Anzeigenpreis: Die einspaltige Milltmeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 gje tausend 15 Ml. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67877. Erscheint wöchentlich sechomal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Stretfband.26(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 186. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Auser Ziel.“ Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Mittwoch, den 12. August 1931. Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes werden, Als dienendes Glied schließ' an ein Ganzes dich an. Schiller. Mann imgzigiin Wiederentdeckter Menschenwert. Was erwartet die junge Generation vom freiwilligen „Arbeitsdienst"? Von Werner Kindt. Schon lange, bevor die Frage des Arbeitsdienstes in den Brennpunkt der öffentlichen Diskussion rückte, haben Kreise der jungen Generation sie praktisch angegriffen. Seit sieben Jahren bemüht sich die Artamanenbewegung, die heute schon mehrere Tausend Jugendliche in verschiedenen Bünden uner ihren Fahnen sieht, Gruppen von jungen Menschen— zumeist aus den Bünden der Jugendbewegung, in letzter Zeit immer mehr auch junge Anhänger der Wehrverbände und unorganisierte Arbeiter— zur Landarbeit auf den großen Gütern im Osten und Norden Deutschlands zu schicken, um dort die poln. Wanderarbeiter so weit wie möglich durch ihre Freiwilligengruppen zu ersetzen. Das ist nicht immer ohne Spannungen auf beiden Seiten abgegangen. Aber im großen ganzen läßt sich schon aus der Ausdehnung der Artamanenarbeit erkennen, daß hier ein gangbarer Weg zur Umsiedlung junger Städter auf das Land beschritten worden ist. Denn die Artamanenbewegung zielt eindeutig darauf ab, ihre für die Rückkehr aufs Land geeigneten Anhänger vollständig anzusiedeln, wie es neuerdings auch der Jungdeutsche Orden mit seiner„Landnehmerbewegung“ versucht.— Es ist erfreulich, daß die Verordnung über die Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes auf die hier gewiesenen Möglichkeiten Rücksicht nimmt, indem sie die Anrechnung eines Teiles des Arbeitslohnes auf die Kosten einer künftigen eigenen Heimstätte des Dienstwilligen ins Auge faßt. Eine zweite von der bündischen Jugend„erfundene“ Form des freiwilligen Arbeitsdienstes fällt wenigstens teilweise in den Rahmen dieser Betrachtung. Es ist die Arbeitslagerbewegung, deren Sinn am Anfang die Zusammenfühung eines Teiles der Jungmannschaft eines Bundes zu gemeinsamer Aussprache und Arbeit in einer mehrwöchigen Freizeit war. Um wirklich den„ganzen Menschen“ zu erfassen, teilte man auf diesen Arbeitslagern den Tag gewöhnlich in geistige und körperliche Arbeit auf. Die hiermit gemachten Erfahrungen waren so gut, daß man bald dazu überging, die Arbeitslager auch als ein Mittel der Begegnung zwischen verschiedenen Volksschichten anzuwenden. Seitdem die Entwicklung der Wirtschaft das Werkstudententum mehr und mehr ausmerzt und die geistige Erstarrung der politischen Fronten eine anderweitige Aussprache zwischen Angehörigen verschiedener Berufe und politischer und weltanschaulicher Gruppen kaum noch aufkommen läßt, sind diese Arbeitslager, an denen gewöhnlich Arbeiter, Studenten und Bauern gleichmäßig teilnehmen, eine wichtige Methode innervolklicher Begegnung geworden. Mit dem Wachsen der wirtschaftlichen Krise nun hat die Frage des Arbeitsdienstes ein neues Gesicht gewonnen. Der jungen Generation liegt es— verständlicherweise— fern, ihn vom wirtschaftlichen Standpunkt aus zu betrachten, es sei denn im negativen Sinne, indem sie die eindeutige Forderung erhebt, daß der Arbeitsdienst auf keinen Fall dem Nutzen privater Unternehmer dienen, sondern nur da angewendet werden dürfe, wo sein Erträgnis der Volksgesamtheit zugute kommt. Im allgemeinen aber wird die junge Generation den Arbeitsdienst wesentlich unter sozial=ethischen Gesichtspunkten werten. Es geht ihr darum, den jungen arbeitslosen Kameraden das Gefühl der Ueberflüssigkeit zu nehmen, ihnen die Freude an der Arbeit zu erhalten. Von hier aus gesehen ist es zweifellos ein Gewinn, daß die Arbeitsdienstpflicht aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt worden ist. Denn die Freiwilligkeit der Dienstleistung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, daß die seelisch notwendige Freude an der Arbeit und— an der Einordnung in die Arbeitsgruppe sich ungehemmt auswirken kann. Als ebenso bedeutsam darf angesehen werden, daß die Regierung in ihren Maßnahmen auf die weitere Anregung eingegangen ist, bei der Bildung der Arbeitsdienstgruppen, die in den Bünden bestehenden Kameradschaftsbeziehungen für ihre Lösung fruchtbar zu machen, wie das u. a. der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft, Staatsminister a. D. Dominicus, vorgeschlagen hat. Noch läßt sich nicht genau übersehen, in welchem Maße bei der Geringfügigkeit der zur Verfügung stehenden Mittel der Arbeitsdienst nun wirklich angefaßt werden kann. Immerhin werden die jetzt in Angriff genommenen Versuche als Beispiel und Schule für eine späkere umfassendere Lösung gelten können. Dies gilt nicht minder von dem ersten privaten Versuch, der zur Zeit auf diesem Gebiet praktisch durchgeführt wird. Ein junger Beamter, Konsul Dr. Wendler, hat die Frage des freiwilligen Arbeitsdienstes als seelische und wirtschaftliche Hilfe für die Arbeitslosen seiner Vaterstadt in Reutlingen(Württemberg) mit beispiel“ hafter Energie angefaßt. Die von seiner„Kameradschaft Friedrich List“ mit Unterstützung von Magistrat und Bürgerschaft aufgenommene Wirksamkeit gewinnt an Bedeutung, wenn man sich vergegenwärtigt, ein wie großer Prozentsatz an Arbeitslosen nicht in den großen Industriezentren, sondern in wirtschaftlich heute fast toten Klein= und Mittelstädten wohnen. Der entscheidende Wert einer Gruppe des freiwilligen Arbeitsdienstes muß im Gemeinschaftserlebnis und in der selbstverständlichen unauffälligen Selbsterziehung liegen, wie es in den Gruppen der Jugendbewegung vorgelebt worden ist. Und wie bei der Arbeitslagerbewegung, so ist auch beim freiwilligen Arbeitsdienst etwas Wesentliches die Möglichkeit, daß junge Menschen aus verschiedenen Volkskreisen in kameradschaftlicher Weise zusammenkommen, nicht um sich gegenseitig zu überreden oder zu bespitzeln, sondern um einander in gemeinsamer Arbeit kennen und in ihren gegenseitigen Anschauungen und Bedingtheiten achten zu lernen. Diese Funktion kann der Arbeitsdienst aber nur erfüllen, wenn jeder Mißbrauch und jedes falsche Wunschbild von ihm ferngehalten wird. Kann der freiwille Arbeitsdienst bei Beachtung dieser Voraussetzungen schon mancherlei für den Wiederaufbau des durch die Zerrissenheit des Parteikampfes weitgehend zerstörten Staatsgefühls tun, so hat er nicht weniger Bedeutung als Schutzmittel gegen die seelische und äußere Verwahrlosung der arbeitslosen Jugend. Die Wirtschaftskrisis richtet bei den mehr als 600000 erwerbslosen Jugendlichen seelische Verwüstungen an, die sich noch in Jahren und Jahrzehnten auswirken werden. Der Arbeitsdienst kann, wenn er keine bloße Spielerei oder widerwillg getane Zwangsarbeit bleibt, viel dazu beitragen, die jungen Menschen ihren Menschenwert wieder fühlen zu lassen. Wer das bedenkt, wird so manchen Beteuerungen über die„Unwirtschaftlichkeit“ des freiwilligen Arbeitsdienstes nicht mehr Glauben schenken; denn er weiß, daß ein gefestigtes Berufsethos und ein eigenes Wertgefühl der jungen Generation für die Zukunft Deutschlands Dinge sind, die nicht mit Gold aufgewogen werden können. Leibesübungen und Verbände. Von Dr. Ernst Schmidt=Lübbecke. Es sind erst einige zehn Jahre her, daß kirchliche Verbände sich überhaupt mit Turnen befassen. Das ergibt sich aus der veränderten Stellungnahme der Kirche zu den äußeren(weltlichen) Dingen in unserer Zeit. Insbesondere aus dem in der Gegenwart stark im Vordergrunde stehenden Interesse des Menschen am Körperlichen als auch von Gott Geschaffenem, das neben Geistigem nicht länger vernachlässigt werden kann. Auch mögen den Kirchen die Augen darüber offen geworden sein, daß viel Jugend in allen Völkern, also auch bei uns in Deutschland, sich mit Turnen, Sport und jugendbewegtem Wandern in allerlei Formen befaßt, daß viel von dieser Jugend ihnen verloren gegangen ist, bzw. verloren zu gehen droht, wenn sie nicht von sich aus alles tun, um dieser Jugend etwas Aehnliches wie die Turnund Sport= und Wandervereine zu bieten. Unter den deutschen Verbänden für Leibesübungen, die nach unserem Turnerjahrbuch im„Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen“ zusammengefaßt sind, nehmen neuerdings die aufgekommenen kirchlichen Turnverbände einen mehr und mehr zu beachtenden Raum ein. Auf evangelischer Seite haben wir den„EichenkreuzVerband"; und auf katholischer den„Reichsverband für Leibesübungen: Jugendkraft". Beide Verbände zählen je 225000 tätige Mitglieder. Sie„wollen Leibesübungen eingliedern in die Erziehung zu einem vollen christl. Mannestum nach Geist, Seele und Leib“. Unter bewußter Ablehnung des einseitigen Rekordwesens und der Wettkampfsensationen, bei grundsätzlicher Achtung der christlichen Sonntagssitte treten sie mehr für Durchschnitts13. K leistungen und Mannschaftskämpfe ein. Beide Verbände haben ihre eigene Führung, Einrichtung in Lehre und Praxis und Veranstaltungen in Reichstreffen usw. Ist das turnerische Sinnbild des Sieges bei der Deutschen Turnerschaft der Eichenkranz, so ist es beim „Eichenkreuzverband“ natürlich das von der Eiche umrahmte Kreuz. Es will Ausdruck der Betonung des Weltanschaulichen, des Konfessionellen, des Christlichen sein. Soviel läßt sich erkennen, daß die Kirchen als solche erkannt haben, daß sie eine Aufgabe an der Jugend haben, die sie auch nach der körperlichen Seite hin sehen und in Angriff nehmen wollen. Und darum ruft die Kirche wiederum ihre Diener, die Pfarrer, auf, sich der Sache der Leibesübung in christlichen Verbänden anzunehmen. Schon finden auch Sonderlehrgänge für Pfarrer statt, wie ein solcher beispielsweise für evangelische Geistliche in Kassel jetzt im Herbste am Sitze der Geschäftsführung mit dem Reichswart Lic. D. Stange stattfindet. In einem Aufsatz:„Die Evangelische Kirche und der Sport“ von Pfarrer Lic. Linz, Gotha, heißt es mit Bezug auf unsere große turnerische Bewegung:„Die vom Turnen und Sport erfaßten jugendlichen Scharen(wie auch die Erwachsenen) entwickelten ihre eigenen Lebensfor=, men, und diese wuchsen, je länger, desto mehr ins öffentlichkeitsleben hinein. Die Kirche muß zu diesen Kreisen ein positives Verhältnis gewinnen. Was sie wünscht von sich aus, ist zunächst durchgehends Beachtung und Freihaltung der Zeit des Sonntagmorgengottesdienstes von Leibesübungen und mit ihnen zusammenhängenden Veranstaltungen. Recht gut sagt Pfarrer Linz im angezogenen Aufsatz, daß Urteile, wie die von Prof. D. Dehn, Berlin, in„Großstadtjugend“, S. 19, ober bei D. Baumgarten in„Erziehungsaufgaben im neuen Deutschland", S. 32 ff., oder bei Heitmann,„Arbeit und Feier“, S. 63, und manche andere nicht möglich gewesen wären, hätten sich die Geistlichen mehr um ein positives und organisches Verhältnis zu den Vereinen für Leibesübungen und ihren Bestrebungen gemüht, wie es eigentlich— erst recht heutzutage— ihre Pflicht gewesen wäre. Hier, so meint man, könne der Kasseler Lehrgang vielen Beteiligten noch weiter helfen und sie zu gerechterer Beurteilung, auch der Arbeit in den Vereinen der.T. bringen. Das mag notwendig erachtet werden, sowohl von seiten der Deutschen Turnerschaft, als auch von seiten der Kirche; hielt doch der eben verstorbene bekannte Erzbischof Schwedens, D. Soederblom, es nicht unter seiner Würde eine Predigt über den„Sport in unseren Tagen" zu halten. Daß im Wesen der Leibesübungen, die zu Ordnung, Mut und Selbstzucht erziehen wollen, keine Hemmnisse oder Gegensätzlichkeiten zu kirchlichem Studpunkte enthalten sein können, ist allmählich auch in den Kreisen klar, die bisher noch wenig von der Arbeit unserer Turnverbände wissen wollten, oder die gar aus Unkenntnis die widersinnigsten Vorstellungen davon hatten. Hier zeigt sich noch einmal schön der Wahrheitsgehalt des Wortes unseres Vorturnvaters Gutsmuths in Schnepfental beim Vater Salzmann und seinem Erziehungsinstitut: „Turnen ist Arbeit im Gewande jugendlicher Freude!" Ja, wahrhaftig, es ist Arbeit, und hat wie jede andere Arbeit eben die oben genannten erzieherischen Qualitäten: Ordnung. Mut usw. im Gefolge. Entwicklung, Vervollkommnung dessen, was in den Menschen von Gott oder Natur her gelegt ist, will Leibesübung bewerkstelligen helfen. Dem Wachstumstrieb im Menschlichen, auch im Organismus, entspricht nicht nur das Seelische und Geistige, sondern, deutlich gemacht von der Natur selbst, doch erst recht das Körperliche. Diese Erkenntnis braucht mit „Vergötzung“ des Körpers nichts zu tun zu haben. Gerade der rechte, echte Turner wird am wenigsten leicht einer solchen Ueberschätzung des Körpers und der körperlichen Fähigkeit verfallen. Also: Gliederregen und Körperschulen ist Arbeit, die nicht wider das Gewissen zu sein braucht. Selbst Wettkampf ist es nicht an sich. Nicht umsonst braucht zum Beispiel der große Völkermissionar und Heidenapostel Paulus für den geistlichen Kampf das Bild des olympischen Wettläufers im Stadion. Weil Leben Kampf und Lauf, ja, Wettlauf an sich ist, so kann unser turnerisches Leben nichts anderes sein und bedeuten. In dem Maße, wie die kirchlichen Verbände ihre Jugend schulen und Leibesübungen um ihrer selbst willen sowohl als um der hehren Aufgaben willen treiben, werden sie auch zur Deutschen Turnerschaft und ihren viel älteren und gleichwertigen Bestrebungen ins rechte innere Verhältnis des Verstehens und rechten Würdigens kommen. Anfänge dazu sind da, man denke nur auch an die Mitwirkung der Kirche und der Pfarrer bei unseren Morgenfeiern und Andachten und vieles andere... „Was ist mit der Wära?“ Unter obiger Ueberschrift stand ein mit V. K. unterzeichneter Artikel im Aufwärts. Derselbe war in durchaus zustimmendem Geiste gehalten. Nur ein Bedenken wurde ausgesprochen, nämlich, es könnte bei allgemeinem Gebrauche der Wära eine Inflation entstehen, indem die Reichsmark schließlich mit der Wära zusammen die Warenpreise in die Höhe treiben könnten. Diese Annahme wäre nur dann richtig, wenn die jetzigen Reichsmarkbestände unvermindert dem Wirtschaftsleben zur Verfügung ständen. Nur so kann V. K. es sehen. Das entspricht aber nicht den Tatsachen. Kurz die Richtlinien über die Wära. Jeder, der Wära benutzen will, muß dieselbe mit Reichsmark kaufen. Eine Reichsmark ist gleich einer Wära. Die Reichsmarkbeträge, die so in den Besitz der Wära=Tauschgesellschaft kommen, werden auf Bereitschaftskonten gesammelt. Wära, die von ihren Besitzern nicht mehr weiter gegeben werden kann— der Teilnehmerkreis ist noch nicht geschlossen— wird dann von der Tauschgesellschaft mit einem Teile der Reichsmarkbestände wieder eingelöst. Der Rest bleibt stets zur Verfügung, um gegebenenfalls die gesamten Wärascheine wieder einzulösen. Welche Lage ergibt sich daraus? 1. Für jeden Wäraschein wird ein gleicher Reichsmarkschein dem Verkehr entzogen und umgekehrt beim Rückkauf. Eine Vermehrung der Zahlungsmittel findet nicht statt. 2. Ueber die angesammelten Reichsmarkbestände verfügt die Tauschgesellschaft und nicht die freie Wirtschaft. 3. Die Führer der Wäraaktion kennen als Schüler Gesells die wirtschaftlichen Funktionen des Geldes besser als die Bankfachleute des Goldes. Sie würden nicht nur die von ihnen beherrschten Reichsmarkbestände, sondern auch Wärabestände einziehen, um die Stabilität der Preise zu erhalten; denn die Festpreise stehen ja in Gesells Lehre fest verankert. 4. Es wäre gewiß richtiger, wenn die Reichsbank nach Gesellscher Lehre arbeitete, aber damit hat es noch lange Zeit. 5. Darum muß das Volk aus eignem Willen heraus den Weg der Rettung gehen, er heißt:„Selbsthilfe!“ 6. Würden unsere großen Wirtschaftszweige mit Wära freiwillig arbeiten, so dürfte das letzte Gramm Gold in die Bank von Frankreich wandern. Wir hätten keine Notverordnungen bezüglich des Geldes gehabt, die machtpolitische Stellung des französischen Goldes wäre erledigt. 7. Wer das wünscht, arbeitet mit Wära. H. K. 8. Deutscher Diakonentag. Es scheint eine noch junge Bewegung zu sein, die erst zum achtenmal ihre Zusammenkunft hält. Aber das wäre ein großer Irrtum. Die älteste deutsche Diakonenanstalt, das Rauhe Haus in Hamburg, wird in Kürze ihr hundertjähriges Jubiläum feiern. In Berlin haben vor kurzem die Gemeindediakone den Tag feierlich begangen, der sie an den 25=jährigen Bestand ihres kirchlichen Amtes erinnerte. Es war ein großer Fortschritt für die übergroßen Gemeinden in Berlin, daß den außerordentlich belasteten Großstadtpfarrern Gemeindediakone zur Seite gestellt wurden. Was der Vater der männlichen Diakonie, Johann Hinrich Wichern, gewünscht hatte, ging nun in Erfüllung. Umfassende Dienste leistete die männliche Diakonie in den Gemeinden der Reichshauptstadt. Im Leuchte, o Morgenrot der Freiheit. Erlebtes und Erlauschtes von einem Bergritt in Mazedonien. Von Walter E. Brell, Saloniki. Mit der gänzlich unorientalischen Pünktlichkeit der Mazedonier standen die kleinen, struppigen Gebirgspferdchen schon vor dem Versammlungshaus, der„Tschitalischte", des Dorfes D. bereit, als wir am Fuße des Piringebirges eintrafen. Das Gepäck wurde uns kunstgerecht an den ungefügen und unbequemen Holzsätteln verschnürt, auf denen wir uns durch den Pirin mehr schaukeln als tragen lassen sollten. Mit Karabinern, Parabellumpistolen und Seitengewehren wohl gerüstet, traten unsere ebenfalls berittenen Begleitleute an, und der Ritt begann. In etwa 1000 Meter Höhe war die alte türkische Heerstraße mit ihrem fürchterlichen Katzenkopfpflaster,„Kalderim“ genannt, erreicht. Auf dieser Straße hatte noch bis zum Balkankriege der türkische„Asker“ operiert und dann den Rückzug für immer angetreten. Ringsum gewaltige Berggipfel, darunter der sagenumwobene, 2700 Meter hohe El=Tepe; Geröllhalden, senkrechte Felshänge, tiefe Schluchten mit reißenden Bergwassern, weite Tannenwälder, undurchdringliches Niederholz aus Eichengestrüpp— unerschöpfliche Jagdgründe, in denen es von Hirschen und Wildschweinen wimmelt und selbst Bären keine Seltenheit sind. Zahlreich sind auch die Stellen, da ganze Berghänge kahl sind. Unaufgeforstete Wälder, die ein Zeugnis dafür sind, wie die Türken in früheren Zeiten jeden Wald niederbrannten, der einmal den mazedonischen Komitadschi als Schlupfwinkel gedient hatte. Es ging auf Mitternacht, als nach zehnstündigem Ritt das Dorf K. erreicht war. Am Dorfeingang standen zwei bewaffnete Posten in langen, grauen Pelerinen und wiesen den Weg zu den paar armseligen Lehmhütten, die unter alten Nußbäumen, umtost vom schäumenden Dorfbach, versteckt lagen. Im Hause des Bürgermeisters, der „besten“. Hütte, hatte man auf uns gewartet und ein Nachtquartier bereitet. Ein paar Pelerinen, unentbehrJahre 1930 haben die Gemeindediakone 98 994 Besuche in den Häusern gemacht aus den verschiedensten Gründen, mochte es sich um den Besuch von Tauf= oder Trausäumigen handeln, oder um die Fürsorge für Kranke und Arme oder um die Einladung zum Besuch des Gotteshauses und der Bibelstunden oder um die Betreuung von Trinkern und Gefährdeten. Mehr als 50000 kirchliche Wochenblätter verbreiten sie in den Gemeinden. In der Pflege der männlichen Jugend stehen sie voran und verkündigen das Wort Gottes in verschiedenen Kreisen. Der Vergleich mit früheren Zeiten macht den Segen offenbar, den das Diakonenamt den Gemeinden bringt. Aber noch ist er nicht überall erkannt und anerkannt. Daher ist es nicht überflüssig, daß auf dem kommenden Diakonentag in Hannover die Frage behandelt wird: Warum braucht die Kirche neben dem Pfarramt noch ein diakonisches Amt? Generalsuperintendent D. Kalmus(Stettin) wird den Vortrag halten. Die berufenen kirchlichen Führer haben den Wert der männlichen Diakonie längst erkannt und öffentlich bezeugt. Besonders gilt das, seitdem die Diakonenanstalten es erreicht haben, daß von der Kirche eine bestimmte Ordnung für die Ausbildung der Diakone festgelegt und am Ende derselben eine Prüfung abgehalten wurde. Die Generalsuperintendenten haben in der Regel diese Prüfungen selbst abgehalten und dadurch noch genauere Kenntnis der männlichen Diakonie erlangt. In der Verfassung der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union ist der Diakonendienst ausdrücklich vorgesehen. Wo es in den Verfassungen anderer Landeskirchen nicht ebenso geschehen ist, hat doch das Vorbild der größten evangelischen Kirche Deutschlands auch zur Einführung des Diakonenamts in den Gemeinden geführt. Noch umfassender als in den Gemeinden und Vereinen ist der Dienst in den mancherlei Anstalten der evangelischen Liebestätigkeit. In allen deutschen Gauen hat man für die Pflege der männlichen Epileptiker und Schwachsinnigen, Siechen und Geisteskranken auch männliche Kräfte gebraucht und ist dankbar, wenn sich dafür Männer zur Verfügung stellen, die um des Herrn Jesus Christus willen ihren notleidenden Brüdern in selbstverleugnender Liebe dienen wollen. Die Erziehung der männlichen gefährdeten Jugend seit Wicherns Tagen ist überwiegend von Diakonen geleistet worden, und wie wäre sie sonst möglich gewesen? Erst in neuster Zeit hat man von staatlicher und kommunaler Seite her es unternommen, Erzieher auszubilden, da die Diakonenanstalten nicht genug junge Männer zur Verfügung stellen konnten, oder weil man Diakone nicht haben wollte. So kommen sie denn aus den verschiedensten Berufen herbei, um sich am Diakonentag gegenseitig in der Freudigkeit des Dienstes zu stärken und das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu beleben in einer Zeit, wo die Gottlosigkeit sich auf allen Straßen breitmacht und die Kirche in schweren Kampf hineingestellt ist. Die Diakone stehen überall an der vordersten Front dieses Kampfes. Darum ist es recht und billig, daß alle Freunde des Reiches Gottes ebenso wie die Führer der Kirche für die männliche Diakonie warme Teilnahme, fürbittendes Gedenken und tatkräftige Förderung beweisen. Möge der 8. deutsche Diakonentag im Stephansstift zu Hannover vom 7. bis 11. September Gottes Segen erfahren. Poncet wird Botschafter in Berlin. Wie verlautet, ist das von der französischen Regierung nachgesuchte Agrément für Unterstaatssekretär Francois Poncet, der den bisherigen Botschafter de Marguerie in Berlin ablösen soll, von der Reichsregiernug erteilt worden. Ebenso ist das von der bulgarischen Regierung nachesuchte Agrément für ihren bisherigen Gesandten in Buarest, Pomenoff, der an Stelle des Gesandten Popoff die Berliner Gesandtschaft übernehmen wird, erteilt worden. liche Uniformstücke der Komitadschi, bildeten das Lager. An Schlaf war nicht zu denken, denn die reiche nächtliche Fauna des Balkans hielt an unseren ermüdeten Körpern Festschmaus. Beim Morgengrauen ging es weiter— stundenlang über einsame Gebirgszüge. Kein menschliches Wesen ist zu sehen; man hört nur das Klappern der Hufe, das Knirschen des Lederzeugs und sieht Adler und Falken am blauen mazedonischen Himmel kreisen. In weiter Ferne zieht sich der silberne Streif des Mestaflusses hin, der unweit Kawalla in die Aegaeis mündet. Im Mestatale fanden noch vor wenigen Jahren erbitterte Kämpfe zwischen den sich damals bekämpfenden beiden Flügeln der IMRO., der mazedonischen Revolutionsorganisation, statt. Die Kämpfe endeten mit erbarmungsloser Vernichtung der Protogeroffgruppe. Die Organisation ist unerbittlich streng, aber gerecht. Wegen der von ihr organisierten Attentate, Erscheinungen eines bis zum Aeußersten gehenden Minderheitenkampfes, hat sich im Auslande vielfach die Meinung gebildet, die IMRO. sei nichts als eine Handvoll blutdürstiger Abenteurer, eine Art politischer Balkanräuber. Mit dem gleichen Rechte müßte man jedoch Iren, Ungarn, Schweizer und Tiroler als Verbrecher bezeichnen; denn auch diese Völker haben sich mit revolutionären Mitteln ihre Freiheit erkämpfen müssen. Man braucht sich z. B. in Bulgarien nur ein wenig umzublicken, um eine ganze Reihe der angesehensten Männer zu finden, die in jungen Jahren der IMRO. angehört haben. An erster Stelle steht der frühere Ministerpräsident Liaptscheff, der noch vor der Gründung der IMRO. in den Jahren 1885/86 Mitglied eines örtlichen revolutionären Komitees im ehemaligen Rumelien war. Der frühere bulgarische Gesandte in Berlin, Risoff, der heutige Gesandte in Washington, Radeff, auch der in Angora, Pawloff, waren Komitadschi, selbst der heute reichste Mann Bulgariens, der Tabakhändler Tschapraschikoff, hat als„Illegaler“ gegen die Türken gekämpft, zahllose Offiziere der bulgarischen Armee haben in den Reihen der IMRO. gefochten. Die Sonne stand hoch am Himmel, als wir nach halsbrecherischen Abstiegen über fast senkrechte Bergpfade, auf denen die Pferde nicht gingen, sondern rutschten, die Das Echo in der Presse. Starke Beachtung des Abstimmungskampfes auch im Ausland. Die gesamte deutsche Presse beschäftigt sich eingehend mit dem Ergebnis des Volksentscheids in Preußen, wohei die rechtsstehenden Blätter einmütig die Parole aus, geben:„Der Kampf geht weiter!“ Aus der Tatsache, das bisher noch kein Volksentscheid zum Erfolg geführt habe folgert die„Deutsche Allgemeine Zeitung", der Volksent, scheid als Mittel der Politik habe sich endgültig überleht Die„Berliner Börsen=Zeitung", spricht von einem „Pyrrhussieg der Linken“ und einer„Gnadenfrist für Braun: Der„Berliner Lokal=Anzeiger“ schreibt, die Rechte habe einen ungleichen Kampf zu führen gehabt. Alles zu, sammengerechnet bleibe aber das Ergebnis eine unzweideutige Absage an die preußische Regierung. Die „Deutsche Tageszeitung“ führt aus, der Volksentscheid habe sich erneut als untaugliches Mittel zur Ergründung der wahren Volksmeinung erwiesen. Die Parole laute: Weiter, kämpfen! Dieser Kampf mit den Mitteln der Legalität müsse, vornehmlich auf parlamentarischem Boden, in ganz anderen Formen geführt werden als bisher. Die zusammenführende Wirkung des Volksentscheids müsse erhalten und ausgebaut werden. Von den Blättern der Mitte bezeichnet die„Vossische Zeitung das Ergebnis des Volksentscheids als eine„offene und schwere Niederlage des Radikalismus. Das„Berliner Tageblatt“ meint, werde die Stunde genützt,„so würden sich nicht wieder die Fesseln der Diktaturanhänger beklemmend um die Brust der Demokratie legen". Die„Germania“ äußert, der Ausgang des Volksentscheides beweise. daß die Wähler durchaus nicht jeder beliebigen Parole ihrer Führer folgten. Der„Börsen=Courier“ spricht von einer „gut bestandenen Nervenprobe“. Von den sozialdemokratischen Zeitungen schreibt der„Abend, die preußische Regierung sitze nach dem Volksentscheid fester im Sattel als zuvor. Auch im Auslande haben die Zeitungen ihren Lesern in größter Aufmachung von dem Ergebnis des Volksentscheids Mitteilung gemacht. Die englische Presse legt dabei den Nachdruck auf die ruhige Fortentwicklung. Der„Daily Herald begann seinen Artikel mit dem Satz: „Die preußische Demokratie hat Europa und Deutschland einen Dienst geleistet, indem sie es ablehnte, sich von der unheiligen Allianz von Nationalsozialisten und Kommunisten auf dem Weg der unverantwortlichen Taten treiben zu lassen.“„News Chronicle“ schreibt: Daß deutsche Volk hat sich von neuem der Lage gewachsen gezeigt. Die Ergebnisse dieses Volksentscheids werden Rückwirkungen weit außerhalb Preußens oder sogar Deutschlands haben. Sehr eingehend behandeln auch die französischen Zeitungen den Abstimmungskampf.„Petit Journal“ meint. Brüning habe seine Aufgabe bei der Rückkehr aus Rom„sehr erleichtert gefunden; neue internationale Verhandlungen seien möglich". Nach dem„Matin“ hat nicht nur„das Schicksal einer Regierung, sondern auch das des deutschen Kredits auf dem Spiel gestanden.„Oeuvre" erhofft eine Fortsetzung der Politik der Zusammenarbeit.„'Ordre“ hofft, daß Brüning,„der beim Volksentscheid den Sieg davongetragen habe, von Frankreich verlange, daß es die Kosten bezahle. Daß die Coty=Presse auch bei dieser Gelegenheit Haßgesänge gegen Deutschland anstimmen würden, war zu erwarten, und so überrascht es uns nicht, im„Journal“ und „Figaro" Darlegungen über die Notwendigkeit einer Politik der Garantien zu finden. Für die großen Zeitungen der Vereinigten Staaten ist ein Artikel des Neuyorker„Herald Tribune“ kennzeichnend, in dem von einer„aufmunternden Nachricht für die vom Schicksal heimgesuchte Welt die Rede ist". — Berlin, den 11. August 1931. — In der Privatklage des deutschnationalen Parteivorsitzenden Dr. Hugenberg gegen den Redakteur Fechenbach findet am Mittwoch in Detmold ein neuer Termin statt. „Straße" erreichten. Sie wurde im Weltkriege von deutschen Pionieren erbaut und war eine wichtige Nachschublinie für die mazedonische Front. sind die Brücken eingestürzt und die Stützmauern abgebröckelt; aus der Straße ist ein verschütteter Saumpfad geworden. Der bulgarische Staat hatte kein Geld, um in der menschenleeren, abgelegenen Gegend eine Straße zu unterhalten, deren Zweck nur ein militärischer war. Nach zwölfstündigem Ritt fanden wir in einem Talkessel das Dorf Pirin, nach dem Gebirgsmassiv benannt Unbeschreiblich dürftig sind diese Bergdörfer, völlig von der Welt abgeschnitten. Keine Eisenbahn, kein Auto, sa nicht einmal ein Wagen stört die Stille. Nur Pferde und Maulesel vermitteln den Verkehr. Der ärmlichen Lehmhütten einziger Schmuck sind die vorspringenden, offenen Balkone, die wiederum mit Girlanden dunkelroter trockener Pfefferschoten geschmückt sind. Kohlenbrennerei, Schafzucht und ein wenig Tabakbau bilden den kargen Verdienst der Bauern, die hier noch nach der ür väter Weise leben. Der Hausvater hat unbeschränkte Rechte; die Kinder werden durch gegenseitige Abmachung der Eltern verheiratet und müssen sich fügen. Das bißchen Nahrung dieser Leute besteht aus Brot— in Farbe und Geschmack ungebrannten Ziegelsteinen nicht unähnlich aus Pfefferschoten, Schafskäse und wenn es hoch komm!, aus fad schmeckendem Schaffleisch. Milch ist ein schier unbekannter Genuß. Den sonst auf dem Balkan so rühmten„türkischen“ Bohnenkaffee ersetzt hier ein Gebräu aus ungebrannter Gerste, das nicht wie in den Städten aus dem kleinen Täßchen, sondern aus „Feldschan", der türkischen, henkellosen Schale, getrun ken wird. Bei dieser Armut sind die mazedonischen Bergbauer“ grundehrliche, gutmütige Menschen. ObersteGesetz für sie ist der Befehl der revolutionären Organ sation, von der alle wissen, daß sie für die Autonom Mazedoniens, für ein eigenes Vaterland kämpft. alles bekümmert sich die Organisation: sie hat eigenen Postdienst, sie übt eigene Gerichtsbarkeit, die wirksam weil sie mit harten Strafen arbeitet. Raubmord, Diebstay Totschlag gibt es in Mazedonien kaum, denn solche Ve““ Nach dem=Wondenischeil! — Berlin, 11. August. Von den etwa 26,4 Millionen wahlberechtigten preußischen Staatsangehörigen haben sich rund 10,4 Millionen am Sonntag an dem Volksentscheid:„Soll der preußische Landtag ausgelöst werden?" beteiligt. 9793603 Wähler — also etwa 37 Prozent— haben für die Auflösung des Landtags gestimmt, 391 300 haben die zu beantwortende Frage verneint und weitere 236 000 haben ungültige Zettel abgegeben. Damit ist der Volksentscheid, zu dessen Gelingen die Zustimmung von mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten erforderlich gewesen wäre, gescheitert. Der im Mai 1928 gewählte Landtag wird daher bis zum nächsten Frühjahr, wo sein Mandat von selbst erlischt, fortbestehen, und ebenso wird die jetzige preußische Regierung, an! en Spitze Ministerpräsident Braun steht, weiter im Amte verbleiben. Dieser Ausgang des Kampfes in Preußen hat sowohl die Anhänger als auch die Gegner des Volksentscheids überrascht. Das erklärt sich daraus, daß man bei der Berechnung der Erfolgsaussichten stets von dem Ergebnis der Reichstagswahlen im September 1930 ausgegangen ist. Nach dem Ergebnis der Reichstagswahl hätten die Parteien des Volksentscheids bei unveränderter Beteiligung ihrer Wähler diesmal in Preußen 47,7 Ja=Stimmen aufbringen müssen. Es hätten also— in einer kritischer gewordenen Zeit— nur noch.4 Prozent zusätzliche Stimmen gewonnen zu werden brauchen, und der Preußische Landtag wäre aufgelöst worden. Diese Mobilisierung neuer Kräfte ist nun nicht gelungen. So verschieden auch die Beteiligung in den einzelnen Wahlkreisen war, die Reichstagswahlen sind in keinem Wahlkreis erreicht worden. Besonders groß ist die Differenz dabei in den westlichen Landesteilen geworden; wo B. Westfalen=Nord einen Rückgang um ein Drittel und Nachen=Köln sogar einen solchen von mehr denn 50 Prozent aufweist. Etwas günstiger wurde das Gesamtergebnis wieder durch die Ergebnisse der östlichen Provinzen, doch ist die Durchschnittsziffer dadurch nur wenig erhöht worden, zumal im preußischen Osten zahlreiche ungültige Zettel abgegeben worden sind. So haben z. B. von den Teilnehmern am Volksentscheid in Pommern 7 v. H. mit Nein gestimmt bzw. ungültige Zettel abgegeben, in Ostpreußen 8, in Breslau und Liegnitz 9 und in Oppeln 10 v. H. Ihre Ursache hat diese Differenz zwischen der Stimmabgabe bei der Reichstagswahl und der beim Volksentscheid u. a. darin, daß ein großer Teil der kommunistischen Wähler offensichtlich der Parole der Führer nicht gefolgt ist. Mögen in einzelnen Bezirken die Kommunisten auch in Massen an die Urne gegangen sein, dann ist das noch nicht die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Im Gesamtdurchschnitt werden von zehn Kommunisten wohl acht zu Hause geblieben sein. Und damit entfällt die Statistik der Reichstagswahl als zuverlässige Vergleichsgrundlage. Ein weiteres Moment, das nicht außer acht gelassen werden darf, ist das, daß bei einem Volksentscheid oder bei einem Volkobegehren erfahrungsgemäß größere Teile der Wählerschaft zu Hause bleiben. Der sechste Volksentscheid im Gebiete des Deutschen Reiches— der Eerste in Preußen— hat also alles in allem erneut bestätigt, was auch die voraufgegangenen direkten Volksbefragungen schon gelehrt haben, nämlich, daß angesichts der großen Voraussetzungen, an die das Gelingen des Volksentscheids verfassungsrechtlich geknüpft ist, wahrscheinlich nur unter ganz besonderen Umständen einem Volksentscheid Erfolg beschieden sein wird. Bisher ist die erforderliche Zustimmung der Hälfte der Wahlberechtigten, von denen übrigens ein Teil niemals wählt, noch nie erreicht worden. Die bisher größte Beteiligung mit 14,5 Millionen Ja=Stimmen wurde im Juni 1926 beim Volksentscheid auf Enteignung der Fürstenvermögen erzielt, die niedrigste 1928 von den Kommunisten, als sie mit ihrem Volksbegehren gegen den Bau deutscher Panzerkreuzer bereits im Stadium der Unterschriftensammlung scheiterten. Was nun die Rückwirkungen des Volksentscheids betrifft, nimmt man in politischen Kreisen an, daß sich jetzt in der Reichspolitik weder nach der einen, noch nach der anderen Seite etwas ändern wird. In den Verhandlungen mit dem Ausland aber ist nunmehr der letzte Vorwand, den man der Reichsregiernug entgegenhalten konnte, gefallen. Zugleich haben die Bluttaten am Bülowplatz in Berlin, bei denen zwei Polizeioffiziere von Kommunisten erschossen worden, gezeigt, wie ernst die innere Lage Deutschlands ist. In dieser Hinsicht aber kann es, wenn man auch dem Hintergrund der Ereignisse die notwendige Beachtung schenkt, neben anderen Maßnahmen nur dadurch besser werden, daß das deutsche Volk von den Sorgen um die wirtschaftliche Existenz frei und mit neuen Belastungen, seiner nationalen Empfindungen verschont wird! Wie man nun aus der englischen Presse erfährt, haben der britische Ministerpräsident Macdonald und der amerikanische Staatssekretar Stimson anläßlich ihrer gemeinsamen Ferientage im schottischen Hochland sich auch über die Möglichkeit einer 50prozentigen Herabsetzung der Kriegsschulden unterhalten. Trifft das zu, dann würde diese Unterhaltung beweisen, daß man sich auch im Ausland mit der Notwendigkeit des Fortschreitens über den Rahmen des Hoover=Freijahres hinaus vertraut macht. Da es jetzt aber darauf ankommt, endgültig reinen Tisch zu machen und neue Zwischenlösungen nichts mehr fruchten, so ist es vielleicht angebracht, gleich von Anfang an daran zu erinnern, daß der Gesundungsprozeß der Welt um so gunstiger verlaufen wird, je mehr und je schneller die politischen Zahlungen beseitigt werden. Neue Kundgebungen und Entgegnungen der Länder bedürfen der Zustimmung des Reiches. Berlin, 10. August. Der Reichspräsident hat die bereits angekündigte Verordnung zur Aenderung der Pressenotverordnung, die ihm auf seinen persönlichen Wunsch von der Reichsregierung vorgelegt wurde, am Montagabend unterzeichnet. Die wichtigste Bestimmung der neuen Verordnung besteht darin, daß Kundgebungen der Länderregierungen auf Grund der Pressenotverordnung von der vorherigen Zustimmung der Reichsregierung abhängig gemacht werden. Die neue Verordnung schreibt eine stärkere Zentralisierung bei der Handhabung des Rechtes vor, von einer periodischen Druckschrift die Aufnahme amtlicher Kundgebungen oder Entgegnungen zu verlangen. Das Verbrechen werden von der Organisation sofort aufgedeckt und meist mit dem Tode, immer aber mit ausgiebiger Prügel bestraft. Auch in kultureller Hinsicht wirkt die IMRO. So gilt z. B. ihre Sorge der Verbesserung der noch im Argen liegenden Dorfhygiene. Infolge mangelnder Reinlichkeit ist Typhus stark verbreitet, und die Todesfälle sind zahlreich. Die Organisation gab Befehl, bei Vermeidung von Geldbuße oder Prügelstrafe Latrinen zu bauen. Nach einiger Zeit wurde geprüft, ob der Befehl ausgeführt sei. Wer im Rückstand war, mußte zahlen — oder wurde, wenn er wohlhabend war, mit 25 Stockhieben zur Reinlichkeit bekehrt, denn die Organisation sagt sich, daß ein reicher Bauer nicht durch eine Geldstrafe, sondern nur mit Prügel wirkungsvoll bestraft werden kann. Der Erfolg der Maßnahme war, daß in allen Dörfern fieberhaft an der Herstellung der Latrinen gearbeitet wurde, um bei der Kontrolle der IMRO gut abschneiden zu können. Die Durchquerung des Piringebirges dauert zu Pferde wenigstens drei Tage. Dann breiten sich vor den Augen die weiten, fruchtbaren Südhänge aus, die im Angesicht der serbischen Grenzen in steil abfallende Hochflächen übergehen. Hier liegt auch, bei einem Feldkirchlein, von alten Eichenbäumen beschattet, das einsame Grab des großen mazedonischen Woiwoden Todor Alexandroff, der im Jahre 1924 ermordet wurde. Hier versammelt sich oft die Bevölkerung der umliegenden Dörfer, um für den geliebten Führer die„Seelenmesse“ zu lesen, den sie alle gekannt und unter dem viele gekämpft haben. Verwitterte Dorfpriester, in zerschlissenen Altargewändern, sprechen die monotonen Totengesänge, streuen Weihrauch, gießen roten Wein über das Grab aus; hunderte kleiner Wachslichter brennen in den Händen der Trauernden. Dann ertönt die wuchtige anfeuernde Melodie der mazedonischen Nationalhymne, des Revolutionsmarsches „Leuchte, o Morgenrot der Freiheit". Trotzig blicken die Männer über das Grab hinweg zu den gewaltigen Heimatbergen, hinauf zum freien Sonnenhimmel, und jeder hofft, daß auch über diesem Lande die Morgenröte der Freiheit anbreche, und sei es auch um den Preis neuer Gräber, deren Mazedonien heute schon so viele hat. langen kann nur noch von einer obersten Reichs= oder Landesbehörde ausgehen. Die bisherige Möglichkeit der Delegation auf nachgeordnete Stellen fällt weg. Eine weitere Einschränkung ist für solche Verlautbarungen der obersten Landesbehörde vorgeschrieben, die sich als Kundgebungen darstellen. Ihre Aufnahme kann nur im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern verlangt werden. Die Art und Weise des Abdrucks zu regeln, ist den Ausführungsbestimmungen des Reichsministers des Innern überlassen, die auch die Zahlung einer Vergütung vorschreiben können, soweit der Abdruck einen bestimmten Umfang überschreitet. Das Beschwerdeverfahren. Um dem berechtigten Interesse entgegenzukommen, das die Oeffentlichkeit und die von einem Verbot betroffene Zeitung an einer größtmöglichen Beschleunigung des Beschwerdeverfahrens haben, ist allgemein bestimmt, daß jede Beschwerde über ein Zeitungsverbot spatestens am fünften Tage nach ihrer Einlegung auf dem Instanzenwege derjenigen Stelle zugeleitet sein muß, von der aus die Beschwerde dem Reichsgericht zur Entscheidung vorzulegen ist. Wird die Frist versäumt, so ist das Verbot von der jeweils zuständigen Stelle, d. h. von der Stelle, die mit ihm bei oder nach Ablauf der Frist befaßt ist, ohne sachliche Prüfung sofort aufzuheben. Diese Vorschrift ist nicht auf den Bereich der sogenannten Pressenotverordnung beschränkt, sondern gilt auch für Zeitungsverbote, die auf Grund der ersten Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. Mörz 1931 und auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik ergehen. Von weiteren Milderungen der Pressenotverordnung, wie sie angeregt worden sind, glaubte die Reichsregierung noch absehen zu müssen. Insbesondere erschien es ihr angesichts der Terrorakte des vergangenen Sonntags zur Zeit unvertretbar, die Maßnahmen zu beseitigen oder abzuschwächen, die nach der Verordnung zum Schutze der gefährdeten Sicherheit und Ordnung zulässig sind. In den Ausführungsbestimmungen hat der Reichsminister des Innern sowohl für die Handhabung des Kundgebungs= und Entgegnungsrechtes wie für den Erlaß von Presseverboten Richtlinien aufgestellt, die den berechtigten Wünschen der Presse entgegenkommen. Bei Kundgevungen und Entgegnungen soll ein Raum von 500 Worten nicht überschritten werden; überschießende Zeilen sind zu bezahlen. Die Anforderungen bezüglich des Abdruckes sollen sich regelmäßig im Rahmen der technischen Möglichkeiten halten, die der Zeitung zur Verfügung stehen. Vor dem Erlaß jedes Verbotes einer Zeitung soll geprüft werden, ob der erstredte Zweck nicht schon durch eine Verwarnung oder eine amtliche Entgegnung erreicht werden kann. In leichteren Fällen ist statt eines Verbotes zunächst lediglich eine Verwarnung auszusprechen, wenn der Verlag zur Veröffentlichung einer entsprechenden Wiedergutmachungserklärung bereit ist. — Das Bundesamt des Stahlhelms veröffentlicht eine Erklärung, nach der der Stahlhelm das Ergebnis des Volksentscheids auf Auflösung des Preußischen Landtags anfechten will Reichsbankdiskont wird gesenkt. Noch am heutigen Dienstag.— Notendeckung auf 38,2 Prozent gebessert. — Berlin, 11. August. Der neue Wochenausweis der Reichsbank läßt eine weitgehende Beruhigung erkennen und zeigt, daß ein Herabgehen von dem hohen Krisendiskontsatz möglich ist. Die Deckung der umlaufenden Noten durch Gold und Devisen ist in der vorigen Woche von 36,1 auf 38.2 Prozent gestiegen. Die Gold= und Devisenschätze haben abermals erfreulich um rund 62 Millionen Mark zugenommen. Bei den Wechseleinreichungen hat sich nur noch ein geringfügiger Zuwachs um etwa 60 Millionen Mark ergeben, während Lombards stark um 180 Millionen Mark abgenommen haben. Der Notenumlauf ist um 78 Millionen auf 4,37 Milliarden zurückgegangen. Auf Grund dieser Entwicklung ist nunmehr der Zentralausschuß der Reichsbank für den heutigen Dienstag einberufen worden. Man erwartet die Herabsetzung des Diskontsatzes von 15 auf 10 und des Lombardsatzes von 20 auf 15 Prozent. Der Anschlag bei Jüterbog. — Berlin, 11. August. Auf der Strecke zwischen Jüterbog und Grüna—Kloster Zinna, die bis Montag nur eingleisig befahren werden konnte. ist jetzt der zweigleisige Betrieb wiederaufgenommen worden. Die Räumungsarbeiten werden fortgesetzt. Von den Schwerverletzten konnten zwei Personen, von den Leichtverletzten drei in häusliche Pflege entlassen werden. Lebensgefahr besteht bei keinem der Verletzten. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft geht weiter. 100 000 Mark Belohnung. Für die Ermittlung und Ergreifung der Täter des am 8. August 1931 bei Jüterbog verübten Eisenbahnanschlages haben die Reichsregierung und die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft Belohnungen von je 50000 Mark, insgesamt also von 100000 Mark, ausgesetzt. Sanierungsprogramm der Städte. Eine Abordnung des Städtetages beim Reichskanzler. Berlin, 11. März. Der engere Vorstand des Deutschen Städtetages hielt eine Sitzung ab. in der das Sanierungsprogramm für die Gemeinden vorberaten wurde. Eine Deputation, bestehend aus dem Präsidenten des Städtetages. Mulert, Oberbürgermeister Dr. Sahm. Oberbürgermeister Dr. Lohmeyer=Kö nizeberg und Oberbürgermeister Heinrich=Mannheim begaben sich gegen Abend zum Reichskanzler Dr. Brüning, um mit diesem, mit dem Reichsfinanzminister Dietrich und dem Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald die Maßnahmen zu besprechen, die notwendig sind, um die besonders durch sie Spartassen=Verordnung gefährdeten Gemeindefinanzen zu sanieren. Auf Grund der Besprechungen wird der Vorstand des Deutschen Städtetages die Einzelheiten des konimunalen Sparprogramms aufstellen. Senkung der Gütertarife? Vor wichtigen Entscheidungen in der deutschen Verkehrspolitik. Wie ein Berliner Blatt von unterrichteter Seite erfahren haben will. werden im Verlaufe dieser Woche wichtige Entscheidungen in der deutschen Verkehrspolitik fallen. Danach will die Reichsregierung am Freitag den Vertretern der deutschen Länder das Gesetz über den Ausgleich zwischen Eisenbahn und Kraftwagen vorlegen, um es alsdann durch Notverordnung in Kraft zu setzen. Gleichzeitig werde der Schenker=Vertrag über die Neuregelung des Rollfuhrwesens bei der Reichsbahn in seiner nunmehr geänderten Fassung voraussichtlich vom Verkehrsminister genehwerden. Die Reichsbahn beabsichtigte, im Güterverkehr erhebliche Senkungen für die oberen Tarifklassen vorzunehmen. über Rom. Telegramm an Mussolini.— Aussprache über die Presseverordnung. — Berlin, 11. August. Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius trafen von Rom kommend wieder in Berlin ein, wo sie dem Reichskabinett über die Besprechungen mit Mussolini ausführlich Bericht erstatteten. Beim Verlassen der italienischen Grenze hatte Reichskanzler Brüning ein Telegramm an den italienischen Ministerpräsidenten gesandt= und darin ausgeführt: „Ich kehre mit der Ueberzeugung heim, daß die Leitgedanken unserer herzlichen Unterhaltungen, die in einem Rahmen von historischer Eindringlichkeit stattFeeundschaftlschen #rnndschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Italten zu verstärken, sondern auch diejenigen geistigen Kräfte zu fördern, die bestimmt sind, den Beziehungen der Völker untereinander ihren zukünftigen Charakter auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens zu geben.“ Im weiteren Verlauf der Beratungen befaßte sich das Reichskabinett auch mit der Pressenotverordnung, deren Abänderung Reichspräsident von Hindenburg angeregt hatte. Verschiedenes. Rundfunkpropaganda für Auslandsreisen. Ausgerechnet in einer Zeit, in der das deutsche Volk verzweifelt um Leben und Existenz kämpft und neben sonstigen Einschränkungen der einschneidensten Art der Reiseverkehr nach dem Auslande drakonischen Beschränkungsmaßnahmen unterworfen wird, kündigt der„Westdeutsche Rundfunk Langenberg“, in seinen Programmen eine Vortragsreihe von nicht weniger als 12 Vorträgen über das Thema„Reisen nach Frankreich“ an. Wie gesagt, ausgerechnet in einem Augenblick, in dem äußerste Sparsamkeit nach innen und vor allem nach außen eine Lebensnotwendigkeit unseres Volkes ist und jeder Luxusreiseverkehr nach dem Auslande eine keineswegs leicht zu nehmende Verletzung der deutschen Lebensinteressen bedeutet. Zuschüsse an Gemeinden zur Auszahlung von Unterstützung an arbeitslose Tabakarbeiter. Der Zentralverband christlicher Tabakarbeiter hat eine Eingabe an den Reichsminister der Finanzen gerichtet, durch die er beantragt, daß den Gemeinden, die nachweislich nicht in der Lage sind, an die durch die steuerliche Mehrbelastung des Tabaks arbeitslos gewordenen Arbeiter Wohlfahrtsunterstützung zu zahlen, Zuschüsse aus dem Ausgleichsfonds gewährt werden sollen, die nur zur Auszahlung von Wohlfahrtsunterstützung an die durch die steuerliche Mehrbelastung des Tabaks arbeitslos gewordenen Arbeiter Verwendung finden dürfen. Auch sollen aus diesen Zuschüssen nur die Tabakarbeiter Wohlfahrtsunterstützung erhalten, die Ende Juni 1930 noch arbeitslos waren und auf reichsgesetzliche Arbeitslosenunterstützung keinen Anspruch mehr hatten. Die Gemeinden sowohl wie die Arbeiter sollen von der Rückerstattung der Zuschüsse bezw. Wohlfahrtsunterstützung entbunden werden. * Die Generalversammlung des Kriegerdankbundes findet am 6. und 7. September in Duisburg statt. Die diesjährige Tagung ist gestellt unter das Leitwort:„Wohl dem Volk, des Gott der Herr ist.“ In die Kämpfe, Sorgen und Nöte der Gegenwart soll diese Botschaft auf allerlei Weise in das deutsche Volk hineingerufen werden von denen, die Gott im Kriege als den lebendigen und treuen erprobt haben. Gelegenheit dazu bieten in Duisburg die mannigfachen Veranstaltungen, bei denen die Generäle von Oven und von Loeffelholt, sowie Direktor Stähler und Bundeswart Nerlich reden werden. Nähere Auskunft erteilt die Bundesgeschäftsstelle Berlin SW 11, Bernburger Straße 34. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. „Recht und Unrecht der Gottlosenbewegung". Geistiges Rüstzeug zur unpolitischen Aueinandersetzung. D. Hellmuth Schreiner, der Direktor des hannisstifts, Berlin=Spandau, über dessen aufrüttelnden Vortrag wir berichtet haben, gibt dem in Kürze erscheinen40 Urieiliale Weuien u. 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Das ist die Frage, die brennend hineingeworfen werden soll durch dieses„Gottlosenheft“ von„Glückhaft Schiff".„Abwehr oder Verkündigung?“ fragt in diesem Heft der Geschäftsführer der Wichern=Vereinigung Pastor Birnbaum, und gibt damit die Linie an für den weiteren Aufbau dieses Heftes, das geistiges Rüstzeug zu den Fragen und Nöten bieten will, die durch den Ansturm der Gottlosenbewegung offenbar werden. Vom Flugblatt an bis zur gründlichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung, von der Erzählung, den Auszügen aus den Büchern„Arbeitslos“,„Gezeichnete", „Kinder des Staates“ bis zu den Berichten der Basler Missionare aus chinesisch=kommunistischer Gefangenschaft und den Erlebnissen der evangelischen Zeugen in SowjetRußland, von den Urkunden des Bolschewismus zu dem Lebenszeugnis Cadbury's:„Der Mensch sei Herr der Maschine“ geht der Querschnitt. In diesem Heft wird damit Ernst gemacht, daß es in Deutschland zu einer solchen Bewegung, die allerdings politisch und künstlich geschürt ist, nicht gekommen wäre, wenn sie christliche Tat wirklich dem christlichen Wort gefolgt wäre. Aus dem Ringen um diese Menschen, die sich gottlos nennen, aus dem Kampf gegen den Geist der Gottlosigkeit in der christlichen und unchristlichen Welt, werden hier geistige Waffen geboten für den, der in seinem Kreis in der Stille oder in der Oeffentlichkeit seine Pflicht als Christ und als Deutscher tun will. „Zur Gemeindepredigt der Gegenwart". Anregungen von Luther her. Von Lie. Dr. Hermann Werdermann, Prof., Preis 1,50. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Eine Fülle zum Nachdenken anregender Gedanken über die rechte Predigtweise. Die Besinnung auf Luther, wie sie sich durch diese Schrift hindurchzieht, hat immer etwas erfrischendes und macht Lust, das unerschöpfliche Problem„wie predige ich richtig?“ neu anzufassen. —m. „Pforte zum heiligen Lied“, Wegweiser ihres Evange, lischen Gesangbuches, von Friedrich Jul. Arnold, Pfarrer in Dortmund=Husen. Preis 10,— Mark kart.; geb. 12.— Mark. Verlag C Bertelsmann, Gütersloh. Der Liederkonkordanz von Brock hat der fleißige Verlag von Bertelsmann in diesem Buch einen Nachfolger gegeben, welcher auf die vielen neuen Ausgaben der Gesangbücher, sowie auch auf das inzwischen neu gewonnene Liedergut Rücksicht nimmt. 868 Lieder sind verwertet. Die Anordnung ist so getroffen, daß das betreffende Lied leicht in der Nummer der 20 berücksichtigten Liederbücher zu finden ist. Neben dem alphabetischen Liederverzeichnis findet sich noch ein Wortverzeichnis. Letzteres hilft nicht nur dem Gedächtnis auf. falls jemandem der Anfang des Liedes entgangen sein sollte, sondern es kann auch dem Prediger dienen, für einen biblischen Begriff mit leichter Mühe die Illustration durch das Lied zu finden. Die Perikopen= und Katechismustafel, welche dem Buch angeschlossen ist, kann sehr wohl dazu helfen, den Inhalt des Gesangbuches besser auszuschöpfen, als dies bei der oft nur flüchtig vorgenommenen Liederwahl sonst geschieht. —m. „Deutsches Kindergesangbuch“ von Zauleck. Kart. 0,60 Mark bei Mehrbezug, einzeln 0,65 Mark; geb.(glatt geschnitten) 1,— Mark bei Mehrbezug, einzeln 1,10 Mark; geb.(mit überstehenden Kanten) 1,10 Mark bei Mehrbezug, einzeln 1,20 Mark. Große Ausgabe mit vierstimmigem Notensatz geb. 4,— Mark. Die 14. Auflage des bewährten deutschen Kindergesangbuches von Zauleck ist jetzt im Text dem neuerschienenen westfälischen Gesangbuch angepaßt. Der billige Preis sollte Anlaß geben, daß man nun in Kindergottesdiensten die zum Teil noch üblichen und aus alter Zeit stammenden„Kinderharfen“ und dergleichen nicht mehr neben diesem trefflichen Büchlein gebraucht, sondern es einheitlich einführt. —m. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann: alle in Bethel Tüchtige, erfahrene Kinvergarrherin (staatl. gepr.) nimmt Kinder in gute, liebevolle Pflege und individuelle gewissenhafte Erziehung. Gesunde Lage am Rhein. Mäßiger Pensionspreis. Offerten unt. L. G. 4 an d. Geschäftsst. d. Bl. Kleine christliche Privat-Pension Otto Roth Luftkurort Auerbach a. d. B. Villa, Garten. Sonnige Lage. Liegehalle. Bürgerl. Küche; Vegetar. und Rohkost. Bad im Hause. Preis Mk..—. Mk..— Unglückliche und Minderbemittelte haben Ermäßigung. Bibelheim Flensungerhof Station Mücke in Hessen Zur Erholung empfohlen Prospekte auf Verlangen Harmoniums erstklassige und sollde Fabrikate. Mäßige Preise! 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