Bezugspreis: chsmal.— Preis monatlich.25 und .35 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67877. 8 mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Reklame 30 der limeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, 0 Pfg. Beilagen unter W gje tausend 15 Mi. Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377 — Nr. 111. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Donnerstag, den 14. Mai 1931. 13. Jahrgang. Wann grünt dein ganzer Erdenkreis? Wann geben dir die Völker Preis und werden untertänig? O werde groß in allem du, daß, die du schufst, dir fallen zu und schrei'n: Der Herr ist König! Gieße süße Geisteskräfte, Lebenssäfte in die Schwachen, alles, alles neu zu machen! Mitunihiihiiissiihmii Siehe ich komme und mache alles neu. Offbg. Joh. 21, 5. Des gen Himmel gefahrenen Heilandes geheimnisvolles Wirken entschleiert uns die Offenbarung Johannis. Darum kehrt Christus in den Himmel zu seinem Ursprung zurück, von dem er gekommen ist, um an des Vaters Seite das Werk zu vollenden, das der Vater in ihm begonnen hat. Alles ist ja durch ihn geschaffen, soll in der Ewigkeit in ihm vollendet werden. Einst wurde durch den Fall des Vaters Werk in seinem Lauf aufgehalten, es soll nun der Vollendung entgegengeführt werden. Aber wie die Welt geschaffen wurde in dem Sohn, so wird diese Welt auch nur in dem Sohn erneuert, der zu ihrer Erlösung auf die Erde kam und für die unerlöste Menschheit litt, starb und auferstand und zur letzten Vollendung aus dem Himmel wiederkommen wird. Laßt uns heute am Himmelfahrtstage aufschauen auf Jesus, der nicht nur der Vollender unseres Glaubens ist, sondern auch der Vollender und Erneuerer der Welt. Er ist es, der Sohn, der das Weltall zu seiner ewigen Bestimmung führt, nicht wir, die Sünder. Das Werk des Völkerfriedens, der Weltgerechtigkeit, der Einheit des Menschengeschlechtes zu schaffen, geht über unsere Kraft. Der Vater hat es sich vorbehalten im Sohn. Der, der zur Rechten des Vaters sitzt, wird das Erneuerungswerk vollbringen, Himmel und Erde von den Fesseln der Sünde zu befreien und ein Neues darzustellen, die Erde zu verwandeln in das, was sie nach seinem göttlichen Ratschluß sein sollte. Himmel und Erde ist um der Menschheit willen da. Auch sie haben eine Verheißung: mit der Menschheit, die auf ihr wohnt, soll sie erneuert werden. Durch den Sohn soll die Gemeinde der Erlösten mit dem Vater vereinigt werden, sein Volk sein. Der Tod und seine Boten, die Not und die von ihr der Menschheit ausgepreßten Tränen sollen dann ein Ende haben. Das ist das Neue. Durch den Sohn, der sie erlöste und für sie starb und nun gen Himmel gefahren ist und bei dem Vater wohnt, will der Vater sein Werk von oben her vollenden. Deshalb fährt der Sohn gen Himmel, und das neue Jerusalem, von Gott und nicht von Menschenhänden erbaut, fährt herab gleich einer geschmückten Braut. Das Neue kommt von oben und nicht von unten. Deshalb muß Christus oben sein, um von oben her uns zu helfen. Wir aber stehen und schauen von unten ihm nach voll Verlangen, aber auch voll Loben und Danken. Denn das Wunder dort in Bethanien, daß er aufgehoben ward vom Vater in sein Reich, geschah, wie alles in seinem Leben um unseretwillen. Es ist eins der großen Ereignisse Gottes, durch das er seinen Weltenplan seiner Vollendung entgegenführt. Die Christenheit hat ihren Herrn an jenem Tage nicht verloren, sondern neu gewonnen. Veil er droben ist, gehört er nicht nur einem Volk, wie damals Israel, sondern der ganzen Kirche unter allen Volkern mit seiner erneuernden Kraft. Seiner ganzen Gemeinde ist er nun nahe mit allen seinen Gaben und durch seinen allgegenwärtigen Geist wirkt er in ihr. Sie aber schaut zu ihm auf und wartet ihrer Vollendung, und lebt bis dahin durch den Geist, den der gen Himmel Eefahrene gibt, in der Hoffnung auf seine erneuernde Kraft. Simon. Umschau. Aufbruch nach Genf.— Frankreich geschlossen für Versailles.— Laval fordert in Genf zum Rechtsbruch auf. — 7. Mai 1919.— Curtius in der ausländischen Presse. — Die Deutschen am Scheideweg.— Hoover warnt vor dem Rüstungswahn.—„Pazifismus“ in Zahlen.— Wir stehen am Vorabend der Europa=Konferenz und der Genfer Ratstagung. Kein Wunder, daß Frankreich die letzten Minen springen läßt, um Deutschlands Stellung von Grund auf zu erschüttern. Nichts anderes war der Sinn auch jener großen Rede, die Briand am letzten Freitag vor der französischen Kammer gehalten hat. Hier kam es Briand nicht nur darauf an, seine Aussichten für die heutige Wahl zum Präsidenten der französischen Republik zu verbessern, hier war es ihm nicht nur darum zu tun, mit pazifistischen Phrasen die Linke einzufangen und mit imperialistischen Realitäten die Rechte auszusöhnen, sondern hier galt es vor allem, für die bevorstehenden Genfer Kämpfe ganz Frankreich hinter sich zu zwingen— und das ist dem„großen Gaukler von Nantes“. in unübertrefflicher Weise gelungen. Mit 470 gegen 0 Stimmen nahm die französische Kamer eine Entschließung an, die sich in Worten wie„internationale Verständigung" und„loyaler Zusammenarbeit der europäischen Völker“ gefällt, um sachlich die deutsch=österreichische Zollunion und damit das primitivste Recht brutal vergewaltigter Völker mit Füßen zu treten und die Gewaltpolitik von Versailles als unantastbar zu erklären. Diese Entschließung wurde— wir wiederholen es— mit 470 gegen 0 Stimmen angenommen. Nichts kennzeichnet deutlicher den wahren Geist Frankreichs, der es nur der unheimlichen Beredtsamkeit und den einzigartigen Verdrehungskünsten Briands verdankt, noch nicht überall in der öffentlichen Weltmeinung erkannt zu sein. Meisterhaft auch war Briands Taktik. Er selbst hütete sich wohl, über die Deutschen wegen des geplanten Wirtschaftszusammenschlusses offen den Stab zu brechen. Daß überließ er einem anderen. Und dieser andere, der Ministerpräsident Laval, ergänzte in dieser Hinsicht mit seinem Schlußwort die Briandschen Ausführungen vortrefflich. Laval ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er forderte klipp und klar, daß der Genfer Rat sich ganz einfach den Standpunkt Frankreichs zu eigen machen müsse, andernfalls die„Verträge“ von Versailles und Saint Germain als verletzt zu betrachten seien. Laval forderte also nicht mehr und nicht weniger, als daß der Genfer Rat das Recht mit Füßen tritt und über Deutschland das„Schuldig“ spricht. Das ist derselbe Geist des Hasses und der Rache, der am vergangenen Donnerstag vor 12 Jahren(am 7. Mai 1919) in Versailles triumphierte, als Clémenceua den sechs deutschen Abgesandten unter Führung des leider zu früh verstorbenen Grafen Brockdorff=Rantzau die Worte entgegenschleuderte: „Es ist weder die Zeit noch der Ort für überflüssige Worte. Sie sehen vor sich die Bevollmächtigten der großen und kleinen Mächte, die sich vereinten, um zusammen in dem Kriege zu kämpfen, den Sie uns aufgezwungen haben. Die Stunde der Abrechnung ist gekommen. Sie haben um Frieden gebeten. Wir sind geneigt, ihn Ihnen zu gewähren. Wir übergeben Ihnen hiermit das Buch des Friedens!“ Unvergessen die Antwort Brockdorff=Rantzaus: „Wir wissen, daß die Gewalt der deutschen Waffen gebrochen ist. Wir kennen die Macht des Hasses, der uns hier entgegentritt, und wir haben die leidenschaftliche Forderung gehört, daß die Sieger uns zugleich als überwundene zahlen lassen und als Schuldige bestrafen wollen. Es wird von uns verlangt, daß wir uns als die Alleinschuldigen am Kriege bekennen. Ein solches Bekenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge!" Brockdorff=Rantzau lehnte die Unterschrift ab. Aber es fanden sich andere, die ihre Namen unter das Versailler„Schuldig!“ setzten. Was aus dem chaotischen Zustand der damaligen Verhältnisse heraus immerhin begreiflich war, würde heute die erdrückende Mehrheit des deutschen Volkes zu einem flammenden Widerstand herausfordern. Wir begrüßen es, daß sich Dr. Curtius bis dahin durch das gegnerische Trommelfeuer nicht hat beirren lassen und gewissermaßen als erste Antwort auf die Briand=Rede am letzten Sonntag vor ausländischen Pressevertretern mit aller Offenheit den deutsch=österreichischen Schritt auf seine eigentliche Ursache zurückgeführt hat: nämlich auf die verheerenden Tributzahlungen und auf das wirtschaftliche Todesurteil, das man in Saint Germain über Oesterreich ausgesprochen hat. Dr. Curtius hat versprochen, die Sache Deutschlands, welche die Sache des Rechtes und des Friedens ist, mit klarer Entschiedenheit in Genf zu vertreten. Es steht zu erwarten, daß Dr. Curtius standhaft bleibt. Der deutsch=österreichische Wirtschaftsplan ist nicht nur zu einer rein persönlichen Prestigeangelegenheit des derzeitigen deutschen Außenministers, sondern darüber hinaus— was viel wichtiger ist— zur Schicksalsfrage des deutschen Volkes beider Nationen geworden. Es ist der erste Schritt, den die Deutschen seit 1918 aus eigenem Ermessen tun, ohne erst die Franzosen um ihr huldvolles Einverständnis gebeten zu haben. Die Schlußworte des französischen Ministerpräsidenten, die in der anmaßenden Forderung an Deutschland und Oesterreich gipfelten,„sich mit uns(den Franzosen!) zusammenzuschließen für die Verwirklichung des Planes einer Wirtschastsunion, den wir(die Franzosen!) vorgeschlagen haben!“, besagt in dieser Beziehung alles. Es paßt eben den Franzosen nicht, daß die Deutschen auch wieder einmal eigene Wege gehen und es überdrüssig sind, um pazifistischer Phrasen willen die Sache des französischen Imperialismus zu besorgen. Dieser erste selbständige Schritt kann für uns von einer Bedeutung sein, deren weittragende Folgen wir vielleicht heute noch nicht im Entferntesten zu übersehen vermögen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der französische Machtwahn auch den anderen Völkern immer schwerer auf die Nerven fällt. Immer mehr häufen sich— zumal auch in England— die Stimmen, die in der selbstherrlichen Politik Frankreichs die sicherste Gewähr für eine kommende Katastrophe sehen. Man beginnt den tragischen Irrtum von Versailles einzusehen. Ein liberales englisches Blatt wirft sogar allen Ernstes die Frage auf, ob es nicht besser wäre, wenn England den Völkerbund verließe, als sich in eine Politik zu verstricken, die unweigerlich ins Chaos führe. Und immer deutlicher zeigen sich Ansätze, die auf eine Aenderung der gegenwärtigen Machtverhältnisse in Europa hinzielen. Deutschland hat in dieser Beziehung bisher auf der ganzen Linie versagt. Es hat hin und wieder protestiert, aber dann schließlich doch immer wieder klein beigegeben und praktisch— in blindem Vertrauen auf Briands Sirenengesänge— dem französischen Imperialismus den Steigbügel gehalten. Kein Wunder, daß sich auf all den hinter uns liegenden Konferenzen keine Nation fand, die entschlossen war, unseren Standpunkt auch zu dem ihren zu machen. Es war kein Verlaß auf uns. Hier liegt die Erklärung unserer Mißerfolge. Selten aber waren die Augen der Welt mit solcher Spannung auf das deutsche Volk und seine Führung gerichtet wie jetzt. Der Kampf um die Zollunion wird mit Recht als die„große Vertrauensprobe“ gewertet, die Deutschland zu bestehen hat. Halten wir durch, werden wir nicht nur in Italien, sondern vor allem auch in England wertvolle Sympathien ernten. Versagen wir abermals, dann mag es leicht geschehen, daß man uns endgültig„zu den Akten legt“. Man darf nicht vergessen, daß sich die Lage Europas seit 1918 von Grund auf geändert hat. Frankreich ist inzwischen— dank der deutschen Tribute— zum reichsten Lande der Erde geworden, es hat seine maritime und militärische Schlagkraft in einer Weise ausgebaut, die aller Beschreibung spottet, es spielt ernstlich mit dem Gedanken einer rein französischen Kanalverbindung des Atlantik mit dem Mittelmeer, es ist dabei, durch ein gewaltiges afrikanisches Eisenbahnprojekt gewissermaßen Paris mit dem Tschad=See und darüber hinaus mit dem Kongo zu verbinden, und in Paris sitzt die Verwaltung der polnischen Kohlen= und Kanonenbahn, welche die Ostsee— ganz im Zuge des französischen Imperialismus— mit Warschau und mit dem Schwarzen Meer verbindet. Nur ein Illusionist kann glauben, daß sich die anderen Nationen durch diese Dinge nicht in ihren Lebensinteressen aufs äußerste bedroht fühlen. Daß Frankreich sein Machtsystem durch eine Querverbindung Paris=Donau=Bukarest zu vervollständigen suchte, ist bekannt. Und wenn durch das deutsch=österreichische Wirtschaftsvorhaben in diese Absicht eine erste, aber gründliche Bresche gelegt wird, dann vermag man zwar die Wut der Franzosen zu verstehen, aber zugleich auch die feste Zuversicht zu fassen, daß uns die von Frankreich am unmittelbarsten bedrohten Staaten nicht im Stiche lassen, wenn unsere Sache in Genf mit der gleichen Festigkeit vertreten wird, wie das bisher in Wien und in Berlin erfreulicherweise der Fall war. Wir möchten dann zum Schlusse noch einer Rede Erwähnung tun, die der Präsident von Nordamerika, Hoover, auf der sechsten Tagung der internationalen Handelskammer gehalten hat und in der er mit aller Entschiedenheit vor der Fortsetzung des verhängnisvollen Wettrüstens der Großmächte warnte. Mit Recht sah er in der Herabsetzung der Rüstungen das einzige Mittel, „um größeres Vertrauen für die weitere Zukunft zu schaffen".„Die Welt gibt jährlich“— fuhr der Präsident fort—„nahezu 5 Milliarden Dollar(über 20 Milliarden Goldmark) für Rüstungen aus, 70 Prozent mehr als vor dem Kriege. 5½ Miltionen Menschen stehen im aktiven Heeresdienst, während die Reserven 20 Millionen Mann betragen. Obwohl 12 Jahre seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes verstrichen sind, hat man diese ungeheuren Kräfte noch nicht demobilisiert, weil die Völker Furcht vor einander haben oder unfähig sind, in der Abrüstungsfrage zusammenzuarbeiten!“ Man wird nicht fehl gehen, wenn man in diesen Ausführungen des Präsidenten Hoover eine Warnung insbesondere an die französische, Adresse erblickt. Die Erfahrung lehrt jedoch, daß sich Frannreich aus solchen Mahnungen nicht das gerugste zu machen pflegt. Es rüsttet munter weiter, ob Deutschland bleibt letzten Endes nichts anderes übrig, als alle Illusionen auf eine allgemeine Abrüstung zu begraben und aufzurüsten. Erst die Rüstungsgleichheit — so oder so— gibt uns das Recht, uns wieder frei zu nennen! H. Deutschrussen siedeln in Mecklenburg. Ein bedeutsamer Versuch. Von Friedrich Koepp. Als Ende 1929 ungefähr 13000 deutschrussische Bauern ihre Höfe verließen, weil ihnen das bolschewistische System nicht nur den Ertrag ihrer Arbeit nahm, sondern auch die deutschen und die christlichen Grundlagen ihres Gemeindelebens bedrohte, und als annähernd die Hälfte von ihnen durch Vermittlung des deutschen Botschafters in Moskau die Erlaubnis erhielt, den Sowjetstaat zu verlassen, da verdichtete sich die allgemeine Teilnahme an dem Schicksal der heimatlosen Volksgenossen auch zu dem Vorschlage, man solle sie doch im Osten ihres alten Vaterlandes ansiedeln. So vieles für diesen naheliegenden Vorschlag sprechen mochte,— es stellten sich ihm auch schwerwiegende Bedenken und wirtschaftliche Hindernisse entgegen— so mußte man sich damit begnügen, dem Großteil der Flüchtlinge eine vorläufige Heimstatt zu geben und ihnen den Weg zu ihren überseeischen Zielen nach Möglichkeit zu erleichtern. Einige Familien aber wollten in Deutschland bleiben oder kamen kranker Familienmitglieder wegen für die Auswanderung nicht in Betracht; sie mußten angesiedelt werden. Ende Mai 1930 wurde für diesen Zweck die G. m. b. H.„Neue Heimat“ gegründet, Mitte August wurde von ihr das im Besitze der Mecklenburgischen Landgesellschaft befindliche Gut Suckwitz im Amte Güstrow ausgewählt und mit seiner Aufteilung begonnen. Am 1. November bereits waren durch Umbau der vorhandenen Wirtschaftsgebäude des Gutes, durch Instandsetzung der Arbeiterwohnungen usw. sowie durch Errichtung von sieben Neubaustellen insgesamt 31 bäuerliche Stellen(von 15 Hektar) und zwei Kleinsiedlerstellen geschaffen; 27 Flüchtlingsfamilien konnten das Lager Mölln verlassen und ihre neue Heimat beziehen. Anfang Dezember waren auch die Vermessungsarbeiten abgeschlossen, so daß der gesamte Besiedlungsvorgang nur einen Zeitraum von drei Monaten beansprucht hat. Außer den deutschrussischen Bauern wurden auch einige der Gutsarbeiter als Siedler untergebracht und die 58 Hektar große Reststelle wurde einem erfahrenen Landwirt übergeben, der auch die Aufgabe hat, die Wirtschaftsberatung im Siedlungsgebiet auszuüben. Das Besondere dieser Siedlung, über die P. Seyferth, Dr. W. Boyens und Dr. H. Schultz in einer lesensO Welt, du bist so wunderschön im Maien. Maienglanz liegt auf der Aue, In mir wird es licht und weit. Ueberall, wohin ich schaue: Holde, schöne Frühlingszeit. Ein stiller Zauber geht durch die Lande. über Feld und Wald breitet sich ein goldbrauner Schimmer. Bäume und Sträucher haben sich in ein üppiges Grün gekleidet, die Saat der Felder wächst und sprießt und in den Gärten blühen des Frühlings buntfarbige Blütenkinder. Süß und schwer duften die bläulichen Dolden des Fliederstrauches und die alten Kastanien werden bald ihre leuchtenden Kerzen anzünden. Auf Kirsch= und Birnbäume ist über Nacht blendend weißer Blütenschnee gefallen und die Kronen der Apfelbäume sind, voll schwellender Knospen, in einen rötlich=braunen Schimmer gehüllt. Rosenfarben leuchten dazwischen die winzigen Blüten des Pfirsichbaumes. Am Bienenstand herrscht reges Leben. In brausenden Chören singen die Immen das Lied des Frühlings und der Auferstehung und ihr freudiges Summen kündet davon, daß die Natur bereits, wenn auch noch in bescheidenem Maße, edlen Nektar spendet. Ein Schmetterling schwebt schaukelnden Fluges über den Weg. Große grüne Frösche rudern langsam durch das laue Wasser des Teiches und buntschillernde Libellen wagen einen ersten lustigen Tanz. Ein wallender Mantel aus duftendem Grün und goldig flimmernden Kätzhen ist der Birke jungfräulicher Schmuck. Ein süßes Frühlingsgeheimnis birgt ihre lebensfrohe Krone. Leise wiegen sich die langen Zweige im Winde und wie seliges Flüstern und Raunen geht es durch die zarten Blätter. Weithin leuchtet ihr heller Stamm. Ein silbernes Grau und der Krone hellgrünes Kleid bilden einen farbenfreudigen Gegensatz zu den ernst und düster dreinschauenden Tannen. Ihr dunkles Grün sah ja noch des Winters Schneegefilde. Aber die frischen Blätter der Birken und Buchen, der gelbe Löwenzahn, die goldfarbenen Primeln und die hellgelben Blüten des Ginsterstrauches wissen werten, reich bebilderten Schrift berichten(„Suckwitz und Diestelow“, Wichern=Verlag, Berlin=Spandau, 1931), liegt darin, daß die Anzahlung des einzelnen Siedlers nur 3 500 Mark zu betragen brauchte(gegen 10000 Mark bei den üblichen Rentengutsstellen) und daß auch die Zinsenund Tilgungslasten um 40 bis 50 v. H. niedriger gehalten werden konnten als üblich. Der geringe Kostenaufwand erklärt sich, wenn man berücksichtigt, daß von den 35 Stellen nur sieben in Neubauten untergebracht wurden, während für die übrigen die vorhandenen Gutsbauten in bescheidener, aber durchaus zweckentsprechender Weise umgebaut oder instandgesetzt wurden. So wurden z. B. in einer großen Scheune durch Einbau einer Quertenne drei Siedlerstellen bequem untergebracht. Diese Verwertung der alten Gebäude setzte die Gesamtbaukosten je Stelle auf durchschnittlich 4500 Mark herab, wozu noch ein durchschnittlicher Anteil von.000 „Mark kam für die alten Gebäude. Bei den Bauarbeiten — auch die Steine wurden an Ort und Stelle hergestellt — halsen die arbeitsfähigen Männer der Siedlersamilie gegen geringen Tagelohn mit und bewirkten damit weitere Ersparnisse. Außer dem notwendigen toten Inventar erhielt jede vollbäuerliche Stelle zwei Pferde, vier Stück Hornvieh und vier Schweine; die auf dem Gute vorhandenen Erntevorräte wurden den Siedlern zur Bestreitung ihres Unterhalts bis zur nächsten Ernte überlassen. Schließlich wurde ihnen ein Teil des toten Inventars, darunter ein Dreschmaschinensatz, ferner ein Bulle und ein Eber zur genossenschaftlichen Verwertung übergeben. Einschließlich der Vorräte und des gesamte Inventars betrugen die Kosten einer Vollbauernstell schließlich 22 350 Mark. Die Anzahlung von.500 Mart wurde den Siedlern, die ja völlig ohne eigene Mitte waren, vom Zentralausschuß für Innere Mission aus Sammlung des Evangelischen Hilfsausschusses„Brüde in Not“ zur Verfügung gestellt. rüder Für die fernere Siedlungspraxis wird dieser Versuch die größte Bedeutung gewinnen. Denn die Zahl Siedler, die in der Lage sind, für eine Stelle 10.000 Mark und mehr zu zahlen, ist immer mehr in der Abnahme begriffen, an siedlungswilligen und siedlungstüchtigen Familien aber fehlt es nicht. Es muß also mit allen Mit, teln dahin gearbeitet werden, die Kosten der Siedlungs. stellen wesentlich herabzusetzen, wenn die Ansiedlungs, arbeit, die es 1930 auf 8000 Siedlerstellen gebracht hat. nicht empfindliche Rückschläge erfahren soll. Eine Voraussetzung dazu ist freilich, daß die Siedlungswilligen ihre Ansprüche in Bequemlichkeit und Ausstattung der Stellen, zum mindesten für die ersten Jahre, einschränken, entsprechend den geringeren Anzahlungen und Renten, die sie dann zu zahlen haben werden. Diese Voraussetzung zu schaffen, ist zugleich auch eine„pädagogische“ Aufgabe der Siedlungsgesellschaften. wie es ihre organisatorische ist, den Siedlungstyp weiter auszubilden, der in Suckwitz unter dem Zwange der Not und in vorbildlicher Zusammenarbeit der beteiligten Stellen versuchsweise entwickelt worden ist. Noue stäckliicht Machtenr ung. Der Weg zu Freiheit und Ehre. Es ist bereits vor Jahren von einzelnen rechtsstehenden Politikern darauf hingewiesen worden, daß die Lösung der außenpolitischen Schwierigkeiten des Deutschen Reiches nicht, wie von Stresemann angenommen wurde, im Westen, sondern im Südosten des Reiches zu suchen sei. Mit dem Vorvertrag über ein deutschösterreichisches Zollbündnis scheint nun endlich von der amtlichen deutschen Außenpolitik der Weg eingeschlagen worden zu sein, der in die Freiheit führt. Es handelt sich damit nicht nur um eine Besserung der handelspolitischen Lage der deutschen Wirtschaft, sondern auch um einen Vorstoß gegen das System von Bündnissen, das im Gefolge der Friedensverträge entstanden ist, die sogenannte Kleine Entente. Man darf sich bei Betrachtung dieser Möglichkeit vergegenwärtigen, daß die alte österreichisch=ungarische Monarchie nicht nur ein Konglomerat von Kronländern der habsburgischen Monarchie gewesen ist, sondern auch ein sehr reales wirtschaftliches Fundament gehabt hat, das die nationalen Revolutionen der mitteleuropäischen Völker nie ganz haben zerstören können. Man darf sich ferner vor Augen halten, daß das deutsch=österreichische Bündnis vor dem Kriege nicht allein eine Angelegenheit der„Nibelungentreue" gewesen ist, sondern ebenfalls auf der starken wirtschaftlichen Interessengemeinschaft beider Reiche beruhte, die selbst Italien, den Balkan und die Türkei in ihren Bannkreis gezogen hat und deren ungehemmte, von staatspolitischen Erwägungen kaum mehr beeinträchtigte Auswirkung zu dem Zusammenstoß mit den Interessen des britischen Weltreichs und dem russischen Drang nach Konstantinopel geführt hat. Der Krieg und sein Ausgang hat diese Entwicklungsrichtung zeitweise zwar unterdrücken, aber nicht vernichten können. Es benichts von trüben grauen Wintertagen. Sie sind sonnige Kinder des jungen Frühlings und träumend schauen sie in all die Herrlichkeit. Auf blumendurchwirktem Anger tummeln sich fröhliche Kinder. Glücklich sind sie der dumpfen Stube entronnen und hell und froh klingen ihre Stimmen. Mit fleißigen Händchen pflücken sie Blumen und winden sie zum Kranz. Ein Junghase hoppelt in langsamen Sätzen über eine leere Ackerbreite, äugt vorsichtig nach allen Seiten, um dann in ein schützendes Roggenfeld unterzutauchen. Die alte knorrige Eiche am Rande des Ackerfeldes blieb ein wenig zurück in dem Drängen nach Leben und Schönheit. Ihr fehlen die frischen grünen Farben und fast kahl und grau steht sie noch da. Sie ist ein echtes Kind unserer niedersächsischen Heimat; etwas kühl und spröde dem werbenden Frühling gegenüber läßt sie sich nicht gleich durch ein wenig Licht und Wärme locken, sondern hält ihre Knospen in sicherer Hut. Viel Sonne muß erst drauf geschienen haben, ehe sie die zarten zusammengefalteten Blätter in die warme Frühlingsluft hinausstreckt. Aber schon schwellen ihre Zweige, nicht lange mehr, dann wird ihr junges Blattwerk leuchten wie warmes Gold.— In den Kronen der mächtigen Pappeln rauscht es in seltsam mächtigen Akkorden. Es klingt wie ein altes Lied aus frohen Kindertagen.— Ein Eichhörnchen fährt rasselnd am Stamm empor und lugt von luftiger Höhe frohgemut ins Land. Auch das fleißige Volk der Ameisen, das vor der Kälte des Winters tief in seinen Bau flüchtete, ist wieder zu neuem Leben erstanden. In emsiger Geschäftigkeit eilen die rotröckigen Gesellen durcheinander und ein prickelnder Duft entströmt der lustigen Schar. — Ein Singen und Jubilieren aber erfüllt die Luft. Vor seinem Kasten sitzt der Star, klappt mit den Flügeln und singt seiner brütenden Liebsten ein frohes Lied. Irgendwo erklingen die feierlichen Weisen eines Rotkehlchens, innig und süß, durchzittert von Glück und Sehnsucht. Aus dem dichtbelaubten Geäst einer Buche ertönen die Silberlaute einer Kohlmeise. Eine Lerche steigt trillernd zum sonnigen Himmel empor und bald dringt nur noch durfte allerdings einer Wirtschaftskatastrophe, um diese Tendenzen in der internationalen Politik wieder zur Anerkennung zu bringen. Frankreichs Diplomatie hat diese Gefahr herbeikommen sehen, deshalb die Verankerung der österreichischen Selbständigkeit in den Friedensverträgen bzw. Diktaten Deshalb die vielen Anleihen und die Aufhebung der Rparationsverpflichtungen für Oesterreich auf Betreiben der Ententen. Deshalb auch der in der französischen Publizistik immer wieder auftauchende Plan der wirtschaftspolitischen Wiederherstellung des alten Oesterreich=Ungarn selbst, in der Gestalt einer Donauföderation, aber unter einer Bedingung: der Ausschaltung des Deutschen Reiches. Selbst Briands Paneuropapläne bedeuten in diesem Zusammenhang gesehen, eine gewisse Anerkennung der Selbstgeltung des mitteleuropäischen Wirtschaftsraumes. Daß er dabei in der Tschechoslowakei die meiste Unterstützung fand, liegt daran, daß dieser Staat durch einen mitteleuropäischen Wirtschaftsbund gegenüber Deutschland in eine besondere Zwangslage geraten würde, weil er nur über die Elbe auf den Weltmarkt kommen kann und für ihn die Frage der deutschen Minderheit in der Tschechei in ein kritisches Stadium geraten würde. Frankreichs Interesse an dem mitteleuropäischen Problem ist aber ein außerordentliches. Durch den deutschen Vorstoß hat die französische Diplomatie bereits eine erste Niederlage erlitten; sie ist in die Verteidigung gedrängt. Kommt jdas deutsch=österreichische Zollbündnis zustande, so erscheint die französische Vormachtstellung auf dem europäischen Festland ernstlich gefährdet. In die Entwicklung, die dann nicht mehr auszuhalten wäre, würden gerade diejenigen Staaten hereingezogen, mit deren Hilfe Frankreich seine Vormachtstellung in Europa besonders befestigt hatte, die leise, wie aus weiten, weiten Fernen kommend, ihr wirbelnder Sang zur Erde nieder. Der Eichelhäher schwatzt und plappert und des Grünspechts Locken klingt wie lebensfrohes Jauchzen inmitten der blühenden Natur. Aus dem Walde ruft der Kuckuck, und die schlichte Weise eines alten Frühlingsliedchens, das wir einst als selige Kinder sangen, schlingt sich um seinen eintönigen Ruf. Im Dorngestrüpp am Wege schimpft und zetert mit hochgestelltem Schwänzchen und wippenden Bewegungen ein rundlich=braunes Kerlchen: der Zaunkönig. Ein Grünfink hüpft über den Ackerrain und läßt seinen piependen Lockruf ertönen. Im nahen Erlengebüsch aber schlägt frühlingstrunken eine Nachtigall.— Es singt und schmettert von jedem Ast, es trillert und pfeift in jedem Strauch, in hundert Weisen ruft und lockt es, aber es ist das eine selige Lied, das Lied von des Lenzes Lust und Freude.— Wohin auch das Auge schaut, erblickt es nur ein großes Frühlingswunder. Und seliges Erschauern legt sich um all das Knospen und Blühen und um jedes Vogellied. Es webt und schwebt in dem wunderfeinen Duft, der sich über Wiesen und Felder breitet und Erde und Himme! miteinander verbindet. In stiller Seligkeit läßt es unsere Herzen leise erzittern, gibt unserm Leben neue Kräfte und füllt uns mit Lebenslust und Schaffensfreude. über dem allen aber wölbt sich der Himmel in wunderbarer Reinheit und die wärmenden Strahlen der Sonne fluten verschwenderisch zur Erde nieder, alles mit Licht und Leben erfüllend.— In der Ferne grüßen blaue Gebirgszüge. Sie locke und laden mit zwingender Kraft zur frisch=fröhlichen Wanderung über sonnige Höhen und durch lauschige Waider.— Leicht beschwingte Federwölkchen steigen empot, klein und zierlich schweben sie im leuchtenden Azur, kom men näher, lösen sich auf, nehmen andere Formen an und wandern fort— sehnsuchtsweit. Und das Rut' folgt ihnen, schönheitstrunken, dis in die fernsten Fernen und durch die Seele kkingt ein Lied, das ist wie Blüten“ duft und Sonnenschein.—— Kleine Entent und Rumänien französischen dem französisch choslowakei kö Vernunft auf sern halten. Nachtminderu# wachs für Di Frankreich geder Kampf ur kung ebenfall herrschaft zum lien und Unga ein großes In aller dieser Pl heimnis mehr. 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Göttlichen, an Abendscheine schluchzt und Herzen tragen Wie fernes G hen; du wirst ling gekomme alt und schwal Freude sein d lischer Vater einem Lei seine Weishei sichtbar vor# eleine Entente. Diese Staaten, insbesondere Südslawien und Rumänien— trotz des augenblicklichen Erfolges der zranzösischen Diplomatie in Bukarest— würden aus zom französischen Bündnissystem herausfallen, die Tschegoslowakei könnte sich aus Gründen der wirtschaftlichen gernunft auf die Dauer dem neuen Mitteleuropa nicht tern halten. Diese Entwicklung würde eine ungeheure machtminderung für Frankreich und einen Machtzumachs für Deutschland bedeuten. Dagegen wehrt sich Frankreich gerade heute so verzweifelt, wo gleichzeitig der Kampf um Flottengleichheit und Rüstungsbeschränkung ebenfalls die Beseitigung der französischen Vorherrschaft zum Ziele hat, ein Ziel, an dem nicht nur Itasion und Ungarn, sondern auch außerkontinentale Mächte ein großes Interesse zu haben scheinen. Die Förderung aller dieser Pläne durch Amerika ist wohl auch kein Geheimnis mehr. Deutschland ist an allen diesen Plänen nicht alsein wirtschaftlich, sondern, was heute noch vielfach übersehen wird, politisch interessiert. Die Außenpolitik der letzten Jahre hat zur Genüge bewiesen, daß der Widerruf der Kriegsschuldlüge und die Revision des Youngplans bezw. die Aufhebung der Reparationsverpflichtungen nicht auf dem Weg der Verständigung möglich ist. Ersterer ist nicht durch diplomatische Verhandlungen und Notenwechsel, letztere nicht durch wirtschaftliche Konferenzen zu erreichen. Es handelt sich hierbei einzig und allein um Machtfragen. Sie können von einem machtlosen Volke nur durch neue Machtbildung gelöst werden. Deutschland wird nicht frei und ehrlich, es sei denn, daß es seine Feinde zwingt, ihm Freiheit und Ehre wiederzugeben, die sie ihm geraubt haben. Deshalb muß eine Politik, die auf Wiederherstellung von Freiheit und Ehre des deutschen Volkes ausgeht, zunächst neue Machtbildung erstreben. Führt eine solche Außenpolitik innerlich durch Stärkung der Staatsautorität gegenüber der parteipolitischen Selbstzerfleischung, äußerlich durch Minderung des französischen Einflusses auf Lrandeing Uebergreifen der Unruhen auf die Provinz.— Tanks in den Straßen der Hauptstadt. — Madrid, 13. Mai. Die schweren Unruhen in der spanischen stadt haben nach einer Meldung des Blattes„El Sol“ auf die Provinz übergegriffen. In einer ganzen Reihe von Städten wurden Klöster gestürmt und die Gebäude in Brand gesteckt. So sind in Alicaute das Jesuitenhaus, mehrere Klöster und die Redaktionen der katholischen Blätter in Brand gesteckt worden. In Sevilla hatte das Haus der Jesuiten des gleiche Schicksal. In Garagossa versuchte die Meuge, am erzbischöflichen Palast Feuer anzulegen. Der dadurch verursachte Schaden ist ziemlich groß. In Malaga wurden der bischöfliche Palast, das Jesuitenhaus, ein Nouuenkloster und das Augestinuskollegium durch Brandstiftung zerstört. In Cadiz hat die Menge versucht, das Karmeliterkloster in Brand zu stechen und andere Ausschreitungen begangen. Die Behörden verhängten das Standrecht. Standrecht in Sevilla. Außerordentlich ernst gestaltete sich im weiteren Verlaufe die Lage in Sevilla. Bereits in den frühen Morgenstunden hatten sich hier zahlreiche Gruppen gebildet, die die Klöster zu stürmen versuchten. Als erstes wurde das bereits erwähnte Jesuitenkolleg ein Raub der Flammen; dann wurden zwei Klösser im Arbeiterviertel Triana in Brand gesteckt; O wunderschöne Maienzeit, du machst das Herz froh und glücklich! Und doch— lebt sie noch in dir, diese selige Freude, die du empfandest, damals, als du, ein fröhliches Lied auf den Lippen, leichten Herzens über blaue Berge wandertest im lieblichen Mai?— Kennst du noch diese Frühlingstrunkenheit und diesen Jugendfrohsinn? — Das Leben war hart, der Weg rauh und der Winter lang und kalt. Vielleicht ist da manches erstorben, manche zarte Knospe getötet worden.— Aber siehe, wieder ist ein Mai gekommen, wie damals, in voller Schöne und Lieblichkeit. Die Blumen blühen, die Saat ist grün, die Nachtigallen schlagen, das Leben lacht und die Welt ist voll Licht und Sonne. Und willst du jetzt trauern, wo die Natur wiederum ihr hohes Fest der Freude feiert? Flieh', liebes Menschenherz, wenn dich die Lasten des Alltags drücken, aus der Enge der Häuser und Straßen hinein in Gottes herrliche Natur. Nicht laut und lärmend darfst du sein, nein, still mußt du werden, ganz still. Still und einsam mußt du ruhen an der Brust der allgütigen Nutter Erde, inmitten duftender Blüten und jubelnder Vogellieder und dich hineinversenken in das göttliche Vunder irdischer Frühlingspracht und Frühlingsherrlichkeit. Dann wirst du finden, was du brauchst, was dich heot und trägt in den Stürmen des Lebens: Kraft und Hoffnung, Trost und Freude; Freude am Edlen, Reinen, bottlichen, an der Natur. Und wenn dann beim letzten abendschein eines verglühenden Maitages die Nachtigall schluchzt und weint, wirst du ein tiefes stilles Glück im Oerzen tragen und mitnehmen in dein einsames Zimmer. Die fernes Glockenläuten wird es durch deine Seele zieden, du wirst fühlen, daß auch für dich Mai und Frühung gekommen sind— wie einst— obgleich du vielleicht uit und schwach wurdest. Dein Herz wird voll Jubel und Freude sein darüber, daß auch für dich ein lieber himmischer Vater die dunkle Erde zu neuem Leben erweckte, en einem Leben, das dir seine Allmacht und Stärke, seine Weisheit und Herrlichkeit, seine Liebe und Güte so sichtbar vor Augen führt.— 6: dem Kontinent und— was leider noch aussteht— eine irgendwie vorteilhafte Lösung der Abrüstungsfrage(entweder zugunsten einer französischen Abrüstung oder einer ganzen oder teilweisen deutschen Aufrüstung) zu neuer staatlicher Machtbildung im deutschen und mittel: europäischen Lebensraum, so dürfte der Tag einer Gesamtlösung der außenpolitischen Schwierigkeiten Deutschlands nicht mehr ferne sein. Wer diesen Gedankengängen zu folgen vermag, wird sicherlich auch die ungeheure Bestürzung der französischen Diplomatie und Oeffentlichkeit über den Wiener Vorvertrag verstehen. Frankreich fühlt seine Vorherrschaft auf dem Kontinent bedroht. Die versteckten Kriegsdrohungen, die seither in Frankreich ausgesprochen wurden, sind durchaus ernst zu nehmen. Die französischen Gegenpläne werden nicht so leicht aufgegeben werden, vielleicht sogar teilweise realisiert werden(Rumänien?). Sollten beide Aktionen, die deutsche sowohl wie die französische, tatsächlich— was wohl als Letztes zu erwarten ist— zu einer„europäischen Zollunion“ führen, so dürfen dabei um der wirtschaftlichen Vorteile die eigentlichen deutschen Ziele— Freiheit und Ehre unseres Volkes— unter keinen Umständen aufgegeben werden. Paneuropa— ein schöner Traum, der nicht auf Kosten unserer Freiheit und unseres guten Namens verwirklicht werden darf. Gerade deshalb ist heute die Heranziehung der äußersten Rechten zur Mitarbeit am Staate eines der wichtigsten Ziele der deutschen Innenpolitik, wobei allerdings nicht die Heranziehung eines Volksteils zur grundsätzlichen Ausschaltung des anderen führen darf. Letzteres zu verhindern hat jede Regierung in der Hand, die gewillt ist, die Herrschaft über den Staat nicht in die Hände der Parteien zurückzugeben. Die Annahme der Volksdienstanträge auf Revision des Youngplans und Untersuchung der Kriegsschuldfrage bedeutet die praktische Möglichkeit einer außenpolitischen Einheitsfront des deutschen Reichstages als eines wesentlichen Teils neuer deutscher staatlicher Machtbildung. O. K. ng Gpunten. sodann übersfiel die Menge die St.=Josephs=Kapelle im Zeutrum der Stadt, eines der hervorragendsten Baudenkmäler des 18. Jahrhunderts, das seinerzeit als Nationalmonument erklärt worden war. Die sephskapelle ging vollkommen in Flammen auf! Ebenso wurde das Kloster Buen Suceso ein Raub der Flammen. Die Meuge warf Heiligenbilder und Gegenstände religiöser Verehrung in die Flammen. Die Mönche und Nonnen flüchteten in die Stadt. Die Behörden verhängten das Standrecht. In der Hauptstadt sind nach wie vor alle wichtigen strategischen Punkte von Militär besetzt. Vor den Banken und vor dem Königsschloß sind mehrere Tanks aufgefahren. Sämtliche Truppenabteilungen sind mit Maschinengewehren ausgestattet. Die Verhaftung der Monarchistenführer geht weiter. Ueber das Alsmaß des Klostersturms in Madrid verlautet, daß von den 170 im Stadtgebiet gelegenen Klöstern 12 gestürmt und angesteckt worden sind. Die Brandstiftungen gingen meist so vor sich, daß junge Burschen in die Gebäude eindrangen, Benzin ausgossen und dann Feuer anlegten. Die radikale Agitation nimmt immer schärfere Formen an. So wurde zur Gründung einer„wirklich revolutionären“. Partei aufgerufen. Als Programm punkte dieser Partei wurden genannt: die Auflösung des Heeres, die Einziehung dos gesamten Grundbesitzes durch den Staat und die Kontrolle der Industrie. Einsetzung von Sondergerichten? Die Regierung trifft alle Vorkehrungen, um neue Ausschreitungen verhindern zu können. Wie dazu verlautet, gedenkt Ministerpräsident Zamora den radikalen Forderungen soweit Rechnung zu tragen, daß in kurzer Zeit besondere Gerichtsverfahren gegen eine Reihe von Führern der Diktaturzeit durchgeführt werden sollen. Dagegen weigert sich der Ministerpräsident, die Gendarmerie zu entwaffnen, da sie der Republik treu ergeben sei, und dem Innenminister den Abschied zu geben. Die Beziehungen des neuen Staates zur Kirche müßten durch das Parlament geregelt werden. Ausschreitungen des Pöbels gegen die Gotteshäuser sollen fortan mit rücksichtsloser Strenge unterdrückt werden. Der Außenminister Spaniens-hat sich übrigens trotz der kritischen Lage nach Geuf begeben, um dort den Beratungen beizuwohnen. Attentat in Jena aufgeklärt Der Täter, ein jugendlicher Ausländer verhaftet. Der Mordauschlag auf den Rassenforscher Professor Günther von der Universität Jena, ist aufgeklärt. Der Täter ist bereits verhaftet worden. Der Verhaftete hat ein Geständnis abgelegt, wird aber auch von den Personen wiedererkannt, die er am Freitag um Auskunft nach der Wohnung des Professors Günther ersucht hatte. Es handelt sich um einen am Tage zuvor in Fena zugereisten Ausländer, dem am Tage der Tat noch zwei Tage an der Vollendung des achtzehnten Lebensjahres sehlten. Die Untersuchung des Anschlages auf Professor Günther. — Jena, 12. Mai. Bei dem Täter, der den Revolveranschlag auf Professor Günther verübt hat, handelt er sich um den Schriftsetzer Karl Danbauer, der am 11. Mai 1913 in Böcklabrück in Oesterreich geboren ist. Das Ergebnis der biehevigen Untersuchung wird von der Polizei im Interesse weiterer Feststellungen noch geheim gehelten. Schober nach Genf abgereist. — Wien, 12. Mai. Vicekanzler Dr. Schober ist am Dienstag abend nach Genf abgereist. Ursprünglich war ein kurzer Aufenthalt in Zürich in Aussicht genommen, wo Schober einen Vortrag über die geplante Zollunion mit Deutschland halten sollte. Er ist jedoch aus verschiedenen Gründen hiervon abgekommen und fährt direkt nach Genf. Vor seiner Abreise äußerte sich Dr. Schober gegenüber einem Pressevertreter wie folgt:„In einer schicksalsschweren Stunde trete ich heute die Reise nach Genf an. Ich weiß mich mit der heimattreuen Bevölkerung Oesterreichs einig in der Erkenntnis, daß es höchste Zeit war, das Gewissen Europas aufzurütteln. Das ist mit dem von der deutschen und österreichischen Regierung vereinbarten Plan einer Zollunion geschehen. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß nicht politische, sondern wirtschaftliche Erwägungen unsere Schritte geleitet haben, und daß es nicht eine Ueberrumpelung mit politischen Plänen war, als Oesterreich und Deutschland den Mächten ihre Absicht mitteilten, Verhandlungen über eine Zollunion zu beginnen, so ist es die von der österreichischen Regierung soeben mit schwerer Mühe abgewandte Katastrophe ihres größten Bankinstituts, die wohl die absolute Notwendigkeit einer wirklichen Hilfe für Oesterreich dartut. Die mir zugewiesene Aufgabe, Europa davon zu überzeugen, ist gewiß nicht leicht. Trotzdem zweifle ich nicht, daß dieser Blitz aus heiterem Himmel, der unsere ganze wirtschaftliche Lage beleuchtet, dazu beitragen wird, daß der gemeinsame Notschrei Deutschlands und Oesterreichs verstanden werden wird. Wer nicht will, daß inmitten von Europa ein Trümmerfeld entsteht, der muß mit den Versäumnissen der Vergangenheit Schluß machen und Oesterreich das geben, was es zum Leben notwendig braucht.“ Deutschlands Recht auf Abrüstung Aussprache in der belgischen Kammer. Brüssel, 13. Mai. Die belgische Kammer setzte am Dienstag nachmittag die Beratung der Militärkredite fort. Der flämische Abgeordnete Marck erklärte, daß die neuen Militärkredite von den Flamen nicht gebilligt werden können und daß überhaupt ein Verteidigungssystem nur dann etwas nütze, wenn in der Armee selbst eine starke moralische Kraft vorhanden sei. Wenn aber wirklich ein Krieg ausbräche, würde diese moralische Kraft unter den flämischen Soldaten nicht zu finden sein, weil die flämische Frage noch nicht gelöst sei. Vandervelde wandte sich gegen die Kredite, da er nicht glaube, daß Belgien einen neuen deutschen Einfall zu befürchten habe. Im übrigen könne diese Frage wohl bis zur Beendigung der Abrüstungskonferenz zurückgestellt werden. Er erklärte weiter, keine einseitige Abrüstung in Belgien zu wollen, weil der Locarno=Vertrag dem entgegenstehe, aber man könne auch Deutschland nicht eine einseitige Abrüstung auferlegen, da dies mit dem Friedensvertrag von Versailles unvereinbar sei. Man sage zwar, daß Deutschland im geheimen rüste. Wenn dies auch nur Teil der Wahrheit entspreche, so stehe doch fest, daß Deutschland für sein 100000 Mann=Heer sechs Milliarden Franken verwende, während Belgien für sein Heer 25 Milliarden benötige. Deutschland besitze weder schwere Artillerie, noch Kriegsflugzeuge und Festungen, während Belgien diese ohne weiteres vermehren könne. Neue Sitzung Kurz vor der Abreise nach Genf.— Besprechung über die Meliorationsfrage. — Berlin, 13. Mai. Das Reichskabinett, das sich bereits am Montag und Dienstag mit der Ratstagung in Genf befaßte, tritt am heutigen Mittwoch vor der Abreise der deutschen Delegation nochmals zusammen. Die außenpolitischen Beratungen werden also erst kurz vor der Abreise der Delegation zum Abschluß gebracht werden. Im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft fand eine Besprechung mit Vertretern der Landesregierungen und der zentralen Meliorationskreditinstitute statt über die Förderung von landwirtschaftlichen Meliorationen, die nach Ansicht der Braunskommission zur Beschäftigung von Arbeitslosen oder für freiwilligen Arbeitsdienst besonders geeignet sind. Es soll zunächst zur Heranziehung von Meliorationskrediten von den vorhandenen Zinsverbilligungsmitteln ein verstärkter Gebrauch gemacht werden. Wie weiter mitgeteilt wird, weilt seit einigen Tagen der Präsident der belgischen Staatsbank in Berlin, um einen Besuch Dr. Luthers zu erwidern. Der belgische Bankpräsident hatte im Verlaufe seines Berliner Aufenthalts auch eine Unterredung mit dem Reichsaußenminister und später mit dem Reichskanzler Dr. Brüning. Dr. Dietrich wird deutlicher. Der langen Reden kurzer Sinn: Lohn= und Gehaltsabbau! — Oldenburg, 13. Mai. Reichsfinanzminister Dietrich sprach am Dienstag abend in einer Wahlversammlung der Deutschen Staatspartei in Oldenburg. Er ging u. a. auf die Behauptung der ausländischen Presse ein, daß Deutschland sehr gut in der Lage sei, bei entsprechender Sparsamkeit den Verpflichtungen der Friedensverträge nachzukommen und betonte, daß augenblicklich Deutschland nicht einmal in der Lage sei, die für die Wirtschaftsentwicklung notwendige Kapitalbildung vorzunehmen. Der Finanzminister behandelte sodann die Frage, ob es möglich oder notwendig sei, Gehälter und Löhne zu sen ken. Die Höhe der Gehälter und Löhne sei gerade für den Finanzminister nicht gleichgültig, entstehe doch für ihn die Schwierigkeit, daß eine weitere Drosselung der Einkommen einen weiteren Ausfall an Steuern, vor allem an Lohn=, Einkommens= und Verkehrssteuer, zur Folge habe. Aus diesem Grunde stehe er Lohn= und Gehaltssenkungen skeptisch gegenüber. Diese Stellungnahme Dr. Dietrichs ist zwar mit Genugtuung zu vernehmen, aber es wird doch immer deutlicher, daß der bis vor kurzem noch fehr scharf dementierte weitere Lohn= und Gehaltsabbau nun doch unter allen Umständen durchgedrückt werden soll. Polizeigesetz verabschiedet. Mit 236 gegen 135 Stimmen. — Berlin, den 12. Mai 1931. Preußische Landtag führte am Dienstag zunächst die allgemeine Aussprache zum Polizeiverwaltungsgesetz in dritter Lesung zu Ende und setzte dann in Entgegennahme einer Erklärung des Ministerpräsidenten Braun die dritte Lesung des Staatshaushaltsgesetzes für 1931/32 fort. Im Gegensatz zur zweiten Lesung wurden diesmal die einzelnen Paragraphen in rascher Reihenfolge angenommen. Die Schlußabstimmung endete mit der endgültigen Verabdes Polizeiverwaltungsgesetzes mit 236 gegen 135 Stimmen. Für das Gesetz stimmte auch die Wirtschaftspartei und ein Teil der Deutschen Fraktion. Der Landtag setzte danach noch die Etatsberatung fort, ohne daß die Debatte wesentlich neue Gesichtspunkte ergab, und vertagte sich danach auf Mittwoch. vor dem Reichsrat. Die Vorschläge der Ausschüsse genehmigt. Das Plenum des Reichsrats befaßte sich mit der Verordnung über das Inkrafttreten des Milchgesetzes. Die Ausschüsse haben beschlossen, das Milchgesetz mit Ausnahme des Paragraph 38 am 1. Januar 1932 in Kraft zu setzen. Für die rechtswirksame Durchführung der langwierigen Vorarbeiten soll die Ermächtigung des Paragraph 38 schon am 15. Mai 1931 in Kraft treten. Uebergangs=Vorschriften regeln die Erlaubnispflicht der Milchhandelsbetriebe, die bereits bei Inkrafttreten des Milchgesetzes bestehen. Die Bestimmung:„Milch von Kühen, die infolge einer Infektion mit dem Abortusbazillus Bang erkrankt sind oder diesen Bazillus mit der Milch ausscheiden, darf nur, wenn sie erhitzt ist, in den Verkehr gebracht werden, dient der Landwirtschaft selbst, da diese Milch vom Verkehr überhaupt ausgeschlossen werdan kann. Die Erhitzung kann auch in einer Sammelmolkerei vorgenommen werden. Der Berichterstatter erläutert ferner die Mindestanforderungen für die bauliche Gestaltung der Viehställe und die Reinlichkeit in allen Betriebsräumen.— Die Ausführungsvorschriften sollen nach den Ausschußbeschlüssen gleichfalls am 1. Januar 1932 in Kraft treten. Gemäß den Vorschlägen der Ausschüsse wurden beide Verordnungen vom Pleuum des Reichsrats genehmigt. Vorschläge zur Kriegsverhütung Der Sonderausschuß für die Verstärkung der kriegsverhütenden Mittel, der seit Montag in Genf versammelt ist, hat jetzt nach längerer Aussprache eine Einigung über einige grundlegende Punkte des auszuarbeitenden Vertragsentwurfs erzielt. Danach soll sich das Abkommen durch das sich die Vertragschließenden von vornherein zur Befolgung bestimmter Anordnungen des Völkerbundsrats verpflichten, nur auf den Fall der Kriegsgefahr beziehen, während für den Fall des bereits ausgebrochenen Krieges weiterhin die allgemeinen Bestimmungen der Völkerbundssatzung allein gelten sollen. Der englische Vertreter erklärte sich damit einverstanden, daß die vom Völkerbundsrat anzuordnenden militärischen Maßnahmen auch die Scestreitkräfte einbeziehen können. Hinsichtlich der Art der Maßnahmen zur Vermeidung eines bewaffneten Zusammenstoßes einigte man sich dahin, daß die bisher in Aussicht genommene allgemeine Formel aufgegeben und eine Reihe konkreter Verpflichtungen in dem Abkommen vorgesehen werden sollen, nämlich: 1. die Zurückziehung der auf fremdes Gebiet eingedrungenen Truppen hinter eine vom Völkerbuns= rat zu bestimmende Linie; 2. die beiderseitige Zurüknahme der Truppen im Falle der Gefahr eines kriegerischen Zusammenstoßes und 3. die Anweisung an die militärischen Befehlhaber, keine Feindseligkeiten zu ginnen. Antersuchung gegen polnische Geistliche. Wegen„deutschfreundlicher Handlungen in der Kirche Wie aus Kattowitz gemeldet wird, haben die vol, nischen Behörden gegen einige Geistliche in Myslowit Sorau und Paulsdorf wegen angeblicher deutschfreund, licher Handlungen in der Kirche eine Untersuchung ein, geleitet. Den Geistlichen wird auch zum Vorwurf g. macht, den„Separatismus propagiert und gegen gehetzt zu haben. Polen Verschiedenes. Kuranstalt Jungborn. Die bekannte Rudolf Just'sche Kuranstalt Jungborn im Harz besteht nunmehr seit 35 Jahren. Im Jahre 1896 wurde sie von Adolf Just ge, gründet. Der Verlag Jungborn schickt uns eine kleine 30 Seiten umfassende Denkschrift, die eine Darstellung der Entwicklung der Kuranstalt in diesem Zeitraum gibt Wer sich besonders dafür interessiert, und das liegt im Interesse vieler, die sich nach einem gesunden, frischen Körper sehnen, mag sich das Heft von dem JungbornVerlag, Bad Harzburg, schicken lassen. Ein Preis ist nicht angegeben und daher zu vermuten, daß das Heft umsonst abgegeben wird. Kirchennachrichten für Schildesche. Donnerstag, den 14. Mai(Himmelfahrt). 8 Uhr vorm. Frühgottesdienst, Pastor Hopmann. 10 Uhr vorm. Hauptgottesdienst, Pastor Neuhaus, mit Abendmahlsfeier. „ Das nächste Missionsnahen findet am Mittwoch. den 13. Mai 1931, 3½ Uhr im großen Hospiz statt. Dazu ladet freundlich ein. Frau L. Trittelvitz. Christlicher Verein junger Männer. 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