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Heute, Montaz Dezember, 3 Uhr enfeier. Alle Mittte Liederbuch mitier der Frauenhilfe Missionsnähen erst L. Trittelvitz. und Weltpolitih: n: alle in Bethel enten-ahrth AVAD ldner Niedellle on den Bethel. Haus Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Nr. 283. Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 30, Pfg,„Veilagen unter 25 g je tausend 15 Mi Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Mittwoch, den 3. Dezember 1930. 12. Jahrgang. Der Mensch soll arbeiten, aber nicht wie ein Lasttier. Er soll angstlos, mit Lust und mit Freudigkeit arbeiten. Und Zeit übrig behalten, seinen Geist und sein Auge zum Himmel zu erheben, zu dessen Anblick er geschaffen ist. Fichte. und Arbeitslosigkeit. Eine Rundfunkrede in der Nordischen Rundfunk.=G. von D. Paul Le Seur, Leiter des Hainsteinwerkes, Eisenach. Schluß. Man wende nicht ein, daß das alles doch nur kleine Mittel seien. Ganz gewiß sind sie auch in ihrer Gesamtheit nicht die Hilfe, nach der wir ausschauen. Aber ist es nicht besser, einem von den Millionen wirklich zu helfen, als sich nur den Kopf zu zerbrechen, wie allen geholfen werden könnte? Hier ist's aber nicht einer, sondern es sind Hunderttausende, denen sich Bruderhände entgegenstrecken. Nur darf man nimmermehr diese Hilfe als ein Beruhigungsmittel für sein erschrockenes Gewissen mißbrauchen. Es ist die böse Gefahr alles organisierten Liebesdienstes, daß einzelne sich aufopfern, während sich die vielen auf Geldbeiträge beschränken. Mit der Not selbst kommen sie nicht in Berührung. Wer aber unmittelbaren Bruderdienst tut und so ganz persönlichen Anteil an dem anderen nimmt, wird fortan mit heißem Bemühen darüber sinnen und beten, wie geholfen, wirklich geholfen werden kann.— Manche Vorschläge sind ernstester Beachtung wert. Um die Zahl der Arbeitslosen zu verringern, werden z. B. drei Wege empfohlen: durch ein neuntes Schuljahr nehme man den jüngsten Jahrgang aus dem Arbeitsmarkt heraus; durch die Einführung der Arbeitsdienstpflicht mindere man das Angebot der Arbeitskräfte um etwa ½ Million junger Menschen; durch frühere Gewährung genügender Altersrente entlaste man den Arbeitsmarkt von den Alten. Inwieweit diese und andere Vorschläge heute wirtsch lich möglich sind und wie sie gegebenenfalls technisch durchgeführt werden müßten, das sind Fragen, für die gewiß die Kirche als solche nicht zuständig ist. Aber wohl hätte sie zu ihrer inneren Gestaltung ein sehr ernstes Wort zu sagen: wie etwa das 9. Schuljahr erzieherisch am fruchtbarsten genutzt werden müßte; daß ein Arbeitsdienstheer keinesfalls den Sonderinteressen irgendwelcher Gruppen ausgeliefert werden dürfte, sondern unbedingt dem Volksganzen zu dienen hätte— z. B. bei Oedlandkulturen, Rückgewinnung von Land an der Nordseeküste, Kanal= und Wegebauten usw. Auch dazu hätte die Kirche mit Wort und Tat sehr ernst mitzuwirken, daß etwa in einem Arbeitsheere die rechten erzieherischen Wege von wirklich geeigneten Volkserziehern gegangen würden. Und im Blick auf die Alten wäre darauf zu achten, daß ihre wirtschaftliche und seelische Lage gerecht und würdig gestallet werden müßte. Die Kirche kann von sich aus keine neuen gesetzlichen Ordnungen geben. Ist also ihr Dienst äußerlich an enge Grenzen gebunden, so ist doch die innere Hilfe, die sie unserem Volke angesichts dieser Not schuldet, um so bedeutender. Drei Dinge sind von der Kirche, d. h. von uns, die wir ihre Glieder sind, mit allem Nachdruck zu fordern: Zum ersten: Jene oben genannten Wege, möglichst vielen ei iInen wirkliche Bruderhilfe zu leisten, müssen mit nie u. der Opferbereitschaft ausgebaut werden. Und wenn viele Herzen und Hirne die Not auf sich nehmen, werden sich auch noch neue Möglichkeiten zeigen, je nach den örtlichen Verhältnissen. Zum andern: Weil die Kirche nicht die Möglichkeit hat, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, muß sie um so ernster daran gehen, dem Arbeitslosen seelisch zu Hilfe du kommen. Dazu genügt freilich nicht die Sonntagsfeier. Schon um seiner Kleidung willen mag mancher arbeitslose ihr fernbleiben. Der Hauch friedlich=bürgersischen Wesens, der oft dem Gottesdienste eignet, paßt slicht zu seiner Lage. Er kann nicht mit der Gemeinde stngen:„Lobe den Herrn, der deinen Stand sichtbar geohner...“ Gewiß kann seiner Seele im Letzten nichts mderes helfen als das Wort Gottes. Aber dieses Wort atz ihm in seiner Not nahegebracht werden. Das kann nich so sehr durch Reden geschehen. Dem Entwurzelten neuer Wurzelboden gegeben werden— Gemeinr die ihm Heimat sein kann, ein lebendiger Bruderreis, der ihn ganz ernst nimmt, ihm n zarter, taktvoller, ehrfürchtiger Bruderliebe begegnet, und ihm hilft, ohne ihn zu entwürdigen. In den Kirchengemeinden oder Gemeindebezirken müßte man dazu die arbeitslosen Gemeindeglieder kennen und um die besondere Not der einzelnen wissen, und dann alle, die helfen können, zum Helfen mobil machen. Wo die Grenze des äußerlich Möglichen erreicht ist, muß der seelische Beistand um so treuer sein— in liebendem Mittragen, in fürbittendem Mitleiden. Dem ist doch nicht wenig geholfen, der sich wirklich verstanden weiß. Wenn das die Frucht dieser Notzeit wäre, daß hin und her in unseren Kirchengemeinden solche Lebenskreise tätiger Bruderliebe erwüchsen, in denen jeder, den danach verlangt, Heimat finden könnte, ob er Arbeitnehmer oder Arbeitsloser oder Arbeitgeber ist, ob er dieser oder jener Partei zugehört, ja auch, ob er Glied der Kirche ist oder nicht— dann würde unberechenbar Graßes daraus reifen. Noch ein Drittes ist eine heilige Verantwortung der Kirche: Sie muß mit unerbittlicher Wahrhaftigkeit danach fragen, wo die eigentlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit liegen! Diese Not lastet ja nicht nur auf Deutschland, sondern, von Frankreich abgesehen, mehr oder weniger stark auf allen Industrieländern, und nicht nur auf diesen. Es ist klar, daß eine sehr bedeutende Ursache der Weltkrisis im Kriege zu suchen ist. Daß bei uns der Landverlust, die Abrüstung, die Inflation und die Deflation und nicht zuletzt die furchtbare Last der Tributzahlungen schwer ins Gewicht fallen, kann nicht bezweifelt werden. Aber damit ist nicht alles erklärt. Die Tatsache, daß z. B. auch England und die Vereinigten Staaten von Amerika ungeheure Massen von Arbeitslosen haben, weist schon darauf hin, daß noch andere Ursachen am Werke sein müssen. Neben dem außerordentlich schnellen Vordringen der Frauen in Arbeitsstellen, die früher nur Männer innehatten, ist vor allem die immer weiter fortschreitende Rationalisierung des Arbeitsvorganges zu nennen. Jeder einzelne der genannten Punkte muß auch von der Kirche ernst durchdacht und gewertet werden. Aber sie kann sich mit all diesen Begründungen noch nicht zufrieden geben. Ein Kenner der Wirtschaft sagte kürzlich einmal: Wenn jemand von einem anderen Stern auf die Erde käme, dessen Hirn von unseren wirtschaftlichen Vorstellungen noch nicht umnebelt wäre, so müßte er meinen, die Erde sei ein Narrenhaus; denn er sähe die unglaubliche Tatsache, daß die äußere Ursache der weltweiten Arbeitslosigkeit nicht in unserem Mangel, sondern in unserem Ueberfluß liegt! Wir haben nicht nur einen ungeheuren Ueberfluß an industriellen Produkten, für die kein Absatzmarkt vorhanden ist, sondern wir haben ebensolchen Ueberfluß an landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Ungeheure Mengen von Weizen— z. B. in Rumänien, in Amerika und anderwärts— von Roggen und Kartoffeln, teilweise bei uns, finden keinen Absatz, während Millionen nicht wissen, wie sie sich und ihre Familien auch nur notdürftig ernähren sollen. Man kann hier und da lesen, daß min eine gute Ernte fürchtet! Beweist das nicht, daß hinter unserer Wirtschaftsnot und dem zu Grunde liegenden Wirtschaftssystem ein Fehler liegen muß? Es sollte doch die willkommenste Erleichterung des Lebens sein, daß uns die Maschine soviel Arbeit abnimmt, und daß aus Gottes Erde so reiche Ernten reifen. Wenn statt dessen aus dem Vorteil nur Schaden entsteht, so zeigt das erschütternd, daß wir, geblendet von der sogen. Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft, die Bildung der rechten Wirtschaftsgesinnung unerhört vernachlässigt haben. Anstatt Herren der Wirtschaft zu sein, sind wir ihre Knechte geworden. Wir haben die Wirtschaft als Mittel, Profit und Macht zu erwerben, mißbraucht, anstatt sie mit allerstrengster Gewissenhaftigkeit unter den Gesichtspunkt zu stellen, daß sie Dienst am Ganzen des Volkes und, weiterhin, der Menschheit sein soll. Wer aber kann die ungeheuer schwere Aufgabe übernehmen, den Menschen und Ständen und Klassen und Völkern zu der Umgesinnung zu helfen, die allein aus dem Elend herausführen kann, wenn nicht die Kirchen? Sie allein haben die Macht dazu, wenn sie nur den rechten Gebrauch von dem machen, was ihnen anvertraut ist, dem Worte des lebendigen Gottes, das zu künden und in heiliger Opfertat zu leben, ihr einziger Daseinszweck und ihr einziges Daseinsrecht ist. Es gilt, der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft die höhere Macht des sittlichen Willens entgegenzustellen, den Sachen den Menschen, dem System das Gewissen. In nie müder Kleinarbeit am einzelnen und in prophetischem Ruf an die Gesamtheit das Gewissen der Menschen und des Volkes, ja, der Menschheit zu wecken, das ist heilige Pflicht der Kirchen. Die Not der Millionen ist der Ruf des lebendigen Gottes. finnische Handelsvertrag, eine ernste Dem Reichsernährungsminister Schiele ist es in erster Linie zu danken, daß der finnische Handelsvertrag schon nach kurzer Verhandlungszeit in Kraft treten konnte. Die Einfuhr finnischer Molkereierzeugnisse wird in Zukunft so geregelt sein, daß Finnland nur noch 50 000 Doppelzentner Butter zu je 50 RM, 19100 Doppelzentner Hartkäse zu je 20 RM, 900 Doppelzentner Tafelkäse zu je 30 RM und 5000 Doppelzentner Quark(Weichkäse) zu je 5 RM Zoll einführen darf. Die Festsetzung eines Höchsteinfuhrsatzes für Butter ist für die deutsche Landwirtschaft ein immerhin nicht geringer Vorteil im Vergleich zu den seitherigen Bestimmungen. Allerdings fällt der erhöhte Butterzoll im Jahre 1933 auf 40 RM und soll drei Jahre später auf 30 RM ermäßigt werden. Wenn man sich den finnischen Handelsvertrag etwas näher ansieht, so kann man sagen, daß der deutschen Landwirtschaft nunmehr eine Atempause geschaffen worden ist. Es wird darauf ankommen, die Zwischenzeit gut auszunutzen und nichts unversucht zu lassen, um die deutsche Butter mit der ausländischen Butter wettbewerbsfähig zu machen. Man wird sich dabei die Erfahrungen zunutze machen müssen, die man in den letzten Jahren auf dem Buttermarkt gesammelt hat. Da sei die heute nicht zu leugnende Tatsache vorweggenommen, daß nämlich bei steigender Nachfrage nach Qualitätsbutter in Deutschland— das klingt unwahrscheinlich, ändert aber nichts an der Tatsache— die Butter ausländischer Herkunft von den Verbrauchergroßorganisationen und Großhändlern im zunehmenden Maße gekauft wird. Auf größeren Versteigerungen ist in der Regel nur das Ausland mit Angeboten von gleichmäßig verpackter und in der Qualität einheitlicher Butter bis zu den größten Mengen vertreten. Immer mehr nehmen die Stimmen innerhalb der Landwirtschaft zu, die offen und ehrlich eingestehen, daß„die deutsche Butter in ihrem größeren Anteil gegenüber der Auslandsware nicht konkurrenzfähig ist. Dieses Eingeständnis muß als Weck= und Mahnruf alle Landwirte auf den Plan rufen und gilt auch unseren Molkereien. Wir müssen uns selbst sagen, daß so, wie seither die Milchwirtschaft, insbesondere die Milchgewinnung in Deutschland betrieben worden ist, es nicht weiter gehen kann und darf. Wenn auch das Reichsmilchgesetz schon in mancher Beziehung Abhilfe schaffen wird, so sollten doch auch die Molkereien und die Landwirte aus sich heraus die Initiative ergreifen und versuchen, langsam und stetig Wandel zu schaffen. Man sollte dem Landwirt viel mehr und nachdrücklicher ins Gewissen reden und dabei immer wieder betonen, daß der Kampf gegen die Auslandseinfuhr von Butter bereits im Stall beginnen muß. Wir haben uns seither lediglich damit abgefunden, daß es uns gelungen ist, eine deutsche Qualitätsbutter(Markenbutter) zu schaffen. Aber auch diese Butter hat das nicht erreichen können, was wir von ihr eigentlich erwartet hatten. Man hat mehr oder weniger vergessen, zuerst einmal für saubere Milchgewinnung Sorge zu tragen und hier mit etwas mehr Schürfe durchzugreifen. Nur ein Bruchteil aller Molkereien zahlen heute die Milch nach Fett= und Schmutzgehalt. Solange dies nicht überall geschieht, haben die Landwirte keinen Anlaß dazu, ihre Milch so zu gewinnen, wie dies im Hinblick auf die Schaffung von Qualitätsbutter unbedingt notwendig ist. Es liegt also an den Molkereien, endlich einmal dem Grundübel und zwar der unsauberen Milchgewinnung mit allen Mitteln entgegen zu arbeiten und dafür zu sorgen, daß nur einwandfreie d. h. saubere, fettreiche und in der Güte sich gleichbleibende Milch zur Herstellung von Butter zugelassen wird. Man wird bei dieser Forderung nicht ganz mit Unrecht erwidern, daß bei der trostlosen Lage der Landwirtschaft und bei der chronischen Geldknappheit eine Umstellung in der Milchgewinnung und Verarbeitung einfach ausgeschlossen ist. Diesem Einwand seien nur die Fragen entgegengehalten: Ist es wirklich zuviel verlangt, wenn vor dem Melken die Hände gesaschen und das Euter abgerieben werden sollen? Kann der Landwirt wirklich nicht seine Milch außerhalb des Stalles in die Kannen schütten? Kann man nicht dafür Sorge tragen, daß die Milchkannen nicht den Sonnenstrahlen ausgesetzt sind? Diese Beispiele mögen genügen, um zu beweisen, daß für die Herstellung guter Butter die Beachtung von Kleinigkeiten notwendig ist. Daß diese Kleinigkeiten in Zukunft mehr beachtet werdden, muß Aufgabe der Molkereien sein. Oder wollen unsere Molkereien so lange warten, bis der Staat diese Aufsicht übernimmt? Die Forderungen nach einer Staatsaufsicht, die gerade in der letzten Zeit immer wieder von einer gewissen Seite aus gestellt werden, sollten die Molkereien doch hellhörig machen. Wenn auf dem Markt eine Besserung in den Absatzverhältnissen erreicht werden soll, so ist dazu der lückenlose Zusammenschluß der Molkereien eine unbedingte Voraussetzung. Wie aber sieht es in dieser Beziehung in Wirklichkeit aus? Unseren Molkereiverbänden muß einmal recht deutlich gesagt werden, daß heute die Zeiten zu ernst sind, um sich in Verbänden lediglich auf Vorstandssitzungen u. dgl. m. zu beschränken. Wenn es Molkereiverbände nicht einmal für notwendig erachten, sich innerhalb eines Reg.=Bez. zusammenzuschließen, dann ist es kein Wunder, wenn es auf dem Buttermarkt drunter und drüber geht. Einer der gefährlichsten Konkurrenten auf dem deutschen Buttermarkt sind die deutschen Molkereien unter sich. In ihrer eigenen Macht liegt es vielfach, das Angebot und die Preisentwicklung zum Teil wenigstens zu beeinflussen. Es ist höchste Zeit, daß sich die Molkereien ihrer Aufgabe bezüglich Marktregulierung bewußt werden und sich endlich zu einem großen Verband zusammenschließen. Oder wollen sie solange warten, bis der Staat mit eiserner Hand zugreift? D. Barth=Stade. Am 27. November tagte in Bochum der Schulausschuß der Deutschen Volkspartei von Westfalen=Süd unter der Leitung von Schulrat Surmann=Bochum. Staatsminister a. D. Dr. Boelitz war dafür gewonnen worden, das einleitende Referat zu halten. Die zahlreiche Teilnehmerschaft, die nicht nur aus dem Bezirke Westfalen=Süd, sondern auch aus den angrenzenden Gebieten sich eingestellt hatte, war ein Beweis dafür, daß heute Kulturpolitische Fragen im Blickpunkt des Interesses stehen. Schulrat Surmann wies bei seiner Begrüßung darauf hin, daß die Frage des Vertrags der evangelischen Kirche mit dem Staate Preußen und die geplanten Sparmaßnahmen auf dem Schulgebiete große Unruhe in der Oeffentlichkeit hervorriefen. Unter den Zuhörern befanden sich viele Lehrer und zahlreiche Geistliche. Staatsminister a. D. Boelitz berichtete zunächst von dem pädagogischen Kongreß, der kürzlich in Wiesbaden unter Leitung von Professor Kerschensteiner=München stattgefunden und vom Deutschen Ausschuß für Erziehung und Unterricht einberufen war und an dem sich etwa 800 führende Pädagogen beteiligten. Auf diesem Kongreß traten die verschiedenen schulpolitischen Gruppen deutlich hervor. Der Redner ging dann auf die Behandlung der preußischen Kulturpolitik, an deren Spitze jetzt ein sozialistischer Kultusminister stehe, über. Daß hier ein Sozialist die Führung habe, erkenne man daran, daß er internationale Gedanken in den Vordergrund stelle und die Kirche zu eliminieren trachte. Wenn er jetzt noch nicht seinen Willen so durchsetzen könne, wie er es wolle, so hindere ihn daran die unter ihm stehende Beamtenschaft, die vielfach nicht der sozialistischen, sondern der christlichen Weltanschauung huldige. Es sei indessen bedauerlich, daß immer mehr bei der Beamtenschaft national und evangelisch=kirchlich wertvolle Männer in die Ecke gestellt würden. Bei der Behandlung des Vertrages, den der preußische Staat mit der evangelischen Kirche jetzt zu schließen gedenkt, stellte sich der Redner mit aller Klarheit auf die Seite der evangelischen Kirche, für die die „politische Klausel" untragbar sei. Ein Schiedsgericht müsse vorgesehen werden, damit eine politische Knebelung der höchsten evangelischen Kirchenbeamten unmöglich gemacht würde. Zustimmung fanden die Ausführungen des Redners, die er über die pädagogischen Akademien machte. Er betonte, daß es sich erübrigte, jetzt neue pädagogische Akademien zu gründen, da heute noch 23147 stellenlose Junglehrer auf Jahre hinaus den Lehrerbedarf decken könnten. Er forderte ferner, daß die Privilegien der Lehrer, die die pädagagische Akademie besucht hätten, beseitigt würden. Der Redner lehnte dann mit ausführlicher und sachkundiger Begründung die Pläne des Kultusministers Brimme ab, die die Aufstockung der Volksschule, den Abbau des 9. Schuljahres an höheren Schulen und den Wegfall der Reifeprüfung an den höheren Schulen erstrebten. Ausführlich behandelte er die schlimmen Folgen, die eine Aufnahmeprüfung in der betreffenden kultät an den Universitäten nach sich ziehe. Eine zwei Jahre lange Beobachtung in der Unter= und Oberprima der höheren Schule gäbe ganz andere Garantien als ein eintägiges Examen, zu dem sich der Prüfling habe einpauken lassen. Man war sich in der Versammlung einig, daß man den Plänen des sozialistischen Kultusministers schärfste Opposition entgegensetzen müßte. In der längeren Aussprache, die sich anschloß, wurde besonders von seiten der Lehrerschaft gefordert, daß man endlich Ruhe in den höheren und in den Volksschulen haben wolle und daß man sich vor gefährlichen Experimenten hüten müsse. Der Redner fand allseitige Zustimmung, wenn auch die Erörterung an verschiedenen Stellen wertvolle Ergänzungen bot. Was wird im Reichstag? Wenn der Reichstag am Mittwoch seine Plenararbeiten wieder aufnimmt, wird er als wichtigste neue Ereignisse auf innerpolitischem Gebiet die Zustimmung des Reichsrats zu den Sanierungs=Vorlagen des Kabinetts Brüning und eine neue Notverordnung vorfinden. Während man bisher annehmen konnte, daß die Entscheidung im Reichstag sogleich in den ersten Tagen des neuen Verhandlungsabschnittes fallen werde, ist sie jetzt bereits in der Verhandlungspause gefallen. Aber endgültig ist der Kampf damit noch nicht entschieden; das letzte Wort steht vielmehr dem Reichstag selbst zu, der es in der Hand hat, die Aufhebung der alten sowohl wie der neuen Notverordnung zu erzwingen. Ob der Reichstag von diesem Recht Gebrauch machen wird, dürfte sich bald herausstellen. Noch vor der Wiedereröffnung des Parlaments halten fast alle Fraktionen Sitzungen ab, um zu der neuen Lage Stellung zu nehmen und sich über ihre taktischen Maßnahmen schlüssig zu werden. So tagten am Montag die Fraktionen des Landvolks und der Staatspartei; am Dienstag folgen die Deutschnationalen, die Volkspartei und der Christlich=soziale Volksdienst, und am Mittwoch beschließen die übrigen Parteien den Reigen. Einigen Aufschluß über die Stimmung, in der der Reichstag seine Winterarsbeit beginnt, wird bereits die Sitzung des Aeltestenrats geben, die der Plenarsitzung am Mittwoch vorgeht. In dieser Sitzung will der Aeltestenrat die Vorlage über die Herabsetzung der Abgeordnetendiäten erledigen und daneben den Geschäftsplan für die Bearbeitung der nächsten Aufgaben ausarbeiten. Die parlamentarische Basis der Regierung Brüning ist in der sechswöchigen Reichstagspause noch schmaler geworden, hat doch in der Zwischenzeit dis Fraktion der Wirtschaftspartei ihren Austritt aus der Regierungsgemeinschaft vollzogen. Damit fehlen dem Kabinett bereits mehr als 100 Stimmen an der erforderlichen Mindestmehrheit von etwa 290. Die Reichsregierung ist also sowohl bei den zu erwartenden Mißtrauensanträgen, als auch bei den Abstimmungen über die Notverordnungen auf die Unterstützung seitens der Opposition angewiesen. Wenn trotzdem in parlamentarischen Kreisen mit Ueberraschungen fast nicht gerechnet wird, liegt das daran, daß ein großer Teil der oppositionellen Abgeordneten Neuwahlen abgeneigt ist. Von der Rechten gilt das natürlich nicht, haben doch die letzten Wahlen in deutschen Landesteilen den Nationalsozialisten noch Erfolge über die Reichstagswahlen hinaus gebracht, am letzten Sonntag in Bremen z. B. eine Verdoppelung! Unter diesen Umständen wird man sich auf Voraussagen für längere Zeit nicht einlassen. Auch wenn es der Regierung gelingen sollte, diesmal ihre Politik gegen den Reichstag durchzusetzen, kann es doch späterhin erneut leicht zu neuen Kämpsen kommen, zumal auch jetzt die Verabschiedung des Reichshaushaltsplans für 1931 noch offenbleibt. Unerledigt sind ferner das Gesetz über die Vereinfachung der Steuern und der Entwurf eines vorläufigen Finanzausgleichs zwischen Reich und Ländern, der ab Montag die Vereinigten Reichsratsausschüsse erneut beschäftigt. Kennzeichnend für die Bedeutung, die gerade auch diesen Vorlagen zukommt, war die Wiederteilnahme der Finanzminister und der Ministerpräsidenten mehrerer Länder an den Ausschußarbeiten. Wie man hört, sollen auch diese Gesetze, wie überhaupt alle Vorlagen, bei deren Verabschiedung auf parlamentarischem Wege es verblieben ist — z. B. das Gesetz über die Kürzung der Ruhegehälter und das Ausgabensperrgesetz— noch bis Weihnachten durchgeführt werden. Der Hauptkampf im Reichstag wird daher um diese Vorlagen und um die bereits vorliegenden Anträge auf Aufhebung der Juli=Notverordnung und die zu erwartenden Aufhebungsanträge für die neue Notverordnung entbrennen. Ernste Beachtung muß der Reichstag ferner der politischen Gärung im Lande widmen, ist sie in den letzten Wochen doch noch größer geworden. In dieser Lage bedarf es nicht nur Ansätze zur Gesundung, vielmehr muß der Gesundungsprozeß mit der unerläßlichen Energie und mit zureichenden Mitteln voll durchgesührt werden. Mag man für die deutsche Wirtschaftsnot noch so viele Zwangsläufigkeiten anführen, so ändert das doch nichts daran, daß auch von der Politik her vieles zur Entlastung der Wirtschaft getan werden kann. Die Entscheidung über die Art der Inkraftsetzung des Kabinetts=Programm fiel in einer Kabinettssitzung, die sich von den Abendstunden des Sonntags bis in die Morgenstunden des Montags hinzog und der auch Reichsbankpräsident Dr. Luther beiwohnte. In den nächsten Wochen wird es nun in der deutschen Politik wieder sehr lebhaft zugehen, dazu warten neben der Ordnung des deutschen Staatshaushalts und neben der Ueberwindung der Wirtschaftsnot wichtige außenpolitische Aufgaben auf ihre Erledigung. :: Generaldirektor Dr. Dorpmüller in Paris. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn=Gesellschaft, Dr. Dorpmüller, ist mit einigen Herren der Reichsbahnhauptverwaltung in Paris eingetroffen und nimmt dort an der Sitzung des Geschäftsausschusses des Internationalen Eisenbahnverbandes teil. Generaldirektor Dr. Dorpmüller ist Vizepräsident dieses Verbandes. Lug ins Buch. Weihnachtsbücherschau. II. Im Spiegel des Lebens. B. Novellen und Erzählungen. Vorweggenommen gleich zuerst ein kleines Sträußlein ausgesprochen weihmachtlicher Buchgaben: Golden gewandet, wie im Vorjahr, erscheint für 80 Pfennig der ausgezeichnete Weihnachtsalmanach des Salzer=Verlages, Heilbronn.„Gibt der Welt ein'n neuen Schein“, heißt er heuer. Wittig, Jäger, Hesselbacher, Hunnius, Schieber, Halm, alles Namen, zu denen man Zutrauen hat. Wertvoll und— billig. „Waldweihnacht“, selbstverständlich— heißt die Sonderausgabe jenes wunderbaren ersten Kapitels aus „Die Heilige und ihr Narr“ von Agnes Günther. Viele werden es sich nicht entgehen lassen, gerade damit Geschenkfreuden zu schaffen.(Steinkopf St.,.— RM). „Das glückhaft Schiff“, ein schon gut eingebürgertes Fahrtenbuch deutschen evangelischen Schrifttums (160 Seiten, 1,50 Reichsmark, Steinkopf, Stuttgart) hält auch dieses Jahr wieder gesunde Linie. Eine Versuchung zum Guten. Eine Tür zum guten Buch vermag es zu sein. Es enthält Beiträge fast aller bedeutenden ev. Schriftsteller dieses Jahres. Ein interessanter Querschnitt. Und ein willkommenes kleines Geschenk. „Tröst“ mir mein Gemüte“, ein Weihnachtsbändchen von— Joseph Wittig!(Salzer,.,.— RM). Weihnacht! Und wer Wittig kennen gelernt hat, den wird es nicht wundern, welche Herztöne er da findet. Eine entschieden starke Bereicherung unseres weihnachtlichen Schrifttums. Erfreulicherweise bringt uns dieses Jahr auch eine ganze Reihe von Erzählungsbändchen, die nicht nur an sich künstlerisch und menschlich wertvoll, sondern zugleich geeignet sind, in kleinerem oder größerem Kreise vorgelesen zu werden. Nach solchen sucht man ja oft vergeblich. Ich nenne: „Geschichten von gestern und heute, von mir und von dir.“ Von Anna Schieber(Salzer,., 3,80 RM). Kurzgeschichten, seelisch tiefgegründet. Ein besonders inhaltsreicher Band. Geradezu Kabinettstücke darunter. „Etwas“ nennt sich ein von W. Kittlitz zusammengestelltes Bändchen guten Vorlesestoffs(Agentur, 2,80 RM). Es bietet nicht nur etwas, sondern allerlei! Als besonders fein und tief, dazu einfach und schlicht sind die Erzählungen des Bändchens„Die Brücke“ (Steinkopf, 2,50 RM) von Rita von Gandecker anzusprechen. Die Verfasserin hat uns schon früher mit die besten Kinderandachten geschenkt, die wir haben. Ich freue mich, daß sie nach der„Molstower Linde“ einen größeren Wurf wagte. Man darf wirklich sagen: er gelang. Die Brücke enthält nichts Hingeworfenes, sondern wirklich gereifte Kunst. Zu den Vorlesegeschichten gehören auch zwei Bändchen, die in der Welt des Neuen Testamentes wurzeln. „Die bei Jesus waren“(Salzer, 1,20 RM) enthält einfache, innige Erzählungen von Elfriede Neumann, sehr gut zum Vorlesen, das andere„Der Meister“ von Dennert(Keutel, Lahr, auch noch bessere Ausgaben, broschiert 2,50, Leinen 3,50 RM) stellt Jesus in künstlerischer Prägung des Lebens um ihn her, mitten hinein in eine wuchtige Lebensproblematik und führt durch Tiefen und Höhen eines Kampfes voller Hintergründe, vor denen des Meisters Bild in durchsonnter Majestät des Siegers steht. Der christliche Erzähler(in Geschenkband V. Bertelsmann, 6,— RM) ist ein reichhaltiges Geschenk für den Bücherfreund. Enthält er doch in geschmackvollem Ganzleinenband alle Gedichte, Novellen und Kunstbeilagen (z. T. farbige, die im letzten Halbjahr in der bekannten Zeitschrift erschienen sind. Es sind auch wieder nur anerkannte Schriftsteller und Künstler zu Wort gekommen. So bietet auch dieser neue Sammelband zugleich jedermann einen guten Durchschnitt durchs hochstehende evangelische Schrifttum der Gegenwart. Ausdrücklich hingewiesen sei auch wieder einmal für Haus= und Volksbüchereien auf die Erzählungsbände von Erwin Gros: Einmal auf„Das Opfer der Maria Bach“, und in unserer Zeit des aktiveren Katholizismus und der damit verbundenen Mischehenfragen doppelt vorbildlich:„Wer mich bekennet“(beide Oranien=Verlag, .— RM). In neuer Auflage liegt ebenfalls vor„Der Stadtschreiber von Straßburg“, ein Sammelband von K. Hesselbacher(Quell, St., 3,50). Schon mit dem Verfassernamen ist für den im Schrifttum des ev. Deutschland nicht ganz Unbewanderten genug gesagt. Auch auf Leys„Geheimnis der Kraft"(Neukirchen, .50 RM) sei erneut verwiesen, wo es um gute volkstümliche Köst geht. Wie durch die Christusverbundenheit und Liebe eines einfachen Menschen ein ganzes Dorf umgeprägt wird in seiner Lebenshaltung und teilnehmen lernt aus der Bibel heraus am Geheimnis der Kraft, das wird hier einprägsam und schlicht erzählt. Es gehört zu den Brunnenbüchern, in denen man Quellen rauschen hört. ** W. Beumelburg, von dessen Kriegsbüchern noch zu reden sein wird, brachte auch einen Erzählungsband heraus.„Der Strom“(Stalling, 4,— RM), Geschichten um die Jahrtausende des Vater Rhein enthaltend. Er zeigt B. nicht auf der gleichen Höhe wie jene anderen Bücher, die auf Jahrzehnte hinaus Bedeutung haben werden. Wir kommen auf diese zurück. Ein kleines Geschenkbändchen von der MunierWroblewska, der wohl besten Schilderin östlichen deutschen Lebens,„Ilata" betitelt, setzt die bekannte Salzersche Reihe(je 1,20) dankenswert fort. Das sind immer auch äußerlich nette Büchlein. Kreuzweg des Kreuzigers, von Heinz Steguwell (Greiner und Pfeiffer, Stuttgart) zeichnet den Napoleon der Legende. Steguweit gibt durch diese dichterische Verquickung von Sage und Historie ein völlig neues Bilo von ihm. Geheimnisvoller, vielleicht gerechteter. Der Tumult um den Schüler Sadowski, von Heinz Steguweit,(Greiner und Pfeiffer, Stuttgart) ist Kampf“ schrift, nicht nur Novelle, sie will in erster Linie jenen Pädagogen den Rücken stärken, die ihrer Lehrerpflich menschlich und verantwortungsvoll dienen. Die selber ist allerdings kein Phantasieprodukt. Allerdings hat Steguweit die Namen der Beteiligten aus Scho nungsgründen entstellt. Das Problem der törichten I gend ist so brennend wie das des törichten Alters. III. Dichtung und Buchbild. Von der Madonna zu Christus, von Otto Koscy (Eckart=Verlag Berlin, 6,— RM). Der Weg von der Nadonna zu Christus, die die europäische Menschheit Jahrtausenden durchmessen hat, wird von Otto Kofahl gemeinverständlicher Sprache aus der Hand je eines das fortschreitende Erlebnis bezeichnenden Meisterw kes beschrieben. Das Buch gibt Aufschluß über die# chenzeit die in Austritt n. Damit Stimmen an a 290. Die erwartenden stimmungen zung seitens n in parlafast nicht großer Teil n abgeneigt nicht, haben esteilen den Reichstagsin Bremen ch auf Voruch wenn es ihre Politik doch spätermen, zumal aushaltsigt sind ferSteuern und nzausgleichs ag die Verftigt. Kennauch diesen ime der Fin mehrerer Gesetze, wie rabschiedung erblieben ist Ruhegehälter Weihnachten m Reichstag die bereits r Juli=Notifhebungsanten. 1 ferner der t sie in den 1. In dieser indung, vielunerläßlichen i voll durchWirtschaftshren, so änder Politik jetan werden der Inkrafteiner Kabin des Sonns hinzog und r beiwohnte. der deutschen t warten nekushalts und snot wichtige Erledigung. u Paris. 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Reichspräsident von Hindenburg pankte dem Reichskanzler für die geleistete mühevolle Arbeit und bat ihn, diesen Dank auch den Reichsministern und ihren Mitarbeitern sowie dem Reichshantpräsidenten Dr. Luther zu übermitteln. Die Notverordnung unterzeichnet. Der Reichspräsident hat die Unterzeichnung der ihm vorgeschlagenen„Verordnung zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen“ auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung am Montag in den späten Abendstunden vollzogen und zur Verkündung im Reichsgesetzblatt weitergeleitet. * Die neue Notverordnung. Die Reichsregierung wünscht sofortige Entscheidung des Reichstags. Der„Reichsanzeiger“ vom Dienstag enthält die neue Notverordnung, die außerordentlich umfangreich ist. Die Verordnung zerfällt in drei große Teile. Der erste Teil bringt gewisse Aenderungen der Verordnung vom 26. Juli 1930 hinsichtlich der Krankenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Gemeindefinanzen; der zweite Teil enthält den bekannten Wirtschafts= und Finanz= plan der Reichsregierung, wie er vom Reichsrat verabschiedet worden ist, jedoch sind einige verfassungsändernde Gesetze ausgeschlossen; der dritte Teil siht Maßnahmen zur Stützung der notleidenden Landwirtschaft vor. Von 28 Cesetzentwürfen, die die Reichsregierung dem Reichsrat vorgelegt hat, werden 25 durch Notterordnung erlassen. Das Hauptstück der Notverordnung ist die Kürzung der Beamtengehälter. Für die Länder und Gemeinden wird diese Kürzung durch Ernächtigung ceregelt. Das Besoldungssperrgesetz ist versassungsändernd und daher nicht in die Notverordnung mit aufgenommen. Da auch das sogenannte Plafond=Gesetz, das Keich, Länder und Gemeinden verpflichten sollte, sich nach der Decke(„Plafond") zu strecken, d. h. in ihren Haushalten nicht über die Höhe von 1931 hinauszugehend, verfassungsändernd gewesen wäre, hat man sich so geholfen, daß der Reichspräsident formell die Reichsregierung auffordert, in den nächsten beiden Jahren einen Etat vorzulegen, dessen Ausgaben nicht höher als im Jahre 1931 sein sollen. Die Etats der Länder und Gemeinden sollen ebenso behandelt werden. Die Zuschläge zur Einkommensteuer und zur Ledigensteuer bleiben weiter bestehen. Dazu kommt die Tabaksteuer. Die Reichshilfe der Beanten wird durch die erwähnte Gehaltskürzung ersetzt, kommt also in Wegfall. Die Bestimmungen über Steuervereinfachung und Steuervereinheitlichung bringen vor allem verwaltungsmäßig Ersparnisse. Die Freigrenze für die Vermögenssteuer beträgt statt 5000 Mark jetzt 20000 Mark, dadurch fallen 800000 Steuerpflichtige fort. Auch die Umsatzsteuer erhält eine Freigrenze, und zwar 5000 Mark. In diesen Bestimmungen für Steuervereinfachung und Steuervereinheitlichung ist auch die Amnestie vorgesehen. Diese Amnestie kann durch die Reichsregierung unter Zustimmung des Reichsrats zu einem von ihr bestimmten Zeitpunkt erlassen werden. Die Ermächtigung zur Senkung der Kapitalverkehrssteuer unter den bekannten Voraussetzungen wird erteilt. Die Börsenumsatzsteuer bleibt bestehen. Realsteuererhöhungen dürfen vom 1. Januar ab nicht mehr erfolgen. Die Bürgersteuer, die in der Juli=Notverordnung enthalten war, wird schärfer gestaffelt. Sie beträgt bei 4500 Mark Ein kommen 6 Mark, Sozialrentner und Kleinrentner sind frei, wenn sie ein Einkommen unter 900 Mark haben. Persone, die lohnsteuerfrei und einkommensteuerfre sind, zahlen 3 Mark, Erwerbslose gar nichts. Bei Ein kommen von 4500 bis 6000 Mark sind 9 Mark zu zahlen. Der Höchstsatz sind 1000 Mark bei Einkommen von 250 000 bis 500000 Mark. Die Gemeindegetränkesteuer bleibt fakultativ bis 1. April 1931. Die Gemeindebiersteuer wird den Gemeinden freigestellt. Die Krankenscheingebühr, die zu den umstrittensten Bestimmungen der Juli=Notverord nung gehirte, fällt für alle Sozialbedürftigen und Arbeitslose fort. Ferner enthält die Notverordnung eine Aenderung des Brotgesetzes durch Neuregelung des Beimischungszwanges, gewisse Zollmaßnahmen zum Schutze der heimischen Produktion sowie Vorschriften aus dem dem Reichstag bereits vorliegenden Handelsklassengesetz. Der Reichsetat für 1931 und das Pensionskürzungsgesetz werden dem Reichstag direkt zugehen und sollen ohne Ausschußberatung im Plenum behandelt werden, so daß die endgültige Entscheidung über die Notverordnung noch in dieser Woche zu erwarten ist. * Die Ausschußberatung über die Juli=Notverordnung abgeschlossen. Der Haushalts=Ausschuß des Reichstags beschloß einmütig, die Debatte über die Juliverordnung für abgeschlossen und erledigt zu betrachten und die Abstimmung über diejenigen Anträge, die eine völlige Aufhebung der Notverordnung verlangten, heute mittag vorzunehmen. :: Gesetzentwurf zur Aenderung des Bankgesetzes. Der Reichswirtschaftsminister und der Reichsfinanzminister haben dem Reichstage erneut den Gesetzentwurf zur Aenderung des Bankgesetzes vorgelegt, der schon im alten Reichstag eingebracht worden war, damals aber zurückgestellt worden ist. Wechsel im jungdeutschen Kanzleramt. — Berlin, 2. Dezember. Der bisherige Kanzler des Jungdeutschen Ordens, Otto Bornemann, hat sein Amt niedergelegt. stigen und seelischen Hintergründe, deren Offenbarung sich in der Kunst vollzieht. Die kunstgeschichtliche Erörterung weitet sich zur geistgeschichtlichen Darstellung. Wir iben die Kunst des Sehens am Leben selbst, denn das verborgene Leben der Kunst ist es, welches sich uns in diesem Buche kundtut. Hier wird das Leben leicht und erschließt das Auge. Das Buch, ebenso einfach wie tiefsinnig, eignet sich sowohl für das stille Studierzimmer wie zum Vorlesen und Besprechen an Vereinsabenden; für jede Bücherei, wie als Geschenk ist es von besonderem Wert. Die Bildwiedergaben sind anerkennenswert gut. 64 Bilder aus dem heiligen Lande“ mit Text von Professor Volz(Bibelanstalt Stuttgart,.— RM) sind Au einem prächtigen Album zusammengestellt. Dieselben bilder enthält auch die neueste Bilderbibel(ebendort 940 RM). Hier muß man sagen: Vorzüglich. Wir sind gründlich heraus aus der künstlerischen Idealisierung auch der palästinensischen Landschaft. Hier reden Lichtolder, in zarter natürlicher Farbenaufnahme eingefanden. Die Bildausschnitte sind auch künstlerisch gut gewahlt. Der Charakter des Landes ersteht bildhaft. Es weht Wind von diesen Bergen her. Beide Ausgaben, sowie auch eine billigere der Neuen Testamentes, werden alsgesprochenermaßen empfohlen. *** Mit Gedichten ist es eine eigene Sache. Es gibt ihrer ebiel. Und viele sind nur gut gemeint. Das macht im egemeinen mißtrauisch. Wem es bei Gedichten wirklich nir auf den Gedankengehalt ankommt, und wer dann rich solchen sucht, die christliche Leidensüberwindung zum usdruck bringen, der kann vielleicht finden, was er im in solchen kleinen Sammlungen„Lichtstrahlen ins Ercdenstal“ von B. B.(Steinkopf,—.70) oder„Leidensblade“ von L. M.(Philad., St.,—.50). Nur deshalb solch 10 sie, weil ich weiß, daß manchmal gerade mit einsachen, künstlerisch nicht vollendeten Erfahrungsern leidenden Menschen ein kleiner Lichtstrahl, aus *r Leidensgemeinschaft erwachsend, zuteil wird. von künstlerisch durchgestalteter Lyrik wüßte ich heuer nkising“ von Marg. Weinhandl zu nennen(SteinPss.—). Das Idyll einer Winterfrische? Mehr. Hing. dem Alltäglichen wird hier Symbolhaftes deutlich uterkeit— Innigkeit. Eine reise Dichtung, wärmend und leuchtend. Geschenkfreude eigner Art haftet für mich immer an den wunderfeinen Liedausgaben des Burkhardhauses(je .—). Es sind farbige Noten und köstliche Scherenschnitte von Ruthild Busch dazu. Ein Bändchen:„Gottesminne“ und eins„Von Sorge, Liebe und Treue". Kleinode von Buchbild, Notenkunst und liebevoller Liederwahl. HerEckardt. Eine Es war wirklich eine solche. Dieses Empfinden haben die vielen Zuhörer, Gesunde und Kranke, gehabt, die von Bethel und Bielefeld am Donnerstag abend in die Zionskirche gepilgert waren. Ja, man kann wohl sagen, daß für den größten Teil der Besucher solcher Veranstaltungen so ein volkstümlicher Liederabend ein viel erhebenderer Genuß ist als der Vortrag hochkünstlerischer Oratorien. Damit kann aber nicht gesagt sein, daß dieser Abend nicht ein hochkünstlerischer Genuß war. Sollen die Bachchoräle, die vom Chor gesungen werden, wirklich zu Herzen dringen, dann müssen all die wundervollen Feinheiten, durch die der Komponist auch den Text in der Musik erklingen lassen will, mit großer Sicherheit und Exaktheit herausgeholt werden. Das ist dem Betheler Chor an dem Abend ausgezeichnet gelungen. Der Leiter, Herr J. P. Seiler, ist als ein Gesangchordirigent bekannt, dessen Führung bei gutem Willen des Chores schon etwas Gutes hervorzubringen weiß. Als Solistin wirkte mit Frau E. Schroiff aus Bielefeld, die in der Zionskirche schon öfter eine dankbare Zuhörerschaft mit ihrem feinen Sopran erfreute. Sowohl die Arie aus der Kantate: Schwingt freudig mich empor, wie auch die übrigen Lieder, die sie sang, besonders das: Ich halte treulich still, waren Gaben, für die der Künstlerin Dank gebührt. Der Dritte im Bunde war Herr P. Lie. Vischer, Bethel. So feine Flötensolos, die mit Orgelbegleitung, wie auch das ohne Begleitung, waren ein seltener und darum auch um so dankbarer ausgenommener Genuß, den öfter zu genießen sicher der Wunsch aller Zuhörer sein wird. Der Ausklang dieser Feierstunde im gemeinsamen Adventschoral war die rechte Stimmung für die Zeit, der wir auch jetzt wieder mit Dank und Freude entgegen lehen. Gerüchte über eine Gold=Entente Französische Stimmungsmache.— Zweck des Bundes: Verhinderung der Abrüstung und der Revision. — Washington, 2. Dezember. Die amerikanischen Zeitungen brachten letzthin Meldungen aus Paris, die merkwürdig übereinstimmten und die deutlich den Charakter französischer Stimmungsmache tragen. Danach sollen Frankreich und die Vereinigten Staaten ein engeres Zusammengehen erwägen, sowohl in der Form einer „Gold=Entente“, die wie der Korrespondent der„Washington=Post“, erfahren haben will,„den Polizeiknüppel über das unruhige Europa halten und kriegerisch veranlagte Staaten durch Nichtgewährung von Anleihen zur Raison bringen werde", als auch in der Abrüstungsfrage, in der nach Informationen der Pariser Korrespondenten des„Washington Star“ und der „Chicago Daily News“, England, Amerika und Frankreich entschlossen seien, die„malcontenten“ Länder wie Deutschland, Italien und Rußland nicht mit ihren Wünschen auf eine weitgehende Abrüstung und Revision des Vertrages von Versailles durchdringen zu lassen. In den Kreisen der amerikanischen Regierung werden diese Meldungen als völlig grundlos betrachtet und als eine vollständige Verkennung des Standpunktes der Vereinigten Staaten angesehen. Wenn auch Owen Young und Harrison in Paris mit dem französischen Ministerpräsidenten Tardien verhandelt hätten, so doch ausschließlich über finanztechnische Fragen. Und in der Abrüstungsfrage habe der amerikanische Vertreter, Gibson, in Geuf nicht die Unverletzlichkeit des Versailler Vertrages betont, sondern sei lediglich für die Marineverträge von Washington und London eingetreten. Es sei damit zu rechnen, daß Staatssekretär Stimson auch der Falschmeldung entgegentreten werde, wonach der deutsche Botschafter von Prittwitz ihm gegenüber eine deutsche Aufrüstung angekündigt habe. Saargebiet gegen Frankreich. Protestkundgebung gegen die Mitbesitz=Pläne.— Die Saarfrage muß nach dem Gaarstatut gelöst werden! — Dortmund, 2. Dezember. Anläßlich einer Kundgebung für die Rückgabe des Saargebiets an Deutschland arbeitete Kommerzienrat Dr. Röchling=Saarbrücken Frankreichs Verantwortung für den Mißerfolg der deutsch=französischen Saarkonferenz heraus. Die Saarbevölkerung und die gesamte deutsche Industrie seien fest entschlossen, Frankreichs Pläne auf Mitbeteiligung französischen Kapitals an den Saargruben zu vereiteln. Eine einstimmig angenommene Entschließung stellt fest, daß Frankreich im Saargebiet Pläne verfolgt, die ähnlich wie seinerzeit in Oberschlesien, unter Mißachtung des Selbstbestimmungsrechtes der Bevölkerung wirtschaftliche Interessen Frankreichs in den Vordergrund schieben. Die Caarfrage müsse nach den klaren Bestimmungen des Eaarstatuts ihre Lösung finden. Das Ziel jeder Caarverhandlung müsse die unversehrte Wiederinkraftsetzung der deutschen Staatssonveränität über das Caargebiet in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht sein. Ueber den Rahmen des Versailler Vertrages seien alle Ansprüche Frankreichs auf die Saar unbedingt abzu=rhnen. Revision der Ostgrenze! Einstimmige Forderung der Deutschen Volkspartei. Der Zentralvorstand der Deutschen Volkspartei hat nach Abschluß der Aussprache mehrere Entschließungen angenommen. Einstimmige Annahme sand u. a. eine Entschlietung, in der es begrüßt wird, daß die Reichsregierung energische Schritte eingeleitet hat, um den Schutz der deutschstämmigen Bevölkerung in Ostoberschlesien gegen polnische Verfolgung und Willkür sicherzustellen. Der Zentralvorstand erneuert die Forderungen nach Revision der deutschen Ostgrenzen. Nur dadurch kann alte deutsche Kultur in der Ostmark gerettet, ihren Trägern die Möglichkeit zu friedlicher Arbeit gegeben und der Zusammenhang mit Ostpreußen wieder hergestellt werden. In einer zweiten Entschließung verlangt der Zentralvorstand eine grundlegende Neuordnung unserer sinanz= und wirtschaftspolitischen Verhältnisse. Das sei die für die Zukunft des Volkes und die Erhaltung des Reiches schlechthin entscheidende Aufgabe der Gegenwart. Der Zentralvorstand billigt alle Schritte, die Reichstagsfraktion und Parteivorstand bisher zur Sicherung des Erfolges der Reformvorschläge der Reichsregierung getan haben. Es gelte, den infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse verzweifelten Volksschichten, insbesondere der Jugend die großen staatspolttischen Ziele vor Augen zu stellen: Stärtung des nationalen Willens zur Selbstbehauptung, Festigung der Regierungsgewalt, Beseitigung der Alleinherrschaft des Parlaments, Neuordnung der Beziehungen zwischen Reich und Ländern, Wiederherstellung gesunder Grundlagen in den Gemeinden, Kampf gegen alle Bestrebungen, die kulturellen Grundlagen von Volk und Staat zu zerstören. Der Völkerbund muß eingreifen. Neue Protestkundgebungen gegen den Polen=Terror In Rativor, Oppeln und Gleiwitz. Aus Oberschlesien werden neue Protestkundgebungen gegen die Vergewaltigung des deutschen Volkstums in Ostoberschlesien gemeldet. Am Sitze der Provinzialverwaltung in Ratibor sprachen Prälat Ulitzka und Freiherr v. Schade zu den etwa 7000 auf dem Ring versammelten Menschen. Diese Ratiborer Protestkundgebung wurde außerdem durch die Schlesische Funkstunde über ganz Schlesien verbreitet. In der Regierungshauptstadt Oppeln sprach Schulrat Kaboth und in Gleiwitz Rechtsanwalt Kaffanke, der frühere deutsche Kommissar im Plebiszitausschuß für Gleiwitz=Stadt und=Land. Die Redner gaben übereinstimmend der Empörung des deutschen Volkes über die Vorfälle in Ostoberschlesien Ausdruck und appellierten an die Reichsregierung, mit allen Mitteln für eine Verbesserung des Loses der deutschen Minderheit einzutreten. Auch an den Völkerbund wurde eine entsprechende Aufforderung gerichtet. In allen drei Kundgebungen fanden die Ausführungen der Redner ihren Niederschlag in entsprechenden Protestentschließungen. Die Kundgebungen richteten sich übereinstimmend auch an die ganze Kulturwelt, um die Aufmerksamkeit auf die polnischen Terrorakte zu lenken. Nachprüfung der Brücken. Von den preußischen Ministerien angeordnet. Wie amtlich mitgeteilt wird, hat das Brückenunglück in Koblenz, bei dem am 22. Juli 38 sonen den Tod fanden, dem preußischen Landwirtschaftsminister und dem Minister für Handel und Gewerbe Veranlassung gegeben, für sämtliche Brücken eine Nachprüfung in der Richtung anzuordnen, ob und in welchem Umfange, wenn es sich um Treidelbrücken oder nicht öffentliche Brücken des preußischen Fiskus handelt, ein Verkehr des Publikums zugelassen ist und zugelassen werden kann, welche Maßnahmen bejahendenfalls getroffen sind oder zu treffen wären, um ein Oeffentlichwerden des Brückenverkehrs zu verhüten, und ob die Brücken die nötige Standsicherheit für den sich auf ihnen rechtmäßig abwickelnden Verkehr haben. Soweit sich darunter Leinpfadbrücken befinden, die unbeschränkt öffentlich benutzt werden, so sind. an sichtbarer Stelle Tafeln aufzustellen, durch die bekannt gemacht wird, welche Tragfähigkeit die Brücke hat und durch die die Benutzer darauf hingewiesen werden, daß die Benutzung auf eigene Gefahr erfolgt. Letzte Meldungen. :: Der Lohnschiedsspruch für die Rheinschiffahrt von den Arbeitgebern abgelehnt. Der am 26. November gefällte Schiedsspruch im Lohnstreit der Rheinschiffahrt, der eine Lohnherabsetzung bis sieben Prozent vorsieht, ist von den Arbeitgebern einmütig als völlig unzureichend abgelehnt worden. Die„Ludwigshafen“ in Balboa eingedockt. — London, 2. Dezember. Die„Ludwigshafen“ ist nunmehr in Balboa eingedockt worden, nachdem der Brand endgültig gelöscht werden konnte. Bei dem Schadenfeuer auf dem Schiff ist niemand verletzt worden. Stapellauf eines englischen Riesenflugzeugs. * Englische Zeitungen berichten in großer Aufmachung über den Stapellauf des größten militärischen Flugbootes der Welt. Das neue Flugboot ist vollkommen aus Metall gebaut, wiegt zehn Tonnen, hat drei Motoren und kann außer der Besatzung von fünf Mann 16 Personen befördern. Das Flugboot ist besonders für den Erkundungsund Küstenüberwachungsdienst bestimmt. 2. Niedersöllenbeck macht es sich zur den„Aufwärts“ zu werben? Kirche, Schule, Mission. Sup. Weirich endgültig zum Generalsuperintendenten von Westfalen gewählt. Der westfälische Provinzialkirchenrat hat in seiner Sitzung am 25. November, der durch den preußischen Kirchensenat erfolgten Wahl des Superintendenten Wilhelm Weirich aus Barmen zum Generalsuperintendenten der evangelischen Kirche Westfalens zugestimmt. Die Berufung wird dadurch endgültig. Superintendent Weirich ist am 20. 5. 1879 als des Hauptlehrers Weirich in Gelsenkirchen=Schalke geboren. Nach Vollendung seiner Studien in Bonn und Berlin wurde er im Jahre 1904 in der Gemeinde Brechten bei Dortmund als Hilfsprediger ordiniert und bei Gründung einer selbständigen Pfarrstelle in dem Filial Brambauer der erste Pfarrer dieser Gemeinde. Seit 1911 ist er als Pfarrer in Barmen=Wupperfeld tätig gewesen. Im Jahe 1925 wählte ihn die Synode Barmen zu ihrem Superintendenten. Als solcher wurde er als zielbewußter kirchlicher Führer gerühmt. Der neugewählte Generalsuperintendent wird sein Amt in Westfalen voraussichtlich im Anfang des nächsten Jahres antreten. Lokal= und Provinzialnachrichten. — Bielefeld. Evangelisch=kirchliche Arbeitsgemeinschaft. Im Rahmen der Vortragsreihe„Menschenführung als Gegenwartsaufgabe“, spricht Herr Dr. med. F. Künkel, Nervenarzt, Berlin=Wilmersdorf, am Donnerstag, den 4. Dezember 1930 im Altstädter Gemeindehaus, Grünstraße, um 20.15 Uhr über„Menschenführung im Lichte der heutigen Psychologie". Amtswahlen in Jöllenbeck. Die Amtswahlen, vergangenen Sonntag in Jöllenbeck stattfanden, folgendes Resultat: 1. Oberjöllenbeck. Amtswahl 434 125 30 48 2 13 496 209 Sozialdemokraten Deutschnationale Kommunisten Volkspartei Staatspartei Mittelstandspartei Nationalsozialisten Evang. Volksdienst die am ergaben 14. 9. 30 (519) (145) (60) (38) (26) (19) (374) (257) Hinweis. Autofahrten! Unter besonderem Hinweis auf das heutige Inserat der Firma Auto Depot Wilhelm Hagemann in Bielefetz begrüßen wir die Einrichtung der neuen Haltesten am Fuhrgeschäft. Dort stehen ab Dienstag, den 2 zember d. J. in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags ständig 2 Automobile zur Beförderung von Personen bereit. Bestellungen nimmt u. a. das Fuhrgeschäft der Anstalt Bethel entgegen. Wir bitten hierdurch, zur Abwicklung beruf. licher und privater Aufgaben diese durch Wegfall der Anfahrlkosten wesentlich verbilligten Beförderungsmittel im eigenen Interesse bevorzugt zu benutzen. Die Wagen sind der ständigen Kontrolle des Polizei=Präsidenten von Bielefeld unterworfen und den behördlichen Verfügungen entsprechend versichert worauf wir noch besonders hinweisen. Bethel. — Frauenhilfe. Mittwoch, den 3. Dezember, 3 Uhr nachm. im großen Assapheumssaal Altenfeier. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Bitte Liederbuch mitbringen. — Missionsnähen. Wegen der Feier der Frauenhilfe am Mittwoch, 3. Dezember, wird das Missionsnähen erst Mittwoch, 10. Dezember, stattfinden. L. Trittelvitz. Achtung! Am Montag, den 10. 11., wurden auf dem Wege bei Sunem und Nebo zwei photographische Bücher gefunden. Abzuholen an der Anstaltspost. Finder Wilhelm Möller, Haus Saron. = Anzeigen aus Bethel. — Schaukelpferd, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Angebote unter C. 289 an die Geschäftsstelle des Aufwärts. — Zimmer möbliert, für sofort von einem jungen Mädchen gesucht, evtl. mit voller Pension. 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