O TGU TE TU T = B e z u g s p r e i s= C h r i s t l i c h e s T a g e b l a t t= A n z e i g e n p r e i s: Sehsäsch sacte Sesasiche Kit sheiöst=äisz mit den Beilagen„Für Hers und Haus“, Bagen“ v, Lomautschalsg Einzelnummer 10 Ufg. Postscheckonto Hannover Sror.„Kindergabe und„Auser Liel.“ vn Zonto Hannover 67ö7). Thehstiiches Tagrbiatt mit den Beilagen„Für Herz und „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je, tausend 15 Mk. Schluß der Anzeigen=Anngyme nachmittags 3 Uhr. PostscheckNr. 173. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonnabend, den 26. Juli 1930. 12. Jahrgang. Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte, und siehe: die Pflicht war Freude! Notruf aus Noch einmal soll sich der Völkerbund mit einem Notschrei der Freien Stadt Danzig beschäftigen. Noch einmal wird vor aller Welt die entsetzliche Lage aufgerollt, in der sich Danzig infolge der künstlichen Hochzucht des ehemaligen Fischerdorfes Gdingen durch polnischen Geltungswahn befindet. Am 7. Juli wurde auf Grund statistischer Ermittlungen festgestellt, daß im Gdinger Hafen bereits mehr Kohle verladen wurde als im Danziger Hafen. Die Entwicklung, die das nach dem Kriege 300 Einwohner zählende Dorf an der Ostseeküste genommen hat, ist nicht einmal mit amerikanischen Maßstäben zu messen. Derartige Häfen streben nicht einmal in der kapitalschweren, glücklichen Union wie Pilze aus dem Boden, auch nicht in dem Tempo, wie das bei Gdingen der Fall war. Die polnische Regierung, deren Etatsschwierigkeiten ebensogroß sind wie die wirtschaftlichen Nöte des Landes unter dem weißen Adler, hat nach dem laufenden Haushaltsplan nicht weniger als 50 Millionen Mark für den weiteren Ausbau Gdingens bereitgestellt. Was geschieht mit dem Geld? Mit Gewalt wird eine Weltstadt aus dem Boden gestampft, Kapital wird ausgeworfen, ohne Rücksicht darauf, ob es sich je verzinsen dürfte, nicht aus wirtschaftlichen Motiven heraus, sondern einzig und allein aus politischen, deren Ziel die Vernichtung Danzigs und die Verdrängung der übrigen deutschen Ostseehäfen aus ihren natürlichen Geltungsbezirken ist. Man kann dieses polnische Experiment, und es handelt sich ja, auf weitere Sicht, nur um ein Experiment. einzig und allein vom politischen Gesichtspunkt aus betrachten, sonst zieht man unweigerlich Fehlschlüsse und steht dem ganzen Unternehmen völlig verständnislos gegenüber. Innerhalb des Völkerbundes sind, wie man weiß, starke Strömungen vorhanden, die den englischen und den französischen Kurs als Leitziel vor sich sehen, und die deshalb Beschwerden von deutscher Seite auf bürokratischem Wege aufhalten und, sofern dies nur irgend geht, zum Verschwinden bringen, ganz abgesehen davon, daß nach den entsprechenden Verhandlungen in den zuständigen Ausschüssen der Völkerliga die Weltöffentlichkeit, wie wir dies an so und so vielen Beispielen gesehen haben, völlig falsch unterrichtet wird. Die Bemühungen, die jetzt im Gange sind, um hier eine Aenderung, namentlich in der Zusammensetzung des Völkerbundssekretariats zu erreichen, erhalten infolge des Danziger Notrufes eine bez sonders aktuelle Bedeutung. Wir sprachen von dem französischen und dem englischen Einfluß; und dieser kann gerade im Fall Gdingen— Danzig nicht im volksdeutschen Interesse wirken. England hat seine baltischen Interessen mehr unter dem Gesichtspunkt„Moskau“ zu wahren, und außerdem hat es zu mindest durch private Abmachungen den Kohlenmarkt in Skandinavien mit Polen schiedlich, friedlich geteilt. Eine forcierte Kohlenausfuhr über Gdingen stört also England nicht, während es in dem Ausbau des Hafens eine wichtige strategische Etappe in seinem Generalaufmarsch gegen Rußland erblickt. Frankreichs baltische Interessen sind ebenso bekannt, wie seine Freundschaft zu Polen, und daß Paris zu allerletzt seine Hand dazu geben wird, um die unmöglichen, unhaltbaren geopolitischen und folglich gleich unsinnigen Grenzverhältnisse im Osten zu beseitigen, das bedarf wohl keiner besonderen Erwägung oder Erläuterung. Danzig versicht den Standpunkt des Rechtes, stützt sich auf die wenigen Rechte, die das Friedensdiktat ihm gelassen hat, und die ja auch letzten Endes nur in deutschfeindlichem Sinne geschaffen wurden, in der politischen Atmosphäre des Jahres 1919. Wieder einmal geht in Genf der Kampf zwischen Macht und einem Mindestmaß von Recht. König herrscht, aber er regiert Eine Jahrhunderterinnerung. In den Julitagen 1830 stand Frankreich wie so oft im Mittelpunkt des europäischen Interesses. Der 1814 restaurierte Thron der Bourbonen war seit dem Regierungsantritt Karls X. 1824 wieder in hohem Maße gefährdet, besonders nachdem der phantastische und leichtfertige Fürst Polignac 1829 die Führung des Ministeriums übernommen hatte. Sein Ziel, die absolute Monarchie wieder aufzurichten, fand natürlich im ganzen Lande lebhaftesten Widerspruch. Zwei Hauptwortführer waren die beiden noch jugendlichen Geschichtsschreiber Thiers und Mignet, von denen jeder aber soeben eine stattliche Geschichte der großen französischen Revolution herausgegeben hatte, die erfüllt war von der Bewunderung für das furchtbare Ereignis, das Frankreich, ja ganz Europa, für ein Jahrzehnt in Schrecken gesetzt und die Gottesgeißel Napoleon geboren. Thiers war in seiner Darstellung hemmungsloser als Mignet, er stand der aktiven Politik näher und betätigte sich im Tageskampf durch Herausgabe einer Zeitung„Nation“, die bald den Mittelpunkt der Opposition gegen die Regierung bildete. Dabei verwies Thiers nicht ausschließlich auf die revolutionäre Vergangenheit Frankreichs, sein Staatsideal, d. h. das liberale, lag in England, in der parlamentarischen Monarchie. Dafür prägte er damals das bald geflügelt gewordene Wort:„Le roi régne, mais il ne gouverne pas“ („Der König herrscht, aber er regiert nicht!"). Im Juli 1830 sollte sich Frankreich für oder gegen dieses Wort entscheiden, das naturgemäß in der Person Polignacs den schärfsten Gegner hatts. Die ersten Tage des Juli brachten dem bourbonischen Königtum noch einen gewaltigen Erfolg, der aber erst heute in seiner vollen Bedeutung erkannt und eben deshalb ungeheuer gefeiert wird: am 3. Juli 1830 fiel die Stadt Algier in Afrika in französische Hände, der Anfang des neufranzösischen Kolonialreiches war glänzend geglückt! Doch damals wurde dieses Ereignis wenig beachtet, die bald darauf stattfindenden Wahlen fielen sogar gegen die Regierung aus, Polignac schritt mit seinen berüchtigten„Juliordonnanzen“ vom 25. Juli sogar zum Staatsstreich, der in den nächsten Tagen die sogenannte„Julirevolution“ auslöste und mit der Abdankung Karls X. endigte. An seine Stelle trat Ludwig Philipp von Orleans als König der Franzosen, der Bürgerkönig, wie ihn sich Thiers gewünscht hatte. Die parlamentarische Monarchie war tatsächlich erreicht: der König herrschte, und das liberale Bürgertum regierte. Zwar hatten die Blutarbeit der Revolution die republikanische Arbeiter= und Studentenschaft geleistet. Aber es fehlte ihr an geschulten Führern und so hatte den Nutzen das Bürgertum. Thiers hatte die Julirevolution außerordentlich leicht genommen. Er glaubte, nichts weiter als die Dynastie zerstören zu brauchen, dann wäre sein Ziel erreicht. Die nächsten Jahrzehnte haben ihn eines anderen belehrt. Das Bürgertum bedeutete nicht die Freiheit und das Glück, vielmehr leitete die Julirevolution eine Kette von Ereignissen ein, die Frankreich durch eine neue Revolution und Republik wohl vorübergehend zu den glanzvollen Zeiten Napoleons III. führten, die aber auch den Zusammenbruch von 1870 brachten, nach dem Thiers als Friedensunterhändler und erster Präsident der Republik seinem Vaterland noch große Dienste leisten konnte, wenn diese auch damals nicht ungeteilte Anerkennung gefunden haben. So ist der Name Thiers mit der französischen Geschichte des 19. Jahrhunderts auf das engste verknüpft, durch seine staatsmännischen Leistungen in erster Linie, dann aber durch solche auf dem Gebiet der Geschichtswissenschaft und nicht zuletzt durch das Wort, das er bei seinem politischen Aufstieg vor hundert Jahren prägte: Der König herrscht, aber er regiert nicht. Dieses ist sogar immer mehr in Europa in die Praxis umgesetzt worden, wenn man es auch dahin abwandelte, daß man sagte: das Volk herrscht. Und gerade in dieser Abwandlung hat es am meisten Gestalt angenommen, so in den parlamentarisch regierten Republiken, vorwiegend Europas. Ja, selbst das Vorbild England; hat sich ihm mehr angeglichen, indem das früher aristokratische Parlament mehr und mehr seine Struktur nach der demokratischen Seite hin verändert. Doch verweilen wir nicht bei Einzelheiten! Gleichviel, ob der König herrscht oder das Volk, wer regiert?— Das wird immer die Frage sein, und darin liegt die Herrschaft des Parlaments und der aus dem Parlament hervorgegangenen Minister, mit einem Wort: der Parlamentarismus. In Deutschland hat heute dieses Wort keinen guten Klang mehr, zumal der Parlamentarismus sich mit seinen„Segnungen“ bis in die kleinsten Dörfer breitmacht. Die Schlagzeile„Krise des Parlamentarismus“ kehrt seit geraumer Zeit in der Presse ständig wieder, zahlreiche Ausschüsse mit und ohne amtlichen Auftrag bemühen sich seit Jahren, durch eine„Reichsreform“ die Schäden zu überwinden. Und doch will nichts so recht vonstatten gehen. Wie kommt das? Frankreich und England haben doch auch den Parlamentarismus und bringen immer wieder politische Leistungen von größter Beachtung hervor! Ja, Frankreich hat nicht weniger Parteien als Deutschland, das Bürgertum ist drüben ebenso zerrissen wie hüben. Und dennoch! Alle die Länder haben zwei Faktoren nicht, die Deutschland allein besitzt“ 1. einen Marxismus, der nicht nur fast die Hälfte aller Stimmen bei den Wahlen aufbringt, der vor allem eindeutig international eingestellt ist, sodaß mit ihm eine nationale Politik nicht möglich ist; 2. die Zentrumspartei, die trotz religiöser Grundlage mit dem religionsfeindlichen Marxismus sich in personellen Fragen verbindet, weil die internationalen Tendenzen ihrer geschichtlichen Herkunft nach und ihres Gewerkschaftsflügels wegen sie dahin führen. Marxismus und Zentrum zusammen sind aber in Deutschland immer und überall in der Mehrheit, jedenfalls immer dann, wenn die entscheidenden Fragen der Außenpolitik zur Debatte stehen. Und wie aus solchen Zusammenhängen die Entscheidungen ausfallen, beweist das Geschick Deutschlands seit 1917, wo. die sogenannte Erzbergersche Friedensresolution zum ersten Male diese Zusammenhänge klarlegte. Frankreich und auch England kennen solche Möglichkeiten nicht. In Frankreich ist der Marxismus bedeutungslos. Und was sich sozialistisch nennt, ist national absolut zuverlässig, so daß jüngst ein italienisches Blatt höhnen konnte:„Schmunzelnd stecken die französischen Sozialisten die Milliarden ein, welche die deutschen Sozialisten ihnen ausliefern, um sie in Festungswerken gegen Italien anzulegen— alles zur„Sicherung des Friedens"!“. Ueber die nationale Einstellung der englischen Arbeiterpartei erübrigt sich jedes Wort. Und was für beide Länder ein besonderes Glück bedeutet, sie sind konfessionell einheitlich. Wie leidet aber Deutschland unter dem Fluch der konfessionellen Zerrissenheit!—— Deshalb, um das Wort Thiers' nicht aus den Augen zu verlieren, wenn der König oder das Volk nur herrscht, dann darf nicht ein Parlament regieren, dessen Führung. bzw. Mehrheit sich nationalstaatlich nicht eindeutig gebunden fühlt. Es muß wie in Frankreich und England für alle maßgeblichen Parteien der gemeinsame Untergrund Vaterland da sein, gleichsam als sittlicher Grundbegriff. sonst geht es dem Abgrund zu. Das hat Thiers 1871 selbst deutlich erkannt und deshalb den Aufstand der Kommune nachdrücklich bekämpft. Und nicht nur aus politischen. auch aus wirtschaftlichen Gründen: Er duldete keine sozialistische Republik, er setzte die bürgerliche durch. Seine Nachfahren haben sie unerschütterlich gehalten. So illustriert die Geschichte Frankreichs das berühmte Wort, das hundert Jahre nach seiner Prägung als Schicksalsfrage vor uns Deutschen steht. Wollen wir ihm folgen, dann müssen wir auch die dafür notwendige Voraussetzung der nationalen Bindung aller Parteien schaffen. Besser ist aber wohl, wir gehen den deutschen Weg, den uns Bismarck mit seinem konstitutionellen Staat gewiesen: entscheidende Macht an die Spitze des Staates! In zwölfter Stunde. Von Atlanticus. In einem Landgasthof saßen Arzt, Apotheker und mehrere Kaufleute zusammen. Hinein kommt der Barbier:„Wissen Sie schon, meine Herren, der Reichstag ist aufgelöst!“ Allgemeiner Schrecken.„Was soll nun werden?“ Ein einziger der Tafelrunde schwingt sich zu dem erlösenden Wort auf:„Gott sei Dank!“ Alle starren den Sprecher an, sie verstehen ihn einfach nicht. Was soll das für Wahlen geben? In der Erntezeit Wahlversammlungen! Wahlkämpfe, die sicher doch nicht harmlos sein werden, sondern erbittert, so ungünstig wie nur möglich für die Landwirtschaft, günstig allein für die Genossen in den Städten. Meine Gedanken fliegen um sechzehn Jahre zurück. Damals handelte es sich nicht um einen einfachen Wahlkampf, sondern um ein blutiges Ringen, und die Ernte wurde auch geschafft. Wahlmüdigkeit! Ach, es gibt ja immer faule Ausreden für die, die nicht einsehen wollen, daß dem Wahlrecht auch die Wahlpflicht entspricht, daß sich niemand beklagen darf, der seine Wahlpflicht nicht erfüllt, wenn ihm das Fell noch mehr über die Ohren gezogen wird. War das nötig? Ganz gewiß nicht. Die Verwirrung ist allenthalben groß. Es wäre widerliche Heuchelei, wenn einer den andern einen Schelm schelten würde. Es ist auch wahrlich nicht schade um das Parlament, das da nach Hause geschickt wurde. Jetzt hat es das„freieste Volk der Welt“ in der Hand, zu zeigen, daß dennoch in ihm etwas gesunder Menschenverstand steckt, durch die Wahl, die es trifft. Ist es schade um das Kabinett? Wer wollte diese Frage rückhaltlos bejahen! Ein einziger Mann dieses Kabinetts, Schiele, hat positiv etwas geleistet, über das man Genugtuung verspüren konnte, die ganzen anderen Reformvorschläge waren kläglicher Notbehelf. Es ist wahrlich weder Kunst noch Beweis staatspolitischer Einsicht, da immer nur Gelder fortzunehmen, wo man noch etwas vermutet. Staatspolitisch gehandelt wäre es gewesen, wenn man energisch das ganze unhaltbare Steuersystem beseitigt hätte und dafür ein neues eingeführt, wie es von mir in Nr. 59(„Neue Wege“) vorgeschlagen war. Selbstverständlich gehört noch mehr dazu, um eine wirkliche Besserung unserer Lage herbeizuführen. Mit Staatsbeihilfen läßt sich keine Wirtschaft auf die Dauer hochhalten. Das hat sich selbst in dem reichen Amerika zur Genüge: gezeigt. Aber die Bahn kann und muß frei gemacht werden für die Selbsthilfe, sonst ist die allgemeine Auflösung nicht mehr aufzuhalten. Das Kabinett hätte es leicht gehabt, beispielsweise die allgemeine, meinetwegen auch teilweise Arbeitsdienstpflicht durchzusetzen. Jedenfalls wäre eine dahin zielende Notverordnung besser verstanden worden, als die finanziellen Verordnungen, um die es zum Bruch gekommen ist. Es gibt keine bessere Entlastung für den entsetzlich angeschwollenen Sozialetat, als die Einführung dieser Arbeitsdienstpflicht, und es gibt für die Jugend aller Bevölkerungsschichten kein besseres und nötigeres Erziehungsmittel zur Ein= und Unterordnung unter das Allgemeinwohl, als die Arbeitsdienstpflicht. Eine Million Arbeitslose könnten so untergebracht werden, nützlicher Arbeit zugeführt, ohne daß der private Arbeitsmarkt davon unliebsame Konkurrenz hätte. Wir kommen damit nicht zum Ziel, daß man sich auf die„allgemeine Weltkrise“ beruft und die Dinge ruhig weiterlaufen läßt wie bisher, hier und da ein bißchen Flickarbeit leistet und nebenbei durch weitere unsinnige Steuern den Kreis derer noch weiter verengt, die bis jetzt noch kaufkräftig waren. Einen anderen Erfolg hätten die Steuergesetze der Notverordnung nicht gehabt. Steuern werden niemals alle gleichmäßig befriedigen, gern werden sie nie und nirgends gezahlt. Sie müssen aber sein, müssen bei uns um so erheblicher sein, als das deutsche Volk durch eigene Schuld einen großen Teil der Lasten seiner Peiniger auch noch zu tragen hat. Steuern sind aber nur dann und insoweit zu verantworten, als durch sie die Substanz des Volksvermögens geschont und die Ansammlung von Arbeitskapital nicht verhindert wird Gegen diese Grundforderungen jeder klugen Finanzpolitik ist aber fortgesetzt gesündigt worden. Es muß also neben der vernünftigen Lösung der Sozialkrise die grundlegende Aenderung des Steuersystems erfolgen, die schließlich doch nicht zu umgehen sein wird. Die Zahl der Arbeitslosen spielt gewiß eine erhebliche Rolle und redet eine erschütternde Sprache. Damit ist aber noch nicht das ganze wirtschaftliche Elend der Deutschen gekennzeichnet. Man muß, um ein wahres Bild des ganzen Elends zu erhalten, auch die vielen hinzuzählen, die von der gesamten Erwerbslosenfürsorge nicht erfaßt werden. Der ungeheure Zulauf zu den Nationalsozialisten rekrutiert sich fast restlos aus solchen Verzweifelnden. Für sie ist der Nationalsozialismus die letzte Hoffnung. Was gilt für den dauernd Darbenden noch weltanschauliche Auseinandersetzung? Gar nichts! Das ist ein sehr ernstes Symptom, dem man wohl Rechnung tragen sollte. Es kommt aber noch mehr hinzu, die Erkenntnis nämlich, verraten und verkauft zu sein, ganz gleich, ob die Regierung rote Ballonmützen tragt oder bürgerliche Schlapphüte. Das deutsche Volk ist gewiß mit einer unvergleichlichen Lammesgeduld gesegnet, aber es gibt doch auch für diese Menschen eine Grenze, wo es nicht mehr weiter geht. Und dafür sollte man doch allmählich Verständnis zeigen. Wir haben immer die Erfahrung machen können, daß man den Wahlzettel dazu benutzte, um sich für wirkliches oder vermeintliches Unrecht zu rächen, ohne Ueberlegung, ohne Bedenken, ohne Verständnis. Hier ergibt sich also für die staatserhaltenden Parteien die ernste Pflicht, mit allem Freimut und so offen und ehrlich, wie nur möglich, Kritik nicht nur an den Sünden der anderen zu üben, sondern an sich selbst. Ein Prüfstein dafür, wie weit diese Ehrlichkeit geht, ist die Behandlung der Wahlreform=Frage. Sie ist m. E. die wichtigste. Wird sie gerecht und durchgreisend gelöst, so brauchen wir nicht erst durch die Leidenszeit einer mehr oder minder langen Diktatur hindurchzugehen, sondern können auf rein parlamentarischem Wege alle Reformen durchführen, die nötig sind. Man findet, wenn man sich draußen im Lande umhört, kaum jemanden, der nicht für Arbeitsdienstpflicht, grundlegende Steuerreform und eine Wahlreform wäre. Warum aber in aller Welt reagieren die Parteien nicht darauf? In der Verfassung heißt es:„Alle Gewalt geht vom Volke aus.“ Ich habe noch nirgends jemand gefunden, der davon etwas gemerkt hat. Im Gegenteil, in zunehmendem Maße schwindet die Lust, von dem verbrieften Recht Gebrauch zu machen, weil ja alles nichts nützt. Man darf eine Liste wählen, aus deren Zusammensetzung die Wähler des betr. Wahlkreises nicht den geringsten Einfluß haben. In Wahrheit bedeutet das„freieste Wahlrecht der Welt“:„Der Reichstag ergänzt sich aus sich selbst.“ Wäre es so wie früher, daß jeder Wahlkreis seinen oder seine Kandidaten selbst aussucht und aufstellt, sie dann der betr. Partei beiträten, so läge allerdings das Schwergewicht beim Wähler, bezw. der betr. Kreisorganisation und es gäbe keine Parteidiktatur, wie wir sie heute zum Schaden der Gesamtinteressen haben. Kein Abgeordneter, der gewärtig sein muß, nicht wieder gewählt zu werden, würde es wagen, den Unfug mitzumachen, den irgend ein Parteiführer ihm mitzumachen zumutet. Um der Erhaltung der Parteidiktatur willen wollen also die Parteien nichts von einer Wahlreform wissen. Man wird einwenden, daß die Parteien sich niemals dazu hergeben würden, die Grundlage ihrer heutigen Macht zu erschüttern. Davon bin ich auch überzeugt. Es gibt doch aber Mittel und Wege, eine derartige Aenderung zu erzwingen. Es sei nur an den Weg des Volksentscheides erinnert. Jedenfalls wäre die Aufrollung dieser wichtigen Frage für die Parteien ein Prüfstein ihres ehrlichen Willens. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Fragen, die von den Partein demnächst zu beantworten sein werden, aber diese scheinen mir die lebensnotwendigsten zu sein, wenn der Erfolglosigkeit der heutigen parlamentaris#zen Arbeit ein Ende gemacht werden soll. Schließlich möge darauf hingewiesen werden, daß mit der Parole„Weder links noch rechts“ jetzt und heute kein Staat zu machen ist. Man muß sich entscheiden, ob man sich für oder gegen den Marxismus stellen will, ob man den christlichen und deutschen Staat will, oder den unchristlichen, der nichts anderes ist, als eine Hilfstruppe des internationalen Kapitalismus. Hier ist ein Punkt, der sehr viel Versäumnisse der sogenannten bürgerlichen Parteien aufweist. Man hat viel zu lange gezögert, die deutschen Arbeiter darüber aufzuklären, daß sie in Wahrheit im Gefolge des Marxismus ihrem größten, wirklichen Feind, dem internationalen Kapitalismus, nur Vorspanndienste leisten. Man darf auch nicht verschweigen, daß die Führung des Arbeitnehmertums es nicht verstanden hat, sich das Vertrauen ihrer Arbeiter zu erwerden, son, dern im Gegenteil häufig alles getan hat, um sie noch mehr abzustoßen. Das hat sich schon bitter gerächt(siehe das Anschwellen der Kommunistischen Parteil) und muß sich noch mehr rächen, wenn hierin kein Wandel eintritt. Wir können es uns nicht leisten, noch weiter so zerspalten zu leben, wie bisher. Unendliches ist verloren gegangen, vieles ist unwiederbringlich dahin. Sehen wir zu, daß wir endlich Ordnung bei uns schaffen. Gelingt das nicht in Ruhe und auf friedlichem Wege, so werden allerdings diejenigen recht behalten, die eine Lösung und Gesundung nur auf gewaltsamem Wege für möglich halten. Niemand möge dann klagen und jammern, wenn er seine Pflicht, nicht getan hat, weil er jetzt nicht die Gelegenheit ausnutzte, durch seine Stimme für Ordnung und Recht einzutreten. „baldige" Lehrermangel. Von A. Schürmann=Witten. Seit Anfang dieses Jahres geht durch viele Tageszeitungen die Meldung, es träte in Kürze ein großer Lehrermangel ein. Der Staat müsse deshalb in beschleunigtem Maße für Lehrernachwuchs sorgen, d. h. schnell noch eine Reihe von pädagogischen Akademien gründen und an jeder derselben eine möglichst hohe Zahl der neuen Lehrer ausbilden. Diese Meldungen gründen sich wohl auf den Min.=Erlaß vom 19. Dezember 1929, in dem der Herr Minister a. D. Dr. Becker von einem baldigen Lehrermangel spricht. Auch dem amtlichen Pressedienst wird aus dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung ähnliches berichtet, wie die„Neue Westfälische Volkszeitung“ in ihter Nummer vom 21. 5. 30 berichtet:„... daß vorläufig so wenige katholische Akademien vorhanden sind(14 ev., 2 kath., 1 simultan), erklärt sich daraus, daß evangelische Junglehrer in kurzem nicht mehr vorhanden sein werden, während gegenwärtig noch ein recht starker Ueberfluß an katholischen Junglehrern besteht.. Es beträgt nach der amtlichen Statistik vom 15. November 1929 die Zahl der nicht im Schuldienst beschäftigten Bewerber 10202. Zu diesen sind noch etwa 3000 Hilfslehrer hinzuzurechnen, deren Beschäftigung ja mit dem besonderen Etat für Hilfslehrer erledigt ist und etwa 3000 Zurückgestellte, die sich aus irgend einem Grunde eine Zeitlang zurückstellen lassen, deshalb aber doch Bewerber(innen) wie jeder andere sind. Das ergibt dann eine Gesamtzahl von rund 16.000 nicht im Schuldienst beschäftigten Bewerber(inne)n.(Mit den vertretungsund auftragsweise Beschäftigten erhöht sich die Zahl auf 25 146.) Bei den 109 465 preußischen Schulstellen ergibt das einen Hundertsatz von rund 15. Da nun der augenblickliche jährliche Bedarf nicht mehr wie früher 4 v.., sondern nur 3 beträgt, dazu noch wegen der Sparmaßnahmen der Schulverbände ständig im Fallen begriffen ist, so ergibt sich daraus eine durchschnittliche Wartezeit von 5 Jahren. Diese Zahl verschiebt sich nun, auf die Konfessionen verteilt, zu Ungunsten der katholischen und zu Gunsten der evangelischen Bewerber(innen). Jeden falls aber wird der letzte evangelische Bewerber, der schon 5 Jahre wartet, sicher noch 4 Jahre warten müssen. Auf katholischer Seite kann also von einem baldigen Lehrermangel gar keine Rede sein. 10 Jahre Wartende stehen noch draußen und der letzte kann erst in 6 Jahren oder noch später mit einer Einberufung rechnen. Aber auch auf evangelischer Seite kann man von einem baldigen Lehrermangel durchaus nicht sprechen. Oder nennt man es„bald“, wenn er nach 4 Jahren eintritt? Jedenfalls ist es nicht zu verstehen, wie aus dem Ministerium solche Meldungen kommen können. Selbst die maßgebenden Stellen weisen diese zurück. Das sind die Bericht über die 17. Bundestagung des Blaukreuz=Verbandes in Dresden. In der herrlichen sächsischen Hauptstadt hielt das kirchliche Blaue Kreuz vom 20.—22. Juni seine diesjährige Bundestagung ab. Die Tagung erhielt ihr besonderes Gepräge dadurch, daß sie gewissermaßen den Auftakt zu dem vom 23.—25. Juni ebenfalls in Dresden stattfindenden 3. Deutschen Alkoholgegnertag bildete. Das hatte zur Folge, daß das Programm der Bundestagung, knapper umrissen als sonst, nur die unentbehrlichsten Veranstaltungen aufwies, daß aber auch andererseits unsere Bundestagung gleichsam von der großen alkoholgegnerischen Welle mitgetragen wurde. Am Freitag abend versammelte sich der Bundesvorstand zu einer Sitzung, an der auch der Vizepräsident des Internationalen Bundes, Oberstleutnant v. Benoit aus Bern, teilnahm, der auch mit warmem Interesse den weiteren Verlauf der Tagung verfolgte. Der Vormittag des Sonnabends brachte die geschlossene Sitzung der Verbandsvertreter, die vor allem der Aussprache über die Arbeit im Anschluß an die Berichte der Berufsarbeiter des Bundes gewidmet war. Nach dem gemeinsamen Mittagessen vereinigte man sich zur Mitgliederversammlung. Nach der einleitenden Andacht, die Pfarrer WilkeBerlin hielt und der Eröffnung durch den Bundesvorsitzenden, Pastor Bode, begrüßte Oberstleutnant v. Benoit namens des Internationalen Büros die Versammlung aufs herzlichste. Das Hauptreferat hielt Pfarrer Lücking= Dortmund über das Thema:„Unsere Verantwortung in der Trinkerfürsorge.“ Der Vortragende wies nach, daß die Blaukreuzvereine die Pflicht haben, ihre Dienste der öffentlichen amtlichen Trinkerfürsorge zur Verfügung zu stellen, weil sie gerade in der Lage seien, aus der Kraft des Glaubens den Alkoholgebundenen in der Ganzheit seines Wesens zu erfassen und ihm nachhaltig zu helfen. Manch einer benußte die Gelegenheit, um noch vor dieser Versammlung in die Kreuzkirche zu eilen und dort die berühmte Sonnabendvesper mitzufeiern. Wir Finsterwalder waren von Herzen dankbar, daß wir den Klängen des„Crucianer“=Chores lauschen durften. In der Abendversammlung sprachen drei Führer unseres kirchlichen Blauen Kreuzes über das Generalthema:„Warum treiben wir Blaukreuzarbeit?“ Generalsekretär Veer richtete den Blick auf unsere christliche Berufung unter besonderer Betonung des 1. Kor. 3, 9 ausgesprochenen Gedankens: „Wir sind Gottes Mitarbeiter.“ Pfarrer Erdmann=Kirchlengern ließ tiefe Blicke in die Not der Trinker tun und zeigte unsere Verpflichtung zum Bruderdienst. Pfarrer Weymann=Berlin=Steglitz beleuchtete die letzten Hintergründe aller Blaukreuzarbeit im Anschluß an das Wort im Philipperbrief:„Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.“ Blaukreuzarbeit geschieht um der Ehre Christi willen. Darin liegt oft genug ein Gericht über unser schwaches Menschentum, aber darin liegt auch alle zukunftsfrohe Gewißheit unserer Arbeit. Verschönt wurde der Abend durch den Singkreis der DESV.(Deutsche christl. Studentenvereinigung) Dresden und durch einige deklamatorische Darbietungen. In der Frühe des Sonntags versammelten sich die Tagungsteilnehmer in der Ehrlichschen Gestiftskirche am Stübelplatz, wo uns Pastor Seltmann den Gottesdienst hielt. Besonders weihevoll empfanden wir Nicht=Sachsen den Ritus der lutherischen Liturgie mit ihrem feierlichen Altargesang. Und dann die Predigt unseres lieben Pastors Seltmann! Es sagte nachher einer mit Recht: Diese Predigt konnte nur am 22. Juni 1930, früh um ½8 Uhr in Dresden bei der Blaukreuztagung gehalten werden, so unmittelbar zeitbestimmt war sie: Frühgottesdienst vor einem herrlichen Ausflug in die sommerliche Gotteswelt. Alkoholgegnertag, Hygiene=Ausstellung, sächsischer Wahlsonntag, Augustana=Jubiläum— förwahr ein Sonntag mit verschiedenartigster Bedeutung! Aber nun alles unter dem Gesichtspunkt gesehen: Dies ist der Tag, den der Herr macht; wir wollen ihn erleben als Christen, die um Christi willen sich freuen und fröhlich sein Können. (Ps. 118, 24.) Nach dem Gottesdienst ging es in froher Fahrt hinaus in die sächsische Schweiz. Die beschränkte Zeit erlaubte ja nur, daß wir einen Teil der vielen Schönheiten dieses herrlichen Fleckchens Erde genießen durften. Aber auch dies Wenige war viel, sehr viel, so daß wir am Abend voll dankbarer Freude wieder in Dresden ankamen, wo ein Festgottesdienst der Evangelischen Reichsarbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Alkoholnot die Blaukreuzler noch einmal in der Frauenkirche vereinigte. Die Festpredigt hielt Pfr. Wiegel=München, die musikalische Bereicherung der Liturgie geschah durch den Organisten Hottinger und den als Führer der evang. Singbewegung bekannten Kantor Stier mit der Kantorel der Versöhnungskirche. Ein Volksabend in dem großen Saal des Vereinshauses in der Zinzendorfstraße, ver anstaltet von derselben Arbeitsgemeinschaft, mit Begrußungsworten des Stadtsuperintendenten und einem Fest vortrag von Geh. Konsistorialrat Prof. D. Mahling=Berlin leitete schon über zu dem weiteren Programm des großen Alkoholgegnertages. Ein Bericht über die Bundestagung kann aber nicht geschrieben werden, ohne daß dabei des Mannes gedach würde, der, trotz seines hohen Alters ein Jüngling an Tatkraft, Leistungsfähigkeit und Liebe zur Blaukreuzsache, den Löwenanteil der Tagungsdurchführung auf sich genommen hatte, unseres lieben Pastors Seltmann. Vor mir liegt die Einladung zum Jahresfest des Mitteldeutschen Bundes des Blauen Kreuzes in Berlin im September des Jahres 1904. Das ist lange her. Da heißt es:„Festpredigt in der Stadtmissionskirche: Pastor SeltmannThammenhain(Kg. Sachsen).“ Nun sind darüber fast 20 Jahre vergangen, und unser lieber Pastor Seltmann dar seiner lieben Sache noch dienen wie einst. Das ist viel Gnade von Gott. Dank sei dem treuen Mitarbeiter gesagt für alle Mühe und Arbeit, die er sich um unsere Dresdener Tagung gemacht hat. Der Herr erhalte#hn uns und dem Werk des Blauen Kreuzes noch lange zum Segen der Gebundenen und zur Freude der Mitarbeitenden! 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In den Provinzen Bari, Canosa und Campobasso sind keine Opfer zu beklagen. Am schwersten wurden demnach die Orte Ariano, Aquilonia, Montecalvo, Bisaceia, Lacedonia, Villanova, Vattista und Accadia heimgesucht. Man muß damit rechnen, daß leider auch diese Zahlen noch eine Erhöhung erfahren werden. Denn tatsächlich läßt sich ein genauer Ueberblick nur schwer gewinnen, weil durch das Brechen der unter der Erde kiegenden Telegraphenkabel und das Zerreißen der Ueberlandleitungen die Berichterstattung auf erhebliche Schwierigkeiten stößt. Von den Bergungsarbeiten im Erdbebengebiet werden tragische Szenen berichtet. Eine Frau war mühsam lebend aus den Trümmermassen befreit worden. Bevor sie jedoch weggetragen konnte, trat plötzlich ein Nachbeben ein, ein Quaderblock kam ins Rollen und zerschlug der Frau den Schädel. Auch unter dem Rettungspersonal, das unter Einsetzung des Lebens sich um die Verunglückten bemüht, sind bereits Opfer zu verzeichnen. Ein aus Villanova gebürtiger Ingenieur, der mit dem ersten Hilfszug eintraf, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen, fand unter den Trümmern seines elterlichen Hauses seine tote Mutter. Eine herzzerreißende Szene spielte sich ab, weil man dem Ingenieur kurz zuvor versichert hatte, daß seine Mutter bereits vor dem Erdbeben das Haus verlassen hätte. Ausgleichszentralen für die Schulamtsbewerber(innen), für die evangelischen in Arnsberg unter Leitung von Herrn Reg.=Rat Fürsich, für die katholischen in Köln unter Herrn Regierungsdirektor Dr. Hilderscheid. Es sei hier betont, daß diese Ausführungen den Ansichten dieser Herren entsprechen, des ersteren, der im BezirksLehrer=Rat Arnsberg seinen Standpunkt des öfteren klargelegt hat, des letzteren, der im westdeutschen Rundsunk in drei Gesprächen(am 5. und 19. Mai und 1. Juni) mit den Herren Rektor Schuhmacher und Dr. Behle die Junglehrerfrage behandelte, wobei auch die Meldung von einem baldigen Lehrermangel zurückgewiesen wurde. Das Wichtigste an dieser„Feststellung“ von einem baldigen Lehrermangel ist, daß sich der Staat mit der Einrichtung von neuen pädagogischen Akademien nach dieser „Tatsache“ richtet. So sollen Ostern 1931 wiederum 4 neue errichtet werden. Die Stellung der Junglehrer(innen)schaft zu diesen Maßnahmen aber ist sehr gespannt, da bis heute all diese neuen Lehrer sofort ins Amt kommen, während 26= bis 30=jährige, die 6 bis 10 harte Warlejahre durchgemacht haben und oft unter kümmerlichen Verhältnissen leben, noch immer warten und aller Voraussicht nach noch weitere 4 Jahre und länger warten müssen, und es ist noch nicht zu übersehen, wann diese von der Junglehrer(innen)schaft als härteste Ungerechtigkeit empfundene Maßnahme geändert wird. Ja, es werden sogar Stimmen laut, die hinter dieser Meldung von einem „baldigen“ Lehrermangel eine bestimmte Absicht vermuten, nämlich die, die Notwendigkeit der Einrichtung von neuen pädagogischen Akademien zu beweisen, die dauernde Vordatierung der neuen Lehrer., als nicht nachteilig oder wenigstens nicht besonders nachteilig hinzustellen und so moralisch zu rechtfertigen. Man kann es der Junglehrer(innen)schaft nicht für übel nehmen, wenn sie in ihrer Verbitterung zu solchen Schlüssen kommt. Jedenfalls ist die Meldung nicht geeignet, die Verbitterung abzuschwächen; denn nach alledem, was aus authentischem Material zu ersehen ist, kann von einem baldigen Lehrermangel durchaus keine Rede sein. 16 Vermißte in Sonnabend Beisetzung der Opfer.— 20000 MarkSpende der Reichsregierung. — Koblenz, 25. Juli. Im weiteren Verlauf der Suche ist in Koblenz eine weitere Leiche geborgen worden. Nach dem bei der Toten gefundenen Monogramm E. G. scheint es sich um die 17jährige Elfriede Görres aus dem Mädchenpensionat in Rheinwaldheim bei Rheinbrohl zu handeln. Vermißt werden jetzt noch 16 Personen. Am Sonnabend vormittag 9 Uhr wird Dr. Vornewasser von Trier in Koblenz ein Pontisikalrequiem halten. Nachmittags um 4 Uhr werden 15 Leichen aus Koblenz aus einem Ehreuplatz des städtischen Friedhofs beigesetzt. Die übrigen Toten werden in ihre Heimat gebracht. Die Bergungs= und Taucherarbeiten werden ununterbrochen fortgesetzt. Insgesamt sind jetzt 36 Tote geborgen. Die Reichsrezierung hat auf Antrag des Reichsverkehrsministers dem Oberbürgermeister von Koblenz 20 000 Reichsmark als Beihilfe für die durch das Brückenunglück Betroffenen zur Verfügung gestellt. Die im Hauptbebengebiet fast völlig zerstorten Gemeinden bieten einen trostlosen, erschütternden Aublick. Abgesehen von den sehr wenigen erdbebensicher gebauten Häusern sind eine ganze Zahl von Gebäuden nur mehr Stein= und Schutthausen, aus denen gespensterhaft die dicken, hohen Manern Jahrhunderte alter Paläste herausragen. Auch der Schaden an den Kirchen ist sehr groß. In dem Dorfe San Bartolommeo, in dem fast kein Stein auf dem andern geblieben ist, wurde seltsamerweise ein mittelalterliches Schloß von dem Erdbeben verschont. Die Wirkung des Erdbebens. in dem Hauptgebiet war überall so stark, daß fast alle Häuser, selbst wenn sie den heftigen Stößen standhielten, bedenkliche Mauerrisse zeigen. In einzelnen Gemeinden, wie Aquilonia und Villanova, in denen kein Haus mehr bewohnbar ist, gibt es keine einzige Familie, die nicht mindestens eines ihrer Mitglieder unter den Toten zu beklagen hat. In Melfi, einer althistorischen Stadt— 1041 war sie unter den Normannen die Hauptstadt Apuliens und zwischen 1059 und 1091 Sitz der Konzile— steht fast kein Stein mehr auf dem andern. Auch die über Melsi gelegene Burg des Hohenstaufenkaisers Friedrichs II. ist größtenteils zerstört worden. Die Burg über Melfi,„Freude des Hügels“ genannt, ist im Jahre 1100 erbaut und von den Staufern restauriert worden. Beileid des Reichspräsidenten. Reichspräsident von Hindenburg hat dem König von Italien telegraphisch seine und des deutschen Volkes herzliche Teilnahme anläßlich der Erdbebenkatastrophe zum Ausdruck gebracht. * Auch der Krakatan in Tätigkeit. Lapafontänen bis zu tausend Meter — Amsterdam, 25. Juli. Die Eruptionen des Krakatau, des größten Vulkans in Niederländisch=Indien, haben plötzlich einen höchst gefährlichen Charakter angenommen. Allein gestern wurden 880 Eruptionen vermerkt, die unter donnerartigem Getöse erfolgten. Der Vulkan speit Feuer und glühende Lavamassen aus, die teilweise eine Höhe von tausend Meter erreichten. Aus Anlaß des Brückeneinsturzes in Koblenz haben im Auswärtigen Amt der apostolische Nuntius, die Geschäftsträger Rußlands, Norwegens und Dänemarks sowie die Gesandten Brasiliens und Polens das Beileid ihrer Regierung zum Unglück in Koblenz ausgesprochen. Ferner sind beim Reichspräsidenten Beileidstelegramme des österreichischen Bundespräsidenten und des Reichsverwesers von Ungarn eingetroffen. Das 87. Opfer der Koblenzer Katastrophe gedorgen. — Koblenz, 25. Juli. Das 37. Opfer des Brückeneinsturzes wurde gestern geborgen. Es ist die zehnjährige Maria Ackermann aus Güls bei Koblenz. Spende Preußens für Koblenz. — Berlin, 25. Juli. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat namens der preußischen Staatsregierung der preußische Finanzminister der Stadtverwaltung in Koblenz einen Betrag von 20 000 Mark zur Milderung der Not der von dem Brückenunglück Betroffenen bezw. deren Hinterbliebenen durch den Regierungspräsidenten in Koblenz überweisen lassen. Die Notmaßnahmen. Eine Unterredung mit dem Reichskanzler Dr. Brüning. Reichskanzler Dr. Brüning gewährte dem Berliner Vertreter der„New York Times“ eine Unterredung und führte dabei aus:„Die angespannte Finanzlage des Reiches, die die parlamentarischen Kämpfe der letzten Monate veranlaßte, ist in erster Linie durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise bedingt. Die Reichsregierung hält fest an der Notwendigkeit der unverzüglichen Sanierung der Finanzen in Reich, Ländern und Gemeinden und an der Tilgung der schwebenden Schuld im gesetzlich festgelegten Umfange. Diese Politik ist für Deutschland eine Schicksalsfrage. Die Reichsregierung war gezwungen, alle Möglichkeiten der Verfassung auszunutzen, um das Gleichgewicht des Reichshaushaltes unter allen Umständen zu sichern. Sie hat dabei zu dem Art. 48 der Reichsverfassung gegriffen. Jeder Staat kennt ein Notstandsrecht. Mit den Theorien der Diktaturanhänger hat er nicht das geringste zu tun. Der Art. 48 ist häufig vom Präsidenten Ebert auch in weniger wichtigen Fällen und in Gegenwart des Reichstages angewandt worden. Auch die Verfassungen der übrigen deutschen Länder kennen ähnliche, allerdings klarere Bestimmungen. Oeffentliche Hilfe für Mansfeld Zwischen der Reich Staatsregierung und der regierung Nansf der .=G. für Berg, der Mansfeld.. hau und Hüttenbetrieb in Eisleben ist auf Grund der it den Gewerkschaften eine bis zum gekone betrieb t noch genommen Vom Tage der Wiederaufnahme der Produktion an Höhe von 430 000 bis 500 000 Mark monatlich. Ergibt eine Nachprüfung, daß der Mansfel), B. P. kein Ueberschuß verbleibt, dann gilt diese Beihilfe als oerlorener Zuschutz. Bei Feststellung eines Ueberschusses in der Kredit innerhalb Jahresfrist bei Verzinsung zum Reichsbankdiskont zurückzuzahlen. Sammlung der Mitte? Führerkonferenz der Wirtschaftspartei. Am Donnerstag tagte in Berlin im Reichstag eine Führerkonferenz der Wirtschaftspartei, an der neben den Vertretern der Wahlkreise die Abgeordneten des Reichstags und der Länderparlamente teilnahmen. Parteivorsitzender Abg. Drewitz referierte über die durch die Reichstagsauflösung geschaffene Lage und schilderte im besonderen die Arbeit der Wirtschaftspartei in der Reichsregierung. Er stellte mit Befriedijung fest, daß die Fraktion in der Lage gewesen sei, ruchtbare und erfolgreiche Arbeit im Interesse des Rittelstandes und der deutschen Wirtschaft überhaupt zu 8685. gre 5. Reichsjustizminister Dr. Vreor erganzte biese Ausführungen, an die sich eine rege Aussprache anschloß, in welcher die Richtlinien für die Reichstagswahlen festgelegt wurden. Im weiteren Verlauf der Tagung nahm der Parteivorsitzende Drewitz Gelegenheit, aus den geplanten und von der Deutschen Volkspartei angeregten Zusammenschluß der bürgerlichen Mitte cinzugehen und erklärte, daß die Wirtschaftspartei schon einmal bereit gewesen sei, eine Sammlung der bürgerlichen Parteien zu versuchen. Dieser Versuch sei jedoch gescheitert und man müsse daher die weitere Entwicklung dieser Augelegenheit erst abwarten. Am Schluß der Tagung wurde dem Parteivorstand und der Reichstagsfraktion Dank und Anerkennung für die unter schwierigsten parlamentarischen Verhältnissen im Interesse des Reiches, des Mittelstandes und der Wirtschaft geleistete Arbeit ausgesprochen. Hugenberg berichtet. Vorstandssitzung der DROP. — Berlin, 25. Juli. Im Reichstage hielt am Donnerstag der Deutschnationale Parteivorstand eine Sitzung ab. Von den 95 Mitgliedern dieses Gremiums waren 85 erschienen; es fehlten also nur die bereits aus der Partei ausgeschiedenen ehemaligen Reichstagsabgeordneten und einige andere gegenwärtig schwer kranke Vorstandsmitglieder. Am Vormittag erstattete der Parteivorsitzende, Dr. Hugenberg, ein ausführliches Referat über die politische Lage und den Wahlkampf. Dieses wurde ergänzt durch einen Vortrag des Fraktionsvorsitzenden Dr. Oberfohren. Die Nachmittagssitzung wurde in Anspruch genommen von einer ausführlichen Aussprache, in der lediglich politische Fragen erörtert wurden. Organische und reine Wahlkampffragen wurden vom Deutschnationalen Parteivorstand nicht erörtert, weil am heutigen Freitag die Parteivertretung zusammentritt, der auch die Landesverbandsvorstände angehören, also diejenigen, die den Wahlkampf in erster Linie zu führen haben. Entscheidungen über die Wahltaktik der Partei werden erst in der heutigen Sitzung getroffen werden. Am Schluß der Sitzung wurde folgende Entschließung angenommen:„Der Parteivorstand bekennt sich in vollem Umfang zu der Politik seines Parteiführers Dr. Hugenberg. Er dankt der Reichstagsfraktion und ihrem Vorsitzenden Dr. Oberfohren für ihren Widerstand gegen die wirtschaftszerrüttenden Steuerpläne und verhängnisvollen Halbheiten des gegenwärtigen Kabinetts. Der Parteivorstand verurteilt es auf das Schärfste, daß eine Anzahl von Abgeordneten gegen den Mehrheitsbeschluß der Fraktion und gegen die Willenskundgebung des Parteivorstandes gestimmt hat. Neue Bestimmungen für die Wahlvorschläge. Die Donnerstagssitzung des Reichsrats begann mit einer Trauerkundgebung für die Opfer der Brückenkatastrophe von Koblenz, bei der Reichsminister für die besetzten Gebiete Treviranus eine Ansprache hielt. Eine ganze Reihe von Handelsverträgen, die der Reichstag noch erledigt hatte, nahm der Reichsrat zur Kenntnis, ohne Einspruch zu erheben. Ferner genehmigte der Reichsrat eine Aenderung der Reichsstimmordnung, die notwendig geworden ist, weil in der bisherigen Fassung nicht der Fall vorgesehen war, daß während einer Wahlperivde mehrere Parteien aus einer bisherigen Partei entstehen. Die neue Fassung der Reichsstimmordnung besagt darüber u. a: Die Nummernfolge für die Reichswahlvorschläge der Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag entsandt haben oder zu denen sich Abgeordnete des letzten Reichstags bekannt haben, werden vom Reichsminister des Innern festgesetzt. Hierbei gelten folgende Regeln: 1. Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag entsandt haben, werden zuerst aufgeführt und zwar in der Reihenfolge der Stimmenzahl, die sie bei der letzten Reichstagswahl erhalten haben; 2. Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag nicht entsandt haben, zu denen sich aber Abgeordnete des letzten Reichstags bei Schluß der Wahlperiode oder im Zeitpunkt der Auflösung des Reichstags bekannt haben, erhalten die anschließenden Nummern in der Reihenfolge der Zahl dieser Abgeordneten. Reichswahlvorschläge von Parteien, die Abgeordnete in den letzten Reichstag nicht entsandt haben und zu denen sich auch Abgeordnete des letzten Reichstags nicht bekannt haben, erhalten die an die Nummernfolge des Reichsministers des Innern weiter anschliehenden Nummern in der Reihenfolge, wie die Reichswahlvorschläge beim Reichswahlleiter eingehen. Der Reichsrat erledigte dann noch einige kleine Vorlagen. :: Blutig Zusammenstöße zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Im Anschluß an eine nationalsozialistische Versammlung kam es in Haynau zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Natiosozialisten. Neun Nationalsozialisten wurden verletzt, davon zwei so schwer, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Flotten=„Abrüstung“ 4 Milliarden für Kriegsschiffe. Ein neues Flottenbauprogramm der Vereinigten Staaten. Die zuständigen Abteilungen des Marinedeparte= ments der Vereinigten Staaten haben sofort nach der Unterzeichnung des Flottenpaktes mit der Prüfung eines ausführlichen, über sechs Jahre sich erstreckenden Flottenbauprogramms begonnen, dessen Durchführung nahezu vier Milliarden Mark kosten würde. Die Flottenvorlage wird für den Fall, daß die noch anzustellenden Versuche zufriedenstellend ausfallen, auch ### eines neuen Schiffstyps empfehlen und zwar einer mut sechszölligen Geschützen bestückten Kreuzers, 75 Flugzeuge an Bord führen könnte.—— de Mit 40 PS über den Ozean. Ein waghalsiges Unternehmen.— Start eines deutschen Klei egzeugs zum Amerika=Flug. — Berlin, 25. Juli. Auf dem Berliner Flugplatz Tempelhof starteten der Pilot Wolf Hirth mit seinem Begleiter Oskar Weller mit einem 40 PS Klemm=Kleinflugzeug zu einem Ozeanflug nach Amerika. Es handelt sich um ein sehr waghalsiges Unternehmen bei dem alles von dem Funktionieren des Motors abhängt. Auch führen die Flieger weder ein Rettungsboot noch Funkgeräte mit! Der Weg nach Amerika soll über England, Schottland, Island, Grönland und Labrador führen. Es sind mehrere Zwischenlandungen vorgesehen. Das Unternehmen der Flieger Hirth und Weller verrät einen außerordentlichen Mut und eine gewaltige Zuversicht. Hoffen wir, daß den Piloten das hohe Maß von Glück beschieden sein wird, auf das sie, wenn sie Erfolg haben wollen, angewiesen sind. Wie verlautet, ist der neue Ozeanflug seit längerer Zeit vorbereitet worden. So hat der Pilot Hirth in den letzten Wochen zahlreiche Probeflüge ausgeführt, bei denen das Kleinflugzeug sich bis zu 25 Stunden ununterbrochen in der Luft halten konnte. Von dem Vorhaben der Flieger hatte bei ihrem Start in Berlin, der in aller Heimlichkeit vonstatten ging, niemand eine Ahnung. Selbst die Flugpolizei auf dem Tempelhofer Feld wußte nicht, was für eine große und gefährliche Reise das kleine Sportflugzeug vor sich hatte. Der Pilot Wolf Hirth ist ein Bruder des bekannten Vorkriegsfliegers Helmuth Hirth. Er hat sich erst nach dem Kriege dem Flugsport gewidmet und in den letzten Jahren große Erfolge gehabt. Zuerst Segelflieger, hat er sich dann dem Motorsportflug zugewandt und an verschiedenen Wettbewerben teilgenommen. Zuletzt hat er im vorigen Jahre den Hindenburg=Pokal und vor zwei Jahren den deutschen Zuverlässigkeitsflug gewonnen. Hirth gilt als einer der besten jüngeren deutschen Flieger. Er hat vor einigen Jahren einen Motorradunfall erlitten und trägt seitdem eine Prothese! Die Höchstgeschwindigkeit des Flugzeuges, das selbst 350 Kilogramm und mit der gesamten Zuladung 760 Kilogramm wiegt, beträgt etwa 130 Kilometer in der Stunde. Die Entfernung, die das Flugzeug überwältigen muß, beträgt etwa 1600 Kilometer. Wolf Hirth nach Paris weitergeslogen. — Köln, 25. Juli. Der Stuttgarter Sportflieger Wolf Hirth, der übrigens nicht, wie es zunächst hieß, der Bruder, sondern der Sohn des bekannten Fliegers und Ingenieurs Helmuth Hirth ist, ist nach kurzem Aufenthalt in Köln in Fortsetzung seines Etappenfluges nach Amerika zum Weiterflug nach Paris gestartet. Lolitische Kundschau. — Berlin, den 25. Juli 1930. — Das Vermessungsschiff„Meteor“ ist zum Fischereischutz in den Gewässern Islands ausgelaufen. Es wird als nächsten Hafen Reykjavik anlaufen. — Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände und der „Deutsche Rhein E..“ haben eine„Gedenkmünze des deutschen Volkes zur Rheinland= und Pfalzräumung“ herstellen lassen. :: Curtius an Litwinow. Reichsaußenminister Dr. Curtius hat Litwinow anläßlich der Ernennung zum russischen Außenkommissar seinen Clücwunsch ausgesprochen und diese Ernennung im Interesse Deutschlands und Rußlands begrüßt. :: Siamesische Gäste bei Hindenburg. Der Reichspräsident empfing den soeben in Berlin eingetroffenen Prinzen Damrong von Siam und seine Töchter, die Prinzessinnen Poon und Pilai. Obgleich der Preis steigt, versende ich bis zum Ablauf des Monats Juli meinen echten Tilsiter Vollfettkäse mit 48/52% Fett. i. T. kostet ab heute nur 0,90 pro Pfd. Versand erfolgt nur in Postkollis unt. Nachn. Porto und Verpackung frei. Friedrich Stotzka, Dampfmolkerei Jedwilleiten, Post Motzwethen. Tilsiter Niederung. Ingenleurschule Geichrotechnft. MaschmerJAlso-, bleinong=Satt. #ustechn. Lande m. Schwach-, Startt= G. Raclotechni: ag Bauschule Orerüchtn, Sasomgern Crwesen, Eisenbau Elder OeioeS#t Werkmeisterschule Tonindustrie Begeleingereuge Techckkes Begeierreis: Gebild. fröhl. jung. 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Damit ist ein monatelanger Kampf um die Arbeitszeit im Bergbau beendet. * Die beiden Hinduführer Sapru und Jayakar hatten im Gefängnis von Puna eine fünfstündige Aussprache mit Gandhi. Schlachtkreuzer„Hindenburg" wieder gestrandet. * Der ehemalige deutsche Schlachtkreuzer„Hindenburg“, der kürzlich in der Bucht von Scapa Flow gehoben worden war, ist beim Abschleppen unweit der Bucht bei der Insel Hoy wieder auf Grund geraten. Sowjetbotschafter in Berlin? ? Einer Meldung aus Moskau zufolge soll der jetzige Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Rykow, Ende August als Nachfolger Krestinskis zum Botschafter in Berlin ernannt werden. Um das Agrement soll bereits in Berlin ersucht worden sein. Evangelisch=soziale Bildungsarbeit im Rheinisch=Westfälischen Industriegebiet. Die Geschäftsstelle der Ev. Soz. Schule in Barmen=., Werlestraße 69, Leiter: Arbeitersekr. W. Hein,..., gibt in ihrem neuesten Bericht erfreulichen und bemerkenswerten Aufschluß über die im Gebiet der rheinischwestfälischen Provinzialkirche geleistete Arbeit. Die Geschäftsstelle, ein Stützpunkt der Ev.=sozialen Schule für den Westen Deutschlands hat vor etwa 3 Jahren mit der praktischen Kursusarbeit begonnen. Die Kursusarbeit geschieht im Einverständnis mit den Provinzialkirchen Rheinlands und Westfalens, unter Mitwirkung der Sozialpfarrer Pastor Lic. D. Mumm,..., und Pfr. Lic. Nenn. Auch die synodalen Kurse werden im Einvernehmen und unter Beteiligung der betreffenden Superintendenten veranstaltet. Insgesamt konnten 1 Pfarrerkursus für die westfälische Kirche in Schwelm, 2 soziale Rechtsbelehrungskurse in Barmen und Unna und 19 Kurse für Arbeitnehmer und andere Mitglieder der kirchlichen Körperschaften in den verschiedensten Synoden Rheinlands und Westfalens abgehalten werden. 1929 wurden 5 der letztgenannten Kurse abgehalten, und zwar in Barmen, Siegen, Hagen, Hamm i. W. und Erkenschwick, Synode Recklinghausen. Die Durchschnittszahl der Teilnehmer war 60 Personen. In Erkenschwick über 90. Es war uns möglich, im Anschluß an die Kurse sowohl in Velbert als auch in Remscheid Beratungsstellen einzurichten, die mit sehr gutem Erfolg arbeiten. Weitere Beratungsstellen sollen auch in Westfalen, und zwar in Schwelm, Milspe, Vörde eingerichtet werden. Diese Berater, denen alle entsprechenden Gesetzbücher zur Verfügung gestellt werden, werden alle drei Monate aufs neue zum Unterricht zusammengeholt, um ihre Kenntnisse zu fördern und zu festigen. Diese Beratungsstellen werden sich für die Mitglieder der evangelischen Vereine als auch für die ev. Kirchengemeinde segensreich auswirken. Unsere Glaubensgenossen haben dort, wo wir die Beratungsstellen einrichten, nicht mehr nötig, solche Rechtsauskunftsstellen in Anspruch zu nehmen, mit denen sie innerlich in schärfstem Gegensatz stehen. Die Auskunfterteilung geschieht kostenlos. Zur Förderung der Arbeit sind uns von Synoden und Gemeinden etliche Mittel dargereicht worden. Die Mittel wurden in der Hauptsache bisher von der„Vereinigung evangelischer Arbeiter= und Gewerkschaftssekretäre“ aufgebracht. Zu bemerken ist, daß sowohl an den Vorbereitungen als auch an den Veranstaltungen selbst die Berufsarbeiter und auch die Mitglieder aus den Evangelischen Arbeitervereinen sich besonders stark beteiligt haben. Wie durch Schreiben des Präses D. Koch,..., Oeynhausen, mitgeteilt wird, hat die Westfälische Provinzialsynode von der erfolgreichen Tätigkeit des General= sekretariats der Evangelisch=sozialen Schule, Sitz Barmen, in der westf. Kirchenprovinz dankbar Kenntnis genommen. Kinderheim „Haus Dörpfeld“. Im Hauswesen wohlerfahrenes Fräulein, Nordseeinsel Föhr. In den Monaten Sept.=Oktober sind noch einige Plätze frei. Preis für 6 Wochen Kur, einschl. ärztlicher Überwachung, 130.— Mk. Anmeldungen nur bei der Geschäftsstelle der evangel. Schulgemeinde e.., Barmen, Sonntagsstr. 37. Ruf 5548. Wenig gebrauchtes, mittelgrober Harmonium für kl. Diasporagemeinde gesucht. Bvang. Pfarrhaus Liebau i. Schl. AIINRRRNR das auch Verkäuf wünscht sich in gleicher Weise zu betätigen, am liebsten so, daß sie sowohl im Laden, als auch im Haushalt Beschäftigung finden kann. Thüringen bezw. Mitteldeutschland bevorzugt. Angebote erbeten an Franz Hempel, Wilkau (Sachsen), Hermannstraße 12. Ein Dorftag in Rettelstedt. Der Deutsche Verein für ländliche Wohlfahrts= und Heimatpflege in Berlin, eine Gründung Heinrich Sohn. reys, des verdienstvollen Dichters des Landvolkes, per. anstaltet in den Tagen vom 25. bis 28. Juli einen Dorf. tag in Nettelstedt. Seit Jahren geht der genannte ein mit seinen Veranstaltungen auf das Land hinaus, um in Zusammenarbeit mit der ländlichen Bevölkerung und unter dem Einfluß ländlicher Verhältnisse Wege zu fin, den, die zur ländlichen Wohlfahrt führen und den Men, schen wieder mit seiner Heimat eng verbinden. Besonderz die Dorftage, die bereits in den verschiedensten Ge, genden Deutschlands großen Anklang gefunden haben dienen diesem Zweck. Zum ersten Male soll nun ein solcher Dorftag im Westen unseres Vaterlandes sein, und zwar hier bei uns im Ravenberger Land, in Nettelstedt Daß gerade die Wahl auf Nettelstedt fiel, ist in erster Linie auf die vorbildliche Gemeinschaftsarbeit, die hier f die vorbildliche Gemeinschaftsarbeit, die hie in Nettelstedt seit Jahren unter der Führung des Rektorg Meyer=Spelbrink geleistet wird, zurückzuführen. Alle Zweige ländlicher Wohlfahrtspflege finden in Nettelstedt vorbildliche Pflege. Gesundheitspflege mit besonderer Betonung der Kindererholung, Jugendpflege, Wohnungsfürsorge, dörfliche Unterhaltung u. a. stehen hier in seltener Blüte. Und der leitende Gesichtspunkt all dieser Arbeit ist die Hebung dörflicher Kultur. Den vielen Tausenden, die sonntäglich hinauf zum Hünenbrink pilgern, die das Götz= und Tellspiel sahen, und in diesem Jahre das Wittekindspiel bewundern, ist es klar geworden, daß hier in dem stillen Wiehengebirgsdörschen Dorfkultur und Dorfgemeinschaft eine besondere Pflegestätte gefunden haben. Der Dorftag in Nettelstedt will sich bewußt in den Dienst ländlicher Kulturpflege stellen. Das zeigt auch sein Programm. Drei wichtige Angelegenheiten des ländlichen Lebens sollen besonders besprochen werden. Der erste Tag ist der ländlichen Wohnungspflege und Wohnungsfürsorge gewidmet. Eine längere Besichtigungsfahrt durch das Ravensberger Land unter Führung der Westfälischen Heimstätte füllt einen ganzen Tag aus. Es sollen besonders ländliche Siedlungen einschließlich der Lehmbauten in Dünne und Umgegend besucht werden. Sonntags hören die Teilnehmer einen plattdeutschen Gottesdienst und sehen das Wittekindspiel. Die Besprechungen an diesem Tage beziehen sich auf die Erhaltung und Verwendung der Mundart und auf Veranstaltung dörflicher Feste. Am Montag steht das Thema „Dörfliches Gemeinschaftsleben“ zur Besprechung. Nicht die Vorträge sollen bei dieser Tagung die Hauptsache sein, sondern eine eingehende und dabei zwanglose Aussprache. Die Teilnehmer wohnen im Kinderheim. Wer in der dörflichen Kulturarbeit steht und wer Freude an der Arbeit für unser Landvolk hat, ist herzlich eingeladen. Lokal= und Provinzialnachrichten. Gadderbaum(Einquartierung). Während der diesjährigen Herbstmanöver wird eine Kompagnie des 18. Infanterie=Regiments in der Zeit vom 2. zum 3. September dieses Jahres hier in der Amtsgemeinde Gadderbaum Quartier beziehen. Die Privatanwohner folgender Straßen erhalten voraussichtlich Einquartierung: Ze ralfeld, Ellerstraße, Lastweg, Mühlweg, Saronweg, Königsweg, Kantensiek, Eckardtsweg und Grenzweg. Seit 1908 ist dies die erste Einquartierung wieder. Kirchennachrichten für Zion. Sonntag, den 27. Juli 1930. 6. Sonntag n. Trin. Feier des 25jährigen Bestehens der Theologischen Schule. Festgottesdienste: 8½ Uhr: Pastor Liz. Vischer; 9 Uhr: Sup. D. Simon; 10 Uhr: Generalsuperintendent D Kähler, Stettin. — Donnerstag 19½ Uhr: Pastor Brandt. Kirchennachrichten für Schildesche. Sonntag, den 27. Juli 1930, 8 Uhr vorm.: Frühgottesdienst, Pastor Dahlmann; 10 Uhr vorm.: Hauptgottesdienst, Vikar Engelbrecht; 1½ Uhr nachm.: Kindergottesdienst. Bethel. — Christlicher Verein junger Männer. Heute, Freitag 8¼ Uhr Bibelstunde in Gosen. 2. Petri 1, 1 ff. Allen lieben Freunden, denen wir zu unserm großen Bedauern bei unserem Abschied von Bethel nicht mehr die Hand reichen konnten, sagen wir auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl. Susanne und Martha Kuhlo. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel: Anzeigen: K. Diekmann: alle in Betbel. 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Abends th. 21, 28—32 Gesch. 8, 26—38 am. 2, 18—96 sam. 3 sam. 4 am. 5 am. 6 am. 7 bann auch für besonderen örtliche Bielefeid. e Nr. 173. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonnabend den 26. Juli 1930. 12. Jahrgang. Gesigaee zum Wohahtigen Har naum dei Tiseoidgischen Schun. Aus der Geschichte der Schule. Lange schlummert ein Samenkorn im Boden, bis das Pflänzlein den Boden durchbricht und dem Licht entgegenwächst. Lange schlummerte der Gedanke, der dann in der Gründung der Theologischen Schule Bethel Wirklichkeit wurde, im Kopf und Herzen des alten Pastor von Bodelschwingh. Als Student hatte er in Basel bei Lehrern gelernt, denen er sein Leben lang dafür dankbar blieb, daß sie mit wissenschaftlicher Forschung herzliche Frömmigkeit verbanden und ihren Hörern die Heilige Schrift lebendig machten. Als junger Missionsprediger in Paris hatte er schon im Jahre 1862 die deutsche Christenheit dazu aufgerufen, dort einen Lehrstuhl gläubiger Theologen, verbunden mit einem Seminar, zu schaffen, damit die Ev. Kirche Frankreichs Zeugen des Evangeliums erhalte. Als in den Jahren 1894/95 in der Kirche der Streit um die Vertretung des kirchlichen Bekenntnisses an den theologischen Fakultäten lebhaft wurde, rief er über alles Schelten und Jammern hinaus zur Tat auf und schlug die Errichtung einer kirchlichen theologischen Fakultät in Herford vor; damals war der Widerspruch gegen den kühnen Plan so mächtig, daß er ihn zurückstellen mußte. Er holte den Plan 1903•04, als der Kampf um das Jesuitengesetz scharf war, wieder hervor; das sei— so meinte er— die rechte Hilfe: eine Schule zu schaffen, in der jungen Theologen die Bibel lieb und groß werde, damit sie dann, im Glauben gestählt, die Hochschule beziehen können. Nun wollte er in Bethel selbst, mitten in seiner Gemeinde der Schwachen und Kranken, diese Pflanzstätte fröhlichen Glaubens errichten, als ein Zeichen des Dankes, den Bethel der Kirche schuldete. Tatkräftig ging er ans Werk. So stand dann am 15. Okt. 1905 die„Theologische Schule" da; die beiden ersten Lehrer waren berufen, Pastor Samuel Jäger und Pastor Walter Kähler, und die ersten elf Studenten waren versammelt, die es nun lernen durften,„mit Freuden Wasser zu schöpfen aus den Heilsbrunnen“. Noch regten sich, auch in Bethel selbst, manche Zweifel, ob diese jüngste Gründung des unermüdlich Tätigen wohl Bestand haben werde. Aber die Geschichte der letzten 25 Jahre durfte zeigen, daß das Pflänzlein in Bethel einen gesunden Boden hatte, auf dem es blühen und Früchte bringen konnte. Drei Abschnitte können in der bisherigen Geschichte der Theologischen Schule unterschieden werden. Der erste Abschnitt währte bis zum Ausbruch des Krieges und zeigte ein ruhiges Wachstum. D. Jaeger und mit ihm herzlich verbunden seit 1907 Pastor Oestreicher, der Alttestamentler der Schule, gaben der Schule das Gepräge. die Zahl der Studenten stieg stetig, bis sie im letzten Sommer vor dem Kriege 82 erreicht hatte. Dann brachte der Krieg die Unterbrechung. Die Zahl der Lehrenden und der Lernenden wurde klein, wenn auch in jedem Semester eine kleine Kriegsstudentenschaft in Bethel neben dem Lazarett=Betrieb, der das Studentenheim füllte, noch ihre Studien fortsetzte. Eine dritte Periode brachten die schweren Nachkriegs= und Inflationsjahre: Die Zahlen stiegen rasch wieder an und gingen weit über die Vorkriegszahlen hinaus; aber es waren nun überwiegend„Sprachstudenten", Abiturienten realistischer Schulen, die in Bethel Latein und Griechisch nachlernen wollten, oder Humanisten, denen das Hebräische noch fehlte, also Studenten, die von der Theologischen Schule in erster Linie die Hilfe zu zielsicherem Erlernen der alten Sprachen erwarteten. In den schweren Jahren suchte jeder das Studium möglichst zu verkürzen; die Schule drohte Sprachlehranstalt zu werden. Darum ist es eine erfreuliche Wendung in der letzten Zeit, daß nun die Zahl der„Sprachfreien“, die in Bethel ernsthaft Theologie studieren möchten, wieder steigt. Dafür, daß bei der Verlängerung des Theologie=Studiums auf mindestens 8 Semester die Möglichkeit gewahrt blieb, in Bethel Theologie zu studieren, sind wir den Synoden und Kirchenbehörden dankbar. Das Wachstum der Theologischen Schule spiegelt sich anschaulich in dem Wachsen ihres Lehrkörpers. Mit zwei Lehrern begann die Schule; heute gehören dem Lehrkörper 7 Dozenten und 2 Mitarbeiter für Sprachunterricht an. Als Bibelschule begann die Schule ihre Arbeit; in die Heilige Schrift des Alten und des Neuen Testaments einzuführen war ihr Ziel. So gewiß dies auch heute ihre erste Aufgabe ist, so ist es doch eine naturgemäße Entwicklung, daß der Umkreis der Vorlesungen und Uebungen immer weiter wurde und heute keine der üblichen theologischen Disziplinen mehr fehlt. Neben den drei genannten Lehrern der Schule seien noch die Namen der Männer, die einst als Dozenten in Bethel wirkten, in herzlicher Dankbarkeit genannt: Gottlob Schrenk, der Neutestamentler, der jetzt als Professor an der Universität Zürich lehrt, die beiden Missionare D. Johannes Warneck und D. Ernst Johanssen, die nach den Jahren der Mitarbeit an der Theologischen Schule beide nach dem Kriege wieder als Führer auf dem Missionsfeld, nach Sumatra und Ostafrika hinauszogen, und P. D. Walter Michaelis, der neben seinem Dienst in der deutschen Gemeinschaftsbewegung 10 Jahre lang in der Theologischen Schule die praktische Theologie vertrat. Insgesamt sind 2000 Studenten durch die Theologische Schule gegangen. Sicherlich ist manches Samenkorn, das im Unterricht, in der gemeinsamen Andacht, im Zwiegespräch ausgestreut wurde, nicht aufgegangen. Die Säeleute waren ungeschickt; der Ackerboden war nicht bereitet; mancherlei Vögel kamen und fraßen den Samen weg. Um so mehr darf es uns ein beschämendes Zeichen göttlicher Güte sein, daß noch so viele unserer Studenten hier etwas erlebten und empfingen, was sie in bleibender Dankbarkeit mit Bethel und seiner Theologischen Schule verbindet. Th. Schlatter. Die gegenwärtige Arbeit der Theologschen Schule. Jeder Betheler kennt das Leben und Treiben der Studenten zwischen dem oberen Teile des Friedhofsweges und des Bethelweges. Jeden Morgen kurz vor acht sieht man fast die ganze Schar der Studenten vom Remter am Friedhofsweg hinunterziehen in das Studentenheim am Bethelweg. Mittags kurz vor eins geht die ganze Schar den Weg in umgekehrter Richtung. Zwischendurch — mittags, morgens und nachmittags— ein ständiges Kommen und Gehen. Aus den Hörsälen hört man die Stimme des Dozierenden. Aus dem Remter klingt während der Mahlzeiten ein Stimmengewirr aus den Fenstern. Tagaus, tagein der gleiche Tagesplan. Was steckt hinter diesem Getriebe? Welche Arbeit wird dort oben zwischen Bethel= und Friedhofsweg geleistet? Wir brauchen uns im Remter nur zu den Studenten zu setzen, um aus ihren Gesprächen zu erfahren, was die Theologische Schule treibt. Wer in den Remter tritt während einer Mahlzeit, ist zunächst überrascht von der Menge der Studenten. Etwa 210 Menschen werden hier täglich zu allen Mahlzeiten verpflegt. Wohlgeordnet, an Tischen gruppiert, sitzt die Studentenschaft. Jeder Tisch möchte eine Keimzelle des Gemeinschaftslebens der Studenten sein. Lebhaft und munter gehen die Gespräche hin und her. Dort erzählt einer von der letzten schriftlichen Arbeit in seinem hebräischen Kurs. Hier berichtet jemand, daß er mit den ersten Sätzen seiner griechischen Lektüre, die er heute morgen begonnen hat, nicht zurechtkommt. Dort klagt einer, daß er seine Sprachkenntnisse von der Schule her, sein Französisch und Englisch, vernachlässigen und sich nun mit dem bösen Latein abplagen muß. Das wird mit Scherz gesagt. Und doch sind diese kurzen Worte bei Tisch Zeugnis einer wichtigen Arbeit der Theologischen Schule. Hinter diesen Worten steht manche schwere Frage und manche persönliche Not. Die Theologische Schule verwendet also einen guten Teil ihrer Arbeit darauf, die Oberrealschüler, die Realgymnasiasten und die Gymnasiasten ohne Hebräisch einzuführen in die Sprachen, die für das theologische Studium unerläßlich sind. Gegen 80% ihrer Studenten sind zur Zeit in einem der Sprachkurse. Da wird scharf gearbeitet. In verhältnismäßig sehr kurzer Zeit muß das Ziel erreicht werden. Da muß so gearbeitet werden, daß man sich fragen könnte: was haben diese Sprachkurse mit der Theologischen Schule zu tun? Ist das Ganze nicht eine einfache Fortsetzung der Schule mit dem Ziel, das Schulwissen um die Kenntnisse einiger Sprachen zu bereichern? Dennoch hat die Theologische Schule mit Freuden diese Arbeit aufgegriffen. Sie ist überzeugt, daß sie mit dieser Arbeit unserer Kirche einen notwendigen Dienst tut. Neben die Gymnasien sind andere Schulgattungen getreten. Die Gymnasien stellen nicht mehr genug Abiturienten für den Dienst in der Kirche. Unsere Kirche gebraucht Ausbildungsstätten, die auch den Abiturienten anderer Schulgattungen Nicht suchst du ihn, er sucht dich; nicht findest du ihn, er findet dich: denn die Prediger kommen von ihm, nicht von dir; ihre Predigt kommt von ihm, nicht von dir; dein Glaube kommt von ihm, nicht von dir; und alles, was Glaube in dir wirkt, kommt von ihm, nicht von dir; und wo er nicht kommt, da bleibest du wohl außen. D. Martin Luther. Das Zeugnis eines alten Studenten. In fast mythische Zeiten der Theologischen Schule führen mich meine Erinnerungen zurück, wenn ich vom gegenwärtigen 50. Semester ihres Bestehens auf jenes 7. schaue, das mich unter den Bethelstudenten zählte. Schon äußerlich hob sich von den gegenwärtigen Massen jene kleine Schar von cund 20 Studenten ab, die damals am Hufeisentisch des theologischen Lehrsaales die 12 Pflichtstunden gemeinsam absolvierten, in einem kleinen Nebenraum des Assapheums zum Mittag= und Abendessen bequem Platz fanden und, im großen Bethel zerstreut wohnend, in dem geschäftigen Getriebe dieser„Stadt der Barmherzigkeit" fast ganz verschwanden. Auch in dieser kleinen Schar fehlten die Spannungen nicht, die das Zusammenleben zur Aufgabe machen. Daß # vir nur unser fünf Füchse waren, die von den„Alten“ als natürliches Erziehungsobjekt betrachtet wurden, während # sie selber eifersüchtig über ihre Unabhängigkeit wachten, war nur ein Moment unter vielen. Denn die Verschiedenheit #der deutschen Stämme, die sich in unserer Gesellschaft widerspiegelte, und die Gegensätzlichkeit der Temperamente und Anschauungen sorgten für eine starke Buntheit unseres Kreises und führten zu einem bald stillen, bald lauten Ringen der gegeneinanderstehenden Auffassungen von studentischem Leben und theologischer Arbeit. Die Neigung, unter Verzicht auf gemeinschaftliches Leben sich auf sich selbst zurückzuziehen, lag nicht nur den Examens=Semestern, sondern auch uns widerspruchsvollen Jüngeren nahe genug. Wenn ich mich besinne, was eigentlich trotzdem das Gefühl der Zusammengehörigkeit wach hielt und zu dem bewußten Erlebnis einer besonderen und nicht wiederholbaren Lebensform des„Bethelstudenten“ weiterbildete, so mögen es drei Dinge vor allem gewesen sein: Einmal die tägliche gemeinsame Sammlung in der Morgenandacht, in der uns unsere Dozenten— jeder in seiner besonderen Weise— unter das an jeden persönlich ergehende, ihn aufrufende Gotteswort stellten und uns damit die gemeinschaftbildende Autorität des Gotteswillens nahebrachten. Dann die bewußte Konzentration der theologischen Arbeit auf das bessere Verstehen des Bibelworts im Zusammenhang mit christlichem Leben und Dienst. Hier wurde uns unauslöschlich eingeprägt, daß alle Arbeit an der Bibel, wenn sie vom Standpunkt des vermeintlich neutralen Zuschauers aus und als rein theoretische Arbeit betrieben wird, vergeblich sei und am tiefsten Sinn des Wortes vorüberführe, weil sich dieser nur dem mit dem Wort als gegenwärtiger Lebensmacht Rechnenden erschließe. Was man heute„existentielles Denken“ zu nennen pflegt, wurde uns damals, auch wenn wir das Wort nicht kannten, besonders unter den packenden und bisweilen fast prophetischen Ausführungen von P. D. Jaeger zum unverlierbaren Besitz. Das Dritte aber war das Zusammenleben mit einer Elendsgemeinde, die uns doch zugleich ein selten lebendiges und von echter Christenfreude getragenes Gemeindeleben sehen ließ, wie wir es zumeist aus unserer Heimat gar nicht kannten. Hier spürte man einfach einen Kraftstrom pulsieren, der in irgendeiner Weise mit dem von uns studierten Wort zusammenhing und auch von der bösen Zunge des kritischen Studenten nicht geleugnet werden konnte. Wenn sich in der Zionskirche der Notschrei der Kranken mit dem Lob der Gemeinde mischte,— wenn der greise Vater Bodelschwingh die drängende Liebeskraft der ersten Christengemeinde an Hand der Apostelgeschichte unserem Herzen nahezubringen suchte, während sie in seiner schon gebeugten Gestalt und seinem suchenden Auge sich verkörpert zu haben schien,— wenn uns die Vorträge seiner Freunde und Mitarbeiter in Not und Arbeit der dienenden Liebe weit über die Grenzen von Bethel hinaus Einblick gaben, dann hinterließ das nicht nur unvergeßliche Eindrücke, die uns durch die ganze Studienzeit begleiteten, sondern es tat mehr: Es hob uns immer wieder aus unserer Isolation als selbstherrliche Studierende heraus und brachte uns die gliedhafte Verbundenheit mit einem Organismus zum Bewußtsein, durch die unser Studieren erst seinen tiefsten Sinn, und unser Zusammenleben seine besondere Aufgabe erhielt. So fanden wir als die von Gott Angeredeten, in die Entscheidung Gestellten und zu seinem Dienst Berufenen — trotz aller Problematik— eine letzte Gemeinsamkeit unserer sonst so lose verbundenen Studentengruppe, die über alle Gegensätze hinübergriff und uns in einem merkwürdigen Solidaritätsgefühl zusammenschloß, das eben nur ein rechter„Bethelstudent" kennt. Möge es der Theologischen Schule gegeben sein, auch in ihrem 50. Semester und weiterhin unter so ganz veränderten Verhältnissen ihre Studenten zu jener letzten Verbundenheit zu führen, die aus dem ernsten Ringen um ein lebendiges Gotteswort erwächst! Prof. D. Eichrodt, Basel. das theologische Studium ermöglichen. Es ist eine ganz wichtige Frage für unsere Kirche, wie diese jungen Leute die manchmal nicht leichte Zeit der Umschulung verbringen. Die Theologische Schule möchte ihnen schon in dieser Zeit sagen, daß sie Glieder einer Kirche sind, daß auch ihre jetzige Arbeit kein anderes Ziel hat, als Diener einer Kirche zu werden; daß ihre Sprachen auch Ausrüstung des Theologen sind. Die Theologische Schule versucht immer von neuem, den Studenten, die hier Sprachen lernen, schon Einblick zu geben in theologische Fragen und sie wenigstens vorzubereiten auf theologisches Studium. So ist bei keinem dieser Studenten seine Arbeit in Bethel erschöpft mit dem bloßen Erlernen der Sprachen. Er hört darüber hinaus noch theologische Kollegs. Viele innere Fragen verbinden sich mit dieser Umschulung. Für viele der jungen Studenten versinkt allmählich das Schulwissen. Das Neue sich anzueignen in der kurzen Zeit, ist nicht leicht. Der Oberrealschüler ist bisher an einem anderen Bildungsideal geschult, als es die alten Sprachen darstellen. Diese Umschulung ist im Grunde ein sehr schweres inneres Problem für unsere Studenten. Es gehört mit zur Aufgabe der Theologischen Schule, daß sie hier die Augen offen hält und zum Dienst bereit ist, wo man den persönlichen Dienst der Dozenten sucht. Wir würden in der Remter=Tischgemeinschaft unserer Studenten noch sehr viel anderes hören. Da berichtet jemand von einem Kolleg, das er am Morgen gehört hat. Andere setzen einen Disput fort, der in einem der Kollegs begonnen hat. Auch hier ein munteres Gespräch. Auch dies Gespräch ist Nachhall einer Arbeit der Theologischen Schule. Zur Zeit sind etwa 20% der Studenten volle Theologen. Sie suchen nicht Sprachkurse bei uns, sondern Anregung, Einführung, Zeit zur Besinnung und zur Vertiefung in ihr eigentliches Studium. So hat die Theologische Schule als Kern ihrer Arbeit regelrechte Vorlesungen, die ihren Stoff nehmen aus den üblichen Disziplinen der Theologie. Regelmäßig versuchen im Sommer und im Winter Vorlesungen über Bibelkunde einzuführen in das Alte und Neue Testament. In exegetischen Vorlesungen werden einzelne Bücher der Bibel ausgelegt. Kirchengeschichte und Systematik, Außere und Innere Mission sind bei uns vertreten. Auch eine medizinisch=theologische Arbeitsgemeinschaft ist neuerdings in den Vorlesungsplan aufgenommen. Eine bunte Fülle von Vorlesungen kommt von Semester zu Semester zustande. Der Student kann bei uns wählen genau so wie an einer Universität. Auch der Betrieb der Vorlesungen mußte sich aus praktischen Gründen dem Universitätsbetrieb angleichen. Neben die Vorlesungen treten übungen. Immer von neuem legt man sich in der Theologischen Schule die Frage vor, was diese bunte Fülle der theologischen Arbeit wohl zusammenzuhalten vermag. Es ist doch im letzten Grunde dies, daß alle Vorlesungen und übungen sich das Ziel setzen, die Studenten tüchtig zu machen für ihren Dienst in der Kirche. Das heißt nicht, daß man nicht auch wissenschaftliche Arbeit und Forschung so ernst nähme wie nur möglich. Auch sie ist ein notwendiger Dienst in der Kirche. Das Wort kann nur verkündigt werden, wenn in der Kirche auch immer wieder von neuem nachgedacht wird über Sinn, Wahrheit und Geschichte dieses Wortes. Aber doch soll das alles nicht Selbstzweck sein, sondern zum Dienst führen in der Kirche. Daß unsere Kirche Diener habe, die mit ganzem Ernst den Fragen, die das theologische Studium in sich schließt, ins Auge gesehen haben, die mit beiden Füßen in der Wirklichkeit stehen und doch mit Gewißheit zeugen können von der Gotteswelt, das ist das Ziel der Arbeit der Theologischen Schule, das jede Einzelarbeit einschließt. Wir könnten noch viel erlauschen in der Tischgemeinschaft der Studenten. Sie berichten von ihrem Turnen. Von Wettspielen. Von Studentenversammlungen und geselligen Abenden in ihren Heimen. Auch hier ein fröhliches Leben. Es ist mit Absicht an der Theologischen Schule versucht, die Studentenschaft als Ganzes zu organisieren. Neben die Organisationsform der Universitäten, in der die Zusammengehörigkeit der ganzen Studentenschaft doch nur schwach zum Ausdruck kommt und die Besonderheit der einzelnen Gruppen im Vordergrunde steht, soll bei uns eine andere Form gesetzt werden. Alle Gruppen sollten nur im Dienst des Ganzen stehen, und jeder Student sollte sich in erster Linie als Glied der Gesamtstudentenschaft fühlen. Vielleicht, daß auch das Studentenleben in dieser Form, grundsätzlich in Bethel selbst ohne Alkohol und ohne die üblichen Formen des Studentenlebens, eine Ergänzung sein kann zu unseren Universitäten. 25 Jahre ist diese Arbeit getan. Wie verschieden ist ihr gegenwärtiger Stand von ihren Anfängen! Von den Gründern der Schule hat wohl keiner daran gedacht, daß einmal die Arbeit der Schule einen solchen Umfang annehmen würde. Zwar ist für die Schule der Unterschied zwischen dem Anfang und dem Ende der ersten 25 Jahre immer von neuem Anlaß zur Selbstprüfung. Dennoch glaubt sie, ihn nicht bedauern zu können. Er ist doch Zeichen dafür, daß die Schule den verschiedensten Aufgaben offen war, die ihr aus dem Leben der Kirche erwuchsen. Daß sie das bleiben möge, ist ihr ernstlicher Wunsch an ihrem 25=jährigem Geburtstage. Liz. Wilhelm Brandt. Vom Dienst der Kurrende. Neben all den vielen Arbeitskreisen innerhalb unserer Studentenschaft besteht der Kreis derer, die in der Kurrende arbeiten. Rund fünf Jahre sind vorüber, seit die Kurrende zum ersten Mal ihren Gang nach Bielefeld antrat. Breiter und breiter ist ihr Arbeitsgebiet geworden. Davon wollen diese Zeilen etwas erzählen. Da ist zunächst die eigentliche Kurrende, wie sie ursprünglich war: die Sängerkurrende. Jeden Sonnabend singen wir unten in Bielefeld einige ein= und mehrstimmige geistliche Lieder. Arbeiter sind es größtenteils, denen wir auf diese Weise etwas von dem erzählen möchten, was uns täglich bewegt, an denen wir so vielleicht zu Botschaftern des Wortes werden dürfen. Die Lieder sind im Blick auf eine bestimmte Bibelstelle zusammengestellt und werden gedruckt. Auf die Rückseite der Liederzettel kommen kirchliche Nachrichten der Bielefelder Gemeinden(Gottesdienste und andere Veranstaltungen). So versuchen wir immer wieder auf die Kirche hinzuweisen. Die Posaunenkurrende, die in diesem Semester erfreulich stark und gut ist, tut denselben Dienst. Abwechselnd mit den Sängern besuchen die Bläser die gleichen Gassen und Winkel, in die sonst kaum der Klang frohen Singens dringt. Für die Posaunenkurrende dürfen wir in diesem Semester besonders dankbar sein. Sie ist so recht eine Jubiläumsgabe. Davon wissen wohl auch das Johannesstift, die neue Gemeinde im Wellensiek und Bethel selbst zu erzählen. Ein Lied verklingt schnell. Wir möchten aber, daß es nachhallt. Dazu soll uns das gedruckte Wort helsen: Die Blätterkurrende ist aus diesem Gedanken entstanden. Mit den Wochenschriften„Für Alle“, den uns allen bekannten Bethelblättern„Für Herz und Haus“,„Unser Ziel" und der„Kindergabe“ gehen wir zu den Familien selbst, um mit ihnen näher in Berührung zu kommen. Das geht oft sehr schwer. Und doch dürfen wir so vielen Freude bereiten und darüber hinaus manchmal auch helfen. Wenn es in unserer Kraft steht, helfen wir gerne, wo wir gewünscht werden, um irgendwelche Feiern auszuschmücken. Das gibt uns selbst neuen Ansporn, neue Freude. Ich denke da z. B. an den liturgischen Gottesdienst der Lutherischen Konferenz, an die Augustanafeier in der Zionskirche oder an jene denkwürdige Jubelfeier im Blaukreuz=Verein in der Martini=Gemeinde. Eins aber sei uns, die wir jetzt, und denen, die später in der Kurrende arbeiten, gesagt: Ohne Christus können wir nichts tun.— Max Brock. Unseren Freunden. Zu dem, was uns im Rückblick auf die 25 Jahre staunen läßt, gehört auch, daß die Schule äußerlich durchkam. Wohl hat sie viele Schulden. Aber sie durfte es immer wieder erfahren, daß sie einen großen Freundeskreis hat. Vielen ist es ein wichtiges Anliegen, daß in Bethel junge Theologen geschult werden, damit sie einst frohe Zeugen des Evangeliums sein können. Wir dürfen für viele Gaben der Liebe danken. Auch jetzt wieder, da eine Jubiläums=Sammlung im Gange ist, deren Ertrag mit dazu dienen soll, unseren Büchern— diesen notwendigen Helfern zu fruchtbarem Studium— ein geeignetes, einfaches Heim zu schaffen. Vielleicht läßt sich da und dort ein Leser gern noch einmal das Postscheck=Konto von Pastor von Bodelschwingh in Bethel nennen, auf das wir Jubiläumsgaben für die Theologische Schule erbitten: PostscheckKonto Hannover 1904. Wer gern mehr von der Arbeit der Schule, ihrem Forschen und Lehren erfahren möchte, der greife nach dem Jahrbuch der Theologischen Schule Bethel, das zum Jubiläum erschien. Der inhaltsreiche, schmucke und dabei erstaunlich billige Band(237 Seiten in Leinen 3,15 Mk.) kann viel Anregung zu theologischer Besinnung geben.— Eine Hilfe für die Theologische Schule ist es auch, wenn der Leserkreis des Monatsblattes„Beth=El“ wächst. Es will Monat um Monat besinnlichen Christen aus mancherlei Ständen und Berufen dienen.(Jahresbezug.— Mk.; Probenummern sendet gern der Blätterverlag in Bethel bei Bielefeld, an den auch Bestellungen zu richten sind.) Allen Freunden der Schule, denen, die selbst einst in Bethel studierten, und denen, die mit ihrer Liebe und Fürbitte unsere Arbeit begleiten, aus dankbarer Verbundenheit heraus einen herzlichen Gruß! Th. Schl. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften sendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“, Christliches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3916. Amt für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für GeldBielefeld. 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