Gerne gewähren, ungern bitten, Niedres verheißen, Hohes leisten, Sind stolzer Ehre beste Sitten, Der nur ein Edler sich mag erdreisten. Rückert. Muntseistehggüch Die kommunistische propaganda in Deutschland und die Verschärfung der politischen Gegensatze. Das Giornale'Italia veröffentlicht in seiner AAusgabe vom 4. ds. Mts. einen Artikel seines Berliner Vertreters, den wir im Wortlaut wiedergeben. Der Geisteszustand der arbeitslosen Massen verdient die allergrößte Aufmerksamkeit. Die apathische Gleichgültigkeit, die sich bisher in den Massen bemerkbar machte, beginnt einer Art Gereiztheit Platz zu machen, die bei jeder nur möglichen Gelegenheit auszuarten droht. Die ausländischen Arbeiter werden ziemlich unfreundlich behandelt und es kommt heute vor, daß solche ausländischen Arbeiter, die zehn oder mehr Jahre in Deutschland leben, plötzlich zur Abreise gezwungen werden, weil man ihre Arbeitserlaubnis nicht erneuert. Diese und viele andere Umstände verschärfen die Geistesverfassung der Massen und schaffen dem seit einigen Monaten von den Kommunisten gegen die Sozialdemohratie und gegen die anderen Arbeitsorganisationen gerichteten Kampf einen günstigen Boden, wodurch die Erfolgsmöglichkeiten jener Kreise erhöht werden, die den Umsturz der gegenwärtigen Staatsordnung im Auge haben. Bekanntlich haben die Kommunisten in letzter Zeit eigene Gewerkschaften gegründet, die gegenüber den christlichen und freien Gewerkschaften sofort in eine Kampfstellung getreten sind. Man muß anerkennen, daß auf diesem Gebiet die deutschen Kommunisten in kürzester Zeit eine gewaltige Arbeit geleistet haben. Es sind allein 25 solcher Verbände, die alle über ihre eigenen Zeitungen verfügen und auch sonst ein ausgezeichnetes Rüstzeug zur Propaganda in den feindlichen Reihen besitzen, gegründet worden. Inzwischen aber dauert der Streit unter den Parteien fort, und täglich wird der Reichskanzler mit neuen Wünschen der Parteien überschüttet und der Federkrieg will kein Ende nehmen. Man muß es dem Reichskanzler Brüning lassen: er hat in diesen fortdauernden Stürmen keinen Augenblick die Ruhe verloren und gewiß könnte er für das Wohl des Landes Großes leisten, wenn ihm die praktischen Möglichkeiten nicht fehlen würden. Leider ist aber seine tägliche Existenz von dem Wohlwollen der Sozialdemokralen und den anderen größeren und kleineren Fraktionen des Reichstags abhängig, und deshalb ist vorläufig an eine unabhängige Politik der Regierung, die dem Wohle des Landes dienen würde, nicht zu denken. Anderseits scheint es, daß der Kanzler eine Zusammenarbeit mit der Rechten endgültig ausgeschaltet hat und so bleibt auch für die Zukunft kein anderer Weg, als sich auf die Sozialdemokratie zu stützen und direkt oder indirekt mit dem Marxismus zu regieren. Diese Entschließung Brüsings hat in den letzten Wochen eine scharfe Trennung zwischen den Kräften des Landes gebracht. Die Parteien der Mitte haben sich ohne Bedenken an die Seite der SoZialdemokratie hinter die Regierung gestellt, während die Rechten, zu denen in diesem Falle auch ein Teil der deutschen Volkspartei zu zählen ist, Stellung gegen die Regierung und gegen den Reichskanzler, den sie heute edenso schuldig wie die Marxisten halten, genommen haden. Aber auch die Agitation der Nationalsozialisten hat m letzter Zeit an Stärke zugenommen. Die Versammlunden arten im ganzen Lande zu Kundgebungen aus mit Aausschreitungen mit Toten und Verwundeten im Gefolge. Die Erbitterung steigt im politischen wie im wirtschaftlichen Lager von Tag zu Tag, so daß man wohl sohen kann, daß hier ernste Dinge bevorstehen. Entschuldungslüge und Aufwertungsproblem. Bedeutung und Auswirkungen des Kampfes gegen die Entschuldungslüge im Zusammenhang mit einer Neuregelung des gesamten Aufwertungsproblems. Oft hört man, die Inflationsgeschädigten sollten nur ruhig sein, denn sie hätten nur Geld verloren, und denen, die ihre Kriegsgefallenen beweinen, könne man auch keinen Ersatz für ihre Verluste geben. Diese Auffassung hat nur einen Schein von Berechtigung, mehr aber auch nicht, denn tatsächlich liegen die Dinge so, daß nicht der eine Teil unseres Volkes durch den Krieg seine Angehörigen verloren hat, der andere durch die Inflation und ihre Folgen seine Ersparnisse, sondern daß in weitestem Umfange die gleichen Menschen erst im Kriege ihre Männer, Brüder und Söhne opferten und daß ihnen später durch die Inflation und die sogenannte Aufwertungs=Gesetzgebung Vermögen und Ersparnisse geraubt wurden. Wie oft habe ich von alten Rentnern gehört: „Wenn mein Sohn nicht gefallen wäre, brauchte ich den Verlust meiner Ersparnisse nicht so beklagen, denn dann würde er für mich sorgen.“ Wie mancher Kriegerwitwe fehlen die Ersparnisse, die sie vor dem Kriege mit ihrem Manne gemacht hat, fehlt das Familienvermögen, das sie inzwischen von ihren Eltern ererbt haben würde, auf das bitterste bei der Erziehung und Berufsausbildung ihrer Kinder. Und diese Auswirkungen der flation finden wir nicht nur in den breiten Schichten des Mittelstandes, bis tief hinein in die Kreise der Arbeiterschaft wirken sie sich in gleicher Weise aus.— Widerlegt werden muß auch der Einwand, oaß Hausund Grundbesitzer nie mit einer Neuregelung der Aufwertung einverstanden sein könnten, weil jede weitere Hypothekenaufwertung eine zu große Belastung für sie sein würde. Es ist richtig, daß in diesen Kreisen, in denen oftmals ein mißverstandenes Portemonnaie=Interesse großzügige Gedankengänge unmöglich macht, Aufklärung besonders notwendig ist. Selbstverständlich kann eine höhere Hypothekenaufwertung nur unter gleichzeitigem Abbau der Hauszinssteuer stattfinden(siehe auch die Marschner=Broschüre!) und außerdem ist darauf hinzuweisen, daß die alten soliden Hausbesitzer in den allermeisten Fällen nicht nur Hypothekenschuldner waren, sondern auch Gläubiger, d. h. Besitzer von Staatspapieren, Bankguthaben und dergl. mehr.(Die Banken sind unbegreiflicherweise nach den jetzigen Aufwertungsgesetzen von jeder Aufwertungspflicht verschont, erhalten aber ihrerseits im Jahre 1932 eine Aufwertung von schätzungsweise annähernd 5 Milliarden!). Man könnte, ja, bei Herabsetzung der Tributlasten müßte man die Aufwertung von diesen Teilgebieten(Aufwertung der Reichsanleihen, der Sparguthaben bei den Banken usw.) her in Angriff nehmen. Dann könnten die Hausbesitzer nicht mehr glauben, daß nur sie dazu herhalten müßten, um auf ihrem Rücken die Aufwertung austragen zu lassen. Außerdem würde mit der Wiederherstellung des alzen Volksvermögens eine Belebung des privaten Baumarktes einsetzen, die die beste Möglichkeit zur Ueberwindung der Wohnungsnot(Ursache der furchtbaren Schäden und unhaltbaren Zustände auf den verschiedensten Gebieten!) und zu der gerade von Hausbesitzerkreisen ersehnten Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft sein würde. Schließlich hört man, daß über eine weitere Aufwertung nicht gesprochen werden dürfe, um bei den bedauernswerten Inflationsgeschädigten nicht neue Hoffnungen zu erwecken, die doch zu neuen Enttäuschungen führen müßten. Hier liegt in der Auffassung über die Wiedergutmachung des Inflationsunrechtes ein Kardinalfehler, den wir bei vielen gutgesinnten Menschen finden. Sie meinen, daß diese an sich sehr wünschenswerte Wiedergutmachung nur den inflationsgeschädigten Rentnern und Sparern zugutekommen, die Allgemeinheit dagegen mit neuen Steuern belasten würde. Tatsächlich würde die Auswirkung der Wiedergutmachung des Inflationsunrechtes, richtiger gesagt, die möglichst umfassende Wiederherstellung des nur scheinbar vernichteten Volksvermögens, sich bis auf den letzten erwerbslosen Arbeiter, der nie durch die Entwertung einen Spargroschen verloren hat, erstrechen, denn Wiederherstellung des alten Volksvermögens ist gleichbedeutend mit Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft, Verminderung der Erwerbslosigkeit, Gesundung des deutschen Lebens überhaupt. Viele Politiker und Wirtschaftler fordern heute in Wort und Schrift die Erhöhung der Kaufkraft unseres Volkes zwecks Belebung unseres Innenmarktes und die Wiederherstellung des Vertrauens zum deutschen Finanzgebahren. Daß und wie man beides totgeschwiegen hat und wie allein es wieder zu wecken wäre, wird meistens nicht gesagt. Daß tatsächlich, da die Auslandsmärkte aus den verschiedensten Gründen für unsere Ausfuhrwaren nicht aufnahmefähig sind, nur die Hebung der Kaufkraft des deutschen Innenmarktes unsere Wirtschaft beleben und damit die Arbeitslosigkeit in weitestem Maße herabgesetzt werden kann, wird allgemein zugegeben; daß es durchgreifender Maßnahmen neuer Art bedarf, um diese Belebung zu erreichen, wagt man sich vielfach noch nicht einzugestehen. Ebensowenig wird zugegeben, daß als Folge der absichtlich herbeigeführten Inflation(Beweise hierfür sind zahlreich vorhanden!) die scheinbare in nere Entschuldung Deutschlands diesen Vorwand für die untragbare Tributbelastung, die erst im Dawesplan festgelegt und dann im Youngplan aufs neue verankert worden ist, gegeben hat. Anstatt die inneren Schulden anzuerkennen und nach Maßgabe der Finanzlage des Reiches zu verzinsen, was Zinsen, d. hh. vermehrten Geldumlauf, erhöhte Kaufkr Wirtschaftsbelebung, Einschränkung der Arbeitslosigkeit, zur Folge gehabt haben würde, ließ die deutsche Regierung bei den Dawesverhandlungen erklären, daß das deutsche Reich durch die Inflation entschuldet sei. Die Folgen dieser Erklärung sehen wir in dem bekannten, verschiedentlich wiederholten Ausspruch des G rals Dawes selbst: „Wir konnten Deutschland so hohe Lasten auferlegen, weil das Reich seine inneren Schulden durch einen Federstrich annulliert hatte. Im anderen Falle hätten wir weniger nehmen müssen. An der Annullierung der inn ren Schulden Deutschlands waren wir unbeteiligt.“ Auf Grund dieser vermeintlichen inneren Entschul dung geht dann bekanntlich das Sachverständigengutachten davon aus, daß Deutschland,„wenn es die Last seiner eigenen Schulden weiter getragen und sie nicht durch Inflation zum Verschwinden gebracht hätte, neben seine sonstigen Ausgaben noch weitere 4½ bis 5 Milliard jährlich hätte aufbringen müssen; deshalb wäre es sowohl gerecht, wie auch möglich, in seinem Haushalt Ausgaben in Ansatz zu bringen, die den Kriegsausgaben im Haushalt der Alliierten einigermaßen entsprechen.“ Es wird weiter gesagt,„dieses Verschwinden habe die gleiche Wirkung ausgeübt wie eine Vermögensabgabe zum Zweck der Schuldentilgung“ und„diese Tatsache läßt eine größere Belastung für andere Kriegsschulden, als es sonst möglich gewesen wäre, als durchführbar und gerecht erscheinen. So ist also die ungeheuere Tributbelastung, an der das deutsche Volk zu Grunde zu gehen droht, auf unrichtigen Voraussetzungen aufgebaut, die durch die unbegreifliche Erklärung der deutschen Regierung(in nachstehendem kurz die Entschuldungslüge genannt) selbst ge schaffen worden sind. Wollen wir also zu einer erfolgversprechenden Revision des Youngplans kommen, müssen wir sie in erster Linie von der Entschuldungslüge her in Angriff nehmen. Würde sie von vornherein nur von der Kriegsschuldlüge, die ganz gewiß deswegen nicht außer Acht gelassen werden soll, her aufgerollt, so wäre mit weit größeren Widerständen bei den Gegnern sowohl wie in Deutschland selbst zu rechnen. Außerdem bestände die Gefahr, daß bei den Verhandlungen, wie das früher schon der Fall gewesen ist, sich die Einflüsse des Großkapitalismus in der Art geltend machen würden, daß alle zu erhoffenden Erleichterungen nur ihm zugute kommen würden, während das Volk in seiner Gesamtheit nicht entlastet würde. Damit wäre aber der Zweck der Herabsetzung der Tributlasten, nämlich Belebung der Wirtschaft durch vermehrten Kapitalumlauf im Inlande, Hebung der Inlandskaufkraft, Schaffung von Arbeit, Lohn und Brot für unser Volk und damit Linderung des unsagbar gewordenen wirtschaftlichen, moralischen und kulturellen Elends ins Gegenteil umgeschlagen. Statt Besserung der Gesamtlage wäre zu befürchten, daß der Kapitalismus es verstehen würde, die nicht mehr dem Auslande zu zahlenden Tribute in die eigene Tasche zu leiten, um sie dann in noch größerem Umfange als bisher im Auslande unterzubringen(Kapitalflucht!), wodurch Deutschlands Wirtschaft weiterhin an Kapitalarmut Blutleere kranken und schließlich zugrunde gehen würde. Wenn dagegen der Kampf gegen die Entschuldungsküge Erfolg hat, so würden: 1. die Younglasten etwa um die Hälfte herabgesetzt werden, 2. die Kriegs= und Vorkriegsschulden des Reichs, der Länder und Gemeinden müßten anerkannt und zu einem tragbaren Satz verzinst werden(Vermehrter Geld 10 umlauf und damit Hebung der Kaufkraft im Inlande gleich Schaffung von Arbeit und Minderung der Erwerbslosigkeit), 3. diese„Aufwertung“ der öffentlichen Schulden würde eine Aufwertung der privaten Schuldforderungen nach sich ziehen. Dafür weisen gangbare Wege Major Pohl, Abg. der Volksrecht=Partei im Preußischen Landtage und der Berliner Finanzsachverständige Karl Marschner, 4. würden die Grundstücke, die während der Inflation von Ausländern gegen geringe Summen erworben wurden, wieder dem deutschen Volksvermögen einverleibt werden. Man spricht von Milliardenwerten in ausländischem Besitz, für die Mieten von vielen Millionen jährlich ins Ausland gehen, während die Häuser, an deren Erhaltung die ausländischen Besitzer kein Interesse haben, verfallen und die ehemaligen Besitzer, zu Bettlern gemacht, der öffentlichen Fürsorge anheimfallen, 5. würde das Vertrauen zu deutscher Ehrlichkeit und deutschem Finanzgebahren wieder hergestellt und damit die Kapitalflucht aufs wirksamste bekämpft werden. Die Auswirkungen eines erfolgreichen Kampfes gegen die Entschuldungslüge würden sich also in weitestem Maße segensreich bemerkbar machen, gilt es doch im außen= und innenpolitischen Leben unseres Volkes kaum ein Gebiet, dessen Uebelstände und Schattenseiten nicht in der einen oder anderen Art auf das Inflationsverbrechen zurück zuführen sind. Zusammenfassend ist zu sagen, daß die Bestrebungen für gerechte Aufwertung, für Wiedergutmachung des Inflationsunrechts durch möglichst weitgehende Wiederherstellung des Vorkriegs=Volksvermögens unter Widerruf der Entschuldungslüge und bei gleichzeitiger Herabsetzung der Tributzahlungen sich keineswegs von kleinlich=egoistischen Beweggründen leiten lassen, wie oft fälschlich angenommen wird. So furchtbar die Not der geschädigten Rentner und Sparer ist und so sehr es allererstes Gebot ist, hier für Abhilfe zu sorgen, so bietet unser Kampf über dieses Ziel hinaus die einzige Möglichkeit für einen gesunden Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft und damit für eine Gesundung des deutschen Lebens überhaupt. E. Teuffert, Harburg Wilhelmsburg 1, Kapellenweg 43. paradies der arbeitenden Klasse. Erfahrungen eines deutschen Bergmanns im Donezgebiet. Ein aus dem Donezgebiet zurückgekehrter westfälischer Bergmann hat der Reichsstelle für das Auswanderungs= wesen den folgenden Bericht zur Verfügung gestellt, der in seiner Einfachheit und Knappheit besonders eindringlich wirkt. Ich wurde am 3. 8. 1930 für eine Grube im Donezgebiet angeworben. Zugesagt wurde uns ein Lohn von 140 Sowjetrubeln, ausreichende Verpflegung und Arheitskleidung. An Ort und Stelle sah es jedoch anders aus. Der Lohn von 140 Rubeln monatlich gilt nur für die ersten drei Monate als Garantielohn, alsdann tritt Entlohnung im Gedinge und Akkord ein. Wie uns russische Hauer erzählten, kämen hierbei Löhne von nur 63 bis 65 Rubeln heraus. Die Lebensweise nach russischer Art erfordert monatlich für eine Person schon allein ungefähr 40 bis 50 Rubel. Um hiervon leben zu können, ist man gezwungen, einer Kooperative anzugehören. Diese Kooperative bewohnt ein Gemeinschaftshaus, worin alles durcheinanderläuft. Einzelwohnhäuser wie in Deutschland gibt es dort, wo ich war, nicht. In einer gemeinsamen Küche wird von einem russischen Koch auf russische Art gekocht. Der russische Arbeiter ist zufrieden, wenn er einen HeAuf dem Heinefeld. Ein Kapitel aus dem großen Buche deutscher Not. Von Anna Katterfeld.(Schluß). Das Baumaterial ist überhaupt die größte Sorge der Heinefelder. Durch den Sand der Heide— der kürzlich gebaute Weg ist noch nicht fahrbar— muß es mühsam herbeigeschafft werden. Ein großer Teil davon ist einfach im Rucksack herangeschleppt worden. Um es zu erwerben, ist das Aeußerste, was an Möbeln irgendwie entbehrt werde konnte, verkauft oder versetzt worden. So herrscht gerade darin allergrößte Not. Manche Familie von sieben Köpfen hat kaum zwei Betten, es gibt Familien, die nur über ein Bett verfügen. Und auch Nässe und Kälte setzen den Heinefeldern übel zu. Im Sommer geht es noch, da bietet die weite Heide einen herrlichen Spielplatz für die Kinder, und die Luft ist hier, besonders für kranke Lungen, viel besser als drüben in der Großstadt. Aber wenn der Winter kommt, dann kehrt die Not im Heinefeld ein. Auch Kohlen können ebenso wie das Baumaterial nur mit größter Mühe herbeigeschafft werden, und Dach und Wände gewähren keinen genügenden Schutz. Da tropft dann die Feuchtigkeit von den Wänden und bildet Lachen auf dem Fußboden. Ja, bei stärkerem Frost bedecken sich die Wände wohl mit einer dicken Reifoder Eisschicht. Und an warmen Kleidern und Decken fehlt es nur zu sehr. Da bietet dann das Heinefeld ein Bild erschütternden Elends, und ein großer Teil seiner Bewohner, besonders die Alten und die Kleinen, liegen krank darnieder. Wer sind nun aber die Bewohner des Heinefeldes? In der Stadt spricht man von den„Asozialen“, d. h. Leuten, die sich aus der menschlichen Gesellschaft gelöst haben, und auch von ihr in irgendeiner Weise als störend empsunden werden. Ich meine, es ist ein hartes Wort und trifft nur auf einen Teil der Fälle zu. Vielfach steht es doch so, daß die bürgerliche Gesellschaft keinen Platz für die Bewohner des Heinefeldes hat, und diese aus der Not der Obdachlosigkeit heraus ihren Weg hierher genommen. Wie schon gesagt, es steht mit vielen wie mit Davids Gefährten: Not, Schulden und wohl auch ein betrübring und eine rohe Gurke hat und dieses verzehren kann. Eine auf unseren Wunsch gekochte Erbsensuppe bestand aus gemahlenen Erbsen, Wasser und Salz und darüber geschüttetem Sonnenblumenöl. Ein anderes Mal gab es eine Suppe, die aus Kohl, Tomaten und Sonnenblumenöl bestand. Ein anderes Fett wie dieses Oel, sowie Schweinefleisch hatte man dort nicht. Da die auf diese Art zubereiteten Speisen uns nicht bekömmlich waren, baten wir den zuständigen Sekretär, uns zu erlauben, einen deutschen Koch zu bestellen. Dem stand nichts im Wege. Es wurde jedoch dabei gleich gesagt, keine Gewähr dafür übernehmen zu können, daß dem deutschen Koch die nötigen Waren und Zutaten geliefert werden könnten, um nach deutscher Art Speisen zuzubereiten. Wir haben dann von unserem Vorhaben Abstand genommen. Als es uns nun mit der Verpflegung zu arg wurde, haben wir sogar einen Tag gestreikt. Erst dann wurde es etwas besser. In der Gegend, wo ich war, ist man ganz auf die Kooperative angewiesen. Im Freihandel sind die Preise unerschwinglich, d. h. wenn überhaupt etwas zu haben ist. Ein russisches Pfund Butter(409 Gramm) kostet 8 Rubel. So ging es auch mit der Arbeitskleidung. Erst nach wiederholtem Vorstelligwerden wurde uns eine Arbeitshose aus Sackleinen, eine dünne Joppe(eine Art Lüsterstoff) und ein Paar Galoschen(Gummischuhe, aus einem Stück gefertigt) geliefert. Letztere werden, wenn man im Wasser arbeiten muß, weich und so groß, daß man sie nicht mehr gebrauchen kann. Arbeitsschuhe nach deutscher Art kennt der russische Bergarbeiter nicht. Bezüglich der Sauberkeit hapert es dort auch. Das Trinkwasser mußte dort, wo wir waren, in Wasserfellen herangeschafft werden. Bei der großen Hitze, die dort im Sommer herrscht, sind Erkrankungen an Ruhr keine Seltenheit. Ueberhaupt scheint das Klima in Sommer dort unten sehr ungesund zu sein; tagsüber große Hitze, in der Nacht starke Abkühlung. Von unserem Transport sind die meisten Auswanderer malariakrank geworden. Wir wurden fünfmal zum Schutze gegen Malaria geimpft. Wegen dieser Krankheit bin ich, sowie auch andere Auswanderer, am 17. 9. 1930 wieder abgereist. Bis in die Heimat wurde uns freie Fahrt gewährt. In Charkow wurden wir erst einige Tage auf Kosten des Trustes, von dem die Zechen verwaltet werden, in einem großen Hotel verpflegt, und zwar sehr reichlich. Ich hatte das Gefühl, daß man damit den schlechten Eindruck, den wir an unserer Arbeitsstelle gewonnen hatten, verwischen wollte. Wir waren die ersten Deutschen, die für diese Grube angeworben waren. Fast alle sind wieder zurückgekehrt. Von einem Transport Bolivier von 100 Mannn wurde dort erzählt, daß 98 Mann nach dem Verfahren von nur einer Schicht sich zu Fuß wieder zum nächsten Bahnhof begeben hätten, eben wegen der mißlichen Klima= und sonstigen Verhältnisse. Einem Arbeiter mit größerer Familie ist es unmöglich, dort unten zu existieren, wenn auch, wie es dort üblich ist, die Frau mitarbeitet. Die Kinder kommen dann in ein sogenanntes Kinderheim. Es kommt dann oft vor, daß sich die Familienangehörigen tagelang gegenseitig nicht sehen. Bei der Arbeit an und für sich konnte man es wohl aushalten. Es wurde von keiner Seite angetrieben. Nur hat man dort, wo ich war, noch nicht die modernen Abbaumethoden. Es wurde noch mit Hacke, Handfäustel und Meißel gearbeitet. Meine Auffassung ist die, daß es für eine deutsche Arbeiterfamilie, die geordnete Verhältnisse gewohnt ist, unmöglich ist, sich dort einzuleben und mit den dortigen Zuständen auf die Dauer abzufinden. tes, verbittertes Herz haben sie aus der Stadtgemeinde heraus in die Einöde der Golzheimer Heide getrieben. Auf die allerverschiedenste Weise sind sie hierhergekommen. Da sind einige, die wohl Arbeit, aber keine Wohnung in der Stadt gefunden und sich nun hier draußen, wie der oben erwähnte Arbeiter, eine Notwohnung errichtet haben, die sie als Uebergang betrachten. Da sind manche, die aus ihren sstädtischen Wohnungen wegen rückständiger Miete ausgesiedelt sind und das Asyl für Obdachlose mit seinem Massenelend scheuen. Aus dem Verkauf ihrer Möbel haben sie sich die Mittel zum Bau des Häuschens auf dem Heinefelde geschafft, das durchschnittlich 200—250 M. kostet; so befinden sie sich meist in großer Not. Wieder andere sind bereits im Obdachlosen=Asyl gewesen, aber haben die sittlichen Zustände dort, vor allem auch das Gefühl, nie allein und unbeachtet zu sein, nicht ertragen können, und haben sich durch die Flucht auf das Heinefeld gerettet. Auch das Verlangen nach einem eigenen, wenn auch noch so bescheidenen Heim und einem Gärtchen spielt vielsach bei der Uebersiedlung auf das Heinefeld mit. Die von auswärts Zugewanderten, die durch die Wohnungsnot auf das Heinefeld verschlagen wurden, sind großenteils Ostpreußen, wie denn überhaupt die Ostpreußen einen erstaunlich starken Prozentsatz der in den letzten Jahrzehnten nach Düsseldorf zugewanderten Bevölkerung stellen. „Das ist das Land, um deswillen unser Ostpreußen entvölkert wird und in Gefahr steht, von Polen überschwemmt zu werden,“ sagte mir einst ein ostpreußischer Gutsbesitzer mit schwerem Seufzer, als wir von den Verhätnissen in Westdeutschland sprachen. Was für eine nung könnte ein Blick auf das Heinefeld für allzu wanderlustige Ostpreußen sein! Ein großer Teil der Heinefelder ist heute erwerbelo und lebt von den staatlichen und kommunalen Unte stützungen. Die Fleißigen benutzen die Zeit, um an ih rem Häuschen zu schaffen, einen Zaun um das Gärtche zu ziehen und ihre Umgebung freundlicher zu gestalter Viele aber verstehen es, sich um jede Arbeit herumzu drücken und sind in Gefahr, völlig zu versumpfen. Um größer ist diese Gefahr, als die Möglichkeit einer sit Kundgebung der Bergarbeiter. Für die Erhaltung der KnappschaftsversichIm Hans=Sachs=Haus in Gelsenkirchen versam, melten sich etwa 2000 Vertrauensmänner der vier Bergarbeiterverbände, um eine Kundgebung für die Erhaltung der Knappschaftsversicherung zu veranstal. ten. Reichstagsabgeordneter Imbusch, der sitzende des Gewerkvereins Christlicher Bergarbeiter, er öffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er ausführte, die verantwortlichen Stellen müßten da. von überzeugt werden, daß weitere Zuschüsse für:: Knappschaft unerläßlich seien. 0e Reichstagsabgeordneter Husemann der Vorsitzende des alten Bergarbeiterverbandes, schilderte die Entwicklung der Knappschaftsversicherung und bezeichnete dabei wohl eine Senkung der Ausgaben als auch eine Erhöhung der Beiträge als unmöglich. Schon heute müsse der aktive Bergarbeiter 15 bis 17 v. H. seines Lohnes an Sozialversicherung abführen. Wie katastrophal sich die Dinge gestaltet haben, ergebe sich daraus, daß 1924 auf 5,92 aktive Bergarbeiter ein Invalidenrentner entfallen sei, während es Oktober 1930 bereits 2,2 gewesen seien. Zum Schluß kam Abg. Husemann noch auf den Besuch der Vergarbeiterführer beim Reichspräsidenten zu sprechen. Er erklärte, die Bergarbeiterführer seien mit dem Eindruck aus dem Reichspräsidentenpalais gegangen, daß der Reichspräsident die Berechtigung der Wünsche der Vergarbeiter anerkannt habe.- Der Reichspräsident habe versichert, daß er mit ganzem Herzen bei der Sache der Vergarbeiter sei, und er wünsche, daß ihnen geholfen werde. Hierauf wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der die vorhergegangenen Ausführungen ihren Niederschlag fanden und in der es zum Schluß heißt:„Die Bergarbeiter und ihre Vertreter, die Knappschaftsinvaliden, Witwen und Waisen erwarten, daß alles getan wird, um der Knappschaft die notwendigen Mittel durch Reichszuschüsse oder durch Erhebung einer Produktionsumlage zu sichern.“ In seinem Schlußwort bezeichnete Reichstagsabgeordneter Imbusch die Kundgebung als einen SOS=Ruf der Vergarbeiterschaft für Erhaltung der Knappschaft. Es hätte keiner das Recht, den Bergarbeitern den Vorwurf zu machen, sie hätten kein Interesse an der Erhaltung der deutschen Wirtschaft, das Gegenteil sei richtig, denn gerade der deutsche Arbeiter sei auf Gedeih und Verderb mit der deutschen Wirtschaft verbunden. Butler erhält einen Verweis. Das kriegsgerichtliche Verfahren eingestellt. Nach einer Mitteilung des Marineamts der Vereinigten Staaten ist das gegen General Butler wegen seiner drastischen Aeußerungen über Mussolini anhängig gemachte Kriegsgerichtsverfahren eingestellt worden. Dieser Beschluß wurde gefaßt, nachdem Marinesekretär Adams ein Schreiben des Generals erhalten hatte, in dem er darauf hinweist, er sei des Glaubens gewesen, daß seine Rede in Philadelphia am 19. Januar vertraulichen Charakter gehabt habe und sich wegen der Indiskretion entschuldigt. In seinem Antwortschreiben betont Marinesekretär Adams, daß das Marineamt das Verhalten des Generals unbedingt verurteile und ihm einen VerfUr Kount., Generats Andrring, Prrarteite und ihn. weis erteile. In Anbetracht der hervorragenden Verdienste Butlers solle jedoch das Kriegsgerichtsverfahren eingestellt werden. Der Marinesekretär gibt am Schluß seines Schreibens der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Vorkommni= eine„heilsame Wirkung auf das Verhalten des Generals bei ähnlichen Anlässen ausüben werde.“ lichen Ansteckung auf dem Heinefelde sehr groß ist, da auch allerlei dunkeles Gesindel hier seine Schlupfwinkel hat. Auch Zigeuner lassen sich mit ihren Wagen mit Vorliebe in der Nachbarschaft des Heinefeldes nieder. Gerade diese Durchsetzung mit allerlei verbrecherischen Elementen schafft eine so starke Atmosphäre des Mißtrauens auf dem Heinefeld, daß dadurch die Bildung einer sozialen Gemeinschaft unter den Bewohnern sehr erschwert wird. Das Mißtrauen kann nur durch Liebe überwunden werden, und wo den Heinefeldern Liebe begegnet und Verständnis für ihre Not, da schwindet allmählich dieses Mißtrauen und an seine Stelle tritt Liebe und Dankbarkeit. Wir dürfen mit Freuden berichten, daß die evangelische Kirche diesen Weg der Liebe den Heinefeldern gegenüber beschritten hat. Es ist einige Jahre her, da„entdeckte“ ein Düsseldorfer Hilfsprediger die wilde Siedlung in der Golzheimer Heide. Er war der erste Pfarrer, der sie betrat und sah sofort, welche großen Aufgaben hier vorlagen. Anfangs begegnete er viel Mißtrauen, ja, offener und versteckter Feindschaft. Aber bald merkten die Leute des Heinefeldes, daß sie einen wirklichen Freund in ihm gewonnen. Es gelang ihm, weitere Kreise Düsseldorfs auf die Not des Heinefeldes aufmerksam zu machen. Kleider und Möbel wurden ihm zur Verfügung gestellt, die er den Familien aber nur als Lohn einer Arbeitsleistung zum Besten der Allgemeinheit abgab. Auch das Geld zu einem Versammlung? raum, der zugleich die Kleinkinderschule beherbergte, wurde beschafft. Der schon mehrfach erwähnte Arbeiter ., der seinerzeit den Bericht im Aufwärts über seine Ansiedlung auf dem Heinefelde geschrieben, willigte n einen Anbau an sein Häuschen. In Verbindung mit!! und einem arbeitslosen Bauarbeiter ging der Hilspreo“ ger ans Werk. Ein Raum von 5 mal 4 Metern wuroe von den drei Männern geschaffen, ein Kanonenofen yin eingetan und das„Gemeindehaus“ war fertig. „Gemeindehaus“ warf Es ist vielleicht das dürftigste und bescheidenste„““ meindehaus“ im ganzen deutschen Reiche, aber für ofe Bewohner des Heinefeldes von geradezu unschätzbaren Die erste Sitzung an setzungen Die erste Sitzu Woche war nach kur Die Kommunisten Rauch, überwiesenen etwa der Strafverfol num erledigt werden und verlangten die Tagesordnung. Als listen zum Angriff keit des Hauses bezu Anwesenheit von 2 289 ihre Karten haus also beschli listen klatschten in ist da!“ In der neuen## Soz.) abermals die B zeitig beantragte er und die Einberufung den Abstimmung beko wesend, so daß der Der Antrag Stöhr w abgelehnt. Bei der dann be auf Verschärfung der längere Auseinanderf (Nat.=Soz.) protestier rungen und erklärte, hörten Vorstoß gegen 0 Die Auseinande zeit, die einen erregt lich unter Ablehnung gung einer e1 durch eine Mehrheit g Nunmehr erhielt sozialisten mit Zwisch gründung der Anträg nung. Präsident L3 und wies mehrere Kon Abg. Muhsal, legte de Gummiknüppel auf In der Begründt nete Abg. Bel zeicht.... g. Vell der Parlamentsreform so z. B. die Ersetzun Ausschußberatung. D teien betroffen würde gung der Minderheit des Reichstags müsse sition Schutz beanspru Kritik erschöpfen. Abg. Graef=Thür Antrag Bell bedrohte nützlich. Der Antrag nung nehme geschäftst um mit einfacher M zusetzen, für die ein sogenannten Reform um eine Sicherung de Mephisto=Braun zur hätten. Zum Schluß sein verschiedene Aenderun Abg. Dr. Frank Bell hätte gar nicht; denn er sei unwahrha tung der nationalen T nalsozialisten gehe, we Die Nationalsozialiste er Disziplin. Wenn sie liegenden bekämpft w sozialisten die Verantn nen zur Waffe des Bi Wert. Hier könner melt werden. Das sich bei den obdach handelte, die keine Familie mit insge und 14. Jetzt lie Hand von Kaise ster, eine ausgebi und eine Anzahl v dem Heinefelde st# werther Frauensch feldes gekocht. Außer der Kle des Heinefeldes Anfangs erschienen zurückhaltend, abe Kleinen, unter de und bekamen Mu zum Besten ihrer dieser Arbeit an Segen auf das He Am wichtigsten auf dem Heinefeld die Schule in Unt sich völlig selbst üb heim keine Mögli und treiben sich nu her. Der Kinderh Arbeiter R. sein eine Siedlungsko# wurde der Kinder ein alter Ostpreuß konnten bisher nu winzige Stub Schrlarbeiten mac Spielen und Hand füllt ist. Die Buben steh men zu werden, u allerhand Unfug. meindehauses, das Aums fshung des Keichblags. gie erste Sitzung aufgeslogen.— heftige Auseinanderaetzungen über die Eenderung der Geschäftsordnung. — Berlin, 9. Februar 1931. Die erste Sitzung des Reichstags in der neuen soche war nach kurzer Zeit bereits wieder zu Ende. die Kommunisten protestierten gegen den Antrag nauch, wonach die dem Geschäftsordnungsausschuß zberwiesenen etwa 300 Anträge auf Genehmigung der Strafverfolgung von Abgeordneten im Plenum erledigt werden sollen, als geschäftsordnungswidrig und verlangten die Absetzung dieses Antrags von der Tagesordnung. Als danach auch die Nationalsozialisten zum Angriff übergingen und die Beschlußfähigzeit des Hauses bezweifelten, ergab die Auszählung die Unwesenheit von 276 Abgeordneten. Da mindestens 289 ihre Karten hätten abgeben müssen, war das haus also beschlußunfähig. Die Nationalsozialisten klatschten in die Hände und riefen:„Die Pleite ist da!“ In der neuen Sitzung bezweifelte Abg. Stöhr(Nat.= soz.) abermals die Beschlußfähigkeit des Reichstags, gleichzeitig beantragte er die Unterbrechung der Verhandlung und die Einberufung des Aeltestenrats. Bei der folgenden Abstimmung bekannten sich 291 Abgeordnete als anwesend, so daß der Reichstag damit beschlußfähig war. der Antrag Stöhr wurde danach in einfacher Abstimmung * H e i d e r d a n n b e g i n n e n d e n B e r a t u n g d e s A n t r a g s B e l l zuf Verschärfung der Geschäftsordnung entwickelte sich eine längere Auseinandersetzung über die Redezeit. Abg. Stöhr (Nat.=Soz.) protestiert heftig gegen die geplanten Aenderungen und erklärte, man habe es hier mit einem unerhörten Vorstoß gegen die Rechte der Minderheit zu tun. Die Auseinandersetzungen über die Dauer der Redezeit, die einen erregten Verlauf nahnen, endeten schließlich unter Ablehnung längerer Redezeiten mit der Bewilligung einer einstündigen Redezeit durch eine Mehrheit gegen das Zentrum. Nunmehr erhielt Abg. Bell(Ztr.), von den Nationalsozialisten mit Zwischenrufen begrüßt, das Wort zur Begründung der Anträge auf Verschärfung der Geschäftsordnung. Präsident Löbe erteilte wiederholt Ordnungsrufe und wies mehrere Kommunisten aus dem Saal: einer davon, Abg. Muhsal, legte darauf einen Schupo=Tschako und einen Gummiknüppel auf den Präsidententisch. In der Begründung der Geschäftsordnungsanträge bezeichnete Abg. Bell diese Maßnahmen als einen Anfang der Parlamentsreform. Weitere Aenderungen müßten folgen, so z. B. die Ersetzung der zweiten Etatslesung durch die Ausschußberatung. Da von diesen Maßnahmen alle Parteien betroffen würden, könne man von einer Vergewaltigung der Minderheit nicht sprechen. Die Aktionsfähigkeit des Reichstags müsse gewährleistet sein. Wenn die Opposition Schutz beanspruche, dürfe sie sich nicht in zersetzender Kritik erschöpfen. Abg. Graef=Thüringen(Dn.) führte aus die durch den Antrag Bell bedrohte Opposition sei auch für die Regierung nützlich. Der Antrag zur Verschärfung der Geschäftsordnung nehme geschäftsordnungsmäßige Dinge zum Vorwand. um mit einfacher Mehrheit Verfassungsänderungen durchzusetzen, für die eine Zweidrittelmehrheit fehle. Bei der Angenommen! Berlin, 9. Februar. Die Reichstagsaussprache über die Maßnahmen zur Aenderung der Geschäftsordnung, die um 46 Uhr ihren Anfang genommen hatte, zog sich bis gegen 23 Uhr hin. In einer bewegten, an Zusammenstößen, Abstimmungen und Geschäftsordnungsaussprachen reichen Sitzung wurde schließlich nach Abschluß der Aussprache ein Antrag des Zentrums angenommen, über sämtliche Aenderungsanträge zur Tagesordnung überzugehen. Die Aenderung der Geschäftsordnung gemäß dem Antrage des Abgeordneten Bell wurde schließlich mit 300 gegen 160 Stimmen beschlossen. Weitere Anträge auf Aenderung anderer Bestimmungen der Geschäftsordnung wurden mit 286 gegen 173 Stimmen abgelehnt. * Die rote Nelke. Berlin, 9. Februar. Bei den am Montag abend im Reichstag vorgenommenen Abstimmungen über die Anträge der Opposition auf Anderung der Geschäftsordnung kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen den Oppositionsparteien und dem Vicepräsidenten Esser. Allmählich hatte sich aber die Stimmung im Hause sehr gehoben und unter stürmischer Heiterkeit überreichte Vicepräsident Stöhr dem amtierenden Vicepräsidenten Esser eine rote Nelhe, die dieser unter Austausch eines Händedruckes annahm. In einem Schlußwort zu der ganzen Geschäftsordnungsangelegenheit erklärte der Nationalsozialist Stöhr, die Reichstagsmehrheit habe durch diese Abstimmungen nunmehr ihren Kampf gegen die nationale Opposition zum Abschluß gebracht. Sie habe damit aber keinen Sieg erfochten. Vor der ganzen Welt werde gegen diese Vergewaltigungspolitik Einspruch erhoben werden. Die Nationalsozialisten und Kommunisten verließen daraufhin den Saal. Schließlich wurde in namentlicher Schlußabstimmung die Geschäftsordnung in der neuen Fassung mit 303 Stimmen angenommen. Die Oppositionsparteien nahmen an dieser Abstimmung nicht mehr teil. Kurz vor Mitternacht rief der Präsident dann noch die weiteren Punkte der Tagesordnung auf, nämlich die Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung des Reichspressegesetzes, wonach Abgeordnete künftig nicht mehr als verantwortliche Redakteure zeichnen dürfen und die Anträge auf Aufhebung der Immunttät bei Strafverfahren. sogenannten Reform der Geschäftsordnung handele es sich um eine Sicherung des Pakts, den Dr. Faust=Brüning mit Mephisto=Braun zur Sicherung ihrer Herrschaft geschlossen hätten. Zum Schluß seiner Ausführungen begründete Redner verschiedene Aenderungsanträge. Abg. Dr. Frank II(Nat.=Soz.) erklärte, der Antrag Vell hätte gar nicht zur Beratung gestellt werden dürfen, denn er sei unwahrhaftig und bezwecke nur die Niederhaltung der nationalen Opposition. Wenn es gegen die Nationalsozialisten gehe, werde die Verfassung immer gebrochen. Die Nationalsozialisten hielten ihre Anhänger in straffer Disziplin. Wenn sie aber durch Anträge der Art des vorliegenden bekämpft würden, dann lehnten die Nationalsozialisten die Verantwortung dafür ab, wenn diese Millionen zur Waffe des Bürgerkrieges greifen sollten. Frankreich baut Panzerkreuzer. Ausarbeitung des Flottenbauprogramms.— Umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen gegen Luftangrisse. — Paris, 10. Februar. Wie verlautet, ist dee Marinekommission der französischen Kammer gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines neuen Flottenbauprogramms beschäftigt. Nach den Mitteilungen über den Inhalt dieses Programms plant Frankreich den Van einer Seree von Panzerkreuzern, von deuru der erste in dem in Ausarbeitung befindlichen Entwurf angefordert wird. Ferner sollen Wert. Hier können vor allem die kleinen Kinder gesammelt werden. Das Heinefeld ist sehr kinderreich, da es sich bei den obdachlosen Familien vielfach um kinderreiche handelte, die keine Wohnung gefunden. Es gibt dort eine Familie mit insgesamt 23 Kindern und mehrere mit 12 und 14. Jetzt liegt die Betreuung der Kinder in der band von Kaiserswerth, das eine leitende Schwester, eine ausgebildete Kindergärtnerin, eine Hortnerin und eine Anzahl von Seminaristinnen für die Arbeit auf dem Heinefelde stellt. Auch wird häufig in der Kaiserswerther Frauenschule für den Kindergarten des Heinefeldes gekocht. Außer der Kleinkinderschule werden auch die Mütter des Heinefeldes in dem„Gemeindehause“" gesammelt. Anfangs erschienen sie nur zögernd und waren scheu und zurückhaltend, aber bald fühlten auch sie sich, wie ihre Kleinen, unter der Betrenung der Schwester sehr wohl und bekamen Mut zu den kleinen Arbeiten, die sie hier zum Besten ihrer Kinder anfangen konnten. Auch von dieser Arbeit an den Frauen geht schon ein spürbarer Segen auf das Heinefeld aus. Am wichtigsten schien die Arbeit eines Kinderhortes auf dem Heinefeld. Die schulpflichtigen Kinder besuchen die Schule in Unterrath. Aber am Nachmittage sind sie sich völlig selbst überlassen, haben beim engen Raum daheim keine Möglichkeit, ihre Schularbeiten zu machen und treiben sich nur zu oft mit schlechten Kameraden um#r. Der Kinderhort konnte eingerichtet werden, als der arbeiter R. sein Häuschen räumte, um, wie gesagt, in eine Siedlungskolonie zu ziehen. Seine Wohnstube burde der Kinderhort und in die Kammer dahinter zog iin alter Ostpreuße als Wächter und Hauswart. Leider vonnten bisher nur die Mädchen gesammelt werden, da winzige Stube mit den 25 Kindern, die hier ihre Schklarbeiten machen und sich später nach Belieben mit und Handarbeiten beschäftigen, mehr als überDie Buben stehen draußen und flehen auch aufgenomdU werden, und, da das nicht möglich ist, treiben sie wesinhane.#“ 19: So ist der Bau eines richtigen Gemeinvehauses, das Kindergarten und Kinderhort für Knaben und Mädchen genügend Raum bietet, und wo auch die Veranstaltungen der Kirche, wie Sonntagsschule und Bibelstunden Platz haben, eine Lebensnotwendigkeit für das Heinefeld. Die kirchliche Betreuung der evangelischen Bewohner des Heinefeldes liegt in den Händen des Unterrather evangelischen Pfarrers und die Gemeindediakonisse aus Unterrath hält hier Sonntagsschule. Die ablehnende Stellung der Heinefelder gegen den Versuch der Kirche, sich ihrer anzunehmen, ist in den meisten Fällen einem herzlichen Zutrauen gewichen. Sie fühlen:„Es ist jemand da, der sich um uns bekümmert. Wir sind nicht so verlassen und ausgestoßen, wie wir gewähnt!“. Sie haben auch manchen praktischen Rat und manche greifbare Hilfe erfahren, und so öffnen sich denn die Herzen allmählich auch für das Beste, was die Kirche zu geben hat. Aber nun fehlt der Raum, um sie zu versammeln. Es ist klar, daß das dürftige Stübchen, von 4 mal 5 Metern, in dem die 40 kleinen Kinder einander fast auf dem Schoß sitzen, keine größere Versammlung Erwachsener aufnehmen kann. Auch die Weihnachtsfeier des Kindergartens und Kinderhortes der Höhepunkt im Leben der Heinefelder, muß in das benachbarte Schützenhaus verlegt werden. Ueber 300 Personen versammeln sich zu dieser Feier. Es war für mich etwas Wunderbares, mit soviel abgehärmten Vätern und Müttern kürzlich am Kripplein des Christkindes zu stehen und in ihren Gesichtern einen Widerschein der Freude zu sehen, die ihnen aus den Augen ihrer Kinder entgegen strahlte. Das mar wirklich Weihnachten! Es kämen wohl noch mehr, wenn der kleine winkelige Saal des Schützenhauses mehr Menschen fassen könnte. Ach, und wie gönnt man den Heinefeldern die Weihnachtsfreude und wie möchte man sie alle, alle unter das Licht stellen, das vom Kripplein ausgeht! Da ist es eine tapfere Tat des Unterrather Pfarrers, daß er trotz der Not der Zeit an den Bau eines größeren Versammlungshauses für das Heinefeld schreiten will, das für diese Leute, die sich vielfach von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, von ganz großer Bedeutung werden kann. Ein Teil der Mittel für das Haus, das nach Heineselder Art ganz billig von den Arbeitslosen des Heinefeldes gebaut wird, ist bewilligt. Aber zwei 10 000=Tonnen=Kreuzer und einege Unterseeboote gebeet werden. Nach dem„Matin" wird das Flottenbaupro= gramm Anlaß zu lebhaften Auseinandersetzungen geben, da„durch den Bau des Panzerkreuzers die ganze Flottenabrüstungsfrage, sowie der Ergebnisse der Londoner und der Genfer Konferenz aufgerollt werde“. In einem Ministerrat, der am Montag stattfand, unterzeichnete der Staatspräsident Frankreichs ein vom Ministerpräsidenten, vom Innenminister, vom Kriegsminister, vom Marineminister und vom Luftfahrtminister vorbereitetes Dekret über einheitliche Vorbereitungsmaßnahmen gegen Luftangriffe. Marschall Petain wurde mit der Durchführung dieser Maßnahmen betraut. Er legte deshalb sein Amt als Vizepräsident des Obersten Kriegsrates und als Generalin= spekteur des Heeres nieder. An seiner Stelle wird der bisherige Generalstabschef General Weygand Vizepräsident des Obersten Kriegsrates und Generalinspekteur des Heeres und General Gamelin an Stelle Weygands Generalstabschef. Die Krise auf dem Ein Vortrag des Präsidenten Dr. Gyrup.— Eine gute Wirtschafts= und Finanzpolitik der beste Weg zur Gesundung. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Dr. Syrup, äußerte sich im Rahmen einer gewerkschaftlichen Tagung über einige aktuelle Fragen der Arbeitsmarktpolitik. Präsident Dr. Syrup bezeichnete es als falsch, etwa den öffentlichen Hochbau bei Notstandsaktionen zu berücksichtigen. Zweckmäßiger sei dagegen die Errichtung ländlicher Siedlungen auch im Wege von Notstandsaktionen zur Beschäftigung erwerbsloser Arbeiter. Unmöglich sei die Unterstützung einzelner Betriebe aus öffentlichen Mitteln. Werde ein Werk unterstützt, komme die ganze Industrie. Auch der Reichsfinanzminister habe bei seinen Plänen nicht an eine Subventionierung von Einzelbetrieben gedacht, sondern an eine Gruppenunterstützung. Die Einführung der Kurzarbeit werde neuerdings auch von der Reichsanstalt unterstützt, damit der Zusammenhang zwischen Arbeitnehmern und Betrieb nicht zerrissen werde. Auch die Gewerkschaften gäben sich keinen Illusionen hiu, daß durch Arbeitszeitverkürzung allein die Arbeitslosigkeit behoben werden könne. Die Einführung eines nennten Schuljahres würde die Reichsanstalt um 125000 Personen oder 22 Millionen Mark entlasten. Mit 22 Millionen ließe sich aber eine Finanzierung des neunten Schuljahres nicht durchführen, besonders, wenn man noch Erziehungsbeihilfen geben müßte. Der Gedanke der Arbeitsdienstpflicht sei utopisch. Auch der freiwillige Arbeitsdienst würde auf erhebliche Schwierigkeiten, insbesondere bei der Art der Arbeit, stoßen. Beachtlich sei der Vorschlag des Staatsministers a. D. Dominicus, der die polnischen Wanderarbeiter durch den freiwilligen Arbeitsdienst ersetzen wolle. Die persönlichen und Arbeitskosten bei einem Arbeitsdienst von 100000 Personen würden, abzüglich des freiwerdenden Unterstützungsbetrages der Reichsanstalt, 150 Millionen Mark betragen. Man müsse also in dieser Frage äußerst vorsichtig vorgehen und erst genaue Versuche anstellen. noch fehlt vieles. Viebleicht ist dem einen und anderen unter den Aufwärtslesern, der ein freundliches Heim sein eigen nennt, und seine Kirche hat, in der er Gottes Wort reichlich hört, und sein Gemeindehaus, in dem er zu Feierstunden sich mit Gleichgesinnten versammeln kann, die Not des Heinefeldes zu Herzen gegangen und er hat ein Scherflein übrig, um es für den Neubau des Kinderhortes und Versammlungsraumes auf dem Heinefeld zur Verfügung zu stellen. Und wenn das Scherflein in der jetzigen Notzeit ein wirkliches Opfer bedeutet, so tut das nichts. Es ist ja versinkenden Brüdern gespendet, denen die Not des Lebens den Blick für das Ewige verbaut hat. Es ist Kindern unseres Volkes gespendet, die unter der Leitung der Schwestern vor den Gefahren ihres Lebens in Not und Elend bewahrt bleiben und zu nützlichen Menschen— und seligen Gotteskindern erzogen werden sollen. Ueber solche Gaben freuen sich von Herzen Pastor Mockert in Düsseldorf=Unterrath, Ahornstraße, Postscheckkonto 10768 Frankfurt a.., und der Vorsteher des Diakonissen=Mutterhauses in Düsseldorf=Kaiserswerth Pastor Graf von Lüttichau, Postschechkonto Essen 253, Vermerk„für Heinefeld". Einen ernsten Blick in ein Kapitel deutscher Not haben wir durch unseren Besuch auf dem Heinefelde, nicht weit von Leo Schlageters Richtstätte, getan. Es ist, wenn auch die größte, so doch nicht die einzige Siedlung dieser Art. Allüberall schießen die wilden Siedlungen am Rande der westdeutschen Großstädte wie Pilze aus dem Boden hervor. Sie bergen eine Unsumme von Elend, ein Elend, von dem sich der, der es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kaum eine Vorstellung machen kann. Und doch reden sie auch eine deutliche Sprache vom deutschen Willen zur Selbsthilfe und dem Verlangen der deutschen Familie nach„eigenem Heim auf eigener Scholle". Es liegt etwas Hoffnungsvolles in diesem Verlangen, in dem die Notwohnung in der Heide draußen, mit all ihren schreienden Mängeln den Mietskazernen oder dem Obdachlosenasyl vorgezogen wird. Wann wird die Stimme gehört werden, die aus den Herzen der Wohnungslosen draußen zum Himmel emporschreit? Zu all den Vorschlägen stecke ein guter Nern, eine Lösung des Problems könne aber nur eine vernünftige Finanz= und Wirtschaftspolitik bringen. Zum Schluß gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, daß die Anzeichen eines Konjunkturumschwunges nicht trügon und wir bald zu einer Konsolidierung unsever Gesamtpolitit kommen möchten. Dr. Külz Oberbürgermeister von Dresden. Dresden, 10. Februar. In der Stadtverordnetensitzung am Montag abend wurde Reichsminister a. D. Dr. Külz von den Vertretern der Sozialdemokratie, des Zentrums und der Staatspartei zum Oberbürgermeister der Stadt Dresden gewählt. Dr. Külz nahm das Amt an. Verschiedenes. Gemeinnützige Rechtsauskunftsstellen. Im Jahre 1930 sind an 179 Sprechtagen an insgesamt 697 Personen 733 Auskünfte, davon 142 schriftliche, erteilt worden. Dieselben beziehen sich auf die verschiedensten Gebiete des burgerlichen Rechts, der sozialen Gesetzgebung und des Steuerwesens. Die Beratung geschieht kostenlos, Sprechstunden finden statt in Gütersloh, Evang. Vereinhaus, am 2. und 4. Montag im Monat, von 5 bis 7 Uhr; Herford, Evang. Vereinshaus, am 2. und 4. Sonnabend im Monat, von 3 bis 5 Uhr; Lübbecke, Ev. Vereinshaus, am 4. Sonnabend im Monat, von 3 bis 5 Uhr; Holzhausen, Konfirmandensaal, am 1. Sonnabend im Monat, von 10 bis 12 Uhr; Bad Oeynhausen, Evang. Vereinshaus, am 1. und 3 Dienstag im Monat, von 4 bis 6 Uhr; Gohfeld, Ev. Vereinshaus, am 4. Dienstag im Monat, von 5 bis 7 Uhr; Minden, Evang. Vereinshaus, jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr; Brackwede, Ev. Vereinshaus, am 2. und 4 Montag im Monat, von 2 bis 4 Uhr. Neudruck von Frachtbriefen. Die Frachtbriefhersteller sowie die Verkehrtreibenden werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Beschaffung größere Vorräte an Frachtbriefvordrucken nicht ratsam ist, weil nicht ausgeschlossen ist, daß in absehbarer Zeit mit Rücksicht auf notwendige Vereinfachungen und Verbesserungen des Abfertigungsdienstes das z. Z. gültige Frachtbriefmuster doch geändert werden muß und eine Verlängerung der Aufbrauchsfrist der bisherigen Frachtbriefe kaum zu erwarten ist. Frühjahrs=Meß=Konferenz 1931 des Verbandes gläubiger Kaufleute im Saale des Christlichen Volksdienstes, Leipzig C 1, Otto=Schill=Straße 7. Eintritt frei. Beginn abends 8 Uhr. Sonntag, den 1. März: Geleitwort 2. Timotheus 4,18. Geselliges Beisammensein, Begrüßungen(Tee und Gebäck). Montag, den 2. März: Vortrag des Vorsitzenden unseres Verbandes, Fabrikant Carl Ufer, WuppertalBarmen, Thema:„Die Forderungen Gottes an den gläubigen Kaufmann der Jetztzeit.“ Dienstag, den 3. März: Freie Aussprache über das Thema: Die Forderung Gottes an den gläubigen Kaufmann der Jetztzeit. Auskunft bei Maximilian Koeltz, Leipzig C 1, Johan nisplatz 11, Fernruf 10071. halb Bohnenkaffee, AabTaturtkher, au AnbaponlEr „Püel jabins- Gent dabel!.. Gesundheit aus Obstgärten und Weinbergen durch gärungslose Früchteverwertung. Von C. Schließmann und I. Baumann.(Verlag von Eugen Ulmer, Stuttgart, Olgastraße 83.) Dieses wertvolle Büchlein weist endlich einmal den einheimischen Obsterzeugnissen die ihnen gebührende Beachtung zu und sollte deshalb in jedem neuzeitlichen Haushalt, in jeder fortschrittlich geführten Anstaltsküche als praktischer Ratgeber vertreten sein. Dann würde es um die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit, ja, sogar um die natürliche Schönhett in unserem Volke besser bestellt sein. Sanitätsrat Dr. Bonne. 70. Geburtstag. Heute, am 10. Februar, feiert 5. Karl Kruspe, seit 34 Jahren Buchhalter auf der Haun. kassenverwaltung, seinen 70. Geburtstag. Das ist ein, willkommene Gelegenheit, den stillen, fleißigen, korrat, ten Mann auch hier einmal zu grüßen und ihm Gattreichen Segen zu diesem Tage und für sein fernerego, ben zu wünschen. Der 70=Jährige ist immer nur den gan bescheidenen Weg der Pflicht gegangen. Aber noch heut wie vor 34 Jahren tut er diese Pflicht mit derselben Pünktlichkeit, Korrektheit und Frische. Die Hauptbüche, die er zu führen hatte, sollen ein überzeugendes Bild da. von geben. Für Herrn Kruspe und für die ganze Anstalt ist es Grund zur Dankbarkeit, daß er sein verantwa, tungsvolles Amt so lange verwalten konnte. Möchte seiner Arbeit und seiner lieben Familie noch recht langerhalten bleiben. 8 Zum Missionsnähen am Mittwoch, 11. Februgr 3½ Uhr im Großen Hospiz ladet herzlich ein L. Trittelvitz. Gemeindeabend. Für die Eltern und alle Freunde unserer Jugend soll Mittwoch, den 11. Februar 193 abend 8¼ Uhr— in Gosen(nicht Assapheum)— ein Gemeindeabend gehalten werden. P. Decius aus Brahe der als Leiter der Minden=Ravensberger Kindergottes, dienstsache weithin bekannt ist, wird einen Vortrag halten über das Thema:„Elternfreude am Kindergottesdienst". Im Anschluß daran will Pastor Wilmanns noch einiges zu der Frage sagen:„Wie wecken wir in der heranwachsenden Jugend Verständnis für das Gemeindeleben?“ Der Kinderchor von Bethsaida und das BläserOktett werden die Umrahmung für die Veranstaltung geben. Es wäre sehr erwünscht, daß die Teilnehmer durch Ergänzungen und Anfragen zur Bereicherung dieses Gemeindeabends beitragen. Es wird aufs herzlichste eingeladen. Statt Karten. Heute mittag um 2½ Uhr ist mein lieber Mann, unser guter Dater, Bruder, Schwager und Onkel Diakon a. D. Johannes Klammer im 66. Tebensjahre plötzlich und unerwartet sanft entschlafen. In tiefer Crauer: Anna Klammer, geb. Dauwes Hans Klammer Elisabeth Klammer Emilie Klammer Bethel, den 9. Februar 1931. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. 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Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: D H. Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften fur die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Geldsendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“. Christ. liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3919. Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. Winnnirnnnnnninnn Unser P. San, warenSonderverkauf beginnf am Mittwoch, dem 11. Februar Optade Vereinigte Verkaufstellen der Anstalt Bethel. immnmmmniinnnntne TO! Haushaltungsschule„Marthahaus“ ; des Diakonissenhauses Elisabethenstift, Darmstadt! " Ausbildung in allen Zweigen des Haushaltes. 5 Christliche Erziehung und Unterricht. Eintritt=I. April oder „ 1. Mai. Jahres= und Halbjahreskurse. Alter 19—22 Jahre. Anfragen an die Teitung des Marthahauses, Stiftsstraße 4. Kois Uotherchcrrrrrr D FS. ulls Christliches Erholungsheim„Pniel“ Bad Oeynhausen, Weststr. 15, Part., 1. und 2. Etg. 18 gut eingerichtete Zimmer. Abendandachten. 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