mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Aufer Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennia, Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mk. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnrmmer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover G7 877. Nr. 65.„Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Donnerstag, den 19. März 1931. 13. Jahrgang. Das Wort, mit dem ein Feind dich wollte kränken, Das sollst du, frei von Zorn, in dir bedenken. Es kan darin ein Korn der Wahrheit liegen, Die schonend dir dein Freund hat stets verschwiegen. O. v. Leixner. iihgzg Umschau. — Wann beginnt der offizielle Kampf gegen die Kriegsschuldlüge?— Für Versailles und gegen das eigene Vaterland.— Frankreichs farbige Truppen.— Grandi für Wahrheit, Gleichberechtigung und Abrüstung.— Der türkisch=russische Flottenpakt.— England in Südamerika.— Charlie Chaplin in Deutschland. Daß die Rede des Reichswehrministers Groener, mit der er die lügenhaften Anwürfe des französischen Kriegsministers gegen Deutschland richtig stellte, in Frankreich keine gute Presse finden würde, war vorauszusehen. Denn für das Spinngewebe der französischen Friedensund Abrüstungsphrasen gibt es keinen gefürchteteren Feind als die Wahrheit. Und die hat Groener in durchaus nüchterner und sachlicher Weise gesagt. Das aber war nach der etwas schwachen Erwiderung des Herrn Dr. Curtius um so nötiger, als der„deutschfreundliche" Briand einer Anfrage des Sozialisten Grumbach, ob die unerhörten Ausführungen Maginots die Auffassung der sranzösischen Gesamtregierung zum Ausdruck brächten, mit der bezeichnenden Antwort aus dem Wege ging, „Maginot habe ihm in der Außenpolitik noch niemals Schwierigkeiten bereitet“.— Da sich aber nun Maginot auf den Standpunkt gestellt hat, daß der Urheber des Weltkrieges— in seinen Augen natürlich Deutschland— keinen Anspruch auf internationale Gleichberechtigung habe, so wäre es doch hoch an der Zeit, daß von unseren verantwortlichen Staatsmännern endlich in aller Form auf eine internationale Klärung der Kriegsschuldfrage gedrängt wird. Es wäre dann nämlich nicht Deutschland, sondern gerade Frankreich dasjenige Land, das— ganz im Sinne Maginots—„rechtlich und moralisch anders behandelt werden müßte als die übrigen Mächte“. Oder soll die durchaus erfreuliche Entschließung des Reichstages gegen die Kriegsschuldlüge abermals auf dem Paukboden simpler Parteipolitik ihr ruhmloses Ende finden?— Im übrigen haben die gehässigen Angriffe Maginots wenigstens das eine gute gehabt: daß der deutsche Wehretat glatt angenommen wurde und daß auch führende Sozialdemokraten den Mut zu einem nationalen Bekenntnis fanden. Es sei nur erinnert an den sozialdemokratischen Heeressachverständigen Schöpflin, der im Haushaltsausschuß des Reichstages bei der Wehrdebatte erklärte, er sei nicht nur Sozialdemokrat, sondern auch Deutscher und ginge in vaterländischen und militärischen Fragen„lieber zehnmal mit Groener als einmal mit dem Kommunisten Stoecker“. Wenn natürlich auch zugegeben werden muß, daß sich die Sozialdemokratie unter dem wachsenden Druck der nationalsozialistischen und kommunistischen Agitation schon allein aus parteipolitischen Gründen zu einer gewissen Revidierung ihrer seitherigen Haltung gezwungen sieht, so bleiben derartige Aeußerungen führender Sozialdemokraten im Hinblick auf unsere außenpolitische Situation doch höchst erfreulich. Bedauerlich aber bleibt, daß die Rede Schöpflins bei einer ganzen Reihe sozialdemokratischer Provinzblätter starken Anstoß erregt hat. So schreibt z. B. die sozialdemokratische„Plauener Volkszeitung“: „Aufs schärfste müssen wir die Erklärung zurückweisen, die der Genosse Schöpflin gestern in der Debatte aufgestellt hat über die Stellung der Sozialdemokratie zu den Wehrfragen und zu der„Verteidigung des Vaterlandes:.. Wir bezweifeln ganz entschieden, daß der Genosse Schöpflin derartige Erklärungen, die in erschrekkender Weise den Geist von 1914 atmen, im Namen der Mehrheit der sozialdemokratischen Parteigenossenschaft abgeben konnte.“ Wie gesagt, diese Haltung großer Teile der Sozialdemokratie in den wehr= und nationalpolitischen Fragen des deutschen Volkes ist bedauerlich. Aber geradezu beschämend ist folgende Notiz, die wir der„Berliner Börsenzeitung" entnehmen. Da heißt es in Nr. 125: „Der bekannte Landesverräter Friedrich Wilhelm Förster hielt am Sonnabend in der polnischen Propagandazentrale in Paris einen Vortrag über die„Verpreußung Deutschlands und das Wirken des Preußentums auf die deutsche Politik“, der ihm Gelegenheit gab, seine bekannten Hetzereien gegen sein eigenes Vaterland zu wiederholen. Nachdem er so ziemlich alles besudelt hatte, was uns Deutschen heiBritische Werbung in Südamerika. Am 14. März eröffnete der Prinz von Wales in Buenos Aires die britische Weltwirtschaftsausstellung. Es ist vielleicht zum ersten Male in der Geschichte der Völker und Länder, daß eine Nation in der Hauptstadt eines anderen Landes eine großzügige Ausstellung nur ihrer eigenen Produkte eröffnet, wie das hier der Fall ist. Der Thronerbe des britischen Weltreiches hat die große Reise über den Ozean nach Südamerika gemacht, um durch seine Gegenwart die politische und wirtschaftliche Bedeutung dieser Ausstellung zu erhöhen. Seine Eröffnungsrede ist durch Rundfunk über die ganze Erde verbreitet worden. Noch im Jahre 1908 betrug der englische Aussuhrhandel nach Argentinien mehr als der der Vereinigten Staaten, Deutschlands und Belgiens zusammengenommen. Bereits im Jahre 1928 hatte Nordamerika England bei weitem überflügelt, und auch Deutschland, dessen Handel mit dem Weltkriege ganz ins Stocken geraten war, wurde wieder für England auf dem südamerikanischen Kontinent ein gefährlicher Konkurrent. Im Jahre 1930 kaufte England in Argentinien für rund 80 Millionen Pfund Sterling Produkte, während es nur für etwa 30 Millionen Pfund Industrieerzeugnisse einführte. Um diesem Mißverhältnis abzuhelfen, trat die britische Handeiskammer mit der„Sociedad Rural“ in Verhandlungen und es wurde der Plan einer englischen Ausstellung in Argentinien gefaßt. Sowohl die Londoner als auch die Argentiner Regierung griffen den Gedanken auf und unterstützten ihn in großzügiger Weise. Bereits 1929 traf eine britische Mission unter der Leitung von Lord'Abernon in Argentinien ein, um mit der Regierung, mit den zuständigen Banken und Finanzkreisen und mit den englischen Handelshäusern in Buenos Aires Mittel und Wege zu beraten, um der nordamerikanischen Konkurrenz mit Erfolg entgegentreten zu können. Der Bericht, den Lord'Abernon in London veröffentlichte, fand allgemeine Beachtung, und der britische Gesandte in Argentinien, Robertson, wurde beauftragt, alles zu unternehmen, was in seiner Macht stand, um die englisch=argentinische Freundschaft zu fördern und um der britischen Weltwirtschaftsausstellung zu einem Erfolge zu verhelfen.— Die Ausstellung enthält Produkte und Erzeugnisse aus allen Teilen des englischen Reiches, besondere Aufmerksamkeit ist aber der Maschinen=, Eisenbahn=, Auto= und Flugzeugabteilung gewidmet. Besonders reich und vielseitig ist die Militärflugzeug=Abteilung, die manche ganz neue Typen enthält. Ein kleines Bombenflugzeug„The Fury“, kann in fünf Minuten eine Höhe von 5000 Metern und in zwölf Minuten von 7500 Metern erklimmen. Noch ehe die Ausstellung eröffnet worden wär, hat die Reise des Prinzen von Wales, der übrigens mehrere Autos und ein kleines Flugzeug mit sich führte, einen nicht zu unterschätzenden Erfolg gehabt. Mehrere südamerikanische Firmen in den Ländern, die der Prinz besuchte(Peru, Bolivien und Chile) haben bereits die Bestellungen, die sie früher in den Vereinigten Staaten machten, nach England geleitet. In Neuyork herrscht darüber ernste Besorgnis, und es hat sich eine Kommission gebildet, die Maßnahmen gegen den steigenden englischen Einfluß in Südamerika ausarbeiten soll. Der Dollar, der bisher in Latein=Amerika(am wenigsten in Argentinien) vorherrschte, will sich nicht durch das Psund verdrängen lassen. lig ist, schloß er mit der Aufforderung an die anwesenden Polen und Franzosen, unter keinen Umständen dem verpreußten Deutschland Zugeständnisse zu machen, sondern am Versailler Vertrag festzuhalten und auch nicht ab zurüsten.— In den starken Beifall, der dieser Aufforderung folgte, stimmten der polnische Botschafter und der frühere französische Ministerpräsident Francois Marsal ein, die als Ehrengäste in der ersten Reihe saßen.“ Ein„deutscher" Pazifist für das Versailler Diktat, für das abgefeimteste Teufelswerk, das jemals in der Weltgeschichte ersonnen wurde und für die Aufrüstung der Polen und Franzosen, die ohnehin schon bis an die Zähne bewaffnet sind! Ein„Pazifist“ als Schleppenträger des wahnsinnigsten Militarismus, den je die Welt gesehen hat, ein„Deutscher“ im Dienst der polnischen Propagandisten, die nur einen Feind kennen:— Deutschland! Und als beifallklatschende Ehrengäste der als hemmungsloser Chauvinist bekannte polnische Botschafter in Paris, sowie der nicht weniger chauvinistisch eingestellte Francois Marsal!— Und noch immer gibt es Leute in Deutschland, welche Friedrich Wilhelm Förster als den „ihren" feiern. Wir haben an dieser Stelle wiederholt auf den wahnwitzigen Rüstungsstand der Franzosen und auf seine Gefahr für den Weltfrieden hingewiesen. Dabei wird bei den Erörterungen über den französischen Rüstungsstand die ungeheure zusätzliche Schlagkraft, die Frankreich in seinem Farbigenheer besitzt, meist weit unterschätzt. Das mag vielleicht zum Teil daher kommen, weil Frankreich vor dem Kriege nicht einen einzigen farbigen Soldaten in Frankreich selbst stehen hatte. Heute jedoch befinden sich vier Farbigen=Divisionen auf französischem Boden, während acht weitere in Nordafrika jederzeit zur schleunigsten Ueberführung nach Frankreich in Bereitschaft stehen. Während das stehende Farbigenheer vor dem Kriege rund 110000 Mann betrug, zählt es heute bereits im Frieden 200 000 Mann. Da Frankreich auch in seinen Kolonien die allgemeine Wehrpflicht(wenn auch ungleichmäßig) durchgeführt hat, so wird von fachmännischer Seite die Gesamtkriegsstärke der farbigen Truppen Frankreichs auf 1,5 Millionen beziffert, von denen allerdings die Hälfte unausgebildet ist und im Kriegsfall als Arbeitstruppe Verwendung finden würde. Während des Weltkrieges betrug ja bekanntlich das französische Farbigenheer 567500 Mann, zu denen noch 310000 Arbeitssoldaten traten, zusammen also 877.500 Mann. In einem zukünftigen Kriege würde also mit einer Verdoppelung der farbigen Truppen Frankreichs zu rechnen sein. Es ist daher durchaus am Platze, wenn von unseren amtlichen Stellen aus im Hinblick auf die bevorstehende Abrüstungskonferenz gerade auch auf diesen bedeutsamen Teil der französischen Aufrüstung hingewiesen und der französischen Propaganda unermüdlich entgegengetreten wird, die von Paris aus seit Beginn dieses Jahres mit allen Mitteln betrieben wird, um die internationale Atmosphäre für die Absichten des„friedlichen“ und„abgerüsteten“ Frankreich auf der Genfer Konferenz reif zu machen. Kein Wunder, daß nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien das Unbehagen über die französische Bedrohung immer weiter wächst. Das kam— trotz des französisch=italienischen Flottenkompromisses— in den letzten italienischen Kammerdebatten ganz deutlich zum Ausdruck. Und, auch der italienische Außenminister Grandi hat in seiner großen Kammer=Rede am vergangenen Samstag unmißverständlich erklärt, Italien betrachte nach wie vor„die Abrüstung als die vollständige Lösung des Sicherheitsproblems“. Er führte weiter aus, „die Lösung des Flottenproblems durch die fünf Hauptmächte schaffe die Atmosphäre, die zu der Lösung anderer, für den Frieden Europas und der Welt ebenso bedeutender Probleme unerläßlich sei... Die Politik Mussolinis entwickle sich logisch in der Richtung des internationalen Friedens. Dieser Friede aber müsse zunächst auf Wahrheit gegründet sein. Das faschistische Italien habe nicht gezögert, den besiegten Nationen die Hand entgegenzustrecken. Das wahre Mittel, einen dauernden Frieden zu sichern, könne nicht darin bestehen, diesen Nationenn die Lust zum Leben zu nehmen, sondern darin, ihre Konflikte zu lösen, ihr inneres Leben zu vervessern und ihnen das Vertrauen wiederzugeben... Eine europäische Zusammenarbeit sei nur möglich auf der Grundlage der Gleichberechtigung, der internationalen Gerechtigkeit und der Herabsetzung der Rüstungen". Das sind Worte, die sich weitgehend mit der deutschen Auffassung decken und infolgedessen in Frankreich kein günstiges Echo gefunden haben. Immerhin wird seilens einiger Pariser Blätter lobend vermerkt, daß Grandi auf die französisch=italienische Kriegskameradschaft hingewiesen und beteuert habe, daß Frankreich und Italien durch „viele gemeinsame Ueberlieferungen verbunden seien". Vielleicht hat der„Soir“ nicht ganz unrecht, wenn er den plötzlichen Umschwung Italiens im Sinne einer italienisch=französischen Annäherung für eine„kühle Berechnung“ chält,„die mit dem Anleihebedürfnis der italienischen Regierung zusammenhänge“. Wir sagen:—„vielleicht!“ Die kommenden Monate und vor allem die nächst jährige Abrüstungskonferenz werden klarstellen, was es mit dem„Umschwung Italiens“ in Wahrheit auf sich hat. Soviel jedenfalls steht fest, daß in den entscheidenden Gegensätzen, die zwischen Italien und Frankreich bestehen, bis dahin noch keinerlei Entspannungen eingetreten sind und auch nicht eintreten können, wenn Italien— das haben wir schon wiederholt zum Ausdruck gebracht auf seiner selbständigen Politik besteht und die Zukunft des italienischen Volkes den Interessen des französischen Imperialismus zu opfern nicht gewillt ist. Es ist in diesem Zusammenhange vor allem der türkisch=russische Flottenpakt zu nennen, der am 6. März zustandegekommen ist und ein weiteres Glied in dem italienischen Vertragssystem bedeutet, das Mussolini seit Jahr und Tag planmäßig gegen das französische Vertragssystem in Südost=Europa ausbaut. Denn die Spitze dieses türkisch=russischen Abkommens(das als Ergänzung des fast wörtlich gleichartigen türkisch=griechischen Abkommens vom 30. Oktober 1930 aufzufassen ist) gegen das vorerst immer noch französisch orientierte Rumänien ist offensichtlich. Da das russisch=türkische Flottenabkommen bekanntlich auf die Initiative Italiens zurückführt, kann ohne weiteres gefolgert werden, daß der französisch=italienische Machtkampf in Südost=Europa und im östlichen Mittelmeer voverst in der Tat weitergeht. Auch der für den nächsten Monat vorgesehene Besuch des türkischen Außenministers in Bukarest geht ja bekanntlich auf die Initiative Italiens zurück und soll dem Zwecke dienen, Rumänien von dem französischen Vertragsblock loszulösen. Ob das jedoch gelingt, erscheint uns— wie wir das schon einmal an dieser Stelle ausführten— äußerst fraglich. Immerhin gehen in der Weltpolitik zur Zeit außerordentlich bedeutsame Ereignisse vor, zu denen ferner auch der ganze oder halbe Umfall Gandhis und vor allem die Exöffnung der britischen Weltwirtschaftsausstellung in Buenos Aires am 14. März durch den Prinzen von Wales zu rechnen ist. Gerade das letztere Ereignis kennzeichnet als besonders wichtiger Ausschnitt aus der südamerikanischen Propagandareise des Prinzen von Wales die sich trotz aller politischen Freundschaftsbeteuerungen immer wieder durchsetzende englisch=amerikanische Rivalität um die Märkte, wie sie für den amerikanischen und englischen Imperialismus von so überragender Bedeutung ist. Inzwischen feiert Deutschland„seinen“ Charlie Chaplin(er hieß früher Charles Spencer und war jüdischer Friseur in London), d.., den zur Zeit in Berlin sich's von deutschem Gelde wohl sein lassenden englischen Filmkomiker, der in einer Reihe von angelsächsischen Kriegsfilmen eine alles andere als deutschfreundliche Rolle gespielt hat, wie z. B. in dem amerikanischen Hetzfilm „Charlot als Soldat", in dem nicht nur Kaiser Wilhelm lI. und der Kronprinz, sondern auch Hindenburg und das gesamte deutsche Heer auf das gemeinste angepöbelt werden. Die Mosse= und Ullsteinpresse hat natürlich ihren ganzen Propagandaapparat in Bewegung gesetzt, damit ihr Charlie in gebührender Weise gefeiert und sein Bild bis hin zu den kleinsten Kreisstadtblättern verbreitet wird. Es wäre trostlos, wenn das Charlie Chaplin feiernde Deutschland identisch wäre mit jenem Deutschland, von dessen Geisteshaltung die fernere Gestaltung unseres Schicksals entscheidend bestimmt wird. H. :: Abschluß der polizeilichen Vernehmungen in Hamburg. Die polizeilichen Ermittlungen in der Angelegenheit der Erschießung des Kommunisten Henning in Hamburg sind abgeschlossen. Die drei Verhafteten sind danach dem Gericht zugeführt worden. Die Namen der Täter will die Polizei noch vor der Mitteilung der Gauleitung gewußt haben. Die bei dem Anschlag verletzte Lehrerin ist gestern im Krankenhause, operiert worden; der Eingriff ist glatt verBausparproblem. Herr Schluckebier teilt nachstehend die Hauptgedanken seines Vortrages mit, den er in Bielefeld über das Bausparwesen hielt: In einer Zeit allergrößter wirtschaftlicher Not erscheint es vermessen, vom„Sparen" und„Bauen" zu sprechen. Aber die Ursache unserer Wirtschaftsnot liegt doch mit darin, daß es an dem nötigen Betriebskapital fehlt. Ohne ausreichende Kapitalbildung werden wir unsere Wirtschaft nie wieder in Gang bringen. Es muß deshalb nach neuen Wegen gesucht werden. Für den Baumarkt brauchen wir langfristiges Kapital, das kann nur durch Selbsthilfe aufgebracht werden. Die Bausparkassen sind die berufenen Träger einer solchen Selbsthilfe. Das Ausland lehrt uns, wieweit weiteste Kreise zum Bausparen noch erzogen werden können. Das Bausparen beruht auf einer rechnerischen Ueberlegung, ähnlich wie bei einer Lebensversicherung. Der beste ausländische Bauspartarif ist für uns gerade gut genug. Es geht nicht an, daß eine Unzahl von verschiedenen Tarifen erst ausprobiert werden, wobei die Leidtragenden ohne Frage ein großer Teil der Kleinsparer sind. Die Bausparpraxis in Deutschland ist noch nicht groß genug, um ein abschließendes Urteil über die Brauchbarkeit der verschiedenen Tarife abgeben zu können. Rein wissenschaftlich ist aber das rechnerische Problem jetzt soweit durchforscht, daß bestimmte Thesen aufgestellt werden können. Der große Zulauf vieler Bausparkassen beruht nicht etwa auf einem richtigen und zu Ende gedachten System, sondern lediglich darauf, daß bei kleinen und kleinsten Spar= und Tilgungsraten große Versprechungen gemacht wurden. Die Enttäuschung ist bei fast keiner dieser Bausparkassen ausgeblieben. Deshalb erleben wir, daß diese Bausparkassen an ihren Tarifen ständig herumdoktern, ohne durchgreifende Reformen zu bringen. Es wäre zu schade, wenn das Gesunde, das nun einmal in dem Bauspargedanken steckt, durch allzuvieles Experimentieren in Mißkredit gebracht würde. Die Bausparkassen scheiden sich nun in zwei große Lager: in diejenigen, die Zinsen nehmen und geben und die„zinslosen". Die zinslosen Kassen glauben deshalb an die Durchführbarkeit und Notwendigkeit ihres Systems, weil einmal Spar= und Darlehnszins sich gegenseitig aufheben müßten, und dann auch, weil ein Zins, der dem des freien Marktes nur einigermaßen entspricht, untragbar wäre. Die Zinsbausparkassen dagegen sagen, daß der Zins ganz andere Funktionen habe als sonst, denn er diene in erster Linie zur Abkürzung der Wartezeiten und als gerechter Ausgleich zwischen Leistung und Nutzen. In noch einem anderen Punkte unterscheiden sich die Bausparkassen, und zwar im Zuteilungsverfahren. Hierunter versteht man die Rangfolge, nach der die Bausparer ihre Vertragssumme zugeteilt erhalten. Die„große Mode“ ist heute der„offene Sparerkreis“, d. h. die Zuteilung nach dem Beitrittsdatum(Listensystem). Das andere Verfahren gliedert die Bausparer in Gruppen, die jeweils eine Schicksalsgemeinschaft bilden. Nun ist es aber gerade das Zuteilungsverfahren aus dem Zugang, das am heißesten umstritten ist. Der offene Sparerkreis wird vielsach als ein„Zauber= und Wunderkreis“ hingestellt. Es wird dem Interessenten glauben gemacht, daß er bei ganz wenig Eigenkapital— meistens gibt man 10%(!) an— mit seiner Zuteilung rechnen kann. Beim Gruppensystem ohne Zinsen kann der Bausparer seine Zuteilung zwischen—100% an Eigenkapital erhalten. Beim Zinssystem zwischen 5 und etwa 60%, jedoch je nach der Höhe des Zinses. Beim Verhältnissystem, das gewisse Mehrleistungen berücksichtigt, wäre es auch denkbar, eine Zuteilung der Letzten bei etwa 40% Eigenkapital zu ermöglichen. Beim offenen Sparerkreis kann die kürzeste zeit und der Prozentsatz an Eigenkapital ebenfalls außer. ordentlich gering sein, dann wird aber zwangsläufig das notwendige Eigenkapital für später Beitretende 40 g liegen. Die drei folgenden Bausparkassen hierfür als Sätze on: geben Gemeinschaft der Freunde: Mindestsparrate 2% pro Jahr, Höchstwartezeit 21 Jahre, jedoch nur, wenn thekenbestand beliehen wird, notwendiges Eigenkapital bis 42%, Darlehenszins—6%, Sparzins 4%. Deutschland=Berlin: Mindestsparrate 6% pro Jahr, Höchstwartezeit 7 Jahre, notwendiges Eigenkapital bis 42%, Darlehenszins—12 ¾, Sparzins—8½%%. Neue Bausparkasse Wüstenrot: Mindestsparrate 2,4% pro Jahr, Höchstwartezeit 18 Jahre, notwendiges Eigenkapital bis 43%, Darlehenszins—7¼ 7, Sparzins%. Dieser Vergleich besagt, daß bei geschlossenen Systemen und Zinsen der letzte Bausparer 40—70% aufbringen mut und die Wartezeit sich lediglich nach der Höhe der Sparraten richtet. Beispiel die öffentlichen Bausparkassen: Bei%iger Verzinsung Höchstwartezeiten je nach Gruppe von 6, 9, 12, 18 und 25 Jahren. Beim offenen Sparerkreis, der praktisch noch nicht durchprobiert ist, steigt das notwendige Eigenkapital sehr schnell und beträgt bei einer Mindestsparrate von 4,2% und genügend hohem Zins etwa 18 Jahre. Damit ist zugleich widerlegt, daß im offenen Sparerkreis auch nur für kurze Zeit bei ganz kleinen Leistungen geringe Wartezeiten denkbar sind. Die Zinsgegner machen glauben, daß mit steigendem Zinsfuß auch die Leistungen der Darlehensnehmer entsprechend steigen müssen. Wie an Hand von sehr interessanten Tafeln nachgewiesen wurde, ist das aber durchaus nicht der Fall. Diese Tatsache hat viele überrascht. Durch die Erläuterung eines neuartigen Serientarises der„Neuland", Gemeinnützige Bauspar=Aktiengesellschaft in Dortmund, wurde gezeigt, wie ein durchdachter, auf keinerlei Illusionen aufgebauter Bauparkassentarif sein muß. Laut Gutachten des„Reichsschutzverbandes Deutscher Bausparer“ in Heidelberg hat die„Neuland“ das bestdurchdachte, gerechteste und sozialste Zuteilungsverfahren. Es beruht darauf, daß nicht einige wenige bei sehr geringen Leistungen billiges Geld bekommen, sondern daß jeder das in die Bausparkasse einzahlt und auch wieder abzahlt, wozu er sich nach seinem Geldbeutel stark genug fühlt. Die Sparzinsen steigen von—6½, dafür zahlen die Darlehensnehmer—7½ 7. Ueber das Bausparen kann zusammenfassend gesagt werden, daß es gegenüber dem Einzelsparen ganz erhei liche Vorteile besitzt. Sie bestehen darin, daß der Bau sparer einmal zur Leistung regelmäßiger Sparraten sich verpflichten muß. Dadurch erwirbt er einen Rechtsanspruch auf die von ihm abgeschlossene Vertragssumme. Der Bausparer kennt von vornherein seine Ein= und Abzahlungsraten, er kann bauen, wo und wie er will. Mit der Hergabe des Darlehens ist eine Tilgung verbunden, so daß die Schuld bald abgetragen wird. Mit der unkündbaren Tilgungshypothek ist vielfach sogar eine Lebensversicherung verbunden. Das sind Vorteile, die nur durch Selbsthilfe geschaffen werden können. Es ist zu hoffen, daß das völlige Durcheinander unserer Bausparbewegung bald durch eine Reichsaufsicht beseitigt wird. Alsdann sind die Bausparkassen noch zu Großem berufen. Klarheit, Wahrheit und Gerechtigkeit müssen die Fundamente jeder Bausparkasse sein. Wir müssen uns Ein Geschenkbüchlein für KonfirmandenEltern! Professor Krumm=Offenburg:„Dein Junge fragt!“ ein Elternbüchlein zur Sexualpädagogik, Verlag Emil Müller, Barmen, Preis 1,80 RM. Gerade kommt zur bevorstehenden Konfirmationszeit das feine und geschickte Buch von Professor Erich Krumm noch recht, um seinen Dienst zu tun. Er ist in..= und ....=Kreisen(heißt: Bibelkreis und Deutsche Christliche Studenten=Vereinigung) längst ein Bekannter. Zu den Aufwärtslesern hat er in der Weihnachtszeit einmal geredet durch seine herrliche Ansprache, die er seinen Kameraden als Soldat im Weltkrieg auf den Fluren Bethlehems gehalten hat. Diesmal ergreift er auf einem anderen Kampffeld das Wort; es geschieht im Ringen um die Seele unserer Jungens und es geht da um ein heikles und schweres Thema. Prof. Krumm merkt als Erzieher und Freund der Jugend, wie die irregeleitete Sexualität viele unserer Besten zermürbt und zerbrochen hat. Deshalb hat er sich darangewagt, als Lehrer=, Erzieher= und Führerpersönlichkeit eine Antwort zu versuchen auf das innerste und geheimste Fragen unserer männlichen Jugend. Dieser wagemutige Versuch ist gelungen! Daß man in den mittleren und letzten Kapiteln die naturwissenschaftliche Schulung des Verfassers spürt, ist nur ein großer Vorteil. Darum wiegen manche Beobachtungen und Ratschläge, die er uns mitteilt, doppelt. Wer also den Müttern und Vätern unserer Konfirmanden in aller Verborgenheit einen großen und unvergeßlichen Dienst tun will, der schenke oder schicke ihnen mit einem guten Wort dieses billige, aber meisterhafte und empfehlenswerte Büchlein: Und wer selbst zur Schulung und Klärung etwas ganz gediegen Gearbeitetes lesen will, der bestelle sich diese wegweisende Schrift Professor Krumms. Herbert Fuchs. Prof. Bruno Röthig. Aus der Jugendzeit klingt ein Lied. Jugenderinnerungen. Mit dem Bildnis Bruno Röthigs. 200 Seiten. In Ganzlwd. geb. 2,80. Furche=Verlaz ...., Berlin NW 7. Der Leiter des bekannten Röthig=Quartetts schreibt über seine Jugendjahre. Schlichte Natürlichkeit und darum echte Frömmigkeit ziehen sich als roter Faden durch alle Seiten des Buches. Der Kreis derer, denen das Röthig=Quartett gedient hat und die sich von ihm haben erfreuen und begeistern lassen für die edle Musica sacra wird den Entschluß Professor Röthigs, seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben, herzlich begrüßen. Dem vorliegenden Bande sollen noch zwei weitere folgen. Wer auch jetzt einem Konfirmanden ein Buch schenken will, das geeignet ist, Sinn für und Freude an schlichtem, fromm=fröhlichem Familienleben zu wecken, mag greisen zu Röthigs„Aus der Jugendzeit klingt ein Lied". D. A. „Die deutsche evangelische Heidenmission". Jahrbuch 1931 der vereinigten deutschen Missionskonferenzen, in ihrem Auftrag herausgegeben von Missionsdirektor Dr. Walter Freytag, Hamburg. 120 Seiten, Preis.— RM. Wie alljährlich, so haben die deutschen Missionskonferenzen auch 1931 wieder ein gehaltvolles Jahrbuch herausgegeben. Es ist darum wertvoll, weil es besonders in die Fragen einführt, die im Augenblick die Missionswelt daheim besonders bewegen. So spricht Professor D. Karl Heim über den Säkularismus, den großen Weltfeind, mit dem es die Mission heute überall zu tun hat. Männer, die entweder noch auf dem Missionsfelde weilen oder soeben von dort zurückgekehrt sind, berichten über die Probleme von Afrika und Asien. C. Dr. Robert Morrison, der Bahnbrecher der evangelischen Mission in China. Sein Leben und Wirken. Von Georg Rexroth, Dr. theol. h.., Anker=Verlag, Bremen. 128 Seiten. Preis: in Leinenband M. 2,—. Das schlichte Büchlein zeichnet in feiner Weise das Lebensbild Morrisons, dessen Bedeutung als PionierMissionar für China recht gewürdigt wird. J. Der aufsehenerregende Gotteslästerungsprozeß gegen den Kunstmaler George Grosz bot das groteske Schauspiel, daß überzeugte Vertreter des Kommunismus als Apostel der Gewaltlosigkeit auftraten, der Kirche Kriegshetze vorwarfen und sich ihr gegenüber auf das in Rußland mit Feuer und Schwert bekämpfte Evangelium beriefen. Helmut Schreiner, der selbst an jenem Prozeß als Gutachter beteiligt war, beleuchtet im Märzheft der „Zeitwende"(C. H. Beck, München) sehr aufschlußreich die eigentlichen Hintergründe der Haltung, die sich in die Worte„Aechtung der Autorität“ zusammenfassen las sen.— Von ebenso zeitgemäßer Bedeutung sind zwei weitere Beiträge dieses„Zeitwende"=Heftes:„Aus den neuen Sardinien“ von Johanna Chroust und„Der„Neue Humanismus' in...“ von Gustav E. Müller. Das neue Italien hat auf der armen und durch Malaria verseuchten Insel Sardinien mit Hilfe großangelegter Stauseen und Elektrizitätswerke aus Sumpf, Steppe und Sand ein blühendes, fruchtbares Land geschaffen, das Tausenden Brot und Arbeit gibt, ein Beispiel, wie zielbewußter Wille auch einem verarmten und notleidenden Volke zu he“ fen vermag!— Wir reden heute viel vom„Amerikanl““ mus“, aber wissen wenig davon, daß auch in Amera# selbst eine lebendige Bewegung zu seiner Kritik und Ueberwindung eingesetzt hat, die vornehmlich an Platon anknüpft, aber auch dem Christentum wieder ernste de achtung schenkt.— Es ist merkwürdig, wie Johanner Keplers Denken in der Gegenwart immer stärkeren vorsteigt. Einer der verdienstvollsten Keplerforscher, Wal ther von Dyck, gibt in seinem Aufsatz„Johannes Re““ lers Weltanschauung“ ein überaus lebendiges Bild großen Gelehrten und seines seidenschaftlichen Strebene, die Harmonie des göttlichen Weltenplans im Gesst d“ erfassen. Mancher Leser wird aus diesem Vortrag wos zum erstenmal spüren, daß von Kepler für die Gese“ wart noch lebendige Impulse ausgehen können. heim Bausparen freihalten von allen Phantasmen, wir müssen nüchtern sagen, was zu sagen ist. Die Vorteile des Gemeinschaftssparens liegen auf der Hand! Nützen wir sie zum Wohle des einzelnen, zum Woyle der deutschen Volkswirtschaft und damit zum Wohle des gesamten Vaterlandes. Schluchebier. Die Auswiltung dei Ssihiife. Verhandlungsbeginn im Ostausschuß.— Agrarentschuldung fördert auch das Gewerbe. — Berlin, 18. März. Der Ostausschuß des Reichstags begann die Beratung der Osthilfegesetze und erledigte eine Anzahl Paragraphen dieser Vorlage. Reichsminister Treviranus hob im Verlaufe der Debatte hervor, es sei irrtümlich, die Osthilfe lediglich als eine Unterstützung der Landwirtschaft anzusehen. Im Endergebnis komme diese Hilfe der gesamten Wirtschaft zugute, da die Zahlungen fast ausschließlich den Gläubigern der Landwirtschaft zuflössen. Deswegen sei es auch nicht gerechtfertigt, die Hilfe nur auf kleinere Betriebe zu beschränken oder diese zu bevorzugen. Weit über die Hälfte des angemeldeten Entschuldungsbedarfs entfalle auf Betriebe unter 100 Hektar mit 3,2 Millionen Morgen. Ohne derartige Hilfe müßte die Mehrzahl der Gläubiger darauf gesaßt sein, in der Zwangsvollstreckung den völligen Verlust ihrer Forderungen zu gewärtigen, da in der Regel nurmehr die erste Stelle zuzüglich der zum Teil sehr hohen bevorrechtigten Forderungen ausgeboten würden. Wenn man dies und die sogenannten Familiensanierungen, d. h. die Entrechtung aller Gläubiger zugunsten eines einzelnen, der den Besitz gegen Uebernahme der ersten Hypothek übertragen erhalte, vermeiden wolle, dann müsse man folgerichtig die Entschuldung in allen Betriebsgrößen gleichmäßig durchführen. Es sei aber andererseits auch nicht mehr richtig, von einer Krisenfestigkeit des kleinen Besitzes zu sprechen; dieser sei, wie die Zahl der Anträge— über 47 500 der Betriebe unter und 3300 der Betriebe über 100 Hektar— ergebe, mindestens in gleicher Weise von der Krise erfaßt. Der Minister bat, die auf die Ausdehnung des Gebietes für die eigentliche Grenzhilfe und der Entschuldung gestellten Anträge abzulehnen. Die Regierung erkenne an, daß auch andere Landesteile notleidend seien und werde daher von ihrer Befugnis, das Anwendungsgebiet der verschiedenen Bestimmungen auszudehnen, Gebrauch machen, soweit die finanziellen Möglichkeiten das irgend gestatten. * Besprechungen mit Parteiführern. Reichskanzler Dr. Brüning empfing im Reichstag die sozialdemokratischen Führer Wels, Dr. Breitscheid und Dr. Hertz, um mit ihnen die gesamte parlamentarische Lage zu besprechen, vor allem die dem Reichstag noch bevorstehenden Aufgaben auf agrarpolitischem und steuerpolitischem Gebiete. Hierbei bildeten die auf Antrag der Sozialdemokraten vom Steuerausschuß des Reichstages angenommezen neuen Steueranträge den wichtigsten Gegenstand. An der Besprechung nahmen auch Reichsfinanzminister Dietrich und Reichsarbeitsminister Stegerwald teil. Severing ruft das Reichsbanner auf. Der preußische Innenminister über die Aufgaben des Reichebannerg. Breslau, 18. März. Bei einer Kundgebung des Reichsbanners im Zirkus Busch in Breslau sprach Dienstag abend der preußische Innenminister Severing über das Thema„Der Kampf in Preußen beginnt". Severing beschäftigte sich zunächst mit der Frage, ob das Reichsbanner auf die staatlichen Behörden, insbesondere auf die Polizei Einfluß nehmen könne und wolle. Severing wies darauf hin, daß der Schutz des einzelnen Bürgers und des Staates Aufgabe der staatlichen Organisationen sei. Deshalb müsse derjenige Beamte, der nicht gewillt sei, den Staat zu verteidigen, aus seinem Amte entfernt werden. Aufgabe des Reichsbanners dagegen sei es, zu zeigen, daß die Republik nicht ohne Republikaner und die Mehrheit des deutschen Volkes friedliebend gesinnt sei. An der Wirtschaftsnot trage das republikanische System keine Schuld. Die Weltwirtschaftskrise habe jetzt auch die Länder ergriffen, die bisher von ihr verschont geblieben seien. Die Not des deutschen Volkes könne aber nicht zu einer Aenderung der Sozialpolitik und der Steuerpolitik führen. Die deutsche Sozialpolitik könne und werde keine Aenderung erfahren, solange Männer an der Regierung ständen, die es mit der Existenz Preußens und Deutschlands ernst meinten. Auf einen Zwischenruf„Panzerkreuzer" erwiderte der Minister, daß das in diesem Augenblick nicht die Frage sei, auf die es ankomme, sondern jetzt gehe es um das Ganze. Die preußische Regierung sehe dem Ansturm mit der Ruhe des guten Gewissens entgegen. Es sei unverantwortlich, daß in dieser politisch so aufgeregten Zeit das Volk noch mehr zerrissen werde, doch könne trotzdem dem Ausland der Nachweis erbracht werden, daß die wilden Gerüchte vom Bürgerkriege keinen Boden im deutschen Volke hätten. Severing beschäftigte sich dann sehr eingehend mit den Nationalsozialisten. Durch den Wahlsieg der Nationalsozialisten am 14. September seien dem deutschen Volke schwere wirtschaftliche Wunden geschlagen worden. Ablehnung der Tributzahlungen und Zerreißung der Verträge würden das Ende des Reiches bedeuten. Die Verrohung im politischen Leben habe noch nie dagewesene Formen erreicht. Die Agitation der Konimunisten hätte nicht den jetzigen Umfang angenommen, wenn nicht die Ausschreitungen der Nationalsozialisten die Kommunisten geradezu herausgesordert hätten.(Ist es nicht eher umgekehrt, Herr Minister?—) So sehr das Reichsbanner die Verteidigung wünsche, so sehr habe es aber auch die Pflicht, wenn der Staat rufe, getreu seinem Schwur für diesen Staat zu kämpfen. Es sei die Aufgabe des Reichsbanners und der republikanischen Parteien, die Einbildung zu zerstören, als ob die Nationalsozialisten in ihrem Siegestaumel nicht mehr aufzuhalten seien. Bombenexplosion in Belgrad. Attentat auf das Regierungsgebände.— Ein Offizier schwer verletzt. — Belgrad, 18. März. Zwischen 5 und 7 Uhr früh explodierten im Regiekungsviertel zu Belgrad vier Höllenmaschinen. Eine von ihnen war an der Rückfront des Kriegsministeriums aufgestellt, eine zweite an der gegenüberliegenden Kriegsakademie, die dritte am Verkehrsministertum und die vierte beim Finanzministerium. Durch die Explosion wurden ein Offizier und mehrere Passanken verletzt, der Sachschaden ist unbedeutend. Diese Hollenmaschinenanschläge im Zentrum der Stadt, deren Betonationen weithin zu hören waren, erregen natürlich großes Aufsehen, doch herrscht in der Stadt Ruhe. Die öffentlichen Gebäude, an denen die Anschläge veruoi worden sind, stehen unter Bewachung. Die PoGiest vermutet in diesen Anschlägen ein Werk von KomEin Appell Brünings Dr. Brüning vor den märkischen Obermeistern. In Berlin hielt Reichskanzler Dr. Brüning vor zweitausend Obermeistern aus Berlin und der Mark eine sehr wirksame Rede, in der anfangs auf die Folgen der Rationalisierung hingewiesen wurde, dann fuhr er fort: Die Reichsregietung steht auf dem Standpunkt, der auch schon von ihren Vorgängern immer wieder zum Ausdruck gebracht wurde, daß die Reparationen auf die Dauer untragbar sind. Man kann aber erst an eine Revision der Reparationszahlungen herautreten, wenn es gelungen ist, das eigene Haus in Ordnung zu bringen. Um dies zu erreichen, muß eine offene und ehrliche Politik getrieben werden. Auch wenn wir heute keine Reparationen mehr zu zahlen hätten, wären wir zu genau so schwerwiegenden Maßnahmen gezwungen, wie jetzt. Man hat in Deutschland in Zeiten der Hochkon; ttur den schweren Fehler gemacht, viel Geld in die öffentliche Hand zu stecken, die mit diesen Mitteln jedoch keine planmäßige Wirtschaft betrieben hat. Einen schweren Mißgriff bedeutete es, daß bereits auf die Hauszinssteuer für 1933 vorgegriffen wurde, so daß Bauten aus früherer Zeit unbezahlt sind und für die nächste Zeit der Baumarkt nicht belebt werden kann. Weiter betonte Dr. Brüning, daß es eine der Hauptaufgaben sei, alles daran zu setzen, die Verhältnisse im Baugewerbe in Ordnung zu bringen. Gelinge es, jetzt im Reichstag die notwendigen Mittel schnell zu verabschieden, dann würde auch wieder die Möglichkeit gegeben sein, Kredite zu bekommen, durch die dem Baugewerbe zu helfen sei. Notwendig sei es dabei, die Genkung der Baukosten voranzubringen. Man könne auch nicht auf die Dauer durch Zölle die Nahrungsmittel verteuern, so daß sie der Verbraucher nicht bezahlen könne. Die Folge sei, daß trotz Zöllen die Preise bis auf ein erschwingliches Maß sinken würden. Es sei bei allen Wirtschaftsgruppen notwendig, sich der Konsumkraft der gesamten Bevölkerung anzupassen. Zu begrüßen sei, daß in der schweren Zeit das deutsche Handwerk aus eigener Kraft den Schwierigkeiten begegnen will. Das Handwerk habe einen schweren Stand. Das Streben, durch Selbsthilfe wieder in die Höhe zu kommen, verdient die Anerkennung und Unterstützung der Reichsrezierung. Außen=Etat verabschiedet. Unter Ablehnung des kommunistischen Mißtrauensantrags. — Berlin, den 17. März 1931. Der Reichstag beendete die zweite Lesung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums bis auf die Abstimmungen und wandte sich dann der Beratung des Etats des Auswärtigen Amtes zu. Von den Kommunisten wurde während der Beratung ein, Mißtrauensantrag gegen den Reichsaußenminister Dr. Curtius eingebracht; die Sozialdemokraten reichten einen Antrag ein, der für Zwecke der Kinderspeisung drei Millionen Mark bewilligen und diese Summe aus der erhöhten Aufsichtsratssteuer bestreiten will. In der Abstimmung wurde dann der Haushalt des Auswärtigen Amtes mit den dazu vorliegenden Entschließungen angenommen. Ferner wurden, und zwar in zweiter und dritter Lesung, die bereits erwähnten internationalen Abkommen verabschiedet. Der kommunistische Mißtrauensantrag und ebense ein zweiter kommunistischer Antrag, der sich gegen die koloniale Wiederbetätigung richtete, wurden in einsacher Abstimmung abnelehnt. Italiens Außenpolitik. Will man die Außenpolitik Italiens verstehen, dann muß man auf die Zeit kurz nach Beendigung des Krieges zurückgehen. Bei den Friedensverhandlungen wurde Italien bekanntlich infolge der feindseligen Haltung Frankreichs stiefmütterlich behandelt. Nicht einmal das„Mare amarissimo“, die Adria, wurde ihm zugesprochen. Frankreich hob außerdem die Verträge, welche die Nationalitäten der Tunisitaliener sicherten, auf, hintertrieb die Abgeltung der im Londoner Vertrag versprochenen kolonialen Entschädigungen und bereitete Italien auch in Abessinien Schwierigkeiten. Kein Wunder, daß getade die Kreise und Persönlichkeiten, die sich für den Krieg eingesetzt und an der Front gestanden hatten, und nun das krasse Mißverhältnis zwischen Erstrebtem und Erreichtem empfanden, durch den Marsch auf Rom das morsche parlamentarische System, das zweifellos an den Verhältnissen schuld war, wegfegten. Kein Wunder auch, daß auf die Polilik der Passivität, der Enttäuschungen eine Politik des Aktivismus, des„do ut des" unter Mussolini folgte. Im Brennpunkt des politischen Ringens steht nach wie vor die Adriafrage. Alle Bemühungen, diese Frage schiedlich und friedlich zugunsten Italiens zu lösen, schlugen fehl. Die bittere Erkenntnis, daß die Gegensätze zwischen den beiden Adriamächten unüberbrückbar sind und sich kaum ohne Waffengewalt beilegen lassen werden, brach sich Bahn. Mussolini ging dazu über, Bundesgenossen auf dem Balkan zu suchen. Zunächst knüpfte er mit Bulgarien, einem wegen Mazedoniens Hauptwidersacher Südslawiens, eine enge Verbindung an. Dann wurde die lose Verbindung mit Ungarn ausgestaltet. Mussolini verstand dann durch den Vertrag von Tirana und später durch die Erhebung Albaniens zum Scheinkönigtum, das Schicksal dieses Landes an Italien zu ketten. Es folgten Freundschafts= und Sicherheitsverträge mit Griechenland und der Türkei. Durch dieses Bündnissystem hat Italien nicht allein die Isolierung Südslawiens bewirkt, sondern auch den französischen Einfluß im Orient zum Teil lahmgelegt und eine erfreuliche Beruhigung des Balkans, des Wetterwinkels Europas, herbeigeführt. Frankreich erkannte aber recht bald die Absichten des Duce und schloß am 11. November 1927 mit Jugoslawien einen Schiedsgerichts= und Freundschaftsvertrag ab. Aus diesem Vertrag ging hervor, daß Frankreich bei kriegerischen Verwicklungen Südslawien beistehen würde. Das Abkommen hatte also eine Spitze gegen Italien. Die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen den„beiden lateinischen Schwestern" erfuhren eine merkliche Verschlechterung. Der Umstand, daß Paris zu Hauptquartier der antifaschistischen Fuorusciti wurde, trug zu einer weiteren Zuspitzung bei. Zur Bekämpfung Frankreichs und seiner Hegemonie=Pläne waren Italien nur drei Wege offen: Zusammenarbeit mit Deutschland und Rußland, Wettrüsten und„Pazifismus“. Mussolini versuchte, mit Deutschland übereinzukommen. Vergeblich. Die neudeutschen Staatsmänner gingen auf seine Vorschläge nicht ein und gefielen sich in einer „splendid isolation", um Frankreich nicht zu verärgern und die begonnene„Verständigungspolitik“ nicht zu stören. Mit Rußland sind wertvolle wirtschaftliche und politische Fäden geflochten worden. Ein Wettrüsten mit dem reichen Frankreich erwies sich aus finanziellen Gründen als undurchführbar. Mussolini gab deshalb die imperialistische Taktik auf und begann Frankreich mit den eigenen Waffen zu schlaWie Briand, so wurde auch der italienische Staatsmann zum„Friedensapostel“. Seine Reden wurden darauf abgestimmt. Die großen Schlagworte der Demokratie, wie dauernder Friede, Zusammenarbeit der Völker, Abrüstung, Schutz der Minderheiten, Völkerversöhnung, Selbstbestimmung der Völker ufw. wurden in den Dienst der faschistischen Außenpolitik gestellt. Der kürzlich erfolgte strategische Rückzug in der Flottenfrage hat Mussolini nicht geschadet. Er hat die Sympathien der Angelsachsen erworben und damit auch seine „pazifistische“ Position verstärkt. Trotz aller„taktischer“ Friedensliebe bleiben aber Italien wie Frankreich„Nationen des permanenten Kriegszustandes". Keine Gelegenheit wird von Rom versäumt, Heer, Marine und Luftflotte auszubauen und zugleich seine Friedensliebe zu bekunden. Politische Verträge sind Atempausen für die kämpfenden Parteien. Die italienisch=französische Flotteneinigung ist als solche zu werten. Der Endkampf ist um fünf Jahre verschoben. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben! Italiens Ziele bleiben dieselben: Schwächung Jugoslawiens, Alleinherrschaft in der Adria, Kolonien, Neuordnung der politisch=militärischen und wirtschaftlichfinanziellen Machtstellung in Europa. Von außen gesehen, erweckt die faschistische Außenpolitik den Eindruck des Sprunghaften, des Unbeständigen. In Wirklichkeit sind die Ziele unverrückt, auch wenn das ständige Wechseln der Fronten, das Tasten und Fühlen und das plötzliche Zugreifen zu anderen Schlußfolgerungen Anlaß geben könnten. Bisher hat die Politik Mussolinis reiche Erfolge gehabt: die Anerkennung des Dodekanes als italienischer Besitz, die Abtretung des Jubalandes, die Zulassung der Italiener zur Tangerfrage und last not leust, die Versöhnung mit dem Papst. Werden weitere Erfolge zum Ziele führen? Die nächste Zukunft wird die Antwort geben. Wenn auch der Kampf schwer sein wird, so wissen wir doch: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. E. F. K. Todesurteil in Spanien. Das Kriegsgerichtsurteil von Jaca. — Madrid, 18. März. Nach 36=stündiger Beratung hat das in Jaca tagende Kriegsgericht unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen 77 Angeklagte das Urteil gesprochen. Hauptmann Sediles wurde zum Tode verurteilt. Im übrigen hat das Gericht die Anträge des Staatsanwalts herabgemindert. In vier Fällen, in denen Todesstrafe beantragt war, erkannte das Gericht auf lebenslänglichen Kerker. In 68 Fällen wurden Gefängnisstrafen von 6 Monaten bis zu 20 Jahren verhängt. Vier Angaklagte konnten freigesprochen werden. Das Urteil bedarf noch der Bestätigung durch den Generalkapitän von Saragossa, der der zuständige Gerichtsherr ist. Mit der Begnadigung des zum Tode verurteilten Offiziers wird allgemein gerechnet. Die größte Kirche Irlands niedergebrannt. London, 16. März. Die Kirche in Donegal, das größte Gotteshaus Irlands, wurde durch ein Großfeuer zerstört. Zu gleicher Zeit vernichtete ein anderes Großfeuer ein Lagerhaus am Hafen. Verschiedenes. Volksorganische Tagung in Wetter. Am Samstag und Sonntag, den 21. und 22. März, findet in der Jugendherberge Wetter(Ruhr) eine zweite volksorganische Tagung zur Einführung in die Gedankenwelt Berthold Ottos statt.(Volksorganisches Denken und seine Anwendung auf Pädagogik und vor allem auf die Wirtschaft, auf Familien= und Berufsleben, Rechtspflege und Strafvollzug usw.)— Samstag nachmittag Ausstellung der Bücher Berthold Ottos; abends öffentlicher Vortrag: Die Rettung des deutschen Volkes durch eine volksorganische Wirtschaft.: Sonntagmorgen: Religion und Wirtschaft, Gottesdienst, Grundlagen volksorganischen Denkens. Nachmittags Fortsetzung der Aussprache und Ausblicke in die verschiedensten Lebenskreise.— Unkostenbeitrag je Tag 50 Pfg., Schlafen außerdem 50 Psg. Einfache gute Verpflegung ist in der Herberge zu haben. Anmeldungen erbittet möglichst frühzeitig Lehrer Otto Remmert, Gevelsberg. Zionskirche Bethel Miusikalische Jlachfeier zum 100. Geburtstag Friedrich v. Donnerstag, den 19. März 1931, abends 8 Uhr Freitag, den 20. März 1931, Wiederholung Ausführende: Der erweiterte Kirchen= und Oratorienchor, Frau Elisabeth Schroiff(Sopran), Gerard Bunk(Orgel) Leitung J. P. Seiler. Dortragsfolge: I. Cantate, Selig sind die Barmherzigen J. P. Seiler 2. Orgelsolo, Prael. und Fuge(Es dur) J. S. Bach 3. Cantate, Ich hatte viel Bekümmernis J. S. Bach Dazwischen allgemeine Gesänge — Freizeit für evangel. Abiturienten. Der evangelisch=kirchliche Studentendienst an der Universität Münster lädt die westfälischen Abiturienten des Jahres 1931 zu einer Freizeit für die Zeit vom 23. b. 27. März nach Haltern in die Jugendherberge am Stausee ein. Eröffnet wird die Freizeit durch eine Begrüßung des neuen Generalsuperintendenten Weirich. Durch eine Reihe Vorträge sollen die Abiturienten eine Einführung in das Universitätsstudium erhalten. U. a. werden folgende Vorträge gehalten:„Die deutsche Hochschule in der Gegenwart“(Prof. D. Schmitz),„Der deutsche Student in der Gegenwart“(Prof. D. Pieper),„Der heutige Student im Ringen um Volk und Staat"(Lic. Lotz) und „Sinn und Methode des Universitätsstudiums“(Priv.= Doz. Lic. Brandt). Vertreter studentischer Corporationen und Vereinigungen werden über studentisches Gemeinschaftsleben berichten. Durch diese Vorträge soll den diesjährigen Abiturienten Gelegenheit gegeben werden, sich in einem Kreis gleichaltriger Menschen über eine Reihe von aktuellen Fragen des studentisch=politischen,=geistigen und=religiösen Lebens auszusprechen. Eintrittspreis.— Ulk.(nur in der Anstaltspost 75 Pfg. im Dorverkauf). Schlußkollekte für die Anstalt Bethel. Aobhlaber-Phetsgraphen decken ihren Bedarf in der Photo-Handlung konig, Bieleteld, Rathausstr. 3. Tel. 955 Beihel b. Bielefeld Die staatl. anerk. Haushaltungssch. Eckardtshaus der Westf. Diakonissenanstalt Sarepta bietet in ihrem Internat Töchtern christl. Fam. Ausbildung in allen Zweigen des Zaushalts. Gründl. hauswirtsch. Durchbildg. ermöglicht den Eintritt in praktische Berufe. 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Muß ein Zug ausfallen, so werden alle schon gelösten Fahrkarten, Gutscheinhefte usw. sofort ohne Abzug von Gebühren zurückgenommen und die dafür gezahlten Beträge erstattet.— Um das bestimmte Verkehren der Züge moglichst frühzeitig bekanntgeben können, ist es sehr zu empfehlen, die Fahrkarten nicht enz kurz vor der Abfahrt zu lösen, sondern spätesteng Woche vorher. Durch nicht rechtzeitige Lösung der Fahr, karten muß unter Umständen der Zug einige Tage v. der Abfahrt wegen ungenügender Beteiligung abgesagt werden.3 84 Folgende Züge sind in Aussicht genommen: Sonntag, 3. Mai, bis Montag, 4. Mai, nach Berlin und Potsdam. 490 Sonntag, 10. Mai nach Kassel und Wilhelmshöhe. Sonntag, 7. Juni an die Weser(Höxter und Carlshafen) Sonntag, 14. Juni bis Sonnabend, 20. Juni, an die## see zur Insel Rügen.9 Sonntag, 5. Juli, bis Dienstag, 7. Juli nach Helgoland über Bremerhaven. Sonntag, 12. Juli, bis Sonntag, 19. Juli, an die Nord, see nach Borkum und Norderney über Emden. Sonntag, 2. August, nach Hamburg. Sonntag, 9. August, bis Freitag, 14. August, an den Rhein, die Ahr, Lahn und Mosel. Sonntag, 6. September, bis Sonntag, 13. September Oberbayernfahrt nach München, Chiemsee, Berchtesgaden. Sonntag, 20. September, bis Montag, 21. September nach Berlin. Die Einsteigestationen werden immer einige Tage vor dem Termin auch hier bekanntgegeben. Bethel. Frauenhülfe: Mittwoch, den 18. März, 3½ Uhr nachmittags im Jungfrauensaal des Assapheums. I..: E. Brandt. — Christlicher Verein junger Männer. Heute, Mittwoch, 3½ Uhr Märchenstunde in Gosen(10 Pfennig mitbringen). Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr H. Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Geldsendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“. Christ. liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919. Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. 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