ran nicht ohne sießz, sgedrückt:„Marin Aus dem Glauben auen, aus dem ab. Willen, als dessen ro letzten Endes die denkt dabei nicht Himmel zu heben; nut aber nicht seige kennt und— ver ampfesmut, wo er . Er kennt ihn aug sieder wird man an s über Luther er Schlachtgebiet; mich ht“. Und auch auf nem Hutten in den It Buch, ich bin ein rz eine Darstellung n der landläufigen und die kritischen ausarbeitend. Man ue Lutherforschung trauf hinweist, das gs einem religiösen reiwillig war und 1 Gelübde, das ihm kot entfahren war, erkungen über den res unkatholischen i fühlte.„Von der wahrer Bedeutung die in ihrem Wortihnen lediglich das ussion. Ihren Geist Aufruhr gegen die te man ein kleines icht verwunderlich, anches anders spieZeziehung ein groblber stimmt es, irkungslos an ren?„Er nimmts zegräbt's unter der Stimmt das? 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Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll“! Alle Verlornen sind hieher geladen. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden. Menschheitsleid. Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? Jesus antwortet: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. Joh. 9, 2. Die Notleidenden des jüdischen Volkes sammelten sich vor dem Tempel; vor Gottes Haus des Menschen Elend! Tief bewegte das Jesu Jünger. Wer neben dem Elend wohnt, wie wir hier im„Haus Gottes“, dem Beth=El, wird stark bewegt von ihrer Frage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sünde und Leid? Jesus verbietet die Frage nicht. Er kennt ja die furchbare Wahrheit, daß alles menschliche Elend Folge des göttlichen Fluches ist. Gottes strafendes Werk ist Wirklichkeit. Gut, wenn wir das anerkennen wie die Jünger. Kein blinder Zufall, kein wütiges Geschick bringt das Leiden; Gott hat es geordnet, er legt es auf, er dämmt und hemmt es, je nach seinem heiligen Willen. Jesus murrt nicht gegen den heiligen Willen des Vaters, dessen letzte Absichten beim Leiden freilich verborgen sind. Sie bedürfen der Offenbarung und sie zu bringen, dazu kommt Jesus. In ihm wird offenbar, daß dieselbe Hand, die richtet, vergibt. Der das Leid sendet, sendet auch den Heiland. In Jesus beginnt das Neue; er wirft sich dem Strom uferlosen Leidens entgegen. Daß Gott helfen kann und will, weil er der Menschheit vergibt, wird in Jesus offenbar. Heilt er den Blinden, dann weissagt er damit die Vollendung, die noch aussteht, in der es keine Hemmung mehr für die Augen gibt, die Gott schauen. Und was soll die Gemeinde Jesu tun? Nicht grübeln über den unbegreiflichen Zusammenhang von Leid und Unrecht, Gottes vergebender Liebe und strafender Gerechtigkeit. Sorgen soll sie, daß Gottes Absicht offenbar wird. Durch die Verkündigung der in Christus erschienenen Gnade an die leidende Menschheit soll sie das Geheimnis Gottes aufschließen. Gutes tun soll sie, Kranke pflegen und dem Elend steuern, den Ratlosen helfen. Weil aber die Hände der Christenheit ungeschickt, ihre Herzen unweise sind, soll sie sich strecken nach dem heiligen Geist, damit er sie bei ihrem Wohltun recht leite, damit er zu ihrer Liebe Kraft, zu ihrem Opfer Willigkeit gebe und zum Mittragen der Leiden der Menschheit Geduld und Nüchternheit in ihr wirke. Nicht Kunst und Wissenschaft zu fördern ist der Christen vornehmste Aufgabe, sondern der verdurstenden Menschheit einen Becher Wassers milder Hilfe zu reichen. Wehe, wenn wir scheltend, anklagend und hochmütig dem verschuldeten und unverschuldeten Leiden gegenüberstehen, mit gebundenen Händen! Nein, Herz und Hand sollen offen dafür sein, die zwiefache Offenbarung Gottes zu empfangen, einmal, daß das Leiden nicht das letzte Wort Gottes an die Menschheit ist, sondern Gott bietet uns in Christus, unserem Herrn, eine leidlose Ewigkeit an und dann offenbart er uns seinen heiligen Willen, daß er es auf die Schultern der Christenheit legt als ihre besondere Pflicht, dem Leidenden mit allen ihren Kräften zu dienen. Simon. Was Vor uns liegt der Youngplan. Der Berliner Verlag Reimar Hobbing hat die Haager Vereinbarungen in einem über 200 Seiten starken Bande herausgegeben. Nan fängt an zu lesen. Trotzdem das Dinge sind, die seit vielen Monaten in manchen Einzelheiten besprohen wurden, finden sie in dieser Zusammenfassung doch besonderes Interesse. Genau wie bei der Lektüre des Versailler Diktates kann man auch diese Bestimmungen nicht lesen, ohne in innerste Erregung zu kommen. Zahten reihen sich da an Zahlen, Verzicht an Verzicht, Vereslichtung an Verpflichtung. Man gewinnt den Eindruck, diese Paragraphen mit den Milliardenforderungen an Deutschland könnten nur von Leuten aufgestellt sein, die gewohnt sind, mit Produktionsgewinnen von Millioeen zu rechnen. Man weiß wohl, daß die Finanzierungsmethoden der Staaten, der Wirtschaft ein Gebiet geworden sind, das für die Masse der Menschen dunkel bleibt. Die Finanzsprache ist eine geheimnisvolle Wissenschaft und der gewöhnliche Mensch, der seinem ehrlichen Beruf nachgeht und nur seinen Wochenlohn als Einnahme und Ausgabe zu berechnen hat, der als Handwerker und Kleinkaufmann, als Beamter oder sonst im freien Beruf den Kampf ums Dasein führt, muß sich fragen, ob die heutige Wirtschaftsordnung mit ihren immer komplizierter werdenden Handels= und Finanzierungsmethoden für alle Zeit unumstößliches Gesetz ist. Gerade diejenigen, die zehn Mark mehr Lohn einzuschätzen wissen, oder die, die in gewissenhafter Arbeit erzielten Verdienst statt auf die Sparkasse auf das Steueramt bringen müssen. waren die Leidtragenden während der vergangenen Erfüllungsversuche und werden es auch jetzt wieder nach Annahme des Youngplans sein. In einer Uebersicht sind die Jahreszahlungen, die im Youngplan festgelegt sind, aufgeführt. Für 1929/30 sind noch 676,9 Millionen zu zahlen, 1931 ist es ein Betrag von 1641,6 Millionen. Bis 1941 steigt es bis 2096,1 Millionen. Jedes Jahr erhöht sich der Betrag, bis daß im Jahre 1965 2352,7 Millionen zu zahlen sind. Dann verringert sich die Summe langsam, bis im Jahre 1985 noch 1683,5 Millionen und 1987/88 noch 897,8 Millionen gefordert werden. Daneben laufen aber noch die Sonderzahlungen an Belgien und Amerika und außerdem noch die Zinsen, die für die bis jetzt gezahlten Tribute zu zahlen sind, die im Auslande geliehen werden mußten. Im Reichstage haben in diesen Tagen die Youngplangesetze zur Beratung gestanden. Obgleich der Außenminister und der Finanzminister erklärten, die von Dr. Stresemann eingeleitete Verständigungspolitik werde fortgesetzt, so war doch zu merken, mit welchem Unbehagen sie das Zahlungsproblem behandelten. Fast keiner der Redner hat es versäumt, entweder auf die Untragbarkeit oder mindestens auf die Schwere der im Youngplan zu übernehmenden Verpflichtungen hinzuweisen. Das Versailler Diktat trägt nur die Unterschriften von zwei Deutschen. Der Youngplan aber ist unterzeichnet mit vier deutschen Unterschriften, Dr. Curtius, Dr. Moldenhauer, Dr. Wirth und Schmidt. Schon darin scheint uns ein Zeichen zu liegen, daß eine Aenderung dieses Planes viel schwerer möglich sein wird als die Aenderung früherer Abmachungen. Der Sachkunde und politischen Klugheit solcher Leute gegenüber müßten Bedenken und Sorgen um die Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes mehr schwinden. Aber in diesen Tagen konnte man feststellen, daß nicht nur in deutschen, sondern auch in ausländischen Zeitungen, auch von Sachkundigen, mit Ernst und mit Hohn darauf hingewiesen wurde, wie unmöglich die Erfüllung der Youngplanverpflichtungen sei und daß man es nicht verstehen könne, daß verantwortungsbewußte deutsche Männer etwas unterzeichneten, von dem sie wüßten, daß es nicht gehalten werden könne. Bei der Besprechung im Reichstag nahm auch Geheimrat Dr. Hugenberg das Wort. Es war wohl das erste Mal während dieser Reichstagsperiode und sein Auftreten fand starke Beachtung. Es gab einigen Radau. Aber im allgemeinen wirkte doch die Persönlichkeit Hugenbergs so stark, daß sich die Linkspresse genötigt sah, besonders hochmütig begeifernde Artikel zu schreiben. Die „Vossische“ schreibt am Schluß eines solchen Artikels: „Der Politik ist dieser Mann so fern wie die Erde dem Mars. Alle Elemente des Politikers fehlen ihm: die Idee, der Aufschwung der Phantasie neben der Fähigkeit, große Zusammenhänge nüchtern zu sehen. Wer Hugenberg gehört hat, begreift nicht, daß die Deutschnationale Partei ihn nahezu ein Jahr an der Spitze ertragen hat. Reichsaußenminister Curtius antwortete sofort und scharf. An der Antwort hatte man auf den Bänken der Regierungsparteien nur auszusetzen, daß sie mehr als zwei Sätze enthielt. Man fand, daß der Reichsaußenminister seiner Würde vergab, wenn er auf eine Rede dieser Art ausführlicher reagierte.“ Ueber diese Sprache der„Vossischen“ braucht man sich nicht zu wundern. Für ihren Anhang ist die jetzige„Freiheit“ auch zu schön und sie muß daher alles tun, um jedes faschistische Gelüste rechtzeitig zu entlarven und in Mißkredit zu bringen. Hugenberg sieht eben die großen Zusammenhänge in und auf einer ganz anderen Linie als die Leute um die„Vossische“. An eine Versöhnung der sich gegenüberstehenden beiden Richtungen wird wohl nie zu denken sein. In einer Stunde, in der über das wirtschaftliche und politische Schicksal mehrerer deutscher Generationen entschieden werden soll, ist es eigentümlich, daß jede Richtung in dem, was sie für die jetzt zu leistende Aufgabe hält, eine mutige Tat sieht, die einen in der Annahme, die andern in der Ablehnung der Youngplangesetze. Die Gesetze liegen nun den vereinigten Ausschüssen für Haushalt und Auswärtiges vor und jeder der Minister, die im Haag mit verhandelt haben, wird dort noch zu dem ihm besonders unterstellten Gebiet sprechen. Geändert darf an den Entwürfen nichts mehr werden. Es wird sich nun noch nur um Annahme oder Ablehnung handeln. Wir fürchten, die Entscheidung, mag sie fallen wie sie will, wird nicht Ruhe, sondern neue, schwerste Kämpfe in Deutschland bringen. Es braucht da nur an die Schwierigkeiten gedacht zu werden, die der Finanzminister Moldenhauer hat, die Finanzen zu balanzieren. Durch die Methode, die Ueberschüsse einer Kategorie der Versicherten zu nehmen, um das Defizit der anderen damit zu decken, bringt notwendigerweise die Seite, die der opfernde Teil werden soll, in starke Verstimmung und Erregung. Einen ersten derartigen Versuch läßt man sich schon gefallen. Bisher hat es sich aber gezeigt, daß keiner der Versuche, irgendwelche inneren Reserven zur Abdeckung vorhandener Schulden zu benutzen, wirkliche Hilfe bringen können. Wenn eine Lücke ausgefüllt war, zeigten sich an einer anderen Stelle um so größere Löcher. In den einzelnen Berufs= und Versicherungsgruppen wird aber eine Erregung und Unsicherheit geschaffen, die sich vor allem die nicht wünschen sollten, denen es an einem ernstlichen Versuch liegt, die zu unterzeichnenden Verträge auch zu erfüllen. Die Steuererhöhungen, die zu erwarten sind, werden wohl auf keinen Fall imstande sein, im Lande das Gefühl zu erwekken, daß durch die Neuregelung ein Fortschritt erzielt worden sei, Es ist nicht leicht, aus der Flut von Ereignissen und aus der Verschiedenheit der Meinungen darüber, die einen täglich umschwirren, eine eigene Ansicht zu gewir, nen, die es wert ist, weiter gesagt zu werden oder die in die allgemein als schwer empfundene Lage einen Lichtblick oder einen Trost bringen könnte. Eben bringt die Post eine Karte, worauf ein treuer, mehr als 80 Jahre alter Leser, der fast 50 Jahre in China gelebt hat und dort ein kerniger Deutscher geblieben ist, seine Freude darüber ausspricht, daß der„Aufwärts“, Nr. 36, den Artikel eines Schweizers aus dem„Baseler Anzeiger“:„Der Wurm am Marke Deutschlands“ gebracht habe. Er ist der Meinung, daß dieser Artikel in Hunderttausenden von Exemplaren in Deutschland verbreitet werden müßte und auf die Tische aller deutschen Regierungsvertreter gehöre. Damit gibt jener greise Kämpfer zu, daß die in dem Artikel bezeichneten Zustände Tatsache in Deutschland sind. Dann aber bliebe eigentlich gar kein Trost als nur die eine Hoffnung, daß im deutsch Volk doch noch ein gesunder Kern vorhanden ist, der, zu neuem Leben, zu neuer Entfaltung geweckt, einen Stamm treiben könnte, den die Welt als deutsche Eiche kennt. Kritisieren, anklagen und schimpfen hat keinen Wert, wenn nicht Mittel und Wege gezeigt werden, wie das Kritisierte anders und besser gemacht werden könnte. Der Weg, auf den wir immer hinweisen, ist der Weg der Hingabe, des opferwilligen Dienstes an Volk und Vaterland an der Stelle, wo man durch die Verhältnisse hingestellt ist. Würde das ganze deutsche Volk dahin gebracht werden, auch den Weg der Erfüllung in diesem Sinne zu gehen, nur dann könnte auch dieser Weg ein Weg des Segens sein. Solange aber das Volk durchseucht bleibt von den Uebeln, die in jenem Schweizer Artikel gekennzeichnet sind, wird der Erfüllungsweg ein Weg dei Enttäuschungen und zunehmenden Nöte, ein Weg im Hugenbergschen Sinne aber auch für ein so durchseuchtes Volk nicht möglich sein. Zurück zur Quelle der Kraft, das ist die notwendigste und die Hauptforderung. Und diese Quelle der Kraft ist die christlich=sittliche Erneuerung unseres Volkes. Der Wechsel im preußischen Kultusministerium, der vor kurzem eintrat und der an die Stelle des Demokraten Dr. Becker den Sozialdemokraten Dr. Grimme brachte, gibt auch Veranlassung zu fragen, ob dieser Wechsel in bezug auf die christlich=sittliche Erneuerung unseres Volkes zu guten Hoffnungen berechtigt. Die erste Einführung, die sich der neue Minister selbst gab und in der er sich in etwas eigentümlicher Form als der Exponent einer Machtgruppe bezeichnete, konnte nicht recht befriedigen. Wenn eine Partei den Kultusminister stellt, die positiv=biblischem Christentum gegenüber immer eine feindselige Haltung zeigt, auch wenn sie behauptet, ihre Feindschaft gelte nicht wahrem Christentum, sondern den unwürdigen Vertretern desselben, so ist es zu verstehen, daß von Anfang an ein großes Mißtrauen vorhanden ist. Welche Entwicklung die Dinge nehmen können, sehen wir in Rußland, wo sich jetzt die Feindschaft gegen alles wendet, was religiöses Leben überhaupt ist. Vielleicht zeigt sich aber in Deutschland einmal, daß„höhere Kultur“. * in der Lage ist, die Grenzen so zu ziehen und damit dann auch vor der höchsten sittlichen Macht bestehen kann. Nur ein Minister und eine Schule, deren Arbeit zur Ueberwindung der Schäden führt, die in dem oben genannten Artikel bezeichnet sind, werden zum Segen für unser Volk und Vaterland. Zu außenpolitischen Vorgängen ist jetzt nicht viel zu agen. Die Londoner Flottenkonferenz ist von ihren führenden Mitgliedern immer mehr zum Vorläufer der kommenden Konferenz gestempelt worden, die dann die endgültigen Beschlüsse fassen würde. So etwas sind wir nun allmählich schon gewohnt. Eine Konferenz löst die andere ab und tröstet die wartende Menschheit von einer in die andere. Als bei Beginn der Konferenz zwei russische Schlachtschiffe durch die Dardanellen fuhren, war das ein Ereignis, das in früheren Zeiten zu kriegerischen Verwickelungen geführt hätte. Wenn von der Sache diesmal kaum Notiz genommen wurde, so lag das wahrscheinlich nicht daran, daß der Weltfriedensgedanke schon allgemein wirksam geworden ist, sondern vielmehr daran, daß die Lage für die Seekriegsmächte so bedenklich ist. wie sie kaum einmal in der Vergangenheit war. Vielleicht konnte die russische Aktion bestimmten Mächten zu gar keiner gelegeneren Zeit kommen als sie es am Anfang der Flotten,abrüstungs"konferenz tat. Jede Konferenz, jede neue Woche und jedes Tagesereignis zeigt. daß wir in derselben Welt des Kampfes leben, die sie war, solange man von ihr weiß. Wer da nicht gerüstet ist, dem geht es so, wie es Deutschland mit seinen Kolonien geht, über deren Schicksal in letzter Zeit auch wieder manches verlautete. Die Mandatsinhaber haben ihre Hand in den 14 Jahren so fest auf das Pfand gelegt, daß es durch deutsche Hoffnungen ganz sicher nicht wieder daraus befreit werden wird. Und wenn weltpolitische Verwicklungen wirklich einmal bessere Aussichten dazu gäben, müßte in Deutschland noch manches anders werden als es jetzt ist, wenn es in der Lage sein will, Kolonien zu erhalten. Und der Osten, der Osten, der Osten. Im Gedanken an den in Aussicht stehenden Sondervertrag mit Polen schließen wir auch unsere heutige Betrachtung wieder mit einem Hinweis auf das Versailler Diktat. Ein Franzose hat bei einer Besprechung der Grenzregulierungen im Osten in bezug auf den Korridor und Oberschlesien gesagt:„Ein Krieg des Hasses wird entbrennen, wenn der Versailler Vertrag nicht geändert wird." Ob noch jemand an die friedliche Lösung dieser Ostfragen glaubt? Treues Herz und treue Hand, haltet fest am Rechten! Wo's die alte Freiheit gilt, sei dir selber Hort und Schild, Freiheit zu verfechten. Bleibe wach, o Vaterland! Die Ernüchterung in Spanien. Von E. von Ungern=Sternberg. Die echten und falschen Tribunen Spaniens schreiben sich gerne das Verdienst zu, Primo de Rivera zu Fall gebracht zu haben. Man kann sie auch heute noch in den Klubs und in den Kaffeehäusern Madrids mit zufriedener Miene reden und diskutieren hören, aber die Anwesenden kümmern sich wenig um sie. Dem Bekenntnis des früheren Ministerpräsidenten und Führers der liberalen Partei Spaniens gemäß, gibt es im Königreich Spanien nur zwei organisierte Machtfaktoren, das sind die Geistlichkeit und das Militär. Der sogenannte Volkswille, die Oeffentlichkeit hat im Königreiche nie eine ausschlaggebende Rolle gespielt, weder jetzt noch früher. Weder die Arbeiterschaft noch die Bauern, noch die Massen der städtischen Bevölkerung haben sich gegen die Diktatur Primo de Riveras erhoben, und deshalb hat sie auch der Umsturz wenig berührt. Primo de Rivera fiel als Opfer der Kräfte, die er in seiner Gesundheitspolitik zu bannen versucht hatte, nämlich des politisierenden Teils der Armee, gewisser hoher geistlicher Würdenträger und entthronter Parteigroßen und„Caciken“, die er rücksichtslos von der Staatskrippe ferngehalten hat. Die Studentenunruhen, die eine Nacht Madrid in Aufregung setzten und die seine Abdankung begleiteten, bildeten zu seinem Sturz nur die Begleitmusik, waren aber sicher nicht die Ursache. Im Werden Spaniens hat die Armee stets eine große Rolle gespielt. Primo de Rivera war durch den Staatsstreich vom 13. September 1923 von dem Heere zu den Spitzen der Macht emporgehoben worden. Jetzt wieder drohte ihm ein Pronunciamento. Er hatte einige schwere Fehler begangen, und so zog er es denn vor, die Konsequenzen zu ziehen und freiwillig zurückzutreten, ehe es zu spät wurde. Zuerst war alles eitel Jubel. Trotz= dem der neue Ministerpräsident, General Berenguer sicher nicht den Anspruch darauf erheben kann, ein Versechter demokratischer Ideale zu sein, so wurde er doch von den Diktaturgegnern als Freiheitsheld und Wiederhersteller der Demokratie gefeiert, aber der Rückschlag beginnt sich bereits bemerkbar zu machen. General Berenguer, Graf von Zauen, vormaliger Oberkommandierender des königlichen Hauptquartiers, war und ist Führer der sogenannten Königspartei(Lealistas, Loyalisten) im Gegensatz zu den Juntas in der Armee. Die Lealistas stützten sich vornehmlich auf das aristokratische Artillerie= und Kavalleriekorps im Heer. Sie sehen ihre vornehmliche Aufgabe darin, sich schützend vor den Thron zu stellen und die persönliche Autorität des Königs zu heben. Man wird sich erinnern, daß sich die Artillerie und Kavallerie wiederholt zur Regierungszeit Primo de Riveras in Putschen erhoben haben und daß nicht etwa revolutionäre Volksaufwiegler, sondern konservative Exminister und aristokratische Offiziere an der Spitze dieser Verschwörung standen. Diese Kreise sind nun zur Macht gelangt und vorläufig hat sich in den Methoden der Diktatur wenig geändert. Versammlungsund Pressefreiheit sind nicht wiederhergestellt worden, nur neue Männer, die bisher in den Schatten gedrängt worden waren, sind wieder an die Staatskrippe gelangt. Es versteht sich von selbst, daß eine Amnestie für alle unter der Diktatur Primo de Riveras Verfolgten erlassen worden ist. Auch auf die Wiederherstellung der Verfassung vom Jahre 1876 wird hingearbeitet, aber schon machen sich die Sünden des alten Spaniens aus der Corteszeit(Vetternwirtschaft, Krippenjägerei, Cacikentum und Parteiintrigen) bemerkbar und stören die Freude am Regierungswechsel. Der erste ernstere Protest gegen die neue Regieung kommt aus den Kreisen der organisierten Arbeit#rschaft, die sich unter Primo de Rivera recht zahm gezeigt hatte, ja, die zum Teil mit der Diktatur im Einvernehmen lebte. Die sozialistische Parteileitung Spaniens hat gemeinsam mit den Arbeiterverbänden, deren politische Bedeutung man nicht überschätzen darf) ein außerordentlich scharfes Manifest gegen die Regierung Berenguer erlassen, in dem unter anderem ausgeführt wird, daß diese Regierung im Schatten geboren und von der Intrige gezeugt sei. General Berenguer sei das Symbol eines Spaniens, das sich im Zersetzungsprozeß befindet, des Spaniens, in dem das Sozialgefühl mangele, des traditionellen Spaniens der Unwissenheit und der Willkür. Sie sagen dieser Regierung den Kampf an.— Die Sozialdemokraten hatten in den Cortes nur 2 Abgeordnete, sie fallen als politische Partei in Spanien; kaum ins Gewicht, ihr Manifest hat deehalb auch mn eine symptomatische Bedeutung. Neben den Sozialisten zeigen sich aber auch die Republikaner enttäuscht, die mit dem Sturz Primo de Riveras Frühlingsluft witterten Auch sie sind als Partei nicht allzu zahlreich, doch gehönen zu ihnen hervorragende Spitzen der spanischen Intell, genz. Professoren, Rechtsanwälte und Journalisten,### nicht nur in einem Teil der spanischen Presse den Tan angeben, sondern die auch im Auslande Stimmung zu machen verstehen. Einige der Professoren, unter ihner auch der große Feind der Monarchie, Professor Unamunaus Salamanca, sind zwar wieder in ihr Amt eingesetz aber es ist ihnen keine Möglichkeit gegeben, sich politisch zu betätigen. Das Kabinett Berenguer ist in seiner Zu, sammensetzung streng konservativ und monarchistisch Außenminister wird der Grand=Seigneur des Königrei, ches, der Herzog von Alba, neunmal Grande von Spa, nien, auch die übrigen Posten sind in zuverlässigen Hän, den, und so sehen denn die Revolutionsfreunde, daß sie nicht auf ihre Rechnung kommen. Es hat sich im Grunde wenig in Spanien geändert, nur die äußeren Dekorg, tionen sind andere geworden. will aufrüsten. Es erhebt Anspruch auf eine Kriegsflotte von 724.000 Tonnen.— Empörung in Italien. — London, 15. Februar. Die Londoner Flottenkonferenz sieht sich vor eine neue, schwere Aufgabe gestellt. Der Führer der französischen Abordnung, Ministerpräsident Tardien, hat in einer Denkschrift eine Kriegsflotte mit einer Wasserverdrängung von insgesamt 724000 Tonnen für Frankreich als notwendig gefordert. Gegenwärtig beträgt der französische Tonnagesatz 681 000. Da Frankreich das von Tardien aufgestellte Programm bis 1936 durchführen will, müßte Frankreich, wenn es ihm damit ernst ist, im Laufe der nächsten sechs Jahre— unter Einrechnung der Ersatzbauten— Kriegsschiffsneubauten mit einer Wasserverdrängung von 250000 Tonnen vergeben. Das ist natürlich keine Rüstungsbegrenzung mehr, von einer Abrüstung ganz zu schweigen, sondern schon eine offene Aufrüstung. Lächerlich ist aber vor allem die Begründung des französischen Programms, ist darin doch davon die Rede, daß der kürzlich entstandene„neue Kriegsschifftyp“— womit das in Bau befindliche deutsche Panzerschiff gemeint ist— eine neue Lage geschaffen habe. Fast alle Delegationen üben eine scharfe Kritik an der französischen„Abrüstungs"denkschrift und ihren hohen Zahlen. Empört sind vor allem die Italiener, müßte doch, wenn Frankreich sein Programm durchsetzt und Italien seine Ansprüche auf eine der französischen gewachsene eigene Flotte behaupten will, Rom seine Kriegsflotte im Zeitraum von sechs Jahren verdoppeln! Das aber wäre mit Opfern verbunden, die Italiens wirtschaftliche Leistungsfähigkeit denn doc übersteigen würden. Verstimmt sind die Italiener ferner deswegen, weil Frankreich in seiner Denkschrift einen Krieg mit England oder Amerika als undenkbar bezeichnet, die Möglichkeit eines französisch=italienischen Krieges aber mit Stillschweigen übergeht. Erzwingung eines Mittelmeerlocarnos? Die hohen Zahlen des französischen Flottenprogramms legen die Vermutung nahe, daß Frankreich es darauf angelegt hat, sich etwas abhandeln zu lassen. Bestärkt wird man in dieser Vermutung dadurch, daß es zum Schluß der Denkschrift heißt, Frankreich sei auch bereit, jeden Vorschlag einer gegenseitigen SicherheitsVater Schmidt. Ein Erlebnis von Vally Nagel. Wer unzufrieden oder ungeduldig ist, oder wer glaubt, mit seinem Gelde nicht auskommen zu können, oder wer sich sonst auf irgendeine Weise mit seinem Schicksal nicht verträgt, der mache sich auf und komme mit mir zum Vater Schmidt. Vater Schmidt ist ein kleines, eisgraues Männlein von 75 Jahren und wohnt gleich rechts im Dorfe hinter dem großen Kretscham. Etwas abseits vom Wege, als schäme es sich seiner Kleinheit neben dem großmächtigen Gasthofsgebäude, liegt das bescheidene Häuslein. Unten haust eine Arbeiterfamilie von acht Köpfen; es ist hier viel Lärm und Geschrei zu hören und sieht nicht immer sehr sauber aus. Aber oben, eine Stiege hoch, ist es ganz still und friedlich. Da ist gleich linker Hand ein helles Giebelstübchen; und wenn du eintrittst, überschaust du mit einem Blick das Reich des greisen Bewohners. Blitzsauber ist es hier, das muß man sagen. Das Fenster, aus dem du einen weiten Blick auf Felder und Wiesen hinaustun kannst, ist blank geputzt und auf dem altertümlichen, bescheidnen Hausrat liegt kein Stäubchen. Ein Hauch von Sonne und Stille ruht in dem Stübchen, sodaß es einem wohl wird, sowie man eintritt. Sonne und Stille ruht auch auf dem Gesicht des alten Mannes, der dort am Fenster im Lehnstuhl sitzt und eifrig aus dem zerlesenen Gesangbuch auf seinen Knien liest. Er hört es nicht gleich, daß wir eingetreten sind, denn sein Gehör hat in den letzten Jahren ein wenig nachgelassen. Als wir näherkommen, bemerkt er uns jedoch und streckt uns mit einem frohen Aufleuchten seiner hellen Augen die Hand entgegen: umdgs ist aber schön, daß Sie kommen! Ich krieg so gern Besuch! Ja, ja, als vorhin beim Vesperbrot das Messer herunterfiel und aufrecht in der Diele stecken blieb, da hab ich mir gleich gedacht, daß ich heut noch Besuch kriegen würd.“ Er lacht vergnügt in sich hinein und freut sich seiner Schlauheit. Nun müssen wir uns auf das rotbraune Sofa setzen, und der Alte läßt es sich nicht nehmen, uns voll Stolz seine bescheidenen Reichtümer zu zeigen. All die verblaßten Lichtbilder, die an der Wand hängen, nimmt; er herunter und erklärt uns die Dargestellten. „Sehen Sie, das hier ist unser Herr Pastor, das Bild hat er mir selber zum Geburtstag geschenkt! Und das hier ist der alte Pastor, der vorher hier war. Das war ein sehr lieber Mann! Denken Sie, schon, nachdem er emeritiert war und von hier fortgezogen, hat er immer noch für uns alle gebetet! Und wenn eins von seinen alten Gemeindegliedern gestorben war, haben wir's ihm schreiben müssen, daß er für dieses nicht mehr zu beten brauchte. Ja, das war ein lieber Mann!“ Er sieht wie verklärt auf das unscheinbare Bildchen nieder, das er wahrscheinlich aus einem alten Kalender ausgeschnitten hat. Dann wird es an seinen Platz an die Wand gehängt; und nun nimmt er ein andres zur Hand, eine verblaßte Photographie, die sicher schon mehrere Jahrzehnte alt ist. Sie stellt eine schmucke, junge Frau dar.„Dies ist meine selige Frau, als wir uns heirateten. Ja, so sehe ich sie noch immer vor mir; die bleibt in meiner Erinnerung immer jung und schön!“ Ein anderes Frauenbildchen steht daneben:„Und dies hier ist meine Tochter!“ fährt der Alte fort zu erklären,„die heiratete jung, und nach einem Jahr starb sie beim ersten Kind!“ „Vater Schmidt, da haben Sie doch schon viel Trauriges durchgemacht!" Er seufzt:„Ach, du lieber Gott, ja freilich! Aber das Allerschwerste war doch, als mein Junge, mein einziger Sohn, fiel!" Er weist auf ein großes Bild, das über dem sauber geschichteten Bette an der andern Wand hängt; ein schönes Jünglingsgesicht sieht uns aus frohen Augen an.„Das ist er! Der war so fleißig und hat so gut gelernt, und ich hab ihn auf die Handelsschule in die Stadt geschickt. Wissen Sie, damals hatt' ich noch mein Gütchen, und da konnt' ich das an den Jungen wenden. Er ist Buchhalter geworden und hat eine gute Stellung und ein schönes Gehalt gehabt. Der hätte mich mal können zu sich nehmen, und da hätt' ich's gut gehabt auf meine alten Tage.—— Ja, und nun ist er tot. Vor Verdun ist er gefallen. Und ich bin allein übrig geblieben von meiner ganzen Familie!" Er wischt sich eine Träne aus den alten Augen. Dann nimmt er die Bilder, die noch auf dem Tische liegen und hängt sie leise mit einer stillen wegung an ihre alten Plätze:„Alle tot! Alle schon zu Hause! Aber nun kann's ja nicht mehr lange dauern,## ich auch nach Hause kommen darf!——— Es ist eeinige Augenblicke ganz still im Zimmer, all habe eine unsichtbare Hand den Zeiger der schnell verrinnenden Gegenwart aufgehalten, um den fernen Glocken schlag der Ewigkeit hörbar werden zu lassen——— Der alte Mann hat sich wieder zu uns an den Tisc gesetzt. Eine sorgliche Frage aus Frauenmund bringt un wieder in die Gegenwart zurück: „Wer sorgt nun für Ihr Alter, lieber Vater Schmidt! Können Sie denn auskommen?“ „O, freilich kann ich auskommen“ versicherte der G fragte zuversichtlich;„ich bekomme ja die Rente! Fun undzwanzig Mark bekomme ich jeden Monat; wo wen ich da nicht auskommen! Das wär' ja Sünde! Fünf Man kost' das Stübel im Monat——“ „Aber das Essen? Und die Kleidung? Und alleUebrige——.—““ 8945 Vater Schmidt lacht vergnuglich über unsere##### nisse:„Das ist alles nicht so schlimm, wie's aussieht! kommt nur auf die Einteilung an, das hat meine Mul selig schon immer gesagt. Sehen Sie, ich mach mit alles allein; das Fegen und Aufräumen mach' ich im jeden Morgen selbst. Dann koch ich mir mein Mittag dem Oefchen dort; immer gleich für zwei oder drei Ta## dann ist es billiger. Fleisch gibts bloß Sonntags Viertel Pfund; das langt dann noch auf den Montag. hab' ich mal garnichts mehr, nun, dann koch' ich mir einen Kaffee! Manchmal schenkt mir auch einer von Bauern ein Säckel Mehl; das gibt dann Mehlsuppe!“ viele Tage. Und die Kleidung?“ Er geht an den Kleiderschrank und schließt voll die Türen auf:„Sehen Sie, ich hab' ja noch so biet Sachen! Die reichen bis an mein Ende. Ich hab die Sachen von meinem Sohn gekriegt, die hab' ich alle zurecht machen lassen. Denn sauber und propper alles sein, das versteht sich!“ ei in Spanien deehalb auch nur n den Sozialisten enttäuscht, die mit ngsluft witterten. reich, doch gehören panischen IntelliJournalisten, die 1 Presse den Ton de Stimmung zu dren, unter ihnen rofessor Unamun hr Amt eingesetzt, jeben, sich politisch ist in seiner Zuid monarchistisch zur des Königrei. Grande von Spazuverlässigen Hänasfreunde, daß sie sat sich im Grunde äußeren Dekorafrüsten. otte von 724.000 Italien. 15. Februar. ieht sich vor eine Führer der franent Tardien, hat mit einer Was000 Tonnen für Gegenwärtig be000. Da Frankgramm bis 1936 enn es ihm damit Jahre— unter zsschiffsneubauten 250 000 Tonnen begrenzung mehr, en, sondern schon st aber vor allem gramms, ist darin entstandene„neue befindliche deutieue Lage geschafscharfe Kritik an chrift und ihren em die Italiener, ogramm durchsetzt der französischen will, Rom seine Jahren verdop1 verbunden, die gkeit denn dor ferner deswegen, einen Krieg mit ar bezeichnet, die chen Krieges aber eerlocarnos? schen Flottenproe, daß Frankreich handeln zu lassen. ung dadurch, daß Frankreich sei auch itigen Sicherheitsrig geblieben von ch eine Träne aus bilder, die noch auf tit einer stillen Betot! Alle schon zu lange dauern, bi# der schnell verrinen fernen Glockenlassen—.—„ uns an den Lisch enmund bringt uns er Vater Schmidt! versicherte der Gedie Rente! FünfMonat; wo werd Sünde! Fünf Mark idung? Und alles 2 zu prüfen, die seine absoluten Erfordernisse in bedingte umwandeln würde. Das ist eine Einladung im Abschluß eines Mittelmeerabkommens. * Die Aussichten für ein solches Mittelmeerlocarno sind recht ungünstig. Amerika will davon nichts wissen scheidet deshalb von vornherein aus. Ob aber macdonald es sich leisten kann, mit einem neuen Sicherheitsvertrag vor das englische Unterhaus zu treten, ist zweifelhaft. Nicht zweifelhaft ist aber, daß das englische Parlament den wichtigsten Bestandteil eines solchen Paktes— die Militärgarantie— sowieso abschnen würde. Auch eine japanische Denkschrift überreicht. London, 15. Februar. Nunmehr hat auch die sapanische Abordnung der Flottenkonferenz eine Denkschrift überreicht. Japan erklärt sich mit einer Baupause für Schlachtschiffe einverstanden und betont seine Bereitwilligkeit zur Unterzeichnung eines Abkommens. Zahlen werden nicht genannt. Lastenausgleich notwendig. Eine Denkschrift des Verbandes der Preußischen Landgemeinden. — Berlin, 15. Februar. Der Verband der Preußischen Landgemeinden veröffentlicht eine Denkschrift über die Frage der Finanzreform. Darin wird ausgeführt: „Die deutsche Finanzlage ist schwer. Die Ungunst der Wirtschaftsverhältnisse wirkt sich in einer Minderung der Steuerkraft der örtlichen Gemeinwesen, insbesondere der ländlichen aus. Die Tatsache, daß es unter ihnen in Preußen mehr als ein halbes Tausend gibt, in denen heute keine Einkommensteuer gezahlt wird, weil eben ein steuerpflichtiges Einkommen nicht mehr vorhanden ist, spricht eine beredte Sprache. Auch die Entwicklung der staats= und verwaltungsrechtlichen Verhältnisse, die immer neue Aufgaben und Ausgaben den Gemeinden überwiesen hat, ohne daß gleichzeitig entsprechende Einnahmequellen zur Verfügung gestellt wurden, trägt zur Steigerung der finanziellen Not bei. Schon die Erfüllung der gesetzlich den Gemeinden heute auferlegten Aufgaven übersteigt nachgewiesenermaßen die Leistungsfähigkeit zahlreicher Gemeinden. So kommt es, daß insbesondere zahlreiche Landgemeinden infolge der Höhe, die die Befriedung der zwangsläufig auferlegten Aufgaben erreicht hat, heute als leistungsunfähig erscheinen.“ Die Denkschrift betont dann, daß eine Gesundung der Verhältnisse nicht durch organisatorische Maßnahmen, sondern nur dadurch herbeigeführt werden kann, daß der Lastenausgleich planmäßig ausgebaut wird. Im einzelnen kommt die Denkschrift zu folgenden Forderungen: 1. Die Landgemeinden lehnen eine Reichsfinanzbeform ab, die ihre Gesamtbeteibigung an den öffent. lichen Einnahmen vermindert. 2. Ein Lastenausgleich allgemeiner wie spezieller Art ist notwendig und muß im Wege sofortiger gesetzlicher Naßnahmen auch dann durchgeführt werden, wenn es zusätzliche Mittel vom Reich nicht gibt. 3. Der allgemeine Lastenausgleich kann nicht von der Ausgabenseite her gestaltet werden, da dieser zu viele, durch die örtlichen Verhältnisse zum Teil bedingte subjektive Momente innewohnen. 4. Die Verteilung der Reichsüberweisungssteuern nach örtlichem Aufkommen muß als direkt dem Gedanken eines gerechten Lastenausgleichs zu. wider wirkend verlassen werden. 5. Das aus den Reichsüberweisungssteuern fließende Aufkommen ist zur Verwirklichung eines gerechten Lasten. ausgleichs nach der durch die Kinderzahl veredelten Bevölkerungsziffer auf alle Gemeinden zu verteilen. 6. Die finanzielle Verantwortlichkeit kann durch die dem Lastenausgleichsgedanken direkt widersprechende Wie. Er kommt wieder zu uns an den Tisch und sieht uns fröhlich aus guten Augen an:„Glauben Sie mir's, in Not bin ich noch nicht gewesen und werd’ auch nicht hineinkommen. Das trau' ich meinem Herrgott schon zu, daß er den alten Schmidt nicht im Stiche läßt! Und wenn mir mal bange werden will, dann sing' ich mir eins von meinen Trostliedern vor. Ich lerne sie immer auswendig. wissen Sie, damit ich auch ohne Brille singen kann. Grad' heute hab' ich ein so schönes Lied gelernt; soll ichs Ihnen mal singen?“ Ohne unsere Antwort abzuwarten, singt er mit strahlendglücklichem Gesichtsausdruck: t vol Sie och so hab ja n00 hab' ich mi Prapper 10 „Ich bin der reichste Mensch auf Erden; ich habe'nug und habe viel; ein andrer mache sich Beschwerden, wie er zu Mammon kommen will. Wer nicht mehr wünscht, als Gott beschert, dem ist der höchste Schatz gewährt!“ Das Lied hat viele Verse. Vater Schmidt konnte sie alle auswendig. Aber ich kann sie nicht alle wiedergeben, denn ich habe mir nur den ersten gemerkt. Es ist auch nicht nötig, denn was das Lied so schön und eindringlich pries, saß ja vor uns in der ausdrucksvollsten Verkörpekung: es war Vater Schmidt selbst in seinem kindlichfesten Gottvertrauen. Noch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, sehe ich ihn dor mir in meiner Erinnerung, den kleinen, alten Mann mit den beweglichen Zügen und den sprechenden Augen: sch höre seine brüchige Greisenstimme singen und spüre den ganzen Hauch von Einfalt und Gottinnigkeit, der einer Persönlichkeit, seinem schlichten Stübchen entstromte. Und ich danke Gott, der mich gerade an diesem Adend zu dem alten, treuen Christenmenschen führte. Und das weiß ich: wenn ich wieder mal ungeduldig und kleinmütig bin und so einen Knoten in meiner Stimmung hade, der nicht gutwillig herausgehen will, dann wandre sch wieder aufs Dorf hinaus zu Vater Schmidt und kerne bei ihm die größte aller Lebensweisheiten: „Wer nicht mehr wünscht, als Gott beschert, dem ist der höchste Schatz gewährt!“" vereinführung eines Zuschlagsrechts zur Einrommensteuer nicht erhöht werden. 7. Die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit finanzschwacher Gemeinden durch Vorbehalt einer Mindestgarantie von 20 Millionen ist als eine völlig unzulängliche Sondermaßnahme abzulehnen, außerdem überflüssig nach Erfüllung der Forderung zu 5. Wie können wir gesunden? Konferenz des Reichswirtschaftsministers mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft. Unter Vorsitz des Reichswirtschaftsministers Schmidt fand unter Mitbeteiligung des Reichsarbeitsministeriums eine Besprechung mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft über die wirtschaftliche Lage statt. Reichsminister Schmidt führte einleitend aus, daß bei der schwierigen wirtschaftlichen Lage es für ihn außerordentlich wertvoll sei, im Gedankenaustausch mit den Vertretern der Wirtschaft alle Möglichkeiten zu besprechen, die geeignet seien, Deutschland aus der schweren Krise herauszuhelfen. In eingehender Besprechung wurde von den Gewerkschaften aller Richtungen übereinstimmend vorgeschlagen, Auslandskapital zur Ankurbelung der Wirtschaft heranzuziehen, um die bestehenden Hemmungen zu beseitigen und auf diesem Wege den Baumarkt zu beleben, der zur Zeit bei zwei Millionen Beschäftigten und 60 v. H. Arbeitslosigkeit das größte Kontingent an Arbeitslosen stellt. Ferner müsse man in verstärktem Umfang durch Auftragserteilung der öffentlichen Hand für Beschäftigung sorgen. Die privaten und sozialen Versicherungen müßten alle verfügbaren Mittel zur Hergabe von Hypotheken bereitstellen. Die für Eisenbahn und Post aus der internationalen Anleihe demnächst zu erwartenden 400 Millionen sollten möglichst bald der Industrie zugeführt werden. Eine Arbeitszeitverkürzung scheine geeignet, um die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen. Angesichts der großen Beunruhigung in Arbeitnehmerkreisen sei es notwendig, alle Mittel zur Hebung der Beschäftigung heranzuziehen, selbst wenn man anerkenne, daß gewisse Bedenken bei der Verwendung der vorgeschlagenen Maßnahmen bestehen. Von seiten der Arbeitgeber aus Industrie=, Haudels= und Bankkreisen wurde davor gewarnt, der Wirtschaft Fesseln anzulegen, die letztlich immer wieder zu Krisen führen müßten. Wichtig sei die Förderung der inneren Kapitalbildung, die aber im wesentlichen sich aus Betriebsüberschüssen ergeben müsse. Auslandsanleihen seien vornehmlich in der Form von Kapitalbeteiligungen, weniger durch Aufnahme hoher festverziuslicher Anleihen, hereinzunehmen. Arbeitszeitverkürzung würde letzten Endes zu einer Vergrößerung der Arbeitslosigkeit führen, da sie rationelle Betriebsführung" nicht ermögliche. Eine Verbreiterung der Exportbasis würde im Zuge der bisherigen Ausfuhrentwicklung eine Hebung des Beschäftigungsgrades bringen. Ein sinkender Zinsfuß, Wegsall der Zinsspanne gegenüber dem Ausland, freie Verfügbarkeit der Kapitalien wären die besten Antriebe für die Wirtschaft. Auf Wunsch der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sagte Reichsminister Schmidt eine Fortsetzung der Aussprache zu, die im Laufe der nächsten Wochen in kleinerem Kreise stattfinden wird. Joungplan vor dem Auswärtiger Ausschuß und Haushaltsausschuß tagen gemeinsam. Der Auswärtige Ausschuß und der Haushaltsausschuß des Reichstages haben in gemeinsamer Sitzung die Einzelberatung der Younggesetze begonnen. Der Doppelausschuß umfaßt nicht weniger als 91 Abgeordnete und 60 Beamte, insgesamt also etwa 150 Personen. Die Verhandlungen mußten aus Raumgründen in den Plenarsaal des Reichstags verlegt w.n. Von den Plenarsitzungen unterscheiden sich die Ausschußsitzungen dadurch, daß die Tribünen völlig leer sind. Es ist beabsichtigt, nach Erledigung der allgemeinen Aussprache die einzelnen Gegenstände des Beratungsstoffes in den beiden Ausschüssen getrennt zu behandeln. Die politischen Fragen, so namentlich auch die Sanktionsfrage, würden infolgedessen ihrer Natur nach im Auswärtigen Ausschuß zur Beratung kommen. Die sachliche Beratung begann mit neuen Erörterungen über die Gesamthöhe der Tribute. Reichsaußenminister Dr. Curtius bat, lungen nicht einfach zu addieren. Man müsse die Tributschuld mit einer Hypothek vergleichen, die etwa 34,5 Milliarden Mark betrage und mit 5½ Prozent verinf Abg. Dr. Reichert wandte sich namens der Deutschnationalen gegen die Berechnungsmethode des Ministers. Der größte Nachteil sei darin zu erblicken, daß die deutschen Leistungen nicht nach der deutschen Leistungsfähigkeit, sondern nach der Höhe der verschuldung unserer Gegner berechnet seien. Für die Christlich=Nationale Arbeitsgemeinschaft sprachen Dr. Hoetzsch, Dr. Klönne und von Sybel. Dr. Klönne hielt den Vergleich des Ministers mit einer Hypothekenaufnahme für abwegig, da man mit dieser arbeiten und die Zinsen und Tilgungszahlungen verdienen könne. Reichsaußenminister Dr. Curtius erwiderte, daß schon auf der Londoner Konferenz ein Zahlungsplan aufgestellt worden sei, nach dem Deutschland ährlich zwei Milliarden zuzüglich 26 v. H. der deutschen Ausfuhr zu zahlen habe. Das hätte für 1929 eine Zahlung von fünfeinhalb Milliarden bedeutet. Dernburg(Dem.), betonte, der Youngplan stelle nur eine Etappe auf dem Wege der Reparationsregelung dar. Die deutsche Wirtschaftslage werde von der Rechten zu ungünstig beurteilt. lungnahme zugehen lassen. Der wesentlichste Teil der Verordnung lautet: Schon seit dem 1. Dezember 1926 unterlagen in Preußen teuere Wohnungen nicht mehr den Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes. Vom 1. April dieses Jahres ab sollen als teuere Wohnungen bereits solche gelten, deren Jahresfriedensmiete 1800 Reichsmark und mehr in Berlin, 1400 Reichsmark und mehr in den übrigen Orten der Sonderklasse, 1000 Reichsmark und mehr in der Ortsklasse A, 700 Reichsmark und mehr in der Ortsklasse B, 500 Reichsmark und mehr in der Ortsklasse C, 300 Reichsmark und mehr in der Ortsklasse D beträgt. Die Aufhebung des Wohnungsmangelgesetzes hat zur Folge, daß für derartige Wohnungen die öffentliche Bewirtschaftung fortfällt, d. h. es findet für den Fall des Freiwerdens weder eine Beschlagnahme noch eine Zuweisung von Wohnungssuchenden seitens der Wohnungsämter statt. Im Falle des Wohnungstausches bleibt aber auch in Zukunft für den Vermieter der Zwang bestehen, einen Mieter gegen seinen, des Vermieters, Willen aufnehmen zu müssen. In Kraft bleiben auch für die Vorschriften des Reichsmietengesetzes, die den Parteien jederzeit das unverzichtbare Recht zu der Erklärung geben, daß zwischen ihnen die gesetzliche Miete gelten soll. Bestehen bleiben fernerhin in vollem Umfange die Mieterschutzbestimmungen, die ein freies Kündigungsrecht des Vermieters sowohl dem derzeitigen wie dem künftigen Mieter teurer Wohnungen gegenüber ausschließen. Die neue Verordnung des Wohlfahrtsministers bringt fernerhin eine Aufhebung der Vorschriften des Wohnungsmangelgesetzes für die Gemeinden unter 15000 Einwohnern. Soweit in den Gemeinden mit weniger als 15000 Einwohnern die jetzt in Aussicht genommene Lockerung infolge der örtlichen Wohnungsverhältnisse sich als praktisch nicht durchführbar erweist, kann wie bisher so auch in Zukunft seitens der Aussichtsbehörde die weitere öffentliche Bewirtschaftung der Wohnungen, d. h. ihre Verteilung durch die Wohnungsämter angeordnet werden. Die Wahlklage gegen Preußen. Juristische Darlegungen der Parteien. — Leipzig„15. Februar. In der Verhandlung der Wahlklage der Volksrechtspartei und der Völkischen gegen Preußen brachte der erste Tag umfangreiche juristische Darlegungen der Parteien. Der preußische Vertreter, Ministerialdirektor Dr. Badt, erklärte, zuständig für die letztinstanzliche Entscheidung sei das Wahlprüfungsgericht beim Landtag. Der Anwalt der Volksrechtpartei, Dr. Holstein, führte aus, alle Stimmen müßten die gleiche Kraft haben, es gehe nicht an, die Splitterparteien ungünstiger zu stellen als die großen Parteien. Es müsse genügen, wenn ein Wahlquotient erreicht werde. Ministerialdirektor Kaisenberg widersprach dem als Gutachter und stellte es als abwegig hin, wenn die abgegebenen Stimmen nicht nur einen Zählwert, sondern auch einen Nutzwert haben sollen. Das Wahlgesetz behandele alle Parteien gleich. Abbau der Zwangswirtschaft. Herabsetzung der Friedensmiethöhe Aushebung der Wohnungsmangelgesetze für Gemeinden unter 15 000 Einwohnern. Der preußische Wohlfahrtsminister hat dem Staatsrat soeben eine fünfte Verordnung über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft in Preuden zur Stel— Berlin, den 15. Februar 1930. — Wie verlautet, haben die Gegner eines Anschlusses von Schaumburg=Lippe an Preußen bei der Staatsregierung Antrag auf Volksabstimmung gestellt. * :: Dr. Haas erkrankt. Der Vorsitzende der Reichstagsfraktion der Deutschen Demokratischen Partei, Dr. Haas, ist seit längerer Zeit erkrankt. Die Wiederherstellung des Abgeordneten dürfte noch einige Wochen in Anspruch nehmen. :: R e i c h s j u s t i z m i n i s t e r a. D. S c h i f f e r e r h i e l t a u s Anlaß seines 70. Geburtstags ein Glückwunschtelegramm des Reichskanzlers, in dem es heißt:„Ihr Name wird in der Juristenwelt wegen Ihrer zahlreichen Arbeiten zur Reichsjustiz= und zur Verwaltungsreform mit Stolz genannt. Möge Ihre wertvolle Arbeitskraft dem deutschen Volke noch lange erhalten bleiben.“ Rundschau im Auslande. * In den nächsten Tagen wird sich die belgische Kammer mit dem Gesetzentwurf über die Flamisierung der Universität Gent beschäftigen. * Für Mai ist in Moskau ein internationales Kindertreffen geplant. Aus Deutschland sollen 7000 Kommunistenkinder auf Kosten Sowjetrußlands zu dem Treffen geholt werden.„„. z...5 * Die chinesische Zentratregierung in Ranling ernannte den früheren amerikanischen Fliegeroffizier Shumaker zum Berater des chinesischen Militärflugwesens. * Flottenbaupläne Litauens. * In Kowno wurde ein Ausschuß aus Vertretern des Finanzministeriums und der Wittschaftsverbände ins Leben gerufen, der vorbereitende Arbeiten für den Bau einer litauischen Handelsflotte leisten soll. In Rußland hat die letzte Stunde des Privatkapitals geschlagen. s Der maßgebendste Mann der russischen Bolschewisten, Stalin, erklärte in seiner Rede in Moskau, in Rußland habe die letzte Stunde des Privatkapitals geschlagen. Die Privatkaufleute würden völlig verschwinden. Stalins Rede wird als eine neue Kampfansage gegen die Privatunternehmungen gewertet. Letzte Meldungen. Die Deutsche Volkspartei in Sachsen für das Kabinett Bünger. — Dresden, 16. Februar. Die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei in Sachsen sprach sich für die Beibehaltung der Regierung Bünger aus und erklärte, wenn man die Regierung stürzen wolle, weil sie im Reichsrat für die Younggesetze gestimmt hat, würde man Sachsen dadurch in eine unübersehbare Krise stürzen. Urteilsfällung im Reichsbahn=Bestechungsprozeß. — Hannover, 15. Februar. In dem Reichsbahn=Bestechungsprozeß wurde der Hauptangeklagte, Ingenieur Kampmann, der verschiedene Reichsbahnbeamte in den Direktionsbezirken Hannover und Altona bestochen hat, um von ihnen Aufträge zu erhalten, zu 1 Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Von den übrigen Angeklagten erhielten: Betriebsingenieur Heemann=Göttingen acht Monate Gefängnis, Reichsbahnassistent Urban einen Monat, Oberamtsgehilfe Hühmke zwei Wochen Gefängnis, Schütz=Altona 2500 Mark und Betriebsingenieur Schulz=Altona 250 Mark Geldstrafe. Ingenieur Riechick=Neumünster wurde freigesprochen. Die gezahlten Bestechungsgelder; die das Gericht auf 15000 Mark beziffert, wurden als dem Staat verfallen erklärt. Lokal= und Provinzialnachrichten. Bielefeld. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, Spitzenorganisation der christlich=nationalen Arbeiterbewegung, konnte in den letzten Tagen auf ein 10=jähriges Bestehen zurückblicken. Entsprechend der Zeitverhältnisse wird nur eine Jubiläumsversammlung am Sonnabend, dem 15. Februar, abends 8 Uhr in der Aula der Cecilienschule, Bielefeld, Brüderstr., stattfinden. Als Redner ist der aus der christlich=nationalen Arbeiterbewegung selbst hervorgegangene Professor Dr. Th. Brauer, Köln, gewonnen. Professor Dr. Th. Brauer behandelt dabei das außerordentlich wichtige Thema:„Die Kultursendung der deutschen Gewerkschaftsbewegung.“ Es können neben den Mitgliedern und deren Familienangehörigen auch Gäste teilnehmen. Bethel. — Kirchenchor. Sonntag, 10 Uhr, Zionskirche. Vorprobe ½10 Uhr in Hermon. Bach=Choralist ist mitühtn — Am kommenden Mittwoch, dem 19. Jebrugr. u gen wir im großen Saal des Assapheums den schhe, Märchenfilm „Frau Holle“ und den gigantischen Film „Die weiße Wunderwelt Alaskas“. Die Vorführungen finden statt: um 2 Uhr für die sassen der Frauenhäuser, um ½5 Uhr für die Insassen Männerhäuser, um ½8 Uhr für jedermann. 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