bestimmungen r Straßen in der röhagen. ile sind im Sinne des§ 12 ug. und Veränderung von und ländlichen Ortschaften Ortsstatuts vom heutigen rkehr und den Anbau von erachten, wenn folgende eaßen müssen in dem durch schriebenen Verfahren festder Fluchtlinien erfordereinde lastenfrei übereignet die erforderlicher Flächen zu ihren Zwecken benutzt sungen erteilt die PolizeiPlanlage und Höhenlage lans entsprechen. aße muß unterirdisch durch te nach in Fahrdamm und ntbreite dieser Straße soll ahrdamm soll eine Breite e von je 2.50 m erhalten, mindestens 3 m als Vorum muß nach der Bestimder Polizei=Verwaltung Ul=Berfügung vom 17. Mai der Asphalt versehen sein. eig, muß eine Rinne von n Gefälle aus regelmäßig petterbeständigen Pflastersein. Der Bürgersteig Granit, Dolomit. Niedersen Steinen gleichwertigen krennt, und nach Bed des Gemeindevorstandes epflastert oder mit Cementtenbelag oder Steinschlag ordstein muß an der Ober30 cm hoch sein, und um ragen. egel endlich eine unmittelchen Fahrwegen erhalten, ße ausgebaut sein muß. ittelst eines Gitters von stets gehörig in Ordnung Bemeinde können von der on, den im§) vorge, insbesondere kann vorraesehenen Bürgerstejabedie Zulassung von Ausrher zu hören. 904. altung:. tmann. ungen für das auf polizeioder Milzbrand getötete Seuche gefallene Rindvieh Kindvieh eine Abgabe von ebend ist der Viehbestand pflichtigen Viebbestandes Mts. in den Wohnungen der Beteiligten offen. Verzeichnisses sind innerbemeinde=Vorstehern anAmtmann. Goede. K itag, den 3. Juni er., ags 3 Uhr versteigere ich Wirt Austmeuer in 11928 sot und Barzahlung. I, Gerichtsstraßie 97 I, Gerichtsstraße 114. stes alteingeführtes klaga-FrüchteI. Wein-Haus eventl. nur für Früchallen Plätzen ücht. Vertreter, ten aub J. F. 7778 d. Rudolf Mosse, in S.W. 161 sige, größere Wäschefabrik p. bald oder 1. Oktober rste Kraft für hhaltung und bivespenechs. ten mit Angabe seitheriger keit und Gehaltsansprüche X V 11676 an die Exped. sestfäl. Zeitung. 8127 ge tüchtige 211613.127 Honteure per sofort bei gutem Lohn de Stelle in der iger Seidenhutfabrik, H. Kastner, Eßlingen a. N. Halergehilfen ild gesucht. 111742.128 J. Schubert, Schildberg, Bez. Posen. ucht zum 1. Aug. ourchaus tüchtige ReU eriger Tätigkeit und an die Exped. der (127 Arung lassigen darantiert der Prorialon. virten. Detalllisten singeführt sind. sub H. W. 3219 an 11880 R 128 Bielefeld, Freitag, den 3. Juni 1904 94. Jahrgang ces U Die„Westfälische Zeitung" erscheint täglich außer Sonntags und Feiertags und ist das Haupt=Insertionsblatt für Bielefeld und Umgegend, zugleich Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt und des Landkreises Bielefeld. Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen monatlich frei ins Haus gebracht 50 Pf. vierteljährl. 1.50 Mark bei Postbezug monatlich 50 Pfg. erkl. Bestellgeld. Im Post=Zeitungs=Katalog unter„Westfälische Zeitung". Vieleselder fugeriutt Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernspr. Nr. 61. Berliner Bureau: Berlin W. 30, Luitpoldstraße 6. Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle, Herford, Wiedenbrück 15 Pfg., die breite Reklamezeile 60 PfgKleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Nissen. Druck und Verlag von J. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten Der russisch=japanische Krieg Auf dem oftasiatischen Kriegsschauplatze herrschte in den letzten Tagen Ruhe, die als die Ruhe vor dem Sturm anzusehen ist. Vor Port Arthur stehen große Ereignisse bevor, die in diesen stillen Tagen vorbereitet worden sind. Wie großen Wert Japan darauf legt, auf der LiantungHalbinsel ins Klare zu kommen, geht aus der Tatsache hervor, daß es seine Operationen in der östlichen Mandschurei bei Föngwangtschöng fast vollständig ruhen läßt. Die dort ausgeführten Bewegungen entbehrten einer weittragenden Bedeutung. Was die Liautung= bezw. Kwantung=Halbinsel angeht, so erwähnen wir hier zunächst folgende Bekanntmachung des Reichsanzeigers: Der japanische Gesandte in Berlin hat zur amtlichen Kenntnis gebracht, daß der japanische Admiral Togo auf Befehl der japanischen Regierung eine Erklärung erlassen hat, wonach am 26. Mai d. J. die ganze Küste der Halbinsel Liautung, welche in grader Linie zwischen Pitfiwo und Pulantien nach Süden liegt, von den japanischen Seestreitkräften effektiv blockiert worden ist und daß die Blockade in diesem Zustande auch weiterhin aufrecht erhalten werden wird. Hiermit erledigt sich die Meldung, daß die Blockade noch nicht effektiv durchgeführt worden sei. Rußland setzt andererseits alles daran, um den Vormarsch der Japaner auf Port Arthur aufzuhalten und damit Zeit zur Heranziehung von Verstärkungen zu gewinnen. Auf ihrem Rückzuge nach Port Arthur leisten sie den Japanern jeden Schritt breit Widerstand. Sie zerstören die Eisenbahn, verbrennen alle Häuser und machen überhaupt die Kwantung=Halbinsel zu einer Wüste. Die Japaner. welche ihre schweren Belagerungsgeschütze gegen Port Arthur aufzufahren haben, begegnen infolgedessen auf Schritt und Tritt den denkbar größten Schwierigkeiten. Ein großer Vorteil ist für sie der Besitz des nur 5 deutsche Meilen von Port Arthur entfernten Dalny, das für sie die erwünschte Operationsbasis darstellt. Natürlich finden sie in dem Orte wenig, was sie ihren kriegerischen Zwecken dienstbar machen könnten. Die Russen haben alles vernichtet, die Wiederherstellung der unbrauchbar gemachten Kriegsgerätschaften ersordert Wochen und Monate. Auch die 78 Kanonen, welche den Japanern bei Kintschou in die Hände fielen, wurden von den Russen vorher zerstört, obwohl die Geschütze nach Petersburger Meldungen an sich schon nicht viel wert waren. Sehr vorteilhaft ist es für die Japaner, daß ihnen die Säuberung der Bai von Talienwan, an der Dalny liegt, von den hunderten von Minen, die die Russen dort versenkt hatten gelungen ist. Natürlich ist es fraglich, ob alle Minen aufgefunden und unschädlich gemacht worden sind und daher wohl möglich, daß japanische Kriegs= und Tansportschiffe, die in die Bucht einfahren, in Grund gebohrt werden. Die Japaner, deren Kriegsflotte bekanntlich in den jüngsten Wochen durch Minen schwer gelitten hat, haben ihrerseits den Hafeneingang von Port Arthur durch eine Unmenge von Sperrminen unpassierbar gemacht. Im japanisch=chinesischen Kriege dauerte es von der Besitzergreisung Kintschous bis zur Eroberung von Port Arthur noch 14 Tage. Die Verhältnisse sind inzwischen unvergleichlich schwierigere geworden. Die Japaner können daher auch im besten Falle in den nächsten Wochen nicht in den Besitz Port Arturs gelangen. Ob ihnen dieser Erfolg überhaupt beschieden ist? Neuerdings wird wiederum behauptet, Kuropatkin habe Befehl erhalten, Port Arthur zu entsetzen. Ein Telegramm sagt hierüber: + London, 2. Juni. Der Petersburger Korrespondent des Daily Telegraph will zuverlässig mitteilen können, daß in den russischen Dispositionen für den Kampf in der Mandschurei wichtige Aenderungen bevorstehen, da man es für notwendig erachte, den Fall Port Arthurs um jeden Preis zu verhindern. Ein kürzlich in Petersburg abgehaltener Kriegsrat habe beschlossen, Kuropatkin solle sofort eine Bewegung unternehmen, um Port Arthur zu entsetzen. Allerdings kann man die Frage aufwerfen, ob es dazu nicht doch bereits zu spät ist, da ein großer Teil der japanischen 3. Armee bereits in Dalny gelandet worden ist, so daß zur Zeit sehr ansehnliche javanische Streitkräfte auf der KwantungHalbinsel vereinigt sind. Der„japanische Moltke“, General Fukuschima, der den ganzen Kriegsplan ausgearbeitet und sich als ein Meister der Strategie bewährt hat, ist ein kleines unscheinbares Männchen. dem man so große Dinge nicht zutraute. Fukuschima war seiner Zeit japanischer Militärattachee in Berlin. Er nahm in dieser Eigenschaft an den großen Herbstmanövern teil und war überall dabei, obwohl er kaum je ein Wort sprach. Von Berlin aus ritt er durch Rußland und die Mandschurei der Heimat zu. Er hat sich unterwegs eine Fülle wichtiger Notizen gemacht und wäre wohl nicht so unbehelligt geblieben, wenn man in dem Knirvs den künitigen Generalstabschef der japanischen Armee hätte vermuten können. Vom Ausbruch der Pest im russischen Heere berichtet folgendes Telegramm: C Petersburg, 2. Juni. Admiral Alexejew berichtet, daß in KwangTscheuan die Pest ausgebrochen ist. Man befürchtet, daß diese Krankheit von chinesischem Gebiet eingedrungen ist. Aus Deutsch=Südwestafrika liegt ein sehr interessanter Brief des Missionars Kuhlmann vor, der sich im„Hauptquartier“ der Hereros bei Otjosasu aufgehalten hat. Hier einige Stellen daraus: Mit Samuel Maharero selbst habe ich nur über meine Reise gesprochen. Er war fast stets von seinen Unterkapitänen und Großleuten umgeben; er war in Zivil, die Krieger aber im Kriegsschmuck mit Straußensedern und roten Tüchern auf dem Hut und zum Teil mit roten Gürteln. Sehr viele hatten Anzüge und Uniformen der Schutztruppe, Schutztruppenhüte und Militärmäntel, auch lange gelbe Stiefel. Die Stimmung war übermütig kriegerisch. Der Oberbefehlshaber Kajata hatte die Leute gut in seiner Gewalt. Er kommandierte wenig, seine Befehle waren kurz, aber bestimmt. Ich habe gehört, daß jüngere Leute deutsch, zum Beispiel„Halt"„Aufsteigen", „Absteigen“, kommandierten. Spione wurden häufig abgeschickt. Ich habe bestimmt den Eindruck, daß die große Menge der Hereros über den Anlaß zum Kriege im unklaren ist. Ob die Hereros von irgend jemand aufgehetzt worden sind, weiß ich nicht; jedenfalls sind sie durch verschiedene Umstände erbittert. Sie klagten auch im Lager und vielfach darüber, daß sie von Händlern geprellt worden seien. Ueber die Regierung und den Gouverneur äußerten sie sich sehr lobend. Bei der Regierung hätten sie Gerechtigkeit gefunden. Die Großleute hielten sich mir gegenüber sehr reserviert. Sie sagten mir nichts über die Ursache des Krieges. Ich habe übrigens einmal gehört, wie kleine Leute jetzt auf meiner Tour sich unterhielten: Für sie sei es nicht günstig, wenn sie— die Hereros— den Sieg davontragen würden; denn während die Deutschen die Herrschaft gehabt hätten, hätten sie sich Kühe halten können; wenn aber die Hereros wieder die Herrenwären, sei es nicht mehr möglich, weil allesVieh nach ihrer Sitte den Großleuten ghöre. Aus dem Süden des Schutzgebietes wird die vollständige Abgabe der Gewehre seitens der Bondelzwarts gemeldet. Der Kapitän Johannes Christian ist fortgesetzt im guten Sinne zu wirken bestrebt. Bei einer Dynamit=Explosion in Johann Albrechts=Höhe ist der Reiter Arthur Keding schwer, der Reiter Wilhelm Kleiner leicht verletzt worden. Der Bau der Eisenbahn von Swakopmund nach Otawi im Norden schreitet seit der Ankunft mehrerer hundert italienischer Arbeiter so rasch voran, daß täglich ein Kilometer gebant wird Das Berliner Zentralhilfskomitee für die deutschen Ansiedler in Südwestafrika macht bekannt, daß die Sammlungen rund 200 000 Mark erreicht haben, bittet aber um weitere Gaben, da Witwen und Waisen, deren Zahl sich noch steigern wird, sowie Kranke und Mittellose wie bisher unterstützt werden sollen. Politischer Tagesbericht Der Schulkompromiß=Antrag. der von den vereinigten Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen im preußischen Abgeordnetenhause eingebracht worden ist, bildet fortgesetzt den Gegenstand lebhafter politischer Erörterungen. Der Antrag verlangt bekanntlich die Trennung der Volksschule nach Konfessionen. Es soll nicht mehr eine gemeinsame Volksschule für beide Konfeisionen existieren, sondern vielmehr eine solche für Protestanten und eine für Katholiken ins Leben gerusen werden. Die Stellungnahme zu dieser Forderung hängt ganz und gar von der individuellen persönlichen Anschauung ab, so daß sich darüber generell nichts sagen läßt. Soviel steht jedoch fest, daß die nationalliberalen Wähler mit dem Entschluß der nationalliberalen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses absolut nicht einverstanden sind, daß vielmehr aus ihren Kreisen ein Protest nach dem andern gegen den Plan der konfessionellen Trennung der Volksschule ergeht. In konservativen und freikonservativen Kreisen der preußischen Bevölkerung sympathisiert man mit dem Antrage, der namentlich auch den Anhängern des Zentrums eine freudige Genugtuung bereitet. Genosse Schippel setzt seine handelspolitischen Ketzereien in der Chemnitzer„Volksstimme“ fort. An der Spitze seines jüngsten Artikels stellt er als„von vornherein außerhalb jedes ferneren Streites gerückt“ den Grundsatz auf: „Der Schutzzoll(oder umfassender; der Protektionismus, das Eingreifen der Staatsgewalt in den internationalen Warenaustausch) ist unter bestimmten Voraussetzungen eine eminent fortschrittliche, vorwärtstreibende Kraft im Wirtschaftsleben der Völker." Daran knüpft Schippel die Ansicht, daß „falls die entsprechenden historischen Voraussetzungen des vorwärtstreibenden Protektionismus vorliegen, auch die Arbeiter vernünftigerweise die Schutzzollpolitik gewähren lassen müssen“; ja, die Arbeiter würden häufig in die Lage kommen, diese, zunächst fast immer von anderen, näher interessierten Klassen ausgehende Politik auch von ihrem Klassen= und Interessenstandpunkte aus zu unterstützen, sie mitunter sogar selbständig zu fordern". Zum Schluß kommt Schippel auf die besonderen Verhältnisse in Deutschland zu sprechen. Er behauptet da:„Wer Handelsverträge will, muß unter allen Umständen auch Zölle wollen— unter besonderen Umständen auch Agrarzölle.“ Das ist wissenschaftlich ja durchaus richtig und einwandsfrei. Aber was würden Bebel und die Genossen dazu sagen? Erner bagn faßen! Der Handelsvertrag mit Belgien ist, wie der Berl. Börs.=Kurier meldet, bereits zum Abschluß gelangt, Die Paragraphierung des Vertragsinstruments steht unmittelbar bevor. Deutsches Reich = Berlin, 2. Juni. Der Kaiser unternahm gestern morgen einen Ausritt und hörte von 9 Uhr ab die Vorträge des Cheis des GeneralS# Dollarköniginnen und ihre Preßagenten. Die praktischen Amerikaner, die so vielfache und merkwürdige Berufe geschaffen, haben auch die Tätigkeit des„Preßagenten“ hervorgerufen, dessen hilfreiche Beflissenheit die Macht und den Nutzen der Zeitung weiten Kreisen zugänglich macht. So benutzen die Damen der Gesellschaft gern Agenten, um ihre Namen und allerlei Nachrichten in die Spalten der Blätter zu lanzieren. Mehr als ein Dutzend New=Yorker Damen aus dem erlauchten Kreise der„Vierhundert“ und mehr als zwanzig, die sich heiß bemühen, in diese Zauberwelt hineinzukommen, bedienen sich regelmäßig solcher„Preßagenten“. Einer von diesen Verleihern gesellschaftlichen Ruhmes, in dessen Büchern die Namen von einem Dutzend bekannter Damen stehen, hat mehrere elegante Bureaus und ein Einkommen wie ein Bankdirektor oder ein erfolgreicher Jockey. Er hält alle die feinen Fäden in der Hand, durch die das Puppenspiel des Gesellschaftslebens Bewegung und Glanz empfängt. Einige dieser Frauen wollen einfach deswegen in die Zeitung, damit man weiß sie gehören zur Gesellschaft; andere wieder wollen ihre Namen nur in Verbindung mit gewissen Gesellschaftskreisen genannt wissen; manche wünschen nur zusammen mit einer bestimmten Art von Gentlemen oder irgend welchen Marotten, an denen ihnen gerade etwas liegt, erwähnt zu werden. Andere begehren den Ruhm, Wohltäter der Menschheit zu heißen. Der„Preßagent“ aber macht das alles, und er macht es so geschickt, daß man garnichts davon merkt. Er muß freilich seine Maßregeln verschleiern, sonst wäre sein Erfolg gefährdet. Die Damen der Gesellschaft gehen auch nicht etwa persönlich zu ihm hin und engagieren ihn für ihre Dienste. So erzählt der Beliebteste von diesen Agenten, er habe viele seiner Kundinnen nie gesehen. Er wurde fast immer durch einen Vermittler, gewöhnlich einen Verwandten oder den Rechtsanwalt der Dame engagiert, und in eungen Fällen wurden die Verhandlungen sogar durch zwei oder drei Zwischenhändler geleitet. Man teilt ilm mit, was man von ihm verlangt, und er erhält sofort die Anweisung auf das erste Monatshonorar, denn seine Bedingung ist vorherige Bezahlung. Diese Geldgeschäfte werden stets von einem Agenten geleitet, denn das wäre doch unter der Würde eines Mannes, dessen Beruf es ist, die„öffentliche Meinung zu beherrschen“, monatliche Checks von der Frau eines Eisenbahnpräsidenten oder eines Multimillionärs zu bekommen, die eben nur an der Spitze des gesellschaftlichen Lebens stehen. Eine der bedeutendsten Kundinnen unseres Preßzagenten hat eine so gesicherte gesellschaftliche Position wie höchstens nur Mrs. Asior. Ihr Name wird so oft in den Gesellschaftsberichten der Zeitungen genannt, daß man sich darüber wundert, daß sie ihn immer noch häufiger dort sehen will. Seitenlange Artikel über sie sind zu Dutzenden gedruckt und ihre Salons. Empfangsabende und Gesellschaften bis aufs Einzelste beschrieben. Das genügt ihr aber nicht. Tie bezahlt 200 Mt. monatlich, um außer der Beschreibung ihrer kostbaren Feste auch als große Gönnerin der Musiker gepriesen zu werden. Sie hat den Ehrgeiz. junge Künstler in die Gesellschaft„einzuführen“ und will, daß von ihrem Salon sein Ruhm und seine Beliebtheit ausgehen. Vor allem soll es eine Garantie für den Wert eines Musikers sein, wenn er ihre Billigung hat. und seine gesellschaftliche Stellung soll für alle Zeit gesichert sein, wenn er in ihrem Salon erschienen ist. Außerdem muß bekannt werden, daß Diplomaten bei einer ihrer Gesellschaften zusammengetroffen und eine für die Geschicke der Politik wichtige Frage geregelt haben, Alle Welt muß wissen, daß eine sensationelle Liebesgeschichte in der internationalen Welt in ihrem Hause sich angesponnen hat, und daß die bedeutendsten Männer des Tages sie für die wahre Königin der großen Welt halten. All diese Dinge bringt der geschickte Preßagent fertig und zaubert so für nicht allzuviel Geld eine Gloriole um die schönen Köpfe seiner Klientinnen.(Wohl gemerkt, es handelt sich hier um die Presse des Dollarlandes, in dem für Geld eben alles zu haben ist.) esr eiestente escichant wird in der„Revue hebdomadaire“ gegeben. In Europa steht in der Zahl der Zeitungen Deutschland mit seinen 5500 Blättern, von denen 800 Tageszeitungen sind, obenan. An zweiter Stelle kommt England mit 3000, von denen 809 Tagesblätter sind. Frankreich hat fast dieselbe Anzahl: 2819. von denen aber nur ein Viertel täglich oder zweibis dreimal wöchentlich erscheint. Italien besitzt 1400 Zeitungen; dann kommen Oesterreich=Ungarn, Spanien, Rußland, Griechenland und die Schweiz. Alles in allem werden in Europa ungefähr 20 000 Zeitungen herausgegeben. In Asien erscheinen nicht weniger als 3000 periodische Zeitungen, die meisten in Japan und Britisch=Indien: Japan besitzt allein 1500 Blätter. Afrika steht auf dem Gebiete der Presse am weitesten zurück. Dort erscheinen nur 200 Blätter täglich, 30 in Aegypten und der Rest in den europäischen Kolonien. Amerika hat eine große Zahl Zeitungen; in den Vereinigten Staaten allein werden 12 500 herausgegeben. 1000 davon erscheinen täglich, 120 werden von Negern herausgegeben. In Australien erscheinen nur wenige Zeitungen. Man hat berechnet, daß, wenn man die Bevölkerung der ganzen Erde berücksichtigt, auf je etwa 82 600 Personen nur eine Zeitung kommt. = Ein neuer Riesentunnel in den Alpen wird von den schweizerischen Bundesbahnen geplant. Es handelt sich um den Durchstich des Brüning nach Interlaken zu, über welchen jetzt eine Zahnradbahn führt, die im Winter außer Betrieb bleiben muß. Das Berner Oberland und die Zentralschweiz benötigen jedoch am meisten einer schnellen und bequemen Verbindung zwischen Luzern und Interlaken, und es scheint sicher, daß dieser Riesentunnel schon in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden wird. Er würde bei Giswyl beginnen, den Kaiserstuhl und Brüning durchqueren und unweit Brienz im Haslital münden. Im Anschluß daran würde dann später eine Bergbahn via Imhof=Guttanen ins obere Haslital gebaut und die Grimsel ebenfalls durchquert werden. sodaß auf diesem Wege eine schnelle Verbindung nach Zermatt und ins obere Ryonetal entstehen würde. Kunst und Wissenschaft 2. Detlev v. Liliencron begeht heute, am 3. Juni, seinen 60. Geburtstag. Der moderne Barde, vielleicht hat er auch etwas vom Bänkelsänger, haßt nichts so sehr, wie die sogenannte moderne Realistik. Er ist Dichter aus Detlev v. Lilieneron seinem Innersten heraus, einfach und natürlich. daher rührt auch seine lyrische Größe. Als Epiker und Dramatiker hat er zwar auch viel geleistet, ohne hier indessen zu den Sternen erster Größe zu zählen. In der ganzen modernen Lyrik aber gibt es kaum einen Poeten, der mit Liliencron die scharfe Beobachtungsgabe und die klare und doch knappe Ausdrucksweise gemein hätte. Frisch und fröhlich stabes der Armee, des Stellvertreters des Kriegsministers Obersten Wachs und des Staatssekretärs des Reichs=Marineamts. Die Kaiserin wird am 14. d. Mts. den Vorstand und die Delegierten des Internationalen Frauenkongresses im Schlosse zu Berlin empfangen. Zum Tode des Großherzogs von Mecklenburg=Strelitz. Der Kaiser hat an die Großherzogin=Witwe folgendes Telegramm gerichtet: „Berlin, Schloß, den 31. Mai. In innigster Anteilnahme gedenke ich Deiner. Du weiltest jetzt in der Heimat Deiner Kindheit in traurigen Erinnerungen, da Du doch vor allem den vermissest, der Dir am nächsten stand, und den mein Herr Großvater immer den besten Soldaten Englands nannte. Nun rief Dich Gottes unerforschlicher Ratschluß in die mecklenburgische Heimat zu neuem Leid und tiefster Trauer heim. Ich hatte gehofft, dem ehrwürdigen, lieben Paar wie im Brillantschmuck, so auch zur eisernen Hochzeitsfeier meine treuesten Glückwünsche darbringen zu können. Gott, der es anders beschlossen, möge in seiner Gnade Dir Trost verleihen, lindern aber möge Deinen Schmerz nicht nur die Trauer Eurer mecklenburgischen Lande, sondern auch meine und meines Hauses tiefe Anteilnahme, der ich Ausdruck geben möchte, indem ich dem nun in Gott von segensreicher, langer Arbeit ausruhenden ältesten Bundesfürsten unseres deutschen Vaterlandes die letzte Ehre erweise.“ Die Leichenfeier findet am Montag kommender Woche in der Schloßkirche zu Neustrelitz statt, die Ueberführung der Leiche, die Beisetzung im Mirower Erbbegräbnis erfolgt am Donnerstag. König Georg von Sachsen hat sich von Dresden nach Bad Ems begeben, um dort dreiwöchtgen Kuraufenthalt zu nehmen. Der Kronprinz von Schweden trifft heute abend in Berlin ein. Der Kronprinz wird morgen den Kaiser besuchen und reist abends nach Honnef, wo er mit seiner Gemahlin zusammentreffen wird. Konferenz der Oberpostdirektoren Unter dem Vorsitz von Staatssekretär Kraetke fand an den beiden letzten Tagen eine Konferenz sämtlicher 41 Oberpostdirektoren des Reichspostgebiets statt. Es ist das erste mal, daß sämtliche Oberpostdirektoren gleichzeitig zu einer Beratung bei der Zentralbehörde einberufen worden sind. Außer den zuständigen Mitgliedern des Kollegiums des Reichspostamtes beteiligte sich niemand an den Beratungen. Gegenstand der Verhandlung waren lediglich dienstliche Angelegenheiten. In Kamerun ist jetzt wieder alles ruhig, wie der soeben in Berlin angekommene Gouverneur v. Puttkamer bestätigt. In der Gegend von Yaunde waren einige Häuptlinge aussässig geworden und wollten einen Aufstand einleiten, sie wurden aber hinter Schloß und Riegel gesetzt.— Ueber Petroleumsunde in Kamerun erfährt die Köln. Ztg., daß das Oel ganz rein sein und schon in Lampen gebrannt werden soll. Die Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft Viktoria in Berlin sendet mit dem nächsten Dampfer größere Bohrmaschinen hinaus. Von den drei Fundstellen kann man eine von der Hauptstadt Duala aus in 2 Stunden auf dem Fahrrad erreichen. Proben des gewonnenen Petroleums sind unterwegs. Partei= und Wahlnachrichten R eichstagsstichwahl In der heute nachmittag stattgehabten Reichstagsstichwahl für Straßburg=Land erhielt Blumenthal(Demokrat) 9385, Hauß (els. Landespartei) 8624 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt. Die Genossen in Bayern In München, dem„Capua der Sozialdemokratie“, beschäftigte sich eine Versammlung der„Genossen“ mit dem bayrischen sozialdemokratischen Parteitage in Augsburg. Eine lebhafte Erörterung entstand über einen Beschlußantrag, der dem Parteitage zur Annahme empfohlen werden sollte, und in dem gefordert wurde, nun endlich einmal die sachlich unbegründeten, rein persönlichen und die Partei schwer schädigenden Reibereten einzustellen. „Das Gros der Genossen hat den ewigen Krakehl mehr als satt.“ Ein Gegner des Antrages erklärte, er halte es für ersprießlicher, wenn man die Genossen im Norden sich ruhig austoben lasse. Das, was man mit der Entschließung bezwecke, würde dort, vielleicht mit Absicht, mißverstanden, und so würde der Antrag mehr schaden, als nützen. Ein anderer„Genosse“ glaubte, daß man nach Annahme der Entschließung wieder über die Bayern herfallen würde; die Parteigenossen aller Orte sollten dafür sorgen, daß in Bremen, solch skandalöse Dinge wie in Dresden sich nicht wiederholten. Der Antrag wurde schließlich mit geringer Mehrheit abgelehnt. 0 Einen besonderen Marstall soll nach der Voss. Ztg. Prinz Eitel Friedrich bei seiner Rückkehr von Bonn in Potsdam erhalten, sobald ihm dort ein eigener Hofstaat eingerichtet sein wird. In der südwestlichen Ecke des Lusigartens, angrenzend an den Garten der königl. Regierung, wird, einer Bestimmung des Kaisers gemäß, das neue Marstallgebäude erbaut werden. Das preußische Kultusministerium ist bemüht, die Errichtung von Wohlfahrtsstellen für Lungenkranke nach dem Muster des belgisch=französischen zu fördern. Zu diesem Zwecke sind die Regierungspräsidenten aufgefordert worden, sich mit den Gemeinden, Landesversicherungsanstalten, Krankenkassen usw. auseinanderzusetzen, ob und wie weit sie bereit sind, an der Errichtung solcher Wohlfahrtsstellen sich zu beteiligen. In der Nordmark Schleswig hat die preußische Regierung in den letzten Wochen sieben Güter und große Höfe im Werte von mehr als 1½ Millionen Mark angekauft, die drei größten aus deutschen Händen. Ihre bisherigen Besitzer waren indes Witwen, sodaß ein Uebergang der Grundstücke in dänischen Besitz nicht ausgeschlossen war. Ein zweites deutsches atlantisches Kabel Deutschland ist jetzt in einer Beziehung vollständig unabhängig von England, in der es früher ganz und gar auf den Nachbar angewiesen war, d. i. in seiner telegraphischen Verbindung mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Nachdem vor Jahr und Tag bereits die erste Kabelverbindung zwischen Deutschland und Amerika hergestellt worden war, ist soeben die zweite direkte Verbindung zwischen den beiden Ländern vollendet worden. Die Schlußsplissung des zweiten amerikanischen Kabels erfolgte, nach einer Meldung aus Norderham, durch den Dampfer„Dr. Stephan“. Die Verständigung ist vorzüglich. greift er alles an, keine langen Einleitungen, kein schüchternes Liebeswerben, keine Skizzierungen des Milieus, überall ist er sofort mitten drinn. Das Mädel fliegt ihm zu, die Rosse schnauben, der Säbel blitzt, man lebt und atmet mit ihm. Kein Wunder. daß ganz Deutschland heute an seinem Ehrentage ihm freudigen Herzens zujubelt. Studierende Frauen. An der Berliner Universität sind im gegenwärtigen Sommersemester 368 Frauen als Hörerinnen zugelassen, gegen 293 im vorigen Sommer und 562 im vergangenen Winter. Ausländerinnen mit minderwertigen Zeugnissen wurden abgewiesen, immerhin studieren in Berlin 107 Ausländerinnen, darunter 60 Russinnen. Von den zugelassenen Damen sind 38 verheiratete, verwitwete und auch geschiedene Frauen. Viele der Studierenden sind Lehrerinnen, andere gehören Professoren= und Gelehrtenkreisen an. Zwei Töchter des preußischen Handelsministers Möller, von denen eine verheiratet ist, studieren Theologie. Von den zugelassenen 368 Damen besitzen nur 46 das Reifezeugnis einer deutschen Vollanstalt. Daraus geht hervor, daß die meisten der Damen kein Brodstudium betreiben, denn ohne Arbiturium gibts und von dem Damer 4lle akademischen Disziplinen nas von den Wamen berücksichtigt. Soziale Angelegenheiten Stettin, 2. Juni. Beendeter Streik. Der gestern früh hier inszenierte Streik der Seeleute wegen Lohnerhöhung wurde bereits gestern abend auf dem Wege gütlichen Vergleiches beigelegt. Wien, 2. Juni. Die Aussperrung der Bauarbeiter ist beendet, da die Meister den verlangten Minimallohn von 4 Kronen bewilligten. (°) Barzelona, 2. Juni. Die Zahl der ausständischen Textilarbeiter beläuft sich gegenwärtig auf 15000. Die Lage wird hier immer schlimmer. Familie macht die größten Anstrengungen, die Angelegenheit in der Stille zu ordnen. Vortugel a Lissabon, 2. Juni. Portugal und Spanien trafen ein Abkommen zwecks Erledigung etwaiger Streitfragen. Das Abkommen ist auf fünf Jahre festgesetzt. Spanien. X Paris, 2. Juni.„Rappele will wissen, daß König Alfons sich mit der Prinzessin Viktoria von Connaugth verlobt habe; die anglikanische Prinzessin trete zum Katholizismus über. Ausland Rußland. * St. Petersburg, 2. Juni. Zum Ueberfall auf den Grafen Lambsdorff. Wie die Deutsche Warte aus amtlichen russischen Kreisen erfährt, gilt der Fürst Dolgoruko, der den russischen Minister des Aeußern, Grafen Lambsdorff, in Petersburg anfiel, als nicht geistig normal. Er war früher Husarenleutnant, trat dann in den Dienst des russischen Auswärtigen Amts und war u. a. auch Attachee in London und Wien. Wegen seines Geisteszustandes wurde er aus russischen Diensten entlassen und lebte jetzt, ohne eine Stellung zu bekleiden. Als bestes Zeichen für das exaltierte und nicht zurechnungsfähige Benehmen des Fürsten kann sein Gebahren vor etwa zehn Jahren in Sofia gelten, wo er das Bild des Fürsten Ferdinand von der Wand herunterreißen wollte. Ferner wollte er sich auch zum Gouverneur von Kreta aufgestellt wissen. Von anderer bestunterrichteter Seite wird dem genannten Berliner Blatte noch zu der Angelegenheit mitgeteilt, daß das Attentat keinen politischen Zweck verfolgte, also nur aus persönlichen Gründen unternommen sein kann. Dies ist jedenfalls auch an und für sich ohne Belang, da der Fürst ja als geistesgestört bekannt ist. Graf Lambsdorff, der nach der einen Auffassung nur durch Schmähworte insultiert, nach der anderen sogar mit Tätlichkeiten angegriffen wurde, ist jedenfalls unverletzt und erfreut sich des besten Wohlseins.— Demgegenüber teilt ein Privattelegramm der Magdeburgisch. Ztg. folgendes mit: A St. Petersburg, 2. Juni. Der Angriff des FürstenDolgorukow auf Lambsdorff bildet das allgemeine Tagesgespräch. Lambsdorff ist nicht unerheblich, wenn auch ungefährlich, verletzt, da ihm Dolgorukow mit einem Stock mit bleiernem Knopf drei wuchtige Hiebe auf den Kopf versetzte. Der Minister wurde blutüberströmt in seine Wohnung gebracht. Die Ursache des Ueberfalls ist darin zu suchen, daß Lambsdorff sich dem Wiedereintritt Dolgorukows in die Diplomatie widersetzte, der zuletzt Botschafter in Wien war, wo er sich durch sein überspanntes Wesen unmöglich machte. Dolgorukow wird wegen Körververletzung angeklagt; seine einflußreiche Lokales und Allgemeines Interessante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Origiual=Artikel dürsen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westfäl. Zig.— nachgedruckt werden. Bielefeld, 3 Juni. D Das Wetter! hat in den letzten Tagen eine nicht sehr vorteilhafte Aenderung erfahren. Der Regen hat eine andere Temperatur herbeigeführt und die weitere Gestaltung der Witterung ist sehr zweifelhaft. Das schon gut entwickelte Getreide hat sich durch die Regenschauer stellenweise stark gelagert. Auch das in den Wiesen vor dem Schnitte stehende Gras hat gelitten: Doch hat sich das Getreide wohl meist wieder aufgerichtet, sodaß eine die Ernte beeinträchtigende Lagerung nicht eintreten wird, vorausgesetzt, daß wir fernerhin von Unwettern verschont bleiben. ∆ Unsere städtischen Anlagen stehen zur Zeit in vollster Farbenpracht. Von dem frischen Grün der Rasendecken heben sich die verschiedenfarbigen Gesträuche und die dunklen Tannengruppen wirkungsvoll ab. Besonders hübsch sind augenblicklich die Beete am Jahnsplatz. Die erblühten Geranien bieten einen sehr schönen Anblick. Die Anlagen am Kriegerdenkmal verdienen ebenfalls ihrer Pracht wegen erwähnt zu werden. Im städtischen Garten an der Coblenzerstraße werden die schattigen Plätze mit den Ruhebänken gern aufgesucht. ∆ Militärisches Der Sergeant Engelbrecht vom hiesigen Bezirkskommando wurde unter Beförderung zum Bezirksfeldwebel nach Hattingen a. d. Ruhr, Bezirkskommando I Bochum versetzt. Der Unteroffizier Bertram vom gleichen Kommando wurde heute zum Sergeanten befördert. O Große Erfolge errangen bei der Zuverlässigkeits=Prüfungsfahrt der Deutschen Motorradfahrervereinigung, die sich über 3 Tage, vom 9.—11. Mai erstreckte, die daran beteiligten 4 Görickes Motorräder, die sämtlich prämiiert wurden, teils mit der goldenen Medaille. teils mit der silbernen Medaille. &cmp; Beseitigung der Tierkadaver In der jetzigen heißen Zeit ist es verschiedentlich vorgekommen, daß Kadaver von Tieren noch Tage lang in den Ställen bezw. auf den Hösen der Besitzer liegen blieben, wodurch gesundheitsschädliche Dünste verbreitet wurden. Wir machen demgegenüber darauf aufmerksam, daß jeder Viehfall. sowie jede Tötung von erkranktem Großvieh. sowie Kälbern, Schafen, Schweinen und Ziegen von dem Tierbesitzer innerhalb 24 Stunden nach eingetretenem Tode des Tieres und— soweit möglich — unter Angabe der Krankheit und der Todesursache, bei dem zuständigen Polizeibezirksbureau angemeldet werden muß. Die Verscharrung der Kadaver der obengenannten Tiere oder einzelner Teile derselben ist verboten und wird an den Uebertretern der Verordnung mit Geldstrafen geahndet. □ Gerichtsferien Bekanntlich beginnen Mitte nächsten Monats die Gerichtsferien und dauern bis Mitte September. Während dieses Zeitraums ruht die Bearbeitung verschiedener Rechtsangelegenheiten. Es ist aber erklärlich, daß auch Angelegenheiten, deren Bearbeitung während der Ferien nicht ruhen soll. oft einen Ausschub erleiden, da infolge der Beurlaubung des sonst mit der Sache befaßten Richters oder Bureaubeamten häufig ein nicht so gut wie dieser informierter Vertreter die Sache zu bearbeiten hat. Auch entspricht die Zahl der während der Ferien anwesenden Beamten in der Regel keineswegs der Menge der während der betreffenden Zeit zu bewältigenden Arbeit. Es ist daher ratsam, gerichtliche Angelegenheiten, namentlich die der freiwilligen Gerichtsbarkeit(Grundbuch=, Nachlaßsachen 2c.) soweit möglich schon jetzt bei Gericht zur Erledigung zu bringen. 0 Das Vertragsverhältuis zwischen Prinzipal und Angestellten Ein Ingenieur war als Techniker am 9. Juli 1891 bei der Firma K. in Dortmund eingetreten, und zwar aufgrund eines brieflichen Vertrages, in dem es wörtlich heißt:„Sie verpflichten sich, meine und meines Geschäfts Interessen nach besten Kräften zu wahren und alle Konstruktionsdetails Unberufenen gegenüber streng geheim zu halten. Ferner verpflichten Sie sich, binnen 5 Jahren nach Austritt aus meinem Geschäft, gleichviel unter welchen Umständen derselbe erfolgt, bei Vermeidung einer Konventionalstrafe von 5000 Mark in kein Konkurrenzgeschäft, weder als Gehilfe noch als Selbstbetreibender oder als technischer Berater, einzutreten.“ Am 1. Oktober 1902 ist der Ingenieur auf Grund einer von seiner Seite erfolgten Kündigung aus dem Geschäft ausgetreten und nach Verlauf eines Vierteljahres bei der Firma P. u. Co. eingetreten. Die Firma K. hat nun Klage erhoben mit dem Antrage, den Ingenieur zu verurteilen, seine Stellung in dem Geschäft der Firma P. aufzugeben. Die Klägerin behauptet, der Beklagte habe durch seinen Eintritt in diese Firma, die ein Konkurrenzgeschäft sei, die Vertragsbestimmung verletzt; aufgrund des§ 340 BGB., welcher, die Wahl zwischen der Erfüllung und der Vertragsstrafe lasse, verlange die Klägerin Ersüllung. Der Beklagte entgegnet, die fragliche Vertragsbestimmung sei rechtsungiltig, da sie die Erwerbsfreiheit und die Erwerbsfähigkeit des Beklagten in ganz unzulässiger Weise einschränke. Auch sei die Firma P. kein Konkurrenzgeschäft. Endlich müsse die Klage aber auch aus rechtlichen Gründen abgewiesen werden, da es dem Wesen von Verträgen derartiger Art entspräche, daß der Anspruch auf Vertragserfüllung ausgeschlossen sein solle.— Das Landgericht Dortmund kam unter Abweisung der Klage zu folgenden, für kaufmännische Kreise beachtenstverten Entscheidungsgründen: Wie unstreitig, laute der zwischen den Parteien abgeschlossene Dienstvertrag, aus dem geklagt werde, u. a. dahin, daß Beklagter sich verpflichte, bei Vermeidung einer Konventionalstrafe von 5000 Mark nach seinem Austritt in kein Konkurrenzgeschäft des Klägers etnzutreten. Der Kläger verlange nun aufgrund dieser Vertragsbestimmung den Austritt des Beklagten aus dem Geschäft der Firma P. Nach Behauptung des Klägers sei die Vertragsbestimmung dahin auszulegen, daß im Falle einer Zuwiderhandlunglung als Hauptverbindlichkeit der Austritt des Beklagten aus der angeblichen Konkurrenzfirma gefordert werden könne, daß aber anstelle der Erfüllung nach Wahl des Klägers die Strafe geltend gemacht werden dürse.— Die Fassung, in welcher die Strafandrohung dem Konkurrenzverbot angehängt ist, lasse nicht nur die Absicht der Parteien erkennen, daß die einmalige Zahlung von 5000 Mk. als Gegenwert für die Beobachtung der auferlegten Beschränkungen angesehen werden solle, sondern spreche auch dafür, daß der Verpflichtete durch Zahlung der festgesetzten Strafsumme eine Befreiung von seiner Beschränkung herbeiführen könne. Die Vertragsbestimmung müsse also eine derartige Auslegung erfahren, daß z. Z. des Vertragsabschlusses die Parteien die Zahlung der Strafsumme als Ersatz für die Nichtbeobachtung des Konkurrenzvervrres angesehen haben.— Daß die Parteien— dieser aus der ungünstigen Sachlage sich ergebenden Auffassung entgegen— dem Vertrage eine andere Auslegung hätten geben wollen, sei nicht dargetan. Die klägerische Firma habe demnach, unter der Annahme, daß die Firma P. eine Konkurrenzfirma sei. nur Klage auf Zahlung von 5000 Mark erheben könne, und sei deshalb mit dem vorliegenden Anspruch abzuweisen.(Nachdr. verb.) Rechtzeitig Fahrkarten lösen! Recht unwillig sind oft Reisende, die erst kurz vor Abgang des von ihnen zur Fahrt zu benutzenden Zuges auf dem Bahnhof eintreffen, wenn sie infolge zu großen Andranges an den Fahrkartenschaltern nicht gleich von den Schalterbeamten bedient werden können. In§ 13 der EisenbahnVerkehrsordnung vom 26. Oktober 1899 heißt es aber:„Fünf Minuten vor Abgang des Zuges erlischt der Anspruch auf Verabfolgung einer Fahrkarte." Danach sind also die Beamten an den Fahrkartenschaltern gar nicht verpflichtet, später kommenden Reisenden Fahrkarten zu verkaufen, mindestens sind aber Klagen von Reisenden wegen zu langsamer Bedienung an den Fahrkartenschaltern in formeller Hinsicht unberechtigt. Es heißt eben: Rechtzeitig kommen! A Eine beherzigenswerte Warnung für deutsche Handlungsgehilfen bringt die Pariser Zeitung. Sie erhebt ihre Stimme gegen die Einwanderung deutscher Kaufleute nach Paris. Geschäfte, die nicht auf Deutsche angewiesen sind, nehmen selbstverständlich lieber Franzosen und solche, die deutsche Handlungsgebilfen haben müssen, fast ausschließlich Volontäre, die nichts kosten. Ein Handlungsgehilfe, der nach Paris kommt, findet in den seltensten Fällen sogleich eine Anstellung: oft muß er wochen=, ja monatelang auf eigene Kosten leben, und das Gehalt ist zumeist recht bescheiden. Gutbezahlte Stellen sind Ausnahmen. a Abkühlung bei Erhitzung.6116 Wir möchten auf das alte, ungefahrliche Abkühlungsmittel aufmerksam machen, welches unfehlbar wirkt und von keinen üblen Folgen begleitet ist. Es besteht darin, wenn man stark erhitzt ist, beide Hände einige Zeit bis über den Puls in eine mit frischem Wasser gefüllte Schüssel zu halten. Die angenehme Kühle, die zuerst auf die Pulsadern wirkt, teilt sich binnen kurzer Zeit dem ganzen Körper mit, und es folgt eine angenehme Abkühlung. Man kann z. B. auch unterwegs dieses Mittel anwenden, indem man sich frisches Wasser evtl. aus einem Brunnen über die Innenfläche des Armes, da wo die Pulsadern liegen, lausen läßt. Wo sind unsere Hausschwalben? Wenn auch alljährlich Tausende unserer Hausschwalben beim Zuge nach und von den südlichen Ländern Afrikas an den Küsten gefangen werden, so ist es doch in diesem Jahre besonders auffallend, daß so wenig Schwalben zu uns zurückgekehrt sind. In Spanien und Italien ist die Schwalbe für die Küche sehr willkommen; es ist anzunehmen, daß der Fang der Schwalben in diesem Jahre dort ein außergewöhnlicher gewesen sein muß. Es ist bedauerlich, daß es trotz aller Bemühungen der Vogelschutzfreunde noch immer nicht möglich gewesen ist, diesem Massenmord Einhalt zu tun und einen wirksamen Schutz dieser uns so teuren Hausfreunde durchzuführen. ∆ In welche Bäume schlägt der Blitz am häufigsten? Zu Beginn der Gewitterperiode dürfte diese Frage Interesse beanspruchen. Ein alter Spruch lautet: Vor den Eichen sollst du weichen Und die Weiden sollst du meiden; Auch die Fichten such mit nichten; Doch die Buchen sollst du suchen. Wir wissen, daß die Blitzgefahr für die Eiche viel größer ist, als für die Buche, und auch über die Ursachen dieses verschiedenen Verhaltens haben Untersuchungen Aufschluß gegeben. Die elektrische Leitfähigkeit des Holzes ist abhängig vom Oelgehalt desselben. Diejenigen Bäume, die den größten Oelgehalt besitzen, erscheinen im höchsten Grade gegen Blitzschlag gesichert; stärkereiche und ölarme Bäume dagegen werden vom Blitzschlag bevorzugt. Bäume, deren Holz stets reich an Oel ist, sind Nußbaum und Buche; Stärkebäume, arm an Oel, aber sind Eiche, Weide, Pappel, Ahorn, Haselnuß, Flieder, Ulme, Mehlbeere, Weißdorn und Esche. Ordnet man die Bäume nach der Blitzgefahr, so erhält man: Blitzgefahr sehr gering: Nußbaum. Buche. Blitzgefahr etwas größer: Fichte und wahrscheinlich auch Lärche, Wachholder, Eibe und Thuja. Blitzgefahr groß: Tanne. Blitzgefahr sehr groß: Eiche, Weide, Pappel und die übrigen Stärkebäume. Jnternationale wissenschaftliche Ballonfahrt Heute morgen fand eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt statt. Es steigen Drachen, bemannte und unbemannte Ballons auf in: Scotland, Crinan, Trappes, Itteville, Rom, Paris, Pavia, Zürich, Guadalajara, Straßburg i. E., Barmen, München, Hamburg, Berlin, Wien, Petersburg, Torbino, Kasan, Blue Hill U. S. A. usw. Der Finder eines jeden unbemannten Val r Anspruch auf Versein solle.— Das nter Abweisung der nännische Kreise beünden: Wie unstreiharteien abgeschlossene werde, u. a. dahin, bei Vermeidung ei00 Mark nach seinem geschäft des Klägers lange nun aufgrund Austritt des BeFirma P. Nach BeVertragsbestimmung e einer Zuwiderhandkeit der Austritt des Konkurrenzfirma geer anstelle der Erfüldie Strafe geltend Fassung, in welcher inkurrenzverbot angeAbsicht der Parteien ahlung von 5000 Mk. htung der auferlegten erden solle, sondern erpflichtete durch Zahmme eine Befreiung eiführen könne. Die eine derartige Ausdes Vertragsabschlusder Strafsumme als g des Konkurrenzverdaß die Parteien— schlage sich ergebenden Vertrage eine andere n, sei nicht dargetan. emnach, unter der Aneine Konkurrenzfirma von 5000 Mark erhemit dem vorliegenden (Nachdr. verb.) lösen! keisende, die erst kurz ir Fahrt zu benutzeneintreffen, wenn sie an den FahrkartenSchalterbeamten be13 der Eisenbahntober 1899 heißt es gang des Zuges erbfolgung einer FahrBeamten an den Fahrichtet, später kommenverkaufen, mindestens iden wegen zu langrkartenschaltern in forEs heißt eben: RechtVarnung n bringt die Pariser imme gegen die Eine nach Paris. Geangewiesen sind, nehFranzosen und solche, n haben müssen, fast nichts kosten. Ein zaris kommt, findet in eine Anstellung: oft ing auf eigene Kosten meist recht bescheiden. nahmen. 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Sie will bereits im Herbst in die zweite Lesung des Reformentwurfs eintreten und wenn, wie zu erwarten ist, diese zweite Lesung in wenigen Monaten erledigt wird, und wenn ferner, was ebenfalls zu erwarten ist, die Reichsregierung den Entwurf der Kommission im großen und ganzen zur Basis des dem Reichstage vorzulegenden Gesetzentwurfs machen sollte, so könnte der Reichstag im nächsten Frühjahr, spätestens aber im Herbst 1905 seinerseits an die Bearbeitung des Entwurfes herantreten. Wenn auch die Beschlüsse der Kommission nicht bekannt gegeben werden, so scheint doch aus einigen Ausdrücken in einer offiziösen Kundgebung der„Kölnischen Zeitung" hervorzugehen, daß die Kommission der Ersetzung der Strafkammern und Schwurgerichte durch mittlere und große Schöffengerichte zugestimmt hat. Trifft unsere Annahme, daß die Kommission die Strafkammern und Schwurgerichte beseitigen und an ihre Stelle mittlere und große Schöffengerichte setzen will, zu, so wird die Abgrenzung der Zuständigkeit beider Gerichte lange nicht so heftige Kämpfe erregen, wie jetzt, wo die Strafkammern und die Schwurgerichte in ihrer Zusammensetzung auf direkt entgegengesetzten Prinzipien beruhen. Man weiß, daß schon seit Jahren auf das nachdrücklichste dafür agitiert wird, daß den Schwurgerichten die Aburteilung gewisser Verbrechen, insonderheit des Meineides und der schweren Urkundenfälschung, entzogen werden soll. Die Freunde dieser Auffassung behaupten, und nicht mit Unrecht, daß gerade bei diesen Delikten sehr oft schwierige zivilrechtliche Fragen und Streitigkeiten mit hinein spielen, und daß die Geschworenen als Laien nicht in der Lage sind, in solchen Fällen die Beweisaufnahme genau zu verfolgen und zu erfasen.. Die unbedingten Anhänger der Schwurgerichte wiederum sträuben sich mit Händen und Füßen gegen jede Einschränkung der Kompetenz der Schwurgerichte, indem sie— auch nicht mit Unrecht— in jeder Beschränkung der Kompetenz auch eine Minderung des Ansehens der Institution erblicken. Dieser Streit wird im wesentlichen hinfällig, wenn die Strafkammern in mittlere und große Schöffengerichte umgewandelt werden. Auf der einen Seite würden ja die großen Schöffengerichte nicht mehr bloße Laiengerichte sein, man brauchte deshalb nicht mehr zu besorgen, daß sie juristischen Schwierigkeiten eines Falles nicht gewachsen sein würden. Auf der anderen Seite könnten die Freunde der Laiengerichtsbarkeit in eine gewisse Einschränkung der Tätigkeit der großen Schöffengerichte ruhig willigen, weil ja auch bei den mittleren leren Schöffengerichten das Laientum vertreten sein würde. Während also jetzt der Kampf um die Zuständigkeit der verschiedenen erkennenden Strafgerichte doch einen gewissen politischen Hintergrund hat, schon insofern, als die Schwurgerichte als eine liberale Institution gelten, würde künftighin die Frage der Abgrenzung der Betätigung lediglich eine Zweckmäßigkeitsfrage sein, was gerade bei Angelegenheiten der Rechtssprechung in hohem Maße erwünscht ist. Wir sind deshalb überzeugt, daß die Verteiung der einzelnen Delikte auf die Kompetenz der verschiedenen erkennenden Gerichte sich ohne große Kämpfe im Reichstage wird bewerkstelligen lassen. Auch in diesem Sinne also wird die Umwandlung der Strafkammern und Schwurgerichte als ersprießlich anzusehen sein. Kinder der Finsternis Roman von Anton von Perfall. Gerichtssaal □ Bielefeld, 1. Juni.(Strafkammer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. Weirauch. 1. Eine wichtige Entscheidung für die Wäschefabrikation wurde heute von der Strafkammer gefällt. Der Wäschefabrikant August Ludwig Banck von hier war angeschuldigt, am Vorabende des Bußtages v. J. Arbeiteriunen nach 5½ Uhr in seinem Lagerraume beschäftigt und sich dadurch eines Gewerbevergehens schuldig gemacht zu haben. In diesen Lagerraum, in dem sieben junge Mädchen beschäftigt werden, gelangt die Wäsche. nachdem ihre eigentliche Fabrikation beendet ist. Die Wäsche wird hier mit Schnüren versehen, etikettiert und verpackt und gelangt dann zum Versand. Die jungen Mädchen haben nach dem Kommissionsbuche die Bestellungen zusammen zu ordnen und zu prüfen, ob die zum Versande kommenden Waren auch einwandsfrei sind und darauf Eintragungen in die Lagerbücher vorzunehmen. Es war die 06)—(Nachdruck verboten Johannes empfand Ehrfurcht vor ihr, dann setzte er sich in den Stuhl des Gelehrten und las. Cassan begann mit einer kurzen Auseinandersetzung seiner Theorie des Verbrechens. Der Grundgedanke war: Das Verbrechen ist eine unabänderliche Notwendigkeit im Kreislauf des gesellschaftlichen Organismus, wie die Krankheit in dem des Einzelwesens, ein Ausscheidungsprodukt krankhafter Säfte, einseitige, übertriebene Virulenz der Zelle, in die Erscheinung tretend, als bösartige Wucherung, Fieber, Entzündung. Das Verbrechen ist demnach eine Krankheit und bedarf des Arztes vor dem Richter. Er soll entscheiden, vor welcher Art der Krankheit er steht, ob vor einer ererbten, oder zufällig erworbenen, ob vor einer chronischen, welche den Organismus bereits bleibend nach ihrer Richtung verändert, oder vor einer vorübergehenden, von irgend einem äußeren, zufälligen Anlaß erregten. Die Anordnung, die er zur Heilung oder Abwehr weiterer Ansteckung trifft, wird je nach dem Stand der philosophischen und menschlichen Anschauung stets mit anderen Titeln genannt werden. Die bis jetzt gebräuchlich waren, sind: Strafe, Vergeltung, Sühne, Besserung, Schutz der Gesellschaft! Ich kenne nur eine Bezeichnung dafür: Kampf Frage, ob diese Mädchen als Lageristinnen oder gewerbliche Arbeiterinnen anzusehen sind. Der als Gutachter vernommene Fabrikant Dornbusch von hier war der Ansicht, daß die Beschäftigung der Lageristinnen eine kaufmännische und keine gewerbliche sei. Die fabrikmäßige Herstellung der Wäsche sei als beendet anzusehen, sobald dieselbe auf das Lager komme und der Verkauf der Ware beginne. Der Gerichtshof legte dies Gutachten des D. seinem Urteil zugrunde und sprach den Angeklagten frei. Danach sei die Fabrikation der Wäsche beendet, wenn dieselbe auf das Lager komme. Die Beschäftigung der jungen Mädchen bestehe nur in dem Verschnüren und dem Etikettieren der Wäsche; diese Tätigkeit sei keine gewerbliche und sielen die Lageristinnen nicht unter den Begriff Fabrikarbeiterinnen. 2. Betrugsversuch Der Arbeiter Peter Esser zu Wiedenbrück. wiederholt. darunter zweimal wegen Betruges vorbestraft, hat sich im September v. J. mit einem bereits bezahlten Zahlungsbefehl aufs Betteln gelegt, indem er den von ihm angezapften Personen vorschwindelt, es drohe ihm eine Zwangsvollstreckung. Nur dem Umstande, daß man seinen Angaben keinen Glauben schenkte, ist es zu verdanken. daß das Publikum nicht geprellt worden ist. Daß er im Paterhause zu Wiedenbrück bettelte, suchte der Angeklagte damit zu beschönigen, daß auch von den Patres milde Gaben angenommen würden. Der Gerichtshof verurteilte den Angetlagten wegen Betrugsversuchs in 2 Fällen im wiederholten Rückfalle zu 3 Monaten Gefängnis und wegen Bettelns zu 2 Wochen Haft. 3. Unterschlagungen Der vorbestrafte Schlachtergeselle Wilhelm Hellmann von hier, welcher zur Zeit ein 5monatige Gefängnisstrafe zu verbüßen hat, hat in dem Zeitraume von 14 Tagen, in dem er bei dem Schlachtermeister Rose hierselbst beschäftigt war, in dreizehn Fällen kleinere Geldbeträge in der Gesamthöhe von 42,17 Mk., die er von der Kundschaft erhalten, unterschlagen. Er erhielt wegen Unterschlagung, und zwar einschließlich der noch zu verbüßenden fünf Monate Gejängnis, eine Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis. 4 Berufung..„grnschih van Fian m. Der Fabrikant Louis Wernscheiv von hier war am 30. Januar d. Is. vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung in drei einer Gesamtgeldstrafe von 30 Mark evt. 6 Tagen Gefängnis verurteilt und hatte Berufung eingelegt. Die Strafkammer hielt jedoch nur einen Fall für festgestellt, hob das erste Urteil auf und verurteilte den Angeklagten, unter Freisprechung in zwei Fällen, zu einer Geldstrafe von 10 Mk. evt. 2 Tagen Gefängnis. 5. Gemildertes Urteil. Der Arbeiter Karl Imort von Löhne war vom Schöffengericht Bünde wegen gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beorohung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine eingelegte Berufung hatte Erfolg. Es wurde das erste Urteil aufgehoben, der Angeklagte von der Anklage der Bedrohung freigesprochen, dagegen aber wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs zu 5 Wochen und 1 Tag Gefängnis verurteilt. 6. Das Markenschutzgesetz. Gegen die Inhaber der Firma Fahrenbach u. Sontag, den Kaufmann Karl Fahrenbach und Wilhelm Sontag zu Vlotho, welche den Vlothoer Wagesthittern verteten mar vot. gegen die Finsternis! Nicht gegen ihre Bewohner, die Gefangenen gleichen, die wir befreien wollen, sondern gegen ihre furchtbaren Mauern und Schanzen! Sie wollen wir schleifen und dann den Befreiten mit offenen Armen entgegengehen. Kampf mit der Finsternis bis zum Tode. Aber er ist furchtbar, hoffnungslos! Ich habe ihre schlimmsten Höhlen durchwühlt. Ich habe mit Messer und Mikroskop nach ihr gesucht, ich habe ihre entsetzlichen Zeichen studiert, mit denen sie ihre Opfer brandmarkt, aber ihr ursächliches Wesen habe ich nie erfaßt. Bald hat sie mich durch erborgtes Licht getäuscht, mir geschmeichelt, bald hat sie mich durch ihr abgrundtiefes Schweigen so entsetzt, daß mir die Kraft gebrach, immer war ich der Besiegte! So habe ich nur mehr ein heißes Begehren, ihr wenigstens an Eigentum zu rauben, so viel ich kann, mit List und Gewalt! Und so habe ich folgenden Plan gefaßt, dessen Verwirklichung meinem arbeitsvollen Leben vielleicht einen Sinn verleihen könnte. Tesdand Mleher zut eiahiühggen Setnalannag weacn Vergehens gegen das Markenschutzgesetz Strafantrag gestellt worden. Die Angeklagten sollen ihre auf den Flaschen verwandten Etiketten denen der Konkurrenzfirma Ed. Meyer, welche gesetzlich geschützt sind, täuschend ähnlich nachgeahmt und dadurch das Publikum getäuscht haben. Die Angeklagten, die eine Täuschung des Publikums bestritten, wurden freigesprochen.„„5 * Berlin 1. Juni. Die Lievestragoole zweier junger Leute entrollte eine Verhandlung vor der Berliner Strafkammer. Er war Handlungsgehülfe, sie Putzmacherin. Die des Mädchens gestatteten das Verhältnis, obwohl der junge Mann nicht einmal selbst satt zu essen hatte, vielmehr noch unterstützt werden mußte. Das Mädchen überredete den Geliebten, es zu erschießen; es setzte selber die Waffe an die Schläfe, und er drückte nach anfänglichem Widerstand ab. Die Kleine war sofort tot, worauf er sich eine Kugel in die Brust jagte. Er wurde wiederhergestellt und hatte sich nun vor dem Strafrichter zu verantworten. Das Gericht sah den Vorgang als eine Tragödie des Leichtsinns an und verurteilte den jungen Mann nur zu 3 Jahren 6 Monaten Gesängnis. 6 (:) Kiel, 1. Juni. Ein in Lissa abgehaltenes Kriegsgericht sprach den der fahrlässigen Tötung angeklagten Fähnrich zur See Schuppius, der Ende November 1903 in Deutschwilke bei Lissa auf der Treibjagd den Treiber Dutkowiak durch einen Schuß tödlich verwundete, frei. Dutkowiak bekundete auf dem Sterbebett, daß er und nicht der Angeklagte, der der Sohn eines Forstmeisters ist, am Unglück schuld sei. Bielefeld, Freitag, 3. Juni 1904 noch ichte woullommen, das rechhaltligs Kariche material muß als mustergültig bezeichnet werden. Wir sind überzeugt, daß auch diese zweite Auflage in diesem Sommer bald vergriffen sein wird. Briefkasten E. v. D. 1888. Der augenblickliche Gouverneur von Deutsch= Ostafrika ist der Major Graf von Götzen.„„ 32. Silfe A. B. Hinsichtlich der Gevuhren für Hilfeleistungen der Hebammen sind gesetzlich keine Taxen festgesetzt. Ortsüblich ist etwa 6—15 Mk. Eine Verpflichtung der betreffenden Hebamme, das Kind zur Taufe zu bringen, besteht nicht; es sei denn, daß Sie das bei Zahlung des Geldes mit der Hebamme besonders vereinbart haben. R. A. 44. So lange ein schriftlicher Lehrvertrag nicht bestand, konnte jederzeit das Lehrverhältnis einseitig gelöst werden. Die vorher getroffenen mündlichen Abmachungen hatten keine Giltigkeit, es kann daher aus ihnen kein Anspruch geltend gemacht werden. Bücherschau *„Den Rheintöchtern abgelauscht“. betitelt Frau Lucie Bacmeister. eine geborene Bielefelderin, eine Reihe anmutiger Sagen. die jetzt im Druck bei Otto Weber zu Leipzig erschienen sind. Diese Rheinsagen sind eine Sammlung fesselnder und interessanter Bilder aus dem Leben des deutschen Volkes. eine sinnige Vertiefung in deutsches Wesen und deutsche Art. Die Schriftstellerin bietet in ihrem Buche feine Beobachtungen. schlichte Schilderungen, eine natürliche und klare Sprache. Ebenso wie das vorletzte Buch der Autorin:„Der Derkenläufer", wird auch die neue Herausgabe derselben bei den Lesern vielen Beifall und großes Interesse finden. Der Preis des Buches beträgt * Nordseebäder und Städte der Nordseeküste. Zweite Auflage. 1904. Mit 25 Karten, 19 Plänen und 1 Abbildung.(Meyers Reisebücher.) In Leinwand gebunden 4 Mk. 50 Pf. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Die große Beliebtheit, deren sich Meyers„Nordseebäder“ zu ertreuen haben, hat dem Buch eine ungemein starke Verbreitung verschafft die in kurzer Zeit eine Neuauflage nötig machte. Das Buch faßt das ganze Nordseegebiet von Belgien bis zur dänischen Küste zusammen und schenkt auch den kleinsten Bädern, die nur den einfachsten Ansprüchen genügen, Würdigung. In großen Zügen sind die Zugangsrouten mit den Haupteingangsstädten praktisch und übersichtlich behandert. so daß der Reisende auch hierfür einen andern Führer entbehren kann. Eine klare Darlegung der geographischen und meteorologischen Sonderheiten des Meeres, eine Erklärung der täglich den Reisenden begegnenden nautischen Einrichtungen. der Signale. Schiffstypen, Flaggen 2c, leitet das Werk ein und ist dem Binnenländer, der sich an der See in eine ihm fremde Melt versctzt siebt, geStandesamts=Nachrichten (Nachdruck verboten.) Heepen. In der Zeit vom 16. bis 81. Mai 1904 wurden angemeldet: Geburten: Söhne: Verwalter Johann Hermann Heinrich Klostermeier, Oldentrup Nr. 4. Kolon Johann Dietrich Gustav Brüntrup genannt Dodeshöner, Stieghorst Nr. 12. Fabrikarbeiter August Wilhelm Gunav Wöstenfeld, Sieker Nr. 177. Maurer Friedrich Wilhelm Puls, Sieker Nr. 182. Fabrikarbeiter Friedrich Adolf Gaus, Oldentrup Nr. 8. Ziegler Gustav Adolf Elbracht, Stieghorst Nr. 108. Fabrikarbeiter Johann Karl Gottlob Emil Bergner, Sieker Nr. 200. Fabrikarbeiter Heinrich Wilhelm Kuhlmann, Heepen Nr. 72. Neubauer Christian Friedrich Helkamp, Oldentrup Nr. 47. Fabrikarbeiter Gustav Philipp Knost, Heeven Nr. 119... PKrizinn E.: trich Töchter: Fabrikarveiter Ehemian Friedrich Franz Paßfall, Stieghorst Nr. 15. Plüschweber Friedrich„Wilhelm Moshage, Altenhagen Nr. 119. Fabrikaufseher Karl August Lösing. Sieker Nr. 234. Zimmermann Konrad Simon Heinrich Sieker Nr. 161. Fabrikarbeiter Friedrich Gustav Zurheide. Heepen Nr. 24. Ziegelarbeiter August Friedrich Hermann Simon Wrenger, Heepen Nr. 131. Plüschweber Heinrich August Wiese, Hillegossen Nr. 46. Fabrikarbeiter Dietrich Heinrich Gottlieb Schlingheide, Heepen Nr. 208. Bäcker und Kleinhändler Karl Heinrich Ludwig Wulfhorst, Sieker Nr. 143. Hofarbeiter Friedrich Wilhelm Schmidt, Brönninghausen Nr. 18. Neubauer und Ziegler Karl Adolf Kindsgrab, Stieghorst Nr. 2. Fabrikarbeiter Friedrich August Linnenbrügger, Sieker Nr. 81. Maurerhandlanger Michaer August Luschnat. Sieker Nr. 233. Zwei uneheliche Aufgeboten: Hofarbeiter August Heinrich Boühorst, Eckendorf Nr. 1. Gemeinde Brönninghausen und Näherin Anna Auguste Westerholt, Eckendorf Nr. 1. Fabrikarbeiter Otto Adolf Fritz Heinrich Wend, Sieker Nr. 51, und Plätterin Johanne Juliane Ganderbarthold, Sieker Nr. 51. Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Heidemann, Sieker Nr. 202, und Fabrikarbeiterin Emma Emilie Decker, Sieker Nr. 28. Heizer August Heinrich Karl Kinesgrab. Sieker Nr. 22. und Näherin Wilhelmine Friederike Zohanne Fillies, Stieghorst Nr. 37. Verehelicht: Fabrikarbeiter August Schuhmacher. Sieker Nr. 248, und Johanne Thomas, Sieker Nr. 138. Fabrikarbeiter Heinrich Repohl, Heepen Nr. 176, und Martha Hammermeister, Gestorben: Gustav Dettmar, Altenhagen, 10 Stunden alt. Alwine Wilhelmine Johanne Klocke. Altenhagen, 11 Monate alt. Friedrich Puls, Sieker, ¼ Stunde alt. Hanne Christine Henriette Schäffer. ohne Beruf. Stieghorst, 53 Jahre alt. Handarbeiter Johann Christoph Drexhage, Hillegossen, 75 Jahre alt. Ehefrau Florentine Wilhelmine Friederike Kott, geborene Hilker, Sieker, 51 Jahre alt. Frida Lösing. Sieker, 2 Tage alt. Fabrikarbeiter Karl August Bend. Oldentrup, 30 Jahre alt. Erich Klemme, Sieker, 1 Jahr alt. Paula Olga Lüder, Altenhagen, 8 Monate alt. Heinrich Knost. Heepen. 6½ Stunden alt. Als tot geboren: Ehefrau des Fabrikarbeiters Karl Ludwig Ober. Sieker, ein Mädchen. Ehefrau des Fabrikaufsehers Karl August Lösing, Sieker. einen Knaben. * Sonluss des redaktionellen Tells. 10U0 Mk. Reichnung für Fleiss. Im Sammeln des gebrauchten grün- welsaroten Einwickelpepiers der KASTANOL-SEIFE (Apotheker Flügge) O. R. Patent 114845. Diejenige Pereon, weiche der unterzeichneten Gesellschaft bie zum 6. Januar 1905 die meisten gebrauchten Einwickler zur Kastanol-Seife einsendet, erhält Zweihundert Mark in bar. 2. Preis 100 Mark. 3. Preie 75 Mark. 4. Preis 50 Mark. 5. Preis 25 Mark. 15 Preise 410 Mark. 80 Preise à 5 Mark.— Drogisten und andere Händler in Seite eind von der Konkurrenz ausgeschlossen. Sapo-Kastanol Co., G. m. b. H., Hannover. Vertreter: A. Fischer, Kaiserstraße 73. Für Reklamen und Inserate verantwortlich Friedrich Lieder Bielefeld Nun folgte der Entwurf von Gunlach, der Heimstätte für Verbrecherkinder. Das Wort stand in seiner vollen Wucht vor Johannes, aber das Licht seiner Umgebung nahm ihm das ganze Düstere seines Inhaltes. Er las es ohne Erregung, ohne Schmerz. Dann folgte die Ausführung des Grundprinzipes, absolute Geheimhaltung des Zweckes der Anstalt, sowohl der Welt gegenüber, als den Insassen. Das Kind muß seinen geschändeten Familiennamen ablegen und mit einem neuen versehen werden. Nur bei strenger Besolgung dieser Maßregeln ist an ein wissenschaftliches und menschlich wertvolles Resultat zu denken. Marianne! Wer der Finsternis ihr Eigentum entreißen will, muß stark sein, wie sie selbst. Abstreifen muß er jedes Vorurteil, jeden Widerwillen, jeden Haß, nur drei Dinge dürfen in ihm wohnen, die Gerechtigkeit, die Wahrheit und die Liebe! Johannes war schon lange zu Ende, aber er regte sich nicht. Sein Blick ruhte auf dem Spruch von der Finsternis und ihrem Eigentum! Welche Kraft lag für ihn darin! Er hat ihn damals auf dem Leidenslager in H. zu neuem Leben gerufen, er hat ihn hierher geführt in dieses Haus, zu Klärchen, zur Tochter dessen, von dem er stammte, welch' seltsamer Kreislauf! Das dunkle„Müssen" stand wieder vor ihm, auf das er überall wieder stieß, in Natur und Menschen, im Guten und Bösen. Er war der Sohn eines Verbrechers, da stand es klar. Cassan wird gerade bei dem Ersten, den er für Gunlach bestimmte, keine Ausnahme gemacht haben. Er ahnte längst ähnliches, ging ihm längst mit kritischem Verstande zu Leibe, und wunderte sich jetzt doch, daß es so wenig Eindruck auf ihn machte. Er reizte sich förmlich selbst. Der Sohn eines Mörders! Eines Hingerichteten! Der Sohn der Frau aus dem Krebs! Was war jetzt noch unwahrscheinlich? Noch nicht mürbe, Johannes? Noch immer das Haupt hoch? Hast du noch immer den Mut, von dem Frau Marianne sprach? Wenn sie ihn hat, das unschuldige Mädchen, ein Kind gegen ihn, Klärchen!? Und sie hat ihn, weil sie die Liebe VVv.„ oen Sie muß as ia wisSie hat ja aues geresen. Sie muß es ju wissen, wer er war! Oder las sie darüber hinweg, über das entscheidende Wort, in ihrer Begeisterung für das Ganze? Oder verblendete sie die Leidenschaft? Den Eindruck machte sie nicht. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Ausreden lassen. Kleiderhäudler: „Nun, wie waren Sie mit dem Ueberzieher zufrieden, den Sie bei mir gekauft haben?" Kunde:„Alle meine Jungens haben ihn Händler:„Na, sehen Sie wohl Kunde:„Nach jedem Regen mußte ihn nämlich immer der nächst Kleinere anziehen!“(Lach. Jahrh.) Ein Geschäft.„Unsere verbotene Straße hat uns im Vorjahr ein schönes Geld von den Radlern eingetragen; könnten wir nicht noch eine verbotene Straße bauen.“ Vermischtes. 40 Das Elysium der Dienstmädchen In England hat sich die Dienstbotenfrage schon lange zu einer wahren Kalamität gestaltet. Die„jungen Damen“ wollen dort weniger als je zuvor in den Dienst gehen; sie ztehen die modernen Berufe, die sich dem weiblichen Geschlecht geöffnet haben, und bei der sie in ihrer Freizeit die„Lady“ spielen können, der„Abrackerei“ in fremden Haushalten vor. Die Zeiten haben sich eben geändert und die Fräulein Dienstmädchen mit ihnen. Sie machen jetzt in England Ansprüche, die so leicht keine Herrschaft gutwillig zugeben wird, als da ist: Klavierspielen, Radfahren, ins Theater gehen, den„Herrn Bräutigam" nach Belieben empfangen und andere schöne Sachen mehr, die sich nach altväterischen Anschauungen mit einer dienenden Stellung schlecht zu vertragen scheinen. Trotz alledem ist es ihnen geglückt, das Meiste und Beste ihrer Forderungen bei den Hausfrauen durchzusetzen. Die Resultate des eben beendeten altberühmten „Dienstmädchen=Jahrmarktes“ in Lincolnshire, der alljährlich im Mai abgehalten wird und nahezu vierzehn Tage dauert, haben gezeigt, daß die altmodische Dienstmagd zu den ausgestorbenen Gattungen gehört. Ihr Lohn ist jetzt fast auf das dreifache des früheren normiert worden. Ein Feiertag in jeder Woche gehört nunmehr zu den Grundbedingungen ihres Dienstvertrages. Bescheidenere begnügen sich mit einem Freiabend. Eine junge Dame beispielsweise, die auf dem„Mai=Markt“ engagiert wurde, forderte und erhielt einen besonderen freien Tag in der Woche, um an ihm ihre Musikstunden zu nehmen. Eine andere Errungenschaften des„Marktes" war das Zugeständnis an die Dienstmädchen, ihr Fahrrad halten zu dürfen. Das Radeln ist unter ihnen eine feststehende Liebhaberei geworden. Man kann die Dienstmädchen jetzt an„Frei=Tagen“ scharenweise zu Rad nach den Land= und Seestädten rollen sehen. Sie stolzieren auf den kostbarsten Maschinen einher, und ihren„Toiletten" nach würde man diese jungen Damen für die feinsten Ladys halten. So wächst sich Alt=England nach und nach zum„Elyseum der Dienstmädchen“ heraus. Ob diese ihren Herrschaften gleichfalls ein Elysium daheim zu bereiten bestrebt sind, darüber freilich schweigen die Berichte. □ Einer der verwegensten Räuberstreiche, die jemals in Chicago begangen wurden, ist am Sonnabend in einem großen Schuhwarengeschäft in unmittelbarer Nähe der Hauptpolizei ausgeführt worden. Drei mit Revolvern bewaffnete Männer betraten den Laden, in dem 18 Käufer und 6 Verkäufer anwesend waren. Einer der drei befahl den Anwesenden. sich bei Vermeidung der Todesgefahr mit dem Gesicht zur Wand umzudrehen und die Hände hochzuhalten. Alle gehorchten ohne Widerrede. und die Räuber leerten darauf die Ladenkasse, die gegen 500 Dollars enthielt. Sie wollten sich eben daran machen, auch die Taschen der Kunden auszuplündern, als ein vor der Tür stehender Spießgeselle ihnen ein Warnungszeichen gab, worauf sie olle schleunigst verschwanden. e Einen verzweifelten Kampf mit Riesenschlangen hatten drei Wärter der Zentral Park=Menagerie in New=York. Die Männer waren in einen großen Käfig gegangen, in dem sich elf Riesenschlangen, darunter einige bis 12 Fuß lang, befanden. Den Reptilien sollte mit einer Spritze Medizin zugeführt werden, aber drei der größten wurden plötzlich rasend und griffen die Wärter an. Sie sprangen auf die Männer zu und versuchten wiederholt, sie mit den Zähnen an den Kehlen zu packen, sich um sie zu winden und sie dann zu zermalmen. Eine Schlange schlug ihre Zähne in den Daumen eines Wärters und brachte ihm schwere Wunden bei. Die Zähne mußten mit einem Hebel geöffnet werden, ehe der Mann befreit werden konnte. Ein anderer Wärter trug eine schwere Quetschung am Bein davon. Nachdem Hilfe herbeigerufen war, wurden die Schlangen überwältigt und ihnen die Medizin aufgezwungen. * Die größten Städte der Welt Eine sehr interessante vergleichende Betrachtung über die größe der Weltstädte bringt ein. Artikel von Arthur T. Dolling im„Strand Magazine“. Als Grundlage des Vergleichs nimmt Dolling die größte von allen, London an.„London“ ist allerdings eine unbestimmte Größe. Es kann damit die City von London gemeint sein, die nur 270 Hektar umfaßt, oder die Grafschaft London, die 302 Okl., oder Großlondon, das ein Gebiet von 1795 Qklm. einschließt. Nimmt man die Grafschaft London für sich, so findet man, daß sie eigentlich 29 große und kleine Städte umfaßt, deren Bevölkerungsziffer von 51 247 Einwohnern bis zu 334 991 variiert. Man nennt sie die Londoner„boroughs"; von ihnen ist der größte Wandsworth mit einem Flächenraum von ca. 37 Qklm. und die kleinste Holborn mit ca. 170 Hektar. Der Durchschnittsflächenraum dieser„boroughs“ ist mit Ausschluß der City etwa 10 Oklm. Innerhalb dieser Grenzen Londons, das aber nicht mit Groß=London verwechselt werden darf, lebten im Jahre 1901: 4 536 541 Einwohner in 616 461 Häusern. Außer den Gebäuden umfaßt dieser Flächenraum aber noch fast 50 Qklm. Rasenfläche mit Einschluß der öffentlichen Parks und Gärten. Groß=London umfaßt eine viel weitere und doch noch homogene Gemeinde. Paris hat eine Bevölkerung von 2 714 068 Seelen, die in 75000 Häusern wohnen, und bedeckt einen Flächenraum von über 7802 Hektar. Der Grund für die relative Kleinheit der Stadt liegt in ihren mitilärischen Grenzen, die ein Wachstum nach außen unmöglich machen. Berlin ist zwar der Größe der Bevölkerung nach die drittgrößte Stadt Europas, aber seine räumliche Größe ist seit 1881 dieselbe geblieben. Das Flächengebiet Berlins beträgt 63,49 Qklm. und die Bevölkerung zählte im Jahre 1900 1 884 151 Seelen. Wien hat jetzt, seit dem Jahre 1890, eine Größe von 178,12 Oklm., die Bevölkerung stieg durch die letzte Erweiterung um 500 000, so daß Wien(1900) 1 687 540 Seelen zählte. Ueber Fünfachtel des Flächenraumes Wiens sind Wälder, Weiden, Weingärten und Akkerland, Einzehntel des Gesamtgebietes besteht aus Parks, Gärten und Plätzen. St. Petersburg ist auf Sumpfboden oder niedrig liegendem Alluvialablagerungen an der Mündung der Newa gebaut. Die Stadt bedeckt einen Flächenraum von 85 Qklm. Von dem Stadtgebiet ist Einsiebtel von Gärten und Parks eingenommen, während Eindrittel des ganzen Flächenraumes dicht bevölkert ist; in einigen Bezirken kommt durchschnittlich ein Bewohner auf je 93 Quadratfuß(1 Quadratfuß— 929 Ocm.), und einige Häuser sind von 400 bis 2000 Personen bewohnt. Die Bevölkerung beträgt jetzt 1 248 739, und mit den Vorstädten 1 487 720 Seelen, sodaß Petersburg der Größe nach die fünfte Stadt Europas ist. Peking ist eine befestigte Stadt von länglicher Form und umfaßt einen Flächenraum von etwa 77 Oklm. Die beiden Hauptteile sind die Tartarenstadt und die äußere oder Chinesenstadt. Ueber die Bevölkerung gehen die Angaben sehr auseinander; der Verfasser spricht von etwa einer Million Seelen. Chicago hat sich so weit ausgebreitet, daß es jetzt fast 494 Qklm. umfaßt und eine Bevölkerung von 1 698 575, nach einer anderen Zählung sogar 2007 695 Köpfe hat. Aber nur etwa 180 Qtlm. sind angebaut. Die Parks und Plätze umfassen 9 Oklm. Chicago ist also nicht überfüllt. New=York nach London die größte Stadt, bedeckt einen Flächenraum von 770 Oklm. und hat eine Einwohnerzahl von 3 437 202 Seelen. 8 Ueber den Plan der Bahn auf den Moutblaue sind dem Bericht eines Londoner Blattes folgende bemerkenswerte Einzelheiten zu entnehmen: Die geplante elektrische Bahn auf den Montblanc wird wie die Jungfraubahn eine Zahnradbahn sein. Ihre Länge wird etwa 16 Kilometer betragen; über 9 Kilometer werden davon durch Tunnels gehen. Die Bahn steigt 11710 Fuß von dem kleinen Dorf Les Houches, das 3260 Fuß über dem Meeresspiegel liegt, bis zu dem Bahnhof, der nahe den Petits Rochers Rouges liegt. Die erste Station soll auf dem Gipfel des Gros Béchand, 8410 Fuß hoch, liegen; sie hat eine prächtige Aussicht auf das Chamonixtal. Die zweite Station liegt in der Eisregion, unterhalb des Gipfels der Aiguille du Gouter in einer Höhe von 12600 Fuß, wo das Panorama den Taconnaz, Les Griaz und Bionnassay umfaßt. Von diesem Punkt wird ein fester Schneeweg zum Grand Plateau führen. Die dritte Station ist nahe dem Observatorium und der VallotSchutzhütte geplant, in einer Höhe von 14 300 Fuß. Von hier wird ein Tunnel durch den Nordabhang des Montblanc zu der Endstation führen. die 14970 Fuß über dem Meeresspiegel liegen wird. Der höchste Gipfel, der noch 810 Fuß über der Endstation liegt, kann dann erreicht werden. Die ganze Fahrt wird nur 2 Stunden beanspruchen. Jetzt braucht der Bergsteiger 14 Stunden, um von Courmayeur aus den Gipfel zu erreichen. Handelsnachrichten Deutsche Bank.— Berliner Bank. Das Scheitern der Angliederung der Berliner Bank an die Deutsche Bank bildet das Tagesgespräch in allen Finanzkreisen. Nach allem, was man aus den Auslassungen des Kommerzienrats Lucas in der Generalversammlung der Berliner Bank herauslesen kann, war der Deutschen Bank die protestierende Haltung einesteils der Aktionäre der Berliner Bank nicht unwillkommen. Sie wollte von der Sache wieder loskommen, deshalb stellte sie an den Aufsichtsrat die ganz unannehmbare Forderung, daß jeder Protest gegen die Abmachungen vollständig ausgeschlossen sein müsse. Die Deutsche Bank scheint eingesehen zu haben, daß aus der Uebernahme nicht so viel herauszuholen sei, als sie ursprünglich annahm und deshalb gab sie sich nicht einmal die Mühe, den Widersprüchen die gegen den angebotenen Vertrag sich erhoben, die Spitze zu bieten. 2— Vom Geldmarkt. Auf dem Geldmarkt hat sich in den letzten Tagen eine wesentliche Erleichterung vollzogen und es ist dies nicht nur an den deutschen Plätzen zu beobachten, sondern auch in Paris und London. In Paris macht sich die Geldfülle durch das Panamagold besonders bemerkbar. In Berlin ist der Privatdiskont bis 2¼ pCt. und in Frankfurt a. M. bis 2 11/16 pCt. zurückgegangen. Von London hofft man, daß heute eine Herabsetzung des Bankdiskonts angekündigt wird. Daß die Deutsche Reichsbank sich vorläufig zu einem ähnlichen Schritt nicht entschließen kann, ist erst in der letzten Sitzung des Zentralausschusses mitgeteilt worden. Ob diese überaus vorsichtige Diskontopolitik durchaus berechtigt ist, wird der Monat Juni noch lehren. ## Bismarckhütte. Das Geschäft bei der Bismarckhütte hat sich im laufenden Jahr recht befriedigend entwickelt. Die Nachfrage hat sich von Monat zu Monat gebessert und die Ergebnisse dürften derart günstig ausfallen, daß aller Voraussicht nach eine um mehrere Prozent höhere Dividende wird ausgezahlt werden können als im Vorjahr; damals wurden 11 pCt. gezahlt. X Kleine Finanzchronik. Die Hauptversammlung der Deutschen Tiefbohrgesellschaft zu Nordhausen setzte die Dividende auf 20 pCt. fest. Von der Verwaltung wurden die Aussichten als sehr befriedigend bezeichnet.— Eine weitere Abschlagszahlung mit 500 Mk. auf die Transvaal= bahn=Zertifikate wird vom 8. Juni ab gezahlt. Mit dieser Zahlung werden zusammen 1200 Mark von der deutschen Schutzvereinigung gezahlt sein. = Die neue Berliner Anleihe. Die neulich verbreite Nachricht, daß die Stadt Berlin eine neue Anleihe aufnehmen wolle, stellt sich als unbegründet heraus. Die Zulassung der früheren Anleihe von 228 Mill. Mk. an der Berliner Börse ist bereits ohne Prospektzwang genehmigt worden. □ Neue Petroleum=Gesellschaft. Der Schaaffhausensche Bankverein teilt nachstehendes mit: In Bukarest hat Mittwoch die Gründung der „Petroleum=Aktien=Gesellschaft Campina“ mit einem Grundkapital von 5000000 Lei stattgefunden. Die Gründer sind der A. Schaaffhausensche Bankverein, die Dresdner Bank, Fürst Guido Henckel von Donnersmarck, der Geheime Kommerzienrat Fritz Friedländer in Berlin, die Bankfirma A. Levy in Köln, Hektor Economos in Bukarest und Paris und die internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz. Die neue Bohrgesellschaft hat die sehr wertvollen Petroleumkonzessionen des Herrn Hektor Economos in Campina, Moreni und Edera in Rumänien übernommen und wird, nachdem durch mehrfache Bohrungen ein reiches Petroleumvorkommen konstatiert ist, mit einer intensiven Ausbeutung der Oelterrains alsbald vorgehen. Die technische Ausführung der notwendigen Arbeiten wird durch die internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz durchgeführt werden. Dividenden. Di eingeklammerten Ziffern bedeuten die Dividende des Vorjahres. Allianz, Vers.=A.=G. in bedarf vorm Orenste für Feld= und KleinbahnenSchem#n: Sienstein u. Koppel 8 pöt.— scheu=Zeißenfelder Braunkohlen A.=G. 14 pCt.(15). — Bautzener Tuchfabrik und Kunstmühle vorm. Mörbitz 3½ pCt.(7). Geschätzte: Bismarckhütte 18 pCt.(11). Festgesetzte: Naphtaproduktions=Ges. Gebr. Nobel 12 pCt.— Deutsche Tiefbohr=A.=G. 20 pCt. Konkurse. (A= Anmeldefrist.) Kleidergeschäft Max Lukasch, Buchholz und Krottendorf. A 25 6(Annaberg, Erzgeb.).— Firma Nüsken u. Co., G. m. b. H., Barmen, A 22 6— Kaufmannswitwe Joh. Margarete Hochdorfer, Böblingen, A 18 6.— Kaufmann Kurt Hütter, Bunzlau, A 27 6.— Kauffrau Helene Kolb, i. Fa. I. Wolff u. Co., Köln=Ehrenfeld, A 10 7(Köln).— Offene Handelsgesellschaft H. Krudewig u. Co., Kevelar, A 276(Geldern).— Kaufmann Paul Kuhn, Bondort, A 16 6(Herrenberg).— Kaufmann August Krips, Memel. A 4 7.— Vankier Reinhold Krapp, Osterburg. A 9 7.— Firma U. H. Ulfers, Karolinensiel, A 18 6(Wittmund). Berliner Börse Deutsche Hypoth.-Bank Pfandbr. bis 1910. 4 do. do. do. 05" 3½ Gothser Gr. Or.-Pfandbriefe 00 4 102.25 96.10 191.50 96.40 101.90 96.10 102.20 96.50 102.— 95.80 102.60 95.80 101.50 96.75 102.50 96.80 192.25 96.25 101 50 96.40 101.30 96.— 102.20 96.50 102— 95.30 102.70 95.80 101.50 95.75 102.30 88 130.10 15 do. do. 05 3% Hamburger Hypotheken-Bank 10..... 4 do. do. 08 3% Meininger Hypotheken-Pfandbr. 11.... 4 do. do. 07 3½ Preussische Boden-Credit-Pfandbr. 10... 4 do. do. 07... 3% Preussische Central-Boden-Pfandbr. 10. 4 do. do. do. 06 3½ Preusslsche Pfandbrief-Bank 10..... 4 do. do. 08 3% Rheinisch-Westfällsche Boden-Or. 12... 4 do. do. do. 08 3½ Eisenbahn-Stamm-Aktien Aschener Mastr. abg. 138.75 Anatollsche—— Braunschweiger Landes-Bisenbahn 124.50 Dortmund-Enscheder—.— Italienische Meridional-Risenbahn.— Itallenische Mittelmeer-Eisenbahn.—.— Jura-Simplon 86.50 Oesterreichische Staatsbahn—.— Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen Oesterreichische Staatsbahn 85. 6— do. Nordwestbahn.... 5———.— Ungarisch-Gallsische———.— Grosse Russische.— Moskau-Klew W. 4 92.20 92.50 Russische Südost-Bahn 92.— 92.— Warschau-Wien— Klein- und Strassenbahn-Aktien Allgemeine deutsche Kleinbahn 52.20 52.40 Allgemeine Lokal- u. Strassenbahn 144.90 142.90 Barmen-Elberfeld 117.60 117.50 Grosse Berliner Strassenbahn 186.60 187.— Hamburg-Altonser—.— 173.90 Hannoversche Strassenbahn 60.— 53.— Magdeburger Strassenbahn 1.9.— 140.— Klein- und Strassenbahn-Oblidationen Allgemeine Lokal- und Strassenbahn... 4½ 101.90 102.— Badische Lokalbahn 4½—. Berlin-Charlottenburger Strassenbahn.. 4½ 104.25—. 85.60 136.10 Bank-Aktien Berliner Bank do. Handels-Gesellschaft Darmstädter Bank. Deutsche do. Disconto-Gesellschaft Dresdener Bank Nationalbank für Deutschland! Oesterreichische Credit Schaaffhaus. Bankverein Barmer do. Bergisch-Märkische Bank Braunschweig-Hannnoversche Bank Deutsche Genossenschafte.- do. Dortmunder Bankverein Elberfelder do. Essener Kredit-Anstalt Hamburger Hypothekenbank Oldenburger Spar- und Leihbank. Osnabrticker Bank Preussische Bodenor.-Bank Preussische Pfandbr.-Bank Reichsbank Rheinisch-Westfälische Boden-Creditbank. Westfällsche Bank. Industrie- Paplere Allgemeine Elektriaitäts-Gesellschaft Baroper Walzwerk Bochumer Gusestahl Braunschweiger Maschinen Deutsche Gasglühlicht Westfällsche Kupferwerke do. Stahlwerke Wechsel-Kurse 85.— 153.— 137.40 219.— 183 90 151.60 129.75 147.40 143.25 159.75 149.75 106.60 114.75 123.— 161 40 164.50 144.10 145.— 157.90 152.— 146.60 113.35 216.— 84.— 191.— 220.— 84.90 416.50 248.— 217.50 126.50 161.75 106.75 138.25 134.— 194.50 145.8.) 229 60 153.50 240.80 107.— 95.— 194.50 102.— 163.— 108.50 70.— 185.10 153.— 151.75 223.45 68.75 149.50 103.50 13.50 Austerden kun Belgische Plätse„ London„ 168.70 81.05 20.39 Paris kunn Petersburg Wien 86.— 152.90 137.90 219.10 187.— 161 25 120.80 147.— 123.25 139.75 150.— 106.50 114.90 123.75 161.50 162 75 145.— 145.— 137.— 152.50 146.50 213.25 215.30 8850 192.— 21850 84.90 418.— 251.50 219.50 126.50 162.— 196.50 200.— 134.60 196.70 145.50 229.25 155.— 242.25 107.— 95.— 193.— 101.— 163 1 118.50 71.75 184.50 157.— 151.10 223. 5 68.75 149.75 104.50 130.40 81.40 85.15 e ent ih ine ucee Arich isa. mehl 00 21,50—24.05, Rosgenmehl 0 und 1 16.30 bis 17.50. New-Vork, 2. Juni. Weisen fest. per Juli 92⅝/8.— Mais fest, per Juli 56. schlachtviehpreise nach Lebendgewicht 42—43 41—43 42 36—37 35—36 37—38 31—32 30—31 31—33 Kaffee Hamburg 2. Juni. Kaffee behauptet. Heatiger Umsei: 2000 Sack, Rlores, pelingey 3 4½ 91s 5004 Sverage Bremen, 2. Juni. Kaffee be auptet. Zucker Mandeburg, 8. Junl. Preise für sreitberen Rohaucker Ausschllesslich Verbrauchssteuez. Die Preise verstchen sich für 50 Kllogramm. Kornsucker I. Produkt 88pros, ohne Saok—. Mk., Nachprodukt 75pros. ohne Sack—.— Mk. Tendenz: Stil. Hamburg, 4. Junl. Offlatelle Notter 1 18. Juni 18.75 f3. 18.65 G.—.— ba. Baumwolle Sromen, 8. Juni. Schwich. Upland middl, loro 66 ¼ Pig. Liverpool, 2. Juni. Umsatz 7000 Rallen, davon für spetn lation und Export 500 Ballen. Tendens: Awertkauer willig und 22 Punkte niedriger, Aegypter willig; Good 1/16, Fully good fair und darüber ¼ niedriger, Trasi laner 24 Ponkte niedr iger, ostindische ½/8 niedriger. Amerikanisone good ordinary Lieferungen: Stetig. Juni 6,48. Metalle Amsterdam, 2. Juni. Bankasinn 78½. London, 2. Juni. Kupter 56% Pf. St.— Zina 122⅞ à 124⅝ Pf. St.— Blei 11%/8 Pf. St.— Zink 22 9/16 Pf, St. dlasgow, 2. Juni. Ronelsen. Mixei numoree voresat: 52 2 4½ d. Fettwaren Hamburg, 8. Juni. Schmals feet. Steam 33% Pig. Kingen u. Co. 34. Hammond 33% Pfg., Swift, Pachlag&a Co. 34 Pig. Bremen, 2. Juni. Schmals ruhig, Loko, Tube und Firkin: 34¼ Pig. Doppeleimern 34½ Pig. Sonwimmend Apeil-Lieferung Tube und Hrkins—.— Doppeleimer—.— Spech stetig, Short loko— Pfg., Short oiear Abladung— Pig. Oele Berlin, 2. Juni. Bilb3 Juni 44 Br. Köln, 2. Juni. Rilbol lo4o 49.00. Hamburg, 2. Juni. Rübol zuhig, der 46,00 Hl.— Leindl zuhig. Joko 35.0) B.— Petrolcum behauptet lcko 6.80 B. Marktberichte Chloago, 8. Juni. Weisen pr. Jani 87½. Maie pe. Juni 42. Hafer pr. Juni 39%. Schmals pr. Juni 6,40. Speou niedrigster Preis 6.50. Roggen pa. Jul. 67. Leinsaa: per Juli 1.00. Spiritus Hamburg, 2. Juni. Spleitas. Juni 14 fl., 25½ G. Getreide Gerlin. 2. Juni. Weisen, Jul 173¼—175%. Ioggen Juli 184 ½—135½ Mater Lein 138—149, mittel 1.7—197, geauf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Zentralstelle für Viehverwertung der Preußischen Landwirtschaftskammer Berlin W., Köthener Straße 39. Hannov. Dortm. Essen am 30. 5. 30. 5. 30. 5. Ochsen. a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahr alt.. b) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete e) mäßig genährte junge und gut genährte ältere... d) gering genährte jeden Alters.— 26—27 28—29 Bullen. a) vollfleischige, ausgemästete bis zu 5 Jahren.... 38 40— 38 d) vollfleischige jüngere.. 32—33 34—40 32—33 c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 27—28 29—30 27—28 d) gering genährte jüngere und ältere.— 24—25— Kalben und Kühe. a) vollfleischige, ausgemästete Kalben höchsten Schlachtwertes 37—38 38—39 39 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 33—84 33—35 34—35 c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Kalben 27—30 29—31 29—31 d) mäßig genährte Kühe und Kalben gering genährte Kühe und Kalben Kälber. *) Doppellender b) feinste Mast=(Vollmuchmast) u. beste Saugkälber c) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber d) geringere Saugkälber und älteres, gering genährtes Jungvieh(Fresser) Schafe. a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 35—36 37 37 b) ältere Masthammel... 29—33 35—36 32—33 e) mäßig genährte. Hammel und Schafe(Märzschafe)— 31—33— Schweine. a) vollfleischige der feineren Rassen u. deren Kreuzungen bis zu 1½ Jahren... 51—58 51 51 b) fleischige....... 47—50 48—50 47—49 c) gering entwickelte sowie Sauen 43—46 45—47 42—45 Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfd. Lebendgewicht; auf die Notizen für Schweine rechnen die Märkte ca. 20—22 pCt. Tara ab. Ss Schluns dos redchtlogalen folle Ss Blonde Haare berbaren Waschungen mit Obermeyers Herba=Seife. Sie verhindert den Haarausfall und erzeugt sicheren Nac wuchs. Stück 50 Pfg. u. 1 Mk. z. h. — 25—26 24—25 —— 65 — 46—48 47—48 — 42—45 42—45 — 38—41 37—40 Drog. und Parfm. 1. all. Ag Seidenetet Men verlange Muster von der Fabrik und Handlung: von Eiten& Keussen, Krefel Bevölkerung beträgt Vorstädten 1 487 720 Größe nach die fünfing ist eine befestigm und umfaßt einen lm. Die beiden Hauptund die äußere oder evölkerung gehen die er Verfasser spricht von Chicago hat sich jetzt fast 494 Oklm. von 1 698 575, nach 2 007 695 Köpfe hat. sind angebaut. Die Oklm. Chicago ist York, nach London ien Flächenraum von Einwohnerzahl von Bahn auf den Montblaue oner Blattes folgende uentnehmen: Die geden Montblanc wird ahnradbahn sein. Ihre neter betragen; über durch Tunnels gehen. von dem kleinen Dorf ber dem Meeresspiegel der nahe den Petits erste Station soll auf and, 8410 Fuß hoch, tige Aussicht auf das tion liegt in der Eisels der Aiquille du 12600 Fuß, wo das Les Griaz und BionPunkt wird ein fester au führen. Die dritte torium und der VallotHöhe von 14300 Fuß. durch den Nordabhang tion führen. die 14970 el liegen wird. Der 0 Fuß über der Endcht werden. Die ganze n beanspruchen. Jetzt kunden, um von Courreichen. -uc. 0 und 1 16,30 bis 17.50. est. ber Juli 92⅝.— Lebendgewicht sichte zusammengestellt en Berichten bearbeitet Viehverwertung der kammer Berlin W., annov. 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Gelangskonzert.... 88 Morgen abend findet in der„Eintcacht“ ein Konzert der beiden Männergesangvereine„Bielefelder Liedertafel" und„Lehrer=Gesangverein“ statt. ## Die Auflieferungen von Wert= und Einschreibsendungen sowie von Postanweisungen im Landbestellbezirk der Postanstalten kann entweder durch Niederlegung bei einer Posthilfsstelle behufs Weitergabe an den Landbriefträger oder durch Uebergabe an den Landbriefträger selbst erfolgen. Zum Nachweis der angenommenen Gegenstände führen sowohl die Posthilfsstellen als auch der Landbriefträger Annahmebücher, die den Absendern auf Wunsch vorzulegen sind. Um etwaige Unregelmäßigkeiten bei der Behandlung der in solcher Weise aufgelieferten Sendungen tunlichst zu verhüten, empfiehlt es sich, dieselben eigenhändig in die Annahmebücher einzutragen oder doch wenigstens sich von der erfolgten Buchung durch den Inhaber der Posthilfsstelle bezw. den Landbriefträger Ueberzeugung zu verschaffen. Dasselbe gilt bezüglich der gewöhnlichen Pakete und der den Landbriefträgern übergebenen Nachnahmesendungen und baren Geldbeträge für Zettungsbestellungen sowie zum Ankauf von Wertzeichen. 40 Lohnbewegung der Maurer und Bauhilfsarbeiter Bekanntlich haben die hiesigen organisierten Maurer und Handlanger über einige Mauereibetriebe die Sperre verhängt um ihre erhöhte Lohnforderung wie Nebenbedingungen, die ihnen unter Berücksichtigung der flauen Geschäftslage im Baugewerbe seitens der vereinigten Arbeitgeber versagt werden mußte, gewaltsam durchzudrücken. Hiergegen haben, wie nicht anders zu erwarten war, die Arbeitgeber geschlossen Stellung genommen. Bevor dieselben jedoch endgiltig ihre Gegenmaßregeln beschlossen, haben sie den Gesellen und Arbeitern Gelegenheit geboten, sich gegen schriftliche Verpflichtung nach den bisherigen Bedingungen Arbeit zu sichern. Gestern abend hat die vollzählig besuchte Generalversammlung einstimmig folgenden Beschluß gefaßt:„Werden bis Sonnabend. den 4. d. M., morgens, die bisher verhängten Sperren nicht infolge offizieller Bekanntgabe aufgehoben, so werden die Ausständigen, sowie die in sämtlichen übrigen Mauereibetrieben beschäftigten Maurergesellen und Handlanger, welche sich nicht schriftlich zum Weiterarbeiten unter den alten Bedingungen verpflichtet haben, von Montag, den 6. d. M. ab ausgesperrt und zwar auf die Dauer von sechs Monaten.“ Die Durchführung dieses Beschlusses ist durch Vereinbarung einer Konventionalstrafe in beträchtlicher Höhe, für welche Sicherheit gestellt, gewährleistet. Sämtliche Arbeitgeberverbände und Baugewerbetreibende sollen ersucht werden, die Streikenden und Ausgesperrten nicht zu beschäftigen. Tageskalender Sonnabend, den 4. Juni 1904 Sommertheater. Hans Huckebein. 8½ U. Konzert.(Liedertafel u. Lehrergesangverein) Eintracht 8 Uhr. einen schönen Verlauf genommen hat, übte Herr Konfistorialrat Engel aus... 4 784115 O Blotho, 2. Juni.(Unsere naorische Gasanstalt.) welche nun seit einem Monat im Betrieb ist, hat einen guten Anfang gemacht. Wie verlautet, hat der Monat Mai schon mit einem Ueberschuß abgeschlossen. Der höchste Konsument hatte 280 Kubilmeter Gas verbraucht. Naturgemäß ist der Gaskonsum im Sommer ein ganz minimaler und wird derselbe im Winter bedeutend steigen. Angemeldet sind im ganzen 255 Anschlüsse. Bereits angeschlossen und zum Gaskonsum fertig sind zur Zeit 177 Anschlüsse.„ * Varenholz, 3. Juni.(Beim Spielen verletzt.) Noch nicht schulpflichtige Kinder kamen dieser Tage beim Spielen auf den Gedanken, sich Stöcke und Ruten zu hauen. Hierzu benutzten sie eine Barte und ein Knabe hatte das Unglück, sich damit den rechten Zeigefinger arg zu verstümmeln. Möge dieser Fall wiederum zur Mahnung dienen. Kinder nicht mit derartigen Werkzeugen spielen zu loster. darauf auf Meier mit einem Spazierstocke ein, sodaß dieser verletzt wurde und sich von einem Arzte behandeln lassen mußte. Das Gericht verurteilte Zumbansen zu 15 Mark Geldstrafe bezw. drei Tage Gefängnis.— Der Händler Gustav Lütgert von Nordhorn, oft vorbestraft, wurde überführt, in der Nacht zum 22. Januar d. J. dem Ziegelmeister August Dreier zu Nordhorn, von einem auf der Chaussee stehenden Wagen ein Bindeseil im Werte von 4 Mark entwendet zu haben. Lütgert gab an, das Seil von einem„Unbekannten“ gekauft zu haben. Das Gericht legte aber keinen Glauben auf diese Einrede und verurteilte Lütgert in Anbetracht seiner vielen Vorstrafen zu einer Gefängnisstrafe von 3 Wochen. Grubenunglück. Vermischtes Aus Provinz und Nachbarschaft fh. Lämershagen, 2. Juni.(Jubiläum.) Herr Lehrer Daube feierte gestern sein 25jähriges Berufsjubiläum.[Gemeindevertretung, Schulvorstand und Schüler brachten ihm Ehrungen dar und der Männergesangverein brachte ihm ein Ständchen. Abends fand ein Kommers zu Ehren des Jubilars statt. r. Friedrichsdorf, 2. Juni.(Unser diesjähriges Schützenfest) findet für die Gemeinden Friedrichsdorf und Avenwedde am 11., 12. und 13. Juni statt. Der Festplatz befindet sich ungefähr 15 Minuten von der Haltestelle Isselhorst. Schötmar, 3. Juni.(Todesfall.) Gestern ist der Seelsorger der hiesigen Gemeinde, Herr Pastor Sartorius, gestorben. Der in hohem Ansehen stehende Geistliche hat nur ein Alter von 44 Jahren erreicht. Seiner Witwe und seinen drei Kindern wendet sich die herzlichste Teilnahme zu. Die Beerdigung erfolgt am Sonnabend. Um 4 Uhr nachmittags wird in der Kirche eine Trauerfeier abgehalten. * Lage, 2. Juni.(Zur Ermordung des Ziegelmeisters Sander aus Lage.) Der zum Tode verurteilte Raubmörder Kobus in Hamersbeck, der seinerzeit den Ziegelmeister Sander ermordete und beraubte, hat, nachdem seine Revision verworfen und sein Gnadengesuch abschlägig beschieden worden ist, geltend gemacht, daß sein Landsmann, der Ziegelarbeiter Johann Megger aus Czarnowo, an der Ermordung des Sander mitschuldig sei. Megger hat allerdings vor zwei Jahren längere Zeit auf einer Ziegelei in Hammersbeck gearbeitet. Es ist nun die Frage, ob M., der zur Zeit in Westfalen festgenommen ist und jede Beteiligung leugnet, in der Zeit vor und nach dem Morde in der dortigen Gegend gesehen worden ist. Das Landratsamt hat zur Klarstellung dieser Angelegenheit bereits eine Bekanntmachung erlassen. Die Behörde ist auf die Anschuldigung eingegangen, weil am Tage nach dem Morde eine in Blumenthal aufgegebene und mit Johann Megger unterzeichnete Postkarte bei einem in Ostpreußen wohnenden Verwandten des Megger eingetroffen ist. * Lemgo, 2. Juni.(Konferenz.) Gestern fand in Lage auf der Wilhelmsburg eine Konferenz der lippischen Sorntagsschullehrer und=Lehrerinnen statt. Ungefähr 160 Teilnehmer mochten, wie die „L. Post“ mitteilt, erschienen sein. Den ersten Vortrag hielt Pastor Zaulek aus Bremen über die Freude in der Sonntagsschule. Pastor Zaulek ist einer der bedeutendsten Förderer des Sonntagsschulwesens in Deutschland und sein gediegener Vortrag fesselte daher ungemein. Eine lebhafte Diskussion, die sich daran schloß, bewies die rege Anteilnahme aller. Ueber die Pflicht in der Sonntagsschule sprach danach Herr Lehrer Linneweber aus Salzuflen, ebenfalls in fesselnder, anregender Weise. Die Leitung der Konferenz, die — Eine folgenschwere Eisenbahnkatastrophe im fernen Osten, die zwischen den Stationen Schuanjaotschu und Sipintschai der Mandschurischen Bahn durch die Entgleisung eines Zuges verursacht wurde, berichtet der L.=A. In dem Zuge befand sich eine Menge Verwundeter sowie Frauen und Kinder. Die Toten waren in der Mehrzahl erdrückt und in einer wahrhaft entsetztlichen Lage aufgefunden. Auf einen Wagen mit Verwundeten ist ein Warenwaggon gestürzt. Aus diesem Trümmerhausen zog man menschliche Körperteile, Knochen, Waren und Wagenteile, alles vermischt, hervor. Unter den Passagieren befand sich der französische Missionar Carrein; unter den Toten zwei Nonnen. Schwer verwundet wurden im ganzen 60 Personen. A Zur Konitzer Asfäre Zu der Meldung von einer neuen Wendung in der Konitzer Mordsache ist der Ostd. Rdsch. von der Polizeiverwaltung in Konitz erklärt worden, daß dort weder von der Auffindung von Resten der Kleider Winters, noch von der Absicht, den Arbeiter Maßloff zu verhaften, auch nur das geringste bekannt set. Wenn die Verhaftung erfolgt sein sollte, so stehe sie jedenfalls kaum mit der Winterschen Mordsache in Verbindung. Auch der Graud. Ges., der sich an die Konitzer Staatsanwaltschaft gewandt hatte, hat von dieser die Nachricht erhalten, daß die Meldung von der Verhaftung des Maßloff nicht stimme. Inbetreff der auch von uns mitgeteilten Nachricht des Berl. Tagebl., der Justizminister habe Anweisung erlassen, alle irgendwie im Hinblick auf die jetzige Spur verdächtigen Personen sofort zu verhaften, wird uns von gutunterrichteter Seite geschrieben: Eine solche Anweisung kann der Justizminister unmöglich erlassen haben, da ihm eine Einmischung in die richterliche Tätigkeit durchaus nicht zusteht. Der Richter faßt seine Urteile und Beschlüsse vollständig unabhängig. Ein Beschluß, wodurch eine Verhaftung angeordnet oder abgelehnt wird, kann nur durch das Gericht der höheren Instanz(Strafkammer des Landgerichts, Strafsenat des Oberlandesgerichts) abgeändert werden. Im Verwaltungswege, also auch durch den Ressortchef, den Justizminister, kann dagegen die Tätigkeit des Richters keineswegs beeinflußt werden. Selbstredend ist auch eine derartige Beeinflussung noch niemals versucht. Beschädigung eines Schwimmdocks Das im Kieler Handelshafen verankerte Schwimmdock hat ein Leck erhalten und ist teilweise gesunken. K. Ueber die blutige Schlägerei zwischen Leibhusaren und Trainsoldaten in Danzig soll der Kaiser eingehenden Bericht eingefordert haben. □ Zwischen 300 Weißen und Negern fand in Philadelphia wegen Beleidigung einer weißen Frau durch einen Schwarzen ein heftiger Kampf statt, der mit Revolvern. Messern und Ziegelsteinen ausgefochten wurde. Fünf Personen wurden schwer, etwa 20, darunter mehrere Schutzleute, leichter verletzt. *p; Aus dem Feuster gestürzt.. Der Spiritist Prof. v. Pusch in Breslau hat sich, nach dem dortigen Gen.=Anz., durch einen Sturz aus dem Fenster getötet. See Eine schwierige Aufgabe Bei einem Brande in Nizza verkohlten u. a. einige Pakete Papiergeld. Das Geld könnte zurückerstattet werden, wenn der Aschenhausen, ohne zu zerfallen, an die Staatskasse nach Paris gebracht würde, da die Nummern noch kenntlich sind. Aber die Eigentümer wagen nicht daran zu rühren. D Ein kleiner Straßenräuber, ein winziges Schulbürschchen, das Mädchen überfiel und ihnen Geld abnahm, wurde in Berlin zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Gerichtssaal * Gütersloh, 1. Juni.(Schöffengericht.) Vorsitzender: Herr Amtsgerichtsrat Paleske. Als Schöffen waren zugegen die Herren: Semtnarlehrer Heinrich Stock von hier und Färber Fritz Schröder von Isselhorst. In nachstehenden Sachen wurde erkannt: Der Maurer Jakob Zumbansen von Kattenstroth kam mit mehreren anderen Personen am Spätabend des 2. Februar in die Meier'sche Gastwirtschaft und bestellte Bier. Da die Polizeistunde nahte, bemerkte der Wirt, indem er das Bier brachte, sie dürften aber nicht verweilen, müßten das Bier trinken und gehen. Nunmehr benahmen sich die Gäste ungebührlich, sodaß der Wirt schließlich das Licht ausdrehte. Zumbansen hieb (Telegraphische und telephonische Meldungen der„Westfälischen Zeitung".) Ehrung deutscher O Madrid, 3. Juni. Zu Ehren der hier anwesenden deutschen Offiziere fand gestern in der deutschen Botschaft ein Festmahl statt, an dem die Minister des Krieges und der Marine teilnahmen. Das internationale Radrennen in Köln A Köln, 3. Juni. Bei dem internationalen Radrennen blieb Ellegard im Revanchematch um den Preis von 1000 Mark und die goldene Armbinde vom Rhein in drei Läufen Sieger. Zweiter wurde Huber=München, während in allen drei Läufen Arend=Hannover an die letzte Stelle kam. Drei Kinder ertrunken + Brüssel, 3. Juni. Bei Dirmoude stürzte ein Wagen mit zwei Erwachsenen und drei Kindern in die Irelles. Die Kinder ertranken, während die Erwachsenen gerettet werden konnten. Frankreich und der Vatikan Rom, 3. Juni. In vatikanischen Kreisen wird die Tatsache lebhaft komentiert, daß seit Abberusung des französischen Botschafters Nisard, der Sekretär der Botschaft nicht ein einziges Mal im Vatikan vorgesprochen hat. Man betrachtet diese Haltung als einem vollständigen Bruche gleichkommend. 5000 Armenier ermordet Paris, 3. Juni. Der französische Konsul in Konstantinopel bestätigt, daß bei dem Massacre bei Sassun in Armenien 5000 Personen ums Leben gekommen sind. Es verlautet, daß eine gemeinsame europäische Kommission die Angelegenheit untersuchen werde. Revolutionäre Kundgebungen. □ Brest, 3. Juni. Die Lage verschlimmert sich hier zusehends. Handwerker und andere Arbeiter durchzogen gestern unter Absingung revolutionärer Lieder die Straßen und bombardierten die Wohnungen der Rheder. Die Gendarmerie mußte einschreiten, wobei es zu Zusammenstößen kam. Es wurden auf beiden Seiten mehrere verletzt. 4 Verhaftungen wurden vorgenommen. Auch in Lorient ist eine revolutionäre Bewegung im Gange, veranlaßt durch den kürzlichen Ausstand. Mehrere 100 Personen trieben gestern in den Straßen allerlei Unsug. Sie ver: suchten mehrere Hänser in Brand zu stecken. Ein Brandstifter wurde verhaftet. Truppen sind telegraphisch herbeigerufen worden. Die Ausfuhr von Beerenobst nach England ist infolge des Streiks unterbrochen. Hierdurch erwächst den Einwohnern der Umgegend großer Schaden, da die Früchte verderben. Die Dienstboten drohen ebenfalls mit dem Ausstand, sie durchzogen gestern die Stadt. Erstürmung einer Kirche S5 Toulon, 3. Juni. Infolge der Weigerung des Geistlichen einer Vorortskirche, Kinder, welche auf einem Schulfest die Internationale sangen, zur ersten Kommunion zuzulassen, stürmten einige hundert Männer die Kirche, zerbrachen die Kirchenstühle und warsen die Heiligenstatuen auf die Erde. Die Gendarmerie mußte einschreiten und die Ordnung wieder herstellen. Zur Arbeiterbewegung in Frankreich Armentieres, 3. Juni. Die Weber sind in den Ausstand getreten. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung sind fünf Kompagnien Infanterie eingetroffen. Lille, 3. Juni. Die in Fachvereinen organisierten Arbeiter beschlossen in einer gestern abgehaltenen Versammlung den allgemeinen Ausstand, weil die Arbeitgeber es ablehnten, die Streitfrage einem gemischten Ausschuß zu unterbreiten. Kulis für Transvaal London, 3. Juni. Ein Dampfer verläßt Hongkong am 16. ds. M. mit 2000 Kulis für Transvaal. Zwei weitere Dampfer werden, wie die Frkit. Ztg. berichtet, am 20. ds. M. von einem nordchinesischen Hasen mit je 4000 Kulis abjahren. (D Cartagena, 3. Juni. Anf der Grube Cresoleja erfolgte ein Erdrutsch, wobei 5 Arbeiter verschüttet wurden. Man glaubt, daß sie noch am Leben sind, da man Stimmen aus der Grube hört. Man arbeitet mit größter Anstrengung, um die Verschütteten zu retten. Amerikanische Interessen auf Santo Domingo (!) Washington, 3. Inni. Der amerikanische Konsul in Port=au=Prince berichtet, daß ein englisches Kriegsschiff dort eingetrosfen ist. Die Anwesenheit des Kriegsschiffes wird mit den revolutionären Unruhen in Verbindung gebracht. In den dominikanischen Gewässern befinden sich noch 2 amerikanische Kriegsschisse; ein drittes ist auf dem Wege. Vom Kriegsschauplatz in Gsiasten 40 St. Petersburg, 3. Juni. Ein Telegramm General Kuropatkins berichtet, daß General Kuroki unlängst den Austausch von Gefangenen vorschlug, den er aber abgelehnt habe. = St. Petersburg, 3. Juni. Die Truppenversendungen gehen hier gut von statten. Dank der getrossenen Maßregeln ist es möglich, täglich sechs Bataillone abzuschicken. St. Petersburg, 3. Juni. Ein Telegramm aus Jijiseimpo berichtet, daß General Kuropatkin sich evtl. auf Charbin zurückziehen werde. Munition und Lebensmittel seien für diesen Fall von Mukden dorthin besördert worden. St. Peiersburg, 3. Juni. Von General Kuropatkin sind höchst wichtige Meldungen hier eingetroffen. Insolgedessen fand gestern unter dem Vorsitze des Zaren ein großer Kriegsrat statt. In militärischen Kreisen herrscht eine nervöse Stimmung. Mau glaubt, daß eine entscheidende Schlacht bevorsteht. Die Affaire des Grafen Lamsdorff (°) St. Petersburg, 3. Juni. Gestern zierkulierte in höheren Regierungskreisen hartnäckig das Gerücht, daß Graf Lamsdorff bereits abgesetzt und der Justizminister Murawiew zum Minister des Aeßeren ernannt worden sei. (!) St. Petersburg, 3. Juni. Zum Ueberfall auf den Grafen Lamsdorff wird noch berichtet, die peinliche Szene spielte sich vor dem Ministerium des Aeußeren ab. Als Graf Lamsdorff gerade das Gebäude betreten wollte, sprang ein Herr auf ihn zu und versetzte ihm mehrere Faustschläge auf den Rücken. Der Attentäter wurde sofort verhaftet und als der Fürst Dolgornkow erkannt. Der Ansall des Kreuzers Orel □ St. Peiersburg, 3. Juni. Der Vizeadmiral Birilew veröffentlicht einen amtlichen Bericht über den Unfall des Kreuzers Orel. Darnach drang das Wasser durch die Oeffnungen für die Kanonen. Das Schiff senkte sich und war in wenigen Minuten bis ans Oberdeck mit Wasser gefüllt. Es wurde 7 Tage lang ununterbrochen gearbeitet, um das Wasser wieder auszuschöpfen und die Oeffnungen durch Taucher zu schließen. Jetzt befindet sich der Orel im Dock. Der Admiral dankt allen, welche sich an der Rettung beteiligt haben. Japanische Truppenverstärkungen ∆ Paris, 3. Juni. In Petersburger militärischen Kreisen glaubt man, die Bestimmung der in Takuschan gelandeten Truppen zu kennen, sie werden sich abzweigen und zu den Truppen der Generale Kuroki und Oku stoßen. Kuroki werde dann über 140000 Mann, Oku über 120000 Mann verfügen. Kuropatkin weiß, daß diese beiden Armeen im Gebiet zwischen Haitschon und Mukden einander unterstützend, operieren werden. Nachrichten aus Port Arthur □ Tokio, 3. Juni. Chinesen, die als Arbeiter bei den Docks in Port Arthur beschäftigt waren, sind jetzt zurückgekehrt und erzählen, daß am 27. Mai sechs russische Kriegsschiffe völlig gefechtsbereit waren. Einige andere stark beschädigte Schiffe seien jetzt armiert und mit schweren Geschützen versehen worden, um bei der Verteidigung der Landseite der Festung verwendet zu werden. Die Arbeiten in den Docks seien durch den Mangel an brauchbarem Material sehr behindert. Witterungs=Uebersicht. Bielefeld, 3. Juni. Niedrigster Thermometer= stand in der Nacht+ 11 C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 14½ C. Barometer: 757 Wind: RW. Himmel: teilweise bedeckt. abend verkaufen wir Samell SeArSiend Konfektion 32 Niedernstraße 32. t12048 Billige Schunwaren sind stets bei mir in Mengen vor. rätig. Dieselben zeichnen sich ins. besondere vor anderen durch grösste Haltbarkeit und Solidität aus. Selbst der billigste Schuh ist bei mir gut. Versuchen Sie es bitte auch damit und Sie werden sagen, dass solches wahr ist. Schuh-Palast 112012 Zuckerberg Niederlage von Standard-Schuhen! Niederlage von Selectis-Stiefeln! 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Sie will bereits im Herbst in die zweite Lesung des Reformentwurfs eintreten und wenn, wie zu erwarten ist, diese zweite Lesung in wenigen Monaten erledigt wird, und wenn ferner, was ebenfalls zu erwarten ist, die Reichsregierung den Entwurf der Kommission im großen und ganzen zur Basis des dem Reichstage vorzulegenden Gesetzentwurfs machen sollte, so könnte der Reichstag im nächsten Frühjahr, spätestens aber im Herbst 1905 seinerseits an die Bearbeitung des Entwurfes herantreten. Wenn auch die Beschlüsse der Kommission nicht bekannt gegeben werden, so scheint doch aus einigen Ausdrücken in einer offiziösen Kundgebung der„Kölnischen Zeitung" hervorzugehen, daß die Kommission der Ersetzung der Strafkammern und Schwurgerichte durch mittlere und große Schöffengerichte zugestimmt hat. Trifft unsere Annahme, daß die Kommission die Strafkammern und Schwurgerichte beseitigen und an ihre Stelle mittlere und große Schöffengerichte setzen will, zu, so wird die Abgrenzung der Zuständigkeit beider Gerichte lange nicht so heftige Kämpfe erregen, wie jetzt, wo die Strafkammern und die Schwurgerichte in ihrer Zusammensetzung auf direkt entgegengesetzten Prinzipien beruhen. Man weiß, daß schon seit Jahren auf das nachdrücklichste dafür agitiert wird, daß den Schwurgerichten die Aburteilung gewisser Verbrechen, insonderheit des Meineides und der schweren Urkundenfälschung, entzogen werden soll. Die Freunde dieser Auffassung behaupten, und nicht mit Unrecht, daß gerade bei diesen Delikten sehr oft schwierige zivilrechtliche Fragen und Streitigkeiten mit hinein spielen, und daß die Geschworenen als Laien nicht in der Lage sind, in solchen Fällen die Beweisaufnahme genau zu verfolgen und zu erfassen. Die unbedingten Anhänger der Schwurgerichte wiederum sträuben sich mit Händen und Füßen gegen jede Einschränkung der Kompetenz der Schwurgerichte, indem sie— auch nicht mit Unrecht— in jeder Beschränkung der Kompetenz auch eine Minderung des Ansehens der Institution erblicken. Dieser Streit wird im wesentlichen hinfällig, wenn die Strafkammern in mittlere und große Schöffengerichte umgewandelt werden. Auf der einen Seite würden ja die großen Schöffengerichte nicht mehr bloße Laiengerichte sein, man brauchte deshalb nicht mehr zu besorgen, daß sie juristischen Schwierigkeiten eines Falles nicht gewachsen sein würden. Auf der anderen Seite könnten die Freunde der Laiengerichtsbarkeit in eine gewisse Einschränkung der Tätigkeit der großen Schöffengerichte ruhig willigen, weil ja auch bei den mittleren leren Schöffengerichten das Laientum vertreten sein würde. Während also jetzt der Kampf um die Zuständigkeit der verschiedenen erkennenden Strafgerichte doch einen gewissen politischen Hintergrund hat, schon insofern, als die Schwurgerichte als eine liberale Institution gelten, würde künftighin die Frage der Abgrenzung der Betätigung lediglich eine Zweckmäßigkeitsfrage sein, was gerade bei Angelegenheiten der Rechtssprechung in hohem Maße erwünscht ist. Wir sind deshalb überzeugt, daß die Verteiung der einzelnen Delikte auf die Kompetenz der verschiedenen erkennenden Gerichte sich ohne große Kämpfe im Reichstage wird bewerkstelligen lassen. Auch in diesem Sinne also wird die Umwandlung der Strafkammern und Schwurgerichte als ersprießlich anzusehen Ven Gerichtssaal □ Bielefeld, 1. Juni.(Strafkammer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff; Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor Dr. Weirauch. 1. Eine wichtige Entscheidung für die Wäschefabrikation wurde heute von der Strafkammer gefällt. Der Wäschefabrikant August Ludwig Banck von hier war angeschuldigt, am Vorabende des Bußtages v. J. Arbeiteriunen nach 5½ Uhr in seinem Lagerraume beschäftigt und sich dadurch eines Gewerbevergehens schuldig gemacht zu haben. In diesen Lagerraum, in dem sieben junge Mädchen beschäftigt werden, gelangt die Wäsche, nachdem ihre eigentliche Fabrikation beendet ist. Die Wäsche wird hier mit Schnüren versehen, etikettiert und verpackt und gelangt dann zum Versand. Die jungen Mädchen haben nach dem Kommissionsbuche die Bestellungen zusammen zu ordnen und zu prüfen, ob die zum Versande kommenden Waren auch einwandsfrei sind und darauf Eintragungen in die Lagerbücher vorzunehmen. Es war die Frage, ob diese Mädchen als Lageristinnen oder gewerbliche Arbeiterinnen anzusehen sind. Der als Gutachter vernommene Fabrikant Dornbusch von hier war der Ansicht, daß die Beschäftigung der Lageristinnen eine kaufmännische und keine gewerbliche sei. Die fabrikmäßige Herstellung der Wäsche sei als beendet anzusehen, sobald dieselbe auf das Lager komme und der Verkauf der Ware beginne. Der Gerichtshof legte dies Gutachten des D. seinem Urteil zugrunde und sprach den Angeklagten frei. Danach sei die Fabrikation der Wäsche beendet, wenn dieselbe auf das Lager komme. Die Beschäftigung der jungen Mädchen bestehe nur in dem Verschnüren und dem Etikettieren der Wäsche; diese Tätigkeit sei keine gewerbliche und sielen die Lageristinnen nicht unter den Begriff Fabrikarbeiterinnen. 2. Betrugsversuch Der Arbeiter Peter Esser zu Wiedenbrück, wiederholt. darunter zweimal wegen Betruges vorbestraft, hat sich im September v. J. mit einem bereits bezahlten Zahlungsbefehl aufs Betteln gelegt, indem er den von ihm angezapften Personen vorschwindelt, es drohe ihm eine Zwangsvollstreckung. Nur dem Umstande, daß man seinen Angaben keinen Glauben schenkte, ist es zu verdanken. daß das Publikum nicht geprellt worden ist. Daß er im Paterhause zu Wiedenbrück bettelte, suchte der Angeklagte damit zu beschönigen, daß auch von den Patres milde Gaben angenommen würden. Der Gerichtshof verurteilte den Angetlagten wegen Betrugsversuchs in 2 Fällen im wiederholten Rückfalle zu 3 Monaten Gefängnis und wegen Bettelns zu 2 Wochen Haft. 3. Unterschlagungen. 83 Der vorbestrafte Schlachtergeseue Wilhelm Hellmann von hier, welcher zur Zeit ein 5monatige Gefängnisstrafe zu verbüßen hat, hat in dem Zeitraume von 14 Tagen, in dem er bei dem Schlachtermeister Rose hierselbst beschäftigt war, in dreizehn Fällen kleinere Geldbeträge in der Gesamthöhe von 42,17 Mk., die er von der Kundschaft erhalten, unterschlagen. Er erhielt wegen Unterschlagung, und zwar einschließlich der noch zu verbüßenden fünf Monate Gefängnis, eine Gesamtstrafe von 1 Jahr Gefängnis. 4. Berufung. Der Fabrikant Louis Wernscheid von hier war am 30. Januar d. Is. vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung in drei Fällen zu einer Gesamtgeldstrafe von 30 Mark evt. 6 Tagen Gefängnis verurteilt und hatte Berufung eingelegt. Die Strafkammer hielt jedoch nur einen Fall für festgestellt, hob das erste Urteil auf und verurteilte den Angeklagten, unter Freisprechung in zwei Fällen, zu einer Geldstrafe von 10 Mk. evt. 2 Tagen Gefängnis. 5. Gemildertes Urteil. Der Arbeiter Karl Imort von Löhne war vom Schöffengericht Bünde wegen gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Bedrohung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine eingelegte Berufung hatte Erfolg. Es wurde das erste Urteil aufgehoben, der Angeklagte von der Anklage der Bedrohung freigesprochen, dagegen aber wegen, gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs zu 5 Wochen und 1 Tag Gefängnis verurteilt. 6. Das Markenschutzgesetz. Gegen die Inhaber der Firma Fahrenbach u. Sontag, den Kaufmann Karl Fahrenbach und Wilhelm Sontag zu Vlotho, welche den Vlothoer Magenbittern herstellen, war von der Firma Eduard Meyer zu Stadthagen Strafantrag wegen Vergehens gegen das Markenschutzgesetz Strafantrag gestellt worden. Die Angeklagten sollen ihre auf den Flaschen verwandten Etiketten denen der Konkurrenzfirma Ed. Meyer, welche gesetzlich geschützt sind, täuschend ähnlich nachgeahmt und dadurch das Publikum getäuscht haben. Die Angeklagten, die eine Täuschung des Publikums bestritten, wurden freigesprochen.„ * Berlin 1. Juni. Die Liebestragodie weier junger Leute entrollte eine Verhandlung vor der Berliner Strafkammer. Handlungsgehülfe, sie Putzmacherin. Die Eltern des Mädchens gestatteten das Verhältnis, obwohl der junge Mann nicht einmal selbst satt zu essen hatte, vielmehr noch unterstützt werden mußte. Das Mädchen überredete den Geliebten, es zu erschießen; es setzte selber die Waffe an die Schläfe, und er drückte nach anfänglichem Widerstand ab. Die Kleine war sofort tot, worauf er sich eine Kugel in die Brust jagte. Er wurde wiederhergestellt und hatte sich nun vor dem Strafrichter zu verantworten. Das Gericht sah den Vorgang als eine Tragödie des Leichtsinns an und verurteilte den jungen Mann nur zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis. (0 Kiel, 1. Juni. Ein in Lissa abgehaltenes Kriegsgericht sprach den der fahrlässigen Tötung angeklagten Fähnrich zur See Schuppius, der Ende November 1903 in Deutschwilke bei Lissa auf der Treibjagd den Treiber Dutkowiak durch einen Schuß tödlich verwundete, frei. Dutkowiak bekundete auf dem Sterbebett, daß er und nicht der Angeklagte, der der Sohn eines Forstmeisters ist, am Unglück schuld sei. Bielefeld, Freitag, 5. Juni 1904 woh iche wülommen. Kac reichhalligg Karseche material muß als mustergültig bezeichnet werden. Wir sind überzeugt, daß auch diese zweite Auflage in diesem Sommer bald vergriffen sein wird. Briefkasten E. v. D. 1888. Der augenblickliche Gouverneur von Deutsch= Ostafrika ist der Major Graf von Göben.„ krn zar Hilf A. B. Hinsichtlich der Gevuhren für Huseleistungen der Hebammen sind gesetzlich keine Taxen festgesetzt. Ortsüblich ist etwa 6—15 Mk. Eine Verpfllchtung der betreffenden Hebamme, das Kind zur Taufe zu bringen, besteht nicht; es sei denn, daß Sie das bei Zahlung des Geldes mit der Hebamme besonders vereinbart haben. R. A. 44. So lange ein schriftlicher Lehrvertrag nicht bestand, konnte jederzeit das Lehrverhältnis einseitig gelöst werden. Die vorher getroffenen mündlichen Abmachungen hatten keine Giltigkeit, es kann daher aus ihnen kein Anspruch geltend gemacht werden. Bücherschau *„Den Rheintöchtern abgelauscht“. betitelt Frau Lucie Bacmeister, eine geborene Bielefelderin, eine Reihe anmutiger Sagen, die jetzt im Druck bei Otto Weber zu Leipzig erschienen sind. Diese Rheinsagen sind eine Sammlung fesselnder und interessanter Bilder aus dem Leben des deutschen Volkes, eine sinnige Vertiefung in deutsches Wesen und deutsche Art. Die Schriftstellerin bietet in ihrem Buche feine Beobachtungen, Schilderungen, eine natürliche und klare Sprache. Ebenso wie das vorletzte Buch der Autorin:„Der Derkenläufer", wird auch die neue Herausgabe derselben bei den Lesern vielen Beifall und großes Interesse finden. Der Preis des Buches beträgt 2 Mark. * Nordseebäder und Stadte der Nordseeküste. Zweite Auflage. 1904. Mit 25 Karten, 19 Plänen und 1 Abbildung.(Meyers Reisebücher.) In Leinwand gebunden 4 Mk. 50 Pf. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Die große Beliebtheit, deren sich Meyers„Nordseebäder“ zu erfreuen haben, hat dem Buch eine ungemein starke Verbreitung verschafft, die in kurzer Zeit eine Neuauflage nötig machte. Das Buch faßt das ganze Nordseegebiet von Belgien bis zur dänischen Küste zusammen und schenkt auch den kleinsten Bädern, die nur den einfachsten Ansprüchen genügen, Würdigung. In großen Zügen sind die Zugangsrouten mit den Haupteingangsstädten praktisch und übersichtlich behandelt, so daß der Reisende auch hierfür einen andern Führer entbehren kann. Eine klare Darlegung der geographischen und meteorologischen Sonderheiten des Meeres, eine Erklärung der täglich den Reisenden begegnenden nautischen Einrichtungen, der Signale, Schiffstypen, Flaggen 2c, leitet das Werk ein und ist dem Binnenländer, der sich an der See in eine ihm fremnde Welt versetzt sieht, aeStandesamts=Nachrichten (Nachdruck verboten.) Heepen. In der Zeit vom 16. bis 31. Mai 1904 wurden angemeldet: Geburten: Söhne: Verwalter Johann Hermann Heinrich Klostermeier, Oldentrup Nr. 4. Kolon Johann Dietrich Gustav Brüntrup genannt Dodeshöner, Stieghorst Nr. 12. Fabrikarbeiter August Wilhelm Gustav Wöstenfeld, Sieker Nr. 177. Maurer Friedrich Wilhelm Puls, Sieker Nr. 182. Falrikarbeiter Friedrich Adolf Gaus, Oldentrup Nr. 8. Ziegler Gustav Adolf Elbracht, Stieghorst Nr. 108. Fabrikarbeiter Johann Karl Gottlob Emil Bergner, Sieker Nr. 200. Fabrikarbeiter Heinrich Wilhelm Kuhlmann, Heepen Nr. 72. Neubauer Christian Friedrich Helkamp, Oldentrup Nr. 47. Fabrikarbeiter Gustav Philipp Knost, Heepen Nr. 119. Töchter: Fabrikarbeiter Christian Friedrich Franz Paßfall, Stieghorst Nr. 15. Plüschweber Friedrich Wilhelm Moshage, Altenhagen Nr. 119. Fabrikaufseher Karl August Lösing. Sieker Nr. 234. Zimmermann Konrad Simon Heinrich Meise, Sieker Nr. 161. Fabrikarbeiter Friedrich Gustav Zurheide. Heepen Nr. 24. Ziegelarbeiter August Friedrich Hermann Simon Wrenger, Heepen Nr. 131. Plüschweber Heinrich August Wiese, Hillegossen Nr. 46. Fabrikarbeiter Dietrich Heinrich Gottlieb Schlingheide, Heepen Nr. 208. Bäcker und Kleinhändler Karl Heinrich Ludwig Wulfhorst, Sieker Nr. 143. Hofarbeiter Friedrich Wilhelm Schmidt, Brönninghausen Nr. 18. Neubauer und Ziegler Karl Adolf Kindsgrab, Stieghorst Nr. 2. Fabrikarbeiter Friedrich August Linnenbrügger, Sieker Nr. 81. Maurerhandlanger Michael August Luschnat, Sieker Nr. 233. Zwei uneheliche Geburten.. g(2TEi2 Jugnst K. Aufgeboten: Hofarbeiter august Heinrich Bockhorst, Eckendorf Nr. 1. Gemeinde Brönninghausen, und Näherin Anna Auguste Westerholt, Eckendorf Nr. 1. Fabrikarbeiter Otto Adolf Fritz Heinrich Wend. Sieker Nr. 51, und Plätterin Johanne Juliane Ganderbarthold, Sieker Nr. 51. Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Heidemann, Sieker Nr. 202, und Fabrikarbeiterin Emma Emllie Decker, Sieker Nr. 28. Heizer August Heinrich Karl Kindsgrab, Sieker Nr. 22, und Näherin Wilhelmine Friederike Zohanne Fillies, Stieghorst Nr. 37. Verehelicht: Fabrikarbeiter August Schuhmacher, Sieker Nr. 248, und Johanne Thomas, Sieker Nr. 138. Fabrikarbeiter Heinrich Repohl, Heepen Nr. 176, und Martha Hammermeister, Gestorben: Gustav Dettmar, Altenhagen, 10 Stunden alt. Alwine Wilhelmine Johanne Klocke, Altenhagen, 11 Monate alt. Friedrich Puls, Sieker, ¼ Stunde alt. Hanne Christine Henriette Schäffer, ohne Beruf, Stieghorst, 53 Jahre alt. Handarbeiter Johann Christoph Drexhage, Hillegossen, 75 Jahre alt. Ehefrau Florentine Wilhelmine Friederike Kott, geborene Hilker, Sieker, 51 Jahre alt. Frida Lösing, Sieker, 2 Tage alt. Fabrikarbeiter Karl August Bend. Oldentrup, 30 Jahre alt. Erich Klemme, Sieker, 1 Jahr alt. Paula Olga Lüder, Altenhagen, 8 Monate alt. Heinrich Knost, Heepen, 6½ Stunden alt. Als tot geboren: Ehefrau des Fabrikarbeiters Karl Ludwig Ober. Sieker, ein Mädchen. Ehefrau des Fabrikaufsehers Karl August Lösing. Sieker. einen Knaben. Schluss des redaktionellen Tells. 10U0 Mk. Beichnung für Fleiss. Im Sammeln des gebrauchten geün- welssroten Einwickelpapiers der KASTANOL-SEIFE (Apotheker Flügge) O. R. Patent 114845. Diejenige Person, weiche der unterzeichneten Oesellschaft bis zum 6. Januar 1905 die meisten gebrauchten Einwickler zur Kastanol-Seife einsendet, erhält Zweibundert Mark in bar. 2. Preis 100 Mark. 3. Preis 75 Mark. 4. Preis 50 Mark. 5. Preis 25 Mark. 15 Preise à 10 Mark. 80 Preise à 5 Mark.— Drogisten und andere Händler in Seite eind von der Konkurrenz ausgeschloseen. Sapo-Kastanol Co., G. m. b. H., Hannover. Vertreter: A. Fischer, Kaiserstraße 73. Kinder der Finsternis Roman von Anton von 06)—(Nachdruck verboten Johannes empfand Ehrfurcht vor ihr, dann setzte er sich in den Stuhl des Gelehrten und las. Cassan begann mit einer kurzen Auseinandersetzung seiner Theorie des Verbrechens. Der Grundgedanke war: Das Verbrechen ist eine unabänderliche Notwendigkeit im Kreislauf des gesellschaftlichen Organismus, wie die Krankheit in dem des Einzelwesens, ein Ausscheidungsprodukt krankhafter Säfte, einseitige, übertriebene Virulenz der Zelle, in die Erscheinung tretend, als bösartige Wucherung, Fieber, Entzündung. Das Verbrechen ist demnach eine Krankheit und bedarf des Arztes vor dem Richter. Er soll entscheiden, vor welcher Art der Krankheit er steht, ob vor einer ererbten, oder zufällig erworbenen, ob vor einer chronischen, welche den Organismus bereits bleibend nach ihrer Richtung verändert, oder vor einer vorübergehenden, von irgend einem äußeren, zufälligen Anlaß erregten. Die Anordnung, die er zur Heilung oder Abwehr weiterer Ansteckung trifft, wird je nach dem Stand der philosophischen und menschlichen Anschauung stets mit anderen Titeln genannt werden. Die bis jetzt gebräuchlich waren, sind: Strafe, Vergeltung, Sühne, Besserung, Schutz der Gesellschaft! Ich kenne nur eine Bezeichnung dafür: Kampf gegen die Finsternis! Nicht gegen ihre Bewohner, die Gefangenen gleichen, die wir befreien wollen, sondern gegen ihre furchtbaren Mauern und Schanzen! Sie wollen wir schleifen und dann den Befreiten mit offenen Armen entgegengehen. Kampf mit der Finsternis bis zum Tode. Aber er ist furchtbar, hoffnungslos! Ich habe ihre schlimmsten Höhlen durchwühlt. Ich habe mit Messer und Mikroskop nach ihr gesucht, ich habe ihre entsetzlichen Zeichen studiert, mit denen sie ihre Opfer brandmarkt, aber ihr ursächliches Wesen habe ich nie erfaßt. Bald hat sie mich durch erborgtes Licht getäuscht, mir geschmeichelt, bald hat sie mich durch ihr abgrundtiefes Schweigen so entsetzt, daß mir die Kraft gebrach, immer war ich der Besiegte! So habe ich nur mehr ein heißes Begehren, ihr wenigstens an Eigentum zu rauben, so viel ich kann, mit List und Gewalt! Und so habe ich folgenden Plan gefaßt, dessen Verwirklichung meinem arbeitsvollen Leben vielleicht einen Sinn verleihen könnte. Nun folgte der Entwurf von Gunlach, der Heimstätte für Verbrecherkinder. Das Wort stand in seiner vollen Wucht vor Johannes, aber das Licht seiner Umgebung nahm ihm das ganze Düstere seines Inhaltes. Er las es ohne Erregung, ohne Schmerz. Dann folgte die Ausführung des Grundprinzipes, absolute Geheimhaltung des Zweckes der Anstalt, sowohl der Welt gegenüber, als den Insassen. Das Kind muß seinen geschändeten Familiennamen ablegen und mit einem neuen versehen werden. Nur bei strenger Befolgung dieser Maßregeln ist an ein wissenschaftliches und menschlich wertvolles Resultat zu denken. Marianne! Wer der Finsternis ihr Eigentum entreißen will, muß stark sein, wie sie selbst. Abstreifen muß er jedes Vorurteil, jeden Widerwillen, jeden Haß, nur drei Dinge dürfen in ihm wohnen, die Gerechtigkeit, die Wahrheit und die Liebe! Johannes war schon lange zu Ende, aber er regte sich nicht. Sein Blick ruhte auf dem Spruch von der Finsternis und ihrem Eigentum! Welche Kraft lag für ihn darin! Er hat ihn damals auf dem Leidenslager in H. zu neuem Leben gerufen, er hat ihn hierher geführt in dieses Haus, zu Klärchen, zur Tochter dessen, von dem er stammte, welch' seltsamer Kreislauf! Das dunkle„Müssen" stand wieder vor ihm, auf das er überall wieder stieß, in Natur und Menschen, im Guten und Bösen. Er war der Sohn eines Verbrechers, da stand es klar. Cassan wird gerade bei dem Ersten, den er für Gunlach bestimmte, keine Ausnahme gemacht haben. Er ahnte längst ähnliches, ging ihm längst mit kritischem Verstande zu Leibe, und wunderte sich jetzt doch, daß es so wenig Eindruck auf ihn machte. Er reizte sich förmlich selbst. Der Sohn eines Mörders! Eines Hingerichteten! Der Sohn der Frau aus dem Krebs! Was war jetzt noch unwahrscheinlich? Noch nicht mürbe, Johannes? Noch immer das Haupt hoch? Hast du noch immer den Mut, von dem Frau Marianne sprach? Wenn sie ihn hat, das unschuldige Mädchen, ein Kind gegen ihn, Klärchen!? Und sie hat ihn, weil sie die Liebe hat. Sie hat ja alles gelesen. Sie muß es ja wissen, wer er war! Oder las sie darüber hinweg, über das entscheidende Wort, in ihrer Begeisterung für das Ganze? Oder verblendete sie die Leidenschaft? Den Eindruck machte sie nicht. (Fortsetzung folgt.) Heitere Ecke Ausreden lassen. Kleiderhäudler: „Nun, wie waren Sie mit dem Ueberzieher zufrieden, den Sie bei mir gekauft haben?“ Kunde:„Alle meine Jungens haben ihn Händler:„Na, sehen Sie wohl—“ Kunde:„Nach jedem Regen mußte ihn nämlich immer der nächst Kleinere anziehen!“(Lach. Jahrh.) getrager Ein Geschäft.„Unsere verbotene Straße hat uns im Vorjahr ein schönes Geld von den Radlern eingetragen; könnten wir nicht noch eine verbotene Straße bauen.“ Schlmer Fhleuter Bielefeld. Freitag, 3. Juni 1904: Zum 1. Male Novität! Novität! Der Rastelbinder. Sonnabend, 4. 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Den sehr geehrten Zweig=, Orts= und Frauenvereinen der Gustav Adolf=Stiftung teilen wir hierdurch ergebenst mit, daß unsere diesjährige Hauptversammlung will's Gott, am Dienstag u. Mittwoch, 21. u. 22. Juni in Hamm i. W. stattfinden wird. Bei der immer wachsenden Bedeutung und Ausdehnung unserer Vereinsarbeit bitten wir herzlich und dringend, daß alle Vereine 1. in ihren Kreisen den Besuch des Festes anregen, 2. zum Jahresfeste einen oder mehrere Vertreter nach Hamm senden und denselben einen schriftlichen Ausweis mitgeben(Satzungen§ 15) und 3. ihre Vertreter zur Ueberbringung oder Anmeldung des Beitrages zur Provinzial=Liebesgabe bevollmächtigen. Für den Empfang der Liebesgabe und der Festkollekten schlagen wir vor, je ½3 an Habinghorst(Erstlingsgabe), an Haltern(Kirchbau) und an Hamm(Friedr.=Wilh.=Stift). Wegen Freiwohnungen in Familien wende man sich an Herrn W. Beckerhoff. Hamm i. W. Als Gasthöfe empfehlen wir in erster Linie die Gastund Logierhäuser in Bad Hamm(Bürger=Schützenhof, zur Hellen, Herbrecht u. a.). Die elektrischen Wagen fahren vom Bahnhof Hamm alle neun Minuten in 15 Minuten nach Bad Hamm. Der Herr sei mit uns und segne das Fest! Der Vorstand des Westf. Hauptvereins: D. Nebe, Vorsitzender. Festordnung: Dienstag, den 21. Juni: nachm. 2 Uhr: Versammlung der Abgeordneten im Lutherhause; abends 6 Uhr: Gottesdienst in der Christuskirche. Predigt: Militär=Ober=Pfarrer Bock=Münster; abends 8 Uhr: Oeffentliche Begrüßungsversammlung im Bürger=Schützenhofe in Bad Hamm. Mittwoch, den 22. Juni: früh 8 Uhr: Vorstandssitzung im Lutherhause; früh 8 Uhr: Kindergottesdienst in der Großen Kirche; Leitung: Pastor Zauleck=Bremen; früh 10 Uhr: Festgottesdienst in der Großen Kirche; Predigt: Kons.=Rat Lahusen=Berlin; mittags 11½ Uhr: Versammlung der Abgeordneten im Lutherhause, nachm. 1 Uhr: Festessen im Bürger=Schützenhofe in Bad Hamm; nachm. 3 Uhr: Oeffentliche Gemeindeversammlung mit Ansprachen von Diaspora-Geistlichen bis 6½ Uhr im Bürger=Schützenhofe in Bad Hamm. Canz- und Anstandsunterricht. Anmeldungen zum Kursus werden beim Herrn Gastwirt Stockbrügger, Turnerstr.,entgegengenommen. Ed. Ruschhaupt Neue gaskochplatte Victoria 412 16 Sparsamster Gasverbrauch. Beste Wärmeverwertung. Jeder Kocher wird 4 Wochen zur Probe gegeben. Engros-Vertrieb: Wilh. Oltrogge, Niedernstr. 41. wile Gesehenkartikel aller Art 0 Stasoltdet zum Hinstellen und Anhängen mit Bielefelder Ansichten in vielen neuen Mustern und grösster u. reichster Auswahl empfiehlt 0 9 J. D. 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Provinzialheilanstalt, tunlichst in einer Gegend mit überwiegend evangelischer Bevölkerung, vorbehaltlich der Genehmigung des Landtages zu erwerben. Bedingungen sind: Größe des Grundbesitzes 100—125 ha, möglichst geschlossener Zusammenhang mit teilweisem Waldbestande in gesunder ruhiger Lage, reichliche Versorgung mit Trink= und Wirtschaftswasser leicht ausführbar, Eisenbahn in der Nähe. Angebote mit Angabe des Kaufpreises sind bis zum 1. Juli ds. Is. an mich einzusenden. Münster, den 26. Mai 1904. I Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen TIE Bekanntmachung. Die festgesetzten Gewerbesteuerrollen der Klassen I bis IV der Gemeinden des Amtsbezirks Heepen für das Steuerjahr 1904 liegen vom 10. Juni d. J. bis einschließlich 18. Juni d. J. in der Amtsstube des Unterzeichneten zur Einsicht aus. Die Einsicht ist jedoch nur den Steuerpflichtigen des Veranlagungsbezirks gestattet. Heepen, den 26. April 1904. 1 Der Amtmann: Bullrich. Zwangsversteigerung. er., vormittags 10 Uhr, versteigere ich in der Auktionshalle, Hermannstraße 1, hier:: 2 Vertikows, 2 Nippestischchen, 1 Spieluhr mit kl. Schrank, 39 Fl. Kognak, 4 Fässer und 10% Fl. Alten, 100 Fl. div. Liköre, 50 Fl. Rotund Weißwein, 20 Fl. Steinhäger, 1 sofa und 4 Plüschsessel, 1 Sofatisch, 1 Spiegel, 2 Bilder, 1 Regulator, 1 Klavier, 5½ Mille Zigarren u. a. m. öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. 212063 Bielefeld, den 3. Juni 1904. Meichelt, Gerichtsvollzieher. Harzer Himbeer ErdbeerJohannisbeerkirschFelix Battig 10780,146 Jetzt ist die geeignetste Zeit zum Befestigen von P 6 à Meter von 60 Pfg. an, in vielen Mustern vorrätig bei J. D. Küster Nachf., Niedernstr. 27. 667 Ehnugsgengemeinde. Sonnabend, den 4. Juni: Sonntag, den 5. Juni. vorm. 10 Uhr: 12044 Jugendgottesdienst. Fachschule für Bau= und Möbeltischler, Detmold. Gesetzliche Meisterprüfung. Werkführer= u. Technikerkurse. Honorar des Meisterkursus Mk. 25.—. Programm frei. 12043,2 Direktor Reineking. 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