jetzt durchleben? Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein! Lom. Höher geht's nimmer! Gewiß wird man vom Alkoholgewerbe nicht eben viel Takt und Feingefühl erwarten dürfen.„Geschäft ist Geschäft!“— heißt es hier mehr denn je. Auch wenn die „Geschäfte“ zur Zeit angeblich schlechter gehen! Was man entweder nicht glauben oder nicht nur auf die bösen„Zeiten" zurückführen braucht! Siehe Patzenhofer— Katzenellenbogen! Hat also schon in den„setten Jahren“ die Reklame es „schaffen“ müssen, so in den jetzigen„mageren“ nicht minder. Da haben sich die Heidelberger Weinhändler zu einem ganzseitigen Zeitungsreklame=Feldzug zusammengetan und unter dem Feldgeschrei:„Trinkt deutschen Wein!“ auch allerlei Lobsprüche an ihren Siegeswagen gespannt. Daß viele von ihnen eine Gotteslästerung darstellen, merken die Herren„Interessenten" nicht. Wie auch! Geschäft ist Geschäft! Siehe oben! Da darf man eine Erklärung ab, in der er feststellte, daß es sich um das erste Grubenunglück im Ruhrbergbau nach mehrjähriger Pause gehandelt habe. Interessant war die Aufklärung, die der Regierungsvertreter über die Ursache der ersten Entzündung der Schlagwetter gab: Eine elektrische Grubenlampe ist offenbar von einem Stein so unglücklich getroffen worden, daß Schutzglas und Birne zerkrümmert wurden, während der Metallfaden nicht zerriß, sondern zunächst noch weilerglühle, ehe er durchschmolz. Dieser Umstand hat das Schlagwetter entzündet. Der Regierungsvertreter hob hervor, daß sich trotz eingehender Untersuchungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben haben, daß die Sicherheit vernachlässigt oder das Betriebstempo überspannt worden sei. Er berichtete, daß Versuche im Gange sind, die elektrischen Grubenlampen weiterhin zu verbessern. Immerhin sei durch sie bisher noch keine Explosion mit Ausnahme von Mont Cenis hervorgerufen worden. Im weiteren Verlauf der Sitzung überwies der Landtag nach längerer Agrardebatte sozialdemokratische Anträge an den Ausschuß. Angenommen wurden Ausschußanträge zur Finanznot der Gemeinden und für den Neu=Hausbesitz, abgelehnt die Nachtragsumlage für Rheinland=Westfalen. Danach vertagte sich der Landtag auf den 19. Januar. Hofbesitzer Willikens von der ASDAp. in das Präsidiun gewählt. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes ergänzte das Präsidium durch Zuwahl des Hofbesitzers Willikens aus Groß=Flöthe im Kreise Goslar. Präsident Willikens gehört dem Landbund seit seiner Gründung an und ist auch Mitglied der Reichstagsfraktion und der Reichsleitung der NSDAP. Zur Notverordnung faßte der Bundesvorstand eine Entschließung in der es u. a. heißt: „Die letzten Maßnahmen von Reichspräsident und Reichsregierung sind nicht geeignet, die Gesundung der deutschen Landwirtschaft sicherzustellen. Trotz mancher in der Notverordnung enthaltenen Einzelmaßnahmen, die eine relative Entlastung der Landwirtschaft bewirken sollen, wird im Gesamt=Effekt die Landwirtschaft auch nicht im entferntesten in den Stand gesetzt, den Binnenmarkt zu beleben, die Arbeitslosigkeit zu lindern und die Ernährung des Volkes aus eigener Scholle sicherzustellen. Bei Einnahmen unter Friedensstand ist auch ein Zinssatz von 6 Prozent untragbar. Der endlich geschaffene notwendige Schutz gegen Zwangsvollstreckungen hat nur dann Wert, wenn in der Zwischenzeit die grundlegende Umstellung der deutschen Wirtso###t auf den Binnenmarkt mit der dabei unerläßlichen wirksamen Abdrosselung aller entbehrlichen Einfuhr erfolgt“. In aufgenommen. — Berlin, 19. Dezember. Von nationalsozialistischer Seite wird zu dem Uebertritt der früheren Landvolkabgeordneten Dr. Wendhausen, Sybel und Siebert mitgeteilt. es sei möglich, daß die drei Abgeordneten in irgendeinem Gau in die NSDAP. ausgenommen seien, von einer Uebernahme in die Fraktion der NSDAP. könne jedoch keine Rede sein, Nach nationalsozialistischer Auffassung müsse ein Abgeordneter, der bei seiner Wahl sich zur Mandatsniederlegung für den Fall seines Ausscheidens verpflichtet habe, dieser Zusage auch nachkommen. auch gegen Gott freveln! Das ist ja heute auch ohne eigentliche„Geschäftsinteressen" erlaubter Zeitvertreib. Anstandsgefühl, Volkssittlichkeit, Takt, feines Empfinden, Rücksicht auf die Nebenmenschen und dergleichen wird man doch in unserer, nur der„Sachlichkeit“ geweihten Zeit nicht mehr im Ernste erwarten wollen! Als der Großvater die Großmutter nahm, damals vielleicht eher, heute aber! Wer wird so romantisch sein wollen! Nein! Heute darf man ruhig folgenden weingeistvollen„Sinn“spruch wiedergeben. Angeblich stammt er aus Wiesbaden:— „Ihr wißt, daß Engel umschweben Im Sommer die duftenden Reben: Vorboten sind sie nur, im Wein Kehrt unser Herrgott selber ein!“ So weingeisterleuchtet, wie man Gott gegenüber ist, ist man es natürlich auch der Bibel gegenüber. Aus einem angeblich aus dem 17. Jahrhundert stammenden Studentenlied hat man sich folgende Bibelkunde angeeignet: „Sankt Paulus war ein Medicus, er schrieb an den Timotheus: Um deines schwachen Magens willen sollst du den Durst mit Weine stillen!“ Daß„Sankt Paulus“ vom Durststillen überhaupt keine Silbe an den Timotheus schrieb, sondern anderweitig gegen das Weinsausen, und andere biblische Schriftsteller nicht minder— das weiß man wohl schwerlich in jenen Kreisen. Soweit reicht die weingeistige Bibelkenntnis nicht! Schließlich aber gilt's auch hier:„Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie!" Denn daß schon die biblische Weisheit wahr ist, daß Weintrinken Anstand und edle Sitten gefährdet und vernichtet, das verrät auch diese Weindichterei, die doch von ihren Verkündern als Werbung gemeint war. Man höre: „Wer nicht lieht Wein und Gesang, verdient ein Weib sein Leben lang!“ und „Wer Wein und Weiber meiden mag, der wische diesen Reimen ab!“ Wobei wir dem Leser die Entscheldung übe lissen, welcher von diesen beiden„Versen“ der gemeinere ist! Höher geht's wohl nimmer! Bruno Goldschmit. * Deing zaulangeunfang. Die übrigen Betriebe nicht betroffen.— Vergleichsverfahren beantragt. — Berlin, 19. Dezember Die A. Borsig G. m. b. H. in Berlin=Tegel, die allgemeine Maschinenfabrik des Borsig-Konzerns mit einem Grundkapikal von zehn Millionen Mark und einer augenblicklichen Belegschaft von 3700 Arbeitern und Angestellten, hat unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ihre Zahlungen eingestellt und die Einleitung des gerichtlichen Vergleichsverfahrens beantragt. Die übrigen Borsigbetriebe, die Borsigwerk.=G. in Oberschlesien mit ihren Gruben, Kokereien und Hüttenbesitz, die Offene Handelsgesellschaft Borsig und die Borsig Zeutralverwaltung G. m. b. H. sowie der Borsig Lokomotiv= bau werden von der Zahlungseinstellung nicht berührt. Bekanntgegeben wurde die Zahlungseinstellung mit einer Erklärung, in der es u. a. heißt: „Wir haben uns gezwungen gesehen, mit dem heutigen Tage unsere Zahlungen einzustellen. Die Gründe liegen in der verhängnisvollen Verschlechterung der Wirtschaftslage im In= und Auslande, die besonders seit Juli den Auftragseingang so stark beeinflußt hat, daß es unmöglich war, den Auftragseingang und die Unkosten in einem tragbaren Verhältnis zu erhalten. Verstärkt wurden die in der heutigen Wirtschafts= und Finanzlage bedingten Schwierigkeiten durch Verluste bei einer Tochtergesellschaft, bei Schuldnern und Währungsforderungen. Um das Unternehmen wieder auf eine gesunde Grundlage zu stellen und damit die Vernichtung großer Werte zu vermeiden, die in nahezu hunderkjähriger technischer Entwicklung und Erfahrung und in dem Weltruf des Unternehmens begründet liegen, sehen wir uns gezwungen, eine Sanierung durch Einleitung des Vergleichsverfahrens anzustreben, nachdem die Versuche, eine Gesundung ohne Anrufung der Gläubiger herbeizuführen, nicht den gewünschten Erfolg hatten. Die erforderlichen Schritte sind eingeleitet. Das Werk ist für die derzeitige Lage bei einem Auftragsbestand von etwa 12 Millionen Mark und einer Belegschaftsstärke von 3700 Köpfen noch verhältnismäßig gut beschäftigt.“ wirtschaftlichen Kreisen beurteilt man die Zahlungseinstellung der Borsig G. m. b. H. als einen Fall, der lediglich aus der deutschen Wirtschaftskrise heraus verstanden werden kann. Die Sachverständigen in Basel aber mögen es sich gesagt sein lassen, daß es sicher kein Zufall ist, wenn auch die besten deutschen Unternehmen vom Sturz geschüttelt werden oder wenn den Schwierigkeiten bei der größten Lokomotivbauanstalt Europas, jetzt die Zahlungseinstellung der Borsig G. m. b. H. folgt. Alle diese Vorgänge zeigen eben, wie sehr die Tributkrise auf Deutschland lastet und wie notwendig es ist, daß hier endlich Abhilfe geschaffen wird. Die Firma Borsig ist eine der geachtetsten der Berliner Wirtschaft. Vor etwa hundert Jahren mit 10000 Talern gegründet, haben die Unternehmen der Familie Borsig— auch heute noch sind es keine Aktiengesellschaften, sondern Familienunternehmen— in den vergangenen Jahrzehnten sich bald Weltruf erworben. Was den Status betrifft, so sind die Arbeiten für seine Aufstellung im Gang. Von den Bankgläubigern entfällt der Hauptteil auf die DD=Bank, während in geringerem Maße die Dresdner Bank, die Reichskreditgesellschaft, die Brandenburgische Girozentrale und die Berliner Stadtbank Forderungen haben. Die Borsig G. m. d. H. hat einen großen Teil ihrer Umsätze im Ausland bewerkstelligt. So entfielen z. B. im letzten Jahr vom Gesamtumsatz nicht weniger als 80 Prozent auf das Ausland. Unter den Gläubigern befindet sich übrigens auch das Reich mit einem Vorschuß auf Lieferungen in Höhe von 1,2 Millionen Mark. Hanomag in Schwierigkeiten. — Hannover, 19. Dezember. Der Aufsichtsrat der Hannoverschen Maschinenfabrik A. G.(Hanomag) beschloß, die Eröffnung des Vergleichsverfahrens zu beantragen. Ueber die Geschäftslage wurde mitgeteilt, während das 1. Halbjahr noch einigermaßen befriedigend gewesen sei, sei nach den Juliereignissen eine derartige Geschäftsschrumpfung eingetreten, daß der jetzige Absatz kaum ein Drittel erreiche. Abbau der Kohlenpreise? Bekanntmachung des Preiskommissars über die Kohlenpreise Im Einzelhandel. — Berlin, 19. Dezember. Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat die Senkung der durch Händlerkartelle festgesetzten Kleinhandelspreise für Steinkohle, Braunkohle, Preßkohle und Koks durch Bekanntmachung verfügt. Von der Festsetzung von Höchstpreisen hat der Reichskommissar Abstand genommen. Er will die Preissenkung unter Mitwirkung der Verbände durchführen. Die Bekanntmachung sieht vor, daß die Verbände des Kohleneinzelhandels bis zum 1. Januar 1932 neue Preisbeschlüsse zu fassen haben. Die neu festzusetzenden Preise müssen der Senkung der Preise der Kohlensyndikate und der Frachten voll Rechnung tragen und dürfen nur Handelsspannen enthalten, deren Betrag um 15 Prozent gegenüber der bisherigen gesenkt ist. Auch Zuschläge, die etwa für bestimmte Arten der Lieferung oder für zusätzliche Leistungen festgesetzt werden, sind um 15 Prozent zu senken. Sollten sich die Verbände des Kohleneinzelhandels dieser Mitwirkung entzlehen und die von ihnen feftgesetzten Kleinverkaufspreise nicht dieser Anordnung entsprechend senken, so fallen die Verpflichtungen aus den Karte llnerträgen fort und der einzelne Kohlenhändler ist alsdann in seiner Preisstellung frei. Nach Fortfall der Kartellbindungen wird die Preissenkung sich im freien Wettbewerb vollziehen. Um Versuchen entgegenzuwirken, die Preise durch Empfehlungen zu stützen oder die Bestimmungen der Bekanntmachungen zu umgehen, sind Umgehungsverhandlungen ausdrücklich verboten. Preise dürfen nur erhöht und neue Preisbindungen nur eingeführt werden, wenn die oberste Landesbehörde hierzu ihre Einwilligung gibt. England lehnt ab. Keine Bereitschaft zu Zollverhandlungen mit Deutschland. — Berlin, 19. Dezember. Wie verlautet, hat die englische Regierung das Ersuchen der deutschen Regierung um Verhandlungen über die Auswirkungen der englischen Zollmaßnahmen auf den deutsch-englischen Handelsvertrag dahingehend beantwortet, daß sie zwar anerkennt, daß auf Grund des Handelsvertrages Deutschland Anspruch auf derartige Verhandlungen hat, dann aber hinzufügt, derartige Verhandlungen würden völlig zwecklos sein. England sei entschlossen, von den getroffenen Zollmaßnahmen nichts zurückzunehmen. Nach Mitteilung von unterrichteter Seite hat die deutsche Regierung auf Grund dieser Antwort trotz ihres eindeutigen Rechtsanspruches auf solche Verhandlungen über die Folgen der englischen Zollpolitik auf den deutsch=englischen Handelsvertag davon abgesehen, auf ihr formales Recht zu bestehen. In der Mitteilung, die über diesen Verzicht der englischen Regierung gemacht worden ist, ist aber das starke Befremden der deutschen Regierung über diese Haltung Englands zum Ausdruck gekommen. und weiter betont worden, daß Deutschland sich selbstverständlich für seine Maßnahmen völlig freie Hand vorbehalten muß, Heimwehrführer freigesprochen. — Graz, 19. Dezember. Im Prozeß wegen des mißglückten Heimwehrputsches gegen Dr. Pfriemer und Genossen teilte der Obmann des Grazer Gerichts nach einstündiger Beratung der Geschworenen mit, daß diese sämtliche Schuldfragen verneint haben. Hierauf verkündete das Gericht die Freisprechung der Angeklagsen. : Der fr. urbnungenage konferven. ranzösische Handelsminister verfügte im Verae eine Einschränkung der Einfuhr von FischHinweis. Der neue Wandhalter für Persil, Ata und iMi kommt als Weihnachtsüberraschung für die Hausfrau wie gerufen. 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Um die Unkosten zu decken und, wenn möglich, einen kleinen Betrag Herrn Pastor von Bodelschwingh für Weihnachtszwecke zu überreichen, muß ein bescheidenes Eintrittsgeld erhoben werden, und zwar von den Kranken 15 Pfg. für das Programm, welches zugleich als Eintrittskarte gilt, und von den Gesunden 30 Pfg.— Der Vorstand. — Christlicher Verein junger Mädchen. Sonntag vormittag singt der kleine Chor in der Zionskirche um 10 Uhr, wir treffen uns zum Ueben um 9½ Uhr vor der Kirche. Sonntag nachmittag 4 Uhr Vereinsstunde. Mittwoch abend fällt die Vereinsstunde aus. Predigttexte. Am 4. Advent wird in dem Gottesdienst um 8½ Uhr über Lukas 2, 15a; um 9 Uhr über Lukas 1, 26—33 und Vers 38; um 10 Uhr über Römer 3, Vers—20 gepredigt werden. — Zu den Kircheneinweihungsfeiern in Eckardtsheim, die des Morgens um ½10 Uhr und des Nachmittags um 3 Uhr beginnen, fahren Wagen von der Bethelecke um 8,30; 12,30; 13,45 Uhr. Rückfahrten von Eckardtsheim um 12; 14; 18,45; 19.45 und 20.45 Uhr. ease Vestantgsecie uisd aun Lalsgn un 2 Uhr mittags geschlossen. Bestellungen für die Weihnachtstage erbitten wir bis spätestens Dienstag, den 22. Dezember abends. Schlachthof. Zu verkaufen: Braune Kaffeekanne mit Melittasieb, neu, Inhalt 12 Tassen. Bücher: Gottfried Keller, Züricher Novellen, neu; Oskar Wilde: Erzählungen und Märchen; Goethe: Dichtung und Wahrheit, 2 Bd.; Lessing: Werke, 4 Bd.; Verschied, franz. Bücher, sehr billig. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Aufwärts. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; allt in Bethel. Zenlka-Uhlrei Schmucks Besieche Trauringe Optik Hermann Breder Fernruf 1012 Bielefeld Gütersloher Straße 14 G. Steinmann Orgel--.Harmoniumbau Vlotho-Wehrendort Harmoniums in allen Größen und Preislagen nach den Grundsötzen der neuzeitigen Orgeireform von 150.— RM an. Reparaturen sowie Stimmen gebrauchter Instrumente. 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Dezember 1931 bekannt, daß im allgemeinen die Preise der Marken-Artikel um 101 Prozent gesenkt werden. sollen. Es entsteht daraus oft irrtümlich die Meinung, daß sich alle Artikel, insbesondere auch Textilien, verbilligen würden. Diese Auffassung ist nicht richtig! Nach neuesten Informationen der maßgebenden Textilzeitschriften ist infolge steigender Preise auf dem Wollmarkt an eine Preisreduzierung garnicht zu denken, wobei berücksichtigt werden muts, daß Textilien— oder noch besser die Herren-Konfektion— seit einem Jahr um cu. 30 Prozent im Preise verbilligt wurde. Wir haben uns entschlossen, trotzdem bis Weihnachten auf alle Artikel wie Ulster, Paletots und Anzüge eine Sotsnuts MHILLENKÖTTER& MIROW•NIEDERNSTR.Satieten## Senkung von 10 /0 In dankbarer Freude zeigen wir die Geburt eines gesunden und kräftigen Jungen an Heinrich und Llisabeth Walkenhorst Barrien, 18. 12. 31.(Altersheim) Zigarren Empfehle mein reichhaltiges Lager in Weihnachtsgeschenken, in jeder Preislage Heinr. 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