Da du einst geboren warst ans Licht, Weintest du, es freuten sich die Deinen; Lebe so, daß, wenn dein Auge bricht, Du dich freust, die Menschen aber weinen. K. Gerok. Snninnnniiisiiiiiiiiiiniiig Mensch und Maschine. Von H. L.(Schluß.) Wie viel schöner wäre erst die Kleinsiedlung des Industriearbeiters mit eigenem Häuschen auf eigener Scholle? Hier können Fahrrad und Kinderwagen nach eigenem Gutdünken aufgestellt werden, hier ist die Mutter noch„Haus“frau und kann waschen, wenn es ihr beliebt. Und dann das Erlebnis des Wachstums im Garten! Was ist der gelbe Apfel aus der Kaufmannstüte gegen den grünen vom eigenen Baum?„Vor einigen Jahren pflanzten wir Obstbäume“, so sagte kürzlich ein Kleinsiedler,„und jetzt tragen sie schon und meine Frau zählt die angesetzten Früchte mitunter sechsmal im Tag.“ Ist das keine Freude? Und welche Bedeutung gewinnt hier das Familienleben aufs neue. Die Frau hat einen Wirkungskreis, die Kinder ein kleines Paradies. Und Zeiten der Arbeitslosigkeit werden leichter ertragen als in der Zweizimmerwohnung der Mietskaserne oder des neuzeitlichen Wohnblocks, denn ein Gärtchen gibt erstaunlich viel Beschäftigung und Ablenkung. Man sagt, das Leben in der Stadt ist bequemer und abwechslungsreicher. Gewiß, aber die Technik schafft Rat. Haben wir doch Fahrrad und Autobus, Grammophon und Radio, später auch einmal Fernfilm. Und noch so viel freies Land, das dem Maschinenmenschen Naturverbundenheit und Selbstgefühl wiederschenken kann, um auf„freiem Grund mit freiem Volk zu stehen.“ Die großen Flächen in Oldenburg, Hannover, Mecklenburg, Schlesien und Ostpreußen aber warten auf ländliche Siedler. Es muß ermöglicht werden, landbürtige Menschen, die in die Städte abwanderten, wieder zurückzuführen und auf Selbstversorgerstellen seßhaft zu machen. Gelänge es, 100 000 Familien mit Hilfe der Landgesellschaften und Siedlungsbanken anzusiedeln, so würden 100000 Arbeitsplätze frei und 100 000 Familien der Arbeitslosenversicherung entzogen, die aus eigener Kraft auch im Notfall sich selbst zu helfen wissen. Diesen Siedlungen müssen, sollen sie lebensfähig sein, Oedlandkulturen vorangehen. Kräfte, sie zu verrichten, sind allzuviele vorhanden, doch scheint„Arbeitsdienstpflicht“ keine Lösung für Deutschland zu sein. Ein großer, neu aufzuziehender Behördenapparat macht von vornherein die Sache zu teuer. Wohl aber könnte man sich vorstellen, daß solche Vereinigungen, die in Oedlandkulturen langjährige Erfahrung haben, mit verhältnismäßig geringen Mitteln freiwillig arbeitsbereite Jugend einsetzen könnten. Und wenn es auch nur 10000 wären. Besser eine Lösung im Kleinen, als gar kein Versuch. Man hat eingeworfen:„Es kann dem hochkultivierten Arbeiter des Westens nicht zugemutet werden, in Wellblechbaracken zu wohnen!“ Warum denn nicht? Haben die deutschen Männer im Weltkrieg bei ständiger Lebensbedrohung komfortabler gewohnt?„Aber der ostpreußische Winter!". Nun, man mag es doch nur 8 Sommermonate lang unternehmen.„Und wo sind Führer?" Das Unteroffiziersproblem ist gewiß die größte Schwierigkeit, denn Gruppenführer und Vorarbeiter müssen da sein und sollen am besten aus den Reihen der Arbeitenden hervorgehen, ähnlich, wie die Führer in der Jugendbewegung aus der Jugend selbst sich herausheben. An„Offizieren“ dagegen, an Diplomlandwirten, Vermessungsbeamten, Verwaltern und dergleichen ist bestimmt kein Mangel, sind sie doch in den Reihen der Erwerbslosen selbst zu finden. Zur geistig=seelischen, wie auch zur technischen Vorbereitung für diese„Eigenzeitaufgaben“, und um den fortschreitenden Anforderungen des öffentlichen Lebens zu genügen, wird eine Ergänzung der bisherigen Volksschule notwendig werden. Nicht etwa als Fortsetzung der Volksschule, sondern als ein Uebergangsjahr von der Schule zum Beruf. Natürlich dürfen zur Zeit der Oeffentlichkeit keine allzu hohen Kosten daraus erwachsen. Nachmittags leerstehende Schulräume müssen vorerst herhalten, erwerbslose Lehrkräfte, Meister und Techniker konnen herangezogen werden. Einige Städte haben schon freiwillig derartige Klassen eingerichtet, der Anfang ist also gemacht und man darf überzeugt sein, daß der Ausbau dieser Einrichtungen unsere Tagesnot überbauern wird. Nun wird mit Recht eingewandt, daß dustrie und Handwerk jährlich rund 260000 Lehrlinge einstellen müssen, und daß unmöglich erwachsene Arbeitskräfte in die freiwerdenden Arbeitsstellen der Vierzehnjährigen eingereiht werden können. Mehr denn je haben wir auf die Wirtschaft zu hören, denn sie ist ja nicht das goldene Kalb, das wir umtanzen, sondern unser aller Nährmutter. Hierzu ist folgendes zu erwidern. Mit der Einführung des„Bürgerschuljahres“ findet nur in einem einzigen Jahr ein Ausfall an Lehrlingen statt. Notzeiten aber bringen Notverordnungen, und es dürfte nicht schwer sein, durch eine solche zu bestimmen, daß die Ostern zu Ende gehenden Lehrzeiten allgemein zu den gleichen Bedingungen um ein Jahr verlängert werden. Damit wäre der Lehrlingsausfall gedeckt und zugleich würde verhütet, daß die Lehrlinge sofort nach Beendigung der Lehrzeit zur Entlassung kommen, wie das leider heute so häusig geschieht. Mit der Einführung des 15. Lebensjahres als Grundalter für Arbeitseinstellung müßte selbstverständlich eine automatische Verschiebung der Tarife für Jugendliche um ein Jahr hinauf erfolgen. Die geistige Auseinandersetzung zwischen Individuallismus und Kollektivismus ist das Zeichen unserer Tage. Eine alte Welt scheint zu versinken, im nicht sehr fernen Osten eine neue heraufzusteigen. Zeigt die Geschichte der Menschheit solche schroffen Brüche? Oder gleitet nicht immer Ewig=Unverlierbares und Zeitlich=Notwendiges uns unbemerkt ineinander über? So könnte auch die Lebensform der kommenden Generation eine Synthese sein, die Lebensbahn sich auf zwei Gleisen vollziehen. Es wäre denkbar, daß die Lösung hieße: Kollektivismus in der harten, unerbittlichen Arbeit, wo Arbeit nie mehr Erholung sein kann, dafür tieferes, individuelles Leben in der Zeit der Ausspannung, des Sich=selbst=gehörens, im engen Kreise der„Vertrauten— der Familie“ und in einer ihrer würdigen Stätte. Solch eine Perspektive unserem Volke zu geben, ist jetzt, in der Zeit der großen Mutlosigkeit, unsere heilige Pflicht. Die nimmermüde Forderung von Bodelschwinghs:„Wir müssen hoffnungsvolle Leute schaffen", kann bei gutem Willen selbst heute ihre Erfüllung finden. Viel guter Wille und Mitleiden mit den wirtschaftlich bedrängten Brüdern und Schwestern ist in unserem Volke vorhanden und viel Verständnis für das heimatlose Proletariat. Gelänge es, diese national entwurzelten Menschen wieder an Scholle und Heim zu binden, so würde wohl mancher, indem er seinen Nachkommen ein Kinderland schafft, sein Vaterland wiederfinden. Internationale Probleme in italienischer Beleuchtung. „Die internationale öffentliche Meinung in Europa und Amerika ist hheutigentags davon überzeugt, daß die verworrene Situation sich nur dann lösen läßt, wenn man allerschnellstens damit beginnt, das Rüstungsproblem zu lösen. Eine Ausnahme machen nur ganz bestimmt abgegrenzte europäische Gebiete, die diesem Gedanken hartnäckig widerstreben. Die betvüblichen und bedauernswerten Gründe dieser Erscheinung sind gleicherweise: Verständnislosigkeit, Egoismus, Unwissenheit, Vorurteil, Leichtsinn, Angst. Wenn politische, wirtschaftliche und psychologische Faktoren in leidiger Verschwörung dazu beitragen, die Lage zu erschweren, so umschließt das Rüstungsproblem die bestimmenden Motive aller drei verschiedenen Gesichtspunkte der Krise. Aber man darf dies Problem nicht nur unter die Lupe nehmen vom allerdings eindrucksvollen und in die Augen fallenden Gesichtspunkt finanzieller Belastung und Verschwendung, die doch der heutige Rüstungsstand bedeutet; denn es wäre übertriebener Optimismus zu glauben, daß mit einigen im Rüstungsetat der verschiedenen Völker ersparten Milliarden es möglich sei. dieser Krise Herr zu werden oder auch nur das tiefe Unbehagen, von dem das Leben aller Völker ergriffen ist, zu mindern. Die Rüstungen bedeuten das grundlegende Hindernis für eine ernste Prüfung der Krise. Da sie stets eine potentielle Bedrohung darstellen, verhindern sie auch, daß andere Initiativen Gestalt gewinnen, um auch anderen Gründen des Mißbehagens den Garaus zu machen. In ihrer heutigen Höhe und mit den enormen Kosten, die sie verursachen, bedeuten sie ein unbeschreibliches Uebermaß. Sie widersprechen allen finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Völker, sie täuschen eine Gefahr vor, die gar nicht vorhanden ist. Vor allem sind sie ein Schlag ins Gesicht für alle Garantien politischer, rechtlicher oder moralischer Art, welche die ganze Organisation des Friedens darbietet, als da sind Verträge und internationale Abmachungen, die doch alle nur den einen Zweck verfolgen, bewaffnete Konflikte zwischen den Mächten zu erschweren. So bilden die Rüstungen also eine Bedrohung und eine Gefahr, nicht eine Friedensgarantie für die Welt. Der denkbar höchste Rüstungsstand wird niemals das Maß an Sicherheit schaffen können, das nötig ist, um nun mal aufzuräumen mit all der Unsicherheit, Besorgnis, Bedrohung, Angst, die wie ein Alp lasten auf dem Wirtschaftsleben der Völker. Der Anfang kann nur darin bestehen, daß man darauf verzichtet, sein Recht in reiner Gewalt zu suchen, daß man wirklich eine feste Basis schafft für die vielgepriesene Gemeinschaftsarbeit unter den Völkern. Letztere ist nur in den Paragraphen der Friedensverträge feierlich proklamiert, sie ist aber null und nichtig, solange die Rüstungen in völlig unlogischem Widerspruch zu ihr stehen. Durch die Rüstungen wird heute nur eine Politik der Gewalt und der dauernden Bedrohung proklamiert. Manche Anzeichen wollen aber den Glauben in uns erwecken, daß man jetzt endlich im Begriff ist, dem Rüstungsproblem den Vorrang zu geben vor all den anderen Fragen, die bisher den Gegenstand für internationale Zusammenkünfte gebildet haben und die sich doch nie werden lösen lassen, wenn man nicht vorher das Hindernis der Rüstungen aus dem Wege geschafft hat. Es will uns sscheinen, daß seit den jüngsten Genfer Debatten und der Begegnung von Chequers eine Formel Gestalt gewinnt, die den Schlüssel bildn könnte zu einer Wandlung der Verhältnisse. Sie besteht darin, daß man jedwede Maßnahme zur Bannung der Krise und zur Rückkehr zu normaleren Lebensbedingungen abhängig machen muß von dieser unausweichlichen Vorbedingung: Rüstungsbeschränkung! Wenn die amerikanischen Staatsmänner, die sich anschicken, über den Ozean zu kommen, um sich persönlich von den Wirtschaftsverhältnissen Europas zu überzeugen, sich diesse Formel zu eigen machen, wie man von ihnen behauptet, oder wenn sie wenigstens geneigt sind, ihre Logik und Bedeutung anzuerkennen, dann ist es möglich, für die vielen Leiden unseres Kontinents ein Heilmittel zu schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt kann man getrost sagen, daß von dem Ausgang der kommenden Abrüstungskonferenz die Rettung Europas abhängt, und wenn das, was man bisher über die Absichten der führenden Politiker weiß, nicht täuscht, dann darf man dem großen Ereignis eine gute Prognose stellen.(Ja, wenn..! D. Uebers.) Eine Politik der Abrüstung steht in gewisser Weise in Gegensatz zur Politik der Anleihen und Moratorien; immerhin nimmt sie ihnen ihre Gefährlichkeit. Die neue Auffassung hinsichtlich Anleihen und Abrüstung, die jetzt in England und Amerika vorzuherrschen scheint, findet Italien ganz auf ihrer Seite. Wir sind für eine möglichst radikale Begrenzung der Rüstungen unter der Bedingung, daß unsere eigenen denen der anderen höchstbewaffneten europäischen Mächte nicht unterlegen sind. Wir glauben nicht, daß eine Anleihenpolitik den Ländern, deren Wirtschaftsleben verwüstet ist, wirkliche Hilfe bringen kann. Anleihen lösen nicht den ganzen Komplex von Wirtschafts= und Produktionsproblemen bestimmter Länder, sondern erschweren und komplizieren sie nur, bedeuten sie doch fast immer oberflächliche Heilmittel und geradezu einen Anreiz, in einer politischen Richtung fortzufahren, die den Gesamtinteressen Europas nur geföhrlich ist. Während die faschistische Regierung also einerseits die zwingende Notwendigkeit wirklicher Abrüstung betont, schließt sie andrerseits Abkommen mit anderen Nationen, um den Austausch von Waren und Produkten zu fördern, je nachdem das Wirtschaftsleben der vertragschließenden Völker ihn erfordert. So leisten wir wesentliche Aufbauarbeit für die wirtschaftliche Konsolidierung des Kontinents.(Und wenn Deutschland und Oesterreich dergleichen wollen, dann...! D. Uebers.) Falls wir eine Anleihe nötig haben, so verlangen wir sie von den Italienern, die sie uns bieten weit über das von uns geforderte Maß hinaus. Italiens Methode, Beispiel und Erfahrung kann also einen Beitrag liefern zur Entwicklung der delikaten Fragen, die nun immer mehr in den Vordergrund treten mit der Einberufung der Abrüstungskonferenz, mit der Ministerbegegnung von Chequers und mit der Reise der amerikanischen Staatsmänner nach Europa.“— So zu lesen im„Popolo'Italia“. Ueberschrift:„Erst abrüsten!" w. 6. „Stahlhelm und Parteien“ Das deutsche Volk steht am Vorabend einer Schicksalswende, wie sie ihm seit 1918 nicht mehr beschieden gewesen ist. Jeder fühlt, daß eine Wolke über uns lastet, die sich über kurz oder lang mit elementarer Gewalt entladen muß. Niemand kann dem Gesamtschicksal ausweichen. Wir sind in wahrer Notgemeinschaft aneinander gebunden wie seit 1914 nicht mehr. Trotz aller tiefen Risse und Brüche im Körper fühlen wir, daß wir alle zu einem Volk gehören, das sein Schicksal gemeinsam tragen und gemeinsam meistern muß. In dieser Not kann uns nur die breite Front derer helfen, die einsichtig genug sind zu erkennen, daß es so in allem, in Wirtschaft, Politik und Kultur in Deutschland nicht weiter gehen kann. In solcher Einsicht hat die Leitung des Stahlhelmtages in Breslau alles vermieden, was die Kräfte entzweien könnte, die zusammenstehen müssen, wenn wir auf diesem nationalen Trümmerfeld wieder aufbauen wollen. Wie schon bei der Einleitung zum Volksbegehren hat der Stahlhelm auch hier seinen Ruf zur Sammlung ertönen lassen. Die Worte des Bundeskanzlers Wagner beim Presseempfang geben Aufschluß über Wesen und Ziel dieses Bundes, der in dieser äußerst kritischen Lage unseres Vaterlandes ruhig und besonnen und doch mit der ganzen Wucht des alten soldatischen Angriffsgeistes an die Arbeit geht. Der Kanzler sagte: Bei der Beurteilung des Stahlhelmsgedankens dürfe man sich nicht von den„Parademärschen“ verleiten lassen, es handele sich vielmehr um eine geistige Bewegung. Es sei auch falsch, den Stahlhelm als rechtsgerichtet zu bewerten. Die Bewegung erstrebe die Volksgemeinschaft, verstehe darunter allerdings niemals Volksvermanschung. Man bekämpfe die unproduktive Macht des Parlaments und trete für die Erweiterung der Rechte des Reichspräsidenten ein. Dieser Kampf gelte heute in Preußen erst recht einem Parlament, das veraltet und nicht mehr dem Volkswillen gemäß zusammengesetzt sei. Beim Volksbegehren habe der Stahlhelm nicht an eine partetpolitische Einstellung apelliert, sondern überparteilich an die vaterländische Seele. Der Breslauer Aufmarsch stelle in der Kleinarbeit des Bundes ein Zwischenspiel dar, das es ermögliche, alle Kameraden im Großen wieder einmal zusammenzufassen. Käme die Bewegung an die Führung, so würde sie ihre Sache so gut machen, wie sie könnte. Dabei würde sie aber nicht mit den scharfen, sondern mit den starken Geistern gehen!— Es ist kein Zweifel, daß der Stahlhelm mit dieser Erklärung sich seiner Vermittleraufgabe bewußt ist, dafür zu sorgen, daß die wertvollen nationalen Kräfte aller Richtungen zusammengefaßt werden. Bei dieser Sachlage muß es äußerst befremdend erscheinen, wenn der Stahlhelmtag und seine im besten Sinne nationalen Absichten so ungeheuerlich verläumdet werden. Kriegshetze soll Seldte getrieben haben, wenn er sagte:„Wir fordern an dieser Stelle, daß kein Mittel der Innen= wie der Außenpolitik ungenützt bleibt, das geeignet ist, der bedrängten Ostmark, insbesondere dem schlesischen Land wirksame Hilfe und Kräftigung zu bringen“— und weiter:„Stahlhelmkameraden! dort liegt der deutsche Osten, dort liegt Deutschlands Schicksal!— Die Ostmark ist von polnischen Eroberungsgelüsten bedroht. Das werden wir nie zulassen!"— Kann jemand gegen diese Worte etwas einwenden, dem nationale Selbstaufgabe noch nicht Religion geworden ist?— Sachlich ist zu diesen Angriffen, die ja in Paris und Warschau bereits ihre verhängnisvollen Früchte getragen haben, folgendes zu bemerken: Der Bund der Frontsoldaten kämpft für den Frieden. Dazu Die deutschen Kriegsgefangenen. Von Karl Wilke. Das klassische Beispiel der Gefangenschaft eines ganzen Volkes ist die babylonische der alten Juden; das modernste die des ganzen deutschen Volkes, das durch die Fesseln des Versailler Vertrages gezwungen ist, innerhalb eines unsichtbaren Stacheldrahtes wie in einem riesigen Gefangenenlager zu leben. Doch schon während des Weltkriegs und teilweise auch noch lange Jahre nach demselben hat es ein riesiges Heer Deutscher, fast eine Million Männer am eigenen Leibe gespürt, wie bitter und oft grauenvoll das Leben hinter dem wirklichen Stacheldrahtzaun, das des Kriegsgefangenen, ist. Dieses Heer, diese Million Deutscher war eine Schicksalsgemeinschaft, wie sie früher niemals auf der Erde existiert hat in ihrer ungeheuren Ausdehnung über den Erdball und der mannigfaltigsten, wenn auch im Grundcharakter überall gleichen Art ihres Erlebens und Erduldens. Bedenke man doch, daß uns fast die ganze Welt verseindet war und daß der sinnlose Haß gegen uns Deutsche, der Jahre gebrauchte, um Deutschland selbst, das ihm wie ein Block aus Stahl und Eisen trotzte, zu zektrümmern, mit den wehrlosen Kriegsgefangenen leichteres Spiel zu haben glaubte. In einer der ersten Kritiken über mein Kriegsgefangenenbuch, den„Prisonnier Halm“, hieß es:„Wir werden mit Beschämung gewahr, welches bittere Unrecht wir nur zu oft unseren Kriegsgefangenen angetan und ihnen jetzt abzubitten haben.“ Wir ehemaligen Kriegsgefangenen wußten um diese abfällige Meinung und haben sie oft gefühlt; wir wissen aber auch, daß sie in allen anderen Kreisen als denen der Frontsoldaten verbreitet war, denn der ehrliche Frontkämpfer weiß nur zu gut, wie leicht man in Gefangenschaft geraten konnte und wie oft er selbst nahe daran gewesen ist. Er weiß auch, daß der deutsche Soldat nicht an ein Ueberlaufen zum Feinde dachte; wie haben es erlebt daß Elsässer, Polen und Tschechen eines Tages aus dem Graben fortgingen, um nie wiederzukehren, worauf wir ist es erforderlich, daß den politischen Eroberungsgelüsten eine wirkliche Macht entgegengesetzt wird. Der Bundesführer Düsterberg hat aus diesem Grunde in seiner Rede auf den„Polenspiegel“ Bezug genommen, eine Sammlung von Beweisstücken, aus denen der wissenschaftliche Nachweis für die polnischen Eroberungsabsichten unschwer geführt werden kann. Es wird höchste Zeit, daß die deutsche Oeffentlichkeit, auch die amtliche!, endlich einmal den Spieß umdreht und aus ihrer bloß defensiven Haltung heraustritt. Die Welt muß wissen, daß der Friede Europas nicht durch den Selbsterhaltungswillen der deutschen Frontsoldaten bedroht wird, sondern durch den polnischen Imperialismus, der von den französischen Verbündeten immer wieder ermutigt wird. Sturmwolken über Deutschland! Es ist an der Zeit, daß jedermann seine Stellung bezieht. Wo der Stahlhelm heute im Getriebe der Parteien seine Stellung genommen hat, das mag eine Erklärung der deutschen Volkspartei zeigen:„Wir werten den Breslauer Stahlhelmtag, der eindrucksvoll wie seine Vorgänger verlaufen ist, als einen starken Halt in schwerer Sturmzeit, die uns vielleicht nicht erspart werden wird.“ Sauerländer. Sozialismus. Zwei Pole, die sich in ihrer Eigenart fast ergänzen zu einem wesentlichen Ganzen. Zu Unrecht hat man immer wieder versucht, dem Christentum eine politische Kappe überzuziehen. Es darf und kann nicht politisch sein, weder in einer oder der andern Richtung. Die streng lutherische Richtung lehnt es entschieden ab, sich in der Gesamtheit politisch zu betätigen. Es ist ebenso verkehrt, sie als ein Mittel faschistisch=kapitalistischer Anschauung angusehen, als eine Dienerin linksgerichteter Kreise. Der strenggläubige Christ sieht seine Ehre darin, neutral zu sein. Richtig gesehen, ist es ja auch ein Unding, die Kirche (ich rede nur von der evangelischen) in ein parteipolitisches System hineingezwängt sehen zu wollen. Seit Urzeiten steht die christliche Gemeinschaft(mit wenigen Ausnahmen) über der äußeren Politik. Daß Geistliche und kirchliche Angestellte usw. auch eine Privatanschauung in politischer Hinsicht haben, ist sicher, doch spielt das hier keine Rolle. Warum nun christlicher Sozialismus? Von den ersten Zeiten an waren die Christen bemüht, auf Grund ihres Glaubens sozial zu wirken. Es ist unverständlich, daß die heutige Sozialdemokratie so radikal gegen Kirche und Christentum sich ausspricht, zumal ihre ersten— bezw. bedeutenden ersten Vertreter ihrer Anschauung in christlichen Kreisen zu finden waren. Man hat, nicht mit Recht, den Stifter der christlichen Religion einen Sozialdemokraten geheißen. Jesus Christus war der vollkommenste Christ, der Sohn der Gottheit, kein Parteimensch. Das Menschengeschlecht pflegt in seinem Ausdruck seine(Christi) Handlungsweise sozial zu nennen, es ist mehr als sozial gewesen. Die ersten Apostel, Bauern und Fischer(Proletarier würde man heute sagen), wirkten christlich=sozial. Aus ihnen erwuchsen die ersten Witwen= und Waisenpfleger, Gemeindehelfer und Prediger. Praktiker und Theoretiker in einer Person. Wie gewaltig diese„Proletarier“ wirkten, lehren uns die Zeitgenossen und die eigenen Briefe im Neuen Testament. Die Uridee des Sozialismus— helfen, fördern— geht in manchen Stücken auf sie zurück. Wie weit der heutige„Sozialismus“ von diesem Wege gewichen ist, möge jeder sselbst überprüfen. Es ist eine traurige Feststellung, daß man gerade in sozialistischen Kreisen das nachher den Verrat wichtiger Punkte hinter der Front oder der Ablösungszeiten an der einsetzenden feindlichen Kanonade spürten und wußten, wohin sich jene Lumpen gewandt hatten. Der deutsche Soldat dachte nicht an derartiges. Auch die feindlichen Flugblätter, die ihm alles Beste in der Gefangenschaft versprachen, haben bei ihm nicht verschlagen; er hatte es oft genug schon anders erfahren und traute dem nicht, wenn er auch selbst längst voller Erbitterung üüber den langen Krieg war. Gewiß steckt in jedem Deutschen noch das alte„Lever dod als Sklav!“ und wo das Leben einmal eingesetzt werden soll, gilt es für ihn auch bis zum Letzten zu kämpfen. Der moderne Maschinenkrieg schafft aber auch andere Vorbedingungen für eine schließliche Kapitulation als etwa eine äußere sichtbare Verwundung, die früher als Entschuldigung gelten konnte, innere, seelische Zusammenbrüche nach den oft wochenlang mit Anspannung aller Willenskräfte ertragenen Detonationen der Stahlmassen, die auf den Soldaten dieses Krieges, besonders auf den deutschen, herniederprasselten, durch den Hunger und die immer deutlicher gutage tretende Aussichtslosigkeit des Heldenkampfes der Deutschen. Und doch ist kaum einer von ihnen mit erhobenen Händen dem Feinde entgegengetreten, sie wehrten sich bis zuletzt, der Akt der Gefangennahme ging dann über die meisten hinweg, ehe sie sich dessen bewußt wurden. Und dann? Damit war der Krieg gewiß nicht zu Ende, wie mancher von uns wohl selbst hoffte und wie uns die Gegner entgegenriefen. Jetzt begann erst ein verbissener, verzweifelter Kampf ohne Waffen. Aus dem Fegfeuer einer Hunger= und Vernichtungsfront ging es nun in die Hölle der seindlichen Vergeltungsläger. Glücklich die wenigen, die da in amerikanische Gefangenschaft gerieten; dort gab es gute Unterkunft, beste Behandlung und satt zu essen, wie es die französischen Flugblätter auch für ihr Land versprachen. Die Amerikaner machten sich oft ein Sport daraus, die verhungerten deutschen Soldaten wieder herauszufuttern, bis sie rund und gesund aussahen.„Big man, big man!“ hieß es dann wohlwollend beim Appell, wo solch ein besonders gut genährtes Exemplar von Prisoner of War vom Korporal entChristentum teils ignoriert, teils bekämpft. Ist denn ei tatkräftiges Helfen ohne die Grundlage christlicher wie die Urzeit sie zeigte, überhaupt denkbar? Ein sa, ziales Wirken erfordert selbstlose Liebe, und sselbstlofe Liebe ist eine Gabe der Gottheit nach Anschauung de. christlichen Kirche. Sie muß erbeten werden. So nur konnten die ersten Christen das erreichen, was sie erreicht haben, eine Ausbreitung des christlichen, und in zweiter Linie des human=sozialen Liebesgedankens. Welche Ströme segensvoller Arbeit könnten von der heutigen sozialen Richtung ausgehen, wenn sie weniger die„Le. gende" oder besser die Wahrheit des Bibelchristentung antasten wollte. Es ist ja unmöglich, Kirchenmänner wie Luther, Aug. H. Franke, Oberlin und andere sozialden, kende Menschen vergangener Zeit als Narren zu betrach, ten, weil sie gläubige Christen waren. Wie vieles würde sich bessern im deutschen Volke, wenn die größte deutsche Partei christlich=sozialdemokratisch wäre. Solange sich das deutsche Volk auf seinen Gott besann in Freud und Leid ging es bergauf. Christlicher Sozialismus— er liegt so nah und doch so fern. Unser Gott gebe ein brennendes Herz zum Helfen, ungestört durch allen Parteihader und Klassenhaß, ein Herz, das tief christlich denkt, ein Herz, das echt sozial ist. So kann es auswärts gehen. Seemannsmissionar A. Nielsen. Geestemünde, Seemannsheim. Die Gewerkschaften beim Reichsarbeitsminister. Am Montag fand im Reichsarbeitsministerium die angekündigte Besprechung zwischen den Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die aus Grund der Ermächtigung der Reichsregierung zur Arbeitszeitverkürzung zu erlassende Durchführungsverordnung statt. Der Entwurf sieht eine Kürzung des Gehaltes bzw. des Lohnes in vollem Umfange der Arbeitszeitverkürzung vor. Bei einer Herabsetzung der regelmäßigen wöchent. lichen Arbeitszeil von 48 auf 40 Stunden könnten also die durch Lohnabbau und Krisensteuer bereits geschmälerten Einkommen noch einmal um ein Sechstel gekurzt werden. Dagegen ist in dem Entwurf für die Durchführungsverordnung eine Verpflichtung der Arbeitgeber zu Neueinstellungen entsprechend der Arbeitszeitverkürzung nicht vorgesehen. Ueber die Lohnkürzung kam es zu einer sehr lebhaften Aussprache. Die Gewerkschaften vertreten die Meinung, daß den Arbeitnehmern nicht neben den bereits auferlegten Belastungen noch eine weitere Senkung des Einkommens um ein Sechstel zugemutet werden könne. Von den Vertretern des Gewerkschaftsbundes der Angestellten wurde eine solche erneute Schmälerung der Gehälter vor allem für die Angestellten als völlig untragbar bezeichnet. Sehr lebhaft kam die Befürchtung zum Ausdruck, daß ohne Einstellungsverpflichtung die Arbeitszeitherabsetzung ihren Zweck verfehle und nicht zu einer Verminderung der Arbeitslosigkeit, sondern lediglich zu einer Senkung der Löhne und Gehälter führe. Das Reichsarbeitsministerium gab zu, daß die Kürzung des Einkommens vielfachen Bedenken begegne. Es wurde in Aussicht gestellt, daß vor der Herabsetzung der Arbeitszeit auch die Einkommen geprüft und, falls eine weitere Kürzung nicht mehr als tragbac erscheine, von der Arbeitszeitverkürzung ganz Abstand genommen werden solle. — Die Stadt Schneidemühl ist am Sonntagabend wieder von einem polnischn Militärflugzeug überflogen worden. K deckt wurde. Im amerikanischen Lazarett Tours gab es täglich frische Wäsche, täglich ein Bad, gab es Sport und Lektüre und die Post durfte unzensiert befördert werden; da war ja auch nichts zu klagen. Auch die japanische Kriegsgefangenschaft war leidlich; die englische entsprach etwa der deutschen: hart, doch kameradschaftlich in der Behandlung. Ein Vergnügen war auch sie nicht und es sind dort gewiß viele Uebergrifse von Kommandanten vorgekommen, wie überall, wo Menschen über Menschen Gewalt haben, wie auch bei den Deutschen. Aber das System war, ebenso wie bei uns, straffer und menschlicher. Furchtbar war das Los der deutschen Kriegsgefange. nen in Rumänien. Aus dem Lager Sipote dort sind von 2500 Mann nur 17 wieder herausgekommen, die zu eneletten abgemagert waren. Ich weiß von dem Fall eineKriegsgefangenen in Rumänien, den man stundenlant mit dem Kopf nach unten an einem Baum hängen lleber hatte sich als deutscher Jude selbstverständlich zum Deutschtum bekannt, das war sein Verbrechen. Die furcht baren Schilderungen des Franzosen Barbusse in seinen Buche:„Tatsachen aus den rumänischen Gefängnissen geben ein Bild davon, was auch der deutsche Krieger" diesem Lande hat erdulden müssen. Grauenhaft war die Gefangenschaft in Rußland. D berüchtigten Erdbaracken in den Lägern Nowo=Niäct“ jewsk, Totzkoje, Troitzky und wie sie alle hießen, sind d“ wahren Massengräbern unserer Leute geworden. d“ Troitzky starben innerhalb drei Monaten von 17000 Mann 9000! In Totzkoje gar von 25 000 Mann 17000 vier Monaten! Das Herz bleibt einem doch stehen man möchte an aller Menschlichkeit in der Welt verzwe“ seln, wenn man in den Büchern von Dwinger und t Schwedin Clsa Brändström, die sich unter dem Einsaß res Lebens so hochverdient um die Deutschen in Sibirke“ gemacht hat, solche furchtbaren Zahlen lieft. Und es wirklich nicht die einzigen Beispiele dieser Art aus Neud land. Von den 160.000 deutschen Kriegsgesangenen“" Rußland sind 66.000 geblieben!! Davon fehlt bei uwft 50 000 überhaupt jede Nachricht; sie sind verschollen i“ umgekommen.(Schluß folgt.) „ leich Verkragner sich nicht. „Regelrechte Konferenz“ über Hoovers Vorschlag.— Der „Todesstoß gegen den Youngplan“. Während in der ganzen Welt Einmütigkeit darüber herrscht, daß der von dem amerikanischen Präsidenten empfohlene einjährige Zahlungsaufschub für alle Kriegsschuldenverpflichtungen die Lage Europas verbessern und der gesamten Weltwirtschaft förderlich sein wird, blieb es dem reichen Frankreich vorbehalten, Bedenken gegen den großzügigen Vorschlag Hoovers geltend zu machen. Der tiefere Grund des französischen Widerstandes besteht in der Besorgnis, daß ihm nach dem Ausfall der deutschen Tribute die Miltel zur Bestreitung seiner Rüstungskosten fehlen. Frankreich will daher versuchen, auf dem Verhandlungsweg noch möglichst viele Sondervorteile und„Garantien“ für sich herauszuholen. Der französische Ministerrat wird sich am Dienstag mit dem amerikanischen Moratoriumsvorschlag befassen, doch ist das„Echo de Paris“ schon jetzt in der Lage, eine Erklärung einer ungenannten Persönlichkeit der französischen Regierung zu der Angelegenheit zu veröffentlichen. Danach hofft die französische Regierung, daß es sich nach Auffassung des Präsidenten Hoover nicht darum handele, „die Rechte Frankreichs zu beeinträchtigen,“ das sich, vom wirtschaftlichen und finanziellen Standpunkt gesehen, nicht in der Lage befinde, auf drei Milliarden Francs zu verzichten, die für Frankreich der Ankeil der geschützten Annuität ausmache. Sowohl durch die Bestimmungen des Youngplans als auch durch die im Haag unterzeichneten Abkommen sei feierlich vereinbart worden, daß die geschützte Annuität nicht angetastet werde. Amerika könne nicht verlangen, daß sein Versuch zur Wiederflottmachung der deutschen Finanzen durch eine Operation vorgenommen werde, bei der Deutschland der alleinige Nutznießer zum Schaden Frankreichs und der Länder Mitteleuropas sein würde, die ihr Vertrauen in Frankreich gesetzt hätten. Das„Echo de Paris“ erwartet, daß die sranzösische Regierung beantragen werde, daß das von Hoover vorgeschlagene Moratorium auf einer„regelrechten Konferenz“ besprochen werde, an der alle an den Reparationen interessierten Mächte teilnehmen würden, und daß „Garantien“ ergriffen werden, damit nach Ablauf eines Jahres alles wieder in die Ordnung des Youngplans eintrete. Auch die übrigen Pariser Blätter erklären es für ausgeschlossen, daß Frankreich auf eine bedingungslose Unterbrechung der Reparationszahlungen eingehen könne. Es wäre skandalös, meint das„Journal des Debats"“, wenn Frankreich zugemutet würde, die aus den deutschen Zerstörungen hervorgegangen Wiederaufbaulasten auf sich zu nehmen. Außerdem bedeute der amerikanische Vorschlag einen gegen den Youngplan gerichteten Todesstoß. Die Zeit ist zu knapp! Amerika läßt sich nicht auf Verhandlungen ein. Staatssekretär Stimson erklärte, zu einer internationaten Erörterung des Vorschlages Hoovers fehle die Zeit. Eine konferenz komme nicht in Frage. Solle der Vorschlag die gewünschte Wirkung haben, dann müsse er unverzüglich von allen Gläubigerländern angenommen werden. Die bekeiligten Staaten seien auf diplomatischem Wege von dem Vorschlage des Präsidenten in Kenntnis gesetzt worden. Durch die Erklärung des amerikanischen Außenministers, ist allen Versuchen Frankreichs, durch langwierige Feilschereien Sondervorteile herauszuschlagen, ein Riegel vorgeschoben. Der Senat geschlossen hinter Hoover. Der republikanische Senator Smoot, Vorsitzender des Finanzausschusses des Senats, und Mitglied der Schuldenfundierungskommission, der an dem Abschluß der Kriegsschuldenabkommen maßgebend beteiligt war, hat nachtraglich seine Zustimmung zu dem Schritt Hoovers gegeben. ebenso Senator Robinson, der Führer der demokratischen Minderheit, so daß ein geschlossenes Vorgehen des Senats gewährleistet erscheint. Frankreichs Antwort. Der französische Ministerrat wird sich mit einer Antwort auf den Vorschlag Hoovers beschäftigen, die der Finanzminister Flandin, Ministerpräsident Lavalle und Außenminister Briand ausgearbeitet haben. Frankreich und Hoovers Vorschlag.— Neue politische Forderungen. — Paris, 22. Juni. In französischen politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß Frankreich bei seiner Stellungnahme zu Hoovers Vorschlag folgende Gesichtspunkte behalten werde: 1. Es sei zu bedenken, ob der Vorschlag des Präsidenten überhaupt Aussicht habe, vom amerikanischen Kongreß in vollem Umfang gebilligt zu werden. Man dürfe die Haltung der amerikanischen Volksvertretung gegenüber dem von Wilson unterzeichneten Versailler Vertrag nicht vergessen. 2. Man möge ferner die Frage untersuchen, ob die Wiederherstellung der deutschen Zahlungsfähigkeit nach Ablauf des Moratoriums vollkommen gesichert erscheint. 3. Frankreich müsse alles tun, damit der ungeschützte Leil der deutschen Zahlungen weiter geleistet werde. Ferner müsse Frankreich jetzt die von Deutschland in Locarno verweigerte bindende Erklärung verlangen, daß die durch den Versailler Vertrag geschaffenen Ostgrenzen Unabänderlich seien. Vermutlich werde die französische Regierung in Washington erklären, daß sie Hoovers Vorschläge nur unter der Voraussetzung grundsätzlich billigen könne, daß Deutschland ihr die erforderlichen Sicherheiten biete. Auch in Bezug auf die Abrüstungsftage seien politische Garantien von seiten Deutschlands unerläßlich. England begrüßt Hoovers Vorschlag. Kabinettssitzung am Mittwoch. Wie Reuter erfährt, hat der Vorschlag Hoovers in den verantwortlichen britischen Kreisen eine bemerkenswerte Ueberraschung hervorgerufen, ist aber als erster Schritt für eine Beilegung der finanziellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Europa mit Freude ausgenommen Pepen Der nächste Schritt wird, wie es heißt, ein ein: Das britische Kabinett wird sich in seiner nächsten „Sitzung am Mittwoch mit der Angelegenheit befassen. Der in England weilende amerikanische Schatzsekretär Mellon bemerkte zu Hoovers Botschaft lakonisch:„Das ist eine gute Nachricht!" Lloyd George gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß Hoovers Schritt sehr wesentlich zur Behebung der Weltwirtschaftsnot beitragen werde. Der Sir Robert Horne erklärte, Hoovers Mitteilung sei gerade noch zur rechten Zeit gekommen. Irgendeine Aktion mußte unternommen werden, wenn man ein deutsches Finanzchaos, das sich über ganz Europa hätte ausdehnen können, vermeiden wollte. Italien ist einverstanden. Die öffentliche Meinung Italiens hat Hoovers Vorschläge günstig ausgenommen und erinnert daran, daß der Moratoriumsplan mit der früheren Haltung Italiens übereinstimme. Italien hat stets erklärt, daß es mit einer allgemeinen Suspendierung der zwischenstaatlichen Zahlungen einverstanden ist, zumal die Schuldenzahlungen, die Italien zu leisten hat, ebensoviel ausmachen, wie der ihm aus den deutschen Reparationszahlungen zustehende Betrag. * Präsident Hoover Präsident Hoover, der in seinem Landhaus in der Nähe Orange(Virginia) von einer anstrengenden Woche ausruht, hat mit großer Genugtuung die Presseberichte aus dem Auslande und aus verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten über die Aufnahme, die sein Vorschlag gefunden hat, gelesen. Amtliche Kreise betonen, Hoover sei„sehr befriedigt". Die amerikanischen Blätter bringen Zustimmungserklärungen zahlreicher hervorragender Persönlichkeiten. Besonders bemerkenswert sind die Aeußerungen der Senatoren Glaß, der für eine weitergehende Schuldenrevision eintritt, und Borah, der die Hoffnung ausspricht, daß während des einjährigen Zahlungsaufschubs, eine drastische" Rüstungsbeschränkung und eine Revision des Reparationsproblems erreicht wird. Owen Young, der Namengeber des Youngplans und möglicherweise demokratischer Gegenkandidat Hoovers für die Präsidentschaftswahl, nannte die Aktion des Präsidenten, den„Vorschlag eines weisen Gläubigers“ und gab der Hoffnung Ausdruck, daß andere Regierungen ebenfalls so handeln. Außerdem sprachen sich noch führende Männer der amerikanischen Bankwelt, wie Thomas W. Lamont und I. P. Morgan u. Co., Albert S. Wiggin, der Präsident der Chase National Bank, und Paul Warburg, der Vorsitzende des Aufsichtsrats der International Acceptance Bank für Hoovers Vorschlag aus. Staatssekretär Stimson über den Brief Hindenburgs. Gerüchte über eine Botschaft Hindenburgs an Hoover, die dahin lauteten, der Reichspräsident habe seinen Dank ausgesprochen und Deutschlands Einverständnis mit Hoovers Vorschlag ausgedrückt, veranlaßten Staatssekretär Stimson zu folgender Erklärung:„Seitdem die finanzielle Lage in Deutschland hier Gegenstand des Studiums wurde, hat Präsident Hoover sich bemüht, möglichst genaue und authentische Informationen zu erlangen. Er erbat daher kürzlich von der deutschen Regierung eine derartige Information, wobei er den Wunsch ausdrückte, daß sie von höchster Stelle kommen möge, Hierauf erhielt er Antwort in Form eines vom Präsidenten Hindenburg an ihn gerichteten Briefes, dessen Inhalt er als vertraulich und nur für ihn selbst bestimmt betrachtet. Im übrigen stimmt diese Information mit dem allgemein bekannten Gesamtbild überein, das die Regierung aus anderen amtlichen und privaten Berichten gewonnen hat.“ * Wirkung der Hoover-Botschaft. Nur milde Kredit-Restriktionen der Reichsbank.— Stürmische Hausse an der Börse. Die Botschaft des amerikanischen Präsidenten Hoover hat für die Deutsche Reichsbank und die Devisenlage eine ganz neue Situation geschaffen. Die Reichsbank rechnet mit einer starken psychologischen Entspannung in dem Sinne, daß das Ausland nicht mehr in dem seitherigen Umfange seine Kredite in Deutschland kündigt, und suß auch in Deutschland selbst eine allgemeine Beruhigung eintritt. Die Reichsbank hofft daher, daß sie die Kreditrestriktionen, die nach der Situation zum Schluß der vorhergehenden Woche noch in scharfer Form hätten durchgeführt werden müssen, jetzt in der allermildesten Form in Anwendung bringen kann. Aus diesem Grunde ist auch wieder die Notierung des Privatdiskonts erfolgt. Die Berliner Börse beantwortete den Vorschlag Hoovers, für Deutschland einen einjährigen Zahlungsaufschub zu erwirken, mit einer sensationellen Aufwärtsbewegung der Kurse von durchschnittlich 10 bis 20 Prozent, so daß der Börsenvorstand beschließen mußte, dort, wo die Nachfrage eine zu spontane Kurserholung auslösen wird, die Notierung aussetzen zu lassen. * Macdonald unterstützt Hoover. „England begrüßt den Vorschlag von Herzen.“ Der Moratoriumsvorschlag des amerikanischen Präsidenten kam am Montag gleich im Unterhaus zur Sprache. Auf Anfrage Baldwins, des Führers der Opposition, erklärte Macdonald, die Regierung begrüße die Erklärung Hoovers von ganzem Herzen. Sie erklärte sich ihrerseits sofort bereit, diesen Vorschlag im Prinzip zu unterschreiben. Die Regierungsmitglieder seien bereit, an der Ausorbeitung der Einzelfragen mitzuarbeiten, um der Erklärung Hoovers ohne Verzug zu praktischer Wirkung zu verhelfen. Das Unterhaus könne nicht erwarten, daß er gegenwärtig mehr darüber sage. Baldwin und Lloyd George erklärten sich mit den Erklärungen Macdonalds einverstanden. Die Frage der Sachleistungen. Die Auswirkungen des Schuldenfeierjahres. In Berliner politischen Kreisen ist im Zusammenhang mit dem Vorschlag Hoovers auf Einstellung der Reparationszahlungen am 1. Juli auch die Frage aufgeworfen worden, was mit den Sachleistungen wird. Es ist nicht daran zu zweiseln, daß auch die Sachleistungen mit eingestellt werden. Sie betragen im laufenden Etats- und Reparationsjahr etwa 450 Millionen Mark. Naturgemäß werden gewisse Industrien von einer Einstellung der Sachleistungen betroffen werden. In unterrichteten Kreisen hält man diesen Schaden aber nicht für sehr groß, da nach Ansicht der Fachleute mehr als die Hälfte, schätzungsweise sogar 60 bis 80 Prozent normalen Exports in den Sachlieferungen enthalten sind. Ein großer Teil der Lieferungen würde also ganz automatisch auf den Export übergehen. In Kreisen der Reichsregierung ist man der Auffassung, daß die freiwerdenden Reparationsgelder in erster Linie zur Reservebildung und zur Konsolidlerung kurzfristiger Kredite verwendet werden müssen, daß es darüber hinaus aber auch notwendig sein wird, einen Ausgleich für den Ausfall eines Teils der Sachlieferungen zu schaffen. Der Zweck des Schuldenfeierjahres ist ja gerade, die Wirtschaft wieder zu beleben. —— Ein starkes Französische Kolonialpropaganda in Deutschland. Für die zur Zeit in Paris stattfindende„Internationale Kolonialausstellung“ wird von französischer Seite in Deutschland eine intensive Propaganda betrieben, die leider in der Oeffentlichkeit nicht überall die verdiente Zurückweisung gefunden hat. Die Pariser Kolonialausstellung ist trotz der Teilnahme einiger Kolonialmächte(England hat sich nicht an der Ausstellung beteiligt), eine rein französische Propagandaangelegenheit und gibt keineswegs ein objektives Bild der mit Recht scharf kritisierten Methoden der französischen Kolonisation. In den Sonderabteilungen Kamerun und Togo unterschlägt die Ausstellung völlig die vorbildlichen deutschen Leistungen, auf deren Grundlage die jetzige französische Mandatsverwaltung aufbaute. Wir haben daher ganz und gar keinen Anlaß, die französische Ausstellungspropaganda in irgendeiner Weise zu fördern. Es ist zu begrüßen, daß im preußischen Landtag eine Anfrage an das Staatsministerium gerichtet worden ist, in der das Staatsministerium ersucht wird. Schritte zu unternehmen, um Deutsche von der Beteiligung an der französischen Propaganda=Ausstellung abzuhalten, und den Anlaß zu benutzen, über die französische Kolonialpolitik, insbesondere auch über ihr Unrecht an Deutschland erneut aufzuklären. Mit Recht wird in der Anfrage darauf hingewiesen, daß die französische Kolonialpolitik„gekennzeichnet ist durch die Fremdenlegion, durch den Raub deutscher Kolonien durch den Ausschluß deutscher Handelstreibender aus einem Teil des außereuropäischen Machtgebietes auch noch heute, durch Grausamkeiten während des Krieges gegen deutsche Kriegsgefangene, durch Grausamkeiten gegen die einheimische Bevölkerung, wie noch beispielsweise durch Massenerschießungen am 1. Mai in Indochina, durch die bewußt geduldeten Greuel farbiger Truppen gegen deutsche Frauen während der Besetzung des Rheinlandes und durch die Bewaffnung von Hunderttausenden Farbiger gegen Europa, vor allen Dingen zur Niederhaltung Deutschlands. Fallieres F. — Paris, 22. Juni. Im Alter von fast 90 Jahren starb hier der frühere Präsident der französischen Republik, Armand Jullières. Im Jahre 1883 war er Ministerpräsident und von 1906 bis 1913 Präsident der Republik. Fallières zog damals als Nachfolger Loubets in das Elysee. Als Konkurrent stand ihm der jetzige Präsident Doumer gegenüber. Fallières schlug ihn mit 449 gegen 371 Stimmen. Durch Besuche in England und Rußland während seiner Amtszeit von 1906 bis 1913 unterstützte er die Bündnispolitik Frankreichs, die ihre Spitze gegen Deutschland gerichtet hatte. In Fallières Amtszeit fällt auch die„friedliche Durchdringung“ Marokkos von seiten Frankreichs, die zum zweiten Marokkokonflikt mit Deutschland führte. Frankreich trat damals ihm gehörende Teile im Kongogebiet an Deutschland ab. Fallières Nachfolger wurde Poincaré. ** * 0 Nreitirn Koldlog... Matzkaffee— es muß RaturVrher Tur aubtel hur kutttlch dus stank Aulhrauttr urdilln! Deutschfeindliche Justiz. Der Pfadfinderprozeß in zweiter Instanz. Vor dem Appellationsgericht in Posen wurde die Hauptverhandlung im Prozeß gegen Burchard, Mielke und Preuß, der sogenannte Pfadfinderprozeß, der seit April zweimal vertagt worden war, eröffnet. Den Angeklagten wird Grenzüberschreitung ohne Paß, versuchte„Geheimbündelei" und„Spionage“ vorgeworfen. Diese Vergehen sieht die Anklage in dem Besuch deutscher Pfadfinder aus Oberschlesien in Deutschland, wobei diese an Kursen in der Hochschule für Leibesübungen teilgenommen haben. Ferner in brieflichen Verhandlungen mit der deutschen Jugendbewegung und in einer geplanten Wanderfahrt durch die Weichselniederung und die alten deutschen Siedlungen, die jedoch nicht stattgefunden hat. In der ersten Instanz wurden die Angeklagten zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt. Gegen den Einspruch der Verteidigung beschloß das Gericht, wiederum die Oeffentlichkeit auszuschließen. Für den Prozeß sind mehrere Tage vorgesehen. Das Urteil ist am Donnerstag zu erwarten. Tohnabban. 10=prozentige Kürzung in der Elbeschiffahrt. Hamburg, 23. Juni. Die Schlichterkammer in Hamburg fällte unter dem Vorsitz des Schlichters Dr. Stenzel einen Schiedsspruch für die Elbeschiffahrt, der einen 10=prozentigen Lohnabbau für alle Chargen des in der Binnenschiffahrt des Elbegebietes beschäftigten Schiffspersonals vorsieht. Die Ruhrzechen gegen den Lohnschiedsspruch. — Essen, 23. Juni. Der Zechenverband hat den am 20 d. M. durch den Schlichter Prof. Dr. Brahm, gefällten Schiedsspruch, der das bestehende Lohnabkommen im Ruhrbergbau bis zum 30. September 1931 verlängert, abgelehnt. Lokal= und Provinzialnachrichten. Bielefeld. Ferienzug nach Basel. Die Reichsbahn teilt mit, daß der für den 5. Juli vorgesehene Ferienzug nicht am., sondern schon am 4. Juli, 8,15 Uhr fährt. Stillstand oder Fortschritt. Wenn durch die Tagespresse Meldungen gehen, die von Stillstand, mangelnder Publizität und Vertrauenskrise einer Bausparkasse berichten, so ist oft der Leser leicht geneigt, diese Begriffe zu verallgemeinern. Trotzdem eine Verallgemeinerung, deren Hang in der Mentalität der Masse immer festgestellt werden kann, nicht begründet ist, muß ihr von seiten des Volks= und Fachwissenschaftlers doch besonderes Interesse entgegengebracht werden. Das Bausparkassengesetz tritt am 1. Oktober 1931 in Kraft und seine Auswirkungen werden erst im Jahre 1932 der breiten Masse bemerkbar werden. Rückwirkende Strahlen sieht aber der Fachmann schon jetzt. Darüber besteht in Fachkreisen kein Zweifel mehr, daß bei Durchführung des Gesetzes möglicherweise vielen, namentlich von den kleinen und erst neugegründeten Bausparkassen, der Weiterbetrieb untersagt wird. Ob es dann noch immer ohne Schädigung der jeweils in Frage kommenden Mitglieder abgehen wird, soll hier nicht erörtert werden. Vorsorglich wäre wohl zu erwähnen, daß eine Schädigung der Mitglieder insofern vermieden werden könnte, wenn kleine Bausparkassen schon jetzt an eine große solide und durch ihre Leistungen anerkannte Bausparkasse Anschluß suchen, bezw. ihren Bausparern anraten wollten, persönlich die Mitgliedschaft bei einer großen, anerkannten Bausparkasse zu erwerben. Warum hat z. Zt. der Bauspargedanke in Deutschland noch nicht den Platz an der Sonne erhalten, den er verdient? Vox populi vox dei— des Volkes Stimme ist Gottes Stimme, sagt das lateinische Sprichwort und es birgt eine tiefe Wahrheit in sich. Das Volk hatte erkannt, daß infolge Mangels eines Depot= und Depositengesetzes unter dem Titel„Bausparkasse“ manche geschäftstüchtige Leute ihre Tätigkeit entfalteten, die gewiß nicht dem kollektiven Bauspargedanken zugute kam. Die derzeitige Wirtschaftslage des Deutschen Reiches gäbe eine hinreichende Erklärung, wenn heute alle Bausparkassen stagnieren oder Rücklauf zeigen würden. Trotzdem sind es nur einzelne Unternehmen, bei welchen der Stillstand in der Hauptsache und wahrscheinlich aus den Schwierigkeiten des eigenen Systems erzeugt wurde. Die deutsche Bau= und Siedelungsgemeinschaft eingetr. G. m. b. H. Darmstadt mit ihrem System der unverzinslichen Darlehen zeigt in dieser ungünstigen Wirtschaftlage des Reiches und der Länder keinen Stillstand Di. nachfolgenden Zahlen aus dem Geschäftsbericht de# ..S zeigen eine unverkennbare Aufwärtsentwi günstige Stellung dieser vergleichenden Erfolgs, zahlen ist um so bemerkenswerter, als sie erreicht wurde mit einem Gesamtunkostenaufwand von nur 1,9¾. Dieser Unkostensatz zeigt die niedrigste Zahl gegenüber allen deutschen Bausparkassen. Die neue Notverordnung der Reichsregierung zeichnet schwarze Wolken an den Himmel der deutschen Wirtschaft. wodurch zweifellos eine weitere Schädigung der Kaufund Sparkraft des Volkes eintreten wird. Auch die Bausparkassen wie überhaupt alle Sparkassen werden die Auswirkungen mehr oder weniger zu spüren bekommen. Hoffen wir deshalb alle, daß die neue Notverordnung durch den einmütigen Willen des Deutschen Volkes verschwindet. Kurt Pauli, Frankfurt a. M. ... das wäre Dienst am Volke, meine Herren Kaffeehausbesitzer! Es gibt heute eine Menge Leute, die— auch im Kaffeehaus— keinen Bohnenkaffee trinken wollen. Das weiß jeder Gastwirt. Die keinen Tee wollen und keinen Kakao, sondern— Kathreiner, den Kneipp=Malzkaffee! Warum gibt es eigentlich nicht schon längst in allen deutschen Kaffeehäusern Kathreiner? So gut zubereitet, wie ich ihn diesen Sommer zum Beispiel im „Haus Vaterland“ in Berlin, im Kaffee Königsbau“ in Augsburg, im„Strandbad Steinebach“ am Wörthsee bekommen habe? — Das wäre wahrer Dienst am Volke, meine Herren Kaffeehausbesitzer... Hospize und Haus Bergblick, Luftkurort Ilsenburg, freundl., ruh., sonniges Heim im Harz unterhalb des Brockens. Behagl. einger. 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Donnerstag abd. 8½): Blaukreuzstunde in Gosen. Jeder ist herzlich eingeladen: Stäbe für Tomaten, Dahlien und sonstige Blumen stäbe hat abzugeben Wandererheim. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitis: 6 Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschrist?“ für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Fur sendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärfggig Umt liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/9919, Bieleseld. Druck und Verlag: Anstalt Betbel.