Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— FürAusland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter Wg je tausend 15 Mk. Anzeigen=Ar Schluß der Anzei rigeg Annahme nachmittags konto Hannover 67377. gs 3 Uhr. PostscheckNr. 99. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Donnerstag, den 30. April 1931. 13. Jahrgang. Aufwärts den Blick! Daß es licht im Herzen werde, wenn du trüb und traurig bist, senke nicht den Blick zur Erde, die ja selber dunkel ist. Auf, zu Gott den Blick erhoben. Seine Gnade fehlt dir nicht; doch sein Licht kommt nur von oben, und sein Trost kommt nur im Licht. Julius Sturm. Umschau. Vor der Genfer Tagung.— Frankreich, wie es ist.— Der Kampf um die Zollunion.— Französisches Doppelspiel. Französische Anleihe für Tschechoslowakien. Deutschfeindliche Intrigen in den Randstaaten. — Kanalprojekt Bordeaux=Narbonne.— In knapp drei Wochen wird die Genfer Ratstagung eröffnet. Die drei Hauptpunkte des Tagungsprogrammes lauten: Deutsch=österreichische Zollunion, Vorbereitung der nächstjährigen Abrüstungskonferenz, Rechenschaftsbericht Polens wegen des bekannten Wahlterrors gegen die deutsche Minderheit in Oberschlesien und im ehemals preußischen Teilgebiet. Das sind drei Punkte, an denen gerade Deutschland in ganz hervorstechender Weise interessiert ist. Daher nimmt es nicht Wunder, daß Berlin schon seit geraumer Zeit in einem diplomatischen Kreuzfeuer steht, um das es nicht zu beneiden ist— ja, daß sogar der„allmächtige“ Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, in eigener Person nach Berlin gefahren ist, um mit der deutschen Regierung zu verhandeln— oder sagen wir besser: zu handeln! Aber für Deutschland gibt es nichts mehr zu handeln. Am allerwenigsten in einer Frage, die für die Zukunft des deutschen Volkes von so entscheidender Bedeutung ist wie das Abrüstungsproblem. Gerade auf dem rüstungspolitischen Gebiet ist ja bisher immer nur auf Kosten Deutschlands gekuhhandelt worden. Das aber muß jetzt ein Ende haben. Und wenn dieser Tage in den Zeitungen verbreitet wurde, daß es sich bei der Berliner Reise Drummonds„im wesentlichen nur“(!) um die technische Vorbereitung einer glatten Abwicklung der bevorstehenden Ratstagung gehandelt habe, so tut man zweifellos gut, hinter eine solche Auslegung ein sehr großes Fragezeichen zu machen. Anderseits ist es die todernste Pflicht unserer Regierung, nicht nur eine radikale Aenderung der unhaltbaren Personalverhältnisse, wie sie im Genfer Völkerbundssekretariat herrschen, zu verlangen, sondern kategorisch darauf hinzuweisen, daß Deutschland nicht mehr mit sich handeln läßt und zu allen Konsequenzen bereit ist, die sich aus einer weiteren Mißachtung der deutschen Rechte auf dem rüstungspolitischen Gebiete und nicht nur auf diesem— ergeben. Daß wir von Frankreich nicht das geringste Entgegenkommen zu erwarten haben, ist selbstverständlich. Frankreich ist nur verständigungsbereit, soweit Deutschland alle eigenen Daseinsrechte dem französischen Machtimperialismus und dem Götzen Versailles zum Opfer bringt. Eine Verständigung um der Verständigung willen kennt Frankreich nicht. Der Durchschnittsfranzose ist viel zu sehr Chauvinist, um sich in die Sorgen und Nöte eines anderen Volkes hineindenken zu können. Die Briandschen Verständigungsphrasen sind nichts anderes als mit Esprit geschwängerter Nebel, der den krankhaft nationalistischen Egoismus des Franzosentums vor den Augen der Welt verhüllen soll. Es ist schon richtig, wenn die grundsätzlich demokratisch eingestellte Monatsschrift„Die Tat“ in ihrer letzten Nummer schreibt: „In Frankreich ist noch alles beim Alten! Dieses Wort, 1814 bei der Rückkehr Ludwigs XVIII. vom Grafen von Artois ausgesprochen, hat bis zum heutigen Tag seine Bedeutung erhalten. Nur in Deutschland war es die letzten Jahre in Vergessenheit geraten... Das Beharrungsvermögen der Franzosen nicht ausreichend gewertet zu haben, ist der Vorwurf, den man jenen nicht ersparen kann, welche unsere Außenvolltik bis zum Zusammenbruch ihrer Locarno=Hoffnungen beleitet haben. Auf rein deutschen Empfindungen aufbauend, hingen sie davon aus, daß es genügen werde, ein wenig der modernen Verbundenheit Europas und der Welt zu erzahlen und derartige Schilderungen mit den nötigen schaftsdaten zu würzen, um Deutschland und Frankreich für eine Politik der Verständigung zu begeistern... Auf die skanzösische Bevölkerung aber kann man nur mit dem Hi deis auf nationale Notwendigkeiten Eindruck machen... Was sich der französischen Art nicht gutwillig anpaßt, wird von Dr als feindlich angesehen. Im Kampf dagegen hält der Franzose jedes Mittel für erlaubt... Vorbehalte, selbst in Eedenswichtigen Fragen, empfindet Frankreich sich selbst gegenüber als direkte Unfreundlichkeit. Deutschen wird in Jelchen Fallen Mangel an gutem Willen vorgeworfen.... in die Psyche der heutigen Franzosen eingedrungen sind in den letzten Jahren allerdings nur vereinzelte Deutsche. Eine auch für Deutschland tragbare Verständigung mit den Franzosen— andere Einigungsformeln sollten für uns gar nicht in Frage kommen, werden aber selbst von deutscher Seite „um der Atmosphäre willen“ allzu oft noch betrieben— ist, wenn überhaupt möglich, jedenfalls im Augenblick nicht zu erwarten. Alles Drängen von unserer Seite, ebenso wie das Sichanbiedern immer neuer deutscher Kreise, die aus anderweit gemachten Erfahrungen nicht lernen wollen, hält ihr Zustandekommen nur auf. Auch hemmt es die Entwicklung, wenn wir in Deutschland allen Warnungen zum Trotz auf jeden französischen Wanderprediger hereinfallen... Es wäre für uns verhängnisvoll, denen zu folgen, welche die vorhandenen Unterschiede und Schwierigkeiten bewußt totschweigen. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich werden auch in Zukunft noch wiederholt auf des Messers Schneide stehen. Im Kampf um den eigenen Lebensraum darf sich das deutsche Volk davor nicht scheuen. Der Schlüssel für Deutschlands außenpolitische Situation liegt in nächster Zeit stärker denn je bei uns selber. Nichts wäre verfehlter, als uns unter dem Druck der augenblicklichen Schwierigkeiten einseitig nach dem Westen hin zu binden. Dazu dürfen uns weder internationale Kräfte noch Erwägungen verleiten, die ihren Grund anderswo als in rein deutschen Notwendigkeiten finden. Nicht das Ausland, wir selber müssen mit den Fragen fertig werden, vor denen wir heute im Innern stehen.“ Wir haben unseren Lesern in bezug auf die deutschfranzösische Verständigung niemals irgendwelche Hoffnungen gemacht. Mancherlei Angriffe, die wir dieserhalb von gewisser Seite erfuhren, sind inzwischen gegenstandslos geworden. Die Locarno=Politik liegt in Scherben. Sie ist rascher in die Brüche gegangen, als ihre schärfsten Gegner es erwartet hätten.— Anderseits haben wir nie einen Hehl gemacht aus unserer Ueberzeugung, daß Deutschlands Schicksal nicht im Westen, sondern in Mitteleuropa liegt. Und wir freuen uns, daß die Wien=Berliner Wirtschaftsverhandlungen das mitteleuropäische Problem erstmals und dabei in recht glücklicher Weise beim Schopfe gefaßt haben. Und daß es nun gerade Dr. Curtius, dem auch wir in mancherlei Punkten nicht zu folgen vermochten, ist, der in so hohem Maße an dieser Politik teil hat, ist doch völlig gleichgültig. Hier darf es nicht um Personen gehen, hier geht es um die Sache. Deshalb halten wir es für sehr bedenklich, wenn der Landbund in seinem Schreiben an den Reichskanzler Brüning die deutsch=österreichische Zollunion zwar„begrüßt“, ihr aber dann schließlich doch„seine Zustimmung nicht zu geben vermag“. Wir sind die letzten, die für die Interessen des gequälten deutschen Bauernstandes kein Verständnis haben, aber wir vermögen uns nicht zu der Ueberzeugung durchzuringen, daß die Bedenken des Landbundes, dessen nationalpolitische Bedeutung wir zweifellos zu schätzen wissen, sachlich irgendwie stichhaltig sind. Uebrigens gibt auch die neueste Phase des französischen Kampfes gegen die deutsch=österreichische Zollunion ein sehr lehrreiches Bild von dem Doppelspiel der französischen Politik. Der französische Gegenplan, der ja nun in seinen Hauptumrissen bekannt ist, wird den Südoststaaten von Briand besonders dadurch schmackhaft gemacht, daß er ihre Getreideüberschüsse durch Frankreich aufnehmen zu lassen verspricht. Gleichzeitig aber stellt sich der französische Landwirtschaftsminister Tardieu in schärfsten Gegensatz zu dieser außenpolitischen These Briands, indem er den„Schutz des einheimischen Getreides gegenüber der Ueberproduktion des Auslandes" als eine der vordringlichsten Aufgaben der französischen Staatsführung bezeichnet und ganz offen erklärt, daß Frankreich„in der Praxis“(und hierauf kommt es an! Der Verf.) unter keinen Umständen bereit sei, das Korn der Donaufelder ungehindert nach Frankreich kommen zu lassen.“ Die Pläne Briands seien zwar„ideal“, aber ihre Verwirklichung habe sich„praktisch noch immer als unmöglich erwiesen". Jedenfalls spiele die Getreidepolitik im nationalen Leben Frankreichs eine erste Rolle und die französische Landwirtschaft habe keinen Grund zu der Besorgnis, daß man ihre Interessen auch nur im geringsten preisgeben werde. Währenddessen sekundiert der tschechische Soziologieprofessor und Außenminister Benesch von Prag aus die mitteleuropäischen Sabotagepläne Briands mit allen Mitteln, indem er sich sogar— wider besseres Wissen erneut dazu versteigt, Deutschland für den Ausbruch des Weltkrieges verantwortlich zu machen. Solche Töne freilich hört man in Paris mit tausend Freuden, und so ist denn auch der klingende Lohn in Gestalt einer großen französischen Anleihe nicht ausgeblieben, die sogar von tschechischen Zeitungen als eine rein politische AngeleAber nicht nur in der Tschechei, sondern auch in den anderen Randstaaten sind die deutschfeindlichen Intrigen des französischen Imperialismus wieder sehr lebhaft im Gange. Da sind die Deutschenausweisungen aus dem Memelgebiet, da sind die französischen Spione in Königsberg, welche die deutsche Regierung ganz unbegreiflicherweise auf freiem Fuße gelassen hat, da sind die wiederholten Grenzverletzungen durch polnische Flieger, da ist die endgültige Billigung der Kohlen= und Kanonenbahn von Oberschlesien nach Gdingen durch den polnischen Seim, mit der wir uns im„Aufwärts“ ja schon seit langem beschäftigt haben, da ist der dreiste Anschlag Polens gegen die primitivsten Hoheitsrechte der„freien“ Stadt Danzig, der jedoch seitens des Danziger Senatspräsidenten Dr. Ziehm eine energische Zurückweisung erfahren hat. Hoffentlich bietet sich auf der bevorstehenden Völkerbundstagung Gelegenheit, die polnische Anmaßung— die natürlich von Frankreich weitgehend gedeckt wird vor breitester internationaler Oeffentlichkeit in das rechte Licht zu rücken. Einen außerordentlich bedeutsamen Auftrieb erfährt der französische Imperialismus durch die gegenwärtige Neuaufrollung eines Kanalprojektes, das darauf abzielt, den Meerbusen von Biskaya direkt mit dem Mittelmeer zu verbinden. Der Kanal soll von Bordeaux über Toulouse nach Narbonne geführt werden. 15 Schleusen sollen die verschiedenen Höhenunterschiede des 500 Kilometer langen Großschiffahrtsweges überwinden. Ein Blick auf die Landkarte genügt, um die ungeheure verkehrspolitische und vor allem seestrategische Bedeutung dieses Kanalprojektes aufzuzeigen. Den an der atlantischen Küste stationierten Schlachtschiffen Frankreichs wäre im Falle eines zukünftigen Mittelmeerkrieges die langwierige Umschiffung Spaniens erspart, sie könnten ohne Rücksicht auf Gibraltar direkt durch französisches Gebiet zum Mittelmeer vorstoßen und damit die Schlagkraft der französischen Flotte ganz gewaltig erhöhen. Die seestrategische Bedeutung Gibraltars würde gleich Null sein. Die Hauptleidtragenden wären England und Italien. Wir haben schon neulich im Hinblick auf die ungeklärte Lage im westlichen Mittelmeer davon gesprochen, daß man sich nicht zu wundern brauche, wenn die englischfranzösisch=italienischen Flottenverhandlungen sich wieder schwieriger gestalten würden. Diese Flottenverhandlungen sind ja denn auch inzwischen so gut wie gescheitert, da allmählich auch England einzusehen beginnt, daß der französische Imperialismus keine Grenzen mehr kennt und nicht nur zu Lande, sondern auch zu Wasser nur eine Flagge anerkennt:— die Trikolore! Aber England hat es ja bis dahin selber so gewollt Es hat geduldet, daß Frankreich immer mächtiger aufrüstete und daß es vor allem auch über das Gold verfügt, das ihm gestattet, strategische Riesenprojekte wie den Kanal Bordeaux—Narbonne in die Tat umzusetzen. Ob die französischen Kammern dem Plane mit der nötigen Mehrheit zustimmen, steht freilich noch duhin. Aber wenn er zur Durchführung gelangt, ist die englische Seegeltung um ein weiteres, sehr beträchtliches Stück geschwächt und England mag sich dann einige Gedanken darüber machen, daß es selber mit seiner Zustimmung zum Versailler Diktat und den unerhörten Tributlasten den Franzosen die Mittel in die Hände spielte, um sich zum unumschränkten Gebieter Europas und— last not least— des Mittelmeeres aufzuwerfen. H. Pan=Europa. Ein Für und Wider. (Schluß.) England vermag sich für den paneuropäischen Gedanken nicht so zu begeistern. Frankreichs militärisch=politische Hegemonie auf dem Kontinent wie Deutschlands mögliche wirtschaftliche Hegemonie mit Einschluß seiner hervorragenden Mittellage schließen eine entscheidende Einflußnahme Englands aus. Englands mit großer Zielstrebigkeit verfolgtes Ziel ist das der Geschlossenheit seines Wirtschaftsimperiums, der Kreislauf der vom Mutterland beherrschten Wirtschaft: Rohstofferzeugende Kolonien, verarbeitendes Mutterland, aufnahmefähige Kolonialmärkte. Diesem Ziele diente die„Freiheit der Meere“, ein Grundsatz, der nur solange Geltung hatte, als England die Meere beherrschte.„Britania rules the waves.“ Ein aufstrebendes Deutschland, das England die Alleinbeherrschung der Meere nicht mehr gestattete, mußte darum vernichtet, wenigstens niedergehalten werden. Als aber der Weltkrieg den persönlichen Einsatz der Söhne Englands erforderte, das bisher gewohnt war, andere für sich kriegen zu lassen, als es die Vereinigten Staaten um Hilfe anrufen mußte, da geriet das englische Wirtschaftspragramm ins Wanken. Nach dem Kriege hat England sein altes Ziel wieder ausgenommen. Es gewährte da politische Fresheit seinen Kolonialländern, wo die wirtschaftliche Verkettung sichergestellt erschien. Englands Hauptgewicht lag vor dem Kriege nicht auf der Eigenerzeugung der in den Kolonialländern abzusetzenden Produkte. Dazu wäre es gar nicht in der Lage gewesen. Sondern in der Wirtschaftsspezialisierung, die produktionsreiche Länder, wie etwa Deutschland, zu Lohn=, bezw. Hausarbeitern zu machen sich bestrebte, während mit diesen Produkten in englischen Händen leiben sollte. Einem solchen System war der Freihandel angemessen. Die Nachkriegszeit mit ihrer sehr veränderten Lage ließ auch in England den schutzzöllnerischen Gedanken aufkommen. Man mache sich klar, welch große Wandlung das bedeutet. Der Weltkrieg hatte eine Verengung des Weltmarktes durch die Schaffung von Eigenindustrien in den Kolonialländern gebracht. Ganz natürlich, da der Krieg ungewöhnlich lange andauerte und die normalen Wirtschaftsbeziehungen unterbrach. Nach dem Kriege war es gezwungen, eine Neuorientierung vorzunehmen und es beschritt den Weg, den Dominions politische Selbständigkeit zu gewähren, dem Mutterland wirtschaftlich jedoch die Vormachtstellung sicherzustellen durch die Meistbegünstigungsverträge, die die Konkurrenz stark eindämmen. England wäre an einem Paneuropa sehr wohl interessiert, sofern auf diesem Wege die Vormachtstellung der USA. gebrochen werden könnte, ohne Deutschland jedoch als Folge zu wirtschaftlichem Aufstiege zu verhelfen. Ein Problem, das schwer zu lösen ist, wenn der Gegensatz zwichen Frankreich und Deutschland nicht besteht. In einem Paneuropa aber soll es ja keinen derartigen Gegensatz mehr geben. Amerika bildet einen Wirtschaftskreis für sich. England strebt einen selbständigen Wirtschaftskreis an. England braucht Europa als Lohnarbeiter für seinen Wirtschaftskreis, soweit es nicht den gesamten Bedarf seiner Märkte befriedigen kann. England braucht Europa als Absatzgebiet für seine Kolonialprodukte und findet als schärfsten Konkurrenten—.— Amerika. Europa ist zum Objekt geworden. Und Deutschland in diesem Europa zur Wirtschaftsprovinz. Wenn nach neuesten Meldungen Amerika eine neue Regelung der Tributverpflich### anstrebt, nicht mehr nach dem Grundsatz der Zahlungsfühlgkeit, sondern nach dem der Konsumfähigkeit, so sagt das mehr als lange Erklärungen. Und Deutschland nle gut daran, die Umlagerung recht kritisch zu betrachten. Kolonien werden nach der Konsumfähigkeit bewertet. Es nützt nichts, die Augen davor zu verschließen, daß man durch diese Regelung auch rein äußerlich Deutschund ais Kolonie des Dollarimperialismus betrachtet. Soange Deutschland Wirtschaftsprovinz Amerikas ist, solange ist der Traum eines Paneuropa ausgeträumt. Wer möchte so töricht sein, zu glauben, der Dollarimperialismus würde auf eine Wirtschaftsprovinz verzichten, in die es Hunderte von Millionen Dollars investiert hat, von denen es eine angemessene Rente erwartet. Und nebenbe; auch einen guten Absatzmarkt. Das zu glauben sind nur deutsche Idealisten fähig. Ob die Sozialdemokratie auch ernstlich gewillt wäre, was sie nicht ist, dem Dollarkapitalismus zu Leibe zu rücken, ob Idealisten ein Paneuropa erstreben, immer müssen sie in Rechnung stellen, daß diese Loslösung von Amerika nur möglich ist auf dem Wege des Kampfes um die Freiheit und Selbstbestimmung Deutschlands. Mit welchen Mitteln dieser Kampf ausgefochten wird, steht auf einem zweiten Blatt. Ob durch eigene Kraft ohne kriegerische Verwicklungen, ob im Zusammenwirken beider Faktoren, das sei dahingestellt. Immer aber wird diese Befreiungspolitik, sei es eine mit dem Ziele des Sozialismus verbundene, sei es mit dem Ziele zur Menschheitsbeglückung ohne Sozialismus, nur möglich sein durch Zusammenfassung aller Kräfte des Volkes. Und das ist unmöglich, es sei denn durch Gewalt. Es fehlt an einer die inneren Spannungen lösenden und national bindenden Staatsidee. Der Mangel einer solchen wird nicht beseitigt durch Parteiprogramme, noch verdeckt durch Schutz=, Ausnahme= und Notverordnungsgesetze. Oder dadurch, daß man dem Volke einzureden versucht, es habe eine. Das deutsche Volk hat eben keine Staatsidee mehr. Und darum ist es innerlich so zerrissen. Hat Deutschland ein Interesse an einem Paneuropa? Ist die Frage überhaupt der Erörterung wert, solange nicht die Befreiung vom Dollarkapitalismus erfolgt ist? Befreiung vom Dollarkapitalismus aber heißt: Zusammenfassung aller Kräfte und Kampf. Etwa in der Richlung, daß das Leihkapital, so nötig es für Deutschland, bei kapitalistischer Betrachtungsweise, zum Aufbau seiner Wirtschaft ist, aus der eigenen Produktionswirtschaft verzinst wird und nicht durch Neuaufnahme von Anleihen, mit denen man die alten abdeckt. Weiter, daß Deutschland aus eigener Produktionswirtschaft Ueberschüsse erzielt, die eine möglichst rasche Amortisierung der Auslandsschulden erlauben. Und drittens, daß nebenher noch eigenes Kapital gebildet wird. Bei kapitalistischer Betrachtungsweise gibt es doch gar keinen anderen Weg. Diesen Wegen aber steht der Staatssozialismus entgegen, der im Kommunalsozialismus seinen Anfang nahm. Er hat kein Interesse an der Förderung der Kapitalbildung in Privathand. Bliebe nur, wenn eine Beteiligung Deutschlands an einem Paneuropa für erstrebenswert gehalten wird, die Ablösung der Verpflichtungen an Amerika durch das reiche Frankreich. Das aber ist doch wahrlich keine Staatspolitik. Denn man tauscht nicht Abhängigkeit gegen Freiheit, sondern Abhängigkeit gegen Abhängigkeit. Verkauft das Recht Deutschlands zur Führung Mitteleuropas. Es scheint mir müßig, ein Interesse Deutschlands an einem Paneuropa zu untersuchen, solange Deutschland kein souveräner Staat ist, der die Richtung seiner Politik selbst bestimmen kann. Diese Voraussetzung haben die Befürworter eines Paneuropas vergessen. Es ist aber die wichtigste. Wie man es auch drehen mag:„Befreiungspolitik vom Dollarimperialismus“ ist das nächste Ziel. Löst man sich von der kapitalistischen Denkweise los, dann bliebe nur der Gedanke der offenen Auflehnung. Das wäre—— Kampf Deutschlands Seite an Seite mit Rußland gegen den Westen. Das heißt die Brandfackel in das morsche Gebäude Europas hineinwerfen. Anders bleibt noch die auf lange Sicht eingestellte Befreiungspolitik, die allerdings ein wesentlich anderes Gesicht tragen würde, als die der rein westlerisch eingestellten Weimarer Parteien mit Einschluß der Sozialdemokratie: Erfüllung von Verpflichtungen, um deren Lockerung man täglich einen verzweifelten Kampf zu führen hätte. Nebenbei aber die Führung einer Innenpolitik, die sich nicht in Notverordnungen und Ausnahmegesetzen oder der Verteilung von Machtpositionen erschöpft. Als solche innenpolitischen Aufgaben nenne ich: Abbau des Uebergewichts der Großstädte durch gesunde Heimstättenbewegung. Hier mögen Forderungen gelten, wie sie Pastor v. Bodelschwingh in seiner ersten und einzigen Landtagsrede aufgestellt hat, Forderungen, die, damals erfüllt, uns nie in eine solche Lage hätten kommen lassen in z. wir heute sind. 1 8½ in der Verteilung der Industrie, Verkehr und Fernleitu elektrischen Kraft ermöglichen heute einen#. der erentrischen cnraft Ensgrichen heute einen#chPlan. Es gibt außer der bodengebundenen Industrie gug solche, die nicht an eine Zusammenballung gefesselt iu Vernünftige Siedlungspolitik. Preußen ist stolz daraut was es im Osten in dieser Beziehung geleistet hat. ga erkenne gerne das Gute an, auch wenn es von Parteiregierung kommt, die ihre Aufgade darin zu e blicken scheint, die bodengebundenen und damit nationg, len Kräfte niederzuhalten. Aber der Erfolg entspricht nicht den Mitteln, die aufgewendet wurden. Stärkung des inneren Marktes und Schaffung des inneren Krei laufes der Wirtschaft. An diesem Punkt scheiden sich di. Geister. Die einen glauben an die Fortentwicklung der Industrie in alle Ewigkeit. Zollmauern, die in Eurang fallen, bringen der zusammengeballten europäischen In, dustrie, die auf Expansion eingestellt ist, noch längst keinen vergrößerten Absatz. Uebrigens ist der Schutzoll in den einzelnen Ländern nichts willkürliches, sondern ein Staatsnotwendigkeit. Der Staat muß seinem Bevölke, rungszuwachs, den das Land nicht mehr ernährt, Arbeit und Brot schaffen. Und das kann er nur durch Einrich, tung von Industrien, die zu schützen und zu pflegen seine Pflicht ist. Wer nun will bestimmen, daß diese und jene Industrie in diesem und jenem Lande nicht„naturgegeben“ sei? Gesetzt den Fall, es gebe eine solche Instanz in Paneuropa und gesetzt den Fall, die angegliederten Staaten würden sich fügen(mit Ausnahme Deutschlands würde kaum ein Staat geduldig ein solches Diktat hinnehmen. Deutschland ist an Diktate gewöhnt und sein Idealismus läßt es nur zu leicht Opfer für eine„große Idee“ bringen), wie wollte man in jenen Ländern denn die in diesen nunmehr stillzulegenden Industrien beschäftigen, ihnen Brot geben. Sie könnten in andere europäische Länder auswandern, in denen ihre Kräfte vielleicht gebraucht würden. Sie würden dort unter Umständen als Lohndrücker wirken, da ihre einfacheren Lebensgewohnheiten ihnen gestatten, mit weniger Lohn auszukommen als der englische, teilweise auch der deutsche Facharbeiter. Gewerkschaftliche Regelungen? Also Bürokratisierung der Wirtschaft, die in Krisenzeiten wettbewerbsunfähig macht. Hier können nur einige wenige Fragen angeschnitten werden. Kolonialpolitik. Deutschland braucht Kolonien. Nicht als Ausbeutungsobjekte, sondern als zusätzlichen Lebensraum. Es ist zu verwundern, daß bisher keine deutsche Regierung, meines Wissens, die Forderung nach Kolonien offiziell aufgestellt hat. Gewiß, Deutschland hat dank seiner Mittellage in Europa und als Brücke zwischen Ost und West eine kontinentale Aufgabe. Seine Zweifrontenstellung bringt schon Reibungspunkte genügend mit sich. Aber die ständig wachsende Zunahme der Bevölkerung und die Unmöglichkeit der Agrarwirtschaft wie der Industrie, diese Massen zu ernähren, zwingt entweder zur Beschränkung des Geburtenüberschusses, oder zur Erstrebung zusätzlichen Lebensraumes. Die künstliche Beschränkung des Geburtenüberschusses führt naturnotwendig zur Verdrängung im Osten und damit zur Zusammenballung im Westen. Und endlich zur Explosion, damit zur Selbstvernichtung als Volk und Nation. Kein Paneuropa, wohl aber, soviel an uns ist, Verständigung. Vorerst aber als höchstes Gut, die jedem Volk der Erde mitgegebene Schöpfungsidee: Freiheit. F. V. A. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. Das„Ehrenbuch der Westfalen: Die Westfalen im Wenkriege", ein selten schönes, bestens ausgestattetes Prachtwerk, ist im bekannten Verlage Oskar Hinderer in Stuttgart, Friedrichstraße 23 B, jetzt erschienen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß der Westfale zu allen Zeiten ein guter Soldat gewesen ist. Mit besonderer Freude wurden alljährlich gerade die aus Westfalen kommenden Rekruten, die Söhne der roten Erde, von den Regimentern der kaiserlichen Armee begrüßt. Die westfälischen Bezirkskommandos lieferten anerkannt strammen, nie versagenden Ersatz, zuverlässige Soldaten, die Lust und große Liebe zum Waffenhandwerke schon von Hause aus mitbrachten. Oft konnte man es erleben, daß schon aus Tradition vom Vater und Großvater her immer wieder der wehrpflichtige Nachwuchs bei derselben Kompagnie seiner Vaterlandspflicht nachkam, und der galt im Heimatdorfe eben nicht als voll anerkannt, der nicht gedient hatte. Und nun— nach dem furchtbaren Zusammenbruch— wird in vorbildlicher Weise die Treue zur alten Truppe, zum lieben alten Regimente, zur ruhmreichen Regimentsfahne in unseren Gegenden treulich gepflegt. Zu stattlichen Regimentsvereinen haben sich die alten Kameraden wieder zusammengefunden. Trotz aller politischen Wirrnisse ist man hier nur Kamerad, der im gleichen grauen Rocke seine Pflicht getan hat. Der Stamm der Niedersachsen hat es wahrlich verdient, daß ihm ein Ehrenmal— sein Ehrenbuch— geschaffen wurde. Die Schwierigkeiten, die heutzutage für jeden Auskunftssammler, Truppenforscher vorhanden sind, die haben die Herausgeber und Mitarbeiter glänzend gemeistert. Dem Herrn Oberstleutnant Müller=Loebnitz, dem bekannten Mitarbeiter wertvoller Kriegswerke des Reichsarchivs, ist es vorzüglich gelungen, Mitteilungen von über 70 Formationen, die alle längst nicht mehr bestehen, zusammenzubringen, Abhandlungen, die in jedem Kriegsteilnehmer, der nicht gerade in Palästina oder Mesopotamien gefochten hat, „stolze Erinnerungen“ an ruhmvolle vergangene ernste Tage zurückrufen. Vertraute heimische Führer, wie z. B. Generalleutnant a. D. Riebensahm, Oberst a. D. Castendyck, Major Freiherr v. Forstner, Hauptmann a. D. von Pilgrim, nehmen das Wort, um ihren Regimentern Gedenkzeilen zu schenken. Jeder Deutsche muß und wird gerne aus diesem Werke ersehen, was einstmals die Heeresorganisation zum Schutze des Vaterlandes geleistet hat! Man begreift, mit welchen großen Schwierigkeiten die deutsche Truppenführung schon von der Mobilmachung an zu kämpfen hatte, man beachte z. B. den Geschützverbrauch bei einer der westfälischen Feldartillerieabteilungen. Doch auch für den Nichtsoldaten ist das Lesen dieses Prachtwerkes ein Genuß. Von Heldentaten— wie die der Musketiere Koitka und Bring vor Verdun vom Heldentode des Leutnants Wiegmann vom.=R. 15— vom„Vorsterben“ der Leutnants Frhr. v. Loe und von Mangers vom.=R. 13 an der Somme— vom Feldwebel Brockmann und seinen schneidigen Patrouillen usw. wird berichtet. Ich meine,„jeder deutsche Jüngling“ findet viele klassische Vorbilder, die alle Berichte aus der antiken Zeit weit übertreffen. Unsere niedersächsischen Schulen, Militärvereine, Turnsportvereine und dergleichen sollten gerne und weitest dieses wertvolle Heimatbuch als Prämie, als Siegespreis geben, in allen Büchereien der Städte und Gemeinden sollte es balde zu finden sein. fallenen und verstorbenenn Frontsoldaten erst möglich werden, sich das Werk zu kaufen. Ntz.=Bls. Aus der evangelischen Jungmännerarbeit. nutag d** Ueber die gigantischen Dimensionen, die der Weltkrieg allmählich annahm, gibt dieses„Ehrenbuch der Westfalen mit seinen packenden, bestens ausgesuchten Bildern, mit seinen prachtvollen Skizzen, seinen Plänen, Darstellung einzelner Episoden und Erlebnisse eine Fülle von Tatsachen, die nicht vergessen sein sollen. Mit ehrlichem Dank muß und wird der Leser an diejenigen zurückdenken, die ihr Leben für die Heimat dahingaben. Aber auch selbst diejenigen Leser, die nicht an die große Krise des deutschen Vaterlandes zurückerinnert werden wollen, finden hier so manche aufheiternde Szene wieder, wie den Fang des englischen Fliegers durch den der 5370 an der Somme. Minden, de Schiberung Es ist zu begrüßen, daß der Verlag sich bereit erklärt hat, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftsnot, dieses erk auch in Teilzahlungen abzugeben. Gerade dadurch wird es vielen Mitkämpfern, den Angehörigen der GeAm Sonnlag seietle der Christliche Verein junger Männer Bielefeld, Papenmarkt 2, sein 70. Jahresfest. Zu gleicher Zeit feierte auch in Bethel der C...M. seinen 29. Geburtstag. Der Berichterstatter des„Aufwärts kann nur kurz beider Festfeiern gedenken. Das ist um so eher möglich, als es dabei nicht so seht um die Feier als solche als um die Sache geht. Wenn ein Verein 70 Jahre oder auch nur 29 Jahre seine Arbeit tun durfte, dann muß man sagen können, ob seine albeit für unsere Zeit noch Sinn und Bedeutung hat oder nicht. In mannigfacher Weise müht man sich hier um die Jugend. Das kommt auch bei solchen Veranstaltungen zum Ausdruck und zur Darstellung. Jungvolk, Jund schar, Jungmännerabteilung, Turnabteilung, Chöre, s alle möchten in ihrer Weise der Jugend Freude biefen. Man sucht den jungen Menschen ganz zu verstehen und ganz zu erfassen. Bei allem aber bleibt es das letzte Jie“ junge Menschen vor den Anspruch des lebendigen Go#tes zu stellen und sie in seine Gemeinschaft zu führen. Aus dem lebendigen Gotteswort ist vor 70 Jahren der eiste christliche Jünglingsbund in Bielefeld erwachsen. Dien an der Seele des jungen Menschen,— das war das Jset dieses Anfangs, neben dem andere Bestrebungen sic erst später behaupten konnten. Getreu seiner Geschichte muß das darum der innerste Kern evangelischer Jund' männerarbeit bleiben. Denn wir glauben, daß der sn unserm Volke wirklich dient, der ihm von innen Sile, und Heilung bringt.„Jugend vor dem Wagnis uit so steht's darum als Losung über dem Jahr 1861 deutscher evangelischer Jungmännerarbeit. Es war eine besondere Krönung des Festes, daß Reichswart D. Stand“ selber dabei sein und zu obiger Jahreslosung zu unprechen konnte.„Gott hat es in Christus mit uns“. wagt. Wagen wir es mit ihm?“ Das war die Frage,0“ er uns mitgab. Eindrücklich sprach er nachher auch“: Betheler Jugend. Möge die Folgezeit evangelischer Jungmännerato“ gesegnet sein! Es wird mancherlei gewagt und unternon men. Die Frucht muß ein anderer schenken. H. Steege. Ein neuer Die„Tribung Meldung, daß Zweckmäßigkeit für Oesterreich raten werde zur deutsch=österreich widerspreche. D schusses sei nock rates vorgesehe sie mit diesem Das Blatt mein schusses werde d schen Zollunion schuß sei um so als er unter de worden sei. 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Die„Tribuna“ gibt zu verstehen, daß sie mit diesem eigenartigen Plan sehr einverstanden ist. oas Blatt meint, eine schleunige Einberufung dieses Ausschusses werde das ganze Problem der deutsch=österreichischen Zollunion auf den rechten Weg bringen. Der Ausschuß sei um so mehr geeignet, seine Meinung zu äußern, als er unter den Fittichen des Völkerbundes gegründet worden sei. Er müsse in der Lage sein, unverzüglich alle die politischen, wirtschaftlichen, geschichtlichen und rechtlichen Grundlagen zur Verfügung zu stellen, die zur Beurteilung der Kernfrage erforderlich seien, ob nämlich das deutsch=österreichische Abkommen im Widerspruch zu den Bedingungen stehe, unter denen seinerzeit die Mächte ihre Zustimmung zu der österreichischen Anleihe gaben. Es ist bemerkenswert, daß die deutsche Oeffentlichkeit aus römischen Quellen von einem derartigen recht seltsamen Plan Kenntnis erhalten muß. Sinngemäß bezweckt er offenbar ein Gutachten jenes Ausschusses, der ja in Wahrheit nicht mehr besteht und der von denjenigen Mächten neu zu bestellen wäre, die Oesterreich im A A Neute Fa. Jahre 1922 die Völkerbundsanleihe gewährt haben. In diesem Ausschuß sind die an der Zollunion hauptbeteiligten Länder, nämlich Deutschland und Oesterreich, selbstverständlich nicht vertreten. Das Gutachten könnte also einen Anspruch aruf Objektivität nicht erheben. Im übrigen dürfte es keiinem Zweifel unterliegen, daß weder die deutsche noch auch die für die Beurteilung dieser Rechtsfrage am meistem beteiligte österreichische Regierung in der Lage wäre, sein derartiges Gutachten in irgendeiner Weise anzuerkeninen. Die rechtliche Möglichkeit der Wiedereinsetzung dess genannten Kontrollausschusses ist nur für den Fall geggeben, daß entweder die österreichischen Pfänder für den Anleihedienst nicht mehr genügen(was ausgeschlossen ist)) oder das Gleichgewicht des österreichischen Haushaltes ernstlich gefährdet ist. Beide Vorbedingungen treffen nlicht zu. Dagegen gehört eine historische, wirtschaftliche odder juristische Gutachtertätigkeit nicht zu den Aufgaben jeenes Ausschusses. Dafür sind vielmehr andere internaticonale Instanzen da, an die sich Frankreich oder die Tschechoslowakei wenden können, wenn sie das Bedürfniis dazu haben. Die englische Regierung ist bereits diesent rechtlich einwandfreien Weg gegangen, indem sie die Firage vor den Völkerbundsrat brachte. Diesen rechtlich eeinwandfreien Gesichtspunkt werden sich auch andere Mächhte angelegen sein lassen, die im Völkerbundsrat vertretten sind. Man darf deshalb erwarten, daß auch die itcalienische Regierung aus ihrer bisher beobachteten Neeutralität gegenüber der Frage der deutsch=österreichiischen Zollunion nicht heraustritt. An die Ande hangigten=Ralalomen! Eine Aufsehen erregende Erklärung des Katalanenführers Macia. — Berlin, 29. April. Der Führer der katalonischen Unabhängigkeitsbewegung, Oberst Macia, gab, nach einer Meldung Berliner Blätter aus Barcelona, folgende Erklärung ab, die großes Aufsehen erregt hat: „Spanien muß sich mit allen Kräften bemühen, das Problem der katalonischen Unabhängigkeit zu lösen. Wenn man unseren Forderungen nicht nachkommt, wird sich das Problem derartig verdichten, daß keine Hoffnung mehr besteht, es auf friedliche Weise zu lösen. Wir sind jetzt verpflichtet worden, in der katalonischen Frage die Entscheidung der verfassunggebenden Cortes abzuwarten, aber die Cortes werden die Streitfragen nicht beilegen können, wenn sie nicht Katalonien die völlige Freiheit innerhalb der spanischen Föderation gewähren.“ * Große Manöver an der Mittelmeerküste. * Wie„Echo de Paris" berichtet, werden an den bevorstehenden französischen Manövern an der Mittelmeerküste mehr als hundert Kampfflugzeuge aus den ostfranzösischen Garnisonen teilnehmen. General Berenguer — Madrid, 29. April. Der ehemalige spanische Ministerpräsident General Berenguer ist erneut verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden. Seine Verhaftung soll im Zusammenhang mit der angeblich von ihm ausdrücklich angeordneten Erschießung zweier aufständischer Offiziere im vorigen Jahre stehen. Der Generalstaatsanwalt hat auch eine Untersuchung gegen General Fernandez Hereedia eingeleitet, der unter der fruheren Regierung Generalkapitän von Aragonien war. Der Straßburger„Spionagefall“ Der Hauptverdächtigte wieder auf freiem Fuß. — Paris, 28. April. Das Kartenhaus der angeblichen Straßburger Spzionageangelegenheit beginnt in sich zusammenzubrechem. Der Untersuchungsrichter hat sich bereits gezwungeni gesehen, den Hauptverdächtigten Krieger freizulassen. Der Verdacht, daß Krieger zahlreiche Pläne über Befeestigungsarbeiten, die in seiner Wohnung gefunden wordem waren, an die„Spionagezentrale“ in Stuttgart auslieffern wollte, hat sich als unbegründet erwiesen. Krieger erklärte bei seiner Vernehmung, daß er von seinem Vorcgesetzten, dem Geniehauptmann Graffe, die Erlaubnis errhalten habe, zu Hause zu arbeiten. Der als Zeuge vernoommene Offizier bestätigte diese Angabe Kriegers und eirklärte, daß die aufgefundenen Pläne ganz unwichtig sseien und von jedermann beschafft werden könnten. Es wird erwcartet, daß auch die übrigen Verhafteten bald auf freien(Fuß gesetzt werden. Interessant ist, daß einer der bei Kwieger gefundenen Pläne einen Panzerturm behandelt, der ein System Krupp ist. ** * Somit bricht, rascher als gedacht, der Straßburger Spionagefall zussammen, der von vornherein als ein plumper französiischer Gegenzug gegen die Königsberger Spionageaffäre bbetrachtet wurde. Großfeuer im Sacharin=Werk. Durch eine Explosionskatastrophe ausgelöst.— Werksangehörige getötet. — Magdeburg, 29. April. In der Sacharin=Akt.=Ges. vorm. Fahlberg, List n. Co. in Magdeburg=Südost, ereignete sich eine Explosion, die ein verheerendes Großfeuer auslöste. Sämtliche Löschzüge mußten eingesetzt werden. Sieben Arbeiterinnen und ein Arbeiter fielen der Explosion zum Opfer und waren sofort tot. Fünf weitere Personen, darunter der Meister der Abteilung, in der sich die Explosion ereignete, wurden verletzt; zwei vavon schwer. Abgesehen von diesen Verlusten ist auch der Sachschaden bedeutend. Wie weiter mitgeteilt wird, ereignete sich die Explosion in einer Abteilung, in der Giftpatronen für die Vertilgung von Feldmäusen hergestellt werden. Man nimmt an, daß bei der Herstellung dieser Patconen die Chemikalien sich irgendwie entzündet haben; ein amtlicher Bericht über die Ursache der Katastrophe sicht jedoch noch aus. Die Gewalt der von hohen Stichflammen begleiteten Explosion war derart, daß die Erschütterung weithin vernommen wurde. Von dem dbeistöckigen Fabrikgebäude wurde das ganze Dach abbeoeckt. Ebenso wurden auch die Wände und Decken größtenteils zerstört. Nach der Katastrophe spielten sich auf dem FabrikKrundstück furchtbare Szenen ab. So liefen Mädchen, deren Kleider durch die Stichflammen in Brand geraten waren, der Explosion weitere Gefahr durch ein großes Lager von Schwefelsäutre, das in einem Nachbargebäude untergebracht ist, zu befürchten war. * Die von ddem Unglück betroffene Fabrik ist die älteste Sacharinffabrik Deutschlands. Ihre Umwandlung in eine Akttiengesellschaft erfolgte im Jahre 1902. Im einzelnen bbefaßt sich das Unternehmen mit der Herstellung von chemisch=technischen Produkten, Säuren, Eisenfarben, Düingemitteln und pharmazeutischen Präparaten. Die Heerstellung der Giftpatronen spielt sich so ab, daß die verschiedenen chemischen Bestandteile der Patromen in einer großen Mischtrommel gemischt werden.(Es ist möglich, daß sich durch die Umdrehung der Trcommel und die Hitze die Chemikalien entzündet habeni und dann ein Explosivgemisch die Trommel auseintanderfliegen ließ. Erdbeeben im Kaukasus. Bisher 10 Tote. — Moskau üiber Kowno, 29. April. Nach einer amtlichen Meldung arus Nachitschewan(Armenien) wurde die Stadt von einenn starken Erdbeben heimgesucht, durch das zahlreiche Hääuser zerstört wurden. Nach vorläufigen Feststellungen wiurden 10 Personen getötet. Auch in Tiflis, das 200 Kdilometer entfernt liegt, wurden stärkere Erdstöße verspürrt. :: Begebunig von 150 Millionen Mark Schatz= anweisungen derr Reichspost. Ein unter Leitung der Reichsbank steheindes Konsortium wird demnächst 150 Millionen 6prozzentige Schatzanweisungen der Deutschen Reichspost,, fällig 1. Oktober 1933, zum Kurse von 96 Prozentt zur Zeichnung auflegen. 100 Millionen davon ditenen zur Einlösung fällig werdender alter Schatzanweiisungen, der Rest ist zum Ausbau der Anlagen bestimnnt. Endkampf im Kabinett. Die umstrittenen Zollfragen. Das Reichskabinett unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und in Anwesenheit des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther, nahm den Bericht über die Ergebnisse der gestrigen Verhandlungen zwischen den beteiligten Ministerien entgegen; dann wurde die gesamte agrarpolitische Lage durchberaten. Die Entscheidung des Kabinetts steht unmittelbar bevor. Aus dem Landtag. Der Zeitpunkt der Stellungnahme zu der Frage der Auflösung noch ungewiß. — Berlin, den 28. April 1931. Der ersten Sitzung des Preußischen Landtags nach der mehrwöchigen Österpause ging eine Tagung des Aeltestenrats vorauf, in der über den Arbeitsplan Beschluß gefaßt wurde. Danach soll der neue Staatshaushaltsplan bis zum 13. Mai in dritter Lesung verabschiedet werden. Das preußische Polizeiverwaltungsgesetz soll am 11. Mai verabschiedet werden. Die Beratung des Staatsvertrags mit den evangelischen Landeskirchen will der Landtag nach der Pfingstpause beginnen. Wann die Frage der Auflösung des Preußischen Landtags erneut zur Entscheidung gestellt werden wird, ist zunächst noch ungewiß. Reformvorschläge der Gemeinden Tagung des Deutschen Landgemeindetags.— Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs zur Neuordnung der Arbeitslosenversicherung. — Baden=Baden, 29. April. Der Gesamtvorstand des Deutschen Landgemeindetags befaßte sich in Baden=Baden mit der Finanzlage der Gemeinden und erörterte dabei in der Hauptsache die Rückwirkungen der Arbeitslosigkeit auf die Landgemeinden. Nach längerer Beratung und Ausführungen des Bürgermeisters Lange=Weißwasser, des Landrats a. D. Dr. Gereke und des Ministerialrats z. D. Schellen wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Nach der amtlichen Statistik hat sich die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen in den Landgemeinden seit dem 31. August 1930 mehr als verdoppelt. Angesichts der geringen Steuerkraft und der ohnehin besonders großen Finanznot der überwiegenden Zahl der Landgemeinden sind die von Woche zu Woche gestiegenen Ausgaben für die Krisenfürsorge und die Wohlfahrtserwerbslosen nicht mehr tragbar. Eine Aenderung des völlig unhaltbar gewordenen Zustandes kann nur dadurch herbeigeführt werden, daß mit der größten Beschleunigung eine Reform der Arbeitslosenversicherung, der Krisenunterstützung und der Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge vorgenommen wird. Besonders vordringlich erscheint die Schaffung einer Reichsarbeitslosenfürsorge, in der die bisherige Krisen= und Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge zusammengefaßt werden. An den Kosten einer derartigen Reichsarbeitslosenfürsorge sind das Reich mit mindestens 30 Prozent, die Länder mit mindestens 35 Prozent und die Gemeinden mit höchstens 15 Prozent zu beteiligen. Aus dem Lager der N. S. D. A. P. Goebbels wieder freigelassen. — Berlin, 29. April. Der Gauleiter der nationalsozialistischen Partei in Berlin, Dr. Goebbels, der in München verhaftet und in Berlin zum Termin vorgeführt wurde, nachdem er den verschiedenen Vorladungen nicht gefolgt war, ist wieder freigelassen worden. Dr. Goebbels weigerte sich, sich zu den acht Fällen von Beleidigung, die gegen ihn anstehen, zu äußern. Sein Verteidiger stellte Beweisanträge. Das Gericht beschloß, diesen Anträgen stattzugeben. Die Verhandlung wurde vertagt und Dr. Goebbels vom ferneren Erscheinen zu diesem Prozeß entbunden. * :: Keine Ernennung Straßers zum norddeutschen Leiter. Die Meldung Berliner Blätter, wonach Gregor Straßer zum norddeutschen Leiter der nationalsozialistischen Organisationen ernannt worden ist, wird von nationalsozialistischer Seite dementiert. Konsul Fauget überstürzt abgereist. Der französische Konsul in Königsberg, Pierre Fauget, der an dem Zwischenfall in der Artilleriekaserne beteiligt war, ist, einer Blättermeldung zufolge, überstürzt von Königsberg abgereist, da er zur sofortigen Berichterstattung nach Paris berufen worden ist, Bericht Brünings an die Fraktion. Sitzung des Vorstandes der Zentrumsfraktion. Der Vorstand der Reichstagsfraktion des Zentrums hielt eine Sitzung ab, an der auch Reichskanzler Dr. Brüning sowie die Kabinettsmitglieder des Zentrums teilnahmen. Der Reichskanzler gab dem Vorstande einen Ueberblick über die politische Lage. In der nachfolgenden Aussprache wurde bedauert, daß die Ausführungsbestimmungen zum Osthilfegesetz noch nicht erlassen seien. Die schwebenden agrarpolitischen Fragen waren Gegenstand sachlicher Erörterung. Der im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion stehende Vorvertrag mit Oesterreich wurde als im Interesse einer gesunden europäischen Entwicklung liegend gebilligt. In allen berührten Fragen herrschte nach der parteiamtlichen Mitteilung völlige Uebereinstimmung mit der Haltung des Reichskanzlers. — Aus Anlaß des Stapellaufs des Panzerkreuzers# findet in Kiel vor dem Reichspräsidenten eine große Flottenvarade statt. Aufhebung des Uniformverbots in Baden. — Kartsruhe, 29. April. Nach einer amtlichen Bekanntmachung ist das allgemeine Verbot des Tragens der Parteiuniformen und Bundestrachten bei öffentlichen Versammlungen und Umzügen aufgehoben worden. Württembergische Bibelschule Stuttgart=Cannstatt. Mitten in den Wirren der Geschichte Israels riefen die Propheten Gottes Prophetenschulen ins Leben. Diese waren Feuerherde der Erkenntnis Gottes in den Zeiten des Niedergangs. Wer kann sagen, wieviel Segnungen von hier aus ins Volk Israel geflossen sind? Auch unser Volk steht heute in solchen Zeiten des Niedergangs und des Zerfalls. Immer breiter wird die Front der Gottlosigkeit. Jetzt gilt es wie nie zuvor, Rettungsmannschaften aufzubieten, um zu retten, was noch zu retten ist. An diesem Rettungsdienst darf sich die Württ. Bibelschule beteiligen. Auch im letzten Jahreskursus(Oberund Unterkursus) wurden durchschnittlich 30 Töchter in die Schrift eingeführt und in einschlägigen Lehrfächern unterwiesen. Sie werden das Empfangene in Heimatund Missionsdienst, so hoffen wir, zum Segen vieler weitergeben dürfen. Bei der Zurüstung der Töchter halfen wie bisher bewährte Männer der Kirche und Schule hingebend mit. Im Oktober dieses Jahres beginnt der neue Unterkursus, der bis Mitte Juni dauert. Prospekte stehen zur Verfügung. Alle Anfragen sind zu richten an die Leitung der Schule. Kirche, Schule, Mission. Goldenes Jubiläum des Glockenspielers von Mecheln. Der bekannte Glockenspieler von Mecheln konnte Ostern 1931 sein 50=jähriges Berufsjubiläum feiern. Als sein Vater, der selbst mehr als 37 Jahre die Glockenspiele auf dem St. Rombouts in Mecheln und dem St. Jaak in Brüssel bediente, erblindete, mußte der junge Jef Denijn, der sich durch Studium zum Ingenieur ausbilden wollte, den Posten seines Vaters übernehmen. Da er sich jedoch mit voller Liebe dem neuen Berufe zuwandte und seine Künstlerglut sich mit dem Mechanismus verband, wurde er ein Großmeister der Glockenspieler. Seinem Geiste gelang es, ein System zu erfinden, um aus den Glocken Kraft und Milde, mehr Leben, Elastizität und wundervolle Töne herauszuholen und schnelle Notenfolgen in großer Vollkommenheit wiederzugeben. Der Bau des Glockenspieles von Mecheln mit seinen 45 Glocken im Gesamtgewicht von 36 000 Kilogramm, welches zu den besten in Flandern, ja, vielleicht der ganzen Welt gehört, war sein Werk. Mit tiefer Andacht lauscht man nach den singenden Türmen, um zu begreifen, welch machtvoller Strom von dem St. Rombouts ausgegangen ist. Lokal= und Provinzialnachrichten. Bielefeld. Sonntags=Sonderzug nach Kasselgu, helmshöhe. Wie in den vorigen Jahren, so Reichsbahn auch in diesem Sommer wieder eine Auzag Verwaltungssonderzüge verkehren lassen. Vom 1 m. ab erhalten die Fahrtteilnehmer für diese Sonderzig 50 Prozent Fahrpreisermäßigung. Der erste Sondern soll am 10. Mai nach Kassel=Wilhelmshöhe fahren, Eri, Ausgangsstationen sind Minden, Dissen=Bad Rothenfelz, Bielefeld. Fast sämtliche Stationen von Minden bis Da mold, von Dissen bis Bielefeld und von Bieleseld biLage sind Einsteigestationen. Nach den uns zugegang, nen Mitteilungen ist die Fahrt vorzüglich vorbereite Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Nummer Anzeigen aus Bethel. Einfach möbliertes Zimmer zu vermieten. eweg 10. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitih: a. Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschritten für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Gel, sendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“, Chris, liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919. Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. Heute mittag 1¼ Uhr durfte unsere liebe, teure Mutter, Frau Witwe Friederike Riedewald geb. Heitmann nach langem Teiden im 92. Tebensjahre heimgehen. Tiefbetrübt zeigen dies an Emilie Riedewald Marie Riedewald Bethel, den 28. April 1931. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 1. 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