Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und 086 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Küre Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Auser Ziel.“ = Anzeigenpreis: zspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. *# 80 Pfg. Beilagen unter Baje tausend 15 Mi Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. PostscheckPonte Hannover 67377. Die ein Reklame konto Haunover Nr. 23. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld), Mittwoch, den 28. Januar 1931. 13. Jahrgan Wer dir berichtet fremden Fehl, Dem sollst du drum nicht traun. Er möchte so mit deinem Hehl Den Nachbar auch erbaun. Rückert. Mi iiigiiiiiii Osthilfe oder Oststellenhilfe? Von bestunterrichteter Seite wird anläßlich des Beginns der entscheidenden Beratungen des Reichskabinetts über die Osthilfe geschrieben: Die Ostreise des Reichskanzlers hat, ganz gleich, was sonst ihr Ergebnis war, zumindest den Beweis erbracht, daß die Theorien der Preußenkasse von den Krisenher= den im Osten und von der einseitigen Hoffnung auf die Veredlungswirtschaft falsch sind. Andererseits liegt es auf der Hand, daß das Reich, die Rentenbank=Kreditanstalt und die Zentralkreditanstalten der Industrie reichliche Erfahrungen gesammelt haben und dazu bereit sind, im Rahmen einer vernünftigen Agrarpolitik, wie sie vom Reichsernährungsminister eingeleitet ist, für den Osten zu arbeiten. Das bisherige Versagen der Osthilfe ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß in dem von der Preußenkasse ausgedachten bürokratischen Verfahren unter der Kontrolle junger Leute die Beurteilung von Betrieben nach Gesichtspunkten erfolgt, die unter falschen Grundprinzipien der Erreichung eines Phantoms dienen. Schon unter dem Gesichtspunkt der Aufbringung der Mittel sollte es der Industrie bei dem Versuch der Schaffung eines Ausgleichs gegenüber der bisherigen Vernachlässigung der Landwirtschaft nicht zugemutet werden können, sich dem Eigendünkel eines kleinen Kreises zu fügen, der nicht einmal die sozialistische Partei zum Rückhalt hat, wie der scharfe Kampf dieser Gruppe gegen Dr. Baade beweist. In der Verschleppung und Bürokratisierung der Osthilfe rächt es sich heute, daß sich in der Oststelle eine intellektuelle Verranntheit breitmachen konnte, weil man die Rentenbank=Kreditanstalt mit Gewalt ausschalten wollte. Man hat bisher versucht, Osthilfepolitik gegen das Ernährungsministerium zu machen. Bei der engen Verbindung der Ostfragen mit den allgemeinen landwirtschaftlichen Verhältnissen ist aber jede Osthilfe ohne genaue Uebereinstimmung mit der Agrarpolitik von vornherein zum Scheitern verurteilt und muß auch weitere Gefahren für die gesamte Landwirtschaft und die von ihr abhängige Wirtschaft im Gefolge haben. Soll sich etwa der groteske Zustand einstellen, daß wir zwei voneinander grundverschiedene Bezirke in Deutschland bekommen sollen: das Ostgebiet, in dem nach dem Prinzip der experimentellen Agrarpolitik gearbeitet wird, und das übrige Gebiet, in dem nach den Grundsätzen einer gesunden Agrarpolitik der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung ihr Platz eingeräumt ist? Diese Entwicklung hat bereits begonnen. Die mit ihren Ersahrungen bei der Oststelle ausgeschaltete Rentenbank=Kreditanstalt hat in letzter Zeit damit begonnen, ihre einfachen Pläne in den unmittelbar an das Osthilfegebiet grenzenden sächsischen Kreishauptmannschaften Dresden und Bautzen beispielhaft durchzuführen. Die Organisation ist denkbar einfach und erfordert keinen Apparat, also auch keine Stellen, deren Inhaber auf die Erhaltung dieser Stellen bedacht sind. Durch die Dezentralisierung unter Vermeidung von Behörden, die durchdie Landesregierung dirigiert werden, und durch die maßgebende Einschaltung der landwirtschaftlichen Selbstverwaltung ist eine derartige Beschleunigung der Arbeit erzielt worden, daß die ersten Anträge bereits genehmigt sind und die Auszahlung wahrscheinlich früher erfolgt, als die ersten Gelder der Osthilfe fließen können, obwohl die Organisation der Osthilfe monatelang vorher begonnen hat. Schon damit ist die Arbeitsunfähigkeit der bisherigen Oststellenkonstruktion schlagend erwiesen. Die skandalöse Verschleppung der Osthilfe wäre also bei einigem guten Willen und bei ausreichender Einschaltung der Rentenbank zu vermeiden gewesen. Für die ernsthafte Erörterung kann es nicht entscheidend sein, ob zweifelhafte bürokratische Organisationen bestehen bleiben können. Das scheint aber bei einem Teil der in letzter Zeit unter merkwürdigen Begleitumständen der Oeffentlichkeit vorgesetzten Osthilfeentwürfe, insbesondere bei den aus der Ressortbesprechung vom 12. Januar, ausschlaggebend gewesen zu sein. Nach der Kanzlerreise sollten solche Probearbeiten der Ressorts interesselos sein. Bereits vor Antritt der Reise haben Vertreter der Landwirtschaft und der Industrie den zu ständigen Stellen hinsichtlich Taktik und Technik der Osthilfe nahegelegt, zu einer sachgemäßen Osthilfe im Einvernehmen zwischen den Berufsständen und mit den Berufsständen überzugehen. Zum finanziellen Teil ist nach dem alten Lutherplane der Grundgedanke die freiwillige Aufbringung wesentlicher Mittel durch die Industrie und die freiwillige Uebernahme der Verantwortung durch die Landwirtschaft. Um so bedauerlicher mußte die Art der Veröffentlichung der Industriepläne empfunden werden. Denn nach dem Grundgedanken der Selbstverwaltung kann die Landwirtschaft auch die Industrie nicht als souveränen Geldgeber anerkennen. Trotz aller Dementis und Referenten= und Oststellenentwürfe bilden diese überarbeiteten Pläne mit gleichartigen Grundgedanken des Hugenberg=Planes und der alten Forderungen Schieles die einzige Grundlage der über die politischen Hintertreppen hinausreichenden ernsthaften Verhandlungen. Da insbesondere die Banken schnelle Klarheit über die endgültigen Grundlagen und über die Ausdehnung der Maßnahmen brauchen, damit nicht weiter Geld verschleudert oder ungenutzt liegen gelassen wird, werden die grundsätzlichen Entscheidungen sehr schnell fallen müssen, wenn die Institute nicht nach dem Vorbild der Rentenbank selbständig vorgehen sollten, um wenigstens etwas noch zu retten. Den Banken, insbesondere der Reichsbank, kann nicht der Verlust weiterer Wirtschaftsmillionen und dem Finanzminister der Verlust weiterer Finanzmillionen durch Opferung an das jetzige Oststellen system zugemutet werden. Es ist auch kaum anzunehmen, daß die Rentenbank=Kreditan= stalt— die etwas mehr Prestige zu verlieren hat, als die Preußenkasse— sich überhaupt mit Plänen einer Reichsstelle befaßt, die nach wenigen Stunden schon von anderen Reichsstellen umgeworfen werden. Bei der Osthilfe steht nun einmal mehr auf dem Spiel als ein paar Stellen in irgendeiner überflüssigen Behörde. Die Verhandlungen um die Osthilfe sind an der Grenze angelangt, an der aus mehr oder weniger wohlgemeinten Bemühungen ein ungeheuerlicher Skandal werden kann. Die Denkwürdigkeiten eines Reichskanzlers. Von Graf Posadowsky, M. d. L. Aus der Leserschaft wurden wir schon verschiedentlich aufgefordert, zu dem Buche Bülows Stellung zu nehmen. Das ganze Buch hat uns noch nicht vorgelegen. Eine ganze Reihe von in Zeitungen gebrachten Aufsätzen konnten wir lesen. Nun erschien jetzt in Nr. 6„Deutsches Volksrecht" der vorliegende Artikel von Graf Posadowsky. Graf Posadowsky war von 1897—1907 Staatssekretär und Stellvertreter des Reichskanzlers Bülow. Wir nehmen an, daß es den Lesern besonders wertvoll ist, die Meinung des Grafen Posadowsky über diese Sache kennenzulernen und drucken den ganzen Artikel hier ab. Nach dem Kriege wurde die Oeffentlichkeit durch die Herausgabe zahlreicher Denkwürdigkeiten, Erzeugnisse von verschiedenem Werte, überschwemmt. Da kehren unsere Gedanken unwillkürlich zu dem monumentalen Werke des Fürsten Bismarck zurück, das für alle Ewigkeit ein Lehrbuch für das deutsche Volk und ein Denkmal der Geschichte sein wird. Auch Fürst Bülow, als ehemaliger Reichskanzler, hat sich verpflichtet gefühlt, seine Erlebnisse und Ansichten über Menschen und Verhältnisse der Oeffentlichkeit nicht vorzuenthalten, obgleich er früher erklärt hatte, er wolle Denkwürdigkeiten nicht veröffentlichen. Die Zeit, in der Fürst Bülow als Staatssekretär des Aeußeren und dann nach dem Ausscheiden des Fürsten Hohenlohe als Reichskanzler tätig war, fällt in die Spanne vom Ende des letzten bis zum Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts, also in einen Abschnitt, in dem man die politischen Richtlinien des Fürsten Bismarck glaubte verlassen zu können und gleichzeitig die Einkreisung Deutschlands— das heißt der Weltkrieg— sich vorbereitete. Die beiden Vorgänger des Fürsten Bülow, Graf Caprivi und Fürst Hohenlohe, waren wesentlich andere Persönlichkeiten als der Verfasser der neuesten Denkwürdigkeiten. Graf Caprivi, durch und durch Soldat, diplomatischen Intrigen und parlamentarischen Machenschaften innerlich und sachlich fernstehend, aber mit eisernem Fleiß bemüht, sich in die Aufgaben seines Amtes einzuarbeiten. Er hatte eine harte Jugend durchlebt, war infolgedessen in seinen Lebensbedürfnissen und Neigungen von spartanischer Einfachheit und Anspruchslosigkeit. Jedes äußere Hervortreten seiner Person vermied er soweit wie möglich. Seine Lebenserfahrungen hatten ihn zu einer gewissen Herbe seines Urteils geführt, namentlich über wirtschaftliche Gesellschaftsschichten, wenn sie mit Ansprüchen an den Staat hervortraten, die seiner Ansicht nach mit dessen Lebensbedingungen und mit der wirtschaftlichen Gerechtigkeit nicht vereinbar waren. Für Hohenlohe, das Muster eines Diplomaten der alten Schule, ein sehr feiner Kopf, vorsichtig tastend und zurückhaltend, ohne Belastung mit gesetzlichen oder tieferen wirtschaftlichen Kenntnissen, aber von klarem und gesundem Urteil. Aus Temperament und Klugheit, ruhig abwartend, vermied er es, voreilig oder aus persönlichem Ehrgeiz, in den Gang der Ereignisse einzugreifen. Von seinen Vorgängern wesentlich verschieden war Fürst Bülow; er hatte in vielen Ländern und an verschiedensten Höfen gelebt, legte Wert auf Aeußerlichkeiten des Lebens und auf Lebensgenuß, nicht von tiefen lebensführenden Grundsätzen geleitet, sondern schwierige Lagen durch geschickte Ausnutzung menschlicher Schwächen, namentlich der Eitelkeit, vorübergehend ausgleichend. Er legte Wert darauf, in allem, was geschah, möglichst sals tonangebend hervorzutreten, auch wenn er den Dingen sachlich fernstand; er war„un homme plein de soi“, wie der Franzose sagt. Dieses sein innerstes Wesen spricht deutlich aus seinen Denkwürdigkeiten. Es ist ein Werk voller Anekdoten zum Teil bedenklicher Art; amtliches Material, vertrauliche Gespräche, ebenso vertrauliche Briefe sind ohne Rücksicht auf Personen und ihr Andenken eingehend wiedergegeben; zum Teil scheinen diese langen Gespräche mit Rede und Gegenrede nachträglich stilisiert zu sein. Gelegentlich fällt ein scharfes Urteil über die Unwürdigkeit von Schmeichlern; es werden aber wiederholt und eingehend schmeichelhafte und bewundernde Aeußerungen wiedergegeben, die mündlich oder schriftlich über die Person des Verfassers und seine Leistungen geäußert wurden. Der Kaiser betrachtete den Fürsten Bülow als seinen Freund, er hat ihn mit allen Auszeichnungen geehrt, die in seiner Macht lagen. Als Fürst Bülow in der Sitzung des Reichstages neben mir bewußtlos zusammenbrach, meldete ich diesen Vorfall telephonisch Seiner Majestät. Der Kaiser kam sofort nach dem Reichstag und stürmte, sichtlich tief erschüttert, in das Foyer mit den Worten:„Wo ist mein Bernhard?“ Worauf ihm geantwortet wurde, daß der Reichskanzler bewußtlos in gefahrdrohendem Zustande in seinem Geschäftszimmer liege, was auf den hohen Herrn einen tiefschmerzenden Eindruck hervorrief. In den Denkwürdigkeiten ist indes an vertraulichen und amtlichen Aeußerungen des Kaisers und an vertraulichen Aeußerungen und Urteilen dritter Personen über den Kaiser gewissenhaft alles zusammengetragen, was diesem Herrscher in dem Urteil der Gegenwart und dem Andenken der Geschichte abträglich sein kann. So entsteht ein expressionistisches Gesamtbild, das der Wirklichkeit nicht entspricht. Lobende und verteidigende Aeußerungen des Verfassers scheinen nur niedergelegt zu sein, um die Absicht der vorhergehenden Angriffe zu verschleiern. Ebenso unsachlich und rücksichtslos sind, unter Mißachtung gewährten Vertrauens, die Urteile und Aeußerungen über viele andere Personen. Eine tiefer gehende Beurteilung staatsrechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse, die zum Verständnis der Zeit als Leitfaden für das lebende Geschlecht und als Quelle für die künftige Geschichtsschreibung dienen könnten, werden vermißt; dagegen findet sich die Wiedergabe höchst bedenklicher Aeußerungen, die einen ungünstigen Einfluß auf unser Verhältnis zu anderen Staaten haben müssen. Wenn man sich diese Denkwürdigkeiten vergegenwärtigt. die mindestens in ihren Grundzügen täglich festgelegt sind, so fragt man sich erstaunt, wie ein Reichskanzlei neben seinen vielseitigen amtlichen und gesellschaftlichen Pflichten Zeit und Lust finden konnte, sein Gedächtnis und seine Arbeitskraft mit diesem umfangreichen und zum Teil so nichtigen Stoff zu belasten, um sie der Nachwelt zu überliefern. Besonders hart urteilt der Verfasser auch über seinen Nachfolger von Bethmann Hollweg, während er über seine eigenen Fehlschläge bescheiden schweigt. Die Auflösung des Reichstags im Jahre 1906 wegen einer nebensächlichen Bemerkung zum Haushaltsplan nach Niederwerfung des Hereroaufstandes war ein politischer Mißgriff und eine ungerechte Handlung. Diese Maßregel richtete sich ausgesprochenermaßen gegen das Zentrum. Der demnächst zwischen rechts und links gebildete Block fiel bei der ersten sachlichen Probe naturgemäß auseinander; seitdem ist das Zentrum tatsächlich die regierende Partei des Reichstages geworden. Die Marokkopolitik erscheint vom politischen Standpunkt aus ein geradezu phantastisches Unternehmen, das uns mit unserem Verbündeten Italien entzweite, und in Algeciras die Mächte gegen uns zusammenführte, die bald darauf im Weltkriege uns gegenüber standen. Der ganze große Aufwand endete schließlich mit der Gründung einer gemeinsamen Bank in Tanger. Als bereits der Weltkrieg mit Flammenzeichen am Himmel stand, fand Fürst Bülow nicht die Kraft, die Flottenpolitik des Staatssekretärs von Tirpitz in Bahnen zu lenken, welche die Erhaltung des Friedens mit England, des schließichen Regisseurs des Weltkrieges ermöglicht hätten. Man nag der Ansicht sein, daß Herr von Bethmann Hollweg einer Aufgabe als Reichskanzler nicht genügte; in einer Beziehung hatte er jedenfalls ein richtiges Gefühl: Er chte wieder freundliche Beziehungen mit England anzumüpsen. Vielleicht vermochte er sich nicht durchzusetzen oder—— es war zu spät. Bei dem harten Urteil über seinen Nachfolger vergißt Fürst Bülow, daß es seine Politik war, die uns ichließlich in den Weltkrieg geführt hat. In einem Zeilungsaufsatz über seine Denkwürdigkeiten wurde gesagt, er habe nicht den schweren Säbel des Fürsten Bismarck zeführt, sondern mit dem zierlichen Degen gekämpft; kein, seine Waffen sind weder der Säbel noch der Degen, nit dem Männer ihre Brust dem Gegner bieten, für Ehre ind Leben kämpfen; die Waffe in seinen Denkwürdigkeiten gleicht dem Dolche, der dem wehr= und ahnungsoosen Gegner in den Rücken gestoßen wird— aus gedecker Stellung. Fürst Bülow war ein Freund von Zitaten. Ueber seine Denkwürdigkeiten könnte man das— engische— Motto setzen: „Ein Uebel ist ein offener Feind, Doch übler noch ein Freund, der's feindlich meint.“ Fürst Bülow gibt von sich selbst ein Charakterbild, vie kein Dritter es hätte unternehmen dürfen zu zeichgen. Jeder ernst denkende und ethisch empfindende Leser wird das Buch mit seelischer Unlust aus der Hand legen. Die Rückkehr aus Genf. — Berlin, 27. Januar. Reichsaußenminister Dr. Curtius, der am Montag mit der deutschen Delegation von der Genfer Tagung der Europakommission und des Völkerbundsrates nach Berlin zurückgekehrt ist, wird in den nächsten Tagen dem Kabinett sowie dem Auswärtigen Ausschuß und schließlich auch dem Plenum des Reichstags über seine Verhandlungen Bericht erstatten. Da der Reichstag, der ja Anfang Februar seine Arbeiten wieder aufnimmt, gleichzeitig an die Verabschiedung des Reichshaushaltsplans für das am 1. April beginnende neue Finanzjahr herangehen muß, werden uns die nächsten Wochen so etwas wie eine politische Klärung bringen. Fürs erste genügt es, den Rahmen zu skizzieren, in dem sich die— sicher sehr lebhafte— Diskussion bewegen wird. Außenpolitisch hat Deutschland in Genk eine Verurteilung der grausamen polnischen Gewalttaten gegen die Angehorigen der deutschen Minderheit, eine Zurechtweisung der polnischen Behörden, die diese Greueltaten mit verschränkten Armen mitangesehen, ja sie sogar begünstigt haben, und eine Feststellung der Verpflichtung Polens, den Opfern des Terrors Schadenersatz zu leisten und Genugtuung zu geben, erreicht. Damit sind Polen Sanktionen auferlegt worden, die den polnischen Stolz empfindlich treffen müssen, die andererseits die Deutschenfeinde aber auch von einer Wiederholung der Terrormaßnahmen abhalten dürften. Insoweit gibt es wenig Meinungsverschiedenheiten. Bedauerlich an dieser Lösung ist aber, daß die Durchführung der Sühne= und Wiedergutmachungsmaßnahmen Polen überlassen geblieben ist. Das wiegt um so schwerer, als wir mit der Ausführung internationaler Verträge durch Polen wiederholt sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nun ist dem polnischen Außenminister zwar aufgegeben worden, dem Rat im Mai über die Ducchführung der Maßnahmen zur Gewährleistung des Minderheiten7. Volkshochschulwoche in Bethel. Zum 7. Male hatten sich in den ersten Tagen des neuen Jahres die Altschüler und=schülerinnen unserer beiden westsälischen Volkshochschulen in Bethel und Lienen auf dem Lindenhof zur Volkshochschulwoche versammelt. Man hat immer versucht, gegenwarts= und lebensnahe Fragen miteinander auf diesen Tagungen zu verhandeln. Geht es uns doch darum, unsere Zeit und die Bewegung in unserer Zeit zu verstehen, um dann zu fragen: Was sollen wir tun? So war es fast eine Selbstverständlichkeit, daß in diesem Jahre die Bewegung von uns besprochen werden mußte, die gegenwärtig wohl am meisten das Für und Wider herausfordert: Der Nationalsozialismus. Und wer es noch nicht gewußt hatte, wie sehr diese Bewegung, die mehr sein will und mehr ist als eine politische Partei neben den anderen, die Gemüter bewegt, dem konnte unsere Tagung das wieder deutlich machen. Nicht nur der Vortrag, der speziell diesem Thema gewidmet war, sondern auch sonst alle Besprechungen konzentrierten sich mehr oder weniger, gewollt rder ungewollt, immer wieder um diese Frage. Der Begrüßungsabend galt dem Andenken Vater Bodelschwinghs, dessen 100. Geburtstag am 6. März gefeiert wird. Miss.=Insp. Trittelvitz erzählte von seinem Erleben und Begegnen mit dem alten Vater. Wenn er heute noch unter uns wäre, ob er eine Antwort auf die Fragen anserer Zeit wüßte? Am nächsten Morgen begannen die Vorträge zu den verschiedenen Themen des Arbeitsplanes. Nach einer schlichten Morgenfeier sprach P. Niemöller=Bielefeld über den Nationalsozialismus. Es ging uns darum, in sachlicher Aussprache jenseits des politischen Schlagwortes uns Rechenschaft über die letzten Kräfte der Bewegung zu geben. Das konnte nicht geschehen ohne eingehende Erörterung ihres weltanschaulichen Hintergrundes. Denn der Referent ging deutlich von der Feststellung aus, daß der Nationalsozialismus der Träger der deutschen Wiedergeburt sei und ein neues Zeitalter heraufführen wolle. Daher besteht seine Aufgabe in der Kritik an Altem und in seiner Ablösung durch etwas Neues. Er geht aus von der radikalen Kritik an der Jugendbewegung und ihrer Kultur, am Parlamentarismus, am Internaschutzvertrags Bericht zu erstatten, doch ist es fraglich, ob der Völkerbundsrat dann noch die Energie aufbringen wird, die notwendig ist, um wesentliche Korrekturen erzwingen zu können. In der Presse, und ebenso in den führenden Zeitungen des Auslandes, wird der Ratsbeschluß allgemein als eine scharfe Verurteilung Polens gewertet. Wenn der„Daily Herald“ aber noch darüber hinausschießt und von einem„großen Triumph des Völkerbundes“, spricht, dann muß demgegenüber doch darauf hingewiesen werden, daß man richtiger von einem Skandal spricht, nämlich insofern, als abgesehen von dem den Vorsitz führenden englischen Außenminister Henderson kein Vertreter einer sonstigen Macht es für notwendig befunden hat, das Wort zu nehmen, um das Interesse der Welt an der Minderheiten=Schicksalsfrage zu dokumentieren. Für die deutsche Regierung wird es jetzt darauf ankommen, die korrekte und schnelle Ausführung der Wiedergutmachungsmaßnahmen zu überwachen, damit notfalls erneut die Weltöffentlichkeit angerufen werden kann. Daß für den Wojewoden Graczynski, diesen wahrhaft bösen Geist des Deutschtums, in der ostoberschlesischen Verwaltung kein Platz mehr ist, ist wohl eine Selbstverständlichkeit. Solange dieser schwerbelastete Hetzer an der Spitze der Verwaltung steht, hat die deutsche Bevölkerung Ostoberschlesiens Gerechtigkeit nicht zu erhoffen. In der zweiten Frage, um die es in Genf ging, die Einberufung der Abrüstungskonferenz, wird im Reichstag an der Zurückstellung der Konferenz bis Februar 1932 Kritik geübt werden. Kann man bis dahin von den Saboteuren der Abrüstung doch noch allerlei erwarten, wie der Ueberrumpelungsversuch Briands in der Schlußansprache über die Abrüstung zeigte. Denn für Deutschland ist der ausgearbeitete Entwurf eines Abrüstungsvertrages alles andere als ein„solider Rahmen“, wie es Briand meinte, Das wird bei den notwendigen Vorverhandlungen über die Abrüstungskonferenz noch wiederholt deutlich zum Ausdruck gebracht werden müssen, und es ist deshalb gut, wenn auch der Reichstag die Gelegenheit wahrnimmt, für Deutschland das uneingeschränkte Recht auf paritätische Sicherheit zu fordern und die Konsequenzen eines Versagens des Völkerbundes in dieser Hinsicht klarzustellen. Die Innenpolitik wird, wie bereits gesagt, von der Verabschiedung des neuen Reichshaushalts beherrscht werden. Hierbei wird man vor allem darauf Rücksicht nehmen müssen, daß endlich eine feste Grundlage für einen neuen Wiederaufstieg des deutschen Volkes und der deutschen Wirtschaft geschaffen wird. Der Eindruck in Ostoberschlesien. „Der Systemwechsel erst dann gesichert, wenn der böse Geist Ostoberschlesiens verschwindet.“ Zu der Ratsentscheidung in der Minderheitenfrage schreibt der„Oberschlesische Kurier" in Kattowitz, es sei das erstemal, daß sich eine minderheitenfreundlichere Tendenz im Völkerbundsrate bemerkbar gemacht habe. Was erreicht worden sei, stelle das Höchste dar, was in Genf zu erreichen gewesen sei. Der Appell Hendersons an die Loyalität der Mehrheit gebe zu der Hoffnung Anlaß, daß auch die Deutschen in Ostoberschlesien bessere Tage sehen dürften. Die deutsche Minderheit könne mit der Genfer Formel zunächst zufrieden sein, wenn sie auch nicht eine volle Sühne für das hier begangene Unrecht darstelle. Es liege unnmehr an der Regierung, den in Geuf formulierten Forderungen und damit dem Recht Geungtuung zu verschaffen. Es werde auch in Warschau klar sein, dag es diesmal nicht angängig sei, die praktische Durchführung der Systemänderung dem guten tionalismus, am Pazisismus, vor allem aber am Marxismus, seinem Todfeind. Das Rasseproblem ist die Frage unserer Zeit und wird als solche nur vom Nationalsozialismus mit besonderem Nachdruck in den Mittelpunkt gerückt. Von Hitler wird sie rekigiös begründet: Die Reinerhaltung der Rasse ist ein Gebot des Schöpfers. Die Frage kann überschätzt werden. Von Ludendorff und einigen Führern des Nationalsozialismus wird der Rassengedanke in einer Weise verabsolutiert, daß ihre Irrwege offenkundig sind. Sie finden bei der offiziellen Bewegung keinen Rückhalt. Jedenfalls bietet, so schloß der Referent, die Bewegung manches Hoffnungsvolle. Eine Jugend mit neuen Idealen und voll Begeisterungsfähigkeit steht auf. Der Kampf gegen den Kulturbolschewismus und für eine neue Sittlichkeit wird vorangetragen. Andererseits dürfte man den Nationalsozialismus nicht überfordern. Eine religiöse Erneuerung unseres Volkes kann nicht von hier erwartet werden. Fragen und Bedenken grundsätzlicher Art meldeten sich in der Besprechung an. Ist der Nationalsozialismus in der Lage, von seiner Einstellung her in dem Schweren, was unser Volk durchlebte, Gottes Gericht zu bejahen? Ist er bereit, sich unter das Gericht zu beugen, um durch die Buße hindurch den Weg zur Rettung zu finden? Sodann— ist mit der Lösung des Rasseproblems, wie sie der Nationalsozialismus sucht, wirklich eine Lösung aller Fragen gegeben, um die es hier geht? Wer mit ganzem Ernst so fragte, erfuhr wieder einmal, daß eine letzte befriedigende Antwort auf diese Fragen bis zur Stunde noch nicht gegeben ist. Und daß man die Dinge auch ganz anders sehen kann, das machte uns der zweite Vortrag am Nachmittag deutlich. Pastor Merz, Bethel, sprach zu dem Thema: Die Kirche und die Lage unserer Zeit. Was ist Kirche? Kirche gibt es nicht irgendwie für sich, sondern nur in engster Beziehung zu ihrer Zeit und Mitwelt, in unbedingter Sympathie, d. h. Mitleidenschaft mit ihrer Zeit. Die Kirche leidet mit an den Nöten der Welt, darum hat sie stets ein Wort zur Lage ihrer Zeit. Wo das nicht mehr der Fall ist, da sehlt es an der Kirche. Denn die Kirche ist dort, wo Menschen glauben, daß Gott der Herr der Welt ist, wo sie sich zum Ausdruck dessen unter ihn stellen, wissend, daß sie sein Wort nur hören oder bösen Willen lokaler Behörden zu überlassen. ja vor der Maitagung über die einzuleitenden nahmen Bericht zu erstatten sei. 96 Die„Kattowitzer Zeitung" betont den Willen des Deutschtums in Polen, zur Befriedung des Landes bei. zutragen, sofern durch die Ausräumung der lokalen Hindernisse die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Von den reichsdeutschen Grenzlandzeitungen schreibt die Beuthener„Oberschlesische Volksstimme“ das maßgebende Organ der oberschlesischen Zentrums. partei, die Oberschlesienfrage bleibe auch nach der Ratz, tagung in der Schwebe. Polen stehe in Zukunft unter dem starken Druc und der Kontrolle des Völkerbundes. Es sei klar, daß der geforderte Systemwechsel erst dann gesichert erscheine, wenn der böse Geist Ostoberschlesiens verschwinde. Zum Schluß bemerkt das Blatt: „Nicht um Sieg und Niederlage haben wir gekämpft, sondern um Freiheit und Gerechtigkeit für unsere schwer geprüften Volksgenossen jenseits der Grenze. Das ist uns Herzenssache und wird es bleiben. Endurteil über den Erfolg der Bemühungen Dr. Curtius' werden allerdings die praktischen Früchte der Beschlüsse des Völkerbundsrats fällen.“ Aehnlich erblickt die„Ostdeutsche Morgenpost“ in der Ratsentscheidung eine Grundlage für eine grundlegende Systemänderung in Ostoberschlesien. Kein Staatssekretär Stimson gegen die Ernennung eines Amerilaners zum Präsidenten der AbrüstungsKonferenz. — London, 27. Januar. Die Londoner„Times“ bringt eine Meldung ihres Berichterstatters in Washington, in der es heißt: „Die Anregung, daß ein amerikanischer Bürger den Vorsitz auf der allgemeinen Abrüstungskonferenz übernehmen solle, ist.von der amerikanischen Regierung abgelehnt worden, und diese Haltung findet zweifellos die Unterstützung der öffentlichen Meinung. Auch der Gedanke einer Zwischenkonferenz unter Beteiligung eines Amerikaners hat keine Billigung gefunden. Staatssekretär Stimson legte dar, daß die Methode„direkter Verhandlung" nach nsicht der Regierung geeigneter zur Behandlung der „wunden Stelle“ Europas sei. Die große Wichtigkeit der kommenden Konferenz wird in Washington ebensowenig geleugnet wie die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten unvermeidlich eine führende Rolle spielen werden. Aber man ist der Meinung, daß es zu weit gehen würde, wenn die Vereinigten Staaten die leitende Verantwortlichkeit übernähmen, die unvermeidlich wäre, wenn ein Amerikaner auf der Abrüstungskonferenz den Vorsitz führen würde.“ Die Frage des Vorsitzes der Abrüstungskonferenz ist also auch jetzt noch völlig ungeklärt; daß aber der tschechische Außenminister Benesch nicht der Mann ist, der die Abrüstungskonferenz auch nur zu einem bescheidenen Erfolg führen kann, gilt heute erst recht. Ostpreußenabordnung bei Brüning. Vor einer neuen Kabinettssitzung zur Beratung der Osthilfe. Unter Führung des Oberpräsidenten von Ostpreußen Siehr und des Herrn von Höppe erschienen Vertreter der ostpreußischen General=Landschaft beim Reichskanzler, um ihm die Wünsche der ostpreußischen Landwirtschaft vorzutragen. An der Besprechung nahmen außerdem teil: die Reichsminister Dietrich, Treviranus und Schiele, die preußischen Minister Hirtsiefer, Höpker=Aschoff und Steiger sowie Reichsbankpräsident Luther und Staatssekretär Krüger. können in brüderlicher Verbundenheit miteinander. Damit, daß wir als Kirche einer Lage gegenüberstehen, die ganz anders ist als sie sein sollte, merken wir, daß es mit der Kirche nicht stimmt. Welches ist die Lage unserer Zeit? Auf der einen Seite steht der Bolschewismus, der die Herrschaft Gottes radikal verneint und statt dessen die Herrschaft des Menschen proklamiert, deshalb die unbedingte Auflehnung gegen alle Ordnung. Das westliche Bürgertum steht mit dieser Geistesrichtung grundsätzlich auf der gleichen Linie. Daher die große Angst vor der Gefahr, die von dorther droht. Man ist innerlich völlig wehrlos, weil man im Grunde in derselben Richtung sich bewegt. In dem Kampf, der hier entbrennt, läßt man sich gern auch die Bundesgenossenschaft der Kirche gefallen. Aber man will die Kirche doch nur als Magd; sie soll gewissermaßen unter Geschäftsordnung stehen. Das darf die Kirche sich nicht gefallen lassen, sie hat unbedingt den Herrschaftsanspruch Gottes zu vertreten. Als neue Bewegung ist nun von der anderen Seite ein neuer Nationalismus entstanden, der eine ganz nieu Wendung bringen will. Wenn wir nun fragen, wie sich die Kirche dieser Bewegung gegenüber verhalten soll, so bedeutet das keineswegs nur zu erkunden, ob der Nationalsozialismus in seinen äußeren Grundsätzen mit der Kirche übereinstimmt. Vielmehr ist das die Frage, die die Kirche an den Nationalsozialismus zu stellen hat: Trag ihr die Not der anderen und beugt ihr euch unter Gottes Herrschaft? Das Gute, das die neue Bewegung bringt, ist unbedingt zu bejahen und anzuerkennen. Goll kann diese Bewegung gebrauchen, um unserem Volne Heil zu schaffen, so wie er sich einst des heidnischen nigs Cyrus bediente, um sein Volk Israel zu befreien. In jedem Fall aber kann sich die Kirche niemals unde dingt irgend einer völkischen oder politischen Bewegung verschreiben. Cyrus war in jenem Fall Gottes Knech der seinen Willen volkstreckte. Aber sein Bild wurde!! Tempel nicht aufgestellt. In diesem Zusammenhang sie das Wort, daß das Hakenkreuz wie auch die Abzeiche“ anderer pokitischer Gruppen nicht vor den Altar ee“ Kirche gehören. Denn aufs Letzte und Tiefste gesehen, hat die Kitch dem Nationalsozialismus gegenüber manche bri###er Unterzeichnn Nach sein garische Ministder Hauptstadt such abgestattet widerung des lers in Budap Anwesenheit d Wien weilte in der BundeIm Verle Bethlen und V österreichischen gerichtsvertrag, 10. April 191 Einleitung des das bestehende Oesterreich und der frühere B haltlicher Hinst heutige Abkomi über das jedem verfahren. De die Erfahrung abschluß und Schiedsgerichts die zwischen v Schiedsgerichts Keine Bereitsch Eine eng gebende Erklä Schatzkanzler 1 lisch=amerikani war. 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Nach seinem Besuch in Deutschland hat der ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen nnnmehr auch der Hauptstadt Deutsch=Oesterreichs, Wien, einen Besuch abgestattet. An sich handelt es sich um eine Erwiderung des Besuchs des österreichischen Bundeskanzlers in Budapest vom Frühjahr 1930. Während der Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten in eien weilte auch der österreichische Gesandte Calice in der Bundeshauptstadt. Im Verlaufe des Besuchs unterzeichneten Graf Bethlen und Vizekanzler Dr. Schober einen ungarischösterreichischen Freundschafts=, Vergleichs= und Schiedsgerichtsvertrag, wodurch der alte Schiedsvertarg vom 10. April 1923 eine Abänderung erfährt. In der Einleitung des jetzigen Vertrags wird nachdrücklichst auf das bestehende Freundschaftsverhältnis zwischen DeutschOesterreich und Ungarn hingewiesen und erwähnt, daß der frühere Vertrag wesentlich ergänzt wird, in inhaltlicher Hinsicht aber aufrecht erhalten bleibt. Das heutige Abkommen enthält ferner nähere Bestimmungen über das jedem Schiedsgericht vorangehende Vergleichsverfahren. Der Vertrag stützt sich insbesondere auf die Erfahrungen, die man seit dem letzten Vertragsabschluß und dem seither beträchtlich entwickelten Schiedsgerichtsverfahren, im übrigen lehnt er sich an die zwischen verschiedenen Staaten bereits bestehenden Schiedsgerichtsverträge an. In einer Unterredung mit Journalisten betonte Graf Bethleu, wenn sein Besuch in Wien abermals Gerüchten über die bevorstehende Bildung eines Revisions= oder eines anderen Staatenblocks auslösen sollte, dann wolle er von vornherein feststellen, daß einzige Zweck seines Besuchs die Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Nationen sei. Deutsch=Oesterreich und Ungarn würden aber nicht nur durch wirtschaftliche Bande und gemeinsame politische Interessen verbunden. Wie er es anläßlich seines Berliner Besuches betont habe, stelle zwischen der ungarischen und der deutschen Nation die deutsche Minderheit in Ungarn ein starkes Bindeglied dar. Das Gleiche gelte für Oesterreich. In Berlin und auch anderswo habe er in nicht mißzuverstehender Weise erklärt, es sei ein hervorragendes Interesse Ungarns, daß die deutsche Minderheit in Ungarn sich so wohl fühle, wie unter ihren Stammesbrüdern. Die Minderheitenpolitik Ungarns werde auch in Zukunft von dieser Auffassung geleitet sein. Sollte den Minderheiten, sei es in ihrer Gesamtheit, sei es in der Person eines einzelnen, trotz der bestehenden Gesetze und Verordnungen eine Unbill widerfahren, so werde die ungarische Regierung diese ebenso ahnden, wie die Verletzung irgendeines anderen Gesetzes. 11000 Inder freigelassen. Trotzdem befinden sich noch 23500 politische Gefangene im Gefängnis. In der Indischen Gesetzgebenden Versammlung zu Delhi gab Minister Crerar eine Erklärung ab, nach der von den 54000 Personen, die wegen ihrer Beteiligung am passiven Widerstand zwischen April und Dezember vorigen Jahres abgeurteilt wurden, 11000 gegen das Versprechen künftigen Wohlverhaltens freigelassen worden sind. Im Gefängnis befinden sich gegenwärtig noch 23500 Personen. Problem der Kriegsschulden Keine Bereitschaft Amerikas zu einem Schuldennachlaß? Eine englische Zeitung veröffentlicht eine„maßgebende Erklärung“ Sir Robert Hornes, der britischer Schatzkanzler unmittelbar vor dem Abschluß des englisch=amerikanischen Schuldenabkommens durch Baldwin war. Horne warnt vor der Erwartung, daß die Vereinigten Staaten in der unmittelbaren Zukunft bereit sein werden, ihren europäischen Schuldnern irgendwelche Konzessionen zu gewähren. Er weist darauf hin, daß bei der augenblicklichen amerikanischen Regierung keine Veränderung in der Kriegsschuldenpolitik moglich ist. Das Blatt bemerkt dazu, Hornes Erklärung sei wichtig angesichts der Kampagne, die zu Gunsten der Revision des Young=Planes geführt wurde. Es scheine daraus zu folgen, daß Großbritannien keine Verminderung in den deutschen Reparationszahlungen billigen könne, wenn nicht ein Aequivalent in den britischen Zahlungen an die Vereinigten Staaten geschaffen wird. an der Reichsbahn. Ausschußdebatte über die Auflösung der Reichsbahndirektion Magdeburg.— Der Reichstag wünscht Richtlinien. Im Rahmen der Beratung des Etats des Reichsverkehrsministeriums entspann sich im Haushaltsausschuß des Reichstags eine längere Debatte über die geplante Aufhebung der Reichsbahndirektion Magdeburg, wobei mehrfach an dem Vorgehen der Reichsbahn Kritik geübt wurde. Reichsverkehrsminister v. Guérard erklärte, im Falle der Reichsbahndirektion Magdeburg habe er von den Plänen durch die Vorlage für den Verwaltungsrat Kenntnis bekommen und bei der Hauptverwaltung festgestellt, daß seitens des preußischen Ministerpräsidenten und des Handelsministeriums Bedenken gegen die Aufhebung der Direktion nicht erhoben worden seien. Er, der Reichsverkehrsminister, habe ebenfalls die Gründe der Reichsbahngesellschaft als sachlich berechtigt anerkannt.„ g2.#. 81 M Nicht zugeben könne er, oaß für die Stadt Magdeburg besondere Nachteile aus der Aufhebung der Direktion entstehen würden, besonders angesichts der Ausgleichsmaßnahmen, die die Reichsbahn durch Verlegung der Verkehrskontrolle nach Magdeburg vorgenommen #oe. E p asem e Angenommen wurde eine Entschließung, worin die Reichsregierung ersucht wird, dahin zu wirken, daß die erforderliche Vereinfachung der Verwaltung und die damit im Zusammenhang stehende Auflösung entbehrlicher Landesfinanzämter, Oberpostdirektionen, Hauptversorgungsämter und Reichsbahndirektionen bald und nach einheitlichen Gesichtspunkten danach erfolgt, daß unter Wahrung der sachlichen Bedürfnisse unter den einzelnen Amtsorten ein Ausgleich geschaffen wird. Zu verhindern sei jedes, der Reform hinderliche weggehen einzelner Verwaltungen, und deshalb auch die in Aussicht genommene Auflösung von Reichsbahnwrctoten. Agrarbesprechungen in Paris. Für Anfang Februar geplant. Der Außenpolitiker des„Petit Parisien“ kündigt an, daß Briand Anfang Februar die Vertreter der Staaten, die Getreide einführen, nach Paris zu einer Besprechung einladen werde. Der Berichterstatter glaubt, daß unter den Delegierten dieser Staaten rasch eine Verständigung erzielt werden würde. In einigen Monaten werde auch das Amt für die Verteilung der landwirtschaftlichen Kredite eingerichtet sein. — Das Korps Hassia in Gießen, dem der frühere liner Oberbürgermeister Böß angehörte, hat Böß gemäß Beschluß des Seniorenkonvents das Band entzogen. Frage aufzuwerfen. Der Nationalsozialismus will innere, sittliche Wandlung und Erneuerung. Hitlers Rede in Bielefeld wurde mit einem Evangelisationsvortrag verglichen, so sehr war hier der Ton ganz auf diese innerste Entscheidung gelegt. Dennoch ist vom Standpunkt der Kirche hier zu fragen: Ist das Buße im Sinne des Neuen Testaments, was hier verlangt wird? Geht es um die Unterwerfung unter Gottes Herrschaft? Ferner ist zu fragen: Kennt der Nationalsozialismus das Wort von der Vergebung, wie es der Kirche aufgetragen ist? Zeigt nicht sein Kampf, in wie weitgehendem Maße das nicht der Fall ist? Damit aber ist gesagt, daß er die Wirklichkeit nicht richtig sehen und ihr nicht gerecht werden kann. Denn das ist nur im Licht der Vergebung möglich. Ein letztes Wort der Kritik ist vom Standpunkt der Kirche dem Konservatismus gegenüber am Platz, der heute weithin wieder wach geworden ist. Man pflegt Volkstum und Sitte und glaubt damit eine neue Kraftquelle zu erschließen. Damit ist dem gefährlichen Irrtum Vorschub geleistet, als ob mit alledem auch dem Evangelium Bahn gebrochen werden könne. Die Kirche hat auch dieser falschen Meinung gegenüber den Bußruf zu erheben, der Beugung unter Gottes Herrschaft verlangt. Auch an diesen Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Die Frage nach dem Verhältnis der Kirche zu den politischen Parteien, wie zum Staat überhaupt, war lebendig geworden. Soll die Kirche es wagen, sich von allen äußeren Bindungen frei zu machen, um sich allein auf Gott zu stellen? So allein könnte sie tatsächlich ihr Zeugnis für Gott in dieser Welt ganz ausrichten. Man merkt, wie sehr wir auch hier in das Ringen um letzte Klarheit hineingestellt sind. Der Sonntag brachte zunächst einen Gottesdienst von P. Thiemann in Sarepta, sodann die Verhandlungen des Vorstandes und der Mitgliederversammlung des Bundes Betheler Volkshochschüler. Am Nachmittag hörten wir dann einen Vortrag von P. Fritz v. Bodelschwingh über das Thema:„Die Gemeinde und die Not unserer Zeit.“ Zur Gemeinde Christi gehören die, die den Ruf Christi zum Dienst vernommen haben. Sie sollen Herz und Gewissen der Ortsgemeinde sein. Sie haben der Not unserer Zeit gegenüber eine Aufgabe, die um so mehr wächst, je mehr die Hilfe des Staates nach innen und außen versagt. Das sei aber in unserer Zeit der Fall. Dadurch, daß der Staat immer mehr seine Hand auf die private Wohltätigkeit wie überhaupt auf das persönliche Leben des einzelnen legt, würde die Hilfeleistung viel schwerfälliger und härter. Wir stehen vor einem Trümmerhaufen. In dieser Lage hat die Gemeinde ihre Aufgabe. Denn ihr wurde von Christus das Auge für die Wirklichkeit geschenkt, das macht sie wahrhaftig und barmherzig zugleich. Sie sieht nicht nur unsere Not, sondern auch unsere Schuld. Darum sucht sie, statt zu schelten und kritisieren, zu helfen. Wie kann sie helfen? Ihr Dienst soll am Nächsten einsetzen. Er geht aus von der Heiligung und Festigung der natürlichen Ordnungen in Familie und Nachbarschaft. Oeffentliche Fürsorge ist manchmal ein Hindernis perfönlicher Verantwortung für den andern und nachbarlicher Hilfeleistung. Aber sie kann diese nicht ersetzen. Erst wenn die Kräfte wirklicher Nächstenliebe wieder einsetzen, können mit ihren Mitteln die schlimmsten Ursachen der Volksnot, Arbeitsund Wohnungsmangel, in entscheidender Weise gemildert werden. Die Gemeinde Christi tut diesen Dienst im Hinblick auf die Verheißung Christi mit zuversichtlicher Hoffnung. Der Vortrag richtete an jeden von uns die Frage: Wo kann ich helfen? Wo erwächst aus der Not für mich der Ruf zum Dienst? Vom Dienst der Kirche und der Gemeinde am eigenen Volk hatten wir gesprochen. Aber die Christenheit hat auch eine Aufgabe in der Welt, die sie nicht vergessen darf. Von ihr sprach in zwei Vorträgen Pastor Ronicke, Bethel. Der erste Vortrag suchte uns ein Bild der heutigen Weltlage zu vermitteln. Im Leben der Völker untereinander zeigen sich dieselben Nöte und Spannungen, wie im Leben des einzelnen Volkes. Durch Ueberwindung der Entfernungen sind die Völker nahe zusammengerückt. Das bedingt immer engere Beziehungen in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Der Lebensraum ist zu enge geworden. Den überbevölkerten Ländern (China, Japan, Indien) aber stehen Kontinente mit sehr schwacher Bevölherung gegenüber, die sich gegen den ZuStaffelung Die weitere Klärung der Frage einem Unterausschuß überwiesen. Der Haushaltsausschuß des Reichstags beschäftigte sich mit dem Antrag Breitscheid auf Staffelung der in der Notverordnung vom 1. Dezember 1930 vorgeschriebenen Beamtengehaltskürzung. Während nach der Notverordnung für alle Beamten gleichmäßig eine Gehaltskürzung von 6 Prozent eintreten soll, will der sozialdemokratische Antrag die Kürzung staffeln und sie mit 4 Prozent beginnen und mit 10 Prozent enden lassen. Reichsfinanzminister Dietrich bezifferte den Ausfall bei einer Annahme des Antrags auf insgesamt 100 Millionen Mark. Würde man eine Staffelung herbeiführen, so werde man nicht unter den Satz von 6 Prozent heruntergehen können. Die Arbeiter würden es nicht verstehen, daß sie sich einen sechsprozentigen Lohnabzug gefallen lassen müssen und die Beamten, die doch eine gesicherte Stellung haben, jetzt nachträglich in ihren Abzügen entlastet würden. Die Regierung sei zu einer gründlichen Prüfung dieser Fragen bereit, aber sie bittet, keine Beschlüsse zu fassen, durch die der ganze jetzt überwundene Kampf wieder neu aufgerollt werde. Auch die italienische Regierung habe eine einheitliche Gehaltskürzung um 12 Prozent durchgeführt. Nach längerer Debatte wurde der Staffelungsantrag darauf einem Unterausschuß zur Weiterberatung überwiesen Eingabe der Bergarbeiter. Appell zu verstärkter Preissenkung und Turchführung der Arbeitsbeschaffungspolitik. Der Verband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands(alter Bergarbeiterverband) betont in einer Eingabe an die Reichsregierung, die Neuregelung der Tarife habe im Ruhrbergbau den Bergarbeitern schwere Sorgen hinterlassen. Die Reichsregierung wird gebeten, ihre Bemühungen zur Senkung des Preisnivcaus mit aller Eneegie fortzusetzen. Die Arbeiter würden ein Versagen des Preisabbaus einem Versagen der Staatspolitik gleichsetzen. Die Knappschaftsversicherung habe eine Last zu tragen, die ohne öffentliche Hilfe nicht bewältigt werden könne. Weiter wird die Hilfe der Reichsregierung für die Durchführung einer Arbeitsbeschaffungs= und Arbeitsverteilungspolitik reklamiert, um der katastrophalen Kürzung im Bergbau Einhalt zu gebieten. Die Suspendierung des Mehrarbeitsabkommens sei die letzte Zuflucht vor dem Chgos. 16 Millionen Mark für die Knappschaft. Berlin, 27. Januar. Wie verlautet, hat die Reichsregierung der Reichsknappschaft, um sie über die akuten Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, je 8 Millionen für Februar und März zur Verfügung gestellt. Für strom der Einwanderung abschließen. Die weiße Rasse, die seit 400 Jahren in steigendem Maße die Welt beherrscht, sucht ihre Herrschaft in dieser Weise zu behaupten. Alle diese Tatsachen wurden mit Zahlen belegt, zugleich aber wurde betont, daß hinter diesen nackten Zahlen eine Unsumme persönlichster Not stehe. Die farbigen Völker sind erwacht und suchen ihr Recht. Sie suchen ihren weißen Beherrschern dadurch ebenbürtig zu werden, daß sie sich ihr Wissen und ihre Zivilisation aneignen. Dadurch entsteht eine von allem Religiösen gelöste und ihm fremd gegenüberstehende Geistesrichtung, der „Säkularismus". Der Kampf zwischen Christentum und Antichristentum ist auf der ganzen Linie, in aller Weit entbrannt. Es ist die Aufgabe der Christenheit, der Welt in dieser Lage selbstlos zu dienen. Die Aufgabe ist vom Standpunkt der Welt sinnlos. Hier werden die Menschen als ein Aktivum angesehen, das man für seine Pläne mit in die Rechnung setzt. Erst der Christenheit wird es möglich, den Menschen als Menschen zu begegnen und ihnen als solchen zu dienen. In der Besprechung tauchte noch einmal die Rassenfrage auf. Sie erhielt von den Erfahrungen der Mission her neues Licht. Die Sonderung der Rassen und die aus ihr sich ergebende Aufgabe ist da. Sie wird auch in der Mission nicht beseitigt, sondern eher noch verschärft. Und doch ist damit nicht das Letzte gesagt. Es gibt einen Standpunkt darüber, wo einer dem andern als Bruder begegnet über alle Unterschiede der Völker und Rassen hinweg. Am Nachmittag waren gesonderte Vorträge für junge Mädchen und junge Männer über Berufsfragen. Dann kam der Schlußabend mit seinem Scherz und seinem Ernst. Wir schieden nicht mit gelösten Fragen und fertigen Antworten. Es ist nicht möglich, dem Einzelnen die Losung mitzugeben, die er braucht für den Kampf, den unsere Zeit fordert. Es gilt, immer wieder um letzte Klarheit zu ringen. So klang die Tagung sinngemäß aus in der Bitte des Abendliedes, das uns am Schluß gesungen wurde: In der Bitte,„um ein Gott gehorsam Herrk.. 8 ##. am 1. uprit deginnende neue Rechnungtjahr soll wer dreine Nenordnung der Verhältnisse vorgenommen Am Ruhrort=Meiderich. Verhandlungen über einen Gehaltsabzug von 20%. Wegen der beabsichtigten Stillegung der Hütte Ruhrort=Meiderich der Vereinigten Stahlwerke, wovon Elwba 7000 Arbeiter und Angestellte betroffen werden würden, hat sich der Duisburger Oberbürgermeister Dr. Jarres mit den Vereinigten Stahlwerken ins Benehmen gesetzt, auf die der Stadt und besonders deren Nordteil durch die eventuelle Stillegung drohende katastrophale Lage hingewiesen und alles versucht, um die Stillegung zu verhindern. Taxaus haben die Vereinigten Stahlwerke nach lungen Verhandlungen das Angebot gemacht, die Hütte Ruhrort=Meiderich(den Alten Phoenix und die Alte Rheinstahl) in weitem Umfang in Betrieb zu halten, und zwar mit 4500 Arbeitern, wenn die Arbeitnehmer freiwillig auf 20 Prozent des Normallohns verzichten. Die Vereinigten Stahlwerke wollten dafür aber die Garantie übernehmen, daß nicht mehr als zehn Prozent Feierschichten eingelegt würden, und sich der Arbeiterschaft gegenüber verpflichten, bis zum 1. Oktober 1931 weitere Stillegungen in diesen Betrieben nicht vorzunehmen, so daß durch dieses Angebot den Arbeitnehmern ein fester Arbeitsplatz bis zum 1. Oktober 1931 gewährl istet ist. Die Arbeiter, die hier beschäftigt werden,. oden sich bei diesen Arbeitsbedingungen nicht schlechter stehen, als die Arbeiter derjenigen Betrieße, der Vereinigten Stahlwerke, die nicht stillgelegt Eisenbahnunglück. bei Groningen. Amsterdam, 26. Januar. Am Montag abend gegen 19 Uhr fuhr ein von der deutschen Grenze kommender Personenzug etwa 150 Meter vor dem Bahnhof Groningen auf einen Güterzug auf. Der Zusammenstoß war so heftig, daß sich mehrere Wagen des Personenzuges ineinanderschoben und vollständig zertrümmert wurden. Drei Fahrgäste wurden getötet, zwei schwer verletzt. Sechs Reisende und Eisenbahnangestellte trugen leichtere Verletzungen davon. Mehrere Fahrgäste mußten aus den Trümmern herausgesägt werden. Soweit bisher bekannt geworden ist, befinden sich unter den Verunglückten keine Deutschen. ..? Italien erwartet die Ankunft 50 junger Perser,# sich in Italien für den Dienst in der neuen Marine ausbilden wollen. Erbaut wird die neue Flottvon Italien.— 561 Hinweis. Die EEN, Creditgenossenschaft des Christlichen Notbundes zur gegenseitigen Hilfe e. G. m. b. H. Leonberg, hat als Zwechspar, unternehmen bisher eine günstige Entwicklung genommen. große Vertrauen, das sie schon nach einjährigem Be, stehen in allen Volksschichten gewonnen hat, ist nicht zuletzt dar, auf zurückzuführen, daß die EEN bestrebt ist, ihren Geschäftg, betrieb nach soliden Grundsätzen und in christlichen Folgenschwere Explosion an Bord eines aufgelaufenen Dampfers. — Madrid, 26. Januar. In der Nähe von Alicante lief ein spanischer Dampfer auf einen Felsen auf. An Bord entstand kurz darauf eine Explosion, die sechs Todesopfer forderte. Bei den Rettungsarbeiten wurden sechs Matrosen eines zur Hilfeleistung herbeigerufenen Dampfers schwer verletzt. Ueber dieses Angebot ist mit dem Betriebsrat und den Lokalvertretern verhandelt worden. Die Verhandlungen haben noch zu keinem Ergebuis geführt und sollen am Dienstag fortgeführt werden. * Der chinesische Innenminister hat eine Anordnung erlassen, wonach die Schiffe chinesischer Schiffahrtsgesellschaften in Zukunft nicht mehr fremde Flaggen führen dürsen. Letzte Meldungen. Beratung der Gehaltskürzung im Landtag. — Berlin, 27. Januar. Der Preußische Landtag nimmt am heutigen Dienstag seine Plenarberatungen wieder auf. Auf der Tagesordnung stehen die Kürzung der Beamtengehälter und das Realsteuergesetz. Am Mittwoch will der Landtag die zweite Lesung des neuen Staatshaushaltsgesetzes beginnen. Geist zu führen. Die# von geschäftskundigen, gewissenhaften, christlichen Personlichneiten geleitet. Das System der CCN wird allgemein als vorbildlich anerkannt. 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