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Beilagen unter T5g je tausend 15 Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 6737 Nr. 72. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Vielesel), Freitag, den 27. März 1931. 13. Jahrgang. Der Eine fragt: Was kommt danach? Der Andre fragt nur: Ist es recht? Und also unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht. Storm. Neues zur Siedlungsfrage. Der preußische Landwirtschaftsminister Dr. Steiger gab am Dienstag den Vertretern der deutschen Presse Auskunft über die in seinem Ressort geleistete Arbeit. Einen breiten Raum nahm hierbei der Stand der Siedlung in Preußen ein. Im Rechnungsjahr 1930 sind etwa 7200 Siedler neu angesetzt worden. Der geistige Vater des deutschen Siedlungswerks, Professor Dr. Sering, hatte seinerzeit eine Zahl von 10000 neuen Siedlungsstellen im Jahre als das zu erstrebende Ziel bezeichnet. Es ist bemerkenswert, daß in der Zeit von 1925(mit 1500 neuen Siedlerstellen) bis 1930(mit 7200 neuen Stellen) dieses Ziel zu drei Vierteln erreicht werden konnte. Wenn wir erwarten dürfen, daß die Kapitalbeschaffung in den folgenden Jahren leichter und billiger möglich sein wird, so kann man hoffen, daß die Schaffung neuer kleinbäuerlicher Stellen an der national bedrohten deutschen Ostgrenze in nicht zu ferner Zeit das notwendige Tempo erreichen wird. Voraussetzung bleibt aber unter allen Umständen, daß nicht durch wirtschaftliche Zusammenbrüche mehr Land in fremde Hände übergeht, als durch neugeschaffene Siedlerstellen in nationale Bewirtschaftung gelangt. Der preußische Landwirtschaftsminister hat den richtigen Grundsatz ausgesprochen, daß den neuen Siedlern nach Möglichkeit erspart werden muß, teures Lehrgeld zu zahlen. Darum ist die Siedlerberatung eine besonders schwierige und verantwortliche Angelegenheit. Die neugeschaffenen Bauernstellen betragen im Durchschnitt 15 Hektar. Sie reichen unter leidlich normalen Verhältnissen aus, um eine Siedlerfamilie zu ernähren. Als besonders wichtig hat es sich herausgestellt, daß die auf den Siedlerstellen zu errichtenden Bauten so billig wie möglich durchgeführt werden. Hier hat man sich mit Erfolg die Fortschritte im Bauwesen zunutze gemacht. Während früher die durchschnittlichen Kosten der Gebäude auf einer Siedlerstelle 20000 Mark ausmachten, hat man diesen Satz auf wenig über 10000 Mark herabzudrücken vermocht. In manchen Gegenden kommt man sogar mit einem Geldaufwand von nur 7·000 Mark aus. Was es bedeutet, wenn dem landwirtschaftlichen Kleinbetrieb jährliche Barunkosten(Verzinsung und Tilgung der Baulichkeiten) in Höhe von 500 bis 800 Mark erspart werden können, bedarf keiner Bekräftigung. Trotz der überaus ungünstigen Verhältnisse in der deutschen Landwirtschaft besteht eine rege Nachfrage nach Siedlerstellen. Allerdings bringen bei weitem nicht alle Siedlungsanwärter das nachzuweisende Eigenkapital von durchschwittlich 4000 Mark mit. Durch die Not der landwirtschaftlichen Großbetriebe sind in den östlichen Provinzen in den letzten Jahren Tausende deutscher Landarbeiter beschäftigungslos geworden. Diese Landarbeiter stellen ihrer Eignung nach ein hervorragendes Siedlermaterial dar; dagegen verfügen sie mit ganz geringen Ausnahmen nicht über Eigenkapital. Das preußische Landwirtschaftsministerium bietet alles auf, um solche Landarbeiter auch ohne Eigenkapital anzusetzen und sie dadurch dem flachen Lande zu erhalten. Wenn festgestellt worden ist, daß fast zwei Fünftel aller in den letzten Jahren neu angesetzten Siedler ehemalige Landarbeiter sind, so kann man diesen Bemühungen des preußischen Landwirtschaftsministeriums den Erfolg nicht absprechen. Auch die Quote der zusammenbrechenden Landarbeiter=Siedlungen(1 pro mille) beweist, daß man den richtigen Weg eingeschlagen hat. Man wird aber einen Umstand als besonders günstig für die Siedlungsarbeit im laufenden Rechnungsjahr bezeichnen müssen: noch nie waren die Landgesellschaften in der Lage, guten Boden so reichlich und billig zu erwerben und den Siedlern weiterzugeben, wie in diesem Jahr der gehäuften landwirtschaftlichen Zusammenbrüche. Dr. Croll. Von Oesterreich gesehen. Der Weg zur Zollunion. Vom österreichischen Bundesminister Dr. Hans Schürff. Der nachstehende Aussatz des gegenwärtigen österreichischen Justizministers gibt ein Bild von dem gesunden Zwang zur deutsch=österreichischen Zollunion, an sich vom österreichischen Standpunkt aus gesehen, zugleich aber auch in den grundsätzlichen handelspolitischen Fragen unter bewußter Berücksichtigung der gesamtdeutschen Interessen, die schließlich über das rein kommerzielle Gebiet der Wirtschaft weit hinausgreifen. Dr. Schürff kann um so eher als kompetent für die Behandlung dieser Fragen betrachtet werden, weil er in den entscheidenden letzten Jahren als österreichischer Handelsminister die Verantwortung für die Gestaltung der österreichischen Wirtschaftspolitik und der bewußten Angleichung an die Wirtschaftspolitik des Reiches getragen hat. Das bisherige handelspolitische System Oesterreichs war eine Kombination zwischen Freihandel und Protektionismus. Es war ein durch die Gegensätzlichkeit von Produzenten= und Konsumenteninteressen und daher auch durch die parlamentarischen wirtschaftspolitischen Gegensätze bedingtes Kompromiß. Pläne der früheren Bundesregierungen nach stärkerem Produktionsschutz wurden durch Interessentenorganisationen und Parlament zunichte gemacht. Dieses System hat angesichts der allgemeinen ungünstigen Entwicklung der Weltwirtschaft und wegen der durch den Friedensvertrag geschaffenen unhaltbaren wirtschaftlichen Lage der meisten Sukzessionsstaaten des alten Oesterreich=Ungarn mit einem Mißerfolg geendet. Dieses System beschränkte sich letzten Endes hauptsächlich auf die Abwehr der großzügigen handelspolitischen Vernichtungspläne des Auslandes. Das hatte wohl den Erfolg, daß unter sehr großen Opfern die grundlegende wirtschaftspolitische Organisalion Oesterreichs in Industrie, Gewerbe und Landwirlschaft gerettet wurde, dabei jedoch die Preisgabe unzähliger Einzelexistenzen erfolgen mußte. Daher der Riesenumfang der industriellen Abrüstung Oesterreichs, das Sinken der Konsumkraft und die große Arbeitslosigkeit. Es ist ein geringer Trost für die Opfer dieses wirtschaftlichen Selbsterhaltungskrieges, daß es ihren Konkurcenten im gegnerischen Auslande ebenso ergeht und daß beispielsweise die Verhältnisse im tschechischen„Sieger". staat derzeit die gleiche katastrophale Entwicklung zeigen. Schon vor Jahren wurde eine Kursänderung in der Handelspolitik und ein Verlassen des Meistbegünstigungssystems gefordert. Letzteres hat sich immer mehr und mehr als ein System der Bevorzugung und Begünstigung der großen Wirtschafts= und Zollgebiete gegenüber den kleineren entpuppt, weil die durch einen Handelsvertrag von einem kleineren Staate mit großen Opfern erkauften Vorteile und Gegenleistungen durch einen Meistbegünstigungsvertrag des zweiten Partners mit einem dritten Vertragschließenden leicht paralysiert werden konnten. Es zeigt sich, daß der kurzfristige Meistbegünstigungsvertrag hauptsächlich wegen der staatspolitischen Zersplitterung in Mittel= und Osteuropa geradezu gegen die Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse wirkte und jeder neue Vertrag dieser Art neue Konfliktsstoffe schuf und die handelspolitische Lage verschärfte. Vor allem zeigte sich, daß eine wirtschaftliche Ausgleichs= und Angleichspolitik mehrerer sich wirtschaftlich oder national nahestehender Stuaten auf diesen Wegen nicht möglich ist, weil ein solcher regionaler Schutz durch Präferenzzölle und Zollunion, Kontingente und Prämien nach der bisherigen Praxis der Meistbegünstigungsvertragspolitik nicht zulässig war. Die Wiener Handelskammer kann es sich als ihr Verdienst anrechnen, mit Zustimmung der österreichi= schen Regierung zuerst auf der Pariser internationalen Handelskonferenz auf die Unhaltbarkeit dieser internationalen Zoll= und Handelspolitik hingewiesen und das handelspolitische Gewissen Europas aufgerüttelt zu haben. Dem früheren Bundeskanzler Dr. Schober war es vorbehalten, als erster Regierungschef beim Völkerbund in Genf die Forderung nach Durchbrechung des Meistbegünstigungssystems und nach einer Handelspolitik mit präferenter Behandlung regionaler Interessen gestellt zu haben. Heute wird die Richtigkeit der Forderung nach einer solchen Aenderung der Handelspolitik bis in die Reihen der Balkanstaaten erkannt, weil nur auf diesem Wege für die kleineren Staaten eine großzügige, den wirtschaftlichen Produktionsprozeß dauernd sichernde Handels= und Zollpolitik ermöglicht wird. Auch nur so kann der handelspolitischen Taktik der großen Staaten„divide et impera“ zum Nutzen der kleinen und Mittelstaaten Einhalt geboten werden. Die industriellen Produzenten haben seit Jahren die nachteiligen Folgen der wirtschaftlichen Kleinstaaterei auf das bitterste empfunden und Abhilfe gefordert gegen die vernichtende Konkurrenz des großen Auslandes, das neben der übermächtigen Waffe des Kapitals noch das Schwert der Meistbegünstigung mit aller Brutalität zur Anwendung brachte. Zollnovellen und neue Handelsverträge vermochten diese Leiden der Wirtschaft nur zeitweise zu lindern, aber nicht zu beseitigen, denn die Meistbegünstigungsklausel ließ eine radikale Hilfsaktion nicht aufkommen. Auch private Vereinbarungen der Industrie von Land zu Land sind nur wirksam und von Dauer, solange in beiden Ländern gleichmäßige Wirtschaftsverhältnisse bestehen und keine der beiden Industrien Not leidet. Der Hilferuf nach Aenderung dieses überlebten, die schwache Wirtschaft schwer schädigenden Systems fand in den Kreisen der Siegerstaaten erst Aufmerksamkeit und Gehör, als auch agrarische Staaten der kleinen Entente aus der Not ihrer Landwirtschaft heraus die Forderung nach einer wirtschaftlichen und regionalen Blockpolitik erhoben. Jetzt, da es sich nicht mehr bloß um einstige Feindesstaaten, sondern um das Schicksal der eigenen Bundesgenossen handelt, erkennt man auch in Paris und London die Unhaltbarkeit des Dogmas der Meistbegünstigungsklausel. Das System der Präferenzzölle fand daher auch heuer in Genf endlich Anerkennung, so daß in einzelnen Vertragsverhandlungen diese Frage bereits eine sehr wichtige Rolle spielt. Nebst Ein= und Ausfuhrkontingenten mit Exportprämien sollen also auch Vorzugszölle zur Sicherung der Wirtschaftsverhältnisse in Anwendung kommen. Auch Oesterreich hat an solchen Lösungen das größte Interesse, da es mit Ungarn wegen Erneuerung des Handelsvertrages bereits verhandelt. Mit der TschechoSlowakei wird ebenfalls eine handelspolitische Neuordnung gesucht werden müssen, auch wenn die Prager Außenpolitiker noch so sehr den wilden Mann spielen, denn ein auf gesunder Grundlage und für längere Dauer aufgerichteter Wirtschaftsverkehr zwischen Oesterreich und der Tschecho=Slowakei ist für letztere mindestens ebenso wichtig und unentbehrlich wie für Oesterreich. Jugoslawien, Polen und Rumänien müssen ebenfalls in diese Reformaktion einbezogen werden. Soll aber ganze Arbeit geleistet werden, dann muß auch das Verhältnis„Deutschland—Oesterreich", nach diesen neuen Grundsätzen eingerichtet werden. Hier handelt es sich um das wichtigste wirtschaftliche Problem Paneuropas. Denn ein wirtschaftspolitisch konsolidiertes Mitteleuropa ist der größte Beruhigungsfaktor und sicherste Pfeiler für die ganze europäische Wirtschaft und Politik. Die Großdeutsche Volkspartei vertritt seit jeher die Forderung nach der innigsten Verflechtung der österreichischen mit der deutschen Wirtschaft. Ihre bekannte Programmforderung nach einer deutsch=österreichischen Wirtschaftsgemeinschaft mit Zollunion ist bei einigem guten Willen der Völkerbundführung unschwer zu erfüllen. Für die schwächere österreichische Industrie und Landwirtschaft könnte während der Uebergangsperivde der notwendige Schutz durch Zwischen= und Uebergangszölle leicht geschaffen werden. Von dieser grundlegenden Forderung kann die österreichische Wirtschaftspolitik nicht mehr abgehen, da die im Friedensvertrage zugesicherte präferente Berücksichtigung der österreichischen Wirtschaftsinteressen durch die Nachfolgestaaten niemals eingehalten wurde. Oesterreich muß aus seiner wirtschaftlichen und handelspolitischen Isolierung heraus, denn diese hat die österreichische Wirtschaft nur zum Spielball der handelspolitischen Launen der anderen Staaten gemacht. Ein solcher Zustand ist untragbar und unwürdig. Unser Appell nach Neuordnung vor allem der wirtschaftlichen Lage Mitteleuropas richtet sich an die Einsicht ganz Europas, das im ureigensten Interesse dem sich revolutionär auswirkenden Zerbröckelungsprozeß in Mitteleuropa nicht ruhig zusehen darf. Verfallserscheinungen im deutschen Zeitungswesen. In dem Artikel(Nr. 47), der sich mit dem beklagenswerten Tiefstande des deutschen Zeitungswesens beschäftigt und auf die Tagespresse als den Faktor hinweist, der nicht nur als Gradmesser des allgemeinen Kulturniederganges anzusehen ist, sondern an diesem Niedergang ein vollgerütteltes Maß von Schuld trägt, werden vor allem die Ursachen dieser unheilvollen Erscheinung beleuchtet: die parteipolitische Einstellung der einzelnen Zeitungen, die ein für alle Male feststeht und eine Beeinflussung durch noch so schlagende Gründe unmöglich macht, die absolute Geschlossenheit des Mitarbeiterkrei ses, das Arbeiten mit Schlagworten, das die Fähigkeit zu eigenem Nachdenken nach und nach ertötet, die infolge davon geringen Anforderungen an die sittlichen, geistigen, schriftstellerischen Fähigkeiten der Mitarbeiter, die Unlauterkeit des Geschäftsbetriebes. Ist nun der verhängnisvolle Einfluß einer Macht, die sich täglich an der breitesten Oeffentlichkeit erproben kann, in unserer Zeit der höchsten politischen Erregung auf diesem— politiichen— Gebiet ganz außerordentlich groß, so macht er sich nicht minder fühlbar an anderer Stelle: in dem feuilletonistischen Teil der Zeitung. Hier erstreckt sich die verheerende Wirkung auf viel weitere Kreise. Jedermann sucht heute in und nach anstrengender Tagesarbeit Entspannung und Auffrischung und greift zum„Unterhaltungsblatt", zur„Plauderecke", zu„Unterhaltung und Wissen",„Mußestunden“,„Am stillen Herd“ und wie die Beilagen dieser Art sonst noch heißen. Auch wer selbst in unseren schicksalsschweren Tagen noch immer nicht die werdende Geschichte unseres Volkes, Politik genannt, verfolgt, will„die Zeitung lesen", das heißt, das verschlingen, was in der Unterhaltungsbeilage oder unter dem Strich steht. Für ungefestigte und urteilslose Leser bedeutet das in vielen Fällen nichts anderes als Gift einsaugen; aber auch bei reiferen Menschen tritt die betrübende Tatsache in die Erscheinung, daß sie mit der Zeit gegen das Schlechte abstumpfen, daß ihr Geschmack eine unerfreuliche Vergröberung erleidet und sie die geistige Nahrung, die man ihnen vorsetzt,„gar nicht so schlimm“ finden,„wie man sie macht". Das gilt für das Urteil sowohl im ethischen wie im ästhetischen Sinne. Und da die Zeitung nicht allein arbeitet, sondern Kino, Theater, Straße, Reklame an demselben Strange ziehen, so ist der Erfolg um so sicherer, besonders, weil das Gift nicht als Gift gekennzeichnet, sondern im Gegenteil in äußerst verführerischen Hüllen versteckt und mit den verlockendsten Namen bezeichnet wird. Denn die hohen Worte, mit denen wir sonst einen edlen, erhebenden Sinn verbanden, werden ihrer eigentlichen Bedeutung entkleidet und auf Dinge angewandt, die oft ihr gerades Gegenteil sind— was wird z. B. alles mit dem Wort„Körperkultur“ gedeckt! Unter den verschiedenen Abteilungen des Unterhaltungsblattes nehmen der Roman, die lustige Ecke, die Kurzgeschichte und die„belehrende“ Seite den ersten Platz ein. In dieser letzten Gruppe kann man eine „Ehrenrettung der Gräfin Dubarry“ finden, auch eine Folge von„Skandalaffären aus der Zeit Kaiser Wilhelms II.“, längst vergessene Prozesse abstoßendster Art, Dinge, für deren Ausgrabung man die Absicht, zu belehren, beim besten Willen nicht annehmen kann. Nur die vollkommenste Gleichgültigkeit gegen den entsittlichenden Einfluß dieser aufpeitschenden Darstellungen und politische Nebenabsichten können solche Veröffentlichungen erklären. Den Roman kann man oft aus einer einzigen Fortsetzung kennen lernen: die Lüsternheit, die selbstverständliche Verachtung aller Zucht, die Frivolität des ganzen Inhalts, das Raffinement der Darstellung, die die unsittlichsten Verhältnisse, die perversesten Charaklere mit einem Glorienschein umgibt und für das Ganze auf die Sensationslust und ein weichliches, urteilsloses Mitleid der Leser rechnet. Mit dem Roman wetteifert die Skizze, die Kurzgeschichte auf wenigen Spalten um die Gunst des Lesers. Das Rundschreiben des Papstes Pius XI. vom 31. 12. 1930 über die Ehe(Casti connubii). (Schluß.) Und nun eine letzte Frage: Was sagt uns das päpstliche Rundschreiben über unsere Evangelische Kirche? Daß sie auch hervortreten soll! Einmal ist es schon geschehen. Am 12. März 1930 sprach die Generalsynode, die oberste Vertretung der Evangelischen Landeskirche der altpreußischen Union, ihre Besorgnis über die Zersetzung des ehelichen Lebens, ihr Mitgefühl mit den Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art auf diesem Gebiet, ihr entschiedenes Eintreten für die unverbrüchliche Heiligkeit der Ehe und zuletzt ihre Mahnung an alle Glieder der Evangelischen Kirche zu vorbildlichem ehelichen Leben, Freudigkeit zum Kinde und unzerstörbarem Familiensinn aus. Ernste Gesinnung und feste Ueberzeugung fänden eine deutliche Sprache, aber es war schon bezeichnend, daß diese vier Sätze nicht als eine Kundgebung, sondern als ein„Beschluß“ in die Oeffentlichkeit kamen, die denn auch vollig stille blieb. Sie sind im Blättersturm verweht. Uns aber faßt ein gewisser Neid, wenn wir auf die Kundgebung sehen, die die im Juli und August 1930 stattgehabte„Lambeth"=Konserenz der ungefähr 400 Bischöfe der anglikanischen Kirche hat ausgehen lassen und die von den deutschen Blättern in ganz großer Aufmachung mit spaltenlangen Ausführungen als„Fühlung mit der Zeit" und Zeichen einer fortgeschrittenen Gesinnung in der englischen Kirche gepriesen und gegen die deutschen Kirchen des Evangeliums ausgespielt wurde. Was besagten sie? Die Ehe unauflöslich.„schlage sie zum Guten oder Bösen aus"; das ganze Gebiet des Geschlechtlichen edel und schöpferisch, weil von Gott gegeben, und eben deshalb nur in der Liebe zum Schöpfer zu beschreiten; Trauung eines Geschiedenen unmöglich, solange der andere geschiedene Eheteil noch lebe; die Gesamthaltung der Kirche gegenüber den Sexualfragen bestimmt durch das allgemeine große Ziel der Kirche, die Versöhnung mit Gott und die Erlösung von allen Sünden. Die ungeordnete Verbindung Unverheirateter kennzeichnet die Kundgebung als „schwere Sünde" und verlangt als Kampfmittel gegen dieselbe die Einschränkung der Verhütungsmittel. Um eine bessere Zeit heraufzuführen, wird einerseits die sexuelle Unterweisung der Kinder durch die Eltern in Einfalt und Schönheit gewünscht, ehe die geschlechtlichen RegunSie muß vor allem„pikant“ sein. Hier wie dort handelt es sich fast immer um das Verhältnis von Mann und Frau, des illegalen, wohlgemerkt. Wo Blicke in eine Ehe getan werden, da ist es natürlich eine zerrüttete, was„natürlich“ das Recht verleiht, sich wenigstens durch einen„unschuldigen“ Flirt schadlos zu halten. Von Witz und Humor ist in der„Lustigen Ecke“ gewöhnlich leider recht wenig anzutreffen, so daß man zu einem erquickenden Lachen nicht kommen kann. Gewitzelt wird über alles, über Ehrlichkeit, Treue, Wahrhaftigkeit, über den Ernst, mit dem man bei einer Sache ist, und über die ernstesten Dinge selbst. Und zwar nicht nur in der Witzecke. Es gilt überhaupt, über ernsthafte und tiefe Fragen im leichten Plauderton dahinzugleiten, allerlei„geistreiche" Abgeschmacktheiten zu äußern, alle Abwege von den altmodischen, philisterhaften Normen interessant und fortschrittlich zu finden. Das Amoralische wird zum Trumpf erhoben; wenn man sich mit Lügen herausreden kann, so tut man es selbstverständlich. Aeußere Vorzüge allein sind schätzenswert; daher nehmen auch die Berichte über Weltmeisterschaften und Schönheitskonkurrenzen einen breiten Raum sogar im Hauptblatt ein. So wird ein falsches Weltbild vermittelt, in dem die wesentlichen Züge fehlen, in denen das Echte gering bewertet wird und kein Glaube an die Quellen herrscht, die klar und lauter strömen. Um wieviele Zeitungen handelt es sich dabei? Um so viele, daß ihr niederreißender Einfluß sich je länger, je mehr fühlbar macht und zwar um so stärker, als für viele die Zeitung den einzigen Lesestoff bildet und also unbehindert ihre Wirkung ausüben kann. In der Zeit des tiefsten Darniederliegens, wo der Wiederaufbau eines großen und starken Reiches im Geiste und der Kraft des Christentums aller Deutschen Herz und Willen erfüllen muß, hat die Presse bei ihrer heutigen Macht die größte und verantwortungsvollste Aufgabe. Aber das nimmt dem Einzelnen nichts von der Verantwortung und Pflicht, die auf eines jeden Schulter ruht. Wenn bei allen minderwertigen Darbietungen die Zeitungen sich auf die Wünsche des Leserkreises berufen können, so daß das Sinken des Niveaus gewissermaßen in Wechselwirkung geschieht, so möge die Liebe zum Vaterlande und das Verantwortungsgefühl des Lesers diese Wechselwirkung in umgekehrtem Sinne hervorrufen zu oller Nutz und Frommen. Denn es geht um Deutschland. M. Schröder. Krisenwinter überwunden. Von Geheimrat Dr. Duisberg, Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Anläßlich der Tagung des Bayerischen Industriellenverbandes sprach Geheimrat Dr. Duisberg über die Ueberwindung der Krise. Er führte aus: Mit äußerster Kraftanspannung der Nation und unter schwersten Opfern ist es gottlob gelungen, den katastrophalen Krisenwinter 1930/31 zu überwinden. Wie in der Natur die ersten Knospen den Frühling tünden, so scheinen auch in unserer deutschen Wirtschaft vereinzelte Anzeichen die baldige Sprengung des lähmenden Druckes der Krise erhoffen zu lassen. Ich denke an den Höchststand der Arbeitslosigkeit, der jetzt, so hoffen wir, überwunden ist. Der Handel schreitet infolge der geleerten Läger wieder zu zu, nehmenden Bestellungen. In den Hauptländern der Rohstoffproduktion beginnt sich das Anziehen der Roßstoffpreise wieder in Nachfragezunahme umzusetzen Auch die Börse hat schon in ihrer seinen Empfindsamkeit auf die ersten fühlbaren Anzeichen der kommenden Besse, rung reagiert. Ebenso wichtig, wie neues Wagen und neuer Mut unternehmender Menschen gerade im jetzigen Zeitpunkt ist, ebenso unerläßliche Voraussetzung für einen gesunden Konjunkturumschwung ist eine zielhwußte Wirtschaftspolitik des Staates, die aus den schweren Fehlern des vergangenen Jahrzehntes ae, kernt hat.„... a, Lamm uatiaan... Es handelt sich heute darum, nalicnar sowie international die Kräfte der Einsicht und der Vernunft, des klaren Willens und der Energie aufzurufen, um die volitische Sturheit und Verranntheit, die mit roher Gewalt in das feingliedrige Räderwerk der wirtschaftlichen Beziehungen eingegriffen und den ganzen Apparat so gut wie zum Stillstand gebracht haben, zu überwinden. Trotzdem so die endgültige Ueberwindung der Weltkrise und damit auch des deutschen Weltkrisenanteils nur von dieser Seite her kommen kann, ist doch die vorherige Konsolidierung der wirtschaftlichen Grundlagen Deutschlands von entscheidender Bedeutung. Dazu kommt, daß eine Neuregelung der Reparationen nur dann für uns erfolgreich werden kann, wenn unsere Wirtschaft in sich die Kraft hat, einen länger andauernden Verhandlungszeitraum ertragen zu können, wenn nicht, wie es bei den YoungPlan=Verhandlungen war, hinter dem Stuhl der Verhandlungsführer ständig das drohende Gespenst krisenhafter Katastrophen in der Heimat steht. Voraussetzung für jede Belebung ist die Wiederherstellung der deutschen Konkurrenzfähigkeit und die Ermöglichung einer rentablen Produktion. Für beides ist eine Selbstkostenreduzierung erforderlich, Die deutsche Industrie hat heute noch mit einer Zinsbelastung von 8 bis 12 Prozent und darüber zu rechnen, gegen eine Zinsbelastung der amerikanischen Industrie mit 4 bis 10 Prozent, der englischen Industrie mit 4 bis 6 Prozent und der französischen Industrie mit 2 bis 4 Prozent. En ist kaum denkbar, daß die deutsche Privatwirtschaft unter diesem hohen Zinsdruck einer Verschuldung von etwa 53 Milliarden Mark wieder zur vollen Arbeitsfähigkeit emporsteigen kann. Es wird auch hier notwendig sein, sobald wie möglich Konvertierungen durchzuführen. Wir müssen eben alle nach einer so schweren Krise, die das Gebäude unserer Wirtschaft bis in die Grundfesten erschüttert hat, einfacher leben und uns den Gürtel enger schnallen. Dies gilt besonders auch für den Staat und den staatlichen Finanzbedarf. Abgesehen von den Verpflichtungen aus dem Young=Plan ist der öffentliche Finanzbedarf vom Jahre 1913 bis zum Jahre 1929/30 von 7,2 auf 20,5 Milliarden Mark gestiegen, also um 185 Prozent. Die Aufbringung dieser schweren Steuerlast steht in unüberbrückbarem Gegensatz zu jeder Belebung der Wirtschaft. Es muß also noch viel mehr als bisher in Reich, Ländern und Kommunen aufs schärfste gespart und immer wieder gespart werden. Eine weitere Erfahrungstatsache, die die Krise gelehrt hat, ergibt sich auf dem Gebiete der Lohngestaltung. Dem Einsatz der politischen Macht in es gelungen, die Lohnfestsetzung aus der Bedingtheit wirtschaftlicher Tatsachen herauszulösen und in das starre System einer unabdingbaren Tarifgestaltung zu pressen. Man hoffte mit diesem Panzergürtel die Lohnhöhe für alle Zeiten stabilisieren zu können. Man hat sie stabilisièrt, aber auf Kosten eines Arbeitslosenheeres ron fünf Millionen. Das Prinzip hat gesiegt gen in dem Inneren des Kindes erwachen, andererseits eine planvolle Erziehung der Erzieher und eine tüchtige Einführung der Geistlichen in die Moraltheologie, wofür auch die nötigen Mittel bereit gestellt werden müssen. Sehr schön bestätigt die Bischof=Konferenz betreffend das eheliche Leben,„die Pflicht der Elternschaft als die Krönung(glory) desselben; den Segen der Familie als eine Freude in sich selbst— als einen lebendigen Beitrag zur Wohlfahrt der Nation und als ein Mittel zur Charakterbildung von Eltern und Kindern; das Vorrecht der Zucht und des Opfers zu diesem Zweck. In Ausführung dieser letzten Worte geleitet sie die Eheleute in seelsorgerlichem Mitgefühl in solche Stunden, in denen es ihnen eine klar empfundene sittliche Verpflichtung wird, die Elternschaft zu beschränken. Hier wird die Forderung ausgesprochen, daß alles auf diesem wie auf jedem anderen Gebiet nur nach christlichen Grundsätzen entschieden werden muß, und deshalb die Folgerung gezogen, daß alle Empfängnisverhütung aus Gründen der Selbstsucht, Genußsucht oder bloßen Bequemlichkeit scharf verurteilt wird. Auch wenn andere Methoden als Enthaltung zur Vermeidung neuer Elternschaft angewandt werden, so muß vorausgesetzt werden,„daß dies im Licht derselben christlichen Grundsätze geschieht". Es ist ersichtlich, daß die Bischofskonferenz mit diesen letzten Sätzen in den Streit der Meinungen hineingetreten ist und den Versuch gemacht hat, der Ehenot abzuhelfen. Und sie hat sich nicht gescheut, dadurch den Vorwurf der Abweichung von der christlichen Lehre auf sich zu ziehen, wie ihn auch Pius Xl. in seinem Rundschreiben(Seite 33) ziemlich unverhüllt gegen sie erhebt. Aber anderseits ist entgegen dem Triumphgeschrei eines Teils der deutschen Presse, als ob die Konferenz ihre, der Presse, Sitten= und Ehepolitik ohne Halt und Schranke deckte, festzustellen, daß man in Lambeth die in Jesu Worten gegebenen Grundsätzlichkeiten nicht angetastet, Gott von neuem als den einzigen Gesetzgeber angerufen und das Tun und Lassen des Einzelnen seinem christlichen Gewissen und seiner Verantwortung vor dem Ewigen übergeben hat. Auch jenem Beschluß über die Geburtenregelung ist ein Kampf der Gewissen vorausgegangen, er wurde schließlich mit 193 Stimmen gegen 67 angenommen. Wir machen den Schluß, daß um der vielfachen Anfechtung der Lambeth=Kundgebung eine weitere Beteiligung der Kirchen, insbesondere unserer deutschen, als heikel erscheinen müsse, nicht mit. Im Gegentei!! Die Völker sind untereinander viel zu sehr verbunden, als daß nicht der englischen Stimme die anderen folgen müßten. Die Lambeth=Kundgebung kann nur ein Anfang dazu sein, daß die gesamte evangelische Christenheit dem Abgleiten der Menschen von Sitte und Reinheit Halt gebietet und auf die von der Zeit neu gestellten Fragen eine Antwort gibt. So rufen wir den Deutschen Evangelischen Kirchenbund auf. Spricht Rom als Kirche Gottes, nun wohl, wir sind Kirche des Evangeliums unseres Herrn. Und diese Kirche begibt sich nicht des Lehramts in der evangelischen und der gesamten Welt. Sie hat Recht und Macht, nicht nur hinter verschlossenen Türen einen Beschluß gegen die Sintflut der Sittenlosigkeit zu fassen, sondern göttliche Weisheit zu verkündigen und die selbstgewisse Führung zu übernehmen, damit Kirche und Volk von der ermattenden Auflösung aller heiligen Zucht genese und der Schönheit eines sittlichen Lebens mit neuer Freudigkeit entgegengehe. Es ist vieles versäumt, es kann alles noch gewonnen werden. Es muß nur der Klang der heiligsten Liebe, die aus dem Herzen Gottes stammt, er“ klingen. Es muß ein großes Verstehen kommen, wie alles so geworden ist und eine unermüdliche Geduld, auch aus Trümmern neu zu bauen. Dann wird man auch Herzen finden, die geneigt sind, zu erleben, daß die unverbrüchliche Wahrheit Gottes und das Wort Jesu in der neuen Form neue Majestät gewinne. Es gibt heute einen fast unübersehbaren Reichtum von Schriften und Bu chern, von Untersuchungen, Statistiken und Darsteilungen über das Gebiet des Geschlechtlichen. Der Segen und der Ernst und der göttliche Urgrund der Dinge ist in helles Licht getreten. Viele Organisationen stehen in der Arbeit, um der Zeit und ihrer heißen Bewegung den Puls zu fühlen, die Befunde der Wirklichkeit zu erheben und Losungen der Freiheit zu finden, die Freude und Friedbedeuten. Es gilt Zusammenfassung alles bisher Erschau ten und Erarbeiteten auf einen Generalnenner, und“ gilt dann, eine Stimme der Hoheit erklingen zu lasse“ und ein Stück ewiger Wahrheit über den Wogen der Ie“ aufzurichten. Diese Stimme, dieses Wort hat die Evai“. gelische Kirche— wenn sie will. And wenn sie vorerst keine Lösung der schweren drängenden Fragen halte, wenn sie nur die heiße Not sähe, wenn sie mit den Diu seligen und Beladenen hinabstiege in ihre Kümmeln“ und wenn sie sie mit barmherzigen Armen betend auf auf Kosten des Rre R Es kann ni# den, wie es leide politische Konzes nahmen zu tref des Reichstags Abwesenheit der ten. Gerade di unsere deutsche wieder auf gesu Damit kom nalen Verschuld erweist sich int und den gestieg mung der wirt hibitiv gegen e litische Ver kann als der e der wirtschaftli neuen Aufbluh Wirtschaften in deutschen Repar rein willkürlich Zahlungsve Schuldner wie Zollunion mit rede auf dem Unter den delssohn trat im ehemaligen Vollversammlt sich Reichskanz ster, Reichsba Heeres= und 2 der Parlame große Anzahl Präsident seiner Eröffni deutsche Wirt Aufgabe der für die Neure habe die Wirt geschlagen, die ausgesetzten, der dann das wendigkeit ein und außen. 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Damit kommen wir zum Problem der internationalen Verschuldung. Schon die private Verschuldung erweist sich international durch ihre hohen Zinssätze und den gestiegenen Goldwert als eine schwere Hemmung der wirtschaftlichen Belebung. Geradezu prohibitiv gegen eine Belebung wirkt sich aber die positische Verschuldung in der Welt aus. Diese kann als der eiserne Vorhang bezeichnet werden, der der wirtschaftlichen Freiheit in der Welt und einem neuen Ausblühen der niedergebrochenen nationalen Wirtschaften im Wege steht. Insbesonvere bei den deutschen Reparationsleistungen gandelt es sich um eine rein willkürlich politisch erzwungene unerfüllbare Zahlungsverpflichtung. Sie müssen für den Schuldner wie für den Gläubiger ruinös wirken. Eine Beruhigung der weltwirtschaftlichen Atmosphäre kann nur dann eintreten, wenn dieser eiserne Vorhang der politischen Schuldverpflichtungen aufgezogen wird. Welche Zukunftsaufgaben ergeben sich für unsere Handelspolitik, die dem Export den Weg bahnen soll? Jetzt scheint sich eine neue hoffnungsvolle handelspolitische Entwicklung anzubahnen. Aus der Enge des nationalen Wirtschaftsraumes streben kräftige Industriestaaten ebenso wie absatzsuchende Agrarstaaten nach größeren übernationalen Wirtschaftsräumen. Panamerika muß das wirtschaftliche Paneuropa folgen. Mit der deutsch=österreichischen Zollunion ist der erste Schritt in dieser Richtung getan. Durch dieses regionale Wirtschaftsabkommen kann das europätsche Problem von der Südostecke aus aufgerollt werden. Erst ein geschlossener Wirtschaftsblock von Bordeaux bis Odessa wird Europa das wirtschaftliche Rückgrat geben, desfen es zur Behauptung seiner Bedeutung in der Welt bedarf. Eine Konsolidierung und neue Blüte Europas kann nur von der gezeichneten Linie aus erfolgen. Die Völker Mittel=Europas werden bald zu wählen haben, ob sie in vertrauensvoller wirtschaftlicher Zusammenalbeir ein n, auen wollen oder ob sie issenheit eine willkommene Angriffsfläche tremden Rassen und fremarbeit ein neue Zukunft aufb. in ihrer Zerrissenheit eine wi wirtschaftlich und politisch fre den Mächten bieten wolken. werden. Die Fürsorge für die Landarbeiter würde noch verbessert werden. In der Abstimmung wurden dann das Osthilfegesetz, die Vorlage über die Umgestaltung der Bank für Industrie= obligationen und das Gesetz zur Förverung der landwirtschaftlichen Siedlung in zweiter Lesung angenommen. Ferner stimmte der Reichstag einer Anzahl Entschließungen zu, darunter einer sozialdemokratischen Entschließung, die sich gegen den Abbau der Tariflöhne für Landarbeiter wendete. Gegen die sofortige Vornahme der Schlußabstimmung erhoben die Komüber dritverSedischh!.,keleisenn. Zollunion mit Oesterreich wird vollendet.— Kanzler= rede auf dem Industrie= und Handelstag.— Keine neuen Steuern. — Berlin, 26. März. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Franz von Mendelssohn trat der Deutsche Industrie= und Haudelstag im ehemaligen Preußischen Herrenhaus zu seiner 51. Vollversammlung zusammen. Zu der Tagung hatten sich Reichskanzler Dr. Brüning, mehrere Reichsminister, Reichsbankpräsident Dr. Luther, die Chefs der Heeres= und Marineleitung sowie zahlreiche Vertreter der Parlamente, der Länderregierungen und eine große Anzahl deutscher Wirtschaftsführer eingefunden. Präsident Franz von Mendelssohn kam in seiner Eröffnungsansprache zu dem Ergebnis, daß die deutsche Wirtschaftsnot ihren Höhepunkt erren hat. Aufgabe der Staatsführung sei es, Zeitpunkt und Weg für die Neuregelung der Reparationsfrage zu finden, habe die Wirtschaftsentwicklung doch eine Richtung eingeschlagen, die der beim Abschluß des Youngplans vorausgesetzten, strikte zuwiderlaufe. Reichskanzler Dr. Brüning, der dann das Wort nahm, betonte zunächst die Notwendigkeit einer Festigung der Staatsmacht nach innen und außen.„Für die Reichsfinanzen“, so fuhr der Kanzler fort,„ist die Grundlage einer Ordnung geschaffen worden. Das Heer der Erwerbslosen ist, unter schwersten Opfern zwar, aber doch ohne gefährliche Begleiterscheinungen in hoffnungsfrohere und wohl an Arbeitsgelegenheiten etwas reicheren Monate hindurchgebracht. Für das deutsche Volk, das nach den Verlusten des Krieges und der Nachkriegszeit unter der Weltwirtschaftskrisis weit mehr leidet als alle anderen, ist dies eine Leistung, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf, und die zu der Hoffnung berechtigt, daß es auch anderen unüberwindlich erscheinenden Schwierigkeiten gewachsen sein wird. Die Ziele, die sich die Reichsregierung in ihrem Programm vom 16. Oktober 1930 gesteckt hat, wird sie auch in Zukunft mit aller Tatkraft weiter verfolgen. Sie wird weiter mit äußerster Sparsamkeit wirtschaften und wird bestrebt sein, die Privatkapitalbildung nach Möglichkeit zu fördern. Die Blutleere der Wirtschaft, ihre Abhängigkeit von ausländischem Gelde sind Gefahrenpunkte, die nicht nur die Wirtschaft und ihre Unternehmungen, sondern in erster Linie auch den Staat in seiner Existenz gefährden, seine Handlungsfreiheit hemmen und damit Maßnahmen erschweren oder unterbinden, die für die Besserung der Verhältnisse entscheidend sein können. Reichtum ist. Macht! Mehr als je empfindet dies das deutsche Volk in seiner Armut und Schwäche. Zwei Folgerungen ergeben sich mit zwingender Notwendigkeit. Die Wirtschaft darf nicht weiter mit neuen Steuern belastet werden, durch welche die Kapitalbildung gehindert wird. Deshalb muß sich die Reichsregierung auch auf das entschiedenste gegen Forderungen auf neue Einkommensbesteuerung aussprechen. Sie würde sonst die Linie verlassen, die einzuhalten sie versprochen hat und als eine driugende Staatsnotwendigkeit erkennt. Die Kraft des Staates muß weiter eingesetzt werden zur Erhaltung der Landwirtschaft und des deutschen Ostens. Wenn für den Osten trotz der finanziellen Nöte insgesamt rund eine Milliarde Reichsmark bereitgestellt werden sollen, so geschieht es in der Erkenntnis, daß der Osten setzt der kritische Gefahrenpunkt für die Existenz des ist. Es ist erfreulich, diese Erkenntnis in allen Kreisen Dachsen zu sehen. Dagegen kann es nicht verstanden werden, wenn Vertreter des Ostens dem Rettungswerk ihre Zustimmung versagen und damtt die Gutwilligkeit der deren Landesteile einer harten Belastungsprobe aussetzen. Der Kampf für die Erhaltung der Landwirtschaft mußte sich beim Zusammenbruch der Getreidemärkte auf die Abwehr der Zufuhren richten. Auch in der Veredelungswirtschaft muß das Rüstzeug geschaffen werden, um der Landwirtschaft das Existenzminimum zu sichern. Tributerfüllung bedingt steigerung. Die Vorbelastung Deutschlands mit Reparationen muß eine Sonderstellung auch auf handelspolitischem Gebiete rechtfertigen. Denn die Zusammenarbeit mit den Völkern zur Erfüllung des Neuen Planes bedeutet entsprechende Steigerung der deutschen Ausfuhr, also Aufnahme deutscher Waren in den anderen Ländern weit über das bisDa die Erkenntnis der Zusammenhänge in der Welt nur langsam vorwärts schreitet, und da von der Erkenntnis zur Tat der Weg sehr weit ist, muß die Regierung durch eigene Maßnahmen die Entwickelungen anbahnen, die im Bereiche des möglichen liegen. In dieser Linie liegen auch die Verhandlungen, die jetzt zwischen Deutschland und Oesterreich eingeleitet worden sind. Deutschland und Oesterreich konnten sich um so leichter entschließen, diesen Gedanken zu verwirklichen, als sie dabei durch keinerlei Gegensatz ihrer Interessen behindert werden. Die veröffentlichten Richtlinien sind ihrem Inhalt und ihrem Zwecke nach einsach und klar. Sie sind von keinen politischen Hinterabsichten, sondern allein von dem Bestreben diktiert, der Wirtschaft beider Länder im Rahmen der geltenden Verträge mit möglichster Schnelligkeit diejenigen Vorteile zu verschaffen, die sich aus der Erweiterung des Wirtschaftsgebiets ergeden. Aber diese Vorteile, zu deron Sicherung beide Regierungen das Recht und deshalb heute mehr als je auch die Pflicht haben, brauchen mit den Interessen anderer Staaten in keiner Weise in Widerspruch zu stehen. Das von den beiden Regierungen in ihr Abkommen aufgenommene Angebot, auch mit dritten Staaten auf deren Wunsch in Verhandlungen über eine gleichartige Regelung einzutreten, kann, wenn es unvoreingenommen und nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten beurteilt wird, den Anstoß zu einer Entwicklung geben, die sich im europäischen Gesamtinteresse als äußerst heilsam erweisen würde. Ich habe deshalb die Ueberzeugung, daß die europäische Oeffentlichkeit und auch die europäischen Rezierungen, wenn sie das deutsch=österreichische Abkommen in seinen Einzelheiten prüfen, die ihm zugrundeliegenden Absichten würdigen werden, und daß dann auch Mißverständnisse verschwinden, wie sie anscheinend aus die ersten Nachrichten der Presse hin hier und da entstanden sind. Deutschland und Oesterreich sind jedenfalls entschlossen, den Weg, den sie in ihrem eigenen Interesse und im Gesmtinteresse" als richtig erkannt haben, mit ruhiger Festigkeit zu Ende zu geden: Der Schluß der Kanzlerrede bildete einen Appell an die Gesamtheit der Berufsstände und Volksschichten zur verständnisvollen Zusammenarbeit und zur Opferbereitschaft. Die Wirtschaft müsse gewiß genau rechnen, aber sie dürfe bei ihren Maßnahmen auch nicht das Ganze aus den Augen lassen und ferner müsse sie Beweglichkeit zeigen. Nach dem Reichskanzler sprachen der Präsident der Breslauer Handelskammer Dr. Grund über die Aufgaben der Finanzpolitik und Dr. Mulert über die Entwicklung der Gemeindefinanzen. Schlußkampf im Reichstag. Osthilfe in zweiter Lesung angenommen.— verabschiedet.— Ablehnung des kommunistischen Mißtrauensantrags. — Berlin, den 25. März 1931. Der Reichstag führte am Mittwoch zunächst die zweite Lesung des Osthilfegesetzes zu Ende und erledigte danach auch das Gesetz gegen den Waffenmißbrauch dritter Lesung. Im Verlaufe der Debatte über das Eschilsegzesetz verwies Abg. Gandorfer auf die verzweifeste, 5ampp#g bayerischen Ostgrenze. Abg. Bauer vom Landvolt Das Gesetz gegen den Waffenmißbrauch wurde in ter Beratung gegen die Stimmen der Kommunisten abschiedet. Bei der dritten Beratung des Reichshaushaltsplans für 1931 wandte sich Reichsfinanzminister Dietrich nochmals gegen die Anträge auf Steuererhöhungen. Die Regierung müsse diese Steuererhöhungen ablehnen, weil dadurch die ganze Linie der Regierungspolitik zerstört werde. In den Abseimmungen zur dritten Lesung des Reichshaushaltsplans wurde zunächst ein kommumistischer Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Brüning mit 284 gegen 65 Stimmen bei 15 Enthaltungen abgelehnt. In Verbindung mit der Annahme des Finanzetats stimmte der Reichstag einer kommunistischen Entschließung auf Aufhebung der erhöhten Umsatzsteuer für Konfumvereine und Warenhäuser zu, desgleichen einer Entschließung, wonach der Einzelverkauf von Zigaretten wieder zugelassen werden soll. Beim Etat des Arvenoministeriums wurde ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, der 5 Millionen zur Sanierung der Knappschaftsversicherung aus der erhöhten Aufsichtsratssteuer verwenBeim Marineetat wurden die kommunistischen Anträge auf Streichung des Ersatzbauplans, Verweigerung der vierten Nate für das Panzerschiff e und Streichung der ersten Rate für den Panzerkreuzer B mit großer Mehrheit abgelehnt. Für den Bau des Panzerkreuzers B sind dabei 176, dagegen 73 Stimmen abgegeben worden; Stimmenthaltung hatten 106 Abgeordnete geübt. 91.8m2 Wie in der zweiten Lesung, so stimmte auch viesmal der sozialdemokratische Abgeordnete Ströbel mit den sehr weit linksstehenden Abgeordneten für die kommunistischen Anträge, während sich die Mehrheit der sozialdemokratischen Fraktion der Stimme enthielt. Der Antrag der Mehrheitsparteien, der der Regiering Brüning die Einsparungs=Ermächtigung erteilt, wurde mit 290 gegen 65 kommunistische Stimmen angenommen. Gesamtetat verabschiedet. Nach Ablehnung verschiedener Streichungsanträge wurke dann der Gesamtetat für 1931 mit 277 gegen 64 Stimmen bei 14 Stimmenthaltungen in der Schluß abstimmung verabschiedet. Die Kommunisten stimmten gegen den Haushaltsplan, die Wirtschaftspartei übte Stimmenthaltung. In Erledigung der weiter zurückgestellten Abstimmunstimmte der Reichstag in der Frage des Schenkerrags der Ausschußentschließung auf Anrufung des bahngerichts und einen untrag., Aufhebung eine sorgfältige Förderung der Ausfuhr deutscher wotwendig sein. Der Reberschuß deutscher Pxodurtign#ange auf den Weltmarkt— um so mehr je kraft im Innern sinkt und je schwerer sich die Reparations. lasten auswirken. Es ist notwendig, daß das Ausland die. erkennt. Aber noch immer vermag es nicht die nötigen Golgerungen zu ziehen. Die Ablehnung des Genfer Hanvelsabkommens wird kaum anders gedeutet werden können. an der bayerischen Ostgrenze. Abg. Ven:“#r. Trhilfe, führte aus, in der vorliegenden Form sei oas gesetz eine Enttäuschung, Abg. Graf erklärte, für das Osthilfewert werde die Geschichte, ein den Dank abstatten und dabei stra). Lame des Mannes, der wie einst als Feldahlen der Name des Mannes, Wettet habe der #r, so jetz, als Staatsmann Ostpreutzen gnill. hure, der ie Hindenburg. wort, erne gen Reichsbayngerichts und einen Antrag aus Aufhebung Umwandlung des Schenkervertrags zu. Nachdem der Reichstag dann noch einer Entschließung, die die Reichsregierung ersucht, zugunsten der in Württemberg verhafteten Frau Dr. Kienle vorstellig zu werden, mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und der Staatspartei zugestimmt hatte, folgte als letzter Punkt der umfangreichen Tagesordnung die zweite Lesung des Gesetzes über Zolländerungen. Der Entwurf ist inzwischen von den Regierungsparteien dahin abgeändert worden, als er auf Agrarerzeugnisse beschränkt ist, und ferner die Regierung verpflichtet, einer Erhöhung des Brotpreises über den Durchschnittspreis der letzten sechs Monate vorzubeugen sowie dafür zu sorgen, daß die Inderziffer 133 nicht übersteigt. Ferner ist die Absicht, die Ermächtigung dem Kabinett zu geben, dahin geändert worden, daß die Beschlüsse der Reichsregierung über Zolländerungen dem Reichsrat zur Kenntnis gebracht werden und aufgehoben werden müssen, wenn der Reicherat Einspruch gegen sie erhebt. Im Verlaufe der Aussprache zum Zollgesetz teilte Reichsernährungsminister Schiele noch mit, daß sich das Reichskabinett am Donnerstag noch mit einer Vorlage beschäftigen werde, die eine Erhöhung der Ausmahlung von 60 auf 70 Prozent vorsieht und die dadurch eine Grundlage für die Senkung des Mehl= und Brotpreises schaffe. Ferner werde das Kabinett seine Bemühungen um die Verringerung der Handelsspanne fortsetzen..p4.21; sich der Beichste= In später Abendstunde vertägle jich der Reichslag unter Verabschiedung des Zollgesetzes in zweiter Lesung auf Donnerstag. Nach dieser Sitzung dürfte der Reichstag bis Oktober in die Ferien gehen. Völkerbund soll Stellung nehmen Uebereinkommen Briands mit Henderson.— Bericht an die Kammerausschüsse. Briand hatte mehrere Besprechungen mit dem in Paris weilenden englischen Außenminister Henderson über die deutsch=österreichische Zollunion. Nach Abschluß der Besprechungen veröffentlichte die englische Botschaft in Paris folgendes Communiqué: Der französische und der englische Außenminister haben über die Lage beraten, die durch den Plan eines deutsch=österreichischen Zollabkommens geschaffen worden ist. Henderson setzte Briand davon in Kenntnis, daß er die Aufmerksamkeit der deutschen und österreichischen Regierung auf die habe, die vielerorts wegen der Vereinbarkeit des geplauten Vertrages mit den bestehenden gen verspürt worden sei. Henderson hat der Hoffnung Ausbruck gegeben, daß, bevor diese Regzierungen die Verhandlungen über den Plan einer Zollunion fortsetzen, dem Bölkerbundsrat, unter dessen Protokoll von 1922 zustandegekommen ist, Gelegenheit gegeben werde, sich selbst in der Maitagung davon zu überzeugen, daß die den Verpflichtungen, die dieses Protokoll Oesterreich auferlegt, zuwiderlaufen. Ferner empfing Briand die Vorsitzenden der Auswärtigen Ausschüsse der französischen Kammer und des Senats, die er über die noch vor Veröffentlichung des deutsch=österreichischen Protokolls„schleunigst“ von ihm eraritfenen Maßnahmen, um die Regierungen in Berlin und Wien an die„Reipektierung der bestehenden Vertrage zu erinnern“. Nach diesem Communigué sind sich also England und Frankreiy darin einig, dem Bölkerbundsrat anläßlich seiner Maitagung Gelegenheit zu geben, sich selbst von der Harmlosigleit des Isterreichisch=deutschen Vertrags zu überzeugen. Man darf nicht vertennen, daß Briand damit einen gewissen Erfolg erzielt hat Andererseits hat Henderson Briand gegenüber aber nicht sorseit nachgegeben, daß er einem gemeinsamen Schritt der Mächte mit dem Ziel der Annullierung des österreichisch=deutschen Vertrags seine Zustimmung erteilte. Diese Sabotageaktion, wie sie insbesondere auch von dem tschechischen Außenminister Benesch betrieben wurde, ist damit gescheitert! * Englands Botschafter beim Kanzler. — Berlin, 26. März. Reichskanzler Dr. Brüning empfing den englischen Botschafter in Berlin, der ihm mitteilte, daß Henderson es im allgemeinen Interesse für erwünscht halie, wenn der österreichisch=deutsche Zollvertrag im Hinblick auf das Garantieabkommen vom Okrober 1922 allgemin besprochen werde und daß Oesterreich und Teutschland die zur Stellungnahme des Bölkerbundsrates nicht bindende Beschlüsse sassen wurden. Reichskanzler Dr. Brüning wies darauf hin, daß die österreichisch=deutschen Vereinbarungen sich ganz im Rahmen des Genser Protokolls halten und somit für den Volkerbundsrat kein Anlaß gegeben ist, sich mit dem Abtommen zu befassen. Wenn von anderen Regierungen eine Prüsung des Abkommens angestrebt werde, so brauchten Deutschland und Oesterreich diese Prufung nicht zu scheuen. Eine Prufung des Abkommens durch den Volkerbund unter politischen Gesichtspunkten betrachte die Reichsregierung als ausgeschlossen. Reichskanzler Dr. Brüning erläuterte dann noch die Ziele des österreichisch=deutschen Abkommens und betoute dabei, daß die Verhandlungen zwischen Berlin und Wien selbstverständlich fortgesetzt werden: ihr Abschluß sei in einigen Monaten zu erwarten. Verbilligte Gesellschaftsreisen. Tagung des Verwaltungsrates der Reichsbahn.— Die Frage des Wettbewerbs. — Berlin, 26. März. Die Verwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft, der in Berlin tagte, nahm davon Kenntnis, daß sich die schlechte Einnahmenentwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres 1931 fortgesetzt hat, so daß die Ausgaben in diesen beiden Monaten die Einnahmen um 100 Millionen Mark übertreffen. Der Verwaltungsrat erblickt darin eine Folge der allgemeinen Wirtschaftsnot, zum andern aber auch eine Folge der ungeregelten Verhältnisse im Wettbewerb der Verkehrsmittel. Aus seinem reichen Leben, voll unermüdlichen Schaffens, rief Gott heute abend 7 Uhr nach kurzem aber schwerem, in großer Geduld ertragenem Leiden meinen geliebten Mann, unseren unvergeßlichen, herzensguten Vater und Großvater, Schwager und Onkel, Oberlehrer i. R. Vruns Kochig Pf. 119. 54 Kantor an St. Johannis, Gründer und Leiter des Soloquartetts für Kirchengesang=Leipzig in seinem 72. Lebensjahre heim in die lichte Ewigkeit. In tiefer Trauer, doch reich getröstet: Kläre Röthig, geb. Helbig Dr. med. Walter Röthig u. Frau Gertrud, geb. Brummerloh Dr. Kurt Taut und Frau Elisabeth, geb. Röthig Hans Hermann Röthig Eva=Renate u. Gabriele Taut im Namen aller Hinterbliebenen. Leipzig, 24. März 1931, Kaiser Wilhelmstr. 19. Die Trauerfeier findet am Sonnabend, 28. März, vormittags 11 Uhr in der Johanniskirche mit anschließender Beerdigung auf dem Südfriedhofe statt. Meiner verehrten Kundschaft zur gefälligen Kenntnisnahme, daß ich mein Geschäft von Gütersloherstr. 64 nach Gütersloherstraße 39 a (Bo tholecke) verlegt hab. Ruf 3151 Ruf 3151 Blumenhaus Klara Hanswille, Bielefeld vormals Schildmann. Der schönste- und modernste Blumenschmudt für Veranda, Balkon und Fensterbretter sind unstreitig meine echten oberbayrischen Gebirgs-Hängeneiken Versand überallhin. Illustrierte Preisliste gratis und franko. A. Gnadl, Versandgärtnerei, Trudering 461(Oberbayern) Wie verlautet, strebt der Verwaltungsrat eine gesetzliche Ordnung des Verhöltnisses der Verkehrsmittel an. Von sich aus hat die Reichsbahn als einen Schritt zur Hebung des Bahnverkehrs die Gesellschafts= und Ferienfahrten erneut wesentlich verbilligt. Am 1. Mai werden bei Gesellschaftsfahrten die Tarife bei 15 bis 50 Teilnehmern um 25 Prozent und bei mehr als 50 Personen um 33½ Prozent ermäßigt: ferner werden bei 31 bis 50 Teilnehmern eine Freifahrt, bei über 50 Teilnehmern zwei Freifahrten, bei über 100 Teilnehmern drei Freifahrten gewährt. Auf Feriensonderzuge wird eine Ermäßigung von 20 statt bieher 10 Prozeut gewährt. Für JugendPflegefahrten sollen in Zukunft auch Schnellzüge unter den gleichen Bedingungen wie für Schulfahrten freigegeben werden. Verhandlungen über Scheuker=Vertrag. Wie verlautet, werden die Verhandlungen über den heftig umstrittenen Schenker=Vertrag in diesen Tagen zwischen dem Reichsverkehrsministerium und der Reichsbahn ausgenommen werden. Zunächst steht eine Konferenz der Regierung mit der Reichsbahn und den Spitzenvertretern des Spedittonsgewerbes bevor. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. Empfehlenswerte Verteilhefte an Konfirmanden. „Er redete mit uns auf dem Wege“ von Inspektor Dr. Rexroth. Anker=Verlag in Bremen. 71 Seiten kart. 80 Pf., Leinen 1,50 RM, zweite Auflage. In der Form eines Wegweisers für den Lebensweg zeigt der Verfasser in anschaulicher, lebendiger Weise den Konfirmanden den rechten Weg, den Führer, Abwege, Hilfsstationen, Wegziel. Wie reist man in Italien? Ein Buch zum Lust= und Planmachen. Von Professor Dr. Karl Kinzel. Führer durch Florenz, Rom, Neapel, Sizilien, Genua, Mailand, Venedig, die Riviera und die kleineren Städte. 1931. 8. ganz neu bearbeitete Auflage. Mit einer Karte und 16 Plänen. Verlag Friedrich Bahn in Schwerin in Mecklenburg. Biegsam in Ganzleinwandband 7,— RM. 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März, 18 Uhr findet in Libe rias eine Mitgliederversammlung des Tennisverein„Osning“ statt. Diejenigen, welche in den Verein ein treten wollen, werden gebeten, an der Versammlung teil zunehmen. Der Vorstand. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolith: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Bethel Suche für meinen Sohn, evgl., welcher jetzt seine Lehrzeit im Bäcker= und Konditorhandwerk beendet hat, Stellung Nehme Sohn eines Kollegen oder jungen Gehilfen in Tausch. Der Austausch kann jederzeit erfolgen. Feinbäckerei und Café Raumann, Iserlohn=Wermingsen. Tel. 1482. Bad Berka. In kleinern Erholungsheim finden -4 junge Mädchen Aufnahme zur Erlernung der Küche, des Haushalts, anfertigen v. Wäsche u. Kleidern, Handarbeiten. Penstonspreis 60 Mk. monatl. Ebenso finden junge Mädchen u. Kinder guten Ernolungsaurenthalt für kürzere u. längere Zeit bei mäß. Preis. C. Rost, Klosterberg 59a. Erstlings- Artikel Kloster Qiübeck am ftarz evangelisches Erholungsheim. 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