dlt.(Programme. surch Anstaltspos #il, 3½ Uhr nach ums. L. v. B. ir bei Herrn Paverwechselt. Weonshaus. nd Weltpolith: alle in Bethel. ithalt aldrast“ ber d..) ste Unterkunft und ttelbar beim Haus. Preise. emann. Freizeit Jethel b. Bielefeld in der Gegenwart: Unterricht und außen zelle des Diakonissenottesdienst, Spazin ottesdienst, SpazierUhr Behandlung des id Behandlung des Zesuch von Neusalem ster Bethelfilm). id Behandlung des Ziakonissenhaue un en der Diakonissen emas. - Anmeldungen sulrat Dr. Schmidt, erbeten. lde in Wernigerode. 8. in schönster Lage, zalde, nimmt alleinste. mit und ohne Kinder, gsbedürftige, bei mäß. Gute Verpflegung. aus. Rbein. Christ. Erte es Hess.=Nass. Gemeinin schönst. Rheingegend. bt. Sonnige Zimmer fließendem Wasser. Gute Traubensäfte(eigenes Näheres durch die Leitert, Braubach(Rhein), e 6, Fernruf Bl. d Wildungen sheim. Tägl. herrl. Hochag andwirtschaft d Liegekuren. eine Kurtare. se, das ganze Prospekte zu erwaltung. Aretagen, Hott unr stl. Hospiz), 3 Minuten potof Sretäiche! genbet, ark, auf um= und i Parkstsee Garter ühren s burch Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgelo). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67877. Christliches mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ Anzeigenpreis: „Kindergabe“ und„Anser Die Verlame Schluß einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, lame 30 Pfg. Beilagen unter T5g je tausend 15 Mt. luß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. PostscheaHannover 67377. S Nr. 93. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielesel)), Donnerstag, den 23. April 1931. 13. Jahrgang. Wer mit allem Tun und Sinnen Immer in die Zukunft starrt, Wird die Zukunft nie gewinnen Und verliert die Gegenwart. Tiedge. Umschau. Spanien ohne König.— Um die Beherrschung des Mittelmeers.— Die katalonische Unabhängigkeitsbewegung.— Die Unruhen auf Madeira und den Azoren.— Versteifung der europäischen Flottenverhandlungen.— Briands zollpolitischer Einschüchterungsversuch. Das große außenpolitische Ereignis der vergangenen Woche war der Umsturz in Spanien. Wir haben schon vor acht Tagen an dieser Stelle die Befürchtung ausgesprochen, daß die neuen Madrider Machthaber sehr wahrscheinlich weit mehr zu Frankreich hinneigen würden, als dies der streng neutrale König Alfons getan hat. Diese Befürchtung hat inzwischen durch die Aeußerungen der verschiedensten neuen Führer Spaniens ihre Bestätigung gefunden. So hat z. B. der bekannte Fliegermajor Franco dem„Oeuvre" zufolge gesagt:„Die neue spanische Republik wird für Frankreich eine aufrichtige Freundschaft und eine größere Loyalität beweisen, als die gestürzte spanische Monarchie!" Der neue spanische Außenminister Lerroux erklärte, daß er es wohl„nicht nötig habe, seine Liebe zu Frankreich besonders hervorzuheben“. Und auch der neue spanische Finanzminister hat aus seinen Sympathien für Frankreich durchaus keinen Hehl gemacht. Das ist erklärlich. Denn die neuen Männer Spaniens verdanken ihren Erfolg vor allen Dingen Frankreich. Gerade von den politischen Flüchtlingen Spaniens, die in Frankreich ein schützendes Asyl gefunden hatten, ist der Umsturz von langer Hand und mit französischem Gelde vorbereitet worden. Kein Land der Welt hatte ein solches Interesse an einer politischen Wandlung in Spanien wie Frankreich. Die guten Beziehungen, die Spanien schon seit einem halben Jahrhundert ganz naturgemäß zu Italien pflegte, lagen den Franzosen schwer auf den Nerven. Der im Jahre 1887 abgeschlossene spanischitalienische Vertrag, wonach sich beide Länder zur gegenseitigen Unterstützung gegen das französische übergewicht im Mittelmeer verpflichteten, und dann vor allem der neue italienisch=spanische Freundschaftsvertrag vom 7. August 1926 setzten alle erlaubten und unerlaubten Kräfte der französischen Diplomatie in Aktion, um die spanisch=italienischen Fäden zu zerreißen und Spanien in den Block des französischen Machtsystems einzureihen. Man braucht bloß einen Blick auf die Landkarte zu werfen, um über die außerordentliche Bedeutung Spaniens und seiner Inseln sowohl in verkehrspolitischer wie vor allem auch in seestrategischer Beziehung im Klaren zu sein. Da ist die Meerenge von Gibraltar, die den schmalen Zugang zum Mittelmeer bildet und zu beiden Seiten von spanischem Gebiet flankiert wird. Da sind die zwei wichtigen Flottenstützpunkte an der atlantischen Küste Spaniens, nämlich Cadiz und El Ferrol. Nicht zu vergessen die Kanarischen Inseln und vor allem die Valearen, welch letztere den westlichen Teil des Mittelmeekes in einer Weise beherrschen, daß im Fall kriegerischer Verwicklungen der strategische Verkehr zwischen Frankreich und seinem afrikanischen Truppenreservoir auf das außerste gefährdet erscheint, wenn etwa von dem balearischen Flottenstützpunkt Mahon auf Menorca aus =Boote, Flugzeuge usw. gegen die französisch=afrikanische Mittelmeerverbindung vorstoßen. Und so kann man es aus machtpolitischen Gründen sehr wohl begreifen, wenn die Franzosen sofort nach dem Abschluß des spanisch=italienischen Freundschaftsvertrages vom Jahre 1926 alle Hebel in Bewegung setzten, um diesen Gefahren bei einer späteren französisch=italienischen auseinandersetzung aus dem Wege zu gehen. Ganz deutlich zeigt sich ja denn auch die Hand Frankreichs in der Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens, zu denen ja die önselgruppe der Balearen gehört. Katalonien verfügt über eine Bevölkerung von 2 Millionen Seelen, ist nicht nfür landwirtschaftlich außerordentlich fruchtbar, sondern besitzt auch sehr reiche industrielle Rohstoffvorkommen. Die handelspolitische Bedeutung der katalonischen Hauptstadt Barcelona genießt einen solchen Weltruf, daß jedes Vort darüber überflüssig ist. Die reichen katalonischen provinzen wären also in materieller Hinsicht durchaus in der Lage, ein staatliches Eigenleben zu führen; aber für Spanien würde das die restlose Zerschlagung seiner politschen Machtstellung bedeuten, über die es dank seiner beherrschenden Stellung im westlichen Mittelmeer verfügt. Ein zersplittertes Spanien aber und ein franzosenhöriges Katalonien, das würde so ganz dem Wunsche der französischen Machtpolitiker entsprechen. Und so nimmt es nicht Wunder, daß schon der erste Versuch des Katalanenführers Oberst Macia, Katalonien von Spanien loszureißen, auf französischem Boden vorbereitet und von der französisch=spanischen Grenze aus unternommen wurde. Dieser erste Putschversuch wurde seinerzeit zwar im Keime erstickt, aber neuerdings standen die Dinge auf des Messers Schneide. Man kann dem spanischen Volke nur wünschen, daß es die von außen in es hineingetragenen Sprengungsversuche siegreich übersteht und sich als geschlossenes und einiges Volk durch die Wirren hindurchfindet, die es zur Zeit so schwer heimsuchen. Auch die inzwischen abgeflauten Unruhen auf der vortugiesischen Inselgruppe der Azoren und im Zusammenhang damit der Aufstand auf Madeira haben ihren Ausgang von Frankreich genommen und zwar von den in Frankreich lebenden portugiesischen Emigrantenkreisen. Auch in diesem Fall bezweckten die Unruhen eine staatsrechtliche Lostrennung vom Mutterlande. Die verkehrspolitische Bedeutung der Azoren sowohl für die Seestraßen wie für die Luftlinien nach Südafrika und Südamerika ist bekannt. Und man weiß auch, daß Frankreich wiederholt— allerdings erfolglos— mit Portugal verhandelt hat, um sich eine Monopolstellung auf den Azoren hauptsächlich für den Luftverkehr zu sichern. England, das einen verhältnismäßig starken Einfluß auf die Lissaboner Regierung ausübt, hat jedoch alle diese Machenschaften der französischen Diplomatie zu unterbinden verstanden. Und so hat Frankreich seine Absichten mit Hilfe aufrührerischer Elemente durchzusetzen versucht. Aber das Spiel sist nicht geglückt. Die sofortige Entsendung eines englischen Kriegsschiffes von Gibraltar nach den Azoren war eine deutliche Demonstration, die weit über den lokalen Charakter seiner Mission hinausging. Alle diese Intrigen und Rivalitäten aber spielen sehr lebhaft hinein in die englisch=französisch=italienischen Flottenverhandlungen. Und wenn man sich die weltpolitischen Hintergründe scheinbar so lokaler und peripherer Vorgänge, wie sie beim Putschversuch des Oberst Macia in Katalonien oder die Unruhen auf den Azoren darstellen, klar macht, dann wundert man sich nicht, wenn die europäischen Flottenverhandlungen neuerdings wieder völlig festgefahren sind und der englische„Observer“ ganz offen schreibt,„das europäische Flottenabkommen sei tot, auch wenn die Verhandlungen rein formell noch fortgesetzt würden". Ob ein solcher Verlauf der Dinge eine abermalige und dann naturgemäß schärfere Abkühlung besonders zwischen Frankreich und Italien zur Folge hat, muß abgewartet werden. Jedenfalls hat das einzige Glanzstück der deutschen Nachkriegspolitik— nämlich die Wien=Berliner Abmachungen über die deutsch=österreichische Zollunion— auch seinerseits die Interessen des französischen Imperialismus an einer seiner empfindlichsten Stellen durchkreuzt. Und wenn nun Briand zum„großen Gegenschlage“ ausholt, der darauf abzielt, Polen und die kleine Entente zu einem besonderen, französisch geführten Zollblock zusammenzuschließen, dann beweist das erstens, wie sehr sich Frankreich in Südost=Europa durch den deutsch=österreichischen Wirtschaftszusammenschluß bedroht fühlt, und zweitens, daß man in Paris allmählich die Hoffnung aufgegeben hat, juristisch gegen die deutsch=österreichischen Abmachungen in Genf noch etwas ausrichten zu können. Die gewaltige politische und propagandistische Begleitmusik, mit der Briand seinen Gegenplan hat starten lassen, offenbart bereits die ganze sachliche Schwäche seines Vorhabens. Während sein Plan von nichts anderem als rein machtpolitischen Erwägungen diktiert ist, hat bei den Berlin=Wiener Abmachungen einzig und allein die wirtschaftliche Vernunft Pate gestanden. Die wirtschaftliche Vernunft aber wird früher oder später auch den Südost=Staaten, die heute noch im französischen Trabantenverhältnis stehen, die Augen darüber öffnen, daß man von französischen Bajonetten und französischem Gold allein nicht leben kann. Ganz abgesehen davon, daß Frankreich als nennenswerter Abnehmer der südosteuropäischen Agrarprodukte überhaupt nicht in Frage kommt, sondern daß gerade die Deutschen die Hauptabnehmer sind, werden auch diese Staaten sehr bald erkennen, daß der Haß ein schlechter Berater ist. Sonderlich auf dem Gebiet des Wirtschaftsverkehrs. Und so neigt man ja denn auch bereits in maßgebenden Wirtschaftskreisen Englands und Amerikas dazu, den so mächtig aufgebauschten„Gegenstoß“ Briands als „Bluff" oder besten Falles als Einschüchterungsversuch aufzufassen. Das ist für die deutsche und österreichische Regierung ein weiterer Anlaß, allen Drohungen Frankreichs gegenüber fest zu bleiben— auch dann, wenn Briand demnächst in Genf seine zur Zeit ernstlich erschütterte Stellung durch ein paar massive Reden wieder zu festigen bemüht sein sollte. Auch die etwaige Kündigung des deutsch=französischen Handelsvertrages darf uns nicht schrecken, denn der als Nachfolger Briands in Aussicht genommene„Pazifist“ Herriot ist ein Bürger Lyons. und die Lyoner Textilindustrie führt ohnehin schon seit langem einen leidenschaftlichen Kampf gegen den deutsch=französischen Handelsvertrag, da sie die Einfuhr deutscher Textilien am liebsten vollständig unterbunden sehen möchte. Aus diesem und aus anderen Gründen steht zu erwarten, daß der deutsch=französische Handelsvertrag— auch ohne deutsch=österreichisches Zollabkommen— früher oder später von den Franzosen sowieso, gekündigt wird. Daß der deutschfranzösische„Außenhandel seit etwa zwei Jahren mit einem Aktivsaldo für Deutschland abschließt, ist richtig und erfreulich. Es ist aber leider ebenso richtig, daß wir einen Ausfuhrüberschuß von drei bis vier Milliarden Goldmark brauchen, um die Tribute und Tributzinsen aufbringen zu können. Wenn Frankreich der Hauptnutznießer der deutschen Tribute— die deutsche Ausfuhr sabotiert, dann bleibt uns eben nichts anderes übrig, als die Tributzahlungen einzustellen, die uns ohnehin lediglich auf Grund der größten Geschichtslüge abgepreßt worden sind. H. einmal„gutgläubig, aber unwissend". Ein Beitrag zur Kritik Herr von Gerlachs. Wie aus dem Artikel„Gutgläubig, aber unwissend“ in Nr. 81 vom 9. April hervorgeht, ist der Aufwärts und Dr. Fritz Meier von dem Pazifisten Herrn von Gerlach angegriffen worden, u. a. auch deshalb, weil sie die Enthüllungen des französischen Leutnants Pierre Desgranges„In geheimer Mission beim Feinde“(erschienen in Deutsch bei Grethlein u. Co., Leipzig) ernst genommen hätten, während„auch die Deutschnationalen in Desgranges einen notorischen Schwindler sehen". Da auch ich in Nr. 230 des Aufwärts(1930) wie in Nr. 24(1931) ebenfalls auf die Enthüllungen Bezug nahm, würde auch mich der Vorwurf Herrn v. Gerlachs treffen. Ich stelle zunächst fest, daß die in Süddeutschland führend nationale„Süddeutsche Zeitung“ seinerzeit die Enthüllungen von Desgranges ganz ernstlich behandelte. Auch der„Völkische Beobachter", München, befaßte sich eingehend damit. Auf meine ausdrückliche persönliche Anfrage bei der Schriftleitung der Süddeutschen Zeitung erhielt ich zur Antwort, daß sie alle ihre Veröffentlichungen in Sachen Desgranges voll und ganz aufrecht erhalte. Ich erkundigte mich aber auch auf der Weltkriegs=Bücherei Stuttgart=Rosenstein Der aufsichtführende Bibliothekar gab mir den Bescheid, daß ihm nie etwas bekannt geworden sei, Desgranges sei nicht ernst zu nehmen. Sowohl das französisch erschienene„En mission chez'ennemi“, Alexis Redier, Editeur, 11 Rue de Sévres, Paris, wie die deutsche Uebersetzung sind in der Weltkriegsbücherei vorhanden. Ich sah die französische Ausgabe erneut ein. Die deutsche war gerade ausgeliehen. Und ganz neuerdings hat„Fridericus" in Nr. 14, 2. Ausgabe April, in einem Leitartikel auf der Vorderseite mit großer Ueberschrift„Schimpfliche Verbrecher als bestochen entlarvt!“, auf die deutsche Ausgabe hingewiesen, u. a. mit der Feststellung, daß hier„die Geschichte des schimpflichsten Verrats, der je an Deutschland begangen wurde", enthalten sei, daß„Frankreich große Summen Geldes den deutschen Revolutionären in die Hände steckte.“ Der Herausgeber des Fridericus, F. C. Holtz, wird wissen, was er tut, wenn er trotz der sattsam berüchtigten„Notverordnung“ solche Dinge zu sagen wagt! Damit könnte ich nun zu der Frage schweigen. Da aber noch allerlei Nebel auf Deutschland lasten und wir jedenfalls gar nicht überzeugt sind, daß wir es durch die Revolution so herrlich weit gebracht haben(zur wahren Freiheit, Schönheit und Würde!), sei erlaubt, noch einiges in diesem Zusammenhang Herrn v. Gerlach und anderen Volksgenossen zu sagen. Wir wollen dabei nicht einen„unverbesserlichen Nationalisten", wohl aber den früheren Sozialistenführer August Winnig— und der muß wohl als einwandfreier Zeuge gelten!— ausgiebig zu Wort kommen lassen. In „Vom Proletariat zum Arbeitertum“(Hanseatische Ver; lagsanstalt) schreibt er S. 172:„In diese durch den dauernden Hunger aufgewühlte Stimmung(der letzten zwei Kriegsjahre) fiel die Propaganda des Landesverrats. Wir brauchen nicht bei ihren Einzelheiten zu verweilen. Selbstverständlich hatte das Ausland seine Hand dabei im Spiele. Wieviel es angezettelt hat, werden wir nie erfahren. Aberes gabder Propagandisten in Deutschland genug. Jeder Unabhängige war ein Kämpfer für den Frieden um jeden Preis. Die deutschen Unabhängigen haben der Entente nicht weniger genützt als die amerikanische Waffenhilfe.(Sperrdruck von mir.) Soweit August Winnig. Also:„Propaganda des Landesverrats“— mit anderem Wort„Dolchstoß“— mit Hilfe des Auslandes! Aber gerade aus den Ausführungen August Winnigs (S. 173 ff) wird deutlich, wit welcher Zähigkeit der nationale Teil der deutschen Arbeiterschaft den Kampf gegen diesen„landesverräterischen“ Geist führte, während schon auch hochgestellte„Bürgerliche“ wie Geheimrat Witting, der frühere Oberbürgermeister von Posen, Bruder des Schriftstellers Maximilian Harden, ferner der frühere deutsche Botschafter in London, Lichnowsky, und Fürst Bülow als Defaitisten eine wahrhaft traurige Rolle spielten. Geheimrat Witting hatte die Stirn, August Winnig(der damals einer der national denkenden Arbeiterführer war) u. a. zu sagen(S. 174):„Deutschlands Schuld am Kriege sei sonnenklar.“——„Bisher hätten die Gewerkschaftsführer die Streiks verhindert oder doch schnell wieder beigelegt. Wenn sie, ohne sich persönlich in Gefahr zu bringen, die Streiks begünstigen würden, so hätten sie die Regierung in drei Monaten auf die Knie gezwungen, Deutschland gerettet und der Zivilisation einen großen Dienst erwiesen.“ August Winnig lehnte ab. Als ihm etliche Wochen später gar bei einer zu bildenden Regierung unter Fürst Bülow(!) ein Staatssekretärsposten als sicher in Aussicht gestellt wurde, lehnte er wieder ab! Was August Winnig schreibt im Anschluß an diese Vorgänge, das sollte jeder deutsch denkende Mensch auch in unserer Zeit immer wieder lesen(S. 176—179). Die Not von damals ist ja immer noch unsere Not. Winnig beleuchtet da neben der mehr als fragwürdigen Haltung der oben genannken„Großwürdenträger“ auch die Haltung von„Literaten, Künstlern, Publizisten, politischen Frauen usw.“ mit folgenden Worten:„Sie verneinten Deutschland, weil sie ihm innerlich fremd waren.—— Daß Deutschland sich vermaß, den gleichen Weltrang zu beanspruchen wie England und Frankreich, und daß es in seinem Rechte war, wenn es den Anspruch durchzusetzen suchte, das war für diese Menschen eine unvollziehbare Vorstellung. Es war zuletzt wieder das Jeutsche Minderwertigkeitsgefühl, das diese Strömungen nährte. Daß England die See beherrschte, war ihnen selbstverständlich. Daß Frankreich sich ein afrikanisches Kolonialreich schuf, war sein Recht. Daß Engländer und Russen Asien unter sich aufteilten, war zu verstehen. Es war oft bewunderungswürdig, welchen Scharfsinn Deutsche aufwandten, um die Machtpolitik jener Länder zu erklären, zu begründen, zu rechtfertigen. Die parteisozialistische Literatur hat darin viel geleistet. Aber daß Deutschland Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. Christliche Wehrkraft der Jüngsten. Von Rektor Wilhelm Ley. Erschienen im Verlag Paul Müller, München. „Wer die Jugend hat, hat die Zukunft". Das ist ein Schlagwort geworden, das man seit einem Jahrzehnt immer wieder hören kann. Weil man mit der Jugend die Zukunft zu haben glaubt, darum bemüht man sich um sie von allen Seiten, darum sind Erziehung und Jugendführung zu Kardinalfragen unserer Zeit geworden. Auch auf diesem Kampffeld fällt die letzte Entscheidung zwischen Christentum und Antichristentum. In immer breiterer Front wird der Angriff der„Gottlosen" vorgetragen, die jedes religiöse Moment in der Erziehung ablehnen. Ist man doch auch auf dieser Seite längst dazu übergegangen, die Erziehung und Heranbildung des jungen Geschlechtes selber in die Hand zu nehmen. Etwa 100000 deutsche Kindere sind im„Verein der Kinderfreunde“, der sozialistisch=freidenkerischen Jugendbewegung organisiert und stehen damit unmittelbar unter sozialistisch=freidenkerischem Einfluß. Der„Kinderfreund", das Organ dieser Bewegung, erscheint in einer Auflage von 300000 Stück. Angesichts dieser Gefährdung der Jugend kann die Christenheit nicht untätig zusehen. Sie muß sich ihrer Verantwortung den Jungen gegenüber bewußt werden, und aus der Verantwortung heraus werden sich mancherlei Wege der Hilfe zeigen, die beschritten werden können. Einen solchen Weg zeigt Wilhelm Ley in dem oben genannten Buch„Christliche Wehrkraft der Jüngsten“, das im Verlag Paul Müller, München in der Bücherfolge„Christliche Wehrkraft“ erschienen ist.(Preis 1,50 Mark, Ganzleinen.— Mark.) Von der Jungscharbewegung wird hier erzählt, jener Abteilung des christlichen Jungmännerwerkes(C. V. j..), die den 12= bis 14=jährigen Knaben dienen will. Mancherlei Bilder aus der Arbeit an diesen Jungen werden gezeigt. Wir sollen merken, wie es darum geht, den Jungen ganz zu verstehen, sein Verlangen nach Jugendlust und Jugendfreude zu befriedigen, seinen Wissensdurst zu stillen und sein Streben nach den höchsten und besten Gütern dieses Lebens zu begreisen und in die richtigen Bahnen zu leiten. Darüber hinaus will man diesen jungen Menschen die Augen öffnen für die ewige Gotteswelt und ihrem seine Ansprüche anmeldete— das war fluchwürdiger Imperialismus, Großmannssucht, Verbrechen.“ Wir werden nicht irre gehen, wenn wir auch Herrn von Gerlach hier einreihen und viele andere, denen trotz Versailles und dem wahrhaft grauenhaften Sterben deutschen Lebens immer noch nicht die Augen aufgegangen sind! Aber lassen wir August Winnig das Wort! Noch ein anderes lebte in diesen Strömungen. Man war unzufrieden mit der politischen Form Deutschlands.— Daß aber die Uebertragung westvölkischer Verfassungsformen auf das deutsche Leben zu Mißbildungen führen mußte, war der oppositionellen Intelligenz verschlossen.“— Wir haben trotzdem die„westvölkische Verfassungsform“ übernommen und sind infolge davon innenpolitisch todkrank. Wenn doch erst einmal diese Erkenntnis in den weitesten Kreisen dämmerte, dann würde auch mehr verstanden, daß die heiße Sehnsucht nach dem„dritten Reich“ kein Staatsverbrechen ist, sondern das Gegenkeil, und daß diese Sehnsucht erst stille werden kann, wenn die Erfüllung uns einmal durch Gottes Gnade geschenkt ist. Und August Winnig redet in dem erwähnten Zusammenhang von einem Dritten, nämlich von der Einstellung der„deutschen Geistigen“, namentlich von den deutschen Dichtern der wilhelminischen Zeit. Und sein Urteil ist vernichtend. Er sagt geradezu:„In ihnen gewann die deutsche Schwäche ihre peinlichste Gestalt.“ S. 178). Die deutsche Dichtung lebte abseits der großen Fragen ihres Volkstums.—— Sie glitt in ein Aesthetentum hinab, das sie selber zwar sehr ernst nahm, im Grunde aber die belangloseste und nichtigste Sache war. Sie dichtete Märchendramen, während ihr Volk um den Weltmarkt kämpfte. Sie schrieb psychologische Romane, während mit der erwachenden Masse ganz andere Fragestellungen aufkamen. Sie schwelgte in erotischer Lyrik, während sich in der Bevölkerungsvermehrung das deutsche Schicksal erhob. Die deutsche Dichtung war eine Sache von Menschen, die nur sich kannten, und die mit der Nation nur noch dadurch zusammenhingen, daß sie sich von ihr ernähren ließen.—— „Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt": davon wußte die deutsche Dichtung nichts.“ Soweit August Winnig. Und die Dichtung der nachrevolutionären Zeit, Schrifttum, Theater, Kino, mit Tango und Jazzmusik, wie sie auf Volk und Jugend losgelassen wurden? War und ist das nicht Kunst des Bordellmilieus, der Perversität, des sittlichen Nihilismus und Bolschewismus, von der großen Gegenwartsnot des Volkes aus gesehen, Kunst als Ohnmacht, Lüge und Täuschung, Kunst als Nervenpeitsche und wieder als Opium und Morphium? Wahrlich, wir können's auch sagen: Hier gewann die deutsche Schwäche und Schande ihre peinlichste Gestalt! Auch da ist das Deutsche, das aus den Quelltiefen besten Volkstums hervorbrechen will, zunächst noch weithin verpönt und geächtet. Man mag uns sagen, was man will über Liebe und Duldsamkeit. Es gibt auch' falsche Liebe und falsche Duldsamkeit. Gewiß gibt es dekadente Deutsche genug und übergenug. Gewiß haben wir zuerst uns zu wehren gegen Unsitte und Zerfall eigenen Volkstums. Dann aber ganz gewiß auch vor schädlicher Ueberfremdung! Ich kann es mir nicht versagen, einen Satz hierher zu setzen aus Leben damit den rechten Halt geben. Darum sucht man sie einzuführen in die Bibel, man sucht ihnen dieses Lebensbuch lieb zu machen und ihnen in innersten Fragen und Nöten ratend und wegweisend beizustehen.„Die junge Schar",— so heißt das Blatt der Bewegung, dessen Herausgeber der Verfasser ist. Sein Inhalt spiegelt in lebendiger Weise das Leben in der Bewegung wider. Wer das Buch mit kritischen Augen liest, merkt bald, daß hier einer schreibt, der ganz drin steht in der Bewegung, von dem man daher ein objektiv wertendes Urteil nicht erwarten darf. Der Fernstehende mag viel mehr das Fragwürdige an der Sache sehen. Schon die ganze Zielsetzung könnte fragwürdig erscheinen. Ist es möglich, den jungen Menschen zum„Gottesmenschen“ zu erziehen oder auch nur Handlangerdienste hierzu zu leisten? Der Verfasser selbst hält hier ein ernsthaftes Fragezeichen für angebracht. Wird es überhaupt gelingen, den jungen Menschen vor den Anspruch des lebendigen Gottes zu stellen, oder ist nicht die Gefahr viel größer, daß es doch beim frommen Mäntelchen bleibt? Das sind Fragen, die uns deutlich machen sollen, daß es wirklich nur ein Weg ist, der hier versucht wird. Aber als solcher erscheint er aller Beachtung wert. H. Stee. „Das junge Mädchen unter der Gewalt des öffentlichen Lebens.“ Von Hans Pförtner. Erschienen im Verlag Paul Müller, München.— Preis RM 1,50. Wir jungen Mädchen haben Hans Pförtner für das kleine Büchlein zu danken. Nicht nur zu danken, daß er uns Wahrheit und Klarheit über Wesen und Sinn unseres Mädchentums schenkt, sondern auch zu danken für die Wege, die er uns weist, damit eine jede von uns die wahre Erfüllung ihres Wesens finde. Mit seiner psychologischer Sicherheit wird das junge Mädchen in seinen verschiedensten Interessen gekennzeichnet, ob es nun als Studentin, als Sportsmädel, als Frau im Beruf oder als Politikerin von sich reden macht— Hans Pförtner weiß für jede Haltung, sei sie körperlicher oder geistiger Art, das wahre Wort und die rechte Wegweisung zu finden. Jedes noch einigermaßen innerlich gesunde, unverbildete junge Mädchen, das sich des reichen ungehobenen Schatzes ihres Frauentums bewußt ist, erfüllt ein Ahnen und ein stilles Warten, eine Bereitschaft, hohe und höchste Forderungen zu erfüllen, die an ihre weibliche Seele, an ihr liebendes schwesterliches Wesen gestellt werden. Diese Sehnsucht, nicht wie einer Rede, die Adolf Stöcker einst am 25. Februgr 190, im preußischen Landtag gehalten hat:„Die Juden öffentlichen Leben, in der Presse, bei den Wahlen zu de, Stellung zurückzuführen, die ihnen zukommt, ist die fort. gesetzte Agitation das berechtigte Mittel. Es bleiht nichts anderes übrig; die Bewegung wird unabändersich so lange ihren Fortgang nehmen, bis unser Volkslehen von dem Ueberwuchern jüdischen Einflusses befreit iu Wir wollen unserem gebundenen Volke nicht vor, reden: Friede, Friede, wo doch kein Friede ist! Bir wollen es vielmehr zum Kampfe aufrufen gegen seine Feinde von außen und von innen, wahrlich nicht zu un, recht und Gewalttat, aber zum Kampf für Gerechtigheit Wahrheit und Freiheit. Nur auf diesem Wege kannezu einem Durchbruch kommen aus Schande und Ohn, macht! Otto Lohß, bleibt die Reichsbank? Von F. Baltrusch, M. d. R. u. d. RWR. Die Reichsregierung versucht alles Mögliche, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Sie hat den Reichsetat durch den Finanzminister gründlich zusammenstreichen und rechtzeitig im Reichstag durchbringen lassen. Sie hat die Preissenkungsaktion nicht ganz ohne Erfolg betrieben. Sie hat die Gutachterkommission zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzt. Sie hat die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten.=G. zwechks Auftragsvermehrung gegründet und die Osthilfe mit einem Kapitalbetrag von rund 2 Milliarden Mk. ins Leben gerufen. Sie ist im Begriff, durch eine Verordnung die weitere Unterbringung von Arbeitslosen zu fördern. Und was tut die deutsche Reichsbank zur Erleichterung der Wirtschaft und zur Konjunkturbelebung? Sie könnte jetzt sofort etwas sehr Wirksames tun. Sie müßte energisch den Reichsbankdiskont von 5 auf 4 Prozent herabsetzen! Der Diskont in Neuyork, Zürich, Paris und Brüssel beträgt nur 2½ Prozent, in London 3 Prozent. Das ist etwa die Hälfte des deutschen Reichbankdiskonts. Die durch die Reichsbank eingelei#ete Zinsverbilligung würde in der deutschen Wirtschaft zweifellos belebend wirken. Warum tut die deutsche Reichebank nicht diesen Schritt? Aus Frankreich und der Schweiz können wir jetzt schon Leihdevisen für 3 bis 3½ Prozent bekommen, und der holländische Gulden ist augenblicklich auch sehr billig. Tagesgeld kostet in Deutschland 5¼ Prozent. Der neue Reichsbankausweis zeigt eine Gesamtentlastung von 480 Millionen Mark, die Verpflichtungen des letzten Ultimos sind fast abgedeckt, der Wechselbestand war zuletzt 80 Millionen Mark niedriger als im Vormonat, die Schatzwechselbestände sind abgestoßen und die neuen Serien der kombiniecten Reichsschatzanweisungen konnten eebenfalls schnell verkauft werden. Es ist mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten, daß sich in den nächsten Monaten eine Rückwirkung des Status der Reichsbank zeigen wird. Der Kreditbedarf des Reiches wird sich nach der neuesten Entwicklung als wesentlich geringer, wie befürchtet, herausstellen. Eine Erleichterung der schwierigen Wirtschaftslage durch eine schnelle und gründliche Diskontsenkung ist mit größter Sicherheit anzunehmen. Darum, Reichsbank, handle! der Mann die Zeichnung und Mathematik der Dinge zu sehen, sondern ihre Seele zu begreifen und sie mit Liebe zu füllen, geht unter in dem Strom des öffentlichen Lebens. Das junge Mädchen von heute ist darauf angewiesen, sein Brot zu verdienen, im Wirtschaftskampf seinen „Mann“ zu stehen. Hier beginnt die Wendung, die Wandlung an ihm und in ihm, es geht entweder untet oder bewahrt nach schweren Kämpfen seine innere weldliche Natürlichkeit. Die ihr Frauentum behaupten, sind die wenigen. Die Gefahr ist eben zu groß, die Not ist zu tief. Draußen im Leben, mitten im Treiben des Alltags, da arbeiten Kräfte, die kaum merklich sind, die aber? den Tag eine feine, kaum merkliche Spur hinterlassen. Wir können die Schuld auf unsere kranke Zeit schieben, die sich auf allen Gebieten von ihren natürlichen Grundlagen entfernt hat. Wir können wer weiß wie diet Kräfte verantwortlich machen. Ob aber unsere Zeita lein mit ihren Irrungen und Wirrungen daran schile ist? „Das Siegertum der Frau liegt in der fraulichen m und nicht in der Leistung. Sie keucht daher im Wettbewerb mit dem Manne und verliert dabei ihre beste und tiefste Kraft,“ sagt ein Satz bei Hans Pförtner. Es kossel wahrlich keinen geringen Kampf in der Seele des u gen Mädchens, bis es erkannt hat, daß sein Menschen“ tum in der Untertanslinie verläuft, in der Linie de? Liebens, des Dienens, des mütterlichen, schwesterlicht“ Seins. Ob alle diesen Kampf kämpfen? Das ist die an klage des Büchleins gegen alle diejenigen, die sich an lehnen gegen diese Zumutung, die sich wehren, unts Leiden und Ringen den köstlichen Schatz ihres Frauen tums zu erhalten. Hans Pförtners Büchlein will eine schlichte Handlt“ chung tun. Es will den gesunden Regungen des juge" lichen Herzens, die durch die Gewalt des öffentliche bens unsicher gemacht sind, das gute Gewissen wied:“ geben. Daß die tieferen Quellen des Lebens erst zu sPi“ deln beginnen, wenn die Seele gelernt hat, nein“" gen zu der Verführung und Verflachung der Oeffenlich keit, ist das Letzte und Beste, das Hans Pförtner zu““ gen hat: Gott ist der Schützer und Hüter der Mädck“. seele. Noch einmal: alle die, die ihrem Mädchentum““ sinnerfülltes Schicksal geben möchten, die da wissen" den Sinn der Frau in dieser Welt, sind Hans für das kleine Büchlein dankbar. PPherigehi ungene innten. die erforderliche Mindestzahl nach Mitteilung des Bundesamtes überschritten. — Magdeburg, 22. April. Das Bundesamt des Stahlhelms teilt mit, nach den bei ihm eingegangenen Meldungen überschreite die Gesamtzahl der Eintragungen zum Volksbegehren auf auflösung des Preußischen Landtags die ersorderliche Mindestzahl von rund 5,27 Millionen Stimmen erheblich. Das Volksbegehren sei somit erfolgreich gewesen, so daß dem Volksbegehren nunmehr der Volksentscheid folgen werde. Nachdem so das dem Volksbegehren zugrunde liegende Gesetz die erforderliche Unterstützung gefunden hat, geht das Gesetz dem Preußischen Landtag zur Stellungnahme zu. Der Landtag ist in seiner Entscheidung frei, d. h. er kann die Auflösung beschließen oder auch ablehnen. Lehnt der Landtag die Auflösung ab, dann muß der preußische Ministerpräsident das Gesetz über die Landtagsauflösung im Wege des Volksentscheids nochmals den Wählern unterbreiten. Im Volksentscheid gilt das Gesetz als angenommen, wenn mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten— das sind etwa 13 Millionen Wähler— für die Landtagsauflösung gestimmt haben. Mit der Veröffentlichung des Ergebnisses des Volksentscheids— die Annahme vorausgesetzt— gilt der Landtag dann als aufgelöst, so daß Neuwahlen zu erfolgen hätten. Politisch bedeutsam ist zunächst die Stellungnahme, die der Landtag selbst zu der Frage der Auflösung einnehmen wird. Bereits vor einigen Tagen verlautete von einer geplanten Vorverlegung der im Frühjahr 1932 sowieso fälligen Landtagsneuwahlen auf den Herbst. Diese Meldung ist zwar inzwischen dementiert worden, doch ist es nicht ausgeschlossen, ob nicht schließlich doch noch die Anhänger einer baldigen Neuwahl die Oberhand gewinnen. Das Volksbegehren in Bielefeld. — Bielefeld, den 21. April. In Bielefeld, der„Hochburg Severings“, haben sich 15737 Stimmberechtigte in die Listen des Stahlhelm=Volksbegehrens eingetragen. Ein Erfolg, an den man noch vor wenigen Tagen kaum zu glauben wagte. * — Bielefeld=Gadderbaum, den 21. April. Die Eintragungen in Gadderbaum betragen insgesamt 2090. Weicht Preußen aus? :: Stahlhelm und Fall Hausmann. Zu der preußischen Mitteilung über die Untersuchung des Falles Hansmann, die eine Rechtfertigung des Landrats ergeben habe, gibt der Stahlhelm=Landesverband Westmark eine Erklärung ab, in der er sich dagegen verwahrt, daß es gegenüber 76 Eiden von Soldaten genügen solle, wenn eine Anzahl dem Beschuldigten parteimäßig nahestshender Zeugen vor einem Verwaltungsbeamten irgendwelche Erklärungen ohne Eid abgäben. Der Landesverband erhöhe die Zahl seiner eidesstattlichen Zeugen von 76 auf 100 und fordere erneut eine eindeutige, gerichtliche Erklärung. Neues Zeitungsverbot in Schlesien. — Breslau, 22. April. Der Oberpräsident für die Provinz Niederschlesien hat die„Schlesische Tageszeitung“ auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. März 1931 und des Republik=Schutzgesetzes auf zwei Wochen verboten. Dei dei Anntunst=Biummener. Der Reichsaußenminister wieder in Berlin.— Die Besprechungen mit dem Generalsekretär des Völkerbundes. — Berlin, 22. April. Reichsaußenminister Dr. Curtius hat seinen Österurlaub, den er in Badenweiler verbracht hat, boendet und sich nach Berlin zurückbegeben. Der Reichskanzler wird am Tonnerstag zurückkehren. Am Freitag trifft dann auch der gegenwärtig in Rom weilende General= sekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, in Berlin ein, um mit dem Reichsaußenminister über die Vorbereitung der Maitagung des Völkerbundsrates zu verhandeln. In diesem Tagungsabschnitt, der bekanntlich politisch außerordentlich wichtig ist, wird Minister Dr. Curtius den Vorsitz führen. Im Mittelpunkt der Ratstagung stehen das österreichisch=deutsche Zollprotokoll und die Frage des Ortes und des Vorsitzes der Abrüstungskonferenz. Was den Konferenzort betrifft, kommt Barcelona, das sich besonders eifrig beworben hat, angesichts der Vorgänge in Spanien wohl nicht mehr in Betracht. Was die Wahl Londons anbelangt, so dürfte sich hiergegen der Widerstand Frankreichs geltend machen. Hat Briand doch schon ehe von London die Rede war, den Standpunkt vertreten, daß Genf gewählt werden müsse, wenn es die vom Rate in seinem Beschluß vom Januar gestellten Voraussetzungen erfülle. Die Wahl einer der französischen Städte, die sich ebenfalls beworben haben, kommt natürlich ernsthaft überhaupt nicht in Frage. Was die politische Vorbereitung der Abrüstungskonferenz betrifft, so wird hierbei u. a. der deutsche Antrag über den Austausch von Mitteilungen über den Rüstunsstand, der auf der Tagesordnung des Rates steht, ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Auch die Verhandlungen der Europakommission werden besprochen werden, und es wird zu erwägen sein, ob angesichts ihrer besonderen Wichtigkeit die hierfür in Aussicht genommenen zwei Tage— der 15. und der 16. Mai— ausreichen. * Verabschiedung kleinerer Vorlagen. Der Reichsrat genehmigte die erste Durchführungsverordnung zum Industriebankgesetz. Die Verordnung stellt eine Reihe früherer Durchführungsbestimmungen zum Industriebankgesetz wieder her. Sie bestimmt, daß Angestellte der Bank als Urkundpersonen tätig werden können und daß die Bank in Grundbuchund Registersachen gebührenfrei ist. Auf Anregung Preußens wurde auch die Bestimmung wiederhergestellt, daß von Amts wegen Eintragungen kostenfrei gelöscht werden können. Ferner verlieh der Reichsrat den 7prozentigen deutschen Kommunalgoldschatzanweisungen der deutschen Girozentrale von 1931 die Mündelsicherheit. Regierung Besprechungen im Reichsernährungsministerium. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat, sobald es von der in einzelnen Städten, s9 z. B. in Berlin, beabsichtigten Brotpreiserhöhung Kenntnis erhielt, mit den beteiligten Wirtschaftskreisen über Mittel und Wege beraten, um den unerwünschten Folgen dieser Erhöhung zu begegnen. Es ist eine Reihe von Maßnahmen in Aussicht genommen. Die hierzu erforderlichen Vorbereitungen werden bereits in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen. Die Bestrebungen des Ministeriums sind darauf gerichtet, der Bevölkerung ein schmackhaftes und vollwertiges Brot zu dem bieherigen Preise zur Verfügung zu stellen. Die Landgemeinden tagen. ratungen des preußischen Hauptvorstandes.— Am Innabend Konferenz aller Landgemeinden=Organise tionen. n. Der Vorsitzende, Bürgermeister Lange=Weißisser, wies in seiner Ansprache auf die ungeheuer wierige Lage der Landgemeinden hin, von denen ei obe Anzahl unmittelbar vor dem Zusammenbruch inde. Er beglückwünschte dann das Vorstandsmitglied, ntsvorsteher und Deichhauptmann Boß=Wesselhuren, seinem 25jährigen Amtsjubiläum und zu seiner inennung zum Ehrenbürger der Universität Kiel. Darauf gab der Präsident des Verbandes, Landrat D. Dr. Gereke=Pressel, M. d.., einen allgemeinen verblick über die finanzielle Lage der Gemeinden und fründete die Forderungen, die der Verband der Preußien Landgemeinden angesichts der augenblicklichen deren Rotlage bei Reich und Staat erhebegpgnaß, aie leunigt müsse im Laufe der nächsten beidez:. Gemeinden setzliche Regelung getroffen werden, die die 2 ihrer unmöglichen Lage befreie. Man könne damit nicht irten, bis etwa der Reichstag, wie vorgesehen, im Oktober jetzige unhaltbare Situation vornehmlich durch die sprunghaft gestiegenen Wohlfahrtslasten und durch die Schullasten gekommen. Dr. Gereke machte dann hierzu nähere Ausführungen, die noch ergänzt wurden durch Spezialreferate von Syndikus Steinberg und Generalsekretär Standke und die ihren Niederschlag in verschiedenen Entschließungen fanden. Ministerialrat z. D. Schellen sprach über die Wohlfahrtslasten der Gemeinden. Die eingehenden Beratungen über die Reform der Arbeitslosenunterstützung sollen gemeinsam mit den Landgemeindeorganisationen der anderen Länder am Sonnabend in Baden=Baden fortgesetzt werden, wohin der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, Dr. Gereke=Pressel, den Vorstand des Deutschen Landgemeindetages eingeladen hat. Dr. Sahms Einführung. Der Oberbürgermeister vor dem Berliner Stadtparlament. Das Berliner Rathaus hatte einen großen Tag. die Tribünen des Hauses waren überfüllt. Das Stadtzarlament war zu einer außerordentlichen Sitzung zuammengetreten, um das neue Oberhaupt und die neuen Nagistratsmitglieder zu begrüßen. Stadtverordnetenvorsteher Haß wies in seiner Begrüßungsansprache auf die schwierigen Berliner Verhältnisse hin, besonders auf die schwierige Finanzlage, die durch die Wohlfahrtspflege bedingt wäre. Anschließend nahm Dr. Sahm das Wort, um zu den nächsten Zielen und Aufgaben der städtischen Verwaltung sich zu äußern. Dr. Sahm dankte für das Vertrauen der Stadtverordneten; er sagte zu, das Amt überparteilich zum Wohle der Allgemeinheit zu verwalten. Die größte Sorge werde er den Finanzen zuwenden. Größte Sparsamkeit sei notwendig. Die großen Probleme könnten aber nur gemeistert werden in gemeinsamer Arbeit. Es gilt zunächst, die ausgenommenen schwebenden Schulden zu konsolidieren und, was nicht minder wichtig ist, das Entstehen neuer Schulden zu verhindern. Vor allem muß äußerste Sparsamkeit walten. Das Kontrollrecht und die Kontrollpflicht wirksam zu gestalten, wird sicherlich eine wichtige Aufgabe für die nächste Zukunft sein. Französische Provokation. — Berlin, 22. Aprik. Man braucht nicht Offizier zu sein, um zu wissen, daß in allen Armeen der Welt photographische Aufnahmen militärischer Uebungen nur dann gestattet sind, wenn man zuvor die Erlaubnis dazu eingeholt hat. Die drei französischen Offiziere aber, die in der Festung Königsberg durch einen Zaun hindurch Artillerieübungen an einem Gerät, das als geheim gilt, photographiert haben, haben nicht nur gegen diesen Grundsatz verstoßen, der jedem Rekruten geläufig ist, sondern sie haben durch die Art ihres Benehmens sich auch der Spionage verdächtig gemacht. Es konnte nicht ausbleiben, daß der Zwischenfall in Königsberg in der deutschen Oeffentlichkeit, insbesondere aber in der Bevölkerung des bedrohten Grenzlandes, stärkste Erregung und Empörung auslöste. Haben die französischen Offiziere nach dem Zwischenfall, der von Rechts wegen mit ihrer Einlieferung in das Gefängnis hätte enden müssen, doch noch taktlos die„Studienreise“ über die ostpreußischen Schlachtfelder fortgesetzt und sie erst abgebrochen, als ihre Botschaft auf die Beschwerde des Auswärtigen Amtes hin sie aufforderte, Deutschland auf dem schnellsten Wege zu verlassen! Bei der Beurteilung dieser traurigen Vorkommnisse kann man davon ausgehen, daß die drei Offiziere ihre„Studienreise“ nur angetreten haben, um so etwas wie eine unterirdische Militärkontrolle auszuüben oder doch Material über das System der deutschen Grenzverteidigung zu sammeln. Denn daß diese Herren trotz ihres immerhin plumpen Verhaltens in Königsberg der Spionageorganisation Frankreichs nicht gar so ferne stehen, ergibt sich daraus, daß zwei von ihnen dem sogenannten zweiten Büro des französischen Generalstabs angehören, in dem alle Fäden des militärischen Geheimdienstes zusammenlaufen. Noch ernster aber wird die Sache dadurch, daß der eine der Offiziere, Oberstleutnant Koeltz, in diesem Büro die Abteilung leitet, die sich vornehmlich mit deutschen Heeresangelegenheiten befaßt. Die deutsche Reichswehr hat nichts zu verbergen! Aber wir haben ein Interesse daran, daß die Einrichtungen, die im Interesse der Sicherheit unseres abgerüsteten Vaterlandes geheim zu halten sind, geheim bleiben, insbesondere Frankreich und Polen gegenüber. Es beunruhigt uns deshalb im höchsten Grade, daß Frankreich und Polen immer wieder Spionageversuche unternehmen lassen und dabei ihr Augenmerk gerade auf die Festung Königsberg richten, diesen Kernpunkt unserer Verteidigung im Osten. Hat man im Jahre 1926 nicht z. B. den belgischen Oberstleutnant Pulinx von der Kontroll= kommission zu einer angeblichen Hochzeitsreise ausgerechnet nach Ostpreußen geschickt, in Wahrheit aber, um verborgene deutsche Verteidigungsanlagen ausfindig zu machen? Ob die französischen Offiziere lediglich unkorrekt gehandelt haben, oder ob sie von Anfang an den Vorsatz hatten, auf eigene Faust Spionage zu treiben, kann zunächst dahinstehen. Auf jeden Fall haben sie sich in Deutschland unmöglich gemacht, und mit ihnen auch jener famose Konsul in Königsberg, der den Besuch vermittelte und die Offiizere in die Festung Königsberg begleitete. Wir wissen nicht, ob die Offiziere bei ihren Aufnahmen sich so sicher fühlten, daß sie ein Verhängnis nicht befürchteten, oder ob sie von der Spionageleidenschaft so gepackt wurden, daß sie alle Vorsicht vergaßen, aber daß jetzt durch ein Exempel dargetan werden muß, daß Deutschland als abgerüstetes Land nicht großzügiger verfahren kann als die Mächte, die bis an die Zähne bewaffnet sind und die trotzdem von gefährdeter Sicherheit schreien, daran darf kein Zweifel sein. Wenn es sich bestätigt, daß die Platten für die Offiziere weiter belastend sind, dann wird es mit der Abberufung der Offiziere und des Konsuls und mit Bedauern darüber, daß man sie nicht eingesteckt hat, nicht sein Bewenden haben dürfen. Im übrigen zeigt aber auch dieser neue Zwischenfall, wie groß die französische Unsicherheit, die daher rührt, daß man das Versailler Verhängnis dunkel fühlt, sein muß. Zu einer Beruhigung wird man jedoch nicht dadurch kommen, daß man noch genauer erforscht, wo die wenigen schweren Geschütze stehen, deren Montierung in Königsberg den Franzosen und Polen schlaflose Nächte zu machen scheint, sondern eine Umkehr wird nur dann möglich sein, wenn man in Paris und Warschau erkennt, daß selbst mit einem Uebergewicht an schwerer Artillerie nicht der Sieg des Rechts aufzuhalten ist! Die fortwährenden Spionagefälle aber zeigen, daß man in Frankreich noch in falschen Bahnen wandelt und nicht die Absicht hat, sie zu verlassen. : Eine amtliche Darstellung. Von amtlicher Seite wird eine Erwiderung auf das Reparationsbuch des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht veröffentlicht. Danach ist Dr. Schacht ausreichend unterrichtet worden, auch sei ihm die Unterredung Stresemanns mit Parker Gilbert vom 13. November 1928 mitgeteilt worden. In dieser Unterredung habe Parker Gilbert erklärt, Deutschland müsse mit Jahreszahlungen zwischen zwei und zweieinhalb Milliarden Mark rechnen, während Stresemann eine solche Lösung sofort auf das entschiedenste als untragbar abgelehnt habe. Ferner weist die amtliche Denkschrift den Vorwurf Schachts, die Regierung Müller habe die Unabhängigkeit der Sachverständigen nicht gewahrt, als unbegründet zurück. Demonstrationen in Warschau. Studenten lärmen vor den Gesandtschaften Deutschlaup## und Oesterreichs. — Warschau, 22. April. Einige hundert polnische Studenten veranstelteten in Warschau eine Versammlung, um gegen die„chauvinistischen und unerhörten Methoden" des Danziger Senats zu protestieren. Dann marschierten die Studenten zur deutschen Gesandtschaft. Da aber die Straße, in der sich das Gesandtschaftsgebäude befindet, durch Polizei abgesperrt war, begnügten sich die Demonstranten damit, vor dem Polizeiriegel deutschfeindliche Rufe auszustoßen. Darauf zogen sie weiter vor die österreichische Gesandtschaft, um dort lärmend gegen den Anschluß zu protestieren. Damit hatte die Kundgebung, nachdem zuvor noch sechs Entschließungen(!) gefaßt worden waren, ihr Ende erreicht. Explosion auf dem Aebungsplatz. Ein Oberreiter getötet, zwei weitere Soldaten schwer verletzt. Bei Sprengübungen des in der ostpreußischen Stadt Osterode in Garnison liegenden Reiterregiments 2 ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Das Regiment hatte einen Pionierzug gebildet, der sich aus Angehörigen aller Schwadronen zusammensetzte, und der eine Druckmine auf dem Uebungsplatz eingegraben satte. Um die Mine zur Entzündung zu bringen, sollte ein Wagen über die Bohle gezogen werden, die über der Mine angebracht worden war. Als nun der Oberreiter Mindt die Bohle betrat, löste der Druck die Zündung aus, so daß die Mine explodierte. Oberreiter Mindt war auf der Stelle tot; von den in der Nähe befindlichen Soldaten wurden der Oberreiter Zimmermann und der Obergefreite Ulbrich an Hals und Kopf schwer verletzt. Zur Aufklärung des Unglücksfalls begab sich sogleich eine Untersuchungskommission an Ort und Stelle. Wie verlautet, sind die Mannschaften ausdrücklich vor dem Betreten der Bohle gewarnt worden. Kreuzer„Emden" in Nanking. Herzlicher Empfang der Besatzung.— Sportkämpfe mit den Studenten der chinesischen Nationaluniversität. Zu dem Aufenthalt des deutschen Kreuzers„Emden“ in Nanking wird berichtet: Der Präsident der chinesischen Nationaluniversität, Chn Chiahua, hat in besonders dankenswerter Weise sein wärmstes Interesse an dem Besuch des deutschen Kreuzers„Emden“ bekundet. Er veranstaltete für die gesamte Besatzung einen Empfang durch die Universität, bei dem Sportkämpfe ausgetragen wurden und den Darbietungen der Schiffskapelle umrahmten. Auf seine herzlichen Begrüßungsworte erwiderte Kommandant Witthöft. Chu Chiahua gab ferner ein Diner, an dem der Außenminister, der Finanzminister und der Marineminister, ferner die Geschäftsträger der ausländischen Mächte und Spitzen der chinesischen Gesellschaft teilnahmen und bei dem die besondere Bedeutung „Besuches in herzlich gehaltenen Reden gewürdigt * Zusammenstoß zwischen italienischen Arbeitern und französischen Rekruten. In Nizza kam es zu einem Zusammenstoß zwischen italienischen Arbeitern, die auf französischem Boden beim Bau einer Straße von militärischer Bedeutung beschäftigt sind, und einer Gruppe junger französischer Rekruten. Der stellvertretende Bürgermeister der Ortschaft Peille versuchte Ruhe zu stiften, wurde aber selbst durch mehrere Schläge verletzt. Die Polizei nahm drei Italiener fest. Umwälzung im Dynamo=Bau. Bedeutsame Erfindung eines Berliner Ingenieurs. Wie man hört, ist dem Berliner Ingenicur Paul Hoffmann, der sich seit Jahren mit der Verbesserung elektrischer Stromerzeugungsmaschinen beschäftigt, eine Erfindung gelungen, die, wenn sie sich in der Praxis bewährt, eine wesentlich günstigere Ausbeutung an elektrischer Energie ermöglichen würde. Im Auftrage eines großen Elektrokonzerns wurde die Erfindung „dieser Tage von Fachleuten überprüft. Das Protokoll der Untersuchung stellt fest, daß„der tatsächliche Wirkungsgrad dieses Generators wesentlich höher ist als derjenige Wirtungsgrad, der sich aus der Leistung des Generators und den bei seiner Belastung gemessenen Verlusten errechnet. Die preußische Polizeiverwaltung. Der neue Entwurf vor dem Verfassungsausschuß. Der Verfassungsausschuß des Preußischen Landtages begann die Vorberatung des preußischen Polizeiverwaltungsgesetzes, das in Fortbildung des geltenden Rechtszustandes eine zusammenfassende Neuregelung des allgemeinen Teiles des preußischen Polizeirechts in der Hauptsache in formeller, zu einem kleinen Teil auch in materieller Beziehung bringt. Der Staatsrat hatte in seinem grundsätzlichen Gutachten gefordert, daß alle Aufgaben, die in ihrem Kern den Charakter der Wohlfahrtsaufgaben tragen, durch gesetzliche Sonderregelung an die Selbstverwaltung übertragen werden unter der Voraussetzung, daß eine befriedigende Regelung der Lastentragung erfolgt. In der Debatte äußerten Vertreter der Rechtsparteien Bedenken gegen den Entwurf, von dessen Durchführung sie die Erhöhung der polizeilichen Machtfülle befürchteten. Die Regierungsparteien erblickten demgegenüber in dem Gesetz eine Verstärkung des Schutzes der Bürger. — Vertreter Deutschlands und Polens tauschten die Ratifikations=Dokumente des deutsch=polnischen Liquidationsabkommens aus. Verschiedenes. Der 3. Deutsche Vegetariertag wurde vom 4. bis 6. April in Leipzig abgehalten und begann mit der Jahresversammlung des Verbandes deutscher Vegetariervereine, e.., Sitz Dresden. Beschlossen wurde u. a. die Herausgabe eines größeren Verbandsblattes und die Anstellung eines Wanderredners. Eine einstimmig angenommene Entschließung lautet:„Bei der von der Reichsregierung in Aussicht genommenen Neuregelung der Beschäftigung Arbeitsloser, sei es mit oder ohne Arbeitspflicht, möge die Anlage von Obstpflanzungen und Gartensiedlungen, bzw. Gartenheimstätten, in den Vordergrund gerückt werden.“ Ueber„Der Vegetarismus und das öffentliche Leben“, sprachen Rich. Bretschneider und Karl Biederbeck, Dresden, sowie Voigt, Chemnitz, während Prof. Dr. Max, Herzog zu Sachsen, einen Vortrag über das Thema„Wege zu äußerer und innerer Befriedigung“ hielt. Zum 1. Vorsitzenden des Verbandes deutscher Vegetariervereine wurde Ing. Carl Gumprecht, BerlinPankow, gewählt. * Der 10. Parteitag der Deutschnationalen Volkspartei des Landesverbandes Westfalen=Ost und beide Lippe findet am 10. Mai in Porta, Hotel Kaiserhof, statt. Vormittags treten die Landesausschüsse der Partei zu Sondertagungen zusammen. Nachmittags findet eine große öffentliche Kundgebung statt, zu der neben anderen namhaften Rednern der Parteiführer Dr. Hugenberg erwartet wird. Eine neue evangelische Jugendherberge in Bielefeld! In dem vor 2 Jahren neu erbauten„Pertheshaus“, das für Hospiz und Wandererarbeitsstätte bestimmt war, soll nunmehr auch für den Sommer in schönen luftigen und sonnigen Räumen eine Jugendherberge und billige Uebernachtungsstätte eingerichtet werden. Es steht eine ganze Etage, die vom Hospiz=Eingang zugänglich ist, mit 9 Zimmern und 70—80 Betten, Badbenutzung, Schreibstube und Aufenthaltsraum zur Verfügung. Das „Pertheshaus“, liegt in der Nähe des Hauptbahnhofes mitten in einem Garten(Bünderstraße 21) und eignet sich vorzüglich auch als Standquartier für Wandern in den Teutoburgerwald, in die Senne und ing bergerland. Eine Fülle von Möglichkeiten öffnen# von hier aus für den Feriengast. Besichtigung Bethel, Fahrt zum Hermannsdenkmal, nach Bad Gef, uflen, Bad Oeynhausen, Bad Rothenfelde, zum Wieber, gebirge, zur Porta. Auch billige Verpflegungsmögliz keit ist im Hause. Für Jugendtreffen, aber auch für a dere Vereine von Erwachsenen geeignet.“ Anfragen an das Ev. Jugend= und Wohlfahrtsan Bielefeld, Altstädterkirchplatz 2a. Bethel. — Tennis=Verein„Osning“. Am Donnerstag. 23.., findet abends um 8 Uhr in Gosen eine Mitglieder. versammlung des Tennisvereins„Osning“ statt, zu alle Mitglieder und Neuaufzunehmenden eingeladen — Evangelische Schulgemeinde Gadderbaum. Zu der am Sonntag, den 26. April in Oeynhausen, Gemeinde, haus Dr.=Braunstraße 7, stattfindenden Gauversamm, lung wird hiermit herzlich eingeladen. Abfahrt 14,16 Uhr (Sonntagsfahrkarte). Um rege Beteiligung bittet der Vorstand. Der Katechumenenunterricht für die gesunden Kinder beginnt am Dienstag, d. 28. April in Bethsaida für Knaben und Mädchen um 4¾ Uhr. Für die kranken Kinder(Knaben und Mädchen) am Dienstag, den 28. April, um 11¼ Uhr ebenfalls in Bethsaida. Die Kinder sollen in der Regel 12 Jahre alt sein. Ausnahmen aus Gründen der Schulentlassung sind vorher mit Pastor Wörmann in dessen Wohnung(Lindenhof) am besten in seiner Sprechstunde von 11½ bis 12½ Uhr zu besprechen. Der Konfirmandenunterricht beginnt am Dienstag den 28. April in Bethsaida, und zwar für die gesunden Knaben um 7½ Uhr vormittags, für die gesunden Mädchen um 12¼ Uhr. Für die kranken Knaben und Mädchen um 11¼ Uhr. Ein Pflegling hat sein Portemonnaie(Konfirmationsgeschenk) mit 34 Pfennig Inhalt verloren. Wer e: gefunden hat, möge es bei der Schriftleitung des Aufwärts abgeben. Anzeigen aus Bethel. — Junger Mann sucht zum 1. 5. 31 frdl. möbliertes Zimmer. Angebote an die Geschäftsstelle des Aufwärts. — Eine 11 Monate alte eingetragene Deutsche Schäferhündin hat abzugeben Haus Morija. 27. Gaufest der Jünglings=, posaunen- und Jungfrauen. Vereine von Minden=Ravensberg und Lippe am Sonntag, den 17. Mai 1931 nachm. 3 Uhr in der Waldkirche zu Bethel; Leitung P. D. Kuhlo, Bethel bei Bielefeld. Von 8 Uhr ab Abstimmen und Uebung der Bläser im Assapheum. 11,30—12,30 Uhr Generalprobe f. Sänger, Sängerinnen und Bläser. 12,30 Uhr Verteilung auf die Häuser zum Kaffee(Zukost mitbringen) 14 Uhr Schlußprobe in der Waldkirche. Anmeldungen sind zu richten an: Walter Duwe, Diakon, Bethel bei Bielefeld, Saronweg. IORRRMMMM MRMRM Einläbung zu einer Freizeit für Lehrerinnen aller Schulen nach Bethel b. Bielefeld vom 23. bis 28. Mai 1931. Thema:„Schulkind und Evangelium in der Gegenwart.“ 1. Die seelische Lage des Kindes. 2. Der Religionsunterricht. 3. Religiöse Beeinflussung im übrigen Unterricht und außerhalb des Unterrichts. 4. Evangelische Schule. 28. Mai: 20 Uhr Wochenschluß in der Kapelle des Diakonissenhauses. 24. Mai(1. Pfingsttag): Teilnahme am Gottesdienst, Spaziergänge, Besichtigungen usw. 25. Mai(2. Pfingsttag): Teilnahme am Gottesdienst, Spaziergänge, Besichtigungen, 17—19 Uhr Behandlung des Themas. —12 Uhr Morgenandacht und Behandlung des Themas. 15—18 Uhr Spaziergang und Besuch von Neusalem mit Kaffeetrinken daselbst. 20—22 Uhr Filmvortrag(neuester Bethelfilm). —12 Uhr Morgenandacht und Behandlung des Themas. 16—18 Uhr Kaffeetrinken im Diakonissenhaus und Vortrag über Ausbildungswesen der Diakonissenhäuser. —12 Uhr Behandlung des Themas. 26. Mai: 27. Mai 28. Mai: Kosten für den vollen Tag RM.— Mk.— Anmeldungen werden an Diakonisse Anna Heuser oder Schulrat Dr. Schmidt, beide in Bethel bei Bielefeld, erbeten. M n Gläubiger, junger Mann, Landwirtssohn aus Baden, 22 Jahre alt, der keine Arbeit scheut und mit Pferden umzugehen versteht, sucht zum 1. oder 15. Mai Stellung in christlichem Hause, wo er die norddeutsche Landwirtschaft näher kennen lernen kann. Bescheidener Lohn erwünscht und Nähe Hannovers bevorzugt. Freundliche Angebote an Aug. 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