ang für Fortge. die Apologetische sohannesstift, z. Am 1. März versammlung im ienstgruppen(ev. „Evangelischen amen. Es wurde aus 15 Mitglie. nd, bestehend aus sird eine Wochenber die Entwickdesverband West1 Volksdienst für ß wird der rein nicht geändert, da zur auf konfessiohaut. burtstag von GeHeft 1 der Zeitld aus der Feder erschienen, das dieses Sonderheft zu machen, sind e von 0,35 Mark en Provinzialver., Erphostr. 60, baltung des preunen Pfennig solche beansprucht n einer gewissen ilitärpension von lschmeldung. Auch König von Preun Mark erhalten. is ganze könig. Staat eine Enteigentum in und außer einisetnes Grundbegswert 27201 359 sen Verkaufswert inden Behauptunrweisen. ter. Heute, Mitt, 8¼ Uhr Jungn der Schriftleiter th Müller=Güterscommt.“ Alle Mitinde sind dringend d 7½ Uhr findet dächtnisfeier statt, n ist. Es werden 5 Bethel=Orchester, itett. Programme stern und Schüler visionsweisen s. Geeignete rhalten nähere ausen, Dillkr. Bestecke Anstalt erholungehelm * Ebert nstein- Hochhars eit Braunlage ekuren. Prosp. trell „Aufwürts großen Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Anzeigenpreis: tige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame do Pfg. Beilagen unter W5 gje, tausend. 15 Mi Die einspaltige Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 gje, tausend 15 Mt Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 62. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bieleseld) Freitag, den 14. März 1930. 12. Jahrgang. Der Liebe Meer Hat kein Gestade, Die Wüste leer Ist ohne Pfade,— Man kommt nicht dort Durch Klugheit fort, Sondern durch Gottes Gnade. Rückert. Aus der Konfessionsstatistik. Von D. Strathmann, Erlangen. Eine Tageszeitung wie der„Aufwärts“ darf es schon wagen, gelegentlich ein Thema anzuschneiden, welches die gewöhnlichen Tageszeitungen, abgesehen von der Zentrumspresse, zu vermeiden pflegen, um nicht hüben oder drüben anzustoßen. Aber das Interesse, welches für den evangelischen Volksteil der Konfessionsstatistik, und zwar besonders der Statistik des Konfessionsaustausches zukommt, ist nicht gering. Denn unsere öffentliche Meinung wird geflissentlich unter dem Glauben gehalten, als ob der Katholizismus in unserem Volke von einer Eroberung zur anderen schreite. Ja, vor einigen Jahren konnte man sehr zuversichtliche, ja, bisweilen fast übermütige Aeußerungen hören, die in naher Zukunft ganz Deutschland wieder in dem Schoß der römisch=katholischen Kirche vereinigt sahen. Nun liegt ja am Tage, daß die politische Machtstellung der katholischen Kirche infolge der Revolution und des durch sie bewirkten Ueberganges zur parlamentarischen Demokratie eine außerordentliche Stärkung erfahren hat. Wie die Verhältnisse bei uns in Deutschland liegen, kann im Reich und vor allem in den wichtigsten Ländern keine Regierungsmehrheit ohne das Zentrum gebildet werden. Wer will sich darüber wundern, daß das Zentrum in seiner gesamten Personalpolitik und in der Förderung des Ausbaues der kirchlichen Organisation und der Sicherung der kirchlichen Interessensphäre gegenüber dem Staat die für seine besonderen Bestrebungen so ungemein günstige Konjunktur nach Kräften ausgenutzt hat und ausnutzt. Der Katholizismus ist seit anderthalb Jahrtausenden in diesem Sinn stets eine politische Religion gewesen. Das weithin sichtbare Symbol dieser Erfolge des politischen Katholizismus ist die Errichtung der Bistümer Meißen und Berlin. Die Erfolge des politischen Katholizismus waren außerordentlich. Entspricht dem auch ein Wachstum der Anziehungskraft des Katholizismus als Religion? Hier und da hört man von Uebertritten dieser oder jener mehr oder weniger bekannten Persönlichkeit. Gerne werden sie propagandistisch verwertet, während man auf evangelischer Seite die übertritte möglichst unauffällig behandelt. So und durch das äußerlich stets auffällige Vordringen katholischer Einrichtungen und Anstalten in bisher rein oder fast rein evangelische Gebiete mag es sich erklären, daß man überraschend oft auf die Meinung stößt, wachsende Kreise unseres Volkes erjagen der Anziehungskraft des Katholizismus als Religion. Die Wirklichkeit sieht jedoch durchaus anders aus! Sie ist freilich nicht so sehr bekannt und unsere katholische Tagespresse sieht es auch nicht als ihre besondere Aufgabe an, für ihr Bekanntwerden zu sorgen. Es traten an Katholiken zur Evangelischen Kirche über 1910: 8270; 1920: 11017; 1925: 13591; 1926: 14874; 1927: 15328. Zieht man die Uebertritte von Evangelischen zur katholischen Kirche ab, so ergeben sich für die zenannten Jahre folgende Ueberschüsse auf evangelischer Seite: 3491; 2452; 6553; 7917; 7921*. Dieser Ueberschuß der evangelischen Seite zeigt sich auf dem ganzen Reichsbeviet. Vor 10 Jahren zeigten einige Gebiete in Westsalen, Rheinland, Württemberg, Baden noch einen kathotischen Ueberschuß. 1927 fand sich ein solcher nirgends mehr. Schlesien hatte über 2000 Ueberschuß der evanbelischen Seite, Westfalen und Bayern über 1100! Wir führen seit einiger Zeit für die Beurteilung der besamtlage wichtige Daten an. In Sachsen ist die kathotische Kirche von 1910 bis 1925 um 23,9 Prozent zurückLegangen. Ueber den Rückgang des Einflusses der kathotschen Kirche auf die Bevölkerung Münchens wurden 1927 uuf der Diözesantagung der katholischen Arbeitervereine Schwabens in Augsburg von dem Verbandspräses Breiter auf Grund der Nachforschungen der Heimatmission Schlenmäßig begründete, besorgniserregende Mitteilungen gemacht. Erwähnen wir noch, daß in Wien in der Nachkriegszeit bis Ende 1928 über 120000 Katholiken ihre Kirche verlassen haben und daß in der Tschechei von 1919 bis 1927 über 700000 Staatsbürger aus der römischkatholischen Kirche ausgetreten sind, wovon sich etwa eine halbe Million der tschechischen Nationalkirche angeschlossen hat; endlich ist auch der vor einigen Wochen bekanntgewordene finanzielle Zusammenbruch des Volksvereins für das katholische Deutschland gewiß ein sehr ernstes Zeichen. Wir erwähnen diese Dinge nicht in dem Sinn, als ob wir Evangelischen nun Grund hätten, uns demgegenüber zu fühlen und in die Brust zu werfen. Beide Kirchen werden von dem gemeinsamen Feind der Religionslosigkeit, ja, der Religionsfeindschaft bedroht, wie sie der Bolschewismus jetzt mit seiner planmäßigen Christenverfolgung auf die Spitze treibt. Auf dem Katholikentag in Dortmund 1927 sagte der gegenwärtige Führer des Zentrums, Prälat Kaas:„Wenn nicht alles täuscht, ist die Bewegung von Christus weg in beängstigend anschwellender Kurve begriffen. Die Religionsstatistik der letzten Jahre dröhnt wie ein Sturmgeläut an unser Ohr. Sie redet eine Sprache, vor deren erschütternder Predigt jeder unzeitliche Optimismus erröten müßte.“ Der Ernst dieser Predigt gilt auch uns Evangelischen, deren Verluste durch die Kirchenaustrittsbewegung jedenfalls zunächst größer waren als die der katholischen Kirche. Aber wenn wir es auch durchaus ablehnen, auf Grund obiger Daten uns zu überheben oder auch nur in Sicherheit zu wiegen— so war und ist es doch notwendig, solche Feststellungen zu machen, um der durchaus falschen Meinung zu begegnen, als erweise sich die katholische Form des Christentums im Ringen um die Seele unseres Volkes der evangelischen überlegen. Dieser Glaube ist ein Aberglaube. Eher könnte man aus der kirchlichen Statistik, der Statistik des Konfessionswechsels das Gegenteil folgern— mag auch die Machtfülle der äußeren Erscheinung der katholischen Kirche das oberflächliche Urteil blenden! Etwas Aehnliches können wir für uns nicht einmal erstreben! Für uns kann es nur darauf ankommen, die Wahrheit evangelischen Christentums durch Wort und Werk überzeugend darzustellen! Deutsche Gedanken, die viele denken. Menschen, die mitten im Leben stehen, mitten im alltäglichen Lebenskampf und mitten im Kampf um die Seele ihres Volkes, machen jeden Tag die Beobachtung: Alles, was sie beabsichtigen, wollen, erstreben, endigt zwangsläufig in einer Sackgasse. Man hat die Erinnerung an eine frühere Zeit, in der die Menschen auch keine Engel waren und die Sachen sich auch im Raume stießen, aber es war ein Zustand, mit dem man sich auseinandersetzen konnte. Wenn man heute im Reiche etwas beabsichtigt, so muß man erst mindestens fünf Hindernisse nehmen, ehe man überhaupt anfangen kann, zu beabsichtigen. Kommt irgendetwas voran? Ist irgendwo irgendeine Lösung? Selbst das ungemein eindrucksvolle„Ankurbeln“ bewirkt nichts als einen ausdruckslosen Leerlauf. Wieviele, ganz einerlei aus welchem Lager, haben schon die Kurbel unter den Arm genommen und sie in irgendein Problem hineingesteckt. Die Ostmarken, die Siedlung, die Finanzen, die Landwirtschaft, die Erwerbslosen und unzählige andere Dinge werden mit der Kurbel behandelt, aber das Problem reagiert nicht. Haben Sie schon einmal eine angekurbelte Sphinx gesehen? Angstvoll steht der Deutsche seinem Privathindernis gegenüber. Nie eine Lösung. Worte, aber nie eine Lösung. Zu Zeiten kommt er nach angestrengtem Nachdenken auf die Idee, daß es eine Frage der Weltanschauung ist, ob einem mehr an der Lösung liegt oder mehr am Ankurbeln. Wie dem auch sei, der Deutsche spintisiert und sucht weiter. Neulich begegnete mir einer, der sogar von der„radikalen Lösung“ sprach. Wenn ein Deutscher entschlossen danach sucht und nicht nach der mechanischen Ankurbelung, so empfindet man das schon als eine Erlösung und setzt sich gern mit dem Verfasser auseinander“. Was ist das Ziel? Eine Entscheidung, ob man sich mit der heutigen Demokratie abfinden oder für ein neues Staatsideal kämpfen will. Es geht nicht um Monarchie oder Republik, sondern um Demokratie oder Aristokratie. Uebt die Masse, eingefangen durch unhaltbare Versprechen„Volksherrschaft"? Ein kleines Revolutionserlebnis *) Viktor Schönrock. Die radikale Lösung. Von der Demokratie zum Rechtsstaat. Verlag Max Galle, Berlin W. 8. gibt im Sinne des Verfassers auch eine Antwort. Vor dem Beobachter gehen auf einer Harzer Landstraße zwei Frauen her.„Ich kann mersch noch gornich denken, daß mer nu de Herrn der Welt sind!“ sagt die eine tiessinnig zur andern. Ob sie es heute kann? Die Bonzen sind im Parlament, nicht die Arbeiter. In den Parteien ist ein Byzantinertum und Intrigenspiel, viel schlimmer als je im Kaiserreich. Das ganze parlamentarische System arbeitet mit allen Mitteln der Entstellung, der Uebertreibung, der Entfachung von Volksstimmungen, der Beeinflussung. Bestenfalls kommen Kompromisse zustande. Niemand kann zur Verantwortung gezogen werden, denn diese ist so verteilt, daß sie faktisch verschwunden ist. Das heutige System ist die Stabilisierung der Verantwortungslosigkeit. Das„souveräne“ Volk soll urteilen, ohne die Dinge im entferntesten verfolgen zu können. Die Minister leben von der Gnade des Parlaments, müssen auch den Koalitionsparteien genehm sein, dürfen also keine Persönlichkeiten sein. Die Devise ist Unwahrhet und Unvermögen. Keine drängende Frage kann gelöst werden. Der Staat ist ohne Macht. Die demokratische Verwaltung ist völlig ausgeliefert an die Parteipolitik. Korruption und Beamtenveruntreuungen sind nicht mehr selten, denn wer sich davon ausschließt, ist„dumm“. In der Selbstverwaltung sind bereits dieselben Zustände wie im Parlament. Eine Aenderung des Wahlrechts, ein Ständeparlament, eine Verwaltungsreform würde nur eine Neuauflage des Parlamentarismus bringen, der für Deutschland ein Unding ist. Die nationale Opposition: der jungdeutsche Orden, der Stahlhelm, die Nationalsozialisten sind sich einig in der Kritik an dem demokratischen Regierungssystem. Die Nationalsozialisten gehen weiter. In dem Hitlerbuch„Mein Kampf“ sind leider die Gedanken über den Staat sehr verstreut, aber sie sind da und ihre Konsequenzen werden gezogen. Diesen Feststellungen des Verfassers kann der Deutsche sich nicht entziehen, er müßte denn zu denen gehören, die nicht„dumm“ sein wollen. Seine Gedanken wandern zu dem tumben Parsifal, dem reinen Toren. Mit dieser augenblicklich ganz abgekommenen Dummheit kam jener doch bis in die Gralsburg und der Gral erstrahlte seinen Augen und erfüllte seine Seele. Aber wenn man eine Kurbel hat, braucht man keinen Gral. Wie sieht unser Gewährsmann nun den kommenden Staat des Rechtes? Er wünscht keine Diktatur auf gut Glück, sondern grundlegenden Wandel. In der Verwaltung muß der Grundsatz der Verantwortlichkeit das herrschende Prinzip sein. Der Oberpräsident z.., ist verantwortlich für die sachgemäße und reinliche Verwaltung der ihm anvertrauten Provinz. Zu ständiger Nachprüfung fahren Sendboten mit Kontrollvollmachten durch das ganze Reich. Die alte Steinsche Selbstverwaltung besteht heute zum großen Teil nur noch als Deckmantel für Dilettantismus und Bürokratismus. In den Großstädten sind die Stadtverordnetenversammlungen Debattierklubs geworden; der einzelne Abgeordnete lehnt es ab, sich verantwortlich zu fühlen. Das demokratische System ist zum Unsinn geworden. Wo ist die Verantwortung gegenüber der Landesregierung? Wo ist der Wille zu Sparsamkeit? Eine Pflanzstätte unerbittlicher Pflichttreue war die alte Armee, sie hatte eine starke Tradition, eine besondere Berufsehre. Jeder Beruf hatte seine Ehre, als Teile der Volksehre. Der Deutsche fühlt sich hier sehr getroffen. War es nicht Mussolini, der vor nicht langer Zeit gesagt haben soll:„Die Deutschen sind ein Volk ohne Ehre.“ Der Einzelne windet ssich unter diesem Wort, aber ist es nicht wahr, daß er sich„ehrlos“ fühlte, als er neulich im Haag als Sklave verkauft wurde? Es ist eine Versklavung auf kaltem Wege, aber sie raubt dem Volke das Ehrbewußtsein. 4264 Die Führerschaft hangt immer von dem herrschenoen Regime ab. Auch heute haben wir eine Oberschicht derer, die durch die Parteikarte etwas geworden sind. Sie ist noch vermischt mit der früheren im kaiserlichen Deutschland, die auch nicht mehr einheitlich war. An Stelle der alten adligen und bürgerlichen Aristokratie bekam die „Geldaristokratie“ das Uebergewicht, der Staat entartete nach und nach zum Geldstaat. Durch großzügige Förderung der Landwirtschaft und inneren Kolonisation hätte man den Staat kräftigen können, statt eines ungesunden industriellen Wachstums, ein organisches fördern können. Aber man war in seinem Reichtum zufrieden, der Sieg der heutigen Demokratie bereitete sich vor, das Zeitalter der Geldherrschaft. Heute ist das Geld nicht mehr ein Diener, sondern ein Machtinstrument Einzelner. Der es besitzt, kann seinem Willen auf unlautere Art Geltung verschaffen, und diese dunklen Kräfte wirken auch im Staat. Um jede Bestechlichkeit auszumerzen, soll der Parteiparlamentarismus ausgeschaltet werden. Der Staat wird mit der Geldherrschaft fertig werden, wenn es zum Staatsprinzip erhoben wird, daß nur der Selbstlose Staatsdiener sein kann in dem System der nach oben gestaffelten Verantwortlichkeit. Platos Wort:„Die Philosophen sollen den Staat regieren“, hat eine tiefe Wahrheit. Nur der kann regieren, der im Denken über der Menge steht, eine tiefe, weltanschauliche, religiöse Bindung hat. Solche Führer werden eine Umwandlung der Oberschicht herbeiführen, den Lebensstil des ganzen Volkes beeinflussen und der Staat, der sich einsetzen muß für die Pflege christlicher Religion, muß Führernaturen ohne Rücksicht auf Herkommen Führerstellen sichern. Mit dem Gelde, das spürt jeder dunkel, macht sich ein internationaler Herr breit, der alles in seinen Dienst zwingt, bis ins letzte Dorf. Arbeiter und Bauern lehnen sich am meisten gegen diese Macht auf, aber der Feind steht auch in ihrem eignen Lager. Wirksame Hülfe kann nur von einem Staate kommen, der über der Wirtschaft steht. Nur ein Staat des Rechtes kann den Marxismus überwinden. Er wird niemals jedem den gleichen Anteil geben können, wird auch nie das Wirtschaftsleben in die eigene Hand nehmen können, weil das persönliche Interesse die Triebfeder der Wirtschaft ist. Andererseits darf er auch nicht alles nach Belieben laufen lassen, wenn er das tut, ist der teure Staatsapparat überhaupt unnötig. Wo war der Staat bei dem furchtbaren Niedergang der Landwirtschaft? Wozu haben wir eine Regierung, wenn sie die Verhältnisse nicht meistern kann? Es ist ein Unsinn, zu verlangen, daß ein Staat sozialistisch oder liberal oder konservativ sei, er soll das Zweckmäßige tun, auch in Einzelfällen eingreifen. Gegen die kalte Sozialisierung wird mit Recht protestiert, denn der Staat kann, außer bei Monopolen, keine selbständigen Unternehmungen durch Bürokraten führen lassen. Nichts kann die allgemeine Direktionslosigkeit besser zeigen als unsere Kreditverhältnisse. Wie soll die Landwirtschaft, die in guten Zeiten sich höchstens zu 3 bis 4 Prozent rentierte, jetzt Zinsen über 10 Prozent bezahlen? Durch Lösung des Wucherproblems könnte ein Staat zeigen, daß er mit der Geldwirtschaft fertig wird, indem er z. B. bestimmte, daß 5 bis 7 Prozent nicht überschritten werden dürfen. Unsere Steuerwirtschaft ist ganz verfahren. Die Verwaltungskosten betragen in England bei der Steuer.57 Prozent, in Deutschland 4,31 Prozent! Die Einkommensteuer ist viel zu kompliziert, etwa folgende Staffelung wäre wohl richtig: Junggesellen nach Freigrenze 30 Prozent, Kinderlose 20, Familien mit 1 Kind 10, mit 2 Kindern 5 Prozent, mit 4 unerwachsenen Kindern steuerfrei. Es wird aber keine fühlbare Entlastung eintreten, ohne Beschränkung der öffentlichen Haushalte. Die Reparationen belasten jede deutsche Familie im Durchschnitt mit 165 Mark. Wir halten uns jetzt durch eine ständig steigende Auslandsverschuldung über Wasser. Und diese Auslandsverschuldung wird durch den Youngplan verewigt zur Schuldknechtschaft, können wir hinzufügen. Die Maschine hat eine vollständige Umwälzung der Arbeitsbedingungen und des gesellschaftlichen Aufbaues gebracht, die politischen Methoden sind dagegen so gut wie unverändert geblieben. Der Sozialismus ist deswegen geistig so bedeutsam, weil er der Entwicklung Rechnung getragen hat. Die andern Parteien leben in denselben Gedanken wie vor fünfzig Jahren. Um Ideen, die de Wirklichkeit entsprechen, bemüht sich die vaterländische Bewegung. Wir würden es wahnsinnig finden, wenn Sachsen Thüringen den Krieg erklären wollte. Aber wir finden nichts dabei, wenn Massenverbände über das Schicksal von mehr Staatsbürgern entscheiden als ein deutsches Land Einwohner hat und sie in den Krieg mit andern Wirtschaftsverbänden treiben, wie das geschieht bei Generalstreiks und Aussperrungen. Der Staat aber wird beeinflußt durch Gewerkschaften und Parteien, anstatt als gerechter Schiedsrichter über den Parteien zu stehen und allein durch seine Autorität schon solchen Streit zu verhindern. Können die Unternehmer mit ihren Methoden den Marxismus niederringen? Kann die Sozialdemokratie, die sich selbst dem Materialismus verschrieben hat, die Geldwirtschaft überwinden? In unserer Sozialpolitik haben wir uns längst verrannt. Die Verwaltungskosten sind enorm. Die Arbeitslosenversicherung wirkt demoralisierend. Was wir brauchen, ist ein Recht auf Arbeit. Man stärke die Landwirtschaft, man belebe die Bautätigkeit, man mache Meliorationen, die man sehr gut mit ungelernten Arbeitern durchführen kann. Man nehme sich endlich der ländlichen Siedlungen an. Das Reichssiedlungsgesetz von 1919 sah in einem Menschenalter 200 000 bis 300000 neue Bauernstellen vor; erstellt wurden etwa 1000 jährlich. Friedrich der Große gründete nach dem=jährigen Kriege 300000 Bauernstellen in seinem verarmten Staate. Deutschland verschwendet das Geld scheffelweise, aber zur Siedlung ist keins da. Zum Problem der Arbeitsdienstpflicht hat der Staat überhaupt noch nicht Stellung genommen, wirklichen entscheidenden Problemen wird aus dem Wege gegangen. Wenn er diese Worte liest, drängen sich dem deutschen Leser bittere Gedanken auf. Warum werden z. B. die harten Wolgadeutschen nicht in dem entvölkerten Ostpreußen angesiedelt? Man sagt: sie eignen sich nicht. Hat man schon die Probe gemacht? Warum verpflanzt man nicht überhaupt die bäuerlichen Erwerbslosen so aufs Land, daß sie sich selbst vorerst primitive Behausungen auf dem zugewiesenen Stück Land herstellen, anstatt sie durch vorgeschriebene Bauten von vornherein mit Schulden zu belasten? Und wenn diese Leute auch nur dazu kommen, sich selbst zu ernähren, so ist damit schon viel gewonnen. Gerechtigkeit ist die Grundlage der Staaten, aber nur der starke Staat kann in Wahrheit gerecht sein. Die deutsche Demokratie, die sich schwach und ungerecht gezeigt hat, ist das Gegenteil einer„Volksherrschaft“. Unsere Justiz ist im Ganzen noch turmhoch erhaben über den Vorwurf, das Recht zu beugen, aber sie entspricht nur dann dem berechtigten Empfinden des Volkes, wenn sie schnell und dem einfachen Verstande begreiflich ist. Das Prozeßführen ist heute aber zu einer größeren Kunst geworden, als das Rechtfinden. Nur mit Juristen besetzte „Volksgerichte“ müßten schnell und nach Billigkeit entscheiden. Der Richter muß im allgemeinen ausreichen. Die notwendige Rechtsreform wird auch dem kommenden Staate überlassen bleiben. Auch auf diesem Gebiet ist in unsern Parlamenten lediglich viel Redearbeit geleistet worden. Auch die Aufwertungsgesetzgebung muß revidiert werden. Der starke Staat soll nicht die Freiheit einschränken, sondern dem Recht Raum geben. Wir müssen die Synthese finde.... er persönlichen Freiheit und einer star. inden zwischen der persöm.. Zeit und einer stor. ken Staatsgewalt. Die Demoarane nampft um ihr a. sein unter dem Schlagwort„Freihe.„∆ Wahrheitu unter dem Schlagwort„Freiheit“. In Wahrheitz. die Freiheit in Deutschland bedroht durch Lügenherrschaf, Geldmächte, Organisationszwang. Nur durch die Entfaltung der sittlichen Kräfte des Vol. kes wird die Erneuerung des Staates ermöglicht werden Die neue Zeit kann erst heraufgeführt werden, wenn die geistigen Güter ihren Wert wieder erhalten. Aber dieg alles hat nur einen Sinn, wenn allem Streben der., danke zugrunde liegt, die äußere Freiheit wieder zu erringen. Man kann keine Rezepte für die Außen, politik zusammenstellen, aber Bismarck hat einmal eime Folgendes gesagt:„Auch das Schicksal der Nationen eni, scheidet sich nach großen, ehernen Gesetzen, aber der wirß, liche Staatsmann hört den Schritt Gottes durch die Best, geschichte und dann kommt es darauf an, vorzuspringen und den Zipfel seines Mantels zu ergreifen.“ Der deutsche Leser dankt dem Verfasser für den Var. stoß, den er zu einer Lösung gemacht hat und dankt ihm besonders für die schöne drängende Sprache seiner Schrift Wie aber, fragt er sich, sollen sich die sittlichen Kräfte ent, falten bei dem Chaos der Meinungen und dem ethischen Tiefstand der Nation? Nur so, daß die auf einen besseren Zustand, auf einen Führer wartenden selbst vorspringen und den Zipfel des Gottesmantels ergreifen. Und wie tun sie das? Es wird jetzt immerzu geredet von dem Versagen der evangelischen Kirche und ihrer Hirten. Das in ein Beweis dafür, daß unser Begriff von der Kirche sich ganz verschoben hat und wieder zurecht kommen muß wenn lebendige Kirche sein soll. Wer versagt denn, wenn unsere Kirche versagt? Antwort: Jeder und jede von uns Evangelischen. Laßt die Pastoren einmal versagen, wenn nur Hunderte und Tausende der Gemeinde nicht versagen. Springt hervor! Faßt Gottes Mantel, fest, fest Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn, Du segnest denn mein Volk! Dieses königliche Priestertum eines jeden unter uns ist evangelische Kirche. Dann strömt der Segen derer, die so gesegnet werden, über ins deutsche Volk. dann steht auch ein selbstloses Heer deutscher Männer und Frauen bereit, die die sittlichen Kräfte im Volke entfachen und in demselben Geiste mit ihrer Seele einstehen, wie der Mann, der einst in Worms sprach: Hier stehe ich ich kann nicht anders! Nur so wird das dritte Reic kommen, von dem die Jugend träumt! K. v. Doering. Der Perlpilz.*) Wir gingen im Herbst im Wald. Um uns standen die letzten Herbstpilze. Ich liebe die schönen Pflanzen mit ihren schlanken Stielen und breiten Hüten, und drum habe ich mich manchfach mit ihrer Geschichte beschäftigt. Mein Sohn ließ sich die eßbaren zeigen. Da kamen wir an einen Pilz, der einen grauen Hut hatte mit weißen Perlen. Seine Haut, die hellgelblich unter dem breiten Hut schimmerte, hatte in den feinen Spalten der„Lamellen“ einen zarten rosa Schimmer.„Sag, Vater, wie heißt der? Der ist schön!“ fragte der Junge.„Das ist der Perlpilz! Sieh, die schönen Perlen auf seinem Hut. Er gehört zu den Stolzen unter seinen Kameraden. Und er sieht aus als wüßte er's, so straff steht er auf seinem schlanken Stiel. Er neigt sich nie. Er reckt sich wie ein Held, der im Kampfe steht!“ Der Junge wollte ihn brechen.„Nein! Lasse ihn stehen! Er ist nicht eßbar. Warum ihn zerstören? Er freut sich seines Lebens so gut wie du und ich. Du darfst nie etwas Lebendiges töten ohne Not!“ Der Junge wußte, daß ich nie leiden mag, wenn die Spaziergänger mit ihren Stöcken die Pilze köpfen. Am allerwenigsten lasse ich den wunderschönen Fliegenpilzen ein Leid geschehen. Warum? Sie lachen in dem Wald ihr helles lustiges Kinderlachen. Und wer sie sieht in ihren saftigen, roten Köpfen mit ihren weißen Punkten, dem geht das Herz auf. Sie sind göttliche Blutströpflein auf dem dunklen Laubboden. Drum sollen sie stehen und leuchten, solang ihnen ihr kurzer Sonnentag lacht. So ließ der Junge den Pilz stehen. „Man kann ihn nicht essen? Ist er giftig?“ fragte der Knabe weiter.„Er ist wie der Fliegenpilz. Bei uns ist er giftig. Wer ihn essen wollte, bekäme böse Leibschmerzen.„Bei uns, Vater? Warum denn bei uns? Gibt es Orte, wo er nicht giftig ist?“ „Ei gewiß! Soviel ich weiß, gibt es Gegenden in Bayern und in Siebenbürgen, wo ihn die Leute ohne Schaden essen können. Gerade wie der Fliegenpilz, der uns garstiges Leibweh schaffen würde, wenn wir ihn auf den Nach der Entscheidung. — Berlin, 13. März. In denkwürdiger Sitzung hat der Reichstag nach heftigen politischen Kämpfen im Parlament und draußen im Lande den Gesetzen zur Ausführung des Youngplans seine Zustimmung erteilt. Zur Inkraftsetzung der Haager Beschlüsse bedarf es nun noch der Unterschrift des Reichspräsidenten. Wie man in parlamentarischen Kreisen glaubt, wird Reichspräsident von Hindenburg aber dem Haager Vertragswerk seine Zustimmung erteilen, weil die Gesetze im Reichstag und im Reichsrat eine ausreichende Mehrheit gefunden haben. Die Reichstagsverhandlungen über den Youngplan haben also das Ergebnis gehabt, was von vornherein feststand: die Verabschiedung der Haager Vorlagen Wenn es in den letzten Tanen schien, als sei der *) Aus: Immer nach Hause... Kart..50 RM., geb. .50 RM. Erzählungen von Karl Hesselbacher. Oranien=Verlag, Herborn, Dillkreis.— Viele werden in diesen Tagen nach einem passenden Buch für einen lieben Konfirmanden suchen. Hier ist etwas, von dem junge Menschen Segen und Gewinn haben können. Im gleichen Verlage erschien:„Siehe, welch ein Licht sie schenken“, Erzählungen von Reinhold Braun. Auch dieses Buch ist eine sehr passende Gabe für Konfirmanden. Tisch brächten, und der manchen Gegenden Ungarns als ein Leckerbissen gilt!“„Woher mag das kommen?" Der Junge wußte sich das Geheimnis nicht zu deuten.„Das ist ganz einfach! Es kommt auf den Standort an, an dem er steht. Bei uns sind irgendwelche giftige, vielleicht faulende Stoffe, die er in sich aufsaugt. Und darum ist er für die menschliche Nahrung untauglich. An anderen Standorten, wo der Boden diese Giftstoffe nicht enthält, ist er ein für die Menschen zuträgliches Gericht.“ Der Junge schaute den Pilz noch einmal im Weiterschreiten an. Wie schön er ist! Sieh, nun leuchtet er ordentlich bei der untergehenden Sonne wie Kupfer. Schade, daß er Gift in sich trägt!“ Ist es nicht ein Bild aus dem Menschenleben! Es kommt drauf an, wo du stehst! Habe acht auf den Boden, auf dem du wächsest. Je nach den Stoffen, die du in dich aufnimmst- wirst du ein Mensch mit einer kerngesunden Seele oder ein Mensch, in dem das Gift steckt. Und wehe dem, der mit einem„Giftigen“ zusammenkommt! Die „Giftigen“ sind manchmal sehr schön, darum locken sie die anderen. Aber in ihrer Nähe muß man verderben. Ich erzählte meinem Sohn von einem Jugendgespielen. Wie schön war der! Ein Junge, schlank und biegsam wie eine Stahlgerte. Ich sehe noch heute seinen Kopf mit den schwarzen Lockenhaaren. Wie ein Wald von lauter Ringeln wuchsen sie auf seinem schmalen Kopf! Und seine blitzenden Augen! Und sein helles Lachen! Und was der Junge von Geist und Witz sprühte! Jeden Tag hatte er einen neuen Einfall von launigen Dingen, mit denen er in das graue Einerlei unserer Schule bunte Lichter brachte. Mit ihm zu gehen, war meine ganze Wonne. Er kannte die Werke unserer großen Dichter, als ich noch kaum die Titel dieser Werke wußte. Er hatte alles Große im Theater schon gesehen und konnte die Gestalten dieser Dichtwerke uns vorspielen, daß wir den Tell oder den Wallenstein oder den Egmont mit leibhaftigen Augen zu sehen glaubten. Und wie konnte er schwimmen und Schlittschuh laufen und am Reck turnen! Kein Wunder, daß wir ihn alle anschwärmten. Aber einmal trat ich zu ihm in seine Stube, die voll der schönsten Bücher und Kunstwerke war. Er las eifrig in einem Buch. Als ich eintrat, klappte er es schnell zu und legte es in die Schublade seines Schreibtisches. Ich fragte:„Was ist das für ein Buch?“ Er wurde ein wenig rot und lächelte:„Nichts für Unschuldslämmer, wie du eins bist!“ Später verriet er mir einmal den Titel. Ich hatte ihn nie gehört. Auch den Namen des französischen Schriftstellers, der das Buch geschrieben hatte, kannte ich damals noch nicht. Heute weiß ich, daß der Dichter einen Weltnamen hat und daß jenes Buch von ihm in ernstester Absicht geschrieben sst. Aber ich weiß auch, daß unendlich viele junge Leute, junge Männer und junge Mädchen, sich in diesem Buch den Tod ihrer Seele holen. Drum soll dies Buch unter Verschluß gelegt werden. Der es in die Hand eines Werdenden legt, der ist des Todes schuldig. Ihm wäre not, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt werde und er im Meere versenkt würde, wo es am tiefsten ist. Denn das war das Jammerschicksal meines jungen Freundes. Es war merkwürdig, wie gering seine Leistun gen in der Schule wurden. Er schien zu träumen währens der Unterrichtsstunden. Seine Arbeiten sudelte er nacht oberflächlich hin. Der unter uns der Begabteste war, von einer schnellen Auffassungsgabe, von einer Menge eigene! Gedanken,— wurde der Geringste unter uns. Meinen Umgang mied er. Als ich ihm einmal sagte, das sei nich schön von ihm, daß er gar nicht mehr zu mir komme, lächelte er ein wenig spöttisch:„Unschuldslämmer die du passen nicht zu mir!“ Und wirklich— als wir bei einem Schulausflug nebeneinander gingen, tat siche Spältlein seiner Seele auf. Und da heraus züngelte# wie Flammen aus einem Höllenabgrund. Er redete#n Dingen, die ich kaum geahnt hatte vorher, und vor denen mir graute. Und er redete davon, wie von etwas täglichem.„Mensch, wohin treibst du?“ rief ich entset aus. Und wieder lächelte er sein spöttisches Lächein, „Ich habe es dir ja gesagt, Unschuldelämmer passen nich mehr zu mir!“ Die anderen, die„zu ihm paßten“, w leichtsinnige Burschen. Und einer von uns, der nicht den Leichtsinnigen gehörte und do, von dem 9—„. geistreichen Menschen sich halb willenlos mitziehen seo den Leichtsinnigen gehörte und doch von dem gländenne Zettreichn. Prelischen„ich huls Willenir= uneh war bald einer der tollsten und frechsten.„0 Es ging ein Jahr lang. Dann war das Naß Man wies ihn schimpflich von der Schule Ich sehe ihn noch heute in seinem eingerichteten Schreibzimmer sitzen, die Hände stutht““ seinen Kopf. Er stierte vor sich hin. Und als ic#u ihn trat, schaute er mich herzbeweglich an und sohr „Ach, Gott, mein armer Vater!“ Ich sagte zu ihm: raffe dich zusammen! Mache gut, was du versäumt?“ Du kannst es, wenn du willst!“ Er aber sah mich land an. Dann schüttelte er den Kopf.„Ich wollte, s0), ein solches Unschuldslämmchen wie du!“— ein äre nig kam wieder der Spott auf seine Lippen—„““„ie besser. Ich glaube aus mir wird nichts!“ Aber Youngplan d damit zusamn blan un d# der die Nic auch die Abl erste- ug Mie 60 Schicksal Denn die 1 selbstverständ weil auch be maß an den ist dagegen wie vor ist aus dem 9) unsere Leist Logische ger Vertrag heit des Re stimmte, so? gesetze dem Werden wir haupt um d Endeffekt le nach der n über uns he Die B letzten Ende welche Fort kehr zur Ve mit dem Yo landbese die auslänt Reichsbank ihre Koffer. baren Kont unter dem schränkunger Lüge von sailler Vert und der Un gebietes. teriellen La mindest für Mit de gesetze, ist dem neichs zwar die 0 aus dem De zwei Finar Reichstag Für di haltsausgle vor allem scheidend### marer Koa Reichsregie am Sonnab schäftigen Reichstag Sinne des anträge ei türlich aus legenheit lungen ein Eine durch ergeb dem Zentri er werde brauch ma nanzfragen sen folgert it und einer starimpft um ihr In Wahrheit ist ch Lügenherrschaft, en Kräfte des Volermöglicht werden. werden, wenn die halten. Aber dies Streben der Gereiheit wieder de für die Außenhat einmal etwa der Nationen enten, aber der wirkes durch die Weltan, vorzuspringen zeifen.“ asser für den Vorzat und dankt ihm ache seiner Schrift. ttlichen Kräfte entund dem ethischen auf einen besseren selbst vorspringen greifen. Und wie edet von dem Verer Hirten. Das ist von der Kirche sich icht kommen muß, versagt denn, wenn und jede von uns ial versagen, wenn meinde nicht verMantel, fest, fest. in, Du segnest denn ertum eines jeden nn strömt der See ins deutsche Volk, deutscher Männer räfte im Volke enter Seele einstehen, rach: Hier stehe ich as dritte Reich t! K. v. Doering. seidung. in, 13. März. der Reichstag nach Parlament und e Ausführung des ilt. Zur Inkraftf es nun noch der Wie man in pared Reichspräsident Vertragswerk seine setze im Reichstag Mehrheit gefunber den Youngplan as von vornherein Haager Vorlagen! chien, als sei der noch nicht. 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Er redete von rher, und vor dene wie von etwas un ?“ rief ich entsetz spöttisches Lächeln: lämmer passen nicht ihm paßten“, waren in uns, der nicht z von dem glänzenden nlos mitziehen s# ichsten.„ war das Maß vonl. der Schule weg. n seinem Die Gtadenl Und als ich ch an und sagte put: agte zu ihm:„f du verskun) zung aber sah mich Ich wollte, ich wärt 11“— ein klein in Lippen—„es h. ichts!“ Aber— wit houngplan doch noch gefährdet, so hing das lediglich damit zusammen, daß eine Verbindung zwischen Youngplan und Finanzfrage hergestellt worden war, dank der die Nichteinigung über die finanziellen Fragen auch die Ablehnung des Youngplans nach sich ziehen git der Zustimmung des Reichstags ist das schicksal der Younggesetze entschieden! genn die Parlamente der Gläubigermächte werden zeibstverständlich den Haager Beschlüssen zustimmen, weil auch der Youngplan ihren Ländern ein Höchstmaß an deutschen Leistungen sichert. Nicht gesichert iu dagegen die Erfüllbarkeit des Youngplans. Nach wie vor ist Deutschland der Auffassung, daß die uns aus dem Youngplan erwachsenden Lasten weit über unsere Leistungsfähigkeit hinausgehen. Logischerweise hätte das zur Ablehnung des Haager Vertragswerks führen müssen. Wenn die Mehrheit des Reichstags trotzdem dem Neuen Plan zustimmte, so deshalb, weil sie die Annahme der Younggesetze dem Ausbruch einer Reparationskrise vorzog. Werden wir nun durch die Vertagung der Krise überhaupt um die Krise herumkommen, oder besteht der Endeffekt lediglich darin, daß die Reparationskrise nach der neuen Atempause mit verdoppelter Wucht über uns hereinbrechen wird? Die Beantwortung dieser Frage ist umstritten, letzten Endes wird sie aber auch davon abhängen, welche Fortschritte die Welt auf dem Wege der Rückkehr zur Vernunft machen wird. Im Zusammenhang mit dem Youngplan findet die Schmach der Rheinlandbesetzung endlich ihr Ende, noch früher packen die ausländischen Mitglieder des Generalrats der Reichsbank und des Verwaltungsrates der Reichsbahn ihre Koffer. So erfreulich der Fortsall dieser sichtbaren Kontrollorgane ist, so verbleibt es doch auch unter dem Youngplan noch bei den unsichtbaren Beschränkungen der deutschen Staatshoheit, der frechen Lüge von der deutschen Kriegsschuld im Versailler Vertrag, der einseitigen Entwaffnung und der Unklarheit über die Rückgliederung des Saargebietes. Dazu kommt die Gewißheit, daß die materiellen Lasten des Youngplans unberechtigt und zumindest für die Dauer untragbar sind. Mit der Beendigung des Kampfes um die Younggesetze ist die Spannung, die mehrere Wochen auf dem Reichstag lag, gewichen. Im Augenblick steht zwar die Einigung über die Verteilung der Lasten aus dem Youngplan noch aus— trotz der vorhandenen zwei Finanzkompromisse—, doch ist man jetzt im Reichstag wieder hoffnungsfreudiger gestimmt. Für die weitere Entwicklung der Frage des Haushaltsausgleichs und der kleinen Finanzreform werden vor allem die Verhandlungen in den Ausschüssen entscheidend sein. Von dem Finanzprogramm der Weimarer Koalition ist nur noch wenig die Rede. Die Reichsregierung beharrt auf ihren Vorlagen, die am Sonnabend die Vollversammlung des Reichsrats beschäftigen werden. Danach gehen die Entwürfe dem Reichstag zu, wobei es den Parteien freisteht, im Sinne des Weimarer Finanzprogramms Abänderungs= anträge einzubringen. Das gleiche Recht steht natürlich auch der Deutschen Volkspartei zu, die so Gelegenheit erhält, sich wieder in die Finanzverhandlungen einzuschalten. Eine neue Wendung hat sich inzwischen noch dadurch ergeben, daß Reichspräsident von Hindenburg dem Zentrumsabgeordneten Brüning gegenüber betonte, er werde von allen verfassungsmäßigen Mitteln Gebrauch machen, um die rechtzeitige Regelung der Finanzfragen durchzusetzen. In parlamentarischen Kreisen folaert man daraus auf die Bereitwilligkeit Hinwenn er sich dieser Einsicht schämte, lachte er laut auf. „Unkraut verdirbt nicht. Ich werde schon zurecht kommen!“ Er ist nicht zurechtgekommen. Er ist verschwunden. Seine Spur habe ich nicht mehr gesehen. Was ich noch einige Jahre von ihm hörte, war schmerzlich. Es war lauter Torheit und Elend... Ein Perlpilz! Aber an einem Standort, an dem die faulen Giftstoffe im Boden stecken. Schade um ihn! Es war ein so feiner Mensch, aus dem viel Segen in seine Welt hätte fließen können— und alles ward zunichte! Der Standort macht unser Schicksal aus. Ist das nicht ein furchtbares Wort? Was kann schließlich ein Mensch für den Ort, an dem er steht? Harte Frage! Und doch! Wir sind nicht wie der Perlpilz, der an seisiem Platz stehen muß. Sondern wir können viel von dem Platz, auf dem wir wachsen, uns wählen. Die Menschen, die unsere Freunde sind. Die Bücher, die wir lesen. Die Schauspiele, an denen wir uns ergötzen. Das liegt doch zum größten Teil in unserer Hand. Und die Stoffe, die wir aus diesem Boden ziehen, hängen ab von dem Platz, den wir uns wählen. Gibt es nicht einen Standort, zu dem jeder von uns einmal hingeführt worden ist? Wer it unter uns, der nicht einmal in seinem Leben in das heilige Land geführt worden ist, das Jesus Christus heißt? an ihm ist noch niemand zuschanden geworden. Und er steht vor jedem, der in unserem Land aufwächst. Man kann an ihm einfach nicht vorbei. Er packt einen jeden an der Schulter, und er blickt jedem einmal ins Auge, und er stellt an jeden irgend einmal im Leben die entscheidende Frage:„Willst du mich?“ Wir wissen alle, da„liegen die slarken Wurzeln unserer Kraft“. Und wer in diesem heiligen Boden wurzelt, auf dem er steht, der ist gefeit begen alle Giftstoffe, die in Riesenfülle aus dem Boden unseres gegenwärtigen Lebens wachsen. Dem können sie rein nichts antun! Daß wir doch das richtige Auge bekämen für den Standort, auf dem unser ganzes Leben wächst! Daß wir doch den Ekel in uns bekämen gegen alles Schmnutzige und Häßliche, das uns bedrängt. Daß wir das Verlanden in uns trügen, nur Reines, Sauberes, Lichtes in uns einströmen zu lassen! Was für Menschen müßten dann uus uns werden! Was für Menschen müßten dann um uns serum in die Höhe wachsen! Köstliche Segensmenschen, bus deren„Leibe Ströme lebendigen Wassers fließen müßten!“ Verlpilze am gesunden Waldboden— das sollt ihr werden, ihr Jungen! Heil euch! denburgs, der Reichsregierung Vollmacht zur Anwendung des Artikels 48 der Reichsversassung zu erteilen, ferner hält man für den Fall der Nichteinigung der Parteien die Inkraftsetzung der Steuergesetze im Wege der Notverordnung für wahrscheinlich. Die Entscheidung über die Finanzfragen soll spätestens bis zum 24. März fallen. Die Fraktionen haben also noch reichlich Zeit für neue Verhandlungen; hoffentlich benutzen sie diese Zeit dazu, endlich die Kassenverhältnisse in Ordnung zu bringen. Das Gebot der Stunde heißt jetzt: arbeiten und sparen und der Zwang zur Sparsamkeit muß sich insbesondere auch auf die öffentliche Verwaltung auswirken. Zoungplan wird Gesetz. Verabschiedung der Vorlagen in dritter Lesung. Letzter Appell des Kanzlers.— Opposition beantragt Aussetzung der Verkündung. — Berlin, den 12. März 1930. Auf der Tagesordnung der heutigen Reichstagssitzung steht die dritte Lesung und die Schlußabstimmung über die Younggesetze mit ihrem Reparationszahlungsplan für 58 Jahre. Der Tag der Entscheidung ist da! Haus und Tribünen sind dicht besetzt; etwas schwächer die Diplomatenloge. Auf der Regierungsbank haben der Reichskanzler Hermann Müller und sämtliche Reichsminister Platz genommen. Nach Eröffnung der Sitzung gibt der Präsident bekannt, daß sämtliche in Opposition zur Regierung stehenden Rechtsparteien einen Antrag auf Aussetzung der Verkündung der Younggesetze um zwei Monate eingereicht haben. Ein gleicher Antrag ging von den Kommunisten ein, die darüber hinaus auch ein Mißtrauensvotum gegen den Reichskanzler eingebracht haben. Als erster Redner nimmt der Reichskanzler das Wort. Dann folgen die Erklärungen der Parteien für und wider den Youngplan und zum Schluß die Abstimmungen, die die Annahme der Haager Gesetze ergeben. Am Donnerstag wird sich nun noch einmal der Reichsrat mit dem Haager Vertragswerk befassen, das danach dem Reichspräsidenten von Hindenburg zur Unterschrift vorgelegt werden wird. Reichskanzler Müller führte in seiner Rede aus: Die Annahme des neuen Planes steht heute zur Entscheidung. Bei den langwierigen Verhandlungen um dieses Werk war für Deutschland die Befreiung der Rheinlande sowie die Neuregelung der Reparationsfrage das Ziel. Die Reichsregierung setzt sich auch jetzt bei Beginn der dritten Lesung nachdrücklich für eine gleichzeitige Verabschiedung aller dieser Gesetzesvorlagen ein. Sie hat in keinem Stadium der Verhandlungen ein Hehl daraus gemacht, daß der Sachverständigenplan und die zu seiner Inkraftsetzung getroffenen Abkommen auch nach ihrer Ueberzeugung hinter den berechtigten Erwartungen Deutschlands weit zurückbleiben, und daß die Kritik in manchen Punkten leider berechtigt ist. Ausschlaggebend muß für uns aber bleiben, ob das Ergebnis als Ganzes dem deutschen Gemeinwohl förderlich ist oder nicht. Die Reichsregierung erklärt mit voller Ueberzeugung, daß sie in der Neuregelung einen Fortschritt gegenüber dem bieherigen Zustand der Dinge erblickt. Die Regelung der Reparationsfragen, wie sie jetzt vorliegt, befreit die deutsche Wirtschaft von dem lähmenden Zustand der Unsicherheit der wirtschaftlichen Zukunft. Trotz der außerordentlich schweren Lasten des neuen Plaues ist die Reichsregierung überzeugt, daß der Versuch der Durchführung nicht zum Nachteil Deutschlands ausfallen wird, aus der bestimmten Erwartung heraus, daß auch die Gläubigermächte ihre Verpflichtungen nicht minder ehrlich durchführen werden als Deutschland. der höchsten internationalen Rechtsinstanz festgestellt werden, und vor einer solchen Feststellung, die wir praktisch als eine Unmöglichkeit betrachten dürfen, können die Gläubiger überhaupt keine Schritte gegen Deutschland tun. Die Räumung der besetzten Gebiete ist mit der Annahme der vorliegenden Gesetze gesichert. Erhobenen Sinnes sehen wir dem Tag entgegen, an welchem wir die Befreiung der Rheinlande feierlich begehen und den Rheinländern für ihre Treue und die dem Vaterlande gebrachten Opfer danken können. Bedauerlich bleibt allerdings, daß die Saarverhandlungen noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt haben. Ich bin der festen Hoffnung, daß der Befreiung der Rheinlande und der Pfalz bald die des Saargebietes folgen wird. Das Finanzprogramm der Regierung vom Dezember wurde durch die Notwendigkeit verstärkter Schuldentilgung hinausgeschoben. Aber im Sinne dieses Vrogramms erklärt die Reichsregierung erneut, daß Deutschlands Wirtschaft dringend der Entlastung bedarf, die zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen muß. Die deutsche Kapitalbildung muß gefördert, die Ausgaben müssen soweit wie möglich gesenkt werden. Vor allen Dingen aber ist eine Sauierung der Finauz= und Kassenlagen des Reiches, der Länder und Gemeinden die unerläßliche Voraussetzung für eine Rückkehr zu geordneten Finanzverhältnissen. Drei Grundsätze der Sparsamkeit. Deshalb hat die Reichsregierung den Haushaltsplan für 1930 mit größter Sparsamkeit aufgestellt und durch sichere Einnahmen in sich ausgeglichen. Als Grundsatz für den außerordentlichen Haushalt hat die Regierung festgestellt: 1. Neue außerordentliche Ausgaben dürfen künftig nur in den Haushalt eingestellt werden, wenn die Deckung feststeht. 2. Vorläufig darf ein neuer Anleihebedarf erst dann wieder in den Haushalt eingestellt werden, wenn der alte endgültig abgedeckt ist. 3. Alle Verpflichtungen dürfen nur im Rahmen der vom Reichsfinanzminister bereitgestellten Mittel eingegangen werden. Das neue Finanzprogramm wird der Wirtschaft neue Impulse geben und auch die Kapitalbeschaffung im und Ausland fördern. Zur Frage der Erwerbslosigkeit übergehend, erklärte der Kanzler, daß sich die Reichsregierung bemühen werde, die Sozialpolitik in den bewährten Bahnen fortzuführen. Weiter kündigte er Maßnahmen gegen die Agrarnot an und erklärte, daß die deutsche Währung nicht gefährdet sei. Zum Schluß verwies der Kanzler auf die geplante Steuerreform und forderte den Reichstag zur Mitarbeit am Wiederaufbau des Vaterlandes auf mit Polen. Man hat den Vorwurf erhoben, daß das Haager Abkommen Deutschland Zusatzleistungen auferlege, die der Sachverständigenplan selbst nicht vorsah, nämlich die rund 400 Millionen aus der Uebergangszeit, den Gegenwert für das verlorengegangene Staatseigentum in Polen und die Liquidationsüberschüsse. In allen drei Fällen kommen jedoch Mehrleistungen über die Annuitaten der Sachverständigen hinaus nicht in Frage. Die Verzichte, die Deutschland aussprechen mußte, haben ihre Ernnblage in einer Empfehlung der Sachverständigen der Gläubigermächte, der die deutschen Sachverständigen keinen ausdrückliche Widerspruch entgegensetzen konnten. Es ist der Regierung aber wenigstens gelungen, die Beschränkung auf eine erheblich engere Fassung zu erreichen und die Frage für Polen aus dem Youngplan herauszunehmen und in e Sonderabkommen einzufügen, das uns auf nationalpolitischem Gebiet Gegenleistungen gewährt. Kein Mensch in der Welt kann heute mit ehrlicher Ueberzeugung die Auswirkungen des Youngplans prorhezeien. Wir können nur feststellen, daß Deutschland den neuen Plan mit der aufrichtigen Bereitschaft, ihn zuführen, annimmt, und daß es sein Bestes tun wird, die eingegangenen Verpflichtungen zu ersüllen. Jer, unter, Die Reichsregierung steht schrift ein, als das Vertragswerk selbst die möglichkeiten enthält, die im Interesse der Erhaltung des deutschen Wirtschaftslebens eingeschaltet werden mußten. Alle ausländischen Kontrollen werden wegfallen. Die Finanzpolitik Deutschlands ist in Zukunft frei. Willen mißlingt und Gefahren für Währung und schaft drohen, kann Deutschland das Moratorium klären oder den beratenden Sonderausschuß einherusenz, daß erneut Sachverständige die Gesamtlage zu Die Sanktionsfrage. Alle Mißdeutungen und Zweisel in der sind unbegründet. Durch die Beseitigung der Reparationskommission und durch die Einführung der Organe des neuen Planes ist dem Sanktionssystem des Vertrages von Versailles der Boden entzogen. Rheinlandräumung und Saarfreigabe. Das Rheinland ist von der Segsepsggtzgg#efreit. Alle Streitfragen Hangfächifig vom scheiden. Selbstverstän..g, gegt die Erfüllung ver, guche; ordentlichen Revarationsleistungen, Beg Pgsterre chts. Aber no, under den Zechte, Zie, das gemeine Völlerreche den die denboaren Varanten engeschallel. Dieser lutzerse Fal. daß nämlich Deutschland den Blan zerreißt. kann nur von Die Aussprache im Den Ausführungen des Reichskanzlers die von der Mehrheit mit Beifall, von der Opposition mit zeitweise recht lebhaftem Widerspruch begleitet waren, folgten die Erklärungen der Parteien. Abg. Dauch(D. Vp.) gab für das Zentrum, die Sozialdemokraten, die Demokraten und die Deutsche Volkspartei zu den Liquidationsabkommen mit England, Australien und Neuseeland eine Erklärung ab, wonach diese Fraktionen den Abkommen nur zustimmen, weil sonst England den neuen Plan vielleicht nicht ratifizieren würde. In der Erklärung wird dann die Beschränkung der Freigabe des liquidierten Eigentums und namentlich die Haltung Englands bedauert, aber die Hoffnung ausgesprochen, daß sich auch bei der englischen Regierung noch eine andere Auffassung durchsetzen werde. Abg. Wallraf(Dutl.) erinnerte an die großen Hoffnungen, die seiner Zeit auf den Geist von Locarno gesetzt wurden. Von diesem Geist sei bei den Pariser und Haager Verhandlungen wenig zu spüren gewesen. Während hier über den Youngplan geredet wurde, spielte sich hinter verschlossenen Türen das Sechstage=Rennen oder Dreiwochen=Rennen um die Finanzreform ab. Redner fuhr fort: Wir Deutschnationalen erstreben mit Frankreich ein Verhältnis des Vertrauens und der Verständigung. Ein solches Verhältnis kann aber nicht bestehen, so lange Deutschland ausschließlich der Ambos, Frankreich der Hammer ist. Wir begrüßen mit großer Freude die Befreiung des Rheinlandes, aber wir vergessen nicht die Erklärung der treuen rheinischen Bevölkerung, daß die Befreiung nicht erkauft werden soll durch neue Ketten und neue Lasten. Wir vergessen auch nicht, daß die Befreiung des Saargebiets mit seiner treudeutschen Bevölkerung noch nicht erreicht ist. Wir denken auch an unsere deutschen Landsleute in Eupen=Malmedy. Noch tragischer, ja geradezu erschütternd wirkt ein Blick auf die Karte der Ostgrenze. Das Verhalten unserer Vertragsgegner erinnert uns an den Wucherparagraphen des deutschen Strafgesetzbuches. Danach treibt Wucher, wer sich einen einseitigen Vorteil durch die Ausbeutung der Unerfahrenheit, des Leichtsinns oder der Notlage eines anderen verschafft. Hier handelt es sich um die Ausnutzung von Deutschlands Notlage. Abg. Dr. Brüning(Ztr.) erklärte, mit leichtem Herzen werde keiner dem Youngplan zustimmen. Selbst die Freude und der Jubel über die Befreiung des Rheinlandes seien nicht ungemischt, da sich auch dann das Rheinland noch nicht der gleichen Souveränität erfreue wie alle übrigen Teile des Reiches. Der Redner verliest dann zwei Anträge, die die Regierungsparteien eingebracht haben. Der erste Antrag billigt die Erklärung des Reichskanzlers und wiederholt dann die einzelnen Feststellungen des Kanzlers über die Verpflichtung der beteiligten Regierungen, alle Streitfragen der Auslegung und Anwendung des neuen Plans der Schiedsgerichtsbarkeit zu unterstellen, die Ausführungen über die Zerreißung des Plans, über die Funktionen des beratenden Sonderausschusses und über das Moratorium. Zum Schluß wird erklärt, daß der Reichstag über alle anderen Anträge zur Tagesordnung Der zweite Antrag ist in der Form einer Entschließung eingebracht und weist darauf hin, daß der neue Plan über rein wirtschaftliche Erwägungen hinaus von den politischen Machtverhältnissen beeinflußt worden ist. Hinsichtlich seiner Durchführung enthalte der Plan selbst die notwendigen Sicherungen, die es bei gutem Willen ermöglichen, das Gesetz der wirtschaftlichen Vernunft zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen. Darüber hinaus werde Deutschland nicht darauf verzichten, mit allen ihm zu Gebote stehenden friedlichen Mitteln der Außenpolitik der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Lage entgegenzuwirken. Zum Schluß wird die Reichsregierung aufgefordert, die deutsche Außenpolitik in diesem Sinne zu führen. Namens seiner Fraktion betonte der Redner, das Zentrum werde unbedingt die Konsequenzen ziehen, wenn die Finanzverhandlungen sich erneut verzögerten oder wenn neue Schwierigkeiten auftauchten. Abg. Florin(Komm.) erklärte, das internationale Proletariat werden den Youngplan zerreißen. Abg. Dr. Bredt(Wirtschp.) verlas eine Erklärung, 1: der es heißt, die Wirtschaftspartei stehe gxundsätzlich auf dem Boden der Verständigungspolitik, sie Bnne aber nach Staat. Um jede Bestechlichkeit auszumerzen, soll der Parteiparlamentarismus ausgeschaltet werden. Der Staat wird mit der Geldherrschaft fertig werden, wenn es zum Staatsprinzip erhoben wird, daß nur der Selbstlose Staatsdiener sein kann in dem System der nach oben gestaffelten Verantwortlichkeit. Platos Wort:„Die Philosophen sollen den Staat regieren“, hat eine tiefe Wahrheit. Nur der kann regieren, der im Denken über der Menge steht, eine tiefe, weltanschauliche, religiöse Bindung hat. Solche Führer werden eine Umwandlung der Oberschicht herbeiführen, den Lebensstil des ganzen Volkes beeinflussen und der Staat, der sich einsetzen muß für die Pflege christlicher Religion, muß Führernaturen ohne Rücksicht auf Herkommen Führerstellen sichern. Mit dem Gelde, das spürt jeder dunkel, macht sich ein internationaler Herr breit, der alles in seinen Dienst zwingt, bis ins letzte Dorf. Arbeiter und Bauern lehnen sich am meisten gegen diese Macht auf, aber der Feind steht auch in ihrem eignen Lager. Wirksame Hülfe kann nur von einem Staate kommen, der über der Wirtschaft steht. Nur ein Staat des Rechtes kann den Marxismus überwinden. Er wird niemals jedem den gleichen Anteil geben können, wird auch nie das Wirtschaftsleben in die eigene Hand nehmen können, weil das persönliche Interesse die Triebseder der Wirtschaft ist. Andererseits darf er auch nicht alles nach Belieben laufen lassen, wenn er das tut, ist der teure Staatsapparat überhaupt unnötig. Wo war der Staat bei dem furchtbaren Niedergang der Landwirtschaft? Wozu haben wir eine Regierung, wenn sie die Verhältnisse nicht meistern kann? Es ist ein Unsinn, zu verlangen, daß ein Staat sozialistisch oder liberal oder konservativ sei, er soll das Zweckmäßige tun, auch in Einzelfällen eingreifen. Gegen die kalte Sozialisierung wird mit Recht protestiert, denn der Staat kann, außer bei Monopolen, keine selbständigen Unternehmungen durch Bürokraten führen lassen. Nichts kann die allgemeine Direktionslosigkeit besser zeigen als unsere Kreditverhältnisse. Wie soll die Landwirtschaft, die in guten Zeiten sich höchstens zu 3 bis 4 Prozent rentierte, jetzt Zinsen über 10 Prozent bezahlen? Durch Lösung des Wucherproblems könnte ein Staat zeigen, daß er mit der Geldwirtschaft fertig wird, indem er z. B. bestimmte, daß 5 bis 7 Prozent nicht überschritten werden dürfen. Unsere Steuerwirtschaft ist ganz verfahren. Die Verwaltungskosten betragen in England bei der Steuer 1,57 Prozent, in Deutschland 4,31 Prozent! Die Einkommensteuer ist viel zu kompliziert, etwa folgende Staffelung wäre wohl richtig: Junggesellen nach Freigrenze 30 Prozent, Kinderlose 20, Familien mit 1 Kind 10, mit 2 Kindern 5 Prozent, mit 4 unerwachsenen Kindern steuerfrei. Es wird aber keine fühlbare Entlastung eintreten, ohne Beschränkung der öffentlichen Haushalte. Die Reparationen belasten jede deutsche Familie im Durchschnitt mit 165 Mark. Wir halten uns jetzt durch eine ständig steigende Auslandsverschuldung über Wasser. Und diese Auslandsverschuldung wird durch den Youngplan verewigt zur Schuldknechtschaft, können wir hinzufügen. Die Maschine hat eine vollständige Umwälzung der Arbeitsbedingungen und des gesellschaftlichen Aufbaues gebracht, die politischen Methoden sind dagegen so gut wie unverändert geblieben. Der Sozialismus ist deswegen geistig so bedeutsam, weil er der Entwicklung Rechnung getragen hat. Die andern Parteien leben in denselben Gedanken wie vor fünfzig Jahren. Um Ideen, die der Wirklichkeit entsprechen, bemüht sich die vaterländische Bewegung. Wir würden es wahnsinnig finden, wenn Sachsen Thüringen den Krieg erklären wollte. Aber wir finden nichts dabei, wenn Massenverbände über das Schicksal von mehr Staatsbürgern entscheiden als ein deutsches Land Einwohner hat und sie in den Krieg mit andern Wirtschaftsverbänden treiben, wie das geschieht bei Generalstreiks und Aussperrungen. Der Staat aber wird beeinflußt durch Gewerkschaften und Parteien, anstatt als gerechter Schiedsrichter über den Parteien zu stehen und allein durch seine Autorität schon solchen Streit zu verhindern. Können die Unternehmer mit ihren Methoden den Marxismus niederringen? Kann die Sozialdemokratie, die sich selbst dem Materialismus verschrieben hat, die Geldwirtschaft überwinden? In unserer Sozialpolitik haben wir uns längst verrannt. Die Verwaltungskosten sind enorm. Die Arbeitslosenversicherung wirkt demoralisierend. Was wir brauchen, ist ein Recht auf Arbeit. Man stärke die Landwirtschaft, man belebe die Bautätigkeit, man mache Meliorationen, die man sehr gut mit ungelernten Arbeitern durchführen kann. Man nehme sich endlich der ländlichen Siedlungen an. Das Reichssiedlungsgesetz von 1919 sah in einem Menschenalter 200 000 bis 300000 neue Bauernstellen vor; erstellt wurden etwa 1000 jährlich. Friedrich der Große gründete nach dem=jährigen Kriege 300000 Bauernstellen in seinem verarmten Staate. Deutschland verschwendet das Geld scheffelweise, aber zur Siedlung ist keins da. Zum Problem der Arbeitsdienstpflicht hat der Staat überhaupt noch nicht Stellung genommen, wirklichen entscheidenden Problemen wird aus dem Wege gegangen. Wenn er diese Worte liest, drängen sich dem deutschen Leser bittere Gedanken auf. Warum werden z. B. die harten Wolgadeutschen nicht in dem entvölkerten Ostpreußen angesiedelt? Man sagt: sie eignen sich nicht. Hat man schon die Probe gemacht? Warum verpflanzt man nicht überhaupt die bäuerlichen Erwerbslosen so aufs Land, daß sie sich selbst vorerst primitive Behausungen auf dem zugewiesenen Stück Land herstellen, anstatt sie durch vorgeschriebene Bauten von vornherein mit Schulden zu belasten? Und wenn diese Leute auch nur dazu kommen, sich selbst zu ernähren, so ist damit schon viel gewonnen. Gerechtigkeit ist die Grundlage der Staaten, aber nur der starke Staat kann in Wahrheit gerecht sein. Die deutsche Demokratie. die sich schwach und ungerecht gezeigt hat, ist das Gegenteil einer„Volksherrschaft“. Unsere Justiz ist im Ganzen noch turmhoch erhaben über den Vorwurf, das Recht zu beugen, aber sie entspricht nur dann dem berechtigten Empfinden des Volkes, wenn sie schnell und dem einfachen Verstande begreiflich ist. Das Prozeßführen ist heute aber zu einer größeren Kunst geworden, als das Rechtfinden. Nur mit Juristen besetzte „Volksgerichte“ müßten schnell und nach Billigkeit entscheiden. Der Richter muß im allgemeinen ausreichen. Die notwendige Rechtsreform wird auch dem kommenden Staate überlassen bleiben. Auch auf diesem Gebiet ist in unsern Parlamenten lediglich viel Redearbeit geleistet worden. Auch die Aufwertungsgesetzgebung muß revidiert werden. Der starke Staat soll nicht die Freiheit einschränken, sondern dem Recht Raum geben. Wir müssen die Synthese Der Wir gingen im Herbst im Wald. Um uns standen die letzten Herbstpilze. Ich liebe die schönen Pflanzen mit ihren schlanken Stielen und breiten Hüten, und drum habe ich mich manchfach mit ihrer Geschichte beschäftigt. Mein Sohn ließ sich die eßbaren zeigen. Da kamen wir an einen Pilz, der einen grauen Hut hatte mit weißen Perlen. Seine Haut, die hellgelblich unter dem breiten Hut schimmerte, hatte in den feinen Spalten der„Lamellen“ einen zarten rosa Schimmer.„Sag, Vater, wie heißt der? Der ist schön!“ fragte der Junge.„Das ist der Perlpilz! Sieh, die schönen Perlen auf seinem Hut. Er gehört zu den Stolzen unter seinen Kameraden. Und er sieht aus als wüßte er's, so straff steht er auf seinem schlanken Stiel. Er neigt sich nie. Er reckt sich wie ein Held, der im Kampfe steht!“ Der Junge wollte ihn brechen.„Nein! Lasse ihn stehen! Er ist nicht eßbar. Warum ihn zerstören? Er freut sich seines Lebens so gut wie du und ich. Du darfst nie etwas Lebendiges töten ohne Not!“ Der Junge wußte, daß ich nie leiden mag, wenn die Spaziergänger mit ihren Stöcken die Pilze köpfen. Am allerwenigsten lasse ich den wunderschönen Fliegenpilzen ein Leid geschehen. Warum? Sie lachen in dem Wald ihr helles lustiges Kinderlachen. Und wer sie sieht in ihren saftigen, roten Köpfen mit ihren weißen Punkten, dem geht das Herz auf. Sie sind göttliche Blutströpflein auf dem dunklen Laubboden. Drum sollen sie stehen und leuchten, solang ihnen ihr kurzer Sonnentag lacht. So ließ der Junge den Pilz stehen. „Man kann ihn nicht essen? Ist er giftig?“ fragte der Knabe weiter.„Er ist wie der Fliegenpilz. Bei uns ist er giftig. Wer ihn essen wollte, bekäme böse Leibschmerzen.“„Bei uns, Vater? Warum denn bei uns? Gibt es Orte, wo er nicht giftig ist?“ „Ei gewiß! Soviel ich weiß, gibt es Gegenden in Bayern und in Siebenbürgen, wo ihn die Leute ohne Schaden essen können. Gerade wie der Fliegenpilz, der uns garstiges Leibweh schaffen würde, wenn wir ihn auf den *) Aus: Immer nach Hause Kart..50 RM., geb. .50 RM. Erzählungen von Karl Hesselbacher. Oranien=Verlag, Herborn, Dillkreis.— Viele werden in diesen Tagen nach einem passenden Buch für einen lieben Konfirmanden suchen. Hier ist etwas, von dem junge Menschen Segen und Gewinn haben können. Im gleichen Verlage erschien:„Siehe, welch ein Licht sie schenken“, Erzählungen von Reinhold Braun. Auch dieses Buch ist eine sehr passende Gabe für Konfirmanden. Tisch brächten, und der manchen Gegenden Ungarns als ein Leckerbissen gilt!“„Woher mag das kommen?" Der Junge wußte sich das Geheimnis nicht zu deuten.„Das ist ganz einfach! Es kommt auf den Standort an, an dem er steht. Bei uns sind irgendwelche giftige, vielleicht faulende Stoffe, die er in sich aufsaugt. Und darum ist er für die menschliche Nahrung untauglich. An anderen Standorten, wo der Boden diese Giftstoffe nicht enthält, ist er ein für die Menschen zuträgliches Gericht.“ Der Junge schaute den Pilz noch einmal im Weiterschreiten an. Wie schön er ist! Sieh, nun leuchtet er ordentlich bei der untergehenden Sonne wie Kupfer. Schade, daß er Gift in sich trägt!“ Ist es nicht ein Bild aus dem Menschenleben! Es kommt drauf an, wo du stehst! Habe acht auf den Boden, auf dem du wächsest. Je nach den Stoffen, die du in dich aufnimmst- wirst du ein Mensch mit einer kerngesunden Seele oder ein Mensch, in dem das Gift steckt. Und wehe dem, der mit einem„Giftigen“ zusammenkommt! Die „Giftigen“ sind manchmal sehr schön, darum locken sie die anderen. Aber in ihrer Nähe muß man verderben. Ich erzählte meinem Sohn von einem Jugendgespielen. Wie schön war der! Ein Junge, schlank und biegsam wie eine Stahlgerte. Ich sehe noch heute seinen Kopf mit den schwarzen Lockenhaaren. Wie ein Wald von lauter Ringeln wuchsen ssie auf seinem schmalen Kopf! Und seine blitzenden Augen! Und sein helles Lachen! Und was der Junge von Geist und Witz sprühte! Jeden Tag hatte er einen neuen Einfall von launigen Dingen, mit denen er in das graue Einerlei unserer Schule bunte Lichter brachte. Mit ihm zu gehen, war meine ganze Wonne. Er kannte die Werke unserer großen Dichter, als ich noch kaum die Titel dieser Werke wußte. Er hatte alles Große im Theater schon gesehen und konnte die Gestalten dieser Dichtwerke uns vorspielen, daß wir den Tell oder den Wallenstein oder den Egmont mit leibhaftigen Augen zu sehen glaubten. Und wie konnte er schwimmen und Schlittschuh laufen und am Reck turnen! Kein Wunder, daß wir ihn alle anschwärmten. Aber einmal trat ich zu ihm in seine Stube, die voll der schönsten Bücher und Kunstwerke war. Er las eifrig in einem Buch. Als ich eintrat, klappte er es schnell zu und legte es in die Schublade seines Schreibtisches. Ich fragte:„Was ist das für ein Buch?“ Er wurde ein wenig rot und lächelte:„Nichts für Unschuldslämmer, wie du eins bist!“ Später verriet er mir einmal den Titel. Ich hatte ihn nie gehört. Auch den Namen des französischen Schriftstellers, der das Buch finden zwischen der persönlichen Freiheit und einer nar ken Staatsgewalt. Die Demokratie kämpft um ühr.“ sein unter dem Schlagwort„Freiheit“. In Wahrheit u die Freiheit in Deutschland bedroht durch Lügenherrschaf Geldmächte, Organisationszwang. Nur durch die Entfaltung der sittlichen Kräfte des Vol. kes wird die Erneuerung des Staates ermöglicht werden Die neue Zeit kann erst heraufgeführt werden, wenn die geistigen Güter ihren Wert wieder erhalten. Aber dieg alles hat nur einen Sinn, wenn allem Streben der., danke zugrunde liegt, die äußere Freiheit wieder zu erringen. Man kann keine Rezepte für die Außen, politik zusammenstellen, aber Bismarck hat einmal eing Folgendes gesagt:„Auch das Schicksal der Nationen enz, scheidet sich nach großen, ehernen Gesetzen, aber der wirß, liche Staatsmann hört den Schritt Gottes durch die Best. geschichte und dann kommt es darauf an, vorzuspringen und den Zipfel seines Mantels zu ergreifen.“ Der deutsche Leser dankt dem Verfasser für den Par. stoß, den er zu einer Lösung gemacht hat und dankt ihm besonders für die schöne drängende Sprache seiner Schrif Wie aber, fragt er sich, sollen sich die sittlichen Kräfte ent, falten bei dem Chaos der Meinungen und dem ethischen Tiefstand der Nation? Nur so, daß die auf einen besseren Zustand, auf einen Führer wartenden selbst vorspringen und den Zipfel des Gottesmantels ergreifen. Und wie tun sie das? Es wird jetzt immerzu geredet von dem Versagen der evangelischen Kirche und ihrer Hirten. Das u ein Beweis dafür, daß unser Begriff von der Kirche sich ganz verschoben hat und wieder zurecht kommen muß. wenn lebendige Kirche sein soll. Wer versagt denn, wenn unsere Kirche versagt? Antwort: Jeder und jede von un Evangelischen. Laßt die Pastoren einmal versagen, wenn nur Hunderte und Tausende der Gemeinde nicht versagen. Springt hervor! Faßt Gottes Mantel, fest, fest Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn, Du segnest denn mein Volk! Dieses königliche Priestertum eines jeden unter uns ist evangelische Kirche. Dann strömt der gen derer, die so gesegnet werden, über ins deutsche Volk. dann steht auch ein selbstloses Heer deutscher Männer und Frauen bereit, die die sittlichen Kräfte im Volke entfachen und in demselben Geiste mit ihrer Seele einstehen, wie der Mann, der einst in Worms sprach: Hier stehe ich ich kann nicht anders! Nur so wird das dritte Reic kommen, von dem die Jugend träumt! K. v. Doering. Nach der Entscheidung. — Berlin, 13. März. In denkwürdiger Sitzung hat der Reichstag nach beftigen politischen Kämpfen im Parlament und drautzen im Lande den Gesetzen zur Ausführung des Youngplans seine Zustimmung erteilt. Zur Inkraftsetzung der Haager Beschlüsse bedarf es nun noch der Unterschrift des Reichspräsidenten. Wie man in lamentarischen Kreisen glaubt, wird Reichspräsidem von Hindenburg aber dem Haager Vertragswerk seine Zustimmung erteilen, weil die Gesetze im Reichstag und im Reichsrat eine ausreichende Mehrheit gefunden haben. Die Reichstagsverhandlungen über den Youngplan haben also das Ergebnis gehabt, was von vornherein feststand: die Verabschiedung der Haager Vorlagen Wenn es in den letzten Tanen schien, als sei der geschrieben hatte, kannte ich damals noch nicht. Heute weiß ich, daß der Dichter einen Weltnamen hat und das jenes Buch von ihm in ernstester Absicht geschrieben sst. Aber ich weiß auch, daß unendlich viele junge Leute, junge Männer und junge Mädchen, sich in diesem Buch den Tod ihrer Seele holen. Drum soll dies Buch unter Verschluß gelegt werden. Der es in die Hand eines denden legt, der ist des Todes schuldig. Ihm wäre not, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt werde unde im Meere versenkt würde, wo es am tiefsten ist. Denn das war das Jammerschicksal meines jungen Freundes. Es war merkwürdig, wie gering seine Leistun gen in der Schule wurden. Er schien zu träumen währene der Unterrichtsstunden. Seine Arbeiten sudelte er nacht oberflächlich hin. Der unter uns der Begabteste war, vor einer schnellen Auffassungsgabe, von einer Menge eigene Gedanken,— wurde der Geringste unter uns. Meinen Umgang mied er. Als ich ihm einmal sagte, das sei nich schön von ihm, daß er gar nicht mehr zu mir komme, lächelte er ein wenig spöttisch:„Unschuldslämmer die du passen nicht zu mir!“ Und wirklich— als wir bet einem Schulausflug nebeneinander gingen, tat sich“n Spältlein seiner Seele auf. Und da heraus züngell“ wie Flammen aus einem Höllenabgrund. Er redete bn Dingen, die ich kaum geahnt hatte vorher, und vor denen mir graute. Und er redete davon, wie von etwas, täglichem.„Mensch, wohin treibst du?“, rief ich entset aus. Und wieder lächelte er sein spöttisches Lachein „Ich habe es dir ja gesagt, Unschuldelämmer passen sich mehr zu mir!“ Die anderen. die„zu ihm paßten“, war leichtsinnige Burschen. Und einer von uns, der nicht den Leichtsinnigen gehörte und doch von dem glänzenden geistreichen Menschen sich halb willenlos mitziehen seb war bald einer der tollsten und frechsten... Es ging ein Jahr lang. Dann war das Naß ben Man wies ihn schimpflich von der Schule zihg Ich sehe ihn noch heute in seinem#### eingerichteten Schreibzimmer sitzen, die Hände stüb“ seinen Kopf. Er stierte vor sich hin. Und als ihn trat, schaute er mich herzbeweglich an und sagte“ „Ach Gott, mein armer Vater!“ Ich sagte zu Uhm:„##s# raffe dich zusammen! Mache gut, was du verschumung Du kannst es, wenn du willst!“. Er aber sah mich an. Dann schüttelte er den Kopf.„Ich woll“e,„i„ we, ein solches Unschuldslämmchen wie du!“— ein„äre nig kam wieder der Spott auf seine Lippen—*““ gie besser. Ich glaube aus mir wird nichts!“ Aber eit und einer starämpft um ihr DaIn Wahrhelt ist sch Lugenherrschaft. sen Kräfte des ermöglicht werden. werden, wenn die halten. Aber die n S t r e b e n d e r G e Freiheit wieder für die Außenk hat einmal etwa der Nationen entzen, aber der wirktes durch die Weltan, vorzuspringen reifen.“ fasser für den Vorhat und dankt ihm rache seiner Schrift. ttlichen Kräfte entund dem ethischen auf einen besseren selbst vorspringen rgreifen. Und wie cedet von dem Vereer Hirten. Das ist von der Kirche sich echt kommen muß, versagt denn, wenn t und jede von uns nal versagen, wenn emeinde nicht verMantel, fest, fest. an, Du segnest denn ertum eines jeden inn strömt der Ser ins deutsche Volk, deutscher Männer räfte im Volke entrer Seele einstehen, rach: Hier stehe ich asdritte Reich t! K. v. Doering. seidung. in, 13. März. der Reichstag nach Parlament und r Ausführung des ilt. Zur Inkraftf es nun noch der Wie man in parrd Reichspräsident Vertragswerk seine setze im Reichstag e Mehrheit gefunber den Youngplan as von vornherein Haager Vorlagen chien, als sei der noch nicht. Heute namen hat und daß sicht geschrieben sst. viele junge Leute, sich in diesem Buch oll dies Buch unter ie Hand eines Werig. Ihm wäre not, hängt werde und er n tiefsten ist. isal meines jungen zering seine Leistun u träumen während en sudelte er nacht Begabteste war, von einer Menge eigene inter uns. Meinen sagte, das sei nicht ihr zu mir komme, rschuldslämmer wie lich— als wir bei gingen, tat sich ein heraus züngelte e und. Er redete von rher, und vor denen wie von etwas All ?“, rief ich entsetzt vöttiches„eu nih lämmer passen uu ihm paßten", ware n uns, der nicht zu on dem glchneriez nlos mitziehen elten. war das Maß vi der Schule n seinem die Hände Und als ich neben h an und sagte nur: nse v. HGune be. s du verscumt aber sah mich ich moillte.„ d— en Bieb u Apven— 8 ichts!“ Aber— houngplan doch noch gefährdet, so hing das lediglich damit zusammen, daß eine Verbindung zwischen Youngplan und Finanzfrage hergestellt worden war, dank der die Nichteinigung über die finanziellen Fragen auch die Ablehnung des Youngplans nach sich ziehen git der Zustimmung des Reichstags ist das schicksal der Younggesetze entschieden! genn die Parlamente der Gläubigermächte werden zeibstverständlich den Haager Beschlüssen zustimmen, weil auch der Youngplan ihren Ländern ein Höchstmaß an deutschen Leistungen sichert. Nicht gesichert iu dagegen die Erfüllbarkeit des Youngplans. Nach wie vor ist Deutschland der Auffassung, daß die uns aus dem Youngplan erwachsenden Lasten weit über unsere Leistungsfähigkeit hinausgehen. Logischerweise hätte das zur Ablehnung des Haager Vertragswerks führen müssen. Wenn die Mehrheit des Reichstags trotzdem dem Neuen Plan zustimmte, so deshalb, weil sie die Annahme der Younggesetze dem Ausbruch einer Reparationskrise vorzog. Werden wir nun durch die Vertagung der Krise überhaupt um die Krise herumkommen, oder besteht der Endeffekt lediglich darin, daß die Reparationskrise nach der neuen Atempause mit verdoppelter Wucht über uns hereinbrechen wird? Die Beantwortung dieser Frage ist umstritten, letzten Endes wird sie aber auch davon abhängen, welche Fortschritte die Welt auf dem Wege der Rückkehr zur Vernunft machen wird. Im Zusammenhang mit dem Youngplan findet die Schmach der Rheinlandbesetzung endlich ihr Ende, noch früher packen die ausländischen Mitglieder des Generalrats der Reichsbank und des Verwaltungsrates der Reichsbahn ihre Koffer. So erfreulich der Fortfall dieser sichtbaren Kontrollorgane ist, so verbleibt es doch auch unter dem Youngplan noch bei den unsichtbaren Beschränkungen der deutschen Staatshoheit, der frechen Lüge von der deutschen Kriegsschuld im Versailler Vertrag, der einseitigen Entwaffnung und der Unklarheit über die Rückgliederung des Saargebietes. Dazu kommt die Gewißheit, daß die materiellen Lasten des Youngplans unberechtigt und zumindest für die Dauer untragbar sind. Mit der Beendigung des Kampfes um die Younggesetze ist die Spannung, die mehrere Wochen auf dem Reichstag lag, gewichen. Im Augenblick steht zwar die Einigung über die Verteilung der Lasten aus dem Youngplan noch aus— trotz der vorhandenen zwei Finanzkompromisse—, doch ist man jetzt im Reichstag wieder hoffnungsfreudiger gestimmt. Für die weitere Entwicklung der Frage des Haushaltsausgleichs und der kleinen Finanzreform werden vor allem die Verhandlungen in den Ausschüssen entscheidend sein. Von dem Finanzprogramm der Weimarer Koalition ist nur noch wenig die Rede. Die Reichsregierung beharrt auf ihren Vorlagen, die am Sonnabend die Vollversammlung des Reichsrats beschäftigen werden. Danach gehen die Entwürfe dem Reichstag zu, wobei es den Parteien freisteht, im Sinne des Weimarer Finanzprogramms Abänderungs= anträge einzubringen. Das gleiche Recht steht natürlich auch der Deutschen Volkspartei zu, die so Gelegenheit erhält, sich wieder in die Finanzverhand. lungen einzuschalten. Eine neue Wendung hat sich inzwischen noch dadurch ergeben, daß Reichspräsident von Hindenburg dem Zentrumsabgeordneten Brüning gegenüber betonte, er werde von allen verfassungsmäßigen Mitteln Gebrauch machen, um die rechtzeitige Regelung der Finanzfragen durchzusetzen. In parlamentarischen Kreisen folaert man daraus auf die Bereitwilligkeit Hindenburgs, der Reichsregierung Vollmacht zur Anwendung des Artikels 48 der Reichsversassung zu erteilen, ferner hält man für den Fall der Nichteinigung der Parteien die Inkraftsetzung der Steuergesetze im Wege der Notverordnung für wahrscheinlich. Die Entscheidung über die Finanzfragen soll spätestens bis zum 24. März fallen. Die Fraktionen haben also noch reichlich Zeit für neue Verhandlungen; hoffentlich benutzen sie diese Zeit dazu, endlich die Kassenverhältnisse in Ordnung zu bringen. Das Gebot der Stunde heißt jetzt: arbeiten und paren, und der Zwang zur Sparsamkeit muß sich nsbesondere auch auf die öffentliche Verwaltung auswirken. wenn er sich dieser Einsicht schämte, lachte er laut auf. „Unkraut verdirbt nicht. Ich werde schon zurecht kommen!“ Er ist nicht zurechtgekommen. Er ist verschwunden. Seine Spur habe ich nicht mehr gesehen. Was ich noch einige Jahre von ihm hörte, war schmerzlich. Es war lauter Torheit und Elend... Ein Perlpilz! Aber an einem Standort, an dem die faulen Giftstoffe im Boden stecken. Schade um ihn! Es war ein so feiner Mensch, aus dem viel Segen in seine Welt hätte fließen können— und alles ward zunichte! Der Standort macht unser Schicksal aus. Ist das nicht ein furchtbares Wort? Was kann schließlich ein Mensch für den Ort, an dem er steht? Harte Frage! Und doch! Wir sind nicht wie der Perlpilz, der an seisem Platz stehen muß. Sondern wir können viel von dem Platz, auf dem wir wachsen, uns wählen. Die Menschen, die unsere Freunde sind. Die Bücher, die wir lesen. Die Schauspiele, an denen wir uns ergötzen. Das liegt doch zum größten Teil in unserer Hand. Und die Stoffe, die wir aus diesem Boden ziehen, hängen ab von dem Platz, den wir uns wählen. Gibt es nicht einen Standort, zu dem jeder von uns einmal hingeführt worden ist? Wer it unter uns, der nicht einmal in seinem Leben in das heilige Land geführt worden ist, das Jesus Christus heißt? an ihm ist noch niemand zuschanden geworden. Und er steht vor jedem, der in unserem Land aufwächst. Man kann an ihm einfach nicht vorbei. Er packt einen jeden an der Schulter, und er blickt jedem einmal ins Auge, und er stellt an jeden irgend einmal im Leben die entscheidende Frage:„Willst du mich?“ Wir wissen alle, da„liegen die slarken Wurzeln unserer Kraft“. Und wer in diesem heiligen Boden wurzelt, auf dem er steht, der ist gefeit begen alle Giftstoffe, die in Riesenfülle aus dem Boden unseres gegenwärtigen Lebens wachsen. Dem können sie rein nichts antun! Daß wir doch das richtige Auge bekämen für den Standort, auf dem unser ganzes Leben wächst! Daß wir doch den Ekel in uns bekämen gegen alles Schmutzige und Häßliche, das uns bedrängt. Daß wir das Verlanden in uns trügen, nur Reines, Sauberes, Lichtes in uns einströmen zu lassen! Was für Menschen müßten dann bus uns werden! Was für Menschen müßten dann um uns serum in die Höhe wachsen! Köstliche Segensmenschen, bns deren„Leibe Ströme lebendigen Wassers fließen müßten!“ Verlpilze am gesunden Waldboden— das sollt ihr werden, ihr Jungen! Heil euch ungpian wird Verabschicvung der Vorlagen in dritter Lesung.— Letzter Appell des Kanzlers.— Opposition beantragt Aussetzung der Verkündung. — Berlin, den 12. März 1930. Auf der Tagesordnung der heutigen Reichstagssitzung steht die dritte Lesung und die Schlußabstimmung über die Younggesetze mit ihrem Reparationszahlungsplan für 58 Jahre. Der Tag der Entscheidung ist da! Haus und Tribünen sind dicht besetzt; etwas schwächer die Diplomatenloge. Auf der Regierungsbank haben der Reichskanzler Hermann Müller und sämtliche Reichsminister Platz genommen. Nach Eröffnung der Sitzung gibt der Präsident bekannt, daß sämtliche in Opposition zur Regierung stehenden Rechtsparteien einen Antrag auf Aussetzung der Verkündung der Younggesetze um zwei Monate eingereicht haben. Ein gleicher Antrag ging von den Kommunisten ein, die darüber hinaus auch ein Mißtrauensvotum gegen den Reichskanzler eingebracht haben. Als erster Redner nimmt der Reichskanzler das Wort. Dann folgen die Erklärungen der Parteien für und wider den Youngplan und zum Schluß die Abstimmungen, die die Annahme der Haager Gesetze ergeben. Am Donnerstag wird sich nun noch einmal der Reichsrat mit dem Haager Vertragswerk befassen, das danach dem Reichspräsidenten von Hindenburg zur Unterschrift vorgelegt werden wird. Reichskanzler Müller führte in seiner Rede aus: Die Annahme des neuen Planes steht heute zur Entscheidung. Bei den langwierigen Verhandlungen um dieses Werk war für Deutschland die Befreiung der Rheinlande sowie die Neuregelung der Reparationsfrage das Ziel. Die Reichsregierung setzt sich auch jetzt bei Beginn der dritten Lesung nachdrücklich für eine gleichzeitige Verabschiedung aller dieser Gesetzesvorlagen ein. Sie hat in keinem Stadium der Verhandlungen ein Hehl daraus gemacht, daß der Sachverständigenplan und die zu seiner Inkraftsetzung getroffenen Abkommen auch nach ihrer Ueberzeugung hinter den berechtigten Erwartungen Deutschlands weit zurückbleiben, und daß die Kritik in manchen Punkten leider berechtigt ist. Ausschlaggebend muß für uns aber bleiben, ob das Ergebnis als Ganzes dem deutschen Gemeinwohl förderlich ist oder nicht. Die Reichsregierung erklärt mit voller Ueberzeugung, daß sie in der Neuregelung einen Fortschritt gegenüber dem bieherigen Zustand der Dinge erblickt. Die Regelung der Reparationsfragen, wie sie jetzt vorliegt, befreit die deutsche Wirtschaft von dem lähmenden Zustand der Unsicherheit der wirtschaftlichen Zukunft. Trotz der außerordentlich schweren Lasten des neuen Plaues ist die Reichsregierung überzeugt, daß der Versuch der Durchführung nicht zum Nachteil Deutschlands ausfallen wird, aus der bestimmten Erwartung heraus, daß auch die Gläubigermächte ihre Verpflichtungen nicht minder ehrlich durchführen werden als Deutschland. Abkommen mit Polen. Mau hat den Vorwurf erhoben, daß das Haager Abkommen Deutschland Zusatzleistungen auferlege, die der Sachverständigenplan selbst nicht vorsah, nämlich die rund 400 Millionen aus der Uebergangszeit, den Gegenwert für das verlorengegangene Staatseigentum in Polen und die Liquidationsüberschüsse. In allen drei Fällen kommen jedoch Mehrleistungen über die Annuitäten der Sachverständigen hinaus nicht in Frage. Die Verzichte, die Deutschland aussprechen mußte, haben ihre Eranblage in einer Empfehlung der Sachverständigen der Gläubigermächte, der die deutschen Sachverständigen keinen ausdrücklichen Widerspruch entgegensetzen konnten. Es ist der Regierung aber wenigstens gelungen, die Beschränkung auf eine erheblich engere Fassung zu erreichen und die Frage## Polen aus dem Youngplan herauszunehmen und in ein Sonderabkommen einzufügen, das uns auf nationalpolit schem Gebiet Gegenleistungen gewährt. Kein Mensch in der Welt kann heute mit ehrlicher Ueberzeugung die Auswirkungen des Houngplaus prephezeien. Wir können nur feststellen, daß Deutschland den neuen Plan mit der aufrichtigen Bereitschaft, ihn durchzuführen, annimmt, und daß es sein Bestes tun wird, eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Reichsregierung steht umsomehr für ihre Unterschrift ein, als das Vertragswerk selbst die möglichkeiten enthält, die im Interesse der Erhaltung deutschen Wirtschaftslebens eingeschaltet werden mußten. Alle ausländischen Kontrollen werden wegfallen. Die Finanzpolitik Deutschlands ist in Zukunft frei. Das Gegenstück zu dieser Freiheit ist Selbstverantwortung auch für die Uebertragung der Reparationszahlungen an das Ausland. Falls dies trotz Deutschlands gutem Willen mißlingt und Gefahren für,„... und Wirtschaft drohen, kann Deutschland, da.. iugeruten klären oder den beratenden Sondegesamtsagg au urgten ##. erneut Sachverständige die Bescmttag. dn## Die Sanktionsfrage. Alle Mißdeutungen und Zweifel in frage sind unbegründet. Durch die Beseitigung der Reparationskommission und durch die Einführung der Organe des neuen Plaues ist dem Sanktionssystem des Vertrages von Versailles der Boden entzogen. Rheinlandräumung und Saarfreigabe. Das Rheinland ist von der Sonderhaftung befreit. Alle Streitfragen sind künftig vom Schiedsgericht zu entordentlichen Reparationsleistungen, zu denen wir verpflichtet sind, unter den gemeinen Regeln des Völkerrechts. auch gegen die Rechte, die das Gläubigern albt, Loben wi:(Haltet. Dieser Außerste Fall. die denkbaren Garantien eingesgnl. Lnstr—min K— daß nämlich Deutschland den Bian zerreißt. kann nur vor der höchsten internationalen Rechtsinstanz festgestellt werden, und vor einer solchen Feststellung, die wir praktisch als eine Unmöglichkeit betrachten dürfen, können die Gläubiger überhaupt keine Schritte gegen Deutschland tun. Die Räumung der besetzten Gebiete ist mit der Annahme der vorliegenden Gesetze gesichert. Erhobenen Sinnes sehen wir dem Tag entgegen, an welchem wir die Befreiung der Rheinlande feierlich begehen und den Rheinländern für ihre Treue und die dem Vaterlande gebrachten Opfer danken können. Bedauerlich bleibt allerdings, daß die Saarverhandlungen noch zu keinem greifbaren Ergebnis geführt haben. Ich bin der festen Hoffnung, daß der Befreiung der Rheinlands und der Pfalz bald die des Saargebietes folgen wird. Das Finanzprogramm der Regierung vom Dezember wurde durch die Notwendigkeit verstärkter Schuldentilgung hinausgeschoben. Aber im Sinne dieses Vrogramms erklärt die Reichsregierung erneut, daß Deutschlands Wirtschaft dringend der Entlastung bedarf, die zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt erfolgen muß. Die deutsche Kapitalbildung muß gefördert, die Ausgaben müssen soweit wie möglich gesenkt werden. Vor allen Dingen aber ist eine Sanierung der Finauz= und Kassenlagen des Reiches, der Länder und Gemeinden die unerläßliche Voraussetzung für eine Rückkehr zu geordneten Finanzverhältnissen. Drei Grundsätze der Sparsamkeit. Deshalb hat die Reichsregierung den Haushaltsplan für 1930 mit größter Sparsamkeit aufgestellt und durch sichere Einnahmen in sich ausgeglichen. Als Grundsatz für den außerordentlichen Haushalt hat die Regierung festgestellt: 1. Neue außerordentliche Ausgaben dürfen künftig nur in den Haushalt eingestellt werden, wenn die Deckung feststeht. 2. Vorläufig darf ein neuer Anleihebedarf erst dann wieder in den Haushalt eingestellt werden, wenn der alte endgültig abgedeckt ist. 3. Alle Verpflichtungen dürfen nur im Rahmen der vom Reichsfinanzminister bereitgestellten Mittel eingegangen werden. Das neue Finanzprogramm wird der Wirtschaft neue Impulse geben und auch die Kapitalbeschaffung im Inund Ausland fördern. Zur Frage der Erwerbslosigkeit übergehend, erklärte der Kanzler, daß sich die Reichsregierung bemühen werde, die Sozialpolitik in den bewährten Bahnen fortzuführen. Weiter kündigte er Maßnahmen gegen die Agrarnot an und erklärte, daß die deutsche Währung nicht gefährdet sei. Zum Schluß verwies der Kanzler auf die geplante Steuerreform und forderte den Reichstag zur Mitarbeit am Wiederaufbau des Vaterlandes auf Die Aussprache im Den Ausführungen des Reichskanzlers, die von der Mehrheit mit Beifall, von der Opposition mit zeitweise recht lebhaftem Widerspruch begleitet waren, folgten die Erklärungen der Parteien. Abg. Dauch(D. Vp.) gab für das Zentrum, die Sozialdemokraten, die Demokraten und die Deutsche Volkspartei zu den Liquidationsabkommen mit England, Australien und Neuseeland eine Erklärung ab, wonach diese Fraktionen den Abkommen nur zustimmen, weil sonst England den neuen Plan vielleicht nicht ratifizieren würde. In der Erklärung wird dann die Beschränkung der Freigabe des liquidierten Eigentums und namentlich die Haltung Englands bedauert, aber die Hoffnung ausgesprochen, daß sich auch bei der englischen Regierung noch eine andere Auffassung durchsetzen werde. Abg. Wallraf(Dutl.) erinnerte an die großen Hoffnungen, die seiner Zeit auf den Geist von Locarno gesetzt wurden. Von diesem Geist sei bei den Pariser und Haager Verhandlungen wenig zu spüren gewesen. Während hier über den Youngplan geredet wurde, spielte sich hinter verschlossenen Türen das Sechstage=Rennen oder Dreiwochen=Rennen um die Finanzreform ab. Redner fuhr fort: Wir Deutschnationalen erstreben mit Frankreich ein Verhältnis des Vertrauens und der Verständigung. Ein solches Verhältnis kann aber nicht bestehen, so lange Deutschland ausschließlich der Ambos, Frankreich der Hammer ist. Wir begrüßen mit großer Freude die Befreiung des Rheinlandes, aber wir vergessen nicht die Erklärung der treuen rheinischen Bevölkerung, daß die Befreiung nicht erkauft werden soll durch neue Ketten und neue Lasten. Wir vergessen auch nicht, daß die Befreiung des Saargebiets mit seiner treudeutschen Bevölkerung noch nicht erreicht ist. Wir denken auch an unsere deutschen Landsleute in Eupen=Malmedy.„ Noch tragischer, ja geradezu erschutterne wirkt ein Blick auf die Karte der Ostgrenze. Das Verhalten unserer Vertragsgegner erinnert uns an den Wucherparagraphen des deutschen Strafgesetzbuches. Danach treibt Wucher, wer sich einen einseitigen Vorteil durch die Ausbeutung der Unerfahrenheit, des Leichtsinns oder der Notlage eines anderen verschafft. Hier handelt es sich um die Ausnutzung von Deutschlands Notlage. Abg. Dr. Brüning(Ztr.) erklärte, mit leichtem Herzen werde keiner dem Youngplan zustimmen. Selbst die Freude und der Jubel über die Befreiung des Rheinlandes seien nicht ungemischt, da sich auch dann das Rheinland noch nicht der gleichen Souveränität erfreue wie alle übrigen Teile des Reiches. Der Redner verliest dann zwei Anträge, die die Regierungsparteien eingebracht haben. Der erste Antrag billigt die Erklärung des Reichs. kanzlers und wiederholt dann die einzelnen Feststellungen des neuen Plans der Schiedsgerichtsbarkeit zu un die Ausführungen über die Zerreißung des Plans, über die Funktionen des beratenden Sonderausschusses und über das Moratorium. Zum Schluß wird erklärt, daß der Reichstag über alle anderen Anträge zur Tagesordnung Der zweite Antrag ist in der Form einer Entschließung eingebracht und weist darauf hin, daß der neue Plan über rein wirtschaftliche Erwägungen hinaus von den politischen Machtverhältnissen beeinflußt worden ist. Hinsichtlich seiner Durchführung enthalte der Plan selbst die notwendigen Sicherungen, die es bei gutem Willen ermöglichen, das Gesetz der wirtschaftlichen Vernunft zur vollen Auswirkung gelangen zu lassen. Darüber hinaus werde Deutschland nicht darauf verzichten, mit allen ihm zu Gebote stehenden friedlichen Mitteln der Außenpolitik der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Lage entgegenzuwirken. Zum Schluß wird die Reichsregierung aufgefordert, die deutsche Außenpolitik in diesem Sinne zu führen. Namens seiner Fraktion betonte der Redner, das Zentrum werde unbedingt die Konsequenzen ziehen, wenn die Finanzverhandlungen sich erneut verzögerten oder wenn neue Schwierigkeiten auftauchten. Abg. Florin(Komm.) erklärte, das internationale Proletariat werden den Youngplan zerreißen. Abg. Dr. Bredt(Wirtschp.) verlas eine Erklärung, 1: der es heißt, die Wirtschaftspartei stehe gxundsätzlich auf dem Boden der Verständigungspolitik, sie Bnne aber nach gewissenhafter Prufung der wirtschaftlichen Wirtungen des Youngplans diesem Plan nicht zustimmen. uvg. Dr. Zapf(D. Vp.) führte aus, die gegen den Youngplan opponierenden Parteien gingen leicht hinweg über den gewaltigen Erfolg, der mit der Befreiung des Rheins errungen sei. Diese Befreiung sei der Erfolg einer seit sieben Jahren geführten deutschen Außenpolitik. Im weiteren Verlauf der Sitzung stimmten die Abgg. Stampfer(Soz.) und Meyer(Dem.) dem Youngplan als einen Fortschritt auf dem mühseligen Weg der Befreiung Deutschlands zu. Die Abgg. Schmidt(Dutl.), Strasser (Nat=Soz.) und Lindeiner=Wildau(Christl.Nat.) lehnten die Younggesetze entschieden ab und betonten ihren Willen zur weiteren Bekämpfung dieser Politik. Staatsminister Dr. Frick verlas namens der thüringischen Regierung eine Erklärung, nach der die thüringische Regierung in scharfem Gegensatz zur Reichsregierung und zum Reichstag in den Younggesetzen und im Polenabkommen ein großes nationales Unglück erblickt. Thüringen wolle zur Keimzelle eines fanatischen Widerstandes werden und im Kampf um die deutsche Freiheit vorangehen. Der preußische Reichsratsbevollmächtigte Dr. Brecht erklärte, Preußen stimme den Younggesetzen zu. Die Schlußabstimmung. Verabschiedung des Youngplans mit 270 gegen 192 Stimmen bei 3 Enthaltungen. In der Schlußabstimmung über die Younggesetze wird zunächst über die einzelnen Artikel abgestimmt. Artikel 1 wird mit 266 gegen 193 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. Gegen den Artikel 1 stimmte auch die Bayrische Volkspartei, die sich gestern der Stimme enthalten hatte. Die übrigen Artikel werden mit einfacher Mehrheit angenommen. Die Schlußabstimmung über den Youngplan und seine Nebenabkommen ergibt dann die Annahme der Verträge mit 270 gegen 192 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Abgelehnt wurden die deutschnationalen Anträge, die sich mit der Revision des Youngplans und der Sanktionsfrage beschäftigen und forderten, daß die Tributbelastung auf Fahrkarten und Steuermarken aufgedruckt wird. Angenommen wurde die Entschließung der Regierungsvarteien über die Richtlinien der deutschen Außenpolitik. 236 Stimmen für, 217 gegen das Polenabkommen. Das Reichsbahngesetz wird mit 299 gegen 156 Stimmen bei 3 Enthaltungen verabschiedet: das Reichsbankgesetz mit 307 gegen 150 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Das deutsch=polnische Liquidationsabkommen wurde unter lebhaften Entrüstungsrufen der Rechten mit 236 gegen 217 Stimmen bei 8 Enthaltungen angenommen. Hindenburg hat die Entscheidung. Der Antrag der Rechtsparteien auf Aussetzung der Verkündung fand die Zustimmung von 163 Abgeordneten, also ausreichende Unterstützung. Gleichzeitig wurde aber auch ein Antrag der Regierungsparteien auf Erklärung der Vorlagen als dringlich angenommen, nämlich mit 283 gegen 174 Stimmen bei 4 Enthaltungen, so daß damit die Entscheidung beim Reichspräsidenten liegt. Der kommunistische Mißtrauensantrag wurde mit 272 gegen 169 Stimmen bei 13 Enthaltungen abgelehnt. Tarauf wird der Antrag der Regierungsparteien, der die Erklärung des Reichskanzlers billigt, mit 248 gegen 170 Stimmen bei 19 Enthaltungen angenommen. Damit ist der„Neue Plan“ in dritter Lesung erledigt. Darauf vertagte sich das Haus auf Donnerstag: Republikschuß=Gesetz. Abstimmungen im Landtag. Die Aufhebung des Verbots des rheinischen Stahlhelms abgelehnt. — Berlin, den 12. März 1930. Der Preußische Landtag setzte heute die zweite Lesung des Haushalts der Handels= und Gewerbeverwaltung fort und erledigte dann die Abstimmungen zum Etat des Innenministeriums. Der Etat des Ministeriums wurde bewilligt. Abgelehnt wurde der deutschnationale Antrag auf Aufhebung des Verbots * Im Rahmen der Vortragsreihe: :„ S i n n g e b u n g d e s L e b e n s d u r c h k i r c h l. S y m b o l e“: spricht im 6. Vortrag Pfarrer D. Heitmann=Hamburg, über die am Freitag, den 14. März 1930, 20¼ Uhr im großen : Saale des Altstädter Gemeindehauses, Grünstraße. Karten zu RM.— in der Pfefferschen Buchhandlung und an der Kasse.— Für Minderbemittelte Ermäßigung. Evangelisch-kirchliche Arbeitsgemeinschaft. 4 Gemast„Feid- u. Blumensumen Knollengewächse: Dahlien. Gladiolen. Begonien. Baumschulartikel: Obstbäume. Ziersträucher. Rosen. Nadelhölzer.— Blütenstauden usw. Gärtnerei und Samenhandlung der Anstalt Bethel b. Bielefeld. Ausführliche Preislisten senden wir gern auf Wunsch zu. D der Staylhelmorganisationen in Rheinland und Westfalen. Der Gesetzentwurf über die Heraufsetzung der Altersgrenze für Hochschullehrer auf 68 Jahre wurde in zweiter Lesung angenommen. Annahme fanden ferner mehrere Anträge des Landwirtschaftsausschusses zu Gunsten des Weinbaues, wonach u. a. die Winzerkredite vollständig niedergeschlagen werden sollen. Luther auf vier Jahre Vom Reichspräsiventen.— Reichsbank nimmt mit ihrem neuen Präsidenten Fühlung. — Berlin, 13. März. Reichspräsident von Hindeuburg hat die Ernennung des früheren Reichskanzlers Dr. Luther zum Präsidenten der Reichsbank für die Amtsdauer von vier Jahren bestätigt. Die Uebergabe der Geschäfte von Dr. Schacht an Dr. Luther erfolgt in feierlicher Sitzung am 3. April. Am gleichen Tage wird sich Dr. Schacht von der Reichsbank verabschieden. Wie verlautet, wird Reichsbankpräsident Dr. Luther in den Abendstunden des heutigen Donnerstag von Frankfurt nach Berlin zurücktehren. Zur Vorbereitung der Uebergabe der Geschäfte wird das ältt ste Mitglied des Generalrats der Reichsbank, Franz von Mendelssohn, mit Dr. Luther Fühlung nehmen. Ueber seine Aufgabe als Reichsbankpräsident äußerte Dr. Luther einem Pressevertreter gegenüber, die Sicherheit der deutschen Währung sei durch die endlich erreichte Unabhängigkeit der Reichsbank gegen jede Gefahr gewährleistet. Ein besonderes Augenmerk müsse die Reichsbank auf die im Vergleich mit anderen Ländern ungewöhnlich hohen Zinssätze in Deutschland richten, um hier eine Senkung herbeizuführen. Was die viel umstrittenen Auslandsanleihen betreffe, seien sie nützlich, soweit sie tatsächlich für produktive Zwecke ausgenommen würden. In der Presse hat die Wahl Dr. Luthers zum Reichsbankpräsidenten im allgemeinen eine günstige Aufnahme gefunden. Auch in Amerika, das ja als führende Finanzmacht für Deutschland von besonderer Bedeutung ist, bringt man dem neuen Reichsbankpräsidenten Vertrauen entgegen. an der arbeit der freiwirtschaftenden Verkehremin,. (Schiffahrt, Kraftwagen) zu messen und dadurch ein gewissen Druck auf die Reichsbahn auszuüben. Neben den innerdeutschen ständen die internat nalen Aufgaben der deutschen Verkehrspolitik, w# dem Verträge von Versailles hätte Deutschland seine Schiffe von mehr als 1600 Br.=.=T. müssen. In einem in der Geschichte wohl einzig stehenden Wiederaufstieg hätten aber die deutschen der mit beispielloser Zähigkeit in einer Frist von zehn Jahren die verlorengegangene Tonnage aufgebaut!### Vertrag von Versailles untersagte ferner Deutschland jede militärische Luftfahrt und erklärte den Rhein die Elbe, die Oder, die Donau und die Memel zu. international, und das Londoner Ultimatum von 1991 legte auch der Zivilluftfahrt Fesseln an. Das Ziel der deutschen Verkehrspolitik stehe de, her fest: Erhaltung der deutschen Staatshoheit, Stär, kung der nationalen Wirtschaft und Abwehr wirt, schaftlicher Angriffe, Rationalisierung durch menfassung der Verkehrsaufgaben im Reich und Var, mung der Verkehrstechnik. Arbeitslosenziffer sinkt. Der Höhepunkt der winterlichen Arbeitslosigkeit überschritten. — Berlin, 13. März. Nach dem letzten Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist der Höhepunkt der winterlichen Arbeitslosigkeit überschritten; das Anwachsen der Arbeitslosigkeit, das sich seit Monaten von Woche zu Woche unaufhaltsam fortsetzte, ist in der Zeit vom 3. bis zum 8. März zum Stillstand gekommen. Erstmals konnten die Zugänge wieder durch Abgänge ausgeglichen werden. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist natürlich noch sehr gering: so ging die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger von 2378 521 zu Beginn auf 2 363000 Ende der Berichtswoche zurück; die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge stieg dagegen noch schwach um etwa 1000 Personen auf 277202. Zurückzuführen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf den Beginn der Frühjahrsbelebung in den Außenberufen und auf die Verlangsamung des Absinkens des Beschäftigungsgrades. Ein Vortrag des Reichsverkehrsministers Stegerwald. Eisenbahn und Kraftwagenwettbewerb. Im Rahmen eines Lehrgangs„Gegenwartsaufgaben der deutschen Wirtschafts= und Sozialpolitik“ sprach Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald über die Entwicklung des deutschen Verkehrswesens in den letzten zehn Jahren. Minister Stegerwald hob zwei Hauptpunkte hervor: Den Uebergang der verkehrspolitischen Führung von den Ländern auf das Reich und die internationalen Einwirkungen durch Versailles und Völkerbund. Sodann schilderte Redner die Stellung seines Ministeriums im Verkehrswesen und sprach sich dabei für die Herstellung des reichseigenen Unterbaues der Reichswasserstraßenverwaltung aus. Die Reichsbahn bewältigte 75 v. H. der gesamten Güterbewegung, darum müsse sie geschützt werden. Sie sehe Gefahren für sich in den Kanälen und in den Kraftwagen. Der Mittelland=Kanal schließe für die Reichsbahn die Gefahr in sich, daß er ihr einen erheblichen Teil von Transporten abnehme. Die Forderung der Reichsbahngesellschaft, die Arbeiten am Mittelland=Kanal aus diesem Grunde stillzulegen, gehe natürlich zu weit. In dem Wettbewerb, den der Kraftwagen der Eisenbahn allgemein mache, werde der Ausgleich nur auf dem Wege der Kraftfahrzeugsteuer herbeigeführt werden können. Die Ausfälle, die der Reichsbahn aus der Abwanderung entständen, müßten letzten Endes von derselben Volkswirtschaft in Form erhöhter Eisenbahntarife wieder hereingebracht werden Andererseits dürfe der Schutz der Reichsbahn aber niemals so weit gehen, daß er ein Verkehrsmonopol der Reichsbahngesellschaft entstehen lasse. Die Wirtschaft wehre sich gefühlsmäßig gegen ein solches Monovol und verlange, die Leistungen der Reichsbahn und Provinzialnachrichten. Bielefeld. Die Evangel.=kirchliche Arbeitsgemeinschaft beschließt am Freitag, den 14. ds. Mts. ihre Vortragsreihe„Sinngebung des Lebens durch kirchlich Symbole“ mit einem Vortrag über die„Bestattung" Pfarrer D. Heitmann=Hamburg wird abends 8¼ Uhr im großen Saal des Altstädter Gemeindehauses, Grünstraße, sprechen und neben der Behandlung seines besonderen Themas auch den zusammenfassenden Abschluß der ganzen Arbeit dieses Winters geben. Bethel. — Oratorienchor. Es wird auf die heute(Donnerstag Abend 8 Uhr stattfindende Uebungsstunde aufmerksam gemacht. Unentschuldigt dürfte niemand fehlen. Christlicher Verein junger Männer. Donnerstag 6 Uhr Vorstandssitzung, 8¼ Uhr Jung volkabend. Freitag abend 8 Uhr spricht in Gosen der Schriftleiter des„Jungen Tag“, Herr Pastor Vollrath Müller=Güters loh über das Thema:„Worauf alles ankommt.“ Alle Mitglieder mit ihren Angehörigen und Freunde sind dringend und herzlich eingeladen. Am Volkstrauertag, Sonntag abend 7½ Uhr findet im Assapheum, großer Saal, eine Gedächtnisfeier statt, wozu die Gemeinde herzlich eingeladen ist. Es werden 70 Lichtbilder gezeigt. Es wirken mit das Bethel=Orchester, der Kl. Chor und das Bethel=Horn=Oktett. Programme kosten 30 Pfennig, für Kranke, Schwestern und Schüler 20 Pfennig. Kochin od. Stutze die in Hotel= oder größerer Pensionsküche mit gutem Erfolg tätig war, ebenso Köchlehrling (christlich gesinnt) für die Saison gesucht. Gefl. Offerten an Frau Lina Soogers, Bad Salzuflen, Augustastraße 8 Villa„Anna Luise“ Mädchen zum baldigen Eintritt gesucht, welches alle Arbeiten in Hausund Landwirtschaft mit verrichten kann, bei gutem Lohn und Fam.= Anschluß. Frau Heinrich Heizhausen, Ahlhorn=Oldenburg. Erfährene hauslehrerin mit guten Zeugn. sucht Stellung bei 1 bis 2 Kindern im Grundschuljahr. Hedwig Bartsch, Michelstadt, Damaschkestr. 8. Kalbsreuten (Hinterkeulen) in bekannt. Güte, tägl. frisch, amtl. gestemp., RM 9 f. netto 9 Pfd., 9 Pfd. frisches, knochenfreies Kalbgulaschfleisch RM 10fr. Haus inkl. Porto und Verpack. Nachn. A. P. Christophersen, Böklund 3(Schleswig=Holstein) Hausfrauen und Heime, die Haustöchter anlernen wollen oder gebild. Hilfskräfte suchen, und arbeitsfreudige jg. 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