* eit der Deutschen ae eite miniher in stattgefunden. zu erzielen war, siedsspruch, nag unverändert wie augewerbe. Dresden folgenLohn bleibt bis rteien haben sich nahme oder AbAusgabe legt en 965 bei Mannhein elle hinweisen. isnähen am MittHospiz ladet L. Trittelvitz. Schülerinnenar. hule Eckardtshaus s von 10 bis 12. Besichtigung wird abzugeben. ethel. rg", zweispielig, die Geschäftsstelle geben Morija. nd Weltpolitih: alle in Bethel Kriegsinvalidenhein (Ruhr) werden zum J. zwei tüchtige mädchen gebote mit Lohn## mmt Frau Hau cher, Volmarstein gegen. geprüfte SänglingsJahre alt, christliche bisher in leitender Is Stationsschwester sen ungskreis der privat. Off. mit Gehalts und sonstigen n unter A 6388 an lle d. Bl. 17jähr. Tochter hluß z. 1. Mai antenhalls: erigsgeher 880) Diese(ind Schrifl- und ch vorzüglich Laken, Vortt an Private bis 60 unzerfrco. Nachn. igsbedürftige finden ufnahme Chr. Duchardt i Wasserstraße 58. 494e eitschrih vor die Zei# stiöbbeier mm der Wei. sbezug R0.“ s Bec u Berlin Nv 44 Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Kürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. Christliches mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 30 Pfg. Beilagen unter B5 g je tausend 15 Mi Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 78. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld) Mittwoch, den 2. April 1930. 12. Jahrgang. Mensch, liebst du Gott den Herrn Und suchest Lohn dabei, So schmeckest du noch nicht, Was Lieb’ und Lieben sei. Angelus Silesius. Eine Selbstverständlichkeit. Es wird won Tag zu Tag klarer, daß die Mitteilungen. welche die im Winter eingetroffenen Rußlandflüchtlinge über eine bevorstehende Massenauswanderung aus Rußland machten, nicht leeres Gerede waren. Schon jetzt melden die polnischen Zeitungen von schweren Kämpfen an den russischen Westgrenzen, die zwischen flüchtenden Bauern und Sowjet=Polizei stattfinden. Sicher gibt es da und dort auch unter den Bauern Leute, die in dem kollektivistischen System an sich kein Unglück sehen, und es wäre auch zweifellos keins, wenn dieser Drang nach Gemeinschaftsarbeit aus dem Volke selbst herauswüchse. Da er jedoch in seiner bolschewistischen Gestalt eine Erfindung bauernfeindlicher Sowjetbürokraten ist, mit dem Ziel der gänzlichen Unterjochung des bisher noch einigermaßen freien Bauernstandes, so wird er von der großen Menge der russischen Bauern bekämpft, wenn bisher allerdings auch nur passiv. Eine Massenauswanderung der Rußlanddeutschen ist bereits im Spätherbst prophezeit worden. Wir haben alle noch die Erlebnisse der Flüchtlinge im Gedächtnis, die im Winter in Deutschland eintrafen. Diese nahezu 6·000 vom Schicksal so erbarmungslos heimgesuchten Menschen sind inzwischen zum Teil nach Kanada abgereist, zum nach Brasilien, ein Teil aber wird wohl auch in Deutschland bleiben und muß, da z. B. das Lager Prenzlau in diesen Tagen aufgelöst wird, in der Landwirtschaft untergebracht werden. Auch sehnen sich diese Menschen, die an schwerste Arbeit gewöhnt sind, aus der Untätigkeit des Lagerlebens hinaus ins schaffende Leben. Wenn das, was Rußlandkenner sagen, zutrifft, dann werden wir bald zehntausende rußlanddeutscher Flüchtlinge an unseren Grenzen haben und nach Deutschland hereinlassen müssen. Deshalb ist es unsere Pflicht, darüber nachzudenken, was mit diesen bedauernswerten Opfern eines rücksichtslosen bolschewistischen Systems zu geschehen hat. Als im November der=Millionenkredit für die ersten Flüchtlinge beschlossen wurde, da haben— mit Ausnahme der Kommunisten— alle Parteien für den Kredit gestimmt. Heute jedoch hört man in vielen Kreisen und Parteilagern die Frage laut werden, ob das Deutsche Reich verpflichtet sei, den Flüchtlingen zu helsen, da wir selber über 3 Millionen Arbeitslose hätten und außerdem für die pünktliche Abgeltung der ungeheuerlichen Tributlasten Sorge tragen müßten. Hierauf ist zu antworten: Die Hilfe, die wir den Flüchtlingen angedeihen lassen. ist keine eigentliche soziale Maßnahme, sondern eine vontane Bekundung des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Deutschen! Die Hilfe, die wir den Rußlanddeutschen gewahren, ist eine aus christlicher Nächstenliebe geborene Selbstverständlichkeit. Wer hierfür kein Verständnis aufbringt, trägt weder einen Funken des göttlichen Liebesgebotes in seiner Brust noch ist er ein rechter Deutscher. Wer den Jammer, die Not und das Elend der Rußlandflüchtlinge gesehen hat, der ist erschüttert über soviel menschliches Martyrium und der kann nicht anders, als ohne Rücksicht auf unsere eigene Not zu bekennen: Wir nüssen helfen! Wir müssen helfen, schon allein, weil sich unser Volk zum Christentum bekennt! Wir müssen aber auch helfen, weil das Eintreten für verfolgte und vergewaltigte Minderheiten zu einem der wichtigsten Punkte unseres außenpolitischen Programms sehort. Wenn wir den aus Rußland flüchtenden Angevorigen der deutschen Minderheit, die vor Schlimmerem us dem Nichts stehen, unsere Hilfe versagen, dann ernaren wir damit vor aller Welt den moralischen Bankedeil unserer Minderheitenpolitik und unserer gesamten Volkstumsarbeit. Eine andere Frage ist die, ob wir helfen können. diese Frage zu beantworten ist schon erheblich schwerer. dir sind uns darüber im Klaren, daß der Fragenkombiec der Rußlanddeutschen eine moralische Seite hat und wirtschaftliche sowie eine nationale. Die wirtschaftce Problemstellung lautet ganz einfach so: Können wir g. du erwartenden Flüchtlinge mit Reichsmitteln aus -bland fortholen und wie lange vermögen wir sie über dasser zu halten?— Wären wir Herren unserer Finandann wäre die Angelegenheit eine rein innerdeutsche. Da wir aber die Kriegstribute abzutragen haben, so werden sich auch die ehemaligen Feindmächte mit dem Problem(zu befassen haben; denn mit einigen Millionen ist die Flüchtlingsfrage nicht gelöst. Um aber die um all ihr Hab und Gut gebrachten Menschen in Uebersee anzusiedeln müßte das Reich Hunderte von Millionen zur Verfügung stellen. Die hat es nicht, und so braucht über diese Art Hilfeleistung überhaupt nicht gesprochen zu werden. Aus vielen Kreisen aber ist die Frage laut geworden, weshalb diese Flüchtlinge denn nicht an unseren so hart bedrohten und sich immer mehr entvölkernden Ostgrenzen angesiedelt werden, um so einen bäuerlichen Grenzschutz gegen Polen zu schaffen. Können wir denn überhaupt noch in großem Maßstabe siedeln?— Die Meinungen der Sachverständigen gehen auseinander. Und zwar sind gewisse Bedenken durchaus nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen. Gewiß sind die zweiten und dritten Söhne reichsdeutscher Bauern, die sich im Osten anzusiedeln gedenken, Erstanwärter. Gibt es aber nicht genügend Staatsdomänen, die parzelliert werden könnten, um sie den Flüchtlingen zuzuweisen?— Die Polen haben in den letzten 10 Jahren nicht weniger als 45 000 Klein= und Mittelbauernstellen in den ehemals preußischen Landesteilen geschaffen, während Preußen dank seiner ewigen Kompetenzkonflikte und seines überspannten Bürokratismus nur 7400 Stellen errichtete und das deutsche Volk durch die polnische Liquidation mehr als 15 000 Bauernstellen verloren hat. Hier liegt ein ungeheures Gefahrenmoment, das nicht übersehen werden darf. Das menschenarme Ostpreußen stößt an das mehr als doppelt so stark besiedelte Polen— Ostpreußen ist Raum ohne Volk! Selbst wenn alle Siedlungsanwärter aus dem Reich angesetzt werden, können wir die sechsfache Ueberlegencheit der Polen nur einholen, wenn wir mehr Land zur Verfügung stellen und bedeutend mehr Siedler im Osten ansetzen. Der Bodenbebauer ist Herr des Bodens, nicht der Besitzer! Aber es ist noch eines. 100000 polnische Landarbeiter kommen alljährlich ins Reich. Ist es nicht geradezu ein Fingerzeig Gottes, daß uns bedrängten Deutschen Menschen gleichen Blutes zuströmen, die mit einem Schlage die polnische Unterwanderungsgefahr zu bannen imstande sind? Man sage nicht, daß sie sich nicht für diese Arbeit eignen. Noch weniger sage man, man könne diese einst selbständigen Bauern nicht zu Landarbeitern degradieren. Was sino sie denn heute?— Nach ihren eigenen Worten „Leibeigene der Sowjets“! Von einer Degradierung kann also nicht gesprochen werden, und so, wie sich diese Aermsten der Armen bisher geäußert haben, werden sie dankbarsten Herzens ihre Pflicht auch als Landarbeiter erfüllen, solange, bis sie die Mittel und vom Staat die Möglichkeit haben, zu Nutz und Frommen des deutschen Volkes zu siedeln! Diese vom Schicksal zerzausten Menschen wollen alles andere, als ein faules Lagerleben führen und von Almosen leben. Sie wollen arbeiten, arbeiten, arbeiten! Das haben sie schon unzählige Male kundgetan. Also gebe man ihnen Arbeit! Arbeit, die obendrein eine nationale Notwendigkett ist!. Die Ansiedlung soll zu teuer sein? Sie ist es ganz gewiß, wenn wir die Rußlanddeutschen in so schmucke Häuser setzen wollen wie die reichsdeutschen Bodenanwärter. Aber kein einziger Rußlanddeutscher denkt daran, derartiges zu verlangen. Sie sind es gewöhnt, in primitivster Weise zu beginnen und sich mit eisernem Fleiß und zäher Energie hochzuarbeiten, so daß— wenn die bekannten bürokratischen und sonstigen Hemmungen überwunden sind— Hunderttausende im deutschen Osten angesiedelt werden könnten. Wir, müssen helfen, und wir wollen helfen! Wir müssen aber diesem unserem Wollen einen klaren Ausdruck geben und zwar bald. Denn das Deutschtum— verstreut in aller Welt— muß wissen, ob das Reich zu ihm steht oder nicht. Ganz abgesehen davon, daß diese Hilfe nicht so sehr eine wirtschaftliche Frage, als vielmehr ein Ausdruck schlichtester christlicher Nächstenliebe ist. — r. Die christliche Lösung der sozialen Die soziale Frage ist als eine solche nach der gesunden Zusammenarbeit des ganzen Wirtschaftskörpers, eine Angelegenheit des ganzen Volkes, nicht nur die einer bisher benachteiligten Volksschicht. Marx hat sie zwar klar erkannt und richtig aufgeworfen als die Frage der Regelung von Warenerzeugung und Warenabsatz, aber nicht wirklich beantwortet. Er hat sie zur Sache einer Partei gemacht. Seine Vorschläge der Errichtung einer Planwirtschaft werden weitgehend durch die bestehende Wirtschaft befolgt, insofern sich der Warenerzeuger nach den Wünschen des Kaufmanns richten wird oder nach denen der Verbraucher, die nur das bestellen werden, was sie notwendig haben. Es bleibt nur die Frage, ob das Volk imstande ist, die geforderten Preise zu bezahlen. Die von Marx geforderte Vergesellschaftung der Produktionsmittel ist aber durchaus nicht als der geeignete und zum Ziele führende Weg zur Regelung von Erzeugung und Absatz anzusehen. Die Einbildung, nun keinen Herren über sich zu haben, für dessen Tasche man arbeitet, wird zwar den Arbeitnehmer mit Stolz erfüllen, aber seinen Anteil an der Erzeugung nicht mit Notwendigkeit vergrößern. Im Gegenteil wird der Arbeitgeber, der Staat oder eine starke Finanzmacht noch rücksichtsloser über seine Arbeitskraft verfügen können, weil ihm noch stärkere Machtmittel zu Gebote stehen. Keinesfalls regelt eine Aenderung in der Art der Leitung der Wirtschaft den Kreislauf der Waren oder gibt dem Arbeitnehmer sein wirtschaftliches Recht. Im Gegenteil ist von einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel größere Unrentabilität und stärkere Ungerechtigkeit zu befürchten. Die natürliche und zugleich christliche Lösung der sozialen Frage kannte Marx. Sie besteht in einer Regelung der Spanne zwischen dem Gestehungspreis und Verkaufspreis der Waren, in einer rechtlichen Zusammenarbeit von Kapital und Arbeit, in einer Herabsetzung der Gewinnguote des Kapitals zugunsten der Kaufkraft der Arbeitnehmer und der Möglichkeit des Absatzes. Aber Marx lehnte diese natürliche und zugleich rechtliche und christliche Regelung von Erzeugung und Verkauf mit der Begründung ab, daß sich dann das Kapital wo andershin wenden würde, wenn die Gewinnquote ihm nicht hoch genug sei. Der Staat soll aus einer freien Privatwirtschaft, die sich nach den Gesetzen der Sittlichkeit und Möglichkeit ordnet, zu einer Aktiengesellschaft werden, in der alle gleich in der geringen Lebenshaltung sein sollen, zugunsten einiger weniger, die den Hauptvorteil der ganzen Wirtschaft genießen. Wir empfinden wohl ganz deutlich, von welcher Seite dieser Vorschlag und anderseits die Ablehnung einer sittlichen Regelung der freien Wirtschaft stammt. Bei der ungleichen Verteilung des Arbeitsertrages in einer solchen scheinbar sozialdemokratischen, in Wirklichkeit rein kapitalistischen Wirtschaft ist an einen gesunden Kreislauf der Wirtschaft und den Absatz der hergestellten Waren nicht zu denken. Warenüberfluß und Arbeitslosigkeit sind die Folgen dieser sozialen Republik. Ein Kapital, das meint, nach seinem Gutdünken, nur eingeschränkt durch die Konkurrenz, frei die Preise gestalten zu dürfen, wird mit Notwendigkeit sich die Umsatzmöglich keiten untergraben und zudem den Wert des Geldes vermindern, während gerade die Maschine den Wert des Geldes immer mehr erhöhen sollte. So schaufelt sich ein zügelloser Kapitalismus in doppelter Weise selbst das Grab. Die Verantwortungslosigkeit des Lohnsklaventums hilft dabei. Es kann eine Aenderung nur eintreten, wenn das Kapital in der Erkenntnis, daß der Arbeiter zugleich der Hauptverbraucher der Waren ist, seine Kaufkraft durch rechtlichen Aufbau der Warenpreise auf dem Gestehungspreis so gestaltet, daß er auch den ihm gebührenden An teil wieder aufkaufen kann. Um der Landwirtschaft willen ist an keine höhere Entlohnung der Arbeiter zu denken. Im Gegenteil muß um ihrer willen auf eine Senkung derselben auf Friedenshöhe hingearbeitet werden. Da wir aber in den gegenwärtigen Verhältnissen auf den Ausbau des Innenmarktes angewiesen sind, muß durch möglichst genaue Preisberechnung in allen Wirtschaftszweigen zugleich eine Höherwertung der Mark und Kaufkrafterhöhung des Bauern und des Arbeiters und damit Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft mit anderen Ländern und höherer Absatz im Innern erreicht werden. Es gilt auch für die Wirtschaft: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk. Die Kauskraft deines Nächsten macht dich produktionsfähig. Eine Eigengesetzlichkeit der Wirtschaft, von der gern jemand redet, der es nicht wagt, dem allgewaltigen Kapital die unumstößlichen Gesetze Gottes vorzuhalten, gibt es nicht. In der Wirtschaft wird es immer nur heißen: Der Arbeiter kann nur mit dem Gelde einkaufen, das er hat. Darum hat auch der Kapitalist nur seinen berechtigten Arbeitsanteil daraufzuschlagen, will er seine Ware wirklich auch loswerden. Auf den won dem Weltmarktpreis bestimmten Landeserzeugnispreisen haben sich in rechtlicher Weise Brot= und Fleischpreise aufzubauen, ebenso auch die Lohnsätze, auf diesen die Warenpreise. Soll die Wirtschaft tadellos gehen, werden Friedenslöhne mit doppelter Kaufkraft des Geldes angestrebt werden müssen, eine Regelung, die, wenn sie in der gesamten Wirtschaft erfolgt, sowohl dem Fabrikanten, dem Kaufmann wie dem Arbeiter dient. Es mag die Arbeiterschaft, ebenso wie die Landwirtschaft sarauf sehen, daß ihre Erzeugnisse dem Volke unüberbuchert zugute kommen und das Volk zu einer ehrlichen Verdienergemeinschaft zusammenwächst. Der Absatz der Nassenerzeugung wird nur durch eine sittliche Selbstzucht des Kapitals und sein sich dienendes Einordnen in das Ganze ermöglicht werden. Weder die Herrschaft des Kapitals, noch die der Masse, die stets nur eine scheinbare sein wird, stellt eine Blüte der Wirtschaft sicher, sondern nur die rechtliche Zusammenarbeit zwischen Kapital und Arbeit, durch gemeinsame gesunde Preisbildung sichergestellt. Was nun als natürliche und rechtliche Forderung des Gewissens erscheint, wird im Christentum verwirklicht, weil wir uns nach ihm in Gott als eines Leibes Glieder fühlen, in dem alle Glieder leiden, wenn ein Glied leidet und sie nicht ruhen, bis der ganze Leib in gesunder Weise lebenskräftig gedeiht. Um unserer uns in Christus versiegelten gemeinsamen Gotteskindschaft willen setzen wir den Willen zur Rechtlichkeit in jedem Gemeindeglied voraus und sorgen durch eine gemeinsame Abmachung der Gesamtwirtschaft, daß er auch sich entfalten könne. Dann erbaut sich der Staat durch den Dienst des Christentums in Vertrauen und Recht zu einer Rechtsgemeinschaft und löst die soziale Frage. Everth, Pfarrer, Gleisberg. Ein gutes Wort. Der Provinziallandtag zu Königsberg=Ostpreuzen hatte bei seiner letzten Tagung einen Höhepunkt und eine Weihestunde. Die Moskowiter hatten beantragt: Uebernahme der privaten Anstalten und Heime durch die Provinz, Beseitigung des religiösen Einflusses, Selbstverwaltung der Fürsorgezöglinge, proletarische Lektüre usw. usw. Dazu nahm auch der ehemalige Obermarschall im Königreich Preußen, Exzellenz Graf zu Eulenburg=Prassen von der Deutschnationalen Volkspartei das Wort: „Dieser Antrag der Kommunisten geht weit über das hinaus, was sonst bei den verschiedenen Vorlagen von den Kommunisten hier vorgebracht worden ist. Er berührt eine prinzipielle Einstellung, die der Mensch in religiöser Beziehung haben muß. Uns liegt nichts daran, hier in der Oeffentlichkeit über die uns heiligsten Dinge zu sprechen. Obwohl ich Vorsitzender der Carlshofer Anstalten (Ostpreußens Bethel) bin, will ich nicht auf Einzelheiten eingehen. Die Vorlage ist weiter nichts als eine Kampfansage gegen den christlichen Glauben und gegen jedes religiöse Gefühl. Jeder von uns hat in seinem Leben Schweres durchgemacht und Erschütterndes erlebt, was ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Besonders wir Aelteren werden diese Erfahrung schon öfter gemacht haben. Teils fanden wir das Vertrauen nicht, das wir zu besitzen glaubten; teils verloren wir das Liebste, das wir hatten, durch den Tod, oder sei es auch, daß andere Schicksalsschläge gekommen sind, die den Menschen zur Verzweiflung treiben konnten. Da stand es denn so, daß der Mensch in seiner Verzweiflung nach Rat und Hilfe suchte. Und wenn er sich dann nur an irdische Dinge klammert, so greift er ins Leere. Der christliche Glaube aber gibt uns neue Kraft. Ich denke da an ein Erlebnis aus dem Kriege. Es war, als mein Regiment zusammen mit einem bayerischen Kirche der verlorenen Söhne. Etwa ein halbes Jahr vor seinem Heimgang weilte Vater Bodelschwingh noch einmal in seiner ältesten Tochteranstalt Eckardtsheim in der Senne, 2½ Stunden von Bethel entfernt. Im stillen Frieden des Eichhofs hatte der achtzigjährige müde Mann eine heimelige Stätte gekunden, an die der Strom der Unruhe und der Arbeit nicht so unmittelbar heranbrandete wie in seinem Heim in Bethel. Aber viel Ruhe gönnte er sich auch hier nicht. Soweit seine Kräfte es irgend zuließen, ließ er sich durch die Felder und Häuser fahren. Rückschauend ist es uns, als sei es damals ein stilles Abschiednehmen gewesen von den Stätten seiner Arbeit in der stillen Senne von seinen Mitarbeitern und so manchen Insassen der Häuser, denen er noch ein liebes Wort sagte. So kam er an einem schönen warmen Sommertage auch einmal an dem Sennekirchlein vorbei. Die Türen standen weit offen und luden zu einer kurzen Rast in der kühlen feierlichen Stille des Gotteshauses ein. In seiner Begleitung war sein ältestes Enkeltöchterchen, ein Kind von etwa 10 Jahren. Als man durch die Kirchtür eintrat, drängte es sich an die Seite des Großvaters, faßte still seine Hand und flüsterte ihm ins Ohr:„Nicht wahr, Großvater, das ist die Kirche, wo alle die verlorenen Söhne sitzen?" Wie das Kind zu dieser Frage gekommen war, weiß man nicht mehr. Vielleicht hat es den Spruch über dem Altarbogen gelesen: „Ich will das Verlorene suchen, und das Verirrte wiederbringen und des Verwundeten warten“, oder es hat einmal sinnend vor dem Bild gestanden, das über dem Taufstein hängt, auf dem die Heimkehr des verlorenen Sohnes abgebildet ist, oder aber es hat aus den Gesprächen der Erwachsenen hier und da etwas aufgefangen von der bitteren Not der verirrten Menschen, die hier eine Zuslucht gefunden. Auf jeden Fall fand es die Zustimmung des Großvaters. Sinnend schauten seine großen freundlichen Augen auf das Bild des Gekreuzigten über dem Altar, wiederholt nickte er bestätigend mit dem Kopf und sagte:„Ja, Kind, ja, die Kirche der verlorenen Söhne.“ In welch tiefem und umfassenden Sinn er das meinte, hatte er einst bei der Einweihung dieser Kapelle in die Worte gefaßt:„Wir sind alle, alle doch auch fallsüchtige Leute, alle miteinander derselben Schächersgnade bedürfRegiment Arras einnahm. Am andern Morgen ging ich über das Schlachtfeld. Es war eine Menge von Bayern über das Feld verstreut, und es machte damals einen tiefen Eindruck auf mich, daß viele noch die Kraft gehabt hatten, in der erkaltenden Hand das Gebetbuch zu halten. Diese Leute sind nicht gestorben, wenn auch ihr Leib verwest. Sie sind über den Tod hinaus aufgefahren in ein höheres Leben. Ihre Namen stehen eingemeißelt auf dem Denkmal ihres Regiments, und du, Mutter und Vater, der du hintrittst vor das Denkmal, tue es in heiliger Scheu, denn der Boden, den du betrittst, ist heiliges Land. Auch meine Jungen stehen auf der Heldentafel. Uns sind nun eine Menge jener Menschen zur Betreuung übergeben, die von der rechten Bahn abgewichen sind und der Pflege bedürfen. Zahllose von ihnen, die aus der Bahn herausgeworfen wurden, sind Opfer ihrer Vererbung, Veranlagung oder schlechter Beispiele. Jeder wird mir zustimmen, daß das erste Gefühl, das wir diesen Leuten entgegenbringen müssen, das Gefühl des Mitleids ist. Die Erziehung muß da zwar streng sein, aber auch mit Liebe gepaart werden. Wenn wir es nur bei äußeren Dingen bewenden lassen wollten, dann würden wir fehl gehen. Wir wollen diesen jungen Leuten auch Selbstvertrauen geben und vor allem den Glauben an ihre Rettung in Zeit und Ewigkeit. Auch die himmlische Freude des Sichgeborgenfühlens wollen wir ihnen geben in den Stürmen des Lebens. Ihr Bekenntnis und Gebet sei: Herr, rette meine Seele! Was ich gesagt habe, steht auf keinem Blatt, aber eingegraben ist es in unsern Herzen.“—— Als Abgeordneter Graf zu Eulenburg sich auf seinen Platz begibt, erhebt sich die gesamte Rechte bis zu den Ermeländern in ehrender Anerkennung und Zustimmung von den Plätzen.—— Das war ein Manneswort zur rechten Zeit, am rechten Ort. Bismarck. Zum 115. Geburtstag des Altreichskanzlers. Es ist eine gute deutsche Gewohnheit, jährlich am 1. April, dem Geburtstage des Altreichskanzlers, Bismarcks in Wort und Schrift zu gedenken. Noch besser wäre es freilich, wenn diese Gedenkfeiern auch zu einem Ansporn werden würden, Bismarcks Politik zu studieren und damit das Vermächtnis des Reichsgründers lebendig zu erhalten. Bismarck steht unserer Gegenwart näher, als der Generation vor 1914. Wie in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, so stehen wir auch heute im Kampfe für die deutsche Einheit. Damals ging es um den Zusammenschluß der nord= und süddeutschen Stämme, heute handelt es sich um das große Werk der Vereinigung mit Deutsch=Oesterreich und der Zurückgewinnung der in Versailles Deutschland geraubten Gebiete. Und schließlich knüpfen sich auch noch insofern Fäden von unserer Gegenwart zu der Zeit vor Bismarcks Amtsantritt, als auch wir damit beschäftigt sind, den Weg zu einer aktiven deutschen Politik zu suchen, nachdem wir uns einige Jahre— um mit Bismarck zu sprechen— damit begnügen mußten,„die Steine aufzusammeln, die ein mächtiger Nachbar in unseren Garten geworfen hat, und den Schmutz abzubürsten, der uns anflog. Aber wenn unsere Bismarck=Feiern nicht nur dem Gedenken eines der größten deutschen Männer gewidmet sein, sondern wenn sie auch der Zukunft dienen sollen, dann dürfen wir über den volkstümlichen Bismarck nicht den Staatsmann vergessen. Als Graf Brandenburg nach den Märzstürmen 1848 dem preußischen Könia eine neue Ministerliste in letzter Bri Regierungser Rinister durd tig. Wir wollen uns daher alle miteinander ansehen als Brüder, Freunde und Blutsverwandte. Was war das für ein Tag der Freude und des Dankes gewesen, als einst im Jahre 1889 der Grundstein zu dieser Kapelle gelegt, und sie dann im folgenden Jahre eingeweiht und ihrem köstlichen Dienst an den Mühseligen und Beladenen übergeben werden konnte. Schon im Jahre 1882 war die Kolonie Wilhelmsdorf gegründet. Und im Laufe der nächsten 7 Jahre waren kurz hintereinander drei andere Häuser in der stillen Heide entstanden, ohne daß ihren Insassen eine eigene geistliche Heimat zu gemeinsamem Gottesdienst gegeben werden konnte. Wenn im Winter der Andrang der armen Fremdlinge von aller Welt Enden sich mehrte, war keine der entlegenen Dorfkirchen imstande, sie gemeinsam aufzunehmen. Sie besaßen dort auch kein Heimatrecht. Ja, den epileptischen Ackerbauern aus einem der Häuser war der Besuch in der benachbarten Dorskirche verboten worden, weil ihre Anfälle den Gottesdienst zu sehr störten. Da kein Raum in den Häusern groß genug war, die ganze Gemeinde der Elenden und Verirrten zu sammeln, war man genötigt, sonntäglich an drei verschiedenen Stellen den Gottesdienst zu halten. Das wurde je länger, je mehr, als ein drückender Mangel für das Gemeindeleben empfunden, und man ging mutig an den Plan eines Kapellbaues heran, die den etwa 300 Insassen der neuen Tochteranstalt eine geistliche Heimat bieten sollte. In Naumburg an der Saale wohnte damals eine Witwe, die nach überaus glücklicher Ehe ihren Mann verloren hatte. Das war für sie eine harte Not und ein bitteres Entbehren. Aber sie gehörte nicht zu denen, die keine Hoffnung haben, sondern kannte und lebte den, der uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Darum verschloß sie ihr Herz nicht in Murren und Schmerz, sondern wandte ihre reiche Liebe den Armen und Elenden zu. Sie übersandte Vater Bodelschwingh die reiche Gabe von 6000 Mark als Grundstock für die Kapelle und sprach die Bitte aus, diese zur Erinnerung an ihren Mann Eckardts=Kapelle zu nennen. Der Verstand willfahrte dieser Bitte und ging nun mutig ans Werk in der Gewißheit, daß Gott durch seine Handlanger auch das Uebrige noch darreichen werde, was zur Vollendung des Baues notwendig war. präsentierte und erstmals den Namen Bismarg setzte, da strich der König diesen Namen säuberlig wieder durch und begründete das am Rande den Worten:„Nur zu gebrauchen, wenn das Baiona schrankenlos waltet.“ Aehnlich lebt Bismarck wohl heute als Mann von„Blut und Eisen“ und als.Kürassier am deutschen Staatsruder fort. Und dag war Bismarck nicht der Mann der Gewaltlösungen sondern ein Staatsmann und Diplomat, wie„ klüger und vorsichtiger nicht sein konnte. Ein Beispiel. Als 1866 die preußische Armesiegreich durch Böhmen gen Win marschierte, war es eine ausgemachte Sache für den König und die ae. samte Generalität, daß die Krönung dieses Feldzugz der Einmarsch in Wien sein mußte. Dazu war König Wilhelm unter dem Einfluß seines ausgeprägten Sinne für Gerechtigkeit bestrebt, Wien irgendwie zu strafen Bismarck dagegen sah seine Aufgabe nicht darin, vergeltende Gerechtigkeit zu üben, sondern er wollte das Interesse seines Staates wahren, und das bestand da. mals darin, Preußen freie Hand in Deutsch, land— das damals ein geographischer Bericht war — zu verschaffen. Dieses Ziel war mit Königgrät erreicht, also scheute sich Bismarck nicht, den Abbruch des Siegeslaufs, den Verzicht auf den Einzug in Wien und den Abschluß eines immerhin großmütigen Friedens mit der Doppelmonarchie durchzusetzen, untu schwersten Nervenbelastungen zwar und unter der Beschuldigung,„seinen König vor dem Feinde im Stich gelassen zu haben,“ aber doch auch mit der inneren Gewißheit des Staatsmanns, gerade durch diese Haltung seinem Lande den größten Dienst erwiesen u haben. Ein Urteil, dem einige Jahre später alle Einsichtigen beipflichteten. Aehnliche Beispiele, die dartun, wie sehr Bismarck auch in seiner Politik sich allezeit seines Wortes bewußt war, daß nicht nur kriegerische Rüstung dazu gehört, das Staatsschiff durch die Strömungen zu steuern, denen wir nach unserer geographischen Lage und unserer Vorgeschichte ausgesetzt sind, sondern auch ein richtiger politischer Blick, ließen sich noch eine ganze Anzahl anführen. Freilich darf man dabei eins nicht vergessen: Bismarck war vorsichtig bei der Vorbereitung der Entscheidung, wenn es aber galt, Entscheidungen durchzuführen, dann war der Altreichskanzler entschlossen und tat das Notwendige mit fester Hand und ohne Furcht im Herzen! Ohne Mut geht es eben nicht in der Politik, wie ja auch nach Bismarck niemand das Wort entkräften kann, daß eine Großmacht zu ihrer Anerkennung vor allen Dingen der Ueberzeugung und des Mutes, eine solche zu sein, bedarf. In Versailles hat man sich 1919 redliche Mühe gegeben, Deutschland Fesseln anzulegen und seine Macht zu schwächen. In welche Fehler man dabei verfallen ist, zeigt ein Blick auf die neue Landkarte. Die Auswirkungen dieser Gewaltregelungen haben wir am eigenen Leibe erfahren und erfahren sie, besonders im Osten, noch täglich. Daß wir darüber Schmerz empfinden, ist selbstverständlich, daß wir deswegen verzagen, wäre sinnlos, und zur Bekräftigung dieses Satzes wollen wir uns an Bismarcks Wort erinnern: „Irrtümer in der Kabinettspolitik der großen Mächte strafen sich nicht sofort, aber unschädlich sind sie nie. Die geschichtliche Logik ist noch genauer in ihren Revisionen als unsere Oberrechkammer.“ Es war ein hoher Freudentag für die Gemeinde, als am 21. Juli 1898 der Grundstein zu dieser„Kapelle der verlorenen Söhne“ gelegt wurde. Vater Bodelschwing) predigte an diesem Tage über den Fischzug Petri. Aber schon in 10 Jahren ward die Eckardtskapelle zu klein, um die unablässig wachsende Gemeinde zu fassen Im Jahre 1900 mußte sie deshalb durch ein Quersch wesentlich erweitert werden. Seitdem bildet sie ein treues Abbild der Mutterkirche in Bethel mit ihrer Kreuzform und ist für etwa 800 Sitzplätze eingerichtet. Eigenartig wie die äußere Geschichte des Kirchleine ist auch seine innere Geschichte und das Leben, das sich seinen Mauern abspielt. Schon der Anblick der melten Gemeinde unterscheidet sich wesentlich von Bild, das man für gewöhnlich in unsern Kirchen hat. sammelt sich in ihr eine Männergemeinde. Die 3ah Frauen ist gegenüber der Zahl der Männer verschwl dend gering. Das gibt der ganzen Art der Gottesdien ein besonderes Gepräge. Schon im Gesang kommt zum Ausdruck. Denn kaum wird man einen so gesch senen und kräftigen Gesang finden, wie hier Gottesdiensten der Kranken, Zöglinge und Dieser Vorzug hängt außerdem mit einem Mangel vie Kirchleins zusammen, der bei manchen Besuchern ein leidiges Kopfschütteln erregt. Es hat nämlich noch keine Orgel, sondern nur ein großes Harmonium, den Gesang begleitet. Seine Stimme ist gerade stattb nug, den Gesang einzuleiten und sanft zu führen.“ kräftige Männergesang ist die Hauptsache und kan — ungestört durch brausende Orgelstimmen— in ganzen Wucht entfalten. So hat nun die Eckardtskapelle in ihrem erweitel“ Zustand fast 30 Jahre in Freud und Leid der stot wachsenden Gemeinde der Elenden und Einsamen), der schönen Senne gedient. Nun pocht allmählich neue, aber liebe Not an ihre Tür. Die Zahl bpetrgen linge, die im Jahre 1900 etwas mehr als 600 gar Zer hat, ist auf 1100 gestiegen. Dazu ist auch die# je#e# Brüder und Mitarbeiter gewachsen. Wenn auc),„o Plätzchen ausgenutzt und allmählich eine große 30#„esle Feldstühlen beschafft wurde, so ist die Eckarot:### koch seit Jahr und Tag nicht mehr imstande, 0 der sentäglichen Kirchgänger zu fassen. Besonder? 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Mit Rücksicht auf die Aenderung der Eidesformel zurch das dieser Tage in Kraft gesetzte Gesetz über die nechtsverhältnisse der Reichsminister wurden sämtuche Kabinettsmitglieder, also nicht nur die neu eingetretenen Minister, vercidigt. Die neue Eidesformel “““„Ich schwöre, mich mit meiner ganzen Kraft für das Wohl des deutschen Volkes einzusetzen, die Verfassung und die Gesetze des Reiches zu wahren, die mir obliegenden Pflichten gewissenhaft zu erfüllen und meine Geschäfte unparteiisch und gerecht gegen jedermann zu führen. Die politische Grundlinie des am heutigen Dienstag im Reichstag durch den Kanzler zur Verlesung gelangenden Regierungsprogramms bildete den Gegenstand der ersten Sitzung des neuen Kabinetts. Wie verlautet, wird die Regierungserklärung sehr knapp sein und betonen, die Hauptaufgabe des neuen Kabinetts gelte den Bemühungen um die innere Sanierung. In bezug auf die Finanzfrage soll das alte Programm der Regierung Müller mit den von den Sozialdemokraten abgelehnten Arbeitslosen=Kompromißformel wieder eingebracht werden., Einen wichtigen Gegenstand der Regierungv#####larung wird das Agrarprogramm bilden. Von einer dem neuen Reichsernährungsminister Schiele nahestehenden Seite wird betont, Schieles Programm sei das Programm der Grünen Front, auch betrachte sich der neue Landwirtschaftsminister als der Sachverwalter der gesamten deutschen Landwirtschaft. Hinsichtlich der Einzelheiten soll das Agrarprogramm in einer Ermächtigung für das Reichskabinett bestehen, die Maßnahmen auf zollpolitischem und marktpolitischem Gebiet vorzunehmen, die notwendig sind, um für Weizen einen Richtpreis von 260 Mark und für Roggen einen Richtpreis von 230 Mark für die Tonne festzulegen. Dazu sollen Ermächtigungen zur Sicherung der Vieh= und Fleischpreise, insbesondere der Schweinepreise kommen. Außerdem spricht man von einer Umschuldungsaktion für die Landwirtschaft. Volle Klarheit wird natürlich erst die Programmerklärung im Reichstag selbst bringen. Vom rechnerisch=parlamentarischen Standpunkt aus steht die neue Regierung auf einer sehr schmalen Basis. Mindestens 25 deutschnationale Abgeordnete müßten gegen ein Mißtrauensvotum stimmen, wenn dieses abgelehnt werden soll. Damit hängt alles Weitere von dem Ergebnis der heutigen Fraktionssitzung der Deutschnationalen ab. Reichsernährungsminister Schiele hat übrigens sein Abgeordnetenmandat niederAuflösung und Neuwahlen? Die Debatte über die Regierungserklärung beginrt e: Mittwoch und endet am Donnerstag. Die Abstimmung bleibt ein Rechenexempel. Aber das Ergebnis entscheidet nicht über das Schicksal der Regierung sondern über das des Reichstags. Eine Annahme voll wird die Enge, wenn bei dem starken Andrang im Winter eine Menge von Notquartieren gemacht werden müssen. Da sehnt sich die Kapelle danach, eine Kirche zu werden. Oft schon hat der Baumeister die Möglichkeit geprüft, durch einen Erweiterungsbau neue Plätze zu schaffen: Aber das hat sich als völlig unzulänglich erwiesen, zumal die Schar der Pfleglinge noch in stetigem Wachsen begriffen ist. Es wird nicht mehr lange dauern, da wird man 1200, ja, 1400 Plätze brauchen, um die Gemeinde zu gemeinsamem Gottesdienst sammeln zu können. Da reicht die liebe Eckardtskapelle nicht mehr aus. Was soll geschehen?„Ihr müßt mehrere Gottesdienste hintereinander halten, um alle erfassen zu können,“ sagten einige Freunde. Das ist auch schon seit zwei Jahren zeran worden. Aber gerade dieser Notbehelf hat auch gezeigt, daß dabei auf die Dauer das Leben der Gemeinde Schaden nimmt. Allein ist die Eckardtsgemeinde nicht imstande, der Kapelle den Wunsch zu erfüllen, eine Kirche zu werden. über wenn Gott diese Not ansieht und die Herzen ihrer Freunde willig macht, Bausteine zusammenzutragen, kann 's doch bald dahin kommen, daß diese liebe Eckardtssapelle eine schlichte, aber geräumige Eckardtskirche wird, die genug Platz hat für alle ihre Kinder. Pastor Dietrich, Eckardtsheim. Diese Bitte Pastor Dietrichs, dem die Leitung der Anstalten„in der Senne“, wie man bei uns in Bethel sagt, seit bald 25 Jahren anvertraut ist, kam uns in die Hände. Sie erinnerten uns an einige Monate unseres Lebens, die dir gerade im Jahre 1900 nach dem Umbau der Kapelle, n der schönen, stillen Senne leben und arbeiten durften. die Uebliche Erinnerung an Vater Bodelschwingh, an desen Heimgang vor 20 Jahren wir heute; am 2. April, dennen, die der kleine Aufruf enthält, möchten wir auch m die Leser des Aufwärts weitergeben. Und weil wir Unehmen, daß manchen unserer Leser diese Bitte um Eine Beihilfe zum Kirchbau auf keinem anderen Wege Ttteicht, legen wir dieser Nummer auch ein Postscheckforentar bei. Wem es eine Freude ist, der Eckardtsgemeinde enen Baustein zu ihrer so nötigen größeren Kirche zu beden, den bitten wir freundlichst, das Scheckformular da0— du benutzen, sich und uns und den wartenden Senneleuten diese Freude zu machen. Kr. des oder der Mißtrauensanträge würde die Auflösung des Reichstags bedeuten! In parlamentarischen Kreisen glaubt man aber, daß die Regierung Brüning mindestens bis Herbst im Amte bleiben wird. Käme es nämlich schon nach der Regierungserklärung zu Neuwahlen, dann würde damit die Gefahr heraufbeschworen werden, daß man im Herbst noch einmal wählen müßte, nämlich dann, wenn die Regierung Brüning vom neuen Reichstag die Sanktion ihrer mit Hilfe des Artikels 48 erlassenen Maßnahmen fordert und dafür keine Mehrheit finden würde. Die Personalpolitik Brünings. — Berlin, 1. April. Wie verlautet, wird das neue Reichskabinett große Veränderungen in den leitenden Stellen nicht vornehmen. Auch der Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Pünder, der ohnehin dem Zentrum angehört, soll weiter in seinem Amte bleiben. Geplant ist dagegen ein Wechsel in der Leitung der Presseabteilung der Reichsregierung. Der bisherige Reichspressechef, Ministerialdirektor Dr. Zechlin, der sein Amt unter der Regierung Marx angetreten hat, ist Sozialdemokrat. Das neue Reichskabinett wird am heutigen Dienstag vor der Reichstagssitzung nochmals zu einer kurzen Sitzung zusammentreten, um die letzte Formulierung der Regierungserklärung vorzunehmen. Die neuen Männer: Brüning— Schiele— Bredt— Treviranus. Von den insgesamt zwölf Mitgliedern des Reichskabinetts Brüning gehörten acht bereits der Regierung der Großen Koalition an. Neue Nämen enthält die Ministerliste, abgesehen von dem des Reichskanzlers Brüning drei. Darunter befindet sich aber der neue Reichsernährungsminister Schiele, der als Präsident des Reichslandbundes, bekannter deutschnationaler Abgeordneter und früherer Reichsminister nicht gut als„neuer Mann“ angesprochen werden kann. Als tatsächlich neue Männer verbleiben somit nur der neue Reichsminister der Justiz, Prof. Dr. Bredt und der Minister für die besetzten Gebiete Treviranus. Prof. Dr. Bredt, einer der Führer der Wirtschaftspartei, blickt auf eine lange parlamentarische Laufbahn und eine ehrenvolle akademische Tätigkeit zurück. Schon vor dem Kriege saß Prof. Dr. Bredt für die Freikonservativen im preußischen Abgeordnetenhaus. Bei Kriegsausbruch zog der damals 35jährige Marburger Professor als Reserveoffizier des 2. Garderegiments ins Feld, wo er schwer verwundet wurde und sich das E. K. I erwarb. Drei Jahre nach Kriegsende nahm Prof. Dr. Bredt als Abgeordneter der neugegründeten Wirtschaftspartei wieder aktiv am politischen Leben teil. Abgesehen von seiner politischen Tätigkeit wurde Prof. Dr. Bredt durch seine Schriften über staats= und kirchenrechtliche Fragen bekannt. Am bekanntesten ist sein Buch über den Reichstag im Weltkriege.„p.... k. 7 Jehtan G. Mut Der neue Minister für die besehlen Gediete Treviranus ist mit 39 Jahren das jüngste Mitglied des Reichskabinetts. Treviranus stammt aus einer alten westfälischen Bauernfamilie und war während des Weltkriegs Marineoffizier. Beim Minensuchen wurde er schwer verwundet. Wie die übrigen Kriegsteilnehmer des Reichskabinetts trägt auch Treviranus das E. K. 1. Nach dem Kriege wandte er sich der Landwirtschaft zu und wurde 1921 Direktor der Landwirtschaftskammer Lippe. Im Reichstag, dem er seit 1924 angehört, machte er innerhalb der deutschnationalen Fraktion rasch Karriere. Nach den Auseinandersetzungen über die neue deutschnationale Parteiführung sollte er im vorigen Jahre aus seiner Partei ausgeschlossen werden. Er kam dem zuvor und gründete mit seinen Freunden die Volkskonservative Vereinigung. Gleichzeitig wurde er Fraktionsvorsitzender der Christlichnationalen Arbeitsgemeinschaft. Lossage Italiens von Locarno? Drohungen Grandis auf der Flottenkonferenz. Sitzung der Delegationsführer. — London, 1. April. Die Führer der Flottendelegationen hielten am Montag eine neue Sitzung ab und beschäftigten sich in Vorbereitung der Vollversammlung am kommenden Freitag mit der Gesamtlage der Konferenz umd den letzten Besprechungen des Konferenzvorsitzenden Marvonald mit den italienischen Delegierten Grandi und Roß. Wie verlautet, nahmen die Verhandlungen Macdonalds mit den Italienern einen lauf. Von englischer Seite soll der bereits früher erwogene Gedanke wieder zur Sprache Pgtagien, an den sein, bei einem weiteren Beharren seiner Forderung nach Gleichstellung mit der französischen Kriegsflotte den Abschluß eines Vier=Mächte=Vertrags ohne Italien in Aussicht zu Führer der italienischen Abordnung, Minister Grandi, soll auf diese Erklärung„gizzzun Ausdruck gebracht haben, es sei mit der g, zum Noret unvereinber, venn Verzrag hereit sein würden in einem solchen Galte ernf.:,,uug.gerträg ob es noch länger die in den Eornrad=Vrrtrugen eingegangene Garantie=Verpflichtung gegen einen etwaig deutschen Angriff aufrechterhalten könne. Bemerkenswert ist ein Artikel Garvins im konsosen einer bernichtenden unterzagen len und der Kleinen Entente abgeschlossen, die einen Waffenring um Deutschland bildeten. Auch das genüge den französischen Sicherheitsbedürfnissen noch nicht. Großbritannien habe schließlich noch ein für die Franzosen außerordentlich günstiges Schuldenabkommen abgeschlossen mit dem Ergebnis, daß die Franzosen nun sehr große Mittel für die Durchführung ihrer Rüstungen besäßen. Das Ergebnis der Colitik ständiger Zugeständnisse an Frankreich bestehe darin, daß die französische Abordnung weitere Bürgschaften im Atlantik und im Mittelmeer verlange. Die britische Antwort auf diese Zorderung könne nur in der Feststellung bestehen: Niemals. Großbritannien dürfe keinen Mann und keinen Schilling mehr in einem kontinentalen Krieg aufs Spiel setzen, selbst wenn ein solcher Krieg zur Zeit in noch so weiter Ferne zu liegen scheine. Nach zehnjährigen Erfahrungen sei Großbritannien mit dieser Politik endgültig fertig. Der Artikel schließt mit der Feststellung, ein Erfolg des von Frankreich in der internationalen Politik angebahnten Systems könne unter keinen Umständen geduldet werden. Grimmes Kulturpolitik. Beratung des Kultushaushalts im Preußischer Landtag. — Berlin, den 31. März 1930. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung des Preußischen Landtages stand die zweite Lesung des Kultushaushalts, die mit einer längeren Rede des Staatsministers Dr. Grimme eingeleitet wurde. Vor dem Minister erstatteten die Berichterstatter die Ausschußberichte. Unter den dem Landtag vom Hauptausschuß vorgelegten Anträgen befindet sich u. a. die Anregung, das Osterfest auf einen bestimmten Tag festzulegen. Aus dem Bericht des Abg. Graue war der Hinweis auf die Notwendigkeit eines baldigen Vertragsabschlusses mit den evangelischen Landeskirchen bemerkenswert. Kultusminister Dr. Grimme widmete zuerst in seiner Rede seinem Amtsvorgänger Dr. Becker einige Worte. Der Minister hob hervor, daß ein Kultusminister versuchen müsse, aus der ihm eigenen Welt anschauung zu wirken. Wer einer Idee wirklich verbunden sei, diene ihr, wo er auch stehe. Der Staat habe aber auch den verschiedenen geistigen Richtungen gegenüber die Pflicht zur Toleranz. Die Toleranz, die der am Staate Mitarbeitende üben müsse, werde seine Haltung gegenüber der religiösen und weltanschaulichen Seite unseres Schulkampfes bestimmen, und zwar sowohl gegenüber den Konfessionen als auch gegenüber den nichtkonfessionellen Kreisen. Der Minister äußerte sich dann zu den Problemen des Berechtigungswesens und des Bildungsprivilegs. Die Frage des Berechtigungswesens müsse schnellstens in Angriff genommen werden, doch müsse vor übertriebenen Hoffnungen gewarnt werden, daß die vermeintliche Allmacht staatlicher Organisation allein der ungesunden Uebersteigerung des Berechtigungswesens beikommen werde. Auch eine Abschaffung der Reifeprüfung etwa, über die sehr wohl gesprochen werden könne, vermöge daran nichts zu ändern. Es sollte allgemein mehr auf die Persönlichkeit und nicht nur auf den Vorbildungsweg gesehen werden. Niemand, der den Wert der Persönlichkeit bejahe, dürfe einen Augenblick länger wollen, daß das Erlangen von Berechtigungen praktisch auf bestimmte Schichten beschränkt bleibe. Ohne gleiche Möglichkeiten für alle, zu Bildungsgütern und damit zu Berechtigungen zu gelangen, verdiene ein Staat nicht den Namen einer Demokratie. In der Aussprache wandte sich Dr. Oelze(Dutl.) gegen die Veränderung des Schuljahres, die den Anfang des Schuljahres in den Sommer verlegen wolle. Redner trat ferner für das humanistische Gymnasium ein. Der Minister möge dafür sorgen, daß die Freiheit der Meinung gesichert werde. Die Attentate gegen die Berliner Kirchen müßten viel schärfer verfolgt und geahndet werden. Abg. König=Potsdam(Soz.) hob hervor, daß in Preußen auf dem Boden der Toleranz eine Einigung auf eine Schulformel erzielt sei, während im Reiche das ReichsSchulgesetz abgelehnt wurde. Aufs schärfste lehne die Sozialdemokratische Partei die Gewalttaten gegen die Kirche, wie sie in Rußland geschahen, ab. Es könne jemand antikirchlich, dabei aber doch ein tiefreligiöser Mensch sein. Abg. Dr. Lauscher(Ztr.) forderte, daß an christlichen Volksschulen keine dissidentischen Lehrer angestellt würden. Die dissidentischen Lehrer gehörten an die weltlichen Schulen. Die Linke solle mithelfen, ein Reichsschulgesetz zu schaffen. An sich stehe das Zentrum auf dem Standpunkt, daß die weltliche Schule mit der Reichsverfassung in Widerspruch stehe, doch halte es die Vergewaltigung einer Idee für unzulässig und zwecklos. Redner beschwerte sich noch über die mangelnde Berücksichtigung katholischer Lehrkräfte an einigen Schulen in Liegnitz. Abg. Dr. Ausländer(Komm.) erklärte, der Minister habe versucht, sich selbst als Inkarnation des an sich unvereinbaren Gegensatzes von Sozialismus und Religion hinzustellen. Meitareenrtn Darauf vertagte oas Haus die Weiterberalung auf Dienstag 12 Uhr. Politische Rundschau. — Berlin, den 1. April 1930. — Vertreter der Reichsbahn begeben sich am 25. April zu einer der Regelung des Verkehrs zwischen Europa und Asien gewidmeten internationalen Konferenz nach Odessa. * :: General von Lochow 75 Jahre alt. Am 1. April feierte General Ewald von Lochow seinen 75. Geburtstag. Bei Ausbruch des Weltkrieges führte von Lochow als Kommandierender General das 3. brandenburgische Armeekorps. In der Armee des Generalobersten von Kluck machte er den Marsch auf Paris und die Marneschlacht mit und erfocht Januar 1915 den Sieg bei Soissons. Vor Verdun wurde er Befehlshaber einer Armeegruppe und im Herbst 1916 Oberbefehlshaber der 5. Armee an Stelle des deutschen Kronprinzen. Rundschau im Auslande. gen got:—— * In Wien vereinigten sich Angehörige aller christlichen Konfessionen zu einer machtvollen Kundgebung gegen die Religionsverfolgungen in Rußland; der Kundgebung ging ein Gottesdienst voraus. * In Kolmar im Elsaß wurde eine neue, französisch orientierte Partei gegründet: der offizielle Name der Neugründung lautet: Demokratische Partei vom Oberrhein. esen.] 3 Die italienische Kriegsflotte wurde durch ein neues po] Unterseehnnt vermehrt, das soeben in Taranto vom Stavel gelassen wurde: in Triest läuft oemnächnt der 10 000. Tonnen Kreuzer„Fiume“ vom Stapel. Blumenthal F. ? Im Alter von 70 Jahren starb in Paris der krühere elsässische Reichstagsabgeordnete Daniel Blumen.. Bekannt geworden ist Blumenthal durch seine verschiedenen Konflikte mit den deutschen Behörden. Bei Beginn des Weltkrieges floh Blumenthal, der 1908 Bürgermeister von Kolmar geworden war, sofort nach Frankkeich.„" Gr. M Unebarum Ghaudis Felbzug des ungehorsams. : Nach den letzten Meldungen der englischen Presse haben bisher 75 indische Beamte ihre Aemter niedergelegt. Man will damit beweisen, daß Ghandis Aufforderung zum Ungehorsam nur einen geringen Erfolg gehabt hat. Offenbar hat man es hier mit Tendenzmeldungen zu tun, die über die wirkliche Lage in Indien keinen Aufschluß geben. Letzte Meldungen. Schieles Nachfolger im Reichstag von Bartenwerffer. — Berlin, 1. April. Als Nachfolger des Reichsernährungsministers Schiele, der sein Mandat als deutschnationaler Reichstagsabgeordneter mit dem Eintritt in das Kabinett Brüning niedergelegt hat, tritt Oberst a. D. von Bartenwerffer=Thale, der langjährige artilleristische Mitarbeiter des Großen Hauptquartiers, in den Reichstag ein. Verlängerung der preußischen Pachtschutzordnung. — Berlin, 1. April. Durch eine soeben in der preußischen Gesetzsammlung erschienene Verordnung ist die Geltungsdauer der preußischen Pachtschutzordnung mit Rücksicht auf das in Vorbereitung befindliche neue Pachtrecht, bis zum 30. September 1931 verlängert worden. Niederlage Macdonalds im Unterhaus.— Ablehnung eines Regierungsantrags mit 183 gegen 179 Stimmen. London, 1. April. Die englische Regierung hat im Unterhaus eine neue Niederlage zu verzeichnen, die zwar ohne politische Bedeutung, aber als Stimmungsmerkmal bemerkenswert ist. Das Unterhaus lehnte nämlich einen Antrag der Regierung, über die festgesetzte Schlußzeit hinaus zu tagen, mit 183 gegen 179 Stimmen ab. Die Opposition beantwortete die Ablehnung des Regierungsantrags mit dem Ruf: Zurücktreten. Ministerpräsident Macdonald fügte sich aber der Ablehnung des Antrags und ersuchte nun das Haus, zur Tagesordnung überzugehen. Macdonalds Antrag wurde darauf mit 185 gegen 175 Stimmen angenommen. Alle englischen Parteien gegen die französischen Forderungen. London, 31. März. Der diplomatische Mitarbeiter des„Evening Standard“ ist von unterrichteter Seite zu der Feststellung ermächtigt, daß Macdonald in der Ablehnung der französischen Sicherheitsforderungen auf der Flottenkonferenz sämtliche Parteien hinter sich habe. In politischen Kreisen sei man der Auffassung, daß seine Meinung gleichzuachten sei der Erklärung, die Austen Chamberlain ein Jahr nach Unterzeichnung der Locarno=Verträge in Genf abgegeben habe. licher Teil der Aufbaukosten aus den eingegange Gaben bestritten werden konnte. Gott der Horr:" alle freundlichen Geber! segne Es gingen ein von Dr. B. Bielefeld 100.— Ma. Hamburg, Geschw. K. Berlin je 20.—; Dr. K. Frankz, a. Main 15,—; M. Stuttgart, G. Vielefeld, K. Billimni, W. Dettum, Ey. Eckardtsheim je 10.—; W. Eisenach Dahl, F. Wesermünde, S. Weißenfels, Ww. P. Dortmi Ashelm, A. Weißwasser, A. N. Großbauchlitz, D. K. Honl. H. R. Salzuflen, W. Brockau, K. Jannowitz, H. Ollendan Sch. Husum je 5,—; M. Kaiserswerth, S. Kassel=Lago Au Verschiedenes. Das Soloquartett für Kirchengesang. Leipzig, brachte in den letzten Tagen das deutsch=evangelische Kirchenlied in seiner geschichtlichen Entwicklung in Wort und Ton (Vortrag von Professor Röthig mit musikalischen Beispielen des Quartetts) in zwölf Städten Rheinlands und Westfalens zu Gehör. Dieser erste Versuch, Vortrag und Lied zum besseren Verständnis unseres Kirchengesanges mit einander zu verbinden, wirkte auf die vielen tausend Zuhörer nach den vorliegenden Berichten äußerst anregend und ermutigt zu weiterer Verfolgung dieses Gedankens. Etwaige Anfragen wolle man an Professor Bruno Röthig, Leipzig Kaiser=Wilhelm=Str. 19, richten. „Ein besonderer Fau“. Am 13. September 1929 erschien in Nr. 215 des„Aufwärts“ eine Bitte für eine vom Unwetter schwer geschädigte Ostfamilie. Aus dem Leserkreis des„Aufwärts“ sind viele, herzliche und namhafte Gaben auf diese Bitte hin eingegangen, für die ich im Namen der geschädigten Familie und des Ausschusses zum Aufbau hiermit herzlich danke. In der hiesigen Gegend haben wir über 2000 Reichsmark sammeln können, sodaß ein sehr beträchtLützen, W. Wallwitz, Sch. Halberstadt, S. Unna.## Lahr, A. J. Leipzig, F. 3. Bönninghard, Tz. Dresden G. Stuttgart, N. N. Bethel, durch Bad. Beamtenhant Karlsruhe je.—; H. Ebersdorf, B. Charlottenburg .—; R. Haalen, K. Eberstadt, K. Paderborn, R. Traif, K. Marburg, P. Wollstein, P. Breslau, N. W. Neurumin K. Ruhbeck i. Schl., Dr. K. Eckardtsheim, H. Bad Dir, heim je 2,—; 3. Weinsberg, F. Halbau je.— Mark Wulfflatzke, den 17. März 1930. Bartelt, Pastor Bethel. — Missions=Nähverein. Zum Missionsnähen am woch den 2. April, 3½ Uhr im Großen Hospiz ladet henz. 15855, lich ein L. Trittelvitz. Die diesjährige Ausstellung von Schülerinnenar, beiten findet statt in der Haushaltungsschule Eckardtshaue am Mittwoch, dem 2. April, vormittags von 10 big 12 nachmittags von 2 bis 7 Uhr. Zur Besichtigung wied freundlich eingeladen. — Tennis=Verein„Osning“. Der Tennisverein nimmt für die nächste Spielzeit noch neue Mitglieder auf. Schrift, liche Anmeldung bis zum 11. April 1930. Die alten Mitglieder, die in diesem Sommer nicht zu spielen beabsichti, gen, werden gebeten, dies möglichst bald mitzuteilen. I. A. stud. theol. Hermann Wilm, Bethelweg 56. Trockenes Anmacheholz hat abzugeben Morija. Gläubiges, tüchtiges Hausmaschen gesetzten Alters, das schon in besseren Häusern war, zum 1. 5. von christl. Heim in Holstein gesucht. Kein Bubikopf. Zeugnisabschriften, Lohnangabe erbeten an die Geschäftsstelle d. Blattes unter A 6389. 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