Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig, ne 30 Pfg. Schluß der Anzelgen=Annahmne nachmitztags 3 Uhr. Postscheck#nta Haunoner 67571. konto Hanndder Nr. 76. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Mittwoch, den 1. April 1931. 13. Jahrgang. Ich steh in meines Herren Hand Und will drin stehen bleiben, Nicht Erdennot, nicht Erdentand Soll mich daraus vertreiben. Und wenn zerfällt Die ganze Welt, Wer sich an ihm, und wen er hält, Wird wohlbehalten bleiben. ni ihiiiisiiiiihiiiih Brief aus Baden. Je länger die Reihe dieser Briefe wächst, desto größer und schwerer empfindet ihr Schreiber seine Verantwortung. Und davon muß auch einmal die Rede sein! Um es kurz zu sagen: Trifft er, der Briefschreiber, immer das Richtige? Findet er das für die weiteren Kreise Wichtige? Gegen ein Zuviel sorgt ja mitunter die freundliche„Schere“ der Schriftleitung und der Streik des Setzerkastens! Schwerer ist die Frage:„Stimmt es mit der Auffassung und Beleuchtung der jeweiligen Fragen?“ Und da sind dem Verfasser schon von Bekannten und Unbekannten, von bedeutenden und unbedeutenden Menschen Gegenurteile bekannt geworden, die machten ihn bedenklich. Dann aber kamen auch so viele. freundliche Zustimmungen und Widerhalle auch von sonst anders eingestellten Seiten— und siehe, die Bedenken schrumpften wieder ein. Die Verantwortung aber blieb. Der liebe Leser möge trotzdem überzeugt sein, wie schwer diese immer empfunden wird. Ist daher der Leser gegenteiliger Meinung und will er— wie es unter uns Menschen leider ja zugeht— lieber seine eigene Meinung, als die eines anderen vernehmen, so denke er daran. Mindestens von Aufwärtslesern darf diese Duldung verlangt werden. Denn auch das ist ein Stück Dankbarkeit dem Blatte gegenüber, will man ihm und seinen übrigen Mitarbeitern einen gewissen Spielraum und eine gewisse„persönliche Note“ nicht versagen. Und damit sei dieser Gegenstand verlassen und zur Tagesordnung übergegangen! Da müssen wir gleich mit unserer badischen Landeskirche beginnen. Zur Zeit sind nämlich auf diese sehr stark die Augen gerichtet. Das hat dieser leidige„Fall Eckert" verschuldet oder erreicht, wie man dies ausdrükken mag! Und doch sei zunächst von etwas anderem die Rede. Unsere Badische Landeskirche pflegt nämlich schon seit Jahrzehnten einen schönen Brauch. In einem Landesbescheid auf die in allen Kirchenbezirken abgehaltenen Synoden gibt sie eine Darstellung über das kirchliche Leben unseres Landes und entwirft dabei ein immerhin sachliches und einleuchtendes Bild. Aus ihm hier nur wenige Striche. So ist beim Gottesdienstbesuch eine kleine Abnahme festzustellen, besonders bei den Männern und der männlichen Jugend, verursacht durch wirtschaftliche Sorgen und vergrößerte kirchenfeindliche Tätigkeit. Die Frage nach lebendigen Gemeinden taucht überall auf. Doch wird ein Unterschied zwischen kirchlichen und lebendigen Gemeinden nicht als berechtigt angesehen. Männer= und Frauenvereine, Gemeindeblatt, Wohlfahrtsarbeit, Volksmission und Evangelisation, diese„in rechter Weise betrieben“, Gemeindehelferinnen, liturgische Ausschmückung des Gottesdienstes, Pressearbeit und Rundfunk werden immerhin als Hilfsmittel anerkannt. Vor einer Veräußerlichung und einer bloßen Betriebsamkeit wird gewarnt. Sehr stark nimmt sich der Bericht der gottesdienstlichen Erfassung ünserer Jugend an. Neben Kindergottesdienst und Konfirmation— und selbstverständlich auch Religionsunterricht in allen Schulen— haben wir noch immer die Christenlehre. Mitunter bis zu vier Jahrgängen. Nur von wenigen Seiten will man diese Sitte preisgeben. Al dann stockt die Erfassung der Jugendlichen. Trotzdem soll man halten, was man hat, zumal die nicht in allen Landeskirchen vorhandenen Christenlehren vielfach uns noch eine Art Gemeindegottesdienst darstellen!— Ein weiterer Ausschnitt aus dem kirchlichen Bilde: Die Teilnahme am heiligen Abendmahl ist bei uns auf der gleichen Höhe wie bisher geblieben. Nun sagt dies soch nicht viel, aber auch nicht wenig! Den Ausschlag gibt — das wissen wir alle— die innere Einstellung und Halkung, und die ist durch keine Zahlenaufstellung und durch eine selbst noch so große Teilnehmerzahl nicht durchweg verbürgt. Durch unser neues Kirchenbuch is die Form der Feier eindeutig festgelegt, leider die Einzelkelchfeier sehr erschwert!— 116 Ein dritter Bildausschnitt: Neben den bisherigen Wochengottesdiensten und Bibelstunden fangen kurze Morgenandachten und Samstagabendfeiern(liturgische und musikalische Wochenendstunden) an, sich gut zu bewähren. Werden sie einmal Sitte werden dürfen? Schließlich: Noch haben wir keine allgemein gültige kirchliche Lebensordnung. Das läßt da und dort mancher segensreichen Mannigfaltigkeit Platz, ist mitunter aber auch wieder als Mangel empfunden worden. In vielen Fragen, wie die der Selbstmörderbeerdigung können aber bindende Regeln nicht aufgestellt werden. Das ist Spitta. auch die Auffassung unserer Kirchenbehörde. Gut steht es um unsere Kirchenchöre trotz da und dort aufsteigenden Anfängen von„Verweltlichung“. Ein bei uns schon 50 Jahre bestehender Landeskirchengesangverein(heute von Karl Hesselbacher und Hermann Poppen geleitet), dazu unsere Pflege des Orgelwesens, ebenfalls von Landeskirchenmusikdirektor Professor Dr. Poppen geleitet, lassen ihre wohl über das ganze Land ausgehenden Wirkungen spürbar erkennen. Daß unser Oberkirchenratsbericht unserer Diakonissensache gedenkt, ist selbstverständlich. Daß er viele Bemühungen um die Erwerbslosen erwähnen kann, erfreulich, schon der Behauptung gegenüber, die Kirche versage sich den Zeitnöten oder müsse sich von der katholischen Kirche überflügeln lassen. Das Verhältnis zu dieser katholischen Kirche ist in unserer Diasporakirche— eine solche ist unsere Kirche noch immer!— besonders lehrreich. Man könnte hierbei noch weit mehr sagen, als der Bericht der Behörde. Und unsere Briefe haben auch schon manches darüber mitgeteilt. Im Bericht wird die Mischehe„die schärfste Reibungsfläche“ mit der katholischen Kirche genannt. Unbestreitbar! Die Katholisierung der Oeffentlichkeit aber und die daraus sogar weithin auf die evangelische Kirche übergehende„Narkotisierung“ sollte aber nicht daneben außer acht gelassen werden. Zumal sie eine Wurzel zum Verhängnis der Mischehe genannt werden up„ en bebemeat ur u „Alles in auem genommen benommt man von den Synoden des Jahres 1930 den Eindruck, daß die Lage unserer evangelischen Kirche eine ernste ist und daß sie nach allen Seiten hin in einem schweren Kampfe steht, der die Aufbietung aller Kräfte und die Treue und unentwegte Arbeit aller kirchlichen Organe erfordert. Vor allem aber tut not, daß unsere Kirche unentwegt und unerschrocken im festen Glauben an die Gegenwart und Kraft des lebendigen Christus das Banner des Evangeliums entfaltet und dadurch dem Frieden dient, zu dem Christus uns berufen hat.“ Mit diesen Schlußworten des allgemeinen Landesbescheides wird man sich nur einverstanden erklären können! Ein solch immerhin nicht hoffnungsloses Bild mag es zweiselhaft erscheinen lassen, ob der von Pfarrer Eckert in Mannheim angesagte Kampf zwecks Erneuexung der Kirche„aus dem Glauben“ wirklich nötig war oder für die Kirche heilsam sein werde. In diesem Trauerspiel ist nunmehr der erste Aufzug gespielt worden. Ob er auch ein„Abzug“ wird, werden die weiteren Szenen erweisen. Einstweilen hat man sich soeben in einer fünfstündigen Verhandlung vor dem kirchlichen Verwaltungsgericht gegenseitig ausgesprochen. Auf der einen Seite Eckert und sein Rechtsbeistand Dr. Dietz, auf der andern Seite der Oberkirchenrat, vertreten durch sein rechtskunpiees., Marsigenden Friedrich. Das Gericht ist gebildet duch ven Vorsitzenden des staatlichen Verwaltungsgerichtshofes Dr. sowie andere Juristen, darunter ein Karlsruher Bürgermeister, und als einziger Pfarrer der neu nach Karlsruhe gewählte Pfarrer Mondon. Im wesentlichening der Kampf um das Verhältnis zwischen Oberkirchenrat und Pfarrer, über das Recht oder das Unrecht, in diesem Falle, dem Pfarrer die politische Arbeit nachzuprüfen oder gar zu erschweren und zu untersagen. Schließum das Recht, einen nicht immer gehorsamen, aber in seiner persönlichen und dienstlichen Führung untadeligen Mann einstweilen vom Dienste zu entheben. Die Dinge müssen nun wirklich nicht so einfach gelegen haben, wie der Außenstehende anzunehmen geneigt ist oder auf Grund der eigenen Einstellung fordern und wünschen möchte. Denn das Gericht bedang sich zur Urteilsfällung gleich acht Tage aus. Bis diese Zeilen im „Aufwärts“ gedruckt sein werden, wird man wissen, wie das Gericht entschieden hat. Dann erst ist eigentlich der erste Aufzug in dem Trauerspiel zu Ende. Der zweite wird dann das eigentliche Disziplinargericht bilden, das in anderer Zusammensetzung das weitere, wenigstens das berufliche Schicksal von Pfarrer Eckert bestimmen wird. Und dann wird auch erst der Augenblick gekommen sein, schblichend über den ganzen Fal zu sprechen, ist wirklich nur mit mehr oder weniger personlichen Empfindungen und daher nur sehr beschränkt zu urteilen, einerlei, ob man für oder gegen Eckert steht und spricht! Daß dabei die Kirche, und durchaus nicht etwa nur die Theologie, in schwerster Krise steht— und auch unser verhältnismäßig günstiges Bild der badischen Kirche daran nichts ändert— ist nicht mehr zu sagen vonnöten. Es stehen ja nicht weniger alle andern Lebensgebiete unter der Krisis. Ein Karlsruher Verlagsunternehmen es nennt sich bedacht: Kairos=Verlag— weist dies mit Schriften aus dem Rechtsleben, aus der medizinischen. Wissenschaft u. a. m. geradezu nach. Da wundern wir uns, wie fest demgegenüber noch unsere Kirche überhaupt steht! Die schlimmste Krisis ist ohnehin die des sittlichen Empfindens. Da haben auch wir in Baden so einen kleinen Fall Sklarek gehabt. Es haben sich nämlich in der Entwertungszeit zwei durchaus nicht für den Bankberuf vorgebildete Männer zusammengetan,„Pat und Patachon des Lebens“, wie sie der Verteidiger nannte, und gründeten die Freiburger Bürklebank. Sie endete nach kurzer Scheinblüte und einer Spanne lang zur Schau getragenen Wohltätigkeit ihrer Inhaber nur zu bald mit einem großen Krach und einer in die Millionen gehenden Unterschlagung. Der mit am schwersten betroffene Leidtragende ist der Caritasverband und ein Freiburger Frauenkloster. Und dies deshalb, weil der eine Inhaber in der Klosterkapelle stundenlangen„Gebetsübungen“ oblag, wodurch er die in Wechselgeschäften durchaus unerfahrene Frau Oberin des Klosters zu täuschen und tüchtig hereinzulegen verstanden hat! Daß beide Uebeltäter zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, mag die Schwere ihrer Verfehlungen erkennen lassen. Ebenso wie dieser Vorgang selber verdient aber auch festgehalten zu werden, was der— sozialistische und jüdische— Verteidiger über den Mammonismus unserer Börse und damit unserer Tage zu sagen sich getrieben „Wäre er, der Verteidiger, Diktator, so müßte jeder Deutsche einmal nach Berlin gehen und sich das widerliche Treiben der Börse selber ansehen und das Geschrei der Börsenlöwen(!) hören. Von der Galerie der Börse aus gesehen, glaubt man es da unten nicht mehr mit Menschen zu tun haben. Es sei Unsinn, von dem volkswirtschaftlichen Nutzen der Börse zu reden und zu glauben, daß sich hier Angebot und Nachfrage auf dem natürlichen Wege regle. Angebote auf Wertpapiere eines Unternehmens erfolgen aus rein äußerlichen Gründen, die nichts mit dem wirklichen Aufblühen oder dem Niedergang eines Unternehmens zu tun haben.“ Hier scheint wirklich ein Sachkenner gesprochen zu haben. Jedenfalls sind dann die Früchte solcher Institute zur Verurteilung gekommen!—— G. Die französischen Grenzbefestigungen gegen Deutschland und Italien.“) Wer heute am französischen Grenzgebiet vorbeifährt, der wird feststellen, daß dieses Gebiet und zwar von Luxemburg bis Basel und dann wieder von Chamonix bis Mentone eine einzige große Werkstätte geworden ist, in der die Sperrkette gegen die östlichen Nachbarn, die Deutschen und die Italiener, geschmiedet wird. Die verschiedenen Glieder dieser Kette, die in Lothringen und im Eisaß auf einer Länge von 300 Kilometer sich erstreckt, sind je nach der Art des Geländes und der Bedeutung des Vor= und Hinterlandes bald stärker, bald schwächer. Das alte Befestigungssystem, das nach 1871 entstanden ist, ist aufgegeben. Man will nicht mehr, wie dies früher der Fall war, einen Teil des Vorlandes dem Feind preisgeben, sondern man befestigt die Grenze selbst oder den Landstreifen unmittelbar hinter der Grenze. Die ganz neuen Befestigungswerke der Franzosen sind höchstens 15 Kilometer von der Grenze entfernt. An der Rheingrenze zwischen Seltz und Kembs liegt die Befestigungslinie ganz dicht hinter dem Ufer. Die einzelnen Glieder der Befestigungskette sind im allgemeinen so nahe beieinander, daß die Verbindung mühelos aufrecht erhalten werden kann. Die Glieder der Kette bestehen aus Kasematten, die für ein Dutzend Mann Unterkunft bieten könneu und etwa 120 Meter groß sind. Diese Kasematten sind geschickt dem Gelände eingefügt und mit Geschützen aller Art ausgerüstet. Hinter der ersten Befestigungslinie liegen stärkere Werke, die mit schwerem Geschütz ausgestattet, mit unterirdischen Gängen, Eisenbahnen usw. versehen sind. Zwischen der ersten und zweiten Linie wer*) Die folgenden Ausführungen sind einem Aufsatz des Chefredakteurs Stefan Lauzanne im„Matin"“ entnommen, der nicht nur mit hoher Ermächtigung, sondern im höheren Auftrag geschrieben zu sein scheint, um das französische Volk zu beruhigen. den bewegliche Festungsparne aufgestellt. Sie können sehr schnell und leicht hin und her bewegt werden. Sie sollen alles modernste Verteidigungs= und Kampfmaterial, Einrichtungen für Unterstände, Drahtverhaue, spanische Reiter usw. enthalten. Die alten Festungswerke von Verdun und Metz werden aber nicht aufgegeben. Von den 48 bombensicheren Unterständen des Forts Douaumont sollen schon jetzt 13 wieder kampffähig sein. Aehnlich steht es mit den anderen Forts. Zur Abwehr gegen Luftangriffe sind bewegliche und festbetonierte Luftabwehrgeschütze, feste und fahrbare Luftabwehrbatterien aufgestellt. Die Paßwege an der italienischen Front sind von den Franzosen in Schützengrabenanlagen verwandelt worden. Besonders stark befestigt sind die vier Zufuhrstraßen nach Nizza, die Straße von Bevera, Col del Tende, das Tal der Roya und das Tal von Vesuvie von Tinée. Die von der französischen Seite zur Heranführung der Truppen erforderlichen Straßen sind mustergültig ausgebaut worden. Große Garagen sind sogar in den Fels eingebaut worden. Die Befestigungsarbeiten werden vom Marschall Petain und den Generalen Guillaumat, dem früheren Kommandierenden der Rheinarmee und Debeney geleitet. Nicht nur Soldaten, sondern auch rund 10000 Arbeiter sollen an diesen Arbeiten beschäftigt sein. Für die Besetzung der Befestigungswerke sind Spezialtruppen ausersehen, die besonders ausgebildet werden. Seit Jahren wird mit gewaltigem Kraftaufwand gearbeitet, um die angeblich bedrohte Sicherheit zu schaffen. Die Italiener sind aber auch nicht müßig. Nur die deutsche Regierung sieht dem, französischen Treiben zu. Durch den Schandoertrag von Versailles ist ihr jede Möglichkeit genommen, deutsches Land zu schützen. E. F. K. Das wahre Gesicht Rußlands. Von F. Pischke, Gr. Ponnau bei Plibischken, Krs. Wehlau i. Ostpreußen. Bekanntlich ist mit der Ausführung des Fünfjahresplanes der Sowjets in Rußland eine brutale Vernichtung des Bauerntums verbunden. Das Endziel des radikalen Kommunismus ist die Aufhebung jeden Besitzes, der Ehe, der Kirchen und der Religion. Daraus erklärt sich die hartnäckige Vernichtung desjenigen Teiles der Bauernschaft, die treu an ihrer Religion hält. Während der besser situierte Bauer mit Gesinde ohne weiteres stimmlos ist und ausgesiedelt wird nach dem hohen Norden als rechtloser Sklave, trifft bei Einrichtung von Kollektivwirtschaften auch den kleinen Bauern das Los, ausgesiedelt zu werden. Siehe die Berichte nach den Originalbriefen, die der Verlag J. G. Onckens Nachf., Kassel, in dem Buch„Notschreie aus Rußland"(Lbd. M. 2,—) veröffentlicht hat"). Während an der Einrichtung von Kollektiv= wirtschaften kein anderes Land etwas auszusetzen hätte, abgesehen, davon, daß die Individualwirtschaft oder eigene Heimstätte doch wohl das Idealere wäre, ist bei die*) S i e h e a u c h d i e b i l l i g e n V e r t e i l s c h r i f t e n v o n d e m g l e i c h e n Verfasser und aus demselben Verlag:„Bolschewistische Christenverfolgung“, 16., 5 Pfg.,„Stalins Endziel: Keinen Besitz, keine Ehe, keine Kirchen, keinen Glauben", 32., 5 Pfg. (100 Stück dieser beiden Hefte, auch gemischt, Mk..—),„Das antichristliche Programm. Wie ein Verbannter den Bolschewismus sieht", 16., 10 Pfg.,„Reichstagsinterpellation“ von D. Mumm, 100 Stück Mk..—. ser Art von Kollektivisierung wie zur Zeit in Rußland, das Weltgewissen verpflichtet, aufzuhorchen und auf Abhilfsmaßnahmen zu sinnen. Diese Menschen und Christenvernichtung, wie überhaupt jede Religionsvernichtung großen Stils, ist wohl beispiellos in der Weltgeschichte und sollte zum Mahnruf werden, die Völker erwachen zu lassen zur treueren Gottesfurcht und Bereinigung des öffentlichen Lebens und treuer ehrlicher Sozialpolitik und Außenpolitik. Während die Völker Europas sich um den Rest der Pleite der unterlegenen Mittelmächte streiten, denen als Herzkammer Europas das nötige Blut zum Leben entzogen wird, hat sich in Rußland eine Gewitterwolke zusammengezogen, die sich unheilvoll über alle zu entladen droht. Bei dem Eifer, Vorteile zur Vermehrung der Wohlfahrt ihrer Völker zu erlangen auf Kosten der unterjochten Mächte, sehen die treibenden Mächte nicht die Gefahr der Bolschewisierung oder unterschätzen sie bedeutend. Halb bewußt oder unbewußt fördern sie dieselbe noch, indem jedes Land möglichst Vorteile aus Rußland ziehen will mit dem dringenden Wunsch, ja nicht dem Bolschewismus mit seinen Schrecken, sondern nur die Vorteile aus der Vernichtung des russischen Bürgertums zu erlangen. Durch die Förderung Rußlands mit Anleihen, Entsendung von Ingenieuren, Lieferung von edlem Zuchtmaterial, Einrichtung von Musterwirtschaften, hilft man Rußland hoch und hilft zum Gelingen des Fünfjahresplanes, indem faktisch fast alle Russen zu besitzlosen Sklaven sowohl in der Industrie, als auch in der Landwirtschaft gemacht werden. Eine hartherzige Oberschicht kann von diesen jede Leistung verlangen und kann jede oppositionelle Regung leicht unterdrücken durch Entzug des Stimmrechts, was gleichbedeutend mit Hunger und Elend ist, ja, zum Teil völlige Vernichtung bedeutet, wie es das Schicksal der an ihrem Glauben hängenden Bauern und aller Religionsdiener ist. Durch die Beziehungen mit anderen Mächten, die Rußland anscheinend aus Freundschaft unterhält, erleichtert man Rußland sein Emporkommen und vergrößert die Not seiner leidenden Ausgesiedelten und Gefangenen. Der Dank Rußlands für die Hilfe wird aber ausbleiben. Infolge der grausam geknechteten billigen Arbeitskräfte und der skrupellosen Enteignungen kann Rußland jedes Land unterbieten und Handel und Wandel anderer Völker sehr durch ein Dumping schädigen, zumal die Ausfuhr ohne Rücksicht auf den eigenen Bedarf geschieht. Man denke an das fast kostenlose Holzschlagen in den nordischen Wäldern bei mangelhafter Nahrung. Rußland kann aus seinem jungfräulichen Boden mit den billigen Arbeitskräften unendlich viel herausholen und schädliche Konkurrenz allen anderen Ländern mit ihren ehrlich und ordentlich bezahlten Arbeitskräften bieten. Es ist unablässig bemüht, die Not und den Aufruhrwillen in den Ländern zu stärken, die freundliche Beziehungen mit ihm glegen. Anstatt, wie auf dem Papier steht, volle Neutralität den Kirchen gegenüber zu üben, werden diese unter einem Schein des Rechts mit aller Energie unterdrückt und öffentliche Gelder dem Bund der Gottlosen zugewandt und anderen Organisationen, die alle darauf aus sind, die Staaten zu unterminieren und für den Bolschewismus sturmreif zu machen. Die Siegermächte tragen einen großen Teil der Schuld, daß Deutschland heute ein so hoffnungsvolles Feld für den Sowjetstaat scheint. Auch alle die tragen Schuld, die die Lage zu optimistisch ansehen und durch Rücksicht auf Augenblicksvorteile Rußland in seinen ruchlosen Plänen unterstützen. An alle verantGestalter der Von Margarete Zander. Die große Kunst der alten Griechen, Leid, Schmerz und Tod meisterhaft und ergreifend zu gestalten, ist unbestritten. Man denke an die Laokoongruppe oder an die Figur der klagenden Mutter Niobe. Es ist hemmungsloser, durch nichts gemilderter Urschmerz— ohne Sinn, ohne Trost. Den großen Gedanken des Leides zum Begriff der Passion zu erhöhen, alles zentral Menschliche darin zu umfassen und es einzubetten in einen höheren Zweck und eine trostreiche jenseitige Gewißheit— dies zu vollziehen war der christlichen Kirche vorbehalten. Sie führte über die Idee des menschlichen Urleids hinaus zur Glorie des Opfertodes in der Heiligung. In der Hut der Benediktinerklöster bildete man die ersten holzgeschnitzten Christusgestalten. Wie schmerzzerrissen auch das Gesicht des unsagbar Leidenden war, dennoch war der sterbende Christus Triumph und Sieg. Durch die Trauer klingen Österglocken. Der Tote am Kreuz ist ein Auferstehungsbereiter. Daneben schaffen Künstler, deren Namen längst verschollen sind, in Holz oder Stein den Menschensohn mit der Dornenkrone in letzter, tiefster Verlassenheit sitzend oder am Kreuz hängend, den in äußerstes Leid Hineingehetzten— und es entstehen Bilder von erschütternder Trostlosigkeit, von elementarem Grauen. Einsame Klöster zwischen stillen Bergen bewahren solche Bildwerke auf. In einer kleinen Schwarzwaldkapelle in Buchenberg hat man z. B. solch ein Heilandsbild gefunden, das einen wundersamen Ausdruck des Hauptes voll Blut und Wunden hat. Nichts wissen wir von dem alten, unbekannten Meister, der, vielleicht im 11. Jahrhundert, aus tiefstem religiösem Erleben heraus diesen Schmerzensmann voll herber Trauer in Holz gebildet hat. Jene ersten Jahrhunderte des zweiten Jahrtausends, in denen Deutschlands trauriges Schicksal Zersplitterung. immerwährende Kriege, Seuchen und endloser Jammer war, ließen eine neue Versinnbildlichung der Passion entstehen: die Pieta, die Mutter, einsam auf der Schädelstätte sitzend, in ihrem Schoß den toten Sohn. Diese Plastiken, fast alle von unbekannten Meistern, sind fernab vom Kanon der traditionellen kirchlichen Bildkunst; sie sind aber als Gestalter des menschlichen Urschmerzes von hochster geistiger Gewalt. Deutschland ist das Geburtsland dieser leidvoll das Leid in ihrem Schoß bergenden Mutter, dieser christlichen Niobe, die soviel menschlich ergreifender ist als die der Antike; aber Michelangelo in Italien gab ihr im 16. Jahrhundert eine Form von visionärer, zeitloser Gültigkeit. Seine Pieta, die Mutter mit dem stehend aufgerichteten Leichnam des Sohnes, ist nicht nur bitteres Leid; es ist die tiefste Erfassung der Passion, deren Menschengeist fähig war. Die Tiefste? Dürfen wir das sagen, da zu gleicher Zeit mit Michelangelo ein deutscher Künstler Karfreitag und Auferstehung in einem Wunderwerk heiliger Kunst gestaltete, das gewiß zeitlose Gültigkeit besitzt? In jenem gewaltigen Jahrhundert, in dem das Abendland erzitterte unter einem ungeheuren Ansturm neuer Gedanken, neuen Schaffens, unerhörten geistigen Ringens! Neben dem Namen Luthers, Dürers, Rafaels, Tizians steht der unseres Matthias Grünewald. Jahrhunderte kannten ihn nicht. Wir wissen fast nichts von ihm und seinem Lebensschicksal. Wir schauen und schauen in das Gesicht des hl. Sebastian auf dem Isenheimer Altar, von dem gesagt wird, es wäre das eines begnadeten Malers. Könnte es uns Aufschluß geben über das ungeheure religiöse Erleben dieses Mannes, das ihm die Kraft gab zu diesem gewaltigen Gestalten der Passion! Er muß tief in Gottes Brunnen geschaut und den Höchsten selbst vernommen haben— ja, er muß vor allem tief aus dem Relch des bittersten Leids getrunken haben. Dieses Kreuzigungsbild hat einer gemalt, der vor dem letzten Sinn und heißesten Schmerz des Opfertodes die Augen nicht geschlossen hat. Es ist ein Schrei von Golgatha, der durch die Welt hingellt, daß alles erzittern muß. Seltsam! In einem Jahrhundert, das sich wieder festliche Gewänder anlegte, in dem man in Italien einen neuen Farbenrausch erglühen ließ, in der neuentdeckten Schönheit der Antike alle heiße Daseinslust aufjubelte, bannte ein deutscher Maler tief im Schwarzwald versteckt die Vision einer Kreuzigung auf Altarflügel, wie es niemand vor ihm und niemand nch ihm vermocht hat. Hier ist nichts Herkommen, nichts Ueberlieferung. Alles in dieser ergreifenden Schöpfung ist letztgültiger Ausdruck eines in ziefster Seele selbst Erlebten. Wie mögen die Mönche von wortlichen Stellen, an die Regierungen aller Länder den Völkerbund, die Liga für Menschenrechte ergeht de Appell, sich der Gefahr, die Europa droht, bewußt zu wer, den und all die Händel zu lassen, die angesichts der unge. heuren Gefahren, die von Moskau her uns alle bedrohen lächerlich und töricht sind. Was bedeutet z. B. angesichtdieser Riesengefahr der Streit der Minderheiten. da. Kampf um Streifen kleiner Landstücke usw. Steigt di, blutrote Flut, siegt Sowjetrußland, dann ist alles ein Haschen nach Wind gewesen. Laßt einen jeden beten, wi. ihn die Mutter gelehrt, laßt den Hader, vielleicht gißt Gott noch Gnade, das drohende Unheil abzuhalten. Hat Europa sich einigen können, um die Boxerunruhen zu dämpfen, so muß und wird es mit einigem guten Willen sich auch einigen können, diese drohende Gefahr der Pol. schewisierung abzuwehren durch Isolierung der Stören, friede. Vielleicht kann das leidende Rußland auch dann von seinen Peinigern erlöst werden und Europa von der blutroten Welle noch verschont bleiben. Das Preußische Volksbegehren. Die Partei„Christlich=sozialer Volksdienst" wendet sich mit folgendem Aufruf an ihre Mitglieder und an das evangelische Volk: Der Kampf um Preußen ist außerhalb des Parlamentes in ein neues, vielleicht entscheidendes Stadium eingetreten.= Die Politik der von einer nur sehr knappen Mehrheit des jetzigen preußischen Landtages getragenen Preußenregierung hat der Christlich=soziale Volksdienst seit seiner Gründung bekämpfen müssen. Die Kulturpolitik der preußischen Regierung entspricht nicht dem Willen und Empfinden der christlichen Volksmehrheit. Vor allem hat die evangelische Bevölkerung immer wieder Grund zur Klage über ungerechte Zurücksetzung ihrer berechtig. ten Ansprüche auf volle Gleichberechtigung im staatlichen Leben Preußens gehabt. Ohne die verfassungsmäßige Regelung durch ein Reichsschulgesetz abzuwarten, sind weltliche Sammelklassen eingerichtet worden. Dieses Recht hat man den weltlich gesonnenen Erziehungsberechtigten vorwiegend auf Kosten der evangelischen Schule eingeräumt. Atheistische oder religiös uninteressierte Persönlichkeiten wurden mit der Aufsicht über evangelische Schulen betraut. In überwiegend evangelischen Gegenden wurden bei der Besetzung höherer Beamtenstellen ebenfalls oft Dissidenten und Katholiken bevorzugt. Der Staatsvertrag mit den evangelischen Kirchen ist fast zwei Jahre nach dem Abschluß des Konkordates mit der katholischen Kirche noch in der Schwebe, trotzdem Preußens Bevölkerung zu zwei Dritteln evangelisch ist. Die preußische Regierung hat wiederholt durch parteipolitisch einseitige Maßnahmen zur Verschärfung der politischen Gegensätze beigetragen, insbesondere durch kleinliche Bespitzelung und Verfolgung der in einem von unbarmherzigen Gegnern geknebelten und geächteten Volke natürlichen nationalen Bewegung gerade in der Jugend. Sie hat dadurch in unkluger Weise zu einer Uebersteigerung des Nationalismus beigetragen, die zu einer Gefahr des Staatsgefüges zu werden droht. Nach der amtlichen Verkündung der Eintragungsfristen für das Volksbegehren(Landtagsauflösung) ist dieses zu einer öffentlichen Angelegenheit der deutschen Staatsbürger in Preußen geworden. Den Chvistlich=sozialen Volksdienst trennt vieles von den politischen Anschauungen und Methoden des Stahlhelm und seiner BundesIsenheim vor dieser höchsten Offenbarung einer schöpferischen Persönlichkeit gestanden haben! Voll Qualen und doch nicht ohne Trost! Denn Gott selbst tut sich kund in diesem Werk. Da droht eine ungeheure düstere Landschaft, aus der mit dem verschiedenen Gottessohn das letzte Licht geschwunden zu sein scheint. In furchtbarem Ernst steht das Kreuzesholz in dem dunklen Land, an ihm hängt der unsagbar gemarterte Körper. Und doch ist um ihn und die Seinen, die in heißer Verzweiflung unte dem Kreuze stehen, noch ein Licht in dieser Nacht des Grauens! Leid und Leidüberwindung hat Grünewald auch in dem Bild des heiligen Sebastian gestaltet. Wehrlos steyl dieser da, den Pfeilen seiner Peiniger ausgesetzt, in dem schmerzdurchzuckten Gesicht eine seltsame Liebe zum Leiden., Wie tief muß der Künstler unter dem Weh des Lebens gelitten haben, daß er in diesem Sebastian sich selbst gemartert sah und darstellte! Wie sehnte er sich nach der Krone des Friedens, die Engel vom leuchtenden Himme! dem Märtyrer bringen! Er hebt ihnen bittend die Hande entgegen, die bei ihm ein so starker Ausdruck der Seeie sind.— Viele Bildgedanken von Grünewald sind und versunken mit zerstörten und verschollenen Gemalden und Altären. Soviel wissen wir: Auf allen gestaltete er religiöses Schauen, wie es ihm, dem letzten echt goth“ schen Künstler, offenbar wurde. Man hat ihn neben Luther den größten Charakter seiner Zeit genannt, doch dürfen wir den großen Nürnberger, Albrecht Dürer, seben ihn stellen. Gerade dieser hat uns gezeigt, daß nichts echt Mensch liches ausgestoßen war und ausgeschlossen ist aus großen Gebiet des Religiösen. Gerade Dürers Zeit und Jahrhundert hatte für ihre Kunst viele Ziele, aber große Kunst hatte doch nur einen leitenden Gedanken: Bekenntnis und Verherrlichung des Glaubens. Auch Dürer, der die Anschauung vieler Generationen nach seinem eignen seelischen Schauen und Erleben bestimmen durfte, rang als Mensch und Künstler um die Gestaltung der Passion. Er zeichnete sie in einer Hols schnittfolge, kurz ehe er die schönen Blätter des Marien“ lebens schuf. Diese sogenannte„Große Passion“ hat selbst wahrscheinlich nicht voll befriedigt; er war hier noch befangen im Ueberlieferten. Trotzdem schenkte er uns iit genossen. Darum samen Ausschüss gen mit anderen Wir rufen ab hinaus das ganz tragung in die behörden auslie sung des preuß! Für ein Pre seiner evangelist Unterredung u letzung der Fr Reichsauß Chefredakteur Unterredung: heutigen Dien licher Weise „Gegen der mangelnde tius dann wei getan habe, w Aus der Dar sehen müssen, war. Nichts h keiten und Ue Brandfackel z rufen. Ich g it denn wiewel. gung in die tragen wurde. Wir hab Geheimnis ge störer aufgetr Friedenspoliti fortzusetzen. 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Darum lehnen wir jede Beteiligung an gemeinsamen Ausschüssen, Versammlungen und Geldsammlunzen mit anderen Bünden und Parteien ab. * W i r r u f e n a b e r u n s e r e G e s i n n u n g s f r e u n d e u n d d a r ü b e r hinaus das ganze evangelische Volk in Preußen zur Eintragung in die vom 8. bis 21. April bei den Gemeindebehörden ausliegenden Eintragungslisten für die Auflösung des preußischen Landtages auf. Für ein Preußen, das Recht und Gerechtigkeit auch seiner evangelischen Bevölkerung gewährleistet! Für ein Preußen, in dem der konfessionelle Friede auf die praktische Gleichberechtigung auch seiner evangelischen Bürgerschaft gegründet werden kann. Für ein Preußen, das den Willen zu Wiederaufstieg und Fortschritt mit der Treue zu dem geistigen Erbgut seiner Geschichte verbindet! Die Preußische Landtagsgruppe und die preußischen Mitglieder der Reichsführung des Christlich=sozialen Volksdienstes, gez. Kliesch, Lindner, Meyer(Hermsdorf), Frau Ulbrich, Hülser, Schmidt(Kassel). Gopiains fun dus Zonadteinen Zollunion eine Rechtsfrage Curtius.—„Von einer Unterredung mit Minister Curtius.—„Von einer Verletzung der Friedensverträge und der Protokolle kann keine Rede sein!“ — Wien, 31. März. Reichsaußenminister Dr. Curtius gewährte dem Chefredakteur einer Wiener Zeitung telephonisch eine Unterredung und betonte darin zunächst, daß er am heutigen Dienstag im Reichsrat in ruhiger und sachlicher Weise Briands Worte völlig entkräften wird. „Gegen den Vorwurf der Heimlichkeit und den der mangelnden Höflichkeit— so betonte Minister Curtius dann weiter— kann ich nur sagen, daß ich alles getan habe, was nach loyaler Auffassung möglich war. Aus der Darlegung des Sachverhalts wird man einsehen müssen, daß ein loyaleres Verhalten nicht möglich war. Nichts hat uns ferner gelegen, als mit Heimlichkeiten und Ueberraschungen vorzugehen oder gar eine Brandfackel zu legen oder Beunruhigung hervorzurufen. Ich glaube auch, mit Recht fragen zu dürfen, wieweit denn in Wirklichkeit von uns eine Beunruhigung in die außenpolitischen Verhältnisse hineingetragen wurde. Wir haben aus unseren Absichten durchaus kein Geheimnis gemacht und sind keineswegs als Friedensstörer aufgetreten; wir sind im Gegenteil bestrebt, die Friedenspolitik auch mit diesem wirtschaftlichen Mittel fortzusetzen. Im übrigen ist es klar, daß wir die wirtschaftliche Seite der Angelegenheit zu erörtern haben; denn wirtschaftlich ist das Problem und nicht politisch. Von Verletzung der Protokolle und der Friedensverträge kann keine Rede sein. Es war ja gerade das Ziel unserer Bemühungen, uns streng im Rahmen der Verträge zu halten, und ich bin fest überzeugt, daß die gesamte europäische Oeffentlichkeit sich zu meiner Aufsassung wird bekehren müssen. Der natürliche Weg zur Sauierung Europas geht davon aus, zuerst das Sanierungswerk in kleinem Kreise zu versuchen; erst dann kann man Europa als Gesamtheit zusammenfassen. Es liegt mir nichts ferner, als diese europäische Zusammenarbeit nicht mitzumachen oder gar zu stören. Ich bedauere außerordentlich, daß Minister Briand geäußert hat, wir hätten den Weg des Friedens verlassen. Bundeskanzler Dr. Ender, der anläßlich einer Generalversammlung des ChristlichSozialen Volksvereins für Vorarlberg auf die Zollunion zu sprechen kan, führte dazu aus: „Deutschland ist an Oesterreich herangetreten, um sich mit ihm über gleiche Zölle gegenüber dem verständigen, so daß beide Staaten durch ein regionale Abkommen mehr oder minder zu einem einhetthichgg Wirt, schaftsgebiet würden: dann solle jeder andere Nachvurstaut zum Beitritt eingeladen werden, damit so der erste Schritt zur Schaffung einer europäischen Wirtschaftseinheit gemacht werde. Es wurde noch kein Vertrag abgeschlossen, sondern man einigte sich nur über die Absicht eines solchen Vertrages und vereinbarte, den Großmächten diese Absicht bekanntzugeben, was merkwürdigerweise einen großen Enrrüstungssturm hervorrief.. Werpirnich Praktisch ist also Europa von der Vert gugern, eines wirtschaftlichen Paneuxopa noch sehr weit entfernt, weil jeder Schritt größtes Mißtrauen hervorrnft#d vollständige Solidarität unter den europäischen Sinten mangelt, worans auch die Lage gegenüber Rußland zu erklären ist.“ ihr einige wundervolle Blätter. Man denke z. B. an den über einen Stein stürzenden Christus auf dem Wege nach Golgatha, an den leidvoll erschütternden Blick, den er auf die Seinen richtet. Sehr groß empfunden und gestaltet ist auch die Kreuzigungsszene und die Grablegung. Zehn bis fünfzehn Jahre später greift Dürer noch einmal nach der Passionsgeschichte. Er hat inzwischen viel inneren Zwiespalt überwunden; er hat die Gefahr bestanden, ein Künster nur im Dienst der Welt zu werden. Und er schenkt uns ein Holzschnittwerk in siebenunddreißig Bildern, die„Kleine Passion“ genannt, von einer Tiefe der Gedanken und heldischen Größe der Auffassung, oaß wir uns die Gestalt des Erlösers seitdem gar nicht mehr anders denken können. Eine andre Gesinnung lebt in dieser Passion, eine so urdeutsche, daß sie anzuknüpfen scheint an die alte Heldengestalt aus Heliandstagen. Der Christus, der uns auf diesen Blättern anblickt, ist kein wehrloses Opfer; es ist der Held, der das Leiden auf sich nimmt, weil es sein und seines Vaters Wille ist. In den Geißelungsszenen ist in seinen Blicken keine Verachtung für seine Peiniger, nur eine tiefe, tiefe Trauer über soviel menschliche Verirrung. Das Titelbild, das den Dorngekrönten einsam auf einem Stein zusammengesunken zeigt, ist eine erschütternde Illustration des Liedes: 9 Haupt voll Blut und Wunden. Dürer hat die Cyristusgestalt der Kleinen Passion visionär geschaut! Eine Reihe seelischer Erlebnisse, viel um Gotterkennen lag zwischen der Großen und der Kleinen Passion. Und doch mußte Dürer noch tiefer versinken in Leid und Vereinsamung, ehe er, wie genden Gesicht heraus, die letzte und erschütterndste Dartellung des Erlösers zeichnen konnte. Es ist dies der große Holzschnitt des Ecce Homo. Er hat Dürers letzte weisheit und letzte Schmerzen in sich aufgenommen. Ihn schi der Künstler in gläubig inniger Selbstversunkenheit, in stiller Vereinigung mit Gott. Alle diese Gestalter der Passion des Herrn, ob wir ihre Namen hennen, oder ob sie ins Meer der Vergessenheit gespült sind— jeder von ihen bildet als Künstler und Mensch eine Einheit, Denn das Größeste, was Menschengeist und zu gest vermag, kann nicht mit kaltem, zerrissenem Herzen, kann sicht in Gottferne und innerem Zwiespalt geschaffen werden. Regierung. Gegen die Entschließung der Rechtsopposition.— Keine Beeinträchtigung des Stahlhelm=Volksbegehrens. — Berlin, 31. März. Amtlich wird mitgeteilt:„Vertreter der Rechtsopposition haben auf einer Tagung in Nürnberg eine Entschließung gefaßt, die sich mit falschen Heortn: dung gegen die Verordnung des Reichsprasivenken zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen wendet. Die Verordnung des Reichspräsiventen richtet sich nicht gegen das Volksbegehren des Stahlhelms. Wie schon anläßlich der Konferenz der Innenminister der Länder vom 18. März erörtert worden ist, soll sie der legitimen Werbung des Stahlhelms für sein Volksbegehren keinen Abbruch tun. In einer vor dem Erlaß der Vevordnung liegenden Besprechung mit dem für ihre Ausführung in Preußen preußischen Minister des Innern ist festgestellt worden, daß hierüber volles Einvernehmen Reichsinneuministerium und dem preußischen Ministerium des Innern besteht., Die erwähnte Konferenz der Innenminister hat einmütig auf die Notwendigkeit hingewiesen, im Interesse des Staates und der Kultur der von der rechtsund der linksradikalen Opposition geschürten Verhetzung deutscher Volksgenossen gegeneinander mit scharfen rechtlichen Waffen entgegenzutreten, dieser Verhetzung, die den Nährboden bildet für die zahlreichen politischen Morde und Ausschreitungen, die das deutsche Volk in den letzten Monaten zu beklagen hat. Tavei sind in einer ganzen Reihe von Einzelheiten besondere Länderwünsche berücksichtigt worden. Die Behauptung des Nürnberger Beschlusses der Rechtsoppofition, die Reichsregierung habe vieg Jahre keinerlei Aufbauarbeit geleistet, richtet sich selbst und ist ebenso falsch wie die der politischer## hängigkeit der Reichsregierung von der SozialdemoDer Reichspräsident, der übrigens ständig Vertreter der rechsoppositionellen Parteien angehört hat und über ihre Auffassung unterrichtet ist, hat die Notverordnung in voller Erkenntnis ihrer eimmungen, ihrer Hanphokn Hushabung der Rotvererlassen. Die Fordernn9 der„äglichen Angritf ger ordnung stellt daher einen personinchen Angregf begen den Reichoprästventen dar. Es ist tief bedauerlich und bedarf der schärfsten Abwehr, daß nunmehr von deutschnationaler Seite versucht wird, durch Entstellung und durch die Vertretung unwahrer Behauptungen im Volke das Vertrauen in die Person und in die Ueberparteilichkeit, des Reichspräsidenten zu untergraben. sich bei dem Zusammentreffen in Geuf und an auderen Stellen für die Vertreter der verschiedenen Regierungen Gelegenheit biete. Deutschland und Oesterreich hätten sich auf den Standpunkt gestellt, daß inr Vorschlag sich mit dem Genfer Protokoll von 1922 Uebereinstimmung befinde. Die Antwort Oesterreichs lasse seiner Ansicht nach dem Zweifel weniger Raum als die Deutschlands, die dahin ansa#legt werden könnte, daß eine rechtliche Prüfung der Frage möglicherweise ohne ihre Mitwirkung werde geführt werden müssen und die Absicht ausdrückt, in der Zwischenzeit Verhandlungen mit Oesterreich zu führen. Henderson fuhr fort, in der Annahme, daß die deutsche Regierung seine Anregung vielleicht mißverstanden habe, habe er nach Berlin am 26. März telegraphiert, sein Vorschlag sei einfach dahin gegangen, daß, bevor die beiden Regierungen weiter fortschreiten, dem Völkerbundsrat eine Gelegenheit gegeben werde, sich zu versichern, daß der vorgeschlagene Vertrag nicht im Gegensatz zu dem Protokoll vom Jahre 1922 Die deutsche Regierung habe geantwortet, die Verhandlungen zwischen Oesterreich und Deutschland dürften voraussichtlich mindestens zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen, und die deutsche Regierung sehe keinen Anlaß, den vorgeschlagenen Vertrag dem Völkerbund zu unterbreiten, da sie überzeugt sei, daß er dem Protokoll von 1922 nicht zuwiderlaufe. Den Signatarmächten des Protokolls sei es freigestellt, in der Vertragsangelegenheit sich an den Völkerbundsrat zu wenden, jedoch müsse sich die deutsche Regierung völlige Handelsfreiheit bezüglich des Verfahrens vorbehalten, das etwa vorgeschlagen werden sollte. Ferner habe die deutsche Regierung ihre Einwände gegen eine Prüfung der Vereinbarung vom politischen Standpunkt aus in dieser Antwort auf sein Telegramm wiederholt. Es ist beabsichtigt, so fuhr Henderson fort, den Generalsekretär des Völkerbundes davon in Kenntnis zu setzen, daß der Wunsch besteht, bei der nächsten Sitzung des Völkerbundsrats die Frage zur Debatte zu stellen, ob die geplanten Zollvereinbarungen mit dem Oesterreich durch die Verträge und insbesondere durch das Protokoll von 1922 auferlegten Verpflichtungen vereinbar sind. „Sollte“, so erklärte Henderson zum Schluß,„ein allgemeiner Wunsch sich bemerkbar machen, daß der Völkerbundsrat durch die Ratschläge des Internationalen Gerichtshofs unterstützt wird, so werde ich sicher die Heranziehung des Internationalen Gerichtshofs unterstützen. Ich hoffe lebhaft, daß die Wäglicheit gegeben sein wird, festzustellen, die österreichisch=deutschen Verhandlungen seien noch nicht in einem Grade fortgeschritten, daß die normale freundschaftliche Atmosphäre innerhalb des Völkerbundsrats schädlich beeinflußt werden kann.“ Die Notverordnung des Reichspräsidenten wurde von dem Reichsinnenminister Dr. Wirth im Rundfunk durch eine längere Ansprache ausführlich erläutert. Er begründete sie in der Hauptsache mit den maßlosen Beschimpfungen, denen in letzter Zeit ders die Religionsgesellschaftern gusgesetzt gewesen sind. Die Notverordnung wollle teoiglich eine Normierung des politischen und veligiösen Zusammenlebens im deutschen Volle sein. Henderson unter französischem Druck. Regierungserklärung im Unterhaus. escäale barung der englischen Regierung keine Mitteilung machten. Die zweite Anfrage Chamberlains ersucht um Mitteilung, welche Schritte die britische Regierung zu unternehmen beabsichtigt, um festzustellen, ob das Uebereinkommen den Bestimmungen, Protokofig gomt Jahre Saint=Germatn und des Genfer Pegezze#.. Soflänion 1922 entspreche und in welcher Weise die Zollunion die Metstbegünstigungsklausel der britischen Handeisverträge mit Deutschland und Oesterreich berühren g. der Geastmerung urcger, gewählt worden nnien Mrittellung bn wertegen und bie Gorte. freimütigen Gedankenaustauschs zu aunilieren, zu dem Schober gegen die französischen Erpressungsmanöver. — Berlin, 31. März. Bei einem Empfang der Auslandskorrespondenten erklärte Außenminister Dr. Schober, er sei am 15. Januar als österreichischer Außenminister wieder bei der Tagung der Paneuropa=Kommission in Genf gewesen. Sie habe nicht ein Quentchen positives Ergebnis gebracht. Als dann der deutsche Außenminister Dr. Curtius im Februar nach Wien gekommen sei, habe, man die ganze Situation durchberaten. Man sei zu dem Entschluß gekommen, einen praktischen Versuch zu unternehmen, eine deutsch=österreichische Zollunion einzugehen. Vielleicht sei angesichts der Tatsache, daß kein Vertrag vorlag, daß man sich nur über prinzipielle Richtlinien geeinigt hatte, eine Verständigung nicht einmal notwendig gewesen. Er wisse auch nicht, ob zwei andere Staaten in Europa über all das, was sie miteinander besprochen hatten, sofort ganz Europa Mitteilung zu machen sich verpflichtet fühlen würden.. pi hteestowent Zum Schluß erklärte Dr. Schober:„Nichlsbestoweniger haben wir uns nicht auf Deutschland beschränkt und ich darf anführen, daß wir mit Ungarn in halben Vertragsverhandlungen stehen, die, auf regionaler, Prund; lage, und auf neuen Ideen aufgebaut, hoffentuch nach Ostern zu einem befriedigenden Ende führen werden. Wir wollen dasselbe mit Jugoslawien machen. Andererseits führt Deutschland hier in Wien gegenwärtig Verhandlungen mit Rumänien. Beweise genug, daß wir Mitteleuropa und Europa und nicht lediglich eine Zollunion zwischen Deutschland und Oesterreich wollen.“ * Beitritt Ungarns? Erweiterung des Regionalvertrages. — Wien, 30. März. Außenminister Dr. Schober empfing am Montag die Vertreter der ausländischen Presse zu einer Aussprache über die österreichisch=deutsche Zollunion. Der Außenminister teilte dabei mit, daß mit Ungarn nach Ostern ein ähnliches regionales Zollabnommen abgeschlossen werden würde, mit Südslawien und Rumänien würden gleichfalls diesbezügliche Verhandlungen beOnnen. Die Flottenpakt=Schwierig. Unterbrechung der Arbeiten des Londoner Redaktionskomitees. Wie der diplomatische Korrespondent des Telegraph“ meldet, werden jetzt sämtliche Sachverständigen, die in London bei der Herstellung des Wortlauts der italienisch=französischen einbarung mitarbeiten, nach Rom reisen, um mit Regierung zu beraten. Infolgedessen wir,,#er, Soge verständigenausschuß seine Arbeit erst nach Ost— der aufnehmen können. Ursprünglich war gehofft worden, daß der Ausschuß ungefähr zu Anfang dieser Woche seine Arbeiten beenden werde. Indien hinter Gandhi. Sein Abkommen mit dem Vizekönig mit 300 gegen 2 Stimmen gebilligt. — London, 31. März. Das Abkommen Gandhis mit dem Vizekönig von Indien ist vom Indischen Kongreß mit 300 gegen 2 Stimmen gebilligt worden. Damit hat Gandhi über die radikalere Strömung einen vollen Sieg ersochten und Vollmacht für weitere Verhandlungen mit England erhalten. Im übrigen fordert der Kongreß aber auch jetzt noch die volle Unabhängigkeit Indiens und die Kontrolle über die Armee und die Finanzen. Doch sind das mehr grundsätzliche Programmpunkte, die in der Politik des Tages kaum besondere Bedeutung erlangen werden. Ernst gemeint ist dagegen eine Entschließung, in der die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert wird. Mit sehr ernsten Worten protestierte der Präsident des Kongresses ferner gegen die Hinrichtung der drei indischen Verschwörer, deren Tapferkeit und Opferbereitschaft ehrend gedacht wurde. Die Zahl der Toten von Cawnpur hat sich inzwischen nach einer amtlichen Schätzung der 200=Grenze genähert, wenn nicht gar diese bereits überschritten. Oberschlesien fordert Gerechtigkeit. Entschließung der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier. Die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier veranstalteten in Berlin eine Kundgebung gegen das Oberschlesien nach der Volksabstimmung vor zehn Jahren angetane Unrecht. Unter den Ehrengästen sah man Vertreter der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin, ferner Abgeordnete des Reichs= und Landtages und die Vertreter befreundeter Organisationen. Als Vorsitzender der Landesgruppe Norddeutschland sprach Dr. Richter. Zum Schluß faßte der Vorsitzende des Deutschen Schutzbundes, Dr. von Lösch, den Gedanken der Kundgebung noch einmal kurz zusammen. Seine Ausführungen wurden bekräftet durch eine Entschließung, in der betont wird, in der oberschlesischen Frage müsse endlich Recht vor Macht gehen. Die unsinnige Grenzführung zertrümmere das Wirtschaftsleben und den kulturellen Zusammenhang. Unbeirrt müsse die Reichsregierung die Revision der unhaltbaren Grenzen und den Widerruf des unseligen Genfer Vertrages erstreben, da es sonst niemals einen wahren Völkerfrieden gebe.“ Verschiedenes. Bibelschule des Deutschen Bundes der Mädchenbibelkreise. Am 12. März bestanden unter Leitung von Geheimrat D. Dinter Dresden, 20 Schülerinnen unserer Bibelschule nach zweijähriger Ausbildung die mündliche Prüfung, zu der sie auf Grund von drei schriftlichen Arbeiten zugelassen waren. Diese schriftlichen Arbeiten behandelten: „Das Hohepriestertum nach dem Hebräerbrief",„Der Dienst der Frau in der Kirche der Gegenwart" und„Die Geschichte vom Pharisäer und Zöllner als Bibelstundenskizze. In mündlichen Fächern wurde Altes und Neues Testament, Heilslehre und Ethik, Kirchengeschichte, Innere Mission und Wohlfahrtspflege, Seelsorge und Psychologie geprüft. Die Schülerinnen zeichneten sich in der Prüfung durch selbständiges Denken und klare Erfassung der Fragen aus. Die Schülerinnen haben zum Teil Stellungen nachgewiesen bekommen in der Gemeinde und in der Arbeit der Inneren Mission. Der neue Kursus beginnt am 1. Mai und ist bereits sehr stark besetzt. Handbuch des guten Tones und der seinen Sit, von K. v. Franken. 63. verbesserte Auflage(bisherig, Auflage 335 000), 304 Seiten. Preis vornehm geb. 360 Mark. Ganzleinen.— Mark. Max Hesses Verlag lin=Schöneberg 1. Es ist nicht das erstemal, daß dieses Buch hier grge, zeigt und empfohlen wird. Man kann wohl der Mei. nung sein, daß ein sonst gut veranlagter Mensch auch der Lage ist, sich in jedem Gesellschaftskreis zurecht uu finden. Aber doch kann ein solches Buch wie das vorlie, gende jedem gute Dienste tun, der sich sichere Umgange. formen aneignen will. Es wird zu jeder Gelegenheit ein willkommenes Geschenk sein. — Am Ostersonnabend, den 4. 4. 31, ist unser Laden von 7 bis 14 Uhr durchgehend geöffnet. Bestellungen bitten wir spätestens bis Mittwoch mittag. Nach der Senne kommt unser Wagen schon am Mittwoch Schlachthof. Wir schließen unsere Verkaufsräume Gründonnerstag und Ostersonnabend um 14 Uhr(2 Uhr mittags) und bitten unsere verehrte Kundschaft, die Bestellzettel für Liese, rungen, welche Gründonnerstag und Ostersonnabend durch unser Auto erfolgen sollen, spätestens bis Mittwoch Mittag uns hereinzureichen, damit wir pünktliche Erledigung gewährleisten können. Ophir, vereinigte Verkaufsstellen der Anstalt Bethel. Hühner einsperren! Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß von jetzt an, nachdem mit der Bestellung der Gärten wieder begonnen ist, die Hühner eingesperrt gehalten werden müssen. Der Anstaltsvorstand. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Bethel. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden. Römer 8, 18. Heimgehen durfte heute früh 415 Uhr als fröhliche und tapfere Kreuzträgerin meine liebe Frau, unsere gute, treubesorgte Mutter Lutse A. gensrern im Alter von 46 Jahren. Augenstein Annemarie und Elisabeth Bethel, den 30. 3. 1931. Die Beerdigung findet Gründonnerstag, 2.., nachm. 2 Uhr von der Zionskirche aus statt. Betriebsleiter christl. ges., in letzter Stellung 7 Jahre tätig gewesen, mit Spezialkenntnissen in Papierverarbeitungs= und Eisenbranche. Absolvent staatl. techn. Lehranstalt sucht neuen Wirkungskreis. Bei Sicherheit eotl. Beteiligung mit 8 bis 10000 Mk. 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