schau. den Kapitän otschafter in Ber. ; den Hamburger schafter eine Aner Sir Rumbold sonte Cervantes“ vorragenden Seeen werden. herlin. neuer Botschaftraf heute in schafter, dem der sten Staaten bis war, wurde am otschaft und vom sen Amtes, Graf at zu Ehren de BHender sandtag Kenberung der ission. Schulen. die übrigen Mitnalen Volkspartei sen Antrag einge as Staatsministeeerenden Vordrinunerhörten Reline fortschreitende heismus auch in irnst der Verweltulen aller Gattunonsunterricht die vie der Durchdrini Geiste Raum zu auf gesetzlichem le zu sichern.“ ing. zird am Freitag indesaal! Berlinsammenarbeit mit Dienste der Heiwärts"=Leser sind men. zenau, Pastor. Bestecke Taphen wusstr. 3. Tel. 946 Johannes Voß. vitz. Preis 40 Pfg. ueignung zwischen die aus. Ihr zarter oder in mit. t. Bodelschwing) Vater Bodelschwinghs. in Treue als Vorsteher Büchlein ein schöner isache in Jungim Sammelbezug thel bei Bielesell naebote Erfolg. ag, den 6. Febr. in der KafseeDer Vorstand. Abzuholen im Quellenhei censtunde pealt n. id Weltpolitik: alle in Bethel. Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Füre Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. ## Christliches Tageblatt mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis:= Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mi Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 32. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld) Freitag, den 7. Februar 1930. 12. Jahrgang. Du bist Gottes Werkzeug. Er verlangt deinen Dienst, nicht deine Ruhe. Tu um Gottes willen etwas Tapferes. Ulrich Zwingli. Die Aktivierung Oesterreichs. Schober ist in Rom. Zum ersten Mal nach dem Kriege hat ein aktiver österreichischer Staatsmann Italien betreten. Das ist ein Ereignis von historischer Bedeutung. Oesterreich, der kleine schwache Rumpfstaat, der von der alten Weltmacht der österreichisch=ungarischen Doppelmonarchie übrig geblieben war, Oesterreich hatte seit 1918 nur die Rolle eines Objektes in der Politik gespielt. Daran hatte auch Seipel bei aller seiner internationalen Bedeutung nichts zu ändern vermocht. In den wenigen Monaten der Kanzlerschaft Schobers haben sich die Verhältnisse grundlegend geändert. Es mag sein, daß das Glück ihn besonders begünstigt hat; aber kaum ein anderer Staatsmann hat in so kurzer Zeit soviel für seine Heimat geleistet wie Schober. Innerpolitisch hat er mit der Verfassungsreform einen großen Schritt getan. Im Haag hat er die Befreiung Oesterreichs von der Entente erreicht und damit finanziell und wirtschaftlich neue Grundlagen gelegt. Nun ist er dabei, Oesterreich als Subjekt in die internationale Politik wieder einzuführen. Man braucht an die Romreise Schobers keine großartigen Kombinationen zu knüpfen. Es genügt, wenn es dabei sein Bewenden hat, daß Schober mit Mussolini einen Schiedsgerichtsvertrag schließt. Man braucht sich aber nur den Widerhall anzusehen, den die Nachricht von der Romreise in der Presse der Kleinen Entente gefunden hat, um zu wissen, daß schon dieser erste Anfang einer Aktivierung Oesterreichs eine weiterwirkende Bedeutung hat. Wir glauben nicht daran, daß Oesterreich im Verhältnis zu Italien eine ähnliche Entwicklung nehmen wird wie Ungarn. Wenn man sich auch diesmal in Rom wohl hütet, von Südtirol zu sprechen, so bleibt Südtiro! doch zwischen Oesterreich und Italien stehen. Mussolini wird keine Neigung haben, plötzlich um der österreichischen Freundschaft willen die Entdeutschungspolitik in Südtirol einzustellen. Und Schober würde trotz aller seiner Erfolge von einer Woge der Entrüstung fortgespült werden, wenn er Italien gegenüber Südtirol preisgeben wollte. Aber es genügt zunächst ja auch, daß Italien nicht mehr auf allen Wegen der unbedingte Gegner Oesterreichs ist und daß Ungarn nicht mehr mit der gleichen Unverdrossenheit im Schutze Italiens nach dem deutschen Burgenland rufen kann. Verhandelt Mussolini mit Schober, so werden auch die Staaten der Kleinen Entente gezwungen sein, mit Oesterreich zu verhandeln, auf österreichische Wünsche einzugehen und dazu von ihrem hohen „Sieger"standpunkt herabzusteigen. Aber diese Aktivierung Oesterreichs, die wir gerade im Reich besonders warm begrüßen, kann nicht plötzlich den mißhandelten österreichischen Rumpfstaat lebendig machen. Wird auch in Rom bestimmt vom Anschluß nicht gesprochen, so ist doch die Aktivierung der österreichischen Politik in erster Linie bedeutsam für die Glättung der Beziehungen zur Erlangung des wichtigsten Rechtes Oesterreichs, des Rechtes über die Bestimmung seines staatlichen Schicksals im Rahmen der großen deutschen Nation. Die tausendjährige Vor rund vierzehn Tagen hatte die Firma Siemens u. Halske die Oeffentlichkeit und wie es hieß, auch einen Leil ihrer Aktionäre mit der Nachricht überrascht, daß sie in Amerika eine Anleihe in Höhe von 150 Millionen Mark aufzunehmen gedenke. Viel wußte man damals über die Einzelheiten nicht. Es wurde vielmehr lediglich festgestellt, daß im Gegensatz zu dem bekannten Kredit der AEG die Selbständigkeit der Siemensschen Firma durch die Amerikaner in keiner Weise berührt würde. und nun kommt die zweite Ueberraschung, daß nämlich der größte Teil der bei dem Bankhaus Dillon Read aufgenommenen Anleihe von der General Electric Co. in Neuyork übernommen wird. Schließlich ist das Kuriosum zu erwähnen, daß die Anleihe unter Umständen erst in 1000 Jahren rückzahlbar ist. Was diese tausendjährige Frist anlangt, so handelt es sich dabei um nichts weiter als um ein juristisches Wortpiel. Man hätte diese Fvist mit einer beliebigen Zahl multiplizieren können, um sie dann mit astronomischen Iiffern anzugeben. Es wäre dasselbe gewesen. Praktisch bedeutet es, daß die Obligationen, die die Amerikaner und vielleicht auch einige Holländer übernehmen, unkündbar sind, und so den Charakter von Aktien erhalten. Die amerikanische Rechtsprechung verlangt jedoch, daß zwischen Obligationen und Aktien auf jeden Fall ein Unterschied gemacht werde, und darum setzte man eine Rückzahlungsfrist fest. Das ist alles. Im übrigen gilt diese Bestimmung nicht für die deutsche Tranche. Dennoch stellt diese Form des Vertrages in Deutschland etwas einzigartiges dar, wollte man nicht den in vieler Hinsicht natürlich völlig schiefen Vergleich mit dem Ewigen Vertrag ziehen, den der sächsische Kaiser Heinrich l. der Städtebauer, im Jahre 1024 mit den Magyaren abschloß. Wirtschaftlich viel bedeutsamer als das erwähnte juristische Kuriosum ist die Uebernahme des größten Teils der amerikanischen Tranche durch die General Electric Co., die vor noch gar nicht langer Zeit Großaktionär der AEG geworden ist. Im Falle Siemens bleibt doch die Hoffnung übrig, daß trotz der Aktienobligationen die Siemensgruppe einen großen Teil ihrer Selbständigkeit wahrt. Andererseits dürfte durch die Verbindung zwischen Siemens und der General Electric wieder die Brücke zur AE6 geschlagen sei, womit ein Verhältnis zwischen den beiden deutschen Gesellschaften beendet wird, das in letzter Zeit nicht gerade freundschaftlich zu nennen war. Schließlich findet Siemens durch die ganze Transaktion einen engeren Anschluß an die übrigen Elektrizitätskonzerne der Welt. Daß Deutschland jedoch infolge der drückenden Tributlasten gezwungen ist, zuzusehen, wie das Ausland nationale Unternehmungen finanziert, statt daß wir selbst aus eigenem gesparten Kapital helfend und uns selbst nutzend eingreifen, das bleibt auf jeden Fall eine bedauerliche Tatsache und ist leider ein Zeichen unserer nicht gerade glücklichen Zeit. Brief aus Baden. Wer weiß, wie lange diese Briefe noch„aus Baden“ werden geschrieben werden können? Und nicht etwa aus ... Großschwaben! Denn wieder einmal steht die alte Frage nach Bildung des Südweststaates auf der Tagesordnung. Es waren die Christlichen Gewerkschaften, die soeben wieder bei ihrer Landestagung in Württemberg die Kugel ins Rollen brachten. Doch man stellt sich die Frage zu einfach vor. Auf keinen Fall wird die Hälfte der bisherigen Verwaltungskosten der zwei Länder erspart werden. Von anderen Belangen ganz zu schweigen. Die Schwierigkeiten werden größer sein, als man denkt, will man andererseits gar die Rheinpfalz eingliedern. Bayern tut hier niemals mit! Und Bayern hätte doch auch ein Wort zu sagen. Und Hessen? Das will oder muß dann auch„erlöst“ werden! Denn die oberhessischen Gebiete, am unteren Neckar, erst recht Wimpfen, liegen vereinsamt da, und Hessen als Ganzes steckt heute besonders in Geldnöten. Aber gerade einen solch zahlungsunfähigen Teilhaber wünscht man nicht ins Geschäft. So bleibt, zumal sich das Reich ja auch seinerseits vereinfachen will, bis dahin wohl alles beim alten! Noch nicht einmal die beiden Schwarzwaldvereine in Baden und Württemberg konnten es zu einer Einigung bringen. Und man hat lange genug im alten Jahr darüber verhandelt. Ob das neue Jahr die Verschmelzung bringen wird? So sehen die Dinge in der greifbaren Nähe aus. Und erst die schulischen und kirchlichen Verschiedenheiten, ja, die ganze geistige Kultur? Lassen sich jene und läßt sich diese etwa leichter als ein bloßer Verein über einen Kamm scheren?— Um die Schule vorweg zu nehmen, so zeigte bei der amtlichen Neujahrsfeier der Landesregierung in seiner Festrede:„Staat und Erziehung zum Staat“, Direktor Professor Dr. Ott, wie verschiedenartige Kräfte heute an der Jugend arbeiten. Schule, Gemeinde, Jugendbewegung, Elternhaus kamen zu Wort, vielleicht zu wenig die kirchlichen Kräfte— sofern der Vortrag in der Presse vollständig wiedergegeben war. Jeder der erwähnten Erziehungsteile war trefflich abgewogen und obgegrenzt. Wie lange aber wird man gerade in Baden solche Erziehung zum Staat noch rühmen können? Ja, heißt es nicht schon heute:„Erziehung zur Partei“? Wird nicht in Lehrerkreisen seit langem geklagt, es sei schon fast unbedingt nötig, entweder dem Zentrum oder der Sozialdemokratie anzugehören, um überhaupt eine bessere Stelle zu erhalten? Wird die mit solchen Zuständen verbundene Aushöhlung der Persönlichkeit nicht ungünstig auf die Kinder wirken? Wird das die Erziehung zum Staat in nur noch sehr eingeschränktem Maße möglich machen? Ferner: Werden von diesem Staate nicht auch schon heute Männer an unpolitische Stellen gesetzt, die eben doch nur wegen ihrer Parteizugehörigkeit dazu kamen? So war es Zeitungsberichten zufolge bei der letzten Besetzung des Präsidentenpostens am Badischen Rechnungshof der Fall. Selbst ein Blatt, das der anfechtbaren Meinung ist:„Die parlamentarischen Minister sind notwendig", schreibt über unseren neuesten„Sündenfall der Parteipolitik:„Aber jede Verwaltung bedarf auch einer fachmännischen Kontrolle und der parlamentarische Rechnungshofspräsident ist ein Unding und eine unzulässige Uebertreibung der Parteiarithmetik auf Kosten der Staatsverwaltung.“ Wie wird das aber erst nach Einführung des Konkordates in Baden? Von dieser Frage gilt das schöne Stormsche Oktoberlied:„Der Nebel steigt, es fällt das Laub!" Es steigen nämlich die Nebel, die über die Konkordatsfrage gelagert waren. Noch sieht man nicht alles klar. Noch sind nicht alle Schwaden abgezogen. Haben sich vielmehr zu recht dunklen Wolken verdichtet. Sicher aber ist, wir werden das Konkordat bekommen und aller Wahrscheinlichkeit nach das mit der Schule! Dann wird der letzte Rest unserer Errungenschaften unter unseren beiden letzten Großherzögen, das letzte Stücklein, warum wir seit 1860 das Musterländle waren, dahin sein. Dann sind die letzten siebzig Jahre Badischer Entwicklung umsonst gewesen! Noch freilich ist es nicht so weit! Noch stehen unsere Hochschulen in schöner Blüte, die, wenn sie auch nicht das einzige Kennzeichen einer geistigen Entwicklung bilden, so doch in Baden immer unser ganz besonderer Stolz waren! Die Heidelberger Universität konnte zu ihrem Shurman=Bau, der„Neuen Universität“ den Grundstein legen. Sie kann mit dem Weiterbau beginnen, sobald sie eine leistungsfähige Firma gefunden hat. Die erste Firma hat versagt, obgleich man ihr, auf Grund fvüherer Universitätsbauten, glaubte das nötige Vertrauen entgegenbringen zu können. Auch Freiburg baut seine bereits begonnenen Bauten weiter. Aber der innere Ausbau mag uns gleichwohl Sorgen machen. Liest man von Freiburg, es habe der dortige Rektor sein Amt niedergelegt, weil ihm die Regierung hehlings einen nur ihr genehmen Bibliothekar aufgenötigt habe; erst nach längeren Verhandlungen mit dem Ministerium habe er sich zur Neuübernahme seines Amtes wieder entschlossen. Und was soll man von Heidelberg denken? Dort, wo zu Beginn des 19. Jahrhunderts Markgraf und Großherzog Karl Friedrich die Universität von den Jesuiten hat reinigen müssen und die nach ihm seitdem mitbenannte Ruperto=Carola erst neu gegründet hat, im gleichen Heidelberg darf man keine geschichtlichen Vorträge gegen die Jesuiten halten! Wir berichteten bereits vom Kampf zwischen Tannenberg= und Windhorstbund. Mittlerweile fand doch ein Tannenbergbundvortrag über die Jesuiten statt. Gewiß stark auf Ludendorffs Deutschreligion eingestellt mit allen Verirrungen, die man von dem als General noch immer verehrten Mann und seiner ebenfalls gewiß nicht unbedeutenden zweiten Frau leider kennt. Aber daß die katholische Jugend hernach zu Straßenumzügen und Kundgebungen auf dem Universitätsplatz aufgeputscht wurde und daß man unter anderem hören mußte, es hätten die Jesuiten unter ihren vielen Verdiensten auch die Heidelberger Universität gegründet(1386 und Jesuiten!), das war schon mehr als bezeichnend für den sich in den konkordatsschwangeren Köpfen breitmachenden Geist. Sieht es so aus, wird aus solchem Geist das neue Baden gebildet, dann mögen lieber zehn Ludendorffe regieren als ein Jesuit! Denn bei Wiederkehr der Jesuitenherrschaft würden nicht nur 70 Jahre badischer Entwicklung, sondern beinahe doppelt soviel Jahre rückgängig und nichts mehr bliebe übrig von badischer Art, wie wir sie verstehen! Und doch könnte man seinen Eifer um die Volksgesundung auf andern Gebieten viel richtiger und zweckmäßiger zum Brennen bringen! Aber da macht der führende Katholizismus in Baden erst recht nicht mit und— — weite Kreise sogenannter Evangelischen leider auch nicht! Schon das letzte Mal handelte unser Brief von dem Antrag des„Evangelischen Volksdienstes" im Badischen Landtag, es möchte Fastnacht verboten werden. Erfolg? Nicht gehauen und nicht gestochen! Der Minister des Innern erließ an die Bezirksämter einen Erlaß gegen„alle Auswüchse", und alle Fraktionen außer den Antragstellern sahen damit der Angelegenheit Genüge getan! Der Zentrumsminister kann natürlich nicht anders, wie auf diese Weise zu der von seiner Kirche durchaus gebilligten Fastnachtsunsitte Stellung nehmen. Aber mußten die deutschnationalen und die volksparteilichen Abgeordneten den„Evangelischen Volksdienst" im Stiche lassen? Und wäre nicht gerade hier einmal wieder Grund gewesen, auf Württemberg zu schauen, wo man seit Jahren schon Fastnacht wenigstens von der Straße wegzubannen unternommen hat, mögen auch die in erster Linie betroffenen Narrenzünfte und=gesellschaften noch so viel dagegen „faseln"!? Und schließlich, was sind denn„Auswüchse"? Kann uns das der ministerielle Erlaß klar und deutlich darlegen? Daß die badischen Gastwirte durch die Ablehnung wirklicher Maßregeln ihren„flüssigen Brot"=Weizen blühen sehen, ist bei der, an das Braugewerbe in Hörigkeit gebundenen, Einstellung unseres Wirtestandes leider nicht wunderbar. Er weiß nicht nur nichts von der oben erwähnten württembergischen Einschränkung, sondern will nichts wissen von den Folgeerscheinungen der Fastnachtsunsitten, hielt sich aber wohl gerade deshalb zu einer Eingabe an den Landtag für berechtigt. Und es gehen dem Wirtestand die Augen über seinen wahren Feind auch nicht auf, selbst wenn man jetzt lesen kann, wie die Großbrauereien sich verpflichten, nicht mehr soviel Geld zur Neugründung von Wirtschaften an die Gastwirtschaften zu leihen. Will sagen, daß die Großbrauereien es mehr und mehr zugeben, die Sklavenhalter der Wirte und Zäpfler gewesen zu sein! Würde das Baugewerbe so blühen, wie das Braugewerbe es tut, müßte es dem wahren Volksfreund lieber sein! Es würden dann doppelt soviel Arbeitskräfte beschäftigt werden können. Und hier in Baden wurde an Hand der Erwerbslosenziffern für 1929 ohnehin festgestellt,„daß der Konjunkturrückgang besonders in den Industriestädten schärfer in Erscheinung tritt als sonst im Reich!". Die Erwerbslosenziffer Mitte Dezember 1929 überschritt die des Vorjahres um 20 v. H. gegenüber nur 9. v. H. im Reich! Kein Wunder, daß Mannheim seinen Wohlfahrtsvoranschag um über 1½ Millionen überschritten hat und jetzt an allen Ecken und Enden sparen muß! Oder daß auch der Staat mit Anstellung, besonders rechtskundiger, Beamter sehr zurückhält und in der Juristischen Wochenschrift Ministerialdirektor Dr. Schmidt vom Justizministerium vor dem Rechtsstudium ernstlich warnt. Denn es werden nur ganz wenige und besonders befähigte Juristen in den Staatsdienst ausgenommen. Aber auch der Rechtsanwaltsdienst ist stark überbesetzt! Dieser Stand hat sich seit zwanzig Jahren um rund 85 v. H. vermehrt. Im letzten Jahr kam auf 4000 Einwohner bereits ein Rechtsanwalt. Kamen solche früher noch leichter in der Industrie unter, so ist auch diese Hoffnung durch die Unsicherheit der Industrie selber schwankend geworden. Wenn eine so alte Unternehmung wie die Karlsruher Maschinenbaugesellschaft nach fast hundertjährigem Bestand ihre Zahlungen einstellt; nachdem ein ganz andersartiges Unternehmen eine mit so großen Hoffnungen(und noch größerer Reklame!) ins Leben getretene Neugründung wie die Parker=Osmia=Füllfederhalterfabrik in Heidelbergs Nachbarschaft. Dossenheim ihre Pforten schließt und ihr amerikanisches Geld über den Ozean in sicherere Gefilde zurückpfeift dann sind das absichtlich zwei verschieden gewählte Beispiele für die gleich unsichere Lage alter und neuer Unternehmen. Von der Landwirtschaft aber sprachen wir schon oft. Sprach auch der jetzige Reichs=Landwirtschaftsminister, der Badener Hermann Dietrich. Rund 1500 Landwirte aus dem Mittelbadischen, Regierung u. Presse waren jüngst dazu in Rastatt erschienen. Es führte zu weit, auch nur Auszüge der reichsministeriellen Darlegungen zu geben. Man freut sich des sichtbaren Eifers, womit der Minister immer hilfreich zu sein sich bemüht. Unbeschadet grundsätzlich anderer Auffassung in der oder jener Frage. Man wird ihm aber auf alle Fälle recht geben, wenn er endlich daran denken will, zu verhindern, daß die Tabakanbauflächen noch mehr vergrößert werden dürfen. Wobei der unkundige Laie zum Erstaunen erfuhr, daß diese Maßregel bereits beim Zucker schon im Brauch sei. Sollte man nicht gerade Zucker mit Macht bauen lassen und dader Arbeit des Freusburg=Kreises. Auf der Jugendburg Freusburg herrschte auch in den letzten Wochen wieder das flutende Leben der jungen Generation. Die Freusburgarbeitsgemeinschaft für Lebenserneuerung hat zu einer Reihe von Veranstaltungen eingeladen, die auch diesmal wieder aus den weitesten Kreisen beschickt waren. Die dort geleistete Arbeit gibt einen trefflichen Ausschnitt aus dem Aufgabengebiet des Freusburgkreises. Um die Weihnachtszeit leitete Professor E. Jos. Müller=Köln die 9. Freusburger Singwoche. Man erlebte erneut die enge Verbundenheit, welche die gemeinsame. Arbeit an dem Volkslied und der Erneuerung der Volksmusik mit sich bringt und stand tapfer in Theorie und Praxis beisammen. Singen, Stimmbildung, Notenlesen, Chorgesang und methodische Arbeit in Verbindung mit Rhythmik, Gymnastik und Volkstanz gaben überreiche Betätigungsmöglichkeiten, die unter Anleitung der Mitarbeiter, Rektor Hatfeld=Paderborn und Frau Molly Weidemann=Köln planmäßig ausgenutzt wurden. Es hatte sich eine treffliche Schar, meist Neulinge, zusammengefunden, die recht bald in echter, kameradschaftlicher Gemeinschaft lebten. Der Gedanke der Lebenserneuerung, welcher die musikalische Arbeit beherrschte, fand auch Anwendung auf die Lebensweise und den wohlgeordneten Tageslauf. Eine durchgreifende Arbeit war insofern besonders leicht zu erreichen, als gleichzeitig die fünfte Haushalts= und Küchenwoche unter Leitung von Ernestine Koch und Hedwig Eichbauer stattfand. Innerhalb dieser Woche, die der Förderung neuzeitlicher Haushalts= und Küchenführung und naturgemäßer Ernährung diente, fand eine Reihe wichtiger Vorträge über die verschiedenen Teilgebiete dieser umfassenden Fragen statt, welche vor allem den Gestaltungswillen der jungen Frauengeneration, die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Ernährung, die Technik im neuen Haushalt, den biologischen Gartenbau und die gärungslose Früchteverwertung behandelte. U. a. war auch die bekannte Führerin auf dem Gebiete neuzeitlicher Haushaltsführung, Frau Dr. Erna Meyer, anwesend, deren Ausführungen besonders wertvolle Anregungen bofür eben die Tabakflächen verwenden? Ist denn Zucker auf Tabakboden unpflanzbar? Ist Zucker kein wertvolles Nahrungsmittel und nicht zuletzt auch als Ausfuhrmittel verwertbar? Oder stehen die Zollverträge hier im Wege, so wie es uns der Minister bei dem Weinabsatz zu sagen wußte? Fragen um Fragen. Laienfragen, gewiß! Aber auch der Laie stößt mitunter auf Dinge, die er wissen will. Dazu kommen aus allerlei Gegenden Klagen über den schlechten Absatz guten deutschen Obstes. Zimmervoll läge es in vielen Orten noch aufgespeichert und drohe zu verderben. Unterdessen verbrauchen, wie der„Aufwärts“ oft schon beklagte, die Städte sehr viel, aber oft minderwertiges Auslandsobst. Den Vogel aber schoß eine deutsche(?) Modezeitschrift. Sie schwefelte jüngst ihren Leserinnen vor, das Inlandsobst verliere so nach Weihnachten oder etwas später seinen Reichtum an Vitaminen! Ist solch eine Behauptung nicht geradezu als Landesverrat anzusehen? Wie erfreulich ist es doch. allen diesen Schwierigkeiten gegenüber, auch einmal etwas sehr Erfreuliches aus Landgemeinden vernehmen zu dürfen! Zunächst ließ die evangelische Kirchengemeinde Hohensachsen bei Weinheim es sich nicht nehmen, ihren 200=jährigen Bestand feierlich zu begehen und schönes kirchliches Gemeindebewußtsein zu zeigen! Vielleicht noch erfreulicher— man wird mich wegen dieser Steigerung nicht mißverstehen!— ist ein Bericht aus dem von Hohensachsen nicht allzuweiten Leutershausen— dessen Pfarrer Teutsch als Führer des Evangelischen Volksdienstes zur Zeit im Badischen Landlag sitzt. Dort hat man unsern oben genannten Wunsch. Zucker auf bisherigen Tabakfeldern zu bauen, wahr gemacht unter Nachahmung eines bereits in Lützelsachsen gegebenen Beispiels, wo sogar bei dieser Umstellung eine 4000=Zentner=Ernte erzielt worden ist. In Leutershausen geht man auch mit Nachdruck und zweckmäßiger Erwägung an die Vermehrung des Obstbaues,„normt“ die Obstarten und hat schon jetzt fast restlosen Absatz im Rheinland und Norddeutschland. Man kennt in jenem Dorf auch keine Wohnungsnot, da seit Kriegsende 80 neue Wohnungen z. T. mit Gemeindezuschüssen errichtet wurden. Straßen=Kanalisationsbauten, Vermehrung der Schulräume durch einen Schulhausneubau stehen weiter auf der Tagesordnung. während man anderweitig kaum das Bestehende zu erhalten weiß! Alle Achtung vor dieser „Märchengemeinde“! Und dabei sind es gar keine Märchen, sondern Tatsachen. Aber wie aus alter Zeit klingt das alles. Zum Schluß sei noch dreier Männer gedacht, die für Baden von großer Bedeutung waren und sind. Geh. Hofrat Dr. Doll, Sohn des früheren Prälaten Doll, ist, 68 Jahre alt, abgerufen worden. Er war der Leibarzt unseres letzten Großherzogs und ist auch dessen Vater nahegestanden. Wie viel er auch für weitere Kreise bedeutete, kam bei der Beisetzung des Verewigten in schöner Weise zum Ausdruck. Sein siebentes Jahrzehnt beschließen durfte in voller Rüstigkeit der bekannte Kenner und Förderer besonders badischer Geschichte, Geh. Rat Dr. Karl Obser. Zwanzig Jahre leitete er auch das Badische Generallandesarchiv, in dem er viele köstliche Schätze barg. Noch heute gibt er die Badischen Biographien heraus und war schon immer schriftstellerisch vielseitig tätig. Und sogar 75 Jahre alt wurde soeben der badische, wenn auch in München lebende, Dichter Benno Rüttenauer. Einem alten Gerbergeschlecht in dem badischen Franken entsprossen, war Rüttenauer längere Zeit am Freiburger und Mannheimer Gymnasium als Professor tätig. Wie schon vorher, so machte er von dort große Reisen und blieb dann, wie er sich selber ausdrückte, 1904 in München hängen. Dort erschienen auch seine Dichtunten. Man spürte deutlich, wie wichtig es ist, diese Fragen in Verbindung mit der heutigen Kulturbewegung zu bringen. In langen und fruchtbaren Aussprachen wurden manche brennende Dinge des heutigen Lebens beraten. Die praktische Haus= und Küchenarbeit aber hielt die Teilnehmer und Teilnehmerinnen besonders stark zusammen. Wie stark diese Wochen allgemein Beachtung finden, geht daraus hervor, daß auch diesmal wieder mehr Anmeldungen vorlagen, als angenommen werden konnten. Im Anschluß an die im vorigen Jahre stattgefundene soziale Schulungswoche veranstaltet die Freusburg=Arbeitsgemeinschaft eine Reihe von sozialen Wochenendtagungen, um vor allem der werktätigen Jugend sachliche Einführungen in die vielen Zweige der sozialen Fragen zu bieten. Die erste dieser Arbeitsgemeinschaften fand zur allgemeinen Einführung in Sozialpolitik und Wohlfahrtspflege kürzlich unter starker Beteiligung der verschiedensten Kreise der jungen Generation statt. Es sprachen Professor Dr. Honigsheim, Reichstagsabgeordneter Joos und Frau Dr. Kraus vom Kölner Wohlfahrtsamt. Im Anschluß daran ergab sich eine recht rege und fruchtbringende Aussprache, die deutlich die Notwendigkeit dieser Zusammenkünfte zeigte und erneut den Beweis dafür gab, wie ernst es der jungen Generation heute um die Mitarbeit in Staat und Gesellschaft ist. Man kam zu dem Ergebnis, daß nicht Rückzug in ein Eigenleben abgesonderter Kreise, sondern aktive Betätigung in den verschiedensten Verbänden und Parteien unausweichliche und verpflichtende Aufgabe der reiferen Jugend sei. In Kürze finden weitere Arbeitstagungen statt, und zwar am 22.=23.., 22.=23.3. u. 26.=27. 4. Außerdem plant man für die Zeit vom 23. bis 29. 3. eine Werkwoche für neuzeitlichen Gartenbau und vom 7. bis 13. 4. eine Laienspielwoche, in der auch das Handpuppenspiel gepflegt werden soll. Nähere Auskunft über die umfassende Arbeit dieses Kreises im Sinne einer neuen Lebensgestaltung gibt gerne das Arbeitsamt der Freusburg=Arbeitsgemeinschaft für Lebenserneuerung, Hilchenbach in Westfalen, Postfach 14. gen, in denen er zum Teil unserer und seiner badischen Heimat ein schönes Denkmal setzte. Will einer aber sehen wie der jetzt 75=Jährige noch immer festgemut im Tage, werk steht, der greife zu seinem auf seinen Ehrentag vom Georg Müller=Verlag in München herausgegebenen neuen Novellenband„Frau Saga“. Wohl ein Niederschlag aus allerlei Herren Länder ist dies Buch ein Meisterstück ja, wenn man so will, ein Brief aus Baden höherer Art auch wenn er in München geschrieben worden ist! Nach dem Zusammenbruch der Front und des Reichs der Währung und des Wirtschaftslebens war ein Warten im Volk auf etwas Neues. Viele warteten auf das Erste, hen einer großen, vaterländischen Partei, die alle umfassen sollte, die sich in diesem Sinn zusammenscharen. alle Rechtsparteien im Feuer einer neuen Begeisterung umschmelzen und auf einen neuen Boden stellen sollte. Wie ist in der Napoleonszeit die Liebe zu Volk und Vaterland neu erwacht und durch vaterländische Vereine, wie den „Tugendbund“ und andere Bünde geweckt und gepflegt worden. Sollte eine solche Erhebung u. staatliche u. völkische Erneuerung auf christlicher Grundlage nicht mehr möglich sein? Sind doch im Christentum solche Erneuerungs. kräfte enthalten, wie für den Einzelnen, so auch für das ganze Volk. Aber die Sache liegt doch anders. Unser Volk steht nicht mehr wie einst voll und entschieden auf dem Boden des Christentums; ging doch in der Napoleonszeit eine geistliche Erweckung durch unser ganzes Volk hindurch. Und auch das ist anders. Diesmal ist nicht, wie 1807, nur der Staat, sondern auch die Staatsform(Königtum und Kaisertum) zerschlagen und das Neue, das sich bildet, ist noch immer im Werden begriffen. Aber auf dem Boden des Volksstaates eine große vaterländische Einheit zuwege zu bringen, ist nicht gelungen. Es geht wie mit der Vaterlandspartei in China, die nach anfänglichen großen Erfolgen im Zusammenschluß gegen das Ausland, bei den Schwierigkeiten im Innern versagte. Wo ist nun ein gangbarer Weg aus dieser Not heraus? Wenn das Vaterländische versagt, sollte das Christliche und dieses allein uns als Volk doch noch retten können. Mir war eine„christliche" Partei und eine christliche Parteipolitik ein Greuel. Wo das Christentum parteimäßig verhandelt wird, da wirtschaftet es seinen Ewigkeitscharakter herunter, wird einseitig und wirkt zersplitternd. Die politischen und die wirtschaftlichen Fragen lassen sich nicht vom Christentum aus lösen. Es gibt nicht einmal eine christlich=allgemeingültige und allgemein anerkannte Lösung der Schulfrage und Kirchenfrage und der sozial=sittlichen Fragen. Darum ist ein christliches Parteiprogramm ein Unsinn. Man kann nur ganz im Allgemeinen und mehr in negativer Art gewisse Richtlinien aufstellen. Aber der Christliche Volksdienst will keine „christliche" Partei in diesem Sinn sein und lehnt ein christliches Parteiprogramm grundsätzlich ab. Er will nur entschieden christliche Persönlichkeiten, die sich dazu eignen und dazu hergeben, in die Volksvertretungen, Reichstag. Landtag und aufs Rathaus bringen. Man will den Gewählten kein Parteiprogramm vorschreiben und keinen Parteizwang zur Herstellung einer einheitlichen Abstimmung ausüben; sondern nur durch gemeinsame Durchbesprechung und Beratung eine gewisse Einheit herbeiführen und es im übrigen dem christlichen Urteil und Gewissen eines jeden überlassen, wie er sich in den einzelnen Fällen zu entscheiden hat. Da regen sich gewisse Bedenken. Wie kann der Christliche Volksdienst auf diese Weise eine geschlossene Einheit zuwege bringen. Eine solche geDer rechte Mann am rechten Der rechte Mann am rechten Platz ist ein altbewährter Grundsatz, der sich leider nicht immer so leicht durchführen läßt, wie er überzeugend klingt. Das bekommen insonderheit jetzt wieder die zu spüren, die vor der Frage stehen: Was soll unser Junge oder unser Mädchen werden? Die Berufswahl war schon immer eine schwerwiegende Frage, in der Gegenwart erscheint sie uns besonders schwierig. Die Industrie liegt vielfach am Boden, die Berufe sind überfüllt, die immer mehr um sich greifende Maschinisierung macht ganze Berufe, die früher gut ihren Mann ernährten, überflüssig. Da gilt es, den Beruf gleichsam auf lange Sicht zu wählen. Es ist nicht die Absicht dieses Artikels, Aufschluß zu geben über Fragen, die letzten Endes Sache der heute überall eingeführten Berufsberatung sind; zu sprechen über die Aussichten der einzelnen Berufe, der technischen Eignung des Zöglings usw. Nur einige Fingerzeige seien gegeben, deren Beachtung vielfach übersehen wird. Bei vielen Eltern steht für die Berufswahl die harte Wirklichkeit im Vordergrund, die weder nach Eignung noch nach Neigung fragen läßt, sondern auf schnelle Verdienstmöglichkeiten sehen muß. Da aber, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Wahl unter den genannten Gesichtspunkten noch gestatten, sollte man wirklich nicht in erster Linie nach dem schnellen und guten Verdienen fragen. Luther hat einmal das herbe Wort darüber gesprochen:„Sie stecken die Jugend allein in den Dienst des Bauches und des Besitzes; sie lassen die Jugend nichts weiter lernen, denn Nahrung suchen gleichwie eine Sau.“ Der Wert eines Menschen für sich selbst, für die Familie und für den Staat besteht doch nicht allein darin, was er an technischer und gutbezahlter Handfertigkeit leistet, sondern in wieweit er in diesem seinen Beruf ein Charakter geworden ist. Eltern und Lehrlinge, die diese Tatsache mißachtet haben, mußten nicht selten später ihre getroffene Wahl bereuen. Man sollte deshalb bei der Berufewahl nicht nur den Beruf, zum mindesten ebenso stark auch die Lohrstelle als solche ins Auge fassen. schlossene Einh lich sein, ist ab soll eben durch für die Freihe nem Urteil un durch Mehrhei müssen es den wenn in einze würden, doch, schaffende Mac doch eine Ziele Besprechung u Wählerschaft g halten. Man fragt lichen Volksdie wie kann er g allem Wirtscho liegt ihre Stär ihre Weltansch wird durch Wir daß sie tief in: Nöten eingreif diesen praktise licher Landwir auf, ein Landn rechtigten, lar eintreten, eber seine Lehrerint sollten eben d Volksdienst so und Geist bereWort kommen gewisse Einseit und Mißgriffe Die Gefahr al die Berufs= u. ringenden Stä achten. Nur er Volksdienst au Die Meinur nerlich gesund men in der Er Staatswesens landes hat sich Irrwahn hera endgültig begr Christliche Vol. menschluß unse der verschieden essen. So bin Christlichen Ve Iglingen. Die katholi Rappoltsweiler sprechenden Be kirchertals wä daten. 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Ja diese starre Einheit fall eben durchbrochen werden, daß Bahn gemacht wird zür die Freiheit eines jeden einzelnen Gewissens in seinem Urteil und Verhalten, wo dieses sich bedrückt fühlt zurch Mehrheitsentscheidungen und=Beschlüsse. Aber wir müssen es dem christlichen Geist zutrauen, daß er, auch wenn in einzelnen Fragen die Stimmen sich zersplittern mürden, doch, wo man sich ihm wirklich beugt, eine einheitschaffende Macht ist, besser als aller Parteizwang. Es ist doch eine Zielgemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft durch Besprechung untereinander und Verantwortlichkeit der Pählerschaft gegenüber durch ein beständiges Fühlunghalten. Man fragt sich, was ist die Berechtigung des Christsichen Volksdienstes gegenüber den andern Parteien, und wie kann er gegen diese aufkommen. Dieselben sind vor allem Wirtschaftsparteien und Standesparteien. Darin liegt ihre Stärke und ihre Schwäche; ihre Schwäche, daß ihre Weltanschauung, die sie vertreten, vielfach verdeckt wird durch Wirtschaftsfragen und=interessen; ihre Stärke, daß sie tief ins Volksleben mit seinen Bedürfnissen und Röten eingreifen. Wie kann der Christliche Volksdienst diesen praktischen Anforderungen genügen? Ein christlicher Landwirt, in den Volksdienst gewählt, hört nicht auf, ein Landwirt zu sein. Er wird vor allem für die berechtigten, landwirtschaftlichen, bäuerlichen Interessen eintreten, ebenso ein christlicher Lehrer vor allem für seine Lehrerinteressen. Das ist auch gar kein Fehler. Es sollten eben die verschiedenen Stände im Christlichen Volksdienst so vertreten sein, daß die im christlichen Sinn und Geist berechtigten Interessen eines jeden. Standes zu Wort kommen können. Im anderen Fall läßt sich eine gewisse Einseitigkeit nicht ganz vermeiden. Doch Fehler und Mißgriffe lassen sich überhaupt nie ganz vermeiden. Die Gefahr also, daß durch den Christlichen Volksdienst die Berufs= und Standesinteressen besonders der hart ringenden Stände geschädigt würden, ist nicht groß zu achten. Nur entgiftend und mäßigend soll der Christliche Volksdienst auf die wirtschaftspolitischen Kämpfe wirken. Die Meinung aber, als ob irgend ein Stand noch innerlich gesund genug wäre, um die Führung zu übernehmen in der Erneuerung unseres Volkstums und unseres Staatswesens zu neuem Aufstieg unseres Vaterlandes hat sich in all den Jahren seit dem Krieg als ein Irvwahn herausgestellt. Diese Hoffnung werden wir endgültig begraben müssen. Statt dessen bietet sich der Christliche Volksdienst an, der einen christlichen Zusammenschluß unseres Volkes ermöglicht ohne Verleugnung der verschiedenen christlich berechtigten Ziele und Interessen. So bin ich aus einem Gegner ein Anhänger des Christlichen Volksdienstes geworden. Iglingen. Pfarrer Wagner. Aus dem Elsaß. Die katholische nationale Partei hat in der Wahl von Rappoltsweiler tatsächlich Erfolg gehabt. Die französisch sprechenden Bewohner des Kaysersberges und des Markirchertals wählten geschlossen den nationalen Kandidaten. Schon aus der ersten Wahl(26..) war ersichtlich, daß in der Stichwahl am 2. Februar der nationale Kandidat durchkommen würde. Ueber diesen Sieg jubeln natürlicherweise die nationalen Zeitungen, da es den Nationalkatholiken auch noch gelang, am gleichen Tag in Rufach ihren Kandidaten bei der Generalratswahl durchzubringen. Es ist nicht zu verhehlen, daß durch diese zwei Schläge die katholische Volkspartei des Oberelsasses stark getroffen wurde. In erster Linie gilt das für solche, welche nicht höhere Schulen durchlaufen können. Während die Schule in den entscheidungsreichen Jahren die Entwicklung stark bestimmt, ist der Lehrling eines praktischen Berufes ganz dem Einfluß ausgesetzt, den der zu erlernende Beruf oder besser gesagt, die Menschen auf ihn ausüben, mit denen er in seiner Lehrzeit zusammen ist. So vieles in früheren Jahren auch in den sogenannten kleinen Lehrstellen im algen tag, die Lehre bei einem Handwerksmeister ist auch heute noch der Lehre in einem großen Betrieb vorzuziehen. Im großen und ganzen wird der„Qualitätsarbeiter aus kleinen Werkstätten hervorgehen. Wenn am Anfang dieses Artikels von der Berufswahl auf weite Sicht die Rede war, so ist damit gemeint, daß ein solides Handwerk auch heute noch die besseren Aussichten hat. Der Mensch mit einer gründlichen Lehre hat es, ganz abgesehen von den Einflüssen auf die charakkerliche Entwicklung, später leichter, wenn die Notwendigkeit eine Umstellung erfordert, sich anzugleichen, oder ist auch heute noch eine gesuchte Kraft. Letzten Endes werden wir auf die Dauer den Weltmarkt nur durch„Qualilatsware" wieder erobern, die Qualitätsware fordert aber den Qualitätsarbeiter. Zum Qualitätsarbeiter gehort aber nicht nur die Geschicklichkeit der Hand, sondern der wertvolle Mensch als Ganzes. Zu dieser Entfaltung n aber die Lehrstelle im kleinen Betrieb der geeigneteste Hier wird nicht nur Teilarbeit gemacht, hier verertigt der Lehrling das ganze Stück, gewinnt Freude an dem, was er erlernt, und fühlt Verantwortung für das, as er zu arbeiten hat, weil die kommende GesellenPrufung die Anerkennung seiner Leistung bringt. In diesem Einne betrachtet, hat auch heute noch das Handwerk solbenen Boden. Das Opfer an Geld, das die Erlernung eines gediegenen Handwerks an die Eltern stellt, ist gut ingelegtes Kapital und kann dem jungen Menschen eine gediegene Grundlage für das ganze Leben sein. Im überttagenen Sinne gilt natürlich dasselbe auch von den MädIn, bei denen noch viel mehr an ihren späteren Beruf nis Hausfrau gedacht werden müßte.—n. Hausse in Konkursen. Führt die neue Diskontsenkung eine Wendung herbei? — Berlin, 6. Februar. Die ersten Wochen des neuen Jahres haben eine überraschend große Zahl von Betriebszusammenbrüchen gebracht. Dabei stehen neuerdings die Schwierigkeiten im Vergnügungs= und im Bankgewerbe obenan. Es liegt auf der Hand, daß dieses plötzliche Anschwellen der Konkursziffern nicht lediglich in Saisonerscheinungen, Steuer= und Kreditzahlungsterminen begründet ist, sondern seine tiefere Ursache in dem allgemeinen Stand der deutschen Volkswirtschaft hat, auf der ein ungeheurer Druck lastet. Insofern können die Ziffern über Konkurse und Vergleichsverfahren als Barometer der deutschen Wirtschaftslage angesehen werden. Im Jahre 1929 bewegte sich die Entwicklung der Konkurse in einer unregelmäßigen Kurve. Ein vorläufiger Höchststand wurde im April erreicht, in dem 885 Konkurse zu verzeichnen waren. Dann sank die Zahl der Konkurse wieder, um im Dezember mit 881 abermals die April=Höhe zu erreichen. Eine neue, außerordentliche Steigerung brachte dann der Januar 1930! Neben den Konkursen muß man aber als weiteres Wirtschaftsbarometer die Zahl der Vergleichsverfahren heranziehen, also die Fälle, in denen der Konkurs durch einen außergerichtlichen Vergleich beendet wurde. Hier ist die Kurve noch steiler als bei den Konkursen. Insgesamt gab es im Jahre 1929 13095 Konkurse und 4940 Vergleichsverfahren; 1928 wurden 10 595 Konkurse und 3147 Vergleichsverfahren registriert. Die ersteren nahmen also um 24 Proz., die letzteren um 57 Prozent zu. Die Erhöhung der Gesamtzahlen entspricht der Verschlechterung der Konjunktur im Laufe des Jahres 1929. Die Spannungen und Zahlungsschwierigkeiten sind am stärksten am Ende des Jahres. Sieht man auf die Gewerbegruppen, dann sind die Banken am meisten von den Zahlungsschwierigkeiten und Wirtschaftsverschlechterungen bezw. ihren Rückwirkungen betroffen. Die Steigerung der Zahl der Konkurse betrug bei ihnen im Jahre 1929 gegenüber dem Vorjahre 63 Proz., der Zahl der Vergleichsverfahren sogar 200 Prozent. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Zahl der Bankeninsolvenzen im Jahre 1928 nicht erheblich war. Dagegen sind Produktion, Warenhandel und Erwerbsunternehmungen nicht in gleichem Maße in die Zusammenbrüche verstrickt. Daß das Jahr 1929 auch in bezug auf Arbeitslosigkeit ein Rekordjahr seit 1923 war, soll nur nebenbei erwähnt werden. Leider setzte sich diese Entwicklung im Jahre 1930 noch fort. Die Zehl der Konkurse würde noch höher sein, wenn nicht die geltende Vergleichsordnung den Schuldnern einen außergerichtlichen Vergleich allzusehr erleichterte, zum Schaden der Gläubiger und der Volkswirts# ft. Da die Mindestquote für den Vergleich außerordentlich niedrig ist, wird die Geschäftsmoral in einer Zeit anormaler und ungesunder Wirtschaftsverhältnisse nicht gerade gefördert. Die Schuldner pflegen mit dem Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens regelmäßig so lange zu warten, bis eine Masse kaum mehr vorhanden ist. Man spricht daher mit Recht von einer Vergleichspsychose oder Fäulniserscheinung. Die Gesundung unserer Wirtschaft wird jedenfalls durch solche Geschäftsgebarung nicht erleichtert. Der Gesetzgeber wird sich mit diesen Dingen auch einmal beschäftigen müssen. Die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse im neuen Jahr ist nach wie vor undurchsichtig. Bedenklich stimmt vor allem das anhaltende Anste:gen der Arbeitslosenziffern, hat doch die Arbeitslosigkeit nach den Vormeldungen der Landesarbeitsämter auch in der letzten Januarwoche noch eine Zunahme um 70000 Hauptunterstützungsempfänger erfahren. Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempfänger beträgt damit gegenwärtig 2210 000! Kennzeichnend für die schlechte Wirtschaftslage sind ferner die Senkungen des Diskontsatzes, die die Reichsbank innerhalb weniger Wochen vornehmen konnte. Der Zweck, der mit diesen Maßnahmen verfolgt wird, ist natürlich der, durch die Verbilligung des Kredits der Wirtschaft eine Anregung zu geben und die Umsatztätigkeit zu steigern. Der im Januar erfolgten Diskontsenkung ist dieser Erfolg nicht beschieden gewesen. Die Gold= und Devisenbestände der Reichsbank haben sich nicht gesenkt, sondern sie haben noch eine, wenn auch geringfügige Zunahme erfahren: die Wirtschaft aber hat keine erhöhten Anforderungen gestellt. Hoffentlich wird nun die zweite Diskontsenkung anregend wirken. Reichsrat für Mit 48 gegen 6 Stimmen bei 12 Enthaltungen.— Auch die Lignidationsverträge verabschiedet. Das Plenum des Reichsrats nahm die Abstimmungen über die Gesetze zur Ausführung des Youngplans vor. Der Youngplan selbst wurde mit 48 gegen sechs Stimmen der Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Niederschlesien und des Laides Thüringen bei 12 Enthaltungen(Bayern und MecklenburgSchwerin) angenommen. Die Liquidationsverträge— darunter das Polenabkommen— verabschiedete der Reichsrat mit 43 gegen 12 Stimmen bei 11 Enthaltungen. Verabschiedet wurden ferner das neue Reichsbank= und das neue Reichsbahngesetz sowie das deutsch=amerikanische Sonderabkommen. Der Bericht der Ausschüsse. Als erster nahm in der Sitzung der General= berichterstatter der Ausschüsse. Ministerialdirektor Dr. Brecht, das Wort. Redner erklärte, der Durchschnittswert der gestaffelten Jahresleistungen mache für die Gesamtdauer des Youngplans 1,8 Milliarden Mark aus oder einschließlich der Dawesanleihe nicht ganz 2 Milliarden Mark. Die Einsparung für 1929 betrage unter Berücksichtigung der Zahlungen an Belgien 618.3 Millionen Mark und für 1930 665.1 Millionen Mark. Der Gegenwartswert der gesamten Reparationen berechne sich auf 34 Milliarden Mark. Die jetzige Reparationsendsumme, so fuhr der Berichterstatter fort, erinnere also an das Angeoot der Regierung Fehrenbach=Simons, von 1921, das sich auf einen Gegenwartswert von 50 Milliarden Mark ein schließlich der Vorleistungen aufgebaut habe und von den Gegnern, die 132 Milliarden gefordert hätten, mit Hohn und Spott zurückgewiesen worden sei. Das Nein der Gegner habe damals die Besetzung deutscher Städte zur Folge gehabt. Einigkeit bestehe darüber, daß auch die jetzt vereinbarten Jahreszahlungen immer noch so hoch seien, daß niemand die Verantwortung für die gesicherte Aufbringung und Abführung der Tribute übernehmen könne. Der Reichsrat habe in dieser Hinsicht die größten Zweifel. Es sei und bleibe in der Geschichte ohne Vorgang, daß ein Volk neben seinen eigenen Kriegskosten eine solche Kriegsschuld übernehmen solle. Komme es auf die absolute Höhe der Jahreszahlungen an, dann hätte der Reichsrat das Abkommen abgelehnt. Vier Gründe für die Justimmung. Bestimmend für die Annahme seien vier Gründe: die sofortige Ermäßigung der Jahreszahlungen um 700 Millionen Mark gegenüber dem Dawesplan, die Möglichkeit zu neuen Verhandlungen bei weiterer ungünstiger Wirtschaftslage, die katastrophalen Folgen einer Ablehnung und schließlich der Fortfall der Finanzkontrolle. Hinzu komme die Räumung des Rheinlandes bis zum 30. Juni. Die Ausschüsse hätten sich ferner davon überzeugt, daß die Sanktionsklausel des Versailler Vertrags hinfällig geworden sei. Für die bayrische Regierung bedauerte Ministerpräsident Held die ernste Finanzlage. Zur Voraussetzung habe der Youngplan eine gründliche Finanzreform, man müsse daher die Abstimmung über die Younggesetze bis zur Verabschiedung der Finanzreformgesetze zurückstellen. Ueberdies sei das Abkommen wieder auf der Kriegsschuldlüge aufgebaut. Reichsaußenminister Dr. Curtius wandte sich gegen die Haltung des bayrischen Ministerpräsidenten und gab folgende Erklärung ab: 1. Die jetzige Reichsregierung hat ebenso wie die früheren Regierungen des Reiches immer gegen die Kriegsschuldlüge protestiert. Sie wird auch weiter alles daransetzen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. 2. Die Reichsregierung hätte niemals einen Vertrag getätigt, der eine Anerkennung der Kriegsschuldlüge in sich geschlossen hätte. Reichssinanzminister Dr. Moldenhauer widersprach gleichfalls einer Vertagung und bemerkte dabei, die Sanierung der Finanzen habe die Annahme des Youngplanes zur Voraussetzung. Das Reichskabinett prüfe übrigens bereits seine Vorschläge zum Etat für 1930. Der Vertreter des Landes MecklenburgSchwerin gab eine Erklärung dahin ab, seine Regierung sei gegen das Abkommen, werde aber trotzdem nicht dagegen stimmen, um nicht den Anschein zu erwecken, als wolle sie die Befreiung des Rheinlandes verzögern. Freiherr v. Gayl führte zur Begründung der ablehnenden Haltung der vier Ostprovinzen aus: „Wir sind der Auffassung, daß die erwünschte und erhoffte Befriedung der Welt durch den neuen Plan nicht durch einseitige und unerfüllbare Opfer Deutschlands herbeigeführt werden kann, sondern deß auch die übrigen beteiligten Mächte ihren Anteil an der Liquidation des Krieges tragen müssen. Der Vertreter Thüringens beschränkte sich darauf, seine Ablehnung anzukündigen. Damit war die Debatte abgeschlossen. Nach Ablehnung des bayerischen Vertagungsantrages folgte die oben wiedergegebene Abstimmung. Die Sowjets an der Arbeit. Wieder vier Todesurteile in Rußland vollstreckt. — Kowno, 6. Februar. Wie aus Moskau gemeldet wird, wurden am Mittwoch morgen in Leningrad in der Peter=Paul=Festung der Rittmeister Schiller und die ehemaligen Offiziere der zaristischen Armee, Fedotow, Kartaschew und Geyer, die wegen Fälschung von Tscherwonzen zum Tode verurteilt waren, von der Wache der ..U. erschossen. Alle Verurteilten lehnten es ab, um Begnadigung bei den Sowjets zu bitten und erklärten. daß sie überzeugte Monarchisten seien. * Schließung der Kirchen. — Kowno, 6. Februar. Wie amtlich aus Moskau gemeldet wird, hat der Kongreß der orthodoxen Kirche in Kiew unter dem Vorsitz des Bischofs Gruschewecki beschlossen, die Kirchen in der gesamten Ukraine zu schließen. Zu dieser amtlichen Meldung verlautet in unterrichteten Kreisen, daß es sich hierbei nicht um einen Kongreß der ukrainischen orthodoxen Kirche' handelt. Gruschewecki besitzt keinen Einfluß auf die Massen der Ukraine und ist erst von der Sowjetregierung zum„Bischof“ ernannt worden. Der Beschluß ist daher als eine bestellte Arbeit der Sowjetregierung anzusehen. * Vervaunung der lutherischen Pfarker Leningrads. — Riga, 6. Februar. Wie hier aus glaubwürdiger Quelle verlautet, sind in Leningrad sämtliche lutherischen Pfarrer mit Ausnahme eines einzigen nach den entlegenen Gegenden Rußlands verschickt worden. Am schwersten traf das Schicksal den Bischof Malmgren. der zur Verbannung nach dem berüchtigten Straflager Solowki auf den Inseln des Weißen Meeres verurteilt wurde. Außerdem wurden zwei Töchter des verstorbenen Bischofs Freifeldt getrennt nach Sibirien verschickt. Die Nachricht löste hier größte Erschütterung aus. Demonstrationen am 12. März? Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die kommunistische Internationale einen Befehl an die kommunistischen Parteien Deutschlands und Deutsch=Oesterreichs herausgegeben, am 12. März große kommunistische Kundgebungen zu veranstalten. Die Komintern will angeblich den 12. März als neuen Kampftag organisieren, weil der 1. Februar kein großes Ergebnis gezeitigt hat. *** Man sollte denken, daß vorerst noch die Reichsregierung über Deutschland regiert— und nicht Moskau. Landwirtschaftskammergesetz. Die Hinzuziehung der Arbeitnehmer.— Eine Erklärung des Landwirtschaftsministers. — Berlin, den 5. Februar 1930. Der Preußische Landtag erledigte heute die zweite lesung des Haushalts des Finanzministeriums, verabschiedete einige Eingemeindungsvorlagen und überwies das Gesetz zur Unterbringung beschäftigungslos gewordener Seminarlehrkräfte zur Vorberatung an den Ausschuß. Alsdann folgte die erste Lesung des Landwirtschaftskammergesetzes, das als wichtigste Neuerung die Zuziehung von Arbeitnehmer=Vertretern zu den Kammern bringt. * . In der Debatte bezeichnete Abg. Dermitzel(Dutl.) Zeitpunkt der Umorganisation als nicht glücklich. Hoffentlich werde keine wesentliche Erhöhung der Kammerbeiträge kommen. Uebrigens müßten die gleichen Aenderungen auch in den Handels= und Handwerkskammern eingeführt werden. Landwirtschaftsminister Dr. Steiger äußerte sich über die von der Staatsregierung mit diesem Gesetz beabsichtigte Neuregelung. Er führte aus, den wesentlichsten Unterschied gegenüber dem bisherigen Zustand bilde die in dem neuen Gesetzentwurf vorgesehene Vertretung der Arbeitnehmer in den Landwirtschaftskammern. Der Gedanke müsse sich durchsetzen, daß auch der landwirtschaftliche Arbeiter mit seinen Interessen zur Landwirtschaft gehöre. Von besonderem Wert sei auch die Einrichtung besonderer Verafbausschüsse für die Landwirtschaft, ebenso die Anweisung, daß die Staatsbehörden bei wichtigen Angelegenheiten die Kammer hören sollen. Helmers(D. Vp.) bezeichnete es als unrichtig, ein preußisches Gesetz einzubringen, wenn das Reich mit der Schaffung eines Reichsrahmengesetzes beschäftigt sei. Der preußische Entwurf weise große Mängel auf, wie vor allem eine starke Beschränkung der Selbstverwaltung. Abg. Brandenburg(Soz.) erklärte, die Interessen der Arbeitnehmer seien in dem Entwurf nur ungenügend gewahrt. Es sei ein Unding, die Söhne und Töchter der Besitzer als Arbeitnehmer anzusehen. Abg. Werdes(Dt. Frakt.) hielt den Zeitpunkt für eine Neuorganisation des Landwirtschaftskammerwesens für ungünstig. Die Vorlage bedeute auch eine neue Belastung der Landwirtschaft. Abg. Meyer=Hermsdorf(Christl.=Soz. Volksd.) lehnte die Vorlage wegen ungenügender Berücksichtigung der Arbeiterschaft ab. Damit war die Aussprache beendet. Der Entwurf wurde einem besonderen Ausschuß von 29 Mitgliedern überwiesen. Zum Schluß verabschiedete der Landtag noch eine Vorlage, die eine Reihe von Aenderungen in der Organisation der Preußischen Staatsbank. (Seehandlung) bringt, wobei entgegen der ursprünglichen Regierungsvorlage, die die Beamten auf Privatdienstvertrag anstellen wollte, die Beschlüsse des Hauptausschusses bestätigt wurden, die das Beamtenverhältnis aufrecht erhalten. Eine neue Plenarsitzung des Landtags findet erst wieder am 18. Februar statt. Schobers Besuch bei Mussolini. Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages am heutigen Donnerstaa. Ueber die erste Unterredung des gegenwärtig in Rom weilenden österreichischen Bundeskanzlers Schober mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mussolini wurde folgende Mitteilung veröffentlicht: Der italienische Regierungschef hat den Bundeskanzler der österreichischen Republik empfangen und sich mit ihm anderthalb Stunden besprochen. Nachdem der Bundeskanzler der italienischen Regierung für die Oesterreich im Haaa geliehene Unterstützung gedankt hatte, üvergad er Mussolini das große goldene Ehrenzeichen am Bande mit dem ersten Exemplar der in der österreichischen Bundesdruckerei herausgegebenen Wiedergabe des Gesetzbuches von Galeazzo Maria Sforza. Im Verlaufe der Unterredung wurde vereinbart, am heutigen Donnerstag zur Unterzeichnung des Freundschafts=, Vergleichs= und Schiedsgerichtsvertrages zwischen Oesterreich und Italien zu schreiten. Wie jetzt bekannt wird, hat Bundeskanzler Schober vor seiner Abreise aus Wien einem Journalisten gegenüber erklärt, ein herzliches Einvernehmen zwischen Italien und Deutsch=Oesterreich hinge einzig und allein von Italien ab. Er werde auch versuchen, Mussolini auf die Härten der ltalienischen Politik in Südtirol hinzuweisen, die einer Aussöhnung beider Völker im Wege stehen. Politische Rundschau. — Am heutigen Donnerstag begannen in Berlin Besprechungen zwischon der deutschen und der tschechischen Malzindustrie. — Das Reichsgericht hat die Verurteilung des nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten Streicher zu zwei Monaten Gefängnis wegen seiner Artikel zum HußmannProzeß bestätigt. :: Kein Stillstand der Saarverhandlungen. Wie von zuständiger deutscher Stelle mitgeteilt wird, entsprechen die in einem Teil der Presse verbreiteten Meldungen von einem Stillstand der Pariser Saarverhandlungen nicht den Tatsachen. :: Industriehilfe für den Osten. Im Interesse der Verhinderung der Stillegung der Union=Gesellschaft in Königsberg und der Kominck=Aktiengesellschaft in Elbing will die Reichsregierung beiden Firmen Kredite gewähren. :: Eintritt Schlange=Schöningens in die Landvolkpartei. Der aus der Deutschnationalen Partei ausgeschiedene Reichstagsabgeordnete Schlange=Schöningen ist in die Christlichnationale Bauern= und Landvolkpartei eingetreten. :: Baldiger Anschluß von Mecklenburg=Strelitz an Preußen? Die Verhandlungen zwischen dem preußischen Staat und Mecklenburg=Strelitz über dessen Anschluß an Preußen sind, wie wir erfahren, bis jetzt sehr günstig verlaufen, so daß ein baldiger Abschluß durchaus wahrscheinlich ist. Annahme des Republikschutzgesetzes im Ausschuß. des Reichstags'“; Februar. Der Strafrechtsausschuß sgefetzes b. dat die zweite Lesung des Republik###, beendet. Der Titel des Gesetzes lautet jetzt wieder„Gesetz zum Schutze der Repub ik“; der Zusatz zun zur Befriedung des politischen Lebens“ wurde geJahresversammlung des Pächterbundes. — Berlin, 6. Februar. Die in Berlin tagende ordentliche Hauptversammlung des Reichsbundes landwirtschaftlicher Pächter stand unter dem Zeichen der ungeheuren Pächternot. In der Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, es müsse alles daran gesetzt werden, um die Forderungen der Pächter endlich zu verwirklichen: Ebenbürtigkeit des Pächters bei Vertragsabschluß— gerechte Verteilung der Bau= und Steuerlasten— Ersatz der Pächterarbeit(Meliorationen)— Sicherung des Pachtbesitzes im Interesse der Produktion — Inventarabnahmepflicht. Rundschau im * Die ungarischen Staatsbahnen haben die Eisenbahntarife um 20 v. H. erhöht. * In England wurden Ende Januar 1491 500 Arbeitslose gezählt: die Zunahme gegenüber der Vorwoche betrug rund 18000. sughes Der amerikanische Richter beim Haager Gexschtshof, sughes, hat sein Amt niedergelegt und wird das umt des räsidenten des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten antreten. * Tagung des internationalen Christlichen Gewerkschaftsbundes. „I. Die„Leitung des internationalen Christlichen Gewerrschäftsbundes hat in Utrecht eine Zusammenkunft abgehalten, wobei die Lage in den verschiedenen Ländern erörtert wurde. Am 25. und 26. April soll in Berlin eine Zusammenkunft des Verwaltungsausschusses des internationalen Christlichen Gewerkschaftsbundes stattfinden. Attentat in Mexiko. Anschlag auf den neuen Präsidenten. — Neuyork, 6. Februar. Nach einer Meldung an Mexiko=Stadt gab ein junger Student fünf Revolng, schüsse auf den neuen Präsidenten Ortiz Rubio ab. g, dieser nach der Amtseinführung den Regierungspalat verließ. Es wurde niemand verletzt. sischer Raubbau. Erdrutsch in einem saarländischen Bergmannsdort Infolge des fortgesetzten Raubbaues der französ. schen Grubenverwaltung ist im Bergmannsdorf### tenwald im Saarrevier ein großer Erdrutsch ent. standen, wodurch der Boden bis zu eineinhalb Metern inmitten der Gemeinde gesenkt wurde. Etwa 100 Quadratmeter sind von Rissen und Senkungen durch, wirkt. Das ganze Gelände wurde zur Verhütung von Unglücksfällen abgesperrt. Das Bergmannsdorf Bildstock hatte seit Freitag nicht weniger als sieben Rohrbrüche der Wasserlei, tung zu verzeichnen, so daß die halbe Ortschaft ohne Wasser ist. Auch die Wasserrohrbrüche sind auf die immer mehr an Umfang zunehmenden Grubensenkungen zurückzuführen. * Vom Felsblock bedrohl. Das Dorf Grezes in Südfrankreich, das au etwa 30 Häusern besteht, schwebt in Gefahr, von einen riesigen Felsblock des das ganze Dorf überragenden Gebirges zermalmt zu werden. Seit undenklichen Zeiten haben die Bewohner des Dorfes die für ihre Bauten notwendigen Steine aus dem Gebirge gehauen und so im Laufe der Jahre den Felsen untergraben, der sich nach und nach immer mehr gelockert hat. Nach den letzten starken Regenfällen besteht uunmehr die Befürchtung, daß der Riesenfelsen sich ganz löst und das Dorf unter sich begräbt. Die am meisten bedrohten Häuser wurden geräumt. Man will nunmehr versuchen, den Felsen stückweise mit Dynamit in die Luft zu sprengen, um das Leben der 400 Bewohner des Dorfes zu schützen. in der Grenzmark. Schneidemühl ohne Licht. In den späten Abendstunden ist am Stausee bei Straßforth, etwa zehn Kilometer nordöstlich von Jastrow(Kreis Flatow) ein Damm gebrochen, wodurch sich etwa drei Millionen Kubikmeter Wasser in den Küddow=Fluß ergossen. Die Betonbrücke bei Straßforth ist schwer beschädigt, da durch die Wassermassen schwere Zementblöcke herausgerissen wurden. Die Wohnungen des Ortes Straßforth stehen vollständig unter Wasser. raftwerk Vorkendorf, welches die Stan Schneidemühl mit Licht versorgt, ist lahmgelegt. Die Küddow führt Hochwasser. Die Anlagen um Schneidemühl sind überschwemmt. und Provinzialnachrichten. — Bielefeld, 6.Februar. 150 Posaunenbläser. Morgen (Freitg, 7..) wird um 8½ Uhr abends in der Neustädter (Marien=) Kirche eine„Musikalische Feierstunde“ geboten werden, ausgeführt von 150 Posaunenbläsern unter Lei tung des bekannten Posaunengenerals Pastor D. Kuhlo, Bethel, mit Unterstützung des bekannten Betheler HornOktetts. Es werden köstliche Perlen der alten unüber trefflichen Tonsätze geboten werden. Schriftleitung: W. Kraa, Wirtschafts= und Weltpolitik: D Huttel. Anzeigen: K. Diekmann, alle in Bethel. Zuschriften für die Schriftleitung: Bielefeld. Schließfach 28. Für Gelsendungen Postscheckkonto: Hannover 67377,„Aufwärts“, Christ liches Tageblatt, Bethel b. Bielefeld. Fernruf 3911/3916, Am Bielefeld. Druck und Verlag: Anstalt Bethel. D.. Gotümiagen tur Hotels. Restaurants. Krankenhäuser. Sanatorien. Villen usw. Miele 1 0 — MIeie werkenn Gufersion, wesllalen Uber 2000 Beamte und Arbeiter Gärtner 25 J. alt, ev., verh., gläubig, sucht für sofort oder später Stellung in Herrschafts=, Guts= oder Anstaltsgärtnerei. Erfahren in Gewächshaus=und Frühbeetkulturen, Parkpflege, Gemüse= und Obstbau. Gute Zeugnisse vorhanden. Gefällige Angebote erbeten unter A6128 an die Geschäftsst. d. Bl. 6 ER“. SI # ag # S S • 2. a #S 0 9•. 2. • 0 2. E — c F# nn S 5 5 S. E S an **„ *—— .1 0 * 9 2 S 28 un E: 5 See% 9.2 *•* 8. 9•9 9# E • 0 2 9 9 8. * 8. 5 Oi #ß S 9 5 Gebildetes junges Mädchen in allen häuslichen Arbeiten und in Kinderpflege erfahren, zum 1. März nach Dresden gesucht. Mädchen vorhanden. Angeb. an Frau L. Meyer, Bielefeld, Bismarckstraße 2a Aeltere Dame sucht für Anfang März geb., evang. Stütze zur Gesellschaft und Hilfe im Haushalt. Frau Geheimrat Schilling, Gießen z. Zt. 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