D 229 Bieleseld, Donnerstag, den 29. Jeptember 1904 94. Jahrgang Die Westfältsche Zeitung" erscheint täglich außer Sonntags und Feiertags und ist das Haupt=Insertionsblatt für Bielefeld und Amgegend, zugleich Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt und des Landkreises Bielefeld. Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen wonatlich frei ins Haus gebracht 50 Pf. vierteljährl. 1.50 Mark bei Postbezug monatlich 50 Pfg. exkl. Bestellgeld. Im Post=Zeitungs=Katalog unter„Westfälische Zeitung“. Bielefelder Tageblatt Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernspr. Nr. 61. Berliner Bureau: Berlin W. 30, Luitpoldstraße 6. Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle. Herford, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile 60 PfoKleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Nissen. Druck und Verlag von J. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld. Ihnsplatzy Die hentige Numnmer anfaßt 12 Seiten lefon 492. des kaufs September. rsets annehmbaren Preise. laus mmer, se 30. 1118 n“ et). Is und chtheit Der russisch=japanische Krieg Auf dem nordmandschurischen Kriegsschauplatze sotzen die Japaner ihre Operationen langsam, aber stetig fort. Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß der russische Oberbefehlshaber General Kuropatkin von dem feindlichen Vormarsch unterrichtet ist und darüber amtliche Meldungen nach Petersburg sendet. Diese können dort aber nicht veröffentlicht werden, da sie sonst ohne Verzug nach Tokio gekabelt werden würden. Diese Eventualität ist der gewichtigste Grund für die Verschwiegenheit der russischen Regierung bezäglich der jeweiligen Kriegsvorgänge. General Kuropatkin hat dem Zaren telegraphisch seinen Dank dafür ausgessprochen, daß er von der Ernennung des Generals Gripenberg zum Oberbefehlshaber der zu bildenden 2. russischen Armee Kenntnis erhielt, ehe sie amtlich bekannt gemacht wurde. Er freue sich, daß sein braver Kamerad aus dem Feldzuge in Turkestan wieder dienstfähig geworden sei. In einer Beziehung mag dem General Kuropatkin, der, wie man fieht, ebenso gut zu gehorchen wie zu befehlen versteht, die Entlastung nicht unwillkommen sein. Geht es noch einmal schief. so trägt er wenigstens nicht allein die Schuld. Andererseits weiß Kuropatkin aber nur zu gut, daß viele Köche den Brei verderben, und ist daher über die Beschränkung seiner Machtbefugnisse tief bekümmert. Als zukünftiger Oberbefehlshaber der beiden russischen Armeen auf dem Kriegsschauplatze wird der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch genannt, der zur Zeit im Kaukasus weilt, sein Hauptquartier in Charbin aufschlagen und dort zunächst als Generalreferent des Zaren fungieren werde. Der Zar reiste nach Odessa und Tirasgal, um sich von den nach dem Kriegsschauplatze aufbrechenden Truppen zu verabschieden. Der Kommandant von Port Arthur, General stöfsel, hat eineerneute Aufforderung zur Kapitulation gerade so bündig zurückjewiesen, wie die vor einigen Wochen an ihn ergangene. Bei der zweiten Aufforderung wurde der Gernison, aber nicht der Flotte, freier und ehrenvoller Abzug angeboten. General Stöffel teilte den Japanern mit, er würde den dritten Ueberbringer einer Kapitulationsaufforderung erschießen lassen. Interesse verdient noch folgendes Telegramm des Berl. Lokalanzeigers: ## Petersburg, 28. Septbr. Hier erwartet man stündlich die Nachricht von einem neuen Ausbruch der Flotte unter Wirren aus Port Arthur, gleichzeitig mit einer Ausfahrt Skrydlows aus Wladiwostok. Initer als: tz, Pelschen. 7 gereinigt. ler Farbe defärbt. alt. alse 14. etmold Langestr. 7. ruhengen Verfondet strasse 24. It dieser Branche steingerichtesten von### depbon. un.# vonm1 Jum Wechsel der Regentschaft in Lippe Die Ueberführung der Leiche des Grafregenten Ernst von Lopshorn nach Detmold ist Dienstag abend erfolgt. Die kirchliche Feier am Sarge leitete Generalsuperintendent Weßel. Darauf trugen Förster den Sarg auf den Leichenwagen. Der Trauerzug setzte sich dann in Bewegung. Dem Leichenkondukt fuhren der Ordonnanzoffizier und der Generalsuperintendent voraus. Es folgte de Leschentnagen in Aienengag, vom Mastallspersonal geführt. Es folgten dann Se. Erlaucht der Grafregent Leopold und hohe Gemahlin, Gräfin=Witwe Karoline und Graf Bernhard; Graf Julius, Gräfin Carola, Gräfin Mathilde und Ihre Hoheit Prinzessin Friedrich von Sachsen=Meiningen: Graf Leopold=Meinberg. Von der Hiddesermühle geleiteten Förster mit brennenden Fackeln den Leichenzug. Bei dem Zollhause erwarteten Oberst von Malachowski, Oberbürgermeister Wittje und die Freiwillige Feuerwehr den Zug. Unter dem Läuten der Glocken zog dieser in die Stadt. An der reformierten Kirche empfing die Geistlichkeit den Zug. Förster trugen den Sarg in die Kirche, wo im engsten Kreise die Trauerfeier stattfand, an der auch Se. Exzellenz der Staatsminister, der Kammerdirektor, der Garnisonälteste und einige geladene Gäste teilnahmen. Generalsuperintendent Weßel sprach das Gebet. Die vereinigten Gesangvereine sangen das ergreifende Lied„Christus, der ist mein Leben.“ Gemeinsam wurde der Choral„Jesus meine Zuversicht" gesungen. Nach dem Segen des Geistlichen verweilten die Herrschaften noch in stiller Andacht, worauf die Feier ihr Ende erreicht hatte. Die Ueberführung in die Schloßkapelle erfolgte Mittwoch abend 8 Uhr. Den Mitgliedern des lippischen Landtages wurde der Tod des Grafregenten durch den Landtagspräsidenten bekannt gegeben, an den das nachstehende Telegramm gelangt war: „Gebe Ihnen tieferschüttert Nachricht, daß es Gott gefallen hat, meinen geliebten Vater, unsern teuren Regenten, soeben zu sich zu berufen, und bitte, den Landtagsmitgliedern davon Kenntnis zu geben. Leopold" Der neue Grafregent Leopold, dessen Bild wir heute bringen, steht im 33. Lebensjahre. Er ist Oberleutnant a la suite der preußischen Armee. Nach den Auseinandersetzungen, die der 9 Grafregent Leopold Grafregent seiner Zeit mit dem Kaiser wegen Unterlassens des Grüßens auf der Straße in Detmold hatte, konnte der Sohn natürlich nicht in der preußischen Armer bleiben. Wie es nicht anders vorauszusehen war, hat Prinz Adolf zu Schaumburg=Lippe, der Schwager des Kaisers, gegen die Nachfolge des Grafen Leopold zu Lippe=Biesterfeld im Fürstentum Livpe Einspruch erhoben. Prinz Adolf steht zur Hat im ibd. Acdenthchn, it Sheil. I. rheinischen Husarenregiments Nr. 7 und des westfälischen Jägerbataillons Nr. 7. Er ist vermählt Prinz Adolf mit der Schwester des Kaisers, der Prinzessin Viktoria von Preußen. sseteschehishch e. eche choche von Streitigkeiten unter Bundesstaaten kompetent. Bofaßt sich der Bundesrat jetzt mit der Angelegenheit, so wird er ähnlich wie beim vorigen Male handeln und nicht selbst die Entscheidung treffen, sondern diese durch ein unparteiisches Schjedsgericht abgeben lassen. Ausgang der 90er Jahre ist diese Frage im Reichstage erörtert worden, und damals erklärte der Staatssekretär Graf Posadowsky, der Bundesrat sei ebenso gewiß zuständig über bundesstaatliche Streitfragen zu entscheiden, wie er andererseits gar nicht daran denke, die Entscheidung selbst zu treffen, diese vielmehr entweder durch ein Austrägalgericht, d. h. also durch ein Standesgericht, oder aber in Form eines schiedsgerichtlichen Verfahrens erfolgen werde, Politischer Cagesbericht Italien und Deutschland Der italienische Ministerpräsident Giolitti kehrt auf dem Wege über Frankreich nach Italien zurück, wo er gleich nach der Ankunft Vortrag beim Könige auf Schloß Racconigi halten wird. Diese halbamtliche Meldung gibt zu denken und regt die Vermutung an, daß der Minister Giolitti in Frankreich die Mission fortzusetzen gedenke, die ihn zum deutschen Reichskanzler nach Hamburg geführt hat. Um was es sich aber bei dem Hamburger Besuche gehandelt hat, glaubt das Berl. Tagebl. auf Grund von Mitteilungen aus bester Quelle verraten zu können: Der italienischen Regierung liege besonders die Verstaatlichung der Eisenbahnen am Herzen, die ungefähr eine Milliarde Franks in Anspruch nimmt. Giolittt wünschte nun vom Reichskanzler zu erfahren, ob aus Erwägungen rein politischer Natur der deutsche Finanzmarkt sich bereitfinden lassen würde, einen Teil des für die Ver staatlichung notwendigen Anlehens zu übernehmen. Das Berl. Tagebl. erinnert bei dieser Gelegenheit daran, daß vor längeren Jahren gerade Giolitti bei deutschen Banken eine Schatzbons=Emission von 75 Millionen Lire unterzubringen vermochte. Dies Geschäft hat sich damals glatt abgewickelt. Nun ist statistisch festgestellt, daß der deutsche Markt bis vor einigen Jahren etwa 600 Millionen italienischer Rente absorbiert hatte. Diese Ziffer ist aber im Laufe der Zeit auf etwa 200Millionen gesunken, so daß für eine italienische Anleihe Deutschland nahezu einen jungfräulichen Boden darbietet. Aus dieser Erwägung heraus dürfte Giolitti dazu gelangt sein, seinen Schritt bei Reichskanzler zu unternehmen. Der Besuch soll, wie die Köln. Ztg. dagegen schreibt, durch eine konkreten Fragen veranlaßt worden sein, sondern hatte zum Grunde den Wunsch des Herrn Giolitti, sich mit dem Grafen Bülow über die allgemeine politische Lage zu besprechen. Auch so ist diese Zusammenkunft als ein abermaliger Beweis der guten Beziehungen zu betrachten, die innerhalb des Dreibundes zwischen Italien und Deutschland gepflegt werden. ——„ * Wegen Veröffentlichung der Kriegsbriefe des Generals von Kretschmann des Vaters von Lilly Braun, ist, wie bereits mitgeteilt, der Redakteur der sozialdemokratischen„Mainzer Volkszeitung", Dölle, wegen Beleidigung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden. In der Begründung desUrteils wird, der Tägl. Rdsch. zufolge, angeführt: Das Buch von Lilly Braun und die darin enthaltenen Kriegsbriefe ihres Vaters, des Generals von Kretschmann, haben seiner Zeit großes Aufsehen erregt. Es kann hier nicht der Ort sein, über die Briefe ein Urteil abzugeben. Es handelt sich für das Gericht vielmehr nur um die beiden Sätze, die im inkrimierten Artikel der„Mainzer Volkszeitung" verwendet worden sind. Dabei muß in Betracht gezogen werden daß der General sich zur Zeit ihrer Niederschrift in der hervorragenden Stelle eines Armeekorps=Führers befand. Inbezug auf die hier niedergeschriebenen Sätze ist nun festgestellt, daß kurz nach dem Fall von Metz die Armee des Prinzen Friedrich Karl in Eilmärschen nach der Loire rückte, und daß zu diesen Truppen auch die großherzoglich hessische(25.) Division gehörte. Auf diesem Vormarsche wurde als einzige hessische Truppe die 2. Kompagnie des 1. hessischen Jägerbataillons als Seitendetachement nach Sens gelegt. Sonstige hessische Truppen sind auf diesem Vormarsche nicht nach Sens gelegt worden. Ferner ist durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß sich die vom 12. zum 13. November in Sens liegende hessische Truppe durchaus tadellos gegen ihr Quartierwirte und die Bewohner der Stadt benommen hat, und daß auch die Einwohner sich ihnen gegenüber freundlich gezeigt haben. Da andere hessische Truppen den Ort nicht passiert haben. Da andere hessische Truppen den Ort nicht passiert haben, so ist also das, was darüber in den Briefen des Generals von Feuilleton = Etwas vom Münzensammeln Die Liebhaberei des Münzensammeln ist neuerdings in lebhaftem Aufschwunge, besonders in Frankreich und England, wo bei den Auktionen der letzten Zeit von Liebhabern und Numismatikern sehr erhebliche Preise gezahlt worden sind. Manche suchen die Ursache dieser Methode in der (Vorliebe, die gekrönte Häupter für Münzen an den legen. Eine der schönsten privaten Münzensammlung gehört bekanntlich dem König Viktor Emanuel den Dritten von Italien, der auch eine imerkannte Autorität für italienische Münzen ist; auch der Prinz von Wales ist ein eifriger Münzensammler. Die moderne Münzenkunde hat, wie anz, en##tischer Münzerchändler in einer Plauderei über dieses Thema schreibt, mit manchen merkwüraten Anschauungen aufgeräumt. So glaubte man früher allgemein, daß eine Münze wertvoll wäre, penn sie nur alt ist: und diese Ansicht teilen noch heute viele Leute. Doch sind alte römische MünFn, da es deren viele gibt ziemlich wertlos; hundert schlecht erhaltene römische Münzen bringen oft 1,50 Mk. bis 10 oder 15 Mark. Eine schlecht echaltene Münze hat überhaupt keinen Wert, wenn se nicht ganz ungewöhnlich selten ist. Die größien Preise werden für Münzen gezahlt, die selten und dabei gut erhalten sind. Das Metall, ist da### für den Wert einer Münze weniger wichtig. Venn alle anderen Momente gleich sind, hat Gold scktürlich den Vorzug. Aber es kommt häufig vor, z. B. bei römischen Kupfermünzen, daß das unedlere Metall wertvoller als das Gold derselben Periode ist. Die neueste Liebhaberei beim Münzensammeln ist das Verlangen nach einem„Ursprungsattest". Der Wert der Münze wird dadurch sehr beeinflußt. Dilettanten wollen oft durchaus nicht Münzen kaufen, wenn sie nicht einer bekannten Sammlung angehört haben. Manche Münzenhändler wissen sich dies sehr zu Nutze zu machen. Während vor vierzig Jahren ganze Schiffsladungen nach den Vereinigten Staaten geschickt wurden und dori ihre guten Abnehmer fanden, sind jetzt die Hauptkäufer Franzosen und nach ihnen Engländer. Auch das Münzensammeln hat seine Moden. In den letzten Jahren haben die Sammler sich angewöhnt, sich auf bestimmte Sorten zu beschränken. Einige sammeln nur römische Goldmünzen, andere wieder nonische Kupfermünzen, und auch nur solche aus einer bestimmten Periode. Wieder andere sammeln englische Münzen oder griechische verschiedener Perioden oder auch Medaillen. Die Mode beeinflußt aber auch die Preise. Gerade jetzt sind die griechischen Münzen am gesuchtesten, und man bezahlt drei= bis viermal soviel dafür wie vor zwanzig Jahren, obgleich es ebensoviele griechische wie römische Münzen gibt. Neue Funde beeinflussen die Preise nicht wesentlich. Manche glauben, daß die Ursache dieser Wertschätzung in der künstlerischen Zeichnung der Münzen beruhe, und in der Tat sind die griechischen, besonders die sizilisch=griechischen Münzen zweifellos die schönsten. Trotzdem gibt es viele, die durchaus nicht künstlerisch wertvoll sind und doch hohe Preise erziele, Bei einer Auktion brachte vor kurzem eine silberne ätolische Tetradrachme, die ein glücklicher Sammler für einige Mark erstanden hatte, 1720 Mark, und eine Silbermünze aus Kroton, die vor fünf Jahre für 40 Mark gekauft war, 880 Mark. Bei einer anderen Auktion erzielte eine LarissaMünze, die vor kurzem auf 100 Mark geschätzt wurde, 1300 Mark. Selbst die griechischen Münzen die seit vielen Jahren von Kennern für die schönsten gehalten werden sind im Preise gestiegen. Im Jahre 1896 wurde eine der künstlerischsten silbernen Dekadrachmen aus Syrakus für 3800 Mark verkauft; in den letzten Wochen erzielte eine ähnliche. nicht einmal eine ebenso schöne über 6000 Mark, da sie sehr selten war. Andere, dabei schönere griechische Münzen können schon für 1000 bis 1200 Mark erstanden werden. So brachte neulich die syrakusanische Dekadrachme mit dem Kopf der Persephone auf dem Avers und dem vierspännigen Wagen und dem von der Viktoria gekrönten Wagenführer auf dem Revers., die von Kennern allgemein als die schönste Münze gehalten wird, 2400 Mark; der Preis wäre natürlich sehr viel höher gewesen, wenn es eine besondere seltene Münze wäre. Dabei zeigt es sich oft, daß die Münzen auf Auktionen viel teurer bezahlt werden, als sie im gewöhnlichen Handel zu haben gewesen wären. Vor etwa drei Monaten wurde die Sammlung eines Italieners versteigert, der ein großer Kenner ist und einzelne Münzen, wenn sich ihm die Gelegenheit bot, billig kaufte. Seine große Sammlung gelangte dann bei Sotheby zur Versteigerung, und der Italiener machte ein recht gutes Geschäft: eine syrakusanische Münze, die sonst für 400 Mark käuflich ist, erzielte 2220 Mark, und ein Mithridates sar Gaste dlan Bat an dianat ensdtguehe. Durchschnittspreis beträgt. Griechischer Marmor Die wunderbaren Marmorbrüche, die einst das Material zu so vielen Meisterwerken der griechischen Bildhauerkunst und Architektur geliefert haben, die Marmorbrüche von Paros, von Pentelikon, von Antiparos, deren Namen so viele klassische Erinnerungen in uns hervorrufen, werden heute mehr als je ausgebeutet; sie sind es, die noch in der Gegenwart einen der wichtigsten Ausfuhrartikel Griechenlands liefern. Eine englische Gesellschaft beutet die meisten dieser Steinbrüche in Naxos, in Paros und anderswo aus, und bringt den ausgezeichneten weißen Bildhauermarmor überall hin in den Handel. Im Laufe eines einzigen Jahres versendet sie nicht weniger als 1 100 000 bis 1 200 000 Kubikmeter Bildhauermarmor und dazu kommen noch die gewöhnlichen Marmorarten, die zum Bau der Häuser im modernen Griechenland dienen. Die Gesamtausbeute hat im Jahre 1903 5100000 Kubikmeter überschritten; von diesen kommen 800 000 allein vom Berge Pentelikon. Der Marmor, den dieser letztere liefert, geht fast ausschließlich nach Deutschland über Hamburg, während nach Frankreich kaum 15 000 Kubikmeter Marmor von Tinos kommen. Kretschmann steht, objektiv vollständig unwahr. Wie der Briefschreiber zu seiner Behauptung gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden. Er ist tot, und es war ferner Rücksicht darauf zu nehmen, daß es sich um Privatbriefe handelt, deren Veröffentlichung der General nicht gewollt hat und deren inkriminierte Stellen er später sicher ausgemerzt haben würde. Die Truppe ist dann wiederum nach Sens gekommen im März 1871. Man hat sich damals noch lebhaft ihrer erinnert und keinerlei Klagen darüber geführt, daß irgendwelche Ausschreitungen vorgekommen sind. Es kann nun darüber kein Zweifel herrschen, daß das, was den Hessen in den Briefen vorgeworfen wird, die schwerste Beleidigung ist, die überhaupt einem ehrliebenden Soldaten vorgeworfen werden kann, nämlich die Ausplü derung einer Stadt von 13000 Einwohnern, die Ermordung eines Bürgers durch einen Stabsoffizier usw. Für das Gericht besteht mitbin kein Zweifel, daß der Strafantrag von den richtigen Personen gestellt worden ist, denn nur sie sind gemeint mit den Hessen, die damals in Sens waren. Gegen das Urteil ist Revision eingelegt worden. ** * Die Erbfolgefrage in Oldenburg Der Landtag des Großherzogtums Oldenburg, der zu seinen Beratungen bereits zusammengetreten ist, wird sich vornehmlich mit der Thronerbfolge beschäftigen. In der Thronrede zur Eröffnung des Landtages betonte der Minister Willich, daß sich die Regierung durch den vom Herzog Ernst Günther eingelegten Protest in keiner Weise habe beeinflussen lassen. Deutsches Reich = Berlin, 28. September Neue Mittelmeerfahrt des Kaisers? Wie dem Berl. Tagebl. aus Kiel berichtet wird, soll die Kaiserjacht„Hohenzollern“ ihre Winterreparatur bis Mitte Januar beenden. An Vord verlaute, der Kaiser beabsichtige anfangs 1905 wieder eine Mittelmeerreise zu unternehmen. Das ist sicher bloß eine Vermutung. So lange vorher pflegt der Kaiser sein Reiseprogramm nicht aufzustellen. Der Zustand des Königs von Sachsen läßt viel zu wünschen übrig. Die beiden königlichen Leibärzte Dr. Fiedler und Dr. Selle weilen unausgesetzt bei dem Kranken. Beim König traten heute nacht 3 Uhr die Beklemmungen und Atembeschwerden wieder sehr heftig auf. Dieser bedrohliche Zustand dauerte bis 7 Uhr an, dann trat eine Erleichterung ein. Die Lage ist sehr ernst, doch besteht momentan keine unmittelbare Gefahr. Dem Könige wurde nachts auf seinen Wunsch das Abendmahl gereicht. Der Zustand des Königs wird dadurch besonders bedenklich, daß er Nahrung fast gar nicht mehr aufnimmt und seine Kräfte sichtlich nachlassen. Der Aufstand in Deutsch=Südwestafrika. Wie die Abendblätter erfahren, wird Gouverneur Leutwein mit einer ihm vom General v. Trotha zur Verstärkung bestimmten Kompagnie nach dem Süden Deutsch=Südwestafrikas in das Groß=Namaland abrücken. Dort findet er noch zwei Kompagnien und eine Batterie vor. Diese Streitmacht wird genügen, um die Eingeborenen im Zaume zu halten, die wohl infolge des Herero=Aufstandes etwas aufsässig sind, aber doch nicht in dem Maße, um in Anwesenheit einer respektablen deutschen Streitmacht zu rebellieren. Die Aktion dient wohl auch hauptsächlich dem Zwecke, die Besorgnisse der in dem südlichen Teil wohnenden Farmer zu beschwichtigen.— Der nächste für Südwestafrika bestimmte Truppentransport, 17 Offiziere und 394 Mann, verläßt am Freitag Hamburg. Es sind Eisenbahner, die hauptsächlich bei den Verbesserungsarbeiten an der Landungsstelle in Swakopmund verwendet werden sollen. Aus der Südsee. Auf Deutsch=Neuguinea versuchten Eingeborene sich in den Besitz der Station Friedrich=Wilhelms=Hafen zu setzen, um Gewehre zu erlangen. Die Eingeborenen hatten verschiedene Gruppen gebildet; jede von diesen begab sich um dieselbe Zeit zu einem Weißen, um ihm Tauschwaren anzubieten. Auf ein Zeichen sollte zuerst der Bezirksamtmann ermordet werden; dann sollten der Polizeitruppe die Waffen abgenommen und alle übrigen Weißen getötet werden. Schon waren die meisten Gruppen auf dem ihnen angewiesenen Platz, als der Hausjunge des Arztes die Verschwörung verriet. Die Schuldigen bekannten ihre Absichten. Als Ursache der Anzettelung wird die Landfrage angegeben. Sich auf frühere Kaufverträge stützend, dehnt die Neuguinea=Kompagnie ihre Pflanzungsanlagen stetig mehr aus, stößt dabei aber stets auf Schwierigkeiten seitens der Eingeborenen. Partei= und Wahlnachrichten Die Reichstagsersatzwahl in Jerichow für den Fürsten Herbert Bismarck wird schon Mitte November stattfinden. Aus diesem frühen Wahltermine erklärt sich der schon jetzt im Wahlkreis bemerkbar machende Agitationseifer. Es find dort bereits vier Kandidaten aufgestellt worden: Von den Konservativen der Legationsrat Hermann von Rath, von den Antisemiten der Rechtsanwalt Wohlfahrt, von den Freisinnigen der Lehrer Merten und von den Sozialdemokraten der Stadtverordnete Voigt. Es heißt, die Nationalliberalen beabsichtigten auch noch einen besonderen Kandidaten in der Person des Leipziger Professors Hasse aufzustellen. Die natürliche Folae der Zersplitterung der bürgerlichen Parteien ist natürlich, daß der sozialdemokratische Kandidat in die Stichwahl gelangt. * Elberfeld, 28. Sept.(Falsche Scheine.) Wegen Verausgabung von falschen 100Markscheinen wurde gestern nachmittag der Architekt Helmenstein von der Kriminalpolizei verhaftet. Helmenstein gibt zu, die Falsifikate in den Handel gebracht zu haben. ∆ Frankfurt a. M., 28. Sept.(Achter christlich=sozialer Parteitag.) In einer Vertretersitzung gab Stöcker einen politischen Ueberblick. Reichstagsabgeordneter Burckhardt erstattete den Tätigkeitsbericht. Als Ort des nächsten Parteitages wurde Essen gewählt. Mumm=Berlin beschäftigte sich mit der Presse. Es wurde eine Resolution für die Mittelstandsbewegung, für die Unterdrückung des Hereroaufstandes und christliche Kolonialpolitik angenommen. Ferner wurde der Wunsch nach einem Heimstättengesetz ausgesprochen. Heute vormittag hielt nach einer einleitenden Ansprache von Stöcker Mumm=Berltn ein Referat über die Finanzreform. Ausland Oesterreich=Ungarn. A Wien, 28. Septbr. Im mährischen Landtage verursachten Sozialdemokraten, die als Gäste auf der Gallerie Platz genommen hatten, stürmische Szenen. Sie forderten das allgemeine Wahlrecht und warfen laut schreiend rote Zettel in den Saal hinab. Als nach viertelstündiger Unterbrechung der Sitzung die Unruhstifter noch auf ihren Plätzen saßen und die Störungen wiederholten, schloß der Landeshauptmann die Sitzung. Er wird erfahren, daß Schwäche immer schadet, und wird in der heutigen Sitzung wahrscheinlich unter ungünstigeren Bedingungen zu Gewaltmaßregeln schreiten müssen. Holland + Haag, 28. Septbr. Vom Kriege in Atchin. In der zweiten Kammer unterzogen heute die Sozialisten van der Zwaag und Korckol die militärische Expedition in den Landschaften Gaju und Alas(auf Sumatra), bei der 1007 Frauen und Kinder getötet worden seien, einer mißbilligenden Besprechung. Ministerpräsident de Kuyper erwiderte, die Expedition sei notwendig gewesen, weil man dem Prätendenten des Sultanats Atchin den Schutz der niederländischen Regierung zugesagt hatte, was den Zusammenschluß seiner Gegner zur Folge hatte. Die Gasus hätten die Frauen und Kinder als Schild benutzt. Der Führer der Expedition habe erst auf die Nichtkombattanten feuern lassen, nachdem er ihnen reichliche Gelegenheit gegeben hatte. die angegriffene Ortschaft zu verlassen. Die Regierung bedauere lebhaft, daß sie. um ihre Autorität zu wahren, in die Notwendigkeit versetzt worden sei, Frauen und Kinder zu töten. Im übrigen sei der Zweck der Expedition vollkommen erreicht worden. Griechenland. # Athen, 28. Sept. Die Kretagarnison. Die aus 1000 Mann bestehende russische Kretagarnison wird abgelöst, die jetzige Garnison soll nach Port Said befördert werden und dort weitere Befehle erwarten. Man wird versuchen, sie nach Ostasien zu schaffen. Die griechische Regierung versprach infolge der von türkischer Seite in Athen erhobenen Vorstellungen die Grenzwachen zu verstärken, um Bandenübertritte zu verhindern. Lokales und Allgemeines Interessante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Original=Artikel dürfen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westfäl. Ztg.— nachgedruckt werden. Bielefeld, 29. September. Der Winterfahrplan der am kommenden Sonnabend in Kraft tritt, bringt für Bieleseld verschiedene Aenderungen: Auf der Strecke Bielefeld=HannoverBerlin ist der bisher 300 Uhr morgens abgehende Schnellzug um 8 Minuten, auf 303, der vormittags um 11.05 abgehende Schnellzug um 4 Minuten. auf 11.09. hinausgeschoben werden. Der MittagsD=Zug(1—2. Kl.) geht ab 1. Oktober um 1.25, eine Minute früher als bisher, von hier ab. Die Ankunstszeiten der in Bielefeld auf dieser Strecke eintreffenden Züge bleiben dieselben wie im Sommer. Sämtliche Sonntagsextrazüge kommen in Fortfall. Auf der Linie Bielefeld=Hamm ändert sich die Abfahrtszeit des Zuges 649 abends(1.—4. Kl.) auf 651, die Ankunft des Zuges 256 nachts auf 259. 11.01 vormittags auf 11.04, 1.25 auf 1.24 mittags und 5.57 auf 5.55 nachmittags. Nach Osnabrück geht der bisher um 3.31 nachmittags abgelassene Zug um 3.87 ab. Von Osnabrück zurück sind die Abfahrtszeiten bei zwei Zügen früher gelegt, 53 auf 520 morgens, 10.18 auf 10.14 vormittags, 3.08 nachmittags auf später, auf 8.16. Auch hier kommen sämtliche Sonntagsextrazüge in Fortfall. Die Strecke Bielefeld=OerlinghausenLage wird ab 1. Oktober neu eröffnet und verkehren täglich 7 Züge ab und ebensoviel an Bielefeld. Ab 554. 7.50, 11.10, 1.56, 600, 71(bis Oerling= hausen) 1042. Bielefeld an 6.48, 10.14. 1.19, 4.05. 646(von Oerlinghausen), 855 und 1012 Der Ostbahnhof wird erst später eröffnet und halten die Züge vorläufig dort nicht. Die Kleinbahn hat auf der Strecke Bielefeld=Schildesche=Enger und zurück, wie nach Werther und zurück eine Anzahl Veränderungen vorgenommen; man handelt im eigenen Interesse, den Fahrplan vor Benutzung der Kleinbahn genau einzusehen. Die für den Sommer eingelegten Schnellzüge Löhne ab 11.42 vorm., Hildesheim an 1.38 und ab 5.05, Löhne an 65 abends bleiben auch während des Winterhalbjahres bestehen. Zu Löhne ab 11.42 hat von Bielefeld aus Zug 11.04, vom 1. Oktober ab 11.09 Anschluß. Dagegen besteht an den Zug von Hildesheim, Löhne an 654 abends, kein direkter Anschluß nach Bielefeld. Zug Hameln ab 10.53 fährt vom 1. Oktober ab 94 Löhne an 1057 abends statt 1226.(Anschluß nach Hannover Löhne ab 1198). Zur Herstellung eines Anschlusses an den D=Zug von Blissingen(über Osnabrück) verkehrt der Personenzug Löhne ab 1.49, statt 1.44. Auf der Strecke Löhne=Rheine sird folgende Aenderungen eingetreten: Löhne ab 10.22 vormittags, statt 10.15(hierzu Anschluß von Bielefeld ab 9.12. Löhne an 9.48) Löhne ab 12.18 mittags. statt jetzt 12.16. Löhne an 11.19 vormittags, statt 11.14, 11.81 vorm. statt 11.26. Ein nach amtlichem Material bearbeiteter Taschen=Fahrplan, welcher alle Bahnlinien des östlichen Westfalens und die Anschlüsse noch weiter gelegenen Orten und Hauptstädten enthält, wird für den Abonnonten der Westsälischen Zeitung der Sonnabend=Nummer beigegeben. Der Fahrplan enthält außerdem eine Eisenbahnkarte. Fahrpreistabelle, Kalender zur Giltigkeitsberechnung der Rückfahrkarten. Verzeichnis der Ortschaften und Gehöfte, welche zur Ortsportotaxe gehören, ferner Droschken=Tarif. Mitteilungen über Boten= und Frachtfuhrwerke, Omnibusse 2c. & Im Prozeß Delins gegen die Stadt Bielefeld, die Enteignung eines Grundstückes in der Nähe des Güterbahnhoses betreffend, wurde gestern vor der 2. Zivilkammer verhandelt. Delius erzielte hierbei ein obsiegendes Urteil. Die Stadt muß dem Kläger einige tausend Mark mehr für das Terrain zahlen, als im Enteignungsverfahren dafür angesetzt war. 9 Aus dem Theater=Büreau Im Stadttheater gelangt Freitag ein Werk zur ersten Aufführung, dem es vergönnt war, im letzten Jahre einen Siegeszug über alle besseren Bühnen zu unternehmen und das überall mit dem denkbar größten Erfolge gegeben worden ist. Felix Philippis vieraktiges Schauspiel„Das große Licht“. Als ein fast einzig dastehendes Ereignis ist es zu bezeichnen. daß am Königl. Schauspielhaus in Berlin mit seinem wechselnden Repertoir einem ernsten Schauspiel mit einem wuchtigen Konflikt und einem tragischen Ausgang innerhalb Jahresfrist über hundert Aufführungen beschieden waren, wie es bei Philippis„Das große Licht“ der Fall ist. Und wie die Berliner Zeitungen feststellten, daß dies Werk die stärksten Durchschnittseinnahmen der letzten zehn Jahre am Berliner Hoftheater zu verzeichnen hatte, so berichteten sie auch übereinstimmend, daß diese Zugkraft des Stückes noch lange nicht erschöpft sei. Das interessante Werk ist hier in den Hauptrollen mit den Damen Mühlhan und Winter, sowie den Herren Baumeister, Geissel, Härting, Kämmerer, Mannstädt. Platen und Rüger besetzt; die Regie führt Herr Oberregisseur Meißner. 6% Mädchenfortbildungsschule Zu Beginn des Winterhalbjahres sei auf die von der Ortsgruppe des Rh.=W. Frauenverbandes gegründete Mädchenfortbildungsschule aufmerksam gemacht. Sie bezweckt den in Gewerben. Fabriken und Haushaltungen tätigen Mädchen im Deutschen und in der Handarbeit die für ihren späteren Lebensberuf notwendige Ausbildung zu geben und ihr Gemüt für das Gute und Schöne zu erwärmen. das in dem Einerlei des Erwerbslebens oft wenig oder gar keine Nahrung findet. Möchten recht viele junge Mädchen sich zu den Unterrichtsstunden melden! Möchten Eltern, Lehrer und Arbeitgeber es nicht an Ermahnungen fehlen lassen, um ihre Schutzbefohlenen zu bewegen, die Fortbildungsschule, worüber der Anzeigenteil der heutigen Nummer Näheres bringt, zu besuchen. hr. Praktische Dienstleistungen der Elektrischen Gestern morgen hatte sich an der Ecke der Koblenzerstraße ein schwerer Kalkwagen an den Bordsteinen festgelaufen. Nach vergeblichem Bemühen, ihn wieder loszuziehen, wurde ein Motorwagen der Elektrischen Straßenbahn vorgehängt, der ihn rasch aus dem Wege schaffte. = Reichsbankstellen und Nebenstellen in Westfalen In der Provinz Westfalen sbestehen jetzt eine Reichsbankhauptstelle(Dortmund), sechs Reichsbankstellen(Bielefeld, Bochum. Hamm, Minden, Münster, Siegen) und 19 Nebenstellen. Kein Bedürfnis. Vor dem Bezirksausschuß zu Minden kam die Klage des Heinrich Rinke in Dortmung gegen den Magistrat in Bieleseld zur Verhandlung. Der Antrag des Klägers, ihm die Erlaubnis zum Betriebe der Gast= und Schankwirtschaft in dem Hause Siechenmarschstraße Nr. 48 in Bielefeld zu erteilen, wurde in Uebereinstimmung mit dem Urteil des Stadtausschusses abgelehnt, weil mit Rücksicht auf die zahlreichen in der Nähe liegenden Wirtschaften das Fortbestehen der zur Zeit vom Gastwirt Schling noch betriebenen Wirtschaft als ein Bedürfnis nicht angesehen werden könnte. Feuer. Gestern mittag entstand in dem Gasthof„Berliner Hof“ in der Bahnhofstraße Feuer, das den Dachstuhl fast ganz zerstörte. Wie verlautet, soll das Feuer in einem Fremdenzimmer entstanden sein. Durch die großen Wassermengen, die in das Haus gespritzt wurden, ist ein sehr großer Schaden entstanden, da sämtliche Zimmerdecken durchweicht wurden. Durch die Bemühungen der Feuerwehren wurde das Feuer auf seinen Herd beschränkt. X Obstmarkt. Den Obstmarkt am 4., 5. und 6. Oktober im Evangel. Volkssaal können auch Nichtmitglieder des Landwirtschaftl. Kreisvereins mit Obst bis zu drei Zentner pro Sorte, oder Obstproben von je 2 Psd. beschicken. Die Ablieferung erfolgt am Montag nachmittag. * Offene Stellen für Militäranwärter im Bezirk des VII. Armeekorps 1. 1. November 1904. Arnsberg, Gerichtsgefängnis, ständiger Hilfsgefangenaufseher, 1080 Mk. jährliche Diäten, während der Probedienstzeit 75 Mk. monatliche Diäten. 2. 1. Oktober 1904, Epe(Kr. Ahaus), Amt, Amtssekretär, Grundgehalt 1200 Mk. 3. sofort, Essen (Ruhr), Landgericht, Kanzleigehilfe, 5 bis 12 Pfg. für die Seite nach Qualifikation und Dienstalter. 4. 1. Dezember 1904, Münster(Westf.), Königl. Universität. Diener im chemischen Institute. 1000 Mark jährliche Remuneration und Dienstwohnung. 5. sof., Wald, Stadtverwaltung, Stadtsekretär, das Gehalt beträgt 2050 Mk nebst 400 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. 6. 1. Okt. 1904, Wesel. Garnisonverwaltung. Kasernenwärter, 800 bis 1100 Mark nebst freier Dienstwohnung. Selbsttätiges Schlußzeichen beim Telephonieren. Zugleich mit dem Umzuge in das neue Dienstgebäude wird bei der hiesigen Fernsprechvermittlungsstelle ein neues Umschaltesystem in Gebrauch genommen werden. das mit einer selbsttätigen Schlußzeicheneinrichtung versehen ist. Die Abgabe eines besonderen Schlußzeichens seitens der Tei#nehmer— dreimaliges Drehen der Kurbel— mehr erforderlich. Dielmehr erscheint hörer anhängt— aber nur dann— ein dem Auge des bedienenden Beamten sichtbares Schlußzeichen. welches solange bestehen bleibt, bis die Verbindung wieder gelöst ist. Es darf also, damit eine voreräsbeee d kleineren Ge.„raasen vermieden wird, der Fernhörer nicht vor Beendigung der Unterredung angehängt werden." Wünscht ein Teilnehmer nach Herstellung einer Verbindung— etwa weil das Gespräch aus irgend einem Grunde nicht zu Stande kommt oder eine unrichtige Verbindung ausgeführt ist— das Eintreten der Vermittlungsanstalt oder wird die Herstellung einer weiteren Verbindung verlangt, so ist zunächst der Fernhörer anzuhängen und— jedoch nicht vor Ablauf einer halben Minute— die Vermittlungsanstalt von neuem anzurufen. Ein Anruf der Vermittlungsanstalt vor Anhängung des Fernhörers wäre zwecklos, da ein solcher Anruf der Grundsatz, wonad Bestimmungen vor d im vorliegenden Falle strafung wegen Schu antreten, wenn diese Eltern beruhe; eine hier keineswegs vor; aus einem triftigen# sechungtgefahr, worzael Schulbesuch ferngehal also nur das allgemei bit der Mitschüler sei und das sei ohne Fr in Sinne der gesetzlich Tag Freitag, den Stadttheater. 2 Konzert. Restaura Zur Neustadt". De ivollotheater: Obstausstellung. Gat 50 Die Hasenjagd wird nun allgemein; von diesem Sonnabend ab darf Meister Lampe in ganz Deutschland geschossen werden. In Bayern wird der Hase bereits für den 15. August gejagt, in anderen Bundesstaaten seit Ende August oder Anfang September, in Preußen, Sachsen. Württemberg, Oldenburg usw. aber erst vom 1. Oktober ab. In Preußen, das ein neues Wildschongesetz erhalten hat, war seine Schonzeit in diesem Jahre ungewöhnlich lang. Die Jäger haben sich bis jetzt bescheiden müssen. 1904 dürfte eins der besten Hasenjahre seit langer Zeit sein. Die Hitze und die Trockenheit haben sonst vielen Schaden angerichtet, dem Hasengeschlecht aber sind sie überaus förderlich gewesen. Man kennt ja die Fruchtbarkeit derer von Lampe, aber in diesem Jahre werden sie sich wohl selbst übertroffen haben. Städtisches Orchester Im Stadt=Theater finden am 7. Oktober, 4., 18., 25. November, 5. Dezember und 13. Januar philharmonische Konzerte statt. ) Für Rekruten Die bald vor sich gehenden Einstellungen zum Militärdienst geben Veranlassung, im Interesse der Beteiligten darauf aufmerksam zu machen, daß die Quittungskarten der Invaliditäts= und Altersversicherung ungiltig werden, wenn sie nicht innerhalb zweier Jahre nach dem Ausstellungstage zum Umtausch oder zur Verlängerung vorgelegt werden. Man melde sich darum vor dem Eintritt beim Militär mit der Quittungskarte bei der zuständigen Ortsbehörde. Ferner sei darauf hingewiesen, daß die Rekruten verpflichtet sind, vor ihrer Einstellung ein etwa gegen sie schwebendes Gerichtsverfahren der Militärbehörde anzuzeigen. Sie werden event. nicht eher eingestellt, als bis die Strafsache einschließlich Strafvollstreckung gegen sie erledigt ist. Unterlassen sie die Anzeige, so werden sie bei einer Verurteilung behufs Verbüßung der Strafe ohne Anrechnung der gedienten Zeit wieder entlassen und im nächsten Jahre erneut ausgehoben. ## Militärisches Herr Oberst v. Strubberg und der Regimentsadjutant Herr Sartorius aus Detmold haben während der Zeit der Typhusepidemie ihr Quartier ins Hotel„Deutsches Haus“ hier verlegt. Aus dem Lippischen werden wegen der Ansteckungsgefahr vorläufig keine Rekruten eingezogen. Die Reservisten sowie die Uebungsleute des 3. Bataillons sind, soweit sie gesund sind, aus dem Sennelager entlassen worden. In den Adelstand erhoben Der frühere Adjutant des hiesigen Bataillons, jetziger Regimentsadjutant Leutnant Sartorius, ist von dem Großherzog von Oldenburg in den Adelstand erhoben worden. Ordensverleihung Dem Verlagsbuchhändler Joh. Klasing wurde das Verdienstkreuz 3. Klosse zum Hausorden von Lippe=Detmold verliehen. Es ist dieses die dritte Auszeichnung, die er in diesem Jahre für die Herausgabe des Trachtenbuches erhalten hat. * Viehmarkt Auf dem am 27. d. M. stattgefundenen Viehmarkte waren angetrieben: 1363 Schweine, 68 Stück Rindvieh und 11 Pferde. Der Handel in Schweinen war flau, dagegen in Rindvieh lebhaft. * Gesperrt wird die Arndtstraße zwischen Gr. Kurfürstenstraße und Siechenmarschstraße wegen Aufschüttens einer neuen Decklage bis zum 3. Oktober; die verlängerte Friedhofstraße zwischen Eisenbahnbrücke Langenhagen und Hallerweg wegen Anlegung eines Straßenkanals bis auf weiteres und der Lutterweg zwischen Zastrow= und Blücherstraße wegen Anlegung eines Straßenkanals bis 5. Oktober. ∆ Besichtigung des Postnenbaues Gestern nahm der Ober=Postdirektor Kempte aus Minden eine Besichtigung des Postneubaues vor. ## Neuer Verein Mehrere Herren aus Bielefeld und Umgegend planen, die Gründung eines Klubs zur Züchtung edler Hunderassen. Meldewesen Aus Anlaß des bevorstehenden Umzugstermins wird auf die Pflicht zur polizeilichen Ummeldung hingewiesen. Die Meldung hat innerhalb 8 Tagen auf dem Geschäftszimmer des Polizeibezirks zu erfolgen. * Eingeliefert wurden 3 Personen wegen Trunkenheit und zwei wegen Obdachlosigkeit. □ Straflose Schulversäumnis Ein Familienvater hatte seinen Sohn nicht zur Schule geschickt, weil in seiner Familie eine Typhuserkrankung vorgekommen war, es aber unterlassen, sich dieserhalb beim Rektor der betreffender Schule zu entschuldigen. Er wurde deshalb aff Grund einer Regierungs=Polizeiverordnung, weche eine solche Entschuldigung vorschreibt, von der Ortspolizeibehörde in Strafe genommen. Nr hiergegen erhobene Einspruch wurde vom Schöffengerichte verworfen; die in der Berufungsieskanz angerufene Strafkammer des Landgerichts bstätigte das schöffengerichtliche Urteil. Auf die siergegen eingelegte Revision hob jedoch das Kamvergericht die Vorentscheidung auf und sprach den mngeklagten frei, indem es die erwähnte RegierungsLolizeiverordnung für ungiltig erklärte. In den Uteilsgründen heißt es. Aus Provinz * Schildesche, Hochseit) feiern he Eisen. hr. Brake, 28. S Gestern nacht wurd bruchsdiebstahl versu Klirren der ein W. rechtzeitig geweckt Aus dem Lippi Gewinner). Bei Ziehung der König haupttreffer mit 750 sungen Maurers. D# uum Militär eintreter Detmold. 28, S. Professor Dr. Koch be herrschenden Typhuse des Wassers; die aug lichen Kanalarbeiten der Krankheit keinen e. Lage, 28. Sep teilung.) Die für Lage nach Bielefeld wird zum 1. Oktober * Dortmund. 29. verhaftet). Die 4 Dienstag am hiesigen Hotel drei Mannsper dachts des Mädchenh menen, der Kaufman Friseur Adolf Hoffm London. Der Dritte berg, wohnt in einer „D. Ztg.“ hatten die angeworben, das mit Die Polizei machte i die Rechnung. 2 Essen, 28. Bei Meiderich geriet lager des Syndikats efolglos. D S Im Zuge vom Der Schriftstell mit dem Zuge um 1 kommend, bewußtlos hatte einen Schlagar Krankenhaus überge 21— Von einem E Beim Aufbau ei straße in München begrub zwei Arbeiter. verletzt. 0 Eisenbahnunfäl Bei Remagen ar der Baseler Schnell querstellte und 500! Einige Personen erlit Bei dem Zusammen stadt in Bayern wil ein Bremser getötet, 6 □ Bielefeld, Vorsitzender: Herr Vertreter der StaWahn. Vor der Strafk. seld begann heute n diebprozeß gegen Kreises Wiedenbrück wahres Waffenarsen Doppelflinten mit Eine Stockflinte w struiert. Der Lauf Stocke umhüllt, in Schloßteile, die bei mus den Abzug her: wird ein zierlicher dem lagen drei Rev und sonstige Munit es nicht an Schlin schönen Sechsergehl mit Schweiß geträt den war.— Auf Kötter August Desch lnecht Arnold Wapt geselle Caspar Se Zimmergeselle Ber der Holzschuhmache trup und der Sc Langenberg. welche 1901 bis 1908 und haben und zwar di brück und der letzte der Flur Menzelsfe verbsmäßig, und Amerita geflohenei handlung waren denen bei einer An sie selber an dem mit den Angeklag haben. Die Angek dieberei schuldig Zweck ihres Waf allerlei Ausflächte ehen ist. 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Der hiergegen im Schöffengerichte sistanz angerufene stätigte das schöffenlergegen eingelegte Rgaten u frei, indem izeiverordnung für sgründen heißt es. der Grundsatz. wonach Unkenntnis den gesetzlichen Hestimmungen vor der Strafe nicht, schütze, könne im vorliegenden Falle nicht Platz greisen; eine Besrafung wegen Schulversäumnis dürfe nur dann untreten, wenn diese auf einer Nachlässigkeit der Eltern beruhe; eine Kunstlervorstellung Gütersloh. 8 Uhr. solche Nachlässigkeit liege aber vier keineswegs vor; vielmehr habe der Angeklagte aus einem triftigen Grunde, nämlich, um der Anseckungsgefahr vorzubeugen, seinen Sohn von den Schulbesuch ferngehalten. Der Angeklagte habe nur das allgemeine Wohl, nämlich die Gesundbit der Mitschüler seines Sohnes im Auge gehabt und das sei ohne Frage als ein„triftiger Grund“ in Einne der gesetzlichen Bestimmungen anzusehen. Tageskalender Freitag, den 30. September 1904 Stadttheater. Das große Licht. 8 Uhr. konzert. Restaurant zur Börse. zur Neustadt“. Damenorchester Hütter. 7 Uhr. ävollotheater: P#### Otaugstelung. Aus Provinz und Nachbarschaft * Schildesche, 29. Sept.(Die goldene Hochseit) feiern heute die Eheleute Meyer zu hr. Brake, 28. Sept.(Einbruchsversuch.) Gestern nacht wurde hier bei D. Wiese ein Einbruchsdiebstahl versucht, der aber vereitelt wurde. Das Klirren der eingedrückten Fensterscheibe hatte w. rechtzeitig geweckt. Aus dem Lippischen, 28. Sept.(Glücklicher Gewinner). Bei der in diesen Tagen erfolgten Ziehung der Königsberger Geldlotterie siel der haupttreffer mit 75000 Mk. auf das Loos eines sungen Maurers. Der junge Mann wird demnächst uum Militär eintreten. * Detmold, 28, Sept.(Ursachedes Typhus.) Professor Dr. Koch bezeichnet als Ursache der hier herrschenden Typhusepidemie eine Verunreinigung des Wassers; die augenblicklich im Gange befindlichen Kanalarbeiten hätten auf die Ausbreitung der Krankheit keinen Einfluß ausgeübt. e. Lage, 28. Sept.(Eisenbahn=Bauab= teilung.) Die für den Bau der Nebenbahn von Lage nach Bielefeld hier errichtete Bauabteilung wird zum 1. Oktober d. J. aufgelöst. * Dortmund, 29. Sept.(Mädchen händler verhaftet). Die Kriminalpolizei verhaftete am Dienstag am hiesigen Hauptbahnhofe bezw. in einem Hotel drei Mannspersonen wegen dringenden Verdachts des Mädchenhandels. Zwei der Festgenommenen, der Kaufmann Heinrich Teckentrup und der Friseur Adolf Hoffmann, haben ihren Wohnsitz in London. Der Dritte Handelsmann Albert Rosenberg, wohnt in einer benachbarten Stadt. Nach der „D. Ztg.“ hatten die Personen brreits ein Mädchen angeworben, das mit nach London übersiedeln sollte. Die Polizei machte ihnen aber einen Strich durch die Rechnung. X Essen, 28. Septbr.(Grubenbrand.) Bei Meiderich geriet abermals ein großes Kohlenlager des Syndikats in Brand. Löschversuche sind zolgloß. Vermischtes # Im Zuge vom Schlage befallen Der Schriftsteller Hauptmann Tanera ist mit dem Zuge um 11 Uhr 28 Min., von München kommend, bewußtlos in Lindau eingetroffen. Er hatte einen Schlaganfall erlitten und mußte in ein Krankenhaus übergeführt werden. 21— Von einem Gerüst begraben Beim Aufbau eines Gerüstes in der Dachauerstraße in München stürzte dieses zusammen und begrub zwei Arbeiter. Beide wurden lebensgefährlich verletzt. 0 Eisenbahnnnfälle Bei Remagen am Rhein entgleiste am Mittwoch der Baseler Schnellzug, wobei der Postwagen sich querstellte und 500 Meter lang das Gleis aufriß. Einige Personen erlitten geringfügige Verletzungen.— Bei dem Zusammenstoß zweier Züge unweit Hochstadt in Bayern wurden drei Wagen zertrümmert, ein Bremser getötet, sieben Reisende leicht verletzt. Gerichtssaal □ Bielefeld, 28. Sept.(Srafkammer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff. Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Wahn. Vor der Strafkammer I des Landgerichts Bieleseld begann heute morgen gegen 9½ Uhr der Wilddiebprozeß gegen eine Anzahl Eingesessene des Kreises Wiedenbrück. Auf zwei Tischen war ein wahres Waffenarsenal aufgehäuft. Bunt wechselten Doppelflinten mit Stockflinten unter einander ab. Eine Stockflinte war besonders unauffällig konstruiert. Der Lauf war von einem dornenartigen Stocke umhüllt, in dem Stockgriffe befanden sich die Schloßteile, die bei der Spannung des Mechanismus den Abzug hervortreten lassen. In diese Krücke wird ein zierlicher Kolben eingeschraubt. Außerdem lagen drei Revolver und eine Menge Patronen und sonstige Munition auf dem Tische. Auch fehlte es nicht an Schlingenmaterial, welches mit einem schönen Sechsergehörn, einer Rehdecke und einem mit Schweiß getränkten Sacke beschlagnahmt worden war.— Auf der Anklagebank erschienen der Kötter August Descher von Wiedenbrück, der Ackerlnecht Arnold Wapelhorst von Greffen, der Zimmergeselle Caspar Schlichting von Batenhorst, der Zimmergeselle Bernhard Räcker aus Batenhorst, der Holzschuhmacher Hermann Gödde aus Lippentrup und der Schreiner Heinrich Wienströer aus Langenberg, welche angeklagt waren, in den Jahren 1901 bis 1908 unberechtigt die Jagd ausgeülbt zu haben und zwar die ersten fünf im Kreise Wiedenbrück und der letztgenannte am 18. August 1903 in der Flur Menzelsfelde. Die ersteren wilderten geHerbsmäßig und gemeinschaftlich mit dem nach umerika geflohenen Bergschulze.— Zu der Verhandlung waren über 50 Zeugen geladen, von denen bei einer Anzahl der Verdacht vorlag, daß se selber an dem Jagdvergehen beteiligt oder doch mit den Angeklagten unter einer Decke gesteckt haben. Die Angeklagten bestreiten, sich der Wildbeberei schuldig gemacht zu haben. Ueber den Iweck ihres Waffenbesitzes befragt, machen allerlei Ausflüchte. Der eine will die Fliute zum Schutze seines Besitztums angeschafft, der andere nur auf Krähen einmal geschossen haben. Wie aus der Beweisaufnahme hervorging, ist seit fahren in ausgedehntem Maße und mit großer frechhett gewildert worden und dadurch der Niederjagd ganz enormer Schaden zugefügt worden. Ohne Rücksicht auf die Jahreszeiten und auf die Schonzeiten ist namentlich in den hellen Mondnächten an allen Ecken schonungslos das Wild niedergeknallt worden. Die Frechheit ist soweit getrieben worden, daß sich ganze Trupps zusammengeton und regelrechte Tretbjagden in den Mondscheinnüchten abgehalten haben. In einer Februamacht im Jahre 1903, als sich der Förster Theuerich zu Boßfeld auf einem Patrouillengange in den Waldungen des Fürsten zu Rheda befand, sah er auf das Hauptgestell tretend, auf dem Quergestelle 3 Wilderer vorstehen, während drei andere durchtrieben. Auf den Ruf: Bernhard, es kommt was! hat ein kleiner untersetzter Mann die Flinte an die Backe geworfen und einen Fasan heruntergeschossen. Bei dem Versuche des Fersters, ihnen den Paß abzuschneiden, haben die Wilderer einen anderen Weg genommen und sind so unbehelligt entkommen. Erkannt hat der Beamte keinen von den Wilderern. Mehr Erfolg als Förster Th. hatte der Förster Mar Wießmann aus Völlinghausen. Derselbe gewahrte am Ostermontag 1903, des abends gegen 7½ Uhr zwei verdächtige Personen in der Jagd Menzelsfelde. Der eine trug ein Gewehr schußbereit. Als der Förster dieselben anrief, suchten sie zu entkommen. Der eine der beiden, der inzwischen ausgewanderte Bergschulze, suchte sich aber mit dem Laufe des auseinander genommenen Gewehres zu verteidigen, wurde aber überwältigt und ins Gewahrsam gebracht. Dem Bergschulze wurde ein geladener Revolver aus der Tasche gezogen und dem Wienströer, dem Begleiter des Bergschulze, ein Gewehr abgenommen, das er unter einem Rocke verborgen trug.— Am ersten Weihnachtsabend vor zwei Jahren erschienen Descher und Wapelhorst bei dem Kötter Ferdinand Diedamm in Batenhorst und setzten dort einen Sack nieder, den dieselben jedoch am zweiten Weihnachtsabende wieder abgeholt haben. In diesen Säcken sind zwei Rehe und zwei Hasen versteckt gewesen. Wapelhorst behauptet, diesen Sack mit Inhalt gefunden zu haben und denselben auch wieder im angetrunkenen Zustande verloren zu haben. Daß die Wilderer ungestört solche lange Zeit ihrem lichtscheuen Gewerbe haben nachgeben können, erklärt sich daraus, daß alle Mitwissenden aus Furcht vor den Wilddieben nichts verraten haben. Am 28. Mai d. J. ist das Gehöft des Kötters Diedamm zu Batenhorst, und zwar nachdem die Diedamms in der Voruntersuchung gravierend ausgesagt hatten, abgebrannt. Man vermutet Brandstiftung und ist der Vetter von Descher, der Landwirtschaftsgehilfe Fritz Kerger zu Batenhorst, wegen angeblicher Brandstiftung in Untersuchungshaft genommen. Der Amtmann Mohrenhoff von Wiedenbrück ist der Ansicht, daß die Zeugen befangen gewesen und aus Furcht und Aengstlichkeit nicht mit der Wahrheit so recht heraus gewollt haben. Es hat also ungemein schwer gehalten, den Wilddieben näher zu kommen. Der Jagdschunzverein, unter dem Vorsitze des Fürsten zu Bentheim und Tecklenburg, hat schon Detektive zugezogen. Aber alles ohne Erfolg. Am Schlusse der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt eine recht strenge Bestrafung, um die Gegend von dem Drucke, der auf ihr lastet, zu befreien. Der Verteidiger, Herr Rechtsanwalt Dr. Wallach aus Essen, bittet um Freisprechung der Angeklagten ev. um eine milde Strafe.— Der Gerichtshof hielt Descher. Wapelhorst, Schlichting und Gödde der gewerbsmäßigen und gemeinschaftlichen Wilddieberei für schuldig und verurteilte Descher zu sechs, Wavelhorst zu acht, Schlichting zu zehn und Gödde zu sechs Monaten Gefängnis. Bäcker erhielt wegen einfachen Jagdvergehens in drei Fällen drei Monate und Wienstroer wegen Jagdvergehens in einem Falle einen Monat Gefängnis. Zu gleicher Zeit wurde auf Einziehung der bei dem Jagdvergehen benutzten Gewehre erkannt. Wapelhorst und Schlichting wurden sofort in Haft genommen. Aus der letzten Schöffengerichtssitzung ist richtig zu stellen, daß die Verhandlung gegen die Eheleute Fabrikarbeiter Adolf Fettbach aus Sieker nicht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgefunden hat. 3 Berlin, 28. Sept. Die Kammerfrau einer Prinzessin unter Anklage des Diebstahls. Vor der Berliner Strafkammer schwebt ein Prozeß gegen die frühere Kammerfrau Milewsky der inzwischen verstorbenen Prinzessin Amalie von Schleswig=Holstein, einer Tante der Kaiserin. Die Angeklagte, die Schmucksachen der Prinzessin entwendet haben soll, ist die Tochter eines Schlächtermeisters in Marggrabowa in Ostpreußen. Sie stand 2½ Jahre lang im Dienste der Prinzessin und machte mit dieser verschiedene Reisen. Als sie im Februar 1901 sich mit der Prinzessin in Kairo aufhielt, hätten sich, so bekundete die Angeklagte in der Verhandlung, zwei Araber sich ihrer bemäch tigt und sie in ein entlegenes Haus gebracht. Dort sei ein Abgesandter des Herzogs Ernst Günther, des Bruders der Kaiserin, bei ihr erschienen und hätte ihr gesagt, daß sie sich vergangen habe und sofort nach Deutschland zurück müsse. Dort werde sie vom Herzog Ernst Günther aufgeklärt werden. Vergeblich habe sie gebeten, ihr mitzuteilen, wessen man sie beschuldige. Dann sei sie nach Port Said gebracht und dort streng bewacht worden. Die Angeklagte will ein Vermögen von 80 000 M. gehabt haben, als sie zu der Prinzessin kam, verweigert aber die Aussage über die Herkunft des Geldes. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß sie der Prinzessin eingeredet habe, sie stamme aus gräflichem Geschlecht, erwiderte die Angeklagte, sie habe sich in Paris auf Anraten der Prinzessin selbst Gräfin Michalowska genannt, weil Herzog Ernst Günther sie von der Prinzessin trennen, diese aber nicht von ihr lassen wollte. Der Verteidiger betonte, daß die Prinzessin sich seinerzeit bei dem Bürgermeister von Marggrabowa über die Familie Milewsky unterrichtet habe. Der Vorsitzende hielt der Angeklagten ferner vor, daß sich in ihrem Besitze verschiedene Schmucksachen der Prinzessin befunden hätten. Die Angeklagte erklärte, ein Teil sei ihr Eigentum, andere seien ihr von der Prinzessin geschenkt worden, der Rest habe allerdings der letzteren gehört, sie wisse aber nicht, wie die Schmucksachen zusammengekommen seien. Wie der Verteidiger mitteilte, hat die Prinzessin wei Testamente hinterlassen. In dem ersten habe ste ihren Nachlaß auf 30 000 Mark geschätzt, in dem anderen gar nur auf 10 000 Mark. Wirklich wertvolle Gegenstände könnten also nicht vorhanden gewesen sein. Schwester und Schwager der Angeklagten bezeugten, daß diese tatsächlich rund 80 000 Mark besessen habe, bevor sie den Dienst bei der Prinzessin annahm. Die beiden Zeugen wollen von der Prinzessin, deren Gäste sie wiederholt waren, um Geld angegangen worden sein und behaupten weiter, daß die Prinzessin der Angeklagten Schmucksachen geschenkt habe, weil diese zwei Jahre lang kein Geld erhalten. Der Vorsitzende stellt fest, daß die Prinzessin jährlich 18000 Mark bezog, außerdem in zwei Jahren vom Herzog Ernst Günther 20 000 Mark bekam. Die Verhandlung verftel der Vertagung, da auf Antrag des Verteidigers u. a. der Herzog Ernst Günther vernommen werden soll. Die Angeklagte bleibt als fluchtverdächtig in Untersuchungshaft. Geldverluste Selbstmord. Der Gatte schoß sich eine Revolverkugel in den Kopf und war sofort tot, worauf die Frau die Waffe ergriff und sich einen Schuß in die Herzgegend beibrachte; sie lebte noch einige Stunden und konnte der Gerichtsbehörde den Tatbestand mitteilen. Leopold und Prinzessin Lunise 10 Brüssel, 29. September. Wie die hiesigen Blätter berichten, werde König Leopold unter keinen Umständen in dem Konflikt der Prinzessin Luise mit ihrem Gemahl intervenieren. Er'gab zwar zu, daß schlecht behandelt habe, das Betragen der Philipy seine Gattin sch dies konne aber nicht Prinzessin entschuldigen. Neueste Nachrichten Das Befinden des Königs von Sachsen □ Dresden, 29. Gept. Das Befinden des Königs hat sich im Laufe des gestrigen Tages verschlimmert. Insbesondere hat der Kräfteverfall zugenommen. Die in Dresden lebenden Mitglieder der königlichen Familie sind im Schloß Pillnitz versammelt. Eine Radfernfahrt deutscher Ossiziere □ Berlin, 29. Sept. Eine Distanzradfahrt deutscher Offiziere findet mit Genehmigung des Kaisers vom 4. bis 7. Oktober zwischen Wildpark, dem Harz. Kassel, Erfurt, Halle a. d. S. und Potsdam statt. Die Zusammenkunft des Grafen Bülow mit dem italienischen Ministerpräsidenten ( Frankfurt a. M., Der Homburger Korrespondent der Frankfurter Ztg. hatte eine Unterredung mit dem Reichskanzler. Graf Bülow erklärte, es ist nicht richtig, daß sich hinter dem Besuche Giolettis ein großes politisches Geheimnis versteckt. Ich bin von meiner römischen Zeit mit Gioletti befreundet. Wir haben uns nicht gesehen, seit wir Minister sind und wünschten längst wieder einmal zusammenzukommen. Der Besuch ist ein Beweis der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Italien. Bezüglich einer Intervention im russisch=japanischen Kriege kann ich erklären, daß wir gar nicht daran denken, zu intervenieren, und soviel ich weiß, denkt überhaupt niemand daran. Milde Verurteilung eines Kindesmörders. * Berlin, 29. Sept. Das Schwurgericht des Landgerichts I verurteilte den Arbeiter Eenfert, der am 26. Februar sein eigenes Kind hingeschlachtet hat. unter Zubilligung mildernder Umstände zu 4 Jahren Gesäugnis. Der Wahrspruch der Geschworenen lautet auf schwere Körperverletzung mit tötlichem Ausgange. * Dirschau, 29. Septbr. Hier ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. Bisher sind 27 Erkrankungen festgestellt worden. Verurteilung eines Redakteurs. 2 Oldenburg i. Gr., 29. Sept. Das Landgericht verurteilte den Redakteur Schweynert vom Residenzboten wegen Beleidigung des Staatsanwalts Riesebieter zu einem Monat Gefäuguis. Ermordet aufgefunden. X Schweinfurth, 29. Septbr. In Eiselwerke bei Ebern wurde gestern der Gutsbesitzer Friedrich Sier mit durchschnittenem Halse tot aufgefunden. Die in Verdacht stehende Frau des Ermordeten wurde verhaftet. Falschmeldungen + Wien, 29. Sept. Die von einem Berliner Blatte gebrachte Meldung von einem Depeschenwechsel zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef, wie zwischen den Grafen Bülow und Goluchowsky, anläßlich der 25jährigen Wiederkehr des Tages der Unterzeich nung des deutsch=österreichischen Bündnisses, ist, wie die Frankf. Ztg. erfährt unrichtig. Der Jahrestag ist erst am 17. Oktober. 3 Breslau, 29. Sept. Die Meldung eines polnischen Blattes, daß in der Provinz Posen das lateinische Alphabet in den Volksschulen nicht mehr gelehrt werden solle, ist erfunden. Prinzessin Luise von Koburg. □ Wien, 29. Septhr. In die von den Wiener Anwälten gestellten Ausgleichsbeding= ungen hat die Prinzessin Luise nnumehr eingewilligt. Selbstmord eines Paris, 29. Gept. In Clermont beging ein Ehepaar wegen großer Gewölbeeinsturz. ∆ Biella(Italien), 29. Sept. Durch den Einsturz eines Gewölbes in einer Fabrik wurden 5 Personen getötet, darunter ein Mitinhaber der Fabrik. Andere erlitten schwere Verletzungen; 3 Arbeiter waren bis gestern abend noch nicht unter den Trümmern hervorgezogen. Kämpfe zwischen Vortugiesen und Aegern. Lissabon, 29. September. Ein amtliches Telegramm aus Mossamedes(Angola) meldet, daß vortugiesische Truppen, als sie auf Cunene vorschritten, von den Cuanhamas angegriffen wurden. Sie warfen diese zurück und schlugen drei Angriffe ab. Darauf zog sich der Feind, der schwere Verluste erlitten hatte, zurück. Die Verluste der Vortugiesen sind nur gering. Das Institut für Bölkerrecht. F Edinburg, 29. Sept. Das Institut für Völterrecht schloß gestern seine Tagung, nachdem es seine Gennatuung über den Vorschlag des Präsidenten Rosevelt bezüglich einer zweiten Haager Konferenz ausgesprochen hatte. Im Laufe der gestrigen Beratungen führte Professor Martens aus, daß gewisse Konventionen der Haager Konferenz nur auf 5 Jahre abgeschlossen seien, die im Juli d. J. ab gelaufen und während des Krieges nicht erneuert worden seien. Amerikanisches Kapital in chinesischen Unternehmungen (A Washington, 29. Sept. Der amerikanische Gesandte Conger hat telegraphisch mitgeteilt, China habe endgiltig versprochen, daß die Amerikaner und Engländer bevorzugt werden sollen, falls fremdes Kapital zur Weiterführung der Hankauer Eisenbahn bis Tschingting erforderlich würde. Conger bittet um baldige Auskunft, ob amerikanische Kapitalisten sich auf das Unternehmen einlassen wollen. Entgleisung eines Zuges. U Bulgan(Missuri), 29. Sept. Zwischen St. Louis und den Eisenwerken entgleiste ein Eisenbahnzug; 31 Personen wurden verletzt, darunter mehrere tödlich. Ar„ Ein Bericht von Alexejew X Paris, 29. Sept. In einer Depesche des Statthalters Alexejew an den Zaren wird bestätigt, daß die aus Frankreich bezogenen schweren Geschütze in Port Arthur unbrauchbar geworden seien. Die Besatzung der Festung, die besonders in den Gefechten am 24. und 25. September stark gelitten hat, besteht nur noch aus 12000 kampffähigen Truppen. Die Einfuhr von Medikamenten nach Port Arthrr verweigert London, 29. Sept. Nach einer Meldung aus Peking wurden die Japauer um Gestattung der Einfuhr von Medikamenten nach Port Arthur ersucht. Die Japaner verweigerten dieses, da die Einsuhr nach den Blokadebedingungen nicht zulässig sei. Japanische Schiffsverluste + Wladiwostok, 29. September. Ein in den letzten Tagen aus Port Arthur eingetrossener Bericht besagt, daß zwei japanische Torpedob oote und ein javanischer Dampfer auf Minen ausgelausen und gesunken sind. Ferner wurde ein Kreuzer schwer beschädigt. Es ist zwei russischen Schifson nach heftigem Kampfe gelungen, sich zwei japanischer Torpedoboete zu bemächtigen, die damit beschäftigt waren, am Eingange des Hasens Miner zu legen. Die russischen Schisse vor Port Arthur sollen so bald als möglich einen Aussall ans dem Hasen versuchen. Bielefeld, 29. Septbr. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+ 9 C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 11 C. Barometer: 753#m. Wind: NO. Himmel: bedeckt. Rügermmeteun: Modekaufmann. Wir bringen in dieser Saison ganz besonders grosse Auswahl streng moderner Pahrtndl durch sämtliche Stagen. Beumeu. Nnes Wi,, von den billigsten bis zu den hochelegantesten Sachen. 24010 Strenge Reellität und unerreichte Billigkeit sichern uns den Erfolg. 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Herr Lehrer Dreyer, evangelischen Volksse gierung auf 1 Jahr 1. Oktober zur hiesi Für Herrn Dreyer Vertreter geschickt. geht Herr Lehrer seiner Militärpflich Oktober geplante Ol des Monats verlegt Oktober statt. Die Gange.— Heute mi willige Feuerwehr barten Gesmold ala schen Kolonat gehör fassungsmauern nie evangelischen Kranke der älteste Bürger machermeister Hollt Am Sonnabend, de Turnverein in der * Hamm, 27. E der„Westf. Anz.“ er Falldenkmals, Bild harlottenburg. u Nodellierung derg die er spätestens i gedenke. In diesen die Enthüllung des Jahres stattfinden! Stimmen Die Redaktion steht den lasungen vollommen sern Pablikum gegenüber auch Artikel nicht einverstand Entgeg! Anondme Ein Als ein K des neuen Reite Svat Roman 19) Sie trat in das in einer er stand. Sie durch Hälfte und stieg hinan in das ok weiten Flur gela Lachen und Geschk im Begriff, zu 5 wieder um: Absa dabei auf ihrem langen Gang hit Treppe hinauf um überliegenden Tü Sie stand in leuchteten Gemach ner weißglänzend einfachen hölzerne Stühle waren wi Leisten verziert. blinkend hellen blühende Nelken Töpfen. In de Himmelbett mit gen und an der ger Kachelofen u davor deckte ein weißgescheuerten Mitten in d Blumen und Rei run stehen, als sen, lange und r mit einer Gebd die Arme empor, Genick, legte den großen, trockenen sie durch die we dewegs in den in seinen verbor hrstuhl mtliche Stagen. 24010 olg.) Abendmäntel Theaterblusen unerreichte Auswahl. In Damenblusen sind wir, bekannt was Auswahl u. Preise anbetrifft, unerreicht. Neter Stoffe cm breit, für fussfreie cke, mit angewebtem Futter, 1 75 475 J. 229— 94. Jahrg. Zweites Blatt RegsurtscheTporr 3 Bielefeld, Donnerstag, 29. September 1904 Aus Provinz und Nachbarschaft th. Spenge, 27. Sept.(Standesbeamter.) am 1. Oktober d. J. der Gastwirt Richter in Wallenbrück aus seinem Amte als Standesbeamter ausscheidet, so ist der Postagent Karl Pleitner aus Wallenbrück zum Standesbeamten für den Bezirk Wallenbrück=Bardüttingdorf und zu dessen Stellvertreter der Gastwirt Friedrich Ellerbracke aus Wallenbrück ernannt worden. d. Steinhagen, 29. September.(Einquartierung.) Seit vorgestern mittag liegt die erste gskadron des Kürassierregiments von Driesen Nr. 4 aus Münster hier in Quartier. Heute wird der Zug weiterücken der Garnisonstadt Münster zu, wo er nach zweimaligem Quartierbezug am Sonnabend eintreffen werden. r. Lübbecke, 26. Septbr.(Der Geflügelzuchtverein) für Lübbecke und Umgegend beschloß in seiner Generalversammlung, wie in früheren Jahren, so auch in diesem Jahre und zwar am 15. und 16. Oktober, in den Räumen des nengen Schützenhauses eine Ausstellung mit Gratisverlosung zu veranstalten. Am letzten Tage soll nachmittags Konzert mit daran schließendem Balle stattfinden. * Meppen, 27. Sept.(Zum Schleuseneinsturz.) Lehnkering u. Cie., die in den 14 Tagen seit dem Meppener Schleuseneinsturz das Umladegeschäft übernommen und dabei 2500 Mk. zugesetzt haben, geben diese Arbeit auf. Die Westfälische Transport=Aktiengesellschaft will die Arbeiten übernehmen, falls sie genügend starken und billigen elektrischen Strom erhalten kann, da sie dann täglich 600 Tonnen Getreide mit je 4 Mann an jeder Seite der Schleuse umladen zu können meint, eine Leistung, die dann allerdings der Mühe lohnte und sich rentierte. K. Melle, 28. Sept.(Verschiedenes.) Herr Lehrer Dreyer, seit Ostern an der hiefigen evangelischen Volksschule angestellt, ist von der Regierung auf 1 Jahr beurlaubt und tritt mit dem 1. Oktober zur hiesigen Präparanden=Anstalt über. Für Herrn Dreyer wird von der Regierung ein Vertreter geschickt. Von der Präparanden=Anstalt geht Herr Lehrer Oetker am 1. Oktober ab. um seiner Militärpflicht zu genügen.— Die„Anfang Oktober geplante Obstausstellung ist auf das Ende des Monats verlegt und findet am 22., 23. und 24. Oktober statt. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange.— Heute morgen wurde die hiesige Freiwillige Feuerwehr telephonisch nach dem benachbarten Gesmold alarmiert; wo das zum Schröderschen Kolonat gehörige Nebenhaus bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt ist.— Im hiesigen evangelischen Krankenhause starb am gestrigen Tage der älteste Bürger der Stadt Melle, Herr Uhrmachermeister Hollmann, im 86. Lebensjahre.— Am Sonnabend, den 1. Oktober, feiert der hiesige Turnverein in der Turnhalle sein Stiftungsfest. * Hamm, 27. Sept.(Falkdenkmal.) Wie der Westf. Anz.“ erfährt, hat der Verfertiger des Falldenkmals, Bildhauer Wilh. Wandschneider in sharlottenburg, mitgeteilt, daß er mit der Nodellierung der großen Tonfigur begonnen habe, die er spätestens bis Weihnachten fertigzustellen gedenke. In diesem Falle hoffe er bestimmt, daß die Enthüllung des Denkmals Pfingsten nächsten Jahres stattfinden könne. General Gripenberg und General Orlow Stimmen aus dem Leserkreise Die Redaktion steht den unter dieser Rubrik veröffentlichten Auslassungen vollkommen fern und übernimmt für dieselben daher dem Publikum gegenüber auch keinerlei Verantwortung. Wer mit einem Artikel nicht einverstanden ist, dem stellen wir den Raum zur Entgegnung geen zur Verfügung. Anouyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt. Als ein Kuriosum, das angesichts des neuen Postgebäudes der Vergangenheit 95 penat Telaue! Kuropatkin hat einen Konkurrenten erhalten. Die Schlacht bei Liaujang hat ergeben, daß die ihm unterstellten Truppenkörper zu umfangreich sind, als daß er eine wirksame Tätigkeit mit ihnen ausüben könnte. Daher hat sich der Zar entschlossen, ihm eine zweite Armee an die Seite zu stellen, welche einen Teil der Truppen Kuropatkins umfaßt und dem bisherigen Generalkommandanten des Wilnaer Militärbezirks, General Gripenberg, unterstellt ist. Die betreffende Kabinettsordre des Zaren erregt besonderes Aufsehen aus dem Grunde, weil beide Truppenführer, sowohl General Kuropatkin, wie General Gripenberg ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß sie den allgemeinen Weisungen des Sberkommandierenden. d. h. also des Statt= General Gripenbefs halters Alexejew, zu folgen haben. Ob General Gripenberg tatsächlich als der kommende Retter aus der Not anzusehen ist, bleibt abzuwarten. Gripenbergs Verdienste fallen schon in den Türkenkrieg zurück, dazu ist er mit 62 Jahren nicht mehr der Allerrüstigste. Speziell soll er zu Anfang des vorigen Jahres einen Schlaganfall erlitten haben. Außer diesem Truppenführer bringen wir heute unsern Lesern noch ein Bild des Generals Orlow, der bekanntlich für den unglücklichen Ausgang der Schlacht bei Liaujang verantwortlich gemacht wird. So viel fest steht, soll General Orlow bereits abberufen sein und sich auf dem Wege in die Heimat befinden, wo er vor ein Kriegsgericht gestellt wird. als die Zahl dieser Wege ist die Zahl der Damen, die solche Pfade zu Spaziergängen zu benutzen pflegen. Was aber hat diese lange Einleitung zu bedeuten, wenn der in Rede stehende Gegenstand jedes Interesses entbehrt? wendet der ungeduldige Leser ein. Nun, es ist eine ebenso einfache wie schöne Handlung, welche die erwähnte Dame mit diesen Spaziergängen verbindet. Wenn sie die Mitte des Pfades erreicht hat, entnimmt sie lächelnd dem schwarzen Ledertäschchen ein kleines Paketchen aus Zeitungspapier und schüttet den Ir. alt. bestehend aus Vogelsamen und kleingeschnittenen Hausabfällen, auf und neben die Hecke. Wenige Minuten, und von allen Seiten, als hätten sie schon lange auf diesen Augenblick gewartet, eilt eine große Anzahl der befiederten Sänger herbei und erquickt sich ohne Scheu und mit gesundem Appetit am lecker bereiteten Mahl; vor allem sind es die „Straßenproletarier“, die dabei keck und kräftig zugreisen. Und die brave Wohltäterin schaut mit zufriedenem Lächeln auf die zum Schmause geladenen kleinen Gäste, und in ihren leuchtenden Augen ist unverkennbar zu lesen, daß ihr dieser kleine Liebesdienst eine unsagbare Freude bereitet... Das ist das Geheimnis dieser lustwandelnden Dame, ein Geheimnis, das der Lüftung gewiß wert ist. Sollte es nicht auch— und das vor allem im Winter— der Nachahmung wert sein?... Gerichtssaal entrissen zu werden verdient, kann das folgende, von einem alten Leser unserer Zeitung beglaubigte Histörchen gelten: Als nämlich anno 1876 das jetzt zu eng gewordene, an der Bahnhofstraße belegene Postgebäude feierlichst eingeweiht wurde, herrschte eitel Freude in unserer lieben Stadt Bielefeld. War doch durch die Errichtung dieses„praktischen Hauses“ einem lange unangenehm empfundenen Uebelstande abgeholfen. Man feierte daher nicht mit Unrecht dieses große lokale Ereignis durch schwungvolle Reden und Toaste, und mancher edle Tropfen mag bei dieser Gelegenheit den„Weg alles Vergänglichen“ gegangen sein. Die Zahl der Briefkästen in der Stadt wurde entsprechend vermehrt, und wer nun den dringlichen Wunsch hatte, seine Briefe und Karten möglichst bald in den Händen der Adressaten zu wissen, brauchte sich nur schnell nach dem neuen Posthause zu begeben, um die zu befördernden Sachen dem Briefeinwurf anzuvertrauen. Und doch——! Zwar Die Reichspost gilt als unfehlbar, Was sie verspricht, das macht sie wahr; Manch' Adressaten, tief versteckt Im Menschenstrom, hat sie entdeckt; Selbst Briefe schon mit halben Namen Stets in die rechten Hände kamen. Kurz, in den heikelsten, schwierigsten Dingen, ühe Hier aber, da hatte sie sich einmal gekrt. Vielleicht durch den„nahen“ Festschmaus verwirrt. Und sie, die sonst niemals fehl gegangen, Hatte nun wirklich einen Lapsus begangen— Denn ob man auch räsonierte und fluchte, Den Briefkasten am neuen Posthause suchte, (NB. Man suchte ihn sogar mit dem Augenglas): Er war nicht da Wohin man sah, Weil die Post ihn nämlich— vergaß! Aber der„findigen und unvergeßlichen" Postbehörde mag es zum Troste gereichen, daß der Mensch irrt, so lange er lebt und strebt — und davon macht auch die deutsche Post keine Ausnahme. Der Spaziergang einer Dame Am Ende der verlängerten Hermannstraße führt bekanntlich ein schmaler Steg. der nur rechtsseitig. durch eine ziemlich hohe Hecke abgegrenzt ist. in die Oelmühlenstraße, direkt dem Krankenhause zu. Auf diesem Wege lustwandelt häufig an den Nachmittagen, regelmäßig mit einem schwarzen Ledertäschchen am Arm versehen, eine ältere, schlichtgekleidete Dame. Das ist nun weder etwas Neues, noch sonst irgend etwas, das den Leser interessieren könnte. Bielefeld ist groß und hat mehr der Wege, die zum Lustwandeln einladen; und ardßer noch □ Bielefeld, 27. September.(Strafkam= mer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Gadow. (Schluß.) Freigesprochen Der Schlosser Heinrich Hägermann und der Arbeiter Wilhelm Netzebrand von Stemmern bei Minden waren am 14. Juli 1904 vom Schöffengericht Minden wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs zu je einer Woche Gefängnis verurteilt. Die Verurteilten hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Die Anklage warf den beiden vor, im Sommer v. J. in den Saal des Gastwirts Vehlewald zu Stemmern, wo der Kriegerverein von Stemmern sein Stiftungsfest feierte, gemeinschaftlich und widerrechtlich eingedrungen zu sein. In der heutigen Beweisaufnahme konnte nicht einmal festgestellt werden, daß die Angeklagten den in Rede stehenden Saal überhaupt betreten haben. Es wurde deshalb das erste Urteil aufgehoben und die Angeklagten freigesprochen. Notwehr Der Abklopfer Josef Jürgenliemke zu Liemke, welcher in der Holter Hütte arbeitet, ist am 17. März d. J. mit dem Magazinverwalter Wernchenschnieder aus Senne 1 während der Arbeitszeit in Streit geraten. Da Wernchenschnieder den Streit vom Zaune gebrochen und Jürgenliemke sich nur gegen die Angriffe des W. gewehrt hat, so hatte ihn das Schöffengericht zu Gütersloh am 7. Juli d. J. von der Anklage der geführlichen Körperverletzung freigesprochen. Gegen dieses Urteil war von Seiten der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt worden. Da die heutige Beweisaufnahme dasselbe Resultat, wie in der Vorinstanz ergab, zog der Staatsanwalt die eingelegte Berufung zurück. * Schluss des redaktionellen Tells. Herr Dr. med. B. in H. schreibt: Hatte Dr. med. 5. in II. bei Gesichtsausschlägen(Akne) mit Obermeyers Herba=Seife vorzügliche Heilerfolge. Obermeyers Herba=Seife z. h. in all. Apoth., Drog. u. Parf. p. Stück 50 Pfg. u. 1 Mk. Für Reklamen und Inserate verantwortlich Friedrich Lieder. Bieleseld. Svante Gylsen Roman von Franz Rosen. 19) (Nachdruck verboten.) 11. Kapitel. Sie trat in ein hohes, hölzernes Haus, das in einer engen, gutgepflasterten Straße stand. Sie durchschritt die hohe Torfahrt zur Hälfte und stieg eine breite, altersdunkle Treppe hinan in das obere Stockwerk. Ueber den weiten Flur gelangte sie an eine niedrigeTür. Lachen und Geschwätz erscholl dahinter. Schon im Begriff, zu öffnen, wandte sie sich heftig wieder um; Abscheu und Grauen malten sich dabei auf ihrem Gesicht; sie ging schnell den langen Gang hinunter, wieder eine schmälere Treppe hinauf und verschwand in der gegenüberliegenden Tür. Sie stand in einem hellen, sonnendurchleuchteten Gemach. Die Wände waren mit einer weißglänzenden Farbe gestrichen; auch die einfachen hölzernen Schreine, Tische sowie die Stühle waren weiß, mit schmalen, hellgrünen Leisten verziert. Geblümte Gardinen vor den blinkend hellen Fensterscheiben, auf dem Sims blühende Nelken und Rosenstöcke in bunten Töpfen. In der Ecke ein langes, schmales Himmelbett mit grünweiß gestreiften Vorhängen und an der Wand gegenüber ein mächtiger Kachelofen mit einer bequemen Holzbank; davor deckte ein langhaariges Wolfsfell die weißgescheuerten Dielen. Mitten in diesem Raume, darin es nach Blumen und Reinlichkeit duftete, blieb Heiderun stehen, als sei sie in den Boden gewachsen, lange und regungslos. Dann warf sie mit einer Gebärde ungestümer Verzweistung die Arme empor, verschränkte die Hände in Genick, legte den Kopf zurück und starrte mit großen, trockenen Augen nach oben, als wolle sie durch die weißgetünchte Zimmerdecke gera##wegs in den Himmel— dem lieben Gott in seinen verborgenen Rat hineinsehen. Hier war ja heute der einzige Ort im Hause, wo sie allein und ungestört sein konnte, in ihrem eigenen Zimmer, heute, am Vorabend ihrer Hochzeit, und vielleicht zum letzten Male in ihrem Leben. Auch wenn aus der Hochzeit morgen nichts werden würde. Wie sie so dastand, wurde hinter ihr leise die Tür geöffnet—— ein Mann mit den geschmeidigen, lauernden Bewegungen einer Wildkatze, trat langsam ein und zog die Tür hinter sich zu. Eben so langsam wandte das Mädchen sich um nach ihm, den sie schon erkannt hatte, ehe sie ihn sah. Sie ließ die Arme sinken, trat einen Schritt zurück undmaß ihn mit feindseligen Blicken. „Was willst Du hier, Eikin? Was fällt Dir ein, hier einzutreten?“ Der Angeredete blieb stehen, verschlang sie mit begehrlichen Blicken und sagte mit häßlichem Lächeln: „Ich habe geglaubt, daß Gemach meiner Braut stehe mir offen!“ Flammende Entrüstung blitzte aus ihren Augen. „Du irrst Dich!“ sagte sie schneidend,— „heute nicht— und nie!“ Die Antwort war nur ein überlegenes, höhnendes Lachen. „Ziere Dich nicht, Täubchen. Morgen bist Du dennoch mein!" Dem Mädchen schlug das Herz so wild, daß ihm die Stimme versagte.„Geh' hinaus!“ sagte es heiser.„Ich habe Dir nicht erlaubt, hier einzutreten.“ „Oho!“ lachte er.„So ängstlich lasse ich mich nicht an die Stunde binden; was liegt daran, ob ich schon heute von meinem Recht als Eheherr Gebrauch mache!" Mit einem leichtfertigen Lied auf den Lippen warf er sich auf einen der weißen Stühle, daß das Tannenholz krachte. In, ohnmächtiger Entrüstung, bald errötend, bauu erbleichend, stand Heiderun vor ihm und ertrug mit stolzer Kälte seinen lauernden Blick. „Ich weiß,“ sagte sie mühsam,„ich kann nicht Gewalt brauchen gegen Dich. Ihr alle seid gegen mich. Aber ich schwöre Dir: eher sterben, als Dir angehören!" Er hatte ihrer Erregtheit nur den eisigen Hohn entgegenzusetzen, unter dem er die eigene Erregung verbarg. „Wie wolltest Du das denn machen? Ich möchte es wirklich gern wissen!“ Sie war zu empört, um zu antworten— und kehrte ihm den Rücken zu. Er summte die unmelodische Strophe gleichmütig weiter. „Hör auf zu singen!" brach sie endlich los;„ich will es nicht hören.— Und da Du nun doch einmal hier bist, sage ich Dir nochmals— zum letztenmal, bitte ich Dich, gib mich frei! Gib mich gutwillig frei, oder es könnte Dich reuen!" „Daß ich ein Narr wäre!" rief er nun seinerseits aufgebracht.„Da müßtest Du nicht das schönste Mädchen von Trondiem sein!— Soll ich ein halbes Jahr lang Deine Bisse und Hiebe ertragen haben, um mir im letzten Augenblick den wohlverdienten Lohn entwischen zu lassen? Heute noch schlägst und kratzt Du um Dich, und betrachtest mich als Deinen Sklaven, den Du ungestraft mißhandelnkannst. Aber sei getrost— morgen ändert sich das! Und ich schwöre Dir meinerseits: ich will die Genugtuung haben, Dich demütig und um Gnade flehend zu meinen Füßen zu sehen!“ „Du brauchst nicht erst ein Narr zu werden,“ sagte sie kalt,„Du bist schon einer. Du warst schon einer, als Du es zuließest, als Dein Vater Dich für mich erhandelte. Du warst ein Narr, als Du mich auf Grund dieses Handels zu Deiner Braut machtest, obgleich ich Dir sagte, ich wisse von keiner Liebe. Und Du warst ein Narr, als Du mich nicht freigabst, da statt der erhofften Liebe ein Haß gegen Dich in meiner Seele erwuchs. Seit Du Dir aber alle diese Dinge täglich und stünd lich sagen läßt von einem Weibe— von dem Weibe, das Du heitaten willst, und hältst es dennoch fest in Deinen Krallen— seitdem bist Du verächtlich!" „Sprich nur weiter!“ höhnte Eikin, der unter ihren Worten bis in die Lippen erbleicht war. „Was könnte ich Dir noch sagen, das Du nicht schon wüßtest! Es ist ja nutzlos. Du hast kein menschliches Herz. Und Du hast keine Ehre. Du kennst nur die niedrigen Leidenschaften der Sinne. Du freust Dich darauf, Dich an mir zu rächen, mich mit roher Gewalt zu knechten— aber freue Dich nicht zu früh; soweit kommt es nicht!" „Hoho!“ rief er,„Du willst mir drohen! Aber das sorgt mich nicht. Wie wolltest Du mir entschlüpfen? Du könntest höchstens ins Wasser gehen— aber so romantisch bist Du nicht“ „Ich weiß nicht, was Du damit sagen willst, entgegnete sie hochfahrend.„Ich habe es freilich immer feige gefunden, das Leben sortzuwerfen, wenn es zu schwer aufliegt. Ich habe trotzdem daran gedacht, es zu tun in der letzten Zeit— oft genug. Aber Du bist mir nicht so viel wert, daß ich Deinetwegen mein Leben opfern möchte. Es gibt Besseres, wofür ich es nützen kann.“ „Ergeh'. Dich nicht in hochtönenden Reden!" rief er, die Geduld verlierend.„Mein Weib wirst Du, und für mich lebst Du, und für nichts weiter!“ Heiderun stöhnte; sie fühlte ihre Ohnmacht und seine frechen Blicke, die unausgesetzt auf ihr ruhten, machten sie rasend. „Ich begreife nicht, was Du davon haben kannst, Dir ein Weib zu erzwingen, das Tich haßt und verachtet!“ „Einbildung— alles Einbildung. Kein Weib ist auf die Dauer im stande, den Mann zu hassen, der ihm seine Liebe gibt.“ „Liebe!" lachte sie schrill auf.„Entweihe das Wort nicht!“ (Fortsetzung folgt.) * Werkzeugmaschinenfabrik Gildemeister u. Co. Akt.=Ges. in Bielefeld. In der am 27. d. Mts. stattgefundenen Aufsichtsratssitzung wurde der Abschluß per 30. Juni 1904 vorgelegt, welcher einen Betriebsüberschuß von Mk. 181 187.69 aufweist.— Nach Abzug der allgemeinen Unkosten und der regulären Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn von Mk. 80 447,35.— Es wurde beschlossen, die ordentliche Generalversammlung auf den 25. Oktober 1904 einzuberufen und derselben die Verteilung einer Dividende von 2.5 Prozent vorzuschlagen. Brackwede, 28. Sept. Bielefelder Preß= und Ziehwerk A.=G. Der Bericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1903/04 hebt hervor, daß das Geschäftsergebnis erfreulicher Weise ein erheblich günstigeres gewesen ist, als in dem voraufgegangenen Jahre. indem es mit einem Gewinn von Mk. 14645.28 abschließt. Dies Resultat sei um so erfreulicher, als besonders in den ersten 6 Monaten sich ein ungenügender Eingang an guten Aufträgen bemerkbar machte. Seit Anfang 1904 ist jedoch eine merkliche Besserung eingetreten, was auch für das nächste Jahr auf ein wesentlich günstigeres Resultat hoffen ließe. Am 1. April 1904 trat der bisherige Direktor. Herr Polock, aus der Direktion aus; an seiner Stelle wurde Herr Hoppe als alleiniges Vorstandsmitglied bestellt. * Berliner Bank. Der Geschäftsgang der Berliner Bank, auf den man durch das Ausscheiden des Direktors Chrambach wieder aufmerksam wurde, wird als durchaus normal bezeichnet. Chrambachs Rücktritt soll nicht ausschließlich auf Gesundheitsrücksichten zurückzuführen sein, sondern vorzugsweise auf gewisse Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und seinem Kollegen Zwicklitz. # Norddeutscher Lloyd. Nachdem man sich bereits vor einiger Zeit lebhaft mit den Dividendenaussichten unserer beiden Schiffahrtsgesellschaften, Hamburg=Amerika=Linie und Norddeutscher Lloyd, beschäftigt hat und erstere durch ihre Mitteilungen zu erkennen gab, daß sie ganz gut gearbeitet habe, erfährt man nun, daß das Ergebnis des Norddeutschen Lloyd nicht ganz so gut, wie das der Hamburg=Amerika=Linie ist. Im Gegensatz zu dieser Gesellschaft, die mit ihren Dampferverkäufen gute Geschäfte machte, gelang es dem Lloyd, nur zwei, die sehr hoch zu Buch standen, abzugeben. Der Passagierverkehr nach Ostasien kostete Geld, statt welches einzubringen. Der Verlust im Zwischendecksverkehr wird beim Lloyd wohl ebenso groß gewesen sein, wie bei der Hamburg=AmerikaLinie. Der lohnende Frachtenmarkt nach Ostasien ist an die Hamburg=Amerika=Linie abgetreten worden. Ein gutes Resultat ergab dagegen der Verkehr aus den La Plata=, Brafil= und Australien= fahrten. Eine höhere Dividende als 6 Proz. dürfte aber nicht zu erwarten sein. * Bismarkhütte. In der Aufsichtsratssitzung legte der Vorstand den Rechnungsabschluß pro 1903/04 vor. Er gestattet nach Verrechnung der vertragsmäßigen Tantieme für Vorstand und Beamte und der Abschreibungen in Höhe von 660000 M.(480 000) die Verteilung einer Dividende von 16% (11). Von dem dann verbleibenden Rest sollen 81000 M. zu Gratifikationen, Dotierungen von Beamten= und Arbeiter=Pensionsfonds und für einige Wohlfahrtszwecke verwendet werden. Ueber das Geschäft im neuen Jahre gab der Vorstand befriedigende Auskunft. Das Ergebnis des UnterStatistik. nehmers ist als recht befriedigend zu bezeichnen. * Rheinische Stahlwerke A.=G. in Meiderich. Laut Gewinn= und Verlustrechnung erzielte die Gesellschaft im Geschäftsjahre 1903/04 einen Bruttogewinn von 4485894 M.(4050326). Für Abschreibungen auf die Anlagen in Meiderich und bei der Zeche sind 1774674 M.(1789350) vorgesehen. Der Reingewinn beträgt 2620 866 M. (2248 762), woraus 9% Dividende auf die alten und 4½% auf die neuen Aktien vorgeschlagen werden(8). In dem Geschäftsbericht hebt die Verwaltung hervor, daß bei dem Stahlwerksverbande, da die ganze Organisation neugeschaffen werden mußte, die Einlenkung in die neuen Verhältnissen in den ersten Monaten nicht nuerhebliche Mühe verursacht habe. Auch heute noch lasse die Verkaufstätigkeit zu wünschen übrig. Der Bericht schließt:„Ueber die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres läßt sich heute noch nichts sagen; es hängt dies im wesentlichen von den Erfolgen des Stahlwerksverbandes ab, die wieder durch die Marktverhältnisse bedingt werden. Die neuen Handelsverträge werden wohl im Laufe des neuen Geschäftsjahres perfekt werden; hoffen wir, daß diese auch für die Eisen= und Stahlindustrie befriedigend ausfallen.“ 5 Reichsschatzscheine. Es verlautet mit großer Bestimmtheit, daß das Reich demnächst 3½ Prozent Schatzscheine mit 4jähriger Laufzeit im Betrage von etwa 200 Mill. Mt. in Berlin und in den Provinzen begeben werde, die teilweise zur Rückzahlung der an die Reichsbank begebenen Schatzscheine dienen sollen. Es ist ein anderes Submissionsverfahren als bisher geplant. Die ersten Besprechungen mit den Banken haben bereits stattgefunden. V Fallissemente. Die Seidenwarenfirma Isaak Aron und Albert Elias in Konstantinopel ist insolvent. Die Passiven sollen 300000 Frks. betragen.— Die Baumwollfirma William C. Smith= Whaley in Boston hat die Zahlungen eingestellt. Die Passiva werden hier auf 1114000 Doll. geschätzt. = Zementindustrie. Inbetreff der Verbandsbestrebungen wird gemeldet, daß gegen Ende dieser Moche neue Beratungen der mitteldeutschen. der Hochteiler Geburbnund Rterbeftille in, Verhältpsszahlen Aorweger Itolien. Franbreich desterreich Deutschland Rumünier. Bagtarct. Hochreiten.## Nae Geburken. 29 4% 33,3 To sterbefäule We ## ce 557e 1 249750 797 39 750 In England hat die Statistik längere Zeit sehr im argen gelegen, um so erfreulicher ist es, daß jetzt dort die Anfänge zu einer umfassenden Statistik gemacht werden. Dem englischen Unterhause ist ein Blaubuch zugegangen, dem gewissermaßen als erstes Dokument für die Bestätigung des englischen statistischen Amtes ein statistischer Abriß für fremde Länder beigegeben worden ist. Aus den zahlreichen Angaben dieses Buches haben wir an dieser Stelle die für uns zunächst interessantesten herausgegriffen und bringen eine durch zweckmäßige Illustrierung auch dem Laien verständliche vergleichende Darstellung über Hochzeiten, Geburten und Sterbefälle einer gleich großen Anzahl von Ländern. Die Zahlen sind im Verhältnis zu 1000 gedacht. Nach unserer Tabelle scheint Norwegen das gesündeste Land der Welt zu sein. Es werden dort freilich wenig Ehen geschlossen, immerhin beträgt der Prozentsatz der Geburten 29,1 auf das 1000 und derjenige der Sterbefälle ist der niedrigste auf der ganzen Erde. Die höchste Zahl der Geburten hat Rumänien auszuweisen, wo auch bedeutend mehr Ehen geschlossen werden, wie in Deutschland. Dafür sterben aber auch in Rumänien die meisten Menschen. Ehen können im allgemeinen ja nur dort zahlreich geschlossen werden, wo entweder sehr großer Wohlstand herrscht, oder aber wo die Lebensbedingungen den Schluß einer Ehe nicht erschweren. Letzteres ist zweifellos in Rumänien der Fall; ersteres dagegen in England. Der letztere Umstand erklärt es auch, daß in England trotz der hohen Zahlen der Ehen die Geburten so sehr zurück bleiben. Frankreich hat die niedrigste Zahl der Geburten überhaupt, und auch die Zahl der Eheschließungen steht nicht gerade auf der Höhe. Wie unsere Statistik beweist, hat Deutschland allen Grund, mit seinen Zahlen zufrieden zu sein. Für Oesterreich aber könnte es besser sein, wenn es möglich wäre, die Zahl der Sterbefälle zu beschränken. pommerschen, schlesischen und hannoverschen Zementfabriken behufs Herbeiführung einer Preiskonvention in Berlin stattfinden. a Helios Elektrizitätsgesellschaft. Die Gerüchte erhalten sich, daß die SiemensSchuckertwerke sich für die Helios Elektrizitätsgesellschaft interessieren. Etwas muß schon an der Sache sein, denn sonst wäre ein Widerruf erfolgt. Entweder muß dieser bald kommen, oder die Bestätigung. Einstweilen haben die Kurse je nach ihrem Rang eine Steigerung von 2½ bis 5 Proz. erfahren. Dividenden. Die eingeklammerten Ziffern bedeuten die Dividende des Vorjahre. Vorgeschlagene: Zuckerfabrik Fraustadt 9 Proz.(15.)— Staßfurter chem. Fabr'k vorm. Vorster u. Grüneberg 8 Proz.(8.) Geschätzte: A=G. Schwabenbräu in Düsseldorf 10 Proz.(10.) Konkurse. (A= Anmeldefrist. Firma F. Jordan, Mulackstraße 14, Berlin I. A 24 10.— Kim. Karl Koch, Herdorf, A 20 10(Baden.)— Kfm. Gottlieb Schlupkoten, i. F. Karl Schlupkoten, Denrath, A 20 10(Gerresheim.)— Papier= und Spielwarenhandlung Emil Hugo Rusch, Hamburg, A 22 10.— Firma Eschment u. Schenk, Königsberg i. Pr., A 25 10.— Ksmn. Haderiakus Randa, i. F. H. Randa, Leer, A 28 10.— Schuhwarenhdlr. Ernst Albert Bose, Nürnberg, A 14 10.— Ksm. Moses Glasfeld, Rogutken, A 2 11(Schöneck W.=Pr)— Eisenwarenydlr. Wilh. Ruffschmidt, Stolberg(Rheinl.), A 29 10.— Firma F. A. Krahner, Weida, A 20 10. Berliner Börse * Berlin, 28. September. Die freundliche Tendenz der Auslandsbörsen, die wesentlich zur Befestigung des hiesigen Platzes beigetragen, war keineswegs in dem früheren Grade vorhanden. NewYork und Paris hatten schwach geschlossen, ohne daß hierdurch ein merkbarer Druck zu verspüren gewesen wäre. Auch der glatte Verlauf der nunmehr abgeschlossenen Ultimoregulierung, den man nach der relativen Geldflüssigkeit voraussetzen konnte, dürfte wohl kaum für die zuversichtliche Stimmung des heutigen Tages in Betracht gekommen sein, so daß die auf allen Gebieten eingetretene Kurssteigerung auf mehr zufälligen Ursachen zu beruhen schien, die außer Zusammenhang mit der ungünstigen Lage der Montanindustrie standen. Wien verhalf österreichischen Werten abermals zu einer Steigerung. Kreditaktien hatten mit deutschen Bankaktien und Kommanditanteilen die Führung im Bankaktienmarkte. Lübeck=Büchener stiegen auf immer wieder anregende Verstaatlichungsgerüchte. Kanada und Baltimore behauptet, ebenso Franzosen und Straßenbahn=Aktien. Hütten= und Kohlen=Aktien recht fest ohne sonstigen Grund, Bochumer und Laura etwa 1½ Prozent besser, Gelsenkirchener ¼ bis ½ Proz. höher, da die Vereinigung mit Schalker und roter Erde schnell vorzuschreiten scheint. Fremde Renten zum Teil schwach, Spanier und Chinesen gaben auf Paris nach. Privatdiskont 3 3/8(Plus ⅛) Prozent. * Produktenbörse: Die feste Haltung der nordamerikanischen Börsen beeinflußte heute den hiesigen Getreidemarkt nur insofern, als die Meldungen über Dürre in Australien und daraufhin in Newyork vorgenommene Deckungskäufe auch hier die Spekulation zu Deckungskäufen in Weizen für Oktoberlieferung veranlaßten. Für Oktober zog daher der Preis um etwa ¼ Mark, für Mai etwa ¼ Mark an, während er für Dezember unverändert blieb. Das Geschäft war heute in diesem Artikel lebhafter. Roggen gab ¼ Mark für Oktober= und Mailieferung, ½ Mark für Dezemberlieferung nach, weil die Zufuhren auf dem Wasserwege die Nachfrage völlig befriedigten. Hafer war zwar für Septemberlieferung etwas billiger angeboten, für spätere Sichten aber bei starker Zurückhaltung der Verkäufer ½ Mark im Preise erhöht. Mais war bei ziemlich lebhaftem Handel gut behauptet, da bei dieser Frucht die Preisbewegung der amerikanischen Börsen mehr ins Gewicht fällt. Rüböl war bei geringem Verkehr etwas schwächer, Mehl unverändert. Schluß für Getreide: fest, Weizen ½, Roggen Mark höher auf Deckungskäufe. Deutsche Fonds„ Deutsche Reichsanleihe 3½ do. do. Preußische Staats=Anleihe 3½ do. do. Westfälische Prov.=Anleihe 3½ do. do. Bielefelder Kommunal=Anleihe 4 Westfälische Pfandbriefe„ do. do. 3% Rheinisch=Westfälische Rentenbreief 4 27. 9. 101.90 89.70 101.80 89.75 99.60 103.25 102.— 102.40 98.70 103.40 101.90 89.80 101.60 89.80 99.60 103.50 101.60 102.30 98.60 103.60 Ausländische Fonds Oesterreichtsche Silberrente 4½ do. Goldrente 4 Ungarische Goldrente do. Kronenrente Russische Gold=Anleihe kons. do. Staatsrente 1902..*** 4 Argentinier 88„„ 4% Bukarester 98„ 4% Chinesen 98. 4½ Italienische Rente neue 4 Mexikaner kons. 99 5 Rumänische amort. 03„ 190.30 101.60 100.40 97.80 101.60 100.30 97.70 91.40 90.25 91.50 90.25 89.00 101.90 9630 90.— 103.75 102.— 87.— Hypotheken=Pfandbriefe 4 Deutsche Hypoth.=Bank Pfandbr. bis 1910 do. do. do. 05 Gothaer Gr. Kr.=Pfandbriese 09..„ do. do. 05*** Hamburger Hypotheken=Bank 10... do. do. 08„** Meininger Hypotheken=Pfandbr. 11.. do. do. 07"* Preußische Boden=Kredit=Pfandbr. 10.. do. do. 07„ Preußische Zentral=Boden=Pfandbr. 10 do. do do. Preußische Pfandbrief=Bank 10.. do. do. 08„* Rheinisch=Westfälische Boden=Kr. 12 do. do. da. 08 06 101.50 95.60 101.40 96.50 101.75 96.— 102.20 96.75 101.70 95— 102.60 95.20 101.80 95.50 102.30 96.40 101.50 95.00 101.40 96.50 101.50 95.75 102.20 96.50 101.60 95.— 102.60 95.20 101.40 95.30 102.80 96.40 Reichsbankdiskont Prinatdiskont Beub=lktten Berliner Bank do. Handels=Gesellschaft Darmstädter Bank Deutsche do. Diskonto=Gesellschaft Dresdener Bank Nationalbank für Deutschland Oesterreichische Kredit„ Schaafshaus. Bankverein„ Barmer do. Bergisch=Märkische Bank Braunschweig=Hannoversche Bank„ Deutsche Genossenschafts= do..„„ Dortmunder Bankverein Elberfelder do. Essener Kredit=Anstalt Hamburger Hypotbekenbauk..... Oldenburger Spar= u. Leihvan Osnabrücker Bank Preußische Bodenkr.=Bank Preußische Pfandbr.=Bank Reichsbank Rheinisch=Westfälische Boden=Kreditbank Westfälische Bank Eisenbahn=Stamm=Aktien Nachener Mastr. abg. Anatolische Braunschweiger Landes=Eisenbahn„ Dortmund=Enscheder Italientsche Meridional=Eisenbahn Italienische Mittelmeer=Eisenbahn Jum-Simplon Oesterreichische Staatseisenbahn... 1430 160.25 141.90 226.90 191.25 155.10 124.80 209.— 144.80 128.75 161.50 153.90 114.80 117.80 122.— 164.50 168.10 170.60 145.— 148.— 140.— 154.— 148.80 115.30 87.— 161.20 141.75 227.25 192.25 154.75 124.70 211.40 145.70 128.— 162.90 158.90 114.40 117.30 131.80 164.60 162.75 179.30 145.— 148.— 140.75 154.20 148.75 138. 127.75 96.75 130.30 128.50 96.70 130.— 9210 146.10 92.— 19399 10n Eisenbahn=Prioritäts=Obligationen 87.60 107.60 Oesterreichische Staatsbahn 85 do. Nordwestbahn Ungarisch=Galizische Große Russische Moskau=Kiew W. Rufsische Südost=Bahn Warschau=Wien Klein= und Straßenbahn=Aktien 71.60 87.60 107.90 92.90 92.50 Offene Stellen. War bessere Stellung sucht WOl verlange per Postkarte d. Vakanzenpost i. München. ##f. Vergüt ev. R.250.— mon. u. mehr. H. Jürgensen rehr. 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Schwimmend April=Lieferung, Tubs und Firkins—.—, Doppeleimer—— Speck fest, Shor bladung— Pa loko— Pfg., Short clear Abladung— PigMetalle Amsterdam, 28. Septhr. Bankazinn 78. London, 28. Septbr. Kupfer 58¾ Pf. St.— Ziun 127¾ k 128¼ Pf. St.— Blei 11 1/16 St. Pf.— Zink 22 11/16 Pf. Or. Glasgom, 28. Septbr. Roheisen. Mixed numbres warant: 20 J— d. Oele Berlin. 18. Septbr. Rüböl Oktsr. 44.9 B. Köln, 28. Septhr. Rüböl loko 48.50.„„ 6.in Hamburg, 28. Septbr. Rüböl ruhig, koco 47,00 5.— Nir öl, ruhig, loko 88,50 B.— Petroleum fest, loko 6.00 bl. Spiritus Hamburg, 28. Septbr. Spiritus. August 27½ B.,— Getreide Berli n, 28. Septhr. Wetzen. Sepror. 17 9½, Roggen. Oktdr. 133½, Hafer sein 153—164, mittel 143—152, gering 133—141. Mais, amerikanischer mixed 126—129. Weizenmehl 00 22,00—24,00. Roggenmehl 0 und 1 17,20—18,50. New=hork, 28. Septhr. Weizen willig, per Dezör. 11576. — Mais willig, per Dezbr.—. Marktberichte Chieago. 28. Septbr. Weizen per Septdr. 111 1/, be Septhr. 53%, Hafer per Sept: 29 7/. Schmalz per Sevi. 1,915, Ppeck niedrigster Preis 8.50, Roggen per Septhr. 75, Leinsaal be“ Septhr. 1 1018. sofort gesucht. 24107 Karl Schardt, Baugeschäft. Zuverlässiger Kutscher auf sofort gesucht. Kavallerist 24077 Bürgerweg 49. bevorzugt. EinsatzNäherinne; für meine Näherei gesucht. Emil Schuhmacher, Wertherstr. 30. —. E.(Porimen 10 Lagerhemden. Nähernien in u. außer dem Hause gesucht. Dauernde Arbeit Bertelsman& Sohn # I egerweg 44a. 1234 Lehrerfamilie sucht gleich od. später junges Mädche Fschen zur Erlernung des Haushalts, am liebsten v. Lande ohne gegens. Verg. Off. u. 24101 ) Westtal. Rt gegens. Verg. Off. u. 24101 an d. esp. v. Westfan Brg. 1,231 Blngerer Lagerarbeiter und Laufbursche debsacht. 48905920 Bahnhofstraße 19. Mädchen zu einem 1½ Jahre alteg,ZFiahe sofort ev. auch später Hi##g. Frau Stabsarzt Malnes, Mund Bhigt! Junges-Mauchen Stautis 6 Philharmo im statt. Eine Liste ist 5 7. Oktober werden b c. 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Chikago Welt, ist auch sein den unübersehbaret ren tagaus tagein Hunderttausende v an die Vieh= und in Gestalt von So usw. in Millionen Stadt verlassen. da schon zu Zahle Umsange dieses B büden Im Jahre hese von Chikago Kinder, 7¾ Milli 2 Millionen Hami trieb in dem größ reich, in dem von nur 300 000 Rind 1 Million Hammel Wenn der Fa nach Chikago verlo seinen Kommission Transport bei sein erwartet und für nägt. Man bezah Preis, z. B. per Nun begibt sich d börse, einem kleine Viehhofes, und bi er einen Abnehmer tene Vieh gefunden zur Hürde, kontrol und die Beschaffen sehr einfache und Gewicht nachgeprü erhält sodann der chenden Check, de an den Farmer ir sandt wird. Man einfachere und zwi nes so ungeheuere st; in so etwas virklich groß. 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Die Se Tausenden von A der eine eigene#l Arbeiter dieses Be da ihre eigene Kir Telegraphenamt,1 ch, vunderlichen wohlgepflegt derung mit ihrer Unsauberkeit und dis sie zu verricht Mk. 9.50 „ 15.00 20.00 99 224142 D Jahnsplatz c schaft und Rändie noch großen shmbaren hlermeister 224184.235 us lerwall 4.— * hl. 4.50 35, 1.60. 2.25. 60. 00 Pfg. en. 1.25. lute! ingen 124136 229— 94. Jahrg. Aesrfurt,, Oe... 3 anor Porcopolitana Stizzen aus den Chikagoer Großschlächtereien. Von Rudolf Schwartz. (Nachdruck verboten.) In Chikago, der„Schweinestadt“ am Michigan=See, war ein ungeheuerer Streik ausgeberchen, der selbst in den letzten, an Riesenausstanden so reichen Jahrzehnten seinesgleichen sucht. Mehr als 50 000 Arbeiter der Chitagoer Großschlächtereien hatten die Arbeit niedergelegt und über 80000 Angestellte verwandter Betriebe hatten sich ihnen angeschlossen. Eine Schlagader der Arbeit dieser jungen Riesenstadt war durchschnitten, das Gespenst der Fleischnot klopft an die Pfortenvon Newyork. Chikago, der Hauptweizenmarkt der Welt, ist auch sein größter Viehmarlt. Aus den unübersehbaren Weiden ses Westens führen tagaus tagein gewaltige Viehzüge die Hunderttausende von Tieren unmittelbar bis an die Vieh= und Schlachthöfe Chikagos, die in Gestalt von Salzfleisch, von Talg, Häuten usw. in Millionen von Zentnern wieder die Stadt verlassen. Es hilft nichts, man muß da schon zu Zahlen greifen, um sich von dem Umsange dieses Betriebes eine Vorstellung zu bilden Im Jahre 1891 wurden in die Viehhese von Chikago eingetrieben: 3¼ Millionen Kinder, 7¾ Millionen Schweine und über 2 Millionen Hammel, während der Viehauftrieb in dem größten Schlachthofe von Frankreich, in dem von La Villette, in derselben Zeit nur 300 000 Rinder, 450 000 Schweine und 1 Million Hammel betrug. Wenn der Farmbesitzer im Westen Vieh nach Chikago verladen hat, so benachrichtigt er. seinen Kommissionär in der Stadt, der den Transport bei seiner Ankunft in dem Viehhof erwartet und für seine Unterbringung Sorge tägt. Man bezahlt dafür einen sehr mäßigen Preis, z. B. per Rind und Tag etwa 20 Pfg. Nun begibt sich der Kommissionär zur Viehbörse, einem kleinen Gebäude in der Mitte des Viehhofes, und binnen wenigen Minuten hat er einen Abnehmer für das von ihm ang botene Vieh gefunden: der Käufer begibt sich mit zur Hürde, kontrolliert den Gesundheitszustand und die Beschaffenheit der Herde, auf eine sehr einfache und sinnreiche Weise wird das Gewicht nachgeprüft und zum schönen Schluß erhält sodann der Kommissionär den entsprechenden Check, der noch an demselben Tage an den Farmer im„far away West", abgesandt wird. Man muß gestehen, daß eine einfachere und zweckmäßigere Organisation eines so ungeheueren Betriebes kaum denkbar it; in so etwas sind die Amerikaner eben virklich groß. Obwohl nun aber der Viehhandel und die Großschlächtereien von Chikago Millionen von Dollars in Bewegung setzen und Zehntausende von Armen heschäftigen, so merkt man doch in der Stadt selbst von diesem Beteiebe auch nicht das Geringste. Um Einsicht in ihn zu gewinnen, muß man sich in die Viehstadt begeben, die im Südwesten der Stadt belegen ist und ein vollkommen eigenes Stadtviertel bildet. Diese Viehstadt sind die „Union Stock Yards“, die erst 1865 gegründet worden sind, heute aber bereits mehr wie 500 Acres umfassen, und in der Hauptsache eine Art ungeheueren Viehhotels darstellen, in dem 300 000 Schweine, 75 000 Ochsen und 800 000 Schafe sowie noch allerlei anderesGetier daneben vor ihrem letzten Gange gastfreie Aufnahme finden können. Zahlen her!(Bei amerikanischen Dingen geht es nun einmal ehne Zahlen nicht ab.) Also es enthalten die „Union Stock Yards“ 40 Kilometer Tröge mit frischem Wasser, d. h. soviel, daß man Frankfurt und Mainz mit diesen Trögen verbinden könnte,— wozu aber keinerlei Bedürfnis vorliegt. Und mit den Futtertrögen dieses Viehparks könnte man, da sie zusammen 80 Kilometer lang sind, die Bahnlinie von Köln nach Essen begleiten. Wenn wir uns in einem Lustballon über dieses merkwürdige Viertel erbeben(und warum nicht? wir sind ja in Amerikal) und es aus der Vogelperspektive betachten, so sehen wir zu unsern Füßen eine ganze große Stadt mit Straßen und Plätzen, der Länge nach von einer Hauptstraße durchschnitten, die man den Broadway der„Union Stock Yards“ nennen könnte. Die Rechtecke, in die diese Stadt eingeteilt ist, sind teils ofjene Hürden, die für die Rinder bestimmt sind, keils gedeckte Stallungen, worin die Schweine untergebracht werden. Bureaus, Verwaltungsgebäude aller Art und dergleichen mehr besetzen das Terrain im übrigen flinke Cowdohs, Wärter, Kommissionäre, Arbeiter bevölkern diese Stadt; ein Labyrinth von Eisenzohnschienen führt die Züge aus allen Teilen Landes bis unmittelbar an ihre Flanke, und auf der einen Seite erheben sich, Schorn„an Schornstein, die Schlachthäuser, Rienmühlen, in denen all dieses Vieh verarbeiwird. Die Schlachthäuser aber mit ihren Taulenden von Angestellten haben selbst wie##nt eine eigene kleine Stadt erzeugt, wo die Arbeiter dieses Betriebes wohnen. Sie haben da ihre eigene Kirche, Schulen, ihr Post= und Telegraphenamt, ihre eigene Zeitung. Und eiwunderlichen Gegensatz bildet diese freundtiche, wohlgepflegte, in Grün gebettete Ansieberung mit ihren hübschen Häusern zu der Unsauberkeit und Widerwärtigkeit der Arbeit, au sie zu verrichten haben. Uebersicht über den Verlauf der Ballonfahrt Spelterinis . Wate 38 4106 Zur Ballonfahrt Spci: s- Nuglinie gisg-k. 1 TJr5LT110 Unsere heutige Kartenskizze bringt eine Uebersicht über den Erfolg oder vielmehrMißerfolg der kühnen Ballonfahrt Spelterinis. Der„Berner Bund“ charakterisiert die Reise mit den Worten: Spelterinis Vorahnungen sind in Ersüllung gegangen. Aus der Jungfraufahrt ist nichts geworden, dafür aber gab es eine großartige Berner Oberlandfahrt. Allerdings hat Spelterini von Anfang an die Luftströmungen nicht für die Auffahrt geeignet angesehen, hat aber schließlich dem Drängen der Menge nachgeben müssen, und wider seinen Willen die Fahrt angetreten. Dabei hat aber das ganze Projekt gar nicht einmal den erwarteten Eindruck auf die Menge gentacht. Jedenfalls ist die Beteiligung des Publikums eine minimale gewesen. Hat auch die Fahrt das gewünschte Ergebnis nicht gehabt, so ist sie doch immerhin ein Ereignis von großem Interesse gewesen. Der Ballon ist zunächst in nordwestlicher Richtung über das Bödeli und den Harder geflogen, dann nach dem Schildhorn zu abgebogen und über Blümlisalp und Wildstrudel nach Adelboden geflogen, wo auf der Engstligen Alp die Landung erfolgte. Die Fahrt hat genau fünf Stunden gedauert. Die höchste erreichte Höhe betrug 6000 Meter, die niedrigste Temperatur fünf Grad unter Null. Denn wer einmal in einem dieser großen Schlachthäuser gewesen ist,— der Betrieb ist in allen wesentlich der gleiche— der muß allen nervenschwachen Personen von einem Besuch: darin abraten. Das Schreien, Grunzen und Brüllen der sterbenden Tiere, der fade Blutgeruch, der die Räume durchdringt, die Blutlachen, die an vielen Orten sichtbar werden, die üher und über blutbespritzten Männer, die da ihre Arbeit verrichten,— das ist lein Anblick für ästhetisch empfindliche Personen: und wenn man dann hier und dort an Schienen noch zuckende Schweineleichen dahingleiten sieht, so wird das Vergnügen dadurch auch nicht wesentlich erhöht. Mag aber der Anblick nicht gerade schön sein, so bleibt doch die Sache darum nicht weniger großartig. Wir haben als Kinder wohl alle einmal den Scherz von der Maschine gehört, in die man das Schwein nur oben hineinzustecken braucht, damit es unten als fertige Wurst herouskomme. Nun, diese Maschine ist in den Chikagoer Großschlachthäusern so ungefähr zur Wirklichkeit geworden: wenigstens ist Schwein oder Rind etwa eine Stunde, nachdem es dieses Haus betreten, bereits aufs sauberste ausgenommen, zerlegt und zum Gebrauche präpariert. Es lohnt sich also schon, den Abscheu zu überwinden und einen Blick in diese Schlachthäuser zu werfen. Begleiten wir zuerst eine Rinderbeide auf ihrem letzten Gange, so werden die Tiere in geschickter und ruhiger Weise allmählich in einen Korridor getrieben, von dem aus etwa 20 Türen in ebensoviel enge Zellen führen. In dieser Zelle steht auf einer Art schwebender Prücke der Schlächter, und sobald er den Kopf eines Tieres unter sich erscheinen sieht, — denn seine Brücke ist erhöht— so führt er den wuchtigen Todesstreich. Das gefallene Tier drückt durch sein Schwergewicht eine Tür uf, eine Kette hebt es empor, und in einem Augenblick ist es geöffnet, ausgenommen, in kaltem Wasser gewaschen, in zwei Hälften zerlegt und, an einer Schiene an der Decke schwebend, in die Kühlräume befördert wo es seiner weiteren Bestimmung harrt. Man muß gestehen, daß eine schnellere und einfachere Arbeit kaum denkbar ist. Das Verfahren in den Schweineschlächtereien ist ähnlich. Zunächst erhalten die mit der Bahn andekommenen Schweine ein gewisse Ruhefrist, um sich von der anstrengenden Reise zu erholen. Geht während dieser Zeit etwa ein Schwein ein, so wird es ganz und gar zu Dünger verarbeitet. Nun aber hat ihre letzte Stunde geschlagen. Die Treiber drängen sie den Schlachthäusern zu, der Weg wird immer enger und schließlich, zwischen dem Ausgange der Hürde und dem Eingange zum Schlachthause, müssen die Tiere einzelweise passieren. Das ist der Anfang alles Schweineunglücks; denn auf diesem Wege wird den Tieren im Hankumdrehen eine Kette um das Hinterbein geschlunden, im nächsten Moment zieht die Kette an und unter entsetzlichem Geschrei und Gezappel schwebt das Tier, den Kopf nachunten, in der Luft. So gleitet es weiter, um schon nach wenigen Schritten von dem„'ilke:". einem mit Gummirock und Gummistiefeln bekleideten, über und über mit Blut bespritzten Arbeiter, mit einem breiten und scharsen Messer den Todesstich in die Kehle zu bekommen. Der„killer" steht einige Stufen tiefer, so daß die Hälse der aufgegängten Tiere sich etwa in der Nähe seiner Brust befinden, stundenlang gleitet so Tier an Tier an ihm vorüber, und jedem versetzt er mit der gleichen Sicherheit und durch die Uebung natürlich völlig abgestumpft, den Todesstoß. Die Blutströme aber, die von den geschlachteten Tieren abfließen, rieseln durch das Gitterwerk des Fußbodens in große Tanks, von denen sie durch Röhrenleitung in die chemische Fabrik übergeführt werden. Das noch zuckende und blutende Schwein ist aber inzwischen längst weitergerollt: nach ein paar Metern wird es von der Kette gelöst und in ein Bassin mit kochendem Wasser gestürzt. Die Szene, die sich hier an diesem Bassin entwickelt, erinnert„mutatis mutandis“ an eine berühmte Szene an Dantes Purgatorio. Bluttriefende Arbeiter, mit langen Stökken versehen, umstehen es und lenken, damit den Sturz der in das hochaufspritzende, blutrote Wasser fallenden Tiere, während andere Arbeiter die nun toten Körper mehrere Male im Wasser umdrehen. Der Zweck dieses Bades ist der, die Borsten zu lockern. Ab und zu senkt sich eine riesige ver= bis fünfzinkige eiserne Gabel in die brodelnde Flut und holt die abgebrühten Tiere heraus auf eine Bank, auf welcher sie auf Rollen einer Maschine entgegengefahren werden, welche mit Dutzenden rotterender Schabemesser versehen, die Borsten von dem Körper des Tieres entfernt Winn der Körper diese Maschine verläßt, scheint das Schwein seine Farbe völlig verändert zu haben Aus Schwarz, Braun, Blond ist schneeweiß und fast vollständig glatt den unter der Maschine aber ist ein Loch im Boden, durch welches die Borsten gefallen und fortgeschafft worden sind. Die Borsten werden gesammelt und bilden zu den verschiedensten Zwecken einen wertvollen Handelsartikel. Der etwaige Rest der Haare wird unter Arbeitsteilung von einem Dutzend Arbeiter mit runden, hohlen Schabemessern an denjenigen Körverteilen,— und zwar im Nu— entfernt, an welche die Maschine nicht hat hingelangen können. Hat das Schwein so sein Leben und seine Haare lassen müssen zum Wohle der leidenden Menschheit, so wird nunmehr, wie Erich Heppens mit Humor sagt, sein„Inneres, erforscht", d. h. es wird ausgenommen. Zu diesem Zwecke wird es wieder— diesmal jedoch an beiden Hinterfüßen,— aufgehängt und der betreffenden Abteilung überwiesen. Lautlos und rein wie ein Engel rollt es den mitAexten und Hackemessern bewaffneten Männern zu. Der erste, dem es naht, schlitzt ihm mit einem gewaltigen Schnitt und Hieb den ganzen Leib von unten, d. h. von den Hinterfüßen bis zum Halse, auf und gibt ihm einen Stoß. Der nächste Arbeiter, dem es in diesem Zustande zurollt, reißt ihm mit einem Ruck die Gedärme aus der Bauchhöhle, trennt sie mit einem Schnitt los und wirft sie auf einen Karren, deren mehrere hintereinander auf einem Gleis stehen, und, so wie sie gefüllt sind, fortgeschoben werden. Wieder erhält das Schwein einen Stoß, wieder rollt es weiter, bis ihm ein weiterer Arbeiter mit verblüffender Routine Herz, Lunge, Leber und Nieren entfernt, welche ebenfalls auf Karren fortgeschafft werden. Dann rollt der so entleerte Leichnam unter die Kaltwasserdouche, welche, Bielefeld, Donnerstag, 29. September 1904 ben geschselen Hönden düchgserl, auch die de lerletzten Partikelchen etwa vorhandener Unreinigkeit abspritzt, und kommt nun erst zu einiger Ruhe im sogenannten„örying departement", wo alle äußere Feuchtigkeit zum Verdampfen gebracht wird. Die Gedärme werden in einem besonderen Raume durch Auswaschen völlig gereinigt und auf langen Tischen von dem ihnen anhaftenden Fett getrennt. Desgleichen wird Herz, Leber und Nieren gewaschen und entfettet. Das Fett wird in der Schmalzsiederei in viesigen Kesseln, auf Dampf geheizt, ausgelassen, und der Rest aus den Grieben mittels einer hydraulischen Presse ausgepreßt. Das zuerst erhaltene„lard" ist das feinste und wird, in schön lackierten Blechbüchsen verpackt, versendet. Es ist schneeweiß, geruch= und geschmacklos und wird zu den feinsten Backwaren verwendet. Das herausgepreßte Fett aber ist „second claß", wird in Holzeimern verpackt, versendet oder zu„lard oil“, dem sogenannten Schwimmöl verarbeitet, das hauptsächlich von den Bergleuten in ihren Lampen benutzt wird, da es, ohne zu rußen, mit heller Flamme brennt. Es hat auch noch viele andere Verbrauchsweisen, wie z. B. zum Schmieren bei Dampfmaschinen usw., dies interessiert uns aber selbstredend weiter nicht. Die letzten Stationen bilden das Verwiegen des Tieres auf einer Schnellwage und die Zerlegung im„dressing=room“, die mit erstaunlicher Schnelligkeit erfolgt. Hierauf wandern die Fleischteile in die Kühlräume, von wo aus die weitere Versendung als frisches Fleisch, die Beförderung in die Pökel= und Räucherkammern usw. erfolat. Es versteht sich, daß nichts unbenutzt bleibt und zahlreiche Nebenprodukte aller Art noch hergestellt werden. So geht diese merkwürdige Arbeit Tag für Tag und Jahr für Jahr. Schon vor vier Jahren waren es nicht weniger als 791 Millionen Pfund, Pökelfleisch, 1179 Millionen Pfund Rindfleisch, 480 Millionen Pfund Schmalz und 128 Millionen Pfund Häute, die aus Chikago ausgeführt wurden. Vermischtes # Der Mittelpunkt des deutschen Reiches Den Mittelpunkt des Deutschen Reiches bildet, wie schon unbestritten seit einer Reihe von Tagen festgestellt ist, das deutsche Städtchen Spremberg. Der bekannte Geograph Heinrich Matzat, dessen geographische und historische Werke weite Verbreitung gefunden haben, und der längere Zeit in Spremberg als Lehrer tätig gewesen ist, hat dies seiner Zeit durch Berechnungen festgestellt. Auf der Stelle, welche nach seinen Angaben den Mittelpunkt Deutschlands darstellt, erhebt sich der Denkstein, von dem wir heute unsern Lesern eine Abbildung bringen. Wir glauben daher, unserm Leserkreise, dem es wohl größtenteils bisher nicht bekannt war, wo er den Mittelpunkt Deutschlands zu suchen habe, mit unserm Bilde eine wünschenswerte Aufklärung zu geben. Vom Ausbruch des Vesuv Aus Neapel wird vom Sonnabend berichtet: Der Besuv, der seit einigen Tagen wieder in heftiger Tätigkeit ist, bietet einen prächtigen Anblick. Nachdem es längere Zeit im Innern gegrollt hatte, öffneten sich am Donnerstag Nachmittag in einem erdbebenartigen Ausbruch drei neue Oeffnungen gegen den„Atrio del Cavallo“ zu. Aus dem einen ergoß sich ein großer Lavastrom, der einen weiten Feuersee bildete. In ständigen Ausbrüchen werden Felsmassen 900 Fuß in die Luft geschleudert. Das „Valle del Inserno“ erleidet dabei ein ganz regelrechtes Bombardement. Große Spalten bilden sich in dem Hauptkegel; aber trotz des gefährlichen Anblicks durften sich ihm einige kühne Besucher mit der Erlaubnis der Führer nähern. Am Freitag Abend erhob sich eine riesige, pinienförmige Aschenund Rauchsäule aus dem Krater, und die Flammen stiegen bis zu 600 Fuß Höhe. Man hält den Ausbruch für den größten der letzten 10 Jahre. Die Cook'sche Drahtseilbahn schien sehr gefährdet, die Lava brang bie auf 50 Fuß Entfernung gegen sie vor. Es floß soviel geschmolzene Lava heraus, daß der Gipfel weißglühend erschien. Zahlreiche Zuschauer beobachteten das großartige Schauspiel. Prosessor Matteucci erklärte am Sonnabend, daß die Gewalt des Ausbruchs nicht mehr zunehme; aber seine seismischen und magnetischen Apparate soien in großer Bewegung. Der Krater wirft ständig Schlacken und große Steine aus, die nach den verschiedenen Richtungen niederfallen. Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammensturzes des Kegels, die in den ersten Tagen vorhanden zu sein schien, hat sich vermindert. Während der Nacht verspürte man vier leichte Erdstöße. 2. Jagdunfall eines Meckleuburgischen Herzogs Wie der Tag aus Dresden meldet, ist Herzog Heinrich Borwin von Mecklenburg=Schwerin auf der Hühnerjagd beim Fürsten Schönburg=Waldenburg durch einen Schrotschuß in beide Knie und in die rechte Hand verletzt worden. Der Herzog hat sich in das Dresdener Johannstädter Krankenhaus begeben. Das Befinden ist zufriedenstellend, wenn auch der Patient einige Tage das Bett hüten muß. Eine Löwenjagd in Deutsch=Ostafrika Zu dem Unglück, das den Feldwebel Gestrich bei der Löwenjagd unweit Taga betroffen hat, meldet die Oftafr. Ztg.: Dem Bezirksamt war gemeldet worden, daß in unmittelbarer Nähe von Tanga, mitten in den Eingeborenenschamben, ein großer Löwe gesehen worden sei. Bezirksamtmann Meyer. Feldwebel Gestrich, Unteroffizier Winzer und einige der besten Askari(Schutztruppen=Mannschaften) machten sich auf den Weg. um den Löwen abzuschießen. In der Gegend, wo der Löwe kurz vorher von den Eingeborenen gesehen worden war, wurde ein Treiben veranstaltet, bei dem der Löwe auch bald zum Vorschein kam und fliehend einen Schuß erhielt. Er verschwand wieder in dem mannshohen Grase. Eingedorene machten darauf aufmerksam, daß der Löwe sich in der Richtung auf einige Termitenhügel geflüchtet hätte. Vor dem ersten wurde Halt gemacht und seitens der Askari einige Salven abgegeben, während die Europäer schußbereit beiseite traten. Da sich nichts rührte, wurde auf den zweiten Hügel vorgegangen. Bevor dieser indessen erreicht war, glaubte ein Askari den noch am Fuße des ersten Hügels kauernden Löwen zu erkennen. In demselben Moment sprang das Tier auf Gestrich los und erfaßte mit den Zähnen das Gewehr und mit den Pranken das eine Bein. Von den sich um ihren Feldwebel drängenden Askari fielen mehrere Schüsse, wobei Gestrich leider getötet wurde. Wenige Schritte vor dem Feldwebel erlag der Löwe den zahlreichen aus nächster Nähe abgefeuerten Schüssen. 40 Tod durch einen Pflaumenkern In Steyrermühl in Oesterreich verschluckte ein Mädchen unversehens einen Pflaumenkern; es erkrankte an einer Blinddarmentzündung und verschied unter großen Schmerzen. #. Aus der Haft entlassen Der Redakteur Schweynert, der wegen Beleidigung des oldenburgischen Justizministers Ruhstrat in Erfurt verhaftet worden war, wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Verhaftung des Redakteurs Biermann ist aufrecht erhalten worden. Gerichtssaal ( Leipzig, 27. September. Keine besechtigten Interessen der Presse. Der Irrtum eines Sachverständigen hat für den verantwortlichen Redakteur der Stettiner Neuesten Nachrichten recht unangenehme Folgen gehabt. Der Bücherrevisor R. in M., einem Städtchen des Regierungsbezirkes Stettin, glaubte festgestellt zu haben, daß in der Stadtkasse Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien. Hierüber war in der Stargarder Zeitung berichtet worden. Die Stettiner Neuesten Nachrichten hatten diese Notiz übernommen und daran die Bemerkung geknüpft, es werde interessant sein zu hören, was die maßgebenden Personen hierzu sagen würden. Tatsächlich hatte sich der Bücherrevisor R. geirrt und ein anderer Bücherrevisor hat festgestellt, daß alles in Ordnung sei. Der Bürgermeister und der Stadtrendant von M. fühlten sich durch jene Notiz des Stettiner Blattes beleidigt und stellten Strafantrag. Das Landgericht Stettin hat dann am 22. April den Redakteur Clobes wegen Beleidigung zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt und den Beleidigten die Publikationsbefugnis zuerkannt. Die Revision des Angeklagten suchte nun nachzuweisen, daß keineswegs in dem fraglichen Artikel eine nicht erweislich wahre Tatsache behauptet worden sei. Verbreitet und behauptet sei lediglich die wahre Tatsache, daß der Bücherrevisor R. Unregelmäßigkeiten entdeckt zu haben behauptet habe. Mindestens habe aber der Angeklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt.— Der Reichsanwalt wies in der heutigen Verhandlung darauf hin, daß der Angeklagte nicht lediglich die Behauptungen des Bücherrevisors wiedergegeben habe und selbst über die Wahrheit derselben nicht sicher gewesen sei. In einem früheren Falle habe das Reichsgericht sogar die Verbreitung eines Gerüchtes für strafbar erachtet, obwohl ausdrücklich von dem Redakteur erklärt worden war, er halte das Gerücht für grundlos. Diese Anschauung gehe aber wohl etwas zu weit. In vorliegendem Falle habe aber der Redakteur die Möglichkeit zugegeben, daß das Gerücht wahr sei und damit sei der strafbare Tatbestand erfüllt. Berechtigte Interessen habe der Angeklagte, der in Stettin wohne und den die Angelegenheiten in M. nicht persönlich nahe angingen, nicht wahrnehmen können, auch nicht wahrnehmen wollen, da er, wie festgestellt sei, lediglich eine Sensationsnachricht veröffentlichen wollte. Das Reichsgericht erkannte sodann auf Verwerfung der Revision. 6 Leipzig, 26. Septbr. Der geärgerte Gymnasialdirektor. Im Dezember v. J. feierten die Gymnasiasten in Hann. Münden in einem öffentlichen Lokale ein Fest. Der Direktor des Gymnasiums, Dr. Buchholz, hatte die Teilnahme ehemaliger Schüler an dem Feste verboten. Dies verdroß eine Anzahl Göttinger Studenten. welche Schüler des Gymnasiums gewesen und gerade anwesend waren, sehr. Sie setzten sich in ein benachbartes Zimmer und sangen mehrfach ein Lied, welches mit den Worten beginnt: Herr Direktor Bullrian ist da. Hierdurch fühlte sich Herr Direktor Buchholz persönlich beleidigt, weshalb er Strafantrag stellte. Das Landgericht Göttingen hat dann auch am 27. April 7 von den 9 angezeigten Missetätern für schuldig befunden und zu je 15 Mk. Geldstrafe verurteilt. In ihrer Revision wiesen die Angeklagten darauf hin, daß in einer studentischen Anulkung nicht unter allen Umständen eine Beleidigung liegen müsse.— Das Reichsgericht hielt die Revision für begründet. Es hob heute das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Das Landgericht habe lediglich festgestellt, daß die Angeklagten den Direktor ärgern wollten. Dies genüge nicht; es hätte festgestellt werden müssen, daß sie ihm ihre Mißachtung kundgeben wollten. Kriegslage in Ostasien Noch freilich ist sich Kuropatkin, nicht klar darüber geworden, ob er bei Mukden standhalten oder nach Tieling zurückgehen soll. Aber schon dringen die Japaner auf der auf der rechten Seite unseres Bildes hervortretenden Landstraße nach Norden vor und drohen den Russen wiederum mit der Abschneidung Standesamtsnachrichten (Nachdruck verboten.) Brackwede. In der Zeit vom 10. bis 23. September 1904 wurden beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geburten: Sohn: Spinnereidirektor Gustav Bertelsmann. Witwe Johanne Luise Reinert gen. Simon. Platzarbeiter Franz Rauch. Fabrikarbeiter Gottfried Bentlage. Ziegeleiarbeiter Wilhelm Schüttforth. Fabrikarbeiter Franz Krakenberger. Malermeister Karl Friedrich Wilhelm Riepelmeier. Blechschweißer Clemens Höning. Glasmacher Johann Höxter. Tochter: Fabrikarbeiter Wilhelm Theismann. Glasmacher Georg Heymann. Briefträger Friedrich Wagemann. Telegraphenleitungsaufseher Hermann Senker. Weichensteller Hermann Meyer. Bäckermeister Friedrich Kehlenbrink. Glasmacher Henderikus Pragt. Aufgeboten: Bleicharbeiter Wilhelm Otteimkampe und Anna Jürgenlohmann. Fabrikarbeiter Heinrich Schwerter und Fabrikarbeiterin Johanne Krakenberger. Glasmacher Leo Dannhoff und Martha Gündel. Fabrikarbeiter Wilhelm Buschkamp und Fabrikarbeiterin Auguste Bollmeyer. Zuschneider Karl Deppe und Bertha Ellermann. Bäckergeselle Wilhelm Timmermeister und Emma Falkenreck. Verehelicht: Fabrikarbeiter Heinr. Beckord und Fabrikarbeiterin Auguste Strothotte. Kaufmann Wilhelm Varnholt und Klara Heitmann. Kaufmann Friedrich Teubner und Wilhelmine Steinkröger. Fabrikarbeiter Heinrich Diekmann. und Fabrikarbeiterin Luise Siekmann. Gestorben: Heinrich Pöhler, 8 Jahre alt. Fabrikarbeiter Heinrich Adolf Schliekmann, 41 Jahre alt. Wilhelm Eduard Ellermann, 11 Monate alt. Erna Kötter. 5 Monate alt. Elisabeth Lutterklas, 7 Monate alt. Frieda Marie Freitag, 10 Monate alt. Sophie Luise Dorette Dammeyer geb. Liunemeyer, 71 Jahre alt. Eleonore Auguste Mathilde Bertelsmann geb. Bitter, 34 Jahre alt. Walter Kammeyer, 1 Jahr alt. Heinrich Voßhenrich, 3 Monate alt. Herford. In der Zeit vom 19. September bis 24. Septbr. 1904 wurden beim hiesigen Standesamt angemeldet: Geboren. a. Söhne: Arbeiter Hermann Hanke. Bürstenmacher Karl Hettler. Tischler Thristoph Klinksiek. Schneider Heinrich Brinkmann. Bankbote Heinrich Deppe. Fabrikarbeiter Bernhard Welhöner. Maschinenbauer Karl Hesse. Schuhmachermeister Heinrich Steffmann. Töchter: Bahnarbeiter August Ellersiek. Arbeiter Josef Storkmann. Müller Herm. Drüge. Fabrikarbeitern Bernhard Welhdner. Bahnarbeiter Hermann Tiemann. Bürstenmacher Wilhelm Fürhoff. Aufgeboten: Tischler Wilhelm Vogt und Näherin Henriette Schwagmeier. Bäckermeister des Rückzuges. Doch dem sei, wie es will, mag Kuropatkin zurückgehen oder standhalten. Unsere Karte aus der Vogelperspektive umfaßt das Vorgelände vor Mukden und den Weg nach Tieling. Man wird also an der Hand derselben sich ein klares Bild von den Schwierigkeiten machen können, welche dascheKarl Hagemeister und Verkäuferin Pauline Matz. Tischler Dietrich Eickmeyer und Arbeiterin Wilhelmine Hildebrandt. Fabrikarbeiter Johann Söte und Dienstmagd Sophie Wiese. Zuschneider Johannes Deppe und Bertha Ellermann. Tischler Karl Gebauer und Dienstmagd Minna Beiner. Maler Hermann Sauerbrei und Anne Wehmeier. Müller Heinrich Ebmeyer und Köchin Johanne Kartelmeier. Schlachter Christian Hille und Dienstmagd Karoline Reckefuß. Vorzeichner Hermann Gottesmann und Zuschneiderin Wilhelmine Bomke. Verehelicht: Monteur Albert Tiemann u. Auguste Dröge. Buchhalter Heinrich Wormann und Charlotte Blombera. Steiger Adolf Roemer und Elise Strelow. Maler Wilhelm Kindermann und Näherin Martha Kemmerling. Bergmann Johann Höffgen und Büglerin Luise Howendiek. Maurer Gottlieb Düning und Näherin Anna Tappe. Gestorben: Ehefrau Johanne Brandmeier 24 J. Friedrich Brinkmann 2 M. Ehefrau Dorothee Schorg 61 J. Ehefrau Friedrike Tüselmann 71 J. Johanne Wächter 5 T. Fritz Schlüter 26 T. Witwe Theresia Strelo 75 J. Wilhelmine Klemming 4 St. Handelsmann Hermann Bröker 45 J. Fritz Collbrunn 1 J. Hermann Schmidt 5 M. Karola Sporleder 2 M. Bücherschau *„Der Muttersohn“, Roman von Johannes Dose Verlagsanstalt von Max Hansen in Glückstadt. Johannes Dose ist ein noch jüngerer Schriftsteller, dessen Lesegemeinde, durch seine guten Schriften, in den letzten Jahren recht groß wurde. In allen Kreisen liest man gern Werke von Johannes Dose, sie stehen auf der Höhe der Darstellungskunst. Der Roman„Der Muttersohn" spielt in einer kleinen nordschleswigschen Grenzstadt. Neben dem tiefen Ernst, der über die Saiten der Seele fährt, stehen die Szenen reinsten und urwüchsigen Humors, daß man hell auflachen muß. Dose ist ein reichbegabter Künstler. Wer seinen Roman liest, wird ihn wieder und wieder zur Hand nehmen, er ist als Geschenkwerk, wie auch für die Hausbibliothek recht zu empfehlen. *„Wie erziehe und belehre ich mein Kind bis zum sechsten Lebensjahre“, lautet der Titel eines soeben erschienenen Buches eines Schulmannes. Der Lehrer Karl Rich. Löwe in Altenburg hat ein gediegenes Buch für Eltern und Lehrer geschrieben. Beide werden reichen Gewinn von der Lektüre und Durcharbeitung haben. Der Autor hat sein. Buch an alle gerichtet, die gern über Erziehung nachdenken und denen eine sorgfältige Erziehung am Herzen liegt. Im Verlauf der Darstellung gewinnt der Leser den nötigen Einblick in das kindliche Geistesleben und kann so die Notwendigkeit der empfohlenen Maßnahmen treffen. Das vortreffliche Buch ist im Verlag von Karl Meyer,(Gustav Prior), zu Hannover schtenen. * lände beiden Parteien bietet. Japaner sind Gebirgskämpfer, die Russen ziehen wegen ihrer Kavallerie die Ebene vor. Hier ist Berg und Ebene vereint und die Zukunft muß lehren, ob die Japaner auch auf ebenem Terrain Erfolg haben werden. Märkte. In der nächsten Woche finden folgende Märkte statt: 4. Oktober: Büren, Vieh=, Schaf= und Hammel= markt. 4.„ Höxter und Korvey, Kram= und Viehmarkt. 4.„ Minden, Kram= und Viehmarkt. 4.„ Paderborn, Viehmarkt. 4.„ Peckelsheim, Kram= und Viehmarkt. 5.„ Holden, Viehmarkt. 5.„ Hövelhof, Kram= und Viehmarkt. 6.„ Lichtenau i. W., Kram= und Viehmarkt. 6.„ Vlotho, Kram= und Viehmarkt. Schlachtviehpreise nach Lebendgewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der für Viehverwertung der Preußischen Landwirtschaftskammer Berlin W., Köthener Straße 39. Ochsen. 2• S 8 * * # a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahr alt„ 40—41 41—43 41—47 b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete„ 34—35 35—36 35—37 c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30—31 90—31 31-32 ch gering genährte jeden Alters...= 26—27— Bullen. a) vollfleischige, ausgemästetebis zu 5 Jahren 39—40 37—38 37—38 b) vollfleischige jüngere....... 38—34 30—32 30—50 c) mäßig genährte jungere und gut genährte ältere 28—29 24—26 23—26 ch) gering genährte jungere und ältere..— 20—11— Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes 36—37 37—38 38—39 b) vollfleischige, ausgemastete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren... 32—33 32—34 36—56 c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jungere Kühe und Kalben„ 28—30 29—31 ch mäßig genährte Kühe und Kalben..— 24—25 21—50 e) gering genährte Kühe und Kalben..——— Kälber. a) Doppelender— 66 b) seinste Mast=(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 54—55 52—54 49—50 c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 45—43 46—51 44—47 d) geringere Saugkälber und älteres, gering„ genährtes Jungvieh(Fresser)„„—— 40—0 Schafe. a) Mastlämmer und jüngere Masthammel b) ältere Masthammel c) mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe) a) vollfleischige der seineren Rassen u. deren„„„. 98„ Kreu=#ngen bis zu 1% Jahren„.. 55—57 04—05 bo beichge 53-—54 51—53 53—55 c gering entwickelte sowie Sauen„.. 47—61 46—60 Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfd, Lebendgewicht auf die Notizen für Schweine rechnen die Märkte en. 20—12 Proz. Tara ab. tet. Japaner Russen ziehen weEbene vor. Hier ist und die Zukunft ner auch auf ebewerden. sche finden folgende Schaf= und HammelKorvey, Kram= und irkt. 1= und Viehmarkt. iehmarkt. ram= und Viehmarkt. jarkt. m= und Viehmarkt. 3., Kram= und Viehund Viehmarkt. mmengestellt und nach von der Zentralstelle Landwirtschaftskammer . k 5 SR es n ** 40—41 41—43 41—42 84—35 35—36 35—37 30—31 90—31 31-33 — 26—27— n 39—40 37—38 37—38 83—34 30—32 30—33 28—39 24—26 23—26 — 20—21— 36—37 37—38 38—39 32—33 32—34 33—34 28—30 29—31 29—30 — 24—25 21—23 — 48 59—64 49—10 46—51 44—47 — 40—43 94—15 87 31—32 31—31 1—0 94—6 54—55 56 51—53 52—55 49—50 43—50 So 1 von Lengerstgg, 2. Sebthr. Maria Theresla, Lustspiel in 4 Akten## Schönthan. Anfang 7½ Uhr. Freitag, 30. Septbr. 1904: im Passepartont=Abonnewent. (Zum ersten Male!) Das grosse Licht. Schauspiggis#, Akten vn Toilippi. „TurReustaur“. Breitestraße 29. Samen-Orehestel — 6 Damen, 2 Herren.— gebenst ein H. 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Bitte um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. 24103 Pastor Mund. Unterricht in iinsacher, dopp., amerikan. Suchlumrung und in anderen Handelsfächern hrit anerkannt bestem ErAleige. 23912.229 Zeugnis, Empfehlung. Honorar mäßig. Carl Ernst, ter. beeid. Bücher=Revisor, Lielefeld, Cavalleriestr. 18. bummi-Schurzen große Auswahl reizende Muster empfiehlt billigst Rog. Eggers, Tapetenfabrik, Rathausstr. 7. 19922229 Alal-Schufe #nr zorbereitung zum Examen #inen chenlehrer und=lehrerAtener übernimmt #nsießft für Vortraits, und wungen“; sich für Musterzeich##n#a jeder Art. Unterricht andschaften allen Techniken Padien, Blur Vortraits TierWlicken, gugen), im Kunsteleren, Pop..“. ModerWer Töpferei“alen in lechnen erei und im Oberwallstr. 16 a. ".. Stenographenverein habelsberger. Der Verein eröffnet am 11. Oktober einen Unterrichtskursus in der Stenographie für Anfänger. Einzeichnungen bis zum 9. 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