skaife, die Lage vir Zollschranken der industriellen me erfordere sämtlicher euro. vier Großmächte dts Solides vollte außerdem vor. chetest chaftlichen Ueber. d deren den Bautriellen Nationen von Maßnahmen, den Absatz ihrer staaten müsse man ung des Getreideja zu einer Stärten führen würde, der würden profimisse in größeren r bente man auch der Meistbegünsttür Getreide nicht völlig freie Konaten Mittel= und kosa. und Feuerstämmen und Mitn Taip: auf Foreinem Konzentraschwere Unruhen wurden 184 Mitmmen enthauptet, den vermißt, drei 80 Gehöfte wuratagung. wjetregierung hat des mitteilen lasbei der am 15. Session der Euroissen. Das Schreition lediglich zu igesordnung zugeMemelgebiet. „Memeler Dampfutschen in Kowno ingsweise die Ar so daß auch ihnen gingen weiterhin Ostfriesl..—; V. S. in=K. 10.— . G. in D..—; 6. Pf. A. in=A..—; F. O. in H..— S. in 3. b. Z..— A. W. in H..— i aufs Beste . Bodelschwingh. r 1904. PostscheckBezugspreis: 3h Bestellgedühr beim eigenen Postamt bestellt.— Füre Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Cbristliches mit den Beilagen„Für Herz und und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Jannover 67377. Nr. 98. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Mittwoch, den 29. April 1931. 13. Jahrgang. Das sei dir unverloren: Fest, tapfer alle Zeit Verdien' dir deine Sporen Im Dienst der Menschlichkeit! Rundum der Kampf aufs Messer— Lern du zu jeder Frist, Daß Wunden heilen besser Als Wunden schlagen ist. Ferd. Freiligrath. iiisisiiiiia Pan=Europa. Ein Für und Wider. Paneuropa— der Traum der Menschheitsbeglücker, die dem Ziele nachjagen, die Erde so umzugestalten, daß sie zum Paradies wird. Paneuropa— die Idee der Himmelsstürmer, die mit einem Paneuropa den Grundstein zu einem„Turmbau zu Babel“ legen möchten, um den sich alle Völker und Nationen sammeln, die Schöpfungsgedanken und metaphysische Gesetze ablehnen und verneinen und die Menschheit durch sich selber erlösen wollen. Paneuropa— das Ziel kühler und nüchterner Zweckmäßigkeitsmenschen, die durch einfache Addition der Produktions= und Konsumtionsziffern das Problem der europäischen Wirtschaftsnot glauben beseitigen zu können und das Wesentliche dabei übersehen, daß die unwägbaren und börsenmäßig nicht kurswertigen Kräfte des Volkstums letzten Endes die Geschichte gestalten. Um Briand und Stresemann gruppieren sich jene Idealisten wie jene Materialisten und der PaneuropaGedanke war es, der die deutsche Sozialdemokratie zur Gefolgschaftstreue gegenüber der Außenpolitik des Volksparteilers zwang. Ich will im nachstehenden einen bescheidenen Versuch machen, das„Für" und das„Wider" abzuwägen. Ein Thema, über das von gescheiten, studierten Männern so viel geredet und geschrieben wurde, kann naturgemäß nicht in einem Zeitungsartikel erschöpft werden. Wir müssen uns zunächst einmal die Entwicklung der Dinge klar machen, bevor wir an das eigentliche Thema herangehen: Beginnen wir mit Amerika, denn im amerikanischen Dollarimperialismus liegt die Schlüsselstellung. Die Vereinigten Staaten, in der überaus glücklichen Lage, über geschlossene Wirtschaftsräume zu verfügen, haben in Jahren des Friedens ihre kontinentale Machtbildung vollendet. Sie wurden in einer sehr kurzen Zeitspanne mit Hilfe einer hochentwickelten Technik zum Beherrscher ihres Raumes. Und, während sie noch jährlich viele tausend Einwanderer aufnehmen, deren Bedürfnisse zu befriedigen an sich schon eine Aufgabe ist, greifen sie über die politischen Grenzen ihres Raumes hinaus. Britisch=Nordamerika, die mittelamerikanischen Staaten mit Mexiko und Südamerika sind Ziele der Expansion. Kapital wird dort importiert, investiert, es schafft Neuanlagen, Produktions=, Handels= und Zinsgewinne fließen in das Ursprungsland zurück, um von neuem Anlage zu suchen. Nicht immer ist die Durchdringung friedlich. Man erinnere sich an das Vorgehen in Haiti, an die Intriguen in Habanna und Nicaragua. Zwei Friedensjahre mit ins Ungemessene gesteigerten Heereslieferungen, während die übrige Welt auf den Kriegsschauplätzen Europas sich zerfleischte, zwei Kriegsjahre, in denen Amerika weit vom Schuß saß und die ihm erlaubten, seine Expansionspolitik mit Hilfe des Dollarstromes nach den Ententeländern fortzusetzen, sicherten Amerika den stärksten Einfluß auf Europa, den der sogenannte Friedensvertrag abrundete. Einige Zahlen dieses Dollarimperialismus: Es schulden: Europa an USA. 15 Milliarden Mark; Asien 4,2 Milliarden; Kanada 12,5 Milliarden; Zentralamerika 6,7 Milllarden; Südamerika 11,5 Milliarden; Australien ½ Milliarde. Die Kriegskredite an die Entente sind nicht mit eingerechnet. Mit amerikanischem Gelde wird die zerstörte Wirtschaft wieder aufgebaut, während die Wähkung gefestigt ist.(Die Dawesanleihe schuf in Deutschland eine an den Dollar gekettete Währung). Und es war noch immer so, daß der Schuldner in jeder Beziehung abhängig ist vom Gläubiger. Es hat in Deutschland Zeiten gegeben, da es als der Veisheit höchster Schluß galt, zu bedauern, daß nicht Leutschland Anleihen von Amerika aufgenommen habe, dann wäre der Krieg bestimmt anders ausgegangen. Aus volitischer Knechtschaft gibt es einen Ausweg. Und es ist ehrenhaft, die Freiheit aus solcher anzustreben. Aus kommerziellen Verpflichtungen löst nur die Tilgung der Schuld mit Zins und Zinseszins bis zum letzten roten Deller und eine gewaltsame Lösung aus solchen Verpflichengen ist mit dem Makel der Unehrlichkeit behaftet, obwohl es eine bestimmte Lagerung des Falles geben kann, in der man sich zur Rettung eines Volkes aus langer Versklavung und Frohnarbeit nur durch Aufladung dieses Makels befreien kann und befreien muß.Amerika als in sich geschlossenes Wirtschaftsgebiet ist unabhängig von der Rohstoffzufuhr. Seinen Bedarf an Agrargütern befriedigt es aus Eigenem. Es ist in der glücklichen Lage, gegen alle anderen Staaten eine Schutzzollpolitik durchführen zu können, die dem Schutze seiner eigenen Industrie entspricht, ohne genötigt zu sein, um jeden Preis Konzessionen zu machen. Auf den Kalkulationsfehler des Dollarimperialismus, dessen Folge 8 Millionen Arbeitsloser in den USA. sind, kommen wir noch zurück. Es ist die Frage der Konsumkraft der Schuldnerstaaten. Die Stoßrichtung der amerikanischen Expansion ist zunächst naturgemäß Europa, da in dessen Gebieten die Höchstsumme invenstiert ist. Das Bestreben des Dollarimperialismus, Europa in amerikanische Wirtschaftsprovinzen umzuwandeln, zeigt sich in Deutschland, dessen Zusammenbruch und politische Fesselung den am besten geeigneten Boden bot. Erinnern wir uns doch des zielbewußten Vorgehens Amerikas. Anleihen, die dem Reiche und Ländern wie auch Kommunen gegeben wurden, sicherten den nötigen Einfluß und die Abhängigkeit des ganzen Staatsgefüges vom Dollarimperialismus. Es mag doch niemand mehr bestreiten, daß selbst die angeblich kapitalistenfeindliche deutsche Sozialdemokratie noch in der Lage wäre, gegen diesen Einfluß zu regieren. Das wäre nur möglich Seite an Seite mit Rußland oder Seite an Seite mit den Nationalisten. Merkwürdig genug, daß die deutsche Sozialdemokratie erbitterte Feindin beider Richtungen ist. Sie dokumentiert damit eindeutig, daß sie auf Befreiung der deutschen Arbeiterklasse wie auf Befreiung des deutschen Volkes aus den Klauen des Dollarimperialismus verzichtet hat und sich daran genügen läßt, Machtpositionen zu halten. Gegen das Interesse der von ihr vertretenen Arbeiterschaft. Da, wo Monopolwerke in Deutschland bestanden, deren Produkte durch amerikanische Konkurrenz nicht vom Markte zu vertreiben waren, verschaffte sich Amerika die Aktienmehrheit oder wenigstens einen starken Einfluß. Da, wo es zweckmäßig im Interesse amerikanischer Produktions= und Handelsinteressen war, wurde die Erwerbung der Besitzrechte dazu benutzt, um Werke stillzulegen. Die Arbeitslosen, die Opfer dieses Imperialismus, ernährte ja nicht Amerika, sondern—— Deutschland selbst. Da, wo es möglich war, in Deutschland bessere Produktionsbedingungen auszunutzen— sei es durch Lohndruck, sei es auf andere Weise— wurden die deutschen Unternehmungen gepflegt. Die Gefahren, die sich hier für die deutsche Arbeiterschaft ergeben, wären des Kampfes der deutschen Gewerkschaften wert gewesen. Die deutschen Gewerkschaften haben hier vollkommen versagt. Ihre Stoßrichtung ging. nach alten, aber darum nicht immer bewährten Grundsätzen gegen die bedenständige deutsche Industrie, gegen den„Kapitalismus im eigenen Lande“, gegen den „Feind rechts“, der etwas von diesen Gefahren instinktmäßig erfaßt hatte. Es wäre an der Zeit, daß die sozialistischen Minister, anstatt immer noch die alte Walze vom„fluchbeladenen System“(heute, nach 10 Jahren) zu drehen, endlich einmal die Massen zu einer anderen, den zwischenzeitlichen Ereignissen angepaßten Frontstellung nötigten. Die Welt ist nämlich am 8. November 1918 nicht stehen geblieben. Und die Erfüllung der Republik mit sozialem Inhalt als Aufgabe der Sozialdemokratie findet ihre Grenzen am— in dieser oder jener Form verherrlichten— Dollarkapitalismus. Auslandsanleihen sind ein notwendiges Uebel, nicht aber ein erstrebenswertes Ziel. Wer das Ausbleiben des Dollarstromes nach den Wahlen vom 14. September als Unglück ansieht, verherrlicht den Dollarimperialismus. Und das sollte am wenigsten von einer SPD erwartet werden dürfen, deren Programm auf seine Bekämpfung eingestellt ist. Die Gefahr des Dollarimperialismus ist in Europa erkannt. Deutschland allein macht eine Ausnahme. Das bewegliche und bei allem„Esprit“ doch kaltblütig seinen Vorteil errechnende Frankreich sieht seinen Weizen blühn. Europa seufzt unter dem Dollarkapitalismus. Frankreich hat die kleineren Nationen Europas, insbesondere die, denen es mit dem Friedensvertrag von Versailles zur nationalen Selbständigkeit verhalf, am Gängelband. Nichts liegt seiner Wesensgesetzlichkeit näher, als die Ausübung der Hegemonie in Europa. Die Vereinigten Staaten von Europa unter Führung Frankreichs. Als Gegenpol gegen die Vereinigten Staaten von Amerika. Welch ein großes und einen Franzosen bereicherndes Ziel. Nach Paris fließt der Goldstrom deutscher Tributzahlungen. Es staut sich in den Kellern der Banken, sucht Anlage. Und findet sie zunächst bei der Rüstungsindustrie des eigenen Landes und der Vasallenstaaten. Deutschland, das auch nach 1918 in der Außenpolitik den englischen Händlergeist vermissen läßt, braucht man— das weiß Frankreich— nur bei seinen Idealen zu packen, um es der Idee eines Paneuropa dienstbar zu machen. In Paris weiß man die Saiten zu stimmen. Man kennt dort die Psyche des Michels. Andere Staaten würden sich schon die Annäherung an einen paneuropäischen Gedanken abkaufen lassen. Deutschland, das Land des Idealismus, trotz weit fortgeschrittener Amerikanisierung, zahlt noch ein Draufgeld in Form von Verzichten, damit es mittun darf. Obwohl Deutschland die Schlüsselstellung zu einem Paneuropa hat. Obwohl ein Paneuropa ohne Deutschland unmöglich wäre. Denn Deutschlands Mittellage, die es zur Brücke zwischen Ost und West bestimmt, ist Schlüsselstellung. Von 144 Millionen Einwohnern Mitteleuropas hat Deutschland mit Oesterreich etwa die Hälfte. Seine wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber den übrigen mitteleuropäischen Staaten gibt ihm das Recht, der Mittelpunkt eines Paneuropas zu sein. Und dieses Recht der „Erstgeburt“ verkauft es um ein Linsengericht. Um eine schönen Traumes vom„Völkerfrieden“ willen, dessen Kosten es zu tragen hat. Briand war es, der das Ziel Frankreichs aussprach, das es mit einem Paneuropa verknüpft: Unterordnung der Wirtschaftsprobleme unter die politischen. Die Vorherrschaft der politischen Probleme ist an Machtbesitz geknüpft und die Macht hat in Europa, sehen wir von Rußland ab, das nur halb zu Europa zu rechnen ist, Frankreich. Schluß folgt. Der Deutsche und seine öffentliche Tätigkeit. Als der Krieg 1918 das unglückliche Ende nahm, unter dem wir wirtschaftlich und politisch leiden, wurden auch für die Arbeitgeber= und Arbeitnehmerorganisationen neue Formen in Gestalt festeren Zusammenschlusses geschaffen. Im christlich=nationalen Arbeitnehmerlager konnten sich in den Wirren der damaligen Zeit die einzelnen Verbandsgruppen nicht genügend zur Geltung bringen und sich allein gegenüber dem sozialistischen Terror jener Zeit nicht mehr behaupten. Man suchte deshalb schon gleich nach der Revolution eine Zusammensassung aller nichtsozialistischen Verbände herbeizuführen, die den Namen„Deutsch=demokratischer Gewerkschaftsbund“ erhielt, dessen Vorsitzender Adam Stegerwald wurde. Wenngleich der Deutsch=demokratische Gewerkschaftsbund durch sein zielbewußtes Vorgehen gegen die wilde Betriebs= und Arbeiterräteherrschaft sich einige Verdienste erworben hat, so war auf die Dauer ein Zusammenarbeiten dieser zum Teil weltanschaulich getrennten Gruppen nicht möglich. Schon nach einem Jahr schieden die freiheitlich=nationalen„Hirsch=Dunkerschen Gewerkschaften“ und die zu ihnen gehörenden Angestellttenorganisationen aus. Die verbleibenden Verbände, die sich in grundsätzlichen und in den Fragen der Weltanschauung näher standen, wurden nunmehr im„Deutschen Gewerkschaftsbund“ straff zusammengefaßt. Mitglieder wurden die drei Spitzenorganisationen: 1. Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands; 2. Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften. 3. Gesamtverband deutscher Verkehrs= und Staatsbediensteter. 6 17 Aut76. Der Spitzenverband Nr. 1 zahlt 17 untervervände, Nr. 2 umfaßt 14 Angestelltenverbände, während dem Gesamtverband Nr. 3 12 Verbände angehören. Sämtliche dem Deutschen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Verbände haben heute eine Mitgliederzahl von 1 350 200. Damit ist der..B. ein Machtfaktor geworden, mit dem gerechnet werden muß. Die Aufgaben des..B. dürfen als bekannt vorausgesetzt werden. Die Durchführung dieser Aufgaben wird in folgenden Ausschüssen vorbereitet: 1. Sozialpolitischer Ausschuß; Vorsitzender Bernhard Otte. 2. Finanzpolitischer Ausschuß; Vorsitzender Heinrich Kreil. 3. Ausschuß für Verkehrswesen; Vorsitzender Oskar Rümmele. 4. Ausschuß für Wohnungswesen; Vorsitzender Peter Tremmel. 5. Volkswirtschaftlicher Ausschuß; Vorsitzender Fritz Baltrusch. 6. Tarif= und Lohnausschuß; Vorsitzender Bernhard Otte. 7. Ausschuß für Bergbau= und Knappschaftsfragen; Vorsitzender Johann Eudenbach. In diesen Ausschüssen wird wertvolle Arbeit geleistet, indem rechtzeitig zu allen schwebenden Fragen Stellung genommen und vorbereitende Arbeit geleistet wird. Besonders werden Gesetzesvorlagen bearbeitet, Abänderungsvorschläge beraten und diese den zuständigen Ressortministerien und den dem Parlament angehörenden Mitgliedern des..B. unterbreitet. Insbesondere hat der ..B. außer auf dem Gebiet der Lohnfrage auf die Gestaltung des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung großen Einfluß ausgeübt. Der Ausbau der Angestelltenversicherung und die verhältnismäßig gute finanzielle Fundierung ist hauptsächlich das Verdienst des dem ..B. angeschlossenen Gesamtverbandes der deutschen Angestelltengewerkschaften, der unter Führung von Bechly und Georg Brost, allen Agitationsversuchen zum Trotz, jeder Gefahr mutig entgegentrat und erreichte, daß die gesunde Grundlage der Angestelltenversicherung nicht angetastet wurde. Wenn heute diese Altersversorgung der Angestellten, wenigstens auf fünf Jahrzehnte hinaus, nicht in Gefahr steht, einen Zusammenbruch befürchten zu müssen, dann verdanken wir dies insbesondere den Führern dieses Gesamtverbandes, kurz„Gedag" genannt. Gewiß war es populär, aus Gründen der Agitation im Reichstag Anträge über Anträge auf Leistungserhöhung zu stellen und damit draußen auf die Angestellten zum Zwecke des Mitgliederfanges einzuwirken; daß die Führer des„Gedag“ solchen Versuchungen nicht erlegen sind, wird ihnen hoffentlich später einmal von der Mehrzahl der deutschen Angestelltenschaft gedankt werden. Ganz besonders hat der..B. in der Nachkriegszeit es verstanden, in den Parlamenten und sonstigen Körverschaften sich eine beachtenswerte Vertretung zu sichern. Wir dürfen annehmen, daß darin auch zum guten Teil das Geheimnis seiner Erfolge zu erblicken ist. Es gibt natürlich Kreise, denen das Vordringen der Gewerkschaften, insbesondere im Reichstag, nicht sehr sympathisch ist. Aber wir möchten meinen, daß in einer Zeit, wo das Wort des Reichsfinanzministers Dr. Dietrich vom„Interessenhaufen“ nicht ganz unberechtigt erscheint, es der Arbeitnehmerschaft nicht verdacht werden kann, die Wahrnehmung der eigenen Standesinteressen selbst in die Hand zu nehmen, dies um so mehr, da in manchen Parteien das Verständnis für die Lebensfragen der Arbeitnehmer nicht gerade gewachsen ist. Dieses Streben des..B. hat denn auch den gewünschten Erfolg gehabt. Während vor dem Kriege nur 5 Mitglieder des D..B dem Reichstag angehörten, sind es nach einer Mitteilung des Nachrichtenblattes des..B. heute 31. Dem Preußischen Landtag gehören ebenfalls 31 christlich=nationale Arbeitnehmervertreter an. Im Reichstag sind diese Vertreter, von der Staatspartei“ und„Landvolkpartei“ abgesehen, auf alle bürgerlichen Fraktionen verteilt. Die Deutschnationale Fraktion hat nach der vor 1½ Jahren erfolgten Sezession nur noch den christlichen Gewerkschaftler Dr. Koch aufzuweisen; die übrigen Arbeitnehmer dieser Fraktion gehören der wirtschaftsfriedlichen Richtung an. Eine schöne Querverbindung besitzt im Reichstag der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband, der in fünf Parteien durch hervorragende Mitglieder vertreten ist. Eine solche Querverbindung wird gewiß sehr zweckmäßig sein, kann sich jedoch bei den scharfen Gegensätzen zwischen Regierungs= und Oppositionsparteien vielleicht auch einmal unangenehm auswirken. Doch sind in diesem Falle Komplikationen kaum zu befürchten, da über Parteigegensätze hinweg der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband das schützende und alle Schwierigkeiten beseitigende Dach ist, auf dessen Stärke alle Mitglieder stolz und bereit sind, ihm ihren Willen unterzuordnen. Aus den Reihen des..B. sind, als Auswirkung des parlamentarischen Systems, mehrere Minister hervorgegangen, früher der Reichspostminister Johann Giesbert und zur Zeit der Reichskanzler Dr. Heinrich Brüning, welcher fast 10 Jahre Hauptgeschäftsführer des..B. war, ferner der Reichsarbeitsminister Adam Stegerwald und der preußische Wohlfahrtsminister Heinrich Hirtsiefer; allen obliegt die Aufgabe, in Deutschlands schwerster Zeit die Geschicke des Staates und Volkes mit meistern zu helfen. Es muß verstanden werden, daß diese ehemaligen Führer des..B. als Staatsmänner nicht immer die Grundsätze befolgen können, die früher von ihnen gelehrt worden sind. Die wirtschaftlichen Nöte unserer Zeit erfordern oftmals andere Maßnahmen, als man sie vom Standpunkt des Gewerkschaftlers aus treffen möchte. Der..B hat sich jedoch nicht nur auf den Reichstag und Preußischen Landtag beschränkt, sondern seinen Einfluß weiter vorgetragen. Im Reichsrat sitzt 1 Vertreter des..., im vorläufigen Reichswirtschaftsrat 31 und im preußischen Staatsrat 5. Aber auch in den Parlamenten der Länder ist der..B. verhältnismäßig gut vertreten: In Baden durch 6, Bayern 5, Württemberg 2, Braunschweig 2, Hessen 3, Sachsen 1, Thüringen 1, Oldenburg 2, Mecklenburg 2, Hamburger Bürgerschaft 5, Bremen 3, Lübeck 2, Danziger Volkstag 14 und im Saarparlament 7.— In den kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften sowie in den Körperschaften der Provinzen und in den Kreistagen ist der..B. durch ungefähr 2500 Mitglieder vertreten. Es liegt hierin viel Anerkennung für die christlich=nationale Arbeitnehmerbewegung. Nicht unerwähnt bleiben soll, daß außer den bereits genannten Ministern eine Anzahl weitere Mitglieder in hohe Regierungsämter eingetreten sind, u. a. ein Oberpräsident(Westfalen), 1 Staatssekretär(Bayern), 1 Regierungspräsident, je ein Präsident einer Landesversicherungsanstalt(Württemberg) und eines Landesarbeitsamtes(Rheinprovinz), ferner 4 Polizeipräsidenten und eine Anzahl Räte, Direktoren, Bürgermeister usw. Obwohl manchem Träger dieser Aemter eine gewisse Qualifikation nicht abzusprechen ist, muß doch, da alle dem Zentrum angehören, angenommen werden, daß die Koalitionsverhältnisse in Preußen und der weitgehende Einfluß des Zentrums in einigen Ländern vielfach bei der Ernennung dieser Persönlichkeiten ausschlaggebend gewesen sind. So sehr man den..B. zu solchen Erfolgen beglückwünschen kann, ist doch der Eindruck in manchen Kreisen nicht zu verscheuchen, daß im alten Obrigkeitsstaat nicht die Parteizugehörigkeit, sagen wir vorsichtshalber allein maßgebend war, sondern die durch sorgfältige Vorbildung und Auswahl gewährleistete persönliche Eignung, die nicht nur eine mit Hilfe der juristisch vorgebildeten Beamten schematische Verwaltung zur Not ermöglicht, sondern dieselbe schöpferisch zu gestalten vermag.— In den Verwaltungskörpern der Sozialgesetzgebung ergibt sich für den..B. ein umfangreiches Arbeitage, biet. Im Direktorium und Verwaltungsrat beherrscht auf Arbeitnehmerseite der„Gedag“ die Lage. Der vor Jahren bei den Wahlen zur Angestelltenversicherung er, rungene große Sieg verschaffte ihm dieses Uebergewicht und zeigte zugleich, daß die große Mehrzahl der Ange, stellten von der Sozialdemokratie nichts wissen will— Auch in den Organen der Reichsanstalt für Arbeitsner, mittlung und Arbeitslosenversicherung, ferner in den Verwaltungsausschüssen der Landesämter, bei den ur, beitsgerichten, Landesarbeitsgerichten und beim Reiche, arbeitsgericht in Leipzig finden wir die Vertreter von ..B. Die zahlreichen anderen Körperschaften, wie z. B. Reichskohlenrat usw., in denen der..B. vertre, ten ist, zu erwähnen, würde zu weit führen. Zusammen, fassend darf gesagt werden, daß es kaum ein Gebiet gibt wo nicht die Mitwirkung des..B. zu spüren wäre. Alle die für diese Arbeitsgebiete notwendigen Mitarbeiter zu erziehen und zu schulen, war eine der größten Aufgaben, die zu bewältigen war. Man hatte sie aber frühzeitig erkannt und in zahlreichen Unterrichtskursen welche im Laufe der letzten 30 Jahre in München=Gladbach, in Königswinter, in Bethel bei Bielefeld und im Johannesstift stattfanden, mit großem Erfolg dem begabten Arbeiter aus der Werkstatt das geistige Rüstzeug übermittelt, dessen er für seine Mitarbeit im D..B. bedurfte. Möge diese Bewegung weiter wachsen und gedeihen. W. W. 10 Jahre Deutsche Verbände. Zehnjahresfeier des Arbeitsausschusses. Am 30. April blickt der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Er wurde im Jahre 1921 gegründet, um in überparteilichem Rahmen den Kampf für eine Revision des Versailler Friedens und gegen die Ansicht von der Atleinschuld Deutschlands am Weltkriege zu führen. Seit seinem Bestehen sind alle mit diesen beiden Fragen zusammenhängenden Probleme in Flugblättern, kleineren und größeren Einzelschriften, zusammenfassenden Werken in Vorträgen, Schulungskursen und Ausstellungen in Lichtbild, Rundfunk und Tonfilm sowie in einer eigenen Zeitschrift behandelt worden. Der Ausschuß konnte ferner eine Fülle von deutschen Veröffentlichungen in fremde Sprachen übertragen und den interessierten ausländischen Kreisen zuleiten. Zu den führenden Persönlichkeiten des Auslandes wurden Beziehungen angeknüpft, die sich für die Bewegung und darüber hinaus für den Geist der Befriedung Europas als nützlich erwiesen haben. Der erste Präsident des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände war Freiherr von Lersner seit 1925 ist Gouverneur z. D. Dr. Heinrich Schnee, M. d.., Präsident und Dr. h. c. Hans Draeger leitender Geschäftsführer. Etwa 1700 politische, wirtschaftliche und kulturelle Spitzenverbände der verschiedensten Richtungen gehören ihm an. Die Bedeutung des Arbeitsausschusses unterstrich die Reichsregierung, als sie sowohl bei der großen Aktenpublikation seine Veranstaltungen benutzte, um die Oeffentlichkeit auf die Aktenveröffentlichung aufmerksam zu machen. In diesem Jahre wird in der Zeit vom 1. bis 3. Juni die Reichstagung des Arbeitsausschusses in Dresden stattfinden, die unter dem Gesamttheina:„Die Revision des Versailler Diktats“ die rechtlichen und politischen Möglichkeiten und Voraussetzungen der Vertragsrevision behandeln wird. — Ostdeutschland wird gegenwärtig von einer Anzahl englischer Journalisten bereist. Die Engländer, die sämtlich führende Blätter vertreten, besichtigten bisher Breslau, Stettin und Marienburg. 1 Vom Eigenheim=Bund Niedersachsen. Am Sonntag, den 19. April 1931, fand im alten Rathaus in Hannover der zweite ordentliche Bundestag des Eigenheim=Bundes Niedersachsen statt. Die rund 20 000 Mitglieder des Bundes wurden durch 100 Delegierte vertreten. Vom Vorstandsmitgliede Herrn Schrader wurde der Jahresbericht erstattet, dem wir das Folgende entnehmen: Der Eigenheimbund Niedersachsen ist eine Organisation der Selbsthilfe und der gegenseitigen Hilfe auf gemeinnütziger Grundlage. Der Bund will seinen Sparern zinsfreie unkündbare Darlehen zum Bau von Eigenheimen und zur Ablösung von Hypotheken verschaffen. Er ist geboren aus der Not der Zeit, in der das Bauen fast allen Baulustigen wegen der hohen Zinsen zur Unmöglichkeit geworden ist, und in der die finanzielle Bedrückung und Verschuldung des Eigenbesitzes nach dem Währungsverfall den größten Teil unserer Volksgenossen in Armut und Elend getrieben hat. Der Bund will die Abschaffung des arbeitslosen Einkommens, und er will die Wirtschaft ankurbeln, indem neue Wege unseres als fehlerhaft angesehenen Geldund Kreditwesens gewiesen werden. Begreiflicherweise findet die Abschaffung des arbeitslosen Einkommens den schärfsten Widerstand bei allen denjenigen, die heute mühelos vom Zins leben, und daher war auch das letzte Jahr eine Zeit des Kampfes, der um so stärker wird, je mehr der Bund sich als ein achtunggebietender Faktor im Wirtschaftsleben durchsetzt. Drei große Aktionen waren es, die sich dem Bund im letzten Jahre entgegenstellten. Die erste war ein Angriff in Westfalen und namentlich in Bielefeld. Derselbe wurde damit quittiert, daß die Ortsgruppe Bielefeld einen Aufschwung nahm, der sie im Mitgliederbestande an die zweite Stelle der größten Ortsgruppen und an die erste Stelle im Geldeingang im ganzen Bundesgebiet setzte. Die zweite Kampfhandlung ging in der Mitte des Jahres in Lippe vor sich, die der Bund ebenfalls zu seiner vollen Zufriedenheit zu Ende führen konnte. Der dritte und gegenwärtig noch tobende Kampf geht um die Frage:„Gibt es wirklich zinsfreie Darlehen?" Der Redner wies darauf hin, daß die in Deutschland zinsfrei arbeitenden Bausparkassen ihren Mitgliedern bereits 1160 000 zinsfreie Darlehen im Werte von 115 Millionen RM zur Verfügung gestellt haben. Diese Tatsache können die Gegner nicht aus der Welt schaffen. Für die Existenzberechtigung der zinsfreien Bausparkassen spricht auch die weitere Tatsache, daß durch das jetzt im Reichstag angenommene Bausparkassengesetz die Bausparkassen, die auf zinsfreier Grundlage arbeiten, trotz der Gegenwirkung ihrer Gegner anerkannt worden sind. Der Eigenheimbund Niedersachen steht unter den deutschen Bausparkassen nach seinen Leistungen an dritter Stelle, unter den zinslos arbeitenden an zweiter Stelle. Er hat sich in seiner schnellen Entwicklung den im Jahre 1925 bezw. 1926 gegründeten beiden ersten Bausparkassen immer mehr angenähert, was auf glückliche Bewertungsmethoden der eingebrachten Pflicht= und Mehrleistungssparbeträge zurückzuführen ist, wodurch der kleine Sparer vor Uebervorteilung durch den kapitalkräftigeren geschützt wird. Mit 16364 gestellten Darlehensanträgen wurde eine Summe von 189,4 Millionen Reichsmark beantragt. Seit der Gründung im Juli 1928 konnten bis jetzt in 15 Vergebungen 22,7 Millionen RM an 1958 Darlehensanwärter zugeteilt werden. Die größten Ortsgruppen sind Minden und Bielefeld mit über 600 Mitgliedern, Herford und Oeynhausen mit über 500 Mitgliedern. Die meisten Zuteilungen erfolgten in Oeynhausen mit 80, Minden mit 79, Bielefeld mit 75 Darlehen, ohne die Vergebung, die am Tage vor dem Bundestag erfolgte. Eine längere Zeit in den Verhandlungen nahm die Besprechung der Satzungen und Darlehensbedingungen ein, die den praktischen Erfahrungen entsprechend in einigen Punkten umgestaltet wurden. Das bewährte System der Zweiteilung von Sparern und Zugeteilten, einerseits in dem eingeschriebenen Verein als AufnahmeOrganisation ohne Haftung der sparenden Mitglieder und andererseits in der Neuen Deutschen Kreditanstalt e. G. m. b.., in der die Darlehensempfänger vereinigt sind, wurde beibehalten. Der Zuteilungsmodus wurde einer Aenderung unterzogen, und im organisatorischen Aufbau des Vereins eine Neugliederung geschaffen, die allen(Anforderungen auf eine erfolgreiche Weiterentwicklung dieser gesunden Zwecksparbewegung gerecht werden kann. Rom feiert Geburtstag. Die„ewige“ Stadt feierte wieder einmal ihren Geburtstag, denn als ihr in die Sage zurückreichender Gründungstag gilt der 21. April. Dieser Tag wird Jahr für Jahr mit großer Begeisterung begangen und wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, ihn im vorigen Jahre in Rom mitfeiern konnte, der weiß etwas davon zu erzahlen. Die ganze Stadt prangt im Festschmuck. Der Itallener, wie jeder waschechte Romane, liebt in seinem sudlichen Temperament sehr ein äußeres Zurschaustellen aller Gefühle, vornehmlich aller Erfolge, und schreckt auch vor drastischen Mitteln nicht zurück. Eins der harmlosesten und häufigsten Mittel ist die auffallende Vorliede für die Beflaggung von Häusern und Kirchen, bei allen möglichen und unmöglichen Anlässen. Selbst die be schmacklosigkeit, der in 108 Meter Höhe den Mailandet Dom krönenden Mutter Gottes eine Trikolore in di Hand zu geben, fällt nicht weiter auf. Am 21. April abe! bildet Rom ein einziges großes Flaggenmeer und abendein Lichtermeer durch die festliche Illumination. Daß in Gründungstag Roms die Ruinen des Altertums dar besonders berücksichtigt werden, ist nicht zu verwundern Es ist ein unbeschreiblich schöner Anblick, wenn vom de pitol aus drei große Scheinwerfer das ihnen zu Fühen liegende Forum mattgrün bestrahlen bis hin zum gew“ tigen Kolosseum und es in eine gespenstische Marcht! stadt verwandeln.— Drei Zwecken dient die jährlich Geburtstagsfeier. Einmal ist es natürlich die stolze Erinnerung an di alte Rom. Wenn auch das heutige faschistische Italte“ stark darunter leidet und sich in seiner Gegenwartst) gekränkt fühlt, wenn die Ausländer nur kommen“ Altertümer wegen und das neue Italien übersehen, wei sie es also nach ihrem eigenen Ausspruch auch satt haben als eine Nation von Hotelportiers und Museumsdien angesehen zu werden(vergl. Mussolini:„Wir haben satt, nur alte Gipsbüsten abzustauben"), so liegt doch“ rade dem Faschisten die stolze Erinnerung an das“ Rom sehr nahe, möchte er doch nichts lieber, als ruhmreiche Imperium Romanum wiederherstellen.“ ser alte Römerstolz führt sogar dazu, daß vielsach Sprache der alten Römer, das Lateinische, wieder! brauch kommt. Daß die katholische Kirche sich oe? teins noch bedient und der Papst seine Verlautbartny zialgesetzgebung ches Arbeitsge. srat beherrscht age. Der vor 2 versicherung ers Uebergewicht zahl der Angewissen will.— für Arbeitsverferner in den e, bei den Ard beim Reichs. Vertreter vom erschaften, wie ..B. vertreen. Zusammenein Gebiet gibt, püren wäre. wendigen Mitine der größten hatte sie aber iterrichtskursen, München=Gladielefeld und im Erfolg dem beeistige Rüstzeug im..B. benachsen und geW. W. erbände. schusses. ausschuß Deutbestehen zurück. um in übereine Revision Ansicht von der ge zu führen. t diesen beiden n F l u g b l ä t t e r n, sammenfassenden id Ausstellungen in einer eigenen iß konnte ferner igen in fremde en ausländischen sönlichkeiten des ift, die sich für n Geist der Ben. husses Deutscher it 1925 ist Goud.., Präsident Geschäftsführer. ilturelle Spitzensehören ihm an. s unterstrich die großen Aktenum die Oeffentcksam zu machen. it vom 1. bis sausschusses in mttheina:„Die tlichen und pongen der Veron einer Anzahl inder, die sämtbisher Breslau, Geireeis=Selhastri. — Weil er einen gerichtlichen Termin nicht wahrgenommen hat.— Der Reichstagsabgeordnete Dr. Gender Jahr wer, sre in llen — Berlin, 27. April. Erl ktr#cheraglurgretrntle Goebbels wurde am Montag abend um 10 Uhr, als er beim Abendessen in einem Münchener Hotel saß, von der Polizei verhaftet. Goebbels, der schon im Besitz einer Schlafwagenkarte war, fuhr um 11 Uhr in Begleitung von Polizeibeamten nach Berlin. Die Verhaftung wurde angeordnet, weil Goebbels einen Termin in Berlin am Montag nicht wahrgenommen, sondern an einer für Montag angesetzten Fraktionssitzung der Nationalsoziaisten in München teilgenommen hatte. * Die Sitzung der nationalsozläliftischen Reichslagsstartion. Erklärung gegen die Notverordnung. München, 28. April. Am Montag fand unter dem Vorsitz von Dr. Frick eine Sitzung der vollzählig versammelten Reichstagsabgeordneten statt. Dr. Frick berichtete über die Tätigkeit der nationalen Opposition bei dem Auszug aus dem Reichstag und über das Verhalten des Bürgertums in Thüringen. Adolf Hitler sprach Dr. Frick den Dank der ganzen Bewegung für seine Tätigkeit aus. Das Ergebnis des bürgerlichen Verrats sei, daß die Bewegung in Thüringen erst recht vorwärts schreite. Eine Neuwahl werde mit einer Zerschlagung des Bürgertums als Schützerin des Marxismus enden. Wenn Bismarck früher gesagt habe, der Liberalismus sei die Vorstufe der Sozialdemokratie, so könne man heute feststellen, im heutigen politischen Bürgertum liege bereits der Bolschewismus beschlossen. Die Fraktion beschloß dann folgende Erklärung: „Der Verfälschungsfeldzug gegen die N. S. D. A. P. hat nach Erlaß der Notverordnungen des Herrn Reichspräsidenten Formen angenommen, die jeder Beschreibung spotten. Nachdem der Reichstag auseinandergegangen ist, wird der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete gerade als Freiwild der Gerichte des Systems betrachtet. Entgegen den ausdrücklichen Bestimmungen der Weimarer Verfassung werden die von sechseinhalb Millionen deutscher Wähler bestimmten nationalsozialistischen Volksvertreter von Gerichtstermin zu Gerichtstermin geschleppt, wegen lächerlichster Lappalien zu hohen Geld= und Gefängnisstrafen verurteilt, ja, sogar den Beschlüssen des Reichstages zuwider, wie im Fall Loeper, durch Zwangsvorführung oder im Fall Goebbels durch Haftbefehl ihrer verfassungsmäßig garantierten Freiheit beraubt. Man verbietet nationalsozialistischen Abgeordneten das Reden vor ihren Wählern. Nationalsozialistische Presseorgane werden Schlag um Schlag auf Wochen und Monate verboten. Kurz und gut, die Freiheit der Geister und der Meinung in rigorosester Weise geknebelt und gefesselt. Die in München versammelte Reichstagsfraktion erhebt gegen diese unerhörten Verfassungsbrüche vor der ganzen deutschen Oeffentlichkeit einstimmig und feierlich Einspruch. Sie versichert und gelobt, nicht zu ruhen und zu rasten, bis diesem Terror=Regiment durch Urteil des Volkes legal ein Ende gemacht wird. Sie ermahnt den Herrn Reichspräsidenten im Namen von Millionen unterdrückten und terrorisierten Deutschen, entsprechend seiner Pflicht die Grundrechte der Verfassung gegen die Gesetzesbrüche der parlamentarischen Mehrheitskoalition zu verteidigen, oder aber, wenn er das nicht kann oder will, zurückzutreten und den Schutz seiner ehemaligen Wähler einem neu zu bestimmenden nationalen Reichspräsidenten zu überlassen.“ * Straßer norddeutscher Leiter. Nationalsozialistische Führerkonferenz.— Herbeiführung einer Reichstagsneuwahl 1932? Wie ein Berliner Blatt berichtet, fand in München bei Adolf Hitler eine nationalsozialistische Führerkonferenz statt, in der Gregor Straßer, der jetzt wiederhergestellt ist, zum norddeutschen Leiter sämtlicher Gaue Preußens ernannt worden ist. Außerdem sei beschlossen worden, Dr. Goebbels in seiner Funktion als Berliner Gauleiter und Reichspropagandaleiter zu belassen. Die Ernennung Straßers werde damit begründet, daß die ganze Tätigkeit der Partei schon jetzt auf die Herbeiführung von Reichstagsneuwahlen im Jahre 1932 eingestellt werden müsse. Dazu aber müsse Preußen unter einheitliche und strafse Leitung gestellt werden, Völkerbundsgutachten über den Hafenstreit.— Danzigs Beschwerde berechtigt. — Genf, 28. April. Das Völkerbundssekretariat veröffentlicht das vom italienischen Grafen Gravina, dem Kommissar des Völkerbundes in Danzig, beantragte Juristengutachten in der Frage der polnischen Seehafenpolitik in Danzig und Gdingen. Unterzeichnet ist das Gutachten von dem ehemaligen norwegischen Außenminister Rastad, früheren juristischen Beirat der englischen Regierung in der Reparationskommission, Williams, und dem Generalsekretär der Rheinschiffahrtskommission Hostie. Das Gutachten geht auf den Antrag des früheren Danziaer Senatsvussidenten Sahm vom 9. Mai 1930 zurück. lateinisch abfaßt, ist zwar bekannt. Daß aber das Latein anfängt, wieder ins römische Alltagsleben einzudringen, weiß nur der, der es selbst in Rom beobachtet hat. Eine leere Wohnung, ein leerer Laden wird allgemein durch große Aufschrift„locanda est", d. h.„ist zu vermieten“, kenntlich gemacht. Römische Barbiere lassen jetzt mit Vergnügen die törichte Aufschrift„Coiffeur“ oder„Hair cutter“ beiseite und flüchten sich ins Lateinische. Dicht beim Pantheon schreibt einer an seinen Laden„Sala comis puerorum tondendis", d. h.„Salon, wo Kindern die Haare geschnitten werden“. Ein anderer rühmt sich als„Magister hie manibus curandis", d. h.„Hier wohnt ein Meister in— Manicure.“ Die Herren Barbiere haben sogar einen finanziellen Vorteil dabei. Alle Aufschriften in fremden Sprachen werden nämlich hoch besteuert könnten wir das nicht auch als neue Steuer einführen? das Latein aber gilt nicht als Fremdsprache. Zu zweit gilt der 21. April als„Fest der Arbeit". Das soll nicht heißen, daß an diesem Tag besonders viel gearbeitet werde. Im Gegenteil: Es ist gesetzlicher Feiertag, und alle Arbeit ruht. Die Bezeichnung besagt vielmehr, daß man an diesem Tage stolz alles dessen gedenkt, was im vergangenen Jahr an größeren Arbeiten geschafsen ist, Gebäuden, Denkmälern, Straßen, Kanälen, Sportplätzen usw. All dies wird am 21. April von höchsten Würdenträgern eingeweiht oder eröffnet. Seine charakteristische Note für das neue Italien bekommt der Tag aber durch die mit ihm verbundene in sanz Italien durchgeführte„Leva fascista“, d. h. faschistische Aushebung. Die Partei ist bekanntlich seit längerer Zeit für Aufnahme erwachsener Mitglieder gesperrt und rekrutiert sich ausschließlich aus den faschistischen Jugendorganisationen. Der junge Italiener ist vom 8. bis 14. Jahre„Balilla“, vom 14. bis 18.„Avanguardista“. Danach tritt er in die im vorigen Jahr als Zwischenstufe steu geschaffene„Fasei giovanili“ d. h.„jugendlichen stoßtrupps“ ein und wird erst danach durch strengste Auslese in die Partei, bezw. die Miliz endgültig aufgenommen. Die feierliche Beförderung von der einen Stufe zur anderen geht am 21. April vor sich. Die italienischen Zeitungen melden, daß in diesem Jahre etwa 110000 Knaben zu Avanguardisten befördert und etwa 00000 Avanguardisten in die Stoßtrupps aufgenommen wurden. Sehen wir von allen Zeremonien und Vortgepränge ab, es bleibt doch dabei, daß wirklich ernstlich gearbeitet und etwas geleistet wird. br. Sahm hatte in Anbetracht der Tatsache, daß durch den Ausbau des polnischen Hafens Gdingen dem Danziger Wirtschaftsleben schwerer Schaden zugefügt würde, mit dem Hinweis auf die Verpflichtung Polens, Danzig als seinen einzigen Zugang zum Meere voll auszunutzen, eine Entscheidung des Völkerbundskommissars beantragt. Der Hohe Kommissar sollte gemäß dem Antrag Danzigs entscheiden. daß die polnische Regierung verpflichtet ist, denjenigen seewärtigen Warenverkehr, der seinen Weg über die Seeküste des polnischen Zollgebiets nimmt, in Danzig umzuschlagen. Der Autrag Danzigs stützte sich neben anderen urgumenten namentlich auf eine von Polen und der Freien Stadt Danzig als rechtsverbindlich anerkannte Entscheidung des früheren Völkerbundskommissars Hakings aus dem Fahre 1921, worin gesagt wird, daß die polnische Regierung verpflichtet ist,„den Hafen von Danzig voll welch' andere Häfen sie in Zukunft auch an der Ostseeküste errichten mag.“ Dieser Auffassung haben sich nunmehr auch die drei genannten Juristen angeschlossen, indem sie in ihrem Gutachten klipp und klar den Standpunkt Danzigs bestätigten und betonten, daß Polen verpflichtet ist, von dem Danziger Hafen vollen Gebrauch zu machen! Graf Gravina hat das Gutachten inzwischen Polen und der Stadt Danzig zugestellt, Er wird jetzt zunächst versuchen, auf der Grundlage dieses Gutachtens eine Verständigung zwischen den Parteien herbeizuführen. Falls dies nicht möglich ist, könnte er an sich eine Entscheidung treffen. Es ist aber wahrscheinlicher, daß er ein zweites Gutachten beim Generalsekretär des Völkerbundes beantragen wird, und zwar über die technischen Fragen, insbesondere über die Frage, was vom technischen Standpunkt darunter zu verstehen ist, daß Polen verpflichtet ist,„vollen Gebrauch(full use) vom Danziger Hafen zu machen. Jollfrage auf der Tagesordnung Eine Sitzung des Reichskabinetts.— Krisen=Gerüchte. "— Berlin, 28. April. Im Verlaufe des heutigen Dienstags wird sich das Reichskabinett in einer neuen Sitzung mit den agrarpolitischen Fragen beschäftigen, über die man sich am Sonnabend nicht einigen konnte. In Vorbereitung dieser neuen Kabinettssitzung fanden am Montag ununterbrochen Verhandlungen zwischen den interessierten Ressorts statt. Es ist bekannt, daß sich das Auswärtige Amt und die Reichsministerien für Wirtschaft, Arbeit und Finanzen aus wirtschafts= und handelspolitischen Gründen gegen die vom Reichsernährungsminister für notwendig gehaltenen Zollerhöhungen wenden. Auch hält man in diesen Ministerien den Anwendung des Ermächtigungsgesetzes wegen der Brotpreiserhöhung in verschiedenen Städten und wegen der österreichisch=deutschen Zollunion Besonders krittsch für das Kabinett ist dabei die Frage des Butterzolls. Wie immer vor schwerwiegenden Entscheidungen gibt es viele Krisengerüchte. So hört ernährungsminister Schiele und der Reichsarbeitsminister Stegerwald hätten sich für den Fall, daß ihr Standpunkt nicht durchdringe, gegenseitig mit Rücktritt gedroht. Auch ist davon die Rede, daß die Landbundführer den Reichsernährungsminister aufgefordert haben, zurückzutreten, wenn der erhöhte Butterzoll nicht effektiv werde. Frankreichs Vorschläge Englisch=italienische Frout in der Flottenfrage.— Neue Verhandlungen nach den italienischen Wahlen? — London, 28. April. Die Krisis in den englisch=französisch=italienischen Flottenverhandlungen hat den Höhepunkt erreicht. Die englische Regierung hat die ihr von dem französischen Delegierten Massigli unterbreiteten Vorschläge abgelehnt und ihrerseits Gegenvorschläge gemacht. Die Aussichten für eine Zustimmung Frankreichs zu diesen Gegenvorschlägen sind jedoch sehr ungünstig. In politischen Kreisen rechnet man daher bereits mit der Möglichkeit einer Vertagung der Verhandlungen bis nach den kranzösischen Präsidentenwahlen. Ein Teil der englischen Antwort ist der Auslegung des englisch=französisch=italienischen Flottenabkommens vom 1. März, so wie es von England verstanden wurde, gewidmet. Die englische Ansicht ist hierbei die, daß das Abkommen eine Bindung der Vertragsmächte bis zum Jahre 1936 vorsah. Im Gegensatz hierzu will Frankreich das Bauprogramm bereits im Jahre 1934 oder 1935 wieder aufnehmen. Sachlich würde das darauf hinauslaufen, daß die französische Ueberlegenheit über die italienische Flotte im Jahre 1937 aus neuen Schiffseinheiten bestehen würde, während Italien diese Ueberlegenheit nur unter der Voraussetzung angenommen hatte, daß die französischen Schiffseinheiten ein gewisses Alter hätten. Die englische Regierung macht sodann geltend, daß nach dem Londoner Flottenpakt im Jahre 1935 eine neue Flottenkonferenz einberufen werden soll. Der„Times“ zufolge befürwortet England, daß dieser Konferenz von 1935 die Entscheidung über den frauzösisch=italienischen Streitpunkt übertragen werden soll; die französische Regierung solle sich dann dieser Entscheidung fügen. Das Echo der neuen Zuspitzung in der Flottenkrisis ist stark. Fast die gesamte Weltpresse widmet den Auseinandersetzungen einen breiten Raum und untersucht die Rückwirkungen dieses Ausgangs der bisherigen Verhandlungen auf den Drei=Mächte=Pakt von London. Der„Daily Chroniele" vertritt dabei den Standpunkt, daß jetzt die Vereinigten Staaten die Vermittlerrolle übernehmen müßten. Aus den bisher bekanntgewordenen französischen Pressestimmen spricht eine gewisse Besorgnis. Mag Frankreich an dem Erfolg oder Mißerfolg der Flottenkonferenz auch nicht allzuviel gelegen sein, so befürchtet man jetzt doch, daß England eine engere Verbindung mit Italien sucht und gegebenenfalls nach dem Zustandekommen einer englisch=italienischen Front auf Paris einen Druck ausüben könnte, um Frankreich zur Herabsetzung seiner Flottenrüstungen zu veranlassen. Etwas wirre Gedankengänge findet man im „Petit Parisien", bemüht sich diese Zeitung doch um den Nachweis, daß Italien nunmehr Klarheit darüber schaffen müsse, ob es mit Frankreich„befreundet bleiben“ oder ob es in Zukunft„die Politik Deutschlands“ unterstützen wolle. Die Antwort Italiens. — Mailand, 28. April. Die italienische Antwort auf die französischen Vorschläge wird, wie der römische Korrespondent des Corriere della Sera mitteilt, noch etwas auf sich warten lassen. Die englische Antwort, die in Abschrift der italienischen Regierung zugestellt wurde, werde in Rom als negativ in dem Sinne betrachtet, daß die neuen Vorschläge Frankreichs nicht angenommen werden. Im italienischen Außenministerium werde die Unannehmbarkeit dieser Vorschläge bestätigt, die tiefgreifende Aenderungen und Verschiebungen an der in Rom erzielten Verständigung darstellen. Das italienische und englische Außenamt seien in täglichem Gedankenaustausch. Zwischen beiden Regierungen herrsche in bezug auf die einzuschlagende Haltung völlige Uebereinstimmung. Ihre Beurteilung der fränzösischen Vorschläge und des mit dem Flottenpakt zusammenhängenden Problems sei identisch. Dreiviertel Milliarden Defizit. Im englischen Staatshaushalt.— Die Deckungsvorschläge des Schatzkanzlers. — London, 28. April. Der„Budget=Day“ der Tag der Haushaltsberatung im Unterhaus, ist für England ein hochbedeutsamer Tag. In diesem Jahre war die Spannung noch um so größer, als Snowden, der Schatzkanzler der Arbeiterpartei, zum erstenmal seit seiner schweren Operation wieder im Unterhaus sprach. Seit Snowden im Haag mit der Hartnäckigkeit eines YorkshireMannes um jeden Pence bis aufs äußerste kämpfte, ist er der Liebling aller, die die Tugend des sparsamen Kaufmanns schätzen. Die Rede des Schatzranziers war eine der kür. zesten Haushaltsreden, die je in England gehalten worden sind. Ihr Inhalt gipfelte in der Erklärung, der Staatshaushaltsplan weise ein Defizit von rund 745 Millionen Mark auf, doch verwandele sich dieser Fehlbetrag in einen Ueberschuß, wenn man die Beträge in Absatz bringe, die für die Schuldentilgung verwandt Zur Deckung des Fehlbetrages will Snowden eine neue Besteuerung des Grundbesitzes einführen, die Benzinsteuer erhöhen, die Steuertermine in der Einkommensteuer vorverlegen und Mittel aus dem Devisenankaufsfonds mobilisieren.— Nach der Ministerrede sprachen in Befolgung einer altenglischen Tradition als Führer der Opposition, Neville Chamber= lain und Lloyd George, Snowden ihre Anerkennung über seinen Mut, seine Aufrichtigkeit und seine parlamentarischen Fähigkeiten aus. Zusammenbruch in der Textilbrauche. Zahlungseinstellung der Einkaufszentrale Adolf Kahn. Die Einkaufszentrale Adolf Kahn, Berlin, Hakkescher Markt, die in Breslau, Duisburg, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart, München, Augsburg und Nürnberg über Zweigunternehmen verfügt, hat mit Passiven von 5,1 Millionen Reichsmark ihre Zahlungen eingechellt. Den Passiven stehen, dem Vernehmen nach, Außenstände und ein Lager gegenüber, die mit 1,1 Million Reichsmark bewertet werden. Auflösungsantrag im Landtag? Wiederbeginn der Verhandlungen im Landtag. — Berlin, 28. Aprik. Während der Reichstag sich vor Ostern bis in den Spätherbst vertagt hat, beginnt der Preußische Landtag heute den letzten Tagungsabschnitt vor den Sommerferien. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des Haushalts des Innenministeriums. Wie verlautet, wollen die Rechtsparteien, die das Stahlhelm=Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtags unterstützt haben, einen gemeinsamen Antrag auf Auflösung des Landtags einbringen. Seitens der preußischen Regierung besteht die Absicht, es bei der Neuwahl des Landtages im Frühjahr 1932 zu belassen. Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich wies die Klageanträge der nationalsozialistischen Gruppe des Preußischen Landtags gegen das Staatsministerium, um die Feststellung der Gesetzeswidrigkeit des Verbotes für preußische Beamte, sich an der nationalsozialistischen Organisation zu beteiligen, und des Verbotes des Tragens der sogenannten Parteiuniform zurück, indem er den Nationalsozialisten die Sachbefugnis zur Erhebung der Klage aberkannte. :: 5,9 Millionen Stimmen für das Volksbegehren. Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit: Die Zahl der Eintragungen für das Volksbegehren hat sich nach den bis heute vorliegenden Meldungen auf über 5,9 Millionen erhöht. . Justiz in Kattowitz. Bestatigung des Gefängnisurteils gegen den PleßGeneraldirektor. — Kattowitz, 28. April. Der Generaldirektor der Fürstlich Pleßischen Bergwerksverwaltung, Dr. Pistorius war von dem polnischen Gericht in Kattowitz in erster Instanz kürzlich zu zwei Monaten Gefängnis wegen Beleidigung des Wojwoden Dr. Grazynski verurteilt worden. Dr. Pistorius hatte behauptet, daß auf Intervention des Wojwoden hin das Lieferungskontingent der Fürstlich Pleßischen Gruben an die polnischen Eisenbahnen um 2500 Tonnen monatlich herabgesetzt worden sei. In der heutigen Verhandlung vor der Berufungsinstanz mußte der als Zeuge vernommene Leiter der Industrie= und Handelsabteilung bei der schlesischen Wojwodschaft auf Befragen des Verteidigers zugeben. daß die Pleßische Verwaltung gewisse Versprechungen politischer Art nicht eingehalten habe.(!) Die Beantwortung der Frage, ob von polnischer Seite die Ersetzung des leitenden deutschen Personals durch polnisches verlangt worden war, wurde vom Gericht nicht zugelassen. Die ganze Angelegenheit ist auch durch die Berufungsinstanz nicht geklärt worden. Das Gericht verurteilte Generaldirektor Dr. Pistorins trotzdem zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen mit der Bestimmung daß die Freiheitsstrafe nicht in eine Geldstrafe umgewandelt werden darf. In Köln wurden 14 Linksradilale verhaftet und Ldem Amtsgericht zugeführt. Und Deutschland? Einvernehmen über den Transatlantischen Flugpostdienst erzielt. London, 27. April. Es wird offiziell bekannt gegeben, daß nunmehr ein Einvernehmen zwischen der englischen Imperial Airways, der französischen Aero=Postale und der Panamerican Airways über den Transatlantischen Flugpostdienst nach den schon bekannten Grundsätzen erzielt worden ist. Da die Flugzeuge für die Strecke Azoren—Bermudas noch nicht fertiggestellt sind, so kann der Gesamtdienst wahrscheinlich nicht vor dem Jahre 1933 aufgenommen werden. Die Aufständischen vor der Uebergave. Die Artillerie der Aufständischen auf Madeira zum Schweigen gebracht. — London, 28. April. Nach hier vorliegenden Meldungen aus Madeira wurden bei dem heutigen Angriff der Regierungstruppen in der Nähe von Funchal am Montag 16 Aufständische gefangen genommen. Die Flieger der Regierungstruppen warfen über den Stellungen der Geschütze der Aufständischen Bomben ab, wobei angeblich alle vier Kanonen der Aufständischen zum Schweigen gebracht wurden. Handgranaten=Attentat auf eine Station Ein Eisenbahner getötet. — Warschau, 28. April. Im Stationsgebäude von Podbroda, einem kleinen Ort im Wilnaer Land, hat ein Unbekannter eine Handgranate in den Wartesaal geworfen. Die Granate zerriß einen Lokomotivführer, der gerade den Raum durchquerte. Wenige Sekunden später flog durch das Fenster eine zweite Granate in den noch leeren Raum, die gleichfalls explodierte und bedeutenden Sachschaden anrichtete. Unter den Passagieren entstand eine Panik, da man weitere Explosionen erwartete. Eine von der Polizei veranstaltete Streife blieb ergebnislos. Ein In der„Augsburger Postzeitung“ vom 3. April 1931 nimmt ein Mitglied des preußischen Landtages den Umstand, daß der bisherige Inhaber des im preußischen Innenministerium, der Katholik und Zentrumsmann ist, seinen Posten verlassen wird, zum Anlaß, folgende dankenswerten Offenherzigkeiten von sich zu geben: „Es war eine der wichtigsten Aufgaben des genannten hohen Beamten, das schreiende Unrecht wieder gut zu machen, das den Katholiken geschehen war. Und das ist mit Erfolg in die Wege geleitet worden. Die preußische Verwaltung zählt heute in all ihren Zweigen un in all ihren Graden katholische Beamte an hervorragen, der Stelle. Wenn auch das prozentuale Verhältnis nag nicht überall erreicht ist, so besteht doch die Aussicht, das dies in absehbarer Zeit der Fall sein wird. Heute u z. B. ein Viertel aller Landräte katholisch. Und auch in der höheren Verwaltung haben die Katholiken im an. gemeinen eine ihrer Position entsprechende Stellung, g. ist heute unmöglich geworden, daß in dem katholischen Köln ein evangelischer Regierungspräsident amtiert, wie dies im alten Preußen bis zur Revolution ständig der Fall gewesen ist. Ueber die Besetzung des Postens des Personalrefe, renten bestehen noch keine vollen Klarheiten; daß er in der Hand des Zentrums bleiben muß, ist klar. Es kamn auf ihn um so weniger verzichten, als es damit eine Na. sition aufgeben würde, die ihm bei der jetzigen Kräfte, verteilung im Ministerium des Innern zufallen muß: Bethel. — Posaunenchor. Die Uebungsstunde am Dienstag fällt aus. Dafür findet am Mittwoch, den 29. Apri abends 8 Uhr die Kreisprobe in der Volkshalle, Papenmarkt, für das Kantatefest statt. — Christlicher Verein junger Mädchen. Heute(Dienstag) abend 8¼ Uhr Vortrag im Gemeindehaus Grünstraße, Bielefeld, Abmarsch pünktlich um 8 Uhr vom Sareptaweg. Kein Mitglied darf fehlen. — Christlicher Verein junger Männer. Mittwoch 8 Uhr Jungmänner= und Jungvolkkreis in Gosen:„Hans Sachs=Abend“(Br. Alwicher). — Mittwoch abend, 29. April, 20,15 Uhr findet im Assapheum ein Deutscher Abend statt. Programme, welche zum Eintritt berechtigen sind für 50 Pfg. an der Abendkasse, sowie in Ophir, Anstaltspost, Telefonhaus zu haben. Reinertrag ist für das Heimathaus in Dünne bestimmt. Gemeinnütziger Baubund der Betheler Haupt= und Zweiganstalten e. G. m. b.., Gadderbaum=Bielefeld. Berichtigung. Bei der Einladung zu Montag, den 4. Mai 1931, handelt es sich nicht um eine Mitgliederversammlung, wie irrtümlich angegeben, sondern um die Generalversammlung. Bethel bei Bielefeld, den 28. April 1931. Wellmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats. W Anzeigen aus Bethel. Freundlich möbliertes Zimmer, Nähe Bethels, zum 15. Mai gesucht. Näheres auf der Geschäftsstelle des Aufwärts. Ks ss K Suche für meine 18jähr. Tochter (Lyzeumsbildung) zum 15. Mai Statt besonderer Anzeige. Stelle Am Sonntag, dem 26. April 1931, nachmittags, schied plötzlich und unerwartet infolge Herzschwäche aus einem arbeitsreichen Teben unser lieber Dater, Großvater und Onkel, Herr Otto Boning im Alter von 68 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Else Sudbrack, geb. Böning Kurt Böning Rudi Böning Bethel, den 27. April 1931. Saronweg 14 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 29. April 1931 nachmittags ½3 Uhr von der Zionskirche aus statt. Don Beileidsbesuchen bitten wir freundlichst Abstand zu nehmen. Nachruf! Gestern ist unser lieber, langjähriger Mitarbeiter Herr Otto Böning im 69. Tebensjahre unerwartet heimgegangen. Während seiner fast 15jährigen Cätigkeit in unserem Hause war er uns vorbildlich in seiner unermüdlichen und treuen Pflichterfüllung. Ein bleibendes Gedenken werden wir ihm bewahren. Bethel, den 27. April 1931. Ophir, vereinigte Verkaufstellen der Anstalt Bethel. als Haustochter, evtl. etwas Taschengeld. 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