— = Bezugspreis:= Christliches Tageblatt= Anzeigenpreis: a= 935 Pestsekgebtähr beim eigene, Palggsiessellz„Fürs mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, Pelawp 2 Pie Perslaz., uinsezsuet von= D. uuslan, nter Streizenz lH(gf. Botged), Prigder t, Huge r. t e. c. auch 4dasam Sial a— Scztus der Auzeboezuungunenagmugpes über. Vosichek, Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckonto Hannover Gö7.„Kenbergabe- und„Tutser Wiel.“ Jonto Hannover 6737t. mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ Kllöregade und„Allser Nien einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Hlame 30 Pig., Bellagen unter 2 a je tausend 15 Mi. luß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. PostscheckNr. 156. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Mittwoch, den 8. Juli 1931. 13. Jahrgang. Es ist im evangelischen Deutschland nichts nötiger, als die Lebenskräfte des Evangeliums in den öffentlichen, besonders in den sozialen Dingen, wieder zur Geltung zu bringen. Stöcker. Mnmigimihl Ist Erfüllungspolitik auf Kosten von Löhnen und Gehältern möglich: Von Dr. G. W. Schiele, Naumburg Es kann kein Zweifel sein, daß die Uebersteuerung, die Bankrottgefahr öffentlicher Haushalte, die Ueberbelastung der Nation zu einem großen Teil mit den Irrtümern des angewandten Marxismus zusammenhängt. Indessen kann wiederum kein Zweifel darüber sein, daß ein mindestens ebenso großer Teil der Ueberbelastung dieses Volkes zusammenhängt mit den Irrtümern und Sünden, die von der anderen, von der sogenannten kapitalistischen Seite in den letzten fünf Jahren begangen wurden. Durch die vorgetäuschte Konjunktur, Einfuhr der Auslandskredite, Fehlinvestitionen in der Industrie und in der Bauwirtschaft der Städte in Höhe von 48 Milliarden Mark(was geradezu einem verlorenen Krieg gleichkommt), durch den unheilvollen Irrtum, daß ein großes Industrie= oder Arbeitervolk, wie das unsrige, sich auf dem Ziffernwege Kapital von draußen her pumpen dürfe (in diesem Dadaismus fanden sich Börsianer und sozialdemokratische Gewerkschaftsführer)— und vor allem durch die ebenso schwächliche wie unehrliche Politik der Ersüllung durch Verschuldung( hierin fanden sich Geschäftspolitiker und Defaitisten,„Weltgewissen“ und Mr. Parker Gilbert). Durch diesen ganzen Wahnwitz ist auf dem Rücken der deutschen Nation ein solches Schuldgebäude errichtet, daß riesengroß die Gefahr der Erstickung von Leben und Arbeit sich erhebt. Wir haben jetzt nicht nur gegen die Younglasten im engeren Sinne zu kämpfen, sondern gegen die gesamten Folgen der Erfüllungspolitik: gegen einen riesigen papiernen Kapitalismus, der sich durch den Schweiß der Arbeit in Gold verwandeln lassen will. Die Younglast hat sich durch die unehrliche Erfüllung nach außen verdoppelt, nach innen aber in Form privater Schuldaufnahme, womit man Youngsteuern gezahlt hat, sogar verdreifacht und vervierfacht. Es muß eins ganz klar erkannt werden: Es ist unmöglich, dieses phantastische Gebäude von Kapitalansprüchen, privaten und öffentlichen, das aus der Tributlast entstanden ist, dieses ganze große Zinsen= und Steuerexempel, auf dem Rücken der deutschen Lohn= und Gehaltsempfänger ausgleichen zu wollen. Das kann nicht gelingen;— und darf gar nicht versucht werden. Das bräche dem Leben und der Arbeit den Rücken. Leben und Arbeit deutscher Nation gehen aber über alle Ansprüche eines übergeschnappten, auf dem Papier irrsinnig gewordenen kapitalistischen Systems. Darum ist jeder Versuch der Sanierung dieses Zustandes durch eine symmetrische Lohn= und Preissenkung eine Unmöglichkeit und eine unnütze Menschenquälerei. Die Preissenkung ruiniert die Unternehmer und Kaufleute. Die Lohnsenkung verlangt nutzlose Entbehrungen von der Masse der Kosumenten und erledigt dadurch nochmals Kaufmannschaft und Unternehmer. Es ist das ein Selbstmord des kapitalistischen Systems, um einem papiernen Scheinkapitalismus zu Goldwerten zu verhelfen. In meiner Schrift„Goldstandard und Arbeitslosigkeit“(Verlag Gebauer=Schwetschke.=., Halle) habe ich das an Hand einer englischen Denkschrift recht sinnfällig darzustellen versucht. Unter dem Zwang der Deflation, d. h. der sinkenden Preise, wird die Komponente der Schulden immer schwerer, nimmt einen immer größeren Teil vom Volkseinkommen weg, während der Anteil von Kapital und Arbeit(echtem Kapital oder Unternehmung) immer kleiner wird. Mit jeder Mark Schwund am Preise sinkt der Umsatz, sinkt der Ertrag der Bauernarbeit, sinken die Löhne, bis die Wirtschaft den Todespunkt erreicht, wo jeder Unternehmergewinn schwindet und die Wirtschaft nicht mehr den Reallohn deckt. Was dann kommt, ist nicht eine Sanierungskrise, sondern eine Sterbekrise, ein Stillstand der Arbeit, ein allgemeines Bankrottmachen. Der Zustand der Arbeitslosigkeit wird sich eines Tages in den plötzlichen Ausbruch eines politischen Vulkanes verwandeln, als den man sich das heutige Deutschland vorstellen muß,— in eine lebensgefährliche Erschütterung des ganzen Sozialgebäudes, in dem die große Masse der Lohn= und Gehaltsempfänger und die freien Unternehmungen von Landwirten und Kaufleuten miteinander und voneinander leben. Wenn man mutig und besonnen dieser Gefahr begegnen will, so kommt es darauf an, sich klar zu machen, daß dieses ganze Erfüllungsschuldgebäude (z. B. das Schuldenvolumen, das zwecks Steuerzahlung an Zinszahlung auf dem Rücken der Landwirtschaft entstanden ist, unter einem phantastischen Zinssatz von 12 bis 24 vom Hundert sich verdoppelt und verdreifacht hat und mit rasender Geschwindigkeit weiterwächst) unerfüllbar ist. Es ist schließlich nichts anderes als ein pseudokapitalistischer Frosch, der sich zu einem riesigen Ochsen aufgeblasen hat— einem Volumen von Scheinkapitalien, die niemals Wirklichkeit gehabt haben und auch niemals bekommen werden. Fiktive Kapitalien heißen auf deutsch: Lügen=Kapitalien. Dieser aufgeblasene Drache ist nicht stärker als das Leben selber. Er muß so bald wir möglich von irgendeinem Ritter durch einen Lanzenstoß zum Zerplatzen gebracht werden. Die internationale Verschuldung oder der aus fiktiven Schulden bestehende Weltkapitalismus ist eine Abirrung vom echten Kapitalismus. Echtes Kapital ist ein Stück Wirklichkeit, ein Teil der Natur, unabschaffbar, immer von neuem entstehend, eine notwendige Funktion des Lebens und der Arbeit, entstehend aus dem Verhältnis von Mensch und Zeit. Aber diese Art Kapitalismus ist nur eine Fieberphantasie von Politikern, Börsianern, internationalen Kreditschiebern, die die Wirklichkeit und die unerbittlichen Gesetze der Natur unbeachtet gelassen haben. Dieser wildgewordene Weltkapitalismus hat es fertig gebracht, in den zehn Nachkriegsjahren das Schuldenvolumen der Welt um 100 Milliarden zu vermehren, d. i. zu verdoppeln. Jedoch der Gegenwert der Vorkriegsschulden war da und ist da in erschlossenen Naturkräften. Dagegen der Gegenwert der Nachkriegsschulden ist Schwindel und Zerstörung: er besteht in erschossenen Soldaten, zerstörten Provinzen, Konzernen, die gegründet sind auf verminderter Erzeugung und überbelastetem Verbrauch— und vor allem in einer Lawine von phantastischen Zinsaufläufen. Dieser Kapitalismus der Zerstörung hat es fertiggebracht, die durchschnittliche Belastung eines arbeitenden Südamerikaners auf eine Jahrestributlast von über 200 Mark pro Familie zu treiben. Der deutsche arbeitende Mann trägt eine Jahrestributlast an den internationalen Kapitalismus von über 100 Mark pro Familie. Die deutsche Last ist viel schwerer, weil der Gegenwert in natura noch weniger vorhanden ist. Die Menschenwelt auf diesem Erdball teilt sich jetzt in Gläubiger= und Schuldnervölker. Nun ist kein Grundsatz in der Wirtschaftsgeschichte älter und fester begründet als der, daß, wenn es hart auf hart geht, der Schuldner der stärkere ist, denn das Leben ist stärker und die Zukunft ist wichtiger als fiktive Kapitalien aus der Vergangenheit. Der Erdteil Australien entzieht sich schon jetzt durch Währungserleichterung(Devalvation) seinen Schuldverpflichtungen an den internationalen Kapitalismus. Der ganze Erdteil Südamerika ist, kapitalistisch betrachtet. bankerott und lebt von Moratorien. Die südamerikanischen Zollunionsversuche und Hoovers Moratoriumsvorschlag an Südamerika sind nur ein Ausdruck dieses Bankrotts. Beide Erdteile mit ihren Bevölkerungen werden weiter leben und gedeihen. Das deutsche Volk ist der größte Schuldner innerhalb dieser Welt von Bankerotteuren. Machen wir uns das eine klar, daß es ein wahnwitziger Frevel wäre, die große internationale Verschuldung auf dem Rücken deutscher Arbeiter ausgleichen zu wollen. Wie lange kann dieser kranke internationale Kapitalismus wider die natürliche Entwicklung wüten? Wann wird die marxistisch=prokapitalistische Schutztrupre dieses kranken Kapitalismus, die mit der unehrlichen Erfüllung durch die Verschuldung diesen gefährlichen Zustand herbeigeführt hat, gerade bei uns in Deutschland als das erkannt werden, was sie ist? Wann endlich rafft sich die Nation auf zum Vertrauen in sich selbst und in eine kühne Politik der Befreiung von den papiernen Fesseln eines internationalen PseudoKapitalismus? Eheistenlan un Pennn. Eine Erwiderung. In seinem Aussatz„Politik und Christentum“ hat S. v. H. die Geistlichen(vergl. nachstehende„Berichtigung“!— Die Red.) namentlich zur Mitarbeit aufgerufen, ich möchte hier seinen Wunsch erfüllen und zugleich versuchen, ihm als Theologe meine von ihm abweichende Meinung darzutun. Zwei Fragen ergaben sich meines Erachtens aus seinen Darlegungen, die hier auseinander gehalten und nacheinander behandelt werden müssen, und die ich hier gleich im Gegensatz zu dem Artikel„Politik und Christenaum in Nr. 152 positiv aussprechen möchte: 1. Ein Christ kann Politik treiben nur vom Evangelium aus. 2. Als evangelischer Christ muß ich mich zu der Partei wenden, die am meisten Politik aus dem Glauben heraus treibt. 1. Soviel mir scheint, sind diese beiden Fragen im „Aufwärts“, diejenigen Probleme gewesen; die ihn seit seinem Bestehen unablässig beschäftigt haben, und die naturgemäß jetzt durch die Zuspitzung der innen= und außenpolitischen Lage immer stärker in den Vordergrund getreten sind. In der ersten Frage, die ja auch S. v. H. grundsätzlich in seiner Auseinandersetzung mit Censor behandelt hat, geht es um die Frage des Primates des Christentums, auch in den Auseinandersetzungen über Wirtschaftsprobleme, wie in den politischen Beziehungen der Völker untereinander. Eingangs möchte ich offen bekennen, daß„Politik und Christentum“ für mich kein grundsätzliches Problem sein kann, sondern bereits durch Christus entschieden ist. Bedeutet das Christentum oder sagen wir statt dessen unmißverständlicher: das Evangelium— wirklich das Eingreifen Gottes in unsere Welt, das Fleischwerden seines ewigen, lebendigen Wortes in unsere endliche, sündige Menschheit, so heißt das eben, daß das Christentum, der lebendige Christus, und mit ihm auch alle, die sich zu ihm bekennen, der ganzen sichtbaren Welt ewas grundsätzlich wesenhaft Neues entgegenzusetzen haben, durch das alles Irdische, das Handeln und Denken des ganzen Menschenlebens gerichtet ist und seinen Maßstab empfängt. Es ist eine sachliche Unmöglichkeit, das Christentum für Kirche und Schule verantwortlich zu machen, seine entscheidende Bedeutung aber aus dem Wirtschaftsleben und aus der Politik auszuschließen. Daß wir es in diesen Dingen mit menschlichen Unvollkommenheiten zu tun haben, das braucht wirklich nicht erst gesagt zu werden. Das wissen wir alle. Kann es aber für die Reichweite des Evangeliums bestimmte Grenzen geben, an deren Pfählen man dem Anspruch des Wortes Gottes mit einem menschlichen Halt— sei es mit der vielgerühmten Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft, der Zwangsläufigkeit des Kapitals, oder der Unvollkommenheit der Menschen— begegnen könnte? Das hieße doch dem Christentum, wenn es einem so paßt, aus nationalen oder wirtschaftlichen Gründen den Maulkorb vorbinden, damit es nur ja nicht wehe täte. Täten wir das, so wie es S. v. H. zum Beispiel an Hand seiner Beispiele, Bismarck und Diplomatie, Krieg und Wehrhaftigkeit, versucht, so würden wir die Ueberlegenheit des Christentums als ein aller Zeit entgegenstehendes Wort Gottes beschneiden und zu einem menschlichen Erziehungsprinzip in Kirche und Schule erniedrigen, zu einem pädagogischen Ideal machen, dem wir Geistlichen die uns anvertrauten Menschen immer näher zu bringen hätten. Aber ist das noch Christentum? Das lebendige Wort Gottes von seiner vergebenden Liebe, die uns in Christus begegnet? Wir würden Politik und Wissenschaft auf der einen Seite, und Christentum auf der anderen Seite zu einander ewig parallel laufenden Erdengrößen machen, die nie zu einander kämen und in keiner Weise irgendwelche Beziehungen hätten. Das ist ja gerade das Wesentliche des Christentums, daß es zur Welt, so wie sie ist, bezogen ist, daß es sein Antlitz imm er dem Irdischen zugekehrt hat, weil das „Wort— Fleisch“ geworden ist und immer wieder „Fleisch“ werden will und daß es für den Christen gar keine andere Möglichkeit geben kann, als sich der Welt zu konfrontieren. Für ihn ist das Evangelium der immer neue und junge Antrieb, die Welt mit den Augen Christi anzusehen und zu beurteilen. So tritt er auch an die Fragen der Politik und der Wirtschaft heran: vom Evangelium aus und allein von seiner ewigen Botschaft, die er den Augenblicksforderungen der Politik, und seien sie noch so nationaler Natur, wie der Bilanzinteressen der Wirtschaft, und seien sie noch so vitaler Beschaffenheit, entgegengestellt. Das Christentum zerbricht und erlöst alle menschlichen Hoffnungen und Pläne, und seien sie menschlich noch so begründet; denn hinter dem Christentum steht ja der lebendige Herr der Geschichte selbst. Ein Christ kann daher Politik treiben nur vom Evangelium aus. Würde er irgendwann den göttlichen Machtspruch des Evangeliums ausschalten, beiseiteschieben oder umbiegen, so würde er nicht mehr als Christ handeln, sondern dem Mammon oder dem politischen Vorteil gehorchen, Christus aber wäre abermals gekreuzigt. Man sage mir nicht, daß es unmöglich sei, so zu handeln, dann wäre niemand ein Christ. Das Evangelium sucht nicht Heilige und Gerechte, sondern die Sünder. Und wehe Bismarck vor dem ewigen Richter, wenn er für sein politisches Handeln Gott nicht um Gnade und Vergebung anflehen würde. Und wehe dem Diplomaten vor dem Angesicht des Ewigen, der aus seiner diplomatischen Lüge ein politisch notwendiges, Gott wohlgefälliges Gesetz machen wollte. Krieg und Staatskunst, Kapital und Wirtschaft stehen beide unter der Gnade Gottes. 2. Damit ist aber eigentlich die zweite Frage beantwortet: Als evangelischer Christ muß ich mich zu der Partei wenden, die am meisten bestrebt ist, Politik aus dem Glauben, d. h. aus der Gebundenheit des Gewissens an Gott heraustreibt. Darüber kann man nun theologisch keine endgültigen, abschließenden Grundsätze aufstellen, sondern das ist und bleibt immer an den Augenblick der Geschichte gekettet. Es kann z. B. sein, daß einmal eine rechtsstehende Partei die Forderungen des Christentums, entgegen allen anderen Parteien verstanden hat. Es kann aber auch sein, daß Gott seinen Willen durch die Linke verkündigen lassen will, ebenso kann eine besondere christliche Partei den göttlichen Ruf der Stunde erfaßt haben. Damit ist nicht behauptet, daß diese oder jene christliche Partei das Christentum gepachtet hätte. Gott kann sich auch aus Widersachern seine Parteigänger erwählen. Ich denke da z. B. an ein Wort von Paul Schütz in„Zwischen Nil und Kaukasus":„Der Osten ist die Selbstenthüllung des Westens. Darum ist Rußland das große Zeichen der Zeit.“ Vielleicht ist es heute gerade Gottes Absicht, uns Geburts= und Gewohnheitschristen durch Gegner und Angreifer aufzuwecken. Wer will da Abschließendes sagen? Aber auszusprechen, ein Christ könne sich unmöglich an eine christliche Partei binden, ist zum mindesten eine Vorwegnahme, eine durch nichts zu begründende Behauptung. Auch die Beweisführung von Frau D. von Tiling ist hier nicht ausreichend. Deshalb ist es recht gut möglich, daß. z. B. Zentrum und Evangelischer Volksdienst durchaus christliche Parteien sind, denen sich auch Geistliche mit voller Ueberzeugung zuwenden können, weil sie beide versuchen, Politik nach den Grundsätzen des Christentums zu treiben, und Wirtschaft und Krieg von da aus beurteilen wollen. Wie weit das von beiden erreicht, wird, ist eine andere Frage. H. Übbelohde. Berichtigung. In dem Aufsatz„Politik und Christentum“(Nr. 152) sind drei Druckfehler unterlaufen. Es mußte heißen in Abs. 1, Zeile 13:„insbesondere der christlichen"(statt „Geistlichen"); in Absatz 1, vorletzte Zeile„Wehrhaftigkeit"(statt„Wahrhaftigkeit") und Abs. 2, Zeile 9„große politische Gebiete"(statt„ganze politische Gebiete"). Neue Einwände. Wenn die französische Regierung, als ihr der Präsident der Vereinigten Staaten von seinem Vorhaben Kenntnis gab, Deutschland für die Dauer eines Jahres von allen Triatzahlungen zu befreien, in ihrer Verlegenheit auf das Projekt verfallen sein soute, diese Aktion, die Frankreich als einzige Macht und ohne die Herausforderung der Welt nicht gut verhindern konnte, durch Sabotageakte in ihrer Wirtung zu beeinträchtigen und dadurch gleichzuschlag den, den sein Kabinett tatsächlich gewählt hat. Nun wird der Hoover=Plan über kurz oder lang schließlich doch noch in Kraft treten. Inzwischen aber hat das lange Zögern der französischen Regierung Frankreich nicht nur Sympathien gekostet, sondern die Reichsbank auch Devisen, und in der Wirtschaft ist neue Beunruhigung entstanden. Vergessen wir nicht, daß der Hoover=Plan nicht nur finanzielle Rückwirkungen haben wird, sondern auch psychologische, die darin bestehen, daß das Herumwerfen des Steuers Vertrauen und Hoffnungen auf die endliche Ernüchterung vom Rausch der Tributzahlungen aufkommen lassen muß. Von diesen Hoffnungen aber ist vorerst nicht viel ubriggeblieben; hat die französische Regierung doch brutal gezeigt, wie wenig sie geneigt ist, der Solidarität der Völker Konzessionen zu machen. Während alle Regierungen sich beeilten, Hoover ihre Zustimmung bekanntzugeben, war die französische Regierung als einzige engstirnig genug, um wenigstens den Versuch zu machen, aus einer internationalen Hilfsaktion für Deutschland Sondervorteile für ihr Land herauszuschinden. Aber schließlich ist dann während des Wochenendes doch so etwas wie eine französisch=amerikanische Berständigung über die Hauptpunkte zustandegekommen. Amerika nahm zur Kenntnis, daß nach Ansicht Frankreichs die nach dem Youngplan unaufschiebbaren Beträge auch während des Schuldenferienjahres gezahlt werden müßten, setzte andererseits aber die ungeschmälerte Rückgewährung dieser Mittel in Form einer Anleihe durch und ebenso eine langfristige Tilgungsfrist. Ungeregelt war danach noch die Frage des Garantiefonds— die aber als ungeeignet für eine rein französisch=amerikanische Behandlung zurückgestellt worden war gen werden. Da es sich bei der Frage der Sachlieferungen um eine Angelegenheit handelt, bei der kaum mehr denn 100 Millionen Mark in Frage kommen, hätte man annehmen können, daß Frankreich wenigstens hinsichtlich dieses Punktes zum ersten Male eine Anwandlung von Großherzigkeit verspüren werde, zumal sein Verhalten in den bisherigen Verhandlungen ein Echo ausgelöst hat, wie es ungünstiger nicht sein konnte. Aber nichts von dem ist geschehen, vielmehr hat die französische Regierung auch in dieser Frage nochmals Schwierigkeiten gemacht, so daß der Präsident der Vereinigten Staaten sein Wochenende vorzeitig abbrechen und statt sich auf seinem Landgut im Sonnenschein zu ergehen, Dokumente prüfen und mit seinen Ratgebern verhandeln mußte. Die Meinungsverschiedenheiten bestanden darin, daß Frankreich dabei verharrte, die Sachlieferungsverträge müßten ausgeführt werden. Die amerikanische Regierung erhob dagegen keine Einwendungen— zumal die Sachlieferungen noch die angenehmste Form zur Entrichtung der Tribute waren— aber sie beharrte doch darauf, daß auch durch die Ausführung der Sachlieferungen der Reichsregierung keine Aufwendungen erwachsen dürfen. Die amerikanische Regierung regte deshalb an, die Sachlieferungen, die in der Zeit vom 1. Juli 1931 bis 30. Juni 1932 fällig werden auszuführen und, sobald die französische Regierung den Gegenwert dafür erhalten hat, auch diese Beträge Deutschland im Anleiheweg wieder zur Verfügung zu stellen. Der Umstand, daß über diese Frage überhaupt Meinungsverschiedenheiten entstehen und so nochmals langwierige Verhandlungen notwendig werden konnten,— nachdem Frankreich die sofortige Inkraftsetzung des Hoover=Planes zum 1. Juli und ebenso die Verkundung der Inkraftsetzung am Tage der amerikanischen Unabhängigkeitsfeier bereits sabotiert hatte— zeigt, daß es der französischen Regierung an jedem Verständnis für die Empfindungen der Völker fehlt. Denn die Welt bangt jetzt nicht für die Verletzung dieses oder jenes Paragraphen eines brüchigen und fehlerhaften Vertragswerkes, wohl aber interessiert sie sich für die Maßnahmen, die ergriffen werden konnen, um trotz der Belastung der internationalen Beziehungen durch unausführbare Verträge das unsägliche Elend, das den Verantwortlichen nachgerade in allen Ländern entgegengrinst, endlich zu beseitigen. Rüstungen als Störungsfaktor. Unterredung mit dem italienischen Außenminister. — Rom, 6. Juli Der italienische Außenminister Grandi gewährte einem Pressevertreter eine Unterredung, in der er sich über die gegenwärtige Weltlage und die bevorstehende Ankunft des amerikanischen Schatzsekretärs für Auswärtiges, Stimson, äußerte. Der Minister erklärte: „Die Besprechungen mit dem amerikanischen Staatssekretär Stimson werden nicht auf Grund eines feststehenden Programms erfolgen. Zwischen Italien und den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es keine Meinungsverschiedenheit. Wir haben den Vorschlag des Präsidenten Hoover in seinem ganzen Umfange angenommen. Dieser Vorschlag ist die erste wirkliche praktische Initiative in diesen Jahren der Krise. Beschlüsse der Kommission für die Europäische Union können nur langsam verwirklicht werden. Dagegen bietet der Vorschlag Hoovers den Vorteil der Möglichkeit sofortiger Durchfuhrung. Eines Tages wird seine politische Weisheit noch deutlicher werden, durch die für Amerika und Europa schmerzliche Ereignisse verhindert werden konnten. Italien ist weit davon entfernt, die Welt als in geographische Abschnitte geteilt anzusehen. und es ist auch gegen eine Trennung Europas von Amerika. Die Solidarität aller Länder der Welt ist notwendig. Allgemeiner Wohlstand bringt auch jedem Lande Wohlstand. Europa kann sich nicht von Amerika trennen. Ich weiß nicht, ob Stimson über die Abrüstungsfrage sprechen will, jedenfalls aber glaube ich, daß seine Ideen denjenigen Mussolinis entsprechen. Der Duce ist ein Mann, der entschlossen ist, seine Initiative zum guten Ende zu führen. Die Abrüstung ist ein großes Problem. Der Vorschlag Hoovers hat eine Entspannung der öffentlichen Meinung hervorgerufen und eine Atmosphäre guten Willens geschaffen, die man für den Zweck der Abrüstung ausnutzen muß. Man darf sich keine Illusionen machen. Solange es keine Abrüstung gibt, ist der Frieden unsicher. Arbeit für Abrüstung bedeutet deshalb Festigung des Friedens. Ich erhoffe noch immer ein französisch=italienisches Flottenabkommen, das wir und die Engländer bereits im März dieses Jahres für erreicht hielten. Nach der Ansicht Mussolinis erfolgt der Wiederaufbau Europas auf zwei parallelen Wegen, nämlich dem der Abrüstung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Präsident Hoover hat einen unschätzbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit gegeben. Jetzt müssen wir uns mit dem anderen Wege beschäftigen. Zwischen der Frage der Abrüstung und der Frage der Reparationen und Schulden besteht zwar kein diplomatischer, aber doch ein moralischer Zusammenhang. Man kann keine Opfer von den Völkern verlangen, ohne daß man deren Nutzen sieht. Nun ist es jedoch schwierig, den Nutzen einer Regelung der sich aus dem Kriege ergebenden finanziellen Verpflichtungen zu sehen bei einem leichzeitigen Rüstungswettrennen. Die übermäßigen Rüstungen, wie sie tatsächlich von mehreren Völkern beTilmann Riemenschneider. Zur 400. Wiederkehr des Todestages des großen Meisters 1531—1931 In der ganzen Welt richten sich in diesem Jahre die Blicke nach dem stillen Grabe in Würzburg, wo vor 400 Jahren die sterblichen Ueberreste eines der größten deutschen Künstler zur ewigen Ruhe eingebettet worden sind. Die dankbare Stadt Würzburg, die Jahrzehnte lang Zeugin des gewaltigen Schaffens des letzten Meisters des Mittelalters und des ersten Meisters der Frührenaissance in Deutschland gewesen ist, hat in pietätvoller Weise in der Riemenschneider=Gedächtnishalle, einem deutschen Ehrenmal im besten Sinne des Wortes, die Werke des größten und edelsten Plastikers der Spätgotik zusammengetragen, um so einen Ueberblick der in Franken verstreuten Werke zu geben und Verständnis und Erinnerung für diesen gewaltigen deutschen Künstler zu wecken und zu beleben. Nur wenig wissen wir aus den Jugendjahren des späteren großen Künstlers. Tilmann Riemenschneider ist um 1460 zu Osterode am Harz geboren. Nach Beendigung seiner Lehr= und Wanderjahre kam er nach Würzburg, wo er bald Meister wurde. Hier in Würzburg überdachte sein Schaffen der heitere Himmel und die zarte Farbenpracht des lieblichen Frankenlandes, hier in der prächtigen fürstbischöflichen Residenzstadt umgab ihn die Pflege hoher Kunstübung, was alles den aufstrebenden Künstler beeinflussen und formen mußte. Durch seine Verheiratung mit der Witwe eines Goldschmiedes erlangte er im Jahre 1485 das Bürgerrecht. Auch wurde er Mitglied des Rates und bekleidete so unter anderem die Aemter eines Vorstandes des Bauwesen, Kapellenpflegers, Schloßzmeisters und Spitalpflegers. Im Jahre 1521 wurde er auf ein Jahr zum Bürgermeister gewählt.„Wir dürfen überzeugt sein,“ schreibt Wilm,„daß ein solcher Anteil am Ganzen eines menschlich=öffentlichen Daseins, weit davon entfernt, den Künstler zu„unterbrechen“, sein Gefühl für die Fülle und Mannigfaltigkeit des Daseins, für Stoff und Form nur mehrte und fortbildete". Wie uns die allererste Jugendzeit des Meisters unbekannt geblieben ist, so wissen wir auch nichts von Werken aus jener Zeit. Als frühestes Werk des Meisters gilt das aus dem Jahre 1487 stammende Grabmal des Ritters Eberhard von Grumbach in der Pfarrkirche zu Rimpach, das auf einer einfachen Sandplatte in hohem Relief den Ritter in voller Rüstung zeigt. In diese Zeit fallen auch die beiden Sandsteinfiguren von Adam und Eva nebst den dazu gehörigen Tabernakelfiguren für die Marienkapelle in Würzburg aus den Jahren 1491—93, die den Reigen der vielen für Würzburg bestimmten Werke eröffnen. Aus dieser Schaffensperiode stammt auch die Steinmadonna im Neumünster zu Würzburg. Dieser ersten Madonna folgten noch weitere herrliche, so daß Riemenschneider, wie Lochner unter den Malern, der deutsche Bildner der Madonna mit Recht genannt werden kann. In gotisch geschwungener Haltung steht sie auf einer Mondsichel, auf dem linken Arm das göttliche Kindlein haltend. Das erste größere Altarwerk ist der Münnerstädter Altar, der in den Jahren 1490—92 als Hochaltar für die Pfarrkirche in Münnerstadt geschnitzt worden ist. Leider ist er in viele Teile zerstreut worden, die nicht mehr das Gesamtbild vor unseren Augen erstehen lassen. Die einzelnen Figuren, die schon den reifen Künstler zeigen, bilden heute die Bekrönung eines modernen Altars. Das Werk nun, das in die Blütezeit des künstlerischen Schaffens hinüberführt und gleichzeitig zum ersten Höhepunkt im Wirken des Meisters hinweist, ist das Grabmal des Fürstbischofs Rudolf von Scherenberg, das trefflichste Porträt, das aus den Künstlerhänden Riemenschneiders hervorgegangen ist. Obwohl die bisherigen Werke schon großes Können verraten, so ist jetzt auf einmal die höchste Höhe des künstlerischen Schaffens erklommen. Dieses Baldachingrab in spätgotischen Formen, das sich an einem Pfeiler des Mittelschiffes im Würzburger Dom befindet, zeigt in der Grabmalkunst ganz neue Wege. In einer reichen Umrahmung ist der im hohen Alter von 100 Jahren Verstorbene im vollen Ornat mit den Abzeichen seiner weltlichen und geistlichen Würde von vorne gesehen in Marmor dargestellt. Wuchtig ragt das mit einer mächtigen Mitra geschmückte Haupt aus der Grabplatte. Herrliches Faltenspiel zeigt das herabwallende Gewand. Etwas kleiner ist das um 1500 entstandene Grabmal Konrads von Schaumburg in der Marienkapelle zu Würzburg, das den Verstorbenen von vorne gesehen in voller Rüstung auf einem Löwen stehend in hohem Relief zeigt. Es ist wohl nur als eine Arbeit aus der Werkstatt Riemenschneiders anzusehen. Die Marienkapelle, in der die ersten für Würzburg bestimmten Arbeiten einzogen, erhält die in der Zeit von 1500 bis 1506 ausgeführten vierzehn Sandsteinfiguren der Aopstel, sowie Christus und Johannes, die mit zu dem Besten gehören, was aus des Meisters Händen hervorgegangen ist. Aber trotz künstlerischer Bedeutung und technischer Vollkommenheit werden alle diese Werke in den Schatten gestellt von den drei großen berühmten Altarwerken, die in ihrer einstigen Gestalt noch fast völlig erhalten sind und uns heute noch Zeugnis geben von der einzigartigen Schönheit und gewaltigen Höhe der Schnitzkunst Tilmann Riemenschneiders. Der hl. Blutaltar in der Jakobskirche zu Rotenburg, der Creglinger Altar und der hl. Kreuzaltar zu Detwang sind nicht nur die bedeutendsten Werke Riemenschneiders, sondern überhaupt das Herrlichste, was die deutsche Holzschnitzkunst geschaffen hat. „Erste Meisterwerke nicht nur, was die künstlerische Auffassung betrifft, die Freiheit und Vielseitigkeit der Phantasie, sondern ganz besonders was die virtuose technische Behandlung, die vollkommene Beherrschung des Materials anlangt. Hier steht das künstlerisch gewollte mit dem Können in vollendeter Harmonie, so daß diese Werke als Maßstab genommen werden müssen, wenn Riemenschneider kunsthistorisch gewürdigt werden soll.“ (Tönnies). Uralt sind die Fäden die sich zwischen den beiden Städten Würzburg und Rotenburg spinnen. So ist die Pfarre St. Jakob in Rotenburg von Detwang begründet, das wiederum vom Neumünster in Würzburg abhängt. In der herrlichen 1471 vollendeten gotischen Jakobskirche befand sich als wertvollste Reliquie eine Kapsel mit heiligen Blutstropfen Christi, zu deren Ehre bereits 1478 ein Altar geweiht worden war, dem jedoch noch der Aufsatz fehlte. Diesen hat schließlich Tilmann in den Jahren 1501 bis 1505 in grandioser Komposition und herrlicher Ausführung geschaffen. Ein Gedanks sollte den gewalti trieben werden, sind ein störender Faktor für die internationale Zusammenarbeit. Die Gläubigernationen haben ein Recht, sich zu fragen, ob die von ihnen gebrachten Opfer zu einer Verstärkung des Zustandes der Unsicherheit dienen sollen, die dem allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufbau so abträglich ist. Andererseits müssen die der Reparationszahlungen beraubten Etats entsprechende Kompensationen finden, die sich nur durch Ersparungen bei den militärischen Ausgaben erzielen lassen. Hierin liegt nach meiner Ansicht der Zusammenhang zwischen den Militäretats und den Schulden und Reparationen. Die italienische Regierung hat sich in diesem Sinne", so schloß der Außenminister,„bereits ans Werk gemacht durch die im Hoover=Plan vorgesehene Aufschiebung der Einkassierung der Zahlungen und durch die technische Vorbereitung der Abrüstungskonferenz. Keiner Initiative werden wir feindlich oder zögernd gegenüberstehen.“ Zwischenfall auf dem Rhein. Ein elsässischer Gastwirt von einem deutschen Beamten angeschassen. — Kehl, 7. Juli. Auf dem Rhein ereignete sich ein Grenzzwischenfall. Das Landesfinanzamt Karlsruhe veröffentlicht darüber folgende Darstellung: Auf der Grenzstrecke Kehl—Freistedt hat sich ein Grenzzwischenfall zugetragen, bei dem nach Blättermeldungen aus Straßburg der Gastwirt Alfons George aus Wanzenau im Elsaß durch rechtsseitigen Lungenschuß aus der Pistole eines Zollbeamten schwer verletzt worden sein soll. Von französischen Fischern wird in zunehmendem Maße auf deutschem Hoheitsgebiet im Rhein gefischt. Es besteyr auch begründeter Verdacht, daß der Rheinschmuggel auf der genannten Rheinstrecke die Unterstützung dieser Fischer nder.„„ g. W.: un ul. imn M. Im vortiegenden Faue hat der zwei bis drei Meter von der deutschen Uferböschung mit einem französischen Grenzbewohner fischende Alfons George von den wiederholten Anrufen des Beamten keinerlei Notiz genommen. Eine Drohung, nötigenfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, blieb ebenfalls unbeachtet. Der Beamte versuchte nunmehr durch Schreckschüsse die Ausführung seiner Anordnung zu erzwingen. Das Boot hatte sich zu diesem Zeitpunkt ungefähr acht Meter nach der Rheinmitte zu entfernt. Infolge der Blendwirkung der Sonnenreflexe auf dem Wasser und der Bewegungen des Bootes ging ein auf die Durchlöcherung der Schiffsplanken gerichteter Schuß fehl und traf George. Dieser wurde von seinem Begleiter auf das französische Ufer gebracht. Der britische Flottenbesuch. — Kiel, 6. Juli. Während eine Anzahl der englischen Fähnriche und Kadetten in Begleitung deutscher Offiziere mit der Bahn nach Flensburg zum Besuch der Marineschule Mürwik fuhren, wohnte der englische schwaderchef, Konteradmiral Astley=Rushton, mit dem Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Hansen, an Bord der„Nixe“ den englischen und deutschen Segelregatten in Kriegsschiffbooten bei. Ein Fußballspiel einer deutschen und englischen Marinemannschaft endete mit:0 für die deutsche Marine. Von der Erlaubnis, die englischen Kreuzer zu besichtigen, wurde von der Kieler Bevölkerung in weitestem Umfange Gebrauch gemacht. Ein Strom von Besuchern durchflutete ununterbrochen das Schiff, deren Besatzungsmitglieder sich als freundliche Führer erwiesen. In den Gesprächen wurde die Erinnerung wach an den bisher letzten englischen Flottenbesuch in Kiel im Jahre 1914. jetzige Geschwaderchef, Konteradmiral Astley Rushton, war damals Kommandant der„Southampton“. Herrei gieron=Eingung=Teiann. französisch=amerikanische Kompromiß. — Washington, 6. Juli. Präsident Hoover gibt bekannt, daß nunmehr zwischen allen beteiligten Nationen eine Einigung über seinen Moratoriumsvorschlag erziel! worden sei. * Der Inhalt des Abkommens. — Paris, 6. Juli. Das Abkommen zwischen Amerika und Frankreich über den Hooverplan ist am Montag spätabends formuliert und abgeschlossen worden. Sein wesentlicher Inhalt wird in einer gegen ½12 Uhr nachts veröffentlichten Verlautbarung folgendermaßen dargestellt: Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen um 10 Uhr haben die amerikanischen Unterhändler den französischen Ministern die Zustimmung ihrer Regierung zu den im Ministerrat getroffenen Beschlüssen überbracht. Sie teilten mit, daß Präsident Hoover erklärt habe, daß das heute abgeschlossene Abkommen im Geiste des amerikanischen Vorschlages geklärt und nur noch von der Billigung der anderen interessierten Parteien abhänge, in deren Namen er keine Verpflichtungen übernehmen könne. Gegenseitig wurden sodann Höflichkeiten ausgetauscht. Der Text der Verständigungsgrundlage, die von der französischen Regierung vorgeschlagen und von der amerikanischen angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut: „Nach den Meinungsaustauschen, die erfolgt sind, stellt die französische Regierung fest, daß sie mit der Regierung der Vereinigten Staaten in bezug auf die Grundlagen des Vorschlages des amerikanischen Staatspräsidenten Hoover über folgende Punkte einig ist: 1. Die Zahlung der interalliierten Schulden wird vom 1. Juli bis zum 30. Juni 1932 aufgehoben. 2. Das Reich liefert die Summe der ungeschützten Jahresrate an die B33 ab, aber die französische Regierung erklärt sich damit einverstanden, die vom Reich geleisteten Zahlungen bei der BJ3 in Bons anzulegen, die von der deutschen Reichsbahn garantiert sind. 3. Alle Zahlungen sind verzinsbar unter den Bedingungen, die von der amerikanischen Regierung angeregt worden sind, und sollen in 16 Jahresraten vom 1. Juli 1932 ab amortisiert werden. 4. Dieselben Bedingungen sind für die von der deutj schen Reichsbahn ausgegebenen Bons anwendbar. In bezug auf drei weitere Punkte, die nicht unmittelbar die amerikanischen Interessen und die amerikanische Regierung betreffen, gibt die französische Regierung folgende Erklärungen ab: a) Eine gemeinsame Aktion der führenden Zentralbanken durch Vermittlung der B33 soll ins Leben gerusen werden zum Vorteil derjenigen europäischen Länder, die besonders durch die Aufhebung der Zahlungen, so wie sie vorgeschlagen sind, zu leiden haben. d) Ein vorläufige Verständigung soll zwischen Frankreich und der B03 erzielt werden, damit Frankreich im Falle eines Moratoriums des Youngplanes den Garantiefonds nur durch Monatszahlungen, die den Bedürfnissen der B33 entsprechen, ergänzt. c) Die Regelung der Frage der Sachlieferungen und der verschiedenen technischen Anpassungen, die durch die Anwendung des amerikanischen Vorschlages und des gegenwärtigen Abkommens notwendig werden, soll durch gen hl. Blutaltar beherrschen:„Das Blut Christi ist um der Menschheit Sünden willen geflossen, ihr ewiges Heil zu bringen.“ So kehren alle Geschehnisse der Heilsgeschichte wieder, von der Verkündigung an bis zur Darstellung des Auferstandenen, darunter befindet sich dann das Kreuz mit den Blutstropfen des Herrn. Der Schrein aber enthält die Darstellung der Abendmahlsfzene, die jedoch von der üblichen Ausdrucksform insofern abweicht als nicht Christus, sondern Judas die Mitte des Bildes einnimmt. Hier trifft der schmerzlichernste Blick des Gottessohnes den zudringlichen des Verräters Judas (Schrade). Der Marienaltar in der Herrgottskirche zu Creglingen gehört nun mit dem Scherenberggrabdenkmal zu den bedeutendsten Werken des Künstlers, die seinen Ruhm für immer gesichert haben, zu den erhabensten Werken, die deutsche Kunst uns geschenkt hat. Kühn rankt sich das gotische Altarwerk des Creglinger Marienaltars in die Höhe. Es ist das Leben der Gottesmutter dargestellt, das im Mittelschrein in der Himmelfahrt seinen Abschluß findet. Auf einer Wolke schwebt die Gottesmutter, von 5 Engeln gehalten, in die Höhe. Diese Szene ist in einen Kirchenraum verlegt:„Ein wunderbares Geschehen schwebt mit der Stille des Heiligen durch den kleinen Kirchenraum und fesselt die Teilnehmenden zu lautloser frommer Verhaltenheit, wie es die Sätte verlangt; man kann sich die Versammlung dieser Apostel kaum anderswo als in einer Kirche denken“(Schrade). Der Ausdruck des Festlichen hat sich über den ganzen Vorgang gebreitet. Der dritte dieser herrlichen Altäre ist der hl. Kreuzaltar in der kleinen Pfarrkirche zu Detwang bei Rotenburg aus dem Jahre 1500. Der Mittelschrein zeigt uns die schmerzliche Stunde auf Golgatha, in der Mitte ragt das Kreuz.„Feierliche verhaltene Stille breitet sich über das Altarwerk. Das Bild des Gekreuzigten in heiliger Leidensferne, unbevührt von irdischen Seelenkämpfen und Todesschmerzen, entrückt dem Kreise menschlicher Leidenswirklichkeit. Es stellt den Augenblick nach den Worten des Heilandes dar: es ist vollbracht! In idealistischer Zeitlosigkeit hängt er am Kreuz ohne Spuren leiblicher Quak. Selbst das Hüngen ist, vealistisch gewertet, nur angedeutet. Jedes ausgeprägte Merkmal von Last, von Mühseligkeit wird vermieden. Der schmale Körper, kaum breiter als das Kreuzholz, wirkt wie mitten im Leben“ (Schrade). Wahrlich ein Werk höchsten Künstlertums, das tiefen Glaubensgeist ausströmt. Tilmann Riemenschneider hat in emsigem Schaffen so viele Werke hinterlassen, daß sie aufzuzählen hier nicht möglich ist. Erwähnt soll noch werden das Grabmal für Kaiser Heinrich UI. und Kaiserin Kunigunde im Dom zu Bamberg(1499—1513). Dieses freistehende Hochgrab ist die größte und schönste Steinskulptur des Meisters. Das Grabdenkmal des Fürstbischofs Lorenz von Bibra im Würzburger Dom aus den Jahren 1517 bis 1519 ist das letzte Grabmal des Künstlers. Hier hat er zum ersten Male Ornamente im Stil der Renaissance verwandt, — Interessant sind auch die verschiedenen Darstellungen der Beweinung des Herrn, von denen sich die größte und figurenreichste in der Kirche zu Maidbrunn befindet.— Wegen ihrer Eigenart besonders berühmt ist die Madonna im Rosenkranz in der Wallfahrtskirche auf dem Kirchberg bei Volkach. Besonders kostbar ist die Muttergottes in Frankfurt sowie die im Kaiser=Friedrich=Museum in Berlin befindliche. Schließlich ist noch zu erwähnen die Anna=Selbdritt aus Stein und der Sippenaltar Joachim und Anna, sowie noch manche Einzelfiguren. Wir staunen vor der gewaltigen schöpferischen Kraft dieses Künstlers. Und doch hat er noch Zeit gefunden, sich um die politischen und sozialen Probleme seiner Zeit und seiner Vaterstadt zu kümmern. So geriet er immer mehr in die neue Bewegung hinein, was für ihn zum Verhängnis wurde. Als im Jahre 1525 im Bauernkrieg die fürstlichen Truppen die Stadt eingenommen hatten, wurde Riemenschneider aus dem Rat gestoßen, gefangengesetzt, nach neun Wochen aber, nachdem er gefoltert und gemartert worden war, nach„auferlegter großer Schatzung“ wieder entlassen. Die letzten Jahre dieses großen tatenreichen Lebens flossen in Einsamkeit und Resignation dahin. Schließlich kam der Erlöser Tod.„Am abent Kiliani“, also am 7. Juli, dem Vorabend des Kilianstages des Jahres 1581 ist der große Meister verschieden. Dr. W. Rosenhauer. einen Sachverständigen=Ausschuß geprüft werden, der von den interessierten Regierungen geschickt wird und der die tatsächlichen Notwendigkeiten an den Hooverplan angleichen soll. Frankreich behält sich das Recht vor, von der deutschen Regierung die unerläßlichen Zusicherungen bezüglich der Verwendung des ihr zur Verfügung gestellten Kredites zu ausschließlich wirtschaftlichen Zwecken zu erlangen. * Das„geheiligte auf Reparationen“. Laval über die Einigung und über das„weitherzige Frankreich“. — Paris, 7. Juli. Nach Abschluß der Montagverhandlungen gab Ministerpräsident Laval folgende Erklärung ab:„Dieser Vertrag ist eine wichtige Entscheidung, die ein schweres Opfer für Frankreich bedeutet. Man wird verstehen, daß die Regierung die französisch=amerikanische Solidarität wahren wollte, die mehr denn je eine Bedingung für die internationale Zusammenarbeit und eine Notwendigkeit für den Frieden darstellt. Man wird verstehen, daß die Regierung das geheiligte Recht Frankreichs auf die Reparationen nicht veräußern wollte Wenn aus dem nunmehrigen Vertrage neues Vertrauen in der Welt erwächst und wenn man in Deutschland die Tragweite und den Sinn der weitherzigen Haltung Frankreichs versteht, so muß sich eine neue Aera für die beiden Völker eröffnen.“ Der liebenswürdige Störenfried. Mellon über den Abschluß der Verhandlungen. — Paris, 7. Juli. Nach Abschluß des amerikanischfranzösischen Abkommens hat Schatzsekretär Mellon den Vertretern der amerikanischen Presse die in solchen Fällen übliche kurze Erklärung abgegeben. Er führte aus: „Unsere Verhandlungen mit den französischen Partnern sind in der liebenswürdigsten und angenehmsten Form verlaufen. Ihre herzliche und freimütige Haltung hat unsere Aufgabe sehr erleichtert. Im Verlaufe unserer Besprechungen haben wir das Vertrauen auf den endgültigen Erfolg niemals verloren. Ich möchte, daß der amerikanischen Oeffentlichkeit gegenüber zum Ausdruck gebracht wird, daß die Zusammenarbeit mit den französischen Unterhändlern, besonders aber mit dem Ministerpräsidenten Laval, unsere aufrichtige Anerkennung gefunden und zur Erreichung des Zieles geführt hat.“ Ministerpräsident Laval soll übrigens gesprächsweise betont haben, daß er die in seiner Erklärung benutzte Redewendung in bezug auf die schweren französischen Opfer im Hinblick auf Deutschland absichtlich gewählt habe. * Die Berliner Presse zu der Einigung in Paris. — Berlin, 7. Juli. Die Berliner Morgenblätter nehmen, da die französisch=amerikanischen Abmachungen erst um die Mitternachtsstunde in Berlin bekannt wurden, nur in kurzen, sensationellen Auslassungen zu dem Ergebnis Stellung. Die„Germania“ sagt, Amerika und Frankreich dürfen behaupten, daß es in diesem zähen Kampf zweier Prinzipienwelten weder Sieger noch Besiegte gibt, wir selbst aber müssen mit Dankbarkeit, aber auch mit Wehmut feststellen, daß Hoover und seine Bevollmächtigten hartnäckig und folgerichtig um ihr Ziel gekämpft und um dieses Zieles willen auch Unerwünschtes mit in Kauf genommen haben. Glauben an die deutsche Zukunft. Von der Kyffhäuserbundtagung in Königsberg. Auf der Haupttagung des Kyffhäuserbundes in Königsberg, sprach der Präsident, Exzellenz von Horn, über die politische Lage. Das Gebot der Stunde heiße: Staatspolitisches, nicht parteipolitisches Denken! Die Notverordnung sei als eine Grundlage zur Einleitung einer Revision des Youngplanes allein zu verstehen. Der Redner erklärte dann noch, die Schaffung einer deutschen Icont auf breiter Grundlage sei das Ziel des Bundes. Der Kyffhäusergeist stehe über den Parteien. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Deutschland. Auf dem Walter=Simon=Platz fand die große Parade der Kriegervereine statt. Anschließend gedachte die Menge entblößten Hauptes der Toten des Weltkrieges. Exzellenz Horn betonte, daß es gelte, die deutsche Nation zu retten und zu sichern. Führer und Geführte müßten kraftvoll zusammenstehen, um das deutsche Volk vor den Gefahren, die es bedrohen, zu retten. Wir wollen uns bekennen zum unerschütterlichen Glauben an die deutsche Zukunft und an die deutsche Sendung. Im Rahmen der Bundestagung fand dann noch die Versammlung des Preußischen Landeskriegerverbandes statt 200 Todesopfer des Unabhängigkeitstages — Neupork, 7. Juli. Wie jetzt feststeht, sind bei der Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages nahezu 200 Personen ums Leben gekommen. Viele verunglückten beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern, die meisten jedoch wurden bei Kraftwagenunfällen getötet, andere wieder ertranken. Ein neues Provokationsurteil. Die Berufung im Pfadfinderprozeß zurückgewiesen, die Strafen verschärft. — Posen, 7. Juli. Der Vorsitzende des Strafsenats des polnischen Appellakonsgerichts in Posen, Oberlandesgerichtsdirektor Wonsch, verkündete das Urteil im sogenannten Pfadfinderprozeß. Das Gericht lehnte die Berufung ab und bestätigte das Urteil der ersten Instanz, die Dr. Burchard wegen seiner „geheimen Beziehungen zu reichsdeutschen Pfadfindern zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre verurteilte. Den beiden anderen Angeklagten, denen unerlaubte Grenzüberschreitung zum Vorwurf gemacht wird, wurde die Strafe der ersten Instanz wesentlich erhöht. Mielke erhielt zehn Monate Gefängnis, während er in der ersten Instanz nur zu drei Monaten Gefängnis und 1200 Zloty Geldstrafe verurteilt worden war; Preuß erhielt jetzt sieben Monate Gefängnis; in der ersten Instanz war er zu drei Monaten Gefängnis und 400 Jloty Geldstrafe verurteilt worden. Der Verteidiger der Angeklagten hat sofort Revision beim Obersten Gericht in Warschau angemeldet. Neue Blutopfer auf Korea. 130 Tote und Verwundete.— Allgemeine Mobilmachung der Polizei. Von der japanischen Halbinsel Korea laufen neue Alarmnachrichten ein. 1500 Chinesen nahmen im chinesischen Konsulat Zuflucht, ferner wird von 200 Verwundeten berichtet. Die allgemeine Mobilmachung der Polizei ist angeordnet worden. In der Nacht kam es in Pingyang zu neuen ernsten Ausschreitungen gegen die Chinesen. Nach in Tokio vorliegenden Meldungen wurden dabei 130 Chinesen getötet bzw. verwundet. des„Graf Jeppelin“ Die deutsche Minderheit begrüßte das Luftschiff mit dem Deutschlandlied. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“, das am Sonntag Oberschlesien einen Besuch abgestattet und in Gleiwitz eine Landung vorgenommen hatte, kehrte am Montag nach Friedrichshafen zurück. In Gleiwitz ist das Luftschiff stürmisch begrüßt worden, insbesondere auch durch die Zehntausende von Deutschen, die aus den vom Reiche losgerissenen Geschlasien aus dem Hultschiner Ländchen und aus Ostober...„ nach Gleiwitz gekommen waren. Während der Lanvungsmanöver in Gleiwitz stimmte die Menge spontan das Deutschlandlied an. Fliegertreffen in Augsburg. Aus Anlaß des Deutschen Luftfahrertages. Aus Anlaß des Augsburger Deutschen Luftfahrertages wurde ein Fliegertreffen veranstaltet, das sich, von prächtigstem Sonnenschein begünstigt, zu einer großartigen Werbekundgebung für den Gedanken der Förderung der deutschen Luftfahrt gestaltete. Unzählige Tausende von nah und fern umsäumten das weite Flugfeld und verfolgten mit Spannung und Interesse die dargebotenen Lustspiele, die alle Arten des modernen Luftsportes umfaßten. Die Veranstaltung wurde mit einer durch Lautsprecher übertragenen Ansprache des Vorsitzenden des DLV. Staatsminister a. D. Dominicus eröffnet. Darauf folgte ein Start von sechs Freiballons zu einer nationalen Wettfahrt. Die vorgeführten Staffelflüge, Ballonrennen, Kunstflugwettbewerbe, Ueberlandrennen, Flugspiele usw. zeugten von der hohen Vollkommenheit unserer jungen Sportflieger. Besonderes Interesse fanden die Vorführungen des bekannten Segelfliegers Grönhoff auf seinem„Fafnir“ und des durch die Kanalüberquerung erneut hervorgetretenen Segelfliegers Kronfeld, ferner zwei Fallschirmabsprünge der Chemnitzer Fallschirmpilokin Lola Schröter-Vorescu. Den Wanderpreis des DLB. gewann der Schweinfurther Heinrich Dittmar. Verschiedenes. Wie das Waldenserblatt La Luce in Rom von gutunterrichteter Seite erfährt, ist auch der neue Präsident der französischen Republik, Doumer, ebenso wie der frühere, Doumergue, ein Mitglied der evangelischen Kirche. * Singerüstzeit. Vom 21. bis 28. September ist eine evangelische Singwoche für Führer und Führerinnen von Jugendvereinen, Pfarrer, Pfarrfrauen, Organisten und Lehrer u. a. im schöngelegenen alten Schloß Herborn in Nassau geplant. Die Singwoche dient der Lebensgestaltung und Erneuerung; sie will in die Fragen der Singbewegung einführen, die starke Verbundenheit von Lied und Choral erkennen lassen und damit zeigen, wie das ganze Leben vom Evangelium her seine Gestaltung gewinnen soll. Im Mittelpunkt steht der reformatorische Choral.— Die Leitung der Singwoche hat der bekannte Kirchenmusiker Kantor Stier wieder übernommen. Solche, die auch nicht in der Jugendarbeit stehen, die aber Interesse für das Singen haben, und denen die Erneuerung des gottesdienstlichen Lebens wie unseres Volkslebens am Herzen liegt, werden gleichfalls auf die Singwoche aufmerksam gemacht. Anfragen sind zu richten an de Burckhardthaus, Berlin=Dahlem, Friedbergstr. 27. * Wiedersehen der Mainzer Soldaten(des Soldaten, heims Egli und Karmeliterplatz) am Sonntag, den 8. November 1931, in Mainz. Samstag abend: Begrüßung. Sonntag: Gemeinschaft— Gedenkfeier— Austausch— Besichtigung alter Soldatenstätten.— Frauen willkommen! Wer kann, bleibe noch Montag vormittag. Kosten so niedrig wie möglich. Anmeldung möglichst bald an Rudolf Dornhöfer. Mainz, Boppstraße. Angabe, für welche Nacht Quartier gewünscht wird und ob die Frau mitkommt. Auf nach unserm alten Mainz! Im Namen der Soldatenbrüder: Wilhelm Dornemann, Dillenburg=Sechshelden. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. Sechzehn Monate in chinesischer Gefangenschaft. Von Ernst Fischle, mit einem Vorwort und 6 Zeichnungen von E. Walter. 192 Seiten. Kart..—, in Leinen gebunden 3,— Mark. Ev. Missionsverlag Stuttgart. Man geht mit Zagen an das Lesen dieses Buches. Wird hier eine Märtyrergeschichte erzählt? Soll hier christliche Heldenverehrung getrieben werden? Gottlob nichts von alledem wird getrieben. Die beiden Missionare waren gefangen, nicht als Christen oder Missionare, sondern ganz einfach als Mittel, einem kommunistischen Räuberstaat Geld zu verschaffen. Missionar Fischle berichtet ganz sachlich, ganz nüchtern über das, was er und sein Mitgefangener erlebten. Aber gerade in seiner schlichten Nüchternheit gewinnt das Buch seine eindrückliche Kraft. Die eigentümliche Macht des Christen im Leid konnte nicht köstlicher herausgestellt werden. In Gebundenheit frei zu sein, was das heißt, müßten heute viele in unserem Volk lernen. Nun, dieses kostbare Buch bietet Gelegenheit, sich dazu etwas Helfendes sagen zu lassen. Darum sollte man dieses Buch nicht etwa nur Missionsfreunden geben. Das Buch gehört in die Hand aller Gebundenen, Gefesselten, durch Verhältnisse und Geschick Gehemmten, in die Hand aller Seelsorger und Helfer der Elenden. Ich kann es nur ganz uneingeschränkt empfehlen. C. R. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel: Anzeigen: K. Diekmann: alle in Bethel. Gläubiger Schuhmachermeister (EB5Mer), sucht jüngeren Gehirsen Meldungen mit Lebenslauf, Zeugnisabschr. und Gehaltsanspr. an Gustav Koslowski, Elbing, Georgendamm 7. Wo findet treuer, ehrl., christl. Verkäufer Lebensmittelbranche, 32 J. alt, Stellung? Gute Zeugnisse. Charlottenburg 1. Postlagerkarte 76. Studentin(rer. pol.) sucht für die Semesterferien(3 Mon.) Kaurlochtersteue Pfarrhaus Norddeutschlands bevorzugt, wo Mädchen vorhanden. Fam.=Anschl. Bed. Angebote an A. Appel, Gleßen, Roonstr. 10 Kleine christliche Privat-Pension Otto Roth Luftkurort Auerbach a. d. B. Villa, Garten. Sonnige Lage. Liegehalle. Bürgerl. Küche; Vegetar. und Rohkost. Bad im Hause. Preis Mk..—. 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