werden. Hier ist sich gestellt vermag ieschen irtschaftliche Kraft Wohno Wöhnungsbaus in tben, sich nunmehr gegcht gnd des ühriger Vorarbeit Ziroverband unter Mathematiker ein dersch aene verlaß genehmigt arkassen kann sich wollen nicht durch essenten anlocken, wollen den guten sewährten und beMeauspere Lausparnasse, und esbausparkasse, die Provinz Westfalen Wer einmal das it, wird auch einen in der Leistung in werden können. n, als mit mathezann. Alle öffentnten kostenlos und finden öffentliche Nähere aus der illgemein bekannt, ditbriefe ausstellt. en Reisenden, sich geld zu versorgen. en alle Postanstalnstag, den 10. bis findet hier die 3. sorgeschichte“ statt. nden Erklärungen Befestigungsanlalungsstätten usw. Direktor Teudt stümer“) berichtet Bernhard Kumgang“) hält einen ische Weltanschaume an der Tagung tnant a. D. Platz, frauen und PfarrErholungsheim des eg in Elbingerode rer Heitefuß, Marochum, stattfinden. es Evangeliums.“ er Erholung innerinsionspreis außer Tage 30.— Mark, ation Elbingerodeetag 26. Juni. Es Termine gebeten, ühere Abreise entneiden.— Anmeldas Diakonissen(gerode. nicht. rgesehene Sonderter—Koblenz—Coingelhafter Beteiliterungsverhältnisse h erst im Septemw. Gehilfe sofort, wenn rem Betriebe. jahre alt und Landwirtschaft dem Fühgg ahrzeuge Näheres Bieren 24, Westf. und geneilten verallhin. Illustr. fatis und franko. Versandgürgen 461(Opew. Wpbre srchntitt be.npen hausstr. d. 18.900 Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .36 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und ssiubengaber und giünter Nr. 115. Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 gje tausend 15 Mk. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Sonnabend, den 17. Mai 1930. 12. Jahrgang. Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht ihm nichts an, Als daß er Treu erzeigen Und Freundschaft halten kann. Simon Dach. Ein paar des Strafrechts. Der neue Entwurf eines Strafgesetzbuches stellt auch die Beurteilung des Duells oder Zweikampfes mit Wafsen auf eine neue rechtliche Basis. In den betreffenden Paragraphen heißt es: „Der Zweikampf mit Waffen, durch den ein Ehrenhandel ausgetragen werden soll, wird mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Ebenso wird bestraft der Zweikampf mit Waffen und unter Bedingungen, mit denen eine Lebensgefahr oder die Gefahr eines erheblichen Schadens für die Gesundheit regelmäßig verbunden ist. Hat der Zweikampf den Tod des Gegners zur Folge, so ist die Strafe Gefängnis nicht unter einem Jahre. Ferner: „Wer jemanden zum Zweikampf herausfordert oder eine Herausforderung annimmt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Die Herausforderung und die Annahme werden straflos, wenn einer der Gegner den Zweikampf vor Beginn freiwillig aufgibt.“ Und über Anreizung zum Zweikampf: „Wer jemand dadurch, daß er ihm Verachtung bezeigt oder androht, oder in ähnlicher Weise zu einem Zweikampf mit einem anderen anreizt, wird mit Gefängnis bestraft. Ebenso wird bestraft, wer jemand öffentlich Verachtung bezeigt, weil dieser eine Herausforderung zum Zweikampf unterlassen oder nicht angenommen hat, oder wer zu bewirken sucht, daß ihm andere aus diesem Grunde öffentlich Verachtung bezeigen.“ Ob diese Entwürfe Gesetz werden, bleibt abzuwarten. Darüber wollen wir aber keinen Zweifel lassen, daß die Mitglieder des Christlichsozialen Volksdienstes das Duell verurteilen und das Verbot des Zweikampfes sowie aller Maßnahmen, die zu seiner Durchführung getroffen werden, fordern. Das Duell ist eine gesellschaftliche Rechtshilfe, die eine früher vom Staatsrecht bevorzugte Gesellschaftsschicht sich geschaffen hatte, weil sie sich der bürgerlichen, gesetzlichen Rechtshilfe für ihre Ehrensachen nicht bedienen wollte. Diesen Kreisen galt die Erledigung ihrer Ehrenhändel durch Geldstrafe oder Haft, bezw. Gefängnis nicht als ausreichend. Andererseits wollte man nicht an Gerichtsstellen erscheinen, um dem„gemeinen, Volke nicht als das zu erscheinen, was man doch nun einmal ist:„Wir sind allzumal Sünder“ usw. Sie glauben, zur Auslöschung einer Ehrenkränkung mit der Waffe Schläge austauschen oder Kugeln wechseln zu müssen. Wir wünschen, daß es für deutsche Staatsbürger nur ein Recht gibt, dem alle unterstehen. Soweit Ehrenhandel und Ehrengerichte innerhalb des Rahmens der deutschen Gesetze bleiben, also denselben nicht widersprechen, mögen sie hingehen. Etwas anderes ist es mit sportlichen Einrichtunden und Kämpfen. Wir halten die Schlägermensur der Studenten für eine Uebung, die wohl geeignet ist, Mut, erlegung und Gewandtheit des jungen Mannes zu soibern. Dieselben Ziele aber sind durch viele andere sportarten, wie sie im Turnen, Schwimmen, Ringen, Zennis, Ski, Rodeln, Rudern, Flugsport usw. geboten werden, zu erreichen. Die Mensurspielerei hört ja oft schnell auf, sobald ein baar„akademische“ Narben das Antlitz des jungen Mannes„verschönern“. Lrotzdem, es wäre ungerecht, wenn man die Studenmenfur auf eine Stufe mit dem Duell bringen wollte. Die„Deutsche Gesellschaft für Chirurgie“ legt sich in ter langen Erklärung für die Duldung der Studentenfür ins Zeug. Die Gesellschaft spricht hier in eigener 9e.— Einmal tritt sie ein für das akademische Sportblügen und zum anderen muß man zugestehen, daß „Gesellschaft für Chirurgie“ sicher bei der Beurteilung der Verletzungen zuständig ist. Sie hat recht damit, daß Nenfur eine Art Kampfsport und kein Zweipampf sei. merhin, die Studentenmensur würde recht bald der Gangenheit angehören, wenn studentische Hänseleien, beshändel usw. nicht mehr im„Kampfsport“ ausgetragen werden könnten. Recht hat die„Gesellschaft für Chirurgie“ auch in dem Vergleich zwischen der Schlägermensur und Boxen: Beied Sportarten sind in ihrem oft blutigen Ausgang brutale und rohe Kampfsportformen, die Anspruch auf Anerkennung auf Grund christlich=sittlicher Wertung nicht erwarten dürfen. Beide Sportarten sind von diesem Standpunkt aus— man denke an die oft unglaublich rohen und verrohenden Ausartungen— abzulehnen. Die christlich=soziale Politik hat dem Zweikampf als Selbsthilfsjustiz von jeher, sowohl aus sozialem Gemeinschafts= und Gerechtigkeitsgeist wie aus christlich=religiöser Ueberzeugung heraus, ablehnend gegenübergestanden. Bei der Behandlung des Etats des Reichsheeres am 22. 2. 1900 führte Abgeordneter D. Adolf Stöcker im Reichstage über den Zweikampf folgendes aus: „Meine Herren, ich muß dem Abgeordneten Freiherrn von Hodenberg beitreten, wenn er einen Geistlichen rechtfertigt, der bei dem Begräbnis eines im Duell Gefallenen die geschehene Sünde rügte. Ein Geistlicher, der das nicht täte, würde seine Pflicht versäumen. Daß er es in taktvoller Weise tut, versteht sich von selbst. Ich habe aber kein Urteil, ob es in diesem Falle geschehen ist. In der Sache aber hat der Geistliche durchaus richtig gehandelt. Er würde Tadel verdienen, wenn er von der begangenen Sünde nicht spräche. Was das Duell selber betrifft, so ist viel und oft davon geredet worden. Daß das Duell widerchristlich und wider Gottes Wort ist, versteht sich für eine prinzipielle Auffassung von selbst. Daß ein schlimmer Widerstreit darin liegt, wenn das Gesetz eine Sache unter Strafe stellt und behördliche Einrichtungen sich damit einlassen, ist gleichfalls klar. Die Schwierigkeit Regt darin, daß über das Duell Meinungen vorhanden sind, die nur gewisse Klassen beherrschen und von anderen Teilen des Volkes gar nicht verstanden werden. Nun ist es in der Tat so, daß diese Kreise im Volke an dem Duell einen schweren Anstoß nehmen, weil sie darin einen Bruch der christlichen Lebensanschauungen erblicken und glauben, daß, wenn solche Dinge toleriert werden, man keinen Ernst macht mit der christlichen Lebensanschauung. Darin liegt die ungemeine Wichtigkeit und Gefahr der Sache.“ „Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, das Duell ganz und gar in dem Bereiche des deutschen Volkes und der Armee abzuschaffen. Das wäre ein großer Sieg des Christentums über ganz unberechtigte Empfindungen.“ Die Beurteilung des Zweikampfes ist für den Christlichsozialen Volksdienst die gleiche, wie sie damals durch D. A. Stöcker erfolgte. E. Hartwig...R. Es ist kein Geheimnis mehr, daß die Freidenker unter sich keineswegs einig sind. In neuester Zeit spalten sich in zunehmendem Maße die sog.„Oppositionellen“ von der im„Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung“ zusammengeschlossenen Mehrheit ab. Der Gesamtverband, der es bei den letzten Freidenker=Urwahlen in Berlin auf 63000 Stimmen brachte, steht der Sozialdemokratie nahe, ohne sich indessen mit ihr formell zu identifizieren. Die Opposition, die durch die Veranstaltung der„Isa“ weiteren Kreisen bekannt geworden ist, vermochte bei denselben Wahlen 25500 Stimmen auf sich zu vereinigen. Beide Gruppen haben selbstverständlich ihre eigenen Pressorgane. Das Organ der Opposition ist die„Proletarische Freidenkerstimme“, das der Mehrheit„Der Freidenker“. Im einzelnen liegen die Verhältnisse in den verschiedenen Landesteilen nicht einheitlich. In manchen Gegenden ist die Trennung der Opposition von der Mehrheit auch organisatorisch bereits vollzogen; anderwärts ist der„Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung" noch immer das gemeinsame Sammelbecken für die verschiedenen Freidenkerrichtungen. Betrachtet man das Freidenkertum als eine Art im Entstehen begriffene„Konfession“, so dürfte es wohl berechtigt sein, in den Oppositionellen die„orthodoxe. Gruppe" zu sehen, in den„Sozialfaschisten“ hingegen, in den„Konkordatssozialisten“, den„Gescheitelten und Geschorenen“, wie sie von ihren kommunistischen Brüdern bezeichnet zu werden pflegen, eine mehr„liberalere“ Richtung. Besonders deutlich trat der Gegensatz zwischen den beiden Gruppen im Zusammenhang mit den Christenverfolgungen in Rußland hervor. Die gemäßigten Freidenker protestieren ebenso wie die katholische und evangelische Kirche— wenn vielleicht auch vornehmlich aus taktischen Gründen— gegen„die Aufhebung der Geistesund Gewissensfreiheit in Rußland, die wilde Terrorisierung des religiösen Lebens, die völlige Preisgabe des Toleranzgedankens auf dem Gebiete des Ideologischen und die Etablierung finstersten Gewissenszwanges" und sahen darin„den Versuch einer Minderheit, dem Mittelalter zu einer neuen Auferstehung zu verhelfen.“(Friedrich Wendel).— Eine kommunistische Stimme sagt hierzu folgendes: „Die russische Arbeiterschaft wie die internationale Arbeiterschaft wird auch in Zukunft alle Kräfte anspannen, um eine wirkliche Geistesfreiheit zu schaffen. Das ist aber nur möglich, wenn die deutsche und internationale Arbeiterschaft die russische Revolution verteidigt und selbst dazu übergeht, ihren Befreiungskampf zu organisieren. Dann werden auch Papst und Wendel zum Teufel geschickt werden, wo sie hingehören.“ Man braucht diesen beiden Stimmen kein Wort hinzuzufügen. Sie illustrieren deutlich genug die inneren Gegensätze im Freidenkerlager. Den liberalen Freidenkern wird von der Opposition bescheinigt, daß das preußische und anhaltische Konkordat„Verrat an der Arbeiterklasse sind. Dem gegenüber beschleunigen die Kommunisten das Tempo ihrer Kirchenaustrittspropaganda. Sie organisieren mit leidenschaftlicher Rührigkeit AntiKirchentage und rufen zu Demonstrationen auf. Sehr interessant ist ferner die Tatsache, daß sich die liberalen und orthodoxen Freidenker nicht nur in ihrer Dogmatik, sondern auch in ihren Kultforderungen unterscheiden. Von beiden Seiten werden Jugendweihen veranstaltet, die einen Ersatz für die christliche Konfirmationssitte darstellen sollen. Es ist bezeichnend, daß der Tenor dieser Feiern durchaus verschieden ist. Die Kommunisten wollen, daß nur solche Musik vorgetragen wird, die„bei Ernst und Tiefe das Lebensbejahende, das Kämpferische und Siegessichere unserer Klasse zum Ausdruck bringt“(das Rote Echo, Nr. 46). Sie vertreten die Ansicht, daß die meisten Jugendweihen, wie sie heute veranstaltet werden, noch eine Mischung von christlichen und einigen aufgeflickten proletarischen Elementen seien. Man müsse der Jugendweihe einen„frischen, jugendlichen und klassenkämpferischen Charakter“ geben. Vor allem müsse man sich von der Erinnerung an die christliche Einsegnung freimachen. Auf der anderen Seite begnügen sich die„liberalen“ Freidenker vorerst damit,„die jungen Menschen in feierlicher Form auf den Ernst des Lebens hinzuweisen, dem sie nun bald selbständig gegenübertreten werden". (Volksblatt Halle Nr. 70). Auch die Bekenntnisablegung wird abgelehnt. Der Gedanke der„Aufnahme in die Gemeinschaft der Erwachsenen, die eine neue Gesellschaftsordnung anstreben“, sieht zwar äußerlich so aus, als habe er manches mit der entsprechenden kommunistischen Idee gemein. Trotzdem kann nicht zweifelhaft sein, daß auch in diesem Punkte die Opposition revolutionärer und die liberale Richtung zu gewissen Kompromissen bereit ist. Lediglich einen Punkt gibt es, in dem Opposition und Mehrheit einig sind. Das ist der Kampf gegen die Kirche. Beide Richtungen fordern unablässig zum Kirchenaustritt auf. Sowohl die sozialdemokratische als auch die kommunistische Partei haben in ihren Abgeordneten fast ausschließlich Dissidenten. Bei der letzten Kommunalwahl in Berlin konnte man nur dann sozialistischer Stadtverordneter werden, wenn man seinen Kirchenaustritt vollzogen hatte. Die Ablehnung der Kirche geht sogar so weit, daß nicht einmal die religiösen Sozialisten eine Ausnahme bilden. Auch ihnen wird praktisch aufs schärfste der Kampf angesagt, obwohl das Parteiprogramm (wenigstens der Sozialdemokratie) die Frage der Konfessionszugehörigkeit zu einer Privatangelegenheit stempelt, und obwohl andererseits die religiösen Sozialisten immer wieder deutlich betonen, daß es ihnen vor allem darauf ankommt, entschieden sozialistisch zu sein. Die sozialdemokratische Presse nimmt keine absolut einheitliche Stellung ein. Sie bringt zwar gelegentlich Beiträge von religiös=sozialistischer Seite, läßt aber dabei ihre Skepsis und Abneigung sehr deutlich hervortreten. Im allgemeinen gehört es noch immer nicht zum„guten Ton“, als sozialdemokratisches Organ einem religiösen Sozialisten das Wort zu erteilen, ganz abgesehen davon, daß die Mitgliederzahl des„Bundes der religiösen Sozialisten“ in sehr kümmerlichen Grenzen geblieben ist und der Einfluß dieses Bundes innerhalb der sozialdemokratischen Partei praktisch ohne jede Bedeurung ist. Neuerdings versuchen die Freidenker, Körperschaftsrechte zu bekommen. Unterirdische Verbindungen zwischen Zentrum und Linksparteien scheinen diesem Vorhaben günstig zu sein. Anderseits wird man mit Fug und Recht auf den Artikel 137 der Reichsverfassung verweisen dürfen, der besagt, daß nur an solche Religionsgesellschaften Körperschaftsrechte verliehen werden können, die „durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten“. Ob von einer solchen„Ge Zersetzungserscheinungen, wie sie sich gegenwärtig im Freidenkerlager abspielen, mehr als fraglich. Der„Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung“ ist heute ganze 3 Jahre alt und schon jetzt ist er in der Auflösung begriffen. Wer will die Garantie übernehmen, daß die liberalen Orthodoxen sich nicht schon morgen abermals unterteilen werden? Es ist mehr als wahrscheinlich, daß sich zu der Orthodoxie und der liberalen Richtung eine Mittelpartei gesellt, und es ist zumindest möglich, daß die Orthodoxie ihrerseits in verschiedene Gruppen auseinanderbricht. Die Christenheit aber tut gut, all diesen verschiedenen Gruppen gegenüber auf der Hut zu sein und sich zu einer festen und lebendigen Front zusammenzuschließen, um auf alle Möglichkeiten gefaßt zu sein! Grundbesitz und Volksernährung. Eine Erwiderung an Herrn Dr. Stieger, Bevensen. Von Dr. jur. und Dr. scient. polit. Ludwig D. Pesl. Professor der Staatswissenschaften, Universität Würzburg. Herr Dr. Stieger hat mein im Verlage von Georg Stilke, Berlin, erschienenes Buch„Grundbesitz und Volksernährung" teils lobend, teils tadelnd in Nr. 87 der„Beilage des Aufwärts“ beurteilt; im folgenden habe ich zu seinen Beanstandungen zu erklären: 1. Richtig ist, daß unser zum Teil auf ungesunder Kreditgewährung beruhendes Wirtschaftsleben ein Scheinleben ist, was auch unsere Volkswirtschaftler wissen, ohne unter den Anschauungen des Materialismus, Monismus oder Marxismus zu stehen, wenigstens glaube ich mich selbst unabhängig von diesen Anschauungen und glaube mir allen Wirtschaftsfragen gegenüber ein nüchternes Urteil bewahrt zu haben, ohne mich von vorgefaßten Meinungen leiten zu lassen. 2. Die zahlreichen von mir in ganz Deutschland besichtigten Fideikommiß= und sonstigen Großgüter waren mit wenigen Ausnahmen gut bewirtschaftet. Wenn ich den Ausdruck„musterhaft“ gebrauchte, so habe ich damit nichts anderes sagen wollen, als daß man mit der Bewirtschaftung sehr zufrieden sein kann, selbst wenn im einzelnen Falle noch eine gesteigerte Intensivierung möglich wäre. Die eigentlichen„Mustergüter" im technischen Sinne pflegen sich erfahrungsgemäß nicht zu rentieren, weil bei diesen Höchstleistungen ohne Rücksicht auf die beste Rentabilität angestrebt werden, weshalb viele solcher„Mustergüter“ im Besitz von öffentlich=rechtlichen Körperschaften sind. Zu beachten ist allerdings auch, daß das„Gesetz vom abnehmenden Bodenertrag“ eine wichtige Rolle spielt, man wird also praktisch nur bis zu einer bestimmten Grenze Meliorationen vornehmen, ohne daß man deshalb solche Güter als nicht musterhaft bewirtschaftet bezeichnet werden kann. 3. Ich habe nicht so„getan“, als ob man den durchschnittlichen Milchertrag ohne weiteres verdoppeln könnte, wohl aber, daß eine solche Steigerung ohne besondere Mühe und Kosten zu erreichen wäre. Bei der jctzigen Durchschnittsleistung von 1800 Liter Milch pro Kuh trifft auf den Tag nur eine Menge von 5 Liter; es wird kein Landwirt behaupten, daß 5 Liter schon eine gute Leistung darstellen, wobei sehr zu berücksichtigen ist, daß es sich um Durchschnitte handelt. Daraus folgert, daß „Neuzeit und Haushalt“. Hausfrauenausstellung in Kassel. Es gehört eine gute Dosis Optimismus dazu, eine solche Ausstellung in größerem Rahmen zu wagen. Ist doch„Haushalten“ schwerer denn je in der„Neuzeit", so daß schon in den zwei Worten ein Gegensatz liegt. Sooft Haushalten das Sich=bescheiden mit dem Alten und Neuzeit das Anschaffen neuer Dinge bedeutet, tritt dieser Gegensatz zutage und wirkt sich unmittelbar auf die Lebensführung aus: Wo man aus Geldmangel mit dem Alten vorlieb nehmen muß, wird die Wirtschaft oft rückständig; und wo durch Wohnungs= oder Arbeitsverhältnisse gezwungen, der Haushalt sich neuzeitlich einrichten muß, ist die Endwirkung oft ebenso materielle und finanzielle Belastung. Beides wirkt sich hemmend, wenn nicht zerstörend aufs Familienleben aus; das eine mehr auf dem Lande, wo die neuzeitlichen Arbeitshilfsmittel aus Geldmangel nicht genügend zur Arbeitserleichterung der Hausfrau eingesetzt werden können, das andere mehr in der Stadt, wo die Ausnützung aller erdenklichen Fortschritte gar zu leicht Verschuldung, Ablenkung der Hausfrau von ihren höchsten Aufgaben und damit ebenso Gefährdung des Familienlebens bedeutet, nachdem es an sich schon viel schwerer im innersten Sinn aufrecht erhalten werden kann. So klang im Unterton durch die ganze Veranstaltung der Ruf vieler sorgengequälter Hausfrauen: Wer hilft uns aus unserer Ueberlastung und aus der Fruchtlosigkeit unserer Arbeit wieder zur Kraft, auch die innersten Aufgaben als Mutter und Weib zu erfüllen? Im Mittelpunkt der Tagung gab Frau v. d. Malsburg am Landfrauentag diesem Gedanken folgenden Ausdruck:„Das Verhältnis der Arbeitsmenge zu den Arbeitsbewältigungsmitteln ist vielfach ein sehr schiefes geworden. Die Folge ist eine Störung der Harmonie im Gesamthaushalt. Dieser Haushalt ist eben nicht nur, wie man das im Lexikon erklärt findet,„unter Hauswirtschaft“ unterzuordnen, sondern ist der Hauptbegriff, in dem die Hauswirtschaft nur einen Teil bedeutet, nämlich den Teil, der sich mit der dinglichen Einrichtung und Durchführung befaßt.“ Und weil eben diese Hauswirtschaft auf dem Lande zu viel, in der Stadt manchmal zu wenig, die Hausfrau beansprucht, darum fehlt die Harmonie im Gesamthaushalt. Millionen Kühe weit weniger als 5 Liter Milch geben, sonst könnte diese Leistung nicht so gering sein, auch wenn man die Zeiten berücksichtigt, in denen die Kühe keine Milch geben oder die Milch für die Kälber brauchen. Ich gebe aber zu, daß eine solche Steigerung gar nicht notwendig ist; denn die Gesamterzeugung an Milch, an Trinkmilch, Butter und Käse beträgt rund 18,7 Milliarden Liter, während zur völligen Deckung des Bedarfs 22,3 Milliarden Liter erforderlich wären. Da eine Steigerung der Produktion nur bei den Milchkühen und nicht bei den Kühen, die zur Milch= und Arbeitsleistung dienen, möglich erscheint, so müßte die Tagesleistung der vorhandenen rund 7 Millionen Milchkühe um etwa 1½ Liter täglich erhöht werden.„Ein Teil dieses Ergebnisses könnte innerhalb eines Jahres erzielt werden, wenn jeder Landwirt der besseren Pflege und Fütterung seiner Kühe die erforderliche größere Aufmerksamkeit zuwenden würde"(„Die Erzeugungs= und Absatzverhältnisse der deutschen Vieh= und Milchwirtschaft". Bericht einer amerikanischen Studienkommission. Berlin 1929, S. 82). 4. Ich habe nicht bestritten, daß der mittlere und Kleinbauer, vielleicht auch der Siedler, Getreide auf den Markt bringen, aber darum handelte es sich für mich nicht, sondern um die Tatsache, daß mit der Beseitigung jedes großen Getreidegutes ein Fehlbetrag an Getreide entsteht, der doch nicht dadurch ausgeglichen wird, wenn auf dem Boden eines Großgutes z. B. Hundert Bauern oder Siedler angesiedelt werden, weil diese doch in erster Reihe Viehhaltung haben; ich kenne keine Bauerngüter, die bloß Getreide produzieren und sonst nichts. 5. Ich habe auch nicht bestritten, daß das Buch von Aeroboe viel Gutes und Richtiges enthält; aber ich sehe, daß er sich häufig widerspricht; so fordert er an der einen Stelle seines Buches die Beseitigung aller Großgüter, an einer anderen Stelle erklärt er, Großgüter in einem beschränkten Umfange zuzulassen. Mir war es natürlich, soweit ich mich mit Aeroboe auseinandersetzte, darum zu tun, das Falsche und Unzutreffende hervorzuheben. Dem, was richtig ist, habe ich nichts hinzuzusetzen. Ich bestreite, in landwirtschaftlich=fachlichen Dingen Aeroboe gegenüber in einen überlegen belehrenden Ton verfallen zu sein, da ich seine zahlreichen Arbeiten auf diesem Gebiete wohl kenne und ich mir jederzeit bewußt bin, Nationalökonom, aber nicht„Oekonom“ zu sein wenn ich mich auch mit der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaftslehre beschäftigt habe, wodurch man noch lange kein Landwirt wird. 6. Den Satz:„daß der Großgrundbesitz weit intensiver wirtschaftet und mehr Erträgnisse von der gleichen Bodenfläche gewinnt als der Kleinsiedler oder auch als regelmäßig der Bauer“, halte ich auf Grund meiner Erfahrungen und Beobachtungen aufrecht. Daß der Bauer in manchen Fällen ebensoviel oder mehr von der gleichen Bodenfläche gewinnt, habe ich anerkannt und deshalb das Wort „regelmäßig, dazu gesetzt. Aber immer meine ich selbstverständlich die Gewinnung der gleichen Bodenfrucht von gleicher Bodenfläche und vom Boden gleicher physikalischer und klimatischer Beschaffenheit. 7. Sehr scharf erhebt Herr Dr. Stieger Widerspruch gegen meinen Satz, daß nirgendwo produktiv bewirtschafteter Großgrundbesitz auch nur angetastet werden dürfe; denn, meint Herr Dr. Stieger. an der Ostgrenze müsse eine dichtere deutsche Bauernbevölkerung geschaffen werden und da würden einzelne Großbetriebe weichen müssen, auch wenn sie gut bewirtschaftet seien.— Theoretisch In diesem Gedanken, die Harmonie wiederherzustellen, vereinigen sich alle aufbauenden Bestrebungen der Hausfrauenvereinigungen wie der Industrie und des Gewerbes, und unter diesem Gesichtspunkt war eine Ausstellung wie diese mit gesicherter Aussicht auf Erfolg durchführbar. Wie sollten Frauen vom Lande an arbeits= und materialsparenden Neuerungen wie nichtrostendem Geschirr, Eschebachküche, Fruko=Dampftopf, feuerfesten Kochgeschirren, durchsichtigen Behältern für Mehle, Gries und Zucker usw. im Küchenschrank, an zweckmäßig angeordneten und gebauten Wohn=Räumen vorübergehen können, ohne den Wunsch, sich diese Fortschritte zunutze zu machen? Nicht weniger Interesse fanden die Stände der ländlichen Hausfrauen, auf denen einfache und billigste Nahrungsmittel mit zugleich höchstem Nährwert ausgestellt waren: Plätzchen aus Quark, Roggenbrötchen und Roggenkuchen, Kartoffelgebäcke und Speisen jeder Art—, sie alle hatten leider einen mehr oder minder ungünstigen Platz in der Ausstellung und erzielten durch die getrennte Anordnung in den vielen Räumen und Treppen keine eindrucksvolle Wirkung, aber haben doch wohl manchem gezeigt, wie aus wenig viel gemacht werden kann, wenn man das„wie“ kennt. Für die hastende Hausfrau stellten viele Nahrungsmittelfabriken ihre Erzeugnisse aus, die es erlauben, auch in kürzester Zeit ein schmackhaftes Mahl zu bereiten. Manchen neidischen Blick konnte man beobachten, als der Verein für deutsche Frauenkultur entzückende Kleider durch einige kunstfreudige Mädchen zeigte. Anpassung an den Verwendungszweck, gesundheitlich einwandfrei und schlicht! sind Ziele, die jeder unterstützen kann; sie waren an einer Reihe Kleider mustergültig erreicht. Ganz besonders schön wäre es, wenn der Wunsch vieler deutscher Frauen in Erfüllung ginge, daß arbeitsfreie Wintermonate recht ausgiebig von denen, die Zeit dazu haben, zum Selbstweben ausgenützt würden. Viele handgewebte Kleider waren in dieser Richtung die beste Werbung. Zwei Mängel haben die Wirkung der Ausstellung merklich gehemmt: Die Unterbringung in zum Teil dunklen und ungünstigen Räumen und die fehlende Klarheit einer Einteilung. Vielleicht haben wirtschaftliche Gründe mitgesprochen oder die Raumfrage, daß man nicht klar in Wohnung, Nahrung, Kleidung und hauswirtschaftliche Bildungsfragen getrennt hat. Wünschenswert erscheint ist diese Forderung durchaus begründet und er muß tot. sachlich alles getan werden, um die Ostmarken zu erbaf. ten. Nur sollte Herr Dr. Stieger auch sagen, wie man das macht. Ich habe in meinem Buche hervorgehoben daß allein in den Jahren von 1910 bis 1925 nicht weni. ger als 135.000 Menschen aus Ostpreußen abgewandert sind, daß in bloß drei Jahren— von 1925 bis 1927/28.— in Ostpreußen allein 475 landwirtschaftliche Anwesen mit insgesamt über 100000 Morgen zwangsweise versteigert wurden: wo soll man da mit dem großzügigen Siedeln beginnen? Wäre es nicht schon ein großes Verdieng wenn man diese durch die Zwangsversteigerugg vertriebenen Besitzer erhalten hätte? Dabei hat di Abwanderung noch weiter zugenommen wie auch die Zahl der Zwangsversteigerungen. In ganz Preußen wurden in den letzten fünfundzwanzig Jahren vor Kriegsausbruch rund 40000 Siedlungen(Rentengüter) geschaffen, gewiß eine große Leistung, aber was be, deuten diese gegenüber der Zahl der Abgewandertene Wenn schon die jetzigen Betriebe in Ostpreußen nicht eristieren können, wie sollen die Neusiedler bestehen können? Die Hauptschuld an dieser verderblichen Lage der ostpreußischen Landwirtschaft tragen verschiedene Umstände, vor allem der sogenannte polnische Korridor, die dadurch noch verstärkte Unrentabilität der Güter, die augemeine sonstige Landflucht, die nicht aufzuhalten ist, solange nicht die Zuwanderungen in die Städte verboten werden und noch manches andere. Herr Dr. Stieger bringt ja selbst ein bezeichnendes Beispiel für die Erhaltung des deutschen Besitzes in Ostpreußen. Ich selbst würde einen Weg zur Lösung nur darin sehen, daß innerhalb weniger Jahre einige Zehntausende von Neusiedlungen geschaffen werden und zwar nicht über die ganze Provinz zerstreut, sondern in großen Gruppensiedlungen. damit auf dem Wege der Genossenschaftsbildung ein Absatz einigermaßen gesichert ist. Doch würde die Erörterung dieser Frage hier zu weit führen. Nur ist zu bemerken, daß eine großzügige Siedlung von nur 10 000 Stellen rund 200 Millionen RMk. kosten würde; aber mit 10.000 Stellen ist nichts erreicht, es müßten mindestens 50000 sein oder mehr. Die Gelder hierfür stehen nicht zur Verfügung. Aehnlich ist es in den übrigen Grenzgebieten, so in Schlesien und in der bayerischen Oberpfalz, wobei am 8. Mai der preußische Ministerpräsident den bayerischen Wunsch nach einer Hilfe für die östlichen Grenzbezirke als grotesk bezeichnete(nach Pressemeldungen). 8. Herr Dr. Stieger sieht einen großen Widerspruch darin, daß ich von Uebervölkerung von 20 Millionen spreche und an anderer Stelle von Millionen Hektaren Unlandes. Das ist kein Widerspruch, weil wir diese Unlandflächen nur mit ungeheuren Geldmitteln in Kulturland verwandeln können, was außerdem die Arbeit von Jahrzehnten bedeuten würde. Wenn es so weitergeht, dann werden von Jahr zu Jahr immer mehr Landwirte nach überseeischen Ländern auswandern. Warum wandern gerade Bauern aus allen Teilen des Reiches aus? Weil die Landwirtschaft sich nicht rentiert und die Bauern lieber in ein Land gehen, wo ihnen ihre Arbeit auch entsprechend entlohnt wird, d. h. wo ihnen die Früchte ihrer Arbeit verbleiben, was bei uns nicht der Fall ist. 9. Herr Dr. Stieger stimmt Aeroboe zu, daß manche Wälder abgeholzt werden, um Boden für die Landwirtschaft zu gewinnen. Hierzu bemerke ich bloß, was ich bereits sagte, daß wir bald landwirtschaftlichen Boden genug haben, wenn die Ab= und Auswanderungen in der mir eine solche Einteilung. Auf den größeren Ausstellungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hat sie sich in entsprechender Abwandlung seit langem bewährt. So konnte auch die beabsichtigte Werbung für die vielen, alten Hausrezepte in Roggengebäcken, Kartoffel= und Milchspeisen leider nicht voll zur Wirkung kommen. Und wenn auch Frau v. d. Malsburg vor fast 2000 Frauen, Männern und Mädchen ermahnte, auf dem Lande die Erzeugung von vornherein auf den Absatz an den Städter einzustellen durch Sortierung und rechte Behandlung der Ware, und auf der anderen Seite von der städtischen Hausfrau verlangte, sich auf gute und billige deutsche Kos zu besinnen,— viele Landfrauen und Landwirte haben den Eindruck mit nach Haus genommen: in der Werbung für unsere Waren ist nur ein ganz schwacher, kleine Anfang gemacht. Hoffentlich kann der Erfolg der besamtausstellung helfen, beim nächsten Mal den Mang weiter zu bekämpfen. Stürmischen Beifall ernteten die gewandten Schule“ rinnen der Dunkelschen Tanzschule. Es wird manch Frau vom Lande wie mir gegangen sein, daß gpozi Leistungen von Kindern und heranwachsenzen, ung# noch nicht gesehen hat. Könnte solche Körperschutu.*0h überall wenigstens im Grundgedanken erstrebt und bei wirklicht werden! Die Form der Darbietungen hat nicht jeden voll befriedigt.„ des Alles in allem können wir mit der Vorsitzenden Verbandes ländlicher Hausfrauenvereine Kurhessens“ (nun auch) Waldecks wünschen, daß der feste Zusamm schluß erreicht wird„zur Lösung der Schicksalsfrage: können wir die Arbeitsmängel beseitigen, ohne das d milienleben zu zerstören? Möchte die Quelle der## von oben, nach der wir Landfrauen uns sooft umsehen wenn auf menschlicher Seite alle Tore verschlossen i0, uns immer immer wieder fließen! So i“ ich unserer Arbeit auch heute wieder,„ einen Gedanken zugrunde legen: unser Ise die Freiheit vom Joch der Feinde und.g un, Lasten— aus eigener Kraft! Aber wir wissen, 000 sere Kraft nicht reichen wird angesichts der Große Aufgabe ohne den Herrgott, von dem wir auch son Segen für unsere Landfrauenarbeit erwarten.,ra stelle ich über den Tag mit dem Streben der#ts nach Freiheit von ihren vielen Lasten den „Gott, mach uns frei!“ K. Strecker, Fritzlat. bisherigen Weist daß Freiherr zörderung der in für Siedlungen 10. Herr Dr. ich die Kuhanspo daß es als Zug und Sp schaftlich läßt es Million Kühe al ist die Kuhanspat Dem Schlußst und ganz zu:# serem Staatslebe rung unseres Be kann!" Das kan ich die Landwirt lage eines Staat rung der Landn die aber deshal braucht. Aber ick Standpunkte: B. man dafür, daß lichen Betriebe Wenn ein Dorf nicht Holz und das doch auch m man das Dorf zugrunde geht, bleiben. 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Ich habe auch erwähnt. uas Freiherr von Gayl, der Leiter der Gesellschaft zur Liederung der inneren Kolonisation, erklärte, daß Boden für Siedlungen genug vorhanden ist. /10 Herr Dr. Stieger stimmt mir auch nicht zu, wenn ich die Kuhanspannung ungünstig beurteite. Ich gebe zu ####s schwer ist, den kleineren Besitzern andere Tiere s Zug und Spanntiere zu verschaffen; aber volkswirtchaftlich läßt es sich nicht rechtfertigen, daß über eine willion Kühe als Zugtiere verwendet werden; jedenfalls u die Kuhanspannung ein— leider notwendiges— übel. dem Schlußsatze Herrn Dr. Stiegers stimme ich voll und ganz zu:„Möchten nur bald die Verhältnisse in unarem Staatsleben sich so ordnen, daß endlich die VermehLung unseres Bauernstandes kraftvoll angepackt werden hann!“ Das kann niemand mehr wünschen als ich, der ich die Landwirtschaft als die erste und wichtigste Grundage eines Staates betrachte. Die Erhaltung und Fördezung der Landwirtschaft ist wichtiger als die Industrie, zie aber deshalb nicht etwa vernachlässigt zu werden traucht. Aber ich stehe in der ganzen Agrarfrage auf dem Standpunkte: Bevor man neue Siedlungen schafft, sorge man dafür, daß die bereits vorhandenen landwirtschaftsichen Betriebe erhalten und rentabel gestaltet werden. Renn ein Dorf in Flammen steht, pflegt man doch auch nicht Holz und sonstiges Baumaterial herbeizuschleppen, das doch auch mitverbrennen würde, sondern zuvor sucht man das Dorf zu retten. Wenn unsere Landwirtschaft ugrunde geht, werden die Neusiedlungen nicht erhalten hleiben. Besitzfestigungen sind heute wichtiger als Neusiedlungen, wenn die Bauernbetriebe zu 80 v. H. keine leberschüsse mehr abwerfen, dann ist es unwahrscheinlich, daß die Siedlungen mehr Erfolg haben.— Das Reform=Gutachten. Beitragserhöhung auf 4 Prozent.— Fortfall der Jugendlichen=Unterstützung.— Einsparungen bei den oberen Lohnklassen. Abgesehen von der Verabschiedung des Reichshaushaltsplanes für das laufende Jahr muß der Reichstag, der am Donnerstag seine Verhandlungen wieder aufnahm, in den nächsten Wochen auch in der schwierigen Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung eine Entscheidung fällen. Den Ausgangspunkt der zu diesem Zweck zu führenden Verhandlungen bildet ein von dem Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge erstattetes Gutachten. Nach diesem Gutachten, das im einzelnen mit wechselnden Mehrheiten und zuweilen gegen eine sehr große Minderheit der Arbeitgeber= oder Gewerkschaftsvertreter in der Reichsanstalt abgefaßt worden ist, ist für 1930 mit einem Durchschnittssatz von 1 500 000 Arbeitslosen zu rechnen.— Als man die Arbeitslosenversicherung einführte, rechnete man noch mit 800 000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt! Angesichts dieser schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt würden die Ausgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge 1930, wenn alles beim alten bleibt, um 335 Mill. M. die Einnahmen übersteigen. Da nun aber derjenige, der etwas ausgeben will, zuvor etwas besitzen muß, handelt es sich jetzt darum, entweder die Ausgaben um 335 Millionen Mark zu senken oder die Einnahmen um einen entsprechenden Betrag zu erhöhen. Der Vorstand der Reichsanstalt empfiehlt in seinem Gutachten beide Maßnahmen, also sowohl die Drosselung der Ausgaben als auch die Erhöhung der Einnahmen. Die von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufzubringenden Beiträge sollen danach von gegenwärtig 3½ auf 4% in Notzeiten erhöht werden. Bei der Drosselung der Ausgaben soll die gößte„Verminderung durch die Senkung der Fauptunrerstützung für die fünf oberen Lohnklassen auf die geltenden Sätze der Krisenunterstützung erzielt werden. Die Senkung soll jedoch nur insoweit erfolgen, als diese Arbeitslosen kein volles ihr beschäftigt worden sind. Die Familienzuschläge sonlen nicht vermindert werden. Zwölf Millionen Mark sollen serner dadurch eingespart werden, daß während der Jahre, in denen sich der Geburtenausfall der Kriegsjahre auf dem Arbeitsmarkt auswirkt, Jugendliche bis zu 17 Jahren Eeine Arbeitslosenunterstützung erhalten. Gleichzeitig vonl für diese Zeit der Bezug der Arbeitslosenuntersutzung mit dem 65. Lebensjahre erlöschen, weil für diese Kreise dann ja der Rentenbezug aus der Sozialversicherung einsetzt. Nach den Statistiken der Reichsanstalt sind bisher im Jahresdurchschnitt etwa scht Millionen Mark für Arbeitslosenunterstützungen m Personen über 65 Jahre ausgegeben worden. Weitere Anregungen betreffen die Einbeziehung landlichen Dienstpersonals in die Arbeitslosenverscherung, soweit es sich nicht um Jahresverträge hanvelt, die Versicherungsfreiheit für geringfügige Beattzuugen, das Verhältnis zur gemeindlichen Aresursorge, die Dauer des Bezuges von Arbeitsgeis enunterstützung nach vorhergehendem Bezug der i enunterstützung, auch die Senkung der Arbeitsund stützung bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit enderloser Ehegatten. Zur Krisenunterstützung nelt der Vorstand die Uebernahme des GeI ünftels auf das Reich für geboten. hafte 3125“ sprach er sich im Hinblick auf die krisen# Arbeitsmarktlage für eine Ausdehnung der zenunterstützung aus. bersich Gesamtsumme, die damit für die Arbeitsderanschlags gewonnen wird, wird auf 260 Mill. M. 75 mig'ägt, so daß also auch in diesem Falle noch für vill. M. Deckung beschafft werden müßte. a# Lelbsiverständlich handelt es sich bei diesen VorKabix Reichsanstalt um Anregungen, die das essen kann Reichstag beachten oder unbeachtet Zunächst wird sich das Kabinett mit befassen, um sich darüber schlüssig zu Punkte daraus es für das von ihm besteig Programm zur Sanierung der Arlungen Meksicherung übernehmen will. Die Verhanden werven sich sehr schwierig gestalten. Swiscken zwei Fionten. Die Besprechung Briand—Turtius ergebnislos. dazu erklären:„Nach Ihnen, meine ginnen wir damit, indem wir zunächst chen Rüstungen nachprüfen. rren! Be re militärtGenf. 15. Mai. Der französische Außenminister Briand suchte am Donnerstag nachmittag Dr. Curtius im Hotel „Metropole“ zu einem Gegenbesuch auf. Ein praktisches Ergebnis ist jedoch in dieser Besprechung, wie mitgeteilt wird, nicht erzielt worden. Ueber die Räumung, wie sie in der Haager Abmachung zum 30. Juni festgelegt worden ist, ist jedoch als solche nicht gesprochen worden, da man auf deutscher Seite die endgültige Räumung als eine selbstverständliche, nicht weiter zu erörternde Frage ansieht. Italien. Das deutsch=italienische Verhältnis — Genf. 15. Mai. Ueber die Aussprache, die Curtius am Mittwoch abend mit Grandi hatte, wird nunmehr mitgeteilt, daß in dieser Unterredung die gesamten europäischen Probleme und insbesondere die grundsätzliche Haltung in der Völkerbundspolitik zwischen den beiden Außenministern behandelt worden seien. Auf deutscher Seite gibt man der Befriedigung über den Verlauf dieser sehr offenen Aussprache Ausdruck und hebt hervor, daß hierbei auch die großen gemeinsamen Interessen zwischen den beiden Ländern festgestellt worden seien. Es wird ferner betont, daß die Aussprache bei beiden Teilen einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen habe. Auch auf italienischer Seite zeigte man sich mit dem Ergebnis dieser Unterredung voll befriedigt und weist auf die Gemeinsamkeit der deutsch=italienischen Interessen auf ver schiedenen Gebieten der europäischen Politik und insbesondere in den grundsätzlichen Fragen der Völkerbundspolitik, insbesondere in den Abrüstungs= und Sicherheitsfragen hin. Poincaré hetzt wieder. „Keine Veranlassung zur Kapitulation in der Soarsegge: — Paris, 16. Mai. Der frühere französische Ministerpräsident Poincaré veröffentlicht einen gehässigen Artikel gegen Deutschland, in dem er schreibt, in der Saarfrage wolle Deutfchland alle Vorteile für sich einstecken, aber Frankreich„habe keine Veranlassung, in der Saarfrage zu kapitulieren. Die Bevölkerung müsse 1935 abstimmen.“ Ferner beschäftigt sich Poincaré mit den auswärtigen Beziehungen Deutschlands und meint dabei, die deutschen Beziehungen zu Rußland seien verdächtig. Die russischen Fabriken scheinen Kriegsmaterial für Deutschland herzustellen. Wenn nun Deutschland die allgemeine Abrüstung verlange, dann müsse Frankreich Auch Minderheitenbeschwerde vertagt. Unter Protest Deutschlands.— Curtius fordert Beschleunigung der Abrüstung. Der Völkerbundsrat erledigte in rascher Aufeinanderfolge die Restfragen seiner Mai=Tagesordnung. Bei der Erörterung des Tätigkeitsberichtes des Sicherheitsausschusses nahm Reichsaußenminister Dr. Curtius Gelegenheit, angesichts des nichtbefriedigenden Ergebnisses der bisherigen Abrüstungs,arbeit“ einen Appell an die Mächte zu richten, im Interesse brauchbarer Vorschläge für die Organisierung des Friedens vermehrte Anstrengungen zu machen. Die vom Sicherheitsausschuß entworfenen Verträge werden im September die Vollversammlung des Bundes beschäftigen. der Beschwerde der deutschen Kassenärzte in Ostoberschlesien über ihre Entlassung auf Grund nichtbestandener Prüfungen in der polnischen Sprache machte ein Japaner als Berichterstatter den Vorschlag, die Beschwerde zu vertagen, um zunächst ein neues Gutachten einzufordern. Reichsaußenminister Dr. Curtius protestierte gegen diese erneute Verschleppung einer zur Entscheidung längst reifen Frage und verwies darauf, daß Polen sich geweigert hat, der Entscheidung des Präsidenten der Schiedsgerichtskommission, Calonder, die Kassenärzte wieder einzustellen und sie einer neuen, nicht künstlich erschwerten Sprachprüfung zu unterziehen, nachzukommen. Der Völkerbundsrat beschloß trotzdem die Zurückstellung der Beschwerden bis September. Reichsaußenminister Dr. Curtius ersuchte den Rat, wenigstens die polnische Regierung zur Beschleunigung ihrer etwas langwierigen„Untersuchungen“ zu veranlassen, sowie ferner dafür Sorge zu tragen, daß den Ratsmitgliedern in Zukunft das gesamte Material vorgelegt wird. Schlußsitzung des Rates. Die Maitagung des Völkerbundrates wurde nunmehr mit einer Geheimsitzung beendet. Wie verlautet, machte der englische Außenminister Henderson in dieser Sitzung Mitteilungen über die Zusammensetzung des Ausschusses, den die englische Regierung zur Regelung der Klagemauer=Angelegenheit nach Palästina entsenden wird. Die nächste Ratstagung findet am 5. September statt; die Vollversammlung des Völkerbundes am 10. September. Reichsaußenminister Dr. Curtius wird noch im Laufe des heutigen Tages die Rückreise nach Berlin antreten. Jeppelinhalle verschleudert. Für 2500 M. von der Besatzungsbehörde.— Abbruch beginnt am 15. Juni. — Trier, 16. Mai. Auf Anordnung der Besatzungsbehörde wurden in Trier die große Zeppelinhalle und ein ansehnlicher Flugzeugschuppen versteigert. Das Auswärtige Amt hatte rechtzeitig gegen den Verkauf dieser Anlagen auf Abbruch Einspruch erhoben, weil die Zeppelinhalle für die deutsche Zivilluftfahrt verwendungsfähig war, doch hat sich die französische Regierung darüber hinweggesetzt. Bei der Versteigerung gaben die anwesenden dentschen und luxemburgischen Firmen kein Gebot ab. Der Zuschlag wurde der elsässischen Firma Max in Mühlhausen erteilt. Der Kaufpreis für die Zeppelinhalle, die einen Reatwert von etwa eineinhalb Millionen Mark hatte, betrug nur 15 000 französische Franken— d. f. etwa 2500 Mark! Die Flugzeughalle, deren Wert 200 000 M. betrug, wurde für rund 1600 M. verkauft. Der Abbruch der Hallen muß am 15. Juni beginnen. Die Landwirtschaft wird von der Verdoppelung der Grundsteuer nicht betroffen, da das Gesetz nur auf städtischen Grundbesitz Anwendung findet. Neuregelung der Krankenversicherung. Vorbereitungen im Arbeitsministerium.— Beschlüsse des Haushaltsausschusses. — Berlin, 16. Mai. Der Haushaltsausschuß des Reichstags führte die Beratung des Etats des Reichsarbeitsministeriums zum Abschluß. Minister Stegerwald kündigte eine Ausdehnung der Unfallversicherung auf neue Berufsgruppen an. Ferner sei das Ministerium mit Vorbereitungen für eine Neuregelung der Krankenkassenversicherung beschäftigt. Bei der Reichsknappschaftsversicherung werde zurzeit die Beseitigung der Doppelversicherungen erwogen. Bei den Abstimmungen wurde eine Entschließung angenommen, die Material über den Ausbau der Invalidenversicherung anfordert. Der Ansatz für Unterstützungen an Empfänger von Werkspensionen wurde von drei auf 3½ Mill. Mark erhöht. Verdoppelung der Grundsteuer. In Preußen ab 1. Juni.— Der Gesetzentwurs dem Landtag zugegangen. — Berlin, 16. Mai. Dem Preußischen Landtag ist nunmehr der Gesetzentwurf über die Verdoppelung der Grundsteuer zugegangen. Inkrafttreten soll der Gesetzentwurf— sofern ihm das Plenum zustimmt— am 1. Juni 1930. Der Mehrertrag aus dem Steueraufkommen soll zur Deckung des Haushaltsfehlbetrags in Höhe von 110 Mill. M. verwendet werden. Soweit die Grundstücke von dem Steuerschuldner zu eigenen Wohn= oder gewerblichen Zwecken benutzt werden, wird der erhöhte Zuschlag bei Wohnräumen bis zur Höhe von 4 v. H. des Jahresfriedensmietwertes von 600 in den Orten der Sonderklasse und der Ortsklasse A bzw. 300 Mark in der Ortsklasse D nicht erhoben. Gleichfalls nicht erhoben wird der erhöhte Zuschlag bei gewerblichen Räumen bis zur Höhe von 4 v. H. des Jahresfriedensmietwertes von 2400 M. in den Orten der Sonderklasse und der Ortsklasse A und 1200 Mark in der Ortsklasse D. Die Klasseneinteilung bestimmt sich nach dem Ortsklassenverzeichnis für die Gewährung von Wohnungsgeldzuschlägen an die Reichsbeamten. In den weiteren Bestimmungen wied festgelegt, daß die erhöhten Staatszuschläge zu erlassen sind, wenn Mieträume ohne Verschulden des Steuerschuldners leer sehen. Die Freilassungsbestimmungen sind ferner noch anzuwenden für die nach vem 31. März 1924 fertiggestellten Wohnungsneubauten für die Dauer von fünf Zebren. Osthilfegesetz vom Kabinett verabschiedet. — Berlin, 16. Mai. Das Reichskabinett hielt unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Brüning eine neue Kabinettssitzung ab und beendete die Beratung des Entwurfs eines Gesetzes über Hilfsmaßnahmen für die notleeidenden Gebiete des Ostens. An der Sitzung nahmen Vertreter des preußischen Staatsministeriums, der Reichsbank, der Preußenkasse und der Rentenbankkreditanstalt teil. Das Osthilfegesetz geht nunmehr unverzüglich den gesetzgebenKörperschaften zu. :: Starker Ausfuhrrückgang. Der deutsche Außenhandel weist im April wieder einen Ausfuhrüberschuß und zwar in Höhe von 88,5 Mill. M. aus, während im März ein Aktivsaldo von rund 170 Mill. M. erzielt worden war. Der Export von Fertigwaren ist um fast 100 Mill. M. gesunken. Auf der anderen Seite haben die Rohstoffeindeckungen der Industrie einen Tiefstand erreicht, der vielleicht zum Teil auf ungenügenden Zustrom von Auslandskapital, zum Teil wohl aber auch auf hohe Läger oder niedrige Bedarfsschätzungen, also geringe Konsunkturhoffnungen, schlieben läßt. Sieben=Stunden=Schicht im Bergbau abgelehnt. — Berlin, 16. Mai. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags lehnte einen kommunistischen Antrag auf Einführung der Sieben=Stunden=Schicht im Bergbau mit großer Mehrheit ab. : Auf der britischen Marinewerft von Chatham wurde ein neues,„Regenbogen" benanntes Unterseeboot vom Stapel gelosten. Zersetzungserscheinungen, wie sie sich gegenwärtig im Freidenkerlager abspielen, mehr als fraglich. Der„Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung“ ist heute ganze 3 Jahre alt und schon jetzt ist er in der Auflösung begriffen. Wer will die Garantie übernehmen, daß die liberalen Orthodoxen sich nicht schon morgen abermals unterteilen werden? Es ist mehr als wahrscheinlich, daß sich zu der Orthodoxie und der liberalen Richtung eine Mittelpartei gesellt, und es ist zumindest möglich, daß die Orthodoxie ihrerseits in verschiedene Gruppen auseinanderbricht. Die Christenheit aber tut gut, all diesen verschiedenen Gruppen gegenüber auf der Hut zu sein und sich zu einer festen und lebendigen Front zusammenzuschließen, um auf alle Möglichkeiten gefaßt zu sein! Grundbesitz und Volksernährung. Eine Erwiderung an Herrn Dr. Stieger, Bevensen. Von Dr. jur. und Dr. scient. polit. Ludwig D. Pesl. Professor der Staatswissenschaften, Universität Würzburg. Herr Dr. Stieger hat mein im Verlage von Georg Stilke, Berlin, erschienenes Buch„Grundbesitz und Volksernährung" teils lobend, teils tadelnd in Nr. 87 der„Beilage des Aufwärts“ beurteilt; im folgenden habe ich zu seinen Beanstandungen zu erklären: 1. Richtig ist, daß unser zum Teil auf ungesunder Kreditgewährung beruhendes Wirtschaftsleben ein Scheinleben ist, was auch unsere Volkswirtschaftler wissen, ohne unter den Anschauungen des Materialismus, Monismus oder Marxismus zu stehen, wenigstens glaube ich mich selbst unabhängig von diesen Anschauungen und glaube mir allen Wirtschaftsfragen gegenüber ein nüchternes Urteil bewahrt zu haben, ohne mich von vorgefaßten Meinungen leiten zu lassen. 2. Die zahlreichen von mir in ganz Deutschland besichtigten Fideikommiß= und sonstigen Großgüter waren mit wenigen Ausnahmen gut bewirtschaftet. Wenn ich den Ausdruck„musterhaft“ gebrauchte, so habe ich damit nichts anderes sagen wollen, als daß man mit der Bewirtschaftung sehr zufrieden sein kann, selbst wenn im einzelnen Falle noch eine gesteigerte Intensivierung möglich wäre. Die eigentlichen„Mustergüter" im technischen Sinne pflegen sich erfahrungsgemäß nicht zu rentieren, weil bei diesen Höchstleistungen ohne Rücksicht auf die beste Rentabilität angestrebt werden, weshalb viele solcher„Mustergüter" im Besitz von öffentlich=rechtlichen Körperschaften sind. Zu beachten ist allerdings auch, daß das„Gesetz vom abnehmenden Bodenertrag“ eine wichtige Rolle spielt, man wird also praktisch nur bis zu einer bestimmten Grenze Meliorationen vornehmen, ohne daß man deshalb solche Güter als nicht musterhaft bewirtschaftet bezeichnet werden kann. 3. Ich habe nicht so„getan“, als ob man den durchschnittlichen Milchertrag ohne weiteres verdoppeln könnte, wohl aber, daß eine solche Steigerung ohne besondere Mühe und Kosten zu erreichen wäre. Bei der jetzigen Durchschnittsleistung von 1800 Liter Milch pro Kuh trifft auf den Tag nur eine Menge von 5 Liter; es wird kein Landwirt behaupten, daß 5 Liter schon eine gute Leistung darstellen, wobei sehr zu berücksichtigen ist, daß es sich um Durchschnitte handelt. Daraus folgert, daß „Neuzeit und Hausfrauenausstellung in Kassel. Es gehört eine gute Dosis Optimismus dazu, eine solche Ausstellung in größerem Rahmen zu wagen. Ist doch„Haushalten“ schwerer denn je in der„Neuzeit", so daß schon in den zwei Worten ein Gegensatz liegt. Sooft Haushalten das Sich=bescheiden mit dem Alten und Neuzeit das Anschaffen neuer Dinge bedeutet, tritt dieser Gegensatz zutage und wirkt sich unmittelbar auf die Lebensführung aus: Wo man aus Geldmangel mit dem Alten vorlieb nehmen muß, wird die Wirtschaft oft rückständig; und wo durch Wohnungs= oder Arbeitsverhältnisse gezwungen, der Haushalt sich neuzeitlich einrichten muß, ist die Endwirkung oft ebenso materielle und finanzielle Belastung. Beides wirkt sich hemmend, wenn nicht zerstörend aufs Familienleben aus; das eine mehr auf dem Lande, wo die neuzeitlichen Arbeitshilfsmittel aus Geldmangel nicht genügend zur Arbeitserleichterung der Hausfrau eingesetzt werden können, das andere mehr in der Stadt, wo die Ausnützung aller erdenklichen Fortschritte gar zu leicht Verschuldung, Ablenkung der Hausfrau von ihren höchsten Aufgaben und damit ebenso Gefährdung des Familienlebens bedeutet, nachdem es an sich schon viel schwerer im innersten Sinn aufrecht erhalten werden kann. So klang im Unterton durch die ganze Veranstaltung der Ruf vieler sorgengequälter Hausfrauen: Wer hilft uns aus unserer Ueberlastung und aus der Fruchtlosigkeit unserer Arbeit wieder zur Kraft, auch die innersten Aufgaben als Mutter und Weib zu erfüllen? Im Mittelpunkt der Tagung gab Frau v. d. Malsburg am Landfrauentag diesem Gedanken folgenden Ausdruck:„Das Verhältnis der Arbeitsmenge zu den Arbeitsbewältigungsmitteln ist vielfach ein sehr schiefes geworden. Die Folge ist eine Störung der Harmonie im Gesamthaushalt. Dieser Haushalt ist eben nicht nur, wie man das im Lexikon erklärt findet,„unter Hauswirtschaft“ unterzuordnen, sondern ist der Hauptbegriff, in dem die Hauswirtschaft nur einen Teil bedeutet, nämlich den Teil, der sich mit der dinglichen Einrichtung und Durchführung befaßt.“ Und weil eben diese Hauswirtschaft auf dem Lande zu viel, in der Stadt manchmal zu wenig, die Hausfrau beansprucht, darum fehlt die Harmonie im Gesamthaushalt. Millionen Kühe weit weniger als 5 Liter Milch geben, sonst könnte diese Leistung nicht so gering sein, auch wenn man die Zeiten berücksichtigt, in denen die Kühe keine Milch geben oder die Milch für die Kälber brauchen. Ich gebe aber zu, daß eine solche Steigerung gar nicht notwendig ist; denn die Gesamterzeugung an Milch, an Trinkmilch, Butter und Käse beträgt rund 18,7 Milliarden Liter, während zur völligen Deckung des Bedarfs 22,3 Milliarden Liter erforderlich wären. Da eine Steigerung der Produktion nur bei den Milchkühen und nicht bei den Kühen, die zur Milch= und Arbeitsleistung dienen, möglich erscheint, so müßte die Tagesleistung der vorhandenen rund 7 Millionen Milchkühe um etwa 1½ Liter täglich erhöht werden.„Ein Teil dieses Ergebnisses könnte innerhalb eines Jahres erzielt werden, wenn jeder Landwirt der besseren Pflege und Fütterung seiner Kühe die erforderliche größere Aufmerksamkeit zuwenden würde"(„Die Erzeugungs= und Absatzverhältnisse der deutschen Vieh= und Milchwirtschaft". Bericht einer amerikanischen Studienkommission. Berlin 1929, S. 82).— 4. Ich habe nicht bestritten, daß der mittlere und Kleinbauer, vielleicht auch der Siedler, Getreide auf den Markt bringen, aber darum handelte es sich für mich nicht, sondern um die Tatsache, daß mit der Beseitigung jedes großen Getreidegutes ein Fehlbetrag an Getreide entsteht, der doch nicht dadurch ausgeglichen wird, wenn auf dem Boden eines Großgutes z. B. Hundert Bauern oder Siedler angesiedelt werden, weil diese doch in erster Reihe Viehhaltung haben; ich kenne keine Bauerngüter, die bloß Getreide produzieren und sonst nichts. 5. Ich habe auch nicht bestritten, daß das Buch von Aeroboe viel Gutes und Richtiges enthält; aber ich sehe, daß er sich häufig widerspricht; so fordert er an der einen Stelle seines Buches die Beseitigung aller Großgüter, an einer anderen Stelle erklärt er, Großgüter in einem beschränkten Umfange zuzulassen. Mir war es natürlich, soweit ich mich mit Aeroboe auseinandersetzte, darum zu tun, das Falsche und Unzutreffende hervorzuheben. Dem, was richtig ist, habe ich nichts hinzuzusetzen. Ich bestreite, in landwirtschaftlich=fachlichen Dingen Aeroboe gegenüber in einen überlegen belehrenden Ton verfallen zu sein, da ich seine zahlreichen Arbeiten auf diesem Gebiete wohl kenne und ich mir jederzeit bewußt bin, Nationalökonom, aber nicht„Oekonom“ zu sein wenn ich mich auch mit der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaftslehre beschäftigt habe, wodurch man noch lange kein Landwirt wird. 6. Den Satz:„daß der Großgrundbesitz weit intensiver wirtschaftet und mehr Erträgnisse von der gleichen Bodenfläche gewinnt als der Kleinsiedler oder auch als regelmäßig der Bauer“, halte ich auf Grund meiner Erfahrungen und Beobachtungen aufrecht. Daß der Bauer in manchen Fällen ebensoviel oder mehr von der gleichen Bodenfläche gewinnt, habe ich anerkannt und deshalb das Wort „regelmäßig, dazu gesetzt. Aber immer meine ich selbstverständlich die Gewinnung der gleichen Bodenfrucht von gleicher Bodenfläche und vom Boden gleicher physikalischer und klimatischer Beschaffenheit. 7. Sehr scharf erhebt Herr Dr. Stieger Widerspruch gegen meinen Satz, daß nirgendwo produktiv bewirtschafteter Großgrundbesitz auch nur angetastet werden dürfe; denn, meint Herr Dr. Stieger. an der Ostgrenze müsse eine dichtere deutsche Bauernbevölkerung geschaffen werden und da würden einzelne Großbetriebe weichen müssen, auch wenn sie gut bewirtschaftet seien.— Theoretisch In diesem Gedanken, die Harmonie wiederherzustellen, vereinigen sich alle aufbauenden Bestrebungen der Hausfrauenvereinigungen wie der Industrie und des Gewerbes, und unter diesem Gesichtspunkt war eine Ausstellung wie diese mit gesicherter Aussicht auf Erfolg durchführbar. Wie sollten Frauen vom Lande an arbeits= und materialsparenden Neuerungen wie nichtrostendem Geschirr, Eschebachküche, Fruko=Dampftopf, feuerfesten Kochgeschirren, durchsichtigen Behältern für Mehle, Gries und Zucker usw. im Küchenschrank, an zweckmäßig angeordneten und gebauten Wohn=Räumen vorübergehen können, ohne den Wunsch, sich diese Fortschritte zunutze zu machen? Nicht weniger Interesse fanden die Stände der ländlichen Hausfrauen, auf denen einfache und billigste Nahrungsmittel mit zugleich höchstem Nährwert ausgestellt waren: Plätzchen aus Quark, Roggenbrötchen und Roggenkuchen, Kartoffelgebäcke und Speisen jeder Art—, sie alle hatten leider einen mehr oder minder ungünstigen Platz in der Ausstellung und erzielten durch die getrennte Anordnung in den vielen Räumen und Treppen keine eindrucksvolle Wirkung, aber haben doch wohl manchem gezeigt, wie aus wenig viel gemacht werden kann, wenn man das„wie“ kennt. Für die hastende Hausfrau stellten viele Nahrungsmittelfabriken ihre Erzeugnisse aus, die es erlauben, auch in kürzester Zeit ein schmackhaftes Mahl zu bereiten. Manchen neidischen Blick konnte man beobachten, als der Verein für deutsche Frauenkultur entzückende Kleider durch einige kunstfreudige Mädchen zeigte. Anpassung an den Verwendungszweck, gesundheitlich einwandfrei und schlicht! sind Ziele, die jeder unterstützen kann; sie waren an einer Reihe Kleider mustergültig erreicht. Ganz besonders schön wäre es, wenn der Wunsch vieler deutscher Frauen in Erfüllung ginge, daß arbeitsfreie Wintermonate recht ausgiebig von denen, die Zeit dazu haben, zum Selbstweben ausgenützt würden. Viele handgewebte Kleider waren in dieser Richtung die beste Werbung. Zwei Mängel haben die Wirkung der Ausstellung merklich gehemmt: Die Unterbringung in zum Teil dunklen und ungünstigen Räumen und die fehlende Klarheit einer Einteilung. Vielleicht haben wirtschaftliche Gründe mitgesprochen oder die Raumfrage, daß man nicht klar in Wohnung, Nahrung, Kleidung und hauswirtschaftliche Bildungsfragen getrennt hat. Wünschenswert erscheint ist diese Forderung durchaus begründet und er muß in#. sächlich alles getan werden, um die Ostmarken zu erbof. ten. Nur sollte Herr Dr. Stieger auch fagen, wie man das macht. Ich habe in meinem Buche hervorgehoben daß allein in den Jahren von 1910 bis 1925 nicht weni. ger als 135000 Menschen aus Ostpreußen abgewandert sind, daß in bloß drei Jahren— von 1925 bis 1927/28, in Ostpreußen allein 475 landwirtschaftliche Anwesen mi insgesamt über 100000 Morgen zwangsweise versteigert wurden: wo soll man da mit dem großzügigen Siedeln beginnen? Wäre es nicht schon ein großes Verdieng wenn man diese durch die Zwangsversteigeruge vertriebenen Besitzer erhalten hätte? Dabei hat zu. Abwanderung noch weiter zugenommen wie auch die Zahl der Zwangsversteigerungen. In ganz Preußen wurden in den letzten fünfundzwanzig Jahren vor Kriegsausbruch rund 40000 Siedlungen(Rentengs, ter) geschaffen, gewiß eine große Leistung, aber wag be, deuten diese gegenüber der Zahl der Abgewanderten; Wenn schon die jetzigen Betriebe in Ostpreußen nicht eri. stieren können, wie sollen die Neusiedler bestehen können? Die Hauptschuld an dieser verderblichen Lage der ostpreußischen Landwirtschaft tragen verschiedene Umstände, vor allem der sogenannte polnische Korridor, die dadurch noch verstärkte Unrentabilität der Güter, die al gemeine sonstige Landflucht, die nicht aufzuhalten ist, solange nicht die Zuwanderungen in die Städte verboten werden und noch manches andere. Herr Dr. Stieger bringt ja selbst ein bezeichnendes Beispiel für die Erhaltung des deutschen Besitzes in Ostpreußen. Ich selbst würde einen Weg zur Lösung nur darin sehen, daß innerhalb weniger Jahre einige Zehntausende von Neusiedlungen geschaffen werden und zwar nicht über die ganze Provinz zerstreut, sondern in großen Gruppensiedlungen. damit auf dem Wege der Genossenschaftsbildung ein Absatz einigermaßen gesichert ist. Doch würde die Erörterung dieser Frage hier zu weit führen. Nur ist zu bemerken, daß eine großzügige Siedlung von nur 10 000 Stellen rund 200 Millionen RMk. kosten würde; aber mit 10.000 Stellen ist nichts erreicht, es müßten mindestens 50000 sein oder mehr. Die Gelder hierfür stehen nicht zur Verfügung. Aehnlich ist es in den übrigen Grenzgebieten, so in Schlesien und in der bayerischen Oberpfalz, wobei am 8. Mai der preußische Ministerpräsident den bayerischen Wunsch nach einer Hilfe für die östlichen Grenzbezirke als grotesk bezeichnete(nach Pressemeldungen). 8. Herr Dr. Stieger sieht einen großen Widerspruch darin, daß ich von Uebervölkerung von 20 Millionen spreche und an anderer Stelle von Millionen Hektaren Unlandes. Das ist kein Widerspruch, weil wir diese Unlandflächen nur mit ungeheuren Geldmitteln in Kulturland verwandeln können, was außerdem die Arbeit von Jahrzehnten bedeuten würde. Wenn es so weitergeht, dann werden von Jahr zu Jahr immer mehr Landwirte nach überseeischen Ländern auswandern. Warum wandern gerade Bauern aus allen Teilen des Reiches aus? Weil die Landwirtschaft sich nicht rentiert und die Bauern lieber in ein Land gehen, wo ihnen ihre Arbeit auch entsprechend entlohnt wird, d. h. wo ihnen die Früchte ihrer Arbeit verbleiben, was bei uns nicht der Fall ist. 9. Herr Dr. Stieger stimmt Aeroboe zu, daß manche Wälder abgeholzt werden, um Boden für die Landwirtschaft zu gewinnen. Hierzu bemerke ich bloß, was ich bereits sagte, daß wir bald landwirtschaftlichen Boden genug haben, wenn die Ab= und Auswanderungen in der mir eine solche Einteilung. Auf den größeren Ausstellungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hat sie sich in entsprechender Abwandlung seit langem bewährt. So konnte auch die beabsichtigte Werbung für die vielen, alten Hausrezepte in Roggengebäcken, Kartoffel= und Milchspeisen leider nicht voll zur Wirkung kommen. Und wenn auch Frau v. d. Malsburg vor fast 2000 Frauen, Männern und Mädchen ermahnte, auf dem Lande die Erzeugung von vornherein auf den Absatz an den Städter einzustellen durch Sortierung und rechte Behandlung det Ware, und auf der anderen Seite von der städtischen Hausfrau verlangte, sich auf gute und billige deutsche Kost zu besinnen,— viele Landfrauen und Landwirte haben den Eindruck mit nach Haus genommen: in der Werbung für unsere Waren ist nur ein ganz schwacher, kleiner Anfang gemacht. Hoffentlich kann der Erfolg der samtausstellung helfen, beim nächsten Mal den Mang weiter zu bekämpfen. Stürmischen Beifall ernteten die gewandten Schlle rinnen der Dunkelschen Tanzschule. Es wird masich Frau vom Lande wie mir gegangen sein, daß sie s0 Leistungen von Kindern und heranwachsenden Mädche noch nicht gesehen hat. Könnte solche Körperschulung doch überall wenigstens im Grundgedanken erstrebt und ber“ wirklicht werden! Die Form der Darbietungen hat nich jeden voll befriedigt., Hoxsitzenden des Alles in allem können wir mit der Vorsigenenn.. Verbandes ländlicher Hausfrauenvereine Kurhessens (nun auch) Waldecks wünschen, daß der feste Zusamtn, schluß erreicht wird„zur Lösung der Schicksalsfrage: können wir die Arbeitsmängel beseitigen, ohne milienleben zu zerstören? Möchte die Quelle der? von oben, nach der wir Landfrauen uns sooft umsehen wenn auf menschlicher Seite alle Tore verschlossen sin, uns immer immer wieder fließen! So m0 ich unserer Arbeit auch heute wieder einen Gedanken zugrunde legen: unser Ise die Freiheit vom Joch der Feinde und von Lasten— aus eigener Kraft! Aber wir sere Kraft nicht reichen wird angesichts der Große Aufgabe ohne den Herrgott, von dem wir auch####m Segen für unsere Landfrauenarbeit erwarten.(760 stelle ich über den Tag mit dem Streben der Haus nach Freiheit von ihren vielen Lasten den Geo „Gott, mach uns frei!" K. Strecker, Fritzlat. vieherigen Wei zörderung der für Siedlungen 10. Herr Dr ich die Kuhanst daß es schwer als Zug schaftlich läßt Million Kühe it die Kuhansp. Dem Schluß und ganz zu: serem Staatslel rung unseres kann!“ Das ko ich die Landwir lage eines Stac rung der Land die aber deshe braucht. Aber i Standpunkte: 2 man dafür, das lichen Betriebe Wenn ein Dor nicht Holz und das doch auch n man das Dorf zugrunde geht, bleiben. 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Selbstves schlägen der Kabinett und benr Gntacht weld lungen werde unge Atte und es muß tat. zu erhalGemot en 1925 nicht wenien abgewandert 5 bis 1927/28— che Anwesen mit weise versteigert zügigen Siedeln roßes Verdienst, nasversteigerung Dabei hat die i wie auch die ganz Preußen vanzig Jahren igen(Rentengüg, aber was beAbgewanderten? reußen nicht exir bestehen könblichen Lage der erschiedene Umhe Korridor, die r Güter, die allfzuhalten ist, soStädte verboten err Dr. Stieger A für die Erhalißen. Ich selbst sehen, daß innerde von Neusiedüber die ganze uppensiedlungen, sbildung ein Abürde die Erörtekur ist zu bemerur 10000 Stellen aber mit 10.000 iindestens 50000 en nicht zur Veri Grenzgebieten, Oberpfalz, wobei dent den bayeristlichen Grenzbessemeldungen). ßen Widerspruch in 20 Millionen llionen Hektaren eil wir diese Unitteln in Kulturn die Arbeit von s so weitergeht, mehr Landwirte i. Warum wandes Reiches aus? t und die Bauern Arbeit auch entdie Früchte ihrer r Fall ist. zu, daß manche ür die Landwirtbloß, was ich belichen Boden gederungen in der zeren Ausstellunschaft hat sie sich em bewährt. So für die vielen, Kartoffel= und ng kommen. Und ast 2000 Frauen, im Lande die Eran den Städter Behandlung der n der städtischen lige deutsche Kost Landwirte haben in der Werbung chwacher, kleiner Erfolg der GeMal den Mange! wandten Schüle's wird mancher n, daß sie solche hsenden Mädchen rperschulung doch erstrebt und vertungen hat nicht zächerigen Weise sich fortsetzen. Ich habe auch erwähnt. Freiherr von Gayl, der Leiter der Gesellschaft zur girderung der inneren Kolonisation, erklärte, daß Boden für Siedlungen genug vorhanden ist. 10 Herr Dr. Stieger stimmt mir auch nicht zu, wenn sa die Kuhanspannung ungünstig beurteite. Ich gebe zu aat es schwer ist, den kleineren Besitzern andere Tiere . Zug und Spanntiere zu verschaffen; aber volkswirtchaftlich läßt es sich nicht rechtfertigen, daß über eine willion Kühe als Zugtiere verwendet werden; jedenfalls die Kuhanspannung ein— leider notwendiges— übel. dem Schlußsatze Herrn Dr. Stiegers stimme ich voll ganz zu:„Möchten nur bald die Verhältnisse in unarem Staatsleben sich so ordnen, daß endlich die Vermehung unseres Bauernstandes kraftvoll angepackt werden hann!“ Das kann niemand mehr wünschen als ich, der ich die Landwirtschaft als die erste und wichtigste Grundlage eines Staates betrachte. Die Erhaltung und Fördeuung der Landwirtschaft ist wichtiger als die Industrie, zie aber deshalb nicht etwa vernachlässigt zu werden traucht. Aber ich stehe in der ganzen Agrarfrage auf dem Standpunkte: Bevor man neue Siedlungen schafft, sorge man dafür, daß die bereits vorhandenen landwirtschaftsichen Betriebe erhalten und rentabel gestaltet werden. Genn ein Dorf in Flammen steht, pflegt man doch auch nicht Holz und sonstiges Baumaterial herbeizuschleppen, das doch auch mitverbrennen würde, sondern zuvor sucht man das Dorf zu retten. Wenn unsere Landwirtschaft ugrunde geht, werden die Neusiedlungen nicht erhalten hleiben. Besitzfestigungen sind heute wichtiger als Neusiedlungen, wenn die Bauernbetriebe zu 80 v. H. keine seberschüsse mehr abwerfen, dann ist es unwahrscheinlich, daß die Siedlungen mehr Erfolg haben.— Das Reform=Gutachten. Beitragserhöhung auf 4 Prozent.— Fortfall der Jugendlichen=Unterstützung.— Einsparungen bei den oberen Lohnklassen. Abgesehen von der Verabschiedung des Reichshaushaltsplanes für das laufende Jahr muß der Reichstag, der am Donnerstag seine Verhandlungen wieder aufnahm, in den nächsten Wochen auch in der schwierigen Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung eine Entscheidung fällen. Den Ausgangspunkt der zu diesem Zweck zu führenden Verhandlungen bildet ein von dem Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge erstattetes achten. Nach diesem Gutachten, das im einzelnen mit wechselnden Mehrheiten und zuweilen gegen eine sehr große Minderheit der Arbeitgeber= oder Gewerkschaftsvertreter in der Reichsanstalt abgefaßt worden ist, ist für 1930 mit einem Durchschnittssatz von 1 500 000 Arbeitslosen zu rechnen.— Als man die Arbeitslosenversicherung einführte, rechnete man noch mit 800 000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt! Angesichts dieser schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt würden die Ausgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenfürsorge 1930, wenn alles beim alten bleibt, um 335 Mill. M. die Einnahmen übersteigen. Da nun aber derjenige, der etwas ausgeben will, zuvor etwas besitzen muß, handelt es sich jetzt darum, entweder die Ausgaben um 335 Millionen Mark zu senken oder die Einnahmen um einen entsprechenden Betrag zu erhöhen. Der Vorstand der Reichsanstalt empfiehlt in seinem Gutachten beide Maßnahmen, also sowohl die Drosselung der Ausgaben als auch die Erhöhung der Einnahmen. Die von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufzubringenden Beiträge sollen danach von gegenwärtig 3½ auf 4% in Notzeiten erhöht werden. Bei der Drosselung der Ausgaben soll die größte Verminderung durch die Senkung der hauptunterstützung für die fünf oberen Lohnklassen auf die geltenden Sätze der Krisenunterstützung erzielt werden. Die Senkung soll jedoch nur insoweit erfolgen, als diese Arbeitslosen kein volles Jahr beschäftigt worden sind. Die Familienzuschläge sollen nicht vermindert werden. Zwölf Millionen Mark sollen serner dadurch eingespart werden, daß während der Jahre, in denen sich der Geburtenausfall der Kriegsjahre auf dem Arbeitsnarkt auswirkt, Jugendliche bis zu 17 Jahren keine Arbeitslosenunterstützung erhalten. Gleichzeitig sonl für diese Zeit der Bezug der Arbeitslosenuntersutzung mit dem 65. Lebensjahre erlöschen, weil für diese Kreise dann ja der Rentenbezug aus der sozialversicherung einsetzt. Nach den Statistiken der Reichsanstalt sind bisher im Jahresdurchschnitt etwa icht Millionen Mark für Arbeitslosenunterstützungen mn Personen über 65 Jahre ausgegeben worden. Weitere Anregungen betreffen die Einbeziehung landlichen Dienstpersonals in die Arbeitslosenvercherung, soweit es sich nicht um Jahresverträge hanvent, die Versicherungsfreiheit für geringfügige Behastigungen, das Verhältnis zur gemeindlichen Arheitslofangg: die Dauer des Bezuges von Arbeitssri# terstützung nach vorhergehendem Bezug der losenunterst u die Senkung der Arbeitskinderlater auns bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit ectioser Ehegatten. Zur Krisenunterstützung nelt der Vorstand die Uebernahme des Geneindefünftels auf das Reich für geboten. übrigen sprach er sich im Hinblick auf die krisendeste Arbeitsmarktlage für eine Ausdehnung der Krisenunterstützung aus. versicher„##amtsumme, die damit für die Arbeitsderans.“ gewonnen wird, wird auf 260 Mill. M. so daß also auch in diesem Falle noch für 9 Mill. M. Deckung beschafft werden müßte. schlägen.n ständlich handelt es sich bei diesen VorKabineeReichsanstalt um Anregungen, die das lassen der Reichstag beachten oder unbeachtet kann. Zunächst wird sich das Kabinett mit berden. befassen, um sich darüber schlüssig zu welche Punkte daraus es für das von ihm beitslosengse Programm zur Sanierung der Arlu# enversicherung übernehmen will. Die Verhand#en werden sich sehr schwierig gestalten. Swiscken zwei Fionten. Frankreich. Die Besprechung Briand—Curtius ergebnislos. dazu erklären:„Nach Ihnen, meine ginnen wir damit, indem wir zunächst chen Rüstungen nachprüfen.“ rren! De re militäriGenf. 15. Mai. Der französische Außenminister Briand suchte am Donnerstag nachmittag Dr. Curtius im Hotel „Metropole“ zu einem Gegenbesuch auf. Ein praktisches Ergebnis ist jedoch in dieser Besprechung, wie mitgeteilt wird, nicht erzielt worden. Ueber die Räumung, wie sie in der Haager Abmachung zum 30. Juni festgelegt worden ist, ist jedoch als solche nicht gesprochen worden, da man auf deutscher Seite die endgültige Räumung als eine selbstverständliche, nicht weiter zu erörternde Frage ansieht. Italien. Das deutsch=italienische Verhältnis — Genf. 15. Mai. Ueber die Aussprache, die Curtius am Mittwoch abend mit Grandi hatte, wird nunmehr mitgeteilt, daß in dieser Unterredung die gesamten europäischen Probleme und insbesondere die grundsätzliche Haltung in der Völkerbundspolitik zwischen den beiden Außenministern behandelt worden seien. Auf deutscher Seite gibt man der Befriedigung über den Verlauf dieser sehr offenen Aussprache Ausdruck und hebt hervor, daß hierbei auch die großen gemeinsamen Interessen zwischen den beiden Ländern festgestellt worden seien. Es wird ferner betont, daß die Aussprache bei beiden Teilen einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen habe. Auch auf italienischer Seite zeigte man sich mit dem Ergebnis dieser Unterredung voll befriedigt und weist auf die Gemeinsamkeit der deutsch=italienischen Interessen auf ver schiedenen Gebieten der europäischen Politik und insbesondere in den grundsätzlichen Fragen der Völkerbundspolitik, insbesondere in den Abrüstungs= und Sicherheitsfragen hin. Poincaré hetzt wieder. „Keine Veranlassung zur Kapitulation in der Saarfrage.“ — Paris, 16. Mai. Der frühere französische Ministerpräsident Poincaré veröffentlicht einen gehässigen Artikel gegen Deutschland, in dem er schreibt, in der Saarfrage wolle Deutschland alle Vorteile für sich einstecken, aber Frankreich„habe keine Veranlassung, in der Saarfrage zu kapitulieren. Die Bevölkerung müsse 1935 abstimmen.“ Ferner beschäftigt sich Poincaré mit den auswärtigen Beziehungen Deutschlands und meint dabei, die deutschen Beziehungen zu Rußland seien verdächtig. Die russischen Fabriken scheinen Kriegsmaterial für Deutschland herzustellen. Wenn nun Deutschland die allgemeine Abrüstung verlange, dann müsse Frankreich Auch Minderheitenbeschwerde vertagt. Unter Protest Deutschlands.— Curtius sordert Beschleunigung der Abrüstung. Der Völkerbundsrat erledigte in rascher Aufeinanderfolge die Restfragen seiner Mai=Tagesordnung. Bei der Erörterung des Tätigkeitsberichtes des Sicherheitsausschusses nahm Reichsaußenminister Dr. Curtius Gelegenheit, angesichts des nichtbefriedigenden Ergebnisses der bisherigen Abrüstungs,arbeit“ einen Appell an die Mächte zu richten, im Interesse brauchbarer Vorschläge für die Organisierung des Friedens vermehrte Anstrengungen zu machen. Die vom Sicherheitsausschuß entworfenen Verträge werden im September die Vollversammlung des Bundes beschäftigen. Zu der Beschwerde der deutschen Kassenärzte in Ostoberschlesien über ihre Entlassung auf Grund nichtbestandener Prüfungen in der polnischen Sprache machte ein Japaner als Berichterstatter den Vorschlag, die Beschwerde zu vertagen, um zunächst ein neues Gutachten einzufordern. Reichsaußenminister Dr. Curtius protestierte gegen diese erneute Verschleppung einer zur Entscheidung längst reifen Frage und verwies darauf, daß Polen sich geweigert hat, der Entscheidung des Präsidenten der Schiedsgerichtskommission, Calonder, die Kassenärzte wieder einzustellen und sie einer neuen, nicht künstlich erschwerten Sprachprüfung zu unterziehen, nachzukommen. Der Völkerbundsrat beschloß trotzdem die Zurückstellung der Beschwerden bis September. Reichsaußenminister Dr. Curtius ersuchte den Rat, wenigstens die polnische Regierung zur Beschleunigung ihrer etwas langwierigen„Untersuchungen“ zu veranlassen, sowie ferner dafür Sorge zu tragen, daß den Ratsmitgliedern in Zukunft das gesamte Material vorgelegt wird. Schlußsitzung des Rates. Die Maitagung des Völkerbundrates wurde nunmehr mit einer Geheimsitzung beendet. Wie verlautet, machte der englische Außenminister Henderson in dieser Sitzung Mitteilungen über die Zusammensetzung des Ausschusses, den die englische Regierung zur Regelung der Klagemauer=Angelegenheit nach Palästina entsenden wird. Die nächste Ratstagung findet am 5. September statt; die Vollversammlung des Völkerbundes am 10. September. Reichsaußenminister Dr. Curtius wird noch im Laufe des heutigen Tages die Rückreise nach Berlin antreten. Für 2500 M. von der Besatzungsbehörde.— Abbruch beginnt am 15. Juni. — Trier, 16. Mai. Auf Anordnung der Besatzungsbehörde wurden in Trier die große Zeppelinhalle und ein ansehnlicher Flugzeugschuppen versteigert. Das Auswärtige Amt hatte rechtzeitig gegen den Verkauf dieser Anlagen auf Abbruch Einspruch erhoben, weil die Zeppelinhalle für die deutsche Zivilluftfahrt verwendungsfähig war, doch hat sich die französische Regierung darüber hinweggesetzt. Bei der Versteigerung gaben die anwesenden dentschen und luxemburgischen Firmen kein Gebot ab. Der Zuschlag wurde der elsässischen Firma Max in Mühlhausen erteilt. Der Kaufpreis für die Zeppelinhalle, die einen Reatwert von etwa eineinhalb Millionen Mark hatte, betrug nur 15 000 französische Franken— d. f. etwa 2500 Mark! Die Flugzeughalle, deren Wert 200000 M. betrug, wurde für rund 1600 M. verkauft. Der Abbruch der Hallen muß am 15. Juni beginnen. Verdoppelung der In Preuhen ab 1. Juni.— Der Gesetzentwurf dem Landtag zugegangen. — Berlin, 16. Mai. Dem Preußischen Landtag ist nunmehr der Gesetzentwurf über die Verdoppelung der Grundsteuer zugegangen. Inkrafttreten soll der Gesetzentwurf— sofern ihm das Plenum zustimmt— am 1. Juni 1930. Der Mehrertrag aus dem Steueraufkommen soll zur Deckung des Haushaltsfehlbetrags in 110 Mill. M. verwendet werden. Soweit die Grundstücke von dem Steuerschuldner zu eigenen Wohn= oder gewerblichen Zwecken benutzt werden, wird der erhöhte Zuschlag bei Wohnräumen bis zur Höhe von 4 v. H. des Jahresfriedensmietwertes von 600 in den Orten der Sonderklasse und der Ortsklasse A bzw. 300 Mark in der Ortsklasse D nicht erhoben. Gleichfalls nicht erhoben wird der erhöhte Zuschlag bei gewerblichen Räumen bis zur Höhe von 4 v. H. des Jahresfriedensmietwertes von 2400 M. in den Orten der Sonderklasse und der Ortsklasse A und 1200 Mark in der Ortsklasse D. Die Klasseneinteilung bestimmt sich nach dem Ortsklassenverzeichnis für die Gewährung von Wohnungsgeldzuschlägen an die Reichsbeamten. In den weiteren Bestimmungen wied festgelegt, daß die erhöhten Staatszuschläge zu erlassen sind, wenn Mieträume ohne Verschulden des Steuerschuldners leer sehen. Die Freilassungsbestimmungen sind ferner noch anzuwenden für die nach dem 31. März 1924 fertiggestellten Wohnungsneubauten für die Dauer von fünf Jahren. Die Landwirtschaft wird von der Verdoppelung der Grundsteuer nicht betrossen, da das Gesetz nur auf städtischen Grundbesitz Anwendung findet. Neuregelung der Krankenversicherung. Vorbereitungen im Arbeitsministerium.— Beschlüsse des Haushaltsausschusses. — Berlin, 16. Mai. Der Haushaltsausschuß des Reichstags führte die Beratung des Etats des Reichsarbeitsministeriums zum Abschluß. Minister Stegerwald kündigte eine Ausdehnung der Unfallversicherung auf neue Berufsgruppen an. Ferner sei das Ministerium mit Vorbereitungen für eine Neuregelung der Krankenkassenversicherung beschäftigt. Bei der Reichsknappschaftsversicherung werde zurzeit die Beseitigung der Doppelversicherungen erwogen. Bei den Abstimmungen wurde eine Entschließung angenommen, die Material über den Ausbau der Invalidenversicherung anfordert. Der Ansatz für Unterstützungen an Empfänger von Werkspensionen wurde von drei auf 3½ Mill. Mark erhöht. Osthilfegesetz vom Kabinett verabschiedet. — Berlin, 16. Mai. Das Reichskabinett hielt unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Brüning eine neue Kabinettssitzung ab und beendete die Beratung des Entwurfs eines Gesetzes über Hilfsmaßnahmen für die notleeidenden Gebiete des Ostens. An der Sitzung nahmen Vertreter des preußischen Staatsministeriums, der Reichsbank, der Preußenkasse und der Rentenbankkreditanstalt teil. Das Oschilfegesetz geht nunmehr unverzüglich den gesetzgebenKörperschaften zu. Starker Ausfuhrrückgang. Der deutsche Außenhandel weist im April wieder einen Ausfuhrüberschuß und zwar in Höhe von 88,5 Mill. M. aus, während im März ein Aktivsaldo von rund 170 Mill. M. erzielt worden war. Der Export von Fertigwaren ist um fast 100 Mill. M. gesunken. Auf der anderen Seite haben die Rohstoffeindeckungen der Industrie einen Tiefstand erreicht, der vielleicht zum Teil auf ungenügenden Zustrom von Auslandskapital, zum Teil wohl aber auch auf hohe Läger oder niedrige Bedarfsschätzungen, also geringe Konjunkturhoffnungen, schlieben läßt. Sieben=Stunden=Schicht im Bergbau abgelehnt. — Berlin, 16. Mai. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags lehnte einen kommunistischen Antrag auf Einführung der Sieben=Stunden=Schicht im Bergbau mit großer Mehrheit ab. : Auf der britischen Marinewerft von Chatham wurde ein neues,„Regenbogen" benanntes Unterseeboot vom Stapel aelosten. * Schweres Bergwerksunglück in Amerina. Bisher 17 Tote. — London, 15. Mai. Nach Washingtoner Meldungen hat sich am Donnerstag auf einer Grube in Avella, etwa 26 Kilometer südwestlich von Washington eine schwere Explosion ereignet. 17 Bergarbeiter wurden getötet; 400 Bergleute sind gegenwärtig noch eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten sind in vollem Gange. 83 Staaten protestieren gegen die amerikanische Zolltarifvorlage. — Neuyork, 16. Mai. 33 Regierungen haben bisher beim Staatsdepartement gegen die amerikanische Zolltarifvorlage protestiert und scharfe Vorstellungen erhoben, insbesondere Italien, Frankreich, die Schweiz, Deutschland. Norwegen, Holland, die Tschechoslowakei, Aegypten, Südafrika und Irland. S Kirchennachrichten für Zion. Sonntag, den 18. Mai, Kantate. Samstag, 19.10 Uhr: Beichte und Abendmahl, Pastor Wilm. Sonntag, 8½ Uhr: Pastor Brandt. 9 Uhr: Pastor Küßner. 10 Uhr: Pastor v. Bodelschwingh. Abordnung durch Missions= inspektor Trittelvitz. 11½ Uhr: Kindergottesdienst. Montag, 20¼ Uhr: Gosen: Gemeindebibelstunde. Donnerstag, 19½ Uhr: Pastor Bischoff. Bethel. — Elternversammlung. Die Eltern der diesjährigen Konfirmanden lade ich hiermit zu einer Besprechung ein im Junglingssaal des Assapheums auf heute(Freitag) um 8¼ Uhr. Wilm. Portemonnaie mit größerem Inhalt verloren von Ophir über den Friedhofsweg nach dem Erholungsheim Sieker. Bitte in Ophir aubzugeben. Anzeigen aus Bethel. Es werden hin und her in den Häusern unserer.g stalt Emailleschilder, Haustürschilder usw. gebraucht machen darauf aufmerksam, daß dieselben mit jeder wünschten Beschriftung in unserer Werkstatt angesertin werden. 0 Desgleichen Lackschriften auf Karton und Glas Malerei der Anstalt Bethel. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitiz: o. 6 Huttel, Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriz., für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Ges. sendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärta“ liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/39i6 Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel m 00. 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Die Ueberzeugung, daß nicht nur das Gebet für den Frieden, sondern auch die Arbeit für den Frieden zu dem ureigenen Arbeitskreis der christlichen Kirchen gehöre, bricht sich immer mehr Bahn. Und welche bessere Gelegenheit gibt es, diese Ueberzeugung in die Gemeinden hineinzutragen und die Gemeindeglieder mit der Friedensarbeit bekannt zu machen und für sie anzuwerben, als ein jedes Jahr wiederkehrender Friedenssonntag? Wenn auch die Bitte um Frieden wohl in den meisten Kirchengebeten enthalten war, so haben doch vor dem großen Krieg wenig christliche Gemeinden der Welt an die Feier eines besonderen Friedenssonntags gedacht. Seit dem Kriege hat der Gedanke an eine kirchliche Friedensfeier in den meisten Ländern Freunde und vielfach auch Gestalt gewonnen. In England wurde der Sonntag vor Weihnachten auf Anregung der britischen Friedensgesellschaft bereits um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in vielen Gemeinden als Friedenssonntag begangen. Und seit 1924 bemüht sich die britische Vereinigung des Weltbundes für Freundschaftsarbeit in Gemeinschaft mit der Friedensgesellschaft und der Völkerbundsliga um seine Wiedereinführung. Die englischen Erzbischöfe von Canterbury und York haben einem dahin zielenden Aufruf ihre Zustimmung gegeben, ebenso wie der Präsident des Freikirchenrates. In Holland, Litauen, Norwegen, Polen und der Tschechoslowakei, ja auch in Spanien und Portugal, wird in vielen Gemeinden an einem der Adventssonntage oder einem der Weihnachtstage in besonderer Weise des Friedens gedacht; in Schweden jedoch am Sonntag nach Allerheiligen und in den evangelischen Kirchen Italiens an einem Sonntag im März. In Frankreich war schon vor dem Krieg der Gedanke an einen Friedenssonntag lebendig, aber nach dem Kriege wurde zunächst der Waffenstillstandstag auch von seiten der Kirchen gefeiert. Jetzt ist man in französischen Weltbundkreisen geneigt, einen ökumenischen Friedenssonntag, der aus der ökumenischen Bewegung heraus, und zwar gerade vom Weltbund für Freundschaftsarbeit, vorgeschlagen wurde, einzuführen, am liebsten am 2. Advent, da dieser Tag schon seit 1911 von den protestantischen Kirchen des Elsaß als Friedenssonntag gefeiert wurde. Hier im Grenzland, dem Schauplatz des blutigen Zusammenstoßes zweier Nationen, hat man schon früher als anderswo Verständnis und Bedürfnis für einen solchen Tag gehabt. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde und wird noch der Waffenstillstandstag gefeiert. Aber die friedensfreundlichen, das sind weithin die kirchlichen Kreise, hatten um die Art der Feier einen nicht leichten Kampf zu bestehen; denn die Kriegsrüstungsleute setzten alles daran, den Tag zu einem Kriegsrüstungstag zu machen. Es ist jedoch dem amerikanischen Kirchenbund in Gemeinschaft mit der amerikanischen Weltbundvereinigung gelungen, den Sieg davon zu tragen; und so wird seit November 1926 der Tag in ihrem Sinne als ein Friedensfeiertag begangen. Auch in Australien wurde von den Kirchen zunächst der Waffenstillstandstag mitgefeiert. Später wurde jedoch ein besonderer jährlicher Friedenssonntag eingeführt, an dem die Freundschaftsarbeit der Kirchen der Gegenstand der Predigten und die Aechtung des Krieges das Vortragsthema in vielen sonstigen Versammlungen ist. Selbst in den Kirchen Ostasiens ist der Friedenssonntaggedanke nicht unbekannt. In Japan selern eine Anzahl Kirchen einen solchen am 4. Adventssonntag, während andre noch den Waffenstillstandstag haben. Und in China wartet man auf den Vorschlag eines dumenischen Friedenssonntags, für den dann der Christliche Nationalrat sich einsetzen will. und wie steht es in Deutschland? Hier hatte bereits im Jahre 1909 das kirchliche Komitee zur Pflege freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Enguund den Gedanken an einen kirchlichen Friedenssonntag eusgegriffen, aber von kirchenbehördlicher Seite wurde eine Durchführung als unmöglich bezeichnet. Doch im emals noch deutschen Elsaß richtete, wie oben bereits erwahnt, die Kirche Augsburgischen Bekenntnisses 1911 einen solchen ein. Nach dem Kriege machte Baden den Anlung, indem die Heidelberger Gruppe des Weltbundes für steundschaftsarbeit im Anschluß an den Nachmittagsvollesdienst des 2. Advents eine besondere Versammlung Interesse der Friedensarbeit einrichtete. Als sich dann Ene badische Landesgruppe des Weltbunds gebildet hatte, burde auf ihren Antrag von der Synode beschlossen, daß m einem Adventssonntag allgemein des Friedens gedacht verde. Auch eine Kollekte für den Weltbund bei dieser Eriegenheit wurde genehmigt. Die Nürnberger Weltbundsruppe ließ seit 1922 an die Pfarrämter der Stadt die mssorderung ergehen, einen Sonntag der Friedensarbeit ““ widmen, und schickte auch einschlägiges Material mit. Ein Antrag beim bayerischen Landeskirchenamt zu Gunsten eines Friedenssonntags hatte noch keinen Erfolg. Ein persönlicher Aufruf an die Pfarrer, der im Korrespondenzblatt der evangelisch=lutherischen Geistlichen auf Anregung der Gruppe erschien, führte jedoch zur Einbürgerung eines Friedenssonntags in einigen Gemeinden. In Danzig ist auf Anregung des dortigen Generalsuperintendenten der 1. Advent wiederholt als Friedenssonntag gefeiert worden. Auch in andern deutschen Ländern hat der Weltbund und der Friedenssonntag Freunde, wenn auch von großen Erfolgen nichts berichtet werden kann. Immerhin verdient ein Besuch der Berliner Ortsgruppe noch Erwähnung. Von ihr ging im Jahre 1926 ein Rundschreiben an alle Berliner Kirchengemeinden mit der Aufforderung, einen der Adventssonntage der Friedenssache zu widmen. Ein Achtel etwa der Berliner Pfarrer antwortete, und etwa die Hälfte von diesen hat den Friedenssonntag eingeführt. Auch der Rundfunk ist dort schon in den Dienst des Friedenssonntags gestellt worden. Schließlich wäre noch eine groß angelegte Werbeaktion der deutschen Vereinigung des Weltbunds vom Jahr 1928 zu nennen, von der alle deutschen Kirchen erreicht werden sollten. Sie mußte aber aus hier nicht weiter zu erörternVerstand ist vom Verstehn, Vernunft ist vom Vernehmen: Die beiden brauchen sich nicht ihres Stamms zu schämen. Verstanden haben ist zwar mehr als bloß vernommen, Ein unverstandenes Vernommnes kann nicht frommen. Doch kann der Mensch verstehn nur, was er recht vernahm, Was ihm von außen her, was ihm von oben kam. Rückert. den Gründen noch im Anfang abgebrochen werden. Hoffentlich kann sie bald wieder aufgenommen und dann auch erfolgreich zu Ende geführt werden. Erst eine solche durchgeführte Aktion kann einigermaßen zeigen, wie die deutschen Christen zur Sache stehen. Im eben herausgekommenen 2. Vierteljahrsheft der Zeitschrift„Die Eiche" steht ein umfangreicher Artikel über den Friedenssonntag vom Herausgeber, Professor D. Siegmund Schultze(Leopold Klotz, Verlag, Gotha). Hier ist wohl zum erstenmal alles einschlägige Material zusammengetragen und bearbeitet worden. Im Eingang weist der Verfasser darauf hin, daß der Weltfriedensfeiertag kommt—„er kommt als ein weltlicher Feiertag, vielleicht sogar. mit einer Spitze gegen die allzulange friedensfeindlich gebliebenen Kirchen, wenn die Kirchen nicht rechtzeitig von sich aus für den Friedensfeiertag sorgen. Ach, daß sie längst sowohl in der Arbeit wie in der Feier des Friedens die Führung übernommen hätten! Wer hat denn ein gleiches Interesse am Frieden wie die Christengemeinde? Welcher menschlichen Gemeinschaft sonst hat als Wiegengesang geklungen: Friede auf Erden! Welcher Herrscher geistiger oder weltlicher Art ist von Anbeginn als der Friedefürst erkannt und verkündigt worden? Von welcher andern Gemeinschaft konnte gesagt werden: Wie die Seele den Leib zusammenhält, so halten die Christen die Welt zusammen! Ja, wenn es nur heute noch Wahrbeit wäre oder wieder Wahrheit würde!" Theophil Mann, Frankfurt a. M. Sittliche Maßstäbe im öffentlichen Leben. Es gibt eine weitverbreitete Ueberzeugung, die dahin geht, daß Ethik und öffentliches Leben mehr oder minder unabhängig voneinander sind. Man billigt der Wirtschaft und der Politik eine„Eigengesetzlichkeit" zu, die von außen her nicht gestört werden dürfe, sondern immer nur von innen verstanden werden könne. Sozial=ethische Bemühungen, die gleichwohl auf eine sittliche Durchdringung auch des sozialen Lebens abzielten, blieben meistens auf die Theorie beschränkt. Studenten der Philosophie und Theologie beschäftigten sich damit, ohne daß es ihnen gelungen wäre, das Dogma von der Eigengesetzlichkeit irgendwie zu erschüttern. Die sozialethische Theorie sah ganz anders aus wie die Praxis des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Brücken von hüben nach drüben und umgekehrt waren kaum vorhanden. In den letzten Jahren ist nun mancherlei unternommen worden, den Zwiespalt zu überwinden. Man hat versucht, das Leben in seiner Gesamtheit unter einheitliche Leitsätze und Richtlinien zu stellen, denen nicht nur das Individium in seinen mannigfachen Betätigungen, sondern ebenso die Gesamtheit unterworfen ist. Erinnert sei nur an die schon fast drei Jahrzehnte alte Jugendbewegung, die mit jugendlichem Idealismus daran ging, sittliche Maßstäbe, die bis dahin in Geltung waren, einer Revision zu unterdeber, une umnstärliche Gchensmaite schaffen, wo ihr Krankheit und unnaturliche Levensweise Gewisse Neuanfänge im partei=politischen Leben der Gegenwart weisen nach einer ganz ähnlichen Richtung. Die Daseinsberechtigung der verschiedenen politischen Parteigruppen gilt nicht mehr in demselben Maße als gesichert, wie etwa noch vor wenigen Jahren. Der Austritt Prof. Hellpachs aus der Deutschen Demokratischen Partei ist in mehr als einer Beziehung symptomatisch. Und die Bemühungen des Christlich=sozialen Volksdienstes gehören ebenfalls in diesen Zusammenhang. Man hat heute in weiten Kreisen kein Verständnis mehr für klassenmäßigen Egoismus, ganz gleich, ob er sich äußerlich durch das Bekenntnis zum Klassenkampf=Gedanken kund gibt, oder nur in der nüchternen Praxis des politischen und wirtschaftlichen Lebens so hervortritt. Ganz ähnlich hat sich ein eng gefaßter Nationalismus, dem es ausschließlich um das Recht und das Dasein der Nation zu tun ist, mehr und mehr überlebt. Und schließlich wird vielleicht noch einmal die Zeit kommen, wo auch in kultureller Beziehung egoistische Bestrebungen keine Anhänger mehr finden, wenn statt der trennenden Unterschiede die verbindenden Gemeinsamkeiten mehr betont und in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Als einen wichtigen Träger ethischer Reformbestrebungen in der Gegenwart wird man die Zeitschrift„Ethik“ zu nennen haben, die bereits im 6. Jahrgang erscheint und von Geh. Med.=Rat Prof. Dr. Emil Abderhalden in Halle herausgegeben wird. Sie bietet in ihren Spalten Gelegenheit zur Debatte, an der Menschen aus den verschiedensten politischen und weltanschaulichen Lagern teilnehmen. Infolgedessen fehlt es oft nicht an hart aufeinander prallenden gegensätzlichen Meinungen und Auffassungen. Und doch wird man von allen Mitarbeitern der„Ethik“ sagen können, daß sie von demselben ethischen Verantwortungsbewußtsein durchdrungen sind. Es geht ihnen um die Ueberwindung der Eigengesetzlichkeit des politischen und sozialen. Lebens, und um eine einheitliche Durchdringung aller Lebensbeziehungen nach sittlichen Maßstäben. Ein Thema, das in der„Ethik" Behandlung findet, ist z. B. die Alkoholfrage, die mit besonderer Ausführlichkeit nach den verschiedensten Gesichtspunkten dargestellt wird. Theologen setzen sich mit Medizinern auseinander, Führer des Wirtschaftslebens stellen ihre Ansicht gegen die von Angehörigen der Jugendbewegung. In der letzten Nummer der„Ethik“ findet man z. B. eine längere Arbeit über das Thema„Alkohol=Kapitalismus und Wirtschaftsethik“, in der ausführlich von der Stellung der Presse zur Alkoholfrage die Rede ist. Der bekannte Berliner Theologe Friedrich Mahling schreibt über„Ethische Motive für Alkoholenthaltsamkeit".— Daneben stehen berufsethische Fragen im Vordergrund des Interesses. Die Grenzgebiete zwischen Sittlichkeit und Kunst, ebenso die zwischen Religion und Sittlichkeit werden lebhaft diskutiert. Gelegentlich wird auch vorhandene oder im Entstehen begriffene Volkssitte Besprechungen unterzogen. Das gilt z. B. vom Muttertag, für den sich Geh. Rat Abderhalden schon seit einigen Jahren eingesetzt, so daß allmählich immer weitere Kreise an der Feier des Tages im Mai teilnehmen. Neben dem Dogma von der Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft und Politik gibt es einen anderen Glaubenssatz, der genau so verhängnisvoll ist und von der Zeitschrift„Ethik“ ebenfalls bekämpft wird. Es handelt sich um den Satz von der Eigengesetzlichkeit der Naturwissenschaft, von der ebenfalls breite Volksschichten überzeugt sind. Gedacht sei etwa nur an die praktische Haltung, die in Fragen des Geschlechtslebens eingenommen wird. Man stellt sich weithin auf den Standpunkt, daß biologische Notwendigkeiten mit sittlichen Maßstäben nichts zu tun haben, sondern ihren eigenen Gesetzen unterworfen sind. Fragen, wie die der Geburtenbeschränkung und=verhutung gelten als ethisch neutral. Solange der Gegensatz zu diesem Dogma von der Eigengesetzlichkeit der Naturwissenschaft lediglich von Theologen gefordert wurde, war die Aussicht auf einen Wandel der allgemeinen Anschauungen und Praxis de: ring. Um so erfreulicher ist es deshalb, daß die Zeltschi# „Ethik“ zahlreiche Aerzte zu ihren Lesern zählt, die mit den Pfarrern gemeinsam eine Revision sexual=ethische Anschauungen erstreben. Geh. Rat Abderhalden ist der Führer eines besonderen Ethikbundes, dem vor allem Mediziner und Theologen angehören.— In der neusten Rummer der„Ethik“ betrachtet V. Ztaushungenz, Ba. das Eheproblem vom medizinischen Standpunnt, I. Pachali, Berlin, bringt Erziehungsgedannen zur Ehereform, und Gertrud Sinn=Übbelohde schreibt über Ehescheu und „Ethik“ sich nicht mit vielfach versagt, wenn es sich um Zustellung von Druckordnung und des Weltpostvertrages innegehalten werden, daß Empfänger von unsittlichen Druckschrift sich in jedem einzelnen Fall an die zuständige direktion wenden und auf Abhilfe dringen. Es ist dringend zu wünschen, daß die Zeitschrift„Ethik“ weitere Freunde gewinnt. Sie kann durch jede Buchhhandlung für 6 Mark, bei direkter Zustellung von der Ausgabestelle in Halle, Magdeburgerstr. 21, für 5 Mark pro Jahrgang bezogen werden. Dr. „Die Kirche bremst!“ Dies Schlagwort war bereits vor etwa 10 Jahren kommunistischen Führer(Amtsvorsteher und Malermeister) in einem Industriedorf im„roten Herzen“ Deutschlands der letzte, entscheidende Einwand, wenn alle anderen Angriffe gegen Kirche und Christentum abgewiesen oder als kleinliche Aufbauschung nachgewiesen waren. Natürlich bringt es nicht nur die Stimmung des einzelnen Mannes und seiner Anhänger, sondern einen weit verbreiteten, ja, grundsätzlichen Einwand und Widerspruch des Marxismus als solchen gegen die Kirche zum Ausdruck. Selbst wenn man ganz davon absieht, einen Gegner davon überzeugen zu wollen, daß das Christen tum einem wirklichen kulturellen Fortschritt keineswegs im Wege zu stehen braucht, ja, ihn nachweislich oft genug gesördert hat, gibt es doch keinen näherliegenderen Einwand gegen jenes Schlagwort, als die Frage, ob es denn empfehlenswert sei, in einem Auto oder anderem Gefährt eine Reise ohne Bremse anzutreten; Bremse und Steuer sind mit und neben dem Antrieb das Wichtigste für jedes Gefährt. Aber mit solch einem wohlwollenden Hinweis würde man der eigentlichen Anschauung und den tieferen Strebungen, die dem genannten Wort zugrunde liegen, keineswegs ohne weiteres gerecht werden. Es handelt sich nicht etwa bloß darum, daß die Kirche bei dem Kampfe der Arbeiterklasse um ihr Recht und um eine ganz neue Wirtschaftsordnung allzu sehr zur Vernunft und somit zur Mäßigung rate, ohne doch das Drängen der Not und den materiell bedingten Schrei der bedrängten Massen aus der Tiefe ihrer Not recht gewürdigt zu haben— das würde die vorhandene grundsätzliche Kirchenfeindschaft keineswegs erklären.„Die Kirche bremst“— damit ist nicht etwa eine erfahrungsgemäß zutage tretende falsche Einstellung der Kirche, auch nicht die ohne Zweifel große Zahl der von kirchlicher Seite im einzelnen begangenen Fehler und Versäumnisse gemeint; vielmehr zielt solch ein Wort auf einen in der Tiefe liegenden Gegensatz zwischen marxistischer und christlicher Weltanschauung ab. Es handelt sich nicht bloß um ein„Bremsen“ in Fragen der Wirtschaft, der Politik, des Standes, der Klasse, sondern um ein solches in den letzten Tiefen des denkenden und urteilenden menschlichen Wesens überhaupt. Gebremst, und zwar mit aller Entschlossenheit gebremst, hat ja auch Lenin, und er hat es aus marxistischem Denken heraus verstanden, gerade in solchem zeitweiligen, den Umständen Rechnung tragenden Sich=anpassen den unverminderten, eher noch gesteigerten, zielbewußten, in sich selbst völlig hemmungslosen Radikalismus seinen eigenen Anhängern unzweideutig klar werden zu lassen. Nicht anders denken und handeln heute seine Epigonen. Der Widerwille gegen das Bremsen richtet sich aber wider die Stelle, wo, und die Art, wie gebremst wird. Das Christentum kennt letzte und tiefste Hemmungen und Leitungen durch das Gewissen— ja, es rechnet diese Gewissenshemmungen und Gewissenstriebe zu dem Entscheidensten und für die Gewinnung der letzten Werte Wichtigsten auf der ganzen„Fahrt“ des Lebens. Hingegen kennt der Kommunismus eigentlich nur ein entscheidendes Hindernis auf seinem Wege— das christliche Gewissen! Radikalste Gewissenlosigkeit ist ihm die eigentliche Vorbedingung all seines Denkens und Wollens. Nicht nur seelenloser Materialismus, sondern zumal eine das Gewissen vernichtende Alleinherrschaft eines in sich ungebändigten„Vernunft"=Radikalismus, der sich keineswegs etwa scheut, sondern es im Gegenteil für etwas ganz selbstverständliches hält, seine ihm eigentümlichen Ziele mit satanischer Schlauheit und List zu erreichen, steht auf seiner Fahne. Da kann es nichts Schlimmeres geben, als in dieser völligen Freiheit vom Gewissen schwankend und nicht folgerecht und entschlossen zu sein— zu„bremsen“. Alles Halbe und Unentschlossene muß der Bolschewismus deshalb als seinen ärgsten Feind hassen und vernichten. So müßte er bei den„Dunkelmännern“ und wie es sonst heißen mag, die eigentliche letzte Macht der„Lüge" sehen, wenn— nun, wenn er überhaupt anders als in propagandistisch=kluger Einstellung auf in Wirklichkeit natürlich völlig veraltete und belanglose Reste bürgerlicher Denkweise wie„Wahrheit",„Lüge“ usf. sich beziehen könnte. In dem bestrickenden Netz des bolschewistischen Denkens mit seiner scheinbar großartigen und unbeirrbaren Folgerichtigkeit ist hier aber doch eine Masche offen geblieben— die von ihm verleugneten letzten Werte des„bürgerlichen" Denkens und Urteilens müßten ihm, wollte er echte Dauer haben und nicht schließlich sich selbst von innen her zersetzen, doch irgendwie Wirklichkeiten sein. Gewiß finden sie gar nicht selten tatenstarke Gewissens=Wirklichkeiten gerade dort, wo man weltanschaulich„nein“ zu ihnen sagt; deutlich genug hat Jesus selbst die„Herr, Herr"= und„Ja“=Sager, und die Täter des Wortes, auch wenn sie„nein“ sagen, gegenübergestellt. Aber eine bloß formale dialektische Gesetzmäßigkeit daraus ableiten zu wollen, wäre sinnlos und würde das auf der einen Seite herausgewiesene Uebel sogleich durch eine Hintertür voll und ganz, ja, bedeutend verstärkt, wieder hereinlassen. Tatsächlich vertritt auch weder das Christentum noch das marxistische Freidenkertum eine bloß formale, neutralphilosophische Dialektik. Soll nicht eine beiden Teilen widerwärtige Lauheit herauskommen, so muß bei aller praktisch angewandten Dialektik im letzten Grunde das eine der beiden Glieder, entweder das„Ja“ oder das „Nein“ die schließlich doch stärkere Betonung und letztlich überwindende Macht in sich tragen. In christlicher Dialektik ist zwar das Menschlich=Gute schlechterdings geleugnet, damit Gott allein die Ehre habe und jedes bloß menschliche„Ja“ zerbrochen werde; aber die überwältigende Wirklichkeit Gottes, wenn auch in vollem Widerspruch zu allen Möglichkeiten des menschlichen Geisteslebens, birgt doch das wunderbare letztlich sieghafte„Ja“ der Vergebung, des Lebens und der Auferstehung in sich. Sprechen wir von den Gewissenswerten, so könnten wir in ihnen im marxistischen Freidenkertum zwar auch, ganz wie im Christentum,„unwirkliche Wirklichheiten“ sehen; während aber am Christentum der Ton um der sieghaften Gottesmacht willen zuletzt doch auf die zweite Häljte des Gegensatzpaares gelegt werden muß, liegt er im Freidenkertum ohne jeden Zweifel aus dem ersten Gliede. Zwar weiß man die Gewissenswirklichkeiten geradezu glänzend und virtuos in der Arbeit der Propaganda an den Volksmassen auszunutzen, aber daß sie im Grunde doch etwas durchaus Unwirkliches sind, womit man aber gerade deshalb um so virtuoser und ungebundener sein Spiel treiben kann und soll, ist die letzte und tiefste Selbstverständlichkeit. So muß der die Gewissenswerte verneinende und vernichtende Kommunismus Kreuz und Auferstehung hassen, da sie seiner letzten Freiheit— der vom Gewissen!— widersprechen, da sie—„bremsen". Freilich vernichtet sich Satans Werk schließlich selbst; aber eine relative, auf die— mechanistisch und materialistisch aufgefaßte— Vernunftwirklichkeit aufgebaute Einheitlichkeit gibt ihm doch zunächst„groß Macht und viel List“ als eine wahrhaft grausame„Rüstung“ in dem Kampf, in dem es für die Christenheit keinen schließlichen Sieg gibt ohne die Bitterkeit des Kreuzes. Versuchen wir, dies entschlossene bolschewistische Freidenkertum geistesgeschichtlich einzuordnen, so bemerken wir bald seine Verwandtschaft mit Kräften, die auch im „Bürgertum“, zumal seit der Renaissance, sich eingenistet haben und die Führung an sich zu reißen versuchen. Gewiß waren sie bei uns vom Pietismus, und sodann von der heute viel verlästerten Frömmigkeit der Romantik und des Idealismus im vorigen Jahrhundert im Rahmen des Bürgertums mit seiner wesentlich auf das Einzelleben schauenden Einstellung einigermaßen zurückgedrängt. Aber der gewaltige Erfolg rationaler Forschungen, vor allem die Technik mit ihren Massenbetrieben und die hiermit gegebene neue Massen=Menschheitsnot brachte neue Erschütterungen des bürgerlich=christlichen Gleichgewichtes mit sich, die das Aufkommen bolschewistischen Geistes an verschiedenen Stellen erklärlich machen. Die Gefahr liegt nicht etwa darin, daß man eine neue rationale Wirtschaftsordnung sucht— weshalb sollten wir einer solchen grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen?!— sondern daß man eine radikale Technisierung und Materialisierung des ganzen Lebens und Daseins damit verknüpfen zu müssen meint, die der Bedrohung der menschlichen „Existenz“, die allerdings auch im Christentum liegt, einen letztlichnegativen, nihilistischen Charakter gibt und der tiefsten Macht der Verneinung und der Lüge damit die Herrschaft in die Hand gibt. In diesem erneuten Aball vom Christentum trifft sich der Geist der Hemmungslosigkeit, zumal auch im geschlechtlichen Leben, der das zu genialem Schaffen befähigte Volk der Griechen in den Abgrund der Selbstvernichtung geschichtlich hineingeführt hat, mit dem jüdisch=pharisäischen Geiste, der, wie ein Engel des Lichts, äußerlich schön und wertvoll in seiner Erscheinung, innerlich aber voll Moder, Unrat und widerwärtiger Heuchelei ist. Das Ganze ist das Gesicht und der „Geist“ des Kultur=Bolschewismus, der nicht etwa nur das Proletariat(dieses verhältnismäßig sogar noch am letzten), sondern auch das ganze Bürgertum, ja, die ganze abendländische Kultur, mit Zersetzung, Vernichtung und Untergang bedroht. Man spricht vom„Gewissen", und meint— charakteristischerweise!!— nichts anderes als Gewissenlosigkeit. Man spricht von der Not des Trieblebens, und meint die Haltlosigkeit des sittlichen Willens. Wie schleichendes Gift durchdringt dieser Geist alle Kreise — auch wenn sie wirtschaftlich scheinbar zum Marxismus durchaus im Gegensatz stehen! Hier liegt die eigentliche und wirkliche tiefe Not der Gegenwart. Was dabei vom Proletariat noch einigermaßen zu erklären oder zu entschuldigen ist, ist in weiten Kreisen des Bürgertums sehr viel weniger zu entschuldigen. Wichtig ist hierbei für uns einmal die Klarheit der Erkenntnis des offenen Abgrundes und andererseits der Mut zum„Bremsen“, der Mut zur„Rückständigkeit“! Wenigstens insofern, als diese „Rückständigkeit“ nicht einfach ein Haften am Althergebrachten als solchem ist, sondern überhaupt bestimmte Maßstäbe und Regeln für unser sittliches Leben anzuwenden wagt. Die Zahl solcher Maßstäbe mag ganz gering und zentral orientiert sein— man denke an das„Gebot“ der wahrhaften Liebe— aber ohne einen bestimmten Inhalt fehlt ihnen jegliche Wirkungskraft. Ohne solchen bestimmten festen Inhalt sind wir der letzten ewigen Verödung preisgegeben, der jedes sittliche Streben nur „Name“, Aeerer Schall und schließlich eitel Lüge und Falschheit ist. Der bestimmte Inhalt ist aber in dem Namen aller Namen gegeben, Jesus Christus, hinter dessen allerdings bedeutungslosem Schall und Klang doch der wahrhafte und unaussprechliche Name steckt, den die Propheten gesucht und die Apostel verkündigt haben, in dem der Vater sein Schöpfungswort sprach und aus dessen Geiste die eine heilige allgemeine Christenheit allein zu leben vermag. Er„bremst“ nicht allein, sondern er führt in seinen eigenen bestimmten Bahnen, die weit umfassender sind als bloß„eherne ewige große Gesetze", lenkt und leitet zur Wahrheit und so zu rechter Freiheit. Bestimmte Regeln und Ziele für Leben und Dasein sehen wir in seinem Leben und Dasein vorgebildet. Gewaltig ist sein Ernst der Gesetzesauslegung und der Gotteskraft, in der er selbst diese Gesetze, zuhöchst in ihrer sich selbst aufopfernden, wahrhaften Liebe, erfüllt. Im tiefsten Grund unseres ganzen Daseins erfaßt uns seine„Gnade“ in ihrer wunderbaren Lauterkeit und Reinheit; sie schafft uns eigentlich erst ein Dasein und Leben, das wir zuvor nicht hatten und aus uns nicht haben, weist uns auf ganz bestimmte, aber neue Wege. Die größte Gnade aber gibt Er seiner Christenheit, indem er sie zum Führertum befähigt durch die letzte große und unbedingte Entscheidung, die Er fordert und vor die Er uns in radihalster Einseitigkeit stellt:„Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet.“ Glaß, Biernau. Das Jubiläumeines KirchenliedeAuch Kirchenlieder haben ihre Geschichte. In diesg hr werden 300 Jahre vergangen sein seitdem Jahr werden Air Gayre ergngen sem, senben, vas Lied gedichtet worden ist:„Nun danket alle Gott!“ Es in. Irrtum, wenn man früher meinte, das Lied sei 1644 der Hoffnung auf den Frieden gedichtet worden; ehens, irrtümlich ist die Behauptung, der Dichter müsse Jubelfeier der Augsburgischen Konfession, zum 25.—9, Juni 1630, das Lied verfaßt haben. Vielmehr steht nag Martin Rinckarts, des Dichters, eigenen Angaben daß das Lied, das des Dichters Namen allbekannt gemacht hat, 1636 zuerst im Druck erschien. Freilich hat Rinchart das„Jesus=Herzbüchlein“, in dem das Lied enthalten war schon 6 oder 7 Jahr früher druckfertig gehabt. Doch wegen der betrübten Zeiten, so schreibt er, habe er es nicht eber als 1636 zum Drucke bringen können. In dem Büchlein wird es bezeichnet als„Tischlied nach dem Essen“, ale „Gratias". Sicher ist demnach, daß das Lied 1636 „Gratias“. Sicher ist dem.„ Lied 1636 druckt und 1630 oder 1631 gedichtet worden ist. Dag war druckt und 1630 0 um die Zeit, als Gustav Adolf seinen Siegeszug durg Deutschland ausgeführt hatte; es war in den Jahren, ale Rinckart viel Freude und Glück in seiner Familie erleben durfte, als seine Kinder den Tisch umblühten wie Des. zweige. Wir können es begreisen, daß er da seine Harse gestimmt hat zu dem Liede, das wie kein anderes zeigt daß er ein Dichter war von Gottes Gnaden. Sei, dem Johann Krüger, der Berliner Tonmeister, Paul Gerhardts Freund, im Jahre 1648 die herrliche Melodie z dem Liede geschaffen hat, hat man es weit und breit gesungen, wo man den Drang in sich fühlte, für geistlichen und leiblichen Segen, insbesondere auch für das tägliche Brot und die Gaben des Feldes, Gott dem Herrn z danken. Der dem Liede zugrunde liegende Bibeltext steit Sirach 50, 24—26. Es wird uns dort die Herrlichkeit der vom Hohenpriester verrichteten Gottesdienste geschildert. Nachdem die Opfer dargebracht worden waren, bliesen die Priester die Posaunen, und die Sänger stimmten Psalmen an. Alsdann fiel die Gemeinde betend auf das Angesicht, der Hohepriester gab den Segen, und die Gemeinde schloß die Feier mit dem Gebete:„Nun danket alle Gott, der große Dinge tut an allen Enden, der uns von Mutterleibe an lebendig erhält und tut uns alles Gute. Er gebe uns ein fröhlich Herz und verleihe immerdar Frieden zu unserer Zeit in Israel und daß seine Gnade stets bei uns bleibe und erlöse uns, solange wir leben.“ Diese Stelle, die als eine Perle unter den Sprüchen der apokryphischen Bücher bezeichnet werden kann, war zu Rinckarts Zeiten wohlbekannt. In einigen alten Gesangbüchern war sie als Loblied enthalten, ehe der Rinckartsche Gesang gedichtet worden war. Rinckart hat aus dem Abschnitt des Buches Sirach die beiden ersten Strophen seines Liedes gebildet. Der dritten Strophe aber legte er einen nicht minder hochfestlichen liturgischen Spruch zugrunde, nämlich das von alters her in allen Gottesdiensten gesungene und auch heute noch weithin bekannte:„Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Die Aenderungen, die Rinckart an den beiden Stücken vorgenommen hat, sind geringfügig. Ihre Zusammenfügung in das nun einheitliche Lied bleibt dennoch ein Meisterstück. Das Lied ist zum echten deutschen Volkslied geworder, das bei den verschiedensten Gelegenheiten gesungen wurde. Im Siebenjährigen Kriege waren am Morgen des 5. Dezember 1757 die Heere Friedrichs des Großen unter den Klängen des:„O Gott, du frommer Gott“ bei Leuthen in den Kampf gezogen. Im Laufe des Tages ward ein herrlicher Sieg erkämpft. Das ermüdete lagerte abends auf dem Schlachtfelde. Von Hunger, und Mattigkeit überwältigt, sanken viele auf den feuchten Boden hin. Ringsum stöhnten Verwundete. Bei jedem Schritte stieß man auf Leichen. Die Dunkelheit der Nachl machte alles noch schauerlicher. In dieser düsteren Umgebung fing auf einmal ein Soldat an, laut und mächtig zu singen:„Nun danket alle Gott!“ Von denselben befühlen ergriffen, fielen die Musikanten mit den Instrumenten ein, und in einer Minute sang das ganze 4 das Loblied mit. Dem Könige sollen bei dieser Gelegen heit die Worte entfahren sein:„Mein Gott, welche hat die Religion!“ Und 1813, als Yorks Landwehrmänner bei burg den Uebergang über die Elbe erzwungen h# war der erste Gang dieser Sieger in die Kirche. warfen sich auf die Knie und sangen:„Nun dank Gott!“ Auch im Kriege 1870/71 hat der Rinckartshe,## nach mancher Schlacht die Herzen zu Gott.— Jau, stimmte man am Tage nach der Schlacht bei Grave“., abends, bei dem Dorfe St. Marie aux Chenes das ele an. Ein Augenzeuge berichtet davon:„Ergreifender“ nichts gedacht werden als das Gebet von Tausendeszon einem vielfachen Tode entgangen sind und sich g#er Ausdrucke eines einzigen Gesanges sammeln. Gesang verhallte, war manches Auge feucht.... Auch aus dem Weltkrieg lassen sich anführen, daß der Choral:„Nun danket alle G0 manches Mal angestimmt worden ist.(Siehe Schn Kriegsfrömmigkeit, Bd. 1, S. 117—119)1„ gunch von der Möchte das Lied, das nun 300 Jahre deutschen evangekischen Christenheit gesungen,„zchte such weiterhin seine alte Kraft erweisen, und% Jubelton frohen Dankes in die Kirchen un* Erscheint m .86 Bestellg Ausland ur Einzelnur Nr. 116. Nun kli Das all Ein mä Durch§ Du selb Du wuf Er zwa Wie er Nun kl Laß all Und lat Ob es Du deinen Ein noc darüber K vier Jahrz und er me denn eine Lieder sin singe!“ so die Grund der Dankb das wahr! ter unertrö unter una schwerten Stirn, am bricht es u quickenden ten? Es fe Danken hatte recht, und gelern dern vom So, daß m Erleichteru Himmel ni Weg zur E nen komm rade zur r Christen, d Reichtume sei Dank Christus se Wie för Menschen! Flecken de heit, die ar kranke un als solche, Danken m erwacht in Tage und nur dann sie als unv danken vei danken ge tereinande mehr.„De Zinsen trät en. ihes in die Kirchen und H zineintragen! Pfr. Drüner=Hersseld.