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Wollte man sich in der Art der Parteipolitiker um jede Einzelheit herumstreiten und den Nachweis zu erbringen suchen, daß der Gegner unbedingt Unrecht hat und man selbst im Recht steht, dann würde die Aussprache mit dem Wahltag noch längst nicht abgeschlossen sein. Es geht nicht darum, daß der Leser, wie so oft bei parteipolitischen Auseinandersetzungen, den Eindruck hat, jeder hat von seinem Standpunkt aus recht und er sich dann fragen muß, wer hat nun wirklich recht? Der Verfasser aber darf für sich in Anspruch nehmen, nicht mit Haut und Haaren irgendeiner parteipolitischen Richtung verschrieben zu sein und er besitzt auch nicht das Parteibuch etwa der Deutschnationalen Volkspartei. Nichtsdestoweniger hat man mit Aufmerksamkeit die politischen Entwicklungen verfolgt und sich ein eigenes Urteil auch über die Auseinandersetzungen innerhalb der Deutschnationalen Partei gebildet. Dem Verfasser haben die Fehler der deutschnationalen Politik schon immer Veranlassung zur Kritik gegeben und immer schon hat man gewünscht, daß doch endlich einmal eine starke Faust das Steuer dieses schwankenden Parteischiffes führen möchte. Der Kurs der deutschnationalen Politik war bisher sehr verschommen und niemand hat recht gewußt, was die Parteivertretung angestrebt hat, da die einzelnen Handlungen immer voller Widersprüche waren. Jetzt aber ist der Kurs klar zu Tage getreten und viele Wähler haben es begrüßt, daß man nun weiß, wohin die Partei unter Hugenberg steuert. Es spielt dabei keine Rolle, ob man den Kurs ablehnt oder nicht: Es ist ein klarer Kurs! Ein Minister beurteilt die Dinge sicherlich anders als ein einfacher Wähler. Es muß aber dennoch auch für den Minister interessant sein zu hören, weshalb man seiner Ansicht nicht folgen kann und weshalb ein parteipolitisch ungebundener Wähler sich fest und überzeugt nicht für seine sondern für die Richtung Hugenberg entschlossen hat. Reichsminister Treviranus ist kein Mann der Wirtschaft, das geht schon aus dem ersten Teil seines Artikels klar hervor. Wer aber mitten im wirtschaftlichen Leben steht und überall die Zeichen des Verfalls der Volkswirtschaft sieht, der sieht manches mit anderen Augen als ein Mann sie sehen muß, der mit der Volkswirtschaft nicht eng verbunden ist. Dr. Hugenberg aber ist mit der Volkswirtschaft verwachsen und seine Urteile und Voraussagen über den Youngplan und seine Folgen haben fürchterlich schnell sich bestätigt.— Ueberhaupt hat Hugenberg in wirtschaftspolitischen als auch in nationalpolitischen Dingen ein gesundes Urteil, das auch von vielen geteilt die nicht in einem Lager mit ihm stehen. Hätten die führenden Männer im vergangenen Herbst die Auswirkungen des Youngplans irgendwie nach der wirtschaftspolitischen Seite richtig beurteilen können, dann hätten sie Youngplan nicht zustimmen können, zumindest aber hätten andere sich ganz anders im Kampf gegen diesen P eingesetzt. dieser unfähi Nan hat allgemein nicht bedauert, daß ieir geuzigange Reichstag nach Hause geschickt wurde. Die tionalen Wähler haben von der Reichstagsfraktion nichts anderes als die Ablehnung der Notverordnungen erwarker. Es geht nicht um die Notverordnung als solche, die bekanntlich vom Reichspräsidenten in Kraft gesetzt wer den muß, sondern es geht um den Inhalt der Notverordnungen. Hugenberg und seine Freunde sind gewiß nicht grundsätzliche Gegner von Notverordnungen. Der Inhalt der Notverordnung umfaßte aber die Inkraftsetzung Anzahl Steuergesetze. Die Deutschnationalen hatten die Steuergesetze abgelehnt und es war selbstverständlich, daß auch die Notverordnungen abgelehnt wurden. Die Regierung hatte jetzt schon zum zweitenmal verfucht, gusgeine anz gerissene Art die Steuern im Reichstog, rigziagr nur gen. Es ist bekannt, daß die Regierung im Fruhsahr kur dann das Agrarprogramm durchführen wollte, wenn auch die Steuervorlagen angenommen wurden. Hozngese Taktik waren die Deutschnationalen einfach die neuen Steuern zu schlucken. Taten sie es nicht, dann dlieb der Landwirtschaft die so dringend notwendige Hilfe versagt. Folgerichtig wäre es auch schon damals gewesen, wenn man geschlossen dieses Ansinnen zurückgewiesen hätte. Wenn sich nun die Deutschnationalen weigern, diesen Kuhhandel zu wiederholen, dann kann man es ihnen nicht verübeln. Diesmal sollte als Lockmittel für die Bewilligung der neuen Steuern das Gesetz über die Osthilfe. eingebracht werden. Man kalkulierte, daß auch diesmal die Deutschnationalen, wenn auch widerstrebend, sich fügen würden, da sie ganz besonders für die Osthilfe eintraten. Man wußte auch, daß ein Teil der Deutschnationalen in entscheidender Stunde mit Sicherheit in gewohnter Weise dem Führer die Gefolgschaft verweigern würde. Man nahm deshalb nicht an, daß es der Führer diesmal auf einen Bruch mit einem Teil der Fraktion ankommen lassen würde. Als die Steuergesetze dann abgelehnt wurden, setzte man sie einfach durch Notverordnung in Kraft. Man ließ auch gleich schon durchblicken, daß die Ablehnung der Notverordnung durch die Deutschnationalen eine Art Treubruch dem Reichspräsidenten gegenüber bedeuten würde. Daß in dieser verzwickten Lage die Hugenberggruppe standhaft geblieben ist, das wird ihr von sehr vielen hoch angerechnet. Man kann sich denken, daß auch Dr. Hugenberg die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, stand doch der bevorstehende Abschied von der Gruppe Westarp dahinter. Wenn man die Wirtschaftspolitik der Regierung als falsch und unzulänglich ansah, dann war eben die Opposition auch dann notwendig, wenn man in geschickter Weise den Reichspräsidenten vorschob. Es liegt also klar zu Tage, daß es sich um ganz lebenswichtige wirtschaftspolitische Zusammenhänge handelt und nicht etwa um den Zank, darf man als Deutschnationaler gegen die Notverordnung des Reichspräsidenten stimmen oder nicht. Es kommt darauf an, ob es nicht mehr im Interesse des Reichspräsidenten lag, ihn nicht für die Steuergesetze verantwortlich zu machen, die sicherlich nicht von ihm ausgearbeitet waren, als durch Zustimmung zu der Notverordnung seine Verantwortlichkeit für verneyrte wirtschaftspolitische Handlungen festzulegen. Selbstverständlich lag den Deutschnationalen die Osthilfe sehr am Herzen und es war sehr zweckmäßig, daß Dr. Hugenberg den Reichskanzler aufforderte, durch eine Notverordnung das Ostprogramm sicherzustellen. Wenn aber Steuern durch Notverordnungen erhoben werden, dann können auch Maßnahmen zur Behebung von Notständen im Verordnungswege erlassen werden. Warum hat der Reichskanzler der Anregung Dr. Hugenbergs nicht entsprochen? Der Reichspräsident, der schon immer ganz besonders für den Osten eingetreten ist, hätte sicher ohne Zögern in weitgehendstem Maße Notverordnungen über die Osthilfe zugestimmt. Hier aber hat die Regierung sicherlich aus wahltechnischen Gründen nicht gewollt und wir sehen, wieviel es nun in der Tat mit der Hindenburgpolitik auf sich hat. Es ist ja auch ein zu billiger Agitationsstoff, wenn man dem Osten sagen kann:„Das habt ihr den Deutschnationalen zu verdanken.“ Der Laie im Lande, der nur ahnt, daß auch an maßgebender Stelle mit allen Schlauheiten und Listen gekämpft wird, kann sich daraus seinen Vers machen. Man kann nur mit tiefer Besorgnis feststellen, daß Reichsminister Treviranus der wirtschaftlichen Notlage fremd gegenüber steht, sonst würde er nicht bei formalen Ueberlegungen stehen bleiben. Es geht im Grunde tatsächlich um das wünschenswerte Maß der staatlichen Einnahmen und Ausgaben und nicht um die Frage, ist es richtig, daß die Deutschnationalen die Auflösung des Reichstags erzwungen haben, oder müssen die Deutschnationalen alle Notverordnungen, die man ihnen vorsetzt, geduldig schlucken. Der Wähler und Steuerzahler frag: nicht danach, wie hoch die sachlichen Ausgaben im Verhältnis zu den unsachlichen Ausgaben des Staates sino, sondern er sieht nur, daß der Staatshaushalt in nicht zu ferner Zeit 15 Milliarden schlucken wird und was sind dagegen 130 Millionen Einsparungen. Das sind noch nicht einmal 1 Prozent. Mit solchen Einsparungen kann man dem Steuerzahler nicht imponieren, zumal er nur zu gut weiß, daß alle Vierteljahr ein Nachtragsetat eingebracht wird, der sich nicht unter der Grenze von 500 Millionen bewegt. In diesen Wochen werden schöne große Reden gehalten und manche Versprechungen gemacht, aber nach dem Wahltag kommt der Katzenjammer. Der Finanzminister wird dann den Stand der Finanzen offenbaren müssen, der sicherlich trostlos sein wird. Wer die Dinge so sieht und beurteilt, der kann keine Unwahrhaftigkeit in der Handlung der Deutschnationalen Parteivertretung erkennen und erst recht kann man überzeugt davon sein, daß die Forderung der Partei an das Zentrum, sich von dem Marxismus völlig abzulösen, voll und ganz ernst gemeint ist. Hugenberg hat schon immer darauf hingewiesen, daß unserem Volk die Zentrumspolitik durch das Zusammengehen mit den Marxisten außerordentlich viel geschadet hat. In diesem Zusammenhang seien einige Sätze aus der Rede Dr. Hugenbergs vor 15000 Zuhörern in einer Wahlversammlung in Berlin angeführt: „Es ist nie mein Ehrgeiz gewesen, ein„Redner" zu sein. Einst in der Nationalversammlung in Weimar war es mir bitterer Ernst mit den Worten:„Die Redner, diese gefährlichste Klasse der Menschen“— so lebhafte Heiterkeit sie auch bei der Versammlung und insbesondere bei Herrn Stresemann auslösten. Auch heute ist es nicht meine Aufgabe und mein Ehrgeiz, mit schönen Worten als Werberedner vor Ihnen aufzutreten, sondern als nüchterner Mann, der um sein Volk bangt und diese Angst in Worte preßt. Wie anders sähe es heute in der inneren Politik des Deutschen Reiches aus, wenn das Zentrum, die einstige Stütze von Thron und Altar, sich offen und ehrlich zu einer Politik vaterländischer Zusammenarbeit mit den nationalen Kräften des Volkes zusammengefunden hätte! Zehn Jahre lang hat es in Preußen geholfen, die Macht der verbündeten Sozialdemokratie aufzubauen. Zehn Jahre lang hat es— nach unserer Auffassung— das gesamte Christentum, zum mindesten aber den evangelischen Teil des Christentums in Preußen der verwüstenden Wirkung des sozialistischen Kulturbolschewismus ausgeliefert. Zehn Jahre lang hat es die in Preußen herrschende Sozialdemokratie am Marke der deutschen Seele fressen lassen, an seinem volksüberlieferten Empfinden, an seinem Willen zum Leben und zur Selbstbehauptung. an seinem Stolze auf sich selbst. Zehn Jahre hindurch— von den Zeiten Erzbergers an — hat es immer von neuem zugelassen, daß unsinnige, ja kindische, sozialistische Experimente Finanzen, Wirtschaft und Staat unterwühlten. Jetzt stehen wir erschreckt vor dem großen dunklen Abgrunde. Die neue Rechte, die Rechte des neuen Reichtages wird dem Zentrum das alte Spiel nicht mehr gestatten, dieses Spiel: von Zeit zu Zeit im Reiche eine sogenannte Rechtsregierung zur Beruhigung der eigenen Wähler und zum Heile der Sozialdemokratie— eine Regierung, die wie das Kabinett Brüning in den Augenblicken die Verantwortung übernimmt, wo die Sozialdemokratie gern davon entlastet wäre! Inzwischen aber in Preußen ein fortdauerndes Bündnis mit dem Marxismus! Ich habe das dem Zentrum hinter den Kulissen und vor den Kulissen— in der Stille und in voller Oeffentlichkeit, gesagt: es muß sich von seinen preußischen Freunden lösen— es handelt sich darum, ob es zusammen mit der Sozialdemokratie Deutschland zugrunde richten oder Deutschland mit uns zusammen retten will. Es handelt sich für jeden Wähler darum, ob er das eine oder das andere will. Ja— oder Nein! Rechts oder Links! Rettung oder Untergang! Das ist diesmal die klare Parole!“ Hier wird nicht die Parole des Bruderkampfes ausgegeben, sondern die des Kampfes um Rettung oder Untergang. Die Rede Dr. Hugenbergs hat im ganzen Reich großen Widerhall gefunden und sie wird nicht ohne Einfluß auf den Wahlausgang bleiben. Alles das, was sich innerhalb eines Jahres in Deutschland abgespielt hat, in vielen Volksbrüdern die Ueberzeugung reifen lassen, daß nur eine entschlossene Abkehr von der Linie der bisherigen Politik uns aus dem Sumpf des drohenden Zusammenbruchs hinausführen kann. Das ist der Grund, weshalb sich Hunderttausende erneut zu Hugenberg bekennen und weshalb auch die äußerste Rechte lawinenartig anschwillt. Der Wähler will heute klar sehen und der Kurs der neuen Konservativen Volkspartei ist sehr verschwommen. Man sieht, wie mit der Entstehung der Partei schon gleich krasse Gegensätze zur Geltung kommen. Am Tage der Reichstagsauflösung hat Graf Westarp zum Ausdruck gebracht, daß er und seine Freunde dem Kabinett voller Mißtrauen gegenüberständen, also einem Kabinett, dem auch der Vorsitzende der neuen Partei angehört. Außerdem kamen schon in den ersten Wochen grundlegende Meinungsverschiedenheiten zu Tage. Graf Westarp erklärte in der Kreuzzeitung, daß die neue Partei monarchistisch eingestellt sei und die Errichtung des Kaisertums anstrebe. Der Führer der Partei, Reichsminister Treviranus, suchte am folgenden Tag den Eindruck dieser Aeußerung abzuschwächen, indem er behauptete, daß die Frage der Staatsform für die Konservative Volkspartei von untergeordneter Bedeutung sei. Ferner wird die angestrebte Fühlungnahme mit dem Liberalismus nicht im guten Sinne gedeutet. Hier im Westen ist deshalb kein guter Boden für die Neugründung. Nur in den großen Städten gibt es kleine Ortsgruppen, während in mittleren und kleinen Städten vielfach überhaupt keine Anhänger zu finden sind. Entweder entscheidet sich der national eingestellte Rheinlän der und Westfale für den Nationalsozialismus oder aber für den Christlichen Volksdienst oder man bleibt der Deutschnationalen Partei treu. Sogar die Landwirtschaft hält sich weiterhin zu einem großen Teil bei der alten Stammpartei, sofern man nicht schon zu Hitler übergegangen ist. Der Wahlausgang ist für alle Rechtsgruppen sehr ungewiß, jedoch eines ist sicher, daß das Resultat den einzelnen Parteien beweisen wird, ob sie auf dem rechten Wege sind oder nicht. Th. „Paneuropa“: (Gedanken aus einem Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Driesch=Leipzig, gehalten vor Studenten.) Die Frage eines Paneuropa ist vor allem ethischer, nicht nur politischer Natur. Sie ist eng verbunden mit dem Problem der Freiheit. Sind wir freie Wesen und können wir nach unserem Willen handeln? Diese Frage ist wohl kaum zu lösen. Sehen wir uns an, als ob wir sreie Menschen wären! Nach Kant kommt der Friede durch zwei Möglichkeiten: durch die Not(wirtschaftliche Not)— hierbei ist der Mensch mehr oder weniger passiv— und durch den Weg der Vernunft.— Hier handelt es sich um ein aktives Eintreten des Menschen zur Erreichung des Zieles. Das ist der Idealweg. Es werden viele sagen: Der Gedanke eines Paneuropa ist gut, aber wir haben ja einen Völkerbund! Er kann, er muß die Aufgabe„Paneuropa“ übernehmen.— Der Völkerbund hat seine Berechtigung, aber er hat den Fehler, daß er sich das allerletzte Ziel setzt: Völkerbund. Eine Vereinigung aller Völker! Das Ziel„Paneuropa“ ist konkreter, ist näher, ist zu erreichen! Welche äußeren Folgen hätte ein Paneuropa? Zunächst Beschränkung der Kriege, zum andern würden die wirtschaftlichen Nöte in den einzelnen Ländern gemildert werden. Allerdings nur unter einer Bedingung: Das Paneuropa darf keine Spitze haben gegen ein anderes„Pan“, etwa Pan=Amerika, Pan=Asien. Zwei Schwierigkeiten treten sofort auf, wenn man an die Verwirklichung eines Paneuropa denkt: Wie werden die Kolonien in rechter Weise eingegliedert und wird die Aufhebung aller Zollgrenzen möglich sein? Können wir rückblickend auf die Geschichte einen Wegweiser sehen, der uns den Gedanken eines Paneuropa nahe legt? Was war z. B. das Ende der vielen Bürgerkriege, der Kämpfe um die Vormachtstellung der Städte in Griechenland(Sparta— Athen) usf.? Entweder Chaos oder Erobertwerden durch fremde Völkerschaften. Auch in Deutschland ein Chaos, kein einheitliches deutsches Reich, das dann 1870 geeinigt wurde(Bismarck). Hierin liegt geschichtlich begründet eine Hoffnung für Paneuropa. Mehr aber als dieser geschichtliche Wegweiser muß uns die ethische Forderung treiben, die christlich begründet, Matth.—7 in den Worten der Bergpredigt zu lesen ist. Wir nennen uns doch Christen! Es ist ein ethischer Skandal, daß wir nicht wenigstens ernster bestrebt sind, diese Grundlehren zu erfüllen. Wie aber steht es um die Möglichkeit des gegenseitigen Verstehens der Länder? Zwei Beispiele sind von Bedeutung. Das eine ist der neueren Philosophie entnommen. Ein großer Gang des Denkens offenbart sich in den Geistesgrößen aller europäischen Länder: Bacon— Descartes— Spinoza— Hume— Leibniz— Kant. Da haben wir ein Paneuropa! Das andere Beispiel sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Hier haben wir sehr real eine Vereinigung von vielen Rassen. Man will sich verstehen und es ist möglich. Was heißt eigentlich„Wesen“? Gibt es wirklich ein deutsches, französisches, englisches„Wesen"?„Wesen“ als fest gegebenes So=sein. Wenn„Wesen“ ein festes wäre, dann könnte es den Begriff„germanisch“ z. B. heute nicht Was uns der Slot gebracht Die Weltkinderkonferenz der kommunistischen Partei.— Klassen= und Bürgerkriegshetze.— Dokumente kommunistischer Kindererziehung. Die„Mitteldeutsche Heimatkorrespondenz“ schreibt: Vom 24. bis 27. Juli sollte in Halle der„Slot“ stattfinden, d.., das internationale Weltkindertreffen der kommunistischen Partei. Auf Veranlassung des Städtischen Gesundheitsamtes Halle, das mit Recht gutachtlich hinwies auf die hohe Seuchengefahr bei Ansammlung einer so großen Zahl Kinder, wurde das Welttreffen in Halle verboten und in letzter Stunde nach Berlin verlegt, obwohl zunächst die Parole ausgegeben worden war, trotz des Verbotes nach Halle zu kommen. Die Provinz Sachsen ist also von diesem Ereignis verschont geblieben. Es dürfte aber interessant sein, einmal einen Blick darauf zu werfen, was wir hätten erwarten können, wenn das angesetzte Treffen in dem geplanten Rahmen stattgefunden hätte. Schon seit Wochen und Monaten hatte die gesamte kommunistische Presse für diesen Kinderkongreß mit allen Mitteln Reklame gemacht, vor allen Dingen in den Kinderbeilagen der kommunistischen Tageszeitungen und in der kommunistischen Kinderzeitschrift„Die Trommel“ Sportvereine, Betriebsbelegschaften und Betriebsräte, die „internationale Arbeiterhilfe“ und die„Pionier"=(Kinder=) Organisation des In= und Auslandes wurden mobil gemacht. Vor allen Dingen aber sollten die deutschen Kinder in ihren Schulen für das Treffen agitieren. Sie wurden aufgefordert, in den Schulen Kinderversammlungen abzuhalten, auch wenn es von den Lehrern verboten werden sollte. In einem Werbegedicht, dessen Verfasser sich freilich in keiner Weise durch Beherrschung deutschen Stiles auszeichnet, wird die Arbeit zweier Pioniere beschrieben:„Vor der Schule sieht man sie— wie sie fleißig geben. Der rassenmäßige Unterschied in den einzelnen Ländern selbst ist so groß!(Der Antisemitismus ist ein barbarischer Gedanke.) Nein,„Wesen“ als im tiefsten Sinne etwas unveränderliches gibt es nicht. Ja, es gibt einen Typus, der im Temperament, im Durchschnitt der seelischen Haltung begründet ist. Das sogenannte Wesen stammt immer von den großen Männern eines Volkes. Ihre Wirkung auf ihre Volksgenossen und auf das Kulturwesen ihres Volkes war so tief und eingreifend, daß man kurzweg dies als„französisch", als„englisch“, als „deutsch“ bezeichnete(Frankreich: Pascal; England: Shakespeare; Deutschland: Goethe). Natürlich gibt es Diferenzen unter den Völkern. Aber diese Differenzen treten innerhalb jeder Nation auf. Denken wir an die Typisierung von Spranger oder z. B. Grünbaum: Der Liebes= und der Machtmensch(Jesus— Napoleon). Diese Typen sind international und wahrscheinlich auch nicht ineinander verwandelbar. Ist die Mannigfaltigkeit der Sprachen ein großes Hemmnis zur Bildung von Paneuropa? Es hat gewiß seine Begründung, wenn in der Bibel die Vielsprachigkeit als eine Strafe für die Menschheit erscheint. Trotzdem ist die Sprache, wenn wir nicht Sprachvergötterung treiben, kein unüberwindbares Hindernis. Auch der Staat darf nicht vergöttert werden. Er ist ein Notinstitut, das da sein muß, weil die Menschen keine Heiligen sind. Der Franzose, der Deutsche soll bleiben! Nur seines Hochmutes soll er enthoben werden zugunsten einer größeren Wahrhaftigkeit. Wir wollen auf dem 2. Weg— dem Weg der Vernunft, wie Kant ihn angibt— zu einem Paneuropa kommen. „Aufklären“ im tiefsten Sinne wollen wir. Unser sittliches Bewußtsein soll lernen, dem Gefühl zu mißtrauen, der Vernunft zu gehorchen. Du sollst nicht töten! Warum? Weil du nicht weißt, was der Tod ist. Was sollen wir nun tun, um die Idee„Paneuropa“ zu verwirklichen? Schule und Kirche als noch weithin bestimmende Mächte müssen wir paneuropäisch denken lehren! Hier muß der paneuropäische Gedanke verbreitet werden. Man spricht so oft vom Gebet. Wenn es ein solches gibt, dann müßten wir immer beten:„Herr, gib Europa endlich und endgültigen Frieden.“ L..=Leipzig. Das Ende der Expedition.— Was ist gefunden worden? — Oslo, 25. August. Die norwegische Expedition Dr. Horn, die die Leichen Andrées und seiner Begleiter zurückbringt, wird am 10. September in Tromsö erwartet. Die Heimholung der Polarforscher nach Schweden dürfte unter großen Feierlichkeiten erfolgen. Man erwartet die Entsendung eines schwedischen Kriegsschiffes. Die Auffindung der Leichen erklärt man sich damit, daß in diesem Sommer infolge des milden Wetters, das das Polargebiet zu verzeichnen hatte, das Eis stärker weggeschmolzen ist. Die Leichen und die Ausrüstung der Andrée=Expedition wurden an Bord des Seglers„Bratvaag“ gebracht, der sie jetzt nach Tromsö überführt. Die Ausrüstung besteht aus zwei Schlitten, einem Boot, einer Harpune, einem Kochapparat und zwei Kisten mit Instrumenten, einem Tagebuch und einem Logbuch. Beide Bücher waren so vereist, daß sie nicht geöffnet werden konnten. Man konnte jedoch auf einer der letzten Seiten des Logbuches folgende Eintragung erkennen:„18. 7. 1897.— 83 Grad nördlicher Breite und 32 Grad östlicher Länge.“ Was das Ende der Expedition betrifft, wird angenommen, daz der Freiballon auf dem Eise landen mußte und die Ritglieder dann den Ballon verlassen haben, um in südlicher Richtung auf White Island zu über Treibeis vorzudringen. In dem Lager wurde weder ein Zelt, noch eine Hütte, noch irgendwelche agitieren,— viele Kinder wollen auch— hin zum zweiten Slot marschieren— und der Rektor Zickemeck— fällt bald um vor lauter Schreck.“ Zugleich wurde eine rege Sammeltätigkeit zur Finanzierung entfaltet, und man scheute sich nach den kommunistischen Pressemeldungen noch nicht einmal, Arbeitslose um Beiträge anzugehen. Erwartet wurden Kinderdelegierte aus fast allen europäischen Ländern, aber auch aus Nordafrika, Kanada und aus der Mongolei. Vor allem die mongolische Delegation erregte die Begeisterung der kommunistischen Presse. Allerdings glaubte eine bürgerliche Zeitung feststellen zu können, daß diese„Mongolenkinder“ nicht aus dem fernen Osten kamen, sondern aus dem nachbarlich bekannten Sangerhausen, wo einige chinesische Familien ihren Wohnsitz haben, die vom Hausieren mit chinesischem Porzellan leben. Ganz so zahlreich, wie die kommunistische Partei hoffte, kamen freilich diese Nationen nicht. Während der„Klassenkampf“ vom 19. Juli noch von einer Teilnehmerzahl von 20 000 Kindern erzählt, berichtete er am 21. Juli nur noch von 5000 Delegierten aller Länder. Was stand nun auf dem„Arbeitsprogramm“ dieser Kinderkonferenz? Es sollte zunächst ein großes Zeltlager für 5000 Kinder aufgeschlagen werden, daneben ein großer„Rummelplatz“, wo während des Welttreffens „immer was los sein sollte“. Am Vorabend der Tagung waren Agitationszüge durch die Stadt Halle geplant, als Eröffnung eine große Demonstration, Wanderungen, Spiele, Besichtigungen, ein zweitägiges Kindersportfest („Kinderspartakiade“), Kommissionssitzungen der La#darbeiterkinder, der Kinderkorrespondenten usw., als Abschluß noch einmal eine Demonstration. Diese Schlußdemonstration sollte ein Feuerwerk bringen, ausgerechnet ein Feuerwerk, worüber man doch bei Kinderfesten anderer Gruppen immer so hämische Worte zu finden weiß. Alle diese Veranstaltungen tragen an sich verhältnismäßig harmlosen Charakter, abgesehen davon, baß es vom Spuren von Lebensmitteln gefunden, aber in der Basdes einen Schlittens das Skelett eines Eisbären,., Andrée und seine Kameraden vermutlich erlegt haben Es wird weiter vermutet, daß sie nur noch ein vagr Monate, nachdem sie White Island erreicht hatten am Leben geblieben sind. An der Stelle des traurigen Fundes errichtete di norwegische Expedition ein Steingrabmal. ** 30 Jahre unterm Eise begraben Interviews mit den Freunden Andrées.— Was Larsen und Rasmussen sagen. Die norwegischen und schwedischen Zeitungen bringen Unterredungen mit berühmten Polarforschern und den Freunden Andrées. Die noch lebende Schwester Fränkels äußerte, sie hätte schon so oft falsche Nachrichten über die Auffindung der seit 1897 verschollenen Expedition gehört, das sie zunächst nichts glaube. Der norwegische Flieger Larsen, der in den letzten Jahren mehrfach im Flugzeug das Polargebiet überflogen hat, erklärte, die Auffindung der Leichen sei sehr wahrscheinlich nur dem Umstande zu verdauken, daß in diesem Jahre eine Auftauung des Eises stattgefunden habe, wie noch nie zuvor. Als im Vorjahre ein norwegisches Schiff auf der Suche Amundsen in der Nähe der Weißen Insel geweilt habe. sei diese Jusel völlig von Eis und Schnee bedeckt gewesen. Andrée habe wahrscheinlich mehr als 30 Jahre tief im Eise gelegen und sei erst in diesen Tagen an das Tageslicht gekommen. Nach dem Vorbericht der Auffindungs=Expedition hat Andrée wahrscheinlich einen ganzen Winter in der Eiswüste zugebracht. Die Schuhe der Polarfahrer waren nämlich sehr abgenutzt. Als man Andrées Leiche fand, hatte er das Tagebuch in der inneren Tasche. Ihm zur Seite stand ein Petroleumkocher. Ein Mitglied der Expedition lag unter Steinen. Wahrscheinlich war dieser Mann vorher gestorben und man hat die Leiche zum Schutze gegen Eisbären mit Steinen bedeckt. Man nimmt aus der Situation, in der die Expedition im ewigen Eise gefunden wurde, an, daß Andréc am längsten gelebt hat. Wie der bekannte Polarforscher Knut Rasmussen mitteilt, hat Andrée kurz vor dem Start in Spitzbergen Fridtjof Nansen um seine Meinung über den Polarflug gefragt. Nansen habe darauf dringend abgeraten und einen Flug über den Nordpol als mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit nicht durchführbar bezeichnet. Andrée habe sich aber dadurch nicht abhalten lassen und trotzdem den Flug angetreten. Grab im Die Nachricht von der im Eismeer erfolgten Auffindung der Leichen des schwedischen Polarforschers Andrée und seiner Begleiter hat in der ganzen Welt größtes Aufsehen erregt. Jahre hindurch hielt das Verschwinden dieser kühnen Männer die Oeffentlichkeit in Spannung. Expeditionen brachen auf und kamen zurück, aber nirgends ergaben sich Anhaltspunkte für die Lösung des Rätsels. Nun, nach 33 Jahren, hat endlich ein Zufall Licht in das Dunkel gebracht. Der Start zu dieser ersten Luftfahrt in das Polargebiet ist am 11. Juli 1897 an der Nordwestecke Spitzbergens vonstatten gegangen. Führer der Expedition war August Andrée; Mitfahrende waren der Ingenieur Fränkel und Kils Strindberg, der Neffe des Dichters. Der Ballon, den die Polarfahrer benutzten, war eigens zu diesem Zwecke gebaut worden und stellte einen Freiballon mit Segeln dar, der so teilweise lenkbar war. Finanziert worden war die Entdeckungsfahrt durch König Oskar II. und durch Nobel, den Stifter des Nobelpreises. Die Vorbereitungen für die Expedition trugen sorgfältigen Charakter. In einem einjährigen Aufenthalt auf Spitzbergen hatte Andrée die Windverhältnisse im Norden eingehend studiert und dabei herausgefunden, daß im Hochsommer in dieser Gegend Standpunkte eines jeden vernünftigen Erziehers in hohem Maße verwerflich ist, Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren zu politischen Demonstrationszwecken heranzuziehen. Doch der Schein der Harmlosigkeit verfliegt sehr bald, wenn man sich darüber klar wird, in welchem Geist und zu welchem Zwecke sie durchgeführt werden sollten. Dafür zwei Beispiele. Bei der Sportbegeisterung unserer heutigen Jugeno wurde naturgemäß besonders mit dem geplanten Sportfest Reklame gemacht. Das geschah in folgender Weise: „Turnen, Schwimmen, Springen und Laufen ist immer gesund. Die Kinder der Reichen haben große Turnund Spielplätze. Für ihre Gesundheit ist immer gesorgt. Unsere Väter verdienen wenig oder sind arbeitslos und können uns nicht so zu essen geben und kleiden, wie?? notwendig ist. Sie haben nicht die Mittel, uns an die See oder ins Gebirge zur Erholung zu schicken. Aber wir wollen ja mit unseren Vätern gemeinsam den Kampf gegen die Kapitalisten führen. Deswegen müssen wir, trotzdem wir so schlecht zu leben haben, versuchen, unsere Gesund heit zu erhalten, damit wir mutig und unverzagt kamt fen können.“ Demnach war der Sinn dieses Sportfestes weiter nicht: als Klassenkampfhetze. Es wird aber noch deutlicht! Nach einem Angriff auf die Turn= und Sportvereine“: „Kapitalisten“ und nach einer Werbung für die Arbeite! sportvereine heißt es:„Dort(in den Arbeitersportoe“ einen) werden wir nicht für einen neuen Krieg begesst;, und als künftige Soldaten für die Kapitalisten ausgeb“ det. Dort treiben wir nicht Sport um unsere schlechte Latz“ zu vergessen. Die Arbeitersportler sollen Soldaten e: Revolution sein.“ Also doch Soldaten?! Ja, die„Tron mel“ weiß durchaus die Arbeiterkinder für militaristisch Dinge zu begeistern, obwohl die gesamte kommuniste Presse so heftige Worte in der Antikriegspropaganda d“ finden weiß. In der gleichen Nummer der eben zitierte“ er in der Eisbären, den erlegt haben. noch ein paar rreicht hatten, al. Gtete M0 raben es.— Wal n. zeitungen brinirforschern und ende Schwester t falsche Nach7 verschollenen s glaube. , der in den as Polargebiet ig der Leichen de zu verdauung des Eises Als im Vorr Suche nach # geweilt habe, nee bedeckt geals 30 Jahre Tagen an das nas=Expedition Winter in der r Polarfahrer Andrées Leiche nneren Tasche. cher. Ein Mitu. Wahrscheinund man hat n mit Steinen in der die Exurde, an, daß cut RasmusStart in Spitznung über den f dringend aboirdpol als mit seit nicht durchr dadurch nicht ingetreten. smeer. erfolgten AufPolarforschers in der ganzen hindurch hielt er die Oeffentachen auf und sich Anhalts, nach 33 Jahas Dunkel getfahrt in das der Nordwestführer der Exnde waren der erg, der Neffe solarfahrer begebaut worden In dar, der so rden war die I. und durch Expedition trum einjährigen die Windverund dabei herdieser Gegend ziehers in hohem n 8 bis 14 Jahheranzuziehen. liegt sehr bald, lchem Geist und den sollten. Daeutigen Jugend eplanten Sportolgender Weise: lufen ist immer en große Turnimmer gesorgt. arbeitslos und kleiden, wie es uns an die See . Aber wir wolin Kampf gegen in wir, trotzdem unsere Gesundnverzagt kämpbeständige Winde wehen, die einen Freiballon, noch dazu, wenn die Richtung etwas mitbestimmt werden sonnte, an das gewünschte Ziel tragen mußten. Um zuch die Höhe der Fahrt kontrollieren zu können, waren an der Gondel Schleppseile angebracht, die am Boden nachschleifen sollten. An Bord befanden sich Nahrungsmittel für vier monate, Waffen, Beobachtungsinstrumente, ein Schlitten und ein Boot. Der Ballonkorb war so eingeteilt, daß der untere Teil einen geschlossenen Schlafraum bildete, während der obere, balkonartig gestaltete Teil gute Aussicht bot. Und doch stand die ganze Fahrt vom ersten Tage zu unter einem ungünstigen Stern. Als Andrée 1896 mit seinen Begleitern und dem Freiballon Hernen"(Adler) nach Spitzbergen kam, blieb der in den Vorjahren festgestellte günstige Wind aus, so daß die Forscher unverrichteter Dinge heimkehren mußten, während der Adler in einer dachlosen Halle auf Spitzbergen verblieb, den Unbilden des Wetters preisgegeben. Im Juli 1897 nach Spitzbergen zurückgekehrt, überstürzten die Polarforscher beim Einsetzen der im Vorjahr ausgebliebenen günstigen Windströmung den Start. Als sich der„Adler“ dann in die Lüfte erhob, stieß er noch gegen die Halle und drohte niederzugehen. Nun aber erzwangen die Piloten durch den Abwurf zahlreicher Sandsäcke die Weiterfahrt. Mitte Juli 1897 brachte eine Brieftaube ein Lebeuszeichen von der Expedition nach Stockholm, eine vom 13. datierte Standortsangabe. Es war das die erste und letzte Nachricht; zwei voraufgeschickte Tauben hatten ihr Ziel verfehlt. Unmittelbar nach dem spurlosen Verschwinden der Polarforscher setzten die Nachforschungen nach ihrem Verbleib ein. Einmal wollte man den„Adler" im Polarmeer treibend gesichtet haben, dann wieder war davon die Rede, in Grönland habe man einen Eskimoschlitten festgestellt, der mit Ballonstoff bespannt gewesen sei. Viel Beachtung fand später eine von dem Eskimoforscher Knut Rasmussen wiedergegebene Nachricht, nach der in Nordgrönland von Eskimos eine abenteuerliche Geschichte erzählt werde von„Göttern“, die vom Himmel herabgekommen seien, die aber schließlich— nach dem Glauben der Eskimos wohnen im Himmel den Menschen feindliche Götter— erschlaMit der Auffindung der Leichen der Polarforscher sind alle diese Gerüchte widerlegt. Andrée ist mit seinen Begleitern überhaupt nicht nach Gronland gekommen, vielmehr muß sich die Katastrophe den ersten Tagen nach dem Start ereignet haben. Die Weiße Insel, auf der das Lager Andrées gefunden worden ist, liegt nämlich zwischen und dem Franz=Josephs=Land; was aber die Entfernung der Fundstelle der Leichen von dem trifft, beträgt sie nur etwas mehr als ein Zehntel der Gesamtflugstrecke. Man kann jetzt also annehmen, daß sich Andrée etwa zwei Tage in der Luft gehalten hat— der Dauerrekord für Freiballonflüge betrug 1897 nur 18 Stunden!— und daß er dann infolge eines Unfalls auf die Eiswüste niedergegangen ist. Weitere Aufklärung werden erst das Logbucingrwähnt sef aber, bücher Andrees bringen. Nicht untirngzung#n daß auch bereits Zweifel laut geworden sind, vo es sich tatsächlich um die Leichen Andrées und seiner Begleiter handeln wird. So bezweifelt insbesonzeren## Polarforscher Sverdrup, daß die Leichen##### in„gut erhaltenem Zustand befinden können..: Sverdrutz meint, wenn da oben im bohzglarzuchfe da. lebendes Wesen sterbe, seten sofort die Po.#ug,### die wirklich nichts in„gut erhaltenem Zustans#####ig zu lassen pflegen. Appell an das Vertrauen. Presseempfang bei Dietrich.— Gesicherte Finanzen. Im Rahmen eines Presseempfangs äußerte sich Reichsfinanzminister Dr. Dietrich über die Finanzlage des Reiches und die Aussichten für die Zukunft. Kassenlage des Reiches bezeichnete der Msezunggnle befriedigend. Tank der neuerschl „Trommel“(Nr. 6, Juni 1930) findet sich ein begeisterter Bericht der„Pionierin Käthe" über ein Geländespiel, das bei Leningrad(Petersburg) in Anwesenheit des Kommunistenhäuptlings Max Hölz stattfand. Offenbar wurden dort praktisch die Theorien ausgeprobt, die dieser deutsche Kommunist in Rußland über den neuen Bürgerkrieg in Deutschland aufgestellt hat. Die Vermutung liegt nahe, daß auch die Spiele anläßlich der Spartakiade in Halle ähnlichen Charakter tragen, d. h. also eine systematische Vorbereitung auf einen kommenden Bürgerkrieg sein sollte. Das zweite Beispiel für den Geist des Weltkindertreffens mögen die Kommissionssitzungen für korrespondenzen sein. Kinderkorrespondenten sigd, die Berichterstatter der kommunistischen Presse und Schülerkreisen. Die Kinder werden immer wieder aufgefordert, aus ihren Schulen Berichte einzusenven, und sie sollten bei der geplanten Tagung offenbar systematisch geschult werden, wie sie diese Berichte abzufassen hätten, damit man in Zukunft nicht gar so deutlich merkt, daß die Berichte aus den Schulen zumeist aus der Feder eines Redakteurs stammen. In welchem Geist diese Kinder kespondenzen abgefaßt werden, dafür gibt uns jede Nu ner einer kommunistischen Zeitung oder Gu1 seitschrift schlagende Beispiele. Die unglgupigerren zahlungen von Kindermißhandlungen, Einsperren Schränke, sinnloses Prügeln und dergleichen tauchen dort auf in wüsthetzerischer Form und aufreizenden Uebe chriften. Zugleich wird immer wieder zum offenen, derstand gegen die Lehrer aufgefordert. Der1 Kinderkorrespondenzen ist also lediglich die Zersetz Unserer Schulen und zugleich die Zer#egung seelen mit dem Geist des Hasses. Das sollte auch der Sinn der zweiten„Slot“ sein. Die Eltern mögen sich fragen, ob es ihnen richtig erscheint, daß ihre Kinder in diesem Sinne aufwachsen. Dr. Kl. werde das Reich über die nächsten Monate hinwegkommen, so daß der neue Reichstag eine Reihe von Monaten ungestört werde arbeiten können. Die schwebende Schuld sei um rund 500 Mill. M. vermindert worden. Der Minister behandelte dann die Lage der Reichsbahn und der Post und verwies dabei auf die der Wirtschaft erteilten Aufträge, die vielen hunderttausend Menschen Arbeit geben würden. Die Reichsbahn werde zum ersten Male seit der Stabilisierung einen Fehlbetrag aufweisen. Aehnlich gehe es aber auch den Bahnen des Auslandes. Gefahr, daß das Reich für die Reparationen der Bahn einspringen müsse, bestehe nicht. Das zusätzliche Wohnungsbauprogramm sehe ausschließlich die Errichtung kleinerer und billiger Wohnungen vor. Zur Frage der steigenden Arbeitslosigkeit bemerkte Minister Dietrich:„Wir haben keinen daß der bisher vorgesehene Jahresdurchschnitt von 1,6 Millionen Hauptunterstützungsempfängern im Laufe des Winters überschritten wird, aber ich möchte davor warnen, anzunehmen, daß im Winter Arbeitslosenziffern, wie sie hier und da kolportiert worden sind, in Frage kommen. Im übrigen liegen wir, dank der Tatsach:, daß wir noch eine große Landwirtschaft haben, nicht annähernd so ungünstig wie England. Zum Schluß kam Redner noch auf die Lage des Kapitalmarktes zu sprechen, die er als günstiger bezeichnete, als es allgemein vermutet werde. Der Kurs der Reichsanleihen sei stabil geblieben, dazu übertreffe der Absatz von Pfandbriefen im ersten Halbjahr 1930 den des Vorjahres um 500 Mill. M. Das Ausland hätte mehr Vertrauen zu Deutschland, als wir selbst, denn es stelle die Gelder, die von Deutschland in das Ausland gingen, uns— allerdings teurer — wieder zur Verfügung. Was den Preisrückgang angehe, könne ein dauernder Rückgang nicht ohne Rückwirkung auf die deutschen Preise, Löhne und Gehälter bleiben. Für friedliche Grenzrevision. Huldigungstelegramm des Ostbundes an den Reichspräsidenten. Im Auftrage Hamburgs entbot Senatspräsident Roß den zur Hanse=Tagung in Hamburg versammelten 23 Landesverbänden und 500 Orts=, Frauen= und Jugendgruppen des Deutschen Ostbundes einen herzlichen Willkommensgruß. An den Reichspräsidenten von Hindeuburg wurde ein Huldigungstelegramm geBundespräsident Ginschel wies darauf hin, in wie hohem Maße Hamburgs Entwicklung nach dem Weltkriege ein Vorbild für den deutschen Wiederaufstieg sei, und betonte, daß Hamburg stets volles Verständnis für die Grenzland= und Auslandsaufgaben des Deutschtums gehabt habe. Auf einer Sondertagung für Fragen der Östsiedlung und der Beseitigung der Wohnungsnot hielt Bundespräsident Geheimrat Schmid einen längeren Vortrag über die Bedeutung der Ostsiedlung und über praktische Fragen des Siedlungswesens, woran sich ein Begrüßungsabend anschloß. Am folgenden Tage wurde die Tagung an Bord des Hapagdampfers„Hamburg“ fortgesetzt. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Direktors Dr. Kiep von der Hamburg=Amerika=Linie sprach Bundespräsident Dr. Luedtke=Berlin über die Geschichte und die nationale und kulturelle Bedeutung der deutschen Ostmark. Er schloß mit einem Appell an die deutsche Volksgemeinschaft, dazu beizutragen, daß die dem Osten geschlagenen schweren Wunden geheilt, der Korridor beseitigt und die uns geraubten Gebiete auf friedliche Weise zurückgewonnen würden. Eine Hafenrundfahrt gab den Teilnehmern einen Begriff von der Bedeutung Hamburgs als Welthandelsstadt. Calonder tritt zurück. Personalwechsel in der Schiedskommission für OstoberP scheten — Genf, 25. August. Der Präsivent der gemischten Kommission für OstOberschlesien, Calonder, hat in einem Brief an den Generalsekretär des Völkerbundes seine Demission gegeben. Caionder teilt darin mit, daß er sich aus samiliären Rücksichten gezwungen sehe, sein Amt mit Ende Juni 1931 niederzulegen. Präsident Calonder, der jetzt im 67. Lebensjahre steht, hat schon 1929 Rücktrittsabsichten geäußert. Wenn er jetzt anscheinend entschlossen ist, auf seinem Rücktritt zu beharren, wird das in allen Kreisen Bedauern auslösen, ganz besonders aber in den Kreisen der deutschen Minderheit in Polen. Calonder hat in den acht Jahren seiner Amtsführung Festigkeit und Unparteilichkeit bewiesen, dazu ein tiefes Verständnis für die Bedeutung der natiowaber die Rachlalgeshast Gelgzsketgundes der. folger zu finden wird schwer halten. Die Bombe von Hannover ungefährlich. Die Hauptladung bestand nicht aus Sprengstoff. Zu dem Anschlag auf das Gewerkschaftshaus in Hannover teilt jetzt das Polizeipräsidium Hannover mit: Der Sprengkörper der im Gewerkschaftshause aufgefundenen Höllenmaschine enthielt unter einer kleinen, zum Zünden bestimmten Schwarzpulverladung eine gelbliche, körnige Hauptladung, die nach der Augenscheinnahme der Sachverständigen als eins der bekannten hochbrisanten Sprengmittel angesprochen wurde. Die inzwischen erfolgte chemische Untersuchung ergab dagegen, daßggsorkalt, Solum ein Gemisch von technischem Ch#### bin oder einem ähnlichen Stoff, mit Kalklsatpeter oder Natronsalpeter handelt. Es liegt demnach kein Spreng stoff, sondern irgendein Kalisalpeter=Mischdünger vor. Der ganze Apparat mitsamt dem Sprengkörper ist zur eingehenden Untersuchung der Chemisch=Technischen Reichsanstalt in Berlin übergeben worden. Drei Tote in Bunzlau. Schwere politische Zusammenstöße.— Scharfe Schüsse der Polizei. — Görlitz, 25. August. Während einer von den Nationalsozialisten nach dem Odeon in Bunzlau einberufenen Versammlung kam es vor dem Versammlungslokal zu schweren Zusammenstößen. Auf der Straße hatte sich eine größere Menge eingefunden, in der Hauptsache wohl Kommunisten, die lärmte. Als die Feuerwehr die Demonstranten mit Wasserstrahlen zurückzudrängen versuchte, ging die Menge zum Angriff über. Kriminalassistent Melcher wurde durch einen Steinwurf am Kopf verletzt. Die Polizei gab nunmehr eine Salve ab. Drei Personen wurden getötet, vier Demonstranten erlitten schwere, zwei leichtere Verletzungen. Als der von Görlitz angeforderte Bereitschaftswagen mit Schutzpolizei in Bunzlau eintraf, war es bereits wieder ruhig. Wie ergänzend mitgeteilt wird, hat die Polizei, ehe der Befehl zum Schießen erteilt wurde, zunächst versucht, mit dem Gummiknüppel und durch die Abgabe von Schreckschüssen Ordnung zu schaffen. Der Völkerbund am Scheidewege. Die konservative englische Wochenschrift„The Spectator“ beschäftigt sich nochmals mit den Auseinandersetzungen über die deutsch=polnischen Grenzen und “. Aber schließlich wurde der Wortlaut der Völkerbundsatzung mit Absicht so gefaßt, daß er Neuregelungen ermöglicht. Reichsminister Treviranus hat diese öffentliche Meinung sondiert und, da die Ansicht allgemein ist, daß Frankreichs Politik kurzsichtig und den wahren Interessen des Friedens feindlich ist, war der Augenblick nicht schlecht gewählt. Der Völkerbund steht am Scheideweg seiner Politik.“ — Berlin, den 25. August 1930. — Professor Dr. Kaunhowen, der bekannte Geologe Ostpreußens, feierte am Sonntag in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. * :: In dem Kampf um den Namen ist die von einem Herrn Halfen beantragte einstweilige Verfügung, der Deutschen Staatspartei die Führung dieses Namens zu untersagen, weil der Name mit einer von Halfen erfolgten Gründung kollidiere, abgelehnt worden. Die Kosten hat der Antragsteller zu tragen. :: Geheimrat Dr. Kirdorf veröffentlicht eine Mitteilung, nach der er im Jahre 1927 der Nationalsozialistischn Partei beigetreten ist, inzwischen aber seinen Austritt vollzogen hat und treu zu der von Dr. Hugenberg geführten Deutschnationalen Volkspartei steht. :: V e r ö f f e n t l i c h u n g d e r B ü l o w= E r i n n e r u n g e n. A l s ein, und zwar sehr bedeutsamer und aufschlußreicher Beitrag zur deutschen Vorkriegsgeschichte erscheinen jetzt die Erinnerungen des Fürsten von Bülow, des Vertrauten des Kaisers Wilhelm II. und Leiters der deutschen Politik in den Jahren von 1897 bis 1907. Einen Auszug aus den Erinnerungen, verbunden mit der Schilderung eines Besuchs bei Bismarck, veröffentlicht die„Vossische Zeitung" im September. Die Erinnerungen des Fürsten von Bülow ergeben eine in der Form vornehme, in der Sache offene Darlegung der deutschen Politik nach der Jahrhundertwende. Rundschau im Auslande. * In Prag ist ein türkisch=tschechischer Auslieferungsvertrag unterzeichnet worden. * Präsident Hoover, der von der Ankündigung des Fortfalls der für 1930 in Geltung gewesenen Steuerermäßigung eine weitere Verschlechterung seiner Stellung befürchtet, erklärt jetzt, es verbleibe bei der Steuerermäßigung. Notfalls würden die Ausgaben gedrosselt werden. * Brasilien hat die Kartoffeleinfuhr mit Wirkung bis zum 31. Dezember 1931 verboten. * Der Herzog von Northumberland 1. * In London verstarb der Herzog von Northumberland, der Eigentümer der konservativen„Morning Post“. einer der schärfsten Gegner der Regierung Baldwin. Keine Aufhebung der Militärdienstpflicht. * Der Gesetzgebende Rat von Neuseeland lehnte die für die Dauer eines Jahres vorgeschlagene Aufhebung der Militärdienstpflicht mit 19 gegen 7 Stimmen ab. Eingebracht worden war die Vorlage aus Ersparnisgründen. Beschlagnahme einer indischen Geheim=Enquete. * Die Bombayer Regierung beschlagnahmte drei Kassetten mit Kopien einer privaten Enquete, die die Führer der indischen Nationalisten über die Unruhen in Peschawar veranstaltet hatten. Am Ankermast in Löwenthal. Neuartiges Landungsmanöver des„Graf Zeppelin“. Vor seiner Fahrt nach Berlin und weiter nach Ostpreußen wurde am Bodensee ein neuartiger Landungsversuch des Luftschiffes„Graf Zeppelin“, in Löwenthal(drei Kilometer von dem Luftschiffbaugelände entfernt) durchgeführt. Nach kurzem Rundflug über dem Landeplatz fielen die Haltetaue. Diese wurden wie üblich durch Rollen gezogen, die von je zehn Mann festgehalten wurden. Das Ende des Taues wurde nun an Stelle von weiteren Haltemannschaften an je einen Traktor macht, und durch sie wurde dann das Schi# langsam zu Boden gezogen. Durch diese Manöver konnten allein etwa 40 Mann erspart werden. Nun wurde das Luftschiff langsam an den Ankermast herangebracht. Dieser Ankermast wurde aus einem Träger der in Löwenthal abgebrochenen Luftschifshalle gebaut und ist 16 Meter hoch. Oben befindet sich ein kraterartiger Trichter, in den dann der an der Spitze des Luftschiffes befindliche Gelen koyf eingefügt wird. Bereits nach 16 Minuten war das Luftschiff fest verAn der Heckgondel wurde nun ein Gondelwagen befestigt. Dieser ist mit zwei großen Luftreifen aus gestattet, um dem Luftschiff eine Drehung gegen den Wind zu ermöglichen. An dem Wagen sind noch vier Wassersäcke angebracht, welche mit Wasserballast gefüllt werden, um die Heckgondel fest am Boden zu halten. Nachdem sich dieser Landungsversuch als einwandfrei bewährt hatte, stieg das Luftschiff wieder zum Rückflug auf und landete auf dem Luftschiffbaugelände. Die Leitung dieses ersten Landefluges lag in den Händen von Baurat Besch=Friedrichshafen. Rund um den Zeppelin. Der Landungsplatz, der vor wenigen Wochen noch mit knorrigen Kiefern und Büschen bestanden war, ist hergerichtet. Letzte Anweisungen werden gegeben, bis zum letzten=Punkt muß der Plan durchdacht sein, der am 31. dieses Monats die Massen von achtzig= bis hunderttausend Menschen in die Bahnen lenkt, die eine reibungslose Abwicklung des Tages möglich machen. Glatt wie ein Tisch liegt die Landungsfläche da. Rundum laufen die Pfähle der Umzäunung, die mit einem tarken Draht versehen sind, den inneren Kern des Platzes abzugrenzen. Ringsum verlaufen die verschiedenen Plätze für die Zuschauer. Irgendwelche Befürchtungen, wie sie bereits laut geworden sind, über Raumnot sind ganz hinfällig. Der 3. Platz, der ideal, schön und übersichtlich liegt, wird mindestens 150000 Menschen fassen können. Der Landeplatz ist so aufgeteilt, daß von allen Plätzen, die rund um die Landefläche gelegt sind, eine gute Sicht möglich ist. Langeweile wird der Besucher der Veranstaltung nicht haben an diesem Tage. Die wunderbare Umgebung, die blühende Heide ist Genuß für das Auge. Der Zeppelinausschuß hat dafür Sorge getragen, daß auch den Ohren etwas geboten wird. Es wird eine große Lautsprecheranlage aufgestellt, die auf eine Tiefe von 5 bis 6 Kilometer jedes Wort verständlich macht und dazu verwendet wird, die jeweilige Standortmeldung des Grafen Zeppelin zu geben. Die Zwischenzeit wird durch das ausgewählte Musikprogramm, das durch die Anlage klangrein zum Vortrag kommt, ausgefüllt. Kunstflieger werden zur Unterhaltung die Luft mit ihren Kapriolen und Schleifen, „Rückenschwimmen“, Kopfstürzen beleben. Die Reichsbahn hat zur Unterstützung dieses besonderen Bielefelder Ereignisses sich bereit erklärt, eine Reihe von Sonderzügen fahren zu lassen, die aus Zweckmäßigkeitsgründen ofort bis zum Bahnhof Windelsbleiche durchgeleitet werden, von wo aus der Landungsplatz in wenigen Minuen zu erreichen ist. Durch blühende Heide führt der bequeme Zuführungsweg auf die einzelnen Plätze. Die Reichspost wird an diesem Tage eine besondere Flugpoststelle auf dem Landungsplatz einrichten. Alle aufgegebenen Briefschaften werden mit einem besonderen Zeppelinstempel versehen. An den Eingängen zu den einzelnen Plätzen werden zwei uniformierte Postbeamte die Luftpostmarken verkaufen und auch die aufgegebene Post zur Zeppelin=Beförderung entgegen nehmen. Marken sammler werden diese Gelegenheit, in den Besitz eines von der Zeppelinpost abgestempelten Briefes zu gelangen, freudig wahrnehmen. Erwerbslose erhalten alle Platzkarten für den Zeppelin=Besuch zur Hälfte der festgesetzten Preise. Erwerbslose, die diese Verbilligung in Anspruch nehmen wollen, erhalten die Karten im Städtischen Verkehrsamt. G. Die große Funkparade. Eröffnung der Funk= und Phonoschau Berlin 1930. Am Sonnabend wurde in Berlin in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm die große Deutsche Funkausstellung 1930, die zum ersten Male mit der Phonoschau Berlin 1930 vereinigt ist, vor einem nahezu 2000 Personen umfassenden Kreis von Ehrengästen aus Wissenschaft, Industrie, Diplomatie und Presse eröffnet. Die zum Viereck zusammengeschlossenen sechs Hallen boten sich im Schmuck der Flaggen des Reiches, Preußens und Berlins außerordentlich eindrucksvoll dem Auge des Besuchers dar. Zum ersten Male präsentierte sich das Gesamtbild der Ausstellung durch die neugeschaffenen Funkturmgarten=Anlagen in einem städtebaulich interessanten und gefälligen Bild. Die Eröffnung. Der Rundfunkkommissar des Reichspostministeriums, Staatssekretär a. D. Dr. Bredow, übermittelte den Ausstellern die besten Wünsche der Reichsregierung für ein gutes Gelingen der Ausstellung und charakterisierte den Rundfunk als Universalschlüssel für alle Gebiete des Wissens und der Kunst, der jedem zur Verfügung steht. Dann erklärte er die Ausstellung im Namen des Reichspostministeriums für eröffnet. Verehrte An= und Abwesende! So begann die Ansprache des Professors Einstein, der von der Aufgabe des Rundfunks im Sinne der Völkerversöhnung sprach. Bis auf unsere Tage hätten sich die Völker einander fast ausschließlich durch den verzerrenden Spiegel der eigenen Tagespresse kennengelernt. Der Rundfunk zeige sie einander in lebendigster Form und in der Hauptsache von der liebenswürdigsten Seite. An Edison wurde ein offizielles Begrüßungskabel gesandt. Ein Rundgang bringt den Besucher die erste Ueberraschung beim Betreten der Halle 4(des alten Hauses der Funkindustrie), die die Wiege der Deutschen Funkausstellung darstellt. Die im Erdgeschoß dieser großen Halle vertretenen führenden Firmen der Industrie haben ausstellungstechnisch eine Glanzleistung vollbracht. Offene weite Stände, einfach sachlich und dabei in ihrer Ausstattung und Formgebung bis zum letzten künstlerisch durchgeführt, geben dem Ganzen eine einheitliche geschlossene Note. Es ist eine Repräsentationsschau der hohe Qualitäten erzeugenden Spitzenindustrie, die ihren Eindruck auf das In= und Ausland nicht verfehlen wird. Der Rundgang führt dann in die Halle III, in deren Mittelpunkt weitere Großfirmen der Radioindustrie repräsentieren. Von hier führt der Weg in die lichtdurchflutete Halle VIII, in deren erstem Teil weitere Firmen der Radivindustrie ausstellen. Auch findet man hier die verschiedensten Fabrikate von Anodenbatterien und die neuesten Fabrikationseinrichtungen für die Herstellung sogenannter Trockenbatterien am laufenden Band. Nach dem Schluß des Industrieteils folgt dann als erstes die Sonderausstellung des Reichspostzentralamtes, auf die sich sicher noch mehr als im vorigen Jahr das besondere Interesse der größeren Besuchermassen konzentrieren dürfte. Gezeigt werden die Fortschritte im Fernsehen. Es werden Versuche durchgeführt, bei denen nicht nur das Bild lebender Gruppen, sondern gleichzeitig auch der Klang(Sprache und Musik) übertragen wird. Weiter sieht man hier große Modelle der beiden Groß=Rundfunk=Sender bei Stuttgart und Königsberg sowie Geräte des GleichwellenRundfunks in Königsberg, Aachen und Münster. Den Abschluß dieser Halle bildet die Sonderausstellung der Reichs=Rundfunk=Gesellschaft. Hier werden in einem großen repräsentativen Raum mittels für diesen Zweck besonders konstruierter Großlautsprecher Rundfunkdarbietungen zu Gehör gebracht. Den Abschluß der Großen Deutschen Funkausstellung bildet die Halle VII, in der der Ausschuß für Rundfunkstörungen mit einer Sonderschau an die Oeffentlichkeit tritt. Neben bildlichen und modellmäßigen Darstellungen von der Tätigkeit der deutschen Funkhilfe werden alle gegenwärtig auf dem Markt befindlichen Störbefreiungsgeräte gezeigt. Endlich finden wir hier noch die auf dem Bastlerwettbewerb der ReichsRundfunk=Gesellschaft preisgekrönten Geräte von selbstgefertigten Empfängern Berliner Funkvereine. Dann beginnt die Phonoschau. Auch hier sind wie in der Funkausstellung in der Mitte die repräsentativen Die Verlobung ihrer Tochter Gertrud mit Herrn Pastor Paul Siebold beehren sich bekannt zu geben Petersen u. Frau Neubrandenburg, im August 1930 Perersen Verlobte Aeubrandenburg im August Meschede i. W. Unser lieber Dater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, der Geh. Studienrat, Gymnasialdirektor i. R. Professor Hermann Stier ist im 86. Tebensjahre am 20. August 1930 1¼ Uhr früh in Wernigerode am Harz, wo er 1875 bis 1891 gewirkt und seit 1915 im Ruhestand gelebt hat, nach langem, schwerem Teiden im Frieden Gottes heimgegangen. Namens der Hinterbliebenen Gesucht per sofort Haustochter, aus gebildeter Familie, die kinderlieb ist, mit gutem Schulzeugnis. Zwei Mädchen vorhanden. Kayser, Bachstraße 9. Musikalische zum 15. Sept. oder 1. Okt. gesucht. Freie Station und Taschengeld. Meldungen sind zu richten: An die Leitung des Hauses Veronika, Erholungsheim des Ev. Diakonievereins, Tabarz, Thüringen. Nach langem, schwerem Leiden entschlief heute nachmittag 1 Uhr unsere liebe gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Witwe Karöiie Eiülfher geb. Griese Im Alter von 62 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Alfred Mößner und Frau Hedwig, geb. Stüttner. Quelle 207, den 22. August 1930. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. August, nachmittags 3 Uhr auf dem Friedhof in Quelle stalt. Stände der großen Firmen und Werke untergebrac und an den Seitenteilen dann die glasverkleideten Ror, führungskojen angeordnet. Man ist überrascht, auf fag jedem der zahlreichen Ausstellungsstände Neuerungen und Verbesserungen, darunter offensichtlich sehr volle Neuausführungen vorzufinden. Vom Laufwers bis zur Schallplattennadel, von leere Gehäuse liefern, den Firmen bis zu den komplizierte Apparate mit allem Zubehör herstellenden Werken ist hier alles ver, treten in einer überraschenden Vielseitigkeit. Groß i auch die Zahl der lediglich Platten liefernden Firmen Viel Interesse dürfte ein Unternehmen finden, das Aus. nahmeapparate für das Publikum bereitgestellt hat und jedem die selbst besprochene Platte gleich mitliefert. Die Ausstellung dauert bis zum 31. August. Ein schleswig=holsteinisches Bauerndorf in Mecklenburg. Nachdem die von unserem Mitarbeiter, dem Sied, lungsschriftsteller Heinrich Schürmann, der als Vorsteber der Siedlung Ridders bei Itzehoe 10 Jahre lang mit den Baltikumsiedlern im Lockstedter Lager Freud und Leid getragen hat, begründete und mit großem Erfolg ausgebaute Siedlungsberatungsstelle in Hannover von der Landwirtschaftskammer Hannover übernommen ist. hat er im Auftrage der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation in Berlin jetzt eine Siedlerberatungsstelle in Hamburg 5, Rautenbergstr. 6. errichtet, um von hier aus den Gedanken der Ostsiedlung nach Schleswig=Holstein, Ostfriesland, Oldenburg, in das Unterelbegebiet(Regierungsbezirk Stade) und in die nähere und weitere Umgebung der drei Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen zu tragen. Die Siedlerberatungsstelle Hamburg hat nun ein besonders günstig gelegenes Gut ausgesucht, das nur mit Bauernsöhnen, Pächtern, landwirtschaftlichen Angestellten, Gärtnern und Landarbeitern aus Schleswig=Holstein und den drei Hansestädten besiedelt werden soll, die —6000 RM. Anzahlung für die Bauernstellen und etwa 2000 RM. für die Gärtnerstellen aufbringen können, da die mit übergebene Ernte und das vorhandene Vieh und Gerät schon einen weit höheren Wert darstellen. Es handelt sich um das nach dem berühmten Freikorps benannte 3200 Morgen große Rittergut Lützow bei Gadebusch, an dessen Grenze der Held und Freiheitssänger Theodor Körner gefallen und begraben ist. Gut Lützow liegt 15 Kilometer von Schwerin an der Wegegabelung der großen Landstraßen nach Hamburg und Lübeck. Es hat daher sehr günstige Absatzverhältnisse nach allen diesen drei Hauptstädten. Auf dem gut weizen= und kleefähigen Mittelboden werden 39 Bauernstellen von je 60 Morgen, 8 Kleinbauernstellen von 40 Morgen und 4 Gärtnerstellen von 8 Morgen ausgelegt, die noch diesen Herbst von Bauernsiedlern aus Schleswig=Holstein und den Landgebieten der Hansestädte bezogen werden sollen, wobei die vier Gärtnerstellen vorzugsweise für tüchtige Gärtner aus dem Staatsgebiete Hamburg vorgesehen sind. Außer den Erntevorräten werden auf den Bauernstellen 2 Pferde, 5 Stück Rindvieh, 5 Läuferschweine und das wichtigste Ackergerät mit übergeben. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer Hamburg und die Evang.=luth. Auswanderermission in Hamburg nehmen schon in diesen Tagen eine Besichtigung dieses neu erstehenden Bauerndorfes und einiger benachbarter für Hannoveraner und Auswanderer sowie Rückwanderer aus Uebersee bestimmter Ansiedlungsgüter in Mecklenburg vor, wo zur Zeit insgesamt rund 43 Rittergüter in Bauernsiedlungen von 60 bis 200 Hektar Größe aufgeteilt werden. Bei genügendem Andrang sollen im nächsten Jahr mehrere Siedlungsgüter für die Besiedlung aus der Nordmark und von der Wasserkante bereitgestellt werden. Bethel. — Turnverein„Jahn“ DT. Die Turnstunden der Tul' nerinnen=Abteilun wieder Dienstag, bes Erscheint wöck 0,36 Bestellgeb Ausland unte Einzelnumn Nr. 200. Umw D Schon vor e Beaverbrooks Imperiums(E gemeint, daß d Dominions un Wirtschaft Innerhalb die ter im Freihar den also die matland die i dann dieses Ge übrigen Weltn daß der Hand schwert, wenn Der Gedanke der bisherigen fänglich selbst sich aber eine genüber diesen losigkeit, aber Wirtschaftsver tragen. Besor der Gewerksch einigung der dieses Gedank Manifesto der nahmen für Imperiums si dukte sowohl und auszubre Erfahrungen dem europäis Jahre nicht g hat der Verk britischen Ma noch hoffen, der ganzen 2 daß wir gege durch gegen Völkern des Grundlage di Markt für al seits Zollschre ren Ländern. 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