Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifbano.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Ae mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 PfenniReklame 30 Pfg. Beilagen unter 25g Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags konto Hannover 67377. 25 g je tausend 15 Mt. 1s 3 Uhr. PostscheckNr. 142. 13. Jahrgang. Lieb' ist er, der Heil'ge, selber Und wieviel von ihr dein eigen, Soviel Wahrheit, Kraft und Schönheit Wird in deinem Tun sich zeigen. Mmn Liebe Gottes. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. 1. Joh. 4, 16. Daß Gott Liebe sein soll, wieviel spricht dochdagegen! Ja, wenn ein Menschenleben einen ganz normalen Verlauf nimmt, ist es nicht schwer, von der Liebe Gottes zu schwärmen, aber wie, wenn die Schicksalsschläge sich häufen? Und schauen wir in die Bibel— ist das Liebe, wenn Gott es ruhig mit ansieht— daß ein Volk das andere unsagbar bedrückt? Dabei behaupten wir doch, daß Gott das Böse unnachsichtlich strafe. Gottes unerschöpfliche Geduld erscheint uns oft als Schwäche. Wie frivol spotten die Gottlosen unserer Tage, und kein Blitz vom Himmel fährt zwischen sie. Haben die Mohammedaner recht, die sagen, Gott sei willkürlich, er tue, was ihm gerade einfalle? Bestritt ein Voltaire folgerichtig Gottes Allmacht, dem Bösen gegenüber sei er ohnmächtig? Nun wird mancher Bibelchrist freilich sagen, Gottes heiliger Eifer, sein unnachsichtliches Kämpfen gegen das Böse zeugt von Liebe, denn das Böse ist ja unser Verderben. Ja, wenn er nur das Böse wirklich durch wuchtige Strafen brandmarkte! Aber das tut er ja eben nicht. Wir begreifen weder seine Liebe noch seine Heiligkeit. Nun wird es freilich dabei sein Bewenden haben müssen. Gottes Wirken läßt sich mit dem, was wir so gemeinhin menschliche Vernunft nennen, einfach nicht in Einklang bringen. Das ist uns aber ein großer Trost; über uns waltet ein Frieden, welcher höher ist als alle Vernunft, wie uns das jeden Sonntag eindringlich gesagt wird. Christen haben aber doch einen festen Grund unter den Füßen, wenn sie an die Liebe Gottes glauben! Jesus Christus. Er ist die Liebesgabe Gottes an die Welt. Die Menschheit hat ihn nicht aus sich hervorgebracht, sein Wandel und Wirken zeigen es uns: so etwas wie Jesus Christus gibt es in der Welt nicht wieder. Er ist das einmalige, einzigartige Liebesgeschenk Gottes. In ihm kommt Gott selbst zu uns, offenbart sich uns, schafft uns Versöhnung und Erlösung, bricht die Bahn zu sich selbst, reißt alle Schranken nieder, schenkt uns seine bleibende und ununterbrochene Gemeinschaft. Daß diese im Laufe der Geschichte nur dieses eine Mal nach der Menschheit sich ausstreckende Liebe Gottes von den Menschen abgelehnt wird, darf uns nicht überraschen. Liebe Gottes, die Gnade gegen den Sünder übt, Rettung des Verlorenen in Aussicht stellt, ist keine beliebte Botschaft. Jesus und sein Kreuz, sein still wirkender Geist und seine Kirche in Knechtsgestalt, das sind keine Anerbietungen, die locken.— Man zeige dem Menschen einen Weg, auf dem er selbst, aus eigener stolzer Kraft, in die Welt Gottes aufsteigen kann, die Vergänglichkeit überwinden, die Schwäche abschütteln kann! Das wäre Liebe! Es gibt ein einfaches Mittel, Gottes Liebe zu fassen: Wer sich selbst müht, den andern in Liebe zu dienen— ganz einerlei, ob er Minister oder Straßenkehrer ist— der versteht, daß es keine wahre Liebe geben kann ohne Zucht, aber auch nicht ohne abwartende Geduld; bei dem verstummt alle Kritik an Gottes Liebe, und nichts wird ihm mehr Freude, Befriedigung gewähren, als den Spuren der Liebe Gottes im eigenen und fremden Ergehen nachzugehen. Simon. Was vorgeht. Dr. Brüning hat wieder einmal gesiegt. Wie oft hat man diesen Satz in den letzten Tagen lesen müssen. Gewohnlich wird da, wo ein Sieg errungen ist, Freude über diesen Sieg laut. Davon war jetzt nirgends etwas zu puren. Wer, wie unser Mitarbeiter W.., in persönlicher Fühlung mit dem Reichskanzler steht, ihn als Menschen und Politiker schätzt und verehrt, dazu die übrigen parteipolitischen Verhältnisse aus nächster Nähe kennt und die Voraussetzungen für eine andere Politik als nicht vorhanden sieht, wird persönlich herzliche Freude über den Ausgang dieser politischen Aktion empfunden haben. Für den Ernst der Gesamtlage ist es aber doch bezeichnend, daß offiziell in keinem Lager etwas davon laut geworden ist, daß durch die Annahme der Notverordnung nun irgendein Hoffnungsschimmer aufleuchten könnte und daß nach Uebernahme der neuen Belastungen auf der anderen Seite auch die Schale mit dem Gegengewicht steigt und überwunden wird. Hier ist aber auch der Punkt, an dem sich die Auffassungen darüber scheiden, ob diese Politik des Hoffens richtig ist, die da meint, wenn dies und das nun noch von deutscher Seite aus versucht worden ist, werde auf der Gegenseite, das heißt im Lager der Gegner Deutschlands, die Einsicht kommen, die„Verträge“ müßten revidiert werden. Nachdem nun über die Vorgänge der letzten Tage hier so ausführlich berichtet und so manches Urteil über die Politik Brünings abgegeben ist, haben wir nicht den Mut, unsererseits jetzt Stellung dazu zu nehmen. Wenn W. W. in seinem letzten Artikel die Folgen aufzählt, welche die Politik der Rechtsopposition haben würde, falls diese wirklich die Macht in die Hand nähme, so ist das eben die ganzen Jahre hindurch unsere Frage gewesen, ob es überhaupt einmal möglich sein wird, an diesen Folgen vorbeizukommen. Das wollten die meisten Politiker, die nach dem Kriege ans Ruder kamen. Aus der Lage, die sich daraus entwickelte, sind wir aber doch allmählich in die Situation hineingekommen, in der sich Deutschland nun jetzt befindet. Von börsendemokratischer Seite aus wird freilich erklärt, die rechtsradikalen Aktionen hätten die Verständigungspolitik immer dann gestört, wenn der Erfolg in naher Aussicht war. So hat man seit dem 14. September immer hören müssen, die Faschistenwahlen seien die Urfachen der jetzigen Wirtschaftskrise, die Börsianer und Kapitalisten hätten kein Vertrauen zu Deutschland und zögen deshalb ihr Geld zurück, wie das ja auch jetzt wieder geschehen sei bei der Bedrohung der Regierung Brüning. Ob die führenden Fachleute auf dem Gebiete der Finanzpolitik der gleichen Ansicht sind, wird schwerlich festzustellen sein. Der höchste Gesichtspunkt bei all unserer Beschäftigung mit der Politik ist uns immer noch ein freies, selbständiges Deutschland. Dem steht aber das Versailler Diktat entgegen. Solange aber dieses Dokument Gültigkeit hat, ist an ein selbständiges Deutschland nicht zu denken. Und es ist uns bei der Brüningschen Politik bis jetzt noch nicht deutlich genug geworden, daß er seinen ganzen Einsluß einzusetzen gedenkt für die Beseitigung dieses einseitigen Gewaltaktes, der durch die Inkraftsetzung des Versailler Diktates und seiner Ausführungsbestimmungen vollzogen worden ist. Wie soll im Volke, bei der Masse, die nun einmal auch durch die Notverordnungen wieder am härtesten getroffen wird, das nötige Vertrauen aufkommen, wenn Dr. Brüning wohl den Mut hat, jedem deutschen Staatsbürger die schmalsten Einnahmen noch zu kürzen, Witwen und Waisen, Kriegsbeschädigten, Arbeitslosen, Kranken und Hilflosen, während die Kriegstribute auf Heller und Pfennig weiter bezahlt werden. Die ganze Politik sieht vorläufig noch so aus, als gälte auch für unsere jetzigen Staatsführer noch die These, daß das deutsche Volk sein jetziges Schicksal als Folge einer reaktionären, imperialistischen Vorkriegspolitik und des verlorenen Krieges zu tragen habe, während man sich doch auch heute noch auf den Standpunkt stellen kann, daß die Ursachen der ganzen heutigen Weltverwirrung darin liegen, daß es allerlei Mächte in der Welt gab, denen das aufblühende Deutsche Reich als Ordnungsstaat unter einem deutschen, evangelischen hohenzollernschen Kaisertum tatsächlich ein Aergernis war. Daran will man in unseren Tagen und an den Stellen, die jetzt an der Macht sind, nicht gern erinnert sein. Wer aber die Jahre von 1890 bis 1913 mit allen politischen Vorgängen noch in Erinnerung hat, weiß. daß Deutschland auch bei dem ehrlichsten und festesten Willen dazu nicht in der Lage gebieben wäre, die nun vollzogene Auseinandersetzung zu verhindern. Wie die Verhältnisse jetzt liegen, scheint es zu gelingen, das deutsche Volk dahin zu bringen, daß es sich auch mit dieser Notverordnung noch einmal abfindet. Wenn aber W. W. in seinem gestrigen Artikel davon spricht, was geworden wäre, wenn die Sozialdemokratie die Leitung der Regierung in die Hand genommen hätte und als Folge der dann bei den sozialistischen Wählern eingetretenen Enttäuschung den Bolschewismus aufsteigen sieht, dann fragen wir, was dann werden wird, wenn die Brüningsche Politik auch diese Enttäuschung bringt, sie aber auch dann noch verhindert hat, daß wenigstens die Elemente in der heutigen Sozialdemokratie, die noch für eine Gegenwehr gegen den Bolschewismus zu haben gewesen wären, dafür zu gewinnen. Durch den Gang der Entwicklung kommt man zu der Ueberzeugung, daß manche Gesichtspunkte nationaler Art nicht mehr die Bedeutung haben wie in früheren Zeiten und daß für die Gestaltung eines starken Staatswesens etwas andere Mittel notwendig sind als die früher angewandten. Aber es wird immer auf das sorgfältigste zu prüfen sein, unter welchen Systemen die moralischen Eigenschaften eines Volkes, von denen sein Schicksal abhängt, die beste Pflege finden können. Und da meinen wir, habe die in den Nachkriegsjahren angewandte Politik viel dazu beigetragen, den Sinn für ideelle Güter zu ertöten und die Menschen zu der Auffassung zu bringen, nur im Besitz materieller Güter liege das Glück. Daß aber darin auch die größte Gefahr für die natürliche menschliche Gemeinschaft liegt und die größte Tyrannei, an dieser Tatsache sehen viele Vertreter der neuen Welt= und Staatsauffassung vorbei. Man wird nun abwarten müssen, ob sich von den Hoffnungen, die auf die von Dr. Brüning beabsichtigten Maßnahmen gesetzt werden. das erfüllt, daß ohne große Katastrophe wenigstens ein Ziel erreicht wird, welches die Aussicht bietet auf eine bessere Zukunft. Viel wird ja darauf ankommen, ob Wege beschritten werden, zu denen größeres Zutrauen zu gewinnen ist als zu manchen bisherigen Wegen. Vorschläge gibt es schon genug. Ein englischer Finanzmann will eine Wiedergenesung der gesamten Kreditwirtschaft auf dem Wege über die ..., die Bank für Internationale Zahlungen in Basel, also die Youngplanbank, oder durch Gründung eines neuen Finanzinstituts betreiben. Jegliche Kreditaktion für Deutschland würde also stets eine internationale Angelegenheit unter regster Beteiligung der Gold besitzenden Länder, Amerika und Frankreich, sein müssen. Solche Pläne machen uns von vornherein die größte Sorge. Nach den Erfahrungen, die bis dahin mit derartigen Aktionen gemacht sind, sollte man inzwischen in Deutschland gelernt haben, daß es ein aussichtsreicheres und dankbareres Gebiet und große Aufgabe sein wird, die deutsche Innenwirtschaft so zu reformieren, daß ein Scheitern der Young= plan= und Reparationsreformen nicht die jetzt in Deutschland bestehende Hoffnungslosigkeit und Verzweiflungsstimmung noch zu erhöhen braucht. Wenn im nachfolgenden„Censor"=Artikel„Der Rechenfehler“ auch keine greifbaren Vonschläge gemacht werden, was nun in der Praxis wirklich geschehen könnte, so ist doch angedeutet, worin unsere größte Not besteht. Es gibt Wege, auf denen aus einem staatsverdrossenen, geplagten Volk wieder ein staatsfrohes und arbeitsfrobes Volk gemacht werden könnte. Dazu muß aber die Regierung dafür sorgen, daß solche Dinge, wie wir sie in „Möllers Deutscher Gärtner=Zeitung“ lesen, in Deutschland unmöglich werden. Dort schreibt Franz Schün sen., Kronshagen=Kiel, in einem Artikel, der sich mit Sachwährung, Zollkampf und künstlicher Wirtschaftskrise beschäftigt, folgendes: „Würden heute Goldadern irgendwo entdeckt, die so ergiebig wären, wie zum Beispiel Kupferlager, dann würde Gold vielleicht weniger Wert haben als Kupfer, weil es eben weniger verwertet werden kann. Wir haben in Deutschland eine weit wertvollere Goldquelle, in Gestalt großer Oelquellen! Ja, da wird manch einer zweifelnd den Kopf schütteln. Und doch ist es Tatsache. Die„Kieler Neuesten Nachrichten“ brachten interessante Mitteilungen hierüber am 11. Februar 1931 in ganz unauffälliger Schrift im Börsen= und Handelsteil, wo bekanntlich der schaffende Werktätige für gewöhnlich nichts sucht. Also Deutschland hat nun wirklich eine Goldquelle durch seine ausgiebigen Oelquellen. Hätte Deutschland nicht die Zwangsgold währung, dann hätte es hierin eine sichere Wertwährung haben können, wenn— die rassenfremde Hochfinanz nicht so allmächtig wäre. Höre, lieber Leser, seit vielen Jahren wird hier in Norddeutschland nach Oel und Erdgas gebohrt, vielmehr zuerst mit feinsten Instrumenten danach gesucht, die Landbevölkerung kümmerte sich wenig um die Sache. Nun ist es soweit gediehen, daß die Unternehmer die Gewißheit haben, daß in Oldenburg, Hannover, Braunschweig und Mecklenburg Oelvorkommen von riesiger Ergiebigkeit sind. Der Amerikaner Sydney Keoughan hat zusammen mit seinen Geldleuten heute schon 1600000 Morgen Land ganz in der Stille aufgekauft. Laut der„Kieler Neuesten Nachrichten“ vom 11. Februar 1931 soll sofort mit der Errichtung von 100 Bohrtürmen begonnen werden. Keoughan hat seine amerikanischen Oelfelder an Morgan abgestoßen, um seine Hande für die deutschen Oelwerke frei zu haben. Er soll wörtlich gesagt haben:„Nach meinen Informationen sind die deutschen Gas= und Oelgruben in der Lage, in jeder Weise mit den amerikanischen Oelgruben zu konkurrieren. Die„Kieler Neuesten Nachrichten“ sagen zum Schluß:„Auf diese Weise sind schon fast sämtliche Oelquellen in amerikanischen Besitz übergegangen!“ Wenn man nun auch einige Zweifel darein setzen kann, ob die Mitteilungen der Kieler Neuesten Nachrichten ganz stimmen, so war uns diese Gelegenheit doch ganz recht, um gerade in der Situation, in der sich Deutschland befindet, darauf hinzuweisen, daß es trotz der Fesseln, die sicher auch jetzt durch Dr. Brünings Be mühen noch nicht gelöst werden, doch vielleicht noch Möglichkeiten gibt, die deutsche Wirtschaft und die deutsche Arbeitskraft wieder in Gang zu bringen. Man hüte nur die deutschen Werte und hüte sich vor weiteren Auslandsanleihen. Hoffentlich hört die deutsche Regierung endlich auf die Ratgeber, die sich um eine entsprechende Reform der deutschen Wirtschaft in diesem Sinne bemühen. Damit läßt sich Schlimmeres verhüten. Kr. Der Rechenfehler. Ungezählte Zeitgenossen zergrübeln ihre Hirne um die Frage, wo der Rechenfehler steckt, der ein Herauskommen aus dem Wirrsal und der Not der Gegenwart immer wieder hindert und der Th.=Artikel„Innenpolitische Beklemmungen“ in Nr. 137 des„Aufwärts“ ist nur ein Einzelbeispiel in der Reihe der Versuche, der Problemlösung auch nur annähernd näher zu kommen. Man mag all den kritischen Behauptungen des Verfassers über „Herrn Brüning“ und seine Steuerpolitik beipflichten, mag der Massierung der Schlagworte über die„Sanierung der Finanzen“ und„die Puste“ des Steuerzahlers mit beifälligem Schmunzeln sein Ohr leihen, mag sich der Seitenhiebe über die„Kompromisse zwischen Zentrum und Sozialdemokratie“ von Herzen freuen, mag bei der„so schändlich verleugneten stillen Regierungsbeteiligung“ der SPD. energisch mit dem Kopf nicken, und wird doch der Lösung der Frage, was denn nun zur Behebung der unendlichen Schwierigkeiten, zur Abstellung der unsagbaren Volksnot geschehen soll, um kein Jota näher sein. Oder dürfen wir die beiden positiv gerichteten Gedankengänge, die man aus dem Th.=Artikel allenfalls herausfinden kann: die Revision des Youngplanes und den „siegreichen Kampf um die Macht in Preußen und damit auch im Reich“, als das Allheilmittel werten, das aller Not baldigst ein Ende macht? Niemand wird bestreiten, daß die Reparationslasten unerträglich und auf die Dauer untragbar für unser ausgepowertes Volk sind, daß ihre Ermäßigung oder gar ihr völliger Fortfall eine wesentlich spürbare momentane Erleichterung für uns im Gefolge haben müßte. Der endgiltigen Lösung der Krise aber wären wir damit um nichts näher gerückt und ein Blick auf die Arbeitslosenziffern der Siegerstaaten England und Amerika liefert den Beweis, daß das Schlagwort von der Weltwirtschaftskrise eben auch als Schlagwort ausnahmsweise seine Berechtigung hat. Lassen wir doch einmal ein paar Zahlen sprechen: Zeitungsnachrichten zufolge will man in Brasilien 45000 Tonnen Kaffee ins Meer versenken und in Kalifornien sollen 1½ Millionen Zentner Pfirsiche vernichtet werden, um„den Marktpreis hoch zu halten“, und daß man in Getreideüberschußländern oft genug dazu übergeht, mit Weizenvorräten Lokomotiven zu heizen, damit nur ja kein Mensch in der Welt sich für billiges Geld sattessen kann, ist offenes Geheimnis. In demselben Amerika, in dem man eine derartig verbrecherische Preispolitik treibt, verhungern glaubwürdigen Nachrichten zufolge täglich 1000 Menschen! In Berlin stehen 6000 Neubauwonungen leer, und tausende deutscher Familien jammern ebenda nach menschenwürdiger Unterkunft. Im Sowjetstaat herrscht eine Not ohne Gleichen und aus Berlin schickt man russischen Bekannten und Verwandten„sibirische Butter“, die für schweres Geld aus Rußland exportiert ist und die in Postpaketen nach Mütterchen Rußland zurückwandert. Unsere Tageszeitungen klagen und stöhnen über die Not der deutschen Wirtschaft, und das Statistische Reichsamt=Berlin veröffentlicht eine Statistik über die Vermögenssteuerveranlagungen der Jahre 1925 bis 1927, aus der hervorgeht, daß in diesen zwei Jahren die Zahl der Millionäre in Deutschland von 2335 auf 2465 stieg, daß sich das Vermögen dieser Glücklichen um 8,6 Prozent vermehrte, während sich die Gesamtsumme des steuerpflichtigen Vermögens in Deutschland nur um 0,8 Proz. erhöht hat. Noch katastrophaler stellen sich diese Zahlen, wenn man sie auf die Multimillionäre(d. h. auf Leute mit über 10 Millionen) berechnet. Aus unseren Zahlenbeispielen, die sich beliebig vermehren lassen, geht mit absoluter Deutlichkeit hervor, daß es an Lebensmitteln in der Welt nicht mangelt, daß es aber an Bereitwilligkeit fehlt, sie der Not zum Opfer zu bringen, daß es in einer Stadt wie Berlin, die wohl die größte Wohnungsnot aufzuweisen hat, Wohnungen genug giebt, daß ihre Eigentümer aber nicht den guten Willen aufzubringen vermögen, sie gegen erträglichen Mietzins zur Verfügung zu stellen. Und fast naiv plaudert es das Statistische Reichsamt aus, daß auch bei uns noch beträchtliches Volksvermögen vorhanden und im ständigen Wachsen begriffen ist, daß aber die Verteilung dieses Volksvermögens alles, aber auch alles, zu wünschen übrig läßt. Darf man nach den wenigen Beispielen ernstlich damit rechnen, daß die Revision des Youngplans an der Not der breiten Masse des Volkes, zu der wir alle: Arbeiter und Handwerker, Bürger, Gewerbetreibende und Beamte, Muskel= und Geistes=Arbeiter, gehören, auch nur das Geringste geändert wird? Ich glaube nicht daran und bin davon überzeugt, daß auch die Millionen, die wir durch Ermäßigung der Reparationslasten einsparen könnten, letzten Endes in die Taschen der„Kapitalsbestien" wandern werden, so daß wir vielleicht in weiteren 2 Jahren 3 500 Millionäre zählen. Armes Volk, glückliche Millionäre! Und die Verschiebung der Machtverhältnisse in Preußen, von der unser Th.=Artikel alles Heil zu erwarten scheint? Mag sein, daß sie aus kulturpolitischen Gründen erwünscht ist, mag sein, daß die gegenwärtige preußische Regierung„dem wahren Willen des Volkes nicht mehr entspricht“, wie man so schön sagt. Schreiben wir also Neuwahlen aus und erkämpfen wir uns die„nationale“ Regierung, mit der dann automatisch die gegenwärtigen Oppositionsparteien maßgeblich würden, während die SPD, und was dazu gehört, an ihre Stelle rückten: ein Th.=Artikler des„Vorwärts“ wird dann mutatis mutandis ähnliche Betrachtungen anstellen wie der Th.=Mitarbeiter des„Aufwärts“ es heute mit seinen„Innerpolitischen Beklemmungen“ tut, und im übrigen wird— man nehme mir diesen Pessimismus nicht allzu übel— alles ungefähr so bleiben, wie es heute leider ist. Nur ein Tor kann die Rettung aus Not und Elend noch von dem Kampf um die Macht der Parteien, von der anderweitigen Besetzung der Ministerposten, von dem überwiegenden Einfluß dieser oder jener Parteimaxime erhoffen oder gar von veränderten parlamentarischen Mehrheitsverhältnissen, die der breiten Oeffentlichkeit gegenüber äußerst drastisch dadurch Ausdruck finden, daß der jeweils im Besitze der Regierungsgewalt Befindliche von der Opposition und ihrer Zeitungsmeute beschimpft wird. Liegt nicht vielleicht an dieser Stelle der Rechenfehler, an dem die Lösung all unserer Elendsprobleme scheitert, der all unsere Aufgaben verwirrt und uns als Volk unfähig macht, uns aus dem Abgrund, in den wir geraten, wieder emporzuarbeiten? Entspricht es dem Geiste wahWo sind die Toten? Wo sind die Toten? Ist es nicht merkwürdig, daß wir so fragen— trotz und angesichts der starren Augen, die noch vor kurzem so viel Leben, Liebe, Seele strahlten? Trotz des steifen, kalten Leibes im zugeschraubten Sarg? Trotz des blumengeschmückten Grabhügels und der dort im Grabhügel eingemeißelten Inschrift:„Hier ruht Y..“? Wahrlich, höchst seltsam ist solche Frage! Wir waren doch Augenzeugen, als man unseres teuren Kindes Sarg in die Grube der Reihe Soundsoviel versenkte, wir wissen es doch ganz genau und sagen es unseren Freunden: „Hier liegt sie. Und dennoch die Frage: Wo sind unsere Toten? Und dennoch der Protest unseres innersten Verlangens, Gewissens und Wissens: Hier liegt sie nicht! Unvorstellbar ist für uns eine Persönlichkeitsexistenz, losgelöst vom Leib. Nur noch einmal sehen ihr fröhliches Gesicht, nur noch einmal fassen die lieben Hände. nur noch einmal hören ihrer Stimme kostbaren Klang! Wem wäre nicht schon im heimwehvollen Gedenken an einen hartvermißten Entschlafenen ein ähnlicher Wunsch in der Seele aufgestiegen? Wer ist, der nicht mit aller Sorgfalt die vielleicht einzige Photographie aufbewahrte „aus der letzten Zeit“, die uns den Fortgegangenen zeigt,„ganz wie er war“? Ist es möglich, daß dieser lebenshungrige Leib, diese klaren Augen nun in enger Gruft in ihr Erdwesen zerfallen, d. h. verwesen? Daß von all dem Sichtbaren nach 30 Jahren kaum noch ein paar zerfressene Knochen auffindbar sein werden?— Wo sind die Toten? Ja, wo sind sie?„Gibt es ein ewiges Leben? oder haben jene recht, die sagen: Tot ist tot? Die da glauben, daß ein Häuflein Asche das unwiderrufliche Ende unseres Daseins bedeutet?“— Sind das etwa müßige Fragen? Kann uns das, was„nachher“ kommt, egal sein? Wo sind die Toten?— Sind sie nur im Grab— oder sind sie, d. h. ihre eigentliche, einmalige seelisch=geistige Persönlichkeit, irgendwo anders? Wenn„ja“, warum laufen wir dann hin zu den Gräbern und schreiben darauf: „Hier ruht“— wo es sich doch„nur“ um den Leib handelt? Wo sind die Toten? Das ist die Frage nach dem „Ob“ und„Wie“ unserer nachirdischen Existenz, nach dem Sinn und Ziel unseres irdischen Lebens überhaupt. Es ist eine Frage, auf die wir vergeblich Antwort erwarten von unserem natürlichen Verstand. Wenn nicht„Gottes Geist Zeugnis gibt unserm Geist" durch Offenbarung und uns überzeugt von der ewigen Welt, von dem„Daß", Wo und Wie unserer nachirdischen Existenz, werden wir nie eine sinnvolle Antwort erlangen und nie etwas begreifen von der gottbildhaften menschlichen Dreieinigkeit und von ihrem tragischen Auseinandergerissenwerden in der Stunde des Todes. Daß wir doch etwas ahnen möchten von dem Ungeheuerlichen, das beim Sterben geschieht!: Das„Bild Gottes“ wird zerschnitten! Der Geist wird seines Tempels beraubt und dadurch an seiner Wirksamkeit gehindert. Darum das Rufen der abgeschiedenen Seelen„unter dem Altar":„Ach, Herr, wie lange?“(Offenbarung 6,—11).„Ich glaube... an die Auferstehung des Fleisches und das Leben der zukünftigen Welt“ bekennt deswegen die christliche Kirche im Symbolum Nicaeum. Denn nach übereinstimmendem Zeugnis aller neutestamentlichen Schriften können wir eine Vollendung sowohl des Leibes als auch der Glieder Christi erst annehmen nach der Auferstehung, d. h. aber: nach der„Wiederverkörperung“ der in den Wohnungen des Lichtes„ruhenden" bezw.„schlafenden“ Seelen und Geister. Warum weiß man aber selbst unter den„Gläubigen“ so wenig oder nichts von dieser biblischen Hoffnung; ja, noch mehr: warum will man vielerorts nichts davon wissen?„Alles Irdische ist nur ein Gleichnis.„Es wird gesäet ein seelischer Leib und wird auferstehen ein geistiger Leib.“„Dann wird erfüllt werden das Wort: Der Tod ist verschlungen vom Sieg.(vgl. Stuttgarter Jubiläumsbibel: 1. Kor. 15). Die heilige Schrift spricht nicht oft von diesen„letzten Dingen“. Um so wichtiger muß uns das Wenige sein, das uns durch sie geoffenbart ist. Verstand und Spekulationstrieb werden von ihr zwar nicht befriedigt. Sie wendet sich ausschließlich an den Glauben der Menschen, chre Hoffnung setzen auf den lebendigen Gott". Iynen üder geht ein Licht nach dem andern auf über den herrlichen Weg Gottes in die ewige Zukunft sind die Augen, die sehen, was sie sehen, die Ohren, die yören, was sie hören!“ — Mitten im großen Sterben des Weltkrieges hat der bekannte Schweizer Nationalrat Dr. med Hans rer Volks= und Notgemeinschaft, wenn die von Deutsa Nationalen und Nationalsozialisten gebildete Regi, rung von der Linken als eine gewissenlose Horde Menschenschindern und Volksausbeutern gebrandmarht wenn das von Sozialisten und Zentrum getragene Mini. sterium von der Gegenseite prompt des Landesverrate, verdächtigt wird? Da verlangen Idealisten, wir müßte es endlich lernen, in Kontinenten und Jahrhunderten zu denken, und wir haben es durch all unsere Not und uns, unsägliches Elend immer noch nicht gelernt, uns als deut, sches Volk zu fühlen, das bei aller Schuldverflochtenheit und Schicksalsverstrickung, deren wir uns als Christen be, wußt bleiben müssen, aus unbeirrbarer innerer Einigkeit und Brüderlichkeit die Kraft gewinnt zu Wiederaufba. und Gesundung. 1640 Der Haßgesang, der durch die Spalten unserer Presse gellt, der politische Meuchelmord, der durch die Gassen unserer Städte schleicht, der Hader, der hüben und drühen gepredigt wird, und die Verachtung, die wir uns der anderen Ansicht wegen ins Gesicht schleudern, das alles sinz Krankheitssymptome, für die es nur das eine Heilmittel gibt: Die Hingabe an das Volksganze und an den Menschenbruder, den wir auch in der anderen Partei, im anderen Bekenntnis, im anderen Stand und Beruf nicht vergessen dürfen. In einem erst jüngst erschienenen Buch von Hans Duhm„Der Weg des modernen Menschen zu Gott“(Verlag E. Reinhardt, München) finden wir die Worte:„Es ist immer dasselbe. Wo auf der Erde das Gute getan und das Böse gelassen wird, wo ein Mensch gerecht ist und über das hinaus gutherzig und versöhnlich, hilfsbereit und opferwillig, wo einer den Schwächeren stützt, dem Verzagten wieder Mut macht, wo einer des anderen fliehende Lebensfreude neu belebt, in trostlose Augen frischen Glanz bringt, wo einer dem Enttäuschten und Verbitterten wieder Vertrauen zum Menschen möglich macht, wo einer der brutalen materiellen Not steuert. so gut er kann, und der hilflosen Seele seines Mitmenschen ein freundlicher Helfer ist, da geschieht Gottes Wille, da arbeitet gleichzeitig der Mensch am Dienst des menschlichen Glücks auf seiner Erde“.. Klarer und deutlicher läßt es sich nicht ausdrücken, wo der Rechenfehler unserer Zeit, wo das verkehrte Tun und Lassen steckt, an welchem Punkte sich der verehrte Th.=Mitarbeiter irrt. Auch in Politik und Wirtschaft gelten Gottes Gebote, und die Zahlen, die wir oben anführten, liefern den besten Beweis dafür, wie sehr unsere Zeit und unser Volk von Gott verlassen, wie unendlich Gott=los wir geworden sind. Zu allen Zeiten und auf allen Gebieten werden sachliche Meinungsverschiedenheiten sachlich ausgetragen werden, doch stets wird uns das wahre Glück enteilen, wenn wir es durch die Austragung der Gegensätze, durch den Kampf um die Macht, um Erfolg oder Einfluß zu erringen suchen, oder wenn es uns gar zum finanziellen Rechenexempel wird. Wollen wir nicht an uns selbst, an unserer Selbstsucht und an unserem Machtwahn scheitern, müssen wir wieder Hingabe lernen. Dann wird uns mit einem Schlage geholfen sein! — Zensor. Fast 600 Opfer des Schiffsunglücks? Neue erschreckende Feststellungen. Nach der Ermittlung des Magistrats von Nantes hat die Zahl der Opfer der Schiffskatastrophe bereits die Zahl 400 überschritten, ohne Einrechnung der umgekommenen Kinder und der Mannschaft. Man muß daher damit rechnen, daß die Gesamtzahl der Opfer 550 bis 580 Personen beträgt. Hoppeler ein feines Büchlein geschrieben; es heißt: „Vom Sterben und ewigen Leben.“ Es sind„Friedhofgedanken für Trauernde und Nichttrauernde".(6. Tsd. bei Carl Hirsch.=., Konstanz=Baden oder EmmishofenThurgau.— 70 Seiten, Ganzleinen, 2,— Mark). Ich weiß wahrhaftig kein besseres Trost= und Lehrbüchlein für alle, die fragen nach dem Ziel unseres Lebens, nach dem Sinn unsres Sterbens, nach dem Wo und Wie unserer Toten! Ich habe es erlebt, wie trost= und lichtbedürftig die Seele ist, zumal, wenn sie trauert um ein erstgeborenes Kind. Ich habe empfunden die Bitterkeit und Enttäuschung über allen leeren Menschentrost und allen frommen, halbwahren, verschwommenen Christentrost. Hier bei Hopse“ ler wirst du nicht enttäuscht, du wirst nicht„hineinge fallen sein“, wenn du im Vertrauen auf meinen Hinwels sein Büchlein kaufst. Hier ist einer, der gelehrt ist von jenem„anderen Tröster", der„in alle Wahrheit lettet“; Hier ist ganzes, ungeteiltes, unverfälschtes, klates Evangelium!— Nur ein vollständiges Kapitel hätte wirklich den bendigen Zauber und göttlichen Segen, die in diesen Buche stecken, verdeutlichen können. Ich begnüge mic daher, die Kapitelüberschriften aufzuzählen. Sie heißen 1. Allerheiligen; 2. Hier ruht in Frieden; 3. Unvergessen, 4. Am Grabe des Kindes; 5. Warum?; 6. Wo sind dle Toten?; 7. Der Gott alles Trostes; 8. Ewiges Leben“ 9. Die abgebrochene Säule; 10.„Anfang und Ende siehe“ in Gottes Hände“; 11. Des Friedhofs Zeugnis; 12. User jubel; 13. In den Alltag zurück.— Und nun ein paar Vorschläge: 1. Schenkt in Zukunft Hoppelers Buch statt einen Kranz. Der Kranz verwein und— tröstet nicht. Mit dem Buch aber streut iht gen Samen in aufgelockertes Erdreich Hoppeler schtei so dramatisch und geistreich, daß das Buch bestimmt bet“ lesen werden wird von jedem, der's erhält. 2. Wie war?, wenn da und dort ein Kirchengemeinderat beschloss“, das Buch den Angehörigen eines Entschlafenen zu übe“ reichen? Wie soll die Kirche den Feind abwehren wenn nicht mit solchen geistlichen Waffen? 3. Viellelc) entschließt sich der Verlag, neben der gebundenen n eine schlichtbroschierte Ausgabe zum Preis von etwa Mark herauszubringen? Es würde manchem damin““ Verschenken leichter gemacht. Es ist doch schade, wenn“ schöne Leineneinband das Buch am Eintritt zu den ten der Armen hindert!— Hermann Leib Medons„Prebate Kerse. amerika wird aktiv.— Wichtige Aussprache mit Macdonald. G— London, 20. Juni. Obwohl der amerikanische Schatzsekretär Mellon immer wieder versichert, daß seine Europareise rein privaten Charakter trage und lediglich dem Besuche seines in Cambridge studierenden Sohnes gelte, hat dieser ganz„inoffizielle" Besucher aus Amerika seinen Londoner Aufenthalt zu stundenlangen Gesprächen mit dem Premierminister Macdonald, dem Außenminister Henderson und dem Gouverneur der Bank von England benutzt. Ueber den Inhalt der beiden Unterredungen Mellons mit Macdonald weiß„Daily Telegraph“ zu berichten, daß der Premierminister die augenblickliche Finanzlage Europas und die Wirkung dieser schwierigen Situation auf das Reparationsproblem eingehend auseinandergesetzt habe. Das Blatt fügt hinzu, Mellon habe durch diese Darlegungen sicherlich einen klareren Eindruck von den Umständen erhalten, die zu dem Meinungsauskausch zwischen den deutsen und den englischen Staatsmännern in Chequers führten. Seine Eindrücke würden zweifellos vervollständigt werden, wenn er bald in direkte Berührung mit Reichskanzler Brüning und anderen deutschen Staatsmännern käme. „Daily Telegraph“ ist jedoch der Ansicht, daß es Mellon vielleicht Staatssekretär Stimson überlassen werde, Berlin zu besuchen. Die beiden amerikanischen Minister würden dann wohl in der Lage sein, Präsident Hoover bestimmte Anregungen zur Erwägung der drei Fragen Reparationen, Kriegsschulden und Kaufkraft des Goldes zu unterbreiten. Das Blatt setzt allerdings hinzu, daß man in London keine großen Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Reparationsproblems oder auf irgendeine unmittelbare amerikanische Initiative in dieser Richtung setze. Im Gegensatz dazu behauptet die„Morning Post“, es verlaute, daß zwischen Mellon und den britischen Staatsmännern die Möglichkeiten eingehend erörtert worden seien, die sich in der nahen Zukunft entwickeln könnten, sowie die Wirkung, die sie auf die internationale Schuldenfrage haben würden. Keine englische Einladung an Mellon. Im übrigen stellt das englische Außenministerium— in Richtigstellung einer Londoner Zeitungsmeldung— ausdrücklich in Abrede, daß Mellon von der englischen Regierung eingeladen worden sei, nach England zu kommen, um mit Macdonald die Revision der Kriegsschulden zu besprechen. Dem„Daily Expreß" nach ist der Beschluß Mellons, eine eingehende Besprechung mit Macdonald zu haben, nach den Unterredungen gefaßt worden, die der amerikanische Schatzsekretär mit dem amerikanischen Botschafter in London über die allgemeine Lage in Europa und insbesondere über den kurzlichen englisch=deutschen Meinungsaustausch in Chequers hatte. ac 35 Deutschland ist es völig gleichgültlig, was den Anfür uns ist lediglich die Tatsache, daß die Vereit offenbaf gchen#### die Politik absoluter Passivikät allmählich auf. sichsgen.ce Krise einzugreisen beab* Vor einer amerikanischen Regierungsaktion zur Behebung der Weltwirtschaftskrise. Washington, 19. Juni. Präsident Hoover erklärte am Freitag über seine Unterredungen im Weißen Hause, er habe mit mehreren Führern beider politischen Parteien über Maßnahmen gesprochen, die geeignet seien, zur wirtschaftlichen Wiedergesundung sowohl in den Vereinigten Staaten, wie im Auslande beizutragen und insbesondere eine Stärkung der Lage in Deutschland herbeizuführen. Man sei sich noch nicht über bestimmte Pläne schlüssig geworden, aber die Art, in der die Vertreter beider Parteien auf die Angelegenheit eingegangen seien, sei durchaus befriedigend gewesen. * Der Eindruck in „Mellon ist nicht mehr so gleichgültig.“ Der Korrespondent des„Petit Parisien" in London berichtet über den Eindruck der Besprechungen, die der amerikanische Schatzsekretär Mellon in London hatte. Die zahlreichen Aussprachen ließen die Annahme zu, daß die Finanzlage gewisser europäischer Länder und die mit den Reparationen und Schulden zusammenhängenden Probleme Gegenstand der Unterredungen gewesen seien. Der Eindruck sei, daß der amerikanische Schatzsekretär gegenüber den Finanzschwierigkeiten Europas nicht eine so ausgesprochene Gleichgültigkeit bezeige, wie sie bisher in amtlichen Washingtoner Kreisen zur Schau getragen worden sei. Aus Paris ist übrigens einer der hohen Beamten der Bank von Frankreich, Lacour=Gayet, in London eingetroffen. Sein Eintreffen in diesem Augenblick bestärkt die Vermutung, daß Mellons Anwesenheit in London zu einer allgemeinen Aussprache über den ganzen Komplex der Wirtschafts=, Finanz= und Reparationsprobleme Anlaß gegeben hat. Das„Echo de Paris“ läßt sich allerdings aus London melden, daß Mellon in seiner gestrigen Unterredung mit dem Vertreter der Bank von Frankreich, ausdrücklich betont habe, er habe keinerlei Mandat, mit den europäischen Schuldnernationen bereits über eine Verminderung ihrer Zahlungen zu verhandeln. Er wolle nur eine einfache Enquete unternehmen. Es sei daher sicher, meint das Blatt, daß jetzt in London noch keinerlei Entscheidung fallen werde. Außerdem sei es mehr als zweifelhaft, ob Mellon seine Reise nach Paris und Berlin fortsetzen werde. des Kabinetts. Keine Veränderung im Reichsfinanzministerium. Das Reichskabinett tritt am Sonnabend zu einer Sitzung zusammen, um laufende Arbeiten zu erledigen, die durch die Krisentage der letzten Woche zurückbleiben mußten. Als Hauptthema stehen Personalveränderungen auf der Tagesordnung. Allerdings handelt es sich nur um untergeordnete Umbesetzungen von Aemtern, keineswegs aber um eine Umbildung des Kabinetts. Es ist auch nicht richtig, daß der Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Dr. Schäffer zurücktritt und durch Ministerialdirektor Dr. Zarden ersetzt werden soll. Vor der Aktion der Reichsregierung in der Reparationsfrage, die in den ersten Augusttagen erfolgen soll, ist ohnehin gerade im Finanzministerium, als dem hauptzuständigen Ressort keine Aenderung möglich. Die deutschen Botschafter in den an den Reparationen interessierten Hauptstädten befinden sich teils in Berlin, teils auf dem Wege nach der Reichshauptstadt. Sie sollen über die Pläne der Reichsregierung in der Reparationsfrage unterrichtet werden und gleichzeitig über die Auffassung der Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, berichten. Man spricht in unterrichteten Kreisen von einer Sistierung oder aber von einem Aufschub des Transfers, den Deutschland beantragen will. Finanziell würde das zwar nur 300 Millionen Erleichterung für die Reichsbankkasse bedeuten, aber die Reparationsfrage würde dadurch aufgerollt werden, da der besondere Ausschuß der B. J. Z. in diesem Fall zusammentreten müßte. Die in diesem Ausschuß vertretenen Notenbankpräsidenten aber haben die deutsche finanzpolitische Krise schon so häufig erörtert, daß sie schnelle Entscheidungen vorbereiten könnten. Kabinektssitzung mit den Botschaftern. — Berlin, 20. Juni. Der reparationspolitische Ausschuß des Reichskabinetts hat eine Sitzung abgehalten, an der auch die Botschafter Dr. Hösch und Dr. von Schubert teilnahmen. Die Beratungen galten der Vorbereitung der Maßnahmen, mit denen das Reichskabinett die Revision einleiten will. Sie werden in den nächsten Tagen fortgesetzt und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da der Nevisionsschritt bei der großen Bedeutung und den Schwiekigkeiten des Problems einer eingehenden und sorgfältigen Behandlung bedarf. Industrie für Tributabbau. Der Reichsverband fordert kraftvolle Initiative der Reichsregierung. Der Hauptausschuß des Reichsverbandes der Deutschen Industrie trat in Berlin bei zahlreicher Oeteiligung aus allen Teilen des Reiches zu einer Tagung susammen, in der die augenblickliche Notlage des deutschen Volkes eingehend erörtert wurde. Das Ergebnis der Tagung satzte der Vorsitzende, Geheimrat Dr. Duisberg, wie folgt zusammen: Der Reichsverband der Deutschen Industrie ist sich darüber klar, daß die Vermeidung eines wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruches in allererster Linie eine Frage des Vertrauens in die Führung der Reichsgeschäfte ist. Der Person des Reichskanzlers bringt die Industrie dieses Vertrauen entgegen. An dem Inhalt der Notverordnung vom 5. Juni 1931 wurde ernste Kritik geübt. Die entscheidenden Schritte, die Wirtschaft von den Fesseln zu befreien, die ihr durch die ungeheure Ueberlastung mit öffentlichen Abgaben und die falschen Methoden der Wirtschafts=, Finanz= und Sozialpolitik auferlegt sind, müssen noch getan werden. Der Reichsverband behält sich vor, im einzelnen zu den Bestimmungen der Notverordnung Stellung zu nehmen. Eine dringende Aufgabe ist ferner das entschlossene Anfassen der Reparationsfrage. Ein Zögern der Reichsregierung in dieser Frage wird von der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes und von der gesamten deutschen Industrie nicht mehr verstanden. Die Reichsregierung muß im geeigneten Augenblick die kraftvolle Initiative ergreifen, die notwendig ist, um neue Verhandlungen in Gang zu setzen, eine baldige Lösung der Tributfrage und damit eine Erleichterung der untragbar gewordenen Lasten herbeizuführen. Die schnelle Lösung der Reparationsfrage ist nicht nur für den Bestand der deutschen Wirkschaft die notwendige Voraussetzung, sondern sie liegt auch im Interesse Europas und der Welt. 5A D Thatich inn hmb Rattkeiher *** f4 „„* Lor zubrtenen, *****„ #f sogtt Worts 9 9 Die„bedrohte“ Sicherheit. Das deutsche Panzerschiff als Franzosenschreck.— Irreführende Behauptungen des französischen Marineministers. Der französische Marineminister Dusmenil hat bei der Begründung des neuen Flottenbauprogramms in der Pariser Kammer irreführende Angaben über die deutsche Reichsmarine gemacht, die in Berliner politischen Kreisen lebhaftes Befremden hervorgerufen haben. Wenn der Minister behauptet, das deutsche Flottenersatzprogramm sehe in der Zeit von 1931 bis 1935 den Bau von acht Panzerkreuzern und acht leichten Kreuzern vor, das sei um 25 Prozent höher als der Versailler Vertrag es zugestehe, und er müsse dagegen protestieren, so bezeichnet man es in Kreisen des Reichswehrministeriums als unerfindlich, wie der Minister zu solchen Behauptungen kommen kann. Das deutsche Ersatzbauprogramm sieht bis 1935 lediglich den Bau von zwei Panzerschiffen vor. Wenn der Minister weiter das neue in Bau befindliche deutsche Panzerschiff„Deutschland“ mit den französischen Kreuzern vergleicht, so kann das nur als eine Irreführung bezeichnet werden. Die deutschen Panzerschiffe sind im Versailler Vertrag ausdrücklich als Ersatz der Linienschiffe vorgesehen, so daß ein Vergleich mit den Kreuzern überhaupt nicht in Frage kommen kann. Frankreich besitzt neun Linienschiffe, die dem neuen Panzerschiff„Deutschland“ sämtlich artilleristisch überlegen sind. Im übrigen bestehen sowohl in der Größe, wie in der artilleristischen Bestückung der deutschen und französischen Schiffe starke Unterschiede, während für Deutschland die Höchstgrenze der neuen Kreuzer 6000 Tonnen beträgt mit einem Schwerstkaliber von 15 Zentimetern, können die neuen Kreuzer Frankreichs und der anderen Mächte bis zu 10000 Tonnen groß sein mit einem Schwerstkaliber von 20,3 Zentimetern. Die Ersatzbauten für die deutschen Linienschiffe dürfen nur 10000 Tonnen groß sein mit einem Schwerstkaliber von 28 Zentimetern, während die Linienschiffe der anderen bis zu 35 000 Tonnen groß sein dürfen mit einem Höchstkaliber von 40,2 Zentimetern. Es bleibt also unerfindlich, wie bei derartig verschiedenen Flottenstärken der französische Marineminister in dem neuen Panzerschiff eine Bedrohung Frankreichs erblicken kann, gegen die es sich durch neue Flottenbauten schützen müßte. Seipel beauftragt. Ein Koalitionskabinett aller Parteien? — Wien, 19. Juni. Der Bundespräsident hat den Abgeordneten, Bundeskanzler a. D. Dr. Seipel, mit der Bildung der Regierung betraut. Dr. Seipel hat die Betrauung angenommen. Er wird versuchen, ein Koalitionskabinett unter Einschluß aller Parteien zu bilden. Die Sozialdemokraten haben inzwischen abgesagt. Stellungnahme der im D. B. B. organisierten Beamten des Stadt= und Landkreises Bielefeld zur Notverordnung. Die Notverordnung der Reichsregierung, die schon seit geraumer Zeit die Oeffentlichkeit als ungewisses Etwas beschäftigte, ist zur erschreckenden Wirklichkeit geworden. Sie hat in sozialer, wirtschaftlicher und innenpolitischer Hinsicht Unmöglichkeiten in einem derartigen Umfange geschaffen, daß es der Beamtenschaft schwer wird, bei ihrer Stellungnahme zu den Regierungsmaßnahmen den Rahmen zu wahren, den Gesetz und Rechtsprechung ihr gegenüber gezogen haben. Die Beamtenschaft protestiert gegen all die Ungerechtigkeiten und Härten und hebt hierbei besonders hervor: 1. Den unsozialen Abbau der Kinderzulage, von dem am schwersten die unteren Gruppen betroffen werden, so daß sich bei diesen hierdurch der—5prozentige Abbau auf zum Teil—10 Proz.(insgesamt also 14—16 Prozent) erhöht. 2. Die durch nichts gerechtfertigte und dadurch ungerechte Differenzierung des Gehaltsabbaus soweit die verschiedenen Ortsklassen in Frage kommen. 3. Die ungeheuerlichen Maßnahmen gegenüber den Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Wohlfahrtsunterstützungsberechtigten. Insgesamt hat die Notverordnung die ernsten Sorgen für Volk und Staat nicht zu beseitigen vermocht, da sie keine Möglichkeit schafft, die die allgemeine Not lindern kann, sondern neue Not hinzufügt. * Die christlichen Gewerkschaften zur Notverordnung. — Düsseldorf, 20. Juni. Der Hauptvorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands nahm zur Notverordnung Stellung. Trotz Würdigung der außerordentlich schwierigen Lage verlangen die christlichen Gewerkschaften, über die in Aussicht gestellten Erleichterungen hinaus eine beschleunigte Abänderung der Notverordnung. Sie werden in einer Denkschrift der Reichsregierung ihre Bedenken und Abänderungsvorschläge unterbreiten. Jeden Radikalismus lehnen sie ab, da er nur die Not vergrößern würde. Acht Tote Schweres Unwetter in Ostpreußen. Ueber Königsberg und der Provinz Ostpreußen gingen mehrere schwere Gewitter nieder. In einzelnen Kreisen der Provinz hat das Unwetter stark gewütet. Schwer mitgenommen sind nach den bisherigen Meldungen die Kreise Heiligenbeil, Osterode, Ortelsburg und Insterburg. In Heiligenbeil erschlug der Blitz in dem Wohnhaus eines Besitzers dessen 19jährigen Sohn und die 32jährige Tochter. In Ortelsburg wurde die Familie eines Besitzers bei einer Begräbnisfeier von einem Gewitter überrascht. Der Blitz schlug in das Haus und tötete die Frau des Besitzers und den Sohn eines anderen Landwirts. Auch die 8 übrigen Trauergäste erlitten Brandwunden. Auch im Kreise Insterburg traf der Blitz das Haus eines Landwiris. Der Besitzer wurde vom Blitz erschlagen, während die übrigen Bewohner mit dem Schrecken davonkamen. Im Kreise Preußisch=Holland wurde eine 57 Jahre alte Waldarbeiterin auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstätte vom Blitz getötet. Mit den bereits aus dem Osteroder Kreis gemeldeten zwei getöteten Personen hat das Unwetter also acht Todesopfer gefordert. Katastrophe bei den polnischen Manövern. In Studzienice bei Sierpce(Kongreß=Polen) schlug während eines Gewitters ein Blitz in eine Scheune ein, in der sich 40 zu Militärübungen kommandierte Gymnasiasten unter der Führung eines Oberleutnants aufhielten. Fünf Schüler und der Oberleutnant wurden durch den Blitzschlag getötet. Zwölf Schüler erlitten schwere Verletzungen, während die übrigen 23 mit leichteren Verletzungen davonkamen. Jeppelins erste Wasserlandung. Vorbereitung zur Arktisfahrt. a. Im. Anschluß an eine Schweizer Fahrt unternahm das Tuftschiff„Graf Zeppelin" als Vorbereitung für die Nordpolfahrt seine erste Wasserlandung auf dem Bodensee, die glatt verlief. Bei leichtem westlichen Winde und strahlendem Sonnenschein schickte sich der majestätische Luft-Riese zur Landung an, die schnell vor sich ging. Nach Ballastausgleich wurde 10 Minuten später ein Gummiboot mit zwei Mann Besatzung ins Wasser gelassen. Leicht schwebte das Luftschiff in ruhiger Lage über dem Wasser. Nach dem glänzend gelungenen Landungsmanöver fuhr das Luftschiff mit gedrosselten Motoren noch eine Strecke von etwa 500 Metern auf dem Wasser, dann erhob es sich leicht in die Luft und steuerte dem Heimathafen zu. * „Do X“ nördlich Cabo Frio gewassert. Neuyork, 20. Juni. Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro wasserte das deutsche Flugschiff„Do X“ um 21,05 Uhr(MEZ.) in Sao Pedro Aldea, nördlich Cabo Frio an der brasilianischen Küste. Hirths neuer Rekord. Im Segelflug über Breslau. Im Breslauer Flughafen ließ sich der Segelflieger Wolf Hirth durch eine Schleppmaschine 700 Meter hochbringen und führte dann einen Dauersegelflug über Breslau aus. Er war 3 Stunden und 6 Minuten in der Luft und erreichte dabei eine Höhe bis zu 1150 Metern. Hirth landete lediglich, weil es ihm oben zu kalt wurde. Dieser Segelflug über Breslau, der mit derselben Maschine ausge. führt wurde, mit der Hirth über Neuyork gesegelt ist, stene einen Rekord im Segelflug über einer deutschen Groß, stadt dar. Lokal= und — Kreisturn= und Spielfest des Eichenkreuz=Turnver, bandes des Westdeutschen Jungmännerbundes. Das Pra, gramm für Sonnabend und Sonntag ist das folgende Sonnabend, den 20. Juni 1931: nachm. 5 Uhr: Fauft. ballspiele; nachmittags 6 Uhr: Schlagballspiele; abende 7 Uhr Handballspiel; abends 8,30 Uhr: Antreten; abende 9,15 Uhr: Fackelzug; abends.45 Uhr: Kriegerehrungabends 10 Uhr: Flammenschwingen und Zapfenstreich Sonntag, den 21. Juni 1931: morgens 6,30 Uhr: Antreten und Morgenwache; morgens 7 Uhr: Beginn der volkstümlichen Uebungen; vorm. 10 Uhr Feldgottesdienst im Milser Schloß, P. Kötter; vorm. 11,30 Uhr: Fortsetzung der Wettkämpfe und Einzelkämpfe; nachm. 13.45 Uhr: Antreten am Gemeindehaus; nachm. 14 Uhr: Abmarsch zum Festplatz; nachm. 14,30 Uhr: Begrüßung— Körper, schule— 10X75 Meter=Staffel— Schlagballspiel 4X100 Meter=Staffel— Schwedenstaffel— Geräteturnen— Faustballspiele— Eichenkreuzstaffel; nachm. 18 Uhr: Siegerverkündigung und Schlußwort. wenn Pfannen, Töpfe und Tiegel in appetitlicher Reinheit glänzen—. dann weiß man: hier wird mit Liebe geschafft, hier schaltet die Hand einer tüchtigen Hausfrau, hier schmeckt das Essen! Und so einfach ist es: GD. der unvergleichliche Küchenheifer, übernimmt es, alle Geister der Unsauberkeit zu verjagen. Im Handumdrehen, in der halben Zeit wie sonst, ist das Geschirr blitzsauber, geruchlos, und alles blitzt wie neu! Ein EBlöffel GDD auf einen Eimer heißes Wasser, eine Ausgabe von nur gut 1 Pfennig, verschafft ihnen das. Deshalb gehört GED in jede Küche! das Mädchen für alles! GD Henkel's Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel für Haus- und Küchengerät. Hergestellt in den Persilwerken. Jahresfest Anstalt Bethel am Sonntag, dem 21. Juni 1931. Festpredigten: vormittags 8½ Uhr: P. Wilm, Bethel „ 10 Uhr: P. Cappenbeck, Jöllenbeck nachmittags 3 Uhr: Superintendent Möller, Pr. OldendorfP. J. v. Bodelschwingh. Anschließend Grundsteinlegung eines neuen Aufnahmehauses für Epileptische. Alle Freunde der Anstalt werden herzlich eingeladen. Qualitäts- Matratzen in verschiedenen Füllungen wie Roßhaar, Kapok, Hlpengras mit Haarauflage, Hipengras „Original Schlaraffia“ Polsterei Ordelheide, Bielefeld Kreuz Str. 45 ist ein hochwertiges Naturmittel und besitzt die Eigenschaft den erhöhten Blutdruck herabzusetzen, daher äußerst wirksam gegen Arterienverkalkung und Hämorrhoiden, gut gegen Magen= und Darmstörungen, Nieren=, Blasen=, Gallen= und Leberbeschwerden, Würmer, bei Zucker, Gicht, Rheumatismus und Asthma sehr zu empfehlen. Schon vor 3000 Jahren gebrauchten die oriental. Völker den Knoblauchsaft gegen viele Krankheiten und sollte dieses hochwertige Naturmittel deshalb in keiner Familie fehlen. Preis pro Flasche für ca. 4 Wochen reichend Mk..50. Bei geschlossener Bestellung von 5 Flaschen, liefere ich die 6. Flasche gratis franco Nachnahme. Otto Kadatz, Bad Oeynhausen 4. Wählen Sie für Küche und Büro eine ekektriscke Uhr sie bedarf keiner Wartung. In allen Fabrikaten erhältlich bei ft. Greder, Ulrmacker Pernruf 1012 BIELEFELD Gülersloher Str. 14 Haus Pniel-Reinbek-Schloß am Sachsenwald und Billestrand. Neu hergerichtet, gr. Veranda. Park mit Liegewiese am Wasser. Preise niedrig, entgegenkommend. Küche sehr gut; auf Wunsch extra Kost. Tägl. Bibelstunden. Viele Ausflüge, Heide, Elbstrand, Seebäder. Prospekt und Bild durch Marg. von Patou. Jommer#riscke Am Fuße des Teutoburgerwaldes. Schöner großer schattiger Garten. Liegewiese, Liegestühle. Pensionspreis 3,70 Met. Keine Nebenkosten. Frau Wesselmann. Obersteinhagen 307 Station Quelle. Der„Aufwärts“ liegt aufsim Christl. Erholungsheim„Bethanien“, Deckbergen, Weserberge, und wird von sämtlichen zur Kur weilenden Gästen gern gelesen. Ruhebedürftige Organ= u. Nervenschwache finden dort in der ozonreichen Weserbergluft recht schnelle Erholung und Kräftigung. Junger Tannenwald mit schönen Wegen und Liegeplätzen, Luftbad, große Liegewiese, alles direkt am Hause. Pens. RM 3,75 bei guter Verpfl. Keine Nebenkosten. Prosp. frei. Locarno-Monti Südschweiz. Christl. Erholungsleim Tabor. An der neuen Straße LocarnoMonte Bré, Idyllisch, ruhiges, sonniges Heim in klimatisch vorzüglicher Höhenlage, bietet Ihnen Erholung an Leib und Seele und zugleich beste Gelegenheit, die Schönheiten des Südens kennen zu lernen. Hausandachten. Auf Wunsch Diätküche. Eig. Auto; Prospekt: bescheidene Preise; das genze Jahr offen. W. Keller, Prediger. Bad Salzu#len Haus Schmiedeskamp Inh.: Geschw. Schmiedeskamp Tel. 2769 Wüstenerstr. 15 Neuzeitlich eingerichtete Fremdenpension.— Beste Verpflegung. Pension von 6 Mk. an. Vorzüglichen bietet das im Weserbergland gelegene Erholungsheim im Solling bei Dassel. Sehr schöne Höhenlage, inmitten herrlicher Laubund Fichtenwälder. Licht-, Luftund Sonnenbäder. Gelegenheit zur Stille unter dem Wort Gottes. Ermäßigte Preise. Prospekte kostenlos. Anfr. an Friedr. Gramm. Ferienreisenden, welche eine Erholung nach Leib und Seele suchen, kann das Christl. Erholungsheim in Gsteigwiler bei Interlaken, Haus Schönfels aufs beste empfohlen werden. Bei mäßigen Preisen, in der Nähe des Verkehrs und doch in stiller Abgeschiedenheit mit dem Blick auf die Schneeberge des Berner Oberlandes gelegen, verbindet es äußere Fürsorge mit dem Segen einer verständnisvollenchristlichen Hausgemeinschaft, sodaß es von zahlreichen christlichen Freunden mit immer neuer Freude und Dankbarkeit aufgesucht wird. Schwermütige, Verzagte, Erholungsbedürftige und solche, die In zeistiger Not sind, finden freundliche Aufnahme zu mäßig. Preise im Erholungsheim Haus Friedensruh in Laufen Eyach, O/A Balingen (Wärttbg.) Sommer und Winter geöffnet. Anfragen sind zu richten an die Leitung des Hauses. Wiesbaden Evangelisches Hospiz, Zimmer mit und ohne Verpflegung. Mäßige Preise. DRUTSCHES TORDSEERAD Behnstation in Holst. Grüner Strand, Wattenlaufen, Badeplätze für See-, Sonnen- u. Luftbäder, Wermbed, Sport. Kurmusik. Pensionspreis von.50 RM. an. Auskunft u. Führer umsonst durch die Badeverwaltung. Fernr. 213 Zum 1. Juli oder später finden 2 junge Mädchen Aufnahme z. Erlern. d. Haushalts u. Kochens. Zuzahl. n. Übereinkft. Wernigerode., Waldfrieden, Sieveking, Steinberg 18. Studentin(Rhld.) mit Übg. in d. Erteilg. v. Nachhilfe bes. in Franz. u. Math. sucht für August, September, Oktober Betätigung bei freier Station, am liebsten a. d. Lande. Sie ist auch zur Übernahme jed. and. Arb. bereit. Reisegeld müßte vergüt. werd. Ang. unt. A 1655 a. d. Geschäftsstelle d. Bl. Zum 1. Juli d. J. sucht ein gläubiger, strebsamer Schuhmachergeselle, 19 Jahre, einen passenden Wirkungskreis (In= oder Ausland) in Lederund Schuhgeschäft, Schuhfabrik oder Werkstatt. Vertraut mit den gesamten modernsten orthopädisch. Arbeiten(Gipsabdrücke, Einlagen und Bandagenbau). Gute Zeugnisse und beste Empfehlungen. Angebote erbeten unter A 1658 an die Geschäftsstelle des Aufwärts. mit Pflanzenrohsäften sind Wunderkuren Christliches junges Mädchen kann gründlich Haushalt und Kochen erlernen gegen gering. Zuzahlung bei Familienanschluß ab 1. 8. Mädchen vorhanden. Kleines Töchterpensionat Dr. Frank=Tauber, Helmstedt (Bg), Marienstr. 5. Haustochter zum 1. 7. gesucht in Pfarrhaus mit 3 Kindern. Mädchen vorhanden. Frau Pastor Herbrecht, Emden(Ostfriesl.) z. Zt. Brilon i.., ev. Pfarrhaus. Wir empfehlen: Brennessel=, Löwenzahn=, Johanniskraut=, Birken=, Knoblauchsaft etc. Flasche.60 Reformhaus Eden Neustädterstraße 8. Bekannt, reeil und billig! Neue Gänseiedern on der Gans gerupft, Tult Deunen, doppelt gewasen und gereinigt, beste Qualitöt à Pfd. Mk..—. Halbdaunen Mk..30, ¾ Deunen Mk..24 Ia Volldeunen.—, 10.— Gerissene Federn mit Daunen, gereinigt.40 und.73, sem zart und weich.75. le.—. Versand per Nachnahme, ab S Pid. portottel. Garantie für reelle, steubfreie Ware. Nehme Nichtgefallendes zurück. Frau A. Wodrich, Gänsemast. Neutrebbin(Oderbruch) Bethel. — Volksabend der Aufbauschule. Am Mittwoch, den 24. Juni, findet im Assapheum um 20 Uhr eine Auffty rung der Friedrich v. Bodelschwingh=Schule statt. un Nachmittag um 4 Uhr wird für die Insassen der Frauen und Männerhäuser der Anstalten gespielt. Der Abene steht unter dem Leitspruch:„Volk in Not“. Aufgeführt wird:„Die Bürger von Calais“, von Vu dolf Mirbt. Das Schulorchester trägt zur Ausgestaltung bei. Vorverkauf der Karten in der Anstaltspost. Kinder 30 Pfennig, Erwachsene 40 Pfennig, an der Abendkafft 50 Pfennig. Erwerbslose, die sich ausweisen, haben aber. freien Zutritt. 6. Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel..%, fur 6 Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. sendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“.“ liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919, Bieleseld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel.