einen schönen ille nach dem sagt Mutter: nen Natur ern himmlischen schön gemacht Seele, singe“, singen:„Lobt " D e r M u t t e r er Mund über: Menschen, daß ich immer das lück. Wißt ihr schon, die KinFreund ist in erkliche Weise, eit gegen Gott cuft ihr kleines ill spielt, zum zehorchen muß, h, als es das Mund öffnen worin viel von lung vorkäme, e, von denen geben können. ihres kleinen al fängt sie an stiges Wandert. Nicht lange s das Lied zu s Kindes schon hlt der Mutter kleinen Schulehr finster aus Resultat war, söglich, einigert hatte sie gezar nicht ahnte, 1g, mit lauter ihres Kindes n an, als vom und erbat sich s Kindes dazu, ), sich von dem eiten zu lassen. ihr ihre eigene ewußtsein. Sie Ungeduld, ach iche vorschnelle cht ein freundunder gewirkt der Stille vor berzen singen: darf erfahren: t ist viel mehr wie groß auch hres Heilandes volle Fürsorge darum erklingt dig: te den größten r ihrer Kinder e Mutter wohl s:„Nun wollen nd dann ertönt nlied, was der erzählt Mutter eimgegangenen Und wenn es vollendeten er!“, dann bauen r Ewigkeit, wo mmes gedenkt. im treuen Weg bin mein Sinn, Heiligkeit, Ewigkeit.“ N. Weltpaltih: 2. ethel. Zuschgig 28. Für uswärts“. Christ. 3911/3916. Am Bethel. = Bezugspreis: Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Einzelnummer 10 Pfg. Postscheckkonto Hannover 67377. mit den Beilagen„Für Herz und Haus“, „Kindergabe“ und„Anser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 30 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Anzeige Schluß der? eigen=Annahme nachmitta konto Hannover 6737 gs 3 Uhr. PostscheckNr. 22. Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld)) Sonntag, den 26. Januar 1930. 12. Jahrgang. Hilf, daß ich dich erkenne, Und mit der Christenheit Dich meinen König nenne, Jetzt und in Ewigkeit! Munanngnunannnannnnnunninnunnunnumnunnunnn Leben. Das ist das wahre Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Joh. 17, 3. Daß wir aus des Vaters Händen ewiges Leben empfangen, das ist Jesu dringendes Gebetsanliegen an den Vater. Das ist der Zweck seines Erscheinens, das Ziel, für das er sein Leben einzusetzen bereit ist. Aus der Ewigkeit sollte der Vater das ewige Leben herabsenken, denn Jesus weiß, damit ist unser tiefstes Verlangen befriedigt, denn nicht auf die Zeit, sondern auf die Ewigkeit kann uns befriedigen, sondern nur Gottes Welt und angelegt. Nicht die irdische Welt und ihre Vergänglichkeit pann uns befriedigen, sondern nur Gotts Welt und ihre Unvergänglichkeit. Wir tragen das Joch des Zeitlichen als eine Last. Was sind denn all unsere Erlebnisse? schon im nächsten Augenblick haben sie ihre deutlichen scharfen Linien verloren und je länger, um so mehr verblassen sie in unserer Erinnerung. Was sind unsere Gedanken, die doch alle aus dieser vergänglichen Welt stammen? Klein sind sie und eng! Wir brauchen nur zu Gottes Werken, zu den Gestirnen aufzuschauen, in seine Weltregierung uns zu versenken, um die Dürftigkeit unjeres Lebensinhalts zu spüren. Und unser Wollen? Wieviel Törichtes und Irrtümliches selbst bei den Größten unserer Zeit! Das politische Durcheinander der Völker! Wie ekelhaft das verlogene Spiel der Mächte! Wie theatralisch das Gebahren der Menschen, die oft am unsittlichsten denken, wenn sie in hohen sittlichen Tönen reden. Nein, wir sind das zeitliche Leben gründlich satt, wer gibt uns ewiges Leben? Nur der, der es selbst besitzt, der ewige Vater. Er wirkt in uns, indem er sich selbst zu erkennen gibt. „Dich erkennen,“ sagt Jesus,„das ist ewiges Leben;“ den, in dessen Auftrag sein Leben und Sterben steht, als den einigen Gott erfassen, alle Kraft des Geistes auf ihn richten als den wahren Gott, der die letzte und höchste Wirklichkeit ist und uns doch leitet, solche Erkenntnis ist ewiges Leben. Sie ist nur möglich in dem, in dem Gott sich selbst geoffenbart hat, Jesus Christus. Es ist, als ob uns Jesus mit einem heiligen Eid versicherte und Gott zum Zeugen anriefe, daß er der Christus, der König ist von Gottes Gnaden. Keiner von den zahllosen Welterlösern, die sich selbst dazu gemacht haben, die Menschen dazu salbten, ist er, sondern von Gott gesandt und eingesetzt. Freilich wird der Christustitel getragen von einem armen Mann, verachtet und gezeichnet von seinem Volk auf dem Wege zum Kreuz, behaftet mit aller Kümmerlichkeit menschlicher Ohnmacht, mit einem gebrechlichen Leib, ein Spielzeug ist er in den Händen seiner Feinde, aber er ist der Reine, Unbefleckte, stets Gehorsame, dessen Leben luckenloses Glauben ohne Gewissensbedenken, ohne inneres Schwanken ist. Denn er ist verbunden mit dem Vater, weil entsprossen aus der Ewigkeit. Wer diesen Jesus als den Christus Gottes erkannt hat, der hat eine ewige Lebenserkenntnis gewonnen. Der ist in der Erkenntnis Christi mit Gott verbunden; er lebt in einer andern Welt und eine andere Welt lebt in ihm. Aus ihr stromen ihm neue Gedanken und Antriebe zu, die nicht aus der Welt stammen, sondern vom Himmel her kommen. Dieses Menschen Seele ist schon hier unten verbunden mit Gott in Christus; sie erlebt die Wirklichkeit Gottes und hat ewiges Leben. Simon. Was Der Bericht über die Sitzung des Reichskabinetts fest, daß nach Anhörung der Minister Dr. Curtius, Wirth, und Dr. Moldenhauer, die über die Haager Konferenz berichteten, im Reichskabinett völlige Uebereinstimmung in der Anerkennung der Tätigkeit der deutschen Delegierten herrschte. Die entsprachenden Gesetzesvorlagen sollen rechtzeitig dem Reichsrat zugeleitet werden, damit die Beratungen in nächster Woche beginnen können. Wenn dort an der Stelle, wo die Leute sind, die die Verantwortung für die Entscheidungen und Beschlüsse über die deutsche Politik zu tragen haben, solche Einmütigkeit herrscht, sollte es nicht nötig sein, an dieser Politik Kritik zu üben. Zumal die Frage, ob das, was im Haag beschlossen und unterschrieben worden ist und nun in Deutschland Gesetz werden soll, wirtschaftlich tragbar ist, müßte von einer Regierung, die so zusammengesetzt ist wie die deutsche Regierung, in vollkommenster Weise entschieden worden sein. Diese Regierungskoalition setzt sich doch aus Gruppen zusammen, die sich, soweit es sich um Wirtschaftspolitik handelt oder vielmehr um das Wirtschaftssystem, immer im schärfsten Kampfe gegenüber gestanden haben. Auf der einen Seite die stärkste Gruppe, die glaubt, durch Verstaatlichung aller Produktionsmittel, durch Abschaffung des Privateigentums die erfolgreichste und gesundeste Wirtschaftsform schaffen zu können und auf der anderen Seite die Vertreter von Richtungen, die bis zum äußersten die Sozialisierung ablehnen und mit allen Mitteln den Privatbesitz zu erhalten und zu verteidigen suchen werden. Wo nun die Haager Beschlüsse Deutschland Verpflichtungen auferlegen, die vorwiegend wirtschaftliche Interessen berühren, es also nicht gleichgültig ist, unter welcher Form der Wirtschaft die Erfüllung der zu übernehmenden Verpflichtungen durchgeführt werden soll, muß doch schon einmal die Frage auftauchen, wie man sich die Einigkeit dieser Regierungskoalition überhaupt erklären soll. Eine Antwort wird wahrscheinlich niemand geben können. Annehmen darf man aber, daß jede der Gruppen vorläufig noch die größere Sicherheit darin sieht, durch Aufrechterhaltung der Koalition die eigenen Interessen am besten zu wahren. Wir nehmen an, daß solche Abmachungen wie der Youngplan am Ende doch das ganze deutsche Volk, Arbeiter und Unternehmer, Sozialisten und Privatwirtschaftler zu einer geschlossenen Abwehrfront zusammenführen müssen, wenn Zustände vermieden werden sollen, wie sie der russische Bolschewismus über Rußland gebracht hat und wie er sie gern über die ganze Welt bringen möchte. Wenn daher die jetzige Regierungskoalition auch noch zweifelhafte Ursachen und unsichere Aussichten und Ziele hat, so ist doch vielleicht zu hoffen, daß die langjährige Fühlungnahme doch noch den Zweck gehabt haben könnte, für die Zeit allergrößter Not und schwerster Entscheidungen die Grundlage zu einer Einheitsfront zu schaffen, die nur allein den völligen Zusammenbruch und unerträglichen äußeren Zwang abwehren kann. Gegenwärtig soll aber die Koalition noch den Zweck haben, auch im Reichstage eine Mehrheit zu schaffen, die den Youngplan annimmt und Gesetze, welche zu seiner Durchführung nötig sind. Betrachtet man die Umstände, unter denen die Weitererfüllung des Dawesplanes abgebrochen wurde(das Schwinden der Auslandskredite, die Passivität unseres Außenhandels), dazu die finanzpolitischen Schwierigkeiten des deutschen Staatshaushaltes selbst, so ist es nicht recht zu verstehen, wie sich die Vertreter Deutschlands, die doch in politischen und in Wirtschaftsfragen sachkundig sind, die Konferenzteilnehmer der Alliierten im Haag in dem Glauben lassen konnten, Deutschland werde den Youngplan erfüllen. Glaubt denn einer von den deutschen Ministern, die Welt würde in nächster Zukunft Deutschland die Ware abnehmen, durch deren Verkauf ins Ausland nur das Gold zu beschaffen ist, das nun die neue Weltbank zur Verteilung an die Gläubiger braucht? Wie ängstlich wehren sich England und Amerika und Frankreich gegen den Import deutscher Ware, die in den eigenen Ländern hergestellt werden kann und hergestellt werden muß, wenn nicht die eigenen Industrien stilliegen sollen. Die einzige Möglichkeit läge nur da, daß die jetzt in London tagende Flottenkonferenz statt der Abrüstung eine gewaltige Aufrüstung beschlösse oder sich gar so in die Haare führe, daß die Kanonen gleich los gingen und Deutschland zum Waffenlieferant würde für alle. Aber das wollen doch die Leute nicht, die erst im Haag wieder davon geredet haben, daß die Interessen der Gesamtheit der Staaten gleichbedeutend seien. Beschließt man aber in London die Abrüstung, bedeutet das eine Verschlechterung der Aussichten für die Erfüllung des Youngplans und eine erneute Gefährdung der deutschen Währung. Es ist überhaupt nötig, noch einmal auf den Schlußakt der Haager Konferenz zurückzukommen. Der englische Schatzkanzler Snowden, ein Sozialist, sagte in seiner Schlußrede folgendes: „Die jetzt getroffenen Abkommen seien zwar ein Kompromiß, jedoch ein ehrenvolles und für jede Macht annehmbares Kompromiß. Besonders erfreulich sei die Regelung des schwierigen Problems der Ostreparationen, die vorher eine der schwierigsten und gefahrvollsten Fragen gewesen seien. Besondere Anerkennung finde die Haltung der deutschen Delegation auf der Konferenz. Sie habe mit Mut und großem Entgegenkommen die Interessen ihres Vaterlandes verteidigt und könne verlangen, die volle Anerkennung ihrer eigenen Staatsangehörigen dafür zu finden.“ Snowden gedachte sodann der Teilnahme Dr. Stresemanns auf der ersten Haager Konferenz und hob hervor, daß die Ergebnisse der zweiten Haager Konferenz wie ein Kranz auf dem Grabe Dr. Stresemanns liegen. Jetzt endlich habe man begriffen, daß die Interessen der Gesamtheit der Staaten gleichbedeutend seien und daß das Wohlergehen aller Staaten von dem Wohlergehen des Einzelstaates abhänge. Die Ausführungen des englischen Schatzkanzlers wurden mit langanhaltendem stürmischen Beifall aufgenommen. Snowden und seine Zuhörer im Haag mögen davon überzeugt sein, daß auch Deutschland nun zu den Staaten gehört, deren Interessen gleich sind. Solange aber das Versailler Diktat besteht, das die Quelle ist all der weiteren Verträge, um die auf den bald unzähligen Konferenzen gestritten wird, ohne daß es gelingt, einen befriedigenden Zustand zu schaffen, wird es wenige Deutsche geben, die anerkennen werden, daß man im Ernste gewillt ist, Deutschland die Gleichberechtigung zuzugestehen. Oder kann man die Behandlung der Kriegstributfrage Gleichberechtigung nennen? Nöte hat der Krieg auch für die anderen Länder hinterlassen. Für England mögen tatsächlich auch wirtschaftliche Nöte bestehen und die dauernd bestehende Arbeitslosigkeit mag den Ministern Sorge genug bereiten. Aber die Tatsache, daß durch die Inflation fast alles Privatvermögen in Deutschland verloren gegangen ist und deshalb die bisher geleisteten Zahlungen der Kriegstribute nur durch im Auslande geliehenes Geld erfolgen konnten, wird bei den Verhandlungen zu wenig berücksichtigt. Wenn sogar englische oder ausländische Minister von der Erstarkung Deutschlands reden und von zunehmendem Wohlstande, so vergessen sie, daß immer mehr Sachwerte, also immer mehr sichtbarer Reichtum in die Hand von Ausländern geht Die Beharrlichkeit, mit der doch eigentlich vom ganzen Deutschland der Standpunkt vertreten wird, daß auch die Lasten des Youngplans untragbar seien, hat eben ihre Ursache darin, daß bei jedem, mag die Steuer von ihm als Grundsteuer, als Umsatz= oder Gewerbesteuer oder als Lohn= oder Einkommensteuer gefordert werden, die Ueberzeugung besteht, daß sein Wohlstand nicht größer wird, sondern daß er immer mehr se indet. Davon zeugen die Zusammenbrüche auf vie! Gebieten des deutschen Wirtschaftslebens. Von den etwa 24 Mill. Lohnund Gehaltsempfängern soll fast die Hälfte ein Einkommen von unter 1200 Mark im Jahre haben, die andere Hälfte ein Durchschnitts einkommen von 2000 Mark. Ueberlegt man, welche Summen für die Bestreitung der Staats= und Tributlasten nötig sind, wird es deutlich, welche Verpflichtungen dem Sachwertbesitz auferlegt werden müssen und die Sorge wird verständlich, die der Privatbesitz allmählich um seine selbständige Existenz hat. Die Sozialisten aber, die stets am wenigsten Bedenken haben, Diktate, Dawes= und Youngpläne zu unterzeichnen und die durch ihre parteipolitische Stärke auch den maßgebendsten Einfluß auf die Steuereinteilung haben, sollten es wohl überlegen, daß bei der gegenwärtigen Entwicklung der Ueberfremdung deutschen Besitzes das Verfügungsrecht über Steuern und Existenzmittel auch immer mehr in die Hand derer übergeht, die auf dem Wege des Privatgeschäftes oder auf dem Wege des Aktienerwerbes als Ausländer Herr über das deutsche Eigentum werden. Es ist nicht das erste Mal, daß wir hier die Frage aufwerfen, wie sich die Sozialisten bei dieser Entwicklung die Einführung einer sozialistischen Wirtschaftsform denken? Wir ffürchten, sie zerschlagen sich durch ihre Politik auch noch den Sozialstaat, der in heißem Ringen und jahrzehntelangem Kampf im Deutschen Reich entstanden war. Oder ist es denkbar, daß durch eine Politik, wie sie in einzelnen Städten und Gemeinden getrieben wird, wo sozialistische Mehrheiten die Kommunalpolitik bestimmen, eine Gesundung und ein Aufwärtssteigen möglich ist. Wir denken da besonders an Berlin. Welch einen Wust von unsauberen Geschäftspraktiken moderner„Fortschrittler“ haben die Untersuchungen aufgedeckt. Konsumenten und Steuerzahler, die mit dem Pfennig rechnen müssen, werden da um viele Millionen betrogen. Und wenn man nun sieht, mit welchen Mitteln die Berliner Kommunal 4 politiker den Stadtsäckel wieder zu füllen suchen, bekommt man einen Begriff von den schlauen Praktiken derer, die von der politischen Welle aus der Klasse derer unter 1200 Mk. in die Klasse derer emporgetragen worden sind, die über ihr eigenes Einkommen nunmehr nur noch zu beschließen haben. Es ist schon früher, nicht nur in Berlin, sondern auch in andern Städten aufgefallen, daß kommunale Betriebe, wie Gas= und Elektrizitätswerke, Stadtbahnen und andere Unternehmungen, die der Masse der Abnehmer und Verbraucher dienen sollen, eine Preispolitik treiben, die von den Persönlichkeiten, die jetzt zu den städtischen, maßgebenden Instanzen gehören, dem Privatunternehmertum als die sündhafteste Ausbeutung angerechnet worden wäre. Die Berliner Bevölkerung bekommt es auf recht empfindliche Weise zu fühlen, was es heißt, ganz neuzeitlich modern und großzügig regiert zu werden. Nachdem die Stadt selbst die Tarife ihrer Verkehrsanstalten erhöht hat, folgt nun jetzt auch die Reichsbahndirektion und erhöht die Tarife der Berliner Stadt=, Ring= und Vorortbahnen. Die Masse der Betroffenen findet sich nach einem kurzen Fluch über die neue Belastung und über Mißwirtschaft sehr bald damit ab, täglich 10, 15 oder 20 Pfg. mehr Ausgaben zu haben. Wenige aber denken daran, welches bequeme Mittel die Stadtväter hier in der Hand haben, durch den Massenverkehr die Finanzen kräftig wieder aufzufüllen. Das Ganze aber ist ein Volksbetrug, wie man ihn sich kaum schlimmer vorstellen kann. Ueber die Flottenkonferenz läßt sich auch jetzt noch nichts ernsthaftes sagen. Sehr ernst scheinen die Veranstalter die Sache selbst nicht zu nehmen. Keiner sagt deutlich, was er eigentlich will. Die Engländer meinen, die geographische Lage der einzelnen Länder müsse berücksichtigt werden, sie stehe vor und über allem, müsse nicht geschwächt, sondern gestärkt werden. Den Deutschen kann es nicht verargt werden, wenn sie sich in Erinnerung an ihre eigene geographische Lage über die Logik der Engländer in bezug auf die Gleichberechtigung und die gleichen Interessen aller Staaten wundern. Was müßten demnach die Deutschen an Aufrüstung der Landstreitkräfte fordern, wenn Gleichberechtigung und geographische Lage berücksichtigt werden sollten. Es ist wirklich gut, daß die Konferenz etwas hinter verschlossenen Türen tagt und der neugierigen Presse die Flügel beschneidet. In der Welt würde es keinen guten Eindruck machen, wenn solche Weisheiten zu stark publiziert würden. Das deutsche Volk soll allenthalben abwartend stehen und sich abfinden mit Beschlüssen, die auch sein, des wehrlos gemachten Volkes, Schicksal berühren. Als in diesen Tagen die neue Papageienkrankheit die ganze Journalistik, Rundfunk und Regierungen in Bewegung setzte, um Erlasse herbeizuführen, die den armen Papageien die Einwanderung nach Deutschland verbieten, da konnte man feststellen, daß doch auch noch Mut zur Gegenwehr vorhanden ist und die Hoffnung haben, daß eine weitere Ausbildung dieser Eigenschaft dahin führen könne, auch noch schlimmeren Feinden des Vaterlandes die Türe zu weisen. Kr. und Reichsverkehrsministerium. Fünf Fragen. Das Reichsverkehrsministerium hat— wie wir bereits gestern mitteilten— die bedauerliche Absicht, den um die deutsche Luftfahrt so außerordentlich verdienstvollen Rohrbachwerken den Lebensfaden abzuschneiden. Ja, selbst die 200000 Mark, die der Firma aus der Verteilung der sogenannten Umstellungsbeihilfe zustehen, sollen nicht mehr ausgezahlt werden. Seitens der Rohrbach=Werke werden nun die folgenden fünf Fragen an das Reichsverkehrsministerium gerichtet: 1. Warum nimmt das Reichsverkehrsministerium nicht zu der Frage Stellung, aus welchen Gründen Rohrbach— trotzdem die Schlüssel=Kommission für dieses Weihnachten im Seemannsheim Amsterdam. Soeben erhalte ich einen Bericht über die Weihnachtsfeiern in unserem Seemannsheim für deutsche Seeleute in Amsterdam. Ich lasse ihn hier gerne folgen und danke noch einmal allen lieben Freunden, die mitgeholfen haben, unseren Seeleuten in der Fremde den Weihnachtstisch zu decken. K. Göckelmann. Während überall in den christlichen Familien in trauter, fröhlicher Weise das Weihnachtsfest gefeiert wurde, tobte auf den Meeren ein heftiger Sturm. Wir haben vielleicht alle davon gelesen, wieviel Schiffe in den letzten Wochen in Seenot gerieten. Manche, die bei klarem Wetter noch gut zum Fest den Hafen hätten erreichen können, mußten draußen auf See vor der gefährlichen Küste mit ihren Riffen und Sandbänken liegen bleiben. Für die Seeleute dieser Schiffe gab es keine Feiern, und mancher wird wohl mit Wehmut an Weihnachten in der Heimat gedacht haben. Um so größer war die Freude derer, die noch rechtzeitig den Hafen erreicht hatten. Sie folgten gern unsrer Einladung, von jedem Schiff fast die ganze Besatzung. Vom 22. bis 27. Dezember hatten wir an jedem Abend Feiern. Doch am schönsten war es am Heiligen Abend. Etwa 50 Seeleute, Offiziere und Mannschaften, saßen im festlich geschmückten Saal und sangen aus voller Kehle die alten schönen Weihnachtslieder. Die Leser des„Aufwärts“ hatten ja nach Kräften mitgeholfen, diese Weihnachtsfeiern zu dem zu machen, was sie sein sollten: Zu einem rechten Heimats= und Familienfest. Es waren viel Gaben eingegangen, und mit dankbarer Freude und feiWerk einen Betrag von 1,1 Millionen Mark errechnet hatte— nur 300 000 Mark zugesprochen erhielt? 2. Warum sind diese 300000 Mark bis heute der Firma Rohrbach noch nicht ausbezahlt, trotzdem die gesamte deutsche Luftfahrtindustrie ihren Anteil aus diesem Titel des Nach trags=Etats bis zum letzten Pfennig bereits am 11. Oktober vorigen Jahres erhalten hat? 3. Warum bringt man Rohrbach durch diese merkwürdige Politik in eine Situation, die ihn zum Konkurs bringen muß, trotzdem die Firma die günstigsten Aussichten auf dem Auslandsmarkt hat? 4. Warum hat das Reichsverkehrsministerium bisher die Anträge Rohrbachs nicht klar und eindeutig beantwortet, sondern eine Verzögerungspolitik betrieben, trotzdem es über die Dringlichkeit der ganzen Angelegenheit vollkommen informiert war? 5. Warum zerschlägt man gerade in diesem Augenblick die Firma, wo sie durch die Gründung der „The Metal Flying Boat Corporation“ in New York dicht vor den günstigsten Auslandsgeschäften steht? Ein großes deutsches Wirtschaftsblatt schreibt hierzu unter anderem: „Wir zweifeln nicht daran, daß man im RBM. die Antwort auf diese Fragen schuldig bleiben wird. Wenn man der Firma Junkers plötzlich alle Reichsbeihilfen sperrt, sie von der Liste der Reichslieferanten ausschließt, ihr immer und immer wieder auf allen Wegen Schwierigkeiten bereitet, so wird sie in absehbarer Zeit genau so vor dem Nichts stehen, wie heute Rohrbach. Ein kleines Beispiel, wie das RVM. mit den Rohrbachwerken umsprang, sei hier angeführt: Von den 300000 Mark sind bekanntlich mit Hängen und Würgen nur 100 000 Mark ausgezahlt worden. Zur Vorbedingung der Auszahlung machte das RBM. jedoch eine Generalrevision der Bücher und verschiedene notarielle Akte, deren Kosten sich auf insgesamt 23 000 Mark beliefen. Diese Summe wurde den Werken sofort abgezogen, so daß sie tatsächlich nur 77000 Mark ausbezahlt erhielten! Man kann sehr wohl der Meinung sein, daß zwei Ganzmetall=Flugzeugwerke im Augenblick für Deutschland zu viel sind. Dann darf man aber als verantwortlicher Förderer der Luftfahrt nicht nach Gunst oder Parteibuch dem einen Werk einfach die Kehle zuschnüren, sondern muß, um die Vernichtung wertooller Ansätze zu vermeiden, die beiden Werke zur Gemeinschaftsarbeit zu vereinen suchen. Was das RBM. mit seiner jetzigen Taktik erreichen wird, ist nichts als ein großes Trümmerfeld. Erstlich verliert das Reich bei dem unvermeidlichen Kon kurs die ihm gehörigen 82 Prozent Anteile an den Rohrbach=Werken— die allerdings seinerzeit nur um etwa ein Drittel ihres eigentlichen Wertes erworben worden sind— vollständig. Ferner ist es möglich, daß von französischer Seite wegen der nicht durchführbaren Ausfüh rung des erteilten Auftrages Regreß=Ansprüche angemeldet werden, für die das Reich letzten Endes doch in der einen oder anderen Weise aufkommen muß. Endlich ist es nicht ausgeschlossen, daß Dr. Rohrbach selbst aus seiner übermäßig loyalen Zurückhaltung heraustritt und seinerseits Schadenersatzklage gegen das Reich anstrengt. Die juristischen Grundlagen sind jedenfalls dafür vorhanden, und ein solcher Prozeß kann im Hinblick auf die Amerika=Verträge unter Umständen recht teuer werden. Wir fragen mit Rohrbach:„Warum dieser überflüssige Sprung in unabsehbare Schwierigkeiten?“ Das Schlimmste aber ist, daß man in unserer mit Köpfen wirklich nicht übermäßig gesegneten Zeit einen so fühigen Konstrukteur wie Dr. Rohrbach ins Ausland treibt, wo man ihn sicherlich mit offenen Armen aufnehmen wird. Die alte deutsche Uneinigkeit feiert hier wieder Triumphe; es muß zum Schluß einmal gesagt werden: dies Spiel hinter den Kulissen, mag der Regisseur sitzen wo er will, ist ein Schandfleck auf dem blanken Wappen der deutschen Luftfahrt.“ * Dieser Standpunkt wird begreiflicherweise von der Presse der Sozialdemokraten nicht geteilt. dürfte man gespannt sein, ob und wie das..M. die fünf Fragen Rohrbachs beantwortet. Die Kassenlage Moldenhauer vor dem Haushaltsausschuß.— Fehlbetrag von 273 Millionen Mark für Ende Juni errechnet.— Deckung durch die Kreugeranleihe. — Berlin, 25. Januar. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer gab anläßlich der Beratung des Zündholzmonopolgesetzes im Haushaltsausschuß eine Uebersicht über die Kassenlage nem Verständnis für ihre Bedeutung haben alle Seeleute diese Gaben in Empfang genommen und in warmen Worten, sogar in öffentlicher Rede, ihren Gefühlen Ausdruck gegeben. Ein Offizier hatte in seinem Paket eine hübsche Bibel, die ihm sichtlich ein besonders liebes Geschenk war, denn als alle Gäste Kartengrüße nach Hause schrieben, schrieb auch er mit großer Freude von seinem kostbaren Geschenk. Ich glaube, die Bibel kam in die rechten Hände. Als dann nach frohen Stunden bei Schokolade und Kuchen, Musik und Sang das Schlußwort gesprochen wurde, da lauschte eine Gemeinde der frohen Botschaft, wie sie sich kein Prediger andächtiger denken und wünschen kann. Am zweiten Feiertag fand auch eine Feier für arme und einsame Deutsche statt. 50 Familien waren vertreten, und wir versuchten, ihnen in schlichter, eindrücklicher Weise von dem zu erzählen, der mit der köstlichen Botschaft gekommen ist:„Alle eure Sorgen werfet auf mich.“ Reich beschenkt und fröhlichen Herzens gingen auch sie von uns. Und nun dankt die Amsterdamer Seemannsmission allen Freunden, die zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben. Gern hätten wir jedem einzelnen Geber einen persönlichen Dank geschickt, aber das werden wohl die Seeleute, die durch ihre Gaben erfreut sind, besorgen. Wir grüßen alle Freunde unsrer Arbeit und rechnen auch weiterhin gerne auf treue Fürbitte und fröhliche Mitarbeit. L. Wurdemann, Vorsitzender, K. Göchelmann, Hausvater. E. Saretzki, Seemannsmissionar. des Reiches. Der Minister stellte fest, mit Hilfe Ueberbrückungskredits in Höhe von 350 Millionen Mark sei es gelungen, den Ultimo Dezember ohne weitere Schwierigkeiten zu überwinden. Inzwischen sei durch die im Januar fälligen Steuereinzahlungen eine Verbesserung der Kassenlage eingetreten, so daß im Augenblick keine Schwierigkeiten bestünden. Der am 31. Januar zur Rückzahlung fällige Bankkredit von 200 Millionen Mark sei auf etwa sechs bis neun Monate verlängert worden. Für Januar sei mit einem Ueberschuß von 117 Millionen Mark zu rechnen, für Februar mit einem Fehlbetrag in gleicher Höhe, so daß sich diese Monate ausgleichen würden. stehenden Fehlbetrages würden rund 55 bis 60 Millionen Mark aus der Abrechnung mit dem Generalagenten bzw. mit der Reichsbahn nach Inkrafttreten des Youngplans verfügbar werden, die jetzt infolge behalten werden. 20 Millionen würden aus dem Verkauf von Effekten flüssig gemacht werden können. Ueber die Deckung des dann noch verbleibenden Fehlbetrages seien erfolgversprechende Verhandlungen eingeleitet worden. Die Lage des Der Minister wies dann auf die Schwierigkeiten der Steuerschätzung und des Bedarfs für die Arbeitslosenversicherung hin. Wenn die Steuerdepression anhalte und die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes sich weiter verschärfe, dann könnten diese beiden Punkte eine Verschlechterung der Kassenlage von 100 bis 120 Millionen Mark herbeiführen. Vor Mitte Februar werde sich das nicht übersehen lassen. Nach dem für das erste Halbjahr des Rechnungsjahres 1930 aufgestellten Kassenplan ergibt sich nach den Mitteilungen des Ministers für das erste Vierteljahr 1930 ein Fehlbetrag von 273 Millionen und für das zweite Vierteljahr ein Ueberschuß von 96 Millionen. Dieser Ueberschuß werde sich durch die erste Rate der Kreuger=Anleihe um 195 Millionen und durch die Aenderung des Recovery=Akt=Verfahrens um 14 Millionen, also auf insgesamt 305 Millionen erhöhen. Mit diesem Betrag könnte der Fehlbetrag des ersten Vierteljahres abgedeckt und Kredite in Höhe von rund 40 Millionen zurückgezahlt werden. In den veranschlagten Ausgaben für die Monate April bis September seien monatlich 50 Millionen Mark zur Abdeckung des Ueberbrückungkredites enthalten. Die Größe der Jündholzindustrie. Minister Dr. Moldenhauer wies dann darauf, daß diese Rechnungslegung auf der Annahme des Young=Plans beruhe. Sie beweise eindeutig, daß trotz der Annahme des Young=Planes die Kassenlage nach wie vor äußerst angespannt bleibe. Zur Ueberwindung des für Ultimo Juni errechneten Fehlbetrages Millionen Mark sehe er keinen Weg, wenn nicht die Kreuger=Anleihe zustande komme. Als zweiter Redner berichtete der Vorsitzende des Wirtschaftspolitischen Ausschusses im Reichswirtschafsrat, Dr. Hans Kraemer über die Verhältnisse in der Zündholzindustrie. Gegen den Schwedentrust, der heute auf 2,6 Milliarden Mark geschätzt werde, sei ein Kampf unmöglich. Die deutsche Produktion sei teilweise noch sehr rückständig. Die Gesamterzeugung im Jahr betrage 220 000 Normaltisten, in die sich 40 Fabriken teilten. Manche Fabriken hätten nur eine Tageserzeugung von einer Kiste. Einschließlich der kaufmännischen Angestellten beschäftige diese ganze Industrie kaum mehr als 3000 Leute. Der Gesamterzeugungswert sei höchstens 22 Millionen, als ein ganz winziger Ausschnitt aus der deutschen Wirtschaft. 75 v. H. der Zündhölzer würden von den Rauchern benutzt, die jährlich 32 Milliarden Zigaretten verbrauchten. Direktor der Reichskreditgesellschaft Dr. Ritbandfungen. i“ vertraulich über die Anleiheverden evang. Waldensergemeinden in Italien. Freudvolles und Leidvolles. Wie„La Luce“, die Waldenserzeitung vom 15. Januar mitteilt, hatten sich auch die Waldenser bei dem großen Trachten=Umzug in Rom am Hochzeitstage des Kronprinzenpaares beteiligt. Es war eine Gruppe von Männern und Frauen in der altüberlieferten Waldensertracht, die besonders bei den Frauen voll Anmut und Würde ist, mit dunklen langen Kleidern, weißen Schürzen, weißen Mützen auf dem tiefschwarzen Haar und herabhängenden weißen Bändern. Der Gesamtgruppe der Waldenser wurde eine kleine ergötzliche Ziege aus dem Gebirgstal von St. Martin voraufgeführt, die dem Kronprinzenpaat verehrt werden sollte. Zwei sehr hübsche Aufnahmen in „La Luce“ zeigen die beiden Gruppen. Bei dem Trachtenzug wurden Medaillen verteilt, davon erhielten von den Frauen drei die silberne, eine die bronzene, eine die goldene Medaille, wie auch deren Vater, ein um den Staat verdienter Mann und Waldenserführer, Ribet, die goldene Medaille erhielt. Neben diesem freudvollen Ereignis wurde die Waldenserkirche von hartem Leid betroffen. Der bedeutende Professor für das alte Testament an der theologischen Fekultät in Rom, Th. Lougo, der auch auf deutschen Universitäten studierte, zugleich verdienter Schriftleiter der Ze tung„La Luce", starb im 50. Lebensjahre. An seiner Stelle übernahm Professor Comba zusam men mit dem Waldenserpfarrer Bosio in Rom die Schriftleitung dieses bedeutsamen Organes der Waldenserge meinden, das alle wie ein Band miteinander verbindet. St. Verfahren gegen Abgeordnete. der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstages erteilt * seine Zustimmung. — Berlin, 25. Januar. Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstags beschloß die sofortige Aufhebung der Immunität des kommunistischen Abgeordneten Schneller. Gegen den Abgeordneten schwebt ein Strafverfahren wegen Zersetzungsarbeit in der Reichswehr und in der Schutzpolizei. Ferner wurde die Aufhebung der Immunität der kommunistischen Abgeordneten Remmele, Maddaverhandlung nich stattfindet. Die Aufhebung der Immunität des kommunistischen Abgeordneten Kollwitz wurde abgelehnt, die Strafverfolgung des Kommunisten Lippenberger daSchnapsflasche torkelte. In den Ausschüssen des Reichstags haben jetzt erstmals die Mitglieder der jüngsten Fraktion, der Christlich=Nationalen Arbeitsgemeinschaft, ihre Arbeit ausgenommen. Es wurden entsandt, in den Haushaltsausschuß die Abgeordneten Hartwig und Neddenriep, in den Strafrechtsausschuß Reichsminister a. D. v. Keudell, in den Auswärtigen Ausschuß Prof. Hoetzsch, in den Bildungsausschuß Dr. v. Keudell und Dr. Wiuwe. Hindenburg und der Osten. Unrichtige Wiedergabe der Aeußerungen des Reichspräsidenten. — Berlin, 25. Januar. Im Zusammenhang mit dem Empfang der Landeshauptleute der preußischen Ostprovinzen beim Reichspräsidenten sind in einem Teil der deutschen Presse Aeußerungen des Reichspräsidenten mißverständlich wiedergegeben worden. Die Unterhaltung, die bei diesem Anlaß geführt wurde und eine von den Vertretern der deutschen Ostprovinzen überreichte Denkschrift betraf, hat sich— wie amtlich festgestellt wird— ausschließlich mit der wirtschaftlichen Notlage der deutschen Ostprovinzen beschäftigt und politische Fragen überhaupt nicht berührt. Der Reichspräsident hat bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck gebracht, daß er der Notlage des dentschen Ostens und insbesondere Ostpreußens, ein warmes Verständnis entgegenbringe und mit allen Kräften versuchen werde, den bedrängten Ostprovinzen eine durchgreifende Hilfe zuteil werden zu lassen. Alarmruf der Ostmarken. Veröffentlichung der Denkschrift.— Das Schicksal der Ostmark ist das Schicksal der deutschen Nation! — Berlin, 25. Januar. Die Landeshauptleute der Provinzen Ostpreußen, Grenzmark Posen=Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Niederschlesien und Oberschlesien veröffentlichen nunmehr ihre dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler, den Innenministern und den Präsidenten der Parlamente überreichte Denkschrift. Zweck der Denkschrift ist, die Aufmerksamkeit der deutschen Bevölkerung erneut auf die noch immer ansteigende Bedrängnis der Ostmark zu lenken und Mittel zur Abhilfe der Not in Vorschlag zu bringen. Die Denkschrift ist ein elementarer Ausdruck der Notlage des deutschen Ostens! Opfervoll, so heißt es in dem Vorwort, habe der deutsche Osten bisher sein schweres Los getragen. Lastete auf dem Westen die sichtbare Besatzung, so auf dem Osten die weniger sichtbare Last schlimmer Wirtschaftsnot. An das gesamte deutsche Volk richtet sich der Appell, dem deutschen Osten diejenige Beachtung und Hilfe zuteil werden zu lassen, die eine Reorganisation der gesamten deutschen Ostgebiete auf die Dauer gewährleisten. In umfassenden Darlegungen wird ein Bild von der wirtschaftlichen Lage der Ostprovinzen gegeben und mit eindringlicher Schärfe auf die vernichtenden Folgen der Grenzziehung für die Entwickelung des deutschen Wirtschaftslebens hingewiesen. Eine hart um ihre Existenz kämpfende Landwirtschaft, schwer ringende Industrien, eine Abdrängung des Handels von den alten Absatzgebieten, steigende Arbeitslosigkeit und hohe Abwanderungsziffern, das sind die Symptome eines wirtschaftlichen Niederganges, wie ihn in ähnlichen Ausmaßen kein anderer Teil des Vaterlandes seit dem Kriege durchgemacht hat. Dieser mit unverminderter Strenge fortschreitende Zersetzungsprozeß zeige seine unheilvollen Auswirkungen auf allen Gedieten des öffentlichen Lebens. Die Lage der Kommunalfinanzen ist allenthalben so erschüttert, daß die Aufgaben der Selbstverwaltung aufs schwerste gefährdet erscheinen mäßten. Hier helfend einzugreifen, sei als das Ziel einer einheitlichen und umfassenden Staatspflege anzusehen, die die Wiederherstellung der Lebensfähigkeit des deutschen Ostens nicht erreicht werden könne. Es wird ferner überzeugend nachgewiesen, große Bedeutung den preußischen Ostprovinzen im Rahmen der deutschen Volkswirtschaft zukommt und daß ein Absterben dieser Wirtschaftskapazität von den schwerwiegendsten Folgen für die wirtschaftliche Weltgeltung Deutschlands begleitet sein muß. Nicht zuletzt das bevölkerungspolitische Problem der Ostschwer um ihr Dasein kämpfende Bevölkerung den Ostprovinzen mit allen Mitteln zu furrken, dumit altes deutsches Kulturland seine geschichtliche Aufgade im Dienste Deutschlands weiter zu ersanen in der Lage ist. Im Bewußtsein der Oeffentlichkeit müffe sich immer nehr die Ueberzeugung durchsetzen, daß das Schicksal der Ostmark auch das Schicksal der Nation ist. Die Forderungen der Ostprovinzen. Unter den Forderungen, die als Inhalt und Ziel einer notwendigen Staatspflege für den Osten.#n müssen, werden genannt: Erschließung des Ostens durch Segig Kunststraßzen und Verbindungswege son.—4ch Er. weiterung des Eisenbahnnetzes. Ausbau der östlichen Wasserstraßen noch vor Vollendung des MittellandKanals. Beseitigung der Wirtschaftsferne der Ostprovinzen durch stärkste Verkürzung der Frachtbasis für den Osten. Maßnahmen zur Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft. Höhere Zuweisung von Mitteln für die Wirtschaftsverbesserungen im deutschen Osten, insbesondere für Meliorationen. Förderung der Bauern und Landarbeitersiedlung. Maßnahmen zur Erhaltung und Stützung der ostdeutschen Indu##ie, des Handels und des Handwerks. Zusammensaffung und wesentlich verstärkte Hinleitung der Reichsund Staatsaufträge sowie der Reichsbahn= und Reichspostaufträge in die Ostprovinzen. Im übrigen unterstreicht die Denkschrift noch die Notwendigkeit einer starken Kulturpolitik, ferner wird gefordert: Begünstigung der Kommunen im Finanz= ausgleich durch fiktive Erhöhung der Einwohnerzahl; Sonderdotation für die östlichen Provinzialverwaltungen, um sie zu befähigen, die Grenzzerreißungsschäden zu heilen und ihren Rückstand in wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Entwicklung zu beseitigen; stärkere Berücksichtigung der Ostprovinzen bei der Verteilung der Kraftfahrzeugsteuer; Mehrzuteilung von Hauszinssteuermitteln, insbesondere auch zum Ausgleich der Flüchtlingslast; Gerechte Verteilung der Schullasten. Die Denkschrift schließt mit den Worten: Wir hoffen zuversichtlich, daß das Vaterland den Ostprovinzen in ihrem Kampf zur Seite stehen wird. Die zur Katastrophe treibende Not der Ostmark fordert eine zielbewußte, einheitliche Staatspflege. In letzter Stunde erheben die Ostprovinzen den Ruf nach Hilfe. Gefahr für den deutschen Osten ist groß und nicht mehr aufzuhalten, wenn jetzt nicht schnell und gründlich geholfen wird! Saardebatte in Preußen. Kein Preis für Saar=Rückgabe!— Regierungserklärung im Preußischen Landtag. Bei der Beratung des Vergetats. — Berlin, den 24. Januar 1930. Der Preußische Landtag verabschiedete heute zunächst die Abänderung des Einführungsgesetzes zum rheinisch=westfälischen Umgemeindungsgesetz, wonach der Termin für die Einführung des neuen Ortsgesetzes in den neugebildeten Gemeinden bis zum 1. August 1930 hinausgeschoben wird. Es folgte dann die Beratung des Haushalts der Bergverwaltung, bei der nach kurzen Ausführungen des Ausschußberichterstat Osterroth(Soz.) der preußische Handelsminister Schreiber die Einführungsrede hielt. Mit begrüßenswerter Deutlichkeit legte Minister Dr. Schreiber bei dieser Gelegenheit nochmals den deutschen Standpunkt in der Saarfrage dar. Allgemeine Zustimmung fand seine Erklärung, daß die Aufrechterhaltung des jetzigen Regimes an der Saar mit einer Politik nationaler Selbstbestimmung und Freiheit sowie mit den Bestrebungen auf Annäherung der Völker nicht mehr vereinbar ist! Bei der zweiten Lesung des Verghaushakts äußerte sich Handelsminister Dr. Schreiber über die Maßnahmen des Ministeriums zur Be—.. der Grubengefahren. Das Jahr 1928 habe bereits eine absolute und retative Senkung der Unfallziffern gehracht. Der Kohlenbergbau habe im Jahre 1929 eine Londerkonsunktur durchgemacht. Die Gesamtlage der Kohlenindustrie habe sich nicht unwesentlich verbessert. Das treffe insbesondere auch für die staatlichen Gesellschaften zu. Auch die Löhne der Arbeiterschaft hätten eine Aufbesserung erfahren. Der im Interesse beider Länder zu wünschende Handelsvertrag zwischen Deutschland und Polen werde befinden müsse. Auch bei der demnächstigen Einordnung der Saarkohle in die deutsche Wirtschaft würden die einzelnen deutschen Kohlenreviere Opfer zu bringen haben. Der Minister wies ferner auf die Beschränkung der Reparationskohlenlieferungen hin und erklärte, es wäre nach alledem bedenklich, die Lage und die Entwickelungsmöglichkeiten des deutschen Kohlenbergbaues für die nächste Zeit zu überschätzen. Zum Schluß ging der Minister auf die Saarfeage ein. Er wies auf die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten hin, nach der Preußen die uneingeschräntte und unbelastete Rückführung des Saarbergbaues in den Staatsbesitz erwarte und erklärte, es könne kein Zweifel daran bestehen, daß Preußen sich bei dieser Ferderung im vollen Einvernehmen mit der Reichsregierung befinde. Die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regimes an der Caar sei mit einer Politik nationaler Selbstbestimmung und Freiheit sowie mit den Bestrebungen auf Annäherung der Völter gleich wenig vereinbar. Die preußische Regierung werde jeden Versuch auf das bereitwilligste unterstützen, die berechtigten Wünsche seines Nachbarn mit den eigenen deutschen Interessen und insbesondere mit denen der Saarbevölterung in Einklang zu bringen. Es sei aber notwendig, daß eine jede Richtbeachtung dieser Interessen auf den scharfsten Widerstand aller Beteitigten in Reich, Preußen und Gaargebiet stoßen werde.(Stürmischer Beifall.) In der allgemeinen Aussprache forderte Abg. Franz(Soz.) Ausbau der Schutz= und Kontrollmaßnahmen. Die pessimistischen Wirtschaftsprognosen hätten sich nicht bewahrheitet, der Kohlenbergbau habe eine gewaltige Produktionssteigerung aufzuweisen. Abg. Dr. v. Waldthausen(Dutl.) betonte, die Grubensicherheit müsse noch mehr gestärkt werden. Praktisch genommen sei im Ruhrkohlengebiet eine Arbeitslosigkeit kaum vorhanden. Das durch den Youngplan vorbelastete Deutschland könne nicht Arbeitszeitgesetze machen, vor denen die anderen Länder zurückschreckten. Regierungsvertreter äußerten sich zu den vorliegenden Großen Anfragen. Bezüglich der sozialdemokratischen Anfrage über die durch den Braunkohlentagebau hervorgerufenen land= und forstwirtschaftlichen Schäden wurde erklärt, daß die Regierung nach Kräften bestrebt sei, Schädigungen zu verhindern. In Beantwortung zweier kommunistischer Anfragen ließ die Regierung erklären, daß ein Zwang zur Ueberarbeit in den Bergwerksbetrieben nach den Ermittelungen des Ministeriums nicht ausgeübt werde und Mißhandlungen von Arbeitern zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gebracht würden. Zentrums, der die, günstige Entwich,pgzg,ur Ger Pegaupte eien, doch würe eine Peslagtlgg, ussaftung nicht gezunächst kämpfung eignet, den begonnenen zu unterstätzen. Zum Schluß der Sitzung kamen noch die Abgg. Sobottta(Komm.) und Wigand(D. Bp.) zu Worte. Der volksparteiliche Redner begrüßte die Erklärung des Ministers zur Saarfrage und äußerte Besorgnisse für Oberschlesien bei einer Einfuhr polnischer Kohle. Danach vertagte das Haus die Weiterberatung auf Gonnahend. Joungvorlagen bereits fertig. Einbringung in den Reichsrat.— Parteiführerbesprechung über die Reichsbank. — Berlin, 25. Januar. Wie verlautet, sind die Gesetze zur Ausführung des Youngplans bereits soweit fertiggestellt, daß sie dem Reichsrat zugeleitet werden können. Man nimmt an, daß der Reichsrat noch am Montag mit der Beratung der Youngvorlagen beginnt. Im Reichstag findet am Montag unter Vorsitz des Reichskanzlers eine Parteiführerbesprechung statt, die sich mit dem neuen Reichsbankgesetz befaßt. An der Besprechung nimmt außer den Fraktionsführern auch je ein Sachverständiger der Fraktionen teil. Die Reichsregierung wird außer durch den Reichskanzler, durch die Minister Dr. Curtius, Dr. Moldenhauer, Dr. Wirth und Schmidt— also durch die Führer der deutschen Abordnung im Haag— vertreten sein. Mac Garray Präsident der B33? Wie die New Yorker Zeitung„Herald Tribune“. aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, soll den europäischen Notenbankpräsidenten Gates MeGarrah, der Aufsichtsratsvorsitzende der New Yorker Federal Reserve Bank, als einer der beiden von den Vereinigten Staaten zu ernennenden Direktoren und als Präsident der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vorgeschlagen worden sein. MeGarrah genießt in Amerika den Ruf eines begabten Finanzmannes; er war auch einige Zeit Mitglied des Generalrats der deutschen Reichsbank. Rundschau. — Reichsbankpräsident Dr. Schacht weilte am Freitag in Kopenhagen. — Wie verlautet, wird die Wahl des Kommunisten Weber zum Oberbürgermeister von Solingen vom preußischen Innenminister nicht bestätigt werden. Bisher drei Millionen Auszahlungen der Hindenburg= Spende. — Berlin, 25. Januar. Unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten trat das Kuratorium der HindenMark Spenden an Kriegshinterbliebene, KriegsbeschäJahre eine Million Mark. :: Beibehaltung des 50prozentigen Vermahlungszwanges für Inlandsweizen. Das Reichskabinett hat dem Antrage des Reichsernährungsministers zugestimmt, wonach der Vermahlungssatz für Inlandsweizen auch für den Monat Februar auf 50 Prozent festgesetzt wird. Rundschau im * Der dänische Reichstag hat das neue Strafgesetzbuch, das die Abschaffung der Todesstrafe enthält, in der Schlußabstimmung fast einstimmig angenommen. * Die Sowjetregierung hat bei einer amerikanischen Firma 1850 Traktoren im Werte von 14 Millionen Mark bestellt.„„„„memt 4Mänte Weueug * Im judafritanischen Partament eiktärte General Hertzog,„Südwestafrikas Bestimmung sei, in der südafrikanischen Union aufzugehen“. * Eine deutsche Siedlung als Wiege brasilianischer Staatsmänner. * Bei der Jahrhundertfeier der deutschen Einwanderuno in Florianopolis wies der deutschstämmige Staatsdeputierte Konder darauf hin, daß die ältesten deutschen Ansiedlungen in Brasilien die Wiege der Eltern bedeutender brasilianischer Staatsmänner wie des bekannten Außenministers Lauro Müller und des Santa Catharinenser Staatsgouverneurs Felippe Schmidt gewesen sei. Verurteilung führ üder Inder. ? Der Präsident und der Sekretär des bengalischen Provinzialkongresses, sowie zehn andere führende Kongreßmitglieder wurden zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Die Anklage lautete auf Aufruhr und Verschwörung. Die Verurteilten nahmen das Urteil mit Rufen:„Es lebe die Revolution, nieder mit dem Union Jack!“ an. Mexiko bricht mit Rußland. Abberufung der Gesandtschaft aus Moskau.— Protest gegen kommunistische Demonstrationen in Mexiko. — Moskau, 25. Januar. Die mexikanische Regierung hat die diplomatischen Beziehungen zu Rußland abgebrochen und der Gesandtschaft in Moskau Anweisung erteilt, unverzüglich Rußland zu verlassen. Der Befehl wurde gegeben als Protest gegen die kommunistischen Demonstrationen, die vor den mexikanischen Botschaften in Washington, Buenos Aires und Rio de Janeiro stattgefunden haben und die die mexikanische Regierung der russischen Regierung zum Vorwurf macht. Ueber die Haltung der mexikanischen Regierung gegenüber den russischen Gesandten in Mexiko ist in der Mitteilung nichts enthalten. Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Staaten ist insofern interessant und überraschend, als Mexiko und Rußland lange Jahre hindurch im besten Einvernehmen lebten. * Ein„Gieg“ der Sowjetflotte. Admiral Galle, der die beiden russischen Kriegsschiff durch den Bosporus in das Schwarze Meer führte, erhielt ein Telegramm des Oberbefehlshabers der russischen Kriegsflotte im Baltischen Meer, in dem die Durchfahrt als ein„großer Sieg der Sowjetflotte“ gefeiert wird. Letzte Meldungen. Bayern und der Youngplan. — München, 24. Januar. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held hat sich am Freitag abend in Begleitung des Landesvorsitzenden der Bayerischen Volkspartei, Oberregierungsrat Schäffer, für mehrere Tage nach Berlin begeben, um am Sonnabend an einer wichtigen Sitzung der Reichstagsfraktion der Bayerischen Volkspartei über den Youngplan und die Haager Abkommen teilzunehmen. Dr. Held wird ferner die Gelegenheit wahrnehmen, Bayern im Reichsrat bei den Verhandlungen über den Youngplan und die Haager Abkommen persönlich zu vertreten. Die Reichstagsabgeordneter Strasser zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. — Berlin, 25. Januar. Die Strafkammer II des Landgerichts verhandelte die Berufungsklage gegen den nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten Strasser. Strasser war in der Vorinstanz wegen öffentlicher Beleidigung und Vergehens gegen das Republikschutzgesetz zu sechs Monaten Gesängnis und 350 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Unter Abweisung des Strafantrags der Staatsanwaltschaft— 18 Monate Gefängnis— bestätigte das Berufungsgericht die Freiheitsstrafe. Die Geldstrafe wurde auf 600 Mark erhöht. „Monte Cervantes“ gekentert. Der Kapitäu vermißt. — Hamburg, 24. Januar. Wie der Hamburg=Südamerikanischen Dampfschifffahrtsgesellschaft durch Funkspruch mitgeteilt wurde, ist der im Beagle=Kanal in Feuerland gestrandete Motordampfer„Moute Cervantes“ Donnerstag abend gegen 21 Uhr innerhalb kurzer Zeit nach Steuervord gekentert. Es war kaum Zeit, daß sich die noch an Bord besindlichen Offiziere retten konnten. Kapitän Dreyer, der bei dem Untergang des Schiffes auf der Kommando= brücke war, wird vermißt. Nähere Einzelheiten liegen noch nicht vor. Die Korruption Seit dem Monat Mai vorigen Jahres kaufte eine Saarbrücker Eisenfirma den täglichen Abfall des Hüttenwerkes„Deutsch=Both“ an Staub und Schlacke aus dem Stahlwerk und zwar zu Preisen von 115 bzw. 35 Franken je Tonne. Seit einigen Tagen war die Direktion benachrichtigt worden, daß zwischen dem Staub auch Guß= und Stahlstücke verladen würden, wodurch die„Abfälle“ einen Wert von 380 bis 450 Franken je Tonne besitzen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, und die mit dem Verladen beauftragten Arbeiter gaben zu, auf Befehl ihrer Aufseher in 20 Tonnen fassende Eisenbahnwagen 10 bis 13 Tonnen Guß verladen und diesen Guß als, dann mit Staub zugedeckt zu haben. Im Laufe des letzten Monats haben etwa 300 Tonnen das Werk auf diese Weise verlassen, was einen Verlust von rund 60000 Franken ausmacht. Wenn man bedenkt, daß die Betrügereien schon seit Mai vorigen Jahres betrieben wurden, so bekommt man ein Bild über die Höhe der Hintergehungen, Zwei Personen wurden bereits verhaftet, darunter der Prokurist der Saarbrücker Eisenfirma. Tabletten Togal=Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheumg, Gicht, Ischlas, Grippe, Nerven- und Kopfschmerzen, Erkältungskrankheiten. 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