us“. von Joh. tschrift(Monats. emann ist, dem Gebiete des handlungen aus röhten Tell on #lb davon geben. handelt werden, ###elsorge). tern. jank waren. deinem Herzen? orwürfe. e, nie! Frieda Uferandere haben die der Verfasser se Fragen zu beeitschrift beträgt 5 RM. Teilzahmi entgegen el b. Bielefeld. efunden. es Telefonamt. sie Gründonners= Ihr mittags) und on Kenntnis zu Anstalt Bethel. zer gewissenhaft und nen vegetarischen 11jährigen JunHausfrau beruflich s sämtliche Hauswerden. Gehaltsansprüchen eformhaus el, Heidelberg, nstraße 22. eliches idchen einen Professorenkinder von 3 und 7 littelbaden. Ange433 a. d. Exp. d. Bl. Bauschule Mheicher, Daumgenpssen Eisenbeu Elserbetornen Tonindustrie Begeleingerer ehrkter, Gogeimend S ratzen n dielefeld Segr. 1888 funk Umdeil die Zeitschrih ihrlichsten n der Welt! ZUg RN lochhandlung Berlin N24 Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs eiusland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Christliches Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig Reklame 30 Pfg. M ile:“ gmntar W g t... ir 90 Betlagen unter 25 g Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittag konto Hannover 67377. je tausend 15 Ml gs 3 Uhr. PostscheckNr. 91. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld), Donnerstag, den 17. April 1930. 12. Jahrgang. grafis garniet Bezähme deinen Zorn und lasse dem die Rache, Der besser als du selbst kann führen deine Sache. Rückert. Gnnnnntinntttiittininnintitn umschau. Drei statt fünf.— Der Kampf um das Mittelmeer. Die Londoner Flottenkonferenz ist so gut wie resultatlos zusammengebrochen. Darüber werden auch die schönen Abschiedsreden, die nächste Woche auf der Schlußsitzung fällig sind, nicht hinwegtäuschen. Jedenfalls ist der Hauptzweck der Londoner Verhandlungen, nämlich durch ein Fünfmächteabkommen die Seerüstungen einzuschränken, nicht erreicht worden. Es hat sich lediglich ein Dreimächteabkommen(zwischen Amerika, England und Japan) ergeben, das aber keine Rüstungsverminderung, sondern nur einen gewissen Flottenausgleich für die drei Vertragsstaaten bedeutet. Schon allein das Mißtrauen gegenüber dem Störenfried Frankreich läßt eine Rüstungseinschränkung so lange nicht zu, als Frankreich auf seinen überspannten Rüstungsforderungen besteht. Zwar haben Henderson und der englische Seelord Alexander das Dreimächte=Abkommen gleichzeitig auch als einen Erfolg des Abrüstungsgedankens gefeiert; aber es handelt sich hierbei lediglich um eine Kürzung der Neubauprogramme, und der Verdacht verstärkt sich, daß man diese Neubauprogramme nur aus dem Grunde so hoch angesetzt hat, um mit ihrer Kürzung jetzt um so mehr Eindruck machen zu können. Ganz in diesem Einne wird denn auch aus London geschrieben,„daß nicht der effektive Flottenbestand, sondern nur die wohl absichtlich so hochgeschraubten Neubauforderungen der drei Mächte eine Kürzung erfahren habert. Alles in allem steht man nach drei Monate langen Verhandlungen vor einem Ergebnis, wie es in groben Umrissen bereits im Januar vorlag. Alle Versuche, das Abkommen Amerikas, Englands und Japans auch auf Frankreich und Italien zu erweitern, sind restlos gescheitert. Der Abrüstungsgedanke hat auch in London wieder an der unduldsamen Haltung des chauvinistischen Frankreich einen vollständigen Schiffbruch erlitten. Schon allein die unverbindlichen Ratschläge, wie sich die=Bootkommandanten in einem zukünftigen Kriege zu verhalten hätten, beweist deutlich genug, daß man in den Konferenzkreisen selber mit allen Möglichkeiten rechnet. Statt Abrüstung also— Seekriegstaktik! Sicherlich ist Macdonald für den kläglichen Ausgang der Londoner„Abrüstungs“konferenz nicht verantwortlich zu machen. Er hat sein Möglichstes getan, um die Konferenz zu„retten“. Er war sogar zeitweise versucht, auf die französischen„Sicherheits“forderungen einzugeden und sich damit als Schrittmacher der französischen Nachtpolitik mißbrauchen zu lassen. Der leidenschaftliche Viderstand der gesamten englischen Presse gegen eine wvermalige Verschacherung Englands an die imperialistischen Ziele Briands und Tardieus hat ihn jedoch noch kechtzeitig von dieser verhängnisvollen Politik Abstand nehmen lassen. Gescheitert ist die Konferenz an Frankreich. ht die französ. Presse gewissermassen selbst zu, indem sie danz offen erklärt, einen besseren Ausgang hätte die Lonvoner Konferenz für Frankreich gar nicht nehmen könen; man habe auf diese Weise seine vollständige Handtngsfreiheit bewahrt und sei nunmehr in der Lage, das neite französische Rüstungsprogramm restlos durchzuführen. Iweifellos bedeutet das Dreimächteabkommen einen weiteren Schritt auf dem Wege der angelsächsischen Verständigung(obwohl auch hier gewisse seldungsflächen, zumal wirtschaftspolitischer Art, nicht Eanz aus der Welt zu schaffen sein werden!), aber die mderen weltpolitischen Gegensätze sind während der Lonvoner Verhandlungen um so schärfer in Erscheinung geeten. Vor allem ist es der Gegensatz zwischen FrankEeich und Italien gewesen, der die Londoner Verhandlunden von vornherein so überaus schwierig gestaltete. sicher französisch=italienische Gegensatz ist so natürdaß es wohl auch der feinsten Diplomatie kaum mög9 sein wird, einen wahren und dauerhaften Frieden zwischen Rom und Paris zu stiften. der französisch=italienische Rivalitätskampf geht um Nittelmeer. Die Beherrschung des Mittelmeesowohl für Frankreich wie für Italien eine, wenn die Lebensfrage. Frankreich ist zwar doppelt so kungszaß, Italien, steht aber hinsichtlich seiner Bevölkerüch 282„um zwei Millionen Köpfe hinter Italien zuDafur verfügt es über ein Kolonialreich, das an Briefe aus dem Leserkreis. Daß die materialistisch=atheistische Presse— hinter welcher Parole sie sich auch immer verschanzen mag— drauf und dran ist, das letzte gesunde Bollwerk unseres deutschen Christenvolkes niederzureißen, ist wohl niemandem ein Geheimnis mehr. So aussichtslos der Kampf einer noch so entschlossenen christlichen Presse gegen das klassenkämpferische und kulturbolschewistische Zerstörungswerk erscheinen mag, so ergreifend sind die Opfer, die von beherzten Männern und Frauen doch immer wieder für die Sache einer wirksamen christlichen Tagespresse gebracht werden. Gerade auch am Aufwärts machen wir immer wieder die tröstliche Erfahrung, daß es auch heute noch eine Fülle lebendigster Tatkraft im deutschen Christenvolk gibt, die sich zum Teil mit sehr beträchtlichen Opfern für die weitere Ausbreitung unseres Blattes einsetzt. Das mögen wieder einmal zwei Beispiele beweisen, die wir aus den in letzter Zeit eingegangenen Briefen dieser Art herausgreifen. Zwei treue Freunde in einer Großstadt schreiben: „Wir haben im Laufe der letzten drei Monate an zirka 60 uns bekannte Einwohner den Aufwärts in je 3 Exemplaren verschickt. Nachdem diese Versendung durchgeführt war, begann die Wiederholung in derselben Reihenfolge, auch immer je 3 Exemplare. Die zweite Versendung ist dieser Tage beendet, und nun erfolgt nach der bekannten Reklamepraxis die dritte Zusendung in der Annahme und Hoffnung, daß nun mancher Empfänger mürbe geworden ist, bezw. sich von dem Wert des Aufwärts überzeugt hat und sich zu einem Abonnement entschließt. Tut er's dennoch nicht, ja, dann ist ihm auch nicht zu helfen, dann aber liegt's nicht an uns, denn wir haben weder Mühe noch Kosten gescheut. Aber auch, wenn uns unsere Tätigkeit nach dieser Richtung hin nicht Recht geben sollte, soll unsere Werbearbeit trotzdem nicht erlahmen! Neue Wege sollen beschritten werden. Vor wenigen Tagen hat der Unterzeichnete gelegentlich eines Vortrages von dritter Seite im Turnverein über das Thema: Wege zur deutschen Freiheit, persönlich für den Aufwärts Stimmung gemacht und die ihm zugegangenen Werbenummern an die Anwesenden verteilt. Auch unsere Frauen stellen sich in den Dienst der Sache und verteilen den Aufwärts im hiesigen kirchlichen Frauenverein und im Neulandbund. Im weiteren haben wir den Inhaber eines Zeitungsverkaufsstandes gewonnen, der das uns überlassene Freiexemplar an bevorzugter Stelle zum Verkauf anbieten will. Wir stellen es ihm auf 14 Tage zur Verfügung. Wir benutzen jede sich uns bietende Gelegenheit, um bei anderen Zeitungsverkaufsständen nach dem Aufwärts zu fragen, natürlich mit dem Hintergedanken, daß sich der Inhaber zur Anschaffung entschließt.“ Ein Ingenieur aus einer anderen Großstadt erbot sich. die Kosten dafür zu übernehmen, daß einige Monate hindurch an 20 Adressen der Aufwärts regelmäßig verschickt werde. Solcher Opfersinn, dem wir gerade in unserer Aufwärtsgemeinde auf Schritt und Tritt begegnen, und der uns immer wieder aufs tiefste ergreift, blieb nicht ohne Frucht. Und so hat sich denn auch während des letzten halben Jahres die Auflage unserer Zeitung auf einer recht erfreulichen Höhe gehalten. Selbstverständlich weiß niemand besser als wir selbst, daß der Aufwärts nicht vollkommen ist, und seine Mängel hat. Aber um diese Mängel— soweit das überhaupt menschlich möglich ist abzustellen, bedarf es noch etwa drei= bis viertausend neuer und ständiger Leser. Wer uns hilft, diese dreibis viertausend neuen ständigen Leser hinzuzugewinnen, der baut zugleich mit an der notwendigen Grundlage, um darauf einen weiteren, schlichtgefälligen Ausbau unseres Blattes sicherzustellen. Aller bisherigen und zukünftigen Mithilfe sprechen wir unseren wärmsten Dank aus. Und noch einen ganz besonderen Wunsch haben wir: daß jeder, der es irgend vermag, auch in den Sommermonaten den Aufwärts durchhält und ihn— weitergibt! Größe und Reichtum nur noch von dem englischen Weltreich übertroffen wird. Die wenigen Kolonien hingegen. über die Italien verfügt, kommen als Aufnahmegebiete für den italienischen Bevölkerungsüberschuß— der jährliche Geburtenüberschuß Italiens beträgt 400 000 Köpfe nicht in Frage. Die früheren Auswanderungsgebiete, vor allem Amerika, sperren sich immer mehr gegen fremde Einwanderer, und so preßt die italienische Ueberbevölkerung in steigendem Maße gegen die Grenzen des Faschistenstaates. Schon heute stoßen jährlich etwa 200 000 Italiener nach Südfrankreich vor, um sich hier seßhaft zu machen. Eins der wichtigsten historischen Grundgesetze aber lautet:„Nicht wer den Boden besitzt, sondern wer ihn bebaut, entscheidet letztgültig über das Schicksal dieses Bodens!“— Der andere, allerdings wesentlich geringere italienische Auswandererstrom ergießt sich auf Nordafrika. Allein in Tunis wurden bereits im Jahre 1921 nicht weniger als 88000 Italiener(gegenüber 53000 Franzosen) gezählt. Aber auch von den 53000 tunesischen Franzosen ist der größte Teil italienischer Herkunft und nur durch Naturalisierung französisch geworden. Frankreich erkennt sehr wohl die Gefahren, die ihm von der italienischen Bevölkerungsbewegung her drohen. Dabei bleibt zu berücksichtigen, daß sich die hemmungslose Bevölkerungspolitik Mussolinis erst nach einer Reihe von Jahren in ihrer ganzen außenpolitischen Tragweite auswirken wird! So sieht sich Frankreich in der Tat in seinen vitalsten Machtgrundlagen(Mittelmeer, Nordafrika) bedroht, während Italien auf Grund seiner gewaltigen Bevölkerungszunahme einen ganz natürlichen Anspruch auf Siedlungsmöglichkeiten im Mittelmeerraum geltend machen zu können glaubt. Außerdem ist die geographische Lage Italiens eine derart unglückliche, daß es schon allein aus diesem Grunde einen entsprechenden Flottenschutz für dringend erforderlich hält. Man kann also die Rüstungsforderungen Italiens durchaus verstehen. Heikel ist nur das eine, daß jede Machterweiterung Italiens im Mittelmeer nur auf Kosten der französischen Mittelmeerinteressen gehen kann. Aus dieser Frontstellung heraus ergeben sich die verschiedensten und zum Teil äußerst empfindlichen Reibungsflächen zwischen Frankreich und Italien.„ Da ist vor allem das franzosische Tunis, das— wie bereits vorhin erwähnt— ganz überwiegend von Italienern kolonisiert ist und nicht nur für die Beherrschung des westlichen und östlichen Mittelmeeres, sondern auch für das Vordringen nach Innerafrika eine äußerst wichtige Bedeutung hat. Es tritt hinzu die Tripolis frage, die durch die italienische Forderung nach Rückgabe der Gebiete von Borku und Tibesti ihre besondere Note erhält, aber im stillen ebenfalls als Plattform für die Schaffung eines großen italienischen Kolonialreichs in Afrika gedacht ist. Auch der französisch=italienische Kampf um Abessinien mit seiner großen Bedeutung für die französisch=italienischen Kolonien am Ausgang des Roten Meeres darf nicht übersehen bleiben, wenn man die Spannung zwischen Rom und Paris in ihrem ganzen Ausmaß verstehen will. Hinzu tritt dann noch der französisch=italienische Kampf um den Balkan, bezw. um die Beherrschung der Adria. Es ist Italien mittels des Weltkrieges zwar gelungen, seinen ursprünglichen Adria=Konkurrenten, nämlich Oesterreich, loszuwerden; aber an die Stelle Oesterreichs ist nunmehr Südslawien oder besser gesagt: Frankreich getreten. Auch dieser französisch=südslawische Vorstoß in die Adria, den Mussolini mit seinem ungarisch=bulgarisch=österreichischen Bündnissystem zu parieren sucht, hat nur den einen Sinn: Kampf um das Mittelmeer! Und dieser Kampf ist es in allererster Linie, an dem die Londoner sogenannte„Abrüstungs“konferenz zusammengebrochen ist. Und wenn man in den Kreisen der Londoner Konferenz— wenigstens offiziell— so tut, als ob man mit Hilfe von Sonderverhandlungen schließlich doch noch zu einem Ausgleich des französisch=italienischen Flottengegensatzes zu kommen gedenke, dann sind angesichts der eben angedeuteten Verhältnisse solche„Hofinungen nicht allzu ernst zu nehmen. Auch bleibt zu bedenken, daß es vorerst ja noch immer England ist, das aus der französ.=italienischen Mittelmeerrivalität den Hauptnutzen zieht. Deutschland ist zwar an dem Streit um das Mittelmeer nicht unmittelbar beteiligt. Aber die Gegensätze der anderen sind bisher immer noch auf unserem Rücken ausgetragen worden. Das war jedoch nur deshalb möglich, weil wir immer nur stur nach Paris blickten und alle Demütigungen auf uns nahmon, nur um es nicht mit Frankreich zu verderben. Es ist hoch an der Zeit, daß wir mit dieser Art„Politik“ brechen und die Möglichkeiten, die uns die Gegensätze der anderen mehr als einmal während der vergangenen Jahre in die Hände gespielt haben, besser auszuwerten verstehen, als dies leider bisher der Fall war. Nur dann dürfte wieder von einer wirklichen deutschen Außenpolitik zu sprechen sein. H. Von August Winnig. Ich habe die Honorare für meine Bücher größtenteils auf die Seite gelegt und gespart. Es sind im Laufe der Zeit einige tausend Mark geworden. Das ist nun mein Besitz. Der Herr Kultusminister in Preußen sagt, Besitz sei Schuld. Ich habe mich gefragt, wo hier die Schuld zu suchen, wie sie zu begründen sei, und vor wem ich den Schuldtitel zu vertreten habe. Ich hätte ja gar keine Honorare zu verdienen brauchen; ich hätte abends lesen oder spielen oder auf Vergnügungen ausgehen können: Dann wäre ich nicht schuldig geworden. Da ich aber manchen Abend geschrieben und das Geschriebene nach Schriftstellerart verwertet habe, habe ich eine Schuld auf mich geladen. Jedoch, die Schuld liegt offenbar nicht im Schreiben, sie liegt auch nicht in der Verwertung des Geschriebenen, sondern sie liegt darin, daß ich den Erlös nicht sogleich ausgegeben habe; denn nur dadurch ist ein Besitz entstanden. Meine Schuld geht also auf eine gewisse Sparsamkeit zurück, von der ich sagen kann, daß ihr jeder Fanatismus fehlt, daß sie eine gemäßigte Sparsamkeit ist. Aber das hat auf die Schuld keinen Einfluß, es mindert sie nicht. Besitz ist Schuld, sagt der Preußische Kulkusminister. Ich gestatte mir, dazu zu sagen, daß es sehr schlimm und unverantwortlich ist, wenn ein Kultusminister dergleichen redet. Vielleicht will er sich damit rechtfertigen, daß er solchen durch eigene individuelle Leistung erworbenen Besitz zumal, wenn er so klein wie meiner ist— nicht gemeint habe. Aber dann muß er seinen Ausspruch erklären, begründen und einschränken. Zunächst haben wir das Wort vor uns: Besitz ist Schuld. Ich möchte die Schuldthese des Ministers an einem anderen Falle untersuchen. Ich habe einen Vetter, der ging vor langen Jahren als ein armer Gärtnergehilfe in die Fremde und fand Stellung in Stendal. Dort blieb er lange Zeit, wohl ein Dutzend Jahre oder noch mehr. Als er fünf Jahre fort war, kaufte er in der Heimat einen Acker. Seine Eltern zäunten den Acker ein und begannen eine Baumschule anzulegen. Die alten Leute waren bienenfleißig vom Morgen bis zum Abend. Der Sohn blieb noch Gärtner in Stendal und arbeitete als Gehilfe und sparte sein Geld. Nach einigen Jahren kaufte er einen weiteren Acker. Der wurde auch Baumschule und die Eltern arbeiteten noch fleißiger. Dann kam die Zeit, wo man die herangezogenen Bäume verkaufen konnte. Da gab der Vetter seine Gehilfenstellung auf, kam in die Heimat zurück und wirtschaftete selber. Ob er sehr reich geworden ist, kann ich nicht sagen, aber er besitzt heute gegen hundert Morgen des besten Bodens, und alles ist in guter Kultur. Seine Baumschulerzeugnisse haben seit Jahrzehnten einen guten Ruf. Dreißig oder mehr Familien finden dort ihr Brot, und die Gemeinde hat auch ihre Vorteile von dem blühenden Unternehmen. Ich frage nun: Wodurch ist der Mann schuldig geworden? Es gibt keine Schuld ohne Sünde. Wodurch hat der Mann gesündigt? Durch seine Sparsamkeit? Will der Herr Kultusminister wirklich sagen, daß Sparsamkeit eine Sünde ist? Lag die Schuld darin, daß er Land erwarb? Oder darin, daß er fleißig, daß er ein tüchtiger Gärtner war? Seine Sparsamkeit, sein Fleiß und seine Tüchtigkeit sind die Gründe seines Besitzes. Wenn nun Besitz Schuld ist, so liegt die Schuld in diesen Eigenschaften. Dann muß der Kultusminister also diese EigenschafLeonardos Abendmahlsgemälde. Neben Rassaels sixtinischer Madonna, dem vielgepriesenen Juwel der Dresdener Bildergalerie gilt das Abendmahl Leonardos als das populärste Bild der gesamten italienischen Kunst. Es ist ein wundervolles Werk, eine gewaltige Schöpfung allerersten Ranges. Nur ein Großmeister wie Leonardo da Vinci(1452—1519), jenes Universalgenie von ganz seltenem Ausmaß des Geistes, konnte der Menschheit ein solches Gemälde schenken. Den geistigen Inhalt hat unser Goethe in die Worte gefaßt:„Das Aufregungsmittel, wodurch der Künstler die ruhig=heilige Abendtafel erschüttert, sind die Worte des Herrn:„Einer ist unter euch, der mich verrät!“ Ausgesprochen sind sie; die ganze Jüngerschaft kommt darüber in Unruhe, er aber neigt sein Haupt, gesenkten Blickes; die ganze Stellung, die Bewegung der Arme, der Hände, alles wiederholt mit himmlischer Ergebenheit die unglücklichen Worte, das Schweigen selbst bekräftigt:„Ja, es ist nicht anders! Einer ist unter euch, der mich verrät!"— Als ich auf meiner ersten Romfahrt Mailand besuchte, war es für mich eine unabweisbare Pflicht, die Schritte auch nach S. Maria'della Grazie zu lenken, um dort die wunderbare Darstellung Leonardos an der Wand des Refektoriums in Augenschein zu nehmen. Sicher, das hohe Meisterwerk ist seit langem bereits nur noch eine Ruine. Schon zu Leonardos Zeit haben seine neuen Farbenversuche ein Abblättern zur Folge gehabt. Späterhin ist das Bild mit unglaublicher Roheit behandelt worden: man verwandelte den Speisesaal des Klosters in eine Remise, man ließ durch feuchte Luft die herrlichen Farben verblassen, man malte in das Gesicht des Erlösers einen Bart hinein, man brach sogar eine Tür durch das Bild usw. Allein, obschon wir bei Einzelheiten das Studium des Originals uns durch alte Kopien erleichtern müssen, ein Kenner wagt doch zu sagen:„Das so geschändete Bild wirkt gewaltiger und rührender als alle Zeichnungen, die davon gemacht worden sind. Das ist die Kraft der göttlichen Kunst!“ Am Gründonnerstag, dem Tag der Einsetzung des Hl. Abendmahls ist die gegebene Gelegenheit, einmal etwas ausführlicher von der künstlerisch vollendeten Darstellung des letzten Beisammenseins Jesu mit seinen Jüngern zu sprechen. ten verurteilen. Es ist nicht nur die Rede eines Dichters, sondern eine ewige Wahrheit, daß die Schuld das größte aller Uebel ist. Wer wüßte nicht, wie schwer ein Schuldgefühl zu tragen ist! Wenn ich einem jungen Menschen eine Lebensregel sagen soll, so sage ich ihm: Hüte dich vor der Schuld! Hätte aber der Kultusminister recht, so müßte ich ihm zugleich sagen: Hüte dich vor den Dingen, die schuldig machen, hüte dich vor— ich wage es kaum niederzuschreiben— hüte dich vor Fleiß und Sparsamkeit, hüte dich davor, tüchtig zu sein! Ich glaube, es wird nun klar, daß der Minister Unsinn geredet hat. Wenn er sich den Sinn und die unabweisbaren Folgerungen seines Ausspruchs noch einmal überlegt, wird er vermutlich selber einsehen, daß man dergleichen nicht sagen darf. Wenn das ein Nichtstuer, ein Sonnenbruder, ein Landstreicher sagt, so hat das nichts zu bedeuten. Denn dann weiß man, daß dieser Gauch eine fremde Schuld behaupten will, um von seiner eigenen Schuld abzulenken. Ein Minister dürfte dergleichen nicht sagen. Aber es ist nun geschehen. Der Mann, der von Staats wegen die Volksbildung zu betreuen hat, hat den Besitz als Schuld verkündet. Es wäre jedoch falsch, den Ausspruch als eine Entgleisung anzusehen. Man sagt Herrn Grimme nach, er sei religiöser Sozialist. Angenommen, daß er's wirklich ist, wirft dieser Umstand einiges Licht auf die Gründe der Auffassung, die sich in dem angefochtenen Worte ausdrückt. Das große Gedankengut der christlichen Religion läßt die Möglichkeit einer Deutung zu, wie sie diesem Worte zugrunde zu liegen scheint. Die Evangelien und Apostelbriefe bieten eine Fülle von Aussprüchen, die für eine solche Deutung herangezogen werden können. Da ist das Wort, daß eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Himmelreich komme. Da ist die Mahnung, daß man nicht Schätze sammeln soll, die Motten und Rost fressen und vieles andere mehr. Oft hat sich darum das Christentum eine Deutung gefallen lassen müssen, die nicht nur zu einer Entschuldigung, sondern zur Lobpreisung der Lässigkeit und Untätigkeit hinleitete: Sehet die Lilien auf dem Felde. In den Zeiten sozialer Hochspannungen ist fast immer diese Deutung hervorgetreten. Aber sie hat sich nie durchsetzen, geschweige denn behaupten können. Sie hat immer wieder vor der natürlichen Schaffensfreude des Menschen zurückweichen müssen. Diese Schaffensfreude hat es nicht mehr schwer gehabt, sich ebenfalls aus der Schrift zu rechtfertigen, und hat neben dem Glauben die Werke gefordert. So ist der Ausspruch des preußischen Kultusministers zu verstehen: Er soll die Religion dem marxistischen Sozialismus dienstbar machen. Der Marxismus hat die Arbeit ihrer Ehre und Würde entkleidet, er hat aus ihr, die eine gottgesetzte Pflicht ist, einen degradierenden Zwang gemacht. Die Marxisten werden erwidern, das habe nicht der Marxismus, sondern der Frühkapitalismus getan. Sie haben es beide getan: der Frühkapitalismus empirisch, der Marxismus prinzipiell. Der Marxismus hat die empirische Entwürdigung der Arbeit lehrhaft bestätigt, er hat nicht ein neues Ethos der Arbeit gefordert und geistig vorbereitet, sondern hat die Katastrophe der Arbeitsethik als den Durchbruch der Wirklichkeit verkündet, fast möchte man sagen, gefeiert. Ein religiöser Sozialismus hätte heute eine andere Pflicht. Er hätte eine neue Weihe der Arbeit vorzubereiten, hätte dafür zu kämpfen, daß der Arbeit wieder ein neuer Adel würde. Aber es gibt noch keinen religiösen Sozialismus in wirkungskräftiger Form. Was sich heute unter diesem Namen in den Vordergrund drängt, int teisozialistische Beflissenheit, die brüchigen ökonomischan Argumente durch religiöse zu ersetzen. Es ist eine g. flissenheit, die gar nicht daran denkt, die seelische die der Marxismus geschaffen hat, einer neuen Kultur.“ zuführen. Hier ist nur Anpassung an den Geist der Mas, Da man nicht die Kraft hat, diesen Geist zu heben auf das hohe Ziel einer sittlich erneuerten Arbeit zu ria. ten, redet man in seiner Art und infamiert den Besitz z äußere und individuelle Frucht der Arbeit. Der Marxist sagt: Besitz ist Schuld. Der Kapitali sagt: Besitz ist Verdienst. Der Christ, der mehr weiß al. diese, sagt: Besitz ist Gnade. Er soll dann auch wissen, das Gnade nicht ein Pfund ist, das vergraben werden darf (Aus:„Berliner Börsenzeitung“ Nr. 163 v. 6. 4. 30 Henderson sammelt Hinsichtlich der Schwierigkeiten der britischen Die gegenwärtig in London geführten englischägyptischen Verhandlungen über die Räumung iltales und der Verlegung der englischen Truppen die Kanalzone haben einen sehr kritischen Punkt reicht. Die Besprechungen wurden bis in die Nacht fortgesetzt, ohne daß es bisher gelang, zu Einigung über die am meisten umstrittene Frage künftigen Stellung Englands im Sudan zu kommen Die ägyptische Abordnung zeigt sich in dieser Frage zunächst unnachgiebig. 888 Auch die„Times“ gibt in einem Leitartikel die ernste Wendung der Verhandlungen zu, verlangt abr gegenüber der nun ziemlich einheitlichen und sehr nachdrücklichen Opposition von beiden Seiten für Außenminister Henderson Verhandlungsfreiheit, da t. nerlei Anzeichen dafür bestünden, daß ihm die Sorge um die britischen Interessen weniger am Herzen liege als seinen Vorgängern. Die ägyptischen Verhandlungen zeigten, wie wichtig es sei, daß eine arbeiterparteiliche Regierung die großen außenpolitischen Fragen in diesem Jahre zu erledigen habe: Flottenkonferenz, Reichskonferenz, Aegypten und Indien. Taktische Erfahrungen in diesen Fragen könnten dazu führen, daß aus einer starken,„aber unerfahrenen Arbeiterpartei eine für die Durchführung der Geschäfte des Landes qualifizierte politische Partei“ werde. Der„Centrosojus“ in Angnade. Neun Direktoren der größten russischen Genossenschaft verhaftet. Unter dem Verdacht, die wirtschaftliche Gegenrevolution vorbereitet zu haben, wurden in Moskau neun Direktoren der Genossenschaft„Centrosojus“ verhaftet, unter ihnen Direktor Schkolnik. Schkolnik war früher Holzindustrieller und soll noch bis jetzt verbotene Beziehungen zum Auslande unterhalten haben. Alle Verhafteten müssen sich vor dem Obersten Gericht der Sowjetunion verantworten. Die Verhaftungen haben großes Aufsehen errect, ist doch der„Centrosojus“ die größte und eine der ältesten russischen Genossenschaften. Wegen einer ähnlichen Beschuldigung, wie gegenwärtig die gegen die leitenden Beamten der„Centrosojus“ erhoben werden, schwebt in Charkow ein Prozeß gegen 127 Sowjetbeamte der Holzindustri.. Auch sonst scheint es an Prozessen in der Ukraine nicht zu fehlen; man spricht von 300 in politische Prozesse verwickelte Personen und rechnet mit ewwa 50 Todesurteilen! Eine epische, d. h. ruhig erzählende oder innig lyrische Behandlung des Themas lag Leonardo nicht. Er war der geborene Dramatiker. Und zu einem großen psychologischen Drama hat er sein Bild gestaltet. Man meint, daß der Bericht der Schrift nie anders habe erzählt werden können, aber der Meister überragt dennoch alle Früheren. Alle Figuren, je drei Gestalten schließen sich zu einer Gruppe, stehen in engem Kontakt mit der Haupt= und Mittelfigur, Christus. Ein gemeinsamer Gedanke beherrscht die Jünger insgesamt. Gleich einem Blitz hat das Wort des Herrn eingeschlagen. Ein Sturm der Empfindungen bricht ringsum los. Wie jeder einzelne Jünger auf das Wort des über alles verehrten Herrn reagiert, hat der große Menschenkenner Leonardo in kühn gezeichneten, sprechenden Gesichtern von packendster Wirklichkeit zum Ausdruck gebracht. Bangigkeit, stille Wehmut, Trauer, Entsetzen, auflodernder Zorn, Lauschen, Fragen, Schrecken, Entrüstung. Wißbegierde, Schmerz spiegeln in Köpfen und Händen sich in immer neuer Bewegung, immer neuer Erregung. Beiläufig sei daran erinnert, daß die Namen der Jünger durch die Fresko=Kopie von Ponte Capriasca überliefert sind. Jedes Alter vom Jüngling bis zum Greis, jedes Temperament, jede Gemütsart ist vertreten. Das Mienenund Gebärdenspiel, die Sprache der Hände geben eine schier überquellende Lebensfülle. Goethe sagt, daß man schon aus den Händen die Worte ablesen kann, die jeder einzelne spricht. Zwei Profile fassen das Ganze ein. Die Randfiguren sind noch verhältnismäßig still. Auch im zweiten Glied wird die ruhige Linie weiter festgehalten. Aber dann kommt die Lebendigkeit und Bewegung. Sie steigert sich und schwill fühlbar an. Der linke Nachbar des Herrn schlägt die Arme weit auseinander,„als ob er den Abgrund plötzlich vor sich offen sähe“. Rechts fährt Judas jäh zurück. Die größten Gegensätze begegnen sich hier: Unmittelbar neben dem Verräter sitzt Johannes, der der Lieblingsjünger. Die Hauptfigur des Gemäldes, das einen der höchsten Gipfel der christlichen Kunst bedeutet, ist mit unsagbar großer Wirkung der Heiland. Inmitten dem Branden und Toben, dem Fragen und Gestikulieren der Jünger, durch ein Fenster gleichsam eingerahmt, diese erhabenste Verkörperung des Herrn! Er gleicht einem Felsen im brandenden Meer. Eine heilige wunderbare Stille liegt über ihm. Durch das Zurückbeugen der niedergeschmetterten Jünger als ein anderer wie sie abgesondert, ist er enn Bild göttlichen Friedens, unbedingter, rückhaltloser gebung in den Willen seines himmlischen Vaters. er redet nicht, wie auf allen älteren Bildern vor Leonaroo, er blickt nicht einmal auf, nur lässig hat er die Hände aus gebreitet wie einer, der alles gesagt hat, was zu sagen! aber das Schweigen ist beredter als das Wort.„Sieh das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt“, das ist's, was der Meister Leonardo da Vinci feierlichergte“ send mit seiner Christusfigur zum Ausdruck bringt. Eine ganze Fülle von hochwichtigen Einzelheiten“ gibt die nähere Beschäftigung mit dem Bilde Leonaroc#, das einst auch malerisch— in der Art, wie die Gestalten weich vom Raum sich lösten und durch die Fenster daLicht in den halbdunklen Saal hereinströmte— als ein Offenbarung allumfassenden künstlerischen Wissens un Könnens gewirkt haben muß. 3. B. Leonardo nimmt““ Judas aus seiner Isolierung heraus und setzt ihn, im de gensatz zu den Malern vorher, in die Reihe der übrih“ Jünger.— Der Tisch Leonardos ist viel zu klein zähle die Gedecke nach, die Leute können unmog daran sitzen. Aber der Meister wollte, daß die Junget der langen Tafel sich nicht vereinzeln und verlieren ten. So erst konnte er die Figuren zusammenschieben sie in nächste Beziehung zur Hauptfigur setzen. Niem merkt auf diese Weise das Defizit am Platz.— Leonat““ befreit den Judas von seiner früheren Abseitsstellunt Und doch durch Bezugnahme auf das vorhandene des Refektoriums, das hoch von oben links hereinsatt erreichte dadurch der Meister, daß Judas der Einzige“ der ganz gegen das Licht sitzt und dessen Gesicht e dunkel ist, eine feine, wirksame Charakterisierung Jede erneute Vertiefung in das Werk Leonardos“ neues Staunen und neues Bewundern aus. In dem g als man sein Lebenswerk, das unter einem Unstern“ standen hat, vor allem auch sein Abendmahl wirktic ser, stehen lernt, stimmt man dem Urteil des Kunstgeschlo) Adolf Rosenberg zu:„Mit gewaltiger Schöpferkraft zic gerüstet, die des Rückblicks in die Vergangeny“„chle# mehr bedurfte, hat Leonardo in die Zukunft 9“ ghen, und der Kunst Ziele gesteckt, die seitdem noch sein bürtiger erreicht hat.“ Georg Meyer, Wurs d drängt, ist patz okonomischen „ ist eine Bee geelische Wüste. neuen Kultur zu, Geist der Masse. ist zu heben und In Arbeit zu richsteden Besitz bie Der Kapitalist r mehr weiß als auch wissen, daß n werden darf. 163 v. 6. 4. 30.) fahrungen britischen Weltführten englise Räumung d chen Truppen schen Punkte is in die spä gelang, zu ein ttene Frage d dan zu komme in dieser Frag Leitartikel die u. verlangt aber n und sehr nachSeiten für den sfreiheit, da.iihm die Sorge am Herzen liege ischen Verhandß eine arbeiterapolitischen Fratbe: Flottenlegypten und diesen Fragen ; s t a r k e n,„ a b e r ie Durchführung politische Par ngnade. ssischen Getliche Gegenrevoin Moskau neun sojus“ verhaftet, lnik war früher zt verbotene Ben haben. 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Als am Montagnachmittag, nachdem fast vier Stunden hindurch die Glocken des Reichstags geschrillt und zu den Abstimmungen gerufen hatten, die 13. namentliche Abstimmung dieses Tages ohne Havarie passierte, hatte Reichskanzler Brüning seine erste Schlacht gewonnen. Es war gelungen, die Steuergesetze und die Arbeitslosenversicherungsnovelle, an denen eine große Regierungsgemeinschaft über Nacht zerbrochen war, mit einer knappen Mehrheit auf parlamentarischem Wege zu verabschieden! Einen entscheidenden Anteil an diesem Erfolg der Regierung Brüning hatte das Agrarprogramm des Reichsernährungsministers Schiele. Denn dieses Programm ermöglichte es dem Reichskanzler, Reserven von rechts' her zu holen. War diese Unterstützung eine einmalige, oder kann das Kabinett auch in den neuen Kämpfen auf Bundestruppen hoffen? Die Beantwortung dieser Frage hängt im Augenblick ganz von den Ereignissen der nächsten Wochen ab. Ermöglicht wurde der Regierung ihr erster Sieg nur dadurch, daß die deutschnationale Reichstagsfraktion getreiet stimmte, wobei in der letzten Reichstagssitzung sogar der größte Teil der Fraktion für Brüning seine Stimme in die Waagschale warf. Es kommt nun einmal darauf an, ob es dem Reichskanzler gelingen wird, zu der Opposition hinüber Brücken zu schlagen, um seine Koalition zu verbreitern; zum andern richtet sich das Augenmerk auf die deutschnationale Fraktion selbst. Nachdem die deutschnationale Reichstagsfraktion in der zweiten Lesung der Agrar= und Steuergesetze teils mit Ja, teils mit Nein gestimmt hatte, hat sich diese Kluft in der dritten Lesung noch vertieft; die Fraktion ist in die Osterferien gegangen, ohne daß der Zwiespalt beigelegt worden ist! Welche Folgen das für die Deutschnationale Volkspartei in ihrer Gesamtheit— von der die Reichstagsfraktion ja nur ein Teil ist,— haben wird, ist völlig unklar. Während ein Teil der Partei für die unbedingte Opposition ist, tritt ein anderer nicht minder entschieden für die Duldung der Regierung Brüning ein, dies damit begründend, daß die Verabschiedung des Agrarprogramms nicht genüge, sondern die Auswirkung des Agrarprogramms garantiert werden müsse. Die Frist, die zwischen der Einberufung des deutschnationalen Parteivorstandes und dem Tagungstermin liegt, scheint dafür zu sprechen, daß man im deutschnationalen Lager die Dinge nicht überstürzen will. Also auch hier Bestrebungen zum Brückenbau? Als Gesamtergebnis ist festzustellen, daß die hochdramatischen Kämpfe im Reichstag zwar bedeutsame Entscheidungen gebracht haben, daß aber trotzdem von einer wirklichen Klärung der innerpolitischen Lage noch nicht gesprochen werden kann! Die Mehrheit von vier Stimmen, wie sie die Regierung bei der Mineralwassersteuer erzielte, läßt deutlich die schmale Grundlage der jetzigen Koalition erkennen und die Gefahr, daß parlamentarische Zufälle mehr als es gut ist in die Entscheidungen hineinspielen können. Die nächste Aufgabe der Regierung und der position muß daher darin bestehen, so oder so den Unsicherheitsfaktor aus der deutschen Innenpolitik auszuschalten; schließlich kann man nicht bei jeder Abstimmung unter außerordentlichen Kraftanstrengungen und Nervenproben den letzten Mann in den Reichstag bringen. Und dann muß systematischer und rascher als bisher dahin gearbeitet werden, die ungeheuerliche Bürde des Youngplans durch eine fühlbare Entlastung der deutschen Wirtschaft zu erleichtern. Daß dadurch der Youngplan auf die Dauer erträglich werden sollte, vermögen wir nicht zu glauben. Es ist also nicht zu befürchten, daß die Sanierung der deutschen Wirtschaft und Finanzen, wie sie mit dem Agrarprogramm und der angekündigten Osthilfe angebahnt wird, der Revision des„Neuen Planes“. Abdruch tun wird. Gesunde Finanzen sind vielmehr ein Plus im Kampf für die Freiheit Deutschlands und seine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Ausland. Daß es diesmal ohne die Anwendung des Artitels 48 der Reichsverfassung mit den darin enthaltenen Ausnahmebestimmungen obgegangen ist, wird sicher von niemanden bedauert werden. Man kann sich sehr wohl die Herausbildung von Situationen ausmalen, i denen von diesem Ausnahmerecht Gebrasich genacht werden muß, und dann wird diese Waffe um so besser wirken, je seltener sie angewandt worden ist. Auf alle Fäle wäre es eine Unsitte, wenn der Reichstag etwa Geschmack daran finden sollte, in etwas schwierigen Stunden Regierungen allgemein durch den Artikel 48 aktionsfähig zu machen. wird Abrüstungsdirektor? Personalveränderungen im Völkerbundssekretariat.— Stariere Berücksichtigung Deutschlands erforderlich. — Genf, 16. April. In den leitenden Stellen des Völkerbundssekreeriats steht eine Reihe von Personalveränderungen cvor. So wird z. B. im Laufe der Sommermonate eer Posten des Direktors der Abrüstungsabteilung neu ecsest werden müssen, da der bisherige Chef dieser Rbteilung, Direktor Colban, veraussichtlich als Genoter Norwegens nach Paris geht. Ferner sind neu “ desetzen: der Direktorposten der Hygiene=Abteilung nid der deutsche Posten in der Informationsabteiung, den bisher Dr. Beer innehatte. die bevorstehende Umgruppierung im VölkerbundsEretarlat gibt der deutschen Regierung Gelegenheit, erfür eine stärkere Berücksichtigung des Reiches einzuesten. Uebrigens ist deutscherseits bereits vor längerer deit die grundsätzliche Forderung geltend gemacht woren daß einer der leitenden Direktorposten des Völkereendesekretariats durch einen deutschen Beamten zu be#c.„ Anne Die Reichsregierung macht gute Fortschritte. Berlin, 15. April. Zum Ostprogramm der Reichsregierung erfahren wir: Die Besprechungen zwischen dem Reichsernährungsminister und dem Reichskanzler unter Zuziehung anderer Ressortminister haben im Laufe des Dienstag auf Grund der seinerzeit bei Schieles Eintritt in die Reichsregierung formulierten Grundlagen ihren Anfang genommen. Die Vorlage ist soweit gefördert, daß mit einer Verabschiedung im Kabinett voraussichtlich in der ersten Kabinettssitzung nach Ostern gerechnet werden kann. Wie man weiter erfährt, dürfte im Rahmen des Ostprogrammes das bisherige Ostpreußenkommissariat überflüssig werden. Die Ueberwachung der Durchführung des Ostprogramms dürfte unter der Oberleitung der Zentralstellen in Berlin in die Hände autonomer Provinzialausschüsse gelegt werden. Kabinett hält Rückschau. Danach: Beginn der Österferien der Minister. — Berlin, 16. April. Das Reichskabinett hält am heutigen Mittwoch unter dem Vorsitz des Reichskanzlers nochmals eine Kabinettssitzung ab, um sich mit dem Ergebnis der Reichstagsverhandlungen zu befassen und laufende An gelegenheiten zu erledigen. Alsdann beginnen auch für die Minister die Österferien. Der Reichskanzler Dr. Brüning begibt sich am Donnerstag nach Badenweiler. Ebenfalls nach Süddeutschland fahren die Minister Moldenhauer, Treviranus, Groener und Dietrich. Justizminister Dr. Bredt begibt sich nach Marburg. Die übrigen Minister bleiben voraussichtlich in Berlin. Reichspräsident von Hindenburg wird während der Feiertage ebenfalls Berlin verlassen, doch steht noch nicht fest, wo er den kurzen Urlaub verbringen wird. Reichsrat stimmt Imnnschluß daran Unterzeichnung der Steuer= und Agrargesetze durch Hindenburg. Unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer besaßte sich der Reichsrat mit den vom Reichstag veravschiedeten Agrar= und Steuergesetzen. Sämtliche Vorlagen wurden genehmigt. Anträge auf Einsprucherhebung, wie sie Niederschlesien gegen die Viersteuererhöhung beantragte, sand keine ausreichende Unterstützung. Thüringens Vertreter enthielt sich bei allen Abstimmungen der Stimme. Im Anschluß an die Zustimmung des Reichsrats zu den Reichstagsbeschlüssen unterzeichnete Reichspräsident von Hindenburg die Gesetze. Nach den Abstimmungen gab Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer seiner Befriedigung über die Verabschiedung der Agrar= und Steuergesetze Ausdruck und betonte, der Sanierung der Kassenverhältnisse stehe nun nichts mehr im Wege. Eine Wiederholung der Finanzschwierigkeiten, die sich im vergangenen Jahr so überaus störend bemerkbar gemicht hätten, sei nicht mehr zu befürchten. Nach der Kassensanierung würde die Regierung zur Steuersenkung schreiten, auf die die Wirtschaft rechnen müsse, wenn sie die ihr auferlegten Lasten tragen und wettbewerbsfähig bleiben solle. setzen ist, dä Deutschland bisher lediglich die Leitung der politisch wenig bedeutsamen Abteilung für geistige Zusammenarbeit im Sekretariat innehat, während die politisch entscheidenden Posten wie etwa der politischen und wirtschaftlichen Abteilungen sowie der Abteilung für Minderheiten, Mandate und Abrüstung heute noch in Händen von Engländern, Franzosen und Ententeratsmächten nahestehenden Persönlichkeiten liegen. Wenn jetzt daran gedacht wird, die Leitung der Hygiene=Abteilung, die bisher von der Engländerin Growdy ausgeübt wurde, einer bekannten deutschen Parlamentarierin zu übertragen, dann ist das zwar erfreulich, nur kann Deutschland sich damit nicht begnügen. Vor allem muß man sich jetzt auch auf deutscher Seite um die Neubesetzung der Abrüstungsabteilung bekümmern. Als Kandidaten werden der Grieche Agnides und ein schwedischer Beamter genannt; daneben bewirbt sich auch Italien um den Posten: Frankreich scheint einen Tschechen in Vorschlag bringen zu wollen, England einen Finnen. Es ist nun Sache der Reichsregierung, die Ratsmitglieder rechtzeitig wissen zu lassen, daß der neue Direktor der Abrüstungsabteilung unter keinen Umständen aus dem Kreis der Mächte des Versailler Vertrags genommen werden darf; zumindest muß der neue Direktor der Abrüstungsabteilung Angehöriger eines neutralen Landes sein! * Kroatischer Appell an den Völkerbund. — Belgrad, 16. April. Einen„Appell der kroatischen Nationalversammlung“ richtete der kroatische Abgeordnete witsch an den Völkerbund, in dem er den Völkerbund auffordert, der Vorherrschaft Serbiens über Kroatien ein Ende zu machen und dem kroatischen Lande ein freies nationales und staatliches Leben zu sichern; ferner wird die Entsendung von Völkerbund vertretrn zu dem bevorstehenden Prozeß gegen Matschek angeregt. Vorbereitung zur Räumung. Mehrere Kasernen bereits geräumt.— Die neuen Garnisonen der Besatzungstruppen. — Mainz, 16. April. Verschiedene Maßnahmen der französischen Besatzungsbehörden lassen auf die Vorbereitung der Räumung schließen, die bekanntlich spätestens am 30. Juni beendet sein muß. In Mainz sind bereits mehrere Kasernen geräumt und verschiedene Befestigungswerke freigegeben worden. Die Lazarette sind zum Teil nur noch mit dem Personal besetzt. Nicht zuletzt machen sich die Anzeichen der bevorstehenden Räumung auch unter den Zivilpersonen bemerkbar, die in großer Zahl in Mainz gewohnt hatten und von denen manche schon jetzt Mainz verlassen. Ueber die neuen Garnisonstädte der aus dem Rheinland abzuberufenden Besatzungstruppen verlautet, daß die vierte Kavalleriedivision von Trier nach Reims verlegt werden soll. Das 6. Kürassierregiment, das von Trier nach Moulins gehen sollte, soll jetzt nach Verdun kommen. Das 18. Dragonerregiment geht aus Landau ebenfalls nach Reims. Die 4. Automaschinengewehrschwadron wird von Mainz aus gleichfalls im Osten untergebracht. Auch das 4. Dragonerbataillon geht. nicht von Trier nach Angers, sondern nach Verdun; das 2. Artillerieregiment erhält nach dem Wegzug aus Trier ebenfalls nicht Angers, sondern Verdun als Garnison. Die neuen Garnisonstädte der französischen satzungstruppen liegen also sämtlich in der Nähe der deutschen Grenze; ferner macht sich das Bestreben des französischen Generalstabs geltend, die Garnisonen von Verdun und Belfort zu Großgarnisonen mit ungewöhnlich statter Belegung auszubauen. Zusammenstöße in Kalkutta. Ein Toter, 19 Verwundete.— Polizeistreisen mit Panzerwagen. — London, 16. April 1930. In Kalkutta kam es bei der Protestkundgebung gegen die Verurteilung bekannter indischer Führer im Kampf gegen England zu sehr ernsten Zusammenstößen. Insgesamt mußten 19 Verwundete den Krantenhäusern zugeführt werden; eine Person wurde getötet. Als die Feuerwehr einen von den Temoustranten in Brand== setzten Straßenbahnwagen ablöschen wollte, wurde le von den Indern mit Steinen beworsen. Ein höherer Beamter und zwei Feuerwehrleute wurden schwer, vier leicht verletzt. Die verletzten Feuerwehrleute sind Europäer. Ferner löste die Polizei drei Versammlungen auf und beschlagnahmte eine indische Nationalflagge. aufrührerische Schriften und Pakete mit gesetzwidrigerweise hergestelltem Salz. Die Situation gilt als gespannt. Die Polizei hat Panzerwagen für den Streisendienst eingesetzt und alle Demonstrationen und Versammlungen verboten. Tschechische Luftrüstungen. * Das tschechische Kriegsministerium will vom Parlament erhöhte Aufwendungen für die Militärluftfahrt fordern. Bisher wurden 1400 Millionen Kronen für die Militärluftfahrt verausgabt. Diese Summe soll aber nicht mehr ausreichen, weil sich die Zahl der Flugzeugapparate verdoppelt hat. Furcht vor der Rückkehr nach Moskau. Der russische Gesandtschaftsrat in Stockholm, Dmi triiewski, wurde aufgefordert, sich binnen acht Tagen nach Moskau zu begeben und sich dort zu verantworten. Dmitrijewsky lehnte jedoch die Reise nach Moskau ab und nahm seinen Abschied. Verpflichtung. Rundsunt=Riede Hoovers.— Amerikas bester Dienst: Vermittlertätigkeit. — New York, 16. April. In einer Rundfunkrede sprach der Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, über Amerikas Haltung zu der Aussassung über die Ergebnisse der Flottenkonferenz. Den Drei=Mächte=Pakt bezeichnete Hoover als einen großen Fortschritt für die Wohlfahrt der Welt. Er verteidigte weiter die Mitarbeit der Vereinigten Staaten am Weltschiedsgerichtshof, lehnte aber gleichzeitig jede Verpflichtung zum bewaffneten Eintreten für die Erhaltung des Friedens ab. „Wir sind zu der Ueberzeugung gekommen“, sagte er,„daß Amerika am besten durch seine Vermittlertätigkeit, aber nicht durch die vertragliche Verpflichtung, Wafsengewalt anzuwenden, den Weltfrieden sichern kann.“ Praktische Friedensarbeit bestehe im übrigen darin, bestimmte Stellen zu schaffen, die zu einer methodischen Lösung von Streitfragen geeignet seien und damit zur Erhaltung des Friedens auf gerechter Grundlage. Das Gericht sagt: Er war der Urheber des Mordplanes. Der Kampf der Meinungen, die für oder gegen die Schuld des hingerichteten Jakubowski an der Ermordung des kleinen Ewald Nogens in Palingen streiten, ist zu einem gewissen Abschluß gekommen. Mit der jetzt erfolgten Verurteilung des August Nogens zum Tode ist indirekt das Todesurteil über den hingerichteten gerechtfertigt worden. In der Urteilsbegründung heißt es namlich u..: Zweifellos habe Jakubowski die Angeklagten zu der Tat angestiftet. Er sei der Urheber des ganzen Mordplanes. Es bestehe die Annahme, daß August Nogens den kleinen Ewald aus dem Heidekaten herausgeholt und an Jakubowski übergeben habe, der dann den Mord ausführte, wenn er nicht von August Nogens selbst ausgeführt wurde. Entweder August Rogens oder Jakubowski sei der Täter. Wieder Freitagsleiden der Therese Neumann. Rünchen, 16. April. Nach einer Meldung des „Bayerischen Kurier“ haben sich seit dem Anbruch der kirchlichen Fastenzeit bei Therese Neumann in Konnersreuth die okstatischen Freitagsleiden wieder mit voller Wucht eingestellt. Während sie in der übrigen Leidenszeit nur aus dem Herzstigma und den Kopfstigmen geblutet habe, habe nun das Blut wiederum aus den Hand= und Fußwundmalen sowie aus den Schulterwundmalen zu fließen begonnen. Dazu komme der große Blutverlust durch die Bluttränen. Therese Neumann sei sehr geschwächt durch diese unerhörten Leiden. Verschiedenes. Ein„Stöckerhaus“ wurde Palmsonntag in Frankfurt an der Oder durch D. Mumm geweiht. Das vom Kirchlichsozialen Bunde begründete' Altersheim mit 48 Zimmern ist ein neues Werk der Inneren Mission. Die Abgeordnetn des dortign Wahlkreiss, Dr. v. Keudell und Lindner waren zugegen. An Reichspräsident von Hindenburg wurde ein Huldigungstelegramm gesandt. Unterkunfts= und Verpflegungspreise im schönen Schwabenland. Wiederholt ist nachgewiesen worden, daß die deutschen Kurorte, Bäder, Sommerfrischen und Städte mit den ausländischen wohl konkurrieren können und vielfach billiger sind. Heute verlangt die wirtschaftliche Notlage gebieterisch, daß die Deuschen möglichst ihre Reisen in deutsche Gegenden machen und daß deutsches Geld dadurch der deutschen Wirtschaft erhalten bleibe. Eine Schrift, die gegen 1100 Hotels, Gasthöfe usw. in 270 Orten des Schwabenlandes und Bett=, Pensions= und Wochenendpreise verzeichnet, ist kostenlos gegen Portoersatz(5 Pfg oder Antwortpostkarte) erhältlich vom Verkehrsverband Württemberg=Hohenzollern in Stuttgart, Hauptbahnhof. Wem empfahlen Sie in letzter Zeit Gen Jeppelinfahrt nach Spanien. Mit 16 Passagieren an Vord.— Sevilla in Erwartung. — Friedrichshafen, 16. April. Das Luftschiff„Graf Zeppelin“ unternimmt gegenwärtig unter Führung des Kapitäns Lehmann eine zweitägige Spanienfahrt, die erste größere Reise in diesem Jahre. An Bord befinden sich außer der Besatzung sechzehn Personen, unter ihnen ein Vertreter des Reichswirtschaftsministeriums, Ministerialrat Sol. tau, und der Leibarzt des spanischen Königs Dr. Auf dem Zeppelinhafen bei Sevilla sind alle Vorbereitungen zum Empfang des Luftschiffes fen worden. Für das Landungsmanöver wurden 100 Mann Luftfahrttruppen besonders ausgebildet. Für das spanische Königspaar, das der Landung des„Graf Zeppelin“ beiwohnen wird, ist eine eigene Tribüne errichtet worden. Kirchennachrichten für Zion. Gründonnerstag. Nachm. 17 Uhr(Sarepta): Beichte und Feier des heil. Abendmahls, Pastor Wilmanns; abends 19½ Uhr (Zion): Passionsgottesdienst anschl. Beichte, Pastor v. Bodelschwingh. Uhr(Sarepta): Beichte und Abendmahl ausschl. für die Konfirmanden und deren Angehörige, Pastor Wilmanns. Karfreitag. Vorm. 8½ Uhr: Passionsgottesdienst, Pastor Bischoff; 9 Uhr: Pastor Michaelis, anschl. Abendmahl; 10 Uhr: Pastor Wörmann, anschl. Abendmahl; nachm. 16½ Uhr(Sarepta): Beichte und Abendmahl, insbesondere für Alte und Gebrechliche der Gemeinde: Pastor Wilmanns: 17 Uhr(Zion): Musikalische Feierstunde. — Die Beichte für die Abendmahlsseiern am Karfrei. tag, sowohl für die in Zion um 10 Uhr, wie auch für di. in Sarepta um 9 Uhr, wird wie bisher an den Passiang. gottesdienst am Gründonnerstag abend angeschlossen. Eine Abendmahlsfeier mit vorhergehender Beichte##. sonders für Alte und Gebrechliche der Gemeinde findet Karfreitag um 16½ Uhr in Sarepta statt. Am Karfreitagnachmittag um 5 Uhr findet in Zian eine musikalische Feierstunde statt. Die Vorbereitung hat Pastor Kuhlo übernommen. Kirchenchor. Am Karfreitag(10=Uhr=Gottesdienst wird die Motette„Meine Seele ist betrübt,“ von Homann gesungen. ½10 Uhr Probe dafür in Hermon. Vollzähli. ges Erscheinen dazu ist unerläßlich. Klavier= oder Harmoniumunterricht. Nach Ostern kann ich noch einige Stunden übernehmen. Am liebsten: ersten Anfang, dann Fortgeschrittene(Mozart=, BachBeethoven=Studium, moderne Musik). Organist J. P. Seiler, Inhaber des Abschlußdiploms von der Staatlichen Hochschule für Musik, Berlin Unsere Verkaufsstelle ist am Donnerstag, 17. 4. und Sonnabend, 19. 4. von 7 bis 14 Uhr durchgehend geöffnet Schlachthof. — Die Badeanstalt ist am Mittwoch, den 16. von 8 bis 17½ Uhr, am Gründonnerstag, den 17. von 8 bis 15½ Uhr und am Sonnabend, den 19. von 8 bis 19 Uhr geöffnet. — Wir schließen unsere Verkaufsräume Gründonners. tag und Ostersonnabend um 14 Uhr(2 Uhr mittags) und bitten unsere verehrte Kundschaft, hiervon Kenntnis zu nehmen. Ophir, vereinigte Verkaufsstellen der Anstalt Bethel. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel: Anzeigen: K. Diekmann: alle in Bethel. Christliches Erholungsheim„Pntel“, Bad Oeynhausen, Weststr. 15, Part., 1. und 2. Etg. 18 gut eingerichtete Zimmer. Abendandachten. Nächste Näte des Kurparks und der Bäder. Mittlere Preise. 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