Erscheint wöchentlich sechsmal.— Preis monatlich.25 und .86 Bestellgebühr, beim eigenen Postamt bestellt.— Fürs Ausland unter Streifband.95(inkl. Postgeld). Preis der Cinzelnummer 10 Pfg. Posts keckkonto Hannover 67377. mit den Beilagen„Für Herz und Haus“ „Kindergabe“ und„Auser Ziel.“ Anzeigenpreis: Die einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 10 Pfennig. Reklame 80 Pfg. Beilagen unter 25 g je tausend 15 Mt. Schluß der Anzeigen=Annahme nachmittags 3 Uhr. Postscheckkonto Hannover 67377. Nr. 2. S Bielefeld=Bethel(Verlagsort Bielefeld) Freitag, den 3. Januar 1930. 12. Jahrgang. Freund, so du etwas bist, so bleib doch ja nicht stehn: man muß aus einem Licht fort in das andere gehn. Silesius. Migmiiihhiiihhhiiing Dezember=Ereignisse in Rom. Will man sich kurz orientieren über das, was im Dezember in Rom geschehen ist, so drängen sich— abgesehen von der schon lange die politische Lage beherrschenden Vorbereitung auf die Seemächtekonferenz— drei Ereignisse besonders in den Vordergrund. Zwei gehen die Person des Papstes an, das dritte ist rein faschistisch. 5. Dezember fand nun endlich der schon längst fällige, aber immer wieder hinausgeschobene Königsbesuch im Vatikan statt. Durch dieses Ereignis kam die vor einem halben Jahr durch die Lateranverträge vollzogene Versöhnung zwischen dem Vatikan und Quirinal, zwischen dem Papst und dem Hause Savoyen, sinnfällig zum Ausdruck. Wenn auch die Tagespresse in sprachlicher Anlehnung an den faschistischen„Marsch auf Rom“ mit leiser Ironisierung vom„königlichen Marsch zum Vatikan“ redete, so wurde doch in großer Ausfürlichkeit darüber berichtet, und niemand verkannte die Bedeutung dieses historischen Augenblicks. Der Königszug bewegte sich in 7 Autos durch die innere Stadt über den Tiber zum Vatikan. König und Königin, dazu, zwecks politischen Anstrichs, der Außenminister Grandi und ein großes Gefolge politischer Würdenträger. Selbstredend der Duce nicht, denn wo der König ist, da fehlt der Duce, und umGouverneur der„vatikanischen Stadt“ feierlich willkommen geheißen. 20 Minuten dauerte die intime Audienz beim Papst. Danach machte das Königspaar ebenfalls dem päpstlichen Kardinalstaatssekretär Gasparri einen Besuch, verweilte einige Zeit in der Petersbasilika und kehrte dann in den Quirinal zurück, wo der Staatsbesuch alsbald von Gasparri im Namen des Papstes erwidert wurde. Am Nachmittag fand durch den Besuch der Königskinder, des Kronprinzen Humbert und seiner Schwester, beim Papste das offizielle Programm sein Ende. Natürlich wurden bei diesem feievlichen Staatsakt kosthare Geschenke gegeben. Der König bekam vom Papste einen Schrein aus wertvollem Holze, darin das vierbändige, in Leder gebundene und mit dem Wappen des Hauses Savoyen geschmückte Werk:„Beschreibung und Abbildung der Medaillen des Vatikans“, dazu ein Lederetui mit drei großen Medaillen in Gold, Silber und Bconze zur Erinnerung an das 8. Jahr des Pontifinats von Pius XI. Die Königin bekam eine Mosaiknachbildung der Madonna della Sedia von Raffael und einen Rosenkranz aus Gold mit kostbaren Steinen. Durch all diese Förmlichkeiten wurde die Aussöhnung äußerlich besiegelt. Ob sie nur in Worten, Besuchen und Geschenken besteht oder Realitätswert hat,— muß die Zukunft lehren. „Das zweite Ereignis war das von der ganzen katholischen Cyristenheit lebhaft mitgefeierte 50=jährige Priesterjubiläum des Papstes. Bei dieser Gelegenheit hat auch die römische Bevölkerung eine große Ueberraschung erlebt. Lange hatte man darauf gewartet, hatte seine Vermutungen darüber ausgesprochen, wann nun Pius XI. nach den Lateranverträgen und der dadurch bewirkten Aufhebung der selbstgewählten päpstlichen Gefangenschaft zum ersten Male den Vatikan verlassen und sich in der vercchii zeigen würde. Ein halbes Jahr wartete man vergevlich, vielleicht, weil der Königsbesuch so lange auf sich warten ließ. Jetzt, am 20. Dezember, am Tage seines goldenen Priesterjubiläums, verließ der Papst unerwartet in den frühen Vormittagsstunden den Vatikan und begab sich zum Lateran, um dort in der altehrwürdigen Basilika S. Giovanni, die Konstantin der Geoße grünvele,„ber Mutter und dem Haupt aller Kirchen“, seine Jubiläumsmesse zu zelebrieren. Papst Pius hatte diesen Tag und diese Kirche gewählt, weil er gerade am 20. Dezember 1879 in der Lateransbasilika zum Prieste: geweiht worden war. Am Abend vorher hatte man die Fenster des Lateranpalastes und das Innere der Basilika jestlich geschmückt; aber selbst das Personal, das dies ##rte glaubte, es geschehe für das auf den nächsten achnnitag angekündigte Tedeum. So gelang denn die völlig. Schon um 6,45 Uhr verließ das päpstliche Auto den Vatikan, und die wenigen Passanten des Lateranplatzes morgens um 7 Uhr ahnten nicht, daß einem der vorstchrenden Autos der Papst selbst saß. Als sich die Nachricht vom Ausgang des Papstes in der Stadt verbreitete, war dieser längst wieder in den Vatigen zurückgekehrt. Nur wenige erkannten ihn und beugten die Knie bei seiner Vorbeifahrt. Die römische Presse berichtete in allen Einzelheiten von dem feierlichen Gottesdienst. Sie erzählt auch von der tiefen Bewegung des Papstes, der, von der Größe des Augenblicks überwältigt, oft nicht habe weitersprechen können, weil seine Stimme von Tränen erstickt war. Das dritte Ereignis in Rom war das neue Statut der faschistischen Partei. Für Italien ist Es von ausschlaggebender Bedeutung; für den Ausländer, der sich über Wesen und Organisation des Faschismus belehren will, wichtig und interessant. Jedenfalls zeigt es, wie weit diejenigen gefehlt haben, die von einer alsbaldigen Auflösung der Partei faselten. Es ist nicht unsere Aufgabe, das Statut hier im einzelnen vorzuführen. Aber einzelne charakteristische Wesenszüge seien hier doch wiedergegeben. Das neue Statut, das vom großen Rat der Partei am 18. 12. angenommen wurde und dann natürlich auch die Billigung des Ministerrates fand, hat folgenden „Vorspruch“: „Nachdem der Große Rat dieses Statut beschlossen hat, das von heute an für alle Faschisten gültig und verpflichkend ist, richtet er an alle diejenigen, die sich nicht imstande fühlen, voll und ohne Vorbehalt die harte Disziplin der Partei anzunehmen, die Aufforderung, innerhalb einer Woche ihren Austritt einzureichen. Diejenigen, die aus physischen oder moralischen Gründen oder aus ihrer besonderen persönlichen Lage heraus austreten, werden am Leben der anderen Hilfsorganisationen des Regime teilnehmen können. Aber in der Partei haben alle, vom Führer bis zum gemeinen Mann, den Geist von Fronttruppen nötig. Sie müssen, besonders in schweren Zeiten, zu jedem Opfer, welches es auch sei, fähig 1650— Die Selbstcharakteristik der Partei lautet folgendermaßen:„Die faschistische Partei ist eine bürgerliche Miliz im Dienste des Staates. Ihr Ziel: Die Größe des italienischen Volkes zu verwirklichen. Seit ihren Anfängen, die zusammenfallen mit der Wiedergeburt italienischen Volksbewußtseins und dem Willen zum Siege, bis heute, hat die Partei sich immer im Kriegszustand befunden: Zuerst, um die niederzuwerfen, die den Geist der Nation unterdrückten; heute und immer, um die Kräfte des italienischen Volkes zu entwickeln. Der Faschismus ist nicht nur eine Gruppierung von Italienern um ein festgelegtes Programm, das teils verwirklicht ist, teils seiner Verwirklichung wartet, sondern er ist vor allem— ein Glaube, der seine Bekenner erfaßt hat, in dessen Kraft die jungen Italiener als wackere Streiter ringen.“ Im einzelnen ist dann die Organisation der Partei ausgeführt, vom Duce bis zum kleinsten Fascio eines Dorfes. Aeltere Leute nimmt man nicht mehr auf; denn wer in 7 Jahren des neuen Regimes nicht beigetreten ist. der ist von vornherein verdächtig. Aber die Jugend will man. Männliche wie weibliche Jugend ist in verschiedenen, der Altersstufe entsprechenden Verbänden gesammelt. Jedes Mitglied, ob alt oder jung, wird genau auch in seinem Privatleben beobachtet, und mit strengen Strafen, bis zur Ausstoßung aus der Partei, wird nicht lange gefackelt. Jeder neu Eintretende hat diesen feierlichen Eid zu leisten:„Ich schwöre, daß ich— ohne Diskussion alle Befehle des Duce ausführen will, daß ich mit allen meinen Kräften, nötigenfalls auch mit meinem Blute, der Sache der faschistischen Revolution dienen will.“ — Br. Ostlandnot. Wohl nirgends hat das Gift von Versailles so ätzend und zersetzend gewirkt, wie bei uns im Osten Deutschlands, im Bereich der Grenze. Still, mit verhaltener Wut und ohne innere Freudigkeit sieht man die Menschen sich abmühen. Lähmendes Entsetzen packt sie, wenn sie die Zukunft der Ihren bedenken. Und eine Reichsverdrossenheit ohne Grenzen macht sich überall breit, wohin man nur kommt. Darüber kann auch die Scheinblüte einiger Grenzstädte nicht hinwegtäuschen, in die einige Reichsmittel geflossen und verbaut worden sind. Und doch wäre das alles noch nicht so schlimm. Unzufriedene hat es immer gegeben, wird es auch immer geben, und die Kunst, es jedem recht zu machen, soll erst noch erfunden werden. Aber hier geht es um Anderes, Höheres. Hier geht es nicht um kleinliche Nörgelei. Hier geht es um den Geist einer Truppe, die im Kampfe steht, um den Geist des Grenzmärkertums! Und wehe dem, der diesen Geist vergiftet! Soviel ist klar: Der deutsche Osten ist Kampfgebiet zweier Völker. Hier sind, unsichtbar dem Auge, Schützengräben gezogen, in denen der Krieg mit anderen Mitteln weitergeführt wird, ein Krieg, zu dem die Notwehr uns treibt. Hier im Osten wird unsere Zukunft als Volk entschieden. Sein oder Nichtsein— das ist hier die Frage. Nicht mit Kanonen und Flinten wird dieser Kampf geführt, sondern mit Niere und Nerven. Und wer wird Sieger sein in diesem Existenzkampf? Das Volk allein, das den stärksten Willen zum Leben hat, das die größte Zähigkeit besitzt und den höchsten Opfermut offenbart! Vom deutschen Osten kann man schon hin und wieder in den Zeitungen lesen; ein Beweis, daß man uns nicht vergessen, daß man auch für uns etwas übrig hat, daß man einzusehen beginnt, wir könnten doch schließlich auch für die Gesamtheit etwas bedeuten. Wir Grenzmärker sind all den Brüdern und Schwestern im Reich dankbar, die ein Herz für uns haben und sich mit unseren Nöten befassen. Aber weiß man auch, wie groß diese Nöte sind und wie schwer wir an ihnen zu tragen haben? Wie ernst die Lage für das Deutschtum hier im Osten ist, darüber brachten der„Gesellige“ in einer Artikelreihe von Nr. 280 ab und mehrfach auch die„Oderzeitung" Berichte aus kernfester Feder. Wer diese Artikel von der„Grenzlandnot im Osten“, von dem Vordringen der polnischen Flut, liest und ein wenig in der Geschichte bewandert ist, denkt unwillkürlich an die Wanderzeiten der Völker Europas in frühgeschichtlicher Zeit, an die Zeit, da Burgunder und Vandalen, zwei Germanenstämme, die einst Jahrhunderte lang in unseren Gauen gesessen, dieses Land aufgaben, sich westwärts gesegneteren Landstrichen zuwandten, und in unsere Heimat der Slawe eindrang, den leeren Raum füllte und sich für Jahrhunderte häuslich einrichtete. Diese Zeiten scheinen sich jetzt zu wiederholen. Ist nun diese neue Völkerwanderung, die sich bei uns im Osten vorbereitet, nein, die wir tatsächlich vor unseren Augen sich schon auswirken sehen, im Interesse des Lebens der deutschen Nation notwendig? Ist sie für uns Deutsche irgendwie biologisch begründet? Wenn es das wäre, ja, dann könnte sie auch keine Macht der Erde hindern und zum Stillstand bringen. Da nutzte kein Appell an die bessere Einsicht, an die Pflicht zum Aus= und Durchhalten und an die Brüder im Reich. Dann hülfe kein Schrei nach Auffüllung der Front und Stählung des Frontgeistes. Biologische Notwendigkeiten wirken unaushaltbar mit der Macht von Naturereignissen. Aber wir bezweifeln eben, daß der Deutsche hier mit Naturnotwendigkeit, schicksalhaft gezwungen ist, man möchte fast sagen: fluchtartig das Land aufzugeben, um es den Polen zu überlassen. Wenn man die Landnot der Deutschen im Osten alsbiologischen Faktor anführen und die Abwanderung mit dem Satze„Volk ohne Raum“ begründen wollte, so besteht eben der unheilvolle Irrtum darin, anzunehmen, daß hier im Osten Landnot überhaupt notwendigerweise bestehen muß. Wir sehen hier eine Not, der abgeholfen werden kann und der darum im Volksinteresse unte; allen Umständen auch abgeholfen werden muß. Der„Gesellige" berichtet in Nr. 286 von den Zuständen im Kreise Flatow, insbesondere von der dort herrschenden Landnot und von der ablehnenden Stellungnahme des preußischen Staatsrates zu einem Antrag des Landeshauptmanns Dr. Caspari auf Aufteilung und Besiedelung von staatlichen Domänen, wodurch sofort 35000 Morgen für Siedlungszwecke zur Verfügung ständen. Wenn so etwas, wie die Ablehnung dieses Antrages durch den preußischen Staatsrat möglich ist, dann darf man sich darüber nicht wundern, wenn uns Grenzmärker das Gefühl beschleicht, daß unsere Not an zuständiger Stelle nicht klar erkannt werde. Das muß natürlich verbittern und die Widerstandskraft der Front wie lähmendes Gift herabsetzen. Mit Genugtuung hat man davon gelesen, daß### Gut Groß=Dammer, Kreis Meseritz, zur Besiedlung an Deutsche vergeben worden ist und nach ernsthaften Vorstellungen an zuständiger Stelle fürs Deutschtum gerettet werden konnte. Umso mehr muß es aufs höchste befremden, daß 600 Morgen des Rittergutes Woynowo im Kreise Bomst, und zwar an seiner verwundbarsten Stelle, an Polen verkauft werden sollen, von denen 300 Morgen bereits verkauft sind. Hier wird deutscher Grund und Boden an Leute aus dem benachbarten Neukranzig übereignet, die auch nicht die Spur von loyalem Empfinden gegenüber dem Reich zeigen, an Leute, die sich als Nationalpolen fühlen und ganz offen das Feuer völkischer Verhetzung schüren. Dieser Fall ist umso krasser, als ein deutscher Prinz, der Prinz Bernhard zur Lippe, allerdings, nachdem er das Land auch anderweit angeboten hat, die Hand zu diesem Handel bietet. Landrat und Oberpräsident haben zu diesem Handel ihre Genehmigung nicht gegeben. Warum hat es der zuständige Minister zetan? Wenn er aus politischen Gründen seine Unterchrift zu diesem Pakt geben mußte, dann durfte es nicht oweit kommen, daß Polen überhaupt als Bieter aufreten konnten. Dann mußte das Land im Staatsinteresse nteignet und ausgeforstet werden, wenn es sich zur Siedung nicht eignet. Im Falle Woynowo sind die lebensnotwendigen Beange der Grenzmark nicht gewahrt, sie sind geradezu nit Füßen getreten worden. Das Polentum hat einen jeuen Sieg zu den übrigen errungen, und das Deutschum hat eine schwere Niederlage erlitten. Wenn man veiter in Betracht zieht, wie das Polentum auch nach und lach von den deutschen Grundstücken in den Grenzstädten ergreift, wenn man sehen muß, wie die polnischen Ninderheitsschulen arbeiten an der Vergiftung der poliischen Atmosphäre, wenn man es blutenden Herzens ereben muß, wie die deutsche Front langsam zermürbt, abröckelt, immer weiter aufgerollt und die Grenze immer veiter nach Berlin zu verlegt wird,— dann kann man die Völkerwanderung verstehen und die verzweifelte Stimmung der Grenzmärker menschlich begreifen. Wird richt dem Deutschtum der Boden unter den Füßen wegzezogen? Oder bedeutet es etwas anderes, wenn man lesen nuß, daß über 30000 Hektar grenzmärkischer Boden seute bereits in polnischen Händen ist, eine Fläche Lanes, die um einige tausend Hektar größer ist als der ganze kreis Bomst in seinem jetzigen Umfange. Und dennoch! Eine Notwendigkeit zur Aufgabe des deutschen Ostens muß trotz alledem bezweifelt werden. der Grenzmärker darf der Grenzpsychose nicht erliegen. Er wird es auch nicht, wenn er Männer hinter sich weiß, ie Einsicht haben in das eine, was der Grenzmark vor illem anderen not tut: nämlich mit allen Mitteln zu verjindern, daß hinfort auch nur ein Heftbreit deutschen Bodens in polnische Hände fällt. Daß dieser Kampf ums Land. um Heimat und Scholle erhebliche Geldmittel verlangt, ist uns natürlich klar. Wir verkennen auch nicht die Notlage des Staates und Reiches. Und doch ordern wir von beiden die erforderlichen Mittel, um deutschen Grund und Boden deutsch zu erhalten. Gr. Land im Osten. Die dichtere Besiedelung des deutschen Ostens rück! als national=, wirtschafts= und bevölkerungspolitisches Problem immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Auf Anregung des Evangelischen Siedlungsdienstes, Sitz Bielefeld, findet demnächst, am 13. und 14. Januar 1930, n Spandau ein Schulungskursus über Fragen der WestOstsiedlung statt. Am 1. Tag sprechen zur Frage„Staat und Siedlung“ Mitglieder des Reichsarbeitsministeriums, der„Landgesellschaft Grenzmarksiedlung“ und des Landtags über„Geschichte und Entwicklung des deutschen Ostens“, über„Notwendigkeiten der deutschen Ostsied ung“ und über„Die Siedlungsgesetze des Reiches und Preußens". Am 2. Tage kommen die Aufgaben zur Verhandlung, die speziell von der evangelischen Kirche bezügich der Ostsiedlung zu lösen sind. Die Verhandlungen werden von dem Vorsitzenden des Westfälischen Provinzialverbandes für Innere Mission, in dessen Rahmen der Evangel. Siedlungsdienst begründet wurde, Kons.=Rat Lic. D. Hymmen, geleitet. Auskunft über alle Fragen der Siedlung sowie über die bevorstehende Veranstaltung gibt der Evangelische Siedlungsdienst in Bielefeld, Altstädter Kirchplatz. Warum die Spaltung? Von Paul Rüffer,..L Ueber die Ursachen, die zur Spaltung der DRBP und im Arbeiterbunde geführt haben, sind von den Ausgetretenen die verschiedensten Gründe angegeben worden. In Wirklichkeit liegen die tieferen Ursachen bereits Jahre Zwei Jahre neuer„Furche“. Gedanken eines Lesers. Von Jugendpfarrer Hermann Koller, Hagen i. W. Fleyerstraße 116. Ich blättere in dem starken Band des ersten Jahrgangs der neuen„Furche“ und in den vier Heften des sweiten Jahrgangs und versuche mir Rechenschaft darüber zu geben, was mir diese neunhundert Seiten bedeuten. Unterhaltung? Ruhepause? Zersplitterung? Wissenschaftliche Bereicherung? Diskussionsmaterial? Ich bin Leser der alten„Furche" gewesen, habe er auch bedauert, als die unter der Schriftleitung von Johannes Kühne mir wertvoll gewordenen Hefte von meinem Tisch verschwanden— und sandte doch lächelnd das erste Heft der neuen Folge an den Verlag zurück. Wie sollte ich noch Zeit, Kraft und Geld für eine neue Zeitschrift haben, wenn in Wochen und Monaten die theologischen, pädagogischen, psychologischen, wohlfahrtspflegerischen und sozialen Blätter und Zeitschriften sich auf dem Schreibtisch häusen und wenn man in ihnen nur um der Arbeit willen mit dem Bleistift in der Hand blättert, wenn man auch für die Tageszeitung nur ein paar Minuten täglich erübrigen kann!— Heute lese ich jedes Heft der„Furche“ von der ersten bis zur letzten Seite— nur noch einer zweiten Zeitschrift kann ich die gleiche Aufmerksamkeit schenken! Es war der Aussatz von Theophil Spoerri im zweiten Heft des ersten Jahrgangs über„Masse und Gemeinschaft", dem ich es verdanke, daß ich noch einmal an das bis dahin ungelesene erste Heft heranging und daß ich mich seitdem dem Versuch des Herausgebers(Pros. D. Schmitz in Münster i. Westf.) und seiner Mitarbeiter nicht entziehen kann, einem Versuch, der nichts anderes und nichts geringeres unternimmt, als dem„Leben und Denken vom zurück. Die Bruchstelle liegt, genau gesehen, am 29. August 1924, bei der damaligen Abstimmung über die Umwandlung der Reichseisenbahn in die Dawesbahn. Damals spaltete sich die DRP in zwei fast gleiche Hälften. Es wäre politisch richtig gewesen, wenn damals auch die politische Trennung gefolgt wäre. Daß das nicht geschehen ist, hat für die Partei sehr unangenehme Folgen gehabt. Von den ausgeschiedenen Mitgliedern des Arbeiterbundes ist mit stärkster Betonung die Führung der Partei durch Geheimrat Hugenberg als Grund für ihre Trennung angegeben worden. Der Bundesvorsitzende Emil Hartwig hat aber früher in der„Deutschen Arbeiter= stimme“ über Geheimrat Hugenberg das folgende geschrieben: „Hugenberg geht im völkischen Geist von dem nationalökonomischen Grundsatz Alfred Krupps aus:„Der Zweck der Arbeit ist das Gemeinwohl.“ In der DRBP bilden die Anhänger der Stöckerschen Ideen und die Freunde Hugenbergs ein Bündnis gegen Klassengeist und Kapitalismus, für Standesrecht und nationale Freiheit. Millionen deutschnationaler Frauen und Männer werden begeistert von diesen Zielen sie durch die Partei zum Siege führen.“ Was vor einigen Monaten richtig war, kann heute unmöglich so total falsch sein, daß der Austritt nach der persönlichen Seite eine Notwendigkeit geworden ist. Die Dinge liegen erheblich anders. Die Christlich=soziale Reichsvereinigung, die im August 1927 in Bielefeld begründet wurde, sollte, so wünschten einige christlich=soziale Freunde, die sehr stark gewerkschaftlich eingestellt waren, zu einer Aufnahmestellung ausgebaut werden für den Fall, daß eine Trennung der gewerkschaftlichen Richtung von der Partei notwendig werden soll. Zu diesem Zwecke wurden schon um die Jahreswende 1928/29 sehr hohe Beiträge von den parlamentarischen Freunden gefordert. Der Verfasser dieser Zeilen hat in einem Briefe an den Bundesvorsitzenden, Emil Hartwig, unterm 29. Dezember 1928 im Blick auf diese Tendenzen u. a. das Folgende geschrieben: „Es kann deshalb nicht die Aufgabe der christlich=sozialen Parlamentarier sein, neben dem Deutschnationalen Arbeiterbunde noch eine andere christlich=soziale Organisation ins Leben zu rufen. Eine solche selbständige Organisation innerhalb und außerhalb der DNBP führt mit Naturnotwendigkeit früher oder später zur Spaltung der DRBP, das steht aber im schärfsten Widerspruch mit der von uns eigenommenen Haltung gegen die sogenannten Splitterparteien und das steht auch ebenso im schärfsten Widerspruch zu der von uns geforderten großen deutschen Rechten.“ Usw. Die Verhältnisse waren schon nach dem Wahlausfall vom 20. Mai 1928, als die Führerkrisis auftauchte und als Lambach seinen ersten Vorstoß unternahm, gespannt geworden. Sie erfuhren eine außerordentliche Verschärfung durch das Organ der christlich=sozialen Vereinigung und Judica auf einer Sekretärkonferenz gefaßt wurde. Neue Spannungen entstanden durch das Volksbegehren. Der unter gewerkschaftlichem Einfluß stehende Flügel der Christlich=Sozialen vermochte nicht in dem Volksbegehren und Volksentscheide den Freiheitskampf der deutschen Nation zu erblicken. Der Konflikt entzündete sich an dem § 4 und an den sogenannten Treviranus=Briefen. In der Vorstandssitzung vom 3. Dezember hat der Reichstagsabgeordnete Hartwig eine Rede gehalten, die inzwischen durch die Presse eine weite Verbreitung erfahren hat, die aber doch die Wirkung hatte, daß mit erdrückender Mehrheit das Ausschlußverfahren gegen Hartwig und Genossen beschlossen wurde. Die Sache würde— so ist dem Verfasser von verschiedenen Seiten übereinstimmend berichtet worden— ganz anders gelaufen sein, wenn der Abgeordnete Hartwig die politische Klugheit besessen hätte und eine Erklärung etwa in dem Sinne hätte abgegeben, daß die Veröffentlichung der Solidaritätserklärung mit dem Abgeordneten Trevirauus zu bedauern sei. Daß das enterblieben und daß die Ausführungen in so außero-dentlich scharf zugespitzter Form gemacht wurden, hat den Umschwung bei denjenigen Vorstandsmitgliedern herbeigeführt, die auf eine Beseitigung des Konflikts hingearbeilet haben. Im Deutschnationalen Arbeiterbunde lagen die Dinge noch anders. Auf dem Kasseler Parteitage war eine Entschließung angenommen worden, die dem Bundesvorstande Vollmacht zum Handeln gab. Diese Entschließung wurde in der Erweiterten Sitzung des Bundesvorstandes am 8. Dez. dahin interpretiert, daß auch die Kasseler Entschließung die Vollmacht zur Satzungsänderung in sich berge. Diese Auslegung wurde von der Minderheit bestritten, weil nach§ 12 der Bundessatzung nur die Bundesversammlung die Satzungsänderung beschließen könne. Es wurde eine dreigliedrige Kommission, die die Satzungsänderung vorbereiten sollte, gebildet und es wurde außerdem beschlossen, daß die veränderte Bundessatzung der späteren Bundesversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden solle und gleichwohl wurde beschlossen, daß die noch nicht genehmigte geänderte Bundessatzung mit Wirkung vom 8. Dezember in Kraft gesetzt werden sollte. Außerdem wurde erklärt, daß am 9. 12. der Deutschnat. Arbeiterbund in das Heim des DHV übersiedeln sollte. Gegen dieses satzungswidrige Verhalten der Mehrheit erhob die Minderheit Einspruch unter Führung des zweiten Bundesvorsitzenden. Sie erklärte sich im Anschluß an die erweiterte Ausschußsitzung in einer Sondersitzung für den Deutschnationalen Arbeiterbund innerhalb der DNBP. Auf dem Wege zum Haag — Berlin, 2. Januar. Den Klang der Silvesterglocken noch in den Ohren die###estern und heute die Delegationen der Mächte ach dem Haag an. Die englische Abord nung verließ London am Neujahrstage, die deutsche wird in den Abendstunden des heutigen Tages den Zug nach Holland besteigen. Ueberraschender Weise wird England diesmal im Haag— abgesehen von den Sachverständigen— nur minister## Schatzanzler Snowden und den Handels„ster Graham vertreten sein; Außenminister Henrerson bleibt in London zurück, um sich in etwa zehn Tagen zur Ratstagung nach Genf zu begeben. Gegensatz zu England hat Frankreich nicht nur seinen Außenminister Briand nach dem Haag entsandt, sondern auch seinen Ministerpräsidenten Tardieu. „„ Die Aussichten der Haager Schlugkonferenz wurden vor einigen Tagen weit besser beurtellt, als jetzt in der letzten Stunde vor dem Beginn der Verhandlungen. Das liegt daran, daß es nicht gelungen ragrirenen alle ersten so gessragen herbeizuführen. Wie bei der eesten, so gehen die Minister auch jetzt bei der zweiten Konferenz mit der Aussicht noch den ie e dri Konferenz hatten bereinigen wollen. Ein Teil dieser Restfragen ist alt, so z. B. der Streit um die Reparationen der österreichischen Nachfolgestaaten und Bulgariens. Briand und Tardien haben über diese Punkte noch Silvester umfangreiche Besprechungen geführt, doch war das Ergebnis dieser letzten Verhandlungen ebenso mager, wie das der voraufgegangenen. Bulgarten hat nur wenig Zugeständnisse gemacht, Ungarn aber hat jedes Zugeständnis abgelehnt. Enttäuscht über diesen Ausgang der Diskussion sind vornehmlich die Franzosen und die Belgier, weil sie gehofft hatten, auf dem Konto der Ostreparationen einen Teil der Beträge wieder hereinholen zu können, die sie bei der Erhöhung des Anteils Englands an den deutschen Tributzahlungen„opfern“ mußten. Daß das nicht gelungen ist, hat Paris sichtlich verstimmt. Die Frage der Ostreparationen ist aber nicht die einzige, über die in den letzten Tagen immer wieder verhandelt wurde. noch bedeutsamer scheinen die re en Evangelium aus“ in einer Zeitschrift Ausdruck zu verleihen. Diese Zeitschrift will und muß in ihren Beiträgen bei dem Versuch bleiben, denn ihre Mitarbeiter wissen: „Gott behält den Schlüssel zur Wahrheit in seiner Hand“ (K. Heim in einer im ersten Jahrgang abgedruckten Predigt). Die Tatsache des Versuchs bedeutet aber nicht, daß die„Furche" ein unsicher herumtastendes Ausspracheorgan wäre— deren haben wir genug!—, nein, es geht ihr darum, in die Problematik unserer Lage hineinzuführen, aber eben auch zu zeigen, daß dieser Lage„allein das Evangelium gewachsen ist" und„daß es... bei aller „Bildung“ zuerst und zuletzt um den ganzen Menschen in seiner Existenz vor Gott geht"(aus den„Bemerkungen des Herausgebers“, die uns in jedem Heft begegnen). Wenn dieser Ansatz der Zeitschrift deutlich empfunden wird, mag es auch verständlich werden, daß es der „Furche“ gegenüber nicht um Unterhaltung, Ruhepausen, Zersplitterung, wissenschaftliche Bereicherung, Diskussionsmaterial gehen kann. Die„Furche" vermittelt nicht Unterhaltung, sondern sie fordert sehr gebieterisch Haltung, Arbeit, weil jedes Heft uns irgendwie anspricht(dies eben nicht in dem angenehm„ansprechenden“ Sinn gemeint!), uns so fragt, daß geantwortet werden muß. Wohl spricht der Herausgeber gelegentlich selbst einmal von„Ruhepausen", die uns durch einzelne Aufsätze und Bilder zuteil werden, aber wenn man sich tief hineingelesen und hineingesehen hat, wird man auch in den„Ruhepausen" beunruhigt(ich denke etwa an die Wiedergabe der Holzplastik von Wilhelm Groß„Christus in Gethsemane" im zweiten Jahrgang). In der Lektüre von Zeitschriften liegt zweifellos die Gefahr der Zersplitterung— die„Furche“ scheint mir diese Gefahr in ihrer Einseitigkeit und Eindeutigkeit zu vermeiden: in allen ihren Aufsätzen, in den Bemerkungen des Herausgebers, den Buchbesprechungen und Bildbeilagen geht es der„Furche“ innner irgendwie um das„Leben und Denken vom Evangelium aus.“ Vermittelt die „Furche“ wissenschaftliche Bereicherung? Ja und Nein! Für die Fachwissenschaft haben wir andere Organe. Aber daß mir— ich rede als Theologe!—„Grundsätzliches über eine evangelische politische Partei“(Albert Debrunner.)„Goethes Naturauffassung in neutestamentlicher Beleuchtung“(Wilhelm Loew),„Die Pilatusszene des Johannesevangeliums“ als„Auseinandersetzung mit Spengler und Blüher"(Otto Schmitz),„Der Kampf um Gott in der zeitgenössischen Dichtung"(Johannes Wilkens), „Evangelischer Oeffentlichkeitswille“(Wilhelm Kolfhaus), „Die Kirche im Arbeiterquartier“(Günther Dehn), „Schauen und Glauben— Vom Gegensatz der Kunst zur Religion“(Theophil Spoerri)— daß mir in so vielgestaltiger Form meine Fachwissenschaft in der„Furche" begegnet, macht mir diese Zeitschrift in ihrer einseitigen Weitschaft so wertvoll. Andererseits möchte ich hier der von Nichttheologen häufig an der„Furche“ geübten Kritik, sie sei zu theologisch, mit einer Frage begegnen: muß nicht bei dem Versuch, alles„vom Evangelium aus" zu bedenken und zu betrachten, alles„Theologie“ werden? Daß die „Theologie“ in der„Furche" nicht nur„theologische Diskussion“ sein will, hat sie, meine ich, in den bisher vorliegenden beiden Jahrgängen zu erweisen versucht. Ich werde auch für den nächsten, dritten Jahrgang der neuen„Furche" Zeit und Kraft und Geld haben.— Zeit und Kraft: alle Vierteljahre nur liegt ein Heft auf meinem Schreibtisch und dieses Heft nimmt mir nicht Zeit und Kraft, sondern stellt immer wieder meine Zeit und meine Kraft in einen einzigen Zusammenhang. So gibt die„Furche" Zeit und Kraft. Geld: die nüchterne Art der „Furche" erlaubt es mir, daß ich meine Bemerkungen über die neue„Furche“ mit der sehr nüchternen, aber für uns heute oben sehr wirklichkeitsnahen Bemerkung schließe: Die„Furche“ kostet im Jahr.— Mh., für Stukenten 6,40 Mu.— 450 Seiten für 6,40 und 8 Mark. engtisch=franzbsischen Auseinandersetzungen hinsichtlich des Sitzes der Bank für internationalen Zahlungsausgleich zu sein. Die Sachverständigen in BadenBaden haben sich bekanntlich auf Zürich geeinigt, sehr zum Leidwesen der Belgier, die diese neue Bank in Brüssel haben wollten. Wiederaufgerollt wurde die Frage des Sitzes der Bank aber durch England, dessen Reglerung noch nicht ihre Einwilligung für Zürich gegeben hat. Als letztes Hindernis tauchte dann der deutschamerikantsche Sondervertrag über die deutschen Tributzahlungen an Washington auf. Während man dieses Abkommen zuerst in Paris ruhig aufnahm, geben sich die französischen Zeitungen jetzt Mühe, das deutsch=amerikanische Abkommen als„den schwarzen Punkt im Haag“ hinzustellen. Zur Begründung dieser schwer verständlichen Feststellung fügen sie hinzu, der deutsch=amerikanische Vertrag stürze den Young= plan um, beeinträchtige die Kassenbestände und die Gewinnaussichten der Reparationsbank und erst recht die Auflegung der deutschen Reparationsschuldscheine. Nun ist es zwar richtig, daß die Zahlungen, die Deutschland direkt an Washington leistet, von den Zahlungen an die Tributbank abgesetzt werden müssen, doch ist nicht einzusehen, wie die hier in Frage kommenden geringfügigen Summen derart weittragende Folgen haben sollen, wie die Franzosen es sich ausmalen. Wenn auch die Aussichten der Kommerzialisierung der deutschen Bonds gegenwärtig ungünstig sein mögen, dann kann das natürlich nicht Deutschland zur Last gelegt werden, weil für die Mobilisierung der Schuldverschreibungen ja nicht der gute Wille Deutschlands, wohl aber die Dispositionen der amerikanischen Finanz von ausschlaggebender Bedeutung sind Die Haager Schlußkonferenz hat somit alles in allem nicht nur formelle Bedeutung, sondern auch diese Konferenz ist noch— wie Tardieu sagte— mit einem inneren Risiko belastet. Entscheidend für die deutsche Delegation muß dabei sein, daß die Ueberwindung der letzten Schwierigkeiten durch neue Opfer Deutschlands unter keinen Umständen in Frage kommen kann. Nach der Zustimmung der Regierungen müssen die Haager Abmachungen noch von den Parlamenten bestätigt werden, und dazu wird sich der Reichstag nur dann verstehen, wenn die im Youngplan festgesetzten Beträge— von denen ja noch keineswegs sicher ist, daß sie auf die Dauer von Deutschland aufgebracht werden können— tatsächlich die Höchstsummen bleiben. Zusätzliche Lasten zu tragen ist Deutschland nicht in der Lage. Nicht zu trennen von den Haager Vereinbarungen ist ferner die Regelung der Saarfrage, die unbedingt in die Gesamtliquidierung einzubeziehen ist. Mag diese Frage gegenwärtig auch im Haag zur Debatte stehen, so muß doch die Haager Konferenz zu einer Beschleunigung der langwierigen deutsch=französischen Saarverhandlungen führen, damit Deutschland, wenn es die letzte Entscheidung über den Youngplan zu fällen hat, gleichzeitig auch in der Saarfrage klar sieht. Hindenburg sem Saßreinlaß des Neujahrstages fanden auch in die Empfänge statt, dem Reichspräsidenten die üblicher die Ghese 13 Uhr mittags empfing der Reichspräsiden beim Reich beglaubigten fremden diplo matischen Vertretungen. französische Botschafter de Margerie brachte als rangältester Botschafter dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des Diplomatischen Korps in einer Ansprache zum Ausdruck, in der er u. a. aus. führte: "„Die hiesigen Vertreter der fremden Mächte beobachten mit wachsender Aufmerksamkeit die Bestrebungen, die alle Regierungen im Völkerbunde wie auf den großen internationalen Konferenzen verfolgen mit dem Ziele, dem Frieden seine wahre moralische und materielle Grundlage zu geben, um auf diese Konflikte oder drohende Konflikts. möglichkeiten auszuschalten, die entstehen könnten, wenn oder abweichende Interessen die Völker zeitweise in Gegensatz zueinander bringen.“ diesem Zusammenhang gedachte der Botschafter it ehrenden Worten des verstorbenen Reichsurzinitrers Dr. Stresemann, der sich mit herodauernsen### drückender Krankheit so lebhaft diesem ## üven Suchen nach friedlichen Vereinbarungen und Tosungen gewidmet habe, und schloß mit den Worten „An gutem Willen hat es nirgends gefehlt, und heute, wo an der Schwelle des neuen Jahres die Lösung so vieler Fragen gesucht wird, die für den Wiederaufbau der Welt und ihre glückliche Weiterentwicklung auf den Bahnen der Eintracht, Gerechtigkeit und allgemeinen Wohlfahrt von hoher Bedeutung sind, vereinigen wir uns vor Ihrer ehrwürdigen Person in berechtigten, durch keine Schwierigkeiten zu erschütternden Hoffnungen. In dieser festen Ueberzeugung bitten wir Sie, Herr Reichspräsident, für Ihre Person und für das deutsche Volk unsere aufrichtigsten Wünsche entgegenzunehmen. Der Reichspräsident dankte zunächst in herzlicher Weise für die Glückwünsche er sein Widerhall finden. Im Anschluß daran gab ehrende Gedenken dag Penustuung Ausdruck über das Mannes, der bei den internatio„ Veichspräsident knüpfte daran folgende „#ngsvolle Erklärung: „Det deutsche Volk hegt die Zuversicht, oaß die dcrorn des letzten Jahres mit Erfolg im neuen werden wird. Schwere Lasten sind uns auferlegt. Deutschland kann aber seine Aufgaben im Kreise der Nationen nur dann ersüllen, wenn 9 pelltische Freiheit und wirtschafterchr untsaltungsmöglichkeit hat. Die Ruhe und Sicherheit der Welt. die wir alle wün. schen, haben politische Gleichberechtigung und wirtschaftliche Gesundheit aller Staaten zur Veraussetzung.“ In der Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht werde, sprach der Reichspräsident den auswärtigen Diplomaten zugleich auch für ihre Staatsoberhäupter, Regierungen und Völker im Namen des Deutschen Reiches und im eigenen Namen seine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus. An dem Empfang nahmen auch Reichskanzler Müller und Reichsaußenminister Dr. Curtius teil. Der Empfang der Reichsregierung. Nach den fremden Diplomaten empfing der Reichspräsident die Mitglieder des Reichskabinetts. Im Namen der Reichsregierung sprach clerung„prach Reichskanzler Müller dem Reichspräsidenten die herzlichsten Glückwünschez neuen Jahre aus. Das deutsche Volk sei glücklich,.— Reichspräsidenten ein Oberhaupt zu besitzen, das in der ganzen Welt geachtet und in Deutschland verehrt werde. Der Kanzler warf dann einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr. Im Mittelpunkt unserer zum im genden Lasten gestanden. In I Verhandlungen hätten die deutschen Sachverständigen in Paris ein Ergebnis herbeigeführt, das Gegenstand schwieriger internationaler Verhandlungen auf der Haager Konferenz gewesen sei. In diesen Erörterungen ist die Räumung der zweiten Zone des besetzten Gebietes vor dem vertragsmäßig festgesetzten Termin erreicht worden. Die dritte Zone soll spätestens am 30. Juni dieses Jahres von den Besatzungstruppen geräumt und damit Deutschland wieder frei werden. Ein Ziel, nach dem alle Deutschen sehnsüchtig blicken. „Wir hoffen“— so fuhr der Kanzler fort—„daß das Ergebnis der Verhandlungen, die in den nächsten Tagen das Werk der Sachverständigen und die Arbeiten der ersten Haager Konserenz zum Abschluß beingen sollen, dem Frieden und einer wahren Verständigung der Völker dienen wird.“ Der Reichskanzler kam dann auf die innenpolitischen Verhältnisse zu sprechen und verwies darauf, daß die Reichsregierung im Zusammenhang mit der vorgesehenen Erleichterung unserer Lasten eine Reichsfinanzreform in Angriff genommen und dazu die Grundzüge eines umfassenden Programms vorgelegt habe. Jede Finanzreform, die diesen Namen wirklich verdiene, müsse auf einem in Einnahme und Ausgabe ausgeglichenen Reichshaushalt beruhen, der auch die Kasse des Reiches von Belastungen befreie, die aus der Vergangenheit auf sie drücken. Die Erledigung dieser Aufgaben werde nach Abschluß der Haazer Verhandlungen die vordringlichste Sorge der Reichsregierung sein. Gesunde Finauzen seien eine Vorbedingung politischer FreiReichskanzler fügte hinzu, daß die Regierung zu der Lösung dieser und anderer wichtigen Aufgaben aber nicht nur des Vertrauens des Reichstages, sondern der tätigen Mitarbeit aller Kräfte deutschen Geistes und deutscher Arbeit bedürfe. Hindenburgs Neujahrswunsch. „Alle einig im Gedanken an das Vaterland.“ Der Reichspräsident erwiderte die Glückwünsche der Reichsregierung aufs herzlichste und sprach die Hoffnung aus,„daß der auf dem Gebiete der Außenpolitik eingeschlagene Weg den rheinischen Landen, die immer noch die Last fremder Besatzung tragen, endlich die Freiheit bringt und die Reparationsfrage einer Lösung entgegenführt, die den Lebensinteressen des deutschen Volkes und dem Geiste eines wahren Friedens entspricht. Die richtige Verteilung der uns auferlegten Lasten, die Stärkung der Wirtschaft, insbesondere die Durch= und Weiterführung der zur Wiederherstellung der Rentabilität der notleidenden Landwirtschaft eingeleiteten Maßnahmen und die Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten für die große Zahl der Erwerbslosen sind die weiteren Aufgaben, die im neuen Jahre ihrer Regelung harren. Gegen Parteizeist und Jnteresfenpolitik. Wenn alle diese schweren Fragen so gelöst werden sollen, wie es das Wohl unseres Vaterlandes und die Verantwortung für dessen Zukunft fordern, dann müssen Parteigeist und Interessenpolttik hinter die großen vaterländischen Gesichtspunkte zurückgewerden und die Lebensfragen unseres Volkes alle Deutschen zu einer breiten einheitlichen Front zusammenschließen. Ich spreche daher in dieser Stunde erneut die Mahnung aus, daß hoch über den Parteien das Vaterland stehen muß! Wer entschlossen Hand mit anlegt und mitarbeitet an den Aufgaben der Gegenwart und am Aufbau der Zukunft, der handelt wahrhaft uational. Wir sind reich an Kräften des Geistes und der Arbeit; wenn fie sich albe im Gedanken an das Vaterland zusammenfinden, dann brauchen wir um die Zukunft Deutschlands nicht zu bangen. Daß das neue Jahr solche Erkenntuis festigen möge, ist heute mein treuer Wunsch.“ Nach dem Empfang der Reichsregierung nahm der Reichspräsident noch die Glückwünsche des Reichstags, des Reichsrats, der Wehrmacht, der Neichsbahn und der Reichsbank entgegen. Neujahrserlaß an die Wehrmacht Hindenburgs Gruß.— Grdener und Heye an die Reichswehr.— Admiral Naeder an die Marine. — Berlin, 2. Januar. Reichspräsident von Hindenburg richtete folgenden Neujahrsgruß an die Wehrmacht: Der deutschen Wehrmacht, Reichswehr und Reichsmarine, entviete ich zum Nahreswechlel meine herzlichsten Glückwünsche. Tut weiterhin in Gehorsam und treuer Pflichtersültung Eure Schuldigkeit. gez. von Hindenburg, Reichspräsident. Reichswehrminister Groener erließ folgenden Neujahrsgruß an die deutsche Reichswehr: „Allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften, Beamten, Angestellten und Arbeitern wünsche ich ein gutes neues Jahr. Schwere Entscheidungen im Innern und nach außen stehen dem deutschen Volke bevor. Ueber dem Streit des Tages, über Klassen und Ständen, über politischen Parteien und Bünden dienen wir allein dem Staat, der beutschen Republik. Das Reich zu schützen und zu erhalten war und bleibt erste Aufgabe der Reichswehr. Diese Aufgabe fordert Zusammenstehen im Glauben und im Wollen. Je wirrer die Zeiten, umso fester die Wehr! gez. Groener, Reichswehrminister." Der Neujahrsgruß des Chefs der Heeresleitung lautet: „Allen Angehörigen des Reichsheeres meinen Dank für die Arbeit im vergangenen Jahre und ein herzliches Glückauf für 1930. Im Gehorsam und Vertrauen ruht die Kraft der Armee. Auf diesem Fundament wollen wir im neuen Jahre weiterbauen. gez. Heye, General der Infanterie und Chef der Heeresleitung.“ Der Chef der Marineleitung, Admiral Raeder, gab folgenden Neujahrsgruß bekannt: „Beim Jahreswechsel spreche ich allen Angehörigen der Reichsmarine meinen Dank für treue Mitarbeit und meine besten Wünsche für das neue Jahr aus. Selbstlose Pflichterfüllung uno treue Kameradschaft sollen auch im neuen Jahre unser Leitstern sein, im Dienste für unsere geliebte Wasse, für unser Volk und Vaterland. gez. Raeder, Admiral Dr. h.., Chef der Marineleitung.“ Ministervorträge bei Hindenburg. Der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Curtius stattete dem Reichspräsidenten vor der Abreise nach dem Haag einen Besuch ab und hielt dem Reichspräsidenten Vortrag. Ferner empfing Reichspräsident von Hindenburg den Reichsfinanzminister a. D. Dr. Hilferding in Abschiedsaudienz; im Anschluß daran machte der neue Reichswirtschaftsminister Schmidt Hindenburg seinen Antrittsbesuch. Genfer Arbeitsprogramm. Am 6. Januar Kohlen= und Landwirtschaftskonferenz. Am 18. Januar Bezinn der Ratstagung. — Genf, 2. Januar. Sofort nach Neujahr beginnt eine tagungsreiche Tätigkeit des Völkerbundes. Den Anfang macht am 0. Januur neben einer Kohlenkonferenz im Internationalen Arbeitsamt die erste Zusammenkunft von landwirtschaftlichen Sachverständigen aus nicht weniger Ländern, die unter Leitung einer Abordnung des Wirtschaftsausschusses die Mittel zu prüfen haben, wie der landwirtschaftlichen Krise im allgemeinen und derjenigen des Getreidebaues im besonderen begegnet werden könne. Am 7. Januar nehmen die Sachverständigen für die Vereinheitlichung der Zollnomenklatur ihre Arbeit wieder auf, und am 13. versammeln sich zugleich mit dem Völkerbundsrat der ständige Wirtschaftsausschuß und das Zentralkomitee der Opium=Konvention. Am 20. schließt sich sodann eine Tagung des beratenden Opiumausschusses an, der auf Grund einer Entschließung der letzten Völkerbundsversammlung bedeutende Vorschläge über die Einschzänkung der Fabrikation von Rauschgiften und die ampfung des geheimen Handels mit solchen auszuarbeiten haben wird. Am gleichen Tage versammelt sich serner der Finanzausschuß, worauf kurz vor Monatsende, am 28. Januar, noch der neu eingesetzte Ausschuß für die Ueberprüfung der Organisation und namentlich der Rekrutierung und Beförderung des Personals des Völkerbundssenats und des Internationalen Arbeitsamtes mit seiner Arbeit beginnen wird. Gegensätze in der Flottenfrage. Meinungsverschiedenheiten über die Verteilung der schweren Kreuzer.— Keine Hinzuziehung Spanieus. — London, 2. Januar. Wie der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph“ meldet, kommt eine Erweiterung der Londoner Flottenkonferenz durch Hinzuziehung Spaniens kaum noch in Frage. Immerhin werde Spanien als Mitglied des Genfer Abrüstungsausschusses ja Gelegenheit haben, die es interessierenden Beschlüsse der Londoner Flottenkonferenz zu prüfen. Die Zusammenkunft Macdonalds mit dem französischen Ministerpräsidenten Tardieu dürfte in Chequers erfolgen. Die Schwierigkeiten der Flottenkonferenz werden von der im allgemeinen gut unterrichteten Zeitung als sehr ernst hingestellt. Das Blatt befürchtet auch, daß die ameritanische Abordnung in London anstatt 18, wie zwischen Hoover und Macdonald vereinbart, 21 Kreuzer von je 10000 Tonnen verlangen werde. Das amerikanische Marineministerium habe sogar 23 Schifse dieser Klasse verlangt. ##. Die Verteilung für den schweren Kreuzertyp zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien sei von amerikanischer Seite danach wie folgt in Aussicht genommen: Amerika 21 Schiffe von 10000 Tonnen „ S 20=Zentimeter=Geschützen, Großbritannien 10 Schiffe von 10000 Tonnen und zwei von 8400 Tonnen mit 116 20,3=Zentimeter=Geschützen. Der Vorsprung von 75 20,3=Zentimeter=Geschützen der amerikanischen Flotte würde ausgeglichen werden durch eine beträchtliche britische Ueberlegenheit in den kleinen Kreuzern mit 15,2=Zentimeter=Geschützen. Für diese Regelung machen sich trotzdem sehr beträchtliche Einwände in englischen Flottenkreisen geltend. Als Beweis für die Ueberlegenheit der 20,3 über die 15.=Zentimeter=Geschütze wird die Schlacht bei den Falkland=Inseln erwahnt. Einer der beteiligten englischen Offiziere soll danach erklärt haben, die auf der„Invincible“ gelandeten 15,2=Zentimeter=Geschütze Sneisenau“ und„Scharnhorst“ hätten fast gar Girkung gehabt, während die 20,3=Zentimeter#osse das ganze Schiff auf das schwerste erschütDer französische Außenminister Briand hatte in Paris längere Besprechungen mit den Botschaftern Italiens und Spaniens. Gegenstand der Unterredung war die Londoner Flottenkonferenz. Der Fort-Gürtel am Rhein. eines Augenzeugen.— Verwendung eines ganz neuen Materials. — Riga, 2. Januar. Der Schweizer Korrespondent einer lettischen Zeitung schildert die geplanten und teils bereits in Angriff genommenen französischen Befestigungsbauten in Elsaß=Lothringen und bezeichnet diese Festungsbauten als Meisterwerke der französischen Militärspezialisten. Wie der Korrespondent auf seiner Reise durch Elsaß=Lothringen erfahren haben will, ist bei den Bauten ein neues Material verwendet worden, eine Lezierung verschiedener Metalle, die außerordentlich dauerhaft und widerstandsfähig ist. Die Form der Festungswerke sei neuartig und berücksichtige die bei der Verteidigung Verouns gemachten Erfahrungen. Die Befestigungen wurden dicht nebeneinander errichtet, so daß eine undurchbrechbare Kette längs der ganzen französisch=deutschen Grenze gebildet werde. Im . A m 1 3. F e b r u a r w i r d d a n n i n F o r m e i n e r g e schaftlichen Tagung die Errichtung des Einheitsverbandes, der den Namen Reichsverband der deutschen andwirtschaftlichen Genossenschaften=Raiffeisen führen Aufruf der Demokraten . Mähln An die Wahlet.—„Wir künden dem Pessimismus Fehde an.“ „3 Vorstand der Deutschen Demokratischen Parjahrsaufruf, in de, demokratischen Wähler einen Neu#em es nach einem Hinweis auf die Hewpugten“Pitte heißes““ssenen Front der staats. gungen ruger Fusionsmöglichkeiten die die alie Ziegz dieser Zeit war jedoch der dichte Rauch sofort von einer Ainos gedrungen. Die Kinder wurden ungeheuren Panik Ein Polizist versuchte vergeblich durch Wiederherstellung der Ordnung die Kinder zu retten. Bei dem allgemeinen Andrang zu den Ausgängen wurde eine große Anzahl der Kinder niedergetreten. Wie berichten, lagen die niedergetretenen Kinühbereinandel wag den Tribdtnen zu saihe zu den Tribien zu sechs und mehr hr als hundert Feuensehrleute und rungen vasu gilt es, nicht durch unfruchtbare ErörieAngriffsfalle könnten diese Verteidigungsstellungen durch einen Feuervorhang so abgesperrt werden, daß jede Annäherung des Gegners unmöglich sei! Hinter dem Befestigungsgürtel würden neue strategische Bahneu angelegt, um die Anlagen mit den rückwärtigen Garnisonstarten zu verbinden. Mit dem Bau von wir dem Pessimismus Fehde an. Die nächsten Wochen und Monate werden reiche Gelegenheit zum politischen Handeln geben. Wir werden fremde Wachtgekote ohne Unterwerfung unter stellt wird. nischen Schäden.. Eindarf schleuniger durchor.. dus Wahlrecht beist mit Entschiedenheit vorwärts zu treiben mahiae Aufruf schließt mit einem Appell an die da eine Partes erwillige Kleinarbeit zu leisten, mit der besten nicht“ großen Politik allein— auch mi der bestrn nicht— nicht vorwärts komme. Politische Rundschau. le, die das Kino darstellte, zu retten. Ein Gsoher, Xeil der niedergetretenen Kinder konnte in Ecchecheit gebracht und ins Krankenhaus gebracht werGile Iu. kurzer Zeit war ausreichende medizinische elle, In zahlreichen Fällen kam diese jeits zu sput. Man befürchtet, daß sich unter immern des durch den Vrand fast vollständig zerstörten Kinos noch eine Anzahl weiterer Kinderleichen befinden. Außerhalb des Kinos spielten sich herzzerreißende Szenen ab, da der größte Teil der Mütter und Väter der im zno befindlichen Kinder inzwischen eingetroffen waren. Die Szenen wiederholten sich später im Krankenhaus, wo lange Reihen von Kinserleichen aufgeoahrt lagen. Die meisten der Opfer sind— wie später festgestell! Pasen ersegen. Flammen entwickelten giftigen sonstädten zu..... Mit dem Bau von aynlchen Anlagen sei infolge der Verschärfung der Beziehungen zu Italien auch längs der französischitalienischen Grenze begonnen worden. — Berlin, den 2. Januar 1930. abte ein Is fährigste schen Vizekonsul in Danzig vereinen Revolveranschlag. in geistiger Umnachtung Täter beging Selbstmord, Die Schusse Reise nach Moskau. Wer wird Außenkommissar? Umgruppierungen in der russischen Tiplomatie.— Wechsel auf dem Berliner Botschafterposten? Wie aus Moes Pertin, 2. Jannar. musse„santscherin voraue: irtd wird der ###lau gemeldet wird, wir kom.„ur Tschlischerin voraussichtlich am .###tscherin veraussichtlich am 5. Januar in Nau eintressen. Die Reise Tschitscherins wird danuch unternommen, um die Uebergabe der Amtsgeschäfte an den neuen Außenkommissar zu regeln. Tschitven gwerde höchstens zwei Wochen in Moskau blei####t weroe sich alsbann wieder nach Wiesbaden zur Hortsetzung seiner Kur begeben. rum Fschtscherin wird unmittelbar nach seiner Ander Somietos kau dem Präsidenten des Vollzugskomitees der Eonstrunion sein Rücktrittsgesuch, übermitteln, Als Nachfolger Tschitscherins werden zwei Personlichkeiten genannt: Rykow und der stellvertretende Außenkommissar Litwinow. Man erwartet, daß der jetzige Botschafter in Berlin, Krestinski, seinen Posten verlassen und zum Stellvertreter des Außenkommissars der Sowjetunion ernannt wird. Auch eine andere höchst interessante diplomatische Veränderung wird in der nächsten Zeit erfolgen. Sie betrifft den Botschafterposten in einem nahöstlichen Staat. Zum russischen Bo. schafter in Angora wird Karachan ernannt gegen Göbbels. Reichst von Hindenburg hat wegen eines im Ereiläteg grlagenenen Artikels:„Lebt Hindenburg noch?“ neten Dr. Göbbels gestellt, der als verantwortlicher Redakteur für dieses Blatt zeichnet. :: K ö n i g V o r i s v o n B u l g a r i e n i n C o b u r g. D e r zur Zeit auf einer Auslandsreise befindliche König seinem Vater znovien verbrachte den ging, einer der ältesten deutschen Offiziere. Spald' ding, einer der älteserr er#schen Esschirer. Spalbing, 19Hereits als, Kürassieroffizier an den Kriegen von und 1870 teilnahm, hat auch im Weltkrieg noch Tienst getan, zuletzt auf der Insel Oesel. im Auslando. Hesterreich scte Heimwehr und dem Landbund in rnscieengein Einigung gekommen. Der Ausdes Aeinisters Schumy aus der Heimwehr wurde rückgängig gemacht. .* Der bekannte französische Royalist Leon Daudet, der aus dem Ges.„...., Brüssel entwichen ist ist der aus dem Gefängnis nach Brug##, Mnrichen I1, 6 die Strafe erlassen. ie chseing wurde 17 Kommunisten : Die türkische Regierung hat eine Boykottbewegung gegen ven Kauf ausländischer Waren, die durch einheimische ersetzt werden können, eingeleitet. Einschmelzung russischer Glocken. In den letzten drei Wochen elf deutsche Kirchen in der Wolga=Republik geschlossen. Im Zusammans— Moskau, 2. Jannar. der Sowietbehördenu de verschärften Kanp der Republie örden gegen die Kirche werden auch aus liaissen Kulls Posgadeutschen Verfolgungen des regemeldet. So wurden z. B. in den letzten Tagen in verschiedenen Teilen der Wolgarepublik mehrere deutsche Kirhen geschlossen und die KirchenBistrsiazselhugnien sollen dem r r u n g s f o n d s z u g e f ü h r t w e r d e n! Insgesamt wurden im Laufe der letzten drei nubi## emmunistische Partei der wolgadeutschen Reaufgefordert wird, Maßnahmen gegen die Einführ lioion den schessen“ Kanssten Konmunisten der Ne. adventistischen Anhang angelündigt Einer anderen Masde 2#. Bewonnent hot epeug gez.. tiwan oige. Aleksandro=Rew#####e Litorck in Leningrad aufgehoben. Die Klostergemeinschaft wird in eine kommunistische Akademie umgewandelt, die dort ihre Schüler unterbringen wird. Das Kloster bestand seit über 200 Jahren. Einigung der Genossenschaften. Am 19 Schruar Errichttua des**** Der Sieg der Wasdpartei. eim 15. Frbrunk Ertichlung des Einheitsverbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften. # Die. Einigungskommission der Organisationen des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens hatte bekanntlich in Frankfurt a. M. am 19. Juli die Verhandlungen über die Bildung des Einheitsverbandes zu Ende geführt. Wie verlautet, haben jetzt sämtliche beteiligten Organisationen ihre Zustimmung zu den Frankfurter Beschlüssen erteilt und die zur Auflösung der Verbände nötigen Vorbereitungen abgeschlossen. Die Auflösung des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften wird am 12. Februar im Rahmen eines nach Berlin einberufenen außerordentlichen Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaftstages beschlossen werden. Am gleichen Tage wird auch der Generalverband der Deutschen Raiffeisengenossenschaften auf einem außerordentlichen Generalverbandstag seiner Auflösung die endgültige Zustimmung erteilen. Der Genossenschaftsverband des ReichsSurchastiserr an 1 ott der seine Auflösung ? Der Erfolg der Wafd=Partei bei den ägyptischen Ergeswentsherb gza chfpaßient die soeben bekannt gegebenen besieht das Parlament Aegepoc verstärkt worden. Danach rument Aegyptens aus 196 Mitgliedern der Guet den wa###o unabhängigen, vier Nationalisten und Orei den Wusos verwandten Abgeordneten. Bethel. — Christl. Verein j. Männer. Heute, Donnerstag, beginnt wieder der Stenographen=Kursus, desgl. 8¼ Uhr Jugendabend in Gosen. Freitag 8¼ Uhr Bibelstunde. — Die Sarepta=Apotheke muß wegen Umbaues von Dienstag, dem 7. bis Donnerstag, dem 9. Januar 1930 geschlossen bleiben. Die Häuser werden gebeten, sich rechtzeitig mit Medikamenten eindecken zu wollen. Anzeigen aus Bethel. 72 Kinder ums Leben gekommen. der schottischen Stadt Paisloy in der Nähe von Glasgow hat sich am Dieustagnachmittag eine furchthare Kinobrandkatastrophe ereignet, bei der nach ven bleherigen Feststellungen 72 Kinver im Alter von g Jahren ums Leben gekommen sind. Die ### Verietzten wird mit 130 angegeben. Man deden Trümmern sich noch dem Vorführungsraum des Glen=Kinos war aus bisher nicht feststehender Urfache Feuer ausgeVorführer erkannte sofort die Gefahr und versuchte den brennenden Film außerhalb des Gebäudes Wer hat Verwendung für ein Lautsprechersystem mit Chassis(Blaupunkt), ferner für einen Doppel= und Einfachdrehkondensator? Alles billig abzugeben. Wilhelm Kraa jun. Königsweg 1. — Trockenes Anmacheholz hat abzugeben Morija. Infolge Erkrankung suche ich sofort ein in allen Hausarbeiten und Küche erfahrenes junges Mädchen welches befähigt ist, ese kannen usw. liefert in allen Rusführungen Tiberias-Werke der Anstalt Bethel b. Bielefeld. Preisliste wird auf Wunsch geliefert. eecher Verfahige„„ mich im ganzen Hauswesen zu vertreten. Zweitmädchen vorhanden. Off. mit Bild und Gehaltsansprüche erbeten. Frau Willy Graumann, Sundwig. Gesucht für sofort oder später für das Stephansstift eine erfahr. Frau als Küchenleiterin, die in der Knabenabteilung ca. 300 Personen täglich zu betostigen hat. Meldungen mit Gehaltsansprüchen an Pastor Wolff, Stephansstift Hannover=Kleefeld. Mutterhaus sucht 2 feingeb., bewußt a. d. Grunde d. Evang'sarbeit., Diakon und Diekter. Seiten legte, nehmen sich die wenigen Gedichte aus. Ihr zarter oder auch herber Duft teilt sich dem ganzen Büchlein mit. Mit viel Legen geschmückt. leit.Schwestern f. Krankenhaus v. 60 u. 120 Betten. Bevorz. w. Bewerberinnen, Mitte 30, die i. d. Mutterh. eintr. Beding: Erfahrung i. sämtl. Geb. d. Krk. Pfl., Wirtsch. Führung; befähig: Schülerinnen auszubilden. Vergütg: zeitgem. Tascherg. u. Altersvers. Meldg. an die Oberin durch die Geschäftsst. des Aufwärts unter A 5388. Stellengesuche und Augebote haben im„Aufwärts“ großen Erfolg. Erinnerungen an P. D. Wilhelm von Bodelschwingh von P. Wilhelm Voigt. von P. Wilhelm Voigt. Wilhelm v. Bodelschwingh war der älteste Sohn Vater Bodelschwinghs. Sestse Siee und seiner seelsorgerlichen Treue als Vorsteher Denkmal gesetze. i diesem Büchlein ein schönes Zum Werben für die Diakonissensache in Jungfrauen=Vereinen sehr geeignet. Mit Bildern, 88 Seiten. Preis 75 Pfg., im Sammelbezug billiger durch die Schriftenniederlage der Anstalt Bethel, Bethel bei Bielefeld. Postscheckkonto Hannover 49657. Schriftleitung: W. Kraa; Wirtschafts= und Weltpolitik: Dr. H. Huttel; Anzeigen: K. Diekmann; alle in Bethel. Erscheint wö 0,36 Bestellge Ausland un Einzelnum Nr. 3. Ich träut ich breche aus „Imperi Schlagwort, m die auswärtig kämpfte. Imp Ausübung der So steht der I zu der Unabhä Angell sagt in scher Gerechtigh Schwierigkeiten hat, im Grun ehrenhaften Ph Krieges hätte Selbstbestimmu nen. 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