S Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67877. Christliches Tageblatt e mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis:= Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 P Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mk. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 184. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Freitag, den 8. August 1930. 12. Jahrgang. Ein bloßer Wunsch: ach, wär ich so! Wird dich nicht fromm, nicht selig machen: Willst du des Kleinods werden froh, Es kostet Ernst, mit Streben, Beten, Wachen. Tersteegen. Wer soll unsere Kinder erziehen, Familie oder Oeffentlichkeit? Arthur Bach. 1. Die öffentliche Hand in der Erziehung unseres Kindes. Wer mit wachen Augen die Entwicklung unseres gesamten öffentlichen Lebens beobachtet, wer vor allen Dingen auch dem Wollen nachfühlt, das hinter dem in der Wirklichkeit bereits in Erscheinung getretenen öffentlichen Erziehungsplan steht, dem drängt sich die Erkenntnis auf, daß trotz alles Redens von der Bedeutung der Familie, trotz aller Versuche zu ihrer Pflege und Neubelebung, die je und dann auch„staatliche Unterstützung“ finden, der Staat planmäßig daran arbeitet, alle Erziehung in seine Hand zu bekommen und mehr und mehr jede bewußte Familienerziehung auszuschalten oder unmöglich zu machen. Man sagt das in dieser krassen Form nicht laut, aber wie sehr wir auf dem Wege zur„Sozialisierung aller Erziehung“ sind, das erkennt man, wenn man sich nur ganz kurz die„öffentliche Hand“ in der Erziehung des deutschen Kindes,— unseres Kindes— vergegenwärtigt. Ansätze sind vorhanden, daß die Familie unter allen Umständen nur die Stätte der Erzeugung des Kindes ist, alles andere übernimmt die Oeffentlichkeit, der dahinterstehende Staat.„Nach dem Wochenbett der Mutter in der öffentlichen Entbindungsanstalt wandert das Kind ins Säuglingsheim, von da in die Krippe und hernach schließt sich der Kindergarten an. Er übergibt das Sechsjährige der Schule. Diese übernimmt neuerdings auch das Unterkommen und die Beaufsichtigung in den Freizeiten und am Nachmittage, soweit nicht Horte und Jugendheime vorhanden sind. In den Ferien nehmen die Ferienheime usw. den Eltern die Kinder ab. Den 14= jährigen entläßt die Schule ins sogenannte Leben, verpflichtet sich ihn aber vorsichtshalber noch auf vier Berufsschuljahre.“— Wir leben noch in einer Zeit, da nur einige der im vorigen angeführten Stätten den Besuch jedes Kindes verlangen: Schule und Fortbildungsschule. Aber schon sind Stimmen laut geworden, die den Besuch des Kindergartens staatlicherseits zur Pflicht machen wollen. Das 9. Schuljahr wird in ernsthafte Erwägung gezogen, die Jugendpflege bekommt weithin einen staatlichen Stempel aufgedrückt: alles in allem muß gesagt werden, daß der Einfluß des Staates in der Erziehung unserer Kinder gewaltig im Wachsen begriffen ist und daß unzweifelhaft die Tendenz besteht, die Erziehung durch die Eltern zuruckzudrängen. Wir verkennen natürlich nicht, daß bei all diesen Maßnahmen(9. Schuljahr, Pflichtbesuch des Kindergartens, Ausdehnung des Fortbildungsschulzwanses) auch andere Gründe maßgeben sind, als die Ausschalkung der Familienerziehung, ja, daß die Mehrzahl der Vertreter dieser Forderungen sich der letzten Konsequenz ihrer Forderung vielleicht gar nicht bewußt sind. Ihnen seht es darum, dem Kinde zu helfen, es in seiner Freizeit einer ordnenden erziehenden Aufsicht zu unterstellen, es weiter zu schulen, damit es den Kampf des Lebens, der heute immer mehr Ansprüche stellt, bestehen kann. Für sie sind alle diese Maßnahmen nur soziale Hilfe und varum freudig zu begrüßende Schritte des Staates. Weil das Elternhaus weithin sozial nicht in der Lage ist— die Mutter muß vielfach mitverdienen— und weil vielfach die Eltern auch unfähig sind, ihre Kinder zu erziehen, darum fordern sie vom Staat, den sie wesentlich ais soziale Wohlfahrtseinrichtung betrachten, ein helsendes Eingreifen. Man sollte sich jedoch alsdann auch darüber klar sein, daß solche Einrichtungen die Verpflichtung in sich tragen müssen, sich 10 schnell wie möglich überflüssig zu machen. Statt dessen verspürt man in ihnen allen die Tendenz, sich auszubauen und zu einer Dauererscheinung zu werden. Der Staat aber hätte die Aufgabe, wenn anders ihm die Familienerziehung über öffentlicher Erziehung stände, die Ursachen, die zur Schaffung seiner sozialen Hilfsmaßnahmen zwangen, möglichst schnell zu beseitigen, also jeder Mutker Gelegenheit geben, ihr Kind selbst zu erziehen und ihr unter Umständen auch Anweisung zu rechter Erziehung zu geben. Statt dessen greift er jedoch lieber zu„sozialen Hilfseinrichtungen“, wird ihm doch dadurch Gelegenheit, die heranwachsende Jugend in einem bestimmten Geist zu beeinflussen. Wie sehr es ihm darauf ankommt, vermag man auch aus allerlei unauffälligen, aber bezeichnenden Nebenerscheinungen unseres modernen, öffentlichen Erziehungsbetriebes zu erkennen. Ich bin gezwungen, mein Kind zum Spielnachmittag zu senden, wenngleich ich auch nachweisen würde, daß ich für seine körperliche Ertüchtigung gleichwertige, wenn nicht bessere Möglichkeiten schaffen könnte. Mein Kind lernt Heimat und Natur kennen durch den Lehrer. Mit ihm ist es jedes Jahr wenigstens 9 Mal einen ganzen Tag und einmal zwei bis drei Tage unterwegs. Mit ihm macht es größere Ferienwanderungen, mit ihm hat es Erlebnisse in Kino, Theater usw. Man bewerte das alles nicht zu gering. Unsere moderne Schule will bewußt Erlebnisschule sein, das heißt, sie legt den allergrößten Wert darauf, nicht nur Stoffe zu vermitteln, sondern tiefgreifend das Werden des jungen Menschen zu beeinflussen. Dadurch wird sie weit mehr als früher für seine Erziehung maßgebend. Es ist doch ein Unterschied, ob ich im Religionsunterricht lediglich Kenntnisse der Heilsgeschichte vermittle, oder ob ich bewußt„liberal“,„orthodox“, pietistisch“ oder dialektisch“ gefärbte Stimmungen bezw. Erlebnisse dem Kinde nahe zu bringen versuche, und ebenso ist es ein Unterschied, ob ich dem Kinde ein Naturerlebnis vermittle, soweit ich als Mensch dazu überhaupt in der Lage bin, auf dem Hintergrund eines lebendigen Schöpfergottes oder auf der Grundlage einer pantheistischen Weltanschauung. Also ist es noch lange nicht gleichgültig, in wessen Begleitung und unter wessen Einfluß das Kind seine Natur=, Geschichts= und Kunsterlebnisse macht. Aber auch gerade hier sehen wir, wie alles darauf hindrängt, den Eltern bei diesen maßgebenden Knotenpunkten der kindlichen Entwicklung die Erziehungsmöglichkeiten zu entziehen und der Oeffentlichkeit in die Hand zu spielen. Welcher Vater gönnte seinem Kind nicht das Wandererlebnis und die Ferienfahrt mit der Offenbarung der Natur, besonders für das Großstadtkind, an der Seite des Lehrers. Er selbst kann dem Kind eine solche Freude an seiner Seite ja kaum schaffen, denn nicht nur die Zeit fehlt dazu—sein Kind hat keine Ferien, wenn er sie hat, und die Regierungen sträuben sich mit allen Mitteln, sie zu gewähren, da sonst der geordnete Schulbetrieb leiden würde, obwohl man sich den gewaltigen Möglichkeiten und Kräftelösungen, die bei einem 8,= 14=tägigen oder gar dreiwöchigen Zusammensein des Vaters mit seinen Kindern eintreten würden, nicht entziehen kann. Ganz zweifellos wird dadurch dem Kinde ungeheuer viel mehr gegeben, als durch den gleichmäßigen Gang des Schullebens in derselben Zeit— aber dem Vater fehlt ja vor allem das Geld, dem Kinde an seiner Seite Gleichwertiges wie an der Seite des Lehrers zu schaffen. Der Staat hat doch alles darauf angelegt, dem Kind in Begleitung des Lehrers allerlei Vergünstigungen zu gewähren, die ihm an der Seite des Vaters nicht werden. Mit dem Lehrer braucht es nur die Hälfte der Fahrtkosten, wenig oder gar kein Geld in den Kunststätten oder Museen zu zahlen, mit dem Lehrer stehen ihm allezeit billige Jugendherbergen zur Verfügung, während der Vater für gewöhnlich mit ihm im Hotel übernachten muß. Welch gewaltige Unterschiede schafft das. Und welcher Vater ist heute nicht gezwungen, auf diese materielle Seite bei der Erziehung um seines Auskommens willen Rücksicht zu nehmen? Alle diese Schwierigkeiten liegen nicht nur beim Volksschüler, sondern in genau demselben Maße, vielleicht noch schlimmer, auch beim Mittel= oder Höheren Schüler vor. Dazu kommt, daß durch allerlei Jugendvereine die Erziehungsmöglichkeiten des Elternhauses noch mehr eingeschränkt werden. Ganz sicher: Wir können heute unsere Jugendvereine, besonders auch die christliche Jugendbewegung, gar nicht mehr entbehren. Aber immer wieder gilt es sich auch hier bewußt sein, daß christliche Jugendarbeit nur„Notstandsarbeit“, nur„notwendiges Uebel“ ist, daß da sein muß, weil weithin die Familie versagt, daß aber die christliche Jugendarbeit ihre Existenzberechtigung verloren hat, wenn sie, statt die Familie zu bauen, selbst schuldig wird an der Familienzerstörung. Zweifellos: die Gefahr ist groß. Wenn wir noch einige Jahrzehnte in der Weise wie bisher fortfahren, der Oeffentlichkeit die Hauptarbeit und den Haupteinfluß in der Erziehung unserer Jugend einzuräumen, so ist Sozialisierung der Erziehung Wirklichkeit geworden, ehe wir es uns versehen und damit ist die Familien= aber auch die christliche Erziehung völlig verschwunden. Man sage nicht, das ist zu schwarz gesehen. Wir können gar nicht ernst genug die Lage betrachten, zumal wir uns doch ganz klar darüber sein müssen, daß Deutschlands größte Partei bewußt diese Entwicklung betreibt und auf das Ziel lossteuert. Zu 50 Prozent ist ihr Plan sicherlich schon geglückt. Fortsetzung folgt. Neuwerden, Freiwerden! Vom 2. bis 4. August trafen sich in meiner Heimatstadt Biebrich am Rhein ehemalige Kriegsgefangene zu einer Kameradschaftstagung. Wir haben keinen Mangel an Tagungen und Zusammenkünften verschiedener Art. In einer Zeit aber, da viele mit innerpolitischer Blindheit geschlagen im Wahlkampf dem Auslande zur Freude das Beispiel trostloser Zerfahrenheit geben, dürfte die Entschließung dieser Tagung Anspruch auf weitgehende Beachtung haben. Wir ehemaligen Kriegsgefangenen haben trotz des harten Daseinskampfes um die Gestaltung einer eigenen Existenz von der ersten Stunde unserer Wiederkehr an immer ein wachsames Auge gehabt für die Lebensnotwendigkeit der Nation. Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Diese Grundwahrheit erlebten wir ja in ihrer Negation so tief, daß wir sie nicht vergessen werden. Denn wir wurden durch das Verbrechen an der Gesamtheit, die sogenannte„Revolution“ mit am härtesten bestraft, indem man uns bedingungslos bis 1920 in Gefangenschaft ließ. ein Kurt Eisner konnte sogar es wagen, uns noch zu verhöhnen! Die erste, nicht von Eigennutz diktierte, Handlung der meisten Heimkehrer war ein energisches Frontmachen gegen innerpolitische Streitigkeiten und der Versuch einer Beeinflussung der Volksmeinung nach außenpolitischen Gesichtspunkten. Vergebliche Bemühungen! Nach der Meinung so vieler Schreier waren wir doch weit vom Schuß gewesen, hatten unser kostbares Leben in Sicherheit gebracht, wurden glänzend behandelt, verstanden also wenig oder gar nichts von dem, was in der Heimat vorgegangen, die jetzt der freieste Staat der Welt geworden war. Nun hat die Entwicklung der Dinge unsren Warnungen Recht gegeben. Oder wird jemand behaupten wollen, daß das Freiheit ist, wenn man dem Arbeiter Zeit läßt zum stemplen gehen, oder das Freiheit ist, wenn man dem Beamten eine eigene Meinung verbietet, ob das Freiheit ist, wenn tausende in Not und Sorgen als letzten Ausweg den Freitod suchen? Es gab für mein persönliches Erleben keinen größeren Gegensatz als den, welcher in den Worten kriegsfreiwillig und kriegsgefangen liegt. Er bedeutete in seiner Auswirkung die Zerschlagung des durch Wandervogeltum gepflegten idealistischen Grundes. Vor dem restlosen Versinken ins Bodenlose bewahrte mich Gottes gnädige Hand. Die Erkenntnis, von der Gnade Gottes abhängig zu sein, wird uns stets davor bewahren, Menschen mit materialistisch=marxistischer Grundeinstellung zu bekämpfen. Unsere Aufgabe wird vielmehr sein, wider den Geist zu streiten, der sie leitet und irreführt, indem wir immer wieder hinweisen auf die neuschaffenden und freimachenden Kräfte, die uns in Jesus Christus geschenkt sind. Es ist mir klar, daß nicht alle, die der Losung Freiwerden, Neuwerden zustimmen, daraus nun auch die christlichen Folgerungen ziehen, die zu einem NeuSein und Frei=Sein führen. Aber eine Schicksalswende bedeutet es doch, wenn weite Kreise in unserem Volk diesen Zustand innerlich ersehnen und für sich persönlich von Gott erbitten. Das Leid der Jahre hat uns ehemalige Kriegsgefangene Erfahrungen sammeln lassen, die wir unseren Volksgenossen voraushaben. Es ist daher vom Standpunkt des volksorganischen Denkens bedeutungsvoll, wenn Freiherr von Lersner in seinem einleitenden Vortrage in Biebrich a. Rh. nicht über Gegenwarts forderungen, sondern über Gegenwarts aufgaben der ehemaligen Kriegsgefangenen sprach. Und wer wollte bestreiten, daß wir ehemaligen Kriegsgefangenen nicht ebenfalls eine Reihe von materiellen Forderungen zu stellen haben, Entschädigung für entgangene Verdienstmöglichkeit, Aufwertung der Inflationsabfindung usw. Stark betont aber wird von uns ehemaligen Kriegsgefangenen zuerst die Wahrung der Lebensnotwendigkeiten der eigenen Nation. Wir betonen stark die Festigung der Kameradschaftsgesinnung, die allein den Menschen wertet nach seiner innerlich aufrichtigen Gesinnung und seiner für die Gesamtheit Werte schaffenden Leistung. Diese Gesinnung bringt uns in Kampsstellung mit den Feinden der Nation von rechts bis links, die ihren egoistischen Motiven ein christliches, nationales oder soziales Mäntelchen umhängen. Für den Freiheitskampf des deutschen Volkes, der für uns mit einem geduldigen Anhören von Wahlreden und der Stimmzettelabgabe nicht beendet ist, haben wir eine Parole: Neuwerden, Freiwerden! Lassen wir diese Worte Tat werden, dann fängt der Freiheitskampf bei uns im Innersten an, wirkt sich aus in der Neuformung der Lebensbeziehungen innerhalb der einzelnen Lebenskreise, in welche uns das Schicksal stellt, die in ihrer Zusammenfassung aber doch die Nation sind. So gewinnen wir im Zunehmen an innerer Freiheit die Kraft für den äußeren Freiheitskampf unseres Volkes, der nicht letzten Endes ein Freiheitskampf mit den Waffen zu sein braucht. Denn das ist eine große Erfahrung unseres Lagerlebens, daß wir innerlich geschlossen gegenüber einem Gegner auftreten konnten und Erfolge erzielten, der jederzeit die Möglichkeit hatte, uns ohne Gegenwehr mit dem Maschinengewehr niederzumähen. Diese innere Geschlossenheit erreichen wir heute nicht durch Neugründung von Parteien oder durch Zusammenlegung dessen, was davon übrig blieb, durch Versuche, neue Firmenschilder herauszuhängen, sondern nur dadurch, daß neue Menschen durch das Vertrauen der Gesamtheit herausgestellt werden, die durch die Vergangenheit unbelastet, den Kampf gegen die Lüge von Versailles weiter führen können. Es sind dies die Menschen, welche durch den Druck, welcher seit Jahren auf unserm Volke lastet, innerlich zusammengeschweißt wurden, weil sie persönlich=seelisch darunter litten, mögen sie nun an der Front oder in der Heimat gestanden haben. In ihre Hand muß die Führung der Nation kommen. Um der Gesamtheit willen, nicht um der Erlangung eines Pöstchens willen, haben sie den Kampf um die Macht zu kämpfen und nach ihrer Erreichung verantwortungsvollen Führerdienst zu tun. Noch ist die Zahl der innerlich neugewordenen Menschen in unserem Volke verhältnismäßig gering, ihr öffentlicher Einfluß unbedeutend. Aber wir tragen die Verheißung dessen, der gesagt hat:„Siehe, ichmache alles neu!". Nur dieses Vertrauen auf Jesu neuschaffende und freimachende Lebenskräfte, die auch für unser Volk bereit stehen, gibt uns überhaupt die Möglichkeit an ein Neuwerden unsres Volkes in seinem jetzigen Niedergange zu glauben. Allerdings muß erst ein Verlangen da sein, diese Kräfte zu benutzen. Denn das Aufgeben des Alten und Freimachen von bisherigen Bindungen und Neubindung an Jesus Christus ist eine Sache der persönlichen Willensentscheidung. Von dieser persönlichen Willens= und Wahlentscheidung hängt das Schicksal der Nation ab. Möchten sich in den jetzigen Wahlkämpfen immer mehr Menschen finden, die in diesem Sinne zu der Wahlparole stehen: Neuwerden, Freiwerden! Georg Wehnert. Wagners Krankheit und Tod. Der Verwaltungsausschuß der Bayreuther Bühnenfestspiele veröffentlicht einen Bericht über die Krankheit Siegfrieds Wagners; darin heißt es: „Aus der Vorgeschichte der Erkrankung geht hervor, daß Siegfried Wagner einen allerersten Anfall von seelischem und körperlichen Kollaps erlitt, als ihn in der Südschweiz die Nachricht von dem plötzlichem Tode seiner Mutter erreichte. Auf der Grundlage einer Kranzaderverkalkung haben die Anstrengungen und Aufregungen während der Vorbereitung der Festspiele zweifellos die todbringende Verschlimmerung herbeigeführt. dem Sonderzug nach Bremen=Helgoland. Helgoland. Zum 40. Jahrestag der Uebergabe an Deutschland. Die vor 40 Jahren, am 10. August 1890 in aisers Muster von Norderney Seebäder auf Helgoland an, zulegen. Und so wurde im Laufe der Zeit aus der stu, len Insel eines der größten Weltbäder. Konferenz 4 Gegenwart des damaligen deutschen###### erfolgte Wiederangliederung der Insel Helgoland an Deutschland gehört mit zu den bemerkenswertesten Ereignissen der Vorkriegszeit. Der Vertrag selbst, der das Eiland in der Nordsee wieder zu einer deutschen Insel machte, ist seinerzeit viel kritisiert worden, hat Deutschland doch im Austausch gegen Helgoland seine großen und bedeutsamen afrikanischen Besitzungen Sansibar, Uganda und Wituland an England abgetreten. Die Befürworter einer stärkeren Betätigung Deutschlands auf kolonialem Gebiet glaubten ein Mißverhältnis zwischen Preis und Erwerb feststellen zu können und sprachen deshalb spöttelnd von einem„Hosenknopf"=Vertrag, durch dessen Annahme Deutschland für einen„Hosenknopf“ in der Nordsee einen ganzen Anzug in Afrika bingegeben habe. Heute wird sich niemand mehr diese übertrieben fe Kritik, eigen machen. Eines k scharfe Kritit zu eigen nüchl. emler kann man freinicht enheit den Engländern abzunehmen. Woyl aber fte man in Helgoland einen Sicherheitsriel erblicken— heute sind auch die Befestigungen geeist— der die Mündungen der Elbe und Weser lich nicht: man kann sich.... damit trösten, daß uns Helgoland wenigstens erhalten geblieben ist, während uns die afrikanischen Besitzungen verloren gegangen sind. Da man 1890 mit einem Verlust unseres Kolonialbesitzes nicht rechnen konnte, konnten auch derartige Ueberlegungen bei der Erwerbung Helgolands keine Rolle spielen. Ebenso gut hätte man dann 1890 davon ausgehen können, Helgoland bei passender Gelegenheit den Engländern abzunehmen. Wohl aber dur„ ger schleift gegen fremde Eindringlinge versperrt und dessen Rückgewinnung für Deutschland damit einige Opfer wert war. Im übrigen liegt uns Helgoland in der Gegenwart nicht seiner strategischen Bedeutung wegen am Herzen, sondern das Felseneiland ist uns zu einem Symbol der deutschen Nordsee geworden. Die meerumbrandete rote Insel in der Nordsee ist heute das Ziel Tausender, die sich hier von dem Alltag erholen und dem Zauber dieses Landes hingeben wollen. gleich ist Helgoland der letzte Gruß der Heimat für alle, die mit den Ozeanriesen zu fremden Weltteilen fahren. Helgoland blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück; der Erwerb der Insel durch Deutschland ist eigentlich das erste ehrliche Geschäft, das mit diesem Kleinod der Nordsee gemacht wurde. In den Jahrhunderten zuvor ist die Insel, die mit Nordfriesland in den Besitz der schleswig=holsteinischen Herzöge übergegangen war, Deutschland von den Dänen und 100 Jahre später den Dänen wieder von den Engländern entrissen worden. So war Helgoland seit 1807 englisch. Während der Zeit der Kontinentalsperre, in der Napoleon den englischen Waren den Eingang in die von ihm beherrschten festländischen Staaten versperren wollte, wandelte England Helgoland in eine Schmugglerinsel um, auf der es seine Waren zum verbotenen Weiterversand aufstapelte. Den Inselbewohner bot sich damit eine einzigartige Gelegenheit zum Geldverdienen. Fast alle Wohnungen und Lagerräume wurden von fremden Kaufleuten beschlagnahmt und mit gutem Gelde bezahlt. Ein Zimmer kostete damals bis 20., und trotzdem konnten nicht alle unterkommen, so daß der Barbier am Strande wie der Grieche Diogenes in einer Tonne hauste. Mit dem Abgang Napoleons von der politischen Bühne waren aber auch die„fetten Jahre“ Helgolands wieder vorüber, die Insel wurde wieder, was sie vordem gewesen war, ein stilles, meerumbrandetes Eiland in der Nordsee. Eine neue Zeit begann, als der Fischer Jan Siemens 1826 auf den Gedanken kam, nach dem Wer wußte früher etwas von Sonderzügen und Sonderfahrten?— Heute sind sie weithin bekannt, und nicht mit Unrecht. Diesmal war Helgoland das Reiseziel. Nach einer herrlichen Morgenfahrt durch schlafende Felder und träumendes Heideland winkten uns gegen 10 Uhr die Zinnen und Türme Bremens ihren Willkommengruß. Wohl alle, die Bremen noch nicht kannten, waren überwältigt von der ehrfurchtgebietenden Schönheit dieser alten Hansestadt. Der historische Marktplatz, der uralte Dom, die herrliche Liebfrauenkirche und all die anderen Bauten bis hin zu dem imposanten Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd wissen ein gewaltiges Stück deutscher Geschichte zu erzählen. Nachmittags fuhr uns ein Motorschiff 2 Stunden lang durch die Bremer Hafenanlagen. An großen und kleinen Frachtdampfern glitten wir vorüber, an Docks, Schleppern, Werften und Magazinen— voller Staunen und Freude, daß deutsche Unternehmungslust und deutscher Wagemut dies alles in so verhältnismäßig kurzer Zeit aus dem Trümmerhaufen unserer früheren Handelsflotte wieder aufgebaut haben. Aber in unsere Freude mischte sich ein bitterer Wermutstropfen, als wir hörten, daß infolge unserer trostlosen Wirtschaftsverhältnisse gar manche von diesen großen und stolzen Schiffen seit Wochen ohne Aufträge im Hafen liegen. Auch der„München", die nach ihrem Brand im Neuyorker Hafen in einem Bremer Dock zur Ausbesserung liegt, winkten wir einen Gruß zu; und am nächsten Morgen kletterten wir— kleinen Ameisen vergleichbar— auf den Riesendampfer„Europa“. Was für ein Aufwand und Luxus zu solch einem erstrangigen Ueberseekoloß gehört, das ist einem ja von Berichten und Erzählungen her nichts ganz Neues mehr. Aber die Einrichtung und die Pracht der„Europa“ verschlug uns doch den Atem! Von dem herrlichen großen Wintergarten über die blitzblanken Sonnendecks zu den luxuriösen Kabinen, zu den gewaltigen Vorratsräumen, hinab in die mit allen Errungenschaften moderner Technik ausgestatteten Maschinenräume und dann wieder treppauf, treppab durch prunkvolle Speisesäle, WandelSonderzug in das befreite Rheinland. Die Reichsbahndirektionen Hannover und Münster beabsichtigen, vom 24. bis 28. August 1930 einen fünftägigen Sonderzug mit 33¼ Prozent Fahrpreisermäßigung an den Rhein, die Mosel und Lahn zu fahren. Besucht werden die Orte Königswinter, Koblenz. Cochem, Rüdesheim, Aßmannshausen, Bad Ems und Köln. Tagesausflüge, Führungen durch die einzelnen Städte, Burgbesichtigungen und Rheindampfersonderfahrten sollen dazu beitragen, den Teilnehmern die Schönheiten des Rheinlandes zu erschließen. Fahrplanmäßige Anschlußzüge von Detmold nach Herford, Lemgo nach Bielefeld und Dissen=Bad Rothenfelde nach Brackwede bieOhne Rücksicht auf die politische und Bedeutung, die Helgoland gehabt hat oder die man ihr beilegte, freuen wir uns heute aufrichtig des Best dieser Insel, auf der u. a. auch das Deutschlandlied entstanden ist und deren herbe Schönheit, besungen von der gewaltigen Melodie der Nordsee, deutschem Wesen entspricht. wiederanfnahme de: Die neuen Gemeindesteuern. Preußischer Runderlaß über ihre Auswirkungen. Wann ist eine Gemeindebier= oder Getränkesteuer zu ercheben!? — Berlin, 7. August. Die preußischen Minister des Innern und der Finanzen veröffentlichen einen Runderlaß über die in der Notverordnung des Reichspräsidenten vorgesehene Erschließung neuer Gemeindesteuern. Wir veröffentlichen folgenden Auszug aus diesem Erlaß: Zur Erhebung einer Gemeindebiersteuer sind sämtliche Gemeinden berechtigt und gewisse Gemeinden verpflichtet. Die bisherigen gemeindlichen Biersteuerverordnungen gelten fort. Mit Rücksicht auf die finanzielle Notlage der Gemeinden, insbesondere das ständige Anschwellen der Wohlfahrtslasten wird erwartet daß auch diejenigen Gemeinden, die nach den Vorschriften der Notverordnnung nicht zur Einführung der Biersteuer ohnehin verpflichtet sind, alsbald zur Einführung bezw. Erhöhung der Biersteuer auf die in der Notverordnung angegebenen Sätze schreiten. Von Landkreisen erlassene Biersteuerordnungen bleiben tig für Landkreise nicht mehr möglich, weil die Biersteuer für die Geltungsdauer der Notverordnung ausschließlich den Gemeinden vorbehalten ist. Besteht in einem Landkreise eine auf Grund des Paragraphen 15 des Reichsfinanzausgleichsgesetzes erlassene Biersteuerordnung und schreitet eine kreisangehörige Genunmehr ihrerseits zur Einführung der Biersteuer nach Maßgabe der Notverordnung, so muß die Erhebung der Kreisbiersteuer in dieser Gemeinde unterbleiben, da andernfalls eine über das zulässige Höchstmaß hinausgehende Toppelbesteuerung vorliegen würde. Hinsichtlich der in der Notverordnung des Reichspräsidenten vorgesehenen Einführung einer Gemeindegetränkesteuer bestimmt der preußische Runderlaß: Diejenigen Gemeinden, die durch Wohlfahrtslasten in außerordentlichem Maße belastet sind, dürfen außerdem eine besondere Gemeindegetränkesteuer auf Wein, weinahnliche und weinhaltige Getränke, Schaumwein, schaumweinähnliche Getränke, Trinkbranntwein, Mineralwässer und runstlich bereitete Getränke, sowie Kakao, Kaffee, Tee und andere Auszüge aus pflanzlichen Stoffen erheben, soweit diese Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle entgeltlich abgegeben werden. Die Erhebung dieser besonderen Gemeindegetränkesteuer ist nur neben einer Gemeindebiersteuer zulässig. Landkreisen ist die Einführung der Gemeindegetränkesteuer nicht gestattet. Verpflichtet zur Erhebung der Bier= oder Getränkesteuer sind diejenigen Gemeinden, in denen die Grundvermögenssteuerzuschläge oder die Gewerbesteuerzuschläge über die bis zum 1. August 1930 beschlossenen Eätze erhöht werden. Entspricht eine Gemeinde diesen Verpflichtungen nicht binnen einem Monat, so ist bei der Gemeindegrundsteuer und der Gemeindegewerbesteuer nur die Erhebung der bis zum 1. August beschlossenen Sätze zulässig. Die Festsetzung des Landessatzes und der Durchführungsbestimmungen der Bürgersteuer soll demnächst erfolgen. hallen, Ruhe= und Vergnügungssäle, Tennisplätze, durch einen richtigen Kinderspeisesaal und einen prächtigen Kindergarten mit den herrlichsten Spielsachen hinauf auf die oberen Decks mit dem Katapult für das Schiffsflugzeug— was gäbe es da nicht alles zu erzählen, wenn man sich auch nur ganz flüchtig in Einzelheiten verlieren wollte! Und dann fuhren wir mit dem bekannten Nordseedampfer„Roland" nach Helgoland. Die See war nur mäßig bewegt. Ruhig und sicher durchfurchte unser Schiff das endlose Wasser. Plötzlich tauchte am Horizont ein kleiner dunkler Streifen auf, alles drängt an die Reling ——„Helgoland!“ Immer klarer und massiver steigt das rote Eiland aus dem Meer heraus, immer greifbarer wird dieses herrliche Kleinod der Nordsee. Endlich wird Anker geworfen, die Sirene heult und herüber kommen die wetterbraunen Helgoländer und bringen uns auf ihren Booten hinüber auf ihren roten Heimatfelsen, der einem immer aufs neue wieder zu einem Erlebnis wird. Unter sachkundiger Führung(genau wie in Bremen) werden uns die Sehenswürdigkeiten Helgolands, zumal auch das weltberühmte Aquarium gezeigt. Der übrige Teil des Tages, wie auch der ganze nächste Tag stand frei für Spaziergänge und für ein sonniges Badeleben drüben auf den Dünen. Die Reichsbahndirektion Hannover kann des warmen und ehrlichen Dankes der Reiseteilnehmer für diese ebenso schöne wie billige Sonderfahrt sicher sein! E. H. ten auch den abseits Gelegenen gute Gelegenheit, sich an der Sonderfahrt zu beteiligen. Alles Nähere ist zu ersehen aus dem Reiseprogramm, das die Fahrkartenausgaben kostenlos abgeben. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch die Buchhandlung der Anstalt Bethel. Zeitwende. Dem Augustheft dieser Zeitschrift merkt man die hohe Sommerzeit nicht an, so lebendig, frisch, mannigfaltig, aktuell ist alles darin. In der Form eines amüsanten Reiseberichts erzählt der berühmte Afrikaforscher Leo Frobenius von seiner indischen Reise. Seine fesselnde Plauderei erschließt ganz neue Einblicke in eine Welt dunklen Glaubens mit seinen blutigen Menschenopfern und urmenschlicher religiöser Symbolik. Ueber„Philosophie und Christentum“ schreibt Heinrich Barth. Im Mittelpunkt des Aufsatzes steht nicht ein abstraktes System, sondern die lebensvolle Gestalt des alten Sokrates. Ueber einen Besuch in Ostpreußen berichtet Otto Frommel. Mehr als manche politische Erörterung kann eine solche lebhafte Schilderung des reichen Landes dazu beitragen, daß uns das Schicksal dieser vom Mutterlande losgelösten deutschen Provinz, die schwere Not leiden muß und von polnischer Eroberungslust bedroht wird, zu Herzen geht. Der hervorragende Erforscher der Geschichte der Reformation, Karl Brandi, geht in seinem Aufsatz„Katholizismus und Protestantismus im 16. Jahrhundert“ in großen Zügen den Vorgängen nach, die zur Entstehung der„Konfessionen" als staatsrechtlich=politischen Gebilden führten. An Hand bisher unveröffentlichter Papiere entwirft Karl Simon ein lebendiges Bild der lauteren und großen Personlichkeit des hervorragenden Geographen Karl Ritter. Hohes, vorbildliches Menschentum tritt uns hier entgegen. Ein amerikanischer Hochschullehrer, Gustav E. Muller, berichtet in amüsanter Pointiertheit über die Geisteshaltung einer in den Vereinigten Staaten weit verbreiteten kulturbolschewistischen Organisation, die sich nach vorbolschewistischem russischem Muster„Intelligentsia nennt. Im Augenblick der Rheinlandräumung wird das Charakterbild des beliebten und liebenswürdigen Die seit einige lungen der Mittelp nerstag in Berlin We De pist felne 9 tion fortsetzen, ferne Deutschen Vonspart für die auch der ker=Aschoff zur Ber In einem in d. stehenden„Kölnische zur Sammlung der Aschoff es als eine Ventstandenen neuen #winnen zu können. Abisherige demokratis #und die Wirtschafts Staatspartei gesetzte füllung gehen könn wesensfremden Elem #lich nationalen Baue Franus stehen,„wese gewisse Kreise, die Amehr als nahe stehe .„Ich appelliere Aufruf dann fort,„ #Verstand nicht dara Unrecht zu setzen, um kampf zu haben. Di nichts wissen; sie wol Amatlos geworden sit Wirkens haben. No geschickte Verhandlun die Stunde nicht un schichtliche Stunde. 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In einem in der der Deutschen Volkspartei nahestehenden„Kölnischen Zeitung" veröffentlichten Appell ###ur Sammlung der Mitte bezeichnet Minister Höpker##lschoff es als einen Trugschluß, die auf der Rechten kentstandenen neuen Gruppen für die Staatspartei gewinnen zu können. Die Sammlung der Mitte müsse die bisherige demokratische Partei, die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei umfassen, weil die auf die Staatspartei gesetzten Hoffnungen nur dann in Erfüllung gehen könnten, wenn keine Verkoppelung mit wesensfremden Elementen erfolge(Warum sind die christlich nationalen Bauern und die Kreise, die hinter Trevifranus stehen,„wesensfremder“ für die Staatspartei als gewisse Kreise, die dem internationalen Bankkapital mehr als nahe stehen?— Die Red.). appelliere an die Verantwortlichen“, fährt der Aufruf dann fort,„jetzt keine Taktik zu treiben und ihren Verstand nicht daran zu verschwenden, die anderen ins Unrecht zu setzen, um etwa eine bessere Position im Wahlkampf zu haben. Die ernsten Wähler wollen von Taktik nichts wissen; sie wollen— nachdem sie in der Politik hei#matlos geworden sind— wieder eine Stätte politischen Wirkens haben. Noch ist es nicht zu spät. Noch können geschickte Verhandlungen zum vollen Erfolg führen. Laßt die Stunde nicht ungenutzt vorübergehen! Es ist eine geschichtliche Stunde. Die Entwicklung, die innerhalb der Parteien sich jetzt vollziehen will, bedeutet für die Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland alles. Von dem Ergebnis dieser Entwicklung, so schließt Höpker=Aschoff, werde es abhängen, ob in Deutschland von dem Parlament verantwortungsvolle, staatsbejahende Politik getrieben werden könne. * Stimmscheine und Stimmzettel. Nach den von Preußen getroffenen Bestimmungen über die Vorbereitung der Reichstagswahl dürfen Stimmscheine am Tage der Abstimmung selbst nicht mehr ausgestellt werden. Größere Gemeinden können die Ausstellung der Stimmscheine schon am zweitletzten Tage vor dem Wahltermin schließen. Die amtliche Herstellung der Stimmzettel und ihre Ueberweisung an die Gemeinden zur Weitergabe an die Abstimmungsvorsteher ist Sache der Kreiswahlleiter. An die Wähler dürfen die Stimmzettel erst im Abstimmungsraum und während der Abstimmungshandlung ausgegeben werden. an Frankreich. Würdigung des Rechtes der deutschen Saarbevölkerung verlangt. — Aachen, 7. August. Die Generalversammlung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter in Aachen wurde mit der Annahme einer Reihe von Entschließungen und der Wiederwahl des Reichstagsabgeordneten Imbusch zum ersten und des Landesabgeordneten Steger zum zweiten Vorsitzenden beendet. rücker Volksdichters P. J. Rottmann durch Karl Jansen besonderes Interesse finden als ein Ausdruck rheinischen ! Wesens und Humors und rheinischer Beredsamkeit. Der Roman von Anna Schieber,„Das große Ich“, nähert sich seinem Ende. Aus den Randbemerkungen sei hervorgehoben„Die Not in China". Zwei schöne Landschaften von Georg Wilhelm Issel aus den Anfängen der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts schmücken dieses überaus reiche und wertvolle Heft. Grundlagen der Jungvolkarbeit, herausgegeben von Reichswart D. Erich Stange(Eichenkreuz=Verlag, Wuppertal=Barmen), kart. 0,70 Mk. Wer sich mit der im Reichsverband der evang. Jungmannerbünde neu entstandene Jungvolnvewegung beschaftigen und erfolgreiche Jungvolkarbeit tun will, greife zu diesem Büchlein. Es zeigt das ganze Arbeitsgebiet, auch die Gefahren dieser Bewegung. Den Weg zeigen erprobte Führer. Das Zahlenwerk der evangelischen Jungmännerbünde und verwandter Bestrebungen, das alljährlich durch eine müchevolle und umfassende Erhebung bis in die Einzelheieen hinein festgestellt wird, erscheint soeben erneut in dem Jahrbuch„Glaube und Tat“ für 1931 und weist einen Gesamtbestand von mehr als 225000 Mitgliedern aus. Beachtlich ist insbesondere das Wachstum der Jungchar, die von 38021 auf 43564 gestiegen sind, obwohl es sch dabei um die 12—14=jährigen handelt, also um die beneration, die von dem Geburtenschwund der Kriegs4hre 1915 bis 1917 so stark betroffen wird. Die Zahl der Muptamtlichen Berufsarbeiter ist auf 388 gestiegen. Besonders auffallend ist die Zunahme an eigenen Vereinshäusern(356 gegenüber 310) und von eigenen Spielplätden(230 gegenüber 216). Interessant ist, daß das Wachsuum durch Neugründungen von Vereinen(Zuwachs 107) erster Linie auf großstädtische und ländliche Vereine entsallt, während die Zahl der Vereine in den Kleinstädeen eine, wenn auch geringfügige, Abnahme verzeichnet. Bezug auf die Altersgliederung der über 14=Jährigen das Verhältnis der 14—17=Jährigen zu den Aelteren lach wie vor 5:7, und man darf hier gespannt sein, wie delt sich die neuen Arbeitsformen des Jungvolks künftigom in einer stärkeren Zunahme der jüngeren Altersslusen bemerkbar machen werden. Im Verlaufe der Aussprache äußerte sich Ministerialdirektor Dr. Grieser über die einen Bestandteil der Saarverhandlungen bildenden Fragen des Arbeitsrechts. Der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, dankte den Bergarbeitern für ihre tapfere und selbstlose Haltung in den Wirren des Ruhrkampfes und der Besatzungsnot. Nun müsse endlich auch der Tag nahen, an dem die Völkerbundsherrschaft im Saargebiet aufgehoben und das Saargebiet Deutschland zurückgegeben werde. Mit tiefem Mitgefühl nahm die Tagung die Melg von dem Grubenunglück auf dem saarländischen verbunden mit Ausnutzung jeder Möglichkeit zur minderung der Grubenkatastrophen. In den zur Annahme gelangten Entschließungen wird u. a. eine gerechtere Bewertung der produktiven Arbeit, die Erhaltung und der zeitgemäße Ausbau der Sozialversicherung, die Verkürzung der Arbeitszeit und ein Verzicht auf Lohnkürzungen im Bergbau verlangt. Hinsichtlich der Rückgliederung des Caargebietes gab die Generalversammlung der Erwartung Ausdruck, daß Frankreich im Interesse des Friedens und einer wirklichen Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich das gute Recht der Bevölkerung des Caargebietes zu würdigen versteht und endlich voll auerkennt. Die französische Streikbewegung. — Paris, 6. August. Nach Meldungen aus Lille umfaßt die Streikbewegung in Roubaix=Tourcoing und Lannoy 239 Fabriken mit insgesamt 65000 Arbeitern. Die Arbeitswilligen stehen unter dem Terror der Streikenden und sind daher am Mittwoch früh ebenfalls den Werken ferngeblieben. Durch die Zwischenfälle abgeschreckt, kommen auch keine belgischen Arbeiter über die Grenze. In Fournies wurden etwa 20 ortsfremde Agitatoren, die die Arbeiterschaft zu Demonstrationen aufstachelten, verhaftet und abgeschoben. Grubenunglück im Saargebiet. Kohlenstaub=Explosion auf der Calmelette=Grube.— 18 Arbeiter schwer verbrannt. — Saarbrücken, 7. August. In einem Abbaustoß der saarländischen Grube Calmelette bei Clarenthal ereignete sich eine Schlagwetterexplosion, durch welche die Belegschaft des Stoßes und einige Nachreißer, insgesamt 18 Personen, verletzt wurden. Die Verletzten fuhren sofort aus und wurden nach dem Knappschaftskrankenhaus Völklingen verbracht. Vier von ihnen befinden sich in Lebensgefahr. Die Bergbehörden haben die in Frage kommende Abteilung befahren, die Unfalluntersuchung ist im Gange. Auf die Nachricht von dem Unglück entstand in den Ortschaften Lebach und Püttlingen, aus deren Bevölkerung sich die Belegschaft der Grube zusammensetzt, eine ungeheure Erregung, da man für die gesamte Belegschaft Befürchtungen hegte. Inzwischen kamen etwas beruhigendere Nachrichten. Die Explosion hat glücklicherweise nur lokalen Charakter gehabt. Wie noch mitgeteilt wird, ist der CalmeletteSchacht erst vor kurzem von der französischen Grubenverwaltung angelegt worden. Darlehen an ältere Angestellte. Vis zum 30. April sind 1652 Tarlehen in Höhe von 2,2 Millionen M. ausgezahlt worden. Unter Mitwirkung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung werden durch die Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands unter bestimmten Voraussetzungen Darlehen an ältere Angestellte gegeben. Die erste Vorbedingung ist außer der Prüfung der persönlichen und sachlichen Voraussetzungen und der Sicherheiten für die Tilgung, daß durch das Darlehen die Möglichkeit für den Aufbau einer selbständigen Existenz des Darlehnssuchers besteht. Bis zum 30. April 1930 wurden insgesamt 1652 Darlehen mit einem Gesamtbetrage von rund 2218000 M. ausgezahlt. Die Mehrzahl der Darlehen, rund 1370, lag zwischen 500 und 2500., davon waren 563, also etwa ein Drittel, zwischen 1000 und 1500 M. der Frage, wie bei der Durchführung des zusätzlichen Wohnungsbauprogramms des Reiches Verteuerungen vermieden werden könnten und inwieweit die Bauwirtschaft bereit sei, der Reichsregierung in dieser Richtung entgegenzukommen. Bei der Besprechung ergab sich die allseitige Bereitwilligkeit, an der gestellten Aufgabe mitzuwirken und allgemein den Unternehmergewinn zunächst für das zusätzliche Bauprogramm möglichst niedrig zu setzen. Eine Reihe von Vorschlägen, wie eine Verbilligung zu erreichen sei, wurde vorgetragen. Eine wurde von verschiedenen Seiten bezeichnet eine Vereinfachung der baupolizeilichen Bestimmungen und der behördlichen Kosten zu erreichen. Aeberwachungsausschuß. Stellungnahme zu den Notverordnungen.— Ablehnung der Strafverfolgungsanträge. Der Ueberwachungsausschuß zur Wahrnehmung der Rechte der Volksvertretung gegenüber der Reichsregierung, dessen Zuständigkeit gemäß Artikel 35 der Reichsverfassung sich auf die Zeit nach Beendigung einer Wahlperiode bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags wie überhaupt auf die Zeit außerhalb der Parlamentstagung erstreckt, hielt im Reichstag seine erste Sitzung nach der Auflösung ab. Die nachgesuchte Genehmigung der Strafversolgung dreier Mitglieder ständiger Ausschüsse wurde verweigert. Genehmigt wurde die von der Reichsregierung erlassene Bestimmung über Mischbrot. Alsdann beschäftigte sich der Ausschuß mit der Notverordnung des Reichspräsidenten. Von kommunistischer Seite wurde die Aufhebung der Notverordnung beantragt; ebenso lehnten die SoEhrenpreise für den Volksflugtag. Je eine Silber= und Bronzeplakette des Reichspräsidenten. Reichsinnenminister Dr. Wirth hat für den am 10. August aus Anlaß des Versassungstags und der Rheinlandbefreiung stattfindenden„Johannisthaler Volksflugtag“ der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Flugplatzes Johannisthal je eine Plakette in Silber und Bronze, gestiftet vom Reichspräsidenten von Hindenburg, nebst den dazu gehörigen Urkunden zugehen lassen. Die beiden Ehrenpreise werden zwischen den Meisterfliegern Udet und Fieseler in einem Ziellandungswettbewerb und in einem Ballonverfolgungslug auf dem Berliner Sportflugplatz Johannisthal im Rahmen der Festveranstaltung ausgeflogen. Ehren=Waffen für die Landjägerei. Der preußische Innenminister hat dem vom Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein gestellten Antrag, den Beamten der Landjägerei, die sich unter Einsetzung ihres Lebens bei der Bekämpfung des Wildererunwesens betätigt haben, Ehren=Seitenwaffen zum Tragen in und außer Dienst verleihen Zrumeg unter der Bedingung stattgegeben, daß die Ehlen#uffe den sonstigen Vorschriften über Seitengewehre der preußischen Landjägerei entspricht. Verbilligung der Baukosten. Die Besprechung im Reichsarbeitsministerium. Das Reichsarbeitsministerium hatte führende Persönlichkeiten der privaten und der gemeinwirtschaftlichen Bauwirtschaft eingeladen zu einer Besprechung stimme mit der überein, die auf Ersuchen des Reichs tags aufgehoben werden mußte. Die Regierungsparteien wiesen die sozialdemokratischen Darlegungen als unzulässig zurück. Die Ausschutzmehrheit gegen Aufhebung der Notverordnung. Mit 16 gegen 12 Stimmen. Am Schluß der Aussprache nahm der Ausschuß mit 16 gegen 12 Stimmen einen von den Abgeordneten Dr. Bell(Zentrum), Dr. Scholz(D. Vp.), Dr. v. Keudell(Landvolkpt.), Meyer(Dem.), Drewitz(Wirtschpt.) und Emminger(Bayr. Vpt.) eingebrachten Antrag folgenden Inhalts an: „Der Ausschuß erklärt sich zur Verhandlung der eingebrachten Anträge, die Notverordnungen des Herrn Reichspräsidenten auszuheben oder für verfassungswidrig zu erklären, für nicht zuständig.“ Ein kommunistischer Antrag, angebliche Wahlbehinderungen in dieser Sitzung zu besprechen, wurde abgelehnt. Ernennung der Ostkommissare. Am Mittwoch fand zwischen Vertretern des Reiches und Preußens eine Besprechung über die Ernennung der Ostkommissare statt. Die Namen der in Aussicht genommenen Persönlichkeiten sind seit langem bekannt. Das Reichskommissariat soll der bisherige Minister für die besetzten Gebiete Treviranus erhalten, das preußische Kommissariat Staatsminister Hirtsiefer. Angeblicher Zwischenfall in Tanga. Während der Anwesenheit des Kreuzers„Karlsruhe“. Die Londoner Zeitung„Daily Mail“ veröffentlicht einen etwas verworrenen Bericht über einen angeblichen Zwischenfall während der Anwesenheit des deutschen Kreuzers„Karlsruhe“ in den afrikanischen Gewässern. Danach soll der deutsche Konsul in Tanga bei einem Festessen auf die Ruhmestaten der Deutschen in Deutsch=Ostafrika hingewiesen und lobend die Niederlage einer englischen Expeditionstruppe erwähnt haben.— Im Herbst 1914 holten sich die Engländer bei einem Landungsversuch in Tanga blutige Köpfe.— Ferner legt die„Daily Mail“ dem Konsul zur Last, einen Vorbeimarsch der Besatzung der„Karlsruhe" entgegengenommen zu haben. Das Blatt kündigt diplomatische Schritte der englischen Regierung an und verlangt die Abberufung des Konsuls. In Berlin ist an zuständiger Stelle über den Zwischenfall noch nichts bekannt. Man kann daher noch nicht sagen, was es mit dem Bericht der„Daily Mail“ für eine Bewandnis hat. Das Auswärtige Amt hat einen Bericht angefordert. Neue Anruhen in Indien. 12 Tote, 150 Verletzte.— 200 Verhaftungen. Aus Sukkur in Indien werden neue Nnruhen ernsten Charakters gemeldet. Zwölf Personen wurden getötet, 150 verletzt. Zweihundert Aufrührer wurden verhaftet. Militär= und Polizeistreisen durchziehen die Stadt. Es mußten Truppen von außerhalb herangczogen werden. Der Kommissar der Provinz Sind und der Befehlshaber der unabhängigen Sind=Brigade sahen sich durch den Ernst der Lage veranlaßt, nach Sukkur abzureisen. Die Bestimmung des indischen Strafgesetzes, die die Ansammlung von mehr als fünf Personen auf der Straße untersagt, wurde in Kraft gesetzt. Amerikanisches Eingreifen in China? — Neuyork, 6. August. Nach einer Washingtoner Meldung ist beabsichtigt, die an Bord der amerikanischen Kriegsschiffe auf dem Jangtse befindlichen Marinesoldaten zu landen, falls die Kommunisten Hankau stürmen sollten. 0 Politische Rundschau. — Berlin, den 7. August 1930. #### Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des Reichswirtwatsrats setzte seine Verhandlungen über die Kartellfragen ort: der Abschluß der Besprechungen ist für die nächsten Tage zu erwarten. * :: Die Ledigensteuer ab 1. September. Amtlich wird mitgeteilt: Nach der Notverordnung des Reichspräsidenten treten ab 1. September bei ledigen Arbeitnehmern Zuschläge zur Lohnsteuer in Kraft. Das Nähere hierüber ergibt sich aus einem Merkblatt, das bei den Finanzämtern unentgeltlich abgeholt werden kann. Vom 1. September ab hat jeder ledige Arbeitnehmer einen Zuschlag von zehn vom Hundert zu seinem Lohnsteuerbetrag zu leisten, wenn der Arbeitslohn 2640 Mark jährlich übersteigt. Ledig gelten alle, die nicht verheiratet sind, ferner verwitwete oder geschiedene Personen, wenn aus ihrer Ehe Kinder nicht hervorgegangen sind. Ausgenommen von dem Zuschlag sind alle die, die einen Zuschuß zum Unterhalt von Angehörigen leisten, der zehn vom Hundert ihres Einkommens übersteigt. Ein amerikanischer Hetzfilm. ... Berlin, 7. August. Die amerikanische Filmgesellschaft Pathé, New York, hat einen Film„Abenteuer im Schützengraben“ hergestellt, der eine schwere Beleidigung Deutschlands darstellt. Der Reichswehrminister hat daher die amerikanische Film=Wochenschau Pathé News von der Zulassung zur Filmreportage über die Wehrmacht bis auf weiteres ausgeschlossen. Dr Krupp von Bohlen als Jubilar. „.— Essen, 7. August. Am heutigen Tage vollendet Gustav Krupp von Bohlen und Halbach sein 60. Lebensjahr. Durch seine im Jahre 1906 erfolgte Verheiratung mit Berta Krupp kam er in die Leitung der Kruppschen Werke, deren Aufsichtsratsvorsitzender ist. Das Ende des verlorenen Krieges stellte Krupp von Bohlen mit seiner Riesenarmee von Arbeitern und Angestellten vor umwälzende gewaltige Aufgaben. Auf Grund der Bedingungen des Versailler Vertrages mußten die Kriegsmaterialanlagen im Gesamtwert von 104 Millionen Mark vernichtet und die Produktion vollkommen umgestellt werden. Der Schwerpunkt der Essener Gußstahlfabrik liegt heute wieder in der Edelstahlerzeugung und=Verarbeitung, ferner im Bau von Landmaschinen, Lokomotiven, Güterwagen, Lastkraftwagen usw. In frischer Erinnerung ist noch die Inhaftnahme Dr. Krupps von Bohlen und Halbach im Mai 1923, nach der Erschießung der elf Kruppschen Arbeiter durch die Franzosen. Die Haft wurde erst im November 1923 wieder aufgehoben. im Auslande. * Frankreichs Reserveoffiziere protestierten bei TarFrauregice Verzichtsspolitik Frankreichs, bei der Prä cbringe, ohne von Deutschland GegenOpfer entgangen sein Sollten den Offizieren die schweren von Der spland;r die die französischen Regierungen von Teutschrant erzwungen haben? . 5 Angesichts der kommunistischen Unruhen in China c die englische Regierung zur Entsendung von Kriegschiffen nach Hankau entschlossen. * Auch Südafrika leidet unter Arbeitslosigkeit. Die Regierung arbeitet ein Gesetz aus, nach dem die Firmen entlassen und dafür unausgebil## weiße„Arbeiter einstellen müssen. Die Lohndifferenz wird mit Regierungsgeldern ausgeglichen. * Riesenluftschiffe sind den Amerikanern wertvoller als Kreuzer. #, Während der Ueberreichung des Gordon=Bennettunterstagtese„Sisge des diesjährigen Wettfluges hob die Vorzüge dervor gall vom Washingtoner Marineamt die Trr,er, die die Riesenluftschiffe vom Typ der von der amerikanischen Marine bestellten beiden Zeppeitis auszeichnen. Im Seekrieg würden sich derartige Lusto betonte Ingalls, Flugzeugen und Kreuzern entschieden überlegen erweisen. Als weitere Vorzüge nannte Marinesekretär die verhältnismäßig kurze Bauzeit und die medrigen Baulosten. Lord Birkenhead schwer erkrankt. ? Lord Birkenhead, der frühere Staatssekretär für In#n##ft. Plötzlich an Lungenentzündung schwer erkrankt. Sein Besinden ist ernst, doch hofft man, daß die robuste Nakur des Patienten den Sieg davontragen wird. Neuer Arbeitskommissar der Sowjetunion. ..! Der Arbeitskommissar der Sowjetunion, Uglanoff, int seines Postens enthoben worden. Zu seinem Nachfolger wurde Zichon ernannt. Der neue Arbeitskommissar war bisher Vorsitzender des Zentralkomitees des Bauarbeiterverbandes. Neue Denkschrift Briands. .„Wie die französischen Zeitungen ankündigen, will noch vor der Septembertagung des Völkerbundes eine zweite Denkschrift über die gesamten Frasen Mpächten Zusammenarbeit ausarbeiten und „ vorlegen. Vor der Absendung der Denkschrift burste noch eine Besprechung des französischen sandten stattfinden,enn Botschaftern und GeFlieger Cunningham überfällig. Der australische Flieger Cunningham, der in Wyndham(Australien) zu einem Flug nach England Grsies Smer und dessen erste Etappe Bima auf der . Inndawa(Niederländisch=Indien) sein sollte, ist mnnerhalb der dafür in Frage kommenden Zeit in diesem Ort nicht eingetroffen. Deutschland führt im Europaflug Große Verschiebung unter den Favoriten. Auf die Brennstoffverbrauchs=, die Motoranlaßund die Ab= und Aufrichtprüfungen folgte in BerlinStaaken für die Europa=Rundflieger die sogenannte Komfortwertung. Hierfür ist die Art der Sitze, das Vorhandensein einer Limousinenanordnung, die Konstruktion des Fahrgestells, die Ausrüstung mit Bordinstrumenten sowie die Mitführung von Feuerschutz und Rettungsgerät maßgebend. Diese Wertung hat unter den Favoriten eine große Verschiebung ergeben. leresg inagengt.# seht jetzt mit seinem Klemm=Laim= in der Komfortwertung 62 Punkte erzielte und jetzt mit seiner Gesamtpunktzahl von 379 kührt. Experimente. Bolschewisierung der Musik, das Ziel eines Moskauer Kongresses. Nirgends übt das Schlagwort eine so tiefgehende Wirkung aus wie im modernen Rußland. Jede Erscheinung des öffentlichen Lebens und der Kunst vollzieht sich dort unter dem Druck dogmatischer Formen. Das Theater dient seit langem den Zielen der Sowjetregierung, das Volk in ihrem Sinne aufzuklären. Die Musik dagegen hat bis jetzt, wie die führenden Persönlichkeiten im Kommissariat für Volksbildung behaupten, das gewünschte Ziel noch lange nicht erreicht. Neulich tagte in Moskau eine Konferenz, die sich mit der„Bolschewisierung der Musik“ beschäftigte. Zweck der Konferenz war,„Parteiformeln auf dem Gebiete der Musik zu erfinden". Die Konferenz stellte fest, daß„die hohen Kommandos der Musik sich in fremden Händen befinden". Was die europäische Musik betreffe, so diene sie einer Ideologie, die der Arbeiterklasse fremd sei. Die vielen Redner, die bei der Konferenz auftraten, erklärten, die jungen russischen Komponisten seien leider dem Einfluß westeuropäischer musikalischer Tendenzen verfallen. Andererseits scheint die von der Sowjetregierung bei russischen Komponisten bestellte sogenannte„Agitationsmusik“ die russischen Arbeiter nicht mehr zu befriedigen. Man muß unbedingt eine echte proletarische Musik erfinden— das war ein Schlagwort der Konferenz. Was allerdings darunter zu verstehen ist, bleibt vorerst noch unklar. Es gibt ja bereits Opern, die von Wandertheatern in Dörfern aufgeführt werden, und die in lyrischer Form die Vorzüge der Volksbildung, der Elektrifizierung, der Krankenkassen und der Lesehallen darstellen. Trotzdem scheinen diese Produkte einer neuen Auffassung von den Zielen der Musik nicht zu genügen. Daß die Oper von ihren mystischen Höhen herabsteigen muß, versteht sich unter diesen Umständen von selbst. Der Verband der Petersburger Musiker hat das feierliche Versprechen gegeben, in seiner Tätigkeit „für die proletarische Wiedergeburt der Musik zu kämpfen und mit allen musikalischen Mitteln die Tätigkeit der kapitalistischen Elemente zu brandmarken.“ eine leblose Substanz? Eine bemerkenswerte Feststellung. Unter Serum versteht man die Blutflüssigkeit von Tieren, die mit gewissen Krankheitserregern vorbehandelt wurden, worauf sich in der Blutflüssigkeit Gegenkörper gegen die Krankheit bilden, so daß das Serum nunmehr als Heilmittel verwendet werden kann. Wenn man das Serum eines Tieres in den Blutstrom eines anderen überträgt, so erfolgen Reaktionen, die im gleichen Verhältnis zur Menge des eingespritzten Serums stehen. Kürzlich hat nun der amerikanische Forscher Prof. Manwaring einem Kaninchen Pferdeblut eingespritzt. Als er einige Tage später dem Blut des Kaninchens eine Probe entnahm, zeigte sich, daß sich das Pferdeserum im Kaninchenblut bis zu einer Menge von 200 bis 400 Prozent vermehrt hatte. Diese überraschende Beobachtung beweist somit die Möglichkeit, daß tierisches Blutserum, also eine scheinbar leblose Substanz, auch außerhalb des eigenen Körpers, sobald es mit dem Blut eines anderen Tieres ernährt wird, wächst und sich vermehrt, gleichsam als ob es ein lebendes Wesen wäre. Die von Manwaring gemachte Beobachtung zeigt, daß eine dem Inneren eines Körpers angehörende Substanz auch außerhalb dieses Körpers weiterleben und eine Lebensfähigkeit sogar durch lebhafte Wachstumsvorgänge kundgeben kann. Zur gefl. In der letzten Zeit kommt es wiederholt vor, daß sich Leser wegen Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des „Aufwärts“ an uns wenden. Dieser Weg der Beschwerdeführung ist aber ein sehr umständlicher, denn auch wir müssen jede eingehende Beschwerde an die betr. Zustellpostanstalt weiterleiten. Wir möchten unsere Leser darum eben so herzlich wie dringend bitten, sich mit jeder Beschwerde gleich an den Postboten oder an die Zustellpostanstalt zu wenden, denn dort allein kann dem Uebelstand abgeholfen und für lückenlose Zustellung der Zeitung gesorgt werden. An uns wolle man sich nur in Ausnahmefällen wenden. Geschäftsstelle des„Aufwärts“. Jung. Mädchen 22 J. alt, bisher im Büro tätig, sucht zum 1. Nov. oder 1. Jan. Stelle in gläub. Familie(oder Pensionat) zur Erlernung des Haushaltes, hauptsächlich der Küche. Taschengeld erwünscht. Angebote erbeten an die Geschäftsstelle d. Bl. unter A 6910. Junger Mann, entschiedener Christ, sucht Stellung als Hausdiener oder sonstige Arbeit, nicht Landwirtschaft. Bei mäßigem Lohn. Gute Zeugnisse vorhanden. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des„Aufwärts“ unter A 6909. Verschiedenes. Wer freut sich mit? Vor kurzem wurde das Töchterchen des Pastor Kuß, in Rehme getauft. Als Pate war persönlich erschienen di. 95=jährige Urgroßtante Fräulein Luise Weddig, aus Herford, die Tante des bekannten Otto Weddige, Mit ihrem erstaunlichen Gedächtnis brachte sie einen sämt. lichen Anwesenden unbekannten Vers des Liedes„Lobden Herren, o meine Seele“ herbei: „Sollt er was sagen und doch nicht halten. Sollt er was reden und nicht tun? Kann auch der Wahrheit Kraft veralten? Kann auch sein wallend Herze ruhn? O nein, sein Wort steht felsenfest: Wohl dem, der sich auf ihn verläßt!“ * Theologische Schule Elberfeld. Unterrichtsplan für das Wintersemester 1930/31. Allgemein verbindlich, Uebungen: 1. Bibelkunde des Alten Testaments 1 Weber. 2. Einführung in den Heidelberger Katechis, mus II, D. Hesse. 3. Der Genfer Katechismus Johannes Calvins, D. Hesse(für Studierende, die den zweiten Tei des Heidelberger bereits gehört haben). 4. Führergestalten aus den Kämpfen der Reformationszeit II, Lic. Klugkist Hesse. Teilweise verbindliche Uebun gen: 5. Einführung in die Theologie(Fortsetzung), Weber, verbindlich für 1. und 2. Semester. 6. Theologische Gegenwartsfragen(Arbeitsgemeinschaft), Weber, verbindlich für 3. und höhere Semester. Nichtverbind liche Uebungen: 7. Gegenwartsprobleme der Außeren Mission, Viering. 8. Kants„Prolegomena“(Arbeitsgemeinschaft) Weber. Sprachliche Fortbildungskurse(verbindlich für Abiturienten in den betreffenden Sprachen): 9. Hebräisch: Lektüre und Besprechung des Deuteronomiums I, Kirberg. 10. Griechisch(2 Parallelkurse), Langenohl. A. Lektüre und Besprechung des Philipperbriefes; B. Lektüre und Besprechung ausgewählter Abschnitte des Markusevangeliums. 11. Lateinisch(2 Parallelkurse): Melanchthons Loci communes ed. Kolde) II, Weber. Sprachkurse: 12. Hebräisch II (2 Parallelkurse), Weber. 13. Griechisch II(2 Parallel= kurse), Scholl. 14. Lateinisch II, Scholl. 15. Griechisch!, Scholl. 16. Lateinisch l, Scholl. 17. Hebräisch I, Weber. Anmeldung erfolgt durch Ausfüllung eines von der Kanzlei der Theologischen Schule Wuppertal=Elberfeld, Hermannstraße 40, anzufordernden Anmeldebogens, der zusammen mit folgenden Schriftstücken einzusenden ist: a) Reifezeugnis in Urschrift, b) etwaige Exmatrike oder Zeugnisse über bisher ausgeübte berufliche Tätigkeit. c) wenn zwischen Reifeprüfung und Anmeldung eine nicht durch beigebrachte Zeugnisse belegte Zwischenzeit von mehr als drei Monaten liegt: ein polizeiliches oder pfarramtliches Zeugnis für diese Zeit. * 180 Jahre Blitzableiter. Am 30. Juli 1750, also vor jetzt 180 Jahren, machte der Amerikaner Benjamin Franklin auf Grund seiner berühmt gewordenen Erfindung den Vorschlag, Häuser, Kirchen, Schiffe usw. mit Blitzableitern zu versehen, um, wie er schrieb,„uns hierdurch vor dem plötzlichen und schrecklichen Unglück des Blitzschlages zu sichern“. Seitdem hat eine Erfahrung von 180 Jahren gezeigt, daß wir in der Franklinschen Erfindung einen sicheren Schutz gegen Blitzschlag besitzen. Langjährige Beobachtungen und eingehendes Studium aller Fachkreise über die Natur des Blitzes führten gleichzeitig zu einer wesentlichen Vereinfachung und Verbilligung des Blitzableiters, so daß seine Herstellungskosten heute außerordentlich gering geworden sind. Der Blitzableiter sollte deshalb einen selbstverständlichen wesentlichen Bestandteil aller Gebäude, wenigstens auf dem von Blitzschlägen besonders heimgesuchten Lande, bilden. Die Ausbreitung des Blitzableiterbaues wird jedoch durch die vielverbreitete Befürchtung gehindert, der Blitzableiter ziehe den Blitz an und infolgedessen erhöhe ein mangelhafter Blitzableiter die Blitzgefahr. Zu einer solchen Befürchtung liegt nicht der geringste Anlaß vor. Nach dem übereinstimmenden Urteil erster Autoritäten auf dem Gebiete der Physik und Elektrotechnik in Deutschland nimmt der Blitzableiter nur diese nigen Blitzschläge auf, die ohnehin über dem Gebäude niedergehen. Ein mangelhafter Blitzableiter bildet des halb keine Gefahr, sondern immer noch einen Schutz für das mit ihr versehene Gebäude. Damit dieser Schutz ein vollständiger ist, der Blitzableiter die ganze Blitzentladung sicher zur Erde ableitet, ist die Beseitigung etwaiger Mangel und deshalb Besichtigung des Blitzableiters durch Sachverständige, etwa in Zeiträumen von etwa 3 Jahren ratsam. Der Blitzableiter schützt bekanntlich nicht nur gegen den Gebäudeschaden, sondern sichert auch Leben und Gesundheit der Hausbewohner. Bethel. — Blaukreuz=Verein Bethel. Donnerstag abd. 8½ Uhr Blaukreuzstunde in Gosen. Jeder ist herzlich eingeladen. — Am Sonnabend ist die Schuhmacherei geschlossen. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Betbel. Lsbhlabsr-Phelsgruphen decken ihren Bedarf in der Roie-Randlung Konig, Blelefeld, Ratnausstr. u. Tel.955 KurAnstalt Ernolungsheim Ebert vegetarisch und Rohkost Benneckenstein-Hochharz unweit Braunlage Pastor Felkekuren. Prosp. freil Südamerik. Maté Paraguayfee Preis:.80 Mk. per 1 Pfd. franko, excl. Nachnahme. Gustav Giehl& Sohn Sangerhausen, Hindenburgstraße Unser Tee ist zum gl. Preise auch in Ophir erhältlich.