. Auf Grund der mit ihren zugänglichen Stuseihe folcher 2. beche(dichel Fahr. bten.kan wien, neven den teresse eine Oster. sfahrten nach DalFrankreich, Nordie zwei StudienAusflug nach Ma. zu überaus günder Schiller=Akagegen 15 Pfennig ebenso interessanFahrten. kreise, Leipzig. —8. April Schu. ig..—13. April #rg. 26—30. Mai e bei Soest. m Riesenge. EErholungsfreizeit August Reichs=Er). In den Oktoerlin. Band dieses größl Ende März dietichwörter umsasen. Wir kommen Stelle darauf zu eute, Montag 8 18. März, findet us“, wie alljähr. rbeiten statt. Eigung: 10 bis 12 ing des Bethelren für sämtliche Fuhrgeschäft. sofsweg, bei Don. Gegen BelozMamreweg? Weltpolitik: N. Bethel. Zuschriften h 28. Für „Aufwärts". Chrisuf 3911/3919, Am It Bethel. boeracer attes„Für Herz! lblatt, geeignet: auf Friedhöfen. zur Verfügung. inig tofrei Preisnachlaß Preisnachlaß Preisnachlaß ilt Bethel Hannover 7382. gonien. Rosen, len usw. idlung Nlefeld öhlbefinden und Bedienung Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Anser Anzeigenpreis: Die einspaltig Reklame 30 Schluß der ie Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig 0 Pfg. Beilagen unter Woje tausend 15 Mk. Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 64. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Mittwoch, den 18. März 1931. K 13. Jahrgang. Wer den rechten Augenblick versäumt, Hat das halbe Leben verträumt; Und lief er der anderen Hälfte hinterdrein, Er holt den Augenblick nicht mehr ein. Roderich. Mni giiiigiiiminn England und der deutsch=polnische Handelsvertrag. Vorsicht bei Geschäften mit Polen! Von P. Campbell. Die nachstehenden Ausführungen eines englischen Wirtschaftlers, den besondere Interessen mit den osteuropäischen Wirtschaftsverhältnissen verbinden, dürfen zu den gegenwärtigen Erörterungen über das Genfer Handelsabnommen und insbesondere den deutsch=polnischen Handelsvertrag besondere Beachtung beanspruchen. Mit lebhaftem Interesse verfolgte das Ausland im vergangenen Jahre den Abschluß des deutsch=polnischen Handelsvertrages, der nach fast fünfjährigem Zollkrieg unter dem 17. März 1930 erfolgte und dessen im Reichsanzeiger veröffentlichte Bestimmungen zu vielen Auseinandersetzungen Anlaß gaben. Allgemein kam man zu der Auffassung, daß die Kreditwürdigkeit der polnischen Volkswirtschaft durch ihn eine wesentliche Kräftigung erfahren muß, zumal die zunehmende Wirtschaftskrise und Konsumschwäche in Polen nur geeignet sind, Polen zu einem weiteren handelspolitischen Entgegenkommen an Deutschland zu veranlassen. Infolgedessen ist heute der internationale Handel mit der bevorstehenden Ratifizierung des deutsch=polnischen Handelsvertrages durch den polnischen Seim vor die Frage gestellt, welche Aussichten sich aus einem vertraglich gebundenen Warenverkehr für den Welthandel und den Verkehr zwischen dem deutschen und polnischen Zollgebiet ergeben werden. Bekannt ist die Tatsache, daß der Absatz von fremden Industrieerzeugnissen auf den polnischen Märkten einmal infolge begrenzter Kontingentierung und andererseits durch die lebhafte Propaganda der Polen für den bevorzugten Verbrauch der in ihrem eigenen Lande hergestellten Waren eine wesentliche Einschränkung erfährt. So ist beispielsweise in Polen eine private Boykottbewegung unter Führung der sogenannten„Liga für Selbstgenügsamkeit“ und einiger interessierter wirtschaftlicher Verbände vorhandendie unter politischen Gesichtspunkten besonders den Warenbezug aus solchen Ländern zu verhindern versucht. die in nationaler Hinsicht in Polen besonders mißliebig sind. Andererseits ist auch zu berücksichtigen, daß durch die deutschen Maßnahmen zum Schutze gegen die Ueberschwemmung mit polnischen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, nämlich durch die vorgesehene Kontingentierung bei der Einfuhr von Roggen, Kartoffeln und Schweinen, durch Bildung verschiedener Ein= und Ausfuhrsyndikate sowie durch das Gesetz vom 15. 4, 1930(RGBl. I, Seite 131 ff.) über die neuen Agrarmaßnahmen, Polen nicht in der Lage war, wie bisher einen erheblichen Teil seiner Ernte in Deutschland unterzubringen. Aus diesen Gründen erklärt es sich, daß der deutsch=polnische Warenverkehr, wie überhaupt der polnische Außenhandel, im Jahre 1930 im Vergleich zum vorhergehenden Jahre einen wesentlichen Rückgang aufzuweisen hat. Der Anteil Deutschlands an der polnischen Gesamtausfuhr in den ersten Monaten des Jahres 1930 ist gegenüber 1928 und 1929 gesunken von 34,3, bezw. 31,2 Prozent auf 25,5 Prozent. Unter diesen Umständen ist es erklärlich, daß Polen gezwungen ist, für seine Waren andere Absatzmärkte zu suchen und sich vor allen Dingen bemüht, dies durch stärkere Wirtschaftsbeziehungen mit England zu erreichen. Nach den Beobachtungen der polnisch=englischen Handelsbilanz ist die Ausfuhr Polens nach England gestiegen und zwar durch Aufnahme eines Teils der überschüssigen landwirtschaftlichen Erzeugung Polens in England. Allerdings hat die polnische Holzausfuhr nach England beträchtlich nachgelassen infolge des russischen Holzdumpings, welches das polnische Holz wesentlich unterbot; der Umstand, daß das am 31. 12. 1930 abgelaufene deutsch=polnische Holzabkommen nicht verlängert worden ist, dürfte die polnischen Absatzschwierigkeiten für Holz noch beträchtlich erhöhen. Wenn Polen trotzdem im Kalenderjahr 1930 auf eine autive Handelsbilanz hinweisen kann, die einen Aknvsaldo von 191,2 Millionen Zloty aufweist, so ist diese Tatsache lediglich auf die zwangsläufige Verminderung der polnischen Einfuhr zurückzuführen. Wenn auch die englische Einfuhr nach Polen verhältnismäßig gering geblieben ist, so erklärt sich dies daraus, daß die englische Volkswirtschaft Vorsicht beobachten muß, um sich vor Verlusten zu schützen, zumal die Zahl der in Polen zu Protest gehenden Wechsel außerordentlich groß ist. Nach der amtlichen polnischen Statistik sind i. J. 1929 5649510 Wechsel über einen Betrag von 1¼ Milliarden Zloty zu Protest gegangen, in den Monaten Januar bis Oktober 1930 4673304 Wechsel über einen Betrag von 1,14 Milliar= den Zloty. Erst wenn es Polen gelingt, größere Anleihen auf dem internationalen Geldmarkt zu erhalten, wird eine Erschließung des polnischen Absatzmarktes möglich sein. Aber solche Anleiheaussichten werden sich der polnischen Volkswirtschaft erst dann eröffnen, wenn es zu festen Handelsabkommen mit verschiedenen Nachbarländern gelangt ist, die seine Kreditwürdigkeit verstärken und vor allem Absatzmöglichkeiten für seine landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Kohlen zu günstigen Preisen eröffnen. Selbst für die scheinbar günstiger gelegenen englisch=polnischen Handelsbeziehungen wird sich eine verstärkte Aufnahme englischer Waren in Polen trotz Herabsetzung von Zöllen und Erleichterung der Einfuhr nicht erreichen lassen, wenn Polen nicht dazu kommt, seine allgemeine handelspolitische Lage in Europa zu verbessern. Unverständliche Ueberspannungen! Der Kampf um das Osthilfe=Gesetz rückt der Entscheidung näher. Im Reichsrat ist der nach langen schwierigen Kämpfen innerhalb des Reichskabinetts zustandegekommene Entwurf angenommen worden. Dabei hat sich eine unverständliche Tatsache abgespielt, nämlich daß der Vertreter Ostpreußens, Freiherr von Gayl, sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten und der Vertreter Brandenburgs gegen das Gesetz gestimmt hat. Freiherr von Gayl betonte, daß das Gesetz für Ostpreußen keine wirksame Hilfe bedeute, während der brandenburgische Vertreter nicht damit zufrieden war, daß nur einige östliche Kreise der Propinz in die Osthilfe einbezogen werden sollten. Die Haltung dieser beiden Vertreter hätte fast zur Folge gehabt, daß die Abstimmung über das Gesetz selbst auf unbestimmte Zeit verschoben und dadurch eine Gefährdung der ganzen Vorlage zur Folge gehabt hätte. In diesem Falle hat der Vertreter der Preußischen Staatsregierung, Staatsvertreter Dr. Weißmann, obwohl wir sonst in bezug auf landwirtschaftliche Fragen nicht allzuviel Freude an ihm erleben, die Situation gerettet, indem er einen Antrag auf sofortige Abstimmung durchdrückte, wodurch die Vorlage wenigstens im Reichsrat angenommen wurde. So sehr man die Not der Landwirtschaft, besonders auch die in den östlichen Provinzen anerkennen muß und gern bereit sein wird, in der Hilfeleistung bis an die Grenze des Möglichen zu gehen, darf man doch der Auffassung sein, daß die Vertreter dieser östlichen Provinzen ein Spiel mit dem Feuer getrieben und wahrscheinlich nicht genügend bedacht haben, daß man durch eine Ueberspannung des, Bogens auch schließlich das Gegenteil erreichen kann. Nach Mitteilungen des Berichterstatters, Ministerialdirektor Freiherr v. Imhof, sollen nach dem Osthilfegesetz Hilfsmaßnahmen auch in den folgenden Jahren fortgesetzt werden und zwar mit Mitteln in Höhe von 907 500 000,— Mark. Wenn man hierzu den von 1931 noch vorhandenen Rest von 40 Millionen und die für 1931 ausgeworfenen Mittel rechnet, ergeben sich für die Osthilfe insgesamt 1096 800000,— Mark. Hierzu kommen noch Bürgschaften des Reiches und nicht bezifferbare weitere Belastungen. Auch der Reichskommissar für die Osthilfe, Reichsminister Treviranus, hat erklärt, daß diese Leistung an der Grenze des Möglichen liege und weitergehende Maßnahmen nicht denkbar seien. Es ist deshalb nicht recht verständlich, warum die Vertreter des Ostens, weil vielleicht ihre Wünsche nicht 100=prozentig erfüllt sind, gegen das Gesetz stimmen, bezw. sich der Abstimmung enthalten. Es hat auf die Vertreter der westlichen Provinzen, die von der Osthilfe nichts zu erwarten haben, einen deprimierenden Eindruck hinterlassen, daß die Vertreter des Ostens den guten Willen, dem Osten zu helfen, derartig verkennen. Schließlich muß ja auch berücksichtigt werden, daß bei der schlechten Finanzlage des Reiches mehr als eine Milliarde Mark etwas bedeutet und diese Summe von der Gesamtheit aufgebracht werden muß. Es wäre deshalb dringend zu wünschen, daß man den Bogen nicht überspannt, sondern bereit ist, sich im Rahmen des Möglichen zu halten.— Dasselbe ist auch vom Reichslandbund zu sagen, dessen Führung absolut nicht zufrieden ist, der Reichsregierung immer wieder den Kampf ankündigt und ihn teilweise auch durchführt. Daß sich dieser Kampf insbesondere gegen den Reichsernährungsminister Schiele richtet, gehört ebenfalls zu den erwähnten Unverständlichkeiten, da letzterer sich doch nicht ohne Erfolg die denkbar größte Mühe gegeben hat, für die Landwirtschaft möglichst viel zu erreichen. Erfreulich ist es, daß besonders in den Landbünden West= und Mitteldeutschlands dies auch dankbar anerkannt wird. Daraus geht aber hervor, daß die Haltung des Reichslandbundes keine einmütige ist. In der gestrigen Sitzung ist zwar eine Entschließung angenommen, in der die Haltung des Präsidiums gebilligt wird; man weiß aber, daß auch starke Gegenströmungen vorhanden waren, die unter Führung von dem früheren Präsidenten des Reichslandbundes, Herrn Reichstagsabgeordneten Hepp, eine gegenteilige Meinung vertreten haben. Die bäuerlichen Kreise des Reichslandbundes stehen auf seiten des Reichsernährungsministers Dr. Schiele und sind mit der Haltung des Reichslandbundes wenig zufrieden. Daraus glaubt die gegnerische Presse allerdings den Schluß ziehen zu dürfen, daß die letzte Stunde des Reichslandbundes geschlagen habe und daß diese aus politischen Gründen ihnen unliebsame Organisation sich jetzt spalten und damit als Machtfaktor aus dem politischen und wirtschaftspolitischen Leben ausscheiden werde. Soweit sind wir erfreulicher Weise noch nicht. Wenn aber die Leitung des Reichslandbundes fortfährt, das zur Zeit Erreichbare durch ihre eigene Haltung zu gefährden, dann rückt allerdings die Gefahr nahe, daß der Bauernflügel unter Hepp eines Tages eigene Wege gehen könnte. Das würde aber im Interesse der Landwirtschaft sehr zu bedauern sein, da dann der Reichslandbund nicht mehr der Machtfaktor im öffentlichen Leben, auch nicht mehr innerhalb der Grünen Front sein würde. Aus allen diesen Gründen hätten wir gewünscht, daß der gegenwärtige Präsident des Reichslandbundes, Graf Kalckveuth, ein engeres Zusammenarbeiten mit dem Reichsernährungsminister Dr. Schiele bevorzugt hätte. Eine klare Stellungnahme seinerseits würde wahrscheinlich nicht ohne Einfluß auf die Opposition geblieben sein, durch deren Fernbleiben aus dem Reichstag unter Umständen Osthilfe und Agrarvorlage in die Gefahr des Scheiterns gebracht werden.. W. W. Meine Eindrücke aus Deutschland. (Aus dem Bericht des franz. Kreuzritters Raymond Coutris=Paris über seinen Besuch in Deutschland im Bulletin des Chevaliers du Prince de la Paix Nr. 56 vom Februar 1931. Uebersetzt A..) Was mich vor allem zum Besuche Deutschlands veranlaßt hat, war die in Frankreich seit der Reichstagsauflösung und den deutschen Wahlen herrschende und immer zunehmende Psychose von Mißtrauen und Beunruhigung. Ich wollte unseren badischen Freunden in vollster Offenheit von den Schwierigkeiten berichten, denen die christliche Friedensarbeit in Frankreich begegnet, und mit ihnen, in völligem gegenseitigem Vertrauen, die Hindernisse erforschen, die sich derselben Arbeit in Deutschland in den Weg stellen. Mein achttägiger Aufenthalt in Freiburg und die dort und in Baden=Baden, Durlach. Heidelberg und Lahr veranstalteten Versammlungen haben mir Gelegenheit geboten, dieses doppelte Ziel meiner Reise voll und ganz zu erreichen... Ich bin heimgekehrt, nicht nur mit vagen Begriffen von der politischen Lage Deutschlands, sondern mit einer ganzen Sammlung von nachprüfbaren und von mir nachgeprüften Tatsachen, die ein furchtbares Mißverhältnis zwischen dem äußeren Schein und dem inneren Leben der deutschen Nation verraten....Ich bin mir bewußt, meinen Zuhörern auch unser Land in einem neuen Lichte gezeigt zu haben, indem ich nachdrücklich darauf hinwies, daß nicht sie allein an der wirtschaftlichen Auszehrung leiden. Viele deutsche Freunde schienen tatsächlich zu glauben, daß Frankreich in Glück und Reichtum schwimme. Sehr viele waren auch über den im allgemeinen bei uns herrschenden Geist und anderes ganz im Unklaren. Ich hoffe, daß mein Besuch etwas zur Aufklärung beigetragen hat, denn wir brauchen zwar Glauben und noch mehr Liebe, aber wir müssen auch Tatsachen toissen und den Geisteszustand verstehen lernen.... Man hat mir brennende Fragen gestellt, es gab recht heiße Auseinandersetzungen, aber niemals ist es irgendwo zu einer Explosion gekommen.— Meine Eindrücke von Deutschland, die das Ergebnis meiner Beobachtungen im Hause und auf der Straße und die Schlußfolgerungen aus allen privaten und öffentlichen Aussprachen sind, fasse ich dahin zusammen: 1. Deutschland leidet, und zwar heißt das: Deutschland, als Staatsgebilde, leidet; das deutsche Volk, als Ganzes, leidet; der Deutsche, als Mensch von Fleisch und Blut, leidet; der Deutsche, als Kind Gottes, leidet! Das nennt man gewöhnlich: die deutsche Not. 2. Die deutsche Not zeigt sich: politisch in der Unsicherheit der Regierungen und dem Anwachsen der radikalen Parteien(Nationalsozialisten von Hitler und Kommunisten). Wirtschaftlich in der Arbeitslosigkeit von vier Millionen, dem Stillstand zahlreicher Fabriken, dem starken Rückgang des Handels innen und außen. Sozial in der ungeheuren Zahl von Bittstellern: Künstler, ehemalige Professoren und Offiziere. 3. Die Ursachen der deutschen Not sind: a) die auf die Herrschaft der Maschine zurückzuführende Krise in der Weltwirtschaft, die eine Ueberproduktion zur Folge hat, deren Rückwirkung in Deutschland besonders spürbar ist, weil es im wesentlichen ein Industrieland ist, das sehr schnell die modernen Arbeitsmethoden annimmt, weil es ihm an Raum für seinen Bevölkerungsüberschuß fehlt (keine Kolonien), weil seine Ausfuhr von Fertigprodukten durch hohe Schutzzölle behindert ist; b) die besondere Krise der deutschen Wirtschaft, die auf die Inflation, die einen großen Teil des Volkes(Bürgertum) ruiniert hat, und auf die hohen Steuerlasten zurückzuführen ist. c) Die moralische Krise, die fast ausschließlich auf den Versailler Vertrag zurückzuführen ist, der Deutschland und seinen Verbündeten die ganze Last der moroli schen Verantwortung für den Krieg aufgebürdet hat und infolgedessen die Verpflichtung, die Reparationen dafür zu bezahlen. Jeder Deutsche über 15 Jahren ist über diese Fragen unterrichtet und spricht leidenschaftlich von der Schande des Vertrags. 4. Deutschland sucht seine Rettung. Da es in den christlichen Kirchen die Antwort auf sein Leiden nicht gesunden hat, hat sich das deutsche Volk in die politischen Parteien geworfen. Diejenigen, die ihm die Worte der Hoffnung, nach denen jeder Deutsche in seiner Seele dürstete, gebracht haben, heißen: Adolf Hitler mit der nationalsozialistischen Partei und die Kommunisten, radikale Parteien mit festen Lehren, aber einem wesentlich negativen Programm. Ihr ihnen gemeinsames und unmittelbares Ziel ist: Vernichtung des republikanischen Blockes: Schwarz, Rot und Gold(katholische, sozialdemokratische Internationale und die der Bankiers) und Vernichtung des Versailler Vertrags und des Young= planes, denen sie die Not des deutschen Volkes zuschreiben. Aber diese Parteien bekämpfen sich in beängstigender Weise und man befürchtet in Deutschland einen baldigen Bürgerkrieg. Aus den von diesen Parteien vertretenen Methoden gewinnt man den ganz klaren Eindruck, daß sehr viele Deutsche ihre einzige Hoffnung auf verzweifelte Lösungen setzen. Darin liegt gewiß ein ernstes Problem, und ich halte es nach einer solchen Reise für meine Pflicht, klar und unvoreingenommen zu sagen, was ich gesehen und begriffen habe. Aber es gibt auch in diesem Kampf um das Leben tapfere Streiter, die mit glühender Gläubigkeit und Opferbereitschaft die Person Jesu Christi in den Vordergrund stellen. Sie wollen nicht die Politik ins Christentum, aber Christentum in die Politik bringen, und viele dieser Tapferen gehören zu den Kreuzrittern jenseits des Rheins. Diese Menschen, die bei uns Die Bodelschwingh=Feier in Tecklenburg. Am hundertsten Geburtstage Friedrich von Bodelschwinghs gingen die Gedanken der evangelischen Christenheit zu der„Stadt der Barmherzigkeit“, die er hat bauen dürfen. Wir aber im Tecklenburger Lande haben dann an der Stätte, wo er vor hundert Jahren geboren wurde, an dem darauffolgenden Sonntage noch einmal eine Feier gehabt, und die etwa 400 Menschen, die daran teilnahmen, gaben Zeugnis dafür, daß Tecklenburg seinen größten Sohn nicht vergessen hat. Im Innenhof der alten Wasserburg Haus Marck, wo manche halb verwitterte Tafel Kunde gibt von längst vergangenen Geschlechtern und Namen, ist eine neue Gedenktafel angebracht worden zur Erinnerung an Vater Bodelschwingh, der hier als Sohn des Landrates Ernst von Bodelschwingh geboren ist. Sie kündet den Wanderern, die diese alte Burg besuchen, mit wenig Worten ihren Sinn: Hier wurde geboren Pastor Friedrich v. Bodelschwingh, der Vater der Armen und Elenden 1881 6. März 1931 Die Tafel mit dieser Inschrift wird an zwei Seiten umgeben von den Armen eines Kreuzes, und an ihrem Fuße findet sich, angelehnt an das Kreuz, das Wappen derer von Bodelschwingh, ein dreigeteilter Schild mit der Schnalle im obersten Felde. Es war uns eine große Freude, daß zu dieser Feier zwei Männer gekommen waren, die dahin gehörten, Pastor D. v. Bodelschwingh aus Bethel und Superintendent D. Niemöller aus Elberfeld, ein gebürtiger Tecklenburger. Er hielt im Burghof die Weiherede, bei der er insbesondere hinwies auf die mancherlei Wege Gottes, die Friedrich v. Bodelschwingh zu dem Manne gemacht haben, der er geworden ist. Alles, was er erlebt hat, seine Berufsausbildung als Landwirt, sein Dienst an den Armen in Paris, sein schweres Familienleid in Dellwig, all das war, von Gott her gesehen notwendig, um ihn für sein Amt in Bethel zu rüsten. Das war die Prädestination im Leben Bodelschwinghs. Gott allein gebührt darum die Ehre für das, was er durch diesen Mann getan. Und nicht der Stein alleine soll ein Zeuge sein von Bodelhäufig zu wenig bekannt sind, haben mit ihrer Partei, dem„Evangelischen Volksdienst", trotz der Anziehungskraft, die Hitler auf die große Masse ausübt, überraschende Erfolge gewonnen. Ich schließe mit dem Hinweis, daß die Lage in Deutschland ernst ist und sich nicht mit der unsrigen vergleichen läßt.... Die Aufgabe der nationalen Befriedung, die unseren deutschen Kreuzritterfreunden obliegt, ist dringend, aber ich glaube, daß Christus in solchen kritischen Zeiten stärker wirken kann als vorher. Ich bin in Deutschland vielen jungen Menschen begegnet, ich habe mich bisweilen mit ihnen unterhalten, aber ich habe auch ihre Gedanken erforscht, indem ich in ihren Augen las. Ihr Blick hatte einen merkwürdigen Glanz. der immer zu sagen und zu wiederholen schien:„Ich will leben!“ Manche suchen gewiß ihr Leben auf den Irrwegen des Todes, aber andere haben es bereits bei dem Lebendigen gefunden und ihr Blick läßt mich nicht mehr los, weil ich darin einen Abglanz des göttlichen Lichtes entdeckt habe. Ja, die Stunde ist nahe, wo Christus, dank diesen treuen Zeugen, dieses Land erwecken kann. das leben will, leben kann und leben soll! Raymond Coutris. Zur Herr Dr. Schmidt=Detmold bittet mich in Nr. 36, zwei Fragen zu beantworten: 1. Zweifellos hat man, wie die Evangelien berichten, Jesus in seinen letzten Stunden bewußt und absichtlich verhöhnt. Jesus jedoch betete unentrüstet für die, die das taten. Aufs allerfreudigste stimme ich Herrn Dr. Sch. zu, wenn er uns an dieses Eintreten Jesu für bewußte Schmäher erinnert. Es wäre aber nicht gerecht, den Zeichner Groß etwa in eine Reihe mit denen zu stellen, die selbst bei einer Kreuzigung und Jesus gegenüber das Höhnen nicht lassen honnten. Ihm lag, wie er ausgesagt hat, jede Schmähung des Gekreuzigten völlig fern. Um so mehr haben wir Anlaß, in unserem Urteil Vorsicht zu üben und nicht von„Verhöhnung Christi" zu sprechen, auch wenn unsere religiösen Gefühle aufs tiefste verletzt sein sollten. Selbst wenn die Sachlage anders wäre, selbst wenn eine bewußte und absichtliche Verhöhnung Jesu wirklich vorläge, könnte Jesu eigenes Verhalten uns zur Fürsprache für Schmäher und zur tieferen Ueberwindung der Schmähung ermuntern. Manche Christen sind Groß für sein Bild dankbar. 2. Im Jahre 1920 rüsteten die Ententeregierungen zum Angriff auf Sowjetrußland, als die englische Friedensbewegung sich erhob und namentlich die Gewerkschaften sich zum Generalstreik rüsteten. Der Krieg unterblieb. Einige Jahre später waren in..A. die Truppen und Flugzeuggeschwader zum Kriege gegen Mexiko schon an der Grenze zusammengezogen, als bei der Regierung, den Parlamentsabgeordneten usw. eine Flut von Einsprüchen der Friedensfreunde, dort namentlich der Kirchen und Frauenverbände, eingingen. Der Angriff unterblieb. Es ließen sich noch ein paar weitere ähnliche Beispiele anführen. Natürlich weiß kein Mensch, ob es der immer mehr erstarkenden Friedensbewegung in England wie in anderen Staaten gelingen wird, künftig einige, viele oder gar alle Kriege ihrer Regierungen zu verhüten. Jedermann sollte es freilich wünschen und dazu selbst tätig durch Gebet und Arbeit, Besinnung auf Gott, Jesus und schwinghs Werk, sondern Beten und Lieben, die die Pole seines Lebens waren, sollen zugleich wegweisend sein für die Heimat, die heute an ihn gedenkt. Pastor D. v. Bodelschwingh nahm dann das Wort und erinnerte an die Zeit, die seine Großeltern hier im schönen Tecklenburg verleben durften, wo damals die ersten Regungen des neu erwachenden Glaubenslebens die Seelen bewegten. Sein Vater, so sagte er, habe zwar hier auf Haus Marck nicht einmal laufen gelernt, aber doch habe er sich als Teckleuburzer gefühlt und sei manchmal zur Stätte seiner Heimat zurückgekehrt. Und dem heute lebenden Geschlecht der Bodelschwinghs sei es eine große Freude, daß die Verbindung mit der Stätte, an der der Vater geboren sei, nun aufs neue gefestigt werde durch dieses Mal der Erinnerung. Er wünsche, daß das Kreuz, das auf der Gedenktafel am meisten hervortrete und vor allem andren unsere Augen auf sich ziehe, auch uns allen das Größte und Wichtigste würde, und daß es als Zeichen der rettenden und helfenden Liebe auch weiter über dem Tecklenburger Lande stehen möchte. Freiherr Gert von Diepenbroick-Grüter, der jetzige Besitzer von Haus Marck, nahm dann die Tafel in den Schutz seines Hauses, das nun wieder mit der Familie von Bodelschwingh verbunden sei wie in der Zeit vor hundert Jahren, als Ernst v. Bodelschwingh der Vormund der Kinder seines Vorgängers im Landratsamt wurde. Nun soll diese Tafel ein neuer Ansporn sein, das Erbe der Väter festzuhalten. An diese Feier auf Haus Marck schloß sich dann eine zweite in der unmittelbaren Nachbarschaft an. Die „Villa Marck“, vor Jahren bei einer Erbteilung gebaut, hat seit fünf Jahren das Altersheim des Evangelischen Vereins für Innere Mission im Regierungsbezirk Münster beherbergt. Die bisherigen Insassen dieses Hauses sind vor einigen Wochen übergesiedelt in das neue Altersheim der Gemeinde Ibbenbüren. Nun soll dieses Haus dem Volkshochschulheim, das bisher von Bethel in Lienen betrieben worden ist, eine neue Heimat geben, und mit der Bodelschwinghfeier auf Haus Marck wurde die Uebergabe der Volkshochschule an ihren neuen Träger verbunden. Zu unserer Freude waren auch fast alle Altschüler der Lienener Volkshochschule, soweit sie aus dem Kreise Tecklenburg stammen, zu dieser Feier gekommen, auch Pastor Wörmann von der Volkshochschule Lindenhof die ersten Christen, dadurch erwachsende SinnesWesensänderung und durch ständigen Friedenswandel mithelfen. Man darf auch wohl um Vorsicht bitten, wenn ein Korrespondenzbüro entstellende Berichte über densarbeit und dergleichen verbreitet. 94½% Die„Kernfrage" der Friedensarbeit aber ist es nicht ob es gelingt, Kriege zu verhüten oder nicht. Mancher arbeitet mit ganzem oder großem Einsatz gegen die Sünde, gegen Diebstahl, Unzucht usw., ohne zu erwarten sie je ganz verhüten zu können. Jesoja und Jeremig traten gegen die Kriegs=, Rüstungs= und Bündnispolitik bis zum äußersten auf, selbst als sie wußten, daß sie ür Volk nicht würden vom Untergange retten können. konnten um Gottes willen nicht anders. Jesus sah ebenfalls sein Volk in Aufstand und Untergang hineinren, nen und hielt doch vom Schwertnehmen zurück. Ich neige dazu, wie Herr F. V. A. in„Pro domo“ (Nr. 38) das gesetzliche Verständnis von„Du sollst nicht töten!“ abzulehnen, gleichfalls das Abschieben der Verantwortung auf die Obrigkeit, und wie er in Jesu Wort „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen“ etwas anderes als ein starres Verbot zu sehen. das Jesu ganzer Art mir nicht zu entsprechen scheint. meinetwegen etwas wie eine„Feststellung des Kausalnexus". Aber das ganze Wesen Jesu, nicht nur ein paar Verbotsworte, hat so gewirkt, daß die ersten Christen eben das Schwert nicht nahmen, auch nicht zur Schaffung ausreichenden Lebensraumes für ihr Volk, auch nicht zur Verteidigung oder zum Befreiungskriege. Sie haben den Kriegsdienst verweigert. Wie klar haben sich ihre Führer Origines, der Offizierssohn Tertullian und andere gegen den Krieg ausgesprochen. Wieviele haben ihrer Kriegsdienstverweigerung wegen den Märtyrertod erlitten! Man wird immer größte Schwierigkeiten haben, wenn man Kriegsrüstung, Bündnispolitik, Kriegsteilnahme usw. mit dem Geiste und den Worten des Neuen Testamentes wie der ersten Christen vereinigen will. Friedensarbeit, Friedensgebet, Feindesliebe usw. bereiten diese Schwierigkeiten keineswegs. Jenes schwertfreie Christentum aber besaß eine Erneuerungskraft für die Welt, eine Ausbreitungs= und Werbekraft wie die späteren Jahrhunderte nicht mehr. Die höheren, die in Jesus aufs klarste geoffenbarten göttlichen Kräfte zur Ueberwindung des Bösen und Unrechts waren wirksam. Sie sind desto wirksamer, je weniger sie mit niederen Kräften vermengt werden. Es wäre unser Schade nicht, wenn sie auch heute wieder wirksamer würden und wenn wir daran mitarbeiteten mit dem„Weltbund für Freundschaftsarbeit der Kirchen“, mit dem„Versöhnungsbund“, den„Kreuzrittern", den Quäkern usw. Hier ist vielleicht nicht mehr der Raum dafür da, länger auseinanderzusetzen, was von diesen erwähnten Gruppen und anderen auch für die Wiedergutmachung des unserem Volke geschehenen Unrechts geschehen und ständig weiter getan wird. Es widerstrebt mir auch viel davon zu reden. Die Friedensarbeit erweckt lieber nicht den Eindruck von Selbstruhm oder gar brüchigem Selbstruhm, bleibt sich vielmehr ihrer Mangelhaftigkeit bewußt, nimmt Kritik möglichst an, auch wenn sie von Menschen kommt, die ihr ferner stehen und durch ihre Presse nicht unterrichtet sind, und arbeitet aus innerem Muß schlicht weiter. Wer aber selbst betend und arbeitend mithilft, der wird mehr als andere durch seine nicht aus Unkenntnis geflossene Kritik der Arbeit und sich selbst nützen können. Wilhelm Mensching. in Bethel und Ludwig Rese, der Leiter der Wislade. Die Uebergabe vollzog sich so, daß zunächst Pastor v. Bodelschwingh als Vertreter der Anstalt Bethel sprach. Er schilderte, wie es zur Gründung der Volkshochschule gekommen sei und gedachte dabei auch an Pastor Burckhardt, der sich damals mit so viel Liebe dafür eingesetzt hat. Und dann gab er seiner Freude darüber Ausdruck, daß nunmehr die Arbeit der Volkshochschule, getragen von den lebendigen Gemeinden des Tecklenburger Landes, hier in unmittelbarer Nachbarschaft von Haus March ihr neues schönes Heim gefunden habe und versprach, daß er und die Anstalt Bethel auch weiterhin nach außen und innen nach Kräften hinter dieser neu eingepflanzten Arbeit stehen würde. Die Verbindung zwischen der Tecklenburger Volkshochschularbeit und der Anstalt Bethel solle nicht durch die äußerliche, organisatorische Trennung gelöst werden. Für den Evangelischen Verein für Innere Mission im Regierungsbezirk Münster sprach dann Pastor Niemöller als der Geschäftsführer des Vereins. Er übernahm die Volkshochschularbeit von der Anstalt Bethel und sagte, er sei überzeugt, daß diese Arbeit gerade in unseren Tagen und gerade in unserem Lande von Bedeutung und Wert sei, weil es uns heute besonders not tue, den Blick von uns selbst auf den Bruder zu lenken, und wen die evangelische Volkshochschularbeit diesen Dienst vor allem tun solle. Der Evangelische Verein für Innere Mission im Regierungsbezirk Münster wolle darum gerne das Reis pflegen, das von Bethel aus ins Techlenburg! Land gepflanzt sei. Pastor Thiemann als Leiter der Volkshochschule dankte dann Pastor v. Bodelschwingh für alle die Liede die von Bethel aus der Lienener Volkshochschule“ schenkt worden ist, und für die, die auch für die Zukun in Aussicht gestellt worden ist. Haus Marck, sagte et, soll uns immer wieder an Friedrich v. Bodelschwinh# erinnern, und wir wollen immer besser lernen, unsere an heit zu tun in seinem Geiste und aus der Kraft, aus git er alle seine Arbeit hat tun dürfen: aus der Barmherzw keit und der Liebe Gottes. In den Sälen des Gasthofs„Burggraf“, fand dan noch eine Nachfeier statt, bei der manches gute Wort 9“ sagt wurder Pastor Wörmann sprach für die Volksyoc schule Lindenhof und den Verband deutscher und chrt“ Perisien der Grenzsuhtung. Kundgebungen zum 10. Jahrestag der Volksabstimmung in Oberschlesien. — Berlin, 17. März. Aus Anlaß des herannahenden zehnten Jahrestags der Volksabstimmung in Oberschlesien finden bereits in allen Reichsteilen Gedenkfeiern statt. So erhielt der Reichskanzler eine, im Verlaufe einer Abstimmungsfeier in Karlsruhe einstimmig angenommene Entschließung, in der es heißt, die unmögliche Grenzziehung im Osten habe inzwischen auch führenden Männern der Ententestaaten und der neutralen Länder die Ueberzeugung gebracht, daß eine entsprechende Grenzregulierung notwendig ist. Die Reichsregierung wird gebeten, weiterhin mit nubengsamem Willen die Revision der unsinnigen Grenzführung im Osten und den Widerruf des unglückseligen Genser Vertrages zu erstreben, weil das Recht für einen Völkerfrieden ist. Weiter wird erwartet, daß in Zukunft der deutschen Minderheit in Polen das gleiche Recht zuteil wird, wie der polnischen Minderheit in Deutschland. In Mannheim erhielt die Abstimmungsfeier per heimattreuen Verbände eine besondere Bedeutung durch die Rede des früheren Abstimmungskommissars Landrat Dr. Urbanek. Redner führte aus, man werde die Erinnerung an die oberschlesische Abstimmung nicht mit lautem Jubel, sondern mit ernstem Gedenken seiern, und auch der Pole werde den Tag der Abstimmung nicht mit Siegesfeiern begehen, vielmehr die von den alliierten Mächten geduldeten Aufstände zum Anlaß von Feierlichkeiten machen. Die polnischen Aufstände und der Terror hätten nicht verhindern können, daß die Deutschen an der Wahlurne ihren Mann gestanden hätten. Die Grenzziehung sei nicht nach Grundsätzen der Gerechtigkeit vorgenommen worden. Die Revision müsse zum gegebenen Zeitpunkt gefordert werden. In Dorrmund und Bielefeld schilderten Oberbürgermeister Karschny=Ratibor und Dr. Kretzschmar die Not des deutschen Ostens und den durch die Grenze des Irrsinns verschuldeten Verfall des einst so blühenden Wirtschaftsgebietes. In Stettin gestaltete sich die Gedenkfeier, der dort der Oberpräsident von Oberschlesien, Dr. Lukaschek, und Generalfeldmarschall von Mackensen beiwohnten, gleichfalls zu einer wuchtigen Kundgebung für die Revision des Grenzführung. Ii Frankfurt a. M. kam es ebenfalls zu einem begeisterten Treuegelöbnis der heimattreuen Verbände. Nordmarkkundgebung für den Osten. ### In Elensburg galt die elfte Wiederkehr des Abstimmungstages diesmal zugleich dem Andenken des verdienstvollen Vorkämpfers für Schleswig=Holsteins Erhebung, des Sylter Landvogts Uwe Jens Lornsen, und trug außerdem den Charakter einer Nordmark=Kundgebung für die Deutschen Oberschlesiens. Die Versammlung nahm schließlich einstimmig eine Entschließung an, in der die Deutschen in der Nordmark ihren Brüdern in Oberschlesien geloben, ihnen und dem ganzen deutschen Volk und Reich auch weiterhin die Treue zu bewahren und unentwegt mitzuarbeiten am Wiederaufstieg der deutschen Nation. Hamburger Mörder verhaftet. Sofortiger Ausschluß aus der NSDAP.— Das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen. Die Erschießung des kommunistischen Mitglieds der Hamburger Bürgerschaft Henning im Nachtautobus ist nunmehr zum Teil aufgeklärt. Von den drei Tätern haben sich zwei der Polizei gestellt, während der dritte namens Alois Höckmeyer, auf offener Straße verhaftet werden konnte. Bei den beiden Tätern, die sich selbst gestellt haben, handelt es sich um den am, 16. Februar 1909 in Segeberg geborenen, wegen politischer Betätigung entlassenen Polizeiwachtmeister Ernst Jansen und den am 27. Mai 1905 in Wittingen geborenen Handlungsgehilfen Heinrich Bammel. Alle drei waren Mitlieder der Nationalsozialistischen Partei. Ueber das isherige Ergebnis der kriminalpolizeilichen Ermittlungen wird folgender Bericht veröffentlicht: „Jansen hat ausgesagt, daß er Henning für das Fürgerschaftsmitglied André gehalten und plötzlich in innloser Wut auf ihn geschossen hätte. Bammel will sich ohre Ueberlegung an dieser Schießerei beteiligt haben. Beide bestreiten, daß eine Verabredung vorgelegen hätte. Diese Aussagen stehen in Widerspruch zu den bisherigen Zeugenaussagen, die eine planmäßige Vorbereitung der Tat vermuten lassen.“ Von der Gauleitung Hamburg der Nationalsozialisten wird eine Erklärung veröffentlicht, deren wesentlicher Teil lautet: „Die Täter sind zur Zeit der Tat Mitglieder unserer Partei gewesen. Ihre Tat wird von uns auf das schärfste verurteilt: sie haben sich damit aus unseren Reihen auf K licher Volkshochschulen, Gottfried Steinigeweg für den Altschülerbund der Lienener Volkshochschule. Vertreter des Konsistoriums, der Behörden, der Universität Münster u. a. brachten ihre Grüße und Segenswünsche für die Arbeit der neuen Tecklenburger Volkshochschule. Ein Wort des Superintendenten der Synode Tecklenburg, Pastor Wollschläger, schloß die Feier. Dann brachten Omnibusse und Eisenbahn die Teilnehmer zurück in die Gemeinden des Tecklenburger Landes. Im Tecklenburger Volkshochschulheim soll am 7. April der diesjährige Sommerlehrgang für junge Mädchen beginnen, der wieder vier Monate dauern wird. Die Teilnehmer an den Volkshochschullehrgängen bilden eile Arbeits= und Lebensgemeinschaft. Sie wohnen zusammen mit dem Leiter der Volkshochschule, seiner Familie und den übrigen Hausgenossen im Volkshochschulheim. Die Arbeit des kommenden Sommerlehrganges soll in der Hauptsache folgende Gebiete umfassen: Was geht den Menschen von heute die Bibel an? Wie werden wir mit den Fragen unseres Lebens fertig? Aus Werken deutscher Dichter der Gegenwart; Vom Werden des deutschen Volkes; Menschen und Landschaft in Niederdeutschland; Aufgaben der Frau im wirtschaftlichen Leben unserer Zeit: Die Frau im öffentlichen Leben; Vom rechten Familienleben; Häusliche Krankenund Säuglingspflege; Vom rechten Singen und Musizieren. In jeder Woche wird an einem Wandertag ein Ausflug unternommen, bei dem Fabrikbetriebe, Museen, Natur= und Kunstdenkmäler besucht werden. Die Abende berieben alle Teilnehmerinnen am Lehrgang gemeinsam im Volkshochschulheim mit Spielen, Vorlesen, Singen und Lichtbildern. Der Preis für den Lehrgang beträgt monatlich 85.— RM. Dabei sind Schulgeld, Wohnung und volle Verpflegung eingerechnet. Notwendig ist daneben ein kleines Laschengeld. Mitzubringen sind: Bettwäsche und Handfücher, Turn=, Schwimm= und Arbeitszeug. Bibel, Lieverbücher, Atlas und(wenn vorhanden) Fahrrad, möglichst auch Musikinstrumente. Jede weitere Auskunft wind gerne erteilt. T5—n. Grund der Anordnungen unseres Führers Adolf Hitler selbsttätig ausgeschlossen. Die Gauleitung hat, nachdem sie erfahren hatte, wer die Täter waren, sofort die Polizei mit den Namen derselben bekanntgemacht und zwei dieser Täter veranlaßt, sich freiwillig zu stellen. Die besonders verabschenungswürdige Art und Weise der Ausführung der Tat, hat bei uns den Eindruck erweckt, daß die Täter durch Lockspitzel zu ihrer Tat veranlaßt worden sind.“ * Eine Erklärung der Erschießung des Kommunisten Henning. — München, 17. März. Der Parteiführer der Nationalsozialisten, Adolf Hitler, veröffentlicht eine Erklärung zu der Erschießung des Hamburger Kommunisten Henning; darin heißt es: „Ich bedaure und verurteile die Tat der Hamburger Parteigenossen auf das schärfste. Ich sehe aber in den Tätern nur die unglücklichen Opfer einer seit Monaten ungestraft betriebenen Blut= und Mordhetze der kommunistischen Antifa. Soeben ist wieder ein junger Nationalsozialist von diesen Mordbuben erschossen worden, während ein anderer noch mit dem Tode ringt. So sehr ich daher die Tat verurteile, so groß ist mein Mitleid mit den verirrten unglücklichen Parteigenossen, die sich durch ihr Handeln selbst aus der Bewegung ausgeschlossen haben. Das menschliche Mitleid zwingt mich, für ihren Rechtsschutz um so mehr aufzukommen, als dadurch vielleicht die Möglichkeit geboten wird, das gesamte Deutschland auf die Leiden aufmerksam zu machen, denen heute Zehntausende von Nationalsozialisten preisgegeben sind.“ Der Protestantismus— und Ketzertum? Der Papst gegen modernes Ketzertum. — Rom, 16. März. Der Papst empfing etwa 2000 Mitglieder der katholischen Jugendgruppe des römischen Diözesenverbandes. In der Ansprache, die Pius XI. dabei hielt, forderte er zum Kampf gegen das moderne Ketzertum auf. Wie Nestorius in seiner verworfenen Irrlehre zwei Naturen in Christus, eine menschliche und eine göttliche, gesehen habe, so versuchten auch die Modernisten die Dogmen zu erklären. Die katholische Jugend tue gut daran, sich klar zu werden über das moderne Ketzertum, denn auch heute gebe es Irrlehren, die die gläubigen Seelen von der Kirche entfernen wollten. Was in der Tat, so fuhr der Papst fort, sind die Konfessionen, die sich als altkatholisch und protestantisch bezeichnen, wenn nicht ein überlebtes Ketzertum, das noch in unseren heutigen Tagen vorhanden ist. Der Papst bemerkte in diesem Zusammenhang, daß diese Irrlehren nicht nur fern von Rom, sondern auch in Rom selbst gelehrt würden und wiederholte in diesem Zusammenhang seine schon häufig geäußerte Kritik gegen den protestantischen Proselytismus in Rom. Er forderte die katholische Jugend auf, sich für ihre Aufgaben gegenüber den Irrlehrern sorgfältig vorzubereiten. Die Ausfälle des Papstes, soweit sie sich gegen den Protestantismus als„Irrlehre" und„überlebtes Ketzertum“ wenden, sind aufs äußerste zu bedauern. :: P f l i c h t a r b e i t f ü r E r w e r b s l o s e i n D a n z i g. D e r Danziger Senat faßte den Beschluß, von der Ermächtigung zur Einführung von Pflichtarbeit für Erwerbslose Gebrauch zu machen und hat angeordnet, in sämtlichen Gemeinden die Zahlung der Unterstützung und sonstiger Bezüge aus der Erwerbslosenfürsorge von einer Arbeitsleistung abhängig zu machen, soweit geeignete Arbeitsgelegenheit vorhanden ist. Die Arbeitsleistung soll bei den einzelnen Erwerbslosen nicht über vier Stunden täglich betragen. Hundert Jahre Fremdenlegion. Gerade hundert Jahre sind es, daß die französische Fremdenlegion, diese Kulturschande, die so mancher deutschen Mutter bitteres Leid, so manchen deutschen Jungen um Leben und Gesundheit gebracht hat, besteht. Im März 1831 erhielt die Einrichtung der Fremdenlegion durch das Dekret der französischen Regierung offizielle Sanktion, nachdem der erste Versuch, aus politischen Flüchtlingen, Abenteurern und Bagabunden aller Länder ein Freikorps zu bilden, das in Algier die gefährlichste Blutarbeit für die Franzosen zu leisten hatte, geglückt war. Ende 1831 ging die erste 1800 Köpfe starke Fremdenlegion nach Afrika hinüber. Seitdem hat die Fremdenlegion alle Kolonialkriege Frankreichs führen müssen. Auf den Fahnen der Fremdenregimenter prangen die Namen: Algier, Kabylie, Dahomey, Sahara, Mexiko, Krim, China, Tongking, Madagaskar, Syrien, Marokko! Was dieser kriegerische Glanz in Wahrheit besagt und was er verheimlicht, davon nachher! Zunächst einiges über die Zusammensetzung der Legion. Das Hauptkontingent stellten stets die Deutschen, nachdem bei der Gründung die polnischen Flüchtlinge stark beteiligt waren. Bis zu den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Fremdenlegion auf zwei Regimenter, etwa 6000—8000 Mann, angewachsen. Nach dem Weltkrieg ist sie gewaltig angeschwollen. Sie besteht heute aus 6 Regimentern Infanterie, 2 Regimentern Kavallerie und einem mehrere tausend Mann starken Detachement in Indochina, mit einer Effektivstärke von 40000 Mann, davon 35000 Deutsche! Also mehr als ein Drittel unseres Reichswehrbestandes! Und zwar nur bestes, ausgesuchtes Menschenmaterial, denn— so unglaublich es klingt— das freiwillige Angebot junger Deutscher ist so groß, daß die Franzosen sehr wählerisch sein können. Es ist deshalb unbedingt nötig, der Fremdenlegion heute mehr denn je den Nimbus des Aberteuerlichen zu nehmen. Da muß zunächst jedem jungen Deutschen gesagt werden, daß der französische Fremdenlegionär kein Soldat ist, sondern ein Arbeitssklave, dessen Leben für den französischen Sklavenhalter so gut wie keinen Wert besitzt, weil es ja jederzeit umsonst ersetzt werden kann. Der französische Fremdenlegionär hat in dem ungesundesten Klima im heißen Wüstensande Afrikas, in den Sümpfen Tongkings alle die Arbeiten zu verrichten, für die einheimische Arbeitskräfte nicht zu haben sind; also Straßenbauten, Brunnengraben, Festungsanlagen, die die neueroberten Gegenden dem französischen Verkehr und Handel erschließen sollen. Dabei erhält der Legionär bei 14stündiger täglicher Arbeitszeit, die unter härtesten Strafbestimmungen voll ausgenutzt wird, sage und schreibe 4 Pfennig pro Tag! Man hat ausgerechnet, daß die Sklavenarbeit der Deutschen in der Legion für Deutschland jährlich einen Lohn= und Produktionsausfall von 63 Millionen Mark bedeutet, den Frankreich mit einer halben Million bezahlt! Die Verpflegung ist miserabel. Kein Wunder, daß die Verluste an Menschenleben bei dieser Sklavenarbeit ungeheuerlich sind. Von 100 deutschen Legionären kommen etwa 10 nach 5, beziehungsweise nach 6, 7, 8 Jahren— da die allermeisten erst noch ein paar Strafjahre abzumachen haben— an Leib und Seele dauernd geschädigt in die Heimat zurück. Vor allen Dingen haben die meisten dann dauernde Fußleiden infolge der übermenschlichen Marschleistungen, die verlangt werden. Die Legionäre werden durch Futzmarsch an den Ort ihrer Verwendung gebracht und müssen bei geringen Ruhepausen täglich Märsche von durchschnittlich 40 Kilometer leisten, beladen mit einem Gepäck von über 80 Pfund. Wer auf dem Marsche liegen bleibt, kommt elendiglich um, ein Opfer der Schakale, denn die Truppe kann den Kranken nicht mitschleppen! Marcher ou crever! lautet die Inschrift auf einer Fahne des 2. Regiments! Marschier oder krepier! Das ist es! Dazu kommen dann noch am Bestimmungsort die Kämpfe mit den Eingeborenen. Aber die Aussichten auf einen Kriegertod sind verhältnismäßig gering. Nach genauen Zählungen sind von rund 60 Mann nach fünf Jahren 8 vorm Feind gefallen, 22 durch Fieber und Krankheit umgekommen, 5 haben Selbstmord begangen, 5 sind standrechtlich erschossen worden, 2 auf der Flucht in der Wüste verdurstet, 5 irrsinnig, blind, völlige Krüppel geworden, 3 auf andere Weise umgekommen, also von 60 Mann 50 Verlust! Nach diesen Berechnungen betragen die Gesamtverluste der Legion an Deutschen 7000 Mann pro Jahr, also 20 junge Deutsche täglich! Was der Legionär sich für seine Sklavenlöhnung im Lager leisten kann, ist jämmerlich; 20 Zigaretten kosten 45 Pfennige, eine Schachtel Zündhölzer 8 Pfennige— das bei 4 Pfennige Tageslöhnung! Was sonst noch über die unmenschlichen Strafen, die unglaublichen Greuel des Lagerlebens zu berichten ist, sei hier nicht wiederholt. Es ist schon in vielen Nachrichten geschildert worden und in den Erinnerungsbüchern alter Fremdenlegionäre nachzulesen. Deshalb fort mit den wilden Erzählungen, die die Abenteuerlust nur anregen können. Laßt die nackten Zahlen, die oben gegeben sind, reden! So sieht in Wirklichkeit die Fremdenlegion aus! Elendeste Sklavenarbeit ist sie! Das muß immer wieder zuerst betont und die unterstrichen werden. Vielleicht gelingt es dann, den verderblichen Zustrom junger Deutscher zur Fremdenlegion abzudämmen. 8. H. Schweres Unglück bei einer Filmerpedition. Zwanzig Tote. Neuyork, 16. März. Wie aus St. Johns auf Neufundland gemeldet wird, hat der Leiter der Funkstation auf Horse=Jsland, die auch St. Barbe=Insel genannt wird, und der White=Bucht vorgelagert ist, Flammen auf einem Schiff gesehen. Später will der Leiter der Funkstation mehrere Menschen auf den Eisschollen treibend gesehen haben. Die Behörden entsandten zwei Regierungsrettungsboote an die Stelle der angeblichen Kata strophe. Es wird befürchtet, daß der Dampfer„Viking“ mit 150 Personen an Bord in Brand geraten ist. Nach einer Meldung befand sich der Dampfer auf einer Filmexpedition, nach einer anderen Meldung auf dem Seehundsfang. — Neuyork, 16. März. Die in St. Johns eingetroffenen Funkberichte von der Insel Horse besagen, daß bei der Explosion auf dem Dampfer„Viking“ 20 Personen getötet und zahlreiche verletzt wurden. Viele Personen werden noch vermißt. Zur Verstärkung der Rettungsarbeiten sind noch drei weitere Regierungsdampfer von St. Johns nach der Rettungsstelle abgegangen. Die„Viking“ wurde für den Seehundfang verwendet. Sie stand im Dienst des Neuyorker Filmherstellers Varick Frissell und des Photographen Penrod. Diese wollten eine Se#hundsjagd aufnehmen, dabei sollte die Viking mit Dynamit aus dem Packeis befreit werden. Hierbei ereignete sich die Explosion. Genfer Abkommen angenommen. In dritter Lesung.— Mit 231 gegen 106 Stimmen. — Berlin, den 16. März 1931. Der Reichstag setzte am Montag zunächst die zweite Beratung des Etats des Reichsarbeitsministeriums fort. Ein neu eingegangener Antrag der Soizaldemokraten, das Waffenverbot strenger durchzuführen, und Aufforderungen zum politischen Mord wirksamer zu bekämpfen, wurde zugleich mit einem kommunistischen Antrag auf Aufhebung des Verbots des Rotfrontkampferbundes als letzter Punkt auf die Tagesordnung gesetzt. Im Verlaufe der Debatte wurde dann auch die Schlußabstimmung über die Genfer Handelskonvention vorgenommen. Die Abstimmung ergab die Annahme des Abkommens mit 231 gegen 106 Stimmen bei drei Enthaltungen. Für das Abkommen stimmten ein Teil der Deutschen Volkspartei und des Zentrums sowie die Staatspartei, die Sozialdemokraten und die Kommunisten. Krach im Reichstag. Kommunistischer Abgeordneter für 30 Sitzungstage ausgeschlossen. Bei der Beratung des kommunistischen Antrages auf Aufhebung des Verbotes des Rotfrontkämpferbundes und des sozialdemokratischen Antrages, der die Reichsregierung ersucht, im Einvernehmen mit den Ländern einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Möglichkeit bietet, Aufforderungen zum politischen Mord wirksamer zu bekämpfen und die Bestimmungen über den Handel mit Waffen und Munition zu verschärfen, kam es zu erregten Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten. Der kommunistische Abgeordnete Lohagen richtete heftige Angriffe gegen die Sozialdemokraten, die gegen den kommunistischen Antrag Stellung genommen hatten und zog sich Ordnungsrufe zu. Beim dritten Ordnungsruf entzog ihm Vizeprasident Esser das Wort. Auf Aufforderung der Kommunisten sprach Abg. Lohagen trotzdem weiter, so daß nun der Vizepräsident den Saal verließ und damit die Sitzung unterbrach. Die Kommunisten stimmten in der Zwischenzeit die Internationale an. Nach Wiedereröffnung der Verhandlungen wurde Abg. Lohagen wegen fortgesetzter Widersetzlichkeit auf 30 Sitzungstage ausgeschlossen. In kurzer Debatte wurde darauf die Beratung zu Ende geführt. In der Abstimmung verfiel der S che Antrag der Ablehnung, während der sozialvemberalische Antrag gegen die Stimmen des Landvolks und der Kommunisten angenommen wurde. :: Politische Schießerei in Altona. In Altona wurden zwei Nationalsozialisten durch Revolverschüsse verletzt. Gegen 11 Uhr betraten zwei Nationalsozialisten das Lokal mit der Mitteilung, daß das Gasthaus auf der Straße von politischen Gegnern beobachtet werde. Als darauf der Wirt mit einigen Gästen Tür trat, um Ausschau zu halten, fielen Schüsse, von denen zwei Nationalsozialisten getroffen Russischer Diplomat niedergeschossen. Auf den russischen Handelsattaché in Tokio, Aniekieff, ist ein Revolverattentat verübt worden, durch das der russische Diplomat schwer verletzt wurde. Der Täter hat sich freiwillig gestellt. Er heißt Sato und war früher Leiter eines Fischereinnternehmens. Heute mittag 12 Uhr wurde unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Ww. Anna Klammer geb. Dauwes von ihrem in größer Geduld getragenen Leiden im Alter von fast 65 Jahren erlöst. In tiefer Trauer: Hans Klammer Elisabeth Klammer Emilie Klammer Bethel, den 16. März 1931. Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. März nachmittags 2 Uhr von der Zionskirche aus statt. Suche zum 1. Apr. 1931 christlich gesinntes, ehrl., arbeitsfreudiges Madchen für alle Hausarbeit in größerem Haushalt(4 Kinder 13, 11, 8 und jährig). Frau Friedr. Sander, „ Bethel. In Patmos ist am Sonntag Johanne Lange 69 alt, heimgerufen. 6 00 Mit ihrem 16. Lebensjahre kam sie als epileptisg Kranke nach Bethel und ist seitdem ununterbrochen bi. geblieben. Sie gehörte also zu unseren ältesten Kranke, Die letzten 10 Jahre wohnte sie in Patmos und betätigt, sich in der Bergküche, wo sie alle möglichen Besorgungen und Ausgänge in großer Treue machte. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittu, 3 Uhr von der Friedhofskapelle aus statt.9 — Passionsgottesdienst. Heute(Dienstag) abeng 7½ Uhr predigt anstelle von Pastor Voigt Superinten, dent D. Simon. Frauenhülfe: Mittwoch, den 18. März, 3½ Uhr nach, mittags im Jungfrauensaal des Assapheums. I..: E. Brandt. — Christlicher Verein junger Männer. Mittwoch nachmittag 3½ Uhr allgemeine Kinderstundin Gosen mit Lichtbildern. 1. Der echte Borsdorse 2. Der kleine Muck. 3. Strohhalm, Kohle und Bohne (Drei hübsche Märchen). 10 Pfg. mitbringen. Abends3 Uhr Jungmännerkreis.„Steigende Not“(Rev 1933 Klag. Wegen der Passionsgottesdienste fallen die Blaukreuzstunden bis Ostern aus. Bethel=Orchester. Zur Verstärkung des BethelOrchesters werden noch Damen und Herren für sämtliche Streichinstrumente gesucht. Meldungen an Hausvater Wellmann, Bethel, Fuhrgeschäft. — Eine Hornbrille gefunden. Abzuholen im Assapheum. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: D. H. Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Geldsendungen Postschechkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“ Christ, liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919. Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. und Heime. Dem großen Kreis seiner Bekannten und Freunde zeigen wir hierdurch an, daß unser lieber 81 jähriger Pastor in Ruhe Sothats=Wowemal=Solnh am Sonntag morgen heimgegangen ist zur ewigen Ruhe. Einer seiner letzten Wünsche lautete:„Heim“. Dieser Wunsch ist ihm nun erfüllt worden. Wir aber sprechen: Wie selig die Ruhe bei Jesu im Ticht. Der Vorstand der Anstalt Bethel Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittag um 2 Uhr in der Friedhofskapelle statt. Töchterheim des Diakonissenhauses Kassel staatlich anerkannte Haushaltungsschule, Landgraf Karlstr. 23, bietet Jungen Töchtern Gelegenheit, sich zu füchtigen Frauen und Müttern auszubilden. Näheres Prospekt. Die staatl. anerk. Jaushaltungssch. Eckardts. b. Bielefeld) haus der Westf. Diakonissenanstalt Sarepte bietet in ihrem Internat Töchtern christl. Jam. Ausbildung in allen Zweigen des Zaushalts. Gründl. hauswirtsch. Durchbildg. ermöglicht den Eintritt in praktische Berufe. Vertiefung der Allgemeinbildg., Lebensschulg. sind Ziele der Schule. Aufn. im April u. Oktober. Orospekte d. die Leitung d. Schule. guter Familie, eine Stelle als Haustochter in christliche Hause bei Familienanschl. Angebote erbeten an Frau Elly Rademacher, Ostscebad=Leba(Pomm.) später Steuung betätigen bezw. weiter au kann. Gehalt nach Ueberei Nähe von Detmold bev Angebote unter A 1311 Geschäftsstelle d. Bl. Gläubiger Schnewbergehnse 19 Jahre alt, sucht Stelle. Geger gleich. Werte Angebote unt Frau Pastor M. 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