KK 116 Bielefeld, Donnerstag, den 19. Mai 1904 94. Jahrgang „ 1„ 8 Die„Westfälische Zeitung" erscheint täglich außer Sonntags und Feiertags und ist das Haupt=Insertionsblatt für Bielefeld und Umgegend, zugleich Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen der Stadt und des Landkreises Bielefeld. Preis des Blattes: in Bielefeld u. bei den sämtl. Agenturen monatlich frei ins Haus gebracht 50 Pf. vierteljährl. 1.50 Mark bei Postbezug monatlich 50 Pfg. exkl. Bestellgeld. Im Post=Zeitungs=Katalog unter„Westfälische Zeitung". Vieleselderg Tageblatt Redaktion u. Expedition Niedernstr. 27. Fernspr. Nr. 61. Berliner Bureau: Berlin W. 30, Luitpoldstraße 6. Preis der Inserate: Für die einspaltige Kolonelzeile oder deren Raum 20 Pfg., für Inserenten in den Kreisen Bielefeld, Halle, Herford, Wiedenbrück 15 Pfg, die breite Reklamezeile 60 Kleine Anzeigen das Wort 2 Pfg., Ueberschrift 10 Pfg. Schluß der Inseraten=Annahme für die am andern Tage Mittags erscheinende Nummer abends 7½ Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Nis Peter Rissen. Druck und Verlag von J. D. Küster Nachf., beide in Bielefeld. Die eutge Nanuer mnsch i5 Siten einschließlich der Juristischen Beilage„Gesetz u. Recht“. Der russisch=japanische Krieg Ist der Vormarsch der Japaner nun auch nicht so weit gediehen, daß sie die Straße von Mutden nach Tielin beherrschen und die Einkreisung Kuropatkins in Liauhang vollendet ist, wie Londoner Blätter melden, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß sich der Ring mit jedem Tage enger schließt. Bleibt Kuropatkin in Liauhang, so liegt die Gefahr einer Umzingelung jedenfalls außerordentlich nahe. Andererseits wird die Annahme berechtigt sein, daß die Japaner zu einem Angriff erst übergehen werden, wenn die dritte Armee, oder doch starke Teile derselben auf dem Kriegsschauplatze angelangt sein werden. Bezüglich dieser dritten Armee weiß man nun aber so gut wie nichts. Es hieß vor etwa 14 Tagen einmal, ihre Mobilifierung sei beendet und ihre Einschiffung stehe bevor. Seitdem har man nichts wieder von ihr vernommen. Möglich wäre es, daß bei der jüngsten Truppenlandung vor Kaitschou bereits Teile der 3. Armee ausgeschifft wurden. Nach dem Bericht des Generals Kuropatkin an den Zaren hat man bei dieser Landung nicht weniger als 51 große Transportschiffe beobachtet. Für den kleinen, noch nicht an Land gesetzten Rest der 2. Armee wären so viele Transportschiffe nicht nötig. Die Landung bei Kaitschou erfolgte unter der Deckung eines furchtbaren Bombardements seitens der japanischen Kriegsschiffe, das mehrere Stunden andauerte, bis das Feuer der russischen Feitungsgeschütze zum Schweigen gebracht worden war, worauf die Russen sich auf Taschitschau zurückzogen. Gestern begannen die Japaner den Vormarsch in Eilmärschen. Sie rücken auf Taschitschau und Niutschwang. Ueber die Lage vor Port Arthur und Dalny liegt folgendes Telegramm vor: London. 18. Mai. Dem Daily Telegraph wird aus Söul telegraphiert, daß die Japaner am Moutag den Angriff auf Port Arthur begannen. Dalny wurde heftig beschossen, und es wurden Truppen dort gelandet. Kaiser Nikolaus II. richtet an allen Orten, die er auf seiner Rundreise berührt, an die Soldaten Ansprachen, in denen er hervorhebt, er hege die Zuversicht, daß die russischen Truppen im Kampfe mit einem starken und tapferen Gegner die Ehre Rußlands aufrecht erhalten werden. Nun, die eigentlichen und entscheidenden Schlachten kommen noch, die Verstärkungstruppen, die jetzt auf den Kriegsschauplatz abgehen, werden also noch vollauf Gelegenheit erhalten, das von ihrem Kaiser auf sie gesetzte Vertrauen zu bewähren. Der telegraphische Verkehr auf der sibirischen Bahn hat einen noch nie dagewesenen Umfang angenommen. Am stärtsten wurde der Draht in den ersten Wochen nach Ausbruch des Krieges in Anspruch genommen, wo täglich 100000 bis 105 000 Depeschen befördert werden mußten. Gegenwärtig werden noch immer täglich mehr als 80000 Depeschen befördert. In Charbin wurden zwei japanische Offiziere hingerichtet, welche versucht hatten, die Eisenbahnbrücke über den Fluß Voni zu sprengen. 1.#.## mrsscs#.. Eingeborenen der Mandschurei, die sogen. Chunchusen, machen den Russen die allergrößten Schwierigkeiten nicht nur durch Verrat ihrer strategischen Bewegungen an die Japaner, sondern auch durch bewaffnete Ueberfälle auf russische Rekognoszierungsabteilungen. Auch wegen der Haltung Chinas, das sich mehr und mehr zu Japan hinüberPegt gntschobet man in Wotland wpatstende Rta.! Teurktetr.. Die„Schwäche" des Elesanten Ueber die Zugkraft von Menschen und Tieren burden kürzlich in Barnum und Bayleys Zirkus Newyork interessante Untersuchungen angestellt, sie, wie wir im„Scientific American“ lesen, zum Leil ganz neue, überraschende Resultate ergaben. Es wurde u. a. dabet festgestellt, daß der Elefant Verhältnis zu seiner Schwere eine weit gerinsere Last bewältigt, als andere weniger Tiere. Ein schwerer Dynamometer, dessen Maxmalleistung 100 Tonnen betrug, wurde zu dieen Versuchen verwendet. Es ist eine hydraulische Raschine, deren Kolben eine Oberfläche von 25 Auadratzoll hat. Der Zylinder ist mit Glyzerin zefüllt und mit einem Druckmesser ine Ende des Dynamometers wurde mit schweren, den Boden getriebenen Pfählen befestigt, und m anderen Ende zwischen dem Schlepptau und em Dynamometer wurden ein paar starke Federn it einer Maximalkompressibilität von ca. 2 Fuß ngebracht. Die Federn sollten den Zugtieren eine Umähliche Anwendung ihrer Kraft ermöglichen. die Anwendung der Federn hat aber auch noch eiten anderen Grund, der für die Tierpsychologie ineressant ist. Wenn nämlich das Tier direkt am sorgnis. Dem gegenüber will die Erklärung der ohnmächtigen chinesischen Regierung, sie werde die Neutralität aufrechterhalten, nur wenig besagen. Das heweist u. a. auch folgendes Telegramm: * Petersburg, 18. Mai. Amtliche Meldungen aus Liaojang beziffern die Zahl der Truppen des chinesischen Generals Ma auf genau 13000. Ma verfügt über 40 Geschütze. Dies und die Pekinger Meldung, aus kaiserlichen Befehl sei die gesamte chinesische Flotte mobilisiert worden, verstärkt die Besorgnisse, die man hier bezüglich der Neutralität Chinas hegt. Der Aufstand in deutsch=Südwestafrika Der für die Schutztruppe für Deutsch=Südwestafrika bestimmte Verstärkungstransport, der heute abend um 10 Uhr unter Führung des Majors v. Redern von Berlin nach Hamburg abgeht, setzt sich aus den Feldverwaltungsbehörden und Etappenkommandos zusammen. Er wird die ungefähre Stärke von 75 Offizieren und 500 Mann haben. Für einen späteren Truppentransport nach Deutsch=Südwestafrika sind von der Reichsregierung die Lloyddampfer Schleswig und Aachen gechartert worden. Die Schiffe, die auch eine Anzahl Pferde mitnehmen sollen, liegen zur Zeit in Bremerhaven, no zunächst Pferdeställe eingebaut werden. Sie werden anfang Juni in Hamburg eintreffen. um dort die Truppen und Pferde an Bord zu nehmen. Ihre Ausreise nach Swakopmund wird voraussichtlich am 7. Juni erfolgen. Der gleichfalls gecharterte Hamburger Dampfer„Palatia“ wird mit einem Transport von 39 Offizieren, 670 Mann sowie etwa 900 Pferden am 17. Juni von Hamburg aus in See gehen. Privatnachrichten aus Südwestafrika zufolge sollen die Hereros noch für zwei Jahre mit Munition versehen sein. „Mußte es sein?“ Unter diesem Titel wird demnächst im Münchener Verlag Rothbarth ein Buch über Deutsch= Südwestafrika erscheinen. Es wird aus Briefen bestehen, deren Schreiber unser Landsmann Karl Wesendong ist, der im August 1902 nach Südwestafrika hinauszog und als eines der ersten Opfer des Hereroaufstandes fiel. Zwei dem Berl. Tagebl. zur Verfügung gestellten Aushängebogen des interessant geschriebenen Buches entnehmen wir: Zu der gedeihlichen Entwickelung von Südwestafrika gehört Zeit, viel Zeit und Geduld. Aber wie ist es damit in der Verwaltung bestellt: jedes Jahr bringt neue Verordnungen und Lasten. Und wer trägt sie? Natürlich der Weiße, obwohl er des wirtschaftlichen Schutzes viel dringender bedarf, als der Eingeborene. Dieser wird in seiner Selbständigkeit derart geschützt, daß es zum Himmel schreit. Wir arbeiten, damit er faulenzen kann, und wenn er unser Vieh stiehlt, so dürfen wir uns unser Recht nicht selbst nehmen. So selten wird der Dieb gefaßt oder überführt, und wie das die Eingeborenen ermutigt, lustig weiter zu stehlen, wissen wir ja längst. Zu welcher Macht sich diese Stämme ausgewachsen haben, werden wir dereinst noch spüren. Anstatt daß man nach den letzten Kriegen den Stamm zersplitterte, hat man alle Glieder gesammelt und dem Haupt, dem Kapitän, die Krone aufgedrückt. Man zahlte nach Friedensschluß diesen Tagedieben und Säufern ein Jahresgehalt, man ließ ihnen das beste Land, aber kultiviert wird das nicht. Mit diesem System „Tu ich dir nichts, tust du mir nichts“ muß einmal gebrochen werden. Politischer Tagesbericht Die Stellung des Reichskanzlers Ein bekannter freisinniger Parlamentarier schließt im„Fränk. Cour““ eine Betrachtung über die Stellung des Reichskanzlers wie folgt ab: „Das Ergebnis von alledem bleibt, daß die Stellung des Kanzlers wacklig geworden ist. Seine besten Freunde sind gegenwärtig noch die Herren in der Zentrumspartei; so erklärt sich auch der besondere Eifer mit dem in den letzten Wochen der Abgeordnete Spahn bemüht gewesen ist, im Reichstage alle Steine aus dem Wege zu räumen, die bei der Etatsberatung und sonst nach oben Anstoß hätte geben können, auch wenn die Zentrumspartei vorher, wie bei der Streichung von Offiziersstellen der ostasiatischen Brigade, selbst die Steine in den Weg gelegt hatte. Die Konservativen aber rechnen nicht mehr mit dem Grafen Bülow, sondern mit irgend einem kommenden Mann, der sich weniger auf das Diplomatisieren versteht, weniger schmiegsam und biegsam nach allen Seiten ist und dafür als starker Mann sich zu bewähren unternimmt.“ * Eine freie Vereinigung von Arbeitgeberverbänden Die am 17. Mai im„Kaiserhof“ in Berlin abgehaltene Versammlung gewerblicher Verbände hat einstimmig beschlossen, eine„Freie Vereinigung von wirtschaftlichen oder Arbeitgeberverbänden“ zu begründen. Die „Freie Vereinigung“ will die auf eine Gesamtorganisation der Arbeitgeber gerichteten Bestrebungen unterstützen, indem sie für ihre Mitglieder einen gemeinsanen Kartellvertrag mit der „Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände“ abzuschließen sucht. Die vorläufige Geschäftsführung ist dem„Gesamtverband deutscher Metallindustriellen“ übertragen worden. *" * Welches ist die sozialdemokratischste Großstadt? Das reichsstatistische Amt hat auch in seiner soeben erschienenen allgemeinen Statistik für die Erörterung der Frage,„welches ist die sozialdemokratischste Großstadt“ die nötigen Daten gegeben. Es gab in Deutschland bei den Reichstagswahlen 1903 34 Großstädte(über 100000 Seelen). Nun deckt sich bekanntlich oft der Wahlkreis nicht mit der Stadt, häufig kommen noch Landbezirke hinzu; es kommt aber auch vor, daß einzelne Teile der Stadt zu andern Wahlkreisen gehören. Eine Aenderung des Gesamtbildes tritt natürlich hier nicht ein. Die sozialdemokratischste Großstadt ist Altona, hier waren 70,1 Proz. der Stimmen auf die sozialdemokratischen Kandidaten(Wahlkreise SchleswigHolstein 6 und 8) gefallen, dann kommt Berlin, deren 222386 soziald. Stimmen 66,9 Proz. aller Wähler repräsentierten, an dritter Stelle rangiert Kiel mit 54,3 Proz., denen sich Chemnitz mit 64,0 Proz., Hamburg mit 63,3 Proz. und Dresden mit 62,4 Proz. anschließt. An unterster Stelle steht Posen mit 7,7 Proz. und Aachen mit 21,6 Prozent. In den übrigen Großstädten war die Prozentzahl die folgende: München 56,5 Proz., Leipzig 60,6 Proz.(zu Leivzig gehören Teile der Wahlkreise 12 und 13), Breslau 51,5 Proz., Köln 37,8 Prz., Frankfurt a. M. 50,4 Proz., Nürnberg 58,7 Proz., Hannover 50,8 Proz., Magdeburg 49,6 Proz., Düsseldorf 43,7 Proz., Stettin 56,2 Proz., Königsberg 49,5 Proz., Charlottenburg 51,6 Proz., Bremen 52 Proz., Essen 29,9 Proz., Stuttgart 53,1 Proz., Elberfeld 51,2 Prozent, Halle 50,6 Proz., Straßburg i. E. 45,8 Prozent, Danzig 29,7 Proz., Dortmund 35,3 Prz., Barmen 50,9 Proz., Mannheim 55,4 Proz., Gelsenkirchen 35,0 Proz., Braunschweig 59,5 Proz., Krefeld 33,4 Proz. und Kassel 46.8 Proz. Die Wahlbeteiligung war in den Großstädten eine verhältnismäßig sehr starke, schwach war sie in Frankfurt a. M., wo nur 56,9 Proz. der Wähler. Aachen, wo nur 60,3 Proz. und Danzig 63,8 Prozent der Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, dagegen erschienen in Bremen 93,8 Proz., Essen 92,2 Proz., Kiel 87,6 Proz., Dortmund 87,4 Proz., Gelsenkirchen 86,7 Proz., Hamburg 84,7 Prozent. Ueber 80 Prozent hatten nach Dresden(82,2), Leipzig(81,7), Magdeburg(83,1), Chemnitz(83,2), Elberfeld (81,6), Halle(87,2), Barmen(83.2), Mannheim (80.3). In Berlin wählten 73,7 Prozent der Wähler, eine sehr starke Beteiligung war also hier nicht vorhanden. Das wird wohl auch angesichts des soziald. Uebergewichts(in Berlin 4. Wahlkreis erhielt der Sozialdemokrat 79,478 Stimmen) kaum zu erzielen sein. * Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie veröffentlicht einen Aufruf, in dem er eine Art Programm seiner beabsichtigten Tätigkeit niedergelegt hat. Dem Reichsverbande liegt es danach sern, in die Organisation der bürgerlichen Parteien störend einzugreisen. Er will lediglich, unter voller Anerkennung der berechtigten Bestrebungen der Arbeiter auf Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage. die verhetzende, den Klassenhaß schürende und die Entwickelung Deutschlands lähmende Sozialdemokratie bekämpfen. Er wird insbesondere die Herbeiführung geschlossenen Vorgehens gegen die Sozialdemokratie bei den Wahlen seitens aller reichstreuen Parteien und Personen anstreben. Er wird dem von der Sozialdemokratie geübten Terrorismus entgegenwirken, der bei Streiks, Boykotts, bei den Wahlen, im gesamten Volksleben seit Jahren wie ein Alp auf Millionen Deutscher lastet. Er wird die Arbeiter, Kleinhandel und Gewerbe gegen sozialdemokratische Anmaßungen schützen und vor wirtschaftlichen Schädigungen zu bewahren suchen. * Zu den Handelsvertragsverhandlungen mit Rußland Ueber den Stand der deutsch=russischen Handelsvertragsverhandlungen wird der Königsberger „Hart. Zig.“ geschrieben, daß inbezug auf die Minimalzölle für Getreide und Vieh eine Einigung erzielt sei. Dagegen sollen die Verhandlungen über die veterinärpolizeilichen Vorschriften auf Schwierigkeiten stoßen.— Der„Voss. Ztg.“ wird ein Telegramm des Petersburger Korrespondenten des Londoner„Daily Telegraph“ übermittelt, wonach die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland jetzt herzlicher sind, als sie seit dem Abschlusse des franco=russischen Bündnisses jemals waren. Die erste Frucht dieser Freundschaft sei eine befriedigende Verständigung, welche die Schwierigkeiten beseitige, die bislang, dem Zustandekommen des Handelsvertrages entgegenstanden. Diese Verständigung sei das Entgelt für die Dienste Deutschlands in den verflossenen sechs Monaten und für versprochene noch wichtigere Freundschaftsbeweise. Die russische Regierung wird ihre Einwände gegen den Handelsvertrag auf der vom Reichskanzler Grafen Bülow vorgeschlagenen Basis fallen lassen. Die Freundschaftsbeweise, auf welche das Londoner Blatt da anspielt, können nichts weiter sein, als die Beobachzung striktester Nautralität seitens des deutschen RetDynamometer zieht, wird es, sobald ihm, der Halsoder Brustriemen angelegt ist, zurückgerissen und nimmt wahr, daß die Last unbeweglich ist. Hierdurch wird es entmutigt und seine Kräfte erschlaffen nach dem ersten Versuch. Durch die Federn aber fühlt es ein gewisses Nachgeben der Last und ist so imstande, eine kleine Bewegung vorwärts zu machen. Auch durch die Benutzung eines langen Taues anstelle eines kurzen wurde der Erfolg vergrößert. Das beste Resultat erzielten zwei Pferde von einem Gewicht von 1600 englischen Pfund, die zusammen 3750 Pfund zogen. Auf jedes Pferd kamen also 1875 Pfund, d. h. mehr als sein eigenes Körpergewicht betrug. Interessant war es, daß 6 zusammengekoppelte Pferde verhältnismäßig weniger leisteten, als die einzelnen. Dies erklärt sich wohl daraus, daß es Schwierigkeiten machte, alle sechs Pferde zu gleicher Zeit zum Ziehen zu bringen. Die einzigen„Zugtiere“, die es noch mit den Pferden aufnehmen, waeren die Menschen. 50 Menschen mit einem Gewicht von je ca. 150 Pfd. zogen zusammen eine Last von 8750 Pfund, d. h. jeder von ihnen bewältigte eine Last von 175 Pf., die also sein Körvergewicht um 25 Pfund überschritt. Im Verhältnis zu ihrem eigenen Gewicht leisteten die Menschen fast ebensoviel wie die Pferde. Bei Verdoppelung ihrer Zahl aber wurde eine ähnliche Beobachtung gemacht, wie bei einer größeren Zahl von Pferden. 100 Menschen nämlich zogen zusammen nur 12000 Pfund, d. h. jeder etwa 120 Pfund, also weniger als sein Körpergewicht. Sie waren augenscheinlich zu dicht auf einander gedrängt, um noch die nötige Bewegungsfreiheit zu haben. Der Elefant enttäuschte, wie gesagt, alle Erwartungen.„Babe“. ein geübter Beteran, der im Zirkus schon im Ziehen und Stoßen von Karren und Wiegen Erhebliches geleistet hatte, brachte es bis auf 8750 Pfund. Als Kraftergebnis eines einzelnen Tieres scheint dies zwar eine tüchtige Leistung, aber im Verhältnis zu seinem kolossalen Gewicht von 12 000 Pfund stellt sich dies anders. Da die bewältigte Last nur etwa ¾ von seinem Körpergewicht beträgt, ist seine Kraft niedriger einzuschätzen, als die aller anderen Tiere Auch die Kameele schnitten verhältnismäßig noch besser ab als die Elefanten. Jedes Kameel von ca. 1800 Pfund Körpergewicht zog 1375 Pfund. Bei den Elefanten wurde außer im Heben von Lasten auch noch Versuche mit Stoßen oder Schieben angestellt. Zwei Elefanten,„Babe“ und„Albert“ benannt, mit einem Gewicht von 12 000 Pfd. und 10.000 Pfund, erreichten in der Kraft des Stoßens zusammen nur ein Höchstgewicht von 6500 Pfund, „Babe“ allein brachte es im Schieben eines Wagens auf 4500 Pfund. Die Stärke des Stoßes wurde durch einen Strick, der den Wagen mit dem Dyngmometer verband, festgestellt. Ein Vergleich mit der vorhin festgestellten Zugkraft des Elefanten zeigt, daß diese doch erheblich größer ist, als die Kraft, einen Wagen durch Schieben vorwärts zu bewegen. Das Ergebnis war überraschend weil es die allgemeine Meinung widerlegte, daß Elefanten viel besser zum Schieben als zum Ziehen von Wagen zu verwenden wären. Kunst und Wissenschaft. Das Lob der deutschen Musik hat der englische Ministerpräsident Balfour auf einer Festlichkeit zu Ehren des deutschen Geigenvirtuosen Joachim angestimmt. Joachim war im Frühjahr 1844 zum ersten Male in einem Konzert zu London öffentlich aufgetreten. Der 60jährige Gedanktag dieses Ereignisses wurde von Freunden und Verehrern des Künstlers festlich begangen. Als Vorsitzender des Komitees für die Joachimfeier hielt Lord Balfour in der Festsitzung eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Wenn die Musik aller anderen Nationen vernichtet würde, so würde die Welt um manches Kunstwerk ärmer sein, aber wir könnten trotzdem fortschreiten: wenn aber die Musik Deutschlands vernichtet würde, dann wäre ein Fortschritt nicht denkbar. Wenn die englischen Minister in ihrer Beurteilung deutscher Verhältnisse nur immer solche Gerechtigkeit beweisen möchten, wie sie Lord Balfour gegenüber der deutschen Musik bekundet hat. ches. Daß diese einfache Wahrheit nicht offen herausgesagt wird, beweist wieder, wie gern die englische Presse jede Gelegenheit wahrnimmt, um Deutschland einen Strick zu drehen. Deutsches Reich Berlin, 18. Mai. Vom Kaiserhofe Der Kaiser wohnte am Mittwoch Artillerieschießübungen bei Kunersdorf bei und besuchte dann mit der Kaiserin die Berliner Kunstausstellung.— Die kaiserliche Familie wird auch in diesem Sommer Aufenthalt auf Wilhelmshöhe nehmen. Sie soll am 11. Juli dort eintreffen. Zum Tode der Erbgroßherzogin=Witwe von Sachsen=Meiningen Infolge Ablebens der verwitweten Erbgroßherzogin Pauline haben die meisten öffentlichen Gebäude in Weimar Halbmast geflaggt. Das großherzogliche Hoftheater bleibt bis auf weiteres geschlossen. Der Großherzog und die Großherzogin, die sich zur Zeit in Heinrichau in Schlesien aufhalten, kamen gestern abend in Weimar an. Die Beisetzung findet voraussichtlich Sonnabend vormittag in der Fürstengruft statt. Erbgroßherzogin Pauline, eine geborene Prinzessin von SachsenWeimar, wurde in Stuttgart, der Heimatihrer Mutter, am 25. Juli 1852 geboren und vermählte sich am 26. August 1873 mit dem Erbgroßherzog von Sachsen, Karl August, der ihr nahezu zehn Jahre im Tode vorausgegangen ist. Tief zu betrauern ist ihr Sohn, der regierende Großherzog Wilhelm Ernst, der schon in jungen Jahren so schmerzliches erfahren hat; ihm raubte der unerbittliche Tod in den letzten zehn Jahren den Vater, die Großmutter, den einzigen Bruder Bernhard, den Großvater und jetzt die Mutter. Herzliches Beileid wird ihm, dem erst siebenundzwanzigjährigen, überall entgegengebracht. Die Minister von Hammerstein und von Budde sind im Taunus eingetroffen, wo sie am heutigen Donnerstag die Saalburg besichtigen und die Strecke für die Automobilwettfahrt um den Gordon=Bennett-Preis befahren. In der kaiserl chen Marine haben zahlreiche Personalveränderungen stattgefunden, darunter befinden sich Beförderungen von Marineoffizieren bis einschließlich Kapitäne z. S. Major Endell wurde zum Vorsitzenden des landwirtschaftli chen Kreisvereins in Posen ernannt; damit ist Endell wieder an die Spitze der Posener Landwirtschaft gelangt. den Summe noch eine Extrakaution einzufordern. die ausreicht, einen 14tägigen Lohnbezug der beim Bau beschäftigten Arbeiter und Handwerker zu decken. Ausland Die gesamte deutsche Manöverflotte trifft am 1. Juni zu mehrtägigem Aufenthalt auf der Danziger Reede ein. Die Verkehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen sind auch im Monat April erheblich gestiegen. Sie betrugen aus dem Personenverkehr 47,04 Millionen Mark oder 1,91 Millionen mehr, und aus dem Güterverkehr 97,44 Millionen oder 3,28 Millionen mehr. Gegen den Alkoholismus Die Petitionskommission des preußischen Abgeordnetenhauses beantragt, Eingaben um Einsetzung einer Landeskommission zur Bekämpfung des Alkoholismus der Regierung als Material zu überweisen. Förderung des Handwerks Die Handels= und Gewerbekommission des preußischen Abgeordnetenhauses hat den Beschlußantrag angenommen, die Regierung zu ersuchen, entsprechend früheren Beschlüssen des Hauses eine Zentralstelle zu schaffen, welcher unter Heranziehung von Sachverständigen aus dem Handwerker= und Gewerbestand insbesondere die Förderung des Handwerks zu unterstellen ist. Der Staat als Erbe eines Sozialdemokraten, das ist sicherlich eine Seltenheit. Der vermögende Führer der Sozialdemokraten in Sankt Ingbert in der bayerischen Rheinpfalz. d'llllens, ist der Köln. Ztg. zufolge ohne Testament gestorben, und so erbt der Staat die ganze Nachlassenschaft. weil andere rechtmäßige Erben nicht vorhanden sind. Ueber die innere politische Lage in Deutsch=Ostafrika waren beunruhigende Mitteilungen verbreitet worden. Jetzt schreibt das amtliche Kolonialblatt. derartige Befürchtungen könnten glücklicherweise als zurzeit jeder tatsächlichen Unterlage entbehrend bezeichnet werden. Gnadengebührnisse. Der Kaiser hat nach Berliner Blättern genehmigt, daß den Hinterbliebenen der als Teilnehmer an der Chinaexpedition verstorbenen Gehaltsempfänger der Marine und der Besatzung des Kiautschaugebiets die nach den Friedensbestimmungen zuständigen Gnadengebührnisse auf die Dauer von drei Monaten gewährt werden. Um Mißstanden bei der Vergebung "„ von Staatsarbeiten ahaubellen. Submissionsausschreibung bohndirett, dut der preußische Minister die Eisender den Zuschlag erhale, unternehmer, von 5 Prozent der die Arbeit ausmachenRußland H. St. Petersburg, 19. Mai. Des Zaren Geburtstag. Am heutigen Donnerstag feiert Kaiser Nikolaus II. von Rußland seinen Geburtstag, an dem er das 36. Lebensjahr vollendet. Leider gleichen die Nachrichten, die zu jenem Tage vom Kriegsschauplatze eingelaufen sind, keinen freudigen Geburtstagsüberraschungen.. Mu 66; ∆ Petersburg, 18. Mai. Russische Korruption. Der Krieg deckt wieder einmal die vielen Schäden auf. die der russischen Verwaltung anhaften und deren größter die Unehrlichkeit zahlreicher Beamten ist. Ein Telegramm des „Tag“, 17. Mai. meldet über die neuesten Vorgänge dieser Art: Die großen Niederlagen in Kronstadt, besonders an Sprengstoffen, sollen lange nicht das Quantum enthalten, das eigentlich da sein müßte. Vor dem Pyroxylin=Depot steht Tag und Nacht ein Posten mit dem strengsten Befehl. niemand hineinzulassen. Als Chef des Devots wollte sich kürzlich ein Offizier Eingang verschaffen. Der Posten wollte dies nicht zugeben, eingedenk des strengen Befehls, wobei schließlich, als der Oifizier den Posten bedrohte, letzterer feuerte. Der Offizier blieb tot auf dem Platze. Dieser geheimnisvolle Vorgang drang nicht an die allgemeine Oeffentlichkeit. Große Korruption wurde auch beim Roten Kreuz aufgedeckt, wo vieles einen anderen als den vorgeschriebenen Weg geht. Bekanntlich wurden im Winterpalais unter persönlicher Leitung der jungen Zarin große Niederlagen von Wäsche für Kranke und Verwundete eingerichtet. Allwöchentlich wird eine große Anzahl von Kisten direkt zum Kriegsschauplatz abgesertigt. Man müßte denken, dieser edle Zweck sollte jene. die überall verdienen und Geschäfte machen wollen, fernhalten. Doch weit gefehlt: in den Kisten ist oft nicht die vorgeschriebene Anzahl von Gegenständen vorhanden; ja, ganz laut hörte man Aeußerungen:„Wenn nur auch alles ankommen wird!“ oder:„Wieviel wird dabei unterwegs verkrümeln!“ Um aber doch das nötige Gewicht zu erzielen, wird das Fehlende durch nutzlose Fracht ersetzt. Unlängst wurde plötzlich auf der Fahrt nach dem Kriegsschauplatz in Irkutsk auf Befehl einer hochstehenden Persönlichkeit die Kontrolle einiger Kisten vorgenommen— siehe da, die Vermutung bestätigte sich! Statt 500 Paar Socken waren nur 50 vorhanden, dafür recht niedliche Steine und Sägespäne. Die kleinen Diebe begnügen sich mit Socken, größere ziehen klingende Summen vor. Unter den Unehrlichen nennt man hochklingende Namen. Italien = Rom, 18. Mai. König Viktor Emanuels Gegenbesuch in Berlin. Die Nachricht, daß König Viktor Emanuel von Italien dem kaiserlichen Hofe in Potsdam noch in diesem Jahre einen Besuch abstatten wird, beruht auf einen Irrtum. Es ist nicht üblich, daß in demselben Jahre zwischen zwei Herrschern wiederholt Begegnungen stattfinden. Fankreirch. ∆ Paris, 18. Mai. Die päpstliche Protestnoke. In den Kammergängen verlautet daß die Veröffentlichung des Wortlautes der päpstlichen Protestnote gegen Loubets Romreise, die einer förmlichen Kriegserklärung des Vatikans gleichkommt, schwere Folgen haben wird. Falls die Republik keine Genugtuung erhalte, etwa durch die Entlassung Merry Delvals, dürfte, wie der Magdeburger Ztg. depeschiert wird, der Abbruch aller diplomatischen Beziehungen, vielleicht sogar die Kündigung des Konkordats erfolgen. Orient (“) Konstantinopel, 18. Mai. Die Saumseligkeit der türkischen Regierung, die schon so viel Unheil über das Land des Sultans gebracht hat. tritt auch bei der Durchführung des Mürzsteger Reformprogrammes wieder recht unliebsam in die Erscheinung. Dieser Saumseligkeit hat sich die Pforte den scharfen Verweis zuzuschreiben, den der österreichisch= ungarische Minister des Auswärtigen in seiner Ansprache an die Delegationen einflocht. Gleichzeitig mit jener Drohung erfolgte die Abberufung des russischen sowie des österreichisch= ungarischen Botschafters in Konstantinopel. Beide werden der türkischen Hauptstadt mehrere Wochen lang fernbleiben. In dieser Anordnung ist natürlich eine Verschärfung der Goluchowskischen Drohnung enthalten, die man hoffentlich am Goldenen Horn erkennen und gebührend beachten wird. tung und Zweck dieser Kongregationen. Aus unanfechtbaren Quellen. besonders gestützt auf die Darlegungen des neuesten Geschichtsschreibers der Marianischen Kongregationen, des Jesuiten Löffler (27. Band der Stimmen aus Maria Laach). wurde gezeigt, daß die Marianischen Kongregationen allerdings mit dem Jesuitenorden in innigster Verbindung stehen, wenngleich diese Verbindung so eigentümlich verhüllt ist, daß der Kardinal Kopp eine direkte Verbindung in Abrede stellen kann. Es fielen dabei interessante Streiflichter auf den Marienkultus, der den Evangelischen nun einmal unbiblisch und zugleich unverständlich bleiben wird. Gewiß werden alle Anwesenden dankbar gewesen sein, daß dies sehr zeitgemäße Thema von einem sachkundigen Manne behandelt wurde, werden auch erkannt haben, welch' eine gefährliche Waffe diese Kongregationen im Kampfe des Ultramontanismus gegen den Protestantismus bilden. Lokales und Allgemeines. Interessante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Origiual=Artikel durfen nur mit deutlicher Quellenangabe— Westsäl. Zig.- nachgedruckt werden Bielefeld, 19 Mai. d. Der Temperaturwechsel hat uns nach der 25gradigen Sommerhitze von vorgestern wieder ein wenig Abkühlung gebracht. Am gestrigen Tage zeigte das Thermometer nur noch 16 Grad Celsius an und durch die Straßen fegte ein lästiger Wind, der den Staub aufwirbelte und in den Baumkronen sein wildes Spiel trieb, sodaß die Promenadenwege mit Blütenblättern über und über bedeckt waren. Häufig wurde die Sonne von düsteren Regenwolken verhängt, die sich jedoch immer wieder verzogen. Zeitweise trat ein seiner Regen ein. Gegen Abend machte sich Höhenrauch bemerkbar; am Himmel zogen sich rötlich= braune Wolken zusammen und die Luft war von brenzlichem Geruche erfüllt. Auch heute früh war das Wetter kühl. Die Sonne trat nur mit Unterbrechungen aus dem dunklen Wolkenschleier hervor. & Evangelischer Bund„.„.6. Die am Dienstag, 17. Mai, statrgefunvene Generalversammlung des Evangel. Bundes im großen Saale der Erholung war sehr zahlreich besucht. Nach kurzem Geschäftsbericht des Vorsitzenden und nach der Rechnungslegung wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. Der Bund zählt jetzt in Bielefeld 362 Mitglieder. Darauf hielt Herr Divisionspfarrer Bachstein aus Minden einen hochinteressanten Vortrag über die Marianischen Kongregationen. Er gab in knappen, aber sehr anschaulichen Zügen einen Ueberblick über die Entstehung, Geschichte, Einrich— Die Grundsteinlegung zum Synagogenneubau Gestern vormittag um 10 Uhr versammelten sich zahlreiche Mitglieder der israelitischen Gemeinde auf dem für die Synagoge bestimmten Platz in der Turnerstraße, um der Feier der Grundsteinlegung beizuwohnen. Die Feier wurde mit dem vom städtischen Orchester unter Leitung des Herrn Königlichen Musikdirektors Ochs vorgetragenen Choral: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ eröffnet. Danach hielt Herr Rabbiner Dr. Coblenz eine Ansprache, der er das Textwort aus dem dritlen Buch Mose zugrunde legte:„Sie sollen mir ein Heiligtum bauen, auf daß ich in ihrer Mitte wohne.“ Er entwickelte dabei den Gedanken: Das äußere Heiligtum ein Symbol des inneren Heiligtums, das wir in unserer Seele tragen. Für dieses innere Heiligtum aber verlangen wir Gottesglauben als Fundament, sittliches Streben als Mauerwerk, hingebende Menschenliebe als krönende Kuppel. Der Hottesglaube sei dem Menschen eingeboren, nicht von Religionsstiftern erdacht, sondern in dem Sehnen des Menschenherzen gegeben. Das Verdienst der religiösen Bekenntnisse aber bleibt es, diesem Sehnen den klaren Ausdruck, diesem Glauben die feste Form verliehen zu haben. Und so klinge durch die Jahrtausende das alte, ewig neue Bekenntnis der israelitischen Gemeinschaft:„Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig!", das in seiner schlichten Größe der klarste Ausdruck unseres Gottesglaubens bleibe. An dem Gottesglauben erwachse sodann das sittliche Streben als festes Mauerwerk. Der erziehliche Einfluß, den der Gottesglaube auf den Menschen ausübe, sei der Maßstab seiner Größe. Das sei die Auffassung des Judentums, wie jeder wahren Religion überhaupt; deshalb stehe an der Spitze der jüdischen Sittenlehre das große Wort der Bibel:„Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, Euer Gott.“ Wer von Gottes Geist erfüllt sei, der werde nie müde, seine Natur zu läutern, um so der Gottheit nahe zu kommen. In solchem ernsten sittlichen Streben wurzelt zugleich die allgemeine Menschenliebe; denn wer in heiligem Ernst sich selber läutert, der schöpfe aus dieser Arbeit an sich selbst zugleich das Verständnis für das sittliche Streben der Anderen; wer selbst zu einer sittlichen Weltanschauung sich durchgekämpft, der wisse auch die sittliche Weltanschauung der Anderen zu schätzen und bringe ihr nicht nur Dultsamkeit entgegen, sondern auch Achtung. Möge der Weg zum Heile, den die Menschen wandeln, je nach ihrem Bekenntnis verschieden sein, wenn nur das Ziel dasselbe bleibe. Das sei das ideale Ziel, dem wir nachstreben mit all unserer sittlichen Kraft.— Dieser Ansprache folgte ein Gesang unter Begleitung des Orchesters. Hieran schloß sich die Ansprache des Vorsitzenden des Vorstandes und des Bauausschusses Moritz Katzenstein und die Verlesung der Urkunde. Der heutige Tag kennzeichnet einen bedeutsamen Abschnitt in der Geschichte der Synagogengemeinde Bielefeld. Die älteste: Mitteilungen der Akten, welche das Vorhandensein jüdischer Familien in Bielefeld ausweisen, reichen nur bis zum Jahre 1750 zurück, indeß sollen nach Angaben, die dem Archiv in Münster entstammen, schon im 13. Jahrhundert einzelne jüdische Familien in Bielefeld gelebt haben. Die israelitische Gemeinde hat sich nach den Ausführungen des Redners stetig vergrößert, sodaß mehrmalige Umbauten und Vergrößerungen der Synagoge notwendig wurden. Da das seitherige Gebäude schon seit Jahren nicht mehr ausreichte, entschloß man sich zu einem Neubau, zu dem die Gemeindevertretung im vorigen Jahre 250 000 Mark bewilligte. Die Synagoge wird 800 Plätze erhalten und somit hinreichend Raum schaffen, um dem religiösen Bedürfnisse auf Jahrzehnte hinaus zu genügen. Er schloß mit dem Wunsche, daß der neue Bau eine Zierde der Stadt und das Symbol der innerlich und äußerlich starken Gemeinde sein möge. Nachdem die Urkunde verlesen und in der Urne geborgen war, erfolgte das Vermauern des Grundsteines, auf welchem folgende Herren Hammerschläge ausführten: Rabbiner Dr. Coblenz, Oberbürgermeister Geheimrat Bunnemann, Bürgermeister Dr. Stapenhorst, Baurat Büchling, Ritscher, Katzenstein, Weiß, Heilbronn, Posu:= Windmüller, Hirschfeld, Gottschalk, Hecht, K Bauinspektor Fürstenau, Krause und Klarhorst. Gesang, Gebet und Musik endete der feierliche Akt gegen 11½ Uhr. Hieran anschließend wurde in der„Eintracht" das Frühstück eingenommen, an dem der Vorstand, die Repräsentanten und verschiedene Ehrengäste teilnahmen. Während der Tafel wurden der Bedeutung des Tages entsprechend mehrere Tischreden gehalten. Vom technischen Seminar Zum ersten Male seit dem Bestehen fand am Montag und Dienstag das Examen am technischen Seminar statt. Folgende 22 Examinandinnen legten unter Vorsitz des Provinzialschulrats Löwer aus Münster und Professor Eckler aus Berlin, das Examen ob: Frl. Birkemeyer, Bertram, Dahlmann, Eickhoff. Flamme, Köhler, Linder. Horstmann. Reinking. Niedergerke, Schulz, Recksiek, Niedick, Steinhaus. Schneider, Schnittker, Tadey, Uhlendorff, Wagner, Meyer, Grotthaus und Frau Riemann. ∆ Schülerfreiplätze für Vergnügungs= fahrten nach Norwegen Der Kaiser hat den Lehrern und Zöglingen der höheren Lehranstalten eine ganz besondere Freude bereitet. Durch Vermittelung des Kultusministeriums machen die Provinzialschulkollegten folgenden Erlaß bekannt: Se. Majestät dem Kaiser und Könige hat die Generaldirektion der Hamburg=AmerikaLinie eine Anzahl von Freiplätzen für Vergnügungsfahrten zur Verfügung gestellt, welche sie mit ihrer neuerbauten Lustjacht„Meteor“ in der Zeit vom 2. bis 15. und 17. bis 30. Juni, sowie 2. bis 14. und 30. August d. J. nach Norwegen(bis Drontheim) zu veranstalten beabsichtigt. Se. Majestät haben nun allergnädigst zu bestimmen geruht, daß diese Freiplätze für Lehrer und Schüler Verwendung finden sollen. Die Direktoren der höheren Lehranstalten sind nun ersucht worden, umgehend die Namen derjenigen mitzuteilen, welche für die vom Kaiser befohlenen Vorschläge in Frage kommen können.— Von der Bielefelder Lehrerschaft wird Herr Dr. Schrader nach Norwegen fahren. 2 Justizpersonalte. 6 Der Rechnungsrevisor veim hiesigen Landgericht, Rechnungsrat Maymann, ist seinem Wunsche gemäß in gleicher Amtseigenschaft an das Landgericht in Münster versetzt worden. 9 Konzessionserteilung Herrn Wilhelm Remke hier, der das an der Ecke der Reichspoststraße und Kaiser Wilhelmsplatz belegene Grundstück(früher Steinweg) von der Stadt käuflich erworben hat, ist vom Bezirksausschuß die Wirtschaftskonzession übertragen worden. Herr Remke hat mit den Ausschachtungsarbeiten zu seinem Neubau bereits begonnen. &a Bahnübergang am Bürgerweg Nachdem das neue Projekt, das vor einiger Zeit bereits in unserer Zeitung beschrieben war, genehmigt und der Vertrag der Bahnverwaltung mit der Stadt abgeschlossen ist, wird nunmehr mit den Anliegern zwecks Ankauf der notwendigen Grundstücksteile verhandelt werden. Da zu erwarten steht, daß sich diese Sache nicht so glatt abwickeln läßt, wird mit der Inangriffnahme der Bauarbeiten für die Unterführung erst im Anfang des nächsten Jahres begonnen werden können. — Fahrradtrausport auf der Eisenbahn Hinsichtlich der Eisenbahnfahrradkarten, welche bekanntlich pro Stück für alle Entfernungen 50 Pf. kosten, besagt eine eisenbahnamtliche Verfügung: „Es ist, wie zahlreiche Anfragen gelehrt haben, wenig bekannt, daß auch auf Fahrradkarten eine einmalige Fahrtunterbrechung gestattet ist, so u. a. wenn in größeren Städten als Zwischenstation die Weiterfahrt von einem anderen Bahnhofe aus erfolgen muß. In solchen Fällen ist die Fahrtunterbrechung durch den Stationsvorsteher auf der Rückseite der Karte zu verzeichnen. Die Weiterfahrt muß indessen stets an dem Fahrtunterbrechungsoder dem darauf folgenden Tage vor sich gehen.“ Der Maschinenfabrik von H. Blödhorn wurde auf den letzten Gastwirteausstellungen in Glauchau und Dresden auf die Waschmaschine Rekord die goldene und silberne Medaille zuerkannt, ein neuer Beweis für die Leistungsfähigkeit der Industrie. □ Das städtische Orchester.„ veranstaltet am Freitag Abend im Drei KronenGarten ein großes Streichkonzert unter persönlicher Leitung des Herrn Musikdirektors Ochs. Auch Vorverkaufskarten haben Giltigkeit. „2.“ Die verhäugnisvollen Jahrmarktswürstchen Der Metzgermeister X. zu D. hatte gegen ein ihn verurteilendes Erkenntnis des Schöffengerichts und der Strafkammer zu D., welches sich auf eine Anklage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz stützte, beim Strafsenat des Oberlandesgerichts zu Hamm, genschaft als letzte Rechtsmittelinstanz Revision eingelegt, welche jedoch auf Grund der tatsächlichen Feststellung der Vorderurteile als unbegründet verworfen wurde. Die mündliche Verhandlung entrollte folgenden Sachverhalt: Der Angeklagte hatte sog.„Siedewürstchen", wie sie auf Messen und Märkten feilgeboten werden, mit zwei Prozent Stärkemehlzusatz hergestellt und an den Händler Z. verkauft, auf dessen Wunsch er den Stärkemehlzusatz gemacht hatte, damit dieser die Würstchen ihrer großen Billigkeit und ihres besseren Aussehens wegen besser absetzen könnte. Der Angeklagte hat auch gewußt, daß der Händler Z. die Würstchen vertreiben wollte, ohne seinen Abnehmern den Stärkemehlzusatz mitzuteilen. Er will in dem irrigen Glauben gehandelt haben, ein derartiger Mehlzusatz sei nicht strafbar. Bekanntlich dürfen derartige Würstchen nur aus Fleisch, Fett und Gewürzen bestehen. In der Revisionsbegründung führte der Angeklagte u. a. aus, das Publikum der Messen und Märkte, an das die Würstchen unter der spezifischen Bezeichnung„Siedewürstchen“ hätten verkauft werden sollen, hätte mit Rücksicht auf den geringen Preis der Würstchen den in denselben enthaltenen Mehlzusatz gekannt. In den Entscheidungsgründen des Revisionsurteils wird ausgeführt, ein Rechtsirrtum des Vorderrichters sei nicht ersichtlich. Es sei das Erfordernis des§ 10 Nr. 1 des Reichsgesetzes betr. den Verkehr mit Nahrungsmitteln,—„Anfertigung zum Zwecke der Täuschung" — bedenkenfrei festgestellt. Es genüge zum Tatbestande dieses Delikts, wenn der Verfertiger der Mür: ste weiß, daß das konsumierende Publikum gerauscht werden soll(vergl. Entscheid. des Reichsgerichts, Bd. 31, S. 72.) Zweifellos sei in der Beimengung von 2 Prozent Stärkemehl eine Verfälschung der Würstchen zum Zwecke der Täuschung im Handel und Verkehr zu erblicken.(Nachdr. verb.) Der Deutsche Verein für Knabenhaudarbeit wird seinen 16. Kongreß vom 1. bis 3. Juli in Worms abhalten und ladet außer seinen Vereinsmitgliedern jetzt auch alle Freunde und Förderer seiner Bestrebungen zur Beteiligung ein; insbesondere richtet er diese Einladung auch an die Behörden des Staates und der Gemeinden, an die Lehrerschaft, an Eltern und an die Mitglieder von Vereinen, die sich mit der Förderung der Jugenderztehung befassen und mit ihm der Meinung sind, daß dieselbe einer zeitgemäßen Weiterentwickelung bedarf und daß hierbei der Knabenhandarbeitsunterricht nicht übersehen werden darf. S Eisenbahn und Landeskultur In letzter Zeit ist mehrfach angeregt worden, auf eine bessere Ausnutzung der Böschungen„ Trennstücke der Eisenbahnverwaltung durch Anpflanzungen zur Förderung des Obstbaues, zum Schutze der einheimischen Vögel und zur Pflege der Bienenzucht Bedacht zu nehmen. Obgleich die Schwierigkeiten nicht verkannt werden, die bei den eigenartigen Betriebsverhältnissen der Eisenbahnen mit einer regelrechten und sachgemäßen Pflege und Unterhaltung derartiger Anpflanzungen verbunden sind, legt der Minister der öffentlichen Arbeiten in einem kürzlich an die Eisenbahndirektionen gerichteten Erlaß doch Wert darauf, daß diese Bestrebungen durch die Eisenbahndirektionen tatkräftig unterstützt werden. 2# Das Spurhalten auf und unmittelbar neben den Schienen der ist für Fuhrwerke aller Art untersagt. Lastfuhrwerken ist das Befahren des Bahnkörpers in der Längsrichtung, soweit der Fahrdamm neben dem Gleise genügend Raum bietet, um den Bahnkörper vermeiden zu können, überhaupt verboten. Beim Ertönen der Siegnale eines herannahenden Motor wagens hat jedermann die Gleise sofort frei zu Direktoren der höheren ht worden, umgehend eilen, welche für die läge in Frage kommen der Lehrerschaft wird vegen fahren. beim hiesigen Landymann, ist seinem lmtseigenschaft an das tzt worden. hier, der das an der Kaiser Wilhelmsplatz Steinweg) von der ist vom Bezirksausn übertragen worden. Ausschachtungsarbeiten gonnen. rgerweg ojekt, das vor einiger tung beschrieben war, der Bahnverwaltung ist, wird nunmehr mit lauf der notwendigen werden. Da zu ere Sache nicht so glatt er Inangriffnahme der hrung erst im Anfang n werden können. if der Eisenbahn infahrradkarten, welche le Entfernungen 50 Pf. mamtliche Verfügung: ifragen gelehrt haben, auf Fahrradkarten eine ig gestattet ist, so u. a. als Zwischenstation die eren Bahnhofe aus erlen ist die Fahrtuntervorsteher auf der Rückhnen. Die Weiterfahrt FahrtunterbrechungsTage vor sich gehen.“ mu H. Blödhorn wurde stellungen in Glauchau schmaschine Rekord die le zuerkannt, ein neuer sigkeit der Industrie. P bend im Drei Kronenmnzert unter persönlicher ektors Ochs. Auch Vorkeit. Jahrmarktswürstchen zu D. hatte gegen ein is des Schöffengerichts ., welches sich auf eine zegen das Nahrungsmitssenat des OberHamm, in seiner Eiitsmittelinstanz lche jedoch auf Grund der Vorderurteile als de. Die mündliche VerSachverhalt: Der Andürstchen", wie sie auf boten werden, mit zwei ergestellt und an den dessen Wunsch er den itte, damit dieser die igkeit und ihres besseren tzen könnte. Der Angeiß der Händler Z. die ohne seinen Abnehmern eilen. Er will in dem haben, ein derartiger ar. Bekanntlich dürfen Fleisch, Fett und Gekevisionsbegründung führus, das Publikum der die Würstchen unter der ledewürstchen“, hätten vernit Rücksicht auf den gei den in denselben entIn den EntscheidungsIs wird ausgeführt, ein sters sei nicht ersichtlich. es S 10 Nr. 1 des erkehr mit NahrungsmitZwecke der Täuschung" Es genüge zum Tatbeder Verfertiger der Würterende Publikum getäuscht seid. des Reichsgerichts, s sei in der Beimengung eine Verfälschung der Täuschung im Handel (Nachdr. verb.) für Knabenhaudarbeit vom 1. bis 3. Juli in t außer seinen VereinsFreunde und Förderer eteiligung ein; insbesonung auch an die BehörGemeinden, an die Lehi die Mitglieder von Verrderung der Jugenderzte: n der Meinung sind, oaß Weiterentwickelung bedarf nabenhandarbeitsunterricht rf. deskultur ehrfach angeregt worden, ig der Böschungen und verwaltung durch AnpflanObstbaues, zum Schutze ind zur Pflege der Biemn. Obgleich die Schwieirden, die bei den eigenin der Eisenbahnen mit gemäßen Pflege und Unlanzungen verbunden sind, atlichen Arbeiten in einem direktionen gerichteten Erdiese Bestrebungen durch tatkräftig unterstützt weru und numittelbar ienen der Straßenbahn Art untersagt. Lastfuhrdes Bahnkörpers in der r Fahrdamm neben dem jetet, um den Bahnkörper berhaupt verboten. es herannahenden Motordie Gleise sofort frei zu — 94. Jahrg. Zweites Blatt Aexf....,„ 3 Aus Provinz und Nachbarschaft Interessante Mitteilungen aus dem Leserkreise nehmen wir gern entgegen. Unsere Original=Artikel dürfen nur mit deutliche ** Quellenangabe—. Westsäl. Ztg.— nachgedruckt werden. * Paderborn, 18. Mai.(Eine aufregende Szene) mit einem wütenden Ochsen ereignete sich am Montag spätnachmittags gegenüber dem Hauptbahnhofe. Das Tier, welches zum Schlachthofe gebracht werden sollte, wurde wild, warf seinen Führer zur Erde und suchte ihn wiederholt auf die Hörner zu nehmen, um ihn in die Luft zu schleudern. Jeden Augenblick schien es, als ob der Mann verloren sei, alle Bemühungen der Passanten, auf das rasende Tier einzuwirken, waren vergebens, aber auch diesem gelang es nicht, sein Opfer zu fassen und ihm erhebliche Verletzungen beizubringen. Erst nach verhältnismäßig geraumer Zeit konnte die Bestie so geknebelt werden. daß sie wenigstens eine Strecke weit sich zur Not führen ließ. In einem Raume an der Westernstraße wurde der Ochse schließlich derart überwältigt, daß ihm der tödliche Stich beigebracht werden konnte. * Dortmund, 17. Mai.(Dieneue Billetsteuer), welche der Stadt eine Einnahme von ungefähr 100000 Mark schaffen soll, wurde seitens der Regierung genehmigt. Die Verordnung soll bereits auf die zu Pfingsten stattfindenden Veranstaltungen in Anwendung gebracht werden. * Unna, 17. Mai.(Verhaftung.) Auf Requisition der Königlichen Staatsanwaltschaft wurde heute abend der praktische Arzt M. Grüne in Königsborn verhaftet und ins Gerichtsgefängnis zu Dortmund gebracht. Es sollen, wie gerüchtweise verlautet, zwei Fälle von Verfehlungen ähnlicher Art wie diejenigen, um deretwillen der Verhaftete früher bereits eine längere Freiheitsstrafe verbüßte, zur Kenntnis der Gerichtsbehörde gelangt sein und Anlaß zur Festnahme gegeben haben. * Bochum, 17. Mai.(In der Werkstätte verunglückt.) Heute nachmittag ereignete sich auf dem„Bochumer Verein“, ein Unglücksfall, indem in der Werkzeugschleiferei eine Schleifscheibe entzweisprang, wodurch der junge Arbeiter Schulz so schwer getroffen wurde, daß er tot niedersank. * Bochum, 17. Mai.(Zugentgleisung.) Der von Bochum um 2,56 Uhr abfahrende Schnellzug entgleiste heute nachmittag kurz nach 3 Uhr dadurch, daß er bald nach dem Passieren der Station Kray über das Haltesignal eines Blocks in ein totes Geleis fuhr. Die Lokomotive lief sich glücklicherweise bald fest, ohne umzustürzen, sodaß das Zugpersonal und die Fahrgäste mit dem Schrecken davonkamen. Die letzteren konnten nach einem Aufenthalt von 42 Minuten ihre Fahrt fortsetzen. * Düsseldorf, 17. Mai.(Luftschiffahrt.) Der„Niederrheinische Verein für Luftschiffahrt“ veranstaltete gestern von hier aus wiederum eine Ballonfahrt. Der Ballon„Barmen“ stieg morgens 7 Uhr vom Frankensplatz auf. Führer des Ballons ist Hauptmann v. Aberkron vom 39. InfanterieRegiment; im ganzen nahmen vier Personen an der Fahrt teil. * Krefeld, 17. Mai.(Der Ausstand der Straßenbahnangestellten) ist heute vormittag 10 Uhr beendet und zwar haben die Ausständigen die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen müssen. Sie perlieren, wie die Rh.=W. Z. mitteilt, die von ihnen gestellte Kaution von 100 Mark und müssen bei der Wiederaufnahme der Arbeit eine neue Kaution stellen. Gestern abend schien es noch, als ob die Ausständigen alle ihre Forderungen bewilligt erhalten würden, nachdem in Düsseldorf beim Regierungspräsidenten eine Konferenz stattgefunden hatte, die zugunsten der Ausständigen ausgefallen war. Ein von ihnen veranstaltetes gehässiges Flugblatt hat ihnen aber einen schlimmen Streich gespielt, da daraufhin die Direktion der Bahn sämtliche Bewilligungen wieder zurückgezogen hat. Nunmehr haben die Angestellten heute vormittag den Ausstand für verloren gegeben und um Wiedereinstellung gebeten. Die Verwaltung nimmt einen Teil der Ausständigen wieder an, ohne irgend eine Forderung bewilligt zu haben.— Gerichtssaal G Leipzig, 16. Mai. Die Bereidigung der Sachverständigen. Vom Landgerichte Münster i. W. ist am 6. November v. I. der frühere Hotelbesitzer Wilhelm Wunsch, jetzt in Aachen, wegen Konkursvergehens zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. In seiner Revision behauptete er insbesondere, der Sachverständige Bücherrevisor W. aus Hannover sei nicht ordnungsmäßig vereidigt worden. Herr W. hat im Jahre 1894 in Hannover den allgemeinen Sachverständigeneid geleistet und in der Hauptverhandlung gegen den Angeklagten die Richtigkeit seines Gutachtens auf jenen früheren Eid hin versichert.— Das Reichsgericht hob das Urteil auf und führte aus: Die Vereidigung des Bücherrevisors W. ist erfolgt auf Anordnung des Landgerichtspräsidenten in Hannover. Daß von diesem Beamten die Geltung des Eides für alle Gerichte außerhalb des Landgerichtsbezirkes Hannover beabsichtigt gewesen sei, ist nicht ersichtlich. Auch anderweite Gesichtspunkte für eine solche Annahme sind nicht gegeben. Dafür, daß regelmäßig die vor dem Amtsgerichte erfolgte Bereidigung dieser Art nur Geltung hat im Bezirk des Landgerichtes, dafür spricht die Justizministerial=Verordnung vom Januar 1900, die insofern als authentische Interpretation dessen, was auch früher die Absicht gewesen ist, gelten kann, weil jetzt unzweifelhaft durch diese Verordnung dargetan ist, daß regelmäßig diese Vereidigung nur Geltung haben soll im Bezirk des Landgerichts und nur ausnahmsweise bei anderen Voraussetzungen für weitere Gerichte. Demgemäß hätte der Sachverständige besonders in der Hauptverhandlung vereidigt werden müssen. G. Leipzig, 16. Mai. Von der Anklage der fahrlässigen Tötung ist am 10. November der Naturheilkundige Richard Pickart in Bitterfeld freigesprochen worden. Er hatte in Holzweißig den Knaben Kurt S., welcher an Diphtheritis erkrankt war, nach den Grundsätzen der Naturheilmethode behandelt, ohne ihn retten zu können. Dadurch, daß er nicht den Eltern die Serumbehandlung oder den Luftröhrenschnitt empfohlen hat, soll er sich der Fahrlässigkeit schuldig gemacht haben. Das Landgericht hat jedoch eine Fahrlässigkeit nicht feststellen können, namentlich deshalb nicht, weil von einem Vertreter der Naturheilkunde nicht verlangt werden könne, daß er die Mittel einer von ihm bekämpften Schule anwende oder anwenden lasse, und weil anzunehmen sei, daß die Mutter des Knaben lediglich die Behandlung mit den Heilmitteln der Naturheilkunde wünschte. Die Revision der Staatsanwaltschaft führte aus, von einem gewissenhaften Vertreter einer Naturheilmethode müsse erwartet werden, daß er sich nicht nur auf seine eigenen Erfahrungen stütze, sondern daß er dauernd sein Auge den Fortschritten der Wissenschaft zuwende. Wenn der Angeklagte erkannt habe, daß bei einem so schweren Falle von Diphtherie die Mittel der Naturheilkunde keine Aussicht auf Erfolg boten, so hätte er den Eltern mitteilen müssen, daß Luftröhrenschnitt und Serumbehandlung vielleicht noch die Möglichkeit der Rettung oder wenigstens der Verlängerung des Lebens böten. Dann wäre zweifellos ein Arzt von den Eltern herbeigezogen worden. Obwohl der Reichsanwalt der Ansicht war, daß die negative Feststellung des Landgerichts ausreichend begründet sei, hob doch das Reichsgericht das Urteil wegen ungenügender Begründung auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. J' Leipzig, 16. Mai. Schlägermensuren und die Ansicht des Reichsgerichts über diese Am 23. November v. J. hatten sich der Bergakademiker Fritz Gerich aus Klauethal, jetzt in Aachen, sowie sechs weitere Bergakademiker vor dem Landgerichte Hildesheim wegen Zweikampfes mit tötlichen Waffen zu verantworten, weil sie sich an Schlägermensuren mit den üblichen Schutzvorrichtungen beteiligt hatten. Das Landgericht erkannte auf Freisprechung sämtlicher Angeklagten, weil nicht anzunehmen sei, daß es sich hier zun dtpettomtt pait totichen Wosfen hantte: vu#. Toschen Zwekanpst dabe zstondar dos dheich trchten wollen. Der bisher vom Reichsgerichte in einer Plenarentscheidung auusgesprochenen Ansicht, daß auch die Schlägermensuren als Zweikampf zu bestrafen seien, glaubte das Landgericht nicht beitreten zu können. Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsgericht, 3. Strafsenat, das Urteil auf, da kein Anlaß vorliege, von der bisher vertretenen Rechtsansicht abzugehen, und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Per Marschallstab Roman von Walter Schulte vom Brühl. 80— Nachdruck verboten bedauere Sie von Herzen, junger Freund,“ meinte der Kaufmann.„Ihre unüberlegten Handlungen haben allerdings etwas zwischen uns gebracht, aber Sie sind mir doch zu wert geworden, als daß ich Ihnen den Stuhl vor die Türe setzen möchte, wenn Sie auch den Anordnungen Ihres Vaters nicht folgen wollen. Im Grunde genommen, halte ich selbst die Idee mit Amerika für eine unglückliche. Ihr Vater schüttet das Kind wieder einmal mit dem Bade aus.“ „Ich danke Ihnen,“ entgegnete Hans— „aber das Kind wird sich nun selber forthelfen und ich möchte Ihre Rücksicht für meine Person nicht länger in Anspruch nehmen.“ „So haben Sie ein Engagement gefunden?“ „Nein, das nicht.“ „Aber dann bleiben Ste nur ruhig bis Sie eins finden. Ich will Sie gerne darin unterstützen."2 bese „Ich habe mich anoers besonnen, Herr Neuenhaus. Ich will mich selbständig machen und ein eigenes Geschäft gründen.“ DerKaufmann trat einen Schritt zurück. „Den Donner!“ rief er,„Sie haben Courage! Nun, darf man fragen, mit was?“ „Mit nichts. Finden Sie das so sonderbar? Sie haben mir doch oft genug erzählt, daß Sie selber ohne Mittel angefangen hätten.“ „Das war auch etwas anderes. Andere Verhältnisse, andere Konjunkturen. Und dann — verzeihen Sie— war ich auch etwas reiser als Sie und hatte nicht solche Dinge auf dem Kerbholze.“„. Hummb Hans lächelte.„Solche Dummheiten... sprechen Sie es ruhig aus.“ Vermischtes Der Schatzsee in Südamerika Ein ganz modernes industrielles Unternehmen, das aber eine sehr romantische Grundlage hat. wird gegenwärtig in Südamerika ausgeführt. Dort soll, wie schon vor etwa einem Jahre berichtet wurde, der versenkte Schatz im heiligen GuatavitaSee in der Republik Kolumbia von einem Syndikat von Abenteurern und Ingenieuren gehoben werden. Man hofft, den Schatz durch einen Tunnel durch den Berg zu erreichen. Das romantische Unternehmen ist jetzt, wie„Chambers Journal“ berichtet, in vollem Gange. Das Wasser wird gegenwärtig aus dem See abgelassen, der auf dem Gipfel eines Berges in einer becherartigen Vertiefung liegt. Ein Tunnel ist durch den Bergabhang bis zum Rande des Sees getrieben worden, den man vor einigen Monaten erreicht hat, und man will ihn unter dem Grunde des Sees durchführen, bis zu einer Stelle, die einige Fuß unter dem Mittelpunkt des Beckens liegt. Inzwischen hat man einen Schacht von den Ufern des Sees abgeteuft, um ihn mit dem Tunnel zu verbinden. Mittels dieses Schachtes haben die Ingenieure begonnen, das Wasser in drei Abteilungen abzuziehen. Die dritte Abteilung wird jetzt geleert. Das Ablassen der ersten beiden Abteilungen brachte die Wassertiefe von 45 auf 10 Fuß. Dann wurde der Fortschritt langsamer, da der Boden sehr weich wurde. Man erwartet, daß die Mitte des Sees in diesem Monat leer wird. und dann wird die Schlammschicht sorgfältig nach dem vermeintlichen Schatz durchsiebt werden. Die Kulumbier glauben, daß die Spanier sicherlich eine Menge Kostbarkeiten aus dem See wieder an sich gebracht haben, aber daß dies nur der Schatz war, der vom gewöhnlichen Volk von den Ufern aus hereingeworfen wurde. Der in Form eines Opfers von den Kaziken in der Mitte des Sees niedergelegte Schatz ist, wie sie sagen, nie gesucht worden und muß noch dort liegen. ' Ein Kind im Schornstein Aus New=York wird berichtet: Das geheimnisvolle Verschwinden eines 6jährigen Mädchens. Josie Cahill. der Tochter einer armen Witwe im Osten New=Yorks, wurde hier in den letzten Tagen viel besprochen. Als das Kind am 2. Mai verschwand, behaupteten einige Skandalzeitungen, es wäre geraubt worden, und sie setzten große Belohnung für die Auffindung der Kleinen aus. Die Polizei von New=York und in anderen Städten suchte mit einer Legion Detektivs nach dem Kinde, aber alle Bemühungen blieben erfolglos. Am letzten Donnerstag fand man die Leiche in dem Schornstein des Hauses, in dem Josie Cahill gewohnt hat. Die Polizei glaubt, daß sie beim Spielen auf dem Dach in den Schornstein kletterte, mit dem Kopf voran nach unten fiel und da sie eingeklemmt war. langsam infolge von Hunger und Erschöpfung starb, und zwar nur wenige Fuß von dem Zimmer entfernt, in dem die betrübte Mutter saß. Das Wiederauffinden des Kindes ist dem Umstande zuzuschreiben, daß die Bewohner des Hauses sich über einen unangenehmen Geruch beklagten, der anscheinend aus dem Schornstein stammte. Bei der dann vorgenommenen Reinigung des Schornsteins entdeckte man die Leiche. Eine große Menge umgab das Haus. als die traurige Nachricht bekannt wurde. Alle möglichen Gerüchte waren in Umlauf, und es kam fast zu einem Aufstand. Bielefeld, Donnerstag, 19. Mai 1904 # Der„arme“ Geiger. Schon oft hat man von Leuten gelesen, die zu Lebzeiten den Anschein größter Armut zu erwecken wußten, sodaß sie unterstützt wurden, in deren Nachlaß aber zuweilen bedeutende Geldsummen sich vorfanden. Eine ähnliche Geschichte erzählt heute ein Berliner Blatt. Es soll sich um einen Geiger handeln, der Wochentags die Höfe besucht und für seine Darbietungen Kupfer= und Nickelstücke einheimst, Sonntags jedoch mit seiner Segeljacht den Wannsee bei Potsdam besucht... Briefkasten. Nur für unsere Abonnenten. Deutliche Namensunterschrift und Beilegung der letzten Abonnementsquittung Beringung. Juristische fragen werden meist innerhalb 10—14 Tagen beantwortet. Für die hier erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung(Verantwortung) nicht übernommen werden. Briefliche Auskünfte werden nicht erteilt. Unterhaltspflichtiger Vater. Dem Kinde gegenüber ist der Vater verpflichtet, alle verfügbaren Mittel zu dessen Unterhalt zu verwenden. gleichviel, wie es mit seinem eigenen standesgemäßen Unterhalt steht. Von dieser Verpflichtung wird er befreit, wenn ein anderer unterhaltspflichtiger Verwandter, als welcher jedoch die Mutter im Verhältnis zu ihren und ihres Mannes gemeinschaftlichen Kindern nicht augesehen werden kann, vorhanden ist. Reisender M. R. Da die Reisespesen zu den vertragsmäßigen Einkünften eines Handlungsreisenden gehören, kann der Reisende beanspruchen. wenn nichts anderes vereinbart ist, daß er auch regelmäßig zum Reisen verwendet und nicht willkürlich zu Hause zurückgehalten und anderwettig beschäftigt wird. Es steht Ihnen daher ein Schadensersatzanspruch gegen die Firma L. N. zu. Standesamtsnachrichten (Nachdruck verboten.) Schildesche. In der Zeit vom 6. bis 10. Mai 1904 wurden beim hiesigen Standesamt angemeldet:.. M.„ T„ Geburten: Sohn: Maurer Karl Komm, Schildesche. Pächter Hermann Heinrich Welling, Büsendorf..,, heilgr Mmishelm E, Tochter: Faoriaroelter Withelm Sewing. Schildesche. Heuerling Peter August Bitter. Vilsendorf. Tischler Hermann Heinrich Bruelheide, Bauerschaft Schildesche. Pächter Hermann Heinrich Welling, Vilsendorf. Eheschließungen: Faorikarbeiter Albert Heinrich Stender, Niederjöllenbeck und Fabrikarbeiterin Anna Wilhelmine Luise Meier, Theesen. Maschinist Heinrich Diedrich Laker und Näherin Johanne Luise Böckmann, beide in Brake. Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Christian Wehmeyer. Schildesche und Fabrikarbeiterin Johanne Luise Wöstenfeld, Bielefeld. Schlosser Gustav Wilhelm Oskar Kassing, Bauerschaft Schildesche und Näherin Johanne Luise Heidbreder, Brake. Sterbefälle: Kolon Friedrich Wilhelm Lakemann, 81 Jahre 6 Monate alt, Bauerschaft Schildesche. Gerda Emilie Friederike Lotte. 10 Monate alt, Bauerschaft Schildesche. Fabrikarbeiter Fritz Ellerbrok, 26 Jahre 3 Monate alt. Niederdornberg. Witwe Johanne Luise Faupel geb. Bergmann, 68 Jahre 6 Monate alt. Schildesche. Johanne Martha Vogt, 10 Monate alt. Schildesche. RSchluss des recsttmsstes fodt S hervorragend bewährt bei Darmkatarrh. „" Diarrhoe. Brechdurchfall etc. #### „Nun ja!— Lieber, junger Freund, wenn das nur gut geht mit Ihnen.“ Er blickte Hans wieder halb mit ehrlichem Bedauern, halb mit Verwunderung an und sagte nach einer Weile:„Nun, wie Sie wollen!— Jeder ist seines Glückes Schmied. Es fehlt zwar noch ein Vierteljahr an der Zeit, die Sie bei mir bleiben sollten, aber Sie wissen ja, wie ich über Ihre Fähigkeiten denke. Ich war mit Ihren Arbeiten und mit Ihrer Führung immer zufrieden. Die letzten Geschehnisse sind Ihre Privatsache— und so will ich Sie denn mit meinen besten Wünschen entlassen. An einem guten Zeugnis soll's auch nicht fehlen.“ Eine Rührung kam über ihn. Er ergriff die Hände des jungen Mannes, schüttelte sie kräftig und sagte: 8. „Sie waren uns nun über drei Fayre ein lieber Hausgenosse, Hans, und ich fürchte— Sie sitzen in einer fatalen Lage. Wenn es Ihnen schlecht geht, dann denken Sie daran, daß Sie in mir einen hilfsbereiten Freund haben.“... Pesenh. „Ich weiß es, Herr Neuenhaus,“ entgegnete Hans bewegt.„Ich werde es nie vergessen. Und nun lassen Sie mich gehen. Für mich bedeutet jede Stunde vor Weihnachten viel. Ich muß sogleich mit meinen Anordnungen beginnen und meinen Umzug bewerkstelligen. Das Zeugnis hole ich mir in den nächsten Tagen. Ich bleibe ja in der Stadt. Die Abschiedsaudienz darf ich bis dahin wohl auch verschieben.“... g Er empfahl sich, uno nun ram bei dem Kaufmann, als er seine Rührung überwunden hatte, der Schalk wieder zum Durchbruch. „Noch eins, lieber Kaltenbach," rief er Hans nach,„werden Sie mir nur nicht zu gefährlich mit Ihrer Konkurrenz.... Davon bin ich kein Freund.“„ „Was nicht ist, das könnte noch werden; aber immer mit Anstand, Herr Neuenhaus!“ entgegnete Hans lachend im Fortgehen. 33. Kapitel. Hans bestellte sich einen Dienstmann und ließ das, was sein Eigentum war, sogleich in seine neue Wohnung schaffen. Er mußte es nun als ein besonderes Glück preisen, daß ihn seine Mutter in ihrer Vorsorglichkeit mit den nötigsten Möbeln und mit Bettwerk ausgestattet hatte. Als er Umschau hielt in dem fast leer gewordenen Giebelzimmerchen, in dem er einige Jahre gehaust und so mancherlei innerlich durchlebt hatte, wurde es ihm weich ums Herz, und als er dann das Haus verließ, war ihm, als trete er aus einem freundlichen Garten in eine fremde Wildnis, nicht wissend, was sie für ihn berge. Aber es blieb ihm keine Zeit, folchen Stimmungen nachzuhängen. Zu den vorhandenen Gegenständen, die nun in der neuen Wohnung wild durcheinandergeschichtet, abgeladen waren, mußte noch manches Neue kommen, um die kleinen Räume nur auf das Notwendigste einzurichten. Er sandte den Dienstmann fort, um einige Zentner Brennmaterial zu holen, für welches, wie er entdeckt hatte, im Garten neben dem Häuschen ein kleiner Verschlag eingerichtet war. Währenddes stellte er sich eine Liste dessen zusammen, was ihm noch notwendig schien, und als dann der Mann zurückkehrte, machte er sich mit ihm auf, die verzeichneten Gegenstände zusammen zu bringen. Einen Teil konnte er um ein geringes bei Trödlern erstehen, anderes, in bescheidenster Ausstattung, fand er in einer kleinen Möbelhandlung. Auch das übrige hatte er bald beieinander, und um die Zeit, wo er sonst das Kontor verließ, saß er, nachdem er in einer nahegelegenen, meist von Husaren besuchten Kneipe ein frugales Abendbrot eingenommen hatte, zwischen einem bunten Chaos der verschiedensten Sachen.„ en a. Er entzündete in seinem Deschen ein lustiges Feuer und machte sich dann beim Schein Der Lande munter an die S.ednung der fahge. Es war keine leichte Arbeit, und als er nach stundenlanger Mühe endlich mit demAufund Einräumen fertig war, da sah er wohl, daß noch vieles zur Gemütlichkeit fehlte, und daß besonders für den Laden, so klein er auch war, noch mancherlei Anschaffungen nötig seien, um in der Ausstattung einladend auszusehen. Ein Gefühl angenehmer Ruhe überkam dem Einsamen. Nun konnte er sich der Rechnungsablage widmen; aber sein Anschaffungskonto machte ihm bald die unerfreuliche Tatsache klar, daß er für das Allernotwendigste bereits ein schönes Stück Geld ausgegeben hatte. Wenn er den Rest von dem, was ihm gestern die Mutter gab, und das, was er selbst noch besaß, mit dem kleinen, bei seinem ehemaligen Prinzipal ausstehenden Sümmchen zusammenrechnete, so blieben ihm keine hundert Mark mehr übrig. Er stützte sorgenvoll den Kopf und überlegte. Zur Anschaffung der Waren, dessen war er ziemlich sicher, würde er den nötigen Kredit finden. An Verbindungen und geschäftlichen Bekanntschaften fehlte es ihm ja nicht. Er wollte gleich am nächsten Tage in aller Frühe nach Solingen reisen, dort an Ort und Stelle den Bedarf zur ersten Einrichtung seines Ladens zusammenbringen, und wenn es eben zu ermöglichen wäre, mitführen. Aber was dann, wenn er die Vorräte auf dem Halse hatte, und sie nicht los werden konnte? Und wenn dann die Beträge fällig würden und er nicht zu zahlen vermöchte? Und wenn er vielleicht nicht einmal so viel absetzte, um seinen Unterhalt— und er wollte ihn so bescheiden als nur möglich gestalten— bestreiten zu können? Die paar Groschen, die ihm noch blieben, würden ja schnell zerronnen sein, zumal er noch so mancherlei zur Einrichtung nötig hatte. (Fortsetzung folgt.) handelsnachrichten □ Zementindustrie. Mit welchen Schwieeigkeiten so manche Unternehmungen zu kämpfen haben, geht wieder aus dem Jahresbericht der Gewerkschaft Elsa. Portland=Zement= und Kalkwerke, b#per. Das Jahr 1903 schließt mit einer Unter-4 von 71647 Mk., zu der die Abschreibungen mit 126 569 Mk.(185119) treten, so daß der Fehlbetrag von 1903 sich auf 198216 Mk. stellt.(Das Jahr 1902 schloß mit einem Verlust von 235912 Mark). Die Gesamtunterbilanz ist auf 434 129 Mk. gwachsen. Für das lausende Jahr erwartet die Verwaltung bessere Resultate, sie hofft, ohne direkte Verluste zu arbeiten, vielleicht auch noch einen Teil der Abschreibungen zu verdienen. O Bergbau=Industrie. Die Konkordia Bergbau=Akt.=Ges. Oberhausen hat im ersten Quartal d. J. einen wesentlich kleineren Betriebsüberschuß erzielt, als in der gleichen Periode des Vorjahres; nämlich 512042 gegen 623584 Mk. Das Minderergebnis von 111 543 Mk. wird hauptsächlich darauf zurückgeführt, daß der Schacht I umgebaut werden mußte; dieser Umbau dürfte in den nächsten Tagen schon beendet sein. X Kleine Finanzchronik. Die elfässischen Wollwarenfabriken haben beschlossen, mit Rücksicht auf die Verteuerung des Rohstoffes die Preise ihrer Fabrikate vorerst um 5 pCt. zu erhöhen.— Die Berlin=Anhaltische Maschinenbaugesellschaft erhielt zusammen mit der Stettiner Chamottefabrik Didier einen Auftrag zur Errichtung einer Gasanstalt in Osaka(Japan). Das Objekt beträgt 1 Mill. Mark.— In den Krupp'schen Werken ist infolge des oftasiatischen Krieges der Bau von Fahrzeugen und Geschützen fortdauernd äußerst lebhaft. Auf Feldkanonen hat das Werk große Aufträge erhalten. Auch die Geschoßdreherei ist stark beschäftigt. = Amerikanische Naivität. Die„Wißbegierde“ der Vereinigten Staaten bekundet sich zuweilen in recht naiver Weise. So ist jetzt ein amerikanischer Konsul so frei. an die deutschen Handelskammer ein Rundschreiben mit folgenden Fragen zu richten: Unter welchen Kaufbedingungen werden im allg. Baumwollwaren und Garne eingeführt? Ist die Nachfrage größer nach gefärbten oder gedruckten Baumwollwaren? Sind amerikanische Baumwollwaren begehrt, oder werden andere Fabrikate vorgezogen, eventuell weshalb. Auf Antwort wird der Amerikaner wohl ein Weilchen warten müsten. ∆. Der deutsche Stahlwerksverband hat die seither von dem Halbzeugverband in Höhe von 15 Mk. für die Tonne gewährte Ausfuhrvergütung auf 10 Mk. herabgesetzt. Aktiengesellschaft für Glasindustrie, vorm. Friedr. Siemens, Dresden. Die Generalversammlung genehmigte die Jahresrechnung und beschloß die vorgeschlagene Gewinnverteilung. Die Auszahlung der Dividende von 14 pCt. erfolgt bei den Gesellschaftskassen in Dresden und Neusattl bei Elbogen in Böhmen, sowie bei den bekannten Zahlstellen. - Preise des Stahlverbandes. Der Stahlverband hat eine Erhöhung der Halbzeugpreise für den Export um 3 Mt. für die Tonne vorgenommen. Der Exportpreis für Schienen und Träger ist von dem Angebot der übrigen Exportländer abhängig und hat eine neuerliche Erhöhung noch nicht erfahren. Für das Inland hat der Stahlverband beschlossen, die Trägerpreise pro zweites Quartal unverändert zu belassen. Berliner Börse * Berlin, 18. Mai. An der Börse zeigte sich heute dasselbe Bild trostloser Geschäftslosigkeit wie gestern. Die absolute Geschäftsunlust der Spekulation, der minimale Umfang der meist nur mit der Glattstellung schwebender Engagements zusammenhängenden Umsätze, die Belanglosigkeit der Kursbewegungen und die Tendenzlosigkeit des Gesamtverkehrs machen eine korrekte Berichterstattung eigentlich illusorisch. Von den ausländischen Börsen kamen meist nichtssagende Nachrichten, nur Wien meldete feste Tendenz, die hier dem Kurse der Kreditaktien zu gute kam. Von heimischen Banken wurden Deutsche um ½ Proz. niedriger bewertet, die übrigen Werte erfuhren keine nennenswerten Veränderungen. Montanpapiere konnten ihren Wertstand im allgemeinen behaupten. Am Bahnenmarkte wurden nur vereinzelte Werte notiert, österreichische lagen ziemlich fest, ebenso amerikanische. Fremde Renten waren nominell fest. Privatdiskont 3¼ Prozent. * Produktenbörse. Aus Nordamerika kamen wiederum feste Weizenmeldungen, die der Tendenz des hiesigen Marktes eine Stütze boten. Die Stimmung war trotz unveränderter Geschäftsstille zunächst fest, doch konnten sich die hohen Anfangskurse nicht dauernd voll behaupten, da in Pest nach mehrtägiger Hausse ein durch vorteilhaftere Wetteraussichten veranlaßter Rückschlag gemeldet wurde. Weizen stellte sich durchschnittlich ½ Mark höher als gestern. Die Kansas=Offerten sind um etwa 1½ Mark im Preise erhöht worden. La Plata=Weizen war zu rentierenden Preisen reichlich zu haben, fand jedoch bei dem permanenten Versagen der Konsumfrage kaum Aufnahme. Roggen und Mehl waren schwach behauptet, Hafer ziemlich fest. Mais verkehrte in fester Stimmung, Mixed war wieder sehr knapp. Rüböl zog um 20 Pfg. an. Die Tendenz für Getreide, wurde späterhin wesentlich schwächer; die Getreidepreise sanken um ½ Mark unter gestrigen Stand. Nur Maiweizen blieb ziemlich fest. Roggen ging etwas mehr zurück. Deutsche Fonde„ 17.5, 18 5 Deutsche Reichsanleihe 3½ 201.30 191.90 de. do. 5 89.70 89.60 Preusslsche Staate-Anleihe 3½ 10160 101.60 do. do. 89 75 89.70 Westfällscbe Prov.Anleihe 3% 99.75 99.75 do. do. 4 103.29 103.30 Bleiefelder Kommunal-Anleibe 4 107.25 102.— Westfällsche Pfandbriefe 4 102.80 102.8 do. do. 3½ 98.89 96.•0 Bheinisch-Westfällsche Rentenbriefe 4 103.40 102.80 Ausländische Fonds Oesterreichische Silberrente 4½ do. Goldrente 4 110.90 101.60 Ungerische Goldrente 4 99.10 99.4 do. Kronenrente 4 97.10 97.50 Russische Gold-Anleihe cons 4—.— 89.50 de. Staaterente 1902.... 4 89.25 89.40 Argentinler 88. 4½—.—— Bukarester 98 4%— Chinesen 98............. 4½ e6 40 86.10 Italienische Rente nene 4 Nezikener cons 99.......... 5 100.60 101.70 Rumänische amort. 98. 4 86.70 85.71 Klein- und Strassenbahn-Obligationen Allgemeine Lokal- und Strassenbahn 4½ 102.— 107.— Badische Lokalbahn 4% 100.——. Berlin-Charlottenburger Strassenbahn 4½ Orstelder Strassenbahn........ 4½ 183.30—.— Grosse Berliner Strassanbahn 4½ 010 75—.— 138.25 96.15 101 80 96.50 101.0 90.10 102.30 98.10 109.— 95.80 101.60 95.80 101.50 95.75 102.60 128.50 121.60 Hupotheken-Pfandbriefe Deutsche Hypoth.-Bank Plandbr, bis 1910 de. de. do. 05 Gothser Gr. Or.-Pfandbsiete 00 do. do. 05 Hembunger Hypotheken-Bank 10.. 4o. do. 08 Meintnger Hypothehen-Pfandbr. 11... do. do. 07 Preussische Boden-Credit-Pfandbr. 10 do. de. 07 Preussische Central-Boden-Plandbr. 10. 49. 4a. do. 06.... Preussische Pfandbriet-Benk 10..... 4 de.„ 49. 08 Bheinisch-Westtällsche Boden-Or. 12 de. de. de. 08 Eisenbahn-Stamm-Aktien Aachener Mastr. abg. 129.— Anatollsche Braunschweiger Landes-Bisenbahn 124.75 Dortmand-Buscheder Italienische Meridional-Misenbahn. Italienische Mittelmeer-Risenbahn. Jura-Simplon..........— Oesterreichische Staatebahn—.— 166.25 Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen Oesterreichische Staatsbahn 85. 6— do. Nordwestbahn 5—. Ungarisch-Gallzische 5 Grosse Russlsche. Moskau-Klew W. 4 Russlsche Südost-Bahn Warschaa-Wien—.——. Bank-Aktien Berliner Bank 91.20 91.30 do. Handels-Gesellschaft 152.70 152.70 Darmstädter Bank. 136.60 136.70 Deutsche do. 218.50 218.40 Disconto-Gesellschaft 183.80 184.50 Dresdener Bank 151.60 191 50 Nationalbank für Deutsohland 121.— 121.— Oesterreichische Credit 200.—— Schaaffbaus, Bankverein 148.— 147.75 Barmer do. Bergisch-Märkleche Bank 160.50 160.— Braunschweig-Hannnoversche Bank 149.— 149.75 Deutsche Genossenschafts.- do. 106.90 106.90 Dortmunder Bankverein Elberfelder do. 124.— 123.50 Rssener Kredit-Anstalt 161.— 161.— Hamburger Hypothekenbank....... 164.25 6250 Oldenburser Spar- und Loihbank..... 14480 14 Oenabrücker Bank 492Preussische Bodener.-Bank 145.— 142.— Preussische Plandbr.-Bank....... 187.90 j330 Reichebank Rheinisch-Westfälische Boden-Creditbank. 146.50 146.25 Westfällsche Bank. 113.20 213.25 9.73 9075—.— Reklamen und Inserate verantwortlich 210. Königl. Preuß. Klassenlotterie. 5. Klasse. 10. Ziehungstag. 18. Mai 1904. Vormittag. Nur die Gewinne über 240 Mk. sind in Klammern beigef. (Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)(Nachdruck verboten.) 41 384(1000) 417 58 87 528(500) 634 712 821 912 67 72 1048 177(500) 235 329(500) 76(1000) 88(1000) 531 662 709 46 930 2083 173 364 460 707 33 98 893 (3000) 919 3046 49 51 55 99 133 225 38 42(3000) 842 940 47(500) 4008 22 71 138(1000) 337 438 587 612 795 900 20 5026 52 105 361 80 527 672 92(3000) 814 82 918 22 25 68 90(3000) 91 6106 36 63 223 36 574 623 97 705 19 68 824 88 7081(3000) 113 45 246(1000) 90 321(1000) 43 708 89 917(500) 8015 91 230 343 463 98 661 707 57 9032 104 70 310(3000) 81 552 90 635 66 746 814 904(1000) 10184 89 228 40 565(3000) 73 614 85 702 11000 86 328 47 53 824(500) 947 12203 363 77 87 423 50 552 690 763 809 13006 22 28 110 26 40 213(1000) 19 48 55(500) 347 409 77 574 919 68 89 14048 102 580 813 62 71 15094 147 51 73 82(3000) 326 54 92(500) 93 486 528 880 89 918(1000) 16076 425(500) 514 23 625(500) 32 857 964 17094 294 96 348 734 43 88 966 18030(5000) 68 156 238 611 56 64(3000) 839(500) 42 19162 254(500) 351 96 856(3000) 940 20062 262 89 370 488 529 32 621 22 96 756 901 21134 72 283 319 94 541 49 56 686 765 870 22080 288 308(500) 447(1000) 598 654 730 96 23018(1000) 36 74 82 137 98(500) 265 416(3000) 617 63 720 826 (500) 37 938 24148 337 639 706(500) 53 833 917(500) 25082 275 303 423 48 674(3000) 727 954 26026 31 155 67 93 229 58 409 667 708 17 864(500) 74 948 57 60 27039 85 229 33 79 333 402 619 724 876 938 51 54 28126 250 573 621 791 928(500) 29000 27 117 25 51 54(500) 71(500) 252 63 74 304 525 34 80(1000) 658 769 984 30022 151 338 69 737 90 31070 231 37 395 436 698 719 27 77 911 32060 351 62 74 469 88 559 754 835 76 33075 135 310 75 425 50 588 687 700 46 99 945 34114 16 24 604 33 61 74(500) 708(500) 39 944 35009 35 223 322 81 589(3000) 681 817 979 36237 450 590 688 758 37273 446(500) 67 548 77 628 29 34 74 768 71(500) 829 82 950 98 38125 79 225 393 455 (1000) 85(500) 527 83 630 740 934 62 39301(500) 48 459 628 834 48 68 973 40021 31 210 322 425 56 65(500) 506 7 43 853 41411 26 44 557(3000) 624 93 887 918(3000) 42082 88 314 412(1000) 18(500) 86 506(1000) 14 (3000) 34 722 815(500) 989 43012 28(500) 202 531 761 816 36 911 48 44154(1000) 56 201 97(500) 409 607 12(500) 859 77, 45066 288 417 774 46124 42 79 (1000) 91 447 707 32 810(500) 57 47148 62 82 440 532 53 634 71 754 887 916(500) 48040 58 65 74 124 64 253 385 452(1000) 506(3000) 796 848 49074 80 172 250 438 530 646 754 892 952 72 77 50028 63 111 80 691 96 835 953 63 51037 178 89 92 250 330 70 524 604(3000) 63 835 933 52239 (1000) 392 477 754 88 896 950 80 53038 277 343 65 406 504 725 70 981 54104 528 806 52 902 55014 56 279 423 527 611 836 929 56026 40 55 84 227 344 410 589 95 675 710(1000) 826 974 85 K7038 128 32 (500) 441 517 21 619 723 58012 53 56 60 98(3000) 132 210 591 632 716 95 814 54 59004 314 28 489 733 827 925 54 60082 137 335 37 425 64 82(1000) 61028 329 487 506(500) 992(500) 62061 63 70 120 38 203 384 430(500) 500 1 3 728 961 63013 178 209 75 714 30 64498 566 705 65174 242(500) 383 66237(1000) 443 714 67044 72 214 68 322 561 70 812 46 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Königl. Preußz. Klassenlotterie. 5. Klasse. 10. Ziehungstag. 18. Mai 1904. Nachmittag. Nur die Gewinne über 240 Mk. sind in Klammern beigef. (Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)(Nachdruck verboten.) 100 4 357 655 897 980 90 1050 210 32 40(500) 76 404 561(1000) 67 75 617 64 89 72734 841 981 2011 28 184 97 250(500) 440 44 62 564 6 9 704 73 820 81 3210 70 389 468 613 60(500) 821(3000) 4080 89 348 428 597 606 26 702 818 40(3000) 58 63 5001 16(500) 17 60 69(500) 117 51 328 62 566 691 701 56 94 965 6175(500) 284 375(1000) 74 7030(3000) 102 202 348 74 422 41 73 612 84 742 62 72(1000) 806 33(500) 8061 145 213 35 37 79 571 627 49 824 54 930 50 9249 468 785 10028 154 270(1000) 386 450 612 783 99 821 57 11141 599 866 12004 158 581 696 754 13038 119 35 294 463(500) 599 601 760 85 835 910 28 47 14226 27 329 62(1000) 403 9 519(500) 57 62 74 734 82 874 953 96 15105 6:31 300 53 414 71 580 780 899 16024 155 70 80 298 333 639 74 730 70 834 93 17199 359 413 87 537 73 18217 64 75(500) 331 44 490 561 844 75 19076 186 307 77 505 65 627 783 834 54 20088 158 461 611 45 71 758(500) 21226 78 522 54(1000) 69 618 34(3000) 701 22 821 936 22005 199 297 315 93(1000) 601 741 819 20 963 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170 76 227 36 53 301 439 73 902 195058 136 45 221 300 38 40(500) 73 94 538(500) 886 939 196363 436 97 731 815 967 197069 95(500) 176 370 493 532 831 81 909(3000) 45 198163 343 400 89(1000) 592 746 80 86 824 85 995 199330 74(3000) 75 85 518 96 702 71 95 961 89(500) 91 200151(1000) 200 411 40 553 57 650 59 825 37 201465 753 76(500) 895 2022032 51 65 78 102 261 82 377(3000) 90 484(3000) 513 789(500) 966 203012 61 135(1000) 202 380 490 572(50000) 629 67 747 204097 282 854 941(500) 205068 117 87 (500) 333 73 412 73 577 618 96 702 74 822 63 935 206028 41(500) 147(1000) 254 96 304 54 89 762 (1000) 902 207406 635 727 32 849 905 208260 398 474(1000) 79 511 45 838 85 921 209055 118 59 340 521 700(3000) 16 52(500) 819 210108 10(1000) 65 545(500) 755 923 25 73 74 211002 107 28 222 382 477 85(1000) 600 27 42 212166 233 367 414 669 213024 35 120 386 433 570 634 59 711 874 214192 546 604 81 89 769 215057 93 141 296 444 538(500) 656(500) 79 734 804 216204(1000) 21 99 498 596 602 715(1000) 829 39 55 217043 66 169 79 361(500) 62 68 450 818 218134 324 53(3000) 728 82 917(3000) 219008 65 132 363 68 717 220046 49 390 445 633 43 53 722 816 221177 (3000) 332 78 423 555 80 668 794 849 222024 60 80(500) 334 477 727 55 223082 220 32 305 23 436 787 847 55 960(500) Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie zu 300000 Mk., 1 Gew. à 500000 Mk, 1 à 100000 Mk., 2 4 75000 Mk., 1 à 40000 Mk., 6 à 30000 Mk., 9 4 15000 Mk., 20 à 10000 Mk., 46 à 5000 Mk., 759# 3000 Ml., 1180 à 1000 Mk., 1855 4 500 Mk. andorleie 1910 05 3½ 3½ 3½ 4 3½ 3½ 3% 3½ 197.35 96.25 191.60 96.50 104.20 96.10 102.20 96.50 104.10 96.50 102.50 95.80 101.50 96.75 102.70 96.8) 198.25 96.25 101 80 96.50 101.20 96.10 102.20 94.10 102.— 95.80 101.60 95.80 101.50 95.75 102.60 nm-Aktien 129.— 128.50 13475 12190 ****—.——. —.— 19625 ts-Oblldationen serate verantwortlich der. Bieleseld 07 268(500) 341 97 463 69 75 218 53(1000) 62 58 115329 66 536 779 85 453(3000) 575 689 302(500) 649 80 896 925 88 489 617(1000) 57 61 5 70 928 119004 8 48 (1000) 736 830 948 34 211 17 21 41 392 482 93 122081 192 201 367 00) 123300 10 14 559 5 250 448 68 513 18 915 2 991 126016 106 381 413 17 501 41(500) 47 128000 2 113(5000) 9077(500) 87 120 41 297 83 828 131266 70 361 000) 804 133151 63 203 74 706 11(500) 892 985 861 135057 180 97 282 136004 326 443 87 540 37036 118(500) 240 41 6 90 814(500) 32(1000) 9003 66 218 343 552 614 15 69 395 454 586 793 96 616 844(500) 142044 500) 780 861(1000) 937 30 40 71 144160 431 63 152 272 310 479 889 957 0) 320 477 85 516 27.43 4(500) 117 67 521 646 671 86 917(500) 149071 741 860 979 03 624 942 151003 109 661 774 91 152038 64 6 77 89 153143 314 94 633 870 943 45 155325 6066 148 205 33 324 608 93 909 10 157002 270 662 801 975 158040 58 0) 98 751 803 96 990 556 78 799 875 995 9 739 161000 67 122 28(500) 57 162009 178 929 50 89 96 163124 ) 8 8 8 6 0 1 6 4 2 3 6 3 0 0 609 15 844 165134 461 612 952 78 167071 8095 186 243 55 310 404 8 704(1000) 96 960 ) 7 3 4 9 0 8 3 2( 5 0 0) 7 2 9 8 08 87(500) 428 647 76 500) 578 796(500) 97 868 8 694 818 174089 266 84 175152 77 367 407 15 946 68 177114 236 14 34 381 654 721 49 04 36 40 316 528(500) 181000 21 381 480 660 0) 521 619 183095 231 500) 48(500) 443(3000) (500) 48(500) 65 582 696 11 470 78(1000) 632 87 0(500) 61 187120 283 88041(500) 335 433(500) 1000) 256 303 55 427 670 7 541 88(500) 634 42 842 27 741(10 000) 192006 93277 309 452 565(1000) 938 95(500) 194007 170 195058 136 45 221 300 886 939 196363 436 97 176 370 493 532 831 81 400 89(1000) 592 746 80 3000) 75 85 518 96 702 40 553 57 650 59 825 37 02032 51 65 78 102 261 900) 513 789(500) 966 0 490 572(50000) 629 41(500) 205068 117 87 618 96 702 74 822 63 935 254 96 304 54 89 762 32 849 905 208260 398 921 209055 118 59 340 819 15(500) 755 923 25 73 74 5(1000) 600 27 42 212166 5 120 386 433 570 634 59 89 769 215057 93 121 79 734 804 216204(1000) 829 39 55 217043 66 18 218134 324 53(3000) 65 132 363 68 717 43 53 722 816 221177 668 794 849 222024 60 3082 220 32 305 23 436 den: 1 Prämie zu 300.000 , 1 à 100000 Mk., 2# t., 6 à 30000 Mr., 9 4 46 4 5000 Mr., 759# 1855 4 500 Mk. Ns 116— 94. Jahrg. Drittes Blatt Zur Rede des Pastors von Bodelschwingy der Mittwoch=Nummer der Westfälischen Zeitung vom 11. d. Mts. druckten wir eine Zuschrift des Pastors v. Bodelschwingh an die Neue Westfäl. Volksztg. ab, in der dieser seine Kanalrede im preußischen Abgeordnetenhause in bemerkenswerter Weise ergänzt. Der von uns veröffentlichte Artikel war, wie sich nachträglich herausgestellt hat, nur der erste Teil der Zuschrift, dem noch mehrere Abschnitte gefolgt sind. Nachdem nunmehr die Artikelserie des Pastors v. Bodelschwingh abgeschlossen vorliegt, fühlen wir uns veranlaßt, noch folgende Ausführungen des geschätzten Abgeordneten wieder zu geben. Es heißt in der Zuschrist u. a. weiter: Muß man es zulassen, daß immer mehr Zündstoff in den großen Industriezentren angehäuft wird? Wenn ich der kühnen Hoffnung Raum gebe, die Sozialdemokratie noch in elfter Stunde einzudämmen und gerade in den Kanälen ein kräftiges Mittel zu ihrer Besiegung sehe, so ist das nicht so gemeint, als wollte ich nun meinen Freunden, den sozialdemokratischen Arbeitern und Stimmabgebern, denn das sind ja nun bei mir zu Haus fast ausnahmslos alle Industriearbeiter, wehe tun. Im Gegenteil, ich will ihnen wohl tun, so wohl, daß sie ganz von selbst von hoffnungslosen hoffnungsfreudige Leute und damit im tiefsten Herzensgrund der roten Fahne untreu werden. Ihre Führer arbeiten ja mit aller Macht daran, sie innerhalb der jetzigen Staatsordnung hoffnungslos zu machen, und sind im untersten Grund allen Maßregeln von Herzen gram, welche die Lage des kleinen Mannes verbessern wollen. Diese meine Hoffnung auf gründliche Besserung der Lage der Industriearbeiter stammt nicht vom grünen Tisch. Seit 17 Jahren arbeitet hier unser Lokalverein„Arbeiterheim“ an der freundlichen Aufgabe, kleine Arbeiter aus der Stadt auf das umliegende Land anzusiedeln und zwar' mit dem besonderen Ziel, jedem Familienvater womöglich nicht nur sein eigenes Häuschen, sondern auch einen ausreichenden Gemüsegarten zu verschaffen. Kinderreiche Familien werden stets bevorzugt. Sobald ein solcher Familienvater sein Los in der Hand hat, ist er ein anderer Mann geworden. Er blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, er wählt zwar noch sozialdemokratisch, muß es tun um seiner armen Brüder willen, aber im Herzen ist er es nicht mehr. Er hat nun eine treffliche Sparkasse, sein kleinesHaus, sein Gärtchen, welches er nun, sobald er von der Arbeit heimgekehrt ist, mit den Seinen bearbeitet. Wenn erst einmal seine ersten Rosen geblüht, seine ersten Apfel= und Birnenbäume Früchte getragen haben, er aus den ersten Johannisbeersträuchern seinen Wein gekeltert— wenn er dann mit Weib und Kind und etwa dem alten Vater, der die Hecke schneidet und die Laube pflanzt, sein Abendbrot in ihr geniett, und seinen Feierabend hält; wenn er gewiß ist, aus dieser heimatlichen Stätte kann mich nun niemand mehr vertreiben, dann ist der Mann wieder ein treuer deutscher Bürger geworden, in dessen Herzen ohne Bitterkeit Liebe zu König und Vaterland aufblüht, und dem auch der ihn besuchende Seelsorger kein verfluchter Pfaffe mehr ist, der ihm den Himmel vorlügt, um ihn zum geduldigen.. zeug und Sklaven der oberen 10000 zu machen. Dabei brauchen wir diesem Manne keinen Pfennig zu schenken, Gottes Segen ruht auf seiner treuen Arbeit. Aber leider sind wir hier in Bielefeld fast am Ende unserer fröhlichen Arbeit angelangt. Der schnürt uns den Hals zu; die Preisegguchiger schon entlegeneren Grundstücke im der Stadt, sind auf mehr als das zehnfache gestiegen, das Gärtchen muß immer And leiner werden, und eublich, wir sehen ee vor Augen, ist es gar nicht mehr möglich, dem kleinen Mann diesen größeren und wichtigeren Teil dieser Wohltat zu gewähren. Da ist uns nun das Abgeordnetenhaus im vorigen Jahre zu Hilfe gekommen. Fast einstimmig hat es das treffliche Gesetz über die Erweiterung des Rentengutes angenommen, nach dem ein kleiner Mann bereits Rentengutsbesitzer, das heißt Eigentümer werden kann, wenn er nur einen halben Morgen Grund und Boden besitzt. Mit einem Schlage hat sich damit die ganze Sachlage verändert. Weite große Hoffnungen sind für unsere gesamte arbeitende Klasse in Stadt und Land aufgetan. Viel leichter würde diese Ansiedlung noch an den Kanälen sein, wo größtenteils der Grundbesitz an den weiten, schönen, stillen Ufern der Kanäle noch viel billiger ist als hier. Aber freilich ist zur Erfüllung meiner Hoffnung, daß die Ufer der Kanäle sich alsbald mit blühenden Fabriken und einer zufriedenen, ackerbauenden Fabrikbevölkerung anfüllen werden, nur dann zu erreichen, wenn das wichtigste Bindeglied nun auch noch dargereicht wird, nämlich die für alle Teile eben so barmherzige Gesetzesnovelle wie die über das Rentengut: die Forderung an alle neu anzulegenden Fabriken, welche mit einer Großstadt nichts zu tun haben, ihren Arbeitern Gelegenheit zu bieten, sich auf eigener Scholle anzusiedeln.— Allerdings hat der Herr Verkehrsminister bereits ausführlich bewiesen in seiner trefflichen Denkschrift zu der Kanalvorlage, daß die Kanäle Fabriken und Arbeiter in großem Maße an sich ziehen. Aber ich muß meinen Freunden von der Rechten doch auch zugeben, daß auch an den großen Wasserstraßen in der Nähe der Hauptstädte, z. B. Frankfurt a. M., Oberhausen, Duisburg, Magdeburg sich die Fabrikanlagen zusammenhäufen, ohne daß irgend Bedacht darauf genommen ist, dem Arbeiter Raum für sein Heim zu lassen, und darum ist diese Gesetzesnovelle durchaus notwendig, um die ungesunde Konzentration der Arbeitermassen bei der Wurzel anzugreifen und gesunde Zustände zu schaffen. Doch an dieser Stelle bin ich genötigt, zunächst dem Herrn Handelsminister auf seine Einwendungen gegen meinen wichtigen Vorschlag zu antworten. Der Herr Handelsminister ist zunächst darin im Irrtum, daß er meint, durch meine Forderung, in Zukunft alle neuen Fabrikanlagen, die, nach dem Urteil des nächsten Gewerbegerichts, mit einer Großstadt nichts zu tun haben, zu nötigen, für ihre Arbeiter so weit zu sorgen, daß sie sich auf eigener Scholle ansiedeln können, werde die ganze Sache dem Großkapital übergeben, weil nur dieses in der Lage sei, so weitgehende Kosten aufzubringen. Das Gegenteil ist richtig. Ich will gerade durch die Kanäle auch die Kleinindustrie konkurrenzfähig machen, indem ich ihr Kohlen und Rohmaterial und besonders auch die Arbeitskräfte so viel billiger liefern kann als die fern von Kanälen bereits bestehenden, bloß auf Eisenbahnen angewiesenen großkapitalistischen Industrieanlagen aufwenden müssen. Ich verlange keineswegs, daß der Fabrikherr selbst seinen Leuten die Häuser baut. Ich bin grundsätzlich dagegen, daß der Fabrikherr auch der Besitzer der Häuser ist. Die Direktion der Ravensberger Spinnerei z. B. hat uns 20 000 Mark geliehen mit der ausgesprochenen Absicht, auf unserem Grundstück, ganz unabhängig von ihr, 42 Arbeiterfamilien mit kleinen Gärten anzusiedeln. Wir haben hierzu nicht viel mehr als diese 20 000 Mark an Zuschuß gebraucht, nämlich zu dem Staatszuschuß seitens der Rentenbank, der ja ¼ der gesamten Ausgabe für Grundstück und Haus beträgt, und den eigenen Ersparnissen der Familienväter. Dies ist der erste vom Herrn Minister genehmigte Versuch mit kleinen Rentengütern. Derselbe ist so gut gelungen, daß Dir daraushin gewagf daben, durch den 1ng. Dr. Weihe den Antrag auf Erweiterung des entengutsgesetzes einzubringen. Diese 42 Familienhäuser sind aber durch das uns gewährte Darlehen nicht im Geringsten an die Ravensberger Spinnerei gebunden. Sie sind völlig freie Männer. Nur, daß wir uns das Vorkaufsrecht für 50 Jahre haben eintragen lassen, damit diese Güter für längere Zeit nicht der Spekulation anheimfallen können. An den schon bestehenden und zukünftigen Kanälen wird die Ansiedelung wegen der viel billigeren Bodenpreise auch noch bedeutend billiger herzustellen sein. Auch darin kann ich mit dem Herrn Handelsminister nicht übereinstimmen, daß die Wohnungsverhälnisse der Arbeiter im Industrie= gebiet Westfalens vortreffliche sind. Dieselben sind in meinen Augen, so weit sie von der Großindustrie hergestellt sind, das gerade Gegenteil von dem, was ich musterhaft nennen kann. Gegen die Wohnungsräume an sich habe ich meist nichts einzuwenden, aber sehr viel dagegen, daß den Wohnungen in der Regel bei weitem nicht so viel Land zugeteilt ist, als der Fabrikarbeiter mit seiner Familie gut bearbeiten kann, und besonders daß beides Wohnung und Garten, nicht. Eigentum des betreffenden Arbeiters sind. Sie bleiben Eigmtum der Fabrik und haben die Mieter noch dazu oft sehr kurze— bis zu 14tägiger Kündigungsfrist. Der Arbeiter## also durch seine Wohnung an die Fabrik gekettet und die billige Miete ist ihm eine harte Fessel. So erzieht man keine hoffnungsfreudigen, freien Arbeiter, keinen sicheren Staatsbürger.. W4 Schmar, Ich kann immer nur mir Schmerz und Zorn weite Felder in der Nähe der Großstädte brach oder mit minderwertigen Früchten bestellt sehen, die keine 10 Mark pro Morgen Reinertrag bringen, während dicht daneben 5= und 6stöckige Häuser in die Höhe ragen mit dunklen Hinterhöfen, Keller= und Dachwohnungen, in denen ein gesundes, christliches Familienleben ganz unmöglich ist. Schon unser großer Moltke, der ein eifriges Mitglied unseres Vereins Arbeiterheim war, und mit dem ich noch kurz vor seinem Ende zusammengesessen und die praktischsten ArbeiterheimHäuser gezeichnet habe, hat immer darauf gesonnen, wie diesem Zuschnüren der Luftröhren für unsern armen Arbeiterstand in den Großstädten Einhalt geschehen könnte. Und ich sage hier wiederum, die Kanäle sind ein kräftiges Mittel dazu. Ich möchte nur hinzufügen, daß mir diejenigen Kanäle die wertvollsten sind, welche nicht schon durch stark bevölkerte Gegenden führen. Darum würde ich in der Kanalkommission meine Stimme gegen den Emschertal=Kanal erheben, nicht nur wegen des Schmutzkanals, neben welchen sich niemand gern ansiedelt, sondern weil hier der Grunderwerb schon viel zu teuer ist. Der LippeKanal ist in dieser Beziehung schon ganz entschieden vorzuziehen. Mit größter Freudigkeit würde ich aber für den Weser=Elbe=Kanal eintreten. Welche weiten einsamen Strecken durchfährt die Eisenbahn von Hannover bis Stendal. Die Eisenbahn hat es nicht vermocht, an ihren Ufern in irgend welchem lobenswerten Grade Leben zu erwecken. Wie ganz anders würde es hier aussehen, wenn seit 40 Jahren ein Kanal diese einsamen Fluren durchschnitten hätte. Meine Hoffnung inbezug auf die Kanäle ist diese: Zwingt der Staat zunächst die Industrie mit Hilfe einer Novelle zum Gewerbegesetz, dieselben so auszunutzen, daß der Fabrikarbeiterstand dadurch gesundet, so wird auch die Landwirtschaft unmöglich zurückbleihen können. Sie wird gezwungen sein, der Industrie nachzufolgen, und endlich auch den so mächtig durch das neue Zeitalter des Dampfes umgestalteten Verhältnissen Rechnung zu Bielefeld, Donnerstag, 19. Mai 1904 Hand ded Stasles zu Ahrchsung des Rentenguts für die Landarbeiter, die Millionen, und, wie ich wünsche, die Milliarden anzunehmen, die der Staat nirgends so sicher, nirgends zu so hohen Zinsen anlegen kann, als hier, bis der Landarbeiter ebenso warm auf seiner Scholle sitzt, als der Industriearbeiter, und bis für beide in ihrem Stand ein gleich zufriedenes, treues und vorzügliches Arbeitswertzeug geschaffen ist zum Besten des ganzen Vaterlandes.„. ga6 mit Lisser Bu Allein eins ist Nor, vaß mir vieser Rertungsarbeit sofort kräftig begonnen wird. Keine Stunde ist mehr zu verlieren. Die wilden Wogen steigen schon über die Ufer. Man braucht nicht etwa auf die Fertigstellung neuer Kanäle zu warten. Es ist schon jetzt an den bestehenden Wasserstraßen und Eisenbahnen für alle neuen Fabriken Raum genug, sich mit großem Vorteil außerhalb der Städte anzusiedeln und vollends hat die Landwirtschaft sofort Raum für alle ihre Arbeiter.— Wie könnte nach sachverständigem Zeugnis das Deutschtum in den Ostmarken mit dieser kräftigen Waffe so sicher, so billig gefördert werden. Ich weiß wohl, daß hier eine Arbeit für viele Jahrzehnte ist, aber sobald nur einmal der Hoffnungsblick unserer Arbeiterschaft hell geworden und dies Hoffnungslicht von Taa zu Tag zunimmt, wird die Sozialdemokratie mit ihren Umsturzhoffnungen Schritt für Schritt an Boden verlieren und in nicht zu ferner Zeit die Waffen strecken müssen. Schließlich wiederhole ich, was ich so oft in meinem Bericht über das Arbeiterheim gesagt habe, nämlich daß das eigene Heim auf eigener Scholle an sich ja nicht das letzte Ziel ist. Das ist viel weiter und viel höher gesteckt. Aber im eigenen Herd auf eigener Scholle ist der gute Boden geschaffen, auf dem christliches Familienleben, Liebe zu Gott, Liebe zum Nächsten, Liebe für König und Vaterland grünen und blühen, wo Menschenseelen, insonderheit Kinderseelen, gepflegt, bewahrt und für das ewige Vaterhaus zubereitet werden können. Auf dieses hohe köstliche Ziel geht mein Hoffnungsblick. Bethel=Bielefeld, im Mai 1904. F. v. Bodelschwingh. Briefkasten Nur für ausere Abonnenten. Deutliche Namensunterschrift und Beilegung der letzten Abonnementsquittung Bedingung. Juristische Anfragen werden meist innerhalb 10—14 Tagen beantwortet. erteilten Auskünfte kann eine zivilrechtliche Haftung wortung) nicht übernommen werden. Briefliche Auskünfte werden nicht erteilt. Pension. Wer ein Pensionat unterhält und nicht nur geeignete Wohn= und Schlafräume bereitzustellen, sondern auch die Pensionäre zu beköstigen, zu pflegen und zu bedienen hat, zieht seinen Erwerb aus„persönlichen Leistungen“ im Sinne des § 811 Nr. 5 der Zivilprozeßordnung. Die zur Fortsetzung dieser Erwerbstätigkeit unentbehrlichen Gegenstände(Mobiliar. Küchen= und BadestubenEinrichtung) sind daher der Pfändung nicht unterworfen. redaktionellen Tells. tragen Sie wird munter werden, von der Kinder der Finsternis Roman von Anton von Perfall. 20—(Nachdruck verboten Wie kam sie darauf? Es müßte doch von der Möglichkeit des Falles schon gesprochen worden seig. Warum fragte er sie nicht darnach?— Aus Furcht? — Nein, weil er doch keinen Bescheid bekommen „Das hätte sie sich nicht nehmen lassen.“— hat es sich auch nicht nehmen lassen! Darum sandte sie ihren zweiten Mann nach Gunlach, es zu holen, zu rauben,— dieser Ferrol!— Ferrol— Wo hatte er den Namen——. In irgend Verbindung mit dem Namen Cassan, wenn er sich nicht täuschte. Aber das war ja gleichgiltig, kann ja mehrere Ferrols geben. Er hatte die Brücke erreicht. Es war ihm, als müsse er, ehe er sie betrat, im Reinen sein mit sich, ob er zu dem Wall gehörte, über den schon die grauen Schatten des frühen Winterabends sich breiteten, oder zu drüben?— am a, Also Johannes, wie steht die Sachef#orreb warst du in der„Nacht". Hatte die Frau das Recht, sich deine Mutter zu nennen,— oder log sie? Alles andere decke sorgfältig zu. Das innerste Wesen des Verbrechers ist die Lüge. Das wußte er aus seiner Praxis, 2c. Lüge und Verstellung!— Und dieses Weib war eine Verbrecherin.— Also fällt ihre Aussage nicht ins Gewicht, ebenso wie die des Mannes, dieses Ferrol.— Kam noch der Instinkt des Kindes in Frage, der sprach entschieden dagegen. Die Erinnerung war noch mit Abscheu und Ekel durchsetzt. Wieder freigesprochen.—— Noch eine Eine hochinteressante Frage!— Kann er der Sohn eines Verbrecherpaares sein, ohne seine ganze Theorie von der Belastung umzuwerfen?— Hat er nie daran gedacht, damals als er dem Märker gegenüber stand,— die rote Wolke,— als er den roten Mathes niederschlug,— heute, der Haß, der auftieg gegen seinen treuesten Freund, gegen,„Soran! War diese Impulsivität nicht charatleristisch? Diese förmlichen Anfälle, dieses Schwanken seines ganzen Wesens, zwischen dem Höchsten und Niedersten! Was nützt dir die ganze Wissenschaft, wenn du an dir selbst nicht die Wahrheit sehen kannst? Wäre das nicht groß,— sein eigenes Versuchsobjekt, — das Messer an seine eigene Seele gesetzt? Größer als das Cassans? Und Klärchen—? Da sank ihm schon wieder der Mut. Es war ja alles Wahnsinn! Dieses Grübeln, dieses nutzlose Wühlen im Dunkeln war ja seine ganze Krankheit. Er überschritt die Brücke. Zwischen Marianne und Klärchen fand eine ernste Auseinandersetzung statt, die zum ersten Male das innige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter zu stören drohte. Den herben Vorwurf, betreffs ihres nens im Laboratorium, nahm Klärchen, in der Erkenntnis ihres Unrechts geduldig hin, als aber Marianne ihr Verhalten gegen Ohnesorg für höchst unpassend erklärte, da verteidigte sie sich mit der Energie, die Marianne an ihr nicht gewohnt war. Ja sie ging so weit in ihrer Erregung, der Mutter selbst ihr verletzendes Benehmen gegen ihren einstigen Zögling vorzuhalten, das sie sich nicht erklären könne. Ohnesorg habe, mehr als irgend ein anderer Anspruch auf ihre Hochachtung und der Umstand, daß er ein Gunlacher Kind, müsse seinen Wert nur im Hinblick auf seine Leistungen steigern. Marianne war um so erregter, als sich schwer verteidigen konnte. Als aber Klärch:#nglückseliger Weise den Namen des Vaters nannte von der Freude, der Genugtuung sprach, die dieser an dem heutigen Tage empfinden würde, da hätte sie bald das Siegel des Schweigens gebrochen. Sie flammte jäh auf.„Ach du törichtes Kind! Fühlst du denn nicht heraus, daß hier schwerwiegende Gründe vorliegen müssen, die mich bestimmen!— Du weißt ja nicht—“ Zum Glück fiel Klärchen ihr selbst in die Rede.„Liebe Mama, ich weiß alles! Daß Herr Ohnesorg von niederer Herkunft,— schlimmer vielleicht — aber ich weiß auch, daß der gute Papa den armen Knaben retten wollte, der Menschheit zurückgewinnen. Ich weiß auch, daß ihm seine edle Absicht glänzend gelungen ist, und daß uns nichts zukommt, als uns darüber zu freuen, die wunderbare Fügung Gottes zu preisen, die Ohnesorg auf diese Weise in unser Haus führt. Ein großes Fest soll es sein für uns, ein Erinnerungsfest an den guten Für Mutters Hausapotheke. 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Mama, ich verstehe dich einfach nicht,— du, so gut, so groß, so aufopfernd, — und da so hart, so lieblos.“ Marianne erzitterte in ihrem Innersten vor ihrem Kinde.„Kannst du mir nicht bedingungslos vertrauen? Ich bitte dich darum!" Jetzt sprach kein Groll mehr aus ihr, nur ein bitterer Schmerz. 1.6 wchr Gu. Hätte Klärchen nicht bereits mehr für den jungen Mann empfunden, als sie sich selbst zu gestehen wagte, so hätte sie das Verlangen der Mutter mit kindlicher Hingebung erfüllt, so sprach kein Herzenston aus ihrer Zusage. Marianne entging es nicht. Sie fühlte in alten Gliedern das drohende Gewitter, das sich über ihrem Hause zusammenzog. Noch eines beschäftigte noch den Tag über ihren Sinn, wie weit geht die Pflicht des unverbrüchlichen Schweigens, welches ihr der Gatte auferlegte? Macht sie vor seinem Kinde Halt,— oder nicht? — Entbindet sie nur der Tod von thr. Die ganze Jury war von Marianne geladen. Das ging nun einmal nicht anders. Außerdem hatten die Worte Klärchens ihre Wirkung nicht verfehlt. Sie hatte ja Unrecht, bis jetzt wenigstens. So bereitete sie alles für den Abend, als wenn Graf Soran der Preisträger wäre, dessen ganzes Wesen sie so sympathisch berührte, mit dem ihre Gedanken ein sie geradezu erquickendes, wenn auch, wie sie wohl einsah, vergebliches Spiel trieben. (Fortsetzung folgt.) dee Siach Bellbteinenr Auführung Mi- Ralrulzen empfiehlt PoPrertosse Jannspialz. Telefon 492. Carum Werden uir Vörtieve Herren u. Knaben Enzugr von der Firma Sruft af. 2 0 gekauft? Weil Spanier's Anzüge selbst in der billigsten Preislage aus soliden Stoffen, mit guten Inttersachen, nach neuestem Schnitt angefertigt sind und große Flickstücke gratis jedem Anzuge beigefügt werden. Weil Spanier's Auswahl in Herren= und Knaben=Kleidung jeder Art bei bekannt billigsten Preisen so hervorragend schön ist, wie sie von keiner Seite am Platze übertroffen wird. Weil Spanier's feste Preise für streug reelle Bedienung bürgen. 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Gestern mittag 12¼ Uhr entschlief sanft mein geliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater. * stemn im 83. Lebensjahre.„p.g. M Bielefeld, Dortmund, Meue, Verlin, den 19. Mai 1904. In tiefer Trauer Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4 Uhr m Sterbehause, Heeverstraße 36, aus statt. 110707 Heute entschlief nach kurzem Krankenlager infolge Lungenentzündung mein lieber Mann, unser guter 1 Vater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Pilgrim im Alter von 41 Jahren, welches tiefbetrübt mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen Die trauernde Witwe Charlotte Pilgrim geb. Strothotte nebst Kind. Bielefeld, den 17. Mai 1904. 210702 Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. d. M., nachm. 3½ Uhr vom städt. Krankenhause aus statt. Gesucht zum 1. Juli für m. kl. saub. Haushalt tücht. einf. Stülze ohne Fam.=Anschl., die kochen und waschen kann und keine Arbeit scheut. Zweitmädchen f. Stubenbenarbeit vorbanden, Frau Major Küntzel Bad Oeynhausen. 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Brinkhoffs e Immer nock „Auf der Sonn gestern abend„ gleichen Motive, Schluß, und bein spielfirma, Blum einen Leinen, üb werden. In jede handen, der bei greift, alles ver kommt. In ein junger Geck. wie eine alte Uh übrigen stellt da gleichend neben? und hebt den Dabei reihen sich aneinander, so amüsiert. Und den Besucher. 6 der Rollen wied ein naturgetreue Belustigung Ank Lang, als Ing ehemaligen Lebe Ihm zur Seite eine anmutige Braut gab. Schubert als Auch die übrig noch die Dam wähnen wollen. Besuch wieders &a. Persoualien Der Strasa ist zum Straf1. Juni d. J. a i. W. versetzt bibliotbekar an ster Dr. Con Universitätsbibl — Der bisheri Bibliothek in thekar ernannt Universitätsbib Der Postn an der Herfor vom Telegrap werden. Der festgesetzt. Die der beiden Aer * Militärper Befördert felser zum der 26. Inf.=B Kommandeur d und Komman Briag“; Mai, #inz Friedri unter Beförder d. Großherzogl von Stuc des Landwel rakter als L ger, Major Regiment Ni im Regiment merstein Kür.=Reg. v Adjutanten Heydorn Vogel von in Genehmi der gesetzlich Bezirksoffizi nant im I (1. Westfäl. nannt; Wi pagnieführer breisach als Regiment 9 leutnant un Artillerie=R dert; Lie amtes des Tragen sein stellt. Sommerthea Kinemat Aus .D 7 Der Tag morgen g Homann war, fort weder zu Hause. 6 auf. um Bergabha Zustande. reits; 810663 1000 bis 2 für herrsche kaufen gesu Offerten unter Chi Expedition machen bezw. zu Verlugen. An Straßenkrenzungen und Straßenabzweigungen müssen Personen, FuhrReiter. Viehtransporte usw., welche das Gleis überschreiten wollen, so rechtzeitig halten, daß die Wagen der Straßenbahn in ihrer Falet nicht gehindert werden. Die vorstehenden Bestimmungen möchten wir den Fuhrleuten nochmals dringend der Beachtung empfehlen, da in letzter Zeit sehr häufig Verstöße vorkommen, die dann bei den Beteiligten durch polizeilchen Strafverfügungen, Ersatzansprüche für Beschädigungen an Straßenbahnwagen u. a. m. unliebsame Erinnerungen hinterließen. 4. Brinkhoffs Sommertheater Immer noch Blumenthal und Kadelburg. Auf der Sonnenseite",„Hans Huckebein"“ und gestern abend„Die Großstadtluft". Immer die gleichen Motive, die gleichen Folgen und derselbe Schluß, und beinahe noch derselbe Ort. Die Lustspielfirma Blumenthal und Kadelburg hat, nur son jür Mitbenutzung des Weges nach einen Lenten, über den alle Schwänke gearbeiter zitätzwert eine jährliche Anertennungsgebühr von werden. In jedem Stück ist ein„Pechvogel“ vor 2 Mark zahlen. Das mit dem Briefträger Brandt handen, der bei all seinem Tun entweder daneben:: gHkommen wegen Abtretung des Grund greift, alles verwechselt oder bei allem zu spät kommt. In Großstadtluft“ ist dieser Pechvogel Tod ist nur auf übermäßigem Alkoholgenuß zurück&am Bauerschaft Schildesche, 18. Mai.(Die hiesige Gemeindevertretung) hat in ihrer letzten Sitzung folgende Beschlüsse gefaßt: Es wurde die Auflassung einer Wegeparzelle an den gemeisamen Kreiswegeverband beschlossen. Der A des Weges vom Jerrendorfer Holze bis Bültmann wurde abgelehnt. Das Verzeichnis der unterstützenden Armen pro 1. April 1904 bis 31. März 1905 wurde festgestellt. Die Vertretung genehmigte das Ortsstatut betreffend die Anlegung und Veränderung der Straßen und Plätze in hiesiger Gemeinde. (D Schildesche, 18. Mai.(Aus Sitzung der Gemeindevertretung) vom 16. d. Mts. ist mitzuteilen: Von den landespolizeilichen Anordnungen des Regierungspräsidenten in Minden betr. die Geflügelcholera wurde Kenntnis genommen. Der Fleischwarenhändler Siekmann soll für Mitbenutzung des Weges nach dem Elekt stätt, indem ein in scharfem Tempo fahrendes Automobil auf einen Lastwagen auffuhr, so daß die drei Insassen des Automobils, eine Dame aus Newyork, der Chauffeur und ein Mechaniker, herausgeschleudert wurden. Da der Fuhrmann des Lastwagens keine Hilfe leistete, blieben die Verwundeten über zwei Stunden liegen, bis einige Radfahrer vorbeikamen und veranlaßten, daß die Verunglückten ins Krankenhaus gebracht wurden. Der Mechaniker ist sehr schwer verletzt, die Dame erlitt eine Gehirnerschütterung, während der Chauffeur nur leicht verletzt ist. kommi. In„Wnchengi i dieser Pechvogel ein junger Geck. Vernhard Gempe, dessen Verstand wie eine alte Uhr stets 5 Minuten nachgebt. Im übrigen stellt das Stück das Großstadtleben vergleichend neben das kleinstädtische Spießbürgertum und hebt den Unterschied recht drastisch hervor. Dabei reihen sich zahlreiche komische Situationen aneinander, so daß sich das Publikum prächtig amüsiert. Und das ist hierbei die Hauptiache für den Besucher. Gespielt wurde bei guter Besetzung der Rollen wieder tadellos. Herr Kröning war ein naturgetreuer Bernhard Gempe, der nur zur Belustigung Anderer zu leben schien. Herr Willy Lang, als Ingenieur Flemming, machte aus dem ehemaligen Lebemann einen schneidigen Liebhaber. Ihm zur Seite stand Frl. v. Schönenbeck, die eine anmutige Kleinstädterin und liebenswürdige Braut gab. Ebenso sei das Spiel von Frl. Grete Schubert als junge Frau lobend hervorgehoben. Auch die übrigen Mitwirkenden, von denen wir noch die Damen Stern au und Starke erwähnen wollen, taten ihr Bestes. Leider ließ der Besuch wieder sehr zu wünschen übrig. Der Strasanstaltsekretär Lehmann zu Kassel ist zum Strafanstaltsinspektor ernannt und. vom 1. Juni d. J. ab an die Strafanstalt zu Münster i. W. versetzt worden.— Der bisherige„Hilfsbibliothekar an der Universitätsbibliothek in Münster Dr. Conrad ist zum Bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Halle a. S. ernannt worden. — Der bisherige Hilfebtbliothekar an der Königl. Bibliothek in Berlin Dr. Küster ist zum Bibliothekar ernannt und vom 1. Mai ab an die Königl. Universitätsbibliothek in Münster versetzt worden. * Der Postnenbau an der Herforderstraße wird vom Postamte und vom Telegraphenamte zu gleicher Zeit bezogen werden. Der Termin des Umzuges ist noch nicht festgesetzt. Die gestrige Notiz über die Verlegung der beiden Aemter in den Neubau ist unrichtig. * Militärpersoualien Befördert wurden: Oberst v. Dehn=Rotfelser zum Generalmajor und mit der Führung der 26. Inf.=Brig. beauftragt unter Ernennung zum Kommandeur desselben; Freiherr von Fritsch. Oberst und Kommandeur der 15. Kavall.=Brig.; von Zugo, Maj. und Bat.=Kommandeur im Juf.=Regi, einz„Friedrich der Niederlande(2. westf.) Nr. 15 unter Beförderung zum Oberstleutnant zum Staoe d. Großherzogl. Mecklenb. Inf.=Regis. Nr. 90 versetzt; von Stuckrad, Major und Kommandeur des Landwehrbezirks Minden wurde der Charakter als Oberstleutnant verliehen; Stenger, Major aggr. dem 5. rhein. InfanterieRegiment Nr. 65 zum Bataillonskommandeur im Regiment ernannt; Freiherr v. Hammerstein=Loxten, Overteutnant im Kür.=Reg. von Driesen(Westf.) Nr. 4 zum Adjutanten der 19. Kavalleriebrigade ernannt; eydorn, Oberleutnant im Infant.=Reg. Vogel von Falckenstein(7. Westfäl.) Nr. 56 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension z. D. gestellt und zum Bezirksoffizier ernannt; von Sydow, Leutnant im Inf.=Reg Herwarth von Bittenfeld (1. Westfäl.) Nr. 13 zum Oberleutnant ernannt; Wilde, überz. Hauptmann und Kompagnieführer an der Unteroffizierschule in Neubreisach als Kompagniechef in das InfanterieRegiment Nr.57 versetzt; Schubert, Oberstleutnant und Kommandeur des Westfäl. FußArtillerie=Regiments Nr. 7 zum Oberst befördert; Liebach, Mitglied des Bekleidungsamtes des 7. Armeekorps mit Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform z. D. gestellt. Tageskalender Freitag, den 20. Mai 1904 Sommertheater. Das Stiftungsfest. 8½ Uhr. Kinematograph. Kaiser Wilhelmsplatz. Aus provinz und Nachbarschaft □ Dornberg, 18. Mai.(Verunglückt.) Der Tagelöhner Hertrampf war am Montag norgen gegen 8 Uhr von dem Hofe des Zezggzisg Homann zu Kirchdornberg. woselbst er war, fortgegangen, um Holz zu sammeln; er kam weder zum Frühstück noch zum Mittagessen nach Hause. Gegen 3 Uhr machte sich Homann daher auf. um ihn zu suchen. Er fand ihn Bergabhange der Schwedenschanze in bewußtlosem Zustande. Kurze Zeit darauf starb 1116 er war id staster Fcnter bekanot: sein. Gerichtssaal getroßfene Rotommen Wigen Geilklung des Grund und Bodens zum Trottoir wurde akzeptiert. Die Auflassung verschiedener Parzellen wurde genehmigt. Das Ortsstatut betr. die Heranziehung der Anliege an historischen, Straßen zu den Stgeigzegug haltungskonen wurde genehmigt. Zur Feststellung der Kosten, welche von den Anliegern zu den Straßenbaukosten zu zahlen sind, wurde eine Kommission gewählt, besiehend aus den Gemeindever: ordneten Heider. Wißzmann und Tödheide, son# dem Architekten Kramer aus Bselzjel),„Lodann wurden in 11 Armensachen Beschluse gelußt. 00) Schildesche, 18. Mai.(Von der Schule.) Am 16 d. Mts. tagte der Schulvorstand der Schule Hellingskamv. Nachdem der Schulvorsteher Werning eingeführt worden war, wurde die Uebernahme der Vertretungskosten für eine an genannter schule tätige Lehrkraft beschlossen. tt. Gütersloh, 19. Moi. GHg, Hi e Infolge Herabiallen eines Sackes iehl aus einer Höhe von 12 Meter wurde vorgestern in der Stadtauf der Hobenzollernstraße 90s eszieimbriggren e hen leichten Hautabschürfungen eine erhebliche Quetses Kens hsthres, eoes eonen eie. 45 otges undenen Leschlüsse gesaßt: Der Schulzweiten Polizeidiener anzustellen.— Das von — Betr. Versicherung der Gemeinde Gesegseghaiten S≈ Senne 11, 19. Mai.(Gestorben) ist Herr Pastor Weller. Er war ein enniger Förderer aa Zöhne, 19. Mai.(Neuer Schnellzu g.) Es dürfte allgemein interessieren, daß außer den bereits veröffentlichten neuen Zügen noch ein neuer Schnellzug(157) mittags um 11,40 von Löhne in der Richtung nach Hildesheim fährt und auf letzterer Station um 1,37 eintrifft. Dieser Zug ist als Anschlußzug für die de=Löhne und für den Zug 11,05 ab Bielefeld wichF„Mindek, 18. Mai.(Feuer.) Heute mittag brach auf dem Boden des Wohnhauses des Neubauers Röckemann Feuer aus, welches bald das ganze Haus in Flammen setzte. Die Besitzung liegt in der Feldmark und trotz schneller Hilfe konnte wegen unzureichenden Wassers das Haus nicht rettet werden. Mannschaften der Handwerkerabteilung der städtischen Wehr wurden zur völligen Ablöschung beordert. Haus und Mobiliar waren versichert; letzteres ist teils gerettet. Der Schaden ist = Seunelager, 18. Mai.(Verschiedenes.) Ein Musketier vom 13. Infanterie=Regiment, der sich erschossen hatte. wurde gestern beerdigt.— Heute fand Besichtigung durch den kommandierenden General und Scharischießen statt. Am Donnerstag rückt das 4. Kürassierregiment nach Münster ab. Vermischtes In Zwickau wurde eine alleinstehende Frau namens Wutzler in ihrer Wohnung durch Hammerschläge ermordet aufgefunden. # Ein Wilderer erschossen Auf dem Gemeindepachtrevier Berloge bei Krossen a. d. Oder wurde ein Wilderer, Ackerbürger Schmidt, von einem herrschaftlichen Förster, dessen Anruf er nicht Folge gab, erschossen. Automobilunfall Vergangene Nacht fand auf giste S ar phe zwischen Forsthaus Gehspitz und Frankfurt a. M. ein schwerer Automobilunkall □ Bielefeld, 18. Mai.(Strafkammer.) Vorsitzender: Herr Landgerichtsdirektor Greiff, Vertreter der Staatsanwaltschaft: Herr Assessor von Klenke. 1. Schlägerei„„ Am Abend des 23. August v. J. war es in Hesselteich zwischen einer Gesellschaft, die von einem Kriegerfeste heimkehrte, zu einer Keilerei gekommen. Den Anlaß zu der Schlägerei hatte der Mißhandelte, der Maurergeselle Schöwerling aus Lorten gegeben, indem er in angetrunkenem Zustande die heimkehrende Festgesellschaft gereizt hatte. Wegen dieser Mißhandlung, die dem Schöwerling zugefügt war, hatten sich der Pächter Wilhelm Franke von Versmold und der Handarbeiter Wilhelm Heinrich Bestmann von Oesterweg zu verantworten. Bestmann, welcher zunächst mit Schöverling in Streit geraten war, hat denselben verfolgt und mit einem dicken Stocke mehrere mal über den Kopf geschlagen. Darauf ist Franke herbeigekommen, hat dem Sch. einen Messerstich in den Kopf beigebracht und dann noch ein Fahrrad auf den im Graben liegenden Schöweling geworfen. Der Gerichtshof erkannte gegen den Messerstecher Franke auf 4 und gegen Bestmann auf zwei Monate Gefängnis. Beide wurden außerdem verurteilt, an den Verletzten eine Buße von 35 Mark zu zahlen. (Schluß folgt.) Briefkasten Wegen Mangel an Raum mußten mehrere Artikel für die nächste Nummer zurückgestent werden. Neueste Nachrichten Prinz Adalbert von Preußen in Ostasten Berlin, 19. Mai. Prinz Adalbert von Preußen begab sich gestern mit großem Gefolge nach Tientsin. Dort werden große Vorbereitungen für seinen Empfang getroffen. Prinz Joachim Alörecht von Preußen Berlin, 19. Mai. Der Adjutant des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen teilt der Nat.=Ztg. mit, der Prinz werde nach endgiltiger Entscheidung nicht an dem Feldzug in Südwestafrika teilnehmen Auf dem Wege nach Südwestafrika 4 Berlin, 19. Mai. Die Abreise des Ergänzungstransports für Deutsch=Südwetafrika erfolgt heute Abend 9 Uhr 35 P in. vom Lehrter Bahnhof aus mittels Extrazuges nach Hamburg. U Trier, 19. Mai. Die Bevölkerung bereitete dem abreisenden Generalleutnant von Trotha einen begeisterten Abschied. Bereits um 7 Uhr war der Bahnhof von einer dichten Menschenmenge umlagert. Von Trotha wurde bei seinem Erscheinen mit Hochrufen begrüßt. Bei seiner Abfahrt wurden Kanonenschüsse abgefeuert. Der Bäckerstreik in Berlin X Berlin, 19. Mai. Gestern Abend tagten in allen Gegenden zahlreiche BezirksVersammlungen der Bäckermeister, um über Abwehrschritte zur Bekämpfung des Gesellenausstandes zu beraten. Den Meistern sollen reiche Geldmittel zur Verfügung stehen. H. Berlin, 19. Mai. Eine Anzah Bäckermeister beschloß in der gestrigen Bezirksversammlung, die bereits Bewilligungen der Forderungen der Gesellen zurückzuziehen. Die von der Berliner Gewerkschaftskommission einberufene Versammlung beschloß darauf die Boykottierung der nichtbewilligenden Bäckereien. Auskand von Werkstättenarbeiter 2 Berlin, 19. Mai. Dem„Vorwärts" zufolge befinden sich 1200 Arbeiter der Werkstätten der Berliner Straßenbahn im Ausstand. Militärgerichtliche Arteile Altona, 19. Mai. Der 20jährige Unterofftzier Ruß vom 76. Infanterie=Regiment wurde vom Kriegsgericht der 17 Divisior wegen Mißhandlung, vorschriftswidriger Behandlung und wegen Beleidigung von Untergebenen zu vier Monaten Gefängnis und Degradatton verurteilt. O Magdeburg, 19. Mai. Beim Salutschießen anläßlich Kaisers Geburtstag war ein Kanonier des 4. Fußartillerie=Regiments an den Augen und an einem Arm, 2 andere leichter verletzt worden. Das Kriegsgericht verurteilte heute wegen Außerachtlassung der Verhütungsvorschriften den Oberleutnant von Daacke zu 2 Monaten Festung, den Unteroffizier ner zu 13 Tagen Gefängnis, einen Gefreiten zu 7 Wochen und zwei Kanoniere zu 14 Tagen strengen Arrest. S Trier, 18. Mai. Wegen Soldatenmißhandlungen in 500 Fällen wurde der Unteroffizier Eckert vom 29. Infanterie=Regiment vom Kriegsgericht zu 1½ Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt. Zum Tode verurteilt □ Frankfurt a. M., 19. Mai. Der Möbelträger Groß und der Kutscher Stal sind nach dreitägiger Verhandlung vom Schwurgericht für schuldig befunden worden, den an dem hiesigen Klavierhändler Lichtenstein am 26. Februar d. J. begangenen Raubmord verübt zu haben; beide wurden zum Tode verurteilt. Französischer Ministerrat 0 Paris, 19. Mai. Heute findet unter dem Vorsitze Loubets ein Ministerrat statt, der sich, wie verlautet, mit der Protestnote des Vatikans beschäftigen wird. Die österreichisch-ungarischen Heeresforderungen 1 Budapest, 19. Mai. In der Budgetkommission begründete der Kriegsminister die hohen Heeresforderungen mit der Möglichkeit kriegerischer Verwi lungen. Die Lage der Engländer in Tibet * London, 19. Mai. Die Abendblätter teilen mit, daß heute ein Kabinettsrat stattfinden werde zur Beratung der Lage in Tibet. Es heißt, die Regierung plane einen großen Feldzug in Tibet. Vom Kriegsschauplatz in Ostasien &a London, 19. Mai. Die Japaner greifen Haiping an. Man erwartet, daß die Stadt heute von den Japanern genommen werden wird. Niutschwang von den Japanern besetzt. □+ St. Petersburg, 19. Mai. Ein beim Generalstabe eingegangenes Telegramm teilt mit, daß die Japaner Niutschwang gestern Abend 9 Uhr 50 Minnten besetzten. Kurop tkin in Angnade gefallen + St. Petersburg, 19. Mai. Hier zirkulieren unkontrollierbare Gerüchte, General Kuropatkin sei beim Zaren in Ungnade gefallen. Seine Abberufung werde sofort erfolgen, sobald ein geeigneter Truppenführer gefunden sei. Die Haltung der Chinesen. 40 St. Petersburg. 19. Mai. Trotz der wiederholten Versicherungen der chinesischen Regierung, daß sie völlige Nentralität beobachten werde deutet die Handlungsweise der Behörden in der Mandschurei doch darauf hin. daß sie aus Peking heimliche Instruktionen im russenfeindlichen Sinne erhalten haben. In Fönghwangtschöng wohnt General Kuroki im Hause des Totai, seine Offiziere bei der dortigen höheren chinesischen Beamten. Lebensmittel werden den Japanern unentgeltlich gegen ganz geringe Bezahlung zugestellt, während gegenüber den Russen die chinesischen Beamten Schwierigkeiten machen und sagen, sie könnten wegen ihrer Neutralität keinen Botanh eroster. Witterungs=Uebersicht. Bielefeld 19. Mai. Niedrigster Thermometerstand in der Nacht+ 6 1/ C. Thermometerstand um 10 Uhr vormittags+ 13 C. Barometer: 752 Wind: W. bimmel, bedeckt, srauchter. l.6b Rollwagen Nachkt eur uie Synn Duahratmueter 1000 bis 2000 Quabrarmierer, für herrschafliche Besitzung zu kaufen gesucht.,#ig, Offerten mir Preisangabe unter Chiffre 10436 an die Erpedition der Westfälischgg Stattes au=Kupser kauft und zahlt die höchsten Tagespreise(847,272 Oehnhansen. Besitzung .119 in der Nähe der Bismarkstraße u. Wertherstraße gelegen, Zweigeignet, mit großem Garten, circa 950 Um, ist anderw. an die Exped. d. Westfäl. Ztg. mit Klappbock, fast neu, und mehrere offene Waggg, g6hjg billig zu verkaufen. 110449,110 W. Schlüter, Hielefeld, Bahnhofstr. war ittelbare= Dähe de Derundromner, Verkaufe Pehins Eilten in unmirtetburer Nähe der Großen Howe, ca. 1000 O.m groß, ist preisw. zu verkaufen. Offerten unter 9375 an die Exped. der Westfäl. Ztg.(.123 3.1, den 5. April geworfen, Mantelhunde, sehr schöne Tiere. bedeutende Srammbäume(50 Mark), ca. 5. Juni abzugeben. 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Hypotheken-Büreau Wilhelm Knehaus gegenüber dem Ratskeller. 210539 Fernspr. 668..115 Die Zahl der Genossen betrug Ende Dezember 1903 27. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist kein Genosse ausgeschieden, jedoch sind 2 Genossen beigetreten. Die Haftsumme, für welche alle Genossen aufzukommen haben, betrugen Ende 1903 Mk. 4050. Die Haftsummen haben sich also um Mk. 300.— vermehrt, auch haben sich die Geschäftsguthaben gegen das Vorjahr vermehrt. um Mk. 100.— Kupferhammer bei Brackwede, 19. März 1904. 110657 Der Vorstand Zu kaufen gesucht. Tanplah, ca. 250 bis 300 gm, gut gelegen, muß billig sein. Off. mit Größen und Preisangaben zu richten an 110570,116 BielefelderImmobilienu. Hypotheken-Bureau Wilhelm Knehans gegenüber dem Ratskeller. Fernspr. 668. Pachtgesuch. Kleines ländliches Haus mit Stallung und 1—2 Scheffelsaat gutem Ackerland, in Nähe der elektrisch. Straßenbahn(Brackwede, Schildesche oder Detmolderstr.), zum 1. Oktober zu pachten gesucht.(10732 Bielefelder Immobilienu. 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Lang und Präger. Gottesdienst an den Festtagen. Donnerstag abend 7½ Uhr. Freitag morgen 9 Uhr; Predigt 9½ Uhr. 10710 Freitag abend 7½ Uhr. Sonnabend morgen 9 Uhr; Totenfeier 9½ Uhr. Heute und morgen früh: Lebendfrische ASchrust se! Schollen, Rotzungen, seinste Zander, Maifische. L. Jacke 10742 Schellsischeli Cabliau, Schollen, Steinbutt à Pfund 65 Pfg. Rotzungen, Zander, Maisisch, ger. Aal, Bücklinge, Lachsforellen. Geestemünder Pischländlung, O„ aus solid. Stoffen, gute Zutaten, neueste Facons v. S 5 S PIVR S mod. Stoffe mit Rosshaareinlage, Ersatz f. Mass v. 00 30 bis Buckskin-Rosen 270 neuest. Schnitt, sol. Stoffe, prima Verarbeitung, von bis Anuseh Vensug 3 reizende Neuheiten, dauerhafte Stoffe, in allen Grössen, von Lüster-Joppen, Wasch-Joppen, Loden-Joppen, Knaben-Wasch-Anzüge, Kock- und genivch zinag.„ Bekanntmachung. Von dem der Stadtgemeinde gehörigen Grundstücke an der 10. Bürgerschule(früher Danneubaum und Kralemann) wird der an der Jöllenbecker= und Pestalozzistraßen=Ecke gelegene Bauplatz hiermit öffentlich zum Verkauf ausgesetzt. Der Verkaufstermin findet am Montag, den 4. Juli 1904, vormittags 11 Uhr, im Rathaussaale statt. Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben, können auch vorher im Rathaus— Zimmer Nr. 13— eingesehen werden. 110744,153 Bielefeld, den 17. Mai 1904. Der Magistrat. Toerner, Beigeordneter. 00 A an. Die Lieferung bezw. Ausführung von: 1. 4900 qm Klinkerpflastersteinen, 2. 1240 am Zementplatten u. 570 m Zementbordsteinen und 3. Pflasterarbeiten für die Befestigung des neuen Wochenmarktes soll in 5 Losen vergeben werden. Verdingungsunterlagen sind für jedes Los zu 0.25 Mk bei unserer Kanzlei II zu beziehen, ebendaselbst sind schriftliche verschlossene Angebote mit entsprechender Aufschrift bis zu den Eröffnungsterminen am Mittwoch, den 25. Mai 1904, vormittags einzureichen und zwar: Nr. 1 bis 9 Uhr, Nr. 2 bis 9½ Uhr, Nr. 3 bis 10 Uhr. Bielefeld, den 17. Mai 1904. c10554,116 Das Stadtbauamt. Knaben-Wasch-Blusen. 110656 Niedernstr. 29—31 BIELEFELD Niedernstr. 29—31. #L Rolosk Oberwallstraße gegenüber Friedenstraße. Telefon 897. 110753 Schwämme, Kämme, Fensterleder ins Bad, Gebirge oder an die See, so versehen Sie sich zuvor mit zweckentsprechender Fussbekleidung. Wir empfehlen: preiswert in großer Auswahl. Pen Bulng. w10625,151 GegiP Pomtonlassheitsyet .ginut A 37ge 19137 Girastasckaks u. Stieyet schwarz und farbig, K ume Verannrmachung. Mit dem heutigen Tage ist das Geschäftsgebäude des unterzeichneten Amtsgerichts an das allgemeine Fernsprechnetz angeschlossen. Bei dieser Gelegenheit wird darauf aufmerksam gemacht, daß Anträge in Rechtssachen nicht unter Benutzung des Fernsprrchers entgegengenommen werden können, da dieses einerseits nicht mit den Diensteinrichtungen des Amtsgerichts verträglich ist, anderseits auch den gesetzlichen Bestimmungen widerspricht, da derartige Anträge entweder(soweit zulässig) schriftlich oder mündlich dem zuständigen Beamten gegenüber zu stellen sind. Ebensowenig kann Auskunft in Rechtsangelegenheiten telephonisch erteilt werden, da hierbei die Wahrung der den Beamten obliegenden Dienstverschwiegenheit nicht gewährleistet werden kann, da insbesondere niemals die Identität der anfragenden Person mit derjenigen, für welche sie sich ausgibt, festgestellt werden kann. Auch können derartige Gespräche erfahrungsmäßig von anderen Angeschlossenen mitgehört werden. Die Anknüpfung derartiger Gespräche wird daher regelmäßig abgelehnt werden. Bielefeld, den 13. Mai 1904. 110712 Königliches Amtsgericht. wetterfest, mit dreifacher Sohle, Konkurs. Ueber das Vermögen des Zigarrenhändlers Gustav Pawelsiek zu Bielefeld, Kaiserstraße 123, Ecke Webereistraße. ist heute am. 19„ 10735 18. Mai 1904, nachmittage 12¼ Uhr, der Konkurs eröffnet. Konkursverwalter: Generalagent Georg Schmidt in Bielefeld, Marktstraße 34. Offener Arrest mit Anzeigenfrist bis zum 31. Mai 1904. Frist zur Anmeldung der Forderungen bis zum 11. Juni 1904. 856 Erste Gläubiger=Versammlung und allgemeiner Prufungstermin am 20. Juni 1904, vormittags 9½ Uhr, im hiesigen Amtsgerichtsgebäude, Zimmer Nr. 9. Bielefeld, den 18. Mai 1904. Der Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts Abt. 6. 1 Feldschmiede (vierspännig) nebst Ambos und Blasebalg soll am Mittwoch, den 25. d. Mts., vorm. 10 Uhr auf dem Kasernenhofe hierselbst öffentlich meistbietend gegen Barzahlung verkauft werden. Die Feldschmiede ist nach Vornahme einiger Aenderungen als Lastfahrzeug sehr geeignet. Vorherige Besichtigung kann erfolgen. Bielefeld, den 18. Mai 1904. 110641 Königliches Bezirkskommando. weiss u. farbig, weiße zarte Haut und“ Jugend= frische nur 2 durch Ge# brauch von 3 M. Ausf.e 5 Broschüre 1,50 fr. 2 * Jugendcrème Fix-Fix.* * Moderne Toilettenkunst 2 5 Abt. IV. Berlin W. 50. A (10629,131 Niedertreter leichte, begueme Pantetteln, in allen Grössen zu den billigsten Preisen. 110716. Bekanntmachung. Bad Rothenfelde. Gasthof Oermania hält sich Kurgästen und Ausflüglern bestens empfohlen. F. Dulige. Das diesjährige Invaliden=Prüfungsgeschäft findet statt: Am Dienstag, den 28. Juni 1904, vormittags 10 Uhr in Halle i. W. im Lokal des Wirts Schmedtmann. Am Mittwoch, den 29. Juni 1904, vormittags 8 Uhr in Werther im Lokal des Hoteliers Eickhoff. Am Donnerstag, den 30. Juni 1904, vormittags 9 Uhr iu Vie Gmnt Freitag, den 1. Juli 1004, vormittags 9 Uhr in Pieter=Ani-Sonnabend, den 2. Juli 190k, vormittags 9 in Bielefeld im Garnisonlazaxett, Bürgerweg. Am Montag, den 4. Juli 1904, vormittags 9 Uhr in Bielefeld im Garnisonlazarett, Bürgerweg. Am Dienstag, den 5. Juli 1904, vormittags 9 Uhr in Gütersloh im Lokale des Wirts Pollkläsener. Am Mittwoch, den 6. Juli 1904, vormittags 9 Uhr in Wiedenbrück im katholischen Gesellenhause. Bielefeld, den 17. Mai 1904, Königl. Bezirkskommando. Telefon Nr. 872. Schuhwarenhaus. Niedernstrasse 34. Bekanntmachung. balch Die Vemelnde= Vertretung erzdige sitr leste zenshih,e Abs. 2 des Ortsstatuts vom 15. Juli 1892 zweas, Einsicht durch die beteiligten Anlieger während 1 Woche vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an im Amtsgeschäftsv Einwendungen gegen die Richtigkeit der Aufstellung sind während obiger Frist mündlich oder schriftlich bei zeichneten anzubringen. Gadderbaum, den 17. Mai 1904. 5 Der Ehrenamtmann. Deckert. Anter: Stellen-Anzeiger für die Frauenwelt (Stützen, Gesellschafterinnen 2c.): Gute Erfolge. Sehr billig. Prosp. gratis. Adresse: Frauenzeitung, Berlin=Cöpenick. Vllig. 188 Du„Westfälische 3 Feiertags und ist Umgegend. zugleich der Ste Preis des Blatte monatlich frei ins bei Postbez Im Post=Zeitu Die heutige N St liefern wir die„ jedem Orte des jede beliebige Zei mit den nach der Zügen, so daß die spätestens am A des Adressaten i Das dafü Abonnemen pro Woche: Bei Ueberr schließlich freier Eine Ueber zu empfehlen,! Orte beständig bei wechselnder unbedingt vorzu Auch über: bereits abb wolle man Best Angabe und N an die Expeditit Niedernstraße 2 Post=Abo Nachsendung ihr amt oder den pedition) wender Der russi Die Meldung wegung der Fengrangtsch schreibt, darauf h läufig noch nich isoliert dem Angi zusetzen. Sie wi fortsetzen, wenn und 3. Armee werden, läßt sich Nach einer der Woche 30.000 Armee auf der H Die dritte Ar lisierung b Dampfer sind vo 3. 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