der Herr segn, 100.— Mk.; 9 Dr. K. Frankfurt eld, K. Villmnitz, D i Serachd 9. 8. Hol, vitz, H. Ollendorf Kassel=Lacn Au S. Unna, M. 9 rd, J3. Dresden Tharlotter Tharibilenburg se rborn, R. Traisa, N. W. Neuruppin, im, H. Bad Dürje 1,— Mark. Bartelt, Pastor. isnähen am MittHospiz ladet herzL. Trittelvitz. Schülerinnenarhule Eckardtshaus s von 10 bis 12. Besichtigung wird nnisverein nimmt lieder auf. Schrift0. Die alten Mitspielen beabsichtild mitzuteilen. m. Bethelweg 56. ethel. geben Morija. g v. d. Höhe, Christl. lenhof, Kaiser=Friedrich= 91. Schönste Lage an kurgemäge Verpflegung Das ganze Jahr geoffaet. n. Villa Wilhelma, Ves. meyer, Frankfurter Str. mit Frühstück von.30 immer mit voller Ver .50 Mk. an. pristl. Hosoitz uhlenbertg Zimmer, Ia. Hamburger Preise. Ab Haupibahnhe bis Haliest. Schillerur. Teleson Alster 3036. Wald. In dem Erdes Provinzialverbarweibliche Jugend Westn auch im Winter junge Frauen und größere jahme. Mäßige Preise. zur Liegekur. 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Warum ist Wahrheit fern und weit, Biegt sich hinab in tiefste Gründe? Niemand versteht zur rechten Zeit! Wenn man zur rechten Zeit verstünde, So wäre Wahrheit weit und breit Und wäre lieblich und gelinde Goethe. Christentum und Politik. Ist es nötig, zu diesem Gegenstand aufs neue sich zu jußern? Ja! Es scheint leider durch die tatsächlichen Verhältnisse geboten zu sein. Denn noch immer gehen unter Christen— und nur für solche ist der Artikel geschrieben— die Ansichten über die Berechtigung und die Pflicht politischer Tätigkeit weit auseinander. Zwar der Aufruf des Christlich=sozialen Volksdienstes hat befreiend gewirkt, und er hat in den Herzen vieler gezündet, die bisher untätig abseits standen. Hier wurden Grundsätze aufgestellt und Richtlinien gegeben, die es einem gläubigen Christen zu ermöglichen schienen, mit Freudigkeit und gutem Gewissen sich am politischen Leben zu beteiligen. Auch in dem Kreise der christlichen Gemeinschaften hat dieser Aufruf allem Anschein nach viel freudigen Widerhall gefunden. Aber bedauerlicherweise stößt er auch auf starke Bedenken und findet Ablehnung. Es ist in einem vielgelesenen Blatte der Gemeinschaft jener Aufruf besprochen, und im Zusammenhang damit vor der Beteiligung an diesen Bestrebungen direkt gewarnt worden. Freilich wird anerkannt, daß der Aufruf gut gemeint sei, aber zugleich wird es als ein sehr bedenkliches Zeichen hingestellt, daß gegenwärtig so manche christliche Kreise und deren führende Persönlichkeiten ein so großes politisches Interesse bekunden und die Christen so laut an die Front (nämlich an die politische) rufen. Der Verfasser erklärt, er wolle auch die Christen an die Front rufen, aber nicht an die politische. Er meint, die Aufgabe des gläubigen Christen sei es, verlorene Seelen zu retten, ihrer in Liebe sich anzunehmen und die Verirrten zu Jesu heranzuführen. Alle politische Betätigung aber beeinträchtige diese große Aufgabe, wirke verwirrend und abschwächend und gefährde das Eine, was not ist.„Macht solche Reise nicht mit,“— so ruft er warnend—„ihr wißt nicht, wo ihr ankommen werdet... halte Euch abseits.“ Denn er ist überzeugt: wenn man ein politischer Mensch werde, so bleibe einem gar keine Zeit mehr für die eigentliche Aufgabe des Christen. Es erscheint angezeigt, zu derartigen Ausführungen auch hier noch einmal Stellung zu nehmen, nicht nur um der Gemeinschaftschristen willen, die den„Aufwärts" lesen, sondern auch zur allgemeinen Klärung dieser Frage. Nun verstehe ich ja sehr wohl die Gründe, die zu solcher gegensätzlichen Stellungnahme gegenüber der politischen Betätigung des Christen bewegen. Ohne Zweifel sind hier einem Christen Grenzen gezogen, die er nicht überschreilen darf. Aber was ich beanstande, ist die Meinung, als ob dem Christen die Beteiligung am politischen Leben schlechthin verwehrt wäre. Professor Schlatter hat in seiner Schrift:„Was fordert die Lage unseres Volkes von ünserer evangelischen Christenheit?“(Verlag des Christlichen Volkedienstes, Korntal=Stuttgart) m. E. überzeusend ausgeführt, daß die jetzige Lage unseres Volkes die evangelische Christenheit gebieterisch zur Abhilfe aufrufe und jedem einzelnen Christen die Frage aufs Gewissen segze: Was kann ich tun, um der Volksnot abzuhelfen? Er hat aber auch die Schranken klar aufgezeigt, die hier dem Christen gesetzt sind. Man mag vor den Gefahren warnen, welche die politische Betätigung mit sich bringt. der Verfasser jenes ablehnenden Artikels nennt solche, denn er sagt:„Man will durch Massenversammlungen wirken, große Zahlen hinter sich haben. Und das kann man nur dann bekommen, wenn man in falscher Weise die Türen hoch und die Tore weit macht". Es ist wahr, diese Gefahren sind groß. Aber muß denn das unter men Umständen so sein? Kann man nicht ein reges Inerresse nehmen am politischen Leben und sich vor solchen auswüchsen hüten? Der Verfasser nimmt ja selber ein önteresse daran; denn er schreibt im Zeitspiegel des besessenden Blattes sehr beachtenswerte Betrachtungen üder die Zeiterscheinungen und Geschehnisse. Gefahren ancherlei Art kann das auch mit sich bringen, und doch imerläßt er es nicht. Gefahren für das Christenleben etingt auch der tägliche Beruf. Aber doch wird niemand die Betätigung des Christen im irdischen Beruf verwerfen. deiche Gefahren birgt heute das Geschäft, das Gewerbe, Stand des Kaufmanns. Und doch gibt es christliche Gechaftsleute, die ihre Seelen täglich in den Händen tragen. Wir stehen im öffentlichen Leben, und wir können und dürfen uns den Aufgaben dieses Lebens als Christen nicht entziehen. Sind nicht die Christen das Salz der Erde? Soll nicht die Kraft des Christentums wie ein Sauerteig die Welt durchdringen? Wir haben Aufgaben und Pflichten zu erfüllen gegenüber dem Staat und der Gesellschaft. Und diese Pflichten beschränken sich nicht auf die Rettung einzelner Seelen, so wichtig und groß auch einem bekehrten Christen diese Aufgabe sein wird. Wir müssen Einfluß zu gewinnen suchen auf den Gang des öffentlichen Lebens und Hand anlegen zur Bekämpfung und Ueberwindung der allgemeinen Not. Sehen wir denn nicht, wie es im Gebälk des Staatswesens brennt? Merken wir nicht, wie die Grundlagen der öffentlichen Wohlfahrt immer mehr ins Wanken kommen? Die Totengräber der Volkswohlfahrt sind an der Arbeit— wollen wir da untätig zur Seite stehen? Können wir das verantworten? O. daß man doch verstände und mit uns fühlte, was unsere Seele bewegt! Wir können nicht untätig ansehen, wie die Schulen entchristlichen, wie die Kinderseelen vielfach darben, wie die Jugend vergiftet und das Volk verführt wird, wie es immer mehr seinen Sonntag verliert. Die Leichtfertigkeiten in Theater und Kino, die Verwüstungen, die der Alkoholismus anrichtet, die öffentlichen Schaustellungen der Gottlosigkeit, die ganze entchvistlichte, zersetzende und sittlich auflösende Art in der Presse und Kunst: Das alles schreit ja zum Himmel, und das brennt einem Christen auf der Seele. Und dazu die vielfache wirtschaftliche Not, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Rentnerelend und dergleichen, das alles bewegt uns das Herz. Wir können nicht ansehen unseres Volkes Sterben und die Hände in den Schoß legen. Hier kann und muß auch von Staats wegen eingegriffen, hier muß auch durch Gesetze gesteuert und reformiert werden, und da müssen Christen ihren Einfluß aufbieten und tun, was sie können, damit es anders werde. Und das alles sind politische Dinge. Oder wollten wir die Ordnung dieser Angelegenheiten der entchristlichten Welt überlassen und der Gottlosigkeit freies Spiel geben? Und die Folgen? Wenn die Grundgesetze göttlicher Ordnung mißachtet werden? Wenn die Jugend verführt wird? Wenn alle Zucht und Sitte sich auflöst? Wird uns das dann nicht vor Gott an klagen? Und warnen uns nicht die russischen Zustände? Gottes Gerichte gehen ja ihren Gang. Aber wehe uns, wenn wir mitschuldig werden! Die Verantwortung nimmt uns niemand ab. Wohl dem, der tat, was er sollte! Wir werden in der Schrift ermahnt, zu beten für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Und darüber ist unter Christen kein Zweifel, daß solches Beten die erste und vornehmste Pflicht ist. Aber es heißt:„Bete und arbeite!“ Und diese alte Regel ist auch heute nicht aufgehoben. Wer wirklich mit Ernst betet, der fragt sich auch: Was kann ich tun für die Sache, die ich betend vor Gott bringe?— Ja, was können Christen tun, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit? Darüber kann man freilich keine bis ins Einzelne gehenden Weisungen geben; das hängt von den besonderen Verhältnissen und Umständen ab, von den besonderen Kräften und Gaben. Eins schickt sich nicht für alle. Und mancher Stand, besonders der der Prediger und Reichsgottesarbeiter muß im politischen Leben große Vorsicht und Zurückhaltung üben. Und niemals darf ein Christ sich in das politische Parteigetriebe hineinziehen lassen und in die Arena der Parteileidenschaften oder der krassen Interessenpolitik hinabsteigen. Aber zeugen kann er und aufklären und warnen; er kann auch auf die Presse einzuwirken und dem Schund und Schmutz zu steuern suchen — das alles im Geiste des Glaubens und der Liebe. An die Wahlurne gehen kann er und muß er und seiner Wahlpflicht genügen. Und im einzelnen muß er sich von Gott sagen lassen, was er sonst noch tun kann, und ob er etwa in Vereinen der öffentlichen Volkswohlfahrt oder in ihm angetragenen Aemtern segensreich wirken kann. Im übrigen gilt, was Schlatter sagt:„Die Politik geschieht nicht nur in den Ratsälen oder in den Zeitungsredaktionen. Sie ist Arbeit am Volksschicksal und geschieht darum überall, auf unsern Gassen, in unseren Eisenbahnwagen, in unseren geselligen Vereinen, in unseren religiösen Verbänden, kurzum überall.“ Das heutige politische Treiben— es verläuft vielfach in Bahnen, die für einen Christen nicht gangbar sind. Aber das ist es ja nun gerade, was der Christlich=soziale Volksdienst ändern will. Er will aus der Unruhe des heutigen Parteigetriebes hinausführen und die Arbeit für das Volkswohl in ruhige, sachliche, vom Geiste des Christentums geleitete Bahnen lenken, damit christliches Denken, christliche Grundsätze nicht bloß im Privatleben herrschen, sondern auch im öffentlichen Leben sich auswirken und nicht verleugnet werden, und daß die Christenheit mithelfe zur Gesundung des Volkslebens und zur Förderung der Volkswohlfahrt im Geiste wahren Christentums. Uno das ist nach meiner Auffassung der Sinn der ausgegebenen Parole:„Alles für Deutschland, Deutschland für Christus.“ Und in anderem Sinne kann ich sie nicht verstehen. „Handelt bis ich wiederkomme!“ So befiehlt der Herr Seinen Knechten. Pastor i. R. Cordes. Osterholz=Scharmbeck. Betragen und Sollen diese Zensuren künftig wegfallen? In den Zeitungen las man kürzlich, daß das Unterrichtsministerium beabsichtige, die Zensuren für Betragen. Fleiß und Aufmerksamkeit in den Zeugnissen der Schüler in Wegfall kommen zu lassen. Ist das richtig? Wenn meine Kinder nach Hause kommen und ihre Zeugnisse vorlegen, dann sehe ich mir zunächst den sog. „Kopf“ der Zeugnisse an, wo die Zensuren über„Betra gen, Fleiß und Aufmerksamkeit“ stehen. Sind die Prädi kate darin unter„gut“, so erforsche ich, woran das liegt und gehe womöglich zum betr. Lehrer. Ich werde meine Kinder ermahnen, beim nächsten Mal bessere„Noten“ zu bringen. Die Zensuren für Betragen und Fleiß haben für das Kind einen großen erzieherischen und darum im Schul leben einen hohen pädagogischen Wert; sie sagen ihm. ob man mit seinem Verhalten zufrieden oder unzufrieden ist, sie enthalten ein Lob oder eine Mahnung. Der Schi ler freut sich, wenn da„oben“ gute Zensuren stehen, er zählt sie mit. Sind sie schlecht, so wird er beim Vorzeigen des Zeugnisses verlegen, er schämt sich und wird sich vornehmen—— wenn überhaupt Ehrgefühl in ihm ist sich zu bessern. Zu allen Zeiten sind Lob und Tadel wirk same Zuchtmittel gewesen. Die Schule kann nicht darauf verzichten. In jeder Klasse gibt es Kinder, die recht fleißig sind aber in den einzelnen Fächern wenig leisten. Wenn in ihren Zeugnissen im Fleiß das Prädikat„gut“ steht, dann ist das Kind richtig beurteilt. Die Eltern erkennen dar aus, daß ihr Kind zwar fleißig, aber wenig oder gar nich: begabt ist. Einsichtsvolle Eltern können solchen Kindern nicht böse sein und tadeln oder schimpfen. Im Gegenteil, hier gilt es zu loben und zu ermuntern. Gewissenhafte Eltern würden sicherlich bedauern, wenn obige Zensuren künftig fortfielen. Es würden der Schule und dem Elternhaus hochwichtige Erziehungsmit tel verloren gehen. Die Zuchtlosigkeit würde zunehmen und die Unterrichtsarbeit erschwert werden. Gewiß. manche Eltern, die sich um die Erziehung ihrer Kinder wenig kümmern, dürften die Abschaffung dieser„Noten“ begrüßen. Sie brauchten dann nicht mehr bei der Suche nach einer Lehrstelle ein Entlassungszeugnis vorlegen mit schlechten Zensuren im Betragen und Fleiß: denn ein Meister, bezw. Unternehmer will nur solche Lehrlinge annehmen, die sich in der Schule erstklassig betragen haben und fleißig sowie aufmerksam gewesen sind. Das wissen auch die Schüler. Bei der Behandlung eines passenden Unterrichtsstoffes wird es ihnen immer wieder gesagt. Nun gibt es Eltern, die behaupten, der Lehrer könnte bei der Festsetzung dieser Zensuren kein gerechtes Urtei fällen, weil er die häuslichen Verhältnisse nicht genügend berücksichtige, unter denen die Schüler aufwachsen, als da sind: Wohnungsnot, häusliche Armut, traurige Fami lienverhältnisse, Unfähigkeit der Eltern bei der Erziehung, körperliche und geistige Gebrechen des Kindes. Ein Lehrer, der viele Jahre die Schüler vor sich hat, bekommt über alle diese Dinge schon ein richtiges Bild und stellt die Hemmungen bei der Beurteilung des Kindes mit in Rechnung. Jede gewissenhafte Lehrperson ist sich bewußt, daß eine gerechte Beurteilung des Betragens und des Flei ßes eine schwierige Angelegenheit ist, und daß sie darum einer besonders sorgfältigen Prüfung unterliegen muß, Natür'ich kommen auch Fälle vor, daß Schüler mit schlechten Zensuren in Betragen und Fleiß später recht brauchbare und tüchtige Menschen werden. In der Regel ist es aber so, und die Erfahrung bestätigt es, daß diese Kinder im Leben wenig zuverlässig sind. Das Zeugnis der Schule hat in den allermeisten Fällen recht gesprochen. Darum dürfen die Kopfzensuren nicht in Wegfall kommen. Suum euique, 5..: Jedem das Seine. Kl. Bericht der Sparkassen. — Berlin, 2. April. Nach den großer Bankinstituten veröffentlicht nunmehr auch der Den. e Sparkassen= und Giroverband, die Spitzenorganisation der deutschen Sparkassen, seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1929. In erster Linie sind solche Geschäftsberichte natürlich Rechenschaftsberichte; daneben sind sie aber auch von allgemein=wirtschaftlicher Bedeutung, weil sie gute Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung gewähren und Material für die Beurteilung der Zukunftsaussichten liefern. Gemeinsam ist allen Berichten der deutschen Finanz und Produktion die Schilderung des Ernstes der wirtschaftlichen Entwicklung im letzten Jahre. Für alle Zweige der deutschen Volkswirtschaft war 1929 ein Jahr des Kampfes, der Sorge und— auch das ist wesentlich— der Selbstbehauptung! Daß das auch für die Sparkassen gilt, zeigt die Steigerung des Umsatzes der Girozentrale von 29,2 Milliarden auf 33,3 Milliarden Mark. Empfindlich beeinflußt wurde die Sparkassenarbeit durch störende psychologische Einflüsse: die krisenreichen Reparationskonferenzen, ferner ftstätigkeit durch die Abschwächung der Wirtschaftrtungeit und das rapide Anschwellen der Arbeitslosenziffern. Beunruhigung über den Ausgang der Reparationsverhandlungen und über die Entwicklung der Reichsfinanzen führten vorübergehend in weiten Kreisen der Bevölkerung teils zur Zurückziehung ihrer Guthaben bei den Sparkassen und zur Zurückhaltung in den Neueinzahlungen, teils sogar zur Kapitalflucht. Die Tiefpunkte der Einlagenbewegung sind die Monate Mai und Dezember. Insbesondere brachte der Mai, in dem die Sachverständigenkonferenz in Paris ihr entscheidendes Stadium erreicht hatte, Angstabhebungen großen Umfanges. Der Reinzuwachs an Einlagen ging bei sämtlichen deutschen Sparkassen im Mai gegenüber 129,8 Millionen Mark im März und 191,6 Millionen Mark im Februar auf 33,5 Millionen Mark zurück. Daraus ergibt sich, wie sehr sich die Furcht vor einer neuen Inflation materiell ausgewirkt hat. In den folgenden Monaten nahmen die Einzahlungen zwar wieder zu, doch konnten die Rückgänge nicht wieder aufgeholt werden, weil sich nun das weitere Nachlassen der Konjunktur stärker auswirkte. So ergab sich nur ein Gesamt=Reinzuwachs der Spareinlagen um 1467 Millionen Mark auf 9016 Millionen Mark Ende 1929; unter Berücksichtigung der Zinsen und Aufwertungsbeträge beläuft sich der Zuwachs auf 2,02 Milliarden Mark. Angesichts der erwähnten ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Momente können die Sparkassen mit diesem Ergebnis immerhin zufrieden sein. Dem verstärkten Wettbewerb um das Sparkassenkapital haben die Sparkassen nach ihrem Geschäftsbericht durch den Ausbau ihres Sparstellennetzes und durch intensivere Werbung Rechnung getragen. Ferner wurden auf Grund umfangreicher Vorarbeiten technischer und mathematischer Art in fast allen Verbandsbezirken öffentliche Bausparkassen nach einheitlichen Grundsätzen errichtet. Zweck dieser Bausparkassen ist die Förderung der Eigenkapitalbildung für Zwecke der Wohnungsbaufinanzierung. Auf dem Gebiete der Wohnungsbaufinanzierung stellten auch 1929 die Sparkassen mit schätzungsweise 700 Millionen Reichsmark den relativ größten Anteil erststelliger Hypotheken! Da insgesamt der Realkredit die normale Grenze von 40 Prozent der Spareinlagen sogar im Reichsdurchschnitt bereits weit überschritten habe, könne angesichts der vermehrten Liquidationserfordernisse eine noch stärkere Betätigung der Sparkassen im Hypothekarkredit zur Zeit nicht verantwortet werden. Die vorübergehend stärkere Pflege des Kommunalkredits im Rahmen der gegenwärtig laufenden Konsolidierungsaktion bedeute keine grundsätzliche Aenderung der Anlagepolitik der Sparkassen. Zu der Frage der Betätigung der Banren im Spargeschäft wird in dem Geschäftsbericht ausgeführt, die Sparkassen ließen sich von dem Standpunkt nicht abbringen, daß die systematische Aufnahme des geschäfts durch die Banken sich mit dem Sinn des Wettbewerbsabkommens nicht vereinbaren lasse, und sie vermöchten sich auch nicht damit abzufinden, daß die Großbanken, denen alle Geschäfte ohne, jegliche Einschränkung erlaubt seien, das Spargeschaft ohne diejenigen Bindungen ausüben dürfen, die den Sparkassen durch Gesetz und Satzung auferlegt sind. Bedeutsam ist noch die Feststellung, daß hinsichtlich der am 1. Januar 1932 fälligen Aufwertungshypotheken zahlreiche Sparkassen ihren Hypothekenschuldnern bereits mitgeteilt haben, sie würden die Aufwertungshypotheken zum Fälligkeitstermin nicht zurückverlangen, vorausgesetzt, daß die Geldmarktverhältnisse keine anormale Veränderung erfahren. Riesenfestung am Zur Sicherung des Weges nach Indien.— Englisch= ägyptische Konferenz. — London, 2. April. Noch hat die Flottenkonferenz ihre Arbeiten nicht beendet, und schon ist in London eine zweite Konferenz von großer politischer Bedeutung eröffnet worden. Der englische Außenminister Henderson und der ägyptische Ministerpräsident Nohas Pascha verhandeln über die Durchführung des anläßlich der Anwesenheit des ägyptischen Königs in London angebahnten Vertrags, der die Räumung des Niltals durch die englischen Truppen und die teilweise Wiederherstellung der Unabhängigkeit Aegyptens vorsieht. Als Verhandlungsgehilfen hat der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha zwei Ministerkollegen und zwanzig Sachverständige mitgebracht; Henderson wird durch den Kriegsminister Shaw und den Minister für Luftfahrt, Thomson, unterstützt. Wenn auch die Grundzüge durch den Entwurf des„ewigen Bündnisses" bereits festgelegt sind, so bieten doch die Einzelheiten der noch zu regelnden Fragen Schwierigkeiten in Hülle und Fülle. England ist zwar bereit, seine Truppen aus dem Niltal zurückzuziehen und der ägyptischen Regierung erhöhte Bewegungsfreiheit zu gewähren, selbstverständlich will es dadurch aber den Weg nach Indien nicht gefährden. Erreicht werden soll diese Sicherung dadurch, daß rechts und links von dem Sueztanal eine gewaltige Riesenfestung errichtet wird, durch die England den Kanal gegen jede Macht verteidigen kann. Der Durchmesser dieser Festung soll 160 Kilometer betragen; enthalten soll sie moderne Verteidigungsanlagen, schwere Geschütze, Flugplätze, geschützte Lagerstätten für Tanks und motorisierte Kavallerieregimenter, Einrich= tungen für den Gaskrieg und Ankerplätze für Unterseeboote. Die Kosten für die Errichtung dieser Riesenfestung sollen teilweise von Aegypten getragen werden, das damit seine„Dankesschuld für die Räumung des Niltals und die Aufhebung der Kapitulation abtragen soll! Gegenwärtig befindet sich die Konferenz noch in dem Stadium der Vorverhandlungen und des Austausches freundlicher Erklärungen. So sprach z. B. Ministerpräsident Nahas Pascha davon, Aegypten,„die Mutter der Zivilisation“, sei bereit, im Interesse eines ehrlichen Ausgleichs, England,„der Mutter der bürgerlichen Freiheit“, die Schwesterhand zu reichen. sch'age in der Frage der großen Kreuzer und der Anfer. seeboole— vorbehaltlich einiger Abänderungen—., reit. Lamit ist der Abschluß eines Drei=Mächte=Pasta, zwischen England, Amerika und Japan auf alle Kau. gesichert. Sie Die der amerikanischen Abordnung zugeteilten drei Admirale treten am 14. April die Rückreise nag Washington an, da die„marinetechnischen Verhand, lungen, soweit Amerika an ihnen interessiert sei. be endet seien und jetzt nur noch politische Verhand, lungen in Frage kämen, die von den Politikern der Delegationen geführt werden müßten. Zur Warnung. 'n Wort zur Berufswahl. Der Vorstand des deutschen Guts= und Forst, beamtenverbandes schreibt: „Zur Zeit sind rund 30 Prozent aller land, wirtschaftlichen Beamten stellenlos. Wurden bisher in erster Linie hauptsächlich nur ältere Beamte betroffen so nimmt auch jetzt die Stellenlosigkeit bei den jun gen ledigen Beamten zu. Hierbei spielt die Vor= und Ausbildung keine Rolle. Sowohl für Akademiker wie für Beamte mit facherer Ausbildung ist die Lage gleich traurig. allen Beamtengruppen, bei den Wirtschafts=, den Forst=, den Rechnungs= und den Erennereibeamten ist das Angebot weit größer als die Nachfrage. Diese ungesunden Verhältnisse wirken sich, ganz abgesehen davon, daß die verminderte Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft naturgemäß die## bensbedingungen des gesamten Landvolkes immer mehr verschlechtert, dahin aus, daß die landwirtschaftlichen Beamten in ihren Gehältern gegenüber den Angestellten der Industrie, Handel und Staat mit entsprechender Vorbildung und gleicher verantwortungsreicher Tätigkeit bedeutend schlechter gestellt sind. Bei den geradezu trostlosen Existenzmöglichkeiten als landwirtschaftlicher Beamter können Eitern und Berufsberater nicht genügend gewarnt werden, weiteren Zuwachs dem landwirtschaftlichen Beamtenstande zuzuführen. Die Wirtschaftslage im März. gesichert. — London, 2. April. Die japanische Avordnung der Flottenkonferenz teilte der englischen und amerikanischen Delegation mit, Japau sei zur Annahme der amerikanischen VorNoch keine Besserung. Nach dem soeben veröffentlichten Bericht der dustrie= und Handelskammern sowie des Deutschen Handwerks= und Gewerbekammertages hat sich die Wirtschaftslage im März noch nicht gebessert. Saisonmäßige Ansätze dazu zeigen sich zwar, doch drückte die innerpolitische Lage noch zu sehr auf den schäftsgang und verhinderte auch eine wesentliche Besserung der Börsenlage. Auf dem Pfandbriefmarkt trat eine geringe Belebung ein. Von den einzelnen Industriezweigen hatten die chemische und die Kaliindustrie einen befriedigenden Absatz. Die Großhandelspreise zeigten eine sinkende Tendenz und wirkten sich schon etwas auf die Indexziffern der Lebenshaltung aus. Der Geldmarkt war ziemlich flüssig, dagegen igte der Kapitalmarkt trotz weiterer Herabsetzung des iskontsatzes der Reichsbank auf 5 v. H. noch keine wesentliche Erleichterung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat ihren Tiefstand überwunden. Mittelmeerfahrt der Flotte. Erstes Reiseziel: — Kiel, 2. April. Die in Kiel stationierten Einheiten der Flotte die an der Frühjahrs=Ausbildungsreise nach on, a telmeer teilnehmen, haben gestern den Hafen und die Reise nach der Nordsee durch den Kaiser=il# helm=Kanal angetreten. Die Flotte, die unter dem fehl des Flottenchefs, Vizeadmiral Oldekop, steht. sich beim Weser=Feuerschiff in der Nordsee sammeln und am heutigen Mittwoch die Fahrt beainnen. Diakonentagung in Berlin. Ein aufstrebender Stand ist die männliche Diakonie. Das zeigte die Jahresversammlung des Deutschen Diakonenverbandes(...), die soeben in Berlin stattgefunden hat. Fast alle deutschen Diakonenanstalten waren vertreten. Der Jahrestagung voraus ging die Berliner Ortsgruppenversammlung unter Leitung von Gemeindediakon Becker. Nach Erledigung praktischer Fragen (Bausparkassen, Eigenheime) behandelte Pastor Tegtmeyer, Bethel, das Thema„Die schöpferische Pause im Leben des Diakons".— Die Jahresversammlung des D..V. mit ihren verschiedenen geschäftlichen Sitzungen nahm zwei volle Tage in Anspruch. Sie wurde geleitet von dem ersten Vorsitzenden des Verbandes, Pastor Büchsel, Neinstedt. Der Bericht des Geschäftsführers zeigte, daß es auf der ganzen Linie der männlichen Diakonie im letzten Jahre gut vorwärts gegangen ist. Die Zahl der Mitglieder ist wieder um 136 gewachsen. Noch immer besteht eine starke Nachfrage nach gut vorgebildeten Diakonen. Ist auch ein Ueberfluß an Wohlfahrtspflegerinnen vorhanden, so daß der Wohlfahrtsminister von der Bildung neuer Ausbildungsstätten, bezw. Doppekklassen abraten mußte, so werden die drei bereits staatlich anerkannten Wohlfahrtspflegerschulen der männlichen Diakonie davon durchaus nicht berührt. Von evangelisch=kirchlicher Seite ist im letzten Jahre in steigendem Maße Nachfrage nach besonders qualifizierten Kräften bemerkbar gewesen. Im Hinblick auf die Bestrebungen, die Wohlfahrtspflege zu verweltlichen, forderte auch Ministerialdirektor z. D. v. Kameke auf dieser Diakonentagung unter starker Zustimmung der Versammlung, die Kirche sollte mit Hilfe der Inneren Mission ein möglichst lückenloses Netz von Kreis=, Bezirks= und Stadtwohlfahrtsdiensten als Gegengewicht schaffen. 959 solcher evangelischen Wohlfahrtsdienste sind bereits schon vorhanden, aber sie stehen meist noch auf dem Papier.— Die Zahl der Diakonen im Kirchendienst ist in den letzten 25 Jahren um das Sechsfache gestiegen. Die Nachfrage nach diakonischen Kräften auf den verschiedensten Arbeitsfeldern der Kirche führt man wohl mit recht auf die kirchlich geordnete Vorbildung zurück, die sich bereits auszuwirken beginnt. Viel hat auch der Verband an Bildungsarbeit für seine Mitglieder leisten können. Fünf größere Lehrgänge sind im vorigen Jahre abgehalten worden, um die Diakone für verschiedene Arbeitsaufgaben nachzuschulen. Auch den Ausbau der Fachliteratur hat sich der Deutsche Diakonenverband im Verein mit der Konferenz der Vorsteher der deutschen Diakonenanstalten sehr angelegen sein lassen. Neben der„Berufskunde für Diakone“ hat Pastor Bunke, der frühere Vorsteher des Evangelischen Johannesstiftes, noch ein zweites wertvolles Buch im letzten Jahre geschrieben:„Die männliche Diakonie seit Wichern“.— Erfreulich ist, daß der Geschäftsführer in bezug auf die gute Entwicklung des Versicherungswesens, das der Verband aufgezogen hat, mit Recht sagen konnte, daß es der vereinten Kraft der deutschen Diakone durch ihre Kassen gelungen sein dürfte, menschliche Bürgschaften für die Zukunft zu schaffen. Somit steht zu hoffen, daß die jetzige Not der Altdiakone und ihrer Witwen— sie wird heute durch den Hilfsverein für Berufsarbeiter der Inneren Mission unter dem Vorsitz von Oberkonsistorialrat Troschke(2. Vors. Direktor Vietor) zu lindern gesucht— in späterer Zeit einmal schwinden dürfte. Wie stark der Deutsche Diakonenverband vorwärts strebt, zeigt auch die Tatsache, daß zur besonderen Unterstützung des Geschäftsführers ein zweiter Diakon in den Dienst des Verbandes gerufen worden ist. Leider sind aus der Arbeit des engsten Kreises im letzten Jahre vier Männer durch Uebertritt in den Ruhestand geschieden, von denen der Verband wünschen möchte, daß sie noch lange mit ihrer Erfahrung und ihren Gaben ihm dienen könnten. Es sind dies die vier Vorstandsmitglieder Pastor Ernst Bunke, Berlin, Direktor Pastor Schlitter, Ludwigsburg, Gemeindediakon Kamissek, Berlin und Hausvater Nusser in Bethel. Seit der Gründung des Verbandes im Jahre 1913 sind sie alle im Vorstande tätig gewesen.— Der ganze Wert einer reichen Jahresarben. wie sie die Geschäftsstelle des..V. leistet, läßt sich mn wenigen Sätzen kaum andeuten, geschweige darstellen. An den großen Fragen unserer Kirche und an ihren Auf gaben möchte auch die männliche Diakonie nach de Maße ihrer Kraft teilnehmen. Für solchen Dienst ru sie sich ganz planmäßig. Dankbar ist sie den Kirchen“ hörden für jede Förderung, die sie nach dieser Richtunz hin von ihnen erfahren hat. Bücher und Zeitschriften. Die hier angezeigten Bücher sind zu beziehen durch Buchhandlung der Anstalt Bethel. Weltenbrand. Tragödie aus der Zeit Diocletians v Carl Rost. Verlag Fink, Weimar(.—Mark). Mit in leugbarem dramatischen Talent entrollt der Versaft edler Diktion ein farbenblühendes Bild von greison Anschaulichkeit, das unsere ganze Aufmerksamken nimmt Das alte Römerreich, innerlich morsch sangen Anant. Tür an nemertr.„ ohne Kraft und Wahrheit, in sich zerrissen, will 3 menbrechen. Ueberall lodern aus der Tiefe Ahnser Feuer auf. Untreue, Verrat, Heimtücke lauern im 9 grunde. Ein Feuer ist auch das Christentum, das zu 0e fen,— zu löschen nicht gelingt. Inmitten der wende steht der Kaiser, ohnmächtig, ein gerrschet, das Szepter entgleitet. Der Verfasser•# sächsischer Theolog, hat zu seiner Arbeit gründlic schichtliche Studien gemacht und weiß durch kalkolorit zu überraschen. Die Tragödie, die Tode Diokletians schließt, kann nur auf großen zur Aufführung kommen. Wie wir hören, habeji be, größere Bühnen um das Recht der Uraufführt"“## worben. Nach Ausspruch des Verfassers hat er“„„wgll das übrigens interessante Parallelen zur Or“gs enthält, hauptsächlich zur Lektüre geschaffen. Bord eignet es sich zum Vorlesen mit verteiltgg mm in#. Brünings Canierung der 9 virtschaft Der heutiger Spannung en die Regierungser detaillierte rungsmaßnahmen die Anhaltspunk fähigkeit des Ko spannt war man gen. Die Deuts Eröffnung der Beratungen nach Die übrigen Fra mittagsstunden E tungen finden die Opposition gierungserklärun ten der Regierur eine heftige: Während de durch den Reichs Tribünen stark man zahlreiche, dent Löbe eroff daß die Abgeor! lich ihre Man dann dem zur Abgabe der Der Reichsk Reichskanzler Mi Sachlichkeit getre sei an keine Kog Es ist gebil kanzler Brüning für das Reich Frist zu lösen. Lösung mit diese sordert schnelles Daher erwa liche Erklärunger einzelnen. Die u interessen in org Außenpolitik alt internationalen Ausbau unseres rung internatiol wirtschaftlichem Außenpolitik. 6 gesundes, politi land, das seiner vollenden kann. Reichsregierung endliche Befrein steht.(Erneuter rung des Saare Innenpoliti len und wirtscha bundenen radikal samkeit. Diese 6 wirtschaftliche Ar Mit tiefem Mahnung des gung auf.(Beife Fragen haben## scheidung dieser söhnung in Aug San sowie die Unter ihrer schwierigen werden. Ohne e die dringend u die Milderung Die Reichsr minister aufgest Deckungsprogran Form des letzte Regierungsparte Arbeitslosenvers# Steuersenkung u Ganzes. Cinge des öffentlichen □ Veröffentlichun verbände. Der„Vor demokratischen schrift:„BorstVorsitzenden d und der Unter. rungen— beachte=Paktes auf alle Fälle Kückreise nach hen Verhandhiert sei, be sche VerhandPolititern der Die Reglerung vor dem Reichstag. = und Forstit aller landrden bisher in amte betroffen, bei den jundie Vor= und eamte mit eintraurig. bei irtschafts=, ennereibeamten achfrage. Leistungsfähie. gemaß die es immer mehr wwirtschaftlichen den Angestellnit entsprechenvortungsreicher sind. nzmöglichkeiten en Eitern und werden, weiBeamtenstande März. Bericht der Indes Deutschen hat sich die bessert. Saisonr, doch drückte auf den Gevesentliche BesPfandbriefmarkt den einzelnen und die KaliDie Großhannz und wirkten Lebenshaltung lüssig, dagegen erabsetzung des H. noch keine auf dem Arunden. Flotte m Miterlassen er=Wilsem Best. wird eln und Brünings Arbeits-Programm. Canierung der Finanzen.— Hilfsaktionen für Landwirtschaft und Ostmarken.— Aufrechterhaltung des mee Versicherungskompromisses. — Berlin, den 1. April 1930. Der heutigen Reichste„3sitzung sah man mit großer Syannung entgegen. Es war zwar bekannt, daß die Regierungserklärung nur sehr knapp sein und we„ia detaillierte Aufschlüsse über die geplanten Regierungsmaßnahmen geben würde, aber man wartete auf die Anhaltspunkte für die Beurteilung der Existenzzähigkeit des Kabinetts Brüning. Nicht minder gespannt war man auf den Verlauf der Fraktionssitzungen. Die Deutschnationalen tagten bereits vor der gröffnung der Plenarsitzung und setzten dann ihre geratungen nach Beendigung der Plenarsitzung fort. die übrigen Fraktionen hielten in den späteren Nachmittagsstunden Sitzungen ab. Die entscheidenden Beratungen finden jedoch erst am Donnerstag statt. Da die Opposition versuchen wird, über die knappe Regierungserklärung hir aus Aufsschlüss: über die Absichten der Regierung Brüning zu erhalten, erwartet man eine heftige Debatte. Während der Verlesung der Regierungserklärung durch den Reichskanzler Dr. Brüning waren Haus und Tribünen stark besetzt. In der Diplomatenloge sah man zahlreiche Vertreter auswärtiger Mächte. Präsident Löbe eröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, daß die Abgeordneten Schiele und Dr. Wunderlich ihre Mandate niedergelegt haben und erteilte dann dem Reichskanzler Brüning zur Abgabe der Regierungserklärung das Wort. Der Reichskanzler dankte zunächst dem scheidenden Reichskanzler Müller für seine hingebende, von ernster Sachlichkeit getragene Arbeit. Das neue Reichskabinett sei an keine Koalition gebunden. Es ist gebildet mit dem Zweck, so fuhr der Reichskanzler Brüning fort, die nach allgemeiner Auffassung für das Reich lebensnotwendigen Aufgaben in kürzester Frist zu lösen. Es wird der letzte Versuch sein, die Lösung mit diesem Reichstag durchzuführen. Die Stunde sordert schnelles Handeln. Daher erwarten Sie von mir heute nicht ausführliche Erklärungen über die beabsichtigten Maßnahmen im einzelnen. Die neue Regierung wird Deutschlands Lebensinteressen in organischer Weiterentwickelung der bisherigen Außenpolitik aktiv vertreten. Loyale Durchführung der internationalen Vereinbarungen, Klärung und weiterer Ausbau unseres Verhältnisses zu allen Staaten, Förderung internationaler Zusammenarbeit, insbesondere auf wirtschaftlichem Gebiet, das sind die Grundlagen dieser Außenpolitik. Endziel ist und bleibt ein wirtschaftlich gesundes, politisch freies und gleichberechtigtes Teutschland, das seinen Wiederaufbau im Schutze des Friedens vollenden kann.(Beifall.) Besonders herzlich gedenkt die Reichsregierung in dieser Stunde der Rheinlande, deren endliche Befreiung von der Besetzung unmittelbar bevorsteht.(Erneuter Beifall.) Auch die alsbaldige Rückgliederung des Saargebietes wird tatkräftig gefördert werden. Innenpolitisch gibt unsere Lage angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Notstände und der mit ihnen verbundenen radikalen Strömungen Anlaß zu besonderer Wachsamkeit. Diese Strömungen müssen in erster Linie durch wirtschaftliche Aufbauarbeit behoben werden. Mit tiefem Ernst nimmt die Reichsregierung die Mahnung des Reichspräsidenten zur nationalen Einigung auf.(Beifall.) Erbitterte Kämpfe um außenpolitische Fragen haben das deutsche Volk zerrissen. Nach der Cntscheidung dieser Kämpfe wollen wir das Werk der Versöhnung in Augriff nehmen. Die Maßnahmen zur Sanierung der Kassenlage sowie die Unterstützung der Länder und Gemeinden in ihrer schwierigen Finanzlage müssen sofort durchgeführt werden. Ohne eine solche Ordnung fehlt die Gewähr für die dringend notwendige Entlastung der Wirtschaft und die Milderung der Arbeitslosigkeit. Die Reichsregierung übernimmt den vom Reichsfinanzminister aufgestellten Haushaltsplan für 1930 samt dem Deckungsprogramm. Diese Deckungsvorlagen sind in der fform des letzten Vermittlungsvorschlages der bisherigen Regierungsparteien mit der finanziellen Sicherung der Arbeitslosenversicherung, der gesetzlichen Festlegung der Steuersenkung und der Ausgabenersparnis ein einheitliches Ganzes. Eingehende Sparvorschläge auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens werden in kürzester Frist vorgelegt werden. Diese Sparmaßnahmen sollen nicht von einem antisozialen Geist getragen sein. Sie haben lediglich den Zweck, zur Senkung der Steuern, zur Hebung der Produktivität und zur Stärkung der Kreditwürdigkeit Deutschlands beizutragen.(Beifall.) Sie sollen Raum schaffen für die Senkung der auf dem Handwerk und dem gesamten Mittelstand besonders schwer lastenden Realsteuern. Die Weiterverfolgung der Sozialpolitik wird als staatliche Notwendigkeit von der neuen Reichsregierung unbedingt anerkannt. Finanzielle, soziale und wirtschaftliche Aufgaben müssen von einheitlichen Gesichtspunkten aus angefaßt werden. Rettung des Ostens. Gerade von diesem Stanopunkt aus ist das Rettungswerk unserer in schwerstem Ringen um die Existenz kämpfenden Landwirtschaft vordringlich. Die Agrarkrise hat in besonders bedrohten Landesteilen den Charakter einer allgemeinen Volks= und Staatskrise angenommen. Die Regierung ist entschlossen, ein umfassendes und durchgreifendes Hilfsprogramm für die Landwirtschaft schleunigst zu verwirklichen. Sie scheut dabei angesichts der ernsten Lage nicht vor außergewöhnlichen Mitteln zurück. Mit der Ausarbeitung der notwendigen Gesetze ist begonnen. Daneben ist eine durchgreifende und umfassende Osthilfe notwendig. Zur Deckung der notwendigen Ausgaben wird die Reichsregierung eine besondere Vorlage unterbreiten. Gesundung der östlichen Landwirtschaft ist die Grundlage nationaler und volkspolitischer Rettung des deutschen Ostens. Die Reichsregierung wird an diesen Vorschlägen und an ihrer schnellsten Durchführung unter allen Umständen festhalten. Sie ist gewillt und in der Lage, alle verfassungsmäßigen Mittel hierfür einzusetzen. Parteipolitische Erwägungen müssen in dieser Stunde in den Hintergrund treten. Sachliche Einstellung zu diesem Programm des Kabinetts allein sichert die Zukunft des deutschen Volkes. Nach Entgegennahme der Regierungserklärung vertagte sich der Reichstag auf Mittwoch. Kurz zuvor war von einem Kommunisten der erste Mißtrauensantrag gegen das neue Reichskabinett eingegangen. Der kommunistische Mißtrauensantrag ist unmotiviert und lautet:„Die Reichsregierung besitzt nicht das Vertrauen des Reichstags.“ Deutschnationale Volkspartei und Kabinett Brüning. — Berlin, 2. April. Der„Tag“ berichtet ergänzend zu der parteiamtlichen Mitteilung über die Beratung der Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Volkspartei. die deutschnationale Fraktion sei sich einig darüber, daß sie mit Mißtrauen und Opposition der jetzigen Regierung gegenüberstehe. Sie gehe in ihrer Einstellung zur Regierung davon aus, daß sie nicht an die Durchführbarkeit eines wirklichen Agrarprogramms trotz aller Bemühungen des Reichsernährungsministers Dr. Schiele in diesem Kabinett glaube. Sie habe bei Besprechungen, die am Dienstag stattgefunden hätten, zunächst feststellen müssen, daß in der Regierung selbst keinerlei Klarheit über die agrarpolitischen Absichten vorhanden sei und daß vorläufig die in der Regierungserklärung gegebenen Zusagen vollständig in der Luft hingen. * Sozialdemokratischer Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Brüning. — Berlin, 1. April. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm am Dienstag nach der Plenarsitzung zu der Regierungserklärung Stellung. Die Fraktion beschloß, am Mittwoch einen Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Brüning ohne nähere Begründung einzubringen. 15 Abgeordnete stimmten dagegen. * Die Abstimmungen im Reichstag erst Donnerstag — Berlin, 1. April. Wie wir erfahren, werden die einzelnen Fraktionen der Regierungsparteien in der Aussprache am Mittwoch nur kurze Erklärungen abgeben. Die Aussprache soll nach Möglichkeit am Mittwoch zu Ende geführt werden. Die Abstimmungen über die Mißtrauensanträge finden erst am Donnerstag statt. Nachspiel der Krise. Veröffentlichung eines Schreibens der Arbeitgeberverbände.— Eine amtliche Richtigstellung. — Berlin, 2. April. Der„Vorwärts“, das Zentralorgan der Sozialeemokratischen Partei, veröffentlichte unter der Ueberschrift:„Borsig stürzte Müller=Wissell“, ein von dem Vorsitzenden der Vereinigung der Deutschen Arbeit#ederverbände, von Borsig, Anfang März an den Keichs finanzminister Dr. Moldenhauer gerichteten Brief. .5 In diesem Schreiben lehnen die Arbeitgeber ihre dismmung zu der Erhöhung der Beiträge zur Arveitslosenversicherung ab und betonen, die Erhöhung beiträge um ½ Prozent auf 4 Prozent, sei in Girklichkeit eine Erhöhung um ein volles Prozent, weil ja die derzeitige Beitragshöhe von 3½ Prozent nur bis zum 30. Juni 1930 befristet sei. Danach heißt es, die Vertreter der Arbeitgeber Vorstand der Reichsanstalt für ArbeitslosenverPherung müßten ihre Teilnahme an den in dieser auf Beitragserhöhung von sich aus di, se. Bei:Verhöhung vornehmen wolle. Die Arberigeberis des Vorstandes habe sich daher bereits ernstlich Frage vorlegen müssen, ob von ihr im Falle I" Burchführung eines derartigen Kurses die Uever Uneeiner weiteren Mitverantwortung * der Verwaltung der Reichsanstalt für Arveirsverictung und Arbeitslosenversicherung im Rahmen der wahrzunehmenden wirtschaftlichen Interessen getragen werden könne. Der„Vorwärts“ warf nun die Frage auf, welche Rolle dieser Brief der Arbeitgebervereinigung auf die Haltung der Reichsregierung gehabt habe und übte Kritik daran, daß Reichsminister Dr. Moldenhauer das Schreiben nicht dem Reichskabinett oder dem Reichsarbeitsminister Wissell vorgelegt habe. Darauf wird von zuständiger amtlicher Stelle erwidert: „Der Reichsminister der Fixanzen, Prof. Dr. denhauer, hat den angeführten Brief der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände erst am 8. März erhalten, nachdem in der Kabinettssitzung vom 5. März bereits die Entscheidung über die Vorlage an den Reichtrat gesallen war. Er Hot vegngeege# die Rabinettsentscheidung erledigt den Akten schreiben lassen. Er hat an der Regierungsvorlage über die Arbeitslosenversicherung, die er schon durch seinen Kommissar auf Grund des Beschlusses des Reichskabinetts im Reichsrat hat vertreten lassen, bis zum letzten Tag festgehalten,„ändigen der Regieden der bosialgietzint z, Smt pez mig suchen soliten, hat er von dem Kompromiß erhalten und sich schließlich mit dem Kompromiß einverstanden erklärt, um eine Einigung unter den Parteien herbeizuführen. Aus diesen tatzächlichen#. ohne jeden Einfluß auf die Haltung des Reichsministers der Finanzen gewesen ist.“ Volksschul- und Kirchenwesen. Fortführung der Kultusauesprache im Preußischen Landtag. — Berlin, den 1. April 1930. In Fortsetzung der allgemeinen Aussprache zum Abschnitt„Volksschul= und Kirchenwesen" des preußischen Kultushaushalts bezeichnete es Abg. Schwarzhaupt(D. Vp.) als wünschenswert, daß jeder Mensch die Möglichkeit erhalte, sich entsprechend seinen natürlichen Fähigkeiten auszubilden. Die Volkspartei erwarte vom Kultusminister, daß er die christlichen Grundlagen der deutschen Kultur schütze. Von der Volksschule bis zur Universität gelte es die Erziehung zum deutschen Menschen mit nationaler Selbstbehauptung. Der Vertrag mit den evangelischen Kirchen müsse nun endlich abgeschlossen werden. Abg. Dr. Bohner(Dem.) äußerte sich anerkennend über die Politik des früheren Kultusministers Dr. Becker und wandte sich gegen das trockene Auswendiglernen von Verfassungsbestimmungen. Der staatsbürgerliche Unterricht müsse unsere Jugend mit drei Dingen vertraut machen: mit dem Volk, seinem Lebensraum und dessen Möglichkeiten sowie mit seiner Rechtsordnung. Daraus erwachse die Staatsgesinnung. Der Unterricht müsse zum sozialen Patriotismus führen. Der Hochschulverwaltung müsse eine bestimmte Summe zur freien Verfügung gestellt werden. Abg. Rhode(Wirtschp.) verlangte Fernhaltung der Schule und der Lehrer von der Politik und Achtung und Anerkennung der deutschen Vergangenheit. Der Mittelstand habe eine so große Anzahl selbständiger Persönlichkeiten hervorgebracht, weil er sich selbst verantwortlich fühle. Die Beamtenschaft müsse von selber zum Sparen beitragen. Die Ueberspannung des Vorbildungswesens sei sehr zu bedauern; da müsse endlich eine Aenderung einSe. Abg. Dr. Prelle(Dt. Frakt.) erclärte, das Christentum habe genügend sittliche Macht, um auch die Kultur wieder aufzubauen. Verlasse man das Christentum, dann komme man allerdings zu der vom Minister dargelegten hoffnungslosen Stimmung und Anschauung. Abg. Dr. Ley(Nat.=Soz.) gab der Ansicht Ausdruck. daß es zwischen der christlichen und der antichristlichen Weltanschauung keine Toleranz geben könne, sondern nur Kampf. Der Sieg der einen bedeute den Untergang der anderen Weltanschauung.„„ 1 Mant. 5 Abg. Lindner(Chrstl.=Soz. Volksv.) meinte, der Minister habe manches Richtige vorgetragen, werde aber bei dessen Durchführung wohl gerade bei seinen Parteifreunden die größten Schwierigkeiten finden. Abg. Kleinspehn(Soz.) stellte fest, daß der Kultusetat zum ersten Mal keine erhöhten Aufwendungen für die Kirche enthalte und führte das auf Einsparungen durch den Konkordatsvertrag zurück. Abg. Koch=Oeynhausen(Dutl.) setzte sich für die Beschleunigung der Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen ein.. 9. Wxhasta, Abg. Linneborn(Ztr.) betonte, die arbeitsgemeinschaft des Zentrums mit der Sozialdemokratie bedeute keineswegs eine Gesinnungsgemeinschaft. Nächste Sitzung Mittwoch: Weiterberatung und Abstimmungen zum Justizetat. Politische Rundschau. — Berlin, den 2. April 1930. — Im 68. Lebensjahre starb in Berlin Legationsrat Emil Krebs vom Auswärtigen Amt, einer der besten Dolmetscher des deutschen diplomatischen Dienstes. * :: Der neue griechische Gesandte Politis ist in Berlin eingetroffen. Er gehörte schon vor dem Kriege der griechischen Gesandtschaft in Berlin an. In den letzten Jahren ist Politis als Vertreter Griechenlands beim Völkerbund und auf internationalen Konferenzen hervorgetreten. :: Ministerialdirektor Dr. Zechlin bleibt Pressechef. Der bisherige Pressechef der Reichsregierung, Dr. Zechlin, der Mitglied der Sozialdemokratischen Partei ist, wird, wie jetzt im Gegensatz zu der ersten Meldung verlautet, sein Amt im Einverständnis mit dem Reichskanzler Brüning, auch unter der neuen Regierung weiterführen. Wechsel in der Leitung des Reichserneuerungsbundes. — Berlin, 2. April. Der Vorstand des Bundes zur Erneuerung des Reiches wird am Sonntag zusammentreten, um die Frage der Nachfolge des jetzigen Reichsbankpräsidenten Dr. Luther im Vorsitz des Bundes zu beraten. Reichsbankpräsident Dr. Luther will auch in Zukunft ständig mit dem Bund in Fühlung bleiben. Stettin fordert Eingemeindungen. — Stettin, 2. April. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung befaßten sich mit bege,„ Eingemeindungsfrage. In den dem Regierungspr##denten vorliegenden Entwürfen wird die Eingemeinoung von 20 Vororten— darunter auch Altdamm— gefordert, was eine Vergrößerung der Einwohnerzahl um 65 000 auf 335000 und eine Vermehrung des Flächeninhalts von 8200 Hektar auf 22 800 Hektar bedeuten würde. Die Kriegsbeschädigten an die Regierung Bruning. — Berlin, 2. April. Aus Anlaß der Bildung des neuen Reichskabinetts hat der Reichsverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener dem Reichskanzler Dr. Brüning die besondere Berücksichtigung der Kriegsopferinteressen durch Uebermittlung eines Telegramms in Erinnerung gebracht. Lindeiner=Wildau wird Botschafter. In parlamentarischen Kreisen wird davon gesprochen, daß der Reichstagsabgeordnete von Lindeiner=Wildau, der zu der Gruppe Treviranus gehört, den Botschafterposten in London erstrebe. Die Umbesetzung des Londoner Postens wurde schon vor dem Tode Stresemanns in Verbindung mit einem größeren Revirement erwogen. Ob nun Abgeordneter LindeinerWildau den Londoner oder einen anderen Botschafterposten erhalten wird, scheint zur Stunde aber noch nicht festzustehen. Ein Lagerspeicher in Flammen. Bremen, 2. April. In einem Lagerschuppen der Speditionsfirma Ulrichs u. Co. in der Libauer Straße brach ein Feuer aus, das sehr schnell um sich griff. In der Halle lagerten etwa 2000 wallen Baumwolle. Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen mit 14 Schlauchleitungen. Der vierte Teil des Lagers fiel dem entfesselten Element zum Opfer, Rundschau im Auslande. 2 Sir Heury Deterdine der Präsident der Royal Dutch Company, hatte in Paris eine Unterredung mit dem französischen Ministerpräsidenten Tardieu. ? Unter Vorsitz Loucheurs wurde in Paris eine von Ungarn, Rumänien und der Tschechoslowakei beschickte Konferenz zur Regelung der Frage der Ostreparationen eresiner...„ anfiah eins um## * Die russische Regierung erließ eine neue Verordnung über die Kollektivwirtschaften, nach der in Zukunft nur noch begüterte Bauern Mitglieder der Kollektiv= wirtschaften werden können. * Eine indische Unabhängigkeitshalle. : Nehru, einer der Führer der indischen Freiheitsbewegung, hat nach Berichten aus Alahabad sein Haus dem indischen Nationalkongreß für die Benutzung als ständiges Hauptquartier geschenkt und angeregt, dieses Hauptquartier Unabhängigkeitshalle“ zu benennen. Die Jugendvereinigung in Alahabad nahm eine Entschließung an, in der der Unabhängigkeitsfeldzug Gandhis nachdrücklichst unterstützt und zur allgemeinen Teilnahme aufgefordert wird. Ausschreitungen auf den Fordwerken. — New York, 2. April. Gerüchte über die Neueinstellung von mehreren tausend Arbeitern bei den Fordwerken waren in Detroit die Ursache von großen Kundgebungen. 15000 enttäuschte Arbeitslose die Fabrikgebäude stürmen. Die Eingänge zum Werk wurden von starken Polizeimannschaften besetzt. Die Unruhestörer wurden schließlich mit Hilfe von Tränengasbomben zerstreut. Graf Bülow in Chieago beraubt. — Chicago, 2. April. Während der Volkszählung, die im April in den Vereinigten Staaten vorgenommen wird, drangen drei Leute, die sich als Volkszählungsbeamte ausgaben, in die Wohnung des deutschen Fliegers Grafen Heinrich von Bülow in Chicago ein. Die Banditen fesselten sämtlicheg glieder des Hauses, stahlen Schmucksachen im Werte von 50000 Dollar und entkamen. tk Boykottkäfige in Hankau. Die Methoden, deren sich die chinesische Justiz bei der Bestrafung unehrlicher Geschäftsleute bedient, erscheinen dem Europäer mittelalterlich und barbarisch. Vor einiger Zeit wurden in den Straßen von Hankau zahlreiche Käfige in denen Geschäftsleute saßen, die es gewagt den von der Regierung angeordneten Boykott japanischer Waren nicht mitzumachen. Dieser Boykott war vor einiger Zeit von den Behörden als gesprochen worden, weil japanische Motorradfahrer einige Chinesen angefahren und so schwer verletzt hatten, daß sie starben. Die Käfige sind vom frühen Morgen bis zum späten Abend von einer johlenden Volksmenge umringt, für die die Aufstellung der„Boykottkäfige“ eine willkommene Abwechslung in dem eintönigen Straßenbild der Stadt bedeutet, die nach Gebühr gewürdigt wird. Einige Tage Aufenthalt in diesen Käfigen machen die Insassen so mürbe, daß sich einverstanden erklären, jedes Versprechen, das von ihnen verlangt wird, unter Eid abzugeben. Der Sternhimmel im April. Beobachtungszeit bei Monatsbeginn 22 Uhr. Norden: Tief am Himmel, in der Milchstraße, Kassiopeia. In der Nähe des Zenits der Große Bär, darunter der Kleine Bär mit dem Polarstern. Osten: Im Nordosten Leier mit Wega. Hoch am Himmel der Stern erster Größe Arcturus im Bootes. Zwischen Bootes und Leier die Krone und der Herkules. Genau im Osten Schlangenträger mit Schlange. Im Südosten die Waage. Nerd iee? :. Süden: Der Meridian durchschneidet das bild Großer Löwe und die äußerste rechte Seite I. Jungfrau; im ersteren der helle Stern Regulug. letzterer Spica. Den Horizont entlang verläuft du. Wasserschlange; über ihrem östlichen Teil glänzt z. Rabe. 88910 urr Westen: Es gehen jetzt unter Orion und Stern erster Größe Sirius im Großen Hunde, Re## neben dem Westpunkt der Stier. In und an der Milc straße von links nach rechts Kleiner Hund, Zwilling, Fuhrmann und Perseus. vnge, Planeten: Merkur von Mitte des an nach Sonnenuntergang am Abendhimmel sichtbar Ende April sehen wir ihn gegen eine Stunde. Venu, Abendstern. Zunächst 40 Minuten, Ende April als 1 Stunde und 20 Minuten sichtbar. Marg]' nicht beobachtet werden. Jupiter läßt sich anfange rund 4½ Stunden am Abendhimmel sehen, Ende Abri gegen 2¼ Stunden. Saturn geht anfangs 2 Stunden vor der Sonne auf, Ende April kann nag ihn gegen 2¾ Stunden sehen. man Mond: Am 6. erstes Viertel, am 13. Poll. mond, am 20. letztes Viertel und am 28. Neumond Sonne: Für die Berliner Gegend Aufgang an 1. gegen 5¼ Uhr, am 11..20 Uhr und am 21 um 5 Uhr, Untergänge an diesen Tagen nach 184. gegen 19 und gegen 19¼ Uhr. Verschiedenes. Der Kampf des Handwerks. In diesen Tagen veran, staltet das Schuhmacherhandwerk eine besonderWerbung. Kleine Drucksachen wandern in jedes Hau Sie sollen das Publikum noch einmal eindringlich auf die Vorteile der Verwendung des Maßschuhes hinweisen Der Handwerksmeister, der die Reparaturarbeiten alle Schuhwerks besorgt, ist überzeugt, daß sich der Maßschu trotz des höheren Anschaffungspreises im Gebrauch vi. liger stellt als der Schuh aus dem Laden. 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