he Ergebenheit und ibehörde gibt durch 5. im Hinblick an sind. Der„Osserein Ergebenheits. um Roma- zu wiben oms angeblich mit ereinstimmten. äum. er Jungmänner= nnervereine beging mit einem Jugendaus den Ostproenführte. Jugendkirchen leiteten die an fand im Lust, b e i d e r e i n M a s ing des Altmeisters ihlo Choräle und pfigen Menge mit jren Höhepunkt erg im ehemaligen kamecke, der Vorseitsfeld der Orgabeit seien hart gealte in Leipzig. skratische Parteitag ischen Debatte die Tarnow an, in cklichen Krise u. a. konopole, systemarstärkung des öfkreditinstitute empientschließung der seit abgelehnt. h, den 3. Juni thel=Orchester im ie Bethelgemeinde sind im VorverOphir zu haben tenhilfe am Dontt dessen am Mittziergang nach der hr Dorflinde. ZuBodelschwingh. d Weltpolitik: Di Bethel. Zuschriften ich 28. Für Gel„Aufwärts“, Christruf 3911/3919, Am alt Bethel. UAllllnnun schten Chores den 5. Juni,: pheum einen : : ul von Hagen.; ertrud Kahl: Karl Noyer. 66h 95 u I. B. 10 Anstalt irholungehelm Ebert stein-Hochhars Braunlage üren. Prosp. Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. mit den Beilagen„Für Herz und und„Anser Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 127. 8 Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Donnerstag, den 4. Juni 1931. 13. Jahrgang. Ein gut Wort, gut gesagt und auch gut aufgenommen, Dazu gut angewandt, mag uns zugute kommen. Rückert. Evangelische Kirche und Völkerverständigung. “ E i n e E r k l ä r u n g. Es gehört mit zu dem kirchlichen Dienste des Lehrers der Theologie, die Stellungnahme seiner Kirche und ihrer geistigen Führer in den großen Fragen des allgemeinen Lebens vor Gott zu durchdenken und, wenn es geboten erscheint, öffentlich ein klärendes Wort zu sprechen. Die Unterzeichneten fühlen sich zu einer solchen Erklärung verpflichtet im Blicke auf eine besondere Richtung der kirchlichen Arbeit, die jetzt immer stärker hervortritt; verantwortliche Männer in der deutschen evangelischen Christenheit sind am Werke, die Kräfte des deutschen evangelischen Christentums und seiner Kirchen für die Arbeit an der Verständigung und Annäherung der Völker aufzurufen und einzusetzen. Auch wir halten es für eine klare Christenpflicht, daran zu arbeiten, daß die großen Kulturvölker sich besser verstehen lernen und die Politik ihrer Staaten in eine Bahn zu leiten beginnen, die der Schicksalsverflochtenheit zwischen ihnen entspricht. Voraussetzung für alle solche Verständigung ist aber strenge Klarheit und Wahrheit über die wirkliche Lage. Man muß das tatsächliche Verhältnis zwischen den Völkern ehrlich sehen. Es darf nicht der Schein und die Hoffnung einer Gemeinschaft dort vorgetäuscht werden, wo man in Wahrheit das Lebensrecht nicht achtet und damit die Möglichkeit der Gemeinschaft zerstört. Das deutsche Volk ist in einem von ihm nicht gewollten, ihm aufgezwungenen Kriege niedergerungen und durch Friedensdiktate des Anteils an der Verwaltung von Raum und Gütern der Erde beraubt worden, den es braucht, um auch nur atmen und leben zu können. Es wird überdies durch Kriegskontributionen unter dem lügnerischen Namen der Wiedergutmachung bis zum Weißbluten ausgesogen. Alles das unter offenem Bruche der Zusagen, die ihm bei der Waffenniederlegung gemacht worden sind, und unter abermals offenem Bruch der im Friedensvertrage von jenen Nationen feierlich übernommenen Verpflichtungen auf Abrüstung. Deutschlands Feinde aus dem Weltkriege führen also unter dem Deckmantel des Friedens den Krieg wider das deutsche Volk weiter und vergiften durch die darin liegende Unwahrheit die politische Weltlage so, daß Aufrichtigkeit und Vertrauen unmöglich werden. Das Ende dieses nun schon 42 Jahre währenden neuen furchtbaren Krieges mitten im Frieden kann, wenn er auch nur kurze Zeit fortgesetzt wird, allein der Untergang unseres Volkes sein. In dieser Lage gibt es nach unserem Urteil zwischen uns Deutschen und den im Weltkriege siegreichen Nationen keine andere Verständigung, als ihnen zu bezeugen, daß während ihres fortgesetzten Krieges wider uns eine Verständigung nicht möglich ist. Es gibt in unserer Lage vorerst keine andere aufrichtige Pflege der Gemeinschaft, als daß man ihren trügerischen Schein zerstört und das Verhältnis der andern Nationen zu uns bei seinem richtigen Namen nennt. Wer diese wirkliche Lage, wer den Bruch der Gemeinschaft, den sie bedeutet, mit Worten oder durch sein Verhalten, verhüllt, der wird schuldig an allen denen innerhalb der anderen Völker, die das Rechte wollen: er tut nicht das Seine dazu, daß sie die Wirklichkeit des Schicksals sehen lernen, das ihre Völker dem deutschen Volke bereiten. Es hilft die Verlogenheit der internationalen Lage erhalten und steigern. Der hier vertretene Grundsatz hindert nicht ein Zusammenkommen und Zusammenarbeiten mit einzelnen Gliedern der unser Leben bedrohenden Nationen an besonderen, begrenzten und dringlichen Aufgaben; die Schicksalsverflochtenheit bleibt unentrinnbar auch in dieser furchtbaren Lage. Es bleibt auch dem einzelnen seine Gewissensfreiheit, ob er über den klaffenden Riß hinweg, unter offenem Vorbehalt und Bekenntnisse eben dieses Risses und Bruches, ein rein privates, persönliches Verhaltnis mit Einzelnen aus jenen Nationen pflegen will. Das alles ist bestimmt begrenzt oder privat; indem es sich dessen bewußt ist, gefährdet es die Klarheit und Wahrhaftigkeit des öffentlichen Gewissens nicht. Aber Worte und Begegnungen können eine Oeffentlichkeit und eine Grundsätzlichkeit gewinnen, die ihnen entscheidende Bedeutung für die Gestaltung des allgemeinen Gewissens gibt. Das ist überall dort der Fall, wo Vertreter deutscher Theologie oder deutschen Kirchentums von dem Verhältnis zwischen den Völkern und von der Verständigung verantwortlich reden oder mit Vertretern der Theologie oder des Kirchentums der uns aussaugenden und bedrückenden Nationen sich begegnen. Hier bekommt die Forderung volle Wucht: Durch allen künstlichen Schein der Gemeinschaft hindurchzustoßen und rückhaltlos zu bekennen, daß eine christliche und kirchliche Verständigung und Zusammenarbeit in den Fragen der Annäherung der Völker unmöglich ist, solange die andern eine für unser Volk mörderische Politik gegen uns treiben. Wer da glaubt, der Verständigung heute anders dienen zu können als so, der verleugnet das deutsche Schicksal und verwirrt die Gewissen im Inlande und Auslande, weil er hier der Wahrheit nicht die Ehre gibt. Professor D. P. Althaus, Erlangen. Professor D. E. Hirsch, Göttingen. Stillstand der Großstadt? Von D. L. Heitmann=Hamburg. Das Jahr 1930 scheint einen Wendepunkt in der Großstadtentwicklung zu bedeuten. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß zum mindesten die führenden Großstädte Deutschlands in diesem Jahr einen Stillstand in der Bevölkerungsbewegung verzeichneten. Es ist nicht nur der Geburtenrückgang, der sich hier auswirkt. Viel wichtiger ist die Tatsache, daß der Zustrom vom Lande überraschend zurückgegangen ist. Ganz leise macht sich sogar bereits eine Rückströmung bemerkbar. Man wird nicht fehlgehen, wenn man einen Hauptgrund dieser Erscheinungen in der schwierigen Wirtschaftslage sucht. Das Leben zieht sich zurück, wenn die Lebensmöglichkeiten schwinden. Dahinter aber liegen noch tiefere Wandlungen der Lebensentwicklung. Landkundige Leute sagen uns, daß das Land nicht mehr abgeben kann, wenn es nicht gänzlich an lebenskräftigen Elementen verarmen soll. Die kleinen Landstädte sind ja längst geistig ausgesogen. Gefährlich aber wird dieser Prozeß, wenn das flache Land selbst noch seine letzten lebensstarken Elemente abgeben sollte, die es in dem gegenwärtigen Umstellungsprozeß der Landwirtschaft(Intensivierung, Rationalisierung) dringend braucht, um im Existenzkampf zu bestehen. Wir stehen hier an der Grenze. Wenn die Landflucht auch diese Elemente, von der Not getrieben, ergreifen sollte, so wartet auf uns das Schicksal des Römerstaates. Darum hat der Stillstand der Großstädte auch für das Land, ja, für die gesamte Volksentwicklung, seine schicksalhafte Bedeutung. Aber auch für die innere Entwicklung der Großstadt selber! Wer in die seelischen Untergründe der Großstadt hinablauscht, weiß längst, daß sich hier, zumal im letzten Jahrzehnt, bedeutsame Wandlungen vollzogen haben. Fast ganz geschwunden ist die seelische Grundhaltung jener ersten Großstadtgeneration, die vom Bürger bis zum Proletarier in diesen neuen Zentren des Lebens die Stätten unbegrenzter Lebensentfaltung, die machtvollen Symbole einer neuen Freiheit sah. Längst ist sie abgelöst durch die Protesthaltung, die aus den Großstadtmauern in das Vorstadtwohnhaus, in die Gartensiedlung, in den Schrebergarten, in die Wander= und Sportbewegung und das„Wochenende“ flüchten. Aber auch in dieser Bewegung zu neuen, gesunden Lebensbedingungen ist der ursprüngliche Optimismus bereits weithin gebrochen und einer Resignation gewichen, die wohl noch retten, bewahren, herausholen zu können glaubt, aber die Hoffnung auf eine endgültige Zukunftsgestaltung großstädtischer Lebenskultur aufgegeben hat. Man lausche einmal in die Grundstimmungen der Eigenhaussiedlungen hinein: es sind nicht nur wachsende Wirtschaftssorgen(Grundsteuer und dergleichen), die die„Freude am Heim“ bedrücken, die„Angst vor dem Kinde“ hat viel tiefere Wurzeln. Man glaubt eben nicht mehr daran, daß hier ein neues Volksleben, eine neue Gemeinschaft, eine neue Zukunft wachsen kann. Es sind vor allem drei, allerdings mieinander zusammenhängende Grunderscheinungen, die alles großstädtische Leben belasten und sich je länger, desto mehr bis zur Unerträglichkeit auswirken. Obenan steht die immer radikaler sich vollziehende Aufspaltung des Lebens in Einzelexistenzen und Einzelfunktionen. Am schmerzlichsten wird dieser Prozeß spürbar im Familienleben. Aber auch im Arbeitsverhältnis, im nachbarlichen und geselligen Leben der Menschen untereinander entwickelt sich eine stets steigende Anonymität, Gleichgültigkeit, Einsamkeit, die durch die Zusammenballung von Massenströmungen im politischen, wirtschaftlichen, sozialen Leben nur erhöht wird. Die Kehrseite dieser Auflösung aller natürliche Bindungen ist eben die gewaltsame Einspannung des Lebens in ein sich immer dichter schnürendes Netz von starren Organisationen, wirtschaftlichen und politischen Zwängen, staatlichen Vorschriften. Im Grunde fühlt sich der Großstädter in aller Scheinfreiheit doch als der Vergewaltigte, der sich nach keiner Seite hin mehr frei bewegen kann, ohne Gefahr zu laufen,„überfahren zu werden". Trotz aller Tendenz des öffentlichen Lebens zu technischen Sicherungen und Versicherungen entwickelt sich im einzelnen Großstädter doch immer mehr das Gefühl des Ausgeliefertseins, der Unsicherheit, der Weltangst. Die wirtschaftliche Ungewißheit ist nur ein Ausdruck dieser inneren Lage. So entsteht in der Tiefe des großstädtischen Lebens noch ein dritter, entscheidender Grundzug: die seelische Leere. Das hoffnungslose Eingespanntsein in einen mit rasender Geschwindigkeit laufen den Apparat läßt die still strömenden Kräfte der Tiefe der Freude, des Glaubens an einen emporhebenden Lebenssinn versiegen. In dem Grunde seiner Seele ist der heutige Großstädter skeptisch, müde, hoffnungsarm. Die Kraft zu seelischer Sammlung und Vertiefung bringt er nicht mehr auf. Soweit ihm die Hast der Arbeit, des Wettstreits, des politischen Kampfes, des Sports noch Spielraum läßt, ergibt er sich einem Strom oberflächlicher Scheinerholungen und=anregungen. Aber auch diese wir ken nur noch, wenn sie in starken Dosen kommen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, ist der ursprüngliche Impuls zur Großstadtbildung versiegt. Der Blick des Großstädters ist nicht mehr gläubig zum Zentrum, auf den strahlenden Lichterglanz einer erhöhten Lebensentfaltung gerichtet, sondern bereits rückwärts gewendet. Das Ruhebedürfnis, die Feriensehnsucht kennzeichnet seine Lage. Der Glaube ist im Erlöschen, daß in der Großstadt neue Volkskraft, eine zukunftsstarke Jugend, ein neues Gemeinschaftsleben wachsen könne. Die Talsachen eines halben Jahrhunderts reden eine zu deutliche Sprache: Die Großstadt reißt das Leben auf und verbraucht es. Der äußere Stillstand der Großstadtentwicklung ist nur der sichtbare Ausdruck einer inneren Lage. Nicht freilich darf man sich der Täuschung hingeben, daß sich nun ein schneller Abbau der Großstadt entwickeln werde. Kein Mensch wird sagen können, wie weit die Widerstandskraft eines zermürbten Lebens überhaupt reicht. Aber der äußere Zwang der auf die großen Zentren drängenden Lebensrichtung, der ja längst die Welt beherrscht, wird die Massen noch lange fesseln. Indessen wird die Wandlung der Grundrichtung in der Tiefe sich eines Tages doch auswirken, auch wenn die Möglichkeiten dazu heute noch sehr gering sind. Der Aussiedlung aufs Land stehen die allergrößten Schwierigkeiten wirtschaftlicher, seelischer und technisch=kultureller Art entgegen. Das Land selbst fängt hier und da an, trotz der gegenwärtigen Krise seine besten Söhne nicht mehr in die Stadt oder ins Studium zu schicken, sondern auf dem Hof zurückzubehalten. In der instinktgesunden Jugend beginnt die Wandlung sich leise zu zeigen, selbst im weiblichen Teil. Schon heute kehren hier und da tüchtige Hausmädchen enttäuscht aufs Land zurück. Möglich, daß die sich immer schärfer auswirkende Katastropehe des Arbeitsmarktes schließlich zwangsläufig auch zur weitergreifenden Aussiedlung von Großstädtern aufs Land führt. Ohne eine sehr viel weiter ausgereifte seelische Umstellung wird diese kaum durchführbar sein. Ganz in der Stille freilich bahnt sich in der Großstadt selber in einem tieferen Sinne die Grundhaltung des Siedlers an. Man spricht nicht mit Unrecht heute von dem erwachenden Gedanken der„geistigen Siedlung". Das immr unerträglicher werdende Massendasein mit seiner Vereinsamung der einzelnen und seiner seelischen Leere führt in der Stille Menschenkreise zu einer ganz neuen Lebensform zusammen, die die mechanisierte Hetze des Lebens bewußt auf den notwendigen Arbeitstag beschränkt, um so entschlossener aber die Muße= und Feierstunden der seelischen Sammlung zurückgibt. Die Wendung im Schicksal der Großstadt geht Hand in Hand mit einer tiefen religiösen Wendung, die unter der Oberfläche bereits deutlich spürbar ist: in der echten Gemeindeund Freizeitbewegung, die sich längst ganz neue Formen des Zusammenlebens, der Feier, der Geselligkeit, des Dienstes aneinander zu schaffen im Begriffe steht, bahn! sich eine in die Zukunft weisende Bewegung an, die den äußeren Abbau der Großstadt zu überwintern und in der Stille eine neue Lebensform zu schaffen berufen scheint. Wie man es auffaßt. „Rheinisch=Westfälische Zeitung“ schreibt: „Eine nationalsozialistische Entgleisung“ sei es nach dem Urteil der Linkspresse gewesen, als der Vorsitzene. der rheinischen Landwirtschaftskammer in Bonn, Freiherr v. Lüninck, auf der Bauernkundgebung bei der Aachener Tagung des Vereins für das Deutschtum in Ausland seine Ansprache mit den Worten geschlossen habe:„Wir wollen ein Reich, das auf Treue und Lauterkeit begründet ist, auf die Urkräfte des Bauerntums, auf den Freiheitswillen des Werkmanns, auf den Offiziersgeist, auf den Krieger= und Frontsoldatengeist, ein Reic, in dem alle deutschen Stämme, Gaue und Länder vereint sind, ein Reich, in dem Christus als König herrscht, das dritte Reich, das Deutsche Reich! Heil!“— Als nationalsozialistisch wird empfunden die Erwähnung des dritten Reichs, obwohl das nicht nationalsozialistisch zu sein braucht, da ja der verstorbene nationalpolitische Schriftsteller Moeller van den Bruck das Ideal vom dritten Reich verkündet hat. Aber selbst, wenn Freiherr v. Lüninck mit diesem Wort auf die besondere nationalsozialistische These angespielt haben sollte, könnte ihm das so wenig verwehrt werden, wie den Gewerkschaftsvertretern Anspielungen auf ihre Ziele verwehrt worden sind. Daß gerade ein Vertreter der Landwirtschaft ein auf Treue und Lauterkeit begründetes Reich verlangt, ist verständlich, wenn man sich der Urteile im sogenannten Bombenleger=Prozeß entsinnt und sie vergleicht mit dem Urteil im Barmat=Prozeß. Claus Heim, der holsteinische Bauer, dessen Familie seit 600 Jahren auf ihrem Hof sitzt, und seine Kameraden erhalten insgesamt fast 50 Jahre Zuchthaus. Außerdem wird eine Summe von 30000 Mk. als Ersatz für den angeblich angerichteten Schaden als Schuld auf Claus Heims Hof eingetragen. Barmat hat das Reich um 30 Millionen geschädigt, wurde aber nur zu 11 Monaten Gefängnis verurteilt. Auch diese Strafe brauchte er nicht zu verbüßen, obwohl ihm der Staatsanwalt nicht wie dem Claus Heim bestätigen konnte, daß er aus selbstlosen Motiven gehandelt habe.“ Religiöse Sozialisten und Freidenker auf dem...=parteitag. Der Parteitag der SPD wird sich u. a. mit den Auseinandersetzungen zwischen den sozialistischen Freidenkern und den Religiösen Sozialisten zu beschäftigen haben. Von dem Bund sozialistischer Freidenker liegt dem Parteitag eine Entschließung vor, worin den religiös=sozialistischen Parteigenossen vorgeworfen wird, sie leisteten dieselben Helferdienste zur„Zerstörung und Trübung des proletarischen Klassenbewußtseins“ wie die Kirchen. Die Parole„Durch das Evangelium zum Sozialismus, durch den Sozialismus zum Evangelium“ stehe im schroffen Gegensatz zu den marxistischen Erkenntnissen, daß die Befreiung des Proletariats einzig und allein das Werk dieser Klasse selbst ist. Proletarische Klassenkampfsolidarität habe nichts mit christlicher Nächstenliebe zu tun. Wer an Götter glaubt, müsse singen:„Mit uns'rer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren"; das sei das Gegenteil eines notwendigen proletarischen Selbstbewußtseins und marxistischen Klassenkampfwillens. Gegen diese Angriffe protestiert der„Religiöse Sozialist“ auf das Entschiedenste und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Parteitag die Anmaßung der Freidenker, als seien nur sie klassenbewußte marxistische Sozialisten, und die religiös organisierten Genossen unzuverlässig, ja, eine Gefahr für den Sieg der sozialistischen Idee, zurückweise. In einer Erklärung des Bundes religiöser SoziaM listen an den Parteitag wird dieser gebeten, in eindeutiger Form vor aller Oeffentlichkeit durch einen Beschluß bekannt zu geben, daß die Partei nach wie vor auf dem . Standpunkt der weltanschaulichen und religiösen Neutrase ntat steht, und daß die bewußt christlichen Parteigenos„ sen das gleiche Recht und die gleiche Anerkennung in der x] Partei genießen wie die Freidenker. Der Bund vern wahrt sich nachdrücklich dagegen, daß er den antisozialini stischen Absichten der reaktionären Kirchenführer Vor„I schub leiste und hebt hervor, daß er sich rückhaltlos für den Sieg der sozialistischen Listen einsetze. Es müsse je; doch selbstverständlich sein, daß die Partei keine„freiden). kerische Zwangsanstalt“ sei und die religiösen Sozialisten t# in der Partei nur„geduldet“ würden, sondern Heimats recht und Gleichberechtigung haben. Es wäre eine der größten Gefahren für die sozialistische Arbeiterbewegung, n wenn von gegnerischer Seite auch nur mit dem Schein des Rechts behauptet werden könnte, daß die Weltan* schauung des marxistischen Sozialismus der freidenkerizi sche Atheismus sei.— Ueber die Agitation der Freiden* ker in der Partei wird Klage geführt: Diese versuchten, die sozialistische Presse für ihre besonderen Zwecke(Kirzi chenaustrittspropaganda, Beschimpfung und Lächerlichmachung auch rein religiöser und weltanschaulicher Ansichten, Ankündigung ihrer Veranstaltungen im Parteikalender usw.) auszunützen und andererseits die Ankündigung religiös=sozialistischer Vorträge und dergl. zu verhindern und die Wahl bewährter religiös=sozialistischer Genossen in den Funktionärkörper der Partei unmöglich: zu machen. Wie kann man die Arbeitslosigkeit lindern? Obernigk ist ein Vorort von Breslau. Hier sind in der Damaschkestraße 36 Siedlerstellen errichtet mit je rund einem Morgen Gartenland. Die Siedler sind beruflich größtenteils in Breslau tätig. In ihrer freien Zeit— und die Kurzarbeiter haben ja jetzt unfreiwillig viel Zeit— kultivieren sie alle Arten von Obst, Gemüse, Frühkartoffeln, Staudenpflanzen usw., treiben daneben Hühner= und Kaninchenzucht, und haben Schwein und Ziege. Der Wert dessen, was sie nach Abzug der baren Unkosten im eigenen Haushalt verbrauchen, muß auf mindestens 150,— Mark im Jahr geschätzt werden. Dabei ist zu beachten, daß dabei alle Verteuerung durch Zwischenhandel fortfällt und die Lebenshaltung der Familienmitglieder sich durch Obst, Gemüse, Eier usw. wesentlich verbessert. Etliche haben durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse nachweislich Bareinnahmen von 300 bis 400 Mark aus dem Garten geholt. Die Lasten für die Wohnheimstätte, die natürlich auf bodenreformerischer Grundlage, in Erbbaurecht oder Reichsheimstättenrecht errichtet ist, werden somit zum größten Teil aus dem Heimstättengarten gedeckt. Die Hauptsache bei der Gründung solcher Heimstätten ist also eine ausreichende billige Landzulage mit einem kleinen Eigenheim, das eventuell später vergrößert werden kann. Näheres findet sich in dem neuen Buch von Damaschke„Die Arbeitslosigkeit und ihre überwindung"(Berlin, Hobbing, Preis 2,— Mark). Besonders unterstreicht Damaschke in dieser Schrift auch die Bedeutung des Gartens für die Frau. Mit Recht konnten z. B. kürzlich die evangelischen Arbeiterinnenvereine auf die vielleicht schwerste Gefahr für unser Familienleben hinweisen, daß an Stelle von Familienvätern ihre Frauen in die Betriebe gehen müssen, weil die Lohnersparnis dann durchschnittlich 25 Prozent beträgt.— In dem, was Damaschke Nebenerwerbssiedlung nennt— Heimstätten mit Nutzgarten— arbeitet die Frau auch, aber im eigenen Anwesen, bleibt bei ihren Kindern und nimmt den Männern nicht die Arbeitsplätze in den Fabriken fort. So sollte zur Volksgesundung und Post, erneuerung überall vorgegangen werden, daß Artikel#der Reichsverfassung Blut und Leben gewinnt,#. endlich: Her mit dem Wohnheimstättengesetz!m Ernst Benter, stellv. Berufsschuldirektor. Obernigk bei Breslau. Spanien und die Eine ganz neue Lage hat die Staatsumwälzung Spanien für die evangelische Kirche geschaffen Spanien war bisher das einzige Land in Eurona das keine Glaubensfreiheit gewährte. Artikel 11 der bisher geltenden Verfassung besagte:„Die katholische apostolisch=römische Religion ist die des Staates. Die Nation verpflichtet sich zur Unterstützung des Kultus und seiner Diener. Niemand wird in Spanien wegen seiner religiösen Meinungen noch wegen der Ausübung seines Kultus belästigt werden, vorbehaltlich der schuldigen Hochachtung vor der christlichen Moral. Trotzdem werden keine anderen öffentlichen Zeremonien noch Kundgebungen erlaubt sein. Das bedeutete.g. daß die bescheidenen evangelischen Kirchengebäude keinen Turm und keine Glocken haben durften. Der Uebertritt zur evangelischen Kirche war zwar erlaubt, zog in der Regel jedoch die schärfsten bürgerlichen und gesellschaftlichen Schädigungen, wohl gar die Dienstentlassung nach sich. Die Maurer, die keinen Beichtzettel vorweisen konnten, wurden nicht beschäftigt, die Landarbeiter, die nicht katholisch waren, wurden ohne Erbarmen von den Grundbesitzern entlassen. Eltern, die ihre Kinder in evangelische Schulen zu schicken wagten, wurden von ihren Brotherren angezeigt. Gleichwohl haben diese Zustände es nicht hindern können, daß die Zahl der Evangelischen in Spanien auf 20000 anwuchs, die in einem Kirchenbund, der 40 evangelische Gemeinden vereinigt, zusammengefaßt sind. Die provisorische Staatsverfassung hat nun die Glaubensfreiheit eingeführt. In ihrem Artikel 3 heißt es: „Die provisorische Regierung erklärt öffentlich, die Gewissensfreiheit, Glaubensfreiheit und Kultfreiheit respektieren zu wollen.“ Man kann verstehen, daß die Evangelischen in Spanien dies als einen Fortschritt von geschichtlicher Bedeutung empfinden und begrüßen. Arbeitsausschuß zur Abrüstung. Entweder paritätische Sicherheit oder Rückgewinnung der wehrpolitischen Handlungsfreiheit. Der Arbeitsausschuß der Deutschen Verbände setzte seine Beratungen mit der Entgegennahme eines Referats des Generalleutnants a. D. Metzsch über die Abrüstung fort Redner begründete die deutschen Forderungen und betonte dabei, es gelte, auf einen einmütigen festen Entschluß hinzuwirken. Entweder völlige Gleichberechtigung zum Zwecke der nationalen Sicherheit oder völlige wehrpolitische Die Regierung müsse schon jetzt den grin einez.„Wißerfolges der Abrüstungsverhandlungen grundlich barchbenten, um dann mit einem wohlvorbereiteten Wehrplan hervorzutreten. Der sächsische Ministerpräsident Schieck gab der zforderung nach Revision des Versailler Diktatvertrags Ausdruck. Das deutsche Volk könne weitere Opfer nur dann tragen es in absehbarer Zeit von den untragbaren Lasten des Versailler Vertrags befreit werde. Professor Grimm bezeichnete die Losreißung Danzigs und die Schaffung des Korridors als den Gipfelpunkt des wirtschaftlichen und poutischen Widersinns, der in Versailles über die Stimmen der Vernunft und der Gerechtigkeit gesiegt hat. Prölgt ka referierte über Oberschlesien und das Unrecht von 10. Vertreterversammlung des Verbandes deutscher evangel. Lehrer= und Lehrerinnenvereine e. V. Der Verband deutscher evangel. Lehrer= und Lehrerinnenvereine e.., Barmen, hielt in Bad Oeynhausen seine Tagung ab. In einem 1½=stündigen Vortrag sprach Professor Schmidt von der Pädagogischen Akademie in Frankfurt a. M. über„Die wirkliche Lebensnähe des evangelischen Religionsunterrichts. Daß der Religionsunterricht wirklichkeitsnahe sein muß, ist eine pädagogische Binsenwahrheit, die heute mehr denn je eine kritische Besinnung auf die wirkliche Lebensnähe erfordert. Lebensnähe ist da vorhanden, wo Erlösung von der Fluchwelt des„Ichs" besteht und illusionslos das andersartige im„Du“ erkannt und in Liebe getragen wird. Wirkliche Lebensnähe ist Sachlichkeit der Liebe im Glauben. Das besondere Problem der Gegenwart ist die Schwierigkeit in dem Verhältnis der Gemeinde überhaupt zur „Sonderlichen Gemeinde", des Nächsten zum Bruder. Wirklichkeitsnähe ist da, wo der wirkliche Lehrer dem wirklichen Kinde von der wirklichen Sache redet, nämlich von der Vergebung im leidvollen Miteinander der Widerstrebenden. Die Frage nach dem Miteinander der Menschen muß immer gestellt werden. Reden über die Religion hilft nicht die Brücke bauen zwischen dem„Ich“ und dem„Du“. Wir können nur reden von der Entscheidung vor Gott, aber nicht die Entscheidung vor Gott stellen. Wenn sich heute der schulische Religionsunterricht, wo uns alle die Frage nach der Gemeinschaft bedrängt, zurückzieht auf individuelle Persönlichkeitspflege, so besteht die Gefahr, daß dieser Religionsunterricht eine harmlose wirklichkeitsferne Angelegenheit wird. Eine lebhafte Aussprache, die sich vollständig auf der Höhe hielt, und in der Redner aus allen Teilen des Reiches zu Wort kamen, schloß sich an. Im Rahmen der Verbandstagung fand unter Leitung der 2. Vorsitzenden, Frau Frieda Cramer=WuppertalOberbarmen eine Versammlung der evangel. Lehrerinnenabteilung des Verbandes statt, die sich mit der Arbeit des Lehrerinnen=Ausschusses und mit einem Referat über die Auswirkung der Sparmaßnahmen in bezug auf die Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Lehrerinnen beschäftigte. Frau Goldstein=Gütersloh sprach in einem längeren, tiefernsten, wissenschaftlich wertvollen Beitrag über: „Neuere Forschungsergebnisse über die Reifezeit des Jugendlichen mit besonderer Berücksichtigung der Mädchenpsychologie und ihre Folgerungen für die Schulpraxis. Die Lehrerinnenabteilung des Verbandes nahm im Anschluß an den Vortrag folgende Entschließung an: „Die Lehrerinnenversammlung tritt aus psychologischbiologischen Gründen ein für die Tennung der Geschlechter in der Oberstufe der Volksschule sowohl als in den entsprechenden Klassen der mittleren und höheren Schulen. Sie lehnt insonderheit ein Zusammenlegen bisher nach Geschlechtern getrennter Klassen zu gemischten Klassen entschieden ab. Führung der Mädchen=Oberklassen— wo es irgend an geht— in die Hand der Lehrerin gelegt wird und ferne dafür, daß auch an den wenig gegliederten Landschule mehr als bisher angestellt werden.“ Die zweite Hauptversammlung des Verbandes be faßte sich mit dem gegenwärtig im Vordergrunde des In teresses stehenden Problem des Gesamtunterrichts. Reh tor Steinmann=Rheinhausen(Rhld.) sprach in einen zweistündigen Vortrag über die individuelle Gestaltun des Gesamtunterrichts auf der Oberstufe der Volksschul Er zeigte an einem praktischen Beispiel, wie der heimal gebundene Gesamtunterricht in der Schule seiner Heima durchgeführt wird. Die inneren Belange des Verbandes fanden in zwe Vertreterversammlungen ihre Erledigung. Sodann sprac Rektor Dr. Pixberg=Essen über die Neuordnung der be rufspraktischen Ausbildung der Junglehrerschaft#i# Preußen. Man war sich darüber einig, daß gegen die berufspraktische Weiterbildung nach der erfolgten Neu ordnung nichts einzuwenden sei. Man wünsche aber, daß auch die seminaristisch vorgebildeten Junglehrer die Möglichkeit erhalten, unter den gleichen Vorbedingungen die zweite Prüfung abzulegen. Die wissenschaftliche Weiterbildung der Lehrerschaft bleibt den Organisationen überlassen. Der Verband wird auch in Zukunft weiterhin Freizeiten einrichten, die diesen Zielen enisprechen. Infolge der Aussprache der Berichte wurden folgende Entschließungen entgegengenommen: a) gegen die Sparmaßnahmen: „Durch die entscheidenden Sparmaßnahmen des Staates und der Gemeinden auf dem Gebiet des Schu wesens, insbesondere des Volksschulwesens wird die verzweifelte Lage der Junglehrerschaft aufs neue verscharft und für unabsehbare Zeit festgelegt. Eine große Zahl von Lehrkräften beiderlei Geschlechts, zum Teil im Alter von über 30 Jahren, die ihre volle Arbeitskraft im Dienst an der Jugend einsetzen, werden entlassen und vermehren das Heer der Tausende beschäftigungsloser Junglehte“, die zum Teil bereits seit einem Jahrzehnt ihrer Einste“ lung in den Schuldienst entgegenharren. Als Unterstutzungsempfänger müssen sie der Staatswohlfahrt zur Tcht fallen und werden in Verbitterung und Verdrossenhe“ hineingetrieben, anstatt ihre jugendliche Frische in Dienst der Jugend stellen zu können. Die 10. Vertreterversammlung des Verbandes den scher evangel. Lehrer= und Lehrerinnenvereine erhebi 5“ gen diese unsozialen, pädagogisch und politisch nicht“ verantwortenden Maßnahmen entschieden Einspruch Nachdem Rektor Müller=Gellershagen über die Tany' keit des Ausschusses im Deutschen Beamtenbund beri# tet hatte, wurde der Kassenbericht gegeben. Die nach“ Satzungen ausscheidenden Mitglieder des Geschäftssuy renden Ausschusses wurden einstimmig wiedergeway schintreuen. a. D. Rheinen=Wickrathberg, der dem““ schuftsfuhrenden Ausschuß angehörte, wurde zum*“ renmitglied ernannt. Mit Gesang und Gebet konnie Vorsitzende, Schulrat Adams=Wuppertal=Barmen, die“ allen ihren Teilen anregende Versammlung schließen. dung und Volks, , daß Artikel 155 seh du ifsschuldirektor. bei Breslau. Kirche. itsumwälzung in rche geschaffen. and in Europa, e. Artikel 11 besagte:„Die m ist die des ir Unterstützung wird in Spanien noch wegen der en, vorbehaltlich stlichen Moral. chen Zeremonien bedeutete.., ngebäude keinen . Der Uebertritt lübt, zog in der und gesellschaftstentlassung nach vorweisen konnrbeiter, die nicht von den Grundr in evangelische ihren Brotherren stände es nicht Evangelischen in im Kirchenbund, st, zusammengehat nun die tikel 3 heißt es: öffentlich, die id Kultfreiheit estehen, daß die Fortschritt von begrüßen. brüstung. kgewinnung der seit. bände setzte seine Is Referats des Abrüstung fort rrungen und befesten Entschluß rechtigung zum je wehrpolitische schon jetzt den sverhandlungen n wohlvorbereick gab der Foritvertrags Ausiur dann tragen agbaren Lasten fessor Grimm Schaffung des ftlichen und por die Stimmen t hat. Prälat as Unrecht von aber, daß ehrer die dingungen tliche Weinisationen ft weiterprechen. folgende men des des Schulid die ververschärft Zahl von Alter von Dienst an vermehren unglehrer, er EinstelUnterstütit zur Last drossenheit be in den Prsach in Ehegdels. Erneute Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit? — Berlin, 3. Juni. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag treten Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsaußenminister Dr. Curtius über Hamburg die Reise nach England an, um in Chequers dem britischen Ministerpräsidenten Macdonald einen Besuch abzustatten. Begleitet werden die deutschen Staatsmänner von dem Dolmetscher Dr. Schmidt und von Oberregierungsrat Blanck und Gesandtschaftsrat von Plessen. Es ist nicht das erstemal, daß deutsche Minister in den Jahren nach dem Kriege in England weilen. Als aber vor sechs Jahren Luther und Stresemann und noch weit früher Marx und Simons in London verhandelten, da geschah das im Rahmen großer internationaler Konferenzer deren Programm feststand. Diesmal dagegen handelt es sich um einen zwangslosen Wochenend=Besuch, um eine höfliche Aussprache von Mann zu Mann. Und den Gesprächsgegenstand werden die Schicksalsfragen der europäischen Politik abgeben. Als Berlin und London die Begegnung in Chequers vorbereiteten, freute man sich in London über den„FlottenFrieden“ im Mittelmeer, den der britische Außenminister Henderson so überraschend schnell zustande gebracht hatte. Hatte man bis dahin Deutschland über den Gang der Verhandlungen in Rom und Paris nicht unterrichtet, dann wollte England nun durch die Geste der Einladung nach dem Landsitz des Ministerpräsidenten Macdonald das Aufkommen einer Mißstimmung verhindern und zugleich die Landabrüstungskonferenz erleichtern. Inzwischen hat sich das politische Bild jedoch wesentlich geändert. Aber selbst wenn Hendersons Vermittlungsbemühungen zwischen Frankreich und Italien nicht mit einem Mißerfolg geendet hätten, würde jetzt doch der Ernst der deutschen Situation und die katastrophale Zuspitzung der deutschen Wirtschaftskrise die deutschen Minister zwingen, London über die Notwendigkeit einer Wiederaufrollung der Reparationsfrage reinen Wein einzuschenken. Damit rechnet man übrigens auch in England. So veröffentlicht der der britischen Regierung nahestehende „Daily Herald“ einen längeren Informationsartikel, in dem der diplomatische Berichterstatter des Blattes ausführt, es sei sicher, daß die deutschen Staatsmänner anläßlich ihrer Unterredung mit Macdonald und Henderson auf die nicht bloß ernste, sondern geradezu verzweifelte Finanzlage Deutschlands und auf die Gefahr eines völligen Zusammenbruchs der deutschen Finanzen im kommenden Winter hinweisen werden. Die deutschen Minister würden ferner den deutschen Standpunkt in der Frage der Zollunion und der Herabsetzung der Tributzahlungen darlegen. Nachdem der Berichterstatter noch auf die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme eines Zahlungsaufschubs durch Deutschland bingewiesen hat, äußert er sich über die Stellungnahme Englands dahin, Macdonald und Henderson würden vorau Staaten, mitzureden hätten. „Die englischen Staatsmänner“, so schreibt der diplomatische Berichterstatter dann weiter,„werden vermutlich auf die eigenen Finanzschwierigkeiten Englands verweisen und dann zum Ausdruck bringen, daß Deutschland, wenn es eine i g wünscht, sich an alle Interessierten einschließlich die Vereinigten Staaten wenden und eine neue Prüfung der ganzen Frage beantragen muß, und zwar eine schleunige Prüfung, falls Deutschlands Lage in der Tat so verzweifelt ist.“ Der Berichterstatter schließt:„Ich glaube bestimmt, daß ein solcher Rat erteilt wird, und ich glaube ebenso fest, daß er befolgt wird, daß also sehr bald eine neue Prüfung der ebenso alten wie neuen Frage der deutschen Zahlungsfähigkeit zu erwarten ist, sei es durch einen Sachverstandigenausschuß, sei es durch die B33.“ nen, mittelbar keine praktischen Folgen haben wird. Wohl aber kann die sondierende Aussprache mit den für die englische Politik verantwortlichen Männern dadurch von Bedeutung werden, daß die Reichsregierung bei den notwendigen Maßnahmen— die sie auf Grund eigener Entschlüsse treffen muß— den zweckmäßigsten Weg beschreitet. Daß Deutschland heute ohne sonderliche Mühe eine neue Millikrdenanleihe und vielleicht auch einen Zahlungsaufschub haben kann, ist nicht zu bestreiten, haben doch gerade die Westmächte ein Interesse daran, einen Zusammenbruch des Youngsystems zu verhindern. Neue Zwischenlösungen sind jedoch für Deutschland höchst gefährlich; sie erleichtern nicht die Gesundung, sondern sie erschweren sie, weil sie die Krankheit in die Länge ziehen. Was not tut, ist eine Generalbereinigung, eine Uebereinkunft von Dauer. Für den leichtfertigen Optimismus, mit dem auf den letzten Sachverständigenkonferenzen die deutschen Bedenken beiseitegeschoben wurden, ist jetzt kein Raum mehr. Die Welt muß endlich die Wahrheit begreifen, daß die Tribute, die bisher aus Deutschland herausgepreßt worden sind, weit über die Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes hinausgehen und eine Fortsetzung dieses Reparationsraubes eine politische und wirtschaftliche Krise allergrößten Ausmaßes nach sich ziehen muß. Vom Revisionsgerede muß jetzt der Schritt zur Revisions tat getan werden. Im übrigen werden die deutschen Staatsmänner neben der Tributfrage auch die Abrüstungsfrage behandeln und dabei klarstellen müssen, daß die Abrüstungskonferenz nur dann zu einem Erfolg führen kann, wenn sie Deutschland einen gerechten Machtausgleich bringt. Wanderausstellung der Eröffnungsfeier in Hannover.— Ansprachen der Minister Schiele und Steiger. Nach monatelangen Vorbereitungen wurde in Hannover die 37. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts=Gesellschaft, eröffnet. Reichsernährungsminister Schiele, der die Grüße des Reichspräsidenten überbrachte, führte in seiner Rede aus: Als sie das letztemal, im Sommer 1914, hier tagte, standen wir kurz vor der großen Schicksalswende. Niemals hat das deutsche Volk schwerere Jahre durchlebt. Die Gesundung eines so schwer betroffenen Wirtschaftszweiges wie der deutschen Landwirtschaft ist ohne einen gerechten Interessenausgleich aller Berufsstände nicht möglich. Deshalb müssen wir den beschrittenen Weg unbeirrbar weitergehen. Diese Erkenntnis ist und bleibt maßgebend für die Agrarpolitik der Reichsregierung, die längst nicht mehr nur der Erfüllung materieller Interessen der Landwirtschaft dient, sondern eine Staatsnotwendigkeit geworden ist. Alle Mittel der Agrarpolitik müssen deshalb darauf angesetzt werden, daß bei gleichzeitiger Lastensenkung das ungerechte Mißverhaltnis zwischen den Preisen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den Produktionskosten der landwirtschaftlichen Betriebsführung beseitigt wird. Selbstverständlich bleibt nichts unversucht, um die Lebenshaltung des deutschen Berkes zu verbilligen. An den bewährten Grundsätzen der jetzigen Getreidepolitik soll nicht gerührt werden. Nachdem unter einer vielbewußten Weizenpolitik der Roggen wieder zum Brotgetreide geworden ist, muß ein gesunder Preisunterschied zwischen den einzelnen Brotgetreidearten und Futtergetreidearten, entsprechend der Vorkriegszeit, angestrebt werden. Die Stärkung der bäuerlichen Veredelungswirtschaft ist die wichtigste Grundlage für eine lebenskräftige Siedlung und für eine organische Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Eine in diesem Sinne geführte Agrarpolitik ist zugleich wirksamste Sozialpolitik. Sie ist obendrein die billigste Sozialpolitik. Denn bei einer Schwächung oder Preisgabe des Agrarschutzes muß sich die Jahl der Arbeitslosen erheblich steigern, weil die Einschränkungen im Ackerbau weitere Arbeitskräfte freisetzen müßten. Nur die Fortführung und der Ausbau einer organischen Agrarpolitik können dieses verhindern und zu einer Drosselung der Landflucht, zu einer Milderung des nationalen Volkstums im agrarischen Osten führen. Mit berechtigtem Stolze darf unser Berufsstand auf die vielseitigen Erfolge seiner Selbsthilfeanstren9Ungen hinweisen, von denen diese Wanderausstellung ein beredtes Zeugnis ablegt. So ist auch diesmal die Aussellung der Ausdruck ungebrochenen Lebenswillens und anseuerndes Beispiel für zukunftweisende Arbeit. Dem zähen Villen zur Arbeit, der sich in ihr bekundet, dem Pflichtbewußtsein und der Treue, die aus ihr sprechen, werden sich Neich und Staat niemals versagen können. Die Wünsche der preußischen Staatsregierung überbrachte Landwirtschaftsminister Steiger, der die von Preußen zur Unterstützung der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe bereits getroffenen und noch zu erwartenden Maßnahmen kritisch erörterte. Nach weiteren Begrüßungsansprachen von Oberbürgermeister Dr. Menge=Hannover und dem Vorsitzenden des Vorstandes der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft Dr. h. c. von Websky folgten ein Rundgang durch die Ausstellung und die Vorfuhrung preisgekronter Tiere im Großen Ring. Weihe des Ehrenmals. Kranzniederlegung durch den Reichspräsidenten.— Appell zur Einigkeit. — Berlin, 3. Juni. Die Einweihung der zur Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltkrieges umgestalteten Neuen Wache Unler den Linden gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feier. Gegen 11.30 Uhr marschierte die gesamte Wachtruppe mit klingendem Spiel vor der Ehrenhalle auf; eine von dem Infanterieregiment 5, Rostock, gestellte Fahnenkompanie folgte. Weiter nahmen Abordnungen der Schutzpolizei, der Kriegervereine und anderer Organisationen Aufstellung. Pünktlich um 12 Uhr erschien Reichspräsident von Hindenburg, von der Menge ehrsurchtsvoll begrüßt. Nach Abschreiten der Front wurde der Reichspräsident in die Ehrenhalle geleitet. Beim Betreten der Halle erklangen die Glocken, und die Wachbatterie, gestellt von der 13. Vatterie der Reitenden Abteilung des Artillerie=Regiments Nr. 3 in Potsdam, feuerte einen Salut von 101 Schuß ab. Nach einem einleitenden Gesang des Berliner Domchors erfolgte die Uebergabe des Ehrenmals durch den preußischen Ministerpräsidenten und die Niederlegung der Kränze. In seiner Ansprache führte Ministerpräsident Braun aus:„Ein Jahrhundert lang haben an dieser Stelle im Herzen der Hauptstadt die Posten der alten Armee Wache gehalten; ein Jahrtausend lang mögen hier die Herzen der nachkommenden Geschlechter Wache halten über dem Gedächtnis und der Ehre der zwei Millionen Söhne Deutschlands, die für den Gedanken und für die Rettung des Vaterlandes ein Blutopfer brachten, wie es bis dahin in der Weltgeschichte unerhört war und wie es, so hoffen wir, und dafür wollen wir uns einsetzen, der Gang der Geschichte niemals wieder fordern wird. Tag und Nacht werden die Strahlen von Sonne, Mond und Sternen als ein Gruß aus dem Weltall an die Toten hier Zutritt haben und den goldenen Lorbeerkranz, der symbolisch das Massengrab aller Gefallenen schmückt, verklären. Die Lebenden aber, die hier eintreten oder vorübergehen, soll dieses Gedächtnismal ermahnen, den Toten nachzueifern an Opfersinn für das Ganze, das zu tun, was die furde und die Größe des Menschen ausmacht, dem Volke, dem Vaterlande, dem Staate zu dienen. Dann wird, mögen auch noch schwerere Zeiten kommen, Deutschland niemals untergehen. Namens der Reichsregierung nahm Reichswehrminister Groener das Wort. Er führte aus: Erbaut von den Kämpfern von Leipzig und Belle=Alliance, war die Neue Wache ein Jahrhundert lang das Wahrzeichen des preußischen Heeres. An dieser durch Kunst und Schicksal geweihten Stätte gedenken wir der ungeheuren Leistungen des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht auf allen Schauplätzen des Weltkrieges zu Lande, zur See und in der Luft mit Stolz und Bewunderung. Wir gedenken insbesondere unserer Toten in Trauer, in Ehrfurcht und in tiefer Dankbarkeit. Sie haben durch ihr Leben und Sterben bewiesen, daß ihnen das Wohl des Vaterlandes höher stand als ihr eigenes Dasein. Zu ihrer Ehre wollen wir den Sinn ihres Opsers hüten. Wir wollen dafür sorgen, daß der Geist, der sie beseelte, nicht stirbt, daß das Erbe des preußisch-deutschen Heeres, das heilige Feuer der Vaterlandsliebe, der Geist der Pflicht und der Opferbereitschaft nutzbar gemacht wird für die Zukunft der deutschen Nation. Darum sei uns die Neue Wache auch in ihrer neuen Gestalt nicht eine Stätte des Todes, sondern des Lebens! Sodann legte Reichspräsident von Hindenburg einen Lorbeerkranz nieder, der auf einer weißen Schleife die Inschrift trägt: „Seinen in Treue gefallenen Kameraden— Generalfeldmarschall von Hindenburg, Reichspräsident.“ Die Ansprache des Reichspräsidenten lautete: In bewegtem Gedenken an die vielen, die in den mehr als vierjährigen Verteidigungskämpfen unseres Vaterlandes gegen eine Welt von Feinden in Treue ihr Leben hingegeben haben, lege ich meinen Kranz in Ehrfurcht und Dankbarkeit für die Toten an diesem Ehrenmal nieder. Möge diese Gedächtnisstätte dazu beitragen, die innere Einigkeit zu fördern! Damit ehren wir unsere gefallenen Brüder am besten, die auf dem Schlachtfeld stets und ohne Unterschied treu zusammenstanden. Inzwischen sind dunkle Wolken herangezogen; die Blitze zucken, der Regen strömt herab. Trotzdem harrt die Menge, die draußen Reihe an Reihe steht, aus, und als der Domchor das Lied vom guten Kameraden anstimmt, entblößen alle das Haupt. Als dann Reichspräsident von Hindenburg, der die Uniform des Generalfeldmarschalls trug, die Gedächtnishalle verließ, war das Gewitter vorüber. Ueber den Linden lag wieder Sonnenschein. Nun begann der letzte Akt der ergreifenden Feier: der Vorbeimarsch des Wachregiments,— das aus Truppenteilen aus Rostock, Osterode, Breslau, Leipzig, Kassel, Münster, Göttingen. Ulm, Görlitz und Konstanz bestand—, der Marine, der Artillerie und der Schutzpolizei vor dem Reichspräsidenten. Ein militärisches Schauspiel, wie es Berlin nur noch zehr selten sieht! im Kabinert. Schluharbeit an der Notverordnung.— Bedenken der Industrie.— Mehrheit für die Einberufung des Reichslags? — Berlin, 3. Juni. Im Verlaufe von Besprechungen, die sich von den Mittagsstunden bis nach Mitternacht hinzogen, hat sich das Reichskabinett dem Vernehmen nach über alle wesentlichen Punkte der bevorstehenden neuen Notverordnung geeinigt. Auf der Grundlage dieser grundsätzlichen Einigung ging dann ein Ausschuß, dessen Vorsitz Staatssekretär Dr. Zweigert hatte, an die Redaktion der Notverordnung heran. Dem Reichspräsidenten wird der Reichskanzler noch vor seiner Abreise nach Chequers über die Notverordnung Bericht erstatten. Außerhalb des Rahmens der Notverordnung hat das Kabinett in den letzten Tagen auch über die Frage der neuen Maßnahmen zur Senkung des Brotpreises beraten. Voraussichtlich werden die diesbezüglichen Beschlüsse des Kabinetts erst gleichzeitig mit der Notverordnung bekanntgegeben werden. Wann die Veröffentlichung der Notverordnung erfolgen wird, ist noch ungewiß; vermutlich während der Abwesenheit des Kanzlers, Ende dieser Woche. So lange dauern ohnehin die technischen Vorbereitungen und der Druck der sehr umfangreichen Notverordnung. Die Ministerpräsidenten der Länder wurden am Dienstag nachmittag von dem Inhalt und den voraussichtlichen finanziellen Auswirkungen unterrichtet. Auf die politischen Auswirkungen darf man gespannt sein. Schon haben die Kommunisten die Einberufung des Reichslags gefordert, und es steht noch nicht fest, ob es ihnen nicht doch gelingt, eine Mehrheit für die Reichstagseinberufung zu erlangen. Der Reichsverband der Deutschen Industrie veröffentlicht eine Erklärung zu der bevorstehenden neuen Notverordnung; der wesentlichste Teil dieser Kundgebung lautet: „Der bisher bekanntgewordene Inhalt der bevorstehenden Notverordnung hat in allen Kreisen der Industrie eine starke Enttäuschung und schwere Besorgnisse hervorgerufen. Man sieht in der Absicht, im Wege einer Krisensteuer eine neue direkte Belastung des Einkommens zu schaffen, einen überaus verhängnisvollen Entschluß, der sich dahin auswirken muß, daß zum Nachteil aller schaffenden Stände weitere Mittel der Kapitalbildung entzogen werden. Damit wird die Mutlosigkeit nur vergrößert und jeder Ansatz zu einer allmählichen Besserung der Wirtschaftslage erneut gefährdet. Bei aller Würdigung der Schwierigkeiten in den öffentlichen Finanzen kann die Absicht der Regierung, eine neue Besteuerung des Einkommens einzuführen, insbesondere deshalb nicht verstanden werden, weil die Regierung wiederholt und in programmatischer Torm sie eigeni. du=Pehier Kaneu stenerliche Belastung einn schweren Fehler hält. Die kürzliche Erklärung des Reichsarbeitsministers, daß er nicht in der Lage sei, die staatlichen Schlichtungsinstanzen für weitere allgemeine Lohnsenkungen zur Verfügung zu stellen, wird in der Industrie dahin verstanden, daß der Arbeitsminister von der Ueberflüssigkeit dieser Schlichtungsinstanzen überzeugt ist. Eingabe des Reichslandbundes. Das Präsidium des Reichslandbundes hat an den Reichsernährungsminister ein Schreiben gerichtet, in dem gegen eine eventuelle Erhöhung der Zuckersteuer und die Ausdehnung der Tabaksteuer im Wege der Notverordnung Protest eingelegt und die Erhöhung des Butterzolles gefordert wird. In einem zweiten Schreiben, das an den Reichskanzler gerichtet ist, erhebt das Präsidium des Reichslandbundes Einspruch gegen eine eventuelle Senkung der Brotgetreidezölle. Sozialdemokraten und NSDAP Dr. Breitscheid und Sollmann berichten über die Politik der Reichstagsfraktion. Der sozialdemokratische Parteitag nahm in Fortsetzung seiner Verhandlungen Berichte der Abgeordneten Dr. Breitscheid und Sollmann über die Politik der Reichstagsfraktion entgegen. Dr. Breitscheid erklärte, die Politik der Fraktion habe die Fernhaltung der Nationalsozialisten von der Beteiligung an der Reichsregierung bezweckt. Dieses Ziel sei unter schweren Opfern erreicht worden. Ein Anlaß, die bisher angewandten Methoden im Grundsatz zu ändern, bestehe nicht. Wer es anders machen wolle, müsse erst sagen, was werden solle, wenn das Kabinett Brüning stürze. Die Demokratie müsse feste Mehrheiten schaffen. Bedinge das eine Aenderung des Wahlrechts, dann dürfe man davor nicht zurückschrecken. Abgeordneter Sollmann erklärte u.., die Sozialdemokratie werde sich dem wachsenden Revisionswillen nicht entziehen. Die Young=Sachverständigen hätten falsche Vorsteilungen von der Leistungsfähigkeit Deutschlands gehabt. Den Panzerschiffbau habe die Fraktion nicht verhindern können. Wenn neun Abgeordnete sich über den Fraktionsbeschluß hinweggesetzt und statt Stimmenthaltung zu üben, gegen den Kreuzer gestimmt hätten, dann müsse der Parteitag jetzt diesen Disziplinbruch verurteilen und Garantien gegen eine Wiederholung fordern. Wenn die Freidenker bezüglich der Maßnahmen gegen die Gottlosen=Propaganda erklärten. Marx habe gesagt, Religion sei„Opium“, dann sei die Gottlosen=Propaganda der Kommunisten gemeinster Fusel für das Volk. Den Beratungen lag ein von der Bezirksorganisation Hamburg eingebrachter Antrag zugrunde, in dem betont wird, daß mitten im schärfsten Abwehrkampf der Partei gegen den Versuch der Faschisten, die Staatsgewalt zu erringen, neun Mitglieder ausgebrochen wären, gegen die Partei gestimmt und ihre Kampfkraft geschwächt hätten. Den Disziplinbrechern würde schärfste Mißbilligung ausgesprochen Diesem Antrag stand einer der Gruppe Seydewitz=Rosenfeld entgegen, der bei einer weiteren Verschlechterung der Sozialpolitik, bei einem fortgesetzten Lohnabbau und bei einem Weiterbestehen des Preiswuchers die Beendigung der Tolerierungspolitik fordert. Abgeordnete Frau Sender und Abgeordneter Dr. Rosenfeld forderten den Parteitag auf, der Regierung ein Halt entgegen zu setzen. Reichstagsabgeordneter Hoegner sprach von dem begeisterten Abwehrwillen, der von der Sozialdemokratie rücksichtslos dem Fanatismus der Nationalsozialisten entgegengestellt werden müsse. Reichstagsabgeordneter Fleißner, der die Zoll= und Handelspolitik der Reichsregierung beleuchtete, kam von dieser Seite zu der Forderung nach dem Schluß des weiteren Tolerierens der Regierung. Hierauf erfolgte die Vertagung auf Mittwoch. über 123000 Mark Rechtsschutzerfolge. Der Zentralverband christl. Tabakarbeiter Deutschlands unterbreitet nunmehr das Ergebnis seiner Arbeit auf dem Gebiete des Rechtsschutzwesens im 1. Vierteljahr 1931. Hiernach waren insgesamt 2777 Fälle zu betreuen. Auf dieselben entfielen 3171 Auskünfte. 1 905 Schriftsätze mußten angefertigt und 757 Termine wie auch verschiedene Körperschaften wahrgenommen werden. Wie schon seit langem, nimmt auch diesmal die Sozialversicherung einen Hauptteil der Arbeit in Anspruch. 2437 Fälle mit 2720 Auskünften, 1 678 Schriftsätzen und 655 Terminen waren hier zu erledigen. Auf das Gebiet des sonstigen Rechts entfielen 224 Fälle mit 314 Auskünften, 156 Schriftsätzen und 49 Terminen. Soweit über den Ausgang der einzelnen Fälle Feststellungen vorliegen, endeten 1196 Fälle mit vollem Erfolg und 299 Fälle mit teilweisem Erfolg, während 404 Fälle ein positives Ergebnis nicht hatten. 878 Fälle waren am Schluß des Vierteljahres entweder noch unentschieden oder der Ausgang noch unbekannt. Der unmittelbare Barerfolg dieser Bemühungen stellt sich auf 123664 Mark B. — Das in Trier gelandete französische Militärflugzeug ist mit der Maßgabe freigegeben worden, daß die Maschine an Ort und Stelle von Zivilingenieuren abmontiert wird. Ein Rückflug darf nicht erfolgen. Jung. Mädchen, 23., sucht sofort Stellung Erfahren in allen Hausarbeiten, owie Kochen und Nähen. In etzter Zeit frauenlosen Haushalt elbständig geführt. Gute Zeugiisse stehen zur Verfügung. Anjebote erbeten an W. Crück, Prediger, Frankenbach, Wetzlar=Land. Für meinen Sohn Heinz, 21 J. ilt, evgl., Mittelreise, Absolvent der Vorprüfung für Maschinenbautechnik am Technikum Lemgo, Jahr praktisch gelernt, suche Stellung als Schlosserlehrung zum sofortigen Eintritt. Amtsoberinspektor Pieper, Blotho a. d.., Hoch=Str. 5. Bethel. — Christlicher Verein junger Männer. Heute 8 Uhr in Gosen Jungmännerkreis(Fortsetzung Hch. Steege). 3 Freitag, 8¼ Uhr Mitgliederversammlung in Gosen Pflichtversammlung für alle Gruppen. Vormerken: Sonntag nachm. Bethel=Tag im Kreis, senneheim. 1½ Uhr Sammeln an der Dorflinde. .=K. Bethel..=.=Stunden in dieser Woche: .=K. I. Mittwoch abends 8 Uhr in der Aufbauschule .=K. II. Donnerstag abends 8 Uhr in der alten Theolg, gischen Schule,.=K. III. Sonnabend nachmittags 3 Uhr Eckardtsweg 11. Sonnabend, den 13.6. Radfahrt nach Knelsen(ungefähr 40 km). übernachtung in der Jugend. herberge. Kosten ungefähr 50 Pfg. Ab UIII. können alle mitkommen. D. — Donnerstag abend 8½ Uhr in Gosen Blaukreuzstunde. Jeder ist herzlich eingeladen. Assapheum Bethel. Freitag, den 5. Juni 1931. abends 8 Uhr Musikalischer Abend. Ausführende: Herr Professor Franz Krüger, FagottVirtuose; Lie. P. Vischer, Flöte, I. P. Seiler, Klavier, Zum Vortrag kommen Werke für Fagott, Flöte und Klavier(Trio von Beethoven, Fagott= und Flötensoli mit Begleitung von Mozart, Händel, Telemann usw.). Der Eintritt ist frei. Am Schluß Kollekte, Die ganze Gemeinde ist herzlich eingeladen. — Ein Geldschein gefunden. Anfragen an die Ophirkasse. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: Di H Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Geldsendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“, Christliches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919, Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel onig. Durch Kontrolle des vereidigten Chemikers Dr. Bodinus, Bielefeld, ist die Echtheit meines BienenBlüten garant. 10 Pfd. 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